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Mein Leben - für dich 12

von

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12. Ein Stück Frieden
 

Meine Augen öffneten sich langsam und ich merkte das ich von vielen Leuten umgeben war. Ich atmete schneller als gewöhnlich und auch mein Herz raste. Mir war furchtbar heiß. Alles um mich rum war naßgeschwitzt. Mir schmerzte jedes Glied. Die Stimmen um mich gingen in einem lauten Rauschen unter. Es war zu anstrengend die Augen aufzuhalten. Jemand preßte mir eine Maske auf den Mund und ich bekam leichter Luft, doch ich spürte es nicht mehr. Ich fühlte ein warmes Gefühl durch mich fahren, als ich die Augen unter großer Anstrengung öffnete sah ich wie jemand über mir schwebte. Es war eine Frau ganz in weiß. Ihre Augen waren durchsichtig und auch ihre Hautfarbe hob sich nicht vom Rest ab. Sie lächelte.

'Der Messias des Lichts!'

Durchfuhr es mich. Sie schien es bemerkt haben und legte mir die Hand auf die Stirn. Ich hörte ihre Stimme nicht, aber es kam in meinen Kopf. "Deine Zeit ist noch nicht gekommen!" Abrupt danach durchfuhr mich ein Stich, denn mein Herz klopfte zu schnell. Die Ärzte kreischten und riefen durcheinander. In der Ecke sah ich Sailor Pluto stehen. Daneben meine Tante. Ich erwiederte das sanfte Lächeln der beiden. "Wir haben es geschafft! Komm schon Mädchen! Nur noch ein bißchen! Reiß dich zusammen! Gleich bist du gerettet!" Ich fing wieder an zu atmen und schloß die Augen. Es war alles so schnell gegangen.

'Wie alles...'

Dachte ich mit sarkastischen Nachklang. Alle lachten um mich herum, doch mir war nicht zum Lachen. Mein Körper schmerzte. Allerdings stellte ich glücklich fest, dass meine sich meine innerliche Stimmung ruhiger geworden war. Müde drehte ich meinen Kopf zum Fenster. Draußen war es immer noch stürmisch und hagelte jetzt, doch geschwächt war der Kampf draußen noch nicht. Es lag immer noch eine gefährliche Stimmung in der Luft, ich konnte sie riechen, ich konnte sie spüren. Früher war ich auch immer mit dem Wasser verbunden gewesen, doch erst jetzt, erst als die Kriegerin der tiefen Ozeane, lernte ich wie wichtig die Natur nicht nur für die Menschen waren. Es war ein eigener Organismus. Das Meer hatte seinen eigenen Charakter der auch beachtet werden wollte, doch selbst ich konnte nun erst langsam ihn verstehen. Erst jetzt nahm ich ihn richtig wahr. Früher hatte ich immer im Haus gesessen und gemalt oder auf meiner alten Geige gespielt, doch an diesem Tag, der fast mein letzter gewesen wäre, wollte ich draußen sitzen. Am Strand in der Sonne liegen und das kalte Wasser um mich herum fühlen. Ich sah den Arzt über mir an, der mir in die Augen leuchtete und mit meiner Tante redete. Ich hörte kein Wort von ihm, denn in Gedanken wünschte ich mich an den Strand, wo mein Geist auch langsam ankam. Ich hörte die Wirklichkeit nicht mehr, doch die zarte Geräusche des Meers, die immer wieder den Sand liebkosten und dann sich wieder zurück zogen. Es war so entspannend. Ja, das war mir geblieben von der Welt. Oder nein, es war nun meine Welt. Eine eigene Welt in die ich zurück kehren konnte und die nur für mich erreichbar war. Der Ozean ließ nur mich in seine Gedanken. Vor meinen Augen wurde alles zu Wasser, wunderbar klarem Wasser. Blau und schimmernd wie es nichts sonst in dieser Welt konnte. Ich spürte wie ich zum Wasser wurde und der Wellengang mich mit sich führte. Das Rauschen der Wellen, die sanften Wogen um mich und mit mir, die unscheinbare Wärme, die nicht nur durch meine Haut fuhr, sondern auch durch meine Glieder und Geistesebenen.

