Fundstück
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Charas @ JKR
Story @ NinaChans Hirn
Disclaimer:
Harry x Severus
Lemon / Lime, Fesselspielchen, etc.
(mal schauen, was draus wird xD)
Achtung: Charas sind öfters mal OOC
also nicht allzu ernst nehmen... ^^
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Es war zum verrückt werden.
Schon das dritte mal in diesem Monat liess Snape ihn nachsitzen. Diese alte Fledermaus war echt gandenlos.
Er hatte gehofft, sich mit Quidditch-Trainig herausreden zu können, doch das war wegen starkem Regen ausgefallen. Deshalb hatte er nun doch seine Strafarbeit antreten müssen.
Harry seufzte und stellte den Kessel, den er soeben poliert hatte, zurück ins Regal, um sich einen neuen zu nehmen.
"Und wieder von vorne..." stöhnte er und bearbeitete den Kupferkessel mit dem Poliertuch.
Nach einer halben Stunde konnte er kaum noch die Augen offen halten vor Müdigkeit und versuchte, sich etwas abzulenken, indem er seinen Blick durch den Raum schweifen liess.
Wie üblich hatte Snape während Harrys Strafarbeit nicht einmal mit Anwesenheit geglänzt,sonst hätte er ja wenigstens jemanden gehabt, den er mit grollenden Blicken hätte anstarren können.
Na toll, wahrscheinlich amüsiert Snape sich irgendwo, während ich hier in seinem beschissenen Verliess sitze und mir den Arm totpoliere...
Wütend stellte er den fertig polierten Kessel zu den anderen uns begann, im Klassenzimmer herumzulaufen.
Wenn Snape nun zurückkehren würde und ihn beim Faulenzen entdeckte, gäbe es richtig Ärger, das wusste er.
Doch da schon der Grund für die Strafarbeit so nichtig war, dass Harry weder das Nachsitzen, noch die zehn Punkte Abzug dafür akzeptieren konnte, beschloss er, ein wenig auf Snapes Schreibtisch herumzuschnüffeln.
Vielleicht fand er etwas Interessantes, das er mitgehen lassen konnte....so würde er es ihm wenigstens ein bisschen heimzahlen können.
Harry beäugte den Schreibtisch, konnte zu seinem Leidwesen aber nicht anderes als Federkiele und Zaubertrankrezepte ausmachen. Er ging um den Tisch herum und kämpfe mit dem Gedanken, eine der Schubladen zu öffnen, als er ein helles, klirrendes Geräusch vom Boden hörte.
Er blickte hinab und sah, dass er gegen etwas kleines getreten war, das auf dem dunklen Kerkerboden nicht zu erkennen war.
Als er sich bückte um es aufzuheben, erkannte er eine kleine Glasphiole.
Was, bei Merlin, ist das? Hat da jemand vergessen, seinen Zaubertrank abzugeben?
Er wollte die Phiole schon unbeachtet auf den Schreibtisch legen, da fiel ihm auf, dass die Flüssigkeit darin sich bewegte und silbrig schimmerte.
Moment mal, heute haben wir einen Schrumpftrank gebraut und der war matschfarben...
In Harrys Kopf klickte es.
Er hatte sowas schonmal gesehen...aber nicht in einer Phiole, sondern wie es als weisser Strang aus Dumbledores Schläfe gekommen war...das war eine Erinnerung!
Aufgeregt steckte Harry die Phiole in seine Umhangtasche und ging zurück zu dem Regal mit den Kesseln. Als er grad wieder das Poliertuch in die Hand nahm, kam Snape hereingerauscht. Mit flatterndem Umhang schritt er auf die Tür zu seinen Privaträumen zu. Als er Harry bemerkte blieb er kurz stehen und sagte ohne ihn eines Blickes zu würdigen: "Sie können für heute gehen, Potter", um dann rauschend in seine Gemächer zu verschwinden.
Harry beeilte sich, sich aus dem Staub zu machen und rannte, die Hand in der Umhangtasche, in den Gryffindor-Turm.
noch ein Fundstück
Vor dem Portrait der fetten Dame schaute Harry auf seine Uhr.
Es war schon halb zehn, er hatte länger in Snapes Kerker zugebracht, als er gedacht hatte. Obwohl er müde war, liess er sich nicht von seinem Vorhaben abbringen.
Er musste ein Denkarium auftreiben!
Das von Dumbledore zu benutzen war völlig ausgeschlossen. Wenn der Schulleiter auch nur Wind von der Sache bekäme...
Harry dachte nach. Ich kenne sonst niemanden, der so etwas besitzt...natürlich könnte ich warten, bis ich einmal die Gelegenheit habe, mir eines in der Winkelgasse zu kaufen oder mir eins zu bestellen. Aber das dauert mir alles zu lange! Was muss das denn auch so umständlich sein? Was hab ich von einer Erinnerung, die ich nicht ansehen kann?
Harry Überlegungen gingen in frustriertes Fluchen über. Er wollte diese verdammte Erinnerung sehen, was es auch kostete. Warum gab es in ganz Hogwarts kein zugängliches Denkarium, bei Merlin??
Plötzlich hatte er eine Idee: es gab einen Raum, der nur zugänglich war, wenn man ihn dringend brauchte. Er sprang auf, schnappte sich seinen Tarnumhang und die Karte der Rumtreiber und schlich sich aus dem Portraitloch.
Er hatte Glück, die meisten Gryfindors waren schon zu Bett gegangen und die verbliebenen zwei Schüler spielten Zauberschach am Kamin. So bemerkte niemand, wie das Portrait der fetten Dame von unsichtbarer Hand aufschwang und sich geräuschlos wieder schloss.
In der einen Hand den erleuchteten Zauberstab, in der anderen die Karte, huschte harry unter dem Umhang seines Vaters verborgen die dunklen Gänge entlang.
Noch immer regnete es in Strömen, wie er feststellte, und er begann zu frieren.
Ich hätte mir zumindest einen Pullover anziehen sollen! dachte er und beeilte sich, um zum Raum der Wünsche zu kommen.
Dort angekommen konzentrierte er sich auf sein dringendstes Verlangen: ein Denkarium zu finden.
Er ging dreimal an der Tür vorbei und öffnete sie dann langsam.
Es schien geklappt zu haben, so hatte Harry den Raum noch nie gesehen.
Er schloss die Tür leise hinter sich und zog den Umhang vom Kopf.
Der Raum war übersät mit Pergamentrollen, Federkielen und Büchern, ganze Regalreihen davon.
In manchen Regalen lagen alte zerschlissene Umhänge und Schuhe, die Bücher in den regalen saher alle arg ramponiert aus und Harry erkannte unter ihnen unter anderem ihr Zaubertränkebuch aus dem ersten Schuljahr.
Offensichtlich wurden hier die alten ausrangierten Lehrmaterialien Hogwarts aufbewahrt, die mittellosen Schülern beizeiten zur Verfügung gestellt wurden.
Warum lagern die das im Raum der Wünsche? dachte Harry bei sich, wurde dann aber von dem Gedanken beschlichen, dass das Filchs ahnungsloses Werk war.
Wahrscheinlich hielt er den Raum für den Lagerraum der Schule.
Unvermittelt musste Harry lachen. Dass Filch, immer wenn er diesen Raum fand und betreten konnte, offenbar kein dringenderes Bedürfnis hatte, als Bücher und Umhänge zu lagern, amüsierte ihn.
Dann fiel ihm ein, wieso er eigentlich hergekommen war. Ein Denkarium konnte er hier nirgends entdecken. Wahrscheinlich ist es kein so protziges Ding, wie Dumbledores schlussfolgerte er und begab sich in den hinteren Bereich des Raumes.
Ganz hinten in einer Ecke stand ein schwerer alter Schrank, sehr ähnlich dem, in den Professor Lupin damals den Irrwicht eingeschlossen hatte.
Fast, als ob er wieder einen erwartete, öffnete Harry zaghaft die Tür des Schranks.
Mit lautem Poltern kullerten ihm zig staubigtrübe Wahrsagekugeln entgegen. Entsetzt tat Harry einen Satz rückwärts und entging so gerade eben einer grossen Schale aus Granit, die aus dem obersten Regal fiel.
Mit einem Geistesblitz schnellte Harry vor und fing die Schale ein paar Zentimeter über dem Boden auf.
Bei näherer Betrachtung zog er den Schluss, dass er tatsächlich gerade fast von einem Denkarium erschlagen worden wäre.
Der Raum der Wünsche
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Traumfänger
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Schon wieder Nachsitzen
Jaja, ich bin schnell, ich weiss....aber die Story juckt mich so ><
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Snape setzte sich auf und rang um Fassung.
Zu seinem Erstaunen betrat Professor Sprout sein Büro und blieb in der offenen Tür stehen.
"Professor, Sie hatten mir angeboten, meine Nachsitzer zu Ihnen zu schicken..?" fragte sie vorsichtig.
Snape musste gefährlich aussehen, wie er schnaufend und aufgebracht an seinem Schreibtisch sass.
"Jaja, immer her mit dem Übeltäter...trübe Kessel gibt es zur Genüge." knurrte er, knöpfte den oberen Knopf seines Kragens auf und lehnte sich zurück.
Wenigstens würde ihn das ein wenig ablenken, wenn er einem armen Tropf beim Polieren der Kessel gehässige Bemerkungen zuzischen konnte.
Womit er nicht gerechnet hatte, war ein schmollender Harry Potter, der hinter Professor Sprout zum Vorschein kam.
Snape stockte der Atem.
"Mister Potter! Wir hatten doch gerade erst das Vergnügen. Sie scheinen es recht bunt zu treiben in letzter Zeit..."
er versuchte, abfällig zu grinsen, was ihm jedoch nicht so ganz gelang, da ihm schlagartig die Zweideutigkeit seiner Bemerkung bewusst wurde.
Mit Erstaunen sah er Harry rot werden und es beschlich ihn ein unangnehmes Gefühl.
Der Professor beschloss, es zu ignorieren und wandte sich an Prof. Sprout.
"Lassen Sie ihn ruhig hier, ich werde ihn schon zu beschäftigen wissen!"
Snape mochte sich auf die Zunge beissen...das war schon wieder äusserst doppeldeutig gewesen.
Professor Sprout nickte und verliess fluchtartig den Kerker.
Wahrscheinlich bereute sie schon jetzt, den armen Jungen Snape zum Frass vorzuwerfen.
Zumal er lediglich einen Slytherin mit einem Verwechslungszauber belegt hatte, sodass dieser versucht war, seinen Arm anstelle der Alraune einzupflanzen.
Harry kam langsam auf ihn zu. Bilder aus seinem Traum schossen durch Snapes Kopf.
Er versuchte sie zu vertreiben, indem er den Stapel Aufsätze wieder aus der Schublade holte.
Mit einem prüfenden Blick auf Harry wies er ihn an, Lappen und Politur aus dem Schrank zu holen.
Sein Schüler sah ihn an wie den Leibhaftigen oder als wäre er zumindest Voldemort persönlich, schien sich dann aber doch zu besinnen und ging zum Schrank.
Harry trug keinen Umhang und so hatte sein Lehrer freie Sicht auf seinen runden Hintern.
Wie verhext starrte Snape Harry an, der sich nun bückte, um die unterste Schublade des Schranks zu öffnen, um die Politur zu entnehmen.
Fast schon verboten eng spannte die Hose über Harrys Po und Snape konnte sich erst wieder des Anblicks erwehren als sein Schüler sich erhob und umdrehte.
Schnell senkte er den Kopf und tat beschäftigt.
Nach einigen Minuten des Schweigens und vergeblichen Versuchen, sich von neuem auf McMillans Aufsatz zu konzentrieren, blickte Snape auf und musterte Harry gründlich.
Was hatte dieser freche Bursche nur, dass er ihm so den Verstand raubte?
Sicherlich war es für Snape nichts neues, dass er sich zu Männern hingezogen fühlte, aber zu einem sechzehnjährigen Jungen?
Und diese regelmässigen Sexträume waren ja wohl auch nicht normal. Er war doch keine hormongesteuerter Teenager mehr!
Zumal er als Jugendlicher eher selten Gedanken an Sex verschwendet hatte.
Sicher, er hatte Lily gemocht und auch daran gedacht, sie zu küssen, aber irgendwann war ihm klar geworden, dass der männliche Körper ihm mehr zusagte.
Dass er nun ausgerechnet Lilys Sohn wie hypnotisiert anstarren würde, hätte jedoch nie gedacht.
Dieser schmale Rücken, über dem das Hemd spannte...er dachte an das Gefühl seiner Hand auf Harry weicher Haut.
Oh Mann, dass ich weiss, wie er sich anfühlt macht die Sache nicht besser! Snape seufzte und brach die Stille.
"Was haben Sie denn diesmal angestellt, Potter?" fragte er so neutral wie möglich.
Erstaunt über Snapes Interesse blickte Harry auf und entgegnete trotzig:
"Seit wann interessiert Sie das?"
Snape grunzte und erhob sich. Wie hatte er auch eine anständige Antwort von diesem vorlauten Bengel erwarten können?
" Wenn sie frech werden wollen Potter, ich habe noch haufenweise Kessel und Phiolen die gereinigt werden müssen..."
er grinste hämisch und bemerkte nicht, we Harry bei dem Wort "Phiole" zusammenzuckte und ein leises Keuchen hören liess.
Überrascht sah Snape ihn an. Harry lief rot an und starrte zurück.
"So arbeitsscheu, Mister Potter?" raunte Snape und ging einen Schritt auf ihn zu.
Wie gerne würde er dieses verschreckte Häschen vor ihm einfach packen und küssen.
Dieser leicht geöffnete Mund, die sanften Lippen, seine weiche Haut...
Snape kam noch einen Schritt näher, bedacht, die Fassung zu behalten.
Noch immer starrte Harry ihn wortlos an.
Was hat der Junge denn nur? Er benimmt sich ja so, als würd ich ihm was antun wollen..
Langsam wurde er wütend, was dachte Potter sich nur dabei, ihn so anzustarren?
"Potter, ich rede mit Ihnen, falls Ihnen das entgangen sein sollte!" grollte er, seine Augen blitzten.
Endlich bekam der Junge seinen Mund auf und fing an zu stottern:
"Professor....i-ich..mir ist nicht gut....darf ich ...gehen?" überrascht sah Snape ihn an.
Was war denn nun los? Hatte der Junge wirklich Angst vor ihm? Sonst war er doch immer so vorlaut und respektlos....was mochte ihn so verändert haben?
"Gehen Sie, Potter." Snape wandte sich ab und kehrte zu seinem Schreibtisch zurück, während Harry panisch aus dem Kerker floh.
Wiederholt begann er, sich vergeblich um McMillans Aufsatz zu bemühen.
Katzenwäsche
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Harry rannte, els ginge es um sein Leben.
Was war das da grad in Snapes Klassenzimmer gewesen??
Hatte sein Lehrer etwa versucht, ihn anzumachen? Wusste er, dass Harry seine Erinnerung gefunden hatte? Diese Anspielungen...das konnte doch kein Zufall
sein....und warum hatte er ihn einfach gehen lassen? Ohne ihn zu verhöhnen oder ihm zumindest einen Nachholtermin aufs Auge zu drücken...?
Harry schüttelte den Kopf und blieb stehen um zu verschnaufen. Er war fast schon im Gryffindorturm angekommen und ging nun langsam weiter.
Wie sollte das nur weitergehen? Er konnt doch nicht ewig vor Scham im Boden versinken, wenn er Snape sah oder auch nur an ihn dachte.
Noch immer schlug sein Herz bis zum Hals und das Blut rauschte in seinen Ohren.
Erleichtert kam er beim Portrait der fetten Dame an. "Katzenwäsche" grummelte er ihr zu und das Bild schwang lautlos zur Seite.
Zu seinem Erstaunen fand er im Gemeinschaftsraum der Gryffindors nur noch Hermine vor, die tief über ein riesiges Buch gebeugt war.
Harry sah auf die Uhr und stellte fest, dass es fast elf war.
Seufzend liess er sich neben Hermine in einen Sessel fallen.
"Hergott, Harry, du hast mich fast zu Tode erschreckt!" murmelte sie und blickte ihn müde an.
"So siehst du aber nicht grade aus, Herm." gab er zurück und bemühte sich um ein Lächeln.
Noch immer raste sein Puls.
"Warum sitzt du um die Uhrzeit noch hier? Morgen ist Samstag, Herm!" Harry sah sie von der Seite an.
Hermine wirkte völlig übermüdet. In letzter Zeit war sie ständig am Lernen, noch mehr als sonst.
Harry bekam sie kaum noch zu Gesicht, weil sie ständig ihre Nase in Büchern vergraben hatte.
"Kann ich dich was fragen?" flüsterte er. Er wollte sie eigentlich nicht stören, wo sie doch eh schon so fertig aussah.
Doch er brauchte einfach einen Rat und er wusste, dass das kein Thema war, das man mit Ron besprechen sollte.
Hermine nickte und schlug das Buch zu. Sie setzte sich ein wenig auf und sah Harry an.
Dass er von selbst zu ihr kam, um nach Rat zu fragen war selten genug.
"Herm....ich hab etwas gefunden...eine Erinnerung..." fing Harry an.
Er wusste selbst nicht, wie er es ihr erklären sollte, die ganze Sache war zu abstrus.
