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Mein Leben für dich 10

von

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10. Das ist nicht meine Welt...
 

Meinen Geigenkasten auf dem Schoß, fuhren wir los. Ich hatte von Herr Kiriyama ein Taxi geschickt bekommen. Ich würde nun wieder einmal bei ihm auftreten und war sehr gespannt. Besonders, weil ich in einer Zeitung gelesen hatte, dass Tenoh-san auch da sein würde. Schon bei dem Gedanken lief mir ein Schauer über den Rücken und meine Finger begannen zu zittern. Ich bewunderte diese Mädchen inzwischen mehr als alles andere in meinem Leben. Ich verfolgte sie nun schon seit mehren Monaten, wie ich nur konnte. Mein Blick schweifte aus dem Fenster. Draußen war es schon dunkel und der Schnee bedeckte alles. Alles erinnerte mich an sie. Tenoh-san war der einzigste Grund für mich nicht aufzugeben. Ich verfolgte ihre Karriere und bei jedem mal, wo ich sie sah, stieg meine Bewunderung. Aber nicht nur für mich war sie die beste. Selbst wenn sie sich als Junge verkleidete und bei den Jungs mitmachte, war sie allen weit überlegen. Sie rannte so schnell wie der Wind. Sie sprang so hoch, dass sie wohl die Wolken berührte. Sie turnte mit einer Grazie, die ich niemals erreichen würde und im Kampf konnte sie keiner Schlagen. Alles probierte sie, doch sie blieb nie lange bei einer Sache. Nie war sie von etwas richtig berührt. Ihr Gesicht schien immer vereist zu sein. Nur manchmal, in einigen Augenblicken blitzten ihre Augen wie Diamanten auf. Dann schien sie niemand zu bremsen. Dann war sie voller Leidenschaft für ihr Hobby. Ich hatte nur einmal dieses wundervolle Blitzen gesehen. Das war, als sie gegen die Jungs im Rennen gewonnen hatte. Sie hatte siegreich gelacht und war voller Freude. Die Augenblicke in denen ich sie im Fernsehen sehen konnte, sammelte ich und merkte sie mir. Doch eins bedrückte mein Herz. Sie war auserwählt eine Sailor Kriegerin zu werden. Eine Kriegerin wie ich. Ich sollte sie dazu machen. ICH! Dabei bewunderte ich sie gerade für ihre Freiheit. Durch ihr selbstbewußtes und energisches Auftreten machte sie mir Mut. Sie machte mir Mut für alles. Denn mein Wunsch sie zu treffen wuchs von Sekunde zu Sekunde. Und heute... heute würde es so weit sein. Eine Welle von Panik durchfluttete mich. Am liebsten hätte ich angehalten und wäre aus dem Wagen gerannt, doch ich zwang mich dazu sitzen zu bleiben.

'Was ist, wenn ich vor ihr stehe und kein Wort heraus bringe? Was ist, wenn ich knall rot vor ihr stehe?'

Ich drückte den Kasten an mich. Das Licht der Straßenlaternen warf ein fahles Licht auf die Umgebung und ließ alles gespenstisch wirken. Die stimme in meinem Kopf meldete sich wieder. "Michiru! Wenn du sie heute triffst, mußt du mit ihr über den Kampf gegen die Dämone reden. Es ist deine Plicht, dafür zu sorgen, dass sie auch kämpft und ihren Posten einnimmt!"

'Nein!'

Dachte ich verzweifelt!

'Nein! Ich will nicht ihr Leben ruinieren, wie du meines! Ich will nicht, dass sie ihr schönes Leben aufgibt. Ich will, dass sie weiter allem nachgehen kann, was sie tun will. Sie soll es besser haben als ich. Sie verdiehnt besseres!'

Die Stimme fing an, doch ich hielt mir die Ohren zu und konzentrierte mich auf ein Musikstück in meinem Kopf. In den sanften Klängen Vivaldis versank die Stimme und mein Körper fing sich wieder zu entspannen. Ein paar Minuten später fühlte sich wie der Wagen hielt und der Taxifahrer mir die Tür aufhielt. Ich hob meinen violetten Rock an und stieg aus. Sofort zog ich einen Spiegel aus der Handtasche. Meine Haare saßen noch aufgesteckt mit den Spangen aus Silber. Mein blauer Lidschatten leuchtete und der rosarote Lippenstift glänzte. Meine Augenringe sah man leider trotzdem, denn die letzten Nächte hatte ich wenig mit Schlaf zugebracht. Der schwarze Kragen mit den silbernden Steinen saß richtig. Ich erschrak, denn der BH-Träger rutschte aus dem Schulterfreien Kleid. Schnell stolpfte ich ihn zurück. Die schwarze durchsichtige Seidenjacke saß richtig. Noch einmal sah ich in den Spiegel. Kontrollierte, dass meine langen blauen Rosenohringe richtig saßen und bemerkte wie meine Hand zitterte.