'Eben noch nahe am Tod und nun im Himmel... in meinem Himmel! Vielleicht hat alles einen Sinn. Vielleicht hat diese ganze Welt jede Kleinigkeit einen Sinn. Wer weiß... vielleicht hatte mein Sturz den Sinn, dass ich mich entspanne und erhole. Endlich meinen innerlichen Frieden finden. Meer! Bitte zeig mir deine Welt! Zeig mir unsere Welt! Zeig mir meine Welt!'

Meine Gedanken flossen durch meinen Kopf wie Wellen. Das Meer riß mich mit einer freudigen Wucht aus dem warmen Wasser, des Sandes und zog mich tiefer in seine Unendlichkeit. Es fühlte sich schöner an als der vergangene Traum, denn hier war ich sicher, hier war ich geborgen. Es öffnete mir den Blick für die Schönheit dieser Welt. Es schob meine Angst hinfort, denn hier unten fühlte ich keine und das Wetter war weit weg. Es war an der Oberfläche. Die Oberfläche, die aus der Tiefe wie der Himmel aussah. Mit hellen Flecken und mit blauen Schleiern verhangen. Delphine schwammen um mich und durch mich hindurch ohne mich erblicken. Fische tummelten sich in den Wellen unter Wasser, die ich auslösen konnte.

'Ich bin die Kriegerin der See, der Tiefe. Wofür kämpfe ich? Zeig mir das Unterwasserreich was ich verteidige

Das Wasser begann zu leuchten, doch ich merkte, dass es nicht das Wasser war, sondern die Schätze der Tiefe....

Der Boden erstrahlte und zeigte mir wundersame Tiere, untergegangene Schiffe und Pflanzen. Es war übrig und komplex. Alles lebte ohne von den Gefahren etwas zu bemerken, aber nicht, weil sie, wie die Menschen es so gern taten, einfach ihre Augen vor dem wesentlichen verschlossen, sondern da sie abgeschlossen von der restlichen Welt waren und nur lebten um zu leben. Sie strebten nicht wie wir, nach Wissen, Perfektion, Vollkommenheit. Sie lebten aus Glück und infolge der Güte des Schicksals einfach zu existieren. Sie folgten dem selben Schema, wie ihre Vorfahren ohne etwas zu erstreben. Das Licht des Bodens erlosch und je weniger es wurde um so dunkler wurde es in der Tiefe. Die Dunkelheit versperrte den Weg des menschlichen Blickes um den Boden zu erkennen, doch was ich gesehen hatte behielt ich für immer in meinem Herz, denn ich träumte nicht. Nein, es war alles Realität. Vielleicht nicht die in der ich krank war und in der ich zur Schule ging. Vielleicht auch nicht in der wo ich gegen Dämone kämpfte, doch eine Realität. Eine schönere von diesem Planeten, denn es war nur der Planet ohne den Störfaktor Mensch.

Ich hatte den Mensch als solches noch nie sehr gemocht, doch wenn ich nun diese Welt sah und mir überlegte, wie einfach es auch uns, den Menschen, ergehen würde, wenn wir der Natur gerecht leben würden, mußte ich über die Einfältigkeit der Menschlichen Arroganz lachen. Auch wenn ich dann mich mit verantworten mußte, da ich diese Torheit unterstützte, konnte ich es nicht nachvollziehen. Gegenüber dieses leichten ruhigen Lebens wirkte unseres klein und unbedeutend. Das Geld, die Macht, dass was alles Menschen erlangen wollten, geriet hierin Vergessenheit, denn es war nicht die Menschheit die hier regierte. Niemand regierte. Zugegeben es galt hier das Gesetz, des Stärkeren, doch niemand konnte sich mit Geld oder Verbindungen dem Gesetz widersetzen. Denn niemandem gelang es. Selbst wenn ein Hai einmal der größte und beste war, würden es andere niemals wissen. Niemand war hier wichtiger als andere. Auch wenn manche lästig zu sein schienen. Jeder gehörte ohne Ausbildung irgendwo hin. Sie mußten nicht ihr halbes Leben lernen um dann erst leben zu können. Sie lernten während der Arbeit. Vielleicht hatte wir viele Gute Dinge getan, doch auch die Dinge die unserer Umwelt schadeten konkurrierten stark mit ihnen, denn sie glichen sich nicht mal aus. Gegen so viele Dinge wurde nichts getan, obwohl sie es konnten. Alles solche Gedanken teilte ich nun mit dem Meer, dass sich Sorgen um uns machte. Es übermittelte mir sein Wissen, seine Weisheit. Ich fühlte mich um Jahre gealtert, was ich seit meinem Senshi Jahr so wie so schon war. Von Erfahrung zu Erfahrung wurde ich älter und reifer. Doch die nun auch zugewonne Lebensfreude und Verspieltheit, des Meeres erfüllten ebenfalls mein Wesen. Eine wunderbare Einsicht ging durch mich.