.Doch Hermine blickte ihn interessiert an und bat ihn, fortzufahren.
Harry nahm seinen Mut zusammen. " Darinhattensnapeundichsex..." nuschelte er, doch Hermine kannte ihn zu gut.
"Waaaas??" reif sie, " Harry, ist das dein Ernst??"
Harry sah zu Boden und nickte.
"Ich hab eine kleine Phiole im Kerker gefunden und dann hab ich mir die Erinnerung im Raum der Wünsche angesehen..und...!
Harry schluckte. So sehr wollte er dann doch nicht ins Detail gehen.
"..und in der Erinnerung hattest du Sex mit SNAPE??! beendete sie seinen Satz ungläubig.
Wieder nickte Harry langsam.
"Aber...Moment mal - wann hattest du...Harry?" verwirrt sah sie ihn an.
"Gott, Herm, ich hatte NIE Sex mit der alten Fledermaus!!!"
Verdattert sah sie ihn an. " Es hat sich am Ende herausgestellt, dass es die Erinnerung an einen Traum war.." erklärte Harry hastig.
Hermine sah nicht weniger verwirrt aus.
"Wer würde schon davon träumen, das ich Sex mit Snape habe?" rief er, "Ausser..."
Hermine wurde bleich "Ausser Snape selbst..!" beendete sie wieder seinen Satz.
"Zu genau dem Schluss bin ich auch gekommen." murmelte Harry.
Hemrine sagte nichts mehr, aber er konnte sehen, wie es in ihrem Kopf arbeitete.
"Jetzt sag mir schon, was ich machen soll..du hast doch immer eine Lösung!" jammerte er, doch Hermine sah ihn nur stumm an.
"Harry, was ich jetzt sage,wird dir nicht gefallen." er zog eine Augenbraue hoch. Das klang nicht gut...
"Du musst mit ihm sprechen!"
"WAAAAS? Hermine, bist du wahnsinnig???" Harry sprang auf und begann, vorm Kamin auf und ab zu gehen.
"Wie stellst du dir das vor? So a la 'Hey Professor, ich hab da die Erinnerung von Ihrem Traum gefunden. Sie scheinen ja ne Kanone im Bett zu sein!' oder was??"
Hermine unterdrückte ein Grinsen.
"Snape muss ja sehr überzeugend gewesen sein in der Erinnerung!" giggelte sie.
Harry lief dunkelrot an. Fuck, wieso passierte das mit ihm? Beschissene Hormone...
"Hermine, im Ernst, wie soll ich das denn machen, ohne dass das endpeinlich wird?"
Harry wollte gar nicht daran denken, wie Snape reagieren würde.
'Potter, sie haben meine Erinnerung gestohlen? Was denken Sie sich dabei? SInd Sie von allen guten Geistern verlassen?
Zur Strafe werden sie drei Monate mein persönlicher Sklave sein und....'
Harry schüttelte den Kopf, wo waren seine Gedanken nur wieder?
Hermine sah ihn kurz an und lächelte.
"Kann es ein, dass du diesen Traum gar nicht soo wiederlich fandest?" ihr Lächeln war nun fast schon ein Grinsen.
Harry Blick hätte töten können, als er schnaubend die Treppen zum Jungenschlafsaal erklomm und die kichernde Hermine einfach stehen liess.
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Danke für die lieben Kommis, ihr netten Menschen! ^^
Wunschdenken
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Zeitgleich betrat Professor Snape seinen Kamin, dessen feuer sich bereits grellgrün verfärbt hatte.
Sekunden später stolperte aus dem Kamin in Malfoy Manor.
Lucius Malfoy sass in einem grossen, grünen Ohrensessel und las bei dem spärlichen Licht einer Kerze ein imposantes ledergebundenes Buch.
Als er Snape bemerkte, blickte er auf und legte das Buch beiseite.
"Severus, alter Freund, was führt dich zu so später Stunde noch hierher?" fragte er, süffisant lächelnd.
Es wahr unwahrscheinlich, dass Severus am Freitag Abend "einfach nur mal so" vorbeikam, irgendetwas musste im Busch sein.
Ohne Malfoys Frage zu beantworten, setzte Snape sich in den Sessel gegenüber von Lucius und sah ihn unruhig an.
Was sollte er ihm nur sagen? Lucius würde ihn verspotten, wenn er ihm davon erzählte.
Aber es brachte auch nichts, es ewig mit sich herumzuschleppen. Er hatte es sein ganzes Leben so gemacht, und wo war er heute?
Verbittert und abweisend, von seinen Schülern gehasst und als Schwarzmagier verschrien, sein einziger Freund war ein Todesser.
Was hatte er schon zu verlieren, ausser eben jenen?
Severus Snape atmete tief durch und legte die Stirn in die Hand.
"Lucius, du weisst, dass ich etwas mit dir besprechen muss...sonst wäre ich wohl kaum zu solch einer Uhrzeit einfach in dein Haus eingefallen."
Malfoy zog eine Augenbraue nach oben und besah seinen alten alten Freund prüfend, als dieser fortfuhr.
"Was ich dir erzählen will, wird dir nicht gefallen, nein, es wird dich sogar abstossen, aber ich weiss mir keinen anderen Rat mehr, als dich danach zu fragen."
Nun sah Lucius besorgt aus. Wenn Severus so ernst sprach, musste ihn etwas ernsthaft bedrücken.
Snape seufzte, dann fing er an: "Ich drehe durch, Lucius. All die Jahre der Einsamkeit haben mich wahnsinnig gemacht."
Malfoy sah ihn verständnislos an, bat ihn aber, fortzufahren.
"Nun denn, verständlicherweise wünschst du den Grund für meine Annahme zu erfahren. Der Grund ist Harry Potter!"
Snape bemühte sich um einen festen Blick, als er weitersprach.
"Seit Wochen träume ich Nacht für Nacht von ihm. Oh, und ich träume nicht etwa davon, ihn zu quälen oder zu töten."
Lucius Malfoys Gesichtsausdruck wandelte sich von Erstaunen in Entsetzten, als Snape nun verkündete:
"Lucius, in diesen Träumen ficke ich den Bengel um den Verstand!" Es war fast schon ein Knurren und doch musste Severus sich zusammenreissen, nicht zu grinsen.
Das Gesicht, das sein alter Freund nun machte war wahrhaft zu komisch. Noch nie hatte er die rechte Hand des Dunklen Lords so entgeistert gesehen.
Doch Lucius nahm Snapes Gemütsregung war und sprach leise "Es freut mich, wenn ich zu deiner Belustigung beitrage, allerdings bist du doch zu mir gekommen, da du dich offensichtlich nicht sehr wohl mit diesen Träumen fühlst..?" Wiederum hob Lucius langsam seine Augenbraue.
Augenblicklich wurde Snape sich seiner Situation wieder bewusst und er fing an, ausgiebig seine Hände zu betrachten.
Einige Minuten sprach keiner von ihnen, bis Lucius das Wort ergriff.
"Severus, du bist dir sicher, dass dir niemand einen Liebestrank untergeschoben hat?"
Für so blöd hielt er Severus zwar nicht, aber wer konnte diese Bengel in Hogwarts schon kontrollieren.
Snape schüttelte den Kopf. "Ich habe bereits sämtliche Gegengifte für die mir bekannten Liebestränke ausprobiert, aber nichts davon hat eine Wirkung gezeigt.
Zudem halten die Auswirkungen eines solchen Trankes höchstens ein paar Tage an. Es sei denn, er würde mir regelmässig verabreicht, und das ist völlig ausgeschlossen.
Deshalb komme ich zu dir. Du bist der einzige, der mit helfen kann, Lucius. Wenn es einen Fluch gibt, der das bewirkt, dann musst du ihn finden und umkehren!"
Er sah nun fast schon verzweifelt aus.
"Severus, ich sage dir das nur ungern, aber ich schwöre dir bei Slytherin, dass es keinen Zauber gibt, der solches zu bewirken imstande ist. Einzig und allein ein Trank vermag dies und diese Möglichkeit hast du bereits ausgeschlossen. Was wäre..." Lucius stockte, sprach dann aber doch weiter. "..was wäre, wenn dein Begehren natürlichen Ursprungs ist?" vorsichtig sah er seinen Freund an.
Der Tränkemeister sah so aus, als wollte er ihm einen unverzeilichen Fluch auf den Hals hetzten, seine Augen funkelten zornig.
"Lucius...das ist nicht dein Ernst.." keuchte er. Er fing an zu schwitzen. Der Strohalm, an den er sich geklammert hatte, schwand dahin.
Was sollte er nur machen, wenn er sich tatsächlich, ganz ohne Magie, zu Potter hingezogen fühlte? Er mochte gar nicht daran denken...
"Vielen Dank für deine Hilfe, Lucius!" sagte er schroff und entschwand in den Kamin, noch ehe dieser etwas erwidern konnte.
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Schlaflos in Hogwarts
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Blindlings
diesmal nur n kurzes Kapi, aber das nächste ist schon in der Mache ^^
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Als Harry am Morgen total übermüdet und gerädert aus dem Bett kroch, war es spät.
Ron hatte ihn nicht geweckt, oder es nicht geschafft und nun hatte er nur noch fünf MInuten Zeit bis zum Frühstück.
Hastig stolperte er aus dem Bett und zog sich an, ohne sich zu waschen. Im Gemeinschaftsraum fand er nur noch Neville vor, den er zur grossen Halle begleitete.
Sie kamen gerade noch rechtzeitig.
Harry setzte sich zwischen Ron und Hermine, die ihn wortlos ansahen. Er musste schlimm aussehen.
Hermine zog eine Augenbraue hoch und reichte ihm ein Toast.
"Danke" murmelte Harry und fing an, es mit Butter zu bestreichen.
Wie von slebst wanderte sein Blick dabei zum Lehrertisch, zu Snape. Er erschrak, als er ihn sah.
Der Professor sah nicht minder übernächtigt aus als Harry, der nur schwer ein Glucksen unterdrücken konnte, als er Professor Flitwicks entsetzte Blicke in Snapes Richtung bemerkte.
Snapes Haar war wirr und fiel ihm strähnig ins Gesicht, seine Robe war nicht
ganz zugeknöpft und er konnte kaum die Augen offen halten.
Es amüsierte Harry, seinen Lehrer so lädiert zu sehen.
Im selben Moment Blickte Snape hoch und sah Harry in die Augen. Ausserstande,
zu reagieren, starrte Harry ihn mit grossen Augen an.
Snape machte keinerlei Anstallten, wegzugucken oder ihn hämisch anzugrinsen.
Statt dessen stand er auf, den Blickkontakt haltend und Strich sich die Robe glatt.
Dann wandte er sich ab und verliess dei grosse Halle durch die Hintertür.
Wie elektrisiert sass Harry, das Toast in der Hand, auf der Bank und starrte
ins Leere.
Was war das gerade gewesen? Zu allem übel war das Geschehen auch Hermine nicht verborgen geblieben und sie sah Harry mit bedeutungsschwangerem Blick an.
Dieser versuchte, betont lässig mit den Schultern zu zucken, doch Hermine durchschaute ihn.
Sie warf ihm einen Blick zu, von dem Harry genau wusste, dass er "red mit ihm" bedeuten sollte.
Harry schüttelte energisch den Kopf, was jedoch nur Ron dazu veranlasste, ihn anzusehen, als sei er verrückt geworden.
Harry grinste seinen Freund an, der daraufhin wieder mit Seamus uber Quidditch debattierte.
Der Situation überdrüssig, schlang Harry den Rest seines Toasts hinunter und erhob sich dann.
Er mumelte was von "Eulerei" und verliess dann fluchtartig die grosse Halle.
Dieser intensive Blick von Snape hatte sich in seinem Kopf festgebrannt, liess ihm kalte Schauer über den Rücken laufen.
Harry rannte durch die Gänge, er wollte bloss noch an die frische Luft, sich beruhigen.
Als er Peeves am anderen Ende eines Ganges entdeckte, schlug er einen Haken und sprang seitwärts in einen Seitengang.
Er hätte besser voher geguckt, denn nun krachte er gegen jemanden, kam ins straucheln und landete schmerzhaft auf - Snape??
Harrys Kopf schien zu platzen, er konnte nicht mehr atmen, als alles um ihn herum schwarz wurde.
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Erwachen
Vielen Dank für eure süssen, unermüdlichen kommis.
jetzt wirds kitschig ^^
aber nicht lange, keine sorge... xDDD
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Als er die Augen wieder aufschlug, war er völlig verwirrt und sein Kopf brummte. Wo war er? Warum war er hier? Es dauerte ein paar Sekunden, bis ihm alles wieder einfiel. Die letzte Sekunde, bevor er ohnmächtig geworden war. Er hatte auf Snape gelegen. Und dessen Blick war weder verärgert noch hasserfüllt gewesen, sondern schlichtweg überrascht. Ein ungewohnter Ausdruck auf diesem sonst so kalten Gesicht.
Harry ertappte sich dabei, wie er Snapes überraschtes Gesicht niedlich finden wollte und setzte sich ruckartig auf.
Er sah sich in dem Raum um. Es war ziemlich dunkel und viel konnte er nicht erkennen, nur dass er auf einem schweren dunkelgrünen Sofa saß, daneben ein kleiner Tisch mit einem Glas Wasser, auf dem Boden ein dicker schwarzer Teppich, an den Wänden lange samtene Vorhänge in dunkelgrün. Ein komisches Gefühl beschlich Harry, dass das hier nicht der Krankenflügel war, war mehr als offensichtlich. Das hier sah verdammt nach Slytherin aus.
Und ehe er noch weiter irgendetwas denken konnte, kam Snape hereingerauscht.
„Na, endlich wach, Potter?“ Er hielt sich einen Eisbeutel ans Jochbein und sah Harry grimmig an.
Harry sah ihn mit grossen Augen an, er war völlig überrumpelt. Snape setzte sich ihm gegenüber auf einen Hocker und sah ihn forsch an. „Eh, Sir..war ich das?“ fragte Harry vorsichtig und zeigte auf den Eisbeutel.
Eine Augenbraue des Lehrers hob sich, als er nickte. „Allerdings, Potter. Was, bei Salazar, sollte das?“
Harry war erstaunt, dass Snapes Ton zwar unfreundlich war, aber nicht so hasserfüllt wie sonst.
„Ich äh, musste Peeves ausweichen. Entschuldigen Sie, Professor, ich habe nicht richtig hingeschaut.“
Er registrierte einen milde überraschten Gesichtsausdruck bei seinem Lehrer, der offenbar mit einer erneuten frechen Antwort gerechnet hatte. Doch Harry war jetzt nicht danach, zumal er in einer vergleichsweise schlechten Situation für solche Mätzchen war.
„Wo bin ich hier?“ fragte er stattdessen und lief rot an, er konnte sich die Antwort schon denken.
„Das ist mein Wohnzimmer, Potter. Ich hielt es für unangebracht, Sie in meinem Schlafzimmer unterzubringen.“ Ein süffisantes Grinsen huschte über sein Gesicht, Harry sah es genau, und es verwirrte ihn. Wieder kamen ihm die Bilder aus dem Traum in den Sinn. Und dann Hermines Stimme, die ihm riet, mit Snape darüber zu sprechen. Alles in ihm sträubte sich dagegen, andererseits bekäme er wohl nie wieder so eine Gelegenheit, mit Snape zu sprechen.
Dieser sass ihm noch immer gegenüber und starrte die Wand mit einem unergründlichen Gesichtsausdruck an. Irgendwie wirkte er plötzlich ziemlich verletzlich und schwach auf Harry. Fast war er versucht, ihm tröstend die Hand aufs Knie zu legen. Er atmete tief ein. Anscheinend verlor er gerade den Verstand. Umso besser, so würde ihm vielleicht nicht ganz so peinlich, was er nun fragte.
„Sir, ich...ich weiss nicht recht..wie...kann ich Sie etwas persönliches fragen?“ offenbar hatte er Snape aus seinen Gedanken gerissen, denn dieser fuhr auf und sah Harry unverwandt etwas perplex an.
Harry hatte beschlossen, dass sein und Snapes Verhältnis zueinander nicht viel schlechter werden konnte.
„Sir....ich habe...kann es sein, dass Sie in letzter Zeit...mal...von mir geträumt haben?“ rot wie eine Tomate sass er da und starrte zu Boden. Er rechnete damit, dass Snape aufspringen und ihn rausschmeissen würde, doch nichts geschah.
Als Harry wieder aufsah, durchfuhr es ihn. Sein Lehrer war kreidebleich und sah ihn an, als hätte er ihm gerade erzählt, er sei eigentlich Voldemort.
Er hatte also ins Schwarze getroffen. Nun bekam Harry es mit der Angst, er hatte nicht soweit gedacht, was passieren würde, wenn sich seine Befürchtungen bestätigen würden. Noch immer bewegte sich Snape nicht sein Blick haftete auf Harry, der sich immer unwohler in seiner Haut fühlte. Mit Entsetzten sah er Snape schwanken, dann brach sein Lehrer vor seinen Augen zusammen und landete unsanft auf dem Boden.
Harry starrte auf den bewusstlosen Snape ausserstande, einen klaren Gedanken zu fassen. Dann raffte er sich auf und wuchtete Snape hoch, legte ihn auf die Couch, auf der er selbst kurz zuvor erwacht war.