'Tiefdurchatmen Michiru! Es ist ein ganz normales Konzert. Nichts besonderes. Es ist... alles in Ordnung!'

Ich steckte den Spiegel weg und griff nach dem Geigenkasten. Dann sah ich mich um. Lauter Autos standen vor dem Gebäude. Es lag außerhalb von Tokio und ähnelte einem altertümlichen Schloß. Doch es war kleiner und war von Wald umgeben. Noch einmal schluckte ich. Überall standen Autos. Allerdings suchte ich nach einem bestimmten Wagen, den in dem Tenoh-san immer erschien. Doch nirgends entdeckte ich ihn. Ein Batler kam aus dem Gebäude auf mich zu. "Miss Kaiou nehme ich an." Fragte er höflich mit einem galanten Knicks. Der Mann war groß und alt, doch hatte freundliche Augen. Ich nickte und stellte fest, dass ich wirklich nervös war. Schon bei seinen Worten zuckte ich leicht zusammen. Wieso war ich so aufgeregt. "Sie werden drinnen erwarten. Folgen sie mir bitte!" Er deutete auf den großen Eingang. Er war aus Mamor und die großen Holztüren waren weit auf. Heraus leuchtete ein helles Licht. Langsam ging ich dem Batler hinter her. Als ich vor dem Eingang stand wurden meine Augen immer größer. Erst war da eine große Vorhalle und dahinter befand sich ein Saal wie der Hof eines Königs. Alles war mit Gold verkleidet und an der Decke hingen gigantische Kronleuchter, doch ,nachdem ich meine Sachen dem Batler anvertraut hatte, stand ich regungslos vor dem Eingang in diesen Festsaal. Ich war nun schon öfter hier gewesen, doch schon die Vorstellung, dass Tenoh-san sich ebenfalls in diesem Raum befinden könnte machte mir eine solche Angst, dass meine Knie schwach zu werden drohten. Ich schloß kurz die Augen und lauschte, dem allgemeinem Trubbel. Im Hintergrund spielte ein Orchester. Ich hörte tausende von Stimmen, aus denen man kein Wort verstehen konnte, doch dann stand Herr Kiriyama vor mir. Er lächelte freundlich und reichte mir die Hand. "Haben sie etwas, mein Fräulein?" Ich schüttelte leicht den Kopf, da ich befürchte, dass sich meine Frisur sich auflösen könnte. "Gut, denn sie sehen etwas blaß aus. Das Fest hat gerade erst begonnen. Ich habe ihre Ankunft schon sehnlichst erwartet! Ich kann es kaum erwarten ihrer Kunst zu lauschen! Kommen sie!" Er lächelte mir aufmunternd zu und zog mich mit einer Kraft, die ich ihm nicht zugetraut hätte hinter sich her. Direkt hinter die Bühne. "Warten sie einen Augenblick und bereiten sie sich vor." Ich sah ihn leicht erschrocken an. "Sie meinen, ich soll sofort spielen?" Er verbeugte sich schnell. "Entschuldigen sie, Miss, wenn es ihnen etwas ausmacht. Aber ich kann es wirklich kaum noch aushalten. Aber ich kann es auch noch verschieben." Ich schüttelte schnell den Kopf. "Aber nein. Es ist in Ordnung. In 15 Minuten bin ich soweit!" "Gut!" Lachte er und stampfte fröhlich davon. Ich machte kert und ging in den Raum wo ich mich immer vorbereitete. Er war zwar klein, aber dafür schick aufgemacht. Als ich in den Spiegel sah klopfte mein Herz immer noch. "Wieso bin ich eigentlich so aufgeregt?" Ich sah auf die Uhr neben mir.

'Noch 15 Minuten...'

"Ob ich noch mal gucken kann, ob Tenoh-san da ist?" Ich kicherte etwas und seufzte dann sofort wieder. Ich richtete mich auf, stich das Kleid glatt und ging los. Suchend lief ich durch den Saal und suchte sie, doch nirgends war sie zu sehen. Alle hatten baune oder schwarze Haare, es würde nicht schwer sein, sie darin zu erkenn, doch immer standen mir Leute im Weg. Nach einiger Zeit seufzte ich.