'Ich darf das Kind in mir nicht verlieren. Ich darf nicht alles aufgeben was ich bin. Das Leben ist hart und nicht einfach für mich, doch die kurzen schönen Augenblicke sind alles Wert. Für diese Augenblicke muß ich leben und für den Auftrag. Ich muß meine Mission erfüllen und trotzdem das Mädchen Kaiou Michiru bleiben.'

Es ist eine Prüfung. Eine der vielen Prüfungen des Lebens. Es war eine Ehre die Schülerin zu sein, die getestet wurde, denn nichts würde mir mehr Freude bereiten, als den Sieg über dies alles zu erringen. Doch etwas gab es. Aber an das wagte ich nicht zu glauben.... Tenoh-san! An sie waren alle meine Gedanken geknüpft und mit ihr endeten alle meine Gedankengänge. Am Ende wartete immer jenes unbekannte Mädchen, was mich immer mehr mit ihrem Zauber fing. Es schien mir als könnte kein Mädchen ihr widerstehen, diesem wunderschönen Lächeln.

Dann der Auftrag. Er war so wichtig wie mein Ich! War er das? Oder war er unwichtiger? Eher wichtiger? Jedes mal wenn ich etwas neues oder unerwartetes erfuhrt wühlte ich diese Frage auf. Sie war wohl für mich die Wichtigste, doch eine Antwort hatte ich immer noch nicht gefunden. Immer wenn ich dachte, ich hätte mich entschieden passierte etwas neues. Was war was? Das Leben, mein Lebensinhalt? Die Mission, mein Lebensinhalt? Michiru, mein Ich, mein Lebensinhalt? Tenoh-san....
 

"Michiru?" Ich hörte ein Klopfen an der Tür. Die ganze Zeit versuchte ich mich zu konzentrieren und der Frage nach zu gehen, doch eine kleine Pause würde mir nicht schaden. Ich hatte keine Ahnung wie spät es war. Ich wußte nicht, wie das Wetter war und ob die Sonne schien, denn die Ärzte hatte meine Angst vor den Wetterschwankungen bemerkt und das große Fenster mit Schalusien versehen, dann noch mit Decken behagen, dass kein Lichtstrahl ins Zimmer fiel. Das Klopfen wurde lauter und zaghaft ging die Tür auf. Meine Tante stand darin und hielt einen neuen Strauß Rosen in der Hand. "Du bist wach?" Flüsterte sie erstaunt und kam näher. Langsam setzte sie sich neben mich. Sie vermied es schnelle Bewegungen zu machen. "Wie geht es dir?" Ich sah sie schwitzend an. "Es... geht wieder!" Wisperte ich leise und sie schien sich fast schon richtig zu freuen. Heniko nahm meine Hand in ihre und sie sah mich durchdringend an. "Die Schule schickt mir ständig deine Hausaufgaben zu, wenn du dich gut genug fühlst, bringe ich sie dir mit, damit du den Stoff nicht verpaßt. Dann dachte ich mir sollte ich dir erzählen, dass sich eine gewisse Miss Grey mehrere male nach dir erkundigt hat..." Ein weiches Lächeln zog über mein Gesicht. "Außerdem hast du einen Brief erhalten!" Sie reichte ihn mir, doch als ich ihn ergreifen wollte mußte ich meinen Arm wieder fallen lassen, da ich ihn nicht lange so halten konnte. "Oh! Entschuldige!" Meine Tante packte den Brief aus und zeigte eine Karte hervor. Sie war Gelb und rund.