Fast musste er angesichts der Situation lachen. Erst war er zusammengeklappt und dann sein Lehrer. Er hob dessen Beine hoch und legte sie auf das Sofa, dann zog er die Decke über ihn, noch warm von Harrys eigener Körperwärme. Nun nahm er auf dem Hocker Platz und rutsche etwas an Snape heran.
Was für eine verquere Situation, dachte er und betrachtete das Gesicht vor ihm, das er noch nie so friedlich gesehen hatte. Er war erstaunt, wie gut Snape aussehen konnte, wenn er nicht diese finstere Miene machte.
Wie von selbst legte sich sich seine Hand auf den mittlerweile bläulichen Fleck auf Snapes Jochbein.
Harry bekam grosse Augen, als sein Lehrer sich mit dem Gesicht an seine Hand schmiegte.
Er rutschte noch ein kleines Stück näher, die Hand noch immer auf Snapes Wange, als dieser die Augen aufschlug. Ihre Gesichter waren nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und Harry sah direkt in tiefschwarze Augen. Sein Herz pochte unkontrolliert, als Snape den Arm ausstreckte und Harry zu sich nach unten zog. Ganz langsam. Harry schloss die Augen, hörte dem rauschenden Blut in seinem Kopf zu, unfähig zu begreifen, was gerade geschah.
Instinktiv legte er den Kopf ein wenig schräg und so fanden sich ihre Lippen zu einem sanften Kuss.
Ungewohnt gewohnt
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Snape wusste nicht, ob er träumte, es war ihm egal. Harrys Gesicht so nah, die weiche warme Hand an seiner Wange. Der Atem, der nun sein Gesicht streichelte. Salazar, der Junge roch so gut. Seine weichen Lippen, das Geräusch seiner Atemzüge, alles war ihm so vetraut, dutzende Male schon erlebt.
Er umfasste Harry Nacken sanft zog ihn noch ein Stück näher zu sich. Überrascht spürte er eine warme feuchte Zunge an seiner Unterlippe. Er öffnete den Mund, ließ sie hinein, spielte mit ihr. Er sog an Harrys Unterlippe, biss sanft hinein. Warum fühlte sich das nur so gut an? Warum schlug sein Herz so schnell, so laut? Warum war es genau wie in seinen Träumen und doch völlig anders?
Es schien so real und doch konnte keiner der beiden glauben, was sie hier gerade taten. Snape hörte Harrys Atmen schneller werden, sanft zog er seinen Schüler auf sich, auf seltsame Art und Weise völlig sicher, dass der sich nicht wehren würde. Er spürte Harry schaudern, löste sich einen Sekundenbruchteil von ihm, um ihn anzusehen.
Es war das erste Mal, dass sie sich so ansahen, ganz ohne Hass und Abscheu im Blick. Versunken in tiefrüne Augen richtete Severus sich ein wenig auf, die Hand noch immer in Harrys Nacken. Die weichen roten Lippen des Jungen so nah vor ihm machten ihn wahnsinnig, leidenschaftlich küsste er Harry, der den Kuss atemlos und seufzend erwiderte.
Seine Sinne waren wie vernebelt, alles in ihm sehnte sich so sehr nach Harry, das Verlangen, das er über Wochen versucht hatte, zu unterdrücken raubte ihm fast den Verstand. Snape fuhr mit der Hand durch Harrys widerspenstiges Haar, sog seinen Geruch ein, versuchte, sich das Gefühl seiner Haut auf der eigenen einzuprägen. So bekannt kam ihm all das vor, und doch berührten sie sich so zum ersten Mal.
Als Snape plötzlich das rascheln von Stoff hörte und kurz darauf Hände an seiner Brust spüren konnte, sah er Harry überrascht an, doch der öffnete nicht einmal Augen, während er die Robe seines Lehrers bis zum Bauch aufknöpfte und seine Hand darunter gleiten ließ.
Snape keuchte laut, er hatte nicht erwartet, dass Harry von selbst die Initiative ergreifen würde. Doch der hielt immer noch die Augen geschlossen, mit verklärtem Gesichtsausdruck fing er an, den Hals seines Lehrers zu liebkosen. Schwer atmend lehnte Snape sich zurück, was der Junge mit ihm anstellte, ließ ihn schwindeln.
Sanft liess Harry seine Zunge über die empfindliche Haut gleiten, eine feuchte Spur hinterlassend. Seine Arme umschlungen den überraschend breiten Brustkorb seines Lehrers, seine Hände erforschten jeden Muskel, jede Kontur des Rückens. Harrys Fingerspitzen kribbelten, seine Ohren rauschten, die Küsse nahmen ihm den Atem. Am liebsten hätte er aufgehört zu atmen, für immer diesen Moment genossen mit dem Menschen, den er wohl am meisten verabscheute.
Plötzlich hielt Harry inne. War er denn von allen guten Geistern verlassen? Was tat er hier?
Ruckartig zog er die Hände zurück und starrte sein Gegenüber an. Verwirrt sah der zurück, die Augen plötzlich fast angsterfüllt. Auch Snape schien nun wieder in der Realität angekommen.
Entsetzt zog sich Harry zurück und stand auf.
„Entschuldigung...“ nuschelte er und wandte sich zum Gehen. Er wollte nur noch schnell weg und vergessen, was sie hier gerade beinahe getan hätten. Vier Schritte bis zur Tür, doch er schaffte nicht einen davon.
Snape war schneller, mit einem Satz bei ihm und hielt ihn fest.
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Gefesselt
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Harry hatte die Augen geschlossen, sein Atem ging schwer und ihm war heiß. Wo war er? Langsam öffnete er die Augen und erblickte Steinboden. Kalten grauen Kerkerboden. Schockartig wurde er sich der letzten Minuten bewusst und fuhr herum. Er hatte vergessen, dass seine Hände noch immer gefesselt waren und so verlor er das Gleichgewicht und kippte unsanft zu Seite.
Doch er landete weich. Neben ihm lehnte sein Lehrer mit dem Rücken am Tisch und Harrys Oberkörper landete auf dessen Oberschenkeln. Snape sah irritiert auf, er schien vor sich hin gegrübelt zu haben.
„Na, Potter, immer noch nicht genug?“ raunte er, doch Harry warf ihm einen trotzigen Blick aus seinen glühenden Augen zu.
Nun grinste er und löste mit einem Handgriff Harrys Hemd von dessen Handgelenken.
Sofort richtete Harry sich auf und griff hinter sich nach seiner Hose. Während er hinein stieg, versuchte er, Snape nicht anzusehen, angestrengt starrte er auf den Boden. Sein Kopf raste, er wusste nicht, wie er mit der Situation umgehen sollte. Und Snapes Blick, der noch immer auf ihm ruhte, machte das ganze auch nicht besser.
Snape seufzte und Harry sah auf. Tiefschwarze Augen sahen ihn an, mit einem Blick, den Harry nicht deuten konnte. Er meinte Sehnsucht darin zu erkennen, aber vielleicht war es auch nur Betroffenheit. Oder seinem Lehrer war die ganze Situation mehr als lästig, was durchaus nachvollziehbar war, wie Harry meinte.
„Ich geh dann jetzt.“ murmelte er und griff sich sein Hemd.
Doch als er sich zum gehen wandte vernahm er hinter sich ein kurzes Geräusch. Snape war aufgestanden und in seine Hose geschlüpft und stand nun direkt hinter ihm. Harry blieb stehen, drehte sich aber nicht um. Sein Brustkorb hob und senkte sich deutlich sichtbar. Was sollte er nur tun?
Er zuckte leicht zusammen, als Snapes Hand sich sanft auf seine Schulter legte. Wieder breitete sich diese Wärme in ihm aus, strömte durch seinen Körper, sodass ihm schwindlig wurde. Seine Knie wollten nachgeben, Bilder von dem, was sie gerade gemacht hatten, schossen durch seinen Kopf und ließen sein Blut kochen. „Harry...“ erklang es rau hinter ihm.
Harry drehte sich um und sah Snape in die Augen. Diese schwarzen Augen, denen er sich völlig ausgeliefert fühlte. Dieser ungewohnte weiche Gesichtsausdruck seines Lehrers überforderte ihn. Was sollte das alles?
Snape beugte sich zu ihm herunter und legte seinen Kopf an Harrys Stirn. Die Vertrautheit dieser Geste nahm ihm fast den Atem.
„Professor...ich...“ Harry wusste nicht, was er sagen sollte, doch Snape legte ihm einen Finger auf die Lippen.
„Sag nichts, Harry. Ich verstehe, dass du verwirrt bist. Lass uns wann anders darüber reden, wenn wir ein wenig Abstand zu der Sache bekommen haben.“ Sanft küsste er Harry auf den Mund, dann ließ er ihn los.
Der Verlust des Körperkontakts stach in Harrys Brust. Langsam drehte er sich um und ging, ohne ein Wort zu sagen.
Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, sank Severus Snape zu Boden und vergrub das Gesicht in den Händen.
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Illusion
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Sonntag morgen
EEEEENDLICH GEHT'S WEITER!!!
Sorry, dass ich euch so hab hängen lassen, die Arbeit hat mich gefressen xD
Ab jetzt wird es wieder häufiger Updates geben, die Zeiten der Überstunden sind vorbei!
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Es war Sonntag und viel zu früh für sowas. Grummelnd schritt Snape die Stufen aus dem Kerker empor zum Frühstück. Ausnahmsweise war er mal überpünktlich heute. Wie sollte er Potter nur unbemerkt abfangen um mit ihm zu reden? Es wäre mehr als merkwürdig, wenn er ihn einfach bitten würde, nachher in sein Büro zu kommen, viel zu schnell würde irgend jemand Verdacht schöpfen. Schlagzeilen im Daily Prophet geisterten durch sein Hirn.
Harry war todmüde. Vor sich hin dösend ließ er sich von Ron zur großen Halle schleifen und fiel dort tumb auf seinen Platz auf der Bank. Hermine warf ihm einen besorgten Blick zu, doch Harry tat so, als würde er es nicht bemerken und starrte auf sein Rührei. Bloß nicht zum Lehrertisch gucken. Er wiederholte es wie ein Mantra in seinen Gedanken, doch er spürte Snapes blick in seinem Nacken. Fast konnte er es fühlen und musste unwillkürlich an dessen große warme Hände denken, die blasse Haut, der tiefe Blick aus den schwarzen Augen...
Langsam wandte Harry den Kopf und sah nun doch zu seinem Lehrer. Snape sah übernächtigt aus und etwas derangiert. Aber nicht so schlimm wie am Vormorgen. Etwas beruhigt wollte Harry sich schon wieder abwenden, als sich ihre Augen trafen. Harry spürte, wie er schlagartig rot anlief und sein Herz fing an wie wild zu pochen. Einen Moment sahen sie sich an, bis Snape den Blick brach. Das taube Gefühl von Enttäuschung machte sich in Harrys Brust bemerkbar und er begann wieder, auf sein Frühstück zu starren.
Was sollte er denn nur sagen, wenn er mit Snape redete? Er wusste doch selbst überhaupt nicht, was das alles mit ihm machte. Dass es solches Wirrwarr in ihm auslöste. Noch vor ein paar Tagen hätte er Snape wohl einen Haufen Flüche auf den Hals gehetzt, wenn der ihm auch nur näher als einen Meter gekommen wäre und jetzt schlief er mit ihm! Seit wann stand er denn bei Merlin, auf Männer? Wie es mit Snapes sexuellen Neigungen aussah, wusste er nicht, und eigentlich wollte er es auch gar nicht wissen, aber Harry war überzeugt, dass er auf Mädchen stand. Seine bisherigen Erfahrungen hatten ihm das immer wieder bestätigt. Nie hatte er sich dabei ertappt, wie er einen Jungen anstarrte.
An sich hätte er damit wohl nicht mal ein Problem gehabt, aber warum musste es denn auch noch ein Mann von Ende dreißig sein, der dazu noch sein Lehrer war? Snape musste ihn verhext haben. Anders war das alles für Harry nicht zu erklären. Aber warum sollte Snape das tun? Der Gryffindor konnte sich keinen Grund denken, aus dem Snape so etwas tun sollte und welches Ziel er damit verfolgen könnte.
Er seufzte und legte den Kopf in die Hände. Egal, wie sehr er sich den Kopf zerbrach, er kam zu keinem Ergebnis. Es half wohl nichts, er würde ein ehrliches Gespräch mit Snape führen müssen, und hoffen, dass dieser ihm das ebenfalls mit Ehrlichkeit quittierte.
Als Harry seine Augen wieder öffnete, war der Speisesaal fast leer und zwischen seinen Ellenbogen auf dem Tisch lag ein kleines zusammengerolltes Pergament. Mit fahrigen Fingen steckte er es in seine Hosentasche und erhob sich langsam. Zügig verschwand er auf das Jungenklo und entrollte den Zettel.
Harry,
bitte komm doch nach dem Frühstück zu mir ins Büro.
S.S.
Harrys Herz schlug unerbittlich, als er in Richtung Kerker rannte. Warum er rannte wusste er nicht, auch nicht, warum er plötzlich so fröhlich war. Überschwänglich klopfte er, vernehmlich schnaufend, an die schwere Kerkertür.
Snape öffnete ihm, ohne ihn anzusehen, auch er war sichtlich angespannt. Fast hätte Harry Snape umarmt und schalt sich ein Idioten, als er den Impuls sofort unterdrückte. Ohne auf eine Aufforderung zu warten, setze sich Harry in einen alten schwarzen Sessel mit Metallbeschlägen.
Er spürte, wie sein Lehrer an ihm vorbei lief, sog seinen Geruch ein. Der Sessel knarzte leise, als Snape sich hinein setzte. Der faltete bedächtig seine Hände und sah Harry mit unergründlichem Blick an.
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Klartext
Harry starrte auf seine Hände, die in seinem Schoß lagen und kaute unruhig auf seiner Unterlippe. Er vermochte gar nicht zu sagen, wie lange sie schweigend so saßen, aber Harry wußte auch nicht, was er hätte sagen sollen. Abgesehen davon, hatte Snape ihn ja wohl her gebeten, da konnte der doch dann auch den zweiten Schritt machen. Oder erwartete er genau das von Harry? Der Gryffindor hielt es nicht mehr länger aus.
„Professor..“ setzte er an und sah einen Moment auf. Der Gesichtsausdruck seines Lehrers ließ ihn jedoch gleich wieder verstummen. Snape saß abwesend in seinem Sessel, die Beine übereinander geschlagen, die Hände noch immer gefaltet, das Haar wie immer strähnig in sein Gesicht fallend. Plötzlich sah Snape auf und blickte Harry unverwandt in die Augen. Schweigend sahen sie sich an, bis Snape den Mund öffnete, ganz langsam, als würde er sich seine Worte noch zurecht legen wollen.
„Harry,“ Snapes Stimme hatte einen ungewohnten Ton, der Harrys Nacken kribbeln ließ, „danke, dass du gekommen bist. Sicherlich war das nicht leicht für dich.“
Fast musste der Junge schmunzeln, er hatte nicht einen Moment darüber nachgedacht, ob er die Einladung annehmen sollte, oder nicht, er war einfach losgerannt.
„Selbst ich weiß mit dieser Situation nicht recht umzugehen.“ fuhr Snape fort, strich sich dabei die Haare aus dem Gesicht. „Wie du dir vielleicht denken kannst, ist es für mich keineswegs üblich, mit Schülern zu schlafen. Ich kann es mir selbst nicht erklären, wie es dazu kommen konnte. Ich möchte mich dafür entschuldigen.“
Harry spürte ein Stechen in der Brust, der überraschend reumütige Gesichtsausdruck seines Lehrers verletze ihn auf unerklärliche Weise. Fast wurde er wütend.
„Professor, ich...es ist nicht so, dass ich das alles verstehen würde und es fällt mir immer noch schwer, zu begreifen, aber ich denke nicht, dass ich es bereue.“ Überrascht über seine eigenen Worte sah Harry zu Boden, meinte er, doch auch in Snapes Gesicht milde Überraschung gelesen zu haben.
„Ich weiß, dass Sie Nacht für Nacht von mir träumen. Ich habe Ihre Erinnerung gefunden, wie Sie sicherlich wissen. Anfangs war mir das ziemlich unangenehm, vor allem, nachdem ich auch diese Träume bekam.“
Snape schnaufte auf. „Soll das heißen, du träumst das auch?“
„Ja, das tue ich.“ antwortete Harry. „Ich weiß nicht, ob es die gleichen Träume sind, aber sie laufen immer darauf hinaus, dass Sie und ich...naja...Sex haben.“ Harry wurde rot. Klar, er wollte Klartext reden, aber die Thematik ließ ihm doch das Blut in den Kopf schießen.
Snape schien nun völlig in Gedanken versunken, starrte angestrengt auf seine Knie.
„Ich habe ein wenig recherchiert,“ setzte er dann an, „es kann kein Liebeszauber oder ähnliches sein, kein Fluch. Und dass man uns beiden einen Trank untergeschoben hat, halte ich für ausgeschlossen. Zumal Zaubertränke nicht eine solch lange Wirkung aufweisen können. Ich weiß, wovon ich rede.“
„Das ist mir klar, Professor, ich hatte fünf Jahre Zaubertränkeunterricht bei Ihnen, wenn Sie sich erinnern.“
Kurz sah Harry etwas in Snapes Augen blitzen, was Belustigung hätte sein können. Er schmunzelte und sah seinen Lehrer an. „Was glauben Sie dann, was es sein könnte?“ fragte er vorsichtig.