'Ich sollte es aufgeben! Was soll das eigentlich? Es macht keinen Unterschied ob ise da ist oder nicht. Ich werde hier nur spielen und mich dann zu meiner Tante setzen. Egal ob Tenoh-san da ist oder nicht.'

Langsam trottete ich wieder zu meiner Geige. Auf halbem Wege gingen die Lichter aus und ein einziges fiel auf das Podest, wo im Hintergrund, dass Orchester sich umsetzte. Herr Kiriyama stand im Vordergrund und schraubte das Mikro höher. "Herzlichwillkommen liebe Damen und Herren..." Begann er und ich eilte weg. Schnell ging ich in meinen Raum, nahm die Geige und rannte auf die Bühne. "...darum..." Er redete immer noch in einem Tonfall der sagte: "Hoffentlich ist das schnell vorbei!" Ich sah in die Menge, die erwürdig nach oben sah. Nirgends entdeckte ich einen blonden Haarschopf. Innerlich berübt, sah ich zu Herr Kiriyama. "...und nun freut es mich sehr ihnen Kaiou Michiru zu präsentieren! Viel Vergnügen auf meinem Fest! Einen Kräftigen Applaus bitte!" Sagte er endlich. Er legte mir seine Hand auf die Schulter und nickte mir optimistisch zu. Ich ging ans Mikrovon und begann zu spielen ohne noch ein Wort zu sagen. Eine langsame Melodie, dann begann das Orchester zu spielen, wie wir es geprobt hatten und ich konnte mein Können auf die Probe stellen. So gut ich konnte spielte ich. Dann öffnete ich die Augen, doch ich sah sie immer noch nicht. Am Ende meines Spiels war ich zutiefst betrübt. Sie war nicht gekommen, hatte nicht meinem Stück gelauscht, dass ich für sie geschrieben hatte, hatte mich nicht gesehen. Traurig ging ich von der Bühne und setzte mich neben meine Tante. Lauter Leute versammelten sich um mich herum und befragten mich. Auch ein Reporter war dabei, doch ich war nicht in der Stimmung, Fragen zu beantworten und ging, ohne ein Wort zu sagen, zum Büffett. Missmutig goß ich mir etwas Bohle in ein Glas und setzte es langsam an die Lippen, da hörte ich Schritte neben mir und drehte mich um. Neben mir stand ein großer gut aussehender Junge mit Brille. Er sah mich mit bewundernen Augen an. "Ähm... Miss... Kaiou... ähm... dürfte... dürfte ich sie vielleicht um einen Tanz bitten?" Ich hörte bis zu mir sein Herzklopfen. Eigentlich hatte ich vor, ihn wegzujagen, doch dann bemerkte ich, wie er mich ansah, wie ein göttliches Wesen.

'Wahrscheinlich sehe ich genauso aus, wenn ich Tenoh-san gegenüberstehe. Am liebsten würde ich... Moment.. was ist, wenn sie genauso reagiert. Wenn ich ihr auch so auf die Nerven gehen würde?'

Der Junge mit den großen Augen, wartete immer noch auf meine Antwort. Ich zwang mich zu einem milden Lächeln. "Darfst du!" seine Augen leuchteten auf und er sprang beinahe in die Luft vor Freude.

'Oh je! So war das nicht gedacht. Na ja, so schlimm werde ich mich wohl nicht aufführen.'

Er griff fröhlich meine Hand und zog mich auf die Tanzfläche. Er zog mich an sich und wir begannen zu tanzen. Er wollte sich ab und zu an mich ziehen, doch ich hielt ihn davon ab. Ich sah zu meiner Tante die am Eingang stand und von dort schweifte mein Blick weiter. Ich schluckte und wäre meinem Tanzpartner beinahe auf die Füße getreten, denn in der Tür stand Tenoh-san. Sie trug einen weißen Anzug und wirkte wie ein Prinz. Ihre Haare waren etwas verwuschelt und sie stand mit einem etwas gelangweiltem Blick dort, doch sie war heute wieder wunderschön. So edel. Ich hörte völlig auf zu denken und sah nur noch zu ihr, wenn der Junge mir im Weg stand, sah ich schnell an seinem Kopf vorbei.

'Wieso freue ich mich eigentlich so?'

Ich wußte, dass ich sie bewunderte, aber zu dem Zeitpunkt nicht wie sehr.

