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SE: Das dunkle Konsortium

von

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Routine

Eine normale, vielleicht etwas dunkle Nacht in der Stadt. Die meisten rechtschaffenen Bürger waren bereits zu Bett gegangen, oder hatten sich unter die zahlreichen Nachtschwärmer gemischt.
 

Die dunkel gekleidete Gestalt auf dem Dach einer kleinen Kirche gehörte weder zur einen noch zur anderen Gruppe, sondern war etwas... exotischer.

Sein Äußeres deutete auf einen verirrten Trauergast hin, dazu passte jedoch das großkalibrige und lange Gewehr mit dem beeindruckenden Visier nicht- also eine Ordnungskraft? Ein Scharfschütze der eine berühmte Person bewachte?

„Beruhige dich Jason!“, sagte die Person plötzlich, anscheinend zu sich selbst.

„Aber sie sind schon seit zehn Minuten da drin!“, antwortete eine Stimme, die scheinbar aus dem Nichts kam.

Der Junge zog sein Auge von der Linse des Visiers zurück und betrachtete eine kleine Spiegelung auf der Waffe.
 

„Handbuch Kapitel 4: Im Einsatz sollte man immer Ruhe bewahren, Hektik führt nur zu dummen Fehlern.“, meinte er zum Spiegelbild- das übrigens nicht ihn zeigte, „Mit etwas Anderem als dem Gehirn zu denken übrigens auch.“

Das Gesicht auf dem eigentlich schwarzen Metall verzog sich. „Schon klar...du und das Handbuch- nimmst du das Ding eigentlich auch Nachts mit ins Bett?“

„Ja. Weißt du, nicht jeder hat jede Nacht eine...“

Etwas lenkte den Blick des Waffenführers von seinem Gesprächspartner ab. „Sie bewegen sich.“, sagte er ruhig, den Blick auf ein Gebäude auf der anderen Straßenseite gerichtet.

„Was? Alle acht?“ Ray nickte- was flach auf dem Boden liegend gar nicht so einfach war. „Ja, sie hat es geschafft. Mach dich bereit!“ Mit schnellem Griff entledigte sich Ray seines schwarzen Sakkos. Ein graues Hemd wurde sichtbar... und ein quer darüber liegender Munitionsgürtel mit golden glänzenden Projektilen- von denen eines geschickt zwischen Ray’ Finger wanderte. Verträumt drehte er die schwere Kugel und fuhr über ihre Oberfläche.

„Kaliber 50, Vollmantel mit Silbereinschlüssen...wunderschön...“, flüsterte er vor sich hin während er tief einatmete und die Augen schloss. „Ja...genial...wozu eigentlich das Silber?“, wollte sein Partner gelangweilt wissen.

„Handbuch Anhang Leitsätze: ‚Sei auf alles gefasst- auch auf dein eigenes Versagen’ – Silber hat spezielle Eigenschaften, wenn wir es aus irgend einem Grund nicht schaffen unsere Seelen synchron zu halten und damit die Kugel aufzuladen... verursachen wir damit unter Umständen auch ein wenig Schaden bei diesen...Verwandelten“

Ray öffnete die Augen. Mit einem leisen Klicken wanderte das Projektil in die Waffe... es konnte beginnen.
 

Die Hintertür der Bar flog krachend auf. Ein Mädchen eilte hinaus, um nach ein paar Metern wieder stehenzubleiben. In dieser dunklen Seitenstraße wirkte sie völlig deplaziert. „Eine hilflose Jungfrau“, sozusagen- nur das ihr aufreizendes Outfit nicht ganz zu diesem Klischee passte.

„Kommt schon Jungs, trödelt nicht so rum!“, rief sie fröhlich. Zu schnell um jemanden stutzig werden zu lassen fuhr sie prüfend mit der Hand über eine kleine Ausbuchtung an ihrem Rücken.

Natürlich ließen sie nicht lange auf sich warten- ungehobelte Kerle, die so gar nicht zu dem fröhlichen Mädchen passten verließen die Bar. Ihrem Lachen und Benehmen nach hatten sie bereits mehr als nur ein paar Gläschen getrunken.

„Na wo isn jetzt dieser neue Club?“, wollte einer von ihnen lallend wissen.