Wieder fuhr Snape mit den Fingern durch seine Haare. „Ganz ehrlich, Harry, ich habe keine Ahnung. Schwarze Magie vermag so etwas nicht, ich habe gründliche Nachforschungen betrieben. Es scheint also so, als könnten wir momentan nicht dagegen unternehmen. Und wachbleiben ist auch keine Dauerhafte Lösung, glaube mir, ich habe das probiert.“ Ein müder Zug schlich sich um des Lehrers Mundwinkel, doch Harry musste lächeln.
„Ja, das kann ich mir vorstellen. Und Ihrem äußeren Erscheinungsbild war das auch nicht gerade zuträglich...“ murmelte er und erntete dafür eine hochgezogene Augenbraue und einen warnenden Blick von seinem Lehrer. „Nun, schön, dass dich das zu amüsieren scheint. Wie gedenkst du nun, weiter zu verfahren?“ fragte Snape.
Harry zuckte mit den Schultern. „Ich denke nicht, dass wir da irgendeine Entscheidungsfreiheit haben.“ sagte Harry und atmete tief aus.
„Das meinte ich nicht. Mir ist schon klar, dass wir an den Träumen nichts ändern können soweit. Ich spreche von unserer Beziehung zueinander.“
Harry spürte, wie er rot anlief unter dem eindringlichen Blick Snapes. Als er nichts sagte, fuhr Snape fort. „Vorhin sagtest du, die Träume wären dir nicht mehr unangenehm. Es ist keine 24 Stunden her, dass wir miteinander geschlafen haben, was ich mir immer noch nicht recht erklären kann. Warum du dich überhaupt auf so etwas eingelassen hast. Offenbar besteht zwischen uns eine gewisse Anziehungskraft, die sich mir nicht erschließt, aber sie ist unbestreitbar vorhanden. Bisher war ich zudem der Überzeugung, dass du dich prächtig mit deinen Mitschülerinnen amüsieren kannst. Von daher kann ich deine Beweggründe noch weniger nachvollziehen als die meinigen. Aufgrund all dieser Aspekte möchte ich einfach nur deinen Standpunkt wissen.“
Erschlagen vom plötzlichen Redeschwall seines Lehrers versuchte Harry, in seinem Kopf eine Antwort zu formulieren. Dass Snape sich offenbar solche Gedanken machte, hätte er nicht gedacht.
„Sir...ich weiß es auch nicht so genau. Ich mag Sie...komischerweise. Klar, ich mag Mädchen, deshalb versteh ich das ganze eh umso weniger. Diese Träume...lassen mich nicht kalt. Vielleicht ist das, was zwischen...Ihnen und mir passiert ist, nur deshalb so gekommen, keine Ahnung. Aber ich hab ja schon gesagt, dass ich es nicht unbedingt bereue. Ich finde die Situation nur merkwürdig, glaub ich. Ich find es auch okay, jetzt hier zu sitzen und mit Ihnen zu reden. Ich glaub, ich bin ganz gerne bei Ihnen. Das Gefühl von früher, dass ich immer schnell weg wollte, wenn ich Sie gesehen hab, ist jedenfalls weg. Ich hab das selbst erst gerade in diesem Moment gemerkt. Keine Ahnung, ob das nun ein Zauber ist oder nicht.“
Snape war offenbar erstaunt. Einen Moment sagte er nichts, sah Harry nur an. „Dann ist es für dich okay, dass wir miteinander geschlafen haben?“
Harry überlegte kurz und nickte dann vorsichtig. Er musste wirklich verrückt geworden sein, sowas seinem Lehrer zu sagen. Andererseits war er fast volljährig und hatte nur noch knapp etwas mehr als ein Jahr Schule vor sich.
Snape nickte bedächtig. „Nun gut, du warst sehr ehrlich, was mich erstaunt, wie du wohl gemerkt haben dürftest. Aus irgendwelchen Gründen bin ich nicht in der Lage mein Mienenspiel so zu kontrollieren wie sonst, wenn du bei mir bist. Auch eine sehr interessante Komponente des ganzen. Für mich sehr ungewohnt , ich komme mir ein wenig durchschaubar vor.“ Snape lächelte. Ein völlig ungewohnter Anblick für Harry, der ihm fast augenblicklich Herzklopfen verusachte.
„Ich werde auch ehrlich zu dir sein. Ich denke, das bin ich dir schuldig, nachdem du so offen zu mir warst.
Diese Träume verfolgen mich nun seit etwa fünf Wochen. Nacht für Nacht, jedes Nickerchen, das ich aus Schlafmangel machen will. Nicht eine Minute Schlaf in den letzten Monaten, ohne von dir zu träumen. Anfangs habe ich es abgetan und dann dachte ich, ich werde verrückt. Wahrscheinlich bin ich es bereits in Anbetracht der Tatsache, dass ich jetzt mit dir hier sitze und dir das erzähle.
Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, belastet das auch meinen Arbeitsalltag. Sobald du mir auf dem Flur begegnet bist oder bei mir Unterricht hattest, war es vorbei mit meiner Konzentration. Es hat all meine Beherrschung gekostet, dich nicht ständig anzustarren. Und dann kamst du auch noch ständig zum Nachsitzen zu mir. Und ich fing an, es mir zu wünschen. Dass du zum Nachsitzen zu mit geschickt würdest, auch wenn ich jedes mal das Gefühl hatte, ich würde vom Teufel geritten. Diese Unruhe in mir kommt nur dann zum Erliegen, wenn du tatsächlich bei mir bist. Etwas was ich erst jetzt merke.“ Snape seufzte schwer und sah Harry an. Er hatte die ganze Zeit während des Sprechens auf seine Hände gesehen und blickte nun auf.
Harry war wie erschlagen. Hätte er es nicht besser gewusst, hätte der das gerade für ein Liebesgeständnis gehalten. Schnell schob er den Gedanken davon und ergriff das Wort.
„Wie wäre es, wenn wir die Situation erst einmal so lassen, wie sie ist? Vielleicht sehen wir uns ab und zu mal nur zu zweit, können ein bisschen reden und uns langsam überlegen, wie wir das alles machen? Also, wenn das für Sie okay ist...? Ich glaub, das ist am vernünftigsten.“ wartend sah Harry Snape an und der nickte langsam. „Dann würde ich sagen, dass du morgen Abend um acht hier in mein Büro kommst, wenn es dir recht ist.“ schlug Snape vor.
Harry nickte und stand auf. „Dann geh ich jetzt besser, ich hab noch 'nen Haufen Hausaufgaben für Sie zu machen.“ grinste Harry und wandte sich zum Gehen. Snape erhob sich ebenfalls und begleitete ihn zur Tür. Dort angekommen blieb Harry stehen und sah seinen Lehrer an. Er stand ganz nah vor ihm, dass er seinen Geruch wahrnehmen konnte, fast schon dessen Körperwärme spürte. „Dann bis morgen Abend.“ sagte er trocken, seine Zunge war plötzlich wie festgeklebt. Snape sagt nichts und sah ihn nur an. Dann legte er plötzlich seine Arme um Harry und drückte ihn an sich. Mechanisch hob Harry seine Arme und legte sie um die Taille seines Lehrers, lehnte seinen Kopf an Snapes Brust.
Ein paar Sekunden standen sie so, dann lösten sie sich voneinander und verabschiedeten sich.
Verwirrt aber gutgelaunt machte Harry sich auf den Weg zum Gryffindorturm.
Wunschtraum
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Mangel an Dramatik
Tut mir leid, das hier ist wieder sehr kurz, aber das nächste Kapitel soll für sich alleine stehen, deshalb ging es nicht anders. Geht auch schnell weiter dafür, versprochen!
Während des Frühstücks war Harry mal wieder abwesend, stocherte in seinem Rührei herum und musste sich immer wieder zusammenreissen, um nicht dümmlich vor sich hin zu grinsen. Hermine trug wieder dieses wissende Lächeln auf den Lippen, das sie in den letzten Tagen perfektioniert zu haben schien. Ron bekam nichts davon mit oder ließ es sich nicht anmerken. Harry war das alles egal, er freute sich auf den Unterricht bei Snape und noch viel mehr auf ihre abendliche Verabredung. Langsam ließ er seinen Blick zum wiederholten Male zum Lehrertisch gleiten.
Snape sah nicht im geringsten übernächtigt aus, er sah fitter und wesentlich besser gelaunt als in den letzten Wochen. Harry wusste gar nicht, ob sein Lehrer überhaupt jemals so ein entspannten Gesichtsausdruck gehabt hatte. Kurz hatten sie Blickkontakt und Harry spürte, wie sein Herzschlag sich beschleunigte. Erschrocken sah er wieder auf sein Frühstück. War etwa dabei, sich zu verlieben? Das fühlte sich nicht mehr an wie bloße Zuneigung. Hastig trank er sein Glas Milch mit einem Zug aus und beschloss, das später zu überdenken, er wollte alles einfach auf sich zukommen lassen. Fakt war doch, dass Snape unter er unter irgendeinem Bann standen und er wollte sich davon nicht vorschreiben lassen, in wen er sich verliebte.
Sicher, er hatte Snape in den vergangenen Tagen als ganz anderen Menschen kennengelernt. Der vermeintlich bösartige Extodesser, der eigentlich nur seine Verletztheit hinter dieser Maske versteckte, wie Harry vermutete. Kein Wunder, dass ihn das alles verwirrte und sein Gefühlsleben durcheinander brachte. Etwas beruhigter verließ er mit Ron und Hermine die große Halle und machte sich auf den Weg zum Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Als sie das Zimmer betraten, saß Snape bereits an seinem Schreibtisch. Eigentlich schade, dachte Harry, er hatte sich fast auf den üblichen dramatischen Auftritt Snapes gefreut, wie er für gewöhnlich hereingerauscht kam, mit seinem Zauberstab schnippend die Fensterläden schloss und schon drei Schritte vor der Tür mit seinem Vortrag begann, sodass niemand seinen Worten folgen konnte. Als Harry sich auf seinen Platz in der zweiten Reihe setzte, sah Snape kurz auf, Harry entging das dezente Lächeln, das die Lippen seines Lehrers umspielte nicht.
Das Thema der heutigen Stunde waren Inferi und ausnahmsweise schien niemand gelangweilt im Unterricht zu sitzen. Sogar Malfoy machte sich Notizen, zumal Snapes Vortrag ausnahmsweise mal verständlich und nachvollziehbar war. Der einzige, der wohl Schwierigkeiten hatte, war Harry selbst, der viel zu sehr damit beschäftigt war, dem Klang von Snapes Stimme zu lauschen anstatt dem Inhaltlichen. Snape schien ihm seine Unaufmerksamkeit durchgehen zu lassen und so war der Unterrichtsblock schneller vorbei, als Harry gedacht hätte.
Etwas enttäuscht erhob er sich von seinem Platz und verließ den Raum, nicht ohne Snape nochmal einen Blick zu zu werfen. Der sah ihn mild an und vertiefte sich dann wieder in seine Aufzeichnungen.
Harry trottete neben Ron zu Pflege magischer Geschöpfe. Er merkte nicht, wie Ron ihn von der Seite anschielte, bis der ihn plötzlich knuffte. Harry sah verdattert auf. „Alter, was ist eigentlich los mit dir in letzter Zeit? Bist du verknallt oder was?“ fragte Ron ihn mit hochgezogener Augenbraue. Harry sah in mit großen Augen an, dann besann er sich und grinste. „Ja klar, in dich du Vollidiot!“ er strubbelte Ron durch sein rotes Haar. So wirklich schien sein bester Freund nicht überzeugt, doch er schien einstweilen beruhigt und fragte nicht weiter. Harry musste sich eingestehen, dass er in den letzten Tagen tatsächlich kaum mit Ron gesprochen hatte und von Snape und den Träumen hatte er ihm erst recht nicht erzählt. Und eigentlich hatte er das auch nicht vor, er wollte sich Rons Reaktion lieber gar nicht erst ausmalen.
Der Rest des Tages waberte langsam an Harry vorbei, je später es wurde, desto langsamer schien die Zeit zu vergehen und desto ungeduldiger wurde Harry. Und doch war es irgendwann sieben und sie gingen in die große Halle zum Abendessen. Snape war nicht da, aber das war beim Abendessen keine Seltenheit. Also sah Harry sich nicht zu Besorgnis veranlasst und stopfte sich schnell ein paar Löffel Kartoffelbrei und Gemüse in den Mund. Er hatte Hermine von seiner Verabredung erzählt und sie hatte versprochen, ihm für heute Abend ein Alibi für Ron zu liefern. Ein erstaunlich unmoralisches Versprechen von ihr, dachte Harry, aber er war ihr für das Angebot sehr dankbar.
Harry machte sich zeitig auf den Weg, ging nochmal kurz zum Gryffindorturm um seinen Tarnumhang zu holen und schlüpfe dann darunter, kaum dass er das Portraitloch verlassen hatte. Irgendetwas sagte ihm, dass es besser wäre, seine Treffen mit Snape so unauffällig wie möglich zu gestalten. Auf dem Weg zu den Kerkern passierte er nur ein paar Erstklässler aus Ravenclaw und so kam er unbeschadet an der Tür zu Snapes Büro an. Etwas zögerlich klopfte er.
Nach Mitternacht
Nur den Bruchteil einer Sekunde später öffnete Severus Snape die Tür, schwer atmend und bedeutete Harry, einzutreten. Er sah im dabei nicht in die Augen, sondern starr zu Boden. Harry rutschte das Herz in die Hose und mit wackeligen Knien passierte er de Türschwelle. Was ist den nun mit ihm los? fragte er sich, setzte sich aber schweigend in den üblichen Sessel.
Wieder war es komisch, mit ihm allein zu sein. Tagsüber in der Schule war Snape ein völlig anderer Mensch, wirkte in sich gekehrt und unnahbar. Und jetzt wirkte er fast verlegen auf Harry. Er knetete seine schwitzenden Hände, während sein Professor zwei Kelche und eine Flasche Kürbissaft holte und sich schließlich auch in seinen Sessel fallen ließ. Nun sah er auch endlich auf und Harry ins Gesicht. Irgendetwas schien in ihm vor zu gehen, das war nicht zu übersehen. Bisher hatte keiner der beiden auch nur ein Wort gesprochen und so wurde die Stille zwischen ihnen von Sekunde zu Sekunde unangenehmer.
Harry hielt es nicht mehr aus. Er war doch nicht zum Schweigen hergekommen! Er räusperte sich leise.
„Das ist irgendwie merkwürdig, oder?“ sagte er leise und wurde ein bisschen rot. Snape sah auf und lächelte dann leicht. „Ja, da hast du nicht unrecht. Ist es dir unangenehm?“
Harry wurde noch röter und schüttelte den Kopf. „Nö, ich hab mich eigentlich total drauf gefreut und da ist es dann schon komisch, wenn man nur schweigend dasitzt...“ erklärte Harry und bemerkte gar nicht, wie Snape stutzte.
„Du hast dich auf unser Treffen gefreut?“ fragte er und zog die Augenbraue in bekannter Manier nach oben.
Harry nickte etwas unsicher. Warum sollte das so ungewöhnlich sein? Sie hatten ja nun beide schon festgestellt, dass sie sich offenbar wider Erwarten leiden konnten, warum sollte er also damit hinter dem Berg halten?
Snape schien zu bemerken, was in Harrys Kopf vor sich ging, denn er lächelte, wie so oft neuerdings wenn sie alleine waren. „Entschuldige, ich habe heute keinen guten Tag, glaube ich.“ murmelte Snape und nun war es an Harry, die Augenbraue zu heben.
„Sir?“ setzte er an, doch Snape winkte ab. „Harry, hör doch auf damit, diese Förmlichkeiten kannst du dir wirklich sparen. Immerhin haben wir miteinander geschlafen.“
Einen Moment sahen sie sich intensiv in die Augen, bis Harry den Blick brach und auf seine Finger sah.
Sein Nacken hatte bei Snapes Worten gekribbelt. Bilder von Erwähntem waren durch seinen Kopf geschossen und hatten ihn rot werden lassen. Er schalt sich selbst dafür, dass ihn das wieder und wieder aus der Fassung brachte. Doch dann besann er sich, dass er Snape eigentlich ein bisschen hate ausfragen wollen und versucht es nochmal.
„Warum geht es...dir...nicht gut?“ fragte er. Bei Merlin, er konnte Snape doch nicht duzen! Harry hatte das Gefühl, das war das Merkwürdigste, was er in seinem ganzen Leben gemacht hatte und hoffte, er würde sich schnell daran gewöhnen.
Snape sah ihn einen Moment erstaunt an, als wenn es für ihn völlig unverständlich wäre, dass man sich nach dem Befinden einen anderen Menschen erkundigt. Dann schüttelte er den Kopf. „Ich denke nicht, dass ich dich damit belastet sollte.“
Nun war Harry wütend. Er wusste selbst nicht so genau, warum ihn das so aufregte, aber er konnte nichts dagegen machen, dass sein Mund wie von alleine sprach.