'Das Tennismatch!'

Fiel es mir wieder ein. Heniko sah die Karte verächtlich an. "Ein Sportwettkampf? Da wolltest du hin?" Ohne eine Antwort zu erwarten nahm sie den beiliegenden Zettel zur Hand. Ich sah sie gespannt an, doch kein Laut kam über ihre Lippen. "Darin steht nur, wann es anfängt und der Rest der Daten, auch wann die Übertragung im Fernsehen kommt." Dann sah sie mich mit leuchtenden Augen an, die sagten, dass sie etwas vorhatte. "Da du nicht hingehen kannst, bringe ich die Karte zurück und bringe dir einen kleinen Fernseher mit, damit du dir das Spiel wenigstens ansehen kannst." Sie lehnte sich an und starrte auf das geschlossene Fenster.

'Sie bleibt?'

Dachte ich überrascht. Heniko stand auf und ging durchs Zimmer. Etwas schien ihr noch auf dem Herzen zu liegen. Schon drehte sie sich zu mir um. Ich lächelte wehmütig. Ich haßte es die Menschen so durchschauen zu können, eine Fähigkeit zu der ich schon immer in der Lage gewesen war. Ab und zu konnte ich die Zukunft sehen. Vielleicht nur für ein paar Minuten, aber ab und zu reichte das. Mit diesen Kräften ausgestattet zu sein, hatte mich immer viel Glauben gekostet, denn wie konnte ich mir sicher sein, dass sie wirklich existierten und ich nicht nur eine zu lebhafte Phantasie hatte? Nun glaubte ich es, es war eine der Eigenschaften, die zu dem Sailor Ich gehörte.

'Wenn ich sie nur anwenden könnte, wann ich will...'

Überlegte ich zerknirscht. Es war, als hätte ich die Kraft, aber nicht das Werkzeug um sie zu bündeln. Ab und zu schaffte ich es auch Leute durch bloses Ansehen meinen Willen aufzudrängen. Auch beherrschte ich es Leuten etwas vorzugaukeln und alle glaubten mir es. Ich konnte mich vor ihnen zeigen wie ich wollte, denn sie sahen nicht mich sondern dann nur meine Fassade, doch Aktionen solcher Art waren mir unheimlich. Heniko stand noch immer umgedreht vor mir. "Michiru, ich war in deinem Zimmer und habe dieses Album gefunden..." Fing sie an. Mein Herz schlug plötzlich wieder schneller. "Ich mach dir keinen Vorwurf, aber wer ist dieser Junge in dem Album?"

'Junge?!'

"Er... ist... ist eine sie..." Wisperte ich leise. Heniko schüttelte den Kopf. "Ich bin nicht blind Michiru! Ich weiß, dass du dich seltsam aufführst und irgend etwas in deinem Kopf vor sich geht, wovon ich anscheinend nichts wissen soll. Ich will nur nicht sichergehen, dass du weißt was du tust!" Mein Körper begann zu kribbeln.

'Weiß ich das? Nein! Ich weiß was ich tue, ich verstehe es nur nicht!'

"Hör zu, für jemanden zu schwärmen ist eine Sache, jemanden anzubeten eine andere! Du mußt vorsichtig sein, denn solche Stars werden von den Medien verschönt und perfekt gemacht. Fall nicht auf eine schöne Fassade herein!" Warnte sie mich. Ihre Stimme klang ernst und ihr Blick bedeutete mir, sie nicht zu unterbrechen. Sie setzte sich neben mich. " Es ist zwar sehr schön, dass sich endlich ein Interesse dieser Art zeigt, doch du bist anders dabei, als deine Eltern. Ich will auch nicht wissen auf was du hoffst, aber da ich für dich verantwortlich bin, muß ich dir sagen..." Wieder klopfte es. Eine Krankenschwester kam herein. "Miss Gion, die Besuchszeit ist vorbei! Miss Kaiou braucht noch Zeit sich auszuruhen." "Ich versehe!" Heniko nickte besonnen und ging aus dem Zimmer, der lange Faltenrock flatterte um ihre Beine. Dann drehte sie sich noch einmal um. "Ich hoffe du weißt ungefähr was ich sagen wollte! Ich komme sobald wie möglich mit Fernseher wieder!" Dann schloß sie die Tür und ich konnte mich wieder meinen Gedanken widmen.
 