Die Antwort bestand aus einem leichten Lächeln- dann drehte sich das Mädchen wieder um: „Kommt. Mir nach!“

Rüde lachend folgten die Männer der Aufforderung. Ihre Blicke bohrten sich in den Rücken des Mädchens...na ja- nicht genau in den Rücken.

Einer der Typen rempelte seinen Kollegen an: „Schon ne geile Schnitte was?“

„Ja Boss, wird noch n’ netter Abend“ Der „Boss“ grinste: „Weißt du...Alkohol macht mich immer hungrig...“ Sein Gegenüber verstand offenbar. „Schon klar...aber vorher dürfen wir noch ein bisschen Spaß haben oder?“ Ohne ein weiteres Wort kämpfte sich der heruntergekommene Typ in der Menge nach vorne. Mit einem weiteren dreckigen Grinsen streckte er die Hand nach dem Mädchen aus...
 

Ein lautes Knallen in der Nähe gefolgt von einer Art Pfeifen ließ die Männer aufschrecken.

Der Kerl, der sich das Mädchen gerade greifen wollte, stöhnte leise auf. Dort wo vorher ein ziemlich dicker Bauch gewesen war klaffte nun nur noch ein riesiges Loch...durch das man einen Einschlagskrater auf der Straße sehen konnte- wollte man sich den Magen verderben.

„Scheiße Boss was war das?“, rief einer der Männer. Der Getroffene hatte sich einstweilen bereits aufgelöst.

„Kiowa Gang.“, sagte das Mädchen ernst, „Es ist vorbei, wir sind hier um euch eure Seelen zu nehmen!“ Sie drehte sich um und zog ein kurzes Schwert unter ihrem Oberteil hervor.

Die Gesichter der Männer verzerrten sich zu unmenschlichen Fratzen. „Los Leute...macht sie fertig!“

Rauchend sprang eine Hülse aus der Waffe. Sofort schob Ray die nächste Kugel in den Schacht.

Schnell musste es gehen, sehr schnell. Wenn alles wie geplant lief würden sie ihn bald...
 

„Hey, da stimmt was nicht!“, hörte er Jason rufen. Noch einmal drückte er den Abzug, dann stand er auf.

„Verfehlt...“, fluchte er, „Los Jason, alleine schafft sie die nicht!“ Die noch rauchende Waffe begann zu leuchten und transformierte sich. Ein Junge, der etwas kleiner war als Ray materialisierte mit wütendem Gesicht. „Was sind das nur für Idioten? Auf Haruka loszugehen anstatt auf uns...“

Ray spähte über den Dachrand. Gut...ein kleiner Vorsprung. „Tja auch so haben sie es geschafft das wir aufhören müssen...und jetzt komm!“

„Na komm her Kleine!“, rief einer der Typen, und stürzte sich frontal auf das Mädchen. Mit einer fließenden Bewegung wich sie aus und benutzte das Schwert um das unvorsichtige Gangmitglied zu halbieren. Mit einem widerlichen Geräusch drang die Klinge durch sein Fleisch.

Die anderen wichen erschrocken zurück...jedoch nur kurz.

„Na sieh mal einer an...die Kleine denkt sie könnte es mit uns aufnehmen!“, rief derjenige, den der erste Gefallene als „Boss“ bezeichnet hatte. Sein Äußeres hatte sich am meisten verändert. Irgendwie schien er gewachsen zu sein- vor allem seine Hände wirkten nun wie Baggerschaufeln auch sein Mund war unnatürlich groß und verzogen- komplettiert wurde das ganze von der unvermeidlichen langgezogenen Zunge.

„Kreist sie ein!“, befahl er. Verängstigt begab Haruka sich in Verteidigungsstellung, das kurze Schwert vor ihrem Körper in Position, sie versuchte alle im Auge zu behalten.

„Wir werden das nicht schaffen, es sind zu viele.“, meinte eine leise, fast weinerliche Stimme.

„Du bist keine große Hilfe Enosuke...“ „Aber wenn wir uns ergeben vielleicht lassen sie uns...“ „Ruhe jetzt!“ Die Typen lachten schon wieder. Vermutlich hatten sie noch nie jemanden mit einer Waffe streiten sehen.

Langsam zog sich der Kreis immer enger zusammen.
 