„Pass mal auf, du solltest ja wohl wissen, mit was man mich so alles belastet. Geh und töte Voldemort und solche Sachen, schon vergessen??“
Snapes Miene wurde undurchdringlich und er nickte. „Du hast Recht, entschuldige. Ich bin es nicht gewöhnt, Menschen um mich zu haben. Erst recht nicht solche, die es interessiert, wie es mir geht.“ Er versuchte, ein Lächeln zustande zu kriegen, doch Harry sah, dass es ein ziemlich kläglicher Versuch war. Sein Herz schmerzte, seinen Lehrer so zu sehen. Offenbar fühlte Snape sich schrecklich.
Er konnte den Impuls nicht unterdrücken und stand auf. Snape sah ihn überrascht an, als Harry sich vor seinen Sessel auf den Teppich kniete und ihn von unten herauf ansah. „Ich kann verstehen, wenn du mir nichts von dir erzählen willst, ich bin immerhin noch ein Schüler, zumal deiner und sicherlich nicht sehr hilfreich für dich...aber wenn du willst...“ versuchte Harry es. Er wusste selbst nicht, was ihn da gerade ritt, aber er brauchte auch nicht weiter darüber nachdenken, denn in diesem Moment zog Snape ihn in seine Arme und hielt Harry eng an sich gedrückt. Etwas überrumpelt ließ Harry sich umarmen, bis er seine Arme um die Schultern seines Lehrers legte, dessen Stirn an seiner Brust.
Harry konnte an nichts mehr denken, schon wieder waren sie sich so gefährlich nah und Harrys Herz schlug viel zu schnell und laut. Snape musste es bestens hören können. Die schwarzen strähnigen Haare an seiner Wange, der kratzende Stoff der Robe unter seinen Händen, die sich hebenden und senkenden Schultern seines Lehrers. Harry ertappte sich dabei, wie er die Augen schloss und den Snapes Geruch in sich aufnahm, wie er sich anfühlte und wie regelmässig sein Atem ging. „Severus...“ flüsterte Harry und der zog ihn sanft auf seinen Schoß, weiter an ihn gerückt, den Kopf gesenkt. Er schien sich an Harry zu klammern, wie ein Ertrinkender und Harry genoss es, auf eine Art und Weise gebraucht zu werden, die nichts mit Kämpfen und der Zaubererwelt zu tun hatte.
Minuten saßen sie so, vielleicht auch Stunden, keiner von Ihnen vermochte es zu sagen. Severus Snape hatte das Gefühl, wenn er diesen Jungen je wieder los ließ, würde all das Elend seines Lebens auf einmal auf ihn einstürzen. Warum war Harry nur so zu ihm, warum ließ er ihn so nah an sich ran? Hatte der Junge denn gar keine Angst vor der Finsternis, die seinen Lehrer umgab? Severus verstand es nicht und gerade deshalb klammerte er sich an diesen Moment, sog den Duft des Jungen ein, das Gefühl des schmalen Rückens, sein Herz, das viel zu schnell klopfte und diese durchdringende Wärme, die von ihm ausging.
Das Kaminfeuer war herunter gebrannt und Severus schätze, dass es schon nach Mitternacht war, als er wieder zu sich kam. Seine Arme schmerzten, weil er Harry so lange an sich gedrückt hatte. Erschrocken hob er den Kopf. „Entschuldige, Harry...“ setzte er an, doch dann wurden seine Augen groß. Der Junge war auf seinem Schoß, an ihn gekuschelt eingeschlafen. Im Sitzen! Harry sah nicht aus, als würde er bald siebzehn, eher wie vierzehn. Severus lachte leise. Vorsichtig stand er auf, Harry im Arm haltend. Der Junge war schwer geworden, aber wen wunderte das, er war kräftig und fast ein Mann, auch wenn er gerade nicht so aussah.
Nicht einen Moment überlegte er, ob er ihn wecken sollte. Es war mittlerweile kalt im Raum, das Kaminfeuer war aus und die Kälte der Kerker kroch Severus in die Glieder. Vorsichtig bugsierte er Harry in sein Schlafzimmer, in dem es wohlig warm war und legt ihn ins Bett. Leise legt er sich neben ihn. Was hatte der Junge nur, dass er ihn so sehr faszinierte, das Gefühl hatte, ihn so sehr zu brauchen? Er nahm Harry vorsichtig die Brille ab und legte sie auf den Nachttisch, strich ihm ein paar Haare aus dem Gesicht. Er zog die Decke über Harry und betrachtete ihn. Die tiefen Atemzüge, die leicht geöffneten Lippen und die dichten Wimpern. Plötzlich überkam es ihn und er küsste den schlafenden Gryffindor sanft auf die weichen Lippen.
Ein bisschen erschrocken stand Severus auf und befreite sich von Robe und Hose, dann legte sich wieder ins Bett und schlief ein, sobald er den Wecker gestellt hatte.
Als Harry erwachte, war es stockfinster. Reflexartig tastete er nach seiner Brille und fand sie, wie immer, auf dem Nachttisch. Doch irgendwas war anders. Als sich seine Augen ein wenig an die Dunkelheit gewöhnt hatte fiel ihm auch auf, was. Das war nicht sein Bett, in dem er lag und erst recht nicht der Schlafsaal der Gryffindors. Siedendheiß fiel ihm ein, wo er gestern Abend zuletzt gewesen war und ein kribbeliges Gefühl schlich sich seinen Rücken empor.
Obwohl er sich nicht traute, Licht zu machen, brachten ihm leise Atemgeräusche neben ihm Gewissheit. Er lag in Snapes Bett. Neben Snape.
Er wusste nicht, wie spät es war, der fensterlose Raum ließ keine Vermutungen zu.
Harry öffnete seinen Gürtel und schlüpfte aus seiner Hose, ließ sie dann so leise wie möglich zu Boden sinken. Bloß nicht Snape wecken. Langsam ließ er sich wieder in die weichen Kissen sinken und zog die Decke bis zum Kinn.
Wie sollte er so nur wieder einschlafen? Harry beschloss, sich einfach auf das Geräusch von Snapes regelmäßigem Atem zu konzentrieren.
Er fröstelte ein wenig, das Feuer im Kamin war nur noch ein kleiner rot glimmender Punkt irgendwo in der schwarzen Tiefe des Raumes. Schemenhaft konnte er so langsam Umrisse ausmachen, das Fußende des Bettes, Snape, der neben ihm schlief.
Was war vorhin nur los gewesen? Warum hatte sein Lehrer sich so an ihn geklammert? Harry war sicher, dass irgendetwas vorgefallen sein musste. Nicht, dass es ihm unangenehm gewesen war, im Gegenteil, er hatte es sogar genossen, aber es verwirrte ihn. Mehr als alles andere. War er denn wegen Snape nicht schon verwirrt genug? Musste der Mann sich ihm gegenüber nun in all seiner Verletzlichkeit zeigen? Warum weckte das Vertrauen, das sein Lehrer im schenkte, solch zärtliche Gefühle in ihm?
Zuviele Fragen, die Harry sich nicht beantworten konnte. Es würde ihm wohl nichts weiter übrig bleiben, als alles auf sich zu kommen zu lassen.
Und in diesem Moment fiel Harry auf, dass er traumlos geschlafen hatte. Und unglaublich gut. Das erste mal seit Tagen. Ob es auch Snape gerade so ging?
Harry drehte sich zu ihm und sah ihn an, als ob er so sehen könnte, was in ihm vorging. Plötzlich öffnete Snape seinen Augen. Er lächelte und hob einen Arm um Harry an sich zu ziehen, dann schlief er weiter.
Perplex lag Harry da, spürte die Haut seines Lehrers auf seiner eigenen, dessen Wärme. Sein Herz war kurz davor, zu kollabieren. Lautlos seufzte er und gab sich geschlagen.
Er schloss die Augen und kuschelte sich an Snapes Brust, grub die Hände in den weichen Stoff von dessen Hemd. Ehe er sich versah, war Harry eingeschlafen, umhüllt von Wärme, Dunkelheit und dem mittlerweile so vertrauten Geruch seines Lehrers.
Corvus
Drei Tage waren vergangen, in denen Harry Snape nur im Unterricht hatte zu Gesicht bekommen können. Er hatte Quidditchtraining gehabt und als er einmal abends Snape hatte aufsuchen wollen, war dieser nicht da gewesen. Harry hatte sich gefragt, was Snape unter der Woche so spät abends noch außerhalb von Hogwarts zu tun haben konnte, denn auch auf der Karte der Rumtreiber hatte er ihn nicht finden können.
Doch heute Abend würden sie sich nach dem Abendessen treffen.
Ehrliche Vorfreude versüßte Harry den Schultag, einer der wenigen, der ihm nicht durch snape'schen Unterricht versüßt wurde.
Zäh floss der Tag dahin, bis Harry endlich mit Ron zum Abendessen in die große Halle ging. Wie immer wanderte sein Blick zuallererst zu Snapes Platz am Lehrertisch. Erstaunt musste er feststellen, dass dieser leer war. Grübelnd ließ Harry sich auf seinen Platz sinken und nahm sich Eintopf.
Es kam schon des öfteren vor, dass Snape beim Abendessen nicht anwesend war, aber nur Freitags, wenn er über das Wochenende außer Haus war. Und heute war eindeutig Donnerstag.
Er schlang sein Abendessen hinunter und machte sich dann so schnell wie möglich auf den Weg in die Kerker unter dem Vorwand, in die Euelerei zu gehen.
An Snapes Bürotür angekommen klopfte er, doch nichts geschah. Harry wartete ein paar Minuten, dann klopfte er nochmal, diesmal etwas energischer. Doch nichts rührte sich.
Irritiert ging Harry zurück in seinen Schlafsaal um die Karte der Rumtreiber zu konsultieren. Weder Ron noch Hermine waren im Gryffindorturm zu sehen, was ihm einige unangenehme Fragen ersparte.
Er saß auf seinem Bett und suchte die Karte nach dem Schriftzug „Severus Snape“ ab, doch der war nicht zu finden. Abends war es ziemlich einfach, Namen ausfindig zu machen, wenn das Schloß nicht voller umherwandernder Schüler war, doch so sehr er sich bemühte, Snape war einfach nicht zu sehen.
Just als er die Karte wieder entzaubern wollte, erschien plötzlich ein kleines Fähnchen am östlichsten Rand der Karte, der das Hogwartsgelände markierte. Severus Snape.
Harrys Herz machte einen Hüpfer und er wollte schon losstürmen, als ihm auffiel, dass das Fähnchen sich seit seinem Erscheinen nicht bewegt hatte. Ein ungutes Gefühl beschlich Harry. Er holte seinen Tarnumhang unter dem Bett hervor und verließ den Schlafsaal. Kurz hinter dem Portraitloch verschwand er mit der Karte unter den Umhang und machte sich auf den Weg zur östlichen Grenze Hogwarts. Immer wieder sah er auf die Karte, doch Snape hatte sich noch immer nicht bewegt. Und er war allein. Was also tat er dort, eine halbe Stunde nach ihrer vereinbarten Zeit?
Fünfzehn Minuten später erreichte Harry den Punkt auf der Karte, der in Wirklichkeit ein Ausläufer des verbotenen Waldes war. Er beleuchtete seinen Zauberstab um nicht über Wurzeln zu stolpern. An einer kleinen Lichtung angekommen blieb er stehen und besah sich die Umgebung. Bäume und Büsche. Was wollte Snape hier? Plötzlich entdeckte er etwas schwarzes, das hinter einem Baumstamm verborgen war und wusste sofort, dass sein mieses Gefühl ihn nicht betrogen hatte. Mit drei großen Sätzen war Harry bei Snape, der zusammengesunken und offenbar bewusstlos an einem Baumstamm kauerte.
„Professor?“ flüsterte Harry und stupste ihn an. Doch Severus rührte sich nicht. Er sah völlig fertig aus, seine linke Wange zierten Blutspritzer. Einen idiotischen Moment lang hatte Harry Angst, sein Lehrer sei tot, doch dann hätte die Karte ihn wohl kaum angezeigt.
Was auch immer mit Snape geschehen war, er hatte offenbar seine letzte Kraft dafür verwendet, an den Rand von Hogwarts zu apparieren und sich ein paar Meter auf diese Lichtung zu schleppen.
Harry wusste sich nicht anders zu helfen. „Aguamenti“ flüsterte er richtete seinen Zauberstab auf Snapes Gesicht. Der kam spuckend wieder zu Bewusstsein und sah Harry verwirrt an.
„Entschuldigung“ murmelte der. „Was anderes als Wasser ist mir nicht eingefallen...“
Snape schloss die Augen und schüttelte den Kopf. „Was...machst du hier, Potter?“ fragte er knurrend, fast wieder in sein altes Muster verfallend. Doch Harry ließ sich davon nicht beirren. „Sie retten.“ antwortete er knapp. „Kannst du aufstehen?“ Snape nickte und ließ sich von Harry hochhelfen. Er ging ein paar Schritte und fing dann an, bedrohlich zu straucheln. Harry hechtet vor und konnte seinen Lehrer grad noch auf den Beinen halten. „Gut, dann halt zu zweit.“ murmelte er. Er zog den Tarnumhang über sie beide und hoffte, dass man ihre Füsse auf dem dunklen Gelände nicht sehen würde. Snape schien schon wieder mit der Ohnmacht zu kämpfen während Harry sie beide so schnell wie möglich in Richtung Kerker bugsierte. Am Wasserspender vor Snapes Tür angekommen, atmete Harry ein. Endlich.
„Passwort?“ schnarrte der Gargoyle am Wasserspender. „Keine Ahnung verdammt. Mach auf, sonst krepiert dein Herr!“ zischte Harry. Doch der Gargoyle blieb stumm. Snape schlug kurz die Augen auf und öffnete kaum den Mund als er angestrengt „Corvus“ flüsterte. Die Tür schwang auf.
Erkenntnis
Dieses Kapitel wird leider wieder sehr kurz. Aber es ging mir dafür ohne Nachzudenken völlig flüssig von den Händen. Ich hab lange überlegt, wie ich dieses Kapitel umsetzte und so gefällt es mir sehr gut.
Ich danke euch allen für eure vielen konstruktiven, tollen, mitfierbernden Kommis (besonders xuxu und prayer!!)!! Mir liegt so unglaublich viel an dieser FF und es gibt mir ein unglaublich gutes Gefühl, dass ihr sie so gut annehmt. Vielen Dank!
So gut er konnte bugsierte Harry seinen Lehrer durch das Büro auf die ihm gut bekannte Couch. Die Couch, auf der Snape das letzte Mal ohnmächtig gelegen hatte. Die Couch, auf der sie sich geküsst hatten. Doch für solche Gedanken hatte Harry jetzt keine Zeit.
Die Erleichterung, angekommen zu sein, stand Snape ins Gesicht geschrieben, als er in die Polster sackte, von einem leisen Stöhnen begleitet.
„Wie kann ich dir helfen?“ fragte Harry leise. Snape hielt die Augen geschlossen und bedeute ihm mit einer Handbewegung, zu gehen,
„Das werde ich nicht tun! Severus, du bist völlig am Ende!“ Harry schrie fast. Severus schien vor seinen Augen zu verbluten, er ertrug es nicht, so hilflos zu sein. Die Bluttropfen, die sie auf dem Weg zur Couch hinterlassen hatten, leuchten rot auf dem grauen Kerkerboden. „Severus..!“ setzte Harry noch mal an und endlich regte sich etwas in Snapes Gesicht. „Schreibtisch...untere Schublade...“ murmelte er gerade so laut, dass Harry ihn verstand. Sofort eilte Harry los und nahm eine kleine Dose und eine Phiole aus der Schublade. Er hielt die Phiole mit blauer Flüssigkeit an Severus Lippen und ließ sie langsam hineinlaufen. Fast augenblicklich entspannte sich Snapes Gesichtsausdruck. Offenbar ein Schmerzmittel.
Harry ahnte, was in der Dose war. Er schluckte kurz und begann dann mit klammen Fingern, die Robe seines Lehrers aufzuknöpfen. Als er beim Hemd angelangt war, erschrak er. Es war völlig durchweicht und blutrot. Zittrig entledigte er Snape seiner Robe und Hemd, um einen über und über mit Schnitten übersäten Oberkörper frei zu legen. Zischend zog Harry Luft zwischen den Zähnen ein. „Du warst bei Voldemort.“ stellte er mit finsterer Miene fest. Severus widersprach nicht, entweder weil er nicht konnte oder wollte, aber Harry wusste es. Gefährlich nah an an Snapes Halsschlagader klaffte ein tiefer Schnitt, den Harry zuerst mit der Salbe aus dem Döschen einrieb. Fast sofort schloß sich die Wunde und hinterließ nur eine feine Narbe, die kaum zu sehen war. Bei genauerer Betrachtung fielen Harry viele dieser feinen Narben an Snapes Körper auf und er fragte sich, warum sie ihm vorher nie aufgefallen waren, ob sie überhaupt irgendwem auffielen. Ob irgendwer ahnte, was dieser Mann alles durchmachte.
Schnitt für Schnitt rieb Harry Snape mit der Salbe ein, richtete dann dessen Oberkörper mit einiger Kraftanstrengung auf, um auch die Schnitte am Rücken zu versorgen. Dann befreite er seinen Lehrer von seiner Hose und stellte erleichtert fest, dass keine weiteren Wunden zu sehen waren. Er ging in Snapes Schlafzimmer um eine Decke zu holen und breitete sie anschließend über Snape, der mittlerweile zu schlafen schien, aus.