Den ganzen Tag fieberte ich, im wahrsten Sinne des Wortes, dem Tennismatch entgegen. Ich konnte es nicht abwarten. Mir ging es nun schon immerhin so gut, dass ich aufrecht sitzen konnte, ohne gleich wieder abzusacken. Mein Kopf schmerzte trotzdem immer noch, aber das konnte mir heute meine gute Laune nicht verderben. Heniko hatte mir einen kleinen Fernseher gekauft, der auf einem Stuhl vor mir stand. Inzwischen war mein Zimmer etwas heimischer geworden, denn ich hatte ein paar Zeichnungen gemacht und die Schwestern gebeten sie aufzuhängen. Neben meinem Bett stand jetzt immer ein Zeichenblock und ich zog mir die warme Kuscheldecke von zu Hause bis zur Nasenspitze. Im Fernsehen liefen gerade noch, die letzten Werbespots. Danach war es endlich soweit. "Meine sehr verehrten Damen und Herren. Heute findet hier das Tennismatch von Hobbysportlern Stadt. Der Gewinner erhält 1.000.000 YEN! Es treten 50 Sportler an. Wir können gespannt sein. Jeder Spieler der einmal verliert fliegt aus raus. Das Match wird über mehrere Tage laufen, darum zeigen wir sie ungeschnitten und ohne Werbeunterbrechung." Interessiert sah ich zu wie die ersten Spieler antraten, doch schon bei Mitte des Spiels wurde es mir zu langweilig und ich begann etwas zu zeichnen. Ich zeichnete ein einfaches Haus. Ein Haus an dem ich einmal vorbei gefahren war und was ich gern näher gesehen hätte, doch es schon dunkler gewesen war. Den ganzen Tag verbrachte ich so. Bis einige Stunden später der Ansager schlußendlich verkündete. "Und nun die letzten Spieler des heutigen Tages. Kamisane Fuji und Tenoh Haruka." Sofort fuhr ich etwas höher und legte das Bild mit dem eingeschneiten Haus weg. Tenoh-san trug die Sachen eines Jungens und hatte das Cape falsch herum auf. Sie sah verwegen aus und machte einen entschlossenen Eindruck. Ihr Rivale war ein relativ normal aussehender junger Mann, dem das Hemd etwas zu weit war. Tenoh-san hingegen wirkte in dem weißen Hemd, eher wie ein Schuljunge in Sportuniform. Bei dem Gedanken mußte ich lächeln. Gespannt sah ich zu. Der Rivale hielt den Schläger fest und sicher in der Hand, doch Tenoh-san ging mit ihm um, als habe sie nichts in der Hand. Es schien fast, als sei der Schläger an ihrer Hand festgewachsen. Wie sie ihn mal hoch mal runterrutschen ließ. Sie stellten sich vor das Netz und verbeugten sich. Angestrengt beobachtete ich Tenoh-san. Jede Bewegung. Wie sie auf ihren Platz ging und spielte. Bisher waren alle bei dem Aufschlag des anderen rumgehüpft, doch Tenoh-san sah den Ball an und sputete zum Ball und schlug ihn elegant auf die andere Seite. Unglaublich wie schnell die Bälle herum schossen, denn der Rivale war hart. Er kämpfte verbissen, doch man sah, dass er weit unter Tenoh-sans Niveau lag. Es war ein wundervolles Spiel. Jedes Detail, jede Bewegung, jeden Ball merkte ich mir. Bei Tenoh-san war es kein einfaches Spiel, sondern eine Kunst. Eindrucksvoll war das Wort dafür. Ich war begeistert. Ja, dass war meine Ruhe.



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