„Hey ihr Feiglinge! Findet ihr das nicht ein wenig unfair?“, rief Jason. Er und Ray waren etwas entfernt von der Szene nach einem extremen Sprint zum Stehen gekommen.

„Na sieh mal an...“, meinte der „Chef“, „Wenn das nicht Rambo höchstpersönlich ist! Und einen Partner hat er auch mitgebracht...“

Auf seine Geste hin spaltete sich die Hälfte der Besessenen von der Gruppe ab und steuerte auf die Beiden Neuankömmlinge zu. Dem Mädchen verschaffte das etwas Luft.

„Ganz ruhig...“, flüsterte Ray, um seinen angespannten Partner zu beruhigen. Die drei Monstrositäten kamen immer näher, einer von ihnen streckte bereits seine bekrallte Hand aus.

„Noch etwas näher...JETZT!“ Ein blendendes Licht nahm kurzzeitig die Stelle von Jason ein...und verwandelte sich dann in ein beeindruckendes Gewehr, das Ray mit geschickten Händen auffing.

„Sie sind zu schnell!“, wandte Jasons Stimme aus dem Nichts ein. „Ich weiß.“ Mit einem leisen Klacken löste sich einer der Munitionsgürtel von Ray’s Schulter.

Viel Zeit blieb wirklich nicht mehr. Wären sie alleine gewesen, hätten diese ungehobelten Monster kein Problem dargestellt...in der derzeitigen Situation musste er jedoch auf eine größere Kraft zurückgreifen.

Die Luft um Waffenmeister Ray und seine Waffe Jason herum schien zu knistern, als sie ihre „Seelenwellenlängen“ synchronisierten. Dies verlangte vor allem Kraft- und natürlich Konzentration. Bei vielen Paaren beschwor das unglaubliche Effekte herauf: eine unheimliche Vergrößerung der Waffe selbst, ein angsteinflößender Gesichtsausdruck des Meisters der sie führte(übrigens praktisch eine Krankheit unter Shibusen-Schülern) oder zumindest eine gut sichtbare magische Aura.
 

So war es schon fast eine Besonderheit, dass sich bei diesen Beiden beinahe nichts offensichtliches Tat. Nur die Tatsache, dass Ray nun seinen Gesamten Munitionsgürtel in den Schacht an seiner Waffe stecken konnte, hätte die Anstürmenden stutzig machen können...wären sie dafür nicht viel zu mordgierig gewesen.

„Konfetti-Macher.“, sagte Ray ruhig, jedoch mit vor Anstrengung geweiteten Augen- und drückte ab.

Sofort schrumpfte der Munitionsgürtel um einiges. Diesmal verließ nämlich nicht nur ein Projektil die Waffe, sondern gleich eine ganze Salve.

Die Wirkung...machte dem Namen der Attacke alle Ehre- jedenfalls sahen die Überreste der Verwandelten nun sogar wesentlich ekelhafter aus als ihre entstellten Körper...zum Glück verschwanden sie recht rasch.

„K-Komm bloß nicht näher!“, schrie der Anführer der Feinde. Ohne besondere Überraschung stellte Ray fest, das er Haruka vor sich festhielt. Seine schaufelartige, bekrallte Hand nahe an ihrem Hals.

„Sie sind gar nicht so dumm wie sie aussehen was?“, fragte Jasons Stimme. Sie schien von überall und nirgends zu kommen.

„Du hast Recht“, stimmte Ray zu und hob seine Waffe, „Sie sind sogar noch dümmer!“

In diesem Moment verwandelte sich der Dolch, den das Mädchen fallengelassen hatte in einen Menschen, was den Anführer kurzzeitig verwirrte. Er lockerte seinen Griff...und wurde sofort mit einem Tritt in die Weichteile belohnt. „Uh!“, rief Jason schockiert aus- offenbar litt er irgendwie mit dem Getroffenen.

„In Deckung!“, rief Ray seinen Kollegen zu und drückte den Abzug durch. Diesmal ließ er ihn nicht mehr los.
 


 

Vorbei war es mit der ruhigen Nacht. Auch wenn es nicht viele Dinge geben mochte, die die Gesetzeshüter aus ihren Betten lockten- eine von großkalibrigen Projektilen durchsiebte Seitenstraße gehörte dazu.