Völlig erschöpft ließ er sich dann auf den Sessel an Severus' Kopfende fallen und atmete tief durch. Er löste seine Krawatte und sah Snape an. Wieder und wieder versuchte er sich auszumalen, was passiert sein konnte, dass Voldemort Snape so zugerichtet hatte, die schlimmsten Szenarien spukten durch seinen Kopf.
Dann stand er auf und nahm sich ein Glas Feuerwhiskey aus Snapes Vitrine. Der Alkohol beruhigte seine Nerven und Harry fing an, sich zu entspannen. Nachdenklich beobachtete er Severus, wie sich sein Brustkorb gleichmässig hob und senkte, strich ihm zärtlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Dann zog er wie ertappt die Hand zurück.
Er hatte verdammt noch mal eine Scheißangst um seinen Lehrer gehabt. Und nun verwandelte sich seine Besorgnis, seine Verlustangst in zärtliche Zuneigung. Ein warmes Gefühl in seiner Brust, dass Harry nur als Liebe deuten konnte.
Schlagartig ermüdet von dieser Erkenntnis schlief Harry ein, im sitzen mit angezogenen Knien, eine Hand auf der Couchlehne ruhend.
Verschlafen
Als Harry am nächsten Morgen erwachte, wunderte er sich, noch bevor er die Augen geöffnet oder sein Gehirn richtig zu arbeiten begonnen hatte, über die schwere Stille die um ihn herum herrschte. Als nächstes spürte er Schmerz. Er öffnete die Augen und bemerkte, dass er noch immer auf dem Boden in Snapes Büro kauerte. Sein Rücken dankte ihm diese umbequeme Pose nicht. Vorsichtig versuchte er, sich aufzurichten und hob den Kopf.
Severus lag noch immer dicht vor ihm auf der Couch und schlief fest. Harry hätte nie gedacht, dass sein Lehrer so tief schlafen konnte, er hatte ihm so eine Art Todesser-Paranoia zugetraut, die Tiefschlaf verhinderte. Doch Snape lag mit entspanntem Gesicht und leicht geöffneten Lippen ganz nah vor ihm und atmete gleichmässig und ruhig.
Ohne zu wissen, was er da eigentlich tat, kroch Harry auf das Sofa und legte sich neben Snape, um ihn besser beobachten zu können.
Was verbarg sein Lehrer vor ihm? Zweifel keimten in ihm auf, warum hatte Severus sich ihm nocht anvertraut? Warum hatte er ihn nicht damit belasten wollen, wo Harry doch deutlich gespürt hatte, dass Snape sich wahrscheinlich nichts sehnlicher wünschte, als dass man ihm endlich erlaubte, auch mal Schwäche zu zeigen. Warum war der Mann nur zu stolz um sich einzugestehen, dass er auch nur ein Mensch war wie alle anderen? Warum glaubte er bloss, all das Elend allein ertragen zu müssen?
Zärtlich strich Harry dem Schlafenden über sein jetzt bläulich verfärbtes Jochbein. Snapes Haut war erstaunlich warm und weich. Als er ihn gestern mit der Salbe behandelt hatte, war Harry das gar nicht aufgefallen. In diesem Moment registrierte er, dass sein Lehrer neben ihm unter der Decke nichts trug ausser seinen Short, was Harry augenblicklich das Blut in den Kopf schießen ließ. Er wollte nicht darüber nachdenken, warum das mit ihm geschah, das hatte Zeit. Erst mal musste er mit Severus reden. Er wollte alles wissen, wollte, dass Severus ihm vertraute.
Endlich gab er seinem Drang nach und hauchte Snape einen sanften Kuss auf die Lippen. Als er sich wieder von ihm löste, sah er in schmale schwarze Augen. "Was genau machst du da?" fragte die dunkle Stimme ganz nah an seinem Ohr. Ertappt schlug Harry die Augen nieder und lief dunkelrot an. "Ich...äh...weiß nicht so genau...ich dachte, du schläfst..." stotterte er und spürte, wie Severus ihn musterte.
"Es tut mi-" weiter kam er nicht, denn Severus hatte seine Arme und Harry geschlungen und ihn an sich gezogen. Völlig überrumpelt ließ er es einfach geschehen. immerhin hatte er beschlossen, jetzt nicht nachzudenken und dabei würde er es auch belassen. Er schmiegte sich an seinen Lehrer und vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge.
"Danke, Harry." erklang es leise neben ihm. Harry hätte am liebsten geheult. Dass Severus sich bei ihm bedankte, machte ihn irgendwie unsagbar glücklich und er drückte sich noch naher an seinen Lehrer. Einige Minuten verharrten sie so, Arm in Arm, schweigend.
"Verdammte Scheiße, Severus, wie spät ist es?" schrie Harry plötzlich los. Es war Freitag früh, Harry hatte Unterricht und Snape wahrscheinlich auch. Mit entsetztem Gesicht sah Harry zur Uhr, nur um noch entsetzter aufzuspringen. Das Frühstück war schon vorüber und der Untericht begann in zehn Minuten. Hektisch verabschiedete er sich von Severus, der immer noch etws benommen wirkte und rannte aus dem Büro.
Er beschloss, sich das Umziehen zu sparen und rannte gleich zum Unterricht, McGonagall würde ihn umbringen, wenn er zu spät kam. Hermine sah ihn nur musternd an, als er in das Klassenzimmer gerannt kam, sagte aber nichts, Zeit dazu wäre eh nicht gewesen, da in diesem Moment ihre Lehrerin den Raum betrat. Das Gespräch mit Severus musste also warten.
Harry seufzte in Gedanken und wurde dann rot, weil sich die halbe Klasse nach ihm umgedreht hatte und auch McGonagall, die mit hochgezogener Augenbraue weiter sprach, seine geistige Abwesenheit nicht verborgen geblieben war. Es hatte keinen Sinn, sich den Kopf zu zerbrechen, Harry beschloss, sich den Rest des Tages so gut es ging auf den Unterricht zu konzentrieren.
Mittagspause
Es war nicht zum Aushalten. Obwohl Harry sich vorgenommen hatte, den Rest des Tages konzentriert dem Unterricht zu folgen, bestand seine einzige Motivation darin, Severus beim Mittagessen sehen zu können.
Wie unglaublich albern, rügte Harry sich selbst.
Er war kurz davor, sich selbst für verrückt zu erklären, doch immer wieder schossen ihm Bilder der vergangenen Wochen durch den Kopf. Bilder von einem verletzlichen Snape, der sich an ihn klammerte, ihn stundenlang in seinen Armen hielt. Das vor Blut nasse Hemd, dass er ihm vom Körper geschält hatte und das schmerzverzerrte Gesicht. Die regelmäßigen Atemzüge, die er machte, wenn er schlief. Das etwas deplatziert wirkende Lächeln, wenn er sich über sich selbst wunderte. Und letztendlich, unvermeidbar, Snapes lüsterner Gesichtsausdruck und die heisere Stimme. So oft gesehen und gehört in seinen Träumen. Und das eine Mal...
Wieder merkte Harry, wie er rot wurde. Verdammt, warum nahm ihn das immer noch so mit, nach all den Wochen?? Weil er wollte, dass es nicht einmalig blieb? Weil er diese Träume nicht mehr hatte, seit er Severus so nah war? Weil er glaubt, sich tatsächlich verliebt zu haben?
Noch so eine Sache, die Harry dringend überdenken müsste vor ihrem nächsten Aufeinandertreffen. Liebte er Severus Snape? Einen Mann, der vermutlich nur in seiner Gegenwart als liebenswürdig zu bezeichnen war? Der 22 Jahre älter als er und noch dazu sein Lehrer war? Und der, bei Merlin, den wohl gefährlichsten Job der Zaubererwelt hatte?
Harry vergrub das Gesicht in seinen Händen, völlig vergessend, dass er eigentlich gerade im Unterricht saß. Nicht, dass das Professor Trelawney gestört hätte. Ron dümpelte auch nur abwesend vor sich hin, niemand störte Harry dabei, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie das alles weiter gehen sollte. Und er konnte auch mit niemandem darüber reden. Außer Hermine vielleicht, wobei er glaubte, bei diesem speziellen Problem nicht unbedingt beraten werden zu können. Nicht mal von seiner besten Freundin.
Seufzend erhob Harry sich von seinem Platz, als es zum Stundenende klingelte. Es war Mittagspause, nun würde er Severus zumindest sehen können. Er schüttelte den Kopf. Er benahm sich eindeutig, wie ein verliebtes Schulmädchen.
Was, wenn es Severus überhaupt nicht so ging wie ihm? Wenn er einfach nur einen Weg suchte, diese lästigen Träume los zu werden? Andererseits war er es gewesen, der sich an Harry geklammert hatte, ihn in sein Bett gelegt hatte, immer wieder Treffen anberaumte. Was fühlt Snape für ihn?
Und selbst, wenn da etwas war zwischen ihnen, wenn Snape sich wirklich zu Harry hingezogen fühlte, würde er seinen Job und seinen Ruf riskieren. Würde er solch ein Risiko eingehen um mit Harry zusammen zu sein?
Harry fühlte sich hundeelend, je mehr er darüber nach dachte. Das Beste würde es wohl sein, wenn er einfach alles vergaß und Severus niemals darauf ansprach. Missmutig trottete Harry weiter neben Ron in Richtung Große Halle, als ihm plötzlich ein nur zu vertrauter Geruch in die Nase stieg. Als Ron dann auch noch wie von der Tarantel gestochen stehen blieb, sah Harry sich in seiner Vermutung bestätigt und hob den Kopf.
"Potter! Mitkommen, sofort!" bellte Severus Snape, der wie eine Erscheinung plötzlich vor ihm stand.
"Ron stotterte ein "Aber Sir...Mittagessen..." wurde von Snape aber mit einem finsteren Blick zum Schweigen gebracht. Harry lächelte seinen besten Freund müde an. "Ist schon okay. Ich komm nach." dann ließ er Ron einfach stehen und folgte Snape wohin auch immer.
Einige Minuten später betraten sie einen verwaisten Gang, der nicht mal beleuchtet war. Harry fragte sich stirnrunzelnd, was Severus hier mit ihm wollte und verdrängte dann innerlich albern kichernd, ein paar schmutzige Gedanken.
Severus zog seinen Zauberstab und vollführte eine kleine Bewegung, woraufhin sich eine Tür zu ihrer linken öffnete. Er bedeutete Harry, ihm zu folgen und schloss die Tü danach wieder mit einem Wink seines Zauberstabs.
Sie standen in einem alten Klassenzimmer, das nun offenbar als Klubzimmer für irgendeine AG genutzt wurde. Es gab einige Sessel, die um einen großen niedrigen Tisch standen und diverse Landkarten an den Wänden.
Noch bevor Harry dazu kam, Severus zu fragen, was er hier wollte, war der mit drei großen Schritten auf ihn zu geeilt und zog ihn in eine innige Umarmung.
Harry blieb die Luft weg vor Schreck und sein Herz machte einen gefährlichen Hüpfer. Behutsam legte er seine Arme um den breiten Rücken seines Lehrers und legte seine Stirn in dessen Halsbeuge.
All die Zweifel und negativen Geanken der vorigen Stunden waren vergessen. Harry wollte nichts mehr, als dass dieser Moment ewig währte, kein Kampf gegen Voldemort, kein Schulabschluss, nur er und Severus, Arm in Arm.
Nach einigen Minuten löste Snape sich von ihm und sah ihn etwas erschöpft an.
"Tut mir leid. Ich wollte dich nicht so überfallen, aber..." er seufzte und senkte den Kopf. Wieder einmal war es Harry ein Rätsel, wie dieser Mann es schaffte, ein so perfektes zweites Gesicht für die "Außenwelt" aufrecht zu erhalten.
"Du musst dich nicht entschuldigen. Ich hab dich immerhin darum gebeten. Ich bin so froh, dich so sehen zu dürfen...also, ich meinte nicht, dass ich froh bin, dass es dir schlecht geht sondern....ach du weißt schon!!" schloß Harry seinen Satz und spürte genau, dass er schon wieder rot geworden war.
Severus lächelte traurig, aber dankbar und lehnte seine Stirn an Harrys. Wieder diese vertraute Geste.
"Ich weiß Harry. Ich weiß." flüsterte er und seine Stimme jagte leise Schauer über Harrys Rücken.
Harry wusste nicht mehr, was er tat, als einfach seine Hände hob und Severus' Gesicht streichelte. Als er hinaufsah in diese tiefschwarzen Augen, die ihn fasziniert beobachteten. Als er einfach die Augen schloß und seinen Lehrer sanft küsste.
Traumlostrank
Eine schwere Geburt. Entschuldigt, dass ich so lange dafür gebraucht habe.
Es wird dramatisch. Aber das nächste Kapitel ist schon fast fertig, falls das wen tröstet.
Vielen Dank für all die Kommentare und eure Unterstützung!
Die Berührung ihrer Lippen fühlte sich so anders an, so viel besser als alles, was er jemals hatte empfinden dürfen. Nun, da er sich über seine Gefühlslage im Klaren war, gab es für ihn nichts zu bereuen, nichts wofür er sich schämen musste. Er wusste, dass Severus ihn zurückweisen konnte, dass er alles nur noch schlimmer machen konnte und dass er ihn in ein noch größeres Gefühlschaos stürzen konnte.
Die Wärme, die vom Körper der anderen ausging, ließ Harry schwindeln. Mit angehaltenem Atem stand er vor ihm, spürte, wie Severus Brustkorb sich hob und senkte, etwas schneller als zuvor, wie der warme Atem seine Wangen und sein Kinn streichelte. Keiner von ihnen wich zurück, sie verharrten in der zarten Berührung ihrer Lippen bis Severus ein leises Seufzen hören ließ und Harrys Hände in seine nahm und langsam von seinem Gesicht zog. Dann löste er sich langsam von ihm und sah Harry eindringlich an.
Harrys Augen versanken in den schwarzen seines Lehrers, die ihn prüfend und mit einer Spur Unsicherheit studierten. Dann schien der seiner Sprache wieder zu finden.
„Was war das?“ fragte er mit rauer Stimme. Harry hielt den Blickkontakt, sah seinen Lehrer ruhig an. Plötzlich war ihm alles so klar. Er wollte einfach nur mit Severus zusammen sein, ihn lieben, ihn küssen, ihn spüren.
„Ich hab mich verliebt.“ stellte Harry sachlich fest, lächelte dabei aber nicht. Es war ihm ernst. Er wusste nicht, wo seine Unsicherheit hin war, seine Schüchternheit und Zurückhaltung, es war ihm auch egal.
„Warum?“ Er hätte jede Antwort von Severus erwartet aber nicht diese. Er überlegte einen Moment.
„Ich bin kein kleiner dummer Junge, du weißt das.“ setzte er an und bekam ein kleines Nicken von Severus. „Die Zeit, die in den letzten Wochen mit dir verbracht habe, ist mir so wichtig geworden. Du bist mir wichtig. Ich kann es nicht richtig beschreiben, aber ich möchte auf das alles nicht mehr verzichten. Deine Gesellschaft, auch wenn wir nur schweigend dasitzen. Aber auch unsere Gespräche. Wie du mich ansiehst oder wenn du mich umarmst. Das macht mich alles so glücklich, auch wenn es mich verwirrt. Und gestern hast du mir so Angst gemacht. Ich dachte du stirbst mir unter den Händen weg. Das hat mir das alles bewusst gemacht. Ich weiß, dass es unvernünftig ist.“ schloß Harry und atmete tief ein, wie um sich selbst zu bestärken.
Severus Augen waren wachsam auf ihn gerichtet, hatten ihn genau beobachtet, bei jeden Wort, das seine Lippen verlassen hatte. Jede Gefühlsregung, die dabei über Harrys Gesicht geglitten war.
Wieder nickte Severus ruhig, sagte aber nichts.
„Ich will dich nicht unter Druck setzen.“ fügte Harry hinzu, etwas verunsichert durch Severus Zurückhaltung. „Ich weiß.“ sagte Snape und schien dann etwas planlos. Vielleicht überlegte er, was er Harry sagen sollte, wie er ihm beibringen konnte, dass das nichts werden würde mit ihnen, vermutete Harry.
„Du weißt, ich bin wesentlich älter als du.“ begann Severus. Harry wollte widersprechen, beschloss dann aber, seinen Lehrer ausreden zu lassen.
„Du bist mir wichtig, Harry. Obwohl wir so verschieden sind, haben wir so viel gemeinsam, kennen beide den Schmerz von Verlust und die Angst vor dem Tod. Das ist wahrscheinlich keiner deiner Beweggründe, aber das ist es, was uns verbindet. Ich brauche dich, das gebe ich offen zu und ich beanspruche deine Nähe und deinen Trost sicher viel zu oft, als es gut für dich ist. Und ich stehe in deiner Schuld. Du hast mich gerettet gestern Abend. Aber ich kann das nicht verantworten, ich bin dein Lehrer, ein Spitzel des Dunkeln Lords und Dumbledores. Ich bin eine Gefahr für dich.“ Severus raufte sich die Haare.