Neben Tenoh-san tauchte ein Mann auf, der Haruka hinein zog. Die Musik hörte auf und ich blieb still stehen. Der Junge fragte mich etwas, doch ich hörte nicht was, sondern sah zu Tenoh-san. Ich versuchte mich ruhig zu halten und ging auf Haruka zu. Meine Gefühle überschlugen sich und ich mußte mich wirklich anstrengen, nicht hinzurennen. Auch wollte ich sie nicht so anstarren und zwang mich dazu auf den Boden zu sehen. Dann sah ich hoch und Herr Kiriyama stand wie aus dem Nichts vor mir. Er schnappte meine Hand. "Sie verzeihn Fräulein. Aber ich muß einfach einmal mit ihnen tanzen!" Er verbeugte sich kurz und zog mich hinter sich her. Ich wollte mich losreißen, doch er hielt mich fest. Wie gern wäre ich zu Tenoh-san gerannt, doch ich durfte dem Mann nicht wehtun und es wäre unhöflich gewesen, seine inständigen Bitte zu verneinen. Also fing ich an mit ihm zu tanzen und sah hilflos rüber. Dort hatten sich mindestens 15 Mädchen um Tenoh-san gedrängt und sahen sie mit schmachtenen Blicken an. Tenoh-san lachte vergnügt über die Mädchen und ließ sich von einer auf die Tanzfläche zerren. Leidend sah ich zu dem Tanzpärchen. Tenoh-san hatte einen Arm um das hübsche schwarzhaarige Mädchen gelegt und sah mit einem echten Casanovalächeln an. Sie schien ihr auch etwas zu sagen und das Mädchen kicherte und wurde etwas rot. Etwas stach tief in mein Herz. Wieso war ich es nicht, die jetzt mit Tenoh-san tanzte? Nach dem Tanz war Tenoh-san immer noch von den Mädchen umringt. Zwei hatten sich bei ihr eingehängt und sie gingen zum Büffett. Herr Kiriyama bedankte sich mit einem Nicken zu mir und ging. Mein sehnsüchtiger Blick ging wieder zu ihr. Sie flirtete mit ihnen und mir kam in den Sinn was ich ihr gerade einmal zu sagen hätte.

'Ich muß dir sagen, dass du auserwählt bist! Du mußt dein Leben aufgeben um Dämone zu bekämpfen.... Wieso sollte sie mir auch nur zuhören? Sie scheint ihren Spaß zu haben. Ich darf das nicht unterbrechen. Ich bin kein einfaches Mädchen mehr. Ich lebe für meinen Auftrag! Es gibt nichts wichtigeres für mich! Es darf nichts wichtigeres für mich geben!'

Ich spürte wie mir eine Träne ins Auge stieg. Schnell wischte ich sie weg und lief schnell aus dem Gebäude. Draußen lehnte ich mich an die kalte Mauer und fing an zu weinen. "Wieso... wieso darf ich nicht.... warum kann ich nicht normal sein?" Trübsinnig ließ ich mir meine Sachen geben und sah noch einmal zur Tanzfläche. Schon wieder tanzte Tenoh-san mit einem Mädchen. "Es ist nicht meine Welt...." Wisperte ich. Mit schnellen Schritten ging ich zur Taxihaltestelle, wo auch kurz darauf eins auftauchte. Bevor ich einsteigen konnte, kam ein Herr zu mir. Es war wieder dieser Engländer bei dem ich nun auch schon des öfteren gespielt hatte. Der Ort war völlig dunkel und er schien meine Tränen nicht zu erkennen. "Miss Kaiou, es wäre mir eine Freude sie nach Hause fahren zu dürfen!" Sagte er, doch ich schüttelte nur schnell den Kopf. Er machte schnell einen neuen Anfang. "Ähm... darf ich sie bald wieder einmal zu einer Party bei mir einladen?" Wieder schüttelte ich den Kopf und mir fiel auf, dass ich meinen Geigenkasten vergessen hatte, denn ich hielt mit beiden Händen, die Tür vom Wagen. "Warum denn nicht?" "Ich... ich werde einige Zeit nicht spielen!" Versuchte ich rauszuwürgen, doch meine Stimme brach. "Oh, was haben sie denn? Kann ich ihnen helfen?" Ich wurde ärgerlich. Wieso konnte er mich nicht einfach in Ruhe lassen. "Ach übrigens, sie haben ihren Kasten vergessen!" Er reichte ihn mir und lächelte mich erneut fröhlich an. "Danke..." Murmelte ich und stieg ein. "Aber..." Ich schlug die Tür zu und fuhr weg. Ich wollte nichts anderes. Weg von diesem Ort. Weg von Tenoh-san. Weg aus meinem Leben.
 