„Wie viele waren es?“, fragte Ray, während er sich die schweißnasse Stirn rieb und den blinkenden Blaulichtern in der Ferne zusah. Zum Glück war keines in ihre Richtung unterwegs. „Im Gürtel waren noch an die Hundert...“, antwortete Jason, der hinter ihm stand und in dieselbe Richtung blickte. Ray nickte.

„Hoffen wir das sie sich wieder beruhigen.“, meinte er und erhob sich.

Schade eigentlich das man sie nun nie wieder hierher schicken würde. Er mochte diese Stadt...besonders diese Kirche wäre für zukünftige Missionen ein sehr guter Aussichtspunkt gewesen.
 

„Ach hier oben seid ihr!“ Beide drehten sich nach der unerwarteten Stimme um.

Selbst auf diesem, nur spärlich beleuchtetem Dach strahlte Haruka in ihrem Outfit regelrecht heraus- was vor allem daran lag, dass ihre blaue „Kleidung“(wenn man das nur aus einzelnen Stoffstreifen bestehende Etwas so bezeichnen konnte) zu wenig von ihrem Körper bedeckte um das Licht zu schlucken- ganz im Gegensatz zu ihren beiden Gegenübern.

„W-Wow...“,seufzte Jason leise, verstummte jedoch sofort als er Rays Blick auffing. Durch die Spiegelung in der Sonnenbrille sah er noch bedrohlicher aus. „Ich sagte ihr sollt am Treffpunkt auf uns warten.“, meinte er kalt, „Aber nein, stattdessen kommst du hier rauf...widersetzt dich schon wieder meinen Anordnungen und...“

Das Mädchen stemmte die Hände in die Hüften. „Deine Anordnungen? Glaubst du wir sind hier bei der Armee und ich...“
 

Ray machte einen Schritt nach vorne. „Shinigami-sama hat mich angewiesen dich mit auf diese Mission zu nehmen, damit du Erfahrung sammeln kannst. Ich und Jason sollten dich testen.“ Er drehte sich halb um und wies mit dem Finger auf die Ansammlung der Einsatzfahrzeuge in der Ferne. „Durch deine Leichtsinnigkeit und Starrköpfigkeit hast du dich selbst und uns alle in Gefahr gebracht und dieses Chaos dort verursacht. Handbuch Anhang Leitsätze: ‚Ein Fehler ist immer verzeihlich, solange er nur dir selbst Probleme macht’- du bist durchgefallen!“

Das letzte Wort schien noch einige Zeit widerzuhallen...aber vermutlich war das nur Einbildung.

Ohne sie noch eines Blickes zu würdigen ging Ray an ihr vorbei zum Rand des Daches. „Komm jetzt Jason, wir gehen“, meinte er ohne sich umzudrehen, „Und gib ihr deinen Mantel, sonst ziehen wir noch mehr Aufmerksamkeit auf uns.“

Ohne eine Reaktion abzuwarten verließ er das Dach mit einem beherzten Sprung.

Natürlich war er zu hart gewesen. Natürlich war sie nur eine Anfängerin, aber trotzdem...
 

„Es wird nicht wieder passieren...“, sagte er sich selbst, „Auch wenn ich dafür das Arschloch spielen muss...“

Kurz nahm er seine Sonnenbrille ab und spähte nach oben. Die Seelen der Beiden strahlten hell aus der Dunkelheit und überforderten seine Augen, die sofort zu tränen begannen.

Offenbar tröstete Jason sie. „Gut, sie werden wohl erst später nachkommen“, dachte Ray. Nach ein paar Schritten in die Dunkelheit löste sich seine schemenhafte Gestalt in der Schwärze auf.



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Kommentare zu diesem Kapitel (1)

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Von:  black-okami
2008-10-05T14:21:49+00:00 05.10.2008 16:21
hi^^/
super kappi! *ich weiß nicht sehr einfallsreich =.=*
ich hab lange darauf gewartet das jemand zu soul eater etwas schreibt und freu mich jetzt total nur bin ich im kommentieren nicht sehr gut. aber ich wollte ein lebenszeichen da lassen XD und das erste kapp gefällt mir sehr gut und ich freu mich schon auf das nächste ^^.
black-okami ^^/


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