„Es tut mir leid, Harry. Was auch immer du für mich empfindest, ich kann das nicht erwidern.“
Der Schmerz, der während Snapes Ansprache in Harrys Brust wuchs, nahm ihm fast den Atem. Er wollte das nicht glauben. Er konnte das nicht glauben. Das war unmöglich, Severus konnte unmöglich so kalt sein. Er spürte, wie sich seine Augen mit Tränen füllten. Sein Hals war trocken und er fühlte sich, als müsse er sich übergeben. Severus sah ihn nicht an.
„Es tut mir leid.“ wiederholte er und verließ dann das Klassenzimmer.
Harry starrte ihm hinterher auf die geschlossene Tür, keine Ahnung wie lange, bis er zu Boden sank, außerstande einen klaren Gedanken zu fassen. Die Tränen liefen ihm ohne Unterlass bis es irgendwann nur noch schwarz um ihn wurde.
Als Harry erwachte, lag er ein einem weichen Bett mit weichen weißen Bezügen. Intuitiv tastete er nach seiner Brille, fand sie und setzte sie auf. Er lag im Krankenflügel und es war dunkel.
Wie lange war er weggetreten gewesen? Den ganzen Tag? Sein Kopf surrte und seine Ohren pochten. Warum war er hier?
Dann erinnerte er sich und wünschte, er hätte es nicht getan. Der Schmerz holte ihn mit unbeschreiblicher Gewalt ein, dass es ihn fast erstickte. Er musste würgen und gab ein ersticktes Schluchzen von sich.
Madam Pomfrey kam herbeigeeilt, mit mehr als besorgtem Gesichtausdruck.
„Merlin sei Dank, endlich!“ rief sie und fühlte Harrys Stirn. „Kein Fieber mehr, sehr gut.“ stellte sie fest und drückte ihn sanft zurück in die Kissen.
Fieber? Warum hatte er Fieber gehabt? Wie lange hatte er geschlafen? Die Krankenschwester drückte ihm einen Becher mit dunkelblauer Flüssigkeit in die Hand, die Harry nur zu gut kannte. Folgsam trank er und war innerhalb von Sekunden wieder eingeschlafen ohne seine Grübeleien zu ende führen oder eine Frage stellen zu können.
Als er das nächste Mal erwachte war es hell und hellblaue Augen blickten ihn besorgt an. Mühsam richtete er sich auf und bekam seine Brille in die Hand gedrückt. Ron saß an seinem Bett und schien unendlich erleichtert. Hermine schlief an seinem Fußende mit dem Kopf auf die Matratze gelehnt.
„Alter, bin ich froh!“ krächzte sein bester Freund und drückte ihn vorsichtig.
„Ron...was...wie lange hab ich geschlafen?“ fragte Harry heiser. Seine Stimme schien länger nicht benutzt.
Die blauen Augen wurden groß und blickten ihn verwundert an.
„Harry, du hast nicht geschlafen. Madam Pomfrey hat gesagt, du lagst im Koma!“
„Was...aber...wie lange?“ fragte Harry. Er war völlig durcheinander. Koma? Warum? Wieder holte ihn die Erinnerung an sein letztes Treffen mit Snape ein.
„Drei Wochen...“ murmelte Ron und sah Harry besorgt an.
Das konnte nicht sein. Er hatte drei Wochen geschlafen? Drei ganze Wochen? Harry war unendlich erschrocken und durcheinander. Das konnte einfach nicht sein.
„Was ist denn passiert?“ fragte Ron, doch in diesem Moment öffnete Hermine die Augen und sah Harry perplex an.
„Harry! Oh mein Gott, endlich! Ich bin so froh!“ rief sie mit tränenverschleierten Augen und fiel ihm in die Arme. „Ich hab mir solche Sorgen gemacht!“
Noch immer war Harry nicht der Lage etwas zu antworten, sein Gehirn schien irgendwie nicht richtig zu funktionieren.
„Was hat Snape mit dir gemacht? In der Mittagspause ist er plötzlich aufgetaucht und du bist mit ihm weg und danach hat dich ein Ravenclaw bewusstlos in einem Klassenzimmer gefunden. Was ist passiert?“ fragte Hermine. Die Sorge stand ihr mehr als deutlich ins Gesicht geschrieben.
Harry zuckte die Schultern. Er wusste es nicht. Er hatte auf dem Boden gehockt und geweint, nachdem Snape gegangen war und mehr wusste er nicht.
„Was ist mit Snape?“ fragte er stattdessen.
„Der hat gekündigt. Am Tag darauf.“ antwortete Hermine vorsichtig. „Deshalb dachten wir alle, er hätte sonstwas mit dir gemacht.“ Harry meinte, seine Eingeweide würden platzen. Severus hatte gekündigt. Einfach so hatte er sich aus dem Staub gemacht und Harry hier gelassen. Wieder schossen ihm die Tränen in die Augen, was seine beiden Freunde vollends verwirrte.
Doch in diesem Moment kam, wie ein guter Engel, Madame Pomfrey und scheuchte seine Freunde aus dem Krankenflügel. Harry brauche Ruhe, verkündete sie und reichte ihm anschließen mit ähnlich grenzenlos besorgter Miene wie Hermine ein erneutes Becherchen Traumlostrank.
Zwischenspiel
Und schon geht es weiter. Allerdings ist dieses Kapitel eh rein informativer Natur, es passiert also nichts.
Keepsake – One Season too late
He's in the back of your mind
all of the time
learn to forget
love. leave. forget.
And when I sit alone
I think of what you said
better off just friends
I'm better off just dead
And the hardest thing I do
is wake up without you
when everything falls apart
the emptiness leaves a mark
Im darauffolgenden Sommer machte Harry zusammen mit den anderen seinen Schulabschluss. Er hatte währenddessen nichts von Snape gehört, nicht mal Dumbledore konnte oder wollte ihm Auskunft erteilen. Er dachte viel darüber nach, warum Severus wohl gekündigt hatte und wohin er gegangen sein konnte. Dachte darüber nach, was geschehen wäre, wenn er ihm nicht seine Liebe gestanden hätte. Doch all das Grübeln brachte ihn nicht weiter.
Er schloss als Drittbester des Jahrgangs ab, nachdem er sich ins Lernen gestürzt hatte um Severus zu vergessen. Genutzt hatte es nichts, außer der Möglichkeit, nun eine Aurorenausbildung machen zu können.
Er hatte beschlossen, sich voll und ganz dem Kampf gegen Voldemort zu widmen, lernte wie ein Besessener, wurde Mitglied des Ordens des Phönix, zu dessen Treffen Severus selbstverständlich nicht mehr erschien. Offiziell wurde davon ausgegangen, dass Snape nun wieder zu den Todessern übergelaufen war, doch Harry glaubte nicht daran.
An einem regnerischen Januartag war es dann soweit. Remus und er hatten ein Todessertreffen ausfindig gemacht und der Orden hatte sich entlang der Schutzzauber Voldemorts postiert. Auf ein Signal hin hatten sie die Barrieren gebrochen und angegriffen. Harry war gewappnet, er hatte genau gewusst, was er zu tun hatte. Als er Voldemort entwaffnet hatte, spürte er keinerlei Emotionen, auch nicht, als er den Unverzeihlichen sprach, der seinem Gegner endlich ein Ende bereitete. Dumbledore hatte ihn all die Zauber gelehrt die nötig waren, die dunkle Magie Voldemorts zu bannen. Seine Ordenskollegen hatten die Horkruxe vernichtet, und die Schlange Nagini hatte bereits immer Sommer ihr Leben gelassen.
Harry war nun endgültig der Held der Zauberwelt, ihr beschissener Messias, der er nie hatte sein wollen und auch seit langem keinen Sinn mehr darin sah. Moody, Charlie Weasley und einige Todesser, unter anderem Lucius Malfoy hatten in der Schlacht ihr Leben verloren und wurden als Kriegshelden verehrt. Die Zaubererwelt gab sich alle Mühe, ihre dunkle Vergangenheit zu vergessen. Man bot Harry die Stelle als Vizezaubereiminster an, die er dankend ablehnte, um endlich in Ruhe leben zu können. Er bezog eine nette kleine Wohnung am Rande Londons, bewusst in einer Muggelgegend und brach den Kontakt zu den meisten Bekannten ab. Ab und an besuchte ihn Remus, manchmal auch zusammen mit Tonks und Ron und Hermine besuchten ihn regelmässig, auch wenn sie jedesmal mit diesem besorgten Gesichtsausdruck wieder gingen, der sich in den letzten Monaten in ihre Gesichter gemeißelt zu haben schien.
Es ging Harry nicht schlecht. Auch wenn alle das dachten. Der finale Kampf hatte Spuren hinterlassen, was zu erwarten gewesen war. Er fühlte sich erschöpft und ausgelaugt und seiner Daseinsberechtigung beraubt. Eigentlich ein ganz gutes Gefühl. Doch seit der Sache mit Snape stimmte irgendwas nicht mit ihm. Die Emotionslosigkeit, die alle besorgte, störte ihn nicht. Es bewahrte ihn vor vielem, solange er wach war und nicht träumen musste. Traumlostrank war seine Droge geworden und die Emotionslosigkeit eine zu erwartende Nebenwirkung. Harry wusste das und begrüßte es.
Er hatte mit keinem seiner Freunde jemals über sich und Severus gesprochen. Er wusste, dass sie es nicht verstanden hätten. Oder er vermutete es zumindest. Doch die Erinnerung, die er damals in Snapes Büro gefunden hatte, besaß er noch immer. Er hütete sie wie seinen einzigen Schatz. Er wusste nicht, wieso er das tat, warum er sie aufgehoben hatte. Es war nicht so, dass er sie sich ständig ansah oder unter sein Kopfkissen legte oder solch alberne Dinge, es beruhigte ihn einfach nur auf perverse Weise, dass sie existierte. Sein Beweis für das was zwischen ihnen gewesen war. Oder auch nicht.
Eigentlich dachte er nicht mal mehr oft an Severus. Und wenn, dann war es der Schmerz, der ihn zwang, wieder an etwas anderes zu denken. Dann versuchte er, über sich selber zu lachen, was meistens gründlich misslang. Harry hielt nicht viel davon, alte Wunden wieder aufzureissen.
Er plante, eine Zeit lang von seinen Ersparnissen zu leben, die er bei Gringotts in Pfund tauschen ließ und sich dann irgendwann einen Job zu suchen, wenn es ihm zu langweilig wurde. Er hatte ganz vergessen, wie unterhaltsam Muggelfernsehen doch war. Harry tat Dinge, die ein normaler Achtzehnjähriger auch tat, er sah fern, kaufte sich eine Spielkonsole und einen Computer, surfte im Internet und ging abends mit seinem Muggelnachbar einen Trinken oder in Clubs.
Sein Freundeskreis beschränkte sich auf wenige Leute, von denen die meisten mittlerweile Muggel waren und keine Ahnung hatten, mit wem sie es zu tun hatten. Für sie war er einfach ein Junge, der von Land in die Stadt gezogen war. Seinen Zauberstab trug er zwar immer bei sich, doch er benutzte ihn kaum.
Er lebte einfach in den Tag hinein und versuchte, das beste draus zu machen. Er lernte sogar ein Mädchen kennen, das ihm seine Liebe gestand. Er traf sich ein paar Wochen mit ihr und erklärte ihr dann, dass aus ihnen nichts werden würde.
Alles in allem führte er ein sinnloses, langweiliges Leben ohne Richtung und Gestalt.
He's in the back of your mind
all of the time
learn to forget
love. leave. forget.
And when I sit alone
I think of what you said
better off just friends
I'm better off just dead
And the hardest thing I do
is wake up without you
when everything falls apart
the emptiness leaves a mark
Rückkehr
Es war schon spät am Abend, als Harry seine Wohnung betrat, im Arm eine Flasche Bier und eine DVD, die er sich ausgeliehen hatte. Ein Actionfilm. Er kickte die Schuhe von den Füßen und hängt seine Jacke an die Garderobe, dann ging er ins Wohnzimmer, legte die DVD ein, öffnete sein Bier und ließ sich auf die Couch fallen. Hedwig hob kurz ihren Kopf, nur um ihn dann wieder unter ihren Flügel zu stecken und weiter zu schlafen. In letzter Zeit schlief sie fast nur noch, Harry war ihr offenbar zu langweilig.
Der Film war wie erwartet, platt und actionreich und noch vor Ende war Harry auf der Couch eingeschlafen. Er träumte wirres Zeug von der Schlacht gegen Voldemort, seit langem mal wieder, weil er seinen Traumlostrank nicht genommen hatte.
Nach einiger Zeit wurde der Traum klarer und er schien wieder in Hogwarts zu sein, auch wenn offenbar keine Schüler da waren.
Er lief durch die leeren Gänge, auf der Suche nach etwas, das offenbar nicht da war. Plötzlich spürte er einen leichten Windhauch und fuhr herum. Vor ihm stand Severus, wie immer, in der konservativen Robe, autoritär, wie man es von ihm gewohnt war, und sah Harry an. „Was tust du hier?“ fragte er grollend und kam bedrohlich einen Schritt näher. „Ich suche dich.“ antwortete Harry und streckte eine Hand nach ihm aus. Severus rührte sich nicht. „Warum?“ fragte er stattdessen. „Vermisst du mich?“ ein süffisantes Lächelt umspielte seine Mundwinkel. „Ja, das tue ich.“ antwortete Harry und kam einen Schritt näher. Nur noch eine Handbreit trennte sie nun voneinander.
Prüfend sah Severus ihn an. „Warum?“ fragte er wieder. „Frag nicht so blöd!“ gab Harry zurück und wurde im selbem Moment am Kragen gepackt und an Severus' Brust gezogen. „Du bist blöd!“ grinste Severus. Harry kicherte albern. Sie schienen dieses Spiel öfters zu treiben. Harry hob die Hand und zog sanft an einer Haarsträhne, die Snape ins Gesicht fiel. „Idiot!“ hauchte er und küsste ihn. Der Kuss wurde stürmisch erwidert, ein kräftiger Arm umschlang ihn und eine große Hand packte seinen Hintern. Kleidung fiel zu Boden, als die beiden Männer übereinander her fielen, mitten im Gang, sich schwer atmend küssten und dann in einer Ecke verschwanden, Harrys Hemd und Snapes Robe blieben einfach dort liegen, wo sie hingefallen waren.
Mehr Kleidung machte geschickten Händen und gierigen Küssen Platz, begleitet von lautem Schnaufen und Schmatzgeräuschen. Ohne weitere Worte ließ Harry sich auf die Knie nieder und fing an, an Snapes praller Erektion zu saugen, was dem ein ersticktes Keuchen entlockte. Doch Severus zog ihn gleich wieder zu sich nach oben und drehte ihn um. Wie einstudiert beugte Harry sich vor und stützte sich an der kalten Wand ab.
Ein Klapser auf den Hintern, dann drang Severus mit einem tiefen Stöhnen in ihn ein und verharrte einen Moment schwer atmend. Dann fing er an, in ihn zu stoßen. Er beschleunigte seinen Rhythmus, stieß härter zu, die Hände in Harrys Hüften gekrallt. Es dauerte nicht lange, bis sie fast synchron ein lautes Stöhnen hören ließen und erschöpft und verschwitzt zu Boden sanken.
Nebeneinander lehnten sie an der kalten Steinwand, Harrys klebrige Hand in Severus'.
„Ich hab dich vermisst.“ sagte er. „Ich dich auch.“ murmelte Snape.
Harry erwachte schweißgebadet, mit Herzrasen und schmerzender Erektion. Das konnte doch nicht wahr sein. Das war schlichtweg unmöglich. Warum ausgerechnet heute? Er hatte seit damals keinen solchen Traum mehr gehabt, was bedeutete das? Hieß das, dass Severus das auch geträumt hatte? Völlig geschlaucht stand er auf und ging ins Bad um zu duschen.
Während das warme Wasser über seinen Körper rann, versuchte Harry sich zu erinnern, wie die Träume früher gewesen waren. Hatten sie sich genauso angefühlt? Definitv, beschloss Harry. Diese merkwürdigen Träume, die ihn und Severus verbunden hatten. Hieß das, dass Severus an ihn dachte? Oder dass Harry sie wohlmöglich die ganze Zeit gehabt hätte, wenn er nicht jeden Abend Traumlostrank genommen hätte? Er musste irgendwie rausfinden, was es mit diesen Träumen auf sich hatte. Gleich am nächsten Tag würde nach Hogwarts reisen und die Bibliothek durchforsten. Er musste es wissen, ein für alle mal.
Es war ein komischen Gefühl, dorthin zurückzukehren, wo er den glücklichsten Teil seiner Kindheit zugebracht hatte. Es waren Osterferien, also keine Schüler im Schloss. Dumbledore empfing ihn freudig am Tor, umarmte ihn herzlich und erkundigte sich nach dem Grund seines Besuches. Harry gab vor, etwas recherchieren zu müssen, erläuterte jedoch keine Einzelheiten. Der Schulleiter nahm das mit hochgezogener Augenbraue zur Kenntnis, fragte aber nicht weiter. Er verpflichtete Harry, später auf eine Tasse Tee in sein Büro zu kommen und entließ ihn dann in die Bibliothek.