Ich fuhr über eine Bücke und bat den Fahrer anzuhalten. Meine Nerven waren am Ende. Der Fahrer blieb da und ich ging zur Brücke. Langsam kletterte ich über die Mauer und stand an der Außenseite. "Mein Leben... es ist doch eh vorbei!" Murmelte ich und streckte meinen Fuß aus, doch da sah ich das Wasser tosen. Es schien mir etwas sagen zu wollen und kurz darauf toste auch das Meer. Ich hörte jemanden schreien und drehte mich um. Der Taxifahrer war ausgestiegen und lag auf dem Boden. "HILFE!!!!" Schrie er. Ein grüner, nicht gerade erfreulich aussehender Dämon stand über ihm. Ich senkte den Kopf und zog den Füller aus meiner Tasche.

Nein. Ich durfte nicht aufhören. Ich hatte meine Plicht! Ich hatte meinen Lebensinhalt. Er war anders als der der anderen. Aber meiner! Einzigartig! Nur ich konnte es tun. Die Tränen verschwanden und ich sah den Dämon sauer an. "Macht des Neptuns!..."
 

Torkelnd kam ich nach Hause. Meine Beine schienen jeden Moment nach zugeben. Mein Kopf dröhnte und alles tat weh. Erschöpft ließ ich mich aufs Bett fallen und stand nicht mehr auf, doch schlafen konnte ich nicht. Die Schmerzen, die meinen Körper durchfluteten fühlte ich kaum mehr, doch ich fühlte den Schmerz, der mein Herz durchfuhr. Ich spürte wie er drohte mein Herz zu zerreisen. Ich bewunderte Tenoh-sam. Sie würde in dieser Situation nicht heulend auf dem Bett liegen. Sie würde nie weinen. Ach, sie würde niemals in diese verteufelte Lage kommen. Sie war so stark und überlegen. Ich himmelte ihre Stärke, ihren Mut und ihren Charakter an. Sie war einfach perfekt. Sie würde nie versuchen vor etwas zu fliehen und stand zu sich selbst. Ich war nie so gewesen und würde wohl auch nie so sein. "Du kämpfst für den Frieden und die Wahrheit..." Zitierte ich, dass was mir jede Nacht von einer Stimme eingebläuht wurde. "Wahr? Was ist wahr? Das hier? Nein. Das kann nicht wahr sein. Das ist ein Albtraum!" Die Tränen wurden wieder mehr und meiner Herz drohte zu zerbrechen. "Ich bin so allein! Ich... habe niemanden... niemanden mehr. Ich darf auch niemanden mehr haben, der mir nahe steht, aber... oh wie gern würde ich mich einmal mit jemandem aussprechen. Alles erzählen. Aber... wieso sollte ich das dürfen? Ach Tenoh-san! Sie ist so weit von mir entfernt. Ich will sie doch da nicht reinziehen, aber ich ... ich befürchte, dass ich es nicht länger schaffe!" Missmutig seufzte ich und nahm mein Sammelalbum unter dem Bett hervor. Es war nur aus Zeitungsausschnitten und allem was ich von Tenoh-san hatte. Sie sah so wunderbar. Nichts kommte sie aufhalten. Das wollte ich auch nicht verhindern. Sie hatte ein schöneres Leben als ich es je haben würde. "Nein!" Sagte ich entschlossen. "Ich werde sie nicht mit rein ziehen. Da müsste schon der Weltuntergang vor der Tür stehen. Denn ich würde mein Leben für sie geben!" Lächelnd sah ich auf das Bild. Sie stand am Geländer auf einem Hochhaus. Trug Jeans und ein viel zu weites T-shirt. Der Wind bließ ihre Haare nach hinten und ihr Gesichtsausdruck zeigte wie sehr sie es genoß. Ihre Freiheit. Sie war so frei und ich würde sie nicht in einen Käfig sperren. Ich war schon gefangen. Aber so einen freien und seltenen Vogel würde ich niemals fangen, doch was, wenn ich mußte? "Soweit wird es nie kommen!" Beschloß ich und legte mich wieder hin, schaltete die Lampe aus.

'Und was, wenn doch?'



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Kommentare zu diesem Kapitel (2)

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Von: abgemeldet
2002-06-03T20:15:01+00:00 03.06.2002 22:15
Ich hoffe du schreibst bald weiter. Diese Fanfiction ist eine der besten die ich bisher gelesen habe. Bitte, ich hoffe du schreibst sie bald zuende. Sie ist fantastisch.
Mata ne
Ruka-san
Von: abgemeldet
2002-06-03T20:14:19+00:00 03.06.2002 22:14
Ich hoffe du schreibst bald weiter. Diese Fanfiction ist eine der besten die ich bisher gelesen habe. Bitte, ich hoffe du schreibst sie bald zuende. Sie ist fantastisch.
Mata ne
Ruka-san


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