Harry zog sich in seine alte Lieblingsecke zurück, bewaffnet mit einem Stapel Bücher. Nach drei Stunden begannen seine Augen zu brennen und er hatte noch immer nichts Brauchbares gefunden. Er beschloss, eine Pause zu machen und Dumbledores Einladung wahrzunehmen. Vor dem Wasserspeier angekommen sagte er das Passwort und ließ sich dann von der großen Wendeltreppe zum Büro des Schulleiters bringen.
Schon wieder
Severus war unruhig. Es war mal wieder einer dieser Tage nach einer dieser Nächte gewesen. Obwohl er wirklich lange keinen solchen Traum mehr gehabt hatte. Eigentlich seitdem er Harry damals so nahe gekommen war. Er fuhr sich müde durchs Haar. Seit Stunden saß er an seinem Schreibtisch und durchsuchte erneut all die Unterlagen, die in er in den Wochen nach seiner Kündigung zusammengetragen hatte. Doch gefunden hatte er weder damals noch heute etwas.
An dem Tag, an dem er Harry das letzte Mal gesehen hatte, hatte der bewusstlos im Krankenflügel gelegen. Nur ungern erinnerte er sich daran, die schrecklich der Junge ausgesehen hatte. Wie verzweifelt er ihn angesehen hatte, als er ihn am Tag davor zurückgewiesen hatte. Als er ihn in der Mittagspause einfach in das alte Klassenzimmer entführt hatte, wollte er ihm eigentlich nur seine Entscheidung mitteilen. Doch irgendwie war alles aus dem Ruder gelaufen.
Er hatte es kommen sehen, schon am Morgen, als er davon aufgewacht war, dass Harry ihn küsste. Gleich darauf war er zu Dumledore geeilt und hatte von Todesserteffen am Vortag berichtet. Der dunkle Lord war unzufrieden mit seinen Informationen gewesen, hatte gespürt, dass Severus etwas vor ihm verbarg. Mit Mühe und Not war es ihm gelungen zu fliehen, als Potter ihn dann gefunden hatte. Es war ihm nichts anderes übrig geblieben, als unterzutauchen. Und ein paar Monate später hatte Harry Voldemort getötet.
Severus hätte zurückkehren können, doch sich bewusst dagegen entschieden. Er hätte es nicht ertragen, wenn Harry nicht bereit gewesen wäre, ihm zu verzeihen.
Er wusste, dass es feige war, was er tat, aber mit der Zeit gelang es ihm, alles zu verdrängen, zumal die Träume ihn verschont hatten. Bis heute Nacht. Ob das bedeutete, dass Harry auch von ihm geträumt hatte?
Laut Severus' Recherchen gab es viele Möglichkeiten für diese Parallelträume, wie sie sich nannten. Mit Traumlostrank konnte man sie unterdrücken, das hatte er während seiner Zeit in Hogwarts gemerkt, wobei die Nebenwirkungen einfach zu gefährlich waren, um das als Dauerlösung in Betracht zu ziehen.
Abends, wenn er allein bei einem Glas Rotwein in seinem Versteck am Kamin saß, dachte manchmal an Harry. Wie es ihm in der Schlacht ergangen war und wie es ihm nun gehen mochte. Bestimmt war er glücklich, hatte vielleicht sogar eine Freundin, oder dieses Weasley-Gör hatte ihn endlich rumgekriegt. Nicht, dass ihn der Gedanke sonderlich erfreute, aber er hoffte für Harry, dass er ein schönes Leben führte und sich für seine Heldentat gehörig feiern ließ. Auch wenn er Harry nicht so einschätze, dafür kannte er ihn einfach zu gut. Oder hatte ihn gekannt.
Beizeiten verfluchte er sich dafür, wie damals alles abgelaufen war, dass er keine Möglichkeit gehabt hatte, Harry alles zu erklären. Obwohl der bestimmt versucht hätte, ihn umzustimmen und am Ende wütend gewesen wäre, weil Severus doch ging. Also war es so vielleicht doch besser, bestimmt hasste Harry ihn für das, was er ihm angetan hatte. Das war sicherlich gesünder für ihn. Severus seufzte und trank sein Glas aus. Seine Unterlagen und Bücher waren erschöpft, die letzte Möglichkeit, die ihm blieb, war Dumbledore zu kontaktieren. Er musste herausfinden, was es mit diesen Träumen auf sich hatte, jetzt wo es offenbar wieder angefangen hatte.
Doch das bedeutete, dass er sich zu erkennen geben musste. Zwar wusste Dumbledore, wo er sich aufhielt, doch Kontakt hatten sie nicht gehalten nach Severus Flucht, das war ihnen zu gefährlich erschienen. Überhaupt hatte Severus alle Kontakte abgebrochen und fristete seitdem einem Einsiedlerdasein. Es war nichts, was ihm schwer fiel, auch früher hatte er nie viel von der Gesellschaft anderer Leute gehalten. Nur Harry hätte er beizeiten gern bei sich gehabt, das beruhigende Gefühl seiner Anwesenheit. Erschöpft vom Grübeln erhob sich Severus und begann sich zu entkleiden. Er legte seine Robe über die Lehne seines Schreibtischstuhls und schlüpfte dann in sein Nachthemd, dann kroch er ins Bett und schlief fast augenblicklich ein.
Unerwartet
Als die Treppe Harry wieder frei gab, stand er vor der schweren Holztür, die ihn von Dumbledores Büro trennte. Es sah alles aus wie immer, nur, dass sich nicht wie früher immer dieses nervöse Gefühl bei ihm einstellte. Immerhin hatte der Schulleiter nun keinen Grund mehr, Harry für Fehlverhalten zu bestrafen. Etwas zaghaft klopfte er an der Tür. Als Dumbledore nicht antwortete, drückte er einfach die Klinke hinunter und öffnete sie einen Spalt breit.
Der Schulleiterkniete vor dem Kamin und sah angestrengt hinein. Harry ging ein paar Schritte näher und räusperte sich. Erschrocken drehte Dumbledore sich zu Harry um und gab damit die Sicht auf das Kaminfeuer frei. „Sir, entschuldigung, es war offen-„ setzte Harry an, bis er sah, was dort gerade in die Flammen verschwand. Sein Herz hörte für eine Sekunde auf zu schlagen und der Schreck nahm ihm fast den Atem.
Dort im Feuer war für einen Moment Snapes Gesicht zu sehen gewesen. Genauso, wie Sirius immer mit ihm kommuniziert hatte, als Harry noch zur Schule gegangen war. Hieß das, Dumbledore und Snape hatten doch Kontakt? Völlig perplex sah Harry zu seinem ehemaligen Schulleiter, der ihn mit sehr wachen, prüfenden Augen ansah und sich dann langsam erhob. „Schön, dass du es einrichten konntest, mein Lieber.“ sagte er mit seiner üblichen sanften Stimme und überging Harrys Fassungslosigkeit einfach, als wäre nichts geschehen. Doch Harry ließ sich davon nicht täuschen, er wusste, was er gesehen hatte.
Krampfhaft versuchte er, seine Gedanken zu sortieren. Er musste ruhig bleiben. „Sie haben mit ihm gesprochen oder?“ fragte Harry fast tonlos. „Ja, das habe ich.“ antwortete Dumbledore ohne zu zögern, sah Harry aber weiterhin prüfend an. „Wissen Sie wo er ist?“ fragte Harry weiter. „Ja, Harry.“ antwortete Dumbledore und erstmals schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen. „Setz dich doch erst mal, ich lasse uns Tee bringen.“ schmunzelte Dumbledore nun und ließ sich dann in seinem großen Sessel hinter dem schweren Schreibtisch nieder. Harry tat es ihm gleich und setzte sich etwas zaghaft auf den Sessel auf der anderen Seite des Tisches.
Das Szenario, das sich in Harrys Kopf abspielte, bereitete ihm körperliche Schmerzen. Er fühlte sich betrogen und erneut brach der Schmerz der Zurückweisung von vor über einem Jahr über ihn herein. Dumbledore sah Harry wieder mit diesem allwissenden Blick an, dann verschwand das Lächeln von seinen Lippen, doch seine Augen lächelten noch immer. „Ich denke, ich habe nicht das Recht, dir irgendetwas zu erklären, Harry. Und ich weiß bis heute nicht, was genau zwischen euch vorgefallen ist. Obwohl ich mir natürlich meinen Teil denken kann.“ Das Lächeln kehrte auf Dumbledores Lippen zurück und Harry spürte, wie sein Nacken anfing zu brennen.
„Wo ist er?“ hauchte Harry. Er versuchte, irgendwie diesen Schmerz, der sich in seinem ganzen Körper auszubreiten schien, zu ignorieren. Die Miene des Schulleiters wurde steinern. „Das kann ich dir leider nicht sagen. Wenn es in Severus’ Wunsch ist, dass du es erfährst, wird er auf dich zukommen.“ Dumbledore sprach ruhig und bedacht, während Harry immer noch versuchte, seinen Herzschlag unter Kontrolle zu bekommen. All die Monate des Verdrängens stürzten mit einer Gewalt auf ihn ein, die Harry nicht aufhalten konnte.
„Wie kann ich ihn erreichen?“ fragte er atemlos. Doch Dumbledore schüttelte nur den Kopf. „Gar nicht. Er kann mich erreichen, wenn er es will, aber auch ich habe keine Möglichkeit, ihn zu kontaktieren. Tut mir leid, Harry.“ Ein etwas sorgenvoller Blick schlich sich in das Gesicht des Schulleiters. Harry sah ihn einen Moment etwas perplex an und senkte dann den Blick. Es hatte wohl einfach keinen Sinn.
Urplötzlich erhob Harry sich und bedankte sich für den Tee, der irgendwann von selbst auf dem Schriebtisch erschienen und nicht angerührt worden war. Stumm dampfte er noch immer vor sich hin. „Ich werde dann mal wieder gehen. Die Bibliothek hat mir leider auch nicht weiter geholfen. Vielen Dank, Sir.“ Dann drehte er sich um und verließ das Büro, ohne dass Dumbledore noch etwas geantwortet hätte. Er ließ sich von der Treppe wieder nach unten in den Korridor bringen und schlug, dort angekommen, den Weg zum Astronomieturm ein.
Als er die frische Luft an seiner Stirn und in seinen Haaren spürte, atmete er tief aus. Ihm war gar nicht aufgefallen, dass er den ganzen Weg hierher die Luft angehalten hatte. Harry fühlte sich hundeelend, sein Kopf schmerzte und ihm war übel, seine Hände zitterten. Sein T-Shirt klebte schweißnass an seinem Rücken, was ihn dazu veranlasste, zu frösteln. Völlig erschöpft ließ Harry sich auf die Knie sinken. Und dann kamen doch noch die Tränen. Die Tränen, die er so lange zurückgehalten hatte, so oft zurückgekämpft hatte und sich jedes Mal so lächerlich dabei vorgekommen war..
Wie hatte er es all die vergangenen Monate nur ohne Severus aushalten können? Seine Sehnsucht nach diesem Mann stürzte auf ihn ein, seine Verletztheit und die zärtlich Zuneigung, die er immer noch für ihn empfand. Es war nicht besser geworden, es war hoffnungslos. Wie gerne würde Harry ihn sehen, ihn berühren, seine samtige Stimme hören. Mehr wollte er gar nicht. In Gedanken rief er sich all die schönen Momente in Erinnerung, die sie gemeinsam hatten erleben dürfen. Ihr Stunden zu zweit, wie sich langsam einander geöffnet hatten, die gemeinsame Nacht und der Kuss…
Harry schluchzte laut auf und vergrub sein Gesicht zwischen seinen Armen.
Rückkehr
OMG OMG ich hab tatsächlich weiter geschrieben! Und das nächste Kapitel ist auch schon fast fertig. UND ich schreibe an einem neuen Kapitel von The bitter End. Lobt mich!
Im Ernst, entschuldigt, dass ich so eine unzuverlässie Schreiberin bin, ich hoffe, die Fortsetzung gefällt euch (und das liest hier überhaupt noch wer nach all der Zeit T__T).
Mürrisch packte Snape seine Tasche. Was dachte sich Dumbledore bloß, die Flohverbindung einfach zu unterbrechen, wo er doch gerade sein Problem erläutern wollte. Snape hatte daraufhin kurzerhand beschlossen, einfach selbst nach Hogwarts zu reisen. Es war ein Risiko, aber wenn es jemandem gelingen konnte, unerkannt bis aufs Schulgelände zu kommen, dann ihm. Und wenn die Schutzzauber ansprangen, würden sie ihn als Severus Snape identifizieren und ihn unbehelligt eindringen lassen. Er war sich sicher, dass Dumbledore ihm dieses Hintertürchen gelassen hatte.
Er würde nicht per Flohnetzwerk reisen, da dies jederzeit überwacht wurde. Kontakt nach Hogwarts war auch nur möglich, da Dumbledore vor dem Krieg eine Sondererlaubnis für das Schloss erwirkt hatte. Snape würde also keine andere Wahl bleiben, als mit dem Besen zu reisen. Wie er es hasste. Höhen waren noch nie sonderlich sein Fall gewesen und erst recht keine Besen, von denen er als Jugendlicher nur allzu oft herunter geworfen worden war. Dennoch holte er seinen alten Sauberwisch 4 aus dem Schrank und bestieg ihn dann vor seinem Versteck, nachdem er ihn eine Weile lang misstrauisch beäugt hatte.
Als er am Rande des Hogwartsgeländes landete, verschnaufte er einen Moment und besah sich das aufragende Schloss, in dem er den Großteil seines Lebens verbracht hatte. Er hatte sich nie irgendwo wohler gefühlt als in diesen dicken Mauern. Mit gemischten Gefühlen schritt er den Weg zum Tor empor, wo er fast über einen Hauselfen stolperte, der offenbar gerade auf dem Weg ins Gewächshaus war um die Alraunen zu düngen.
Einen Eimer Dünger am Arm sah Dobby überrascht zu ihm auf. "Severus Snape, Sir, welche Ehre!" verbeugte sich der Elf bis seine Nasenspitze den Boden berührte. "Heute ist ein toller Tag für Dobby, erst kommt sein Freund Harry Potter nach Hogwarts und dann der ehrenwerte Severus Snape!" Dobbys Augen leuchteten, doch Severus glaubte, sich verhört zu haben. "Sagtest du Harry Potter?" keuchte er den Elfen an., der eifrig nickte und zu einer Lobeshymne über Harry ansetzen wollte. Doch Severus ließ den Hauselfen stehen und begab sich auf schnellstem Weg zum Büro des Schulleiters.
"Severus! Heute ist wahrlich ein Tag der überraschenden Besuche!" empfing ihn Dumbledore und seine wissenden Augen funkelten mehr denn je. "Wo ist er?" Snape schrie fast. Albus zog die Augenbrauen nach oben. "Nun nun, lieber Severus. Bevor du überstürzt handelst, nimm bitte erst mal Platz." sprach er ruhig, doch keine Freundlichkeit lag in seiner Stimme. Widerwillig ließ Severus sich auf den angebotenen Stuhl nieder.
"Severus, " begann Dumbledore und setzte sich in seinem Sessel auf "ich weiß nach wie vor nicht, was zwischen dir und dem Jungen vorgefallen ist. Es ist auch nicht mein Recht darüber zu urteilen, doch ich bitte dich – entscheide klug. Der junge Mister Potter war sehr entsetzt, als er vorhin erfahren hat, dass wir gelegentlich in Kontakt stehen. Ich fürchte sogar, er fühlt sich von mir fast so sehr verraten wie von dir." Bei diesen Worten zog es hinter Severus Bauchnabel. Wie sehr er es bedauerte, dass er Harry einfach so abserviert hatte, ihn all die Zeit im Unklaren ließ, er hatte sich lange nicht mehr so schlecht gefühlt.
Severus seufzte. "Albus, ich weiß nicht, was ich tun soll." gab er offen zu und fuhr sich durch's Haar. Verzweifelt ließ er seinen Blick zum Fenster gleiten. Die hellblauen Augen auf der anderen Seite des Tischs funkelten belustigt. "Es hat nicht zufällig etwas mit der Lektüre des Jungen zu tun? Heute mittag hat er sich in der Bibliothek offenbar nach Literatur über Träume umgesehen, soweit ich weiß." fragte der Schulleiter scheinheilig.
Severus stutzte. War Harry deswegen her gekommen? Suchte er nach dem gleichen wie Severus selbst? Hieß das, auch er hatte heute Nacht wieder einen solchen Traum gehabt? Der Tränkemeister vergrub das Gesicht in den Händen. Was sollte er Harry nur sagen? Sollte er ihm überhaupt gegenüber treten? Wie würde Harry reagieren? "Ähem..." Dumbledores Räuspern riss ihn aus seinen Gedanken. "...ich weiß, es steht mir nicht zu...und ich habe auch Zeit meines Lebens nie ein Patentrezept für richtiges Verhalten gefunden, aber Junge, du solltest nicht wieder kneifen." ein ungewohnt strenger Blick und dann erhob sich der Schulleiter und wies Severus die Tür. Verdattert erhob der sich und machte sich daran, das Büro seines ehemaligen Mentors zu verlassen. "Ich würde es mal auf dem Astronomieturm versuchen." rief Dumbledore noch, bevor die schwere Tür magisch ins Schloss fiel.
Einen Moment verharrte Snape auf dem Treppenansatz. Er war völlig unvorbereitet auf diese Situation. Harry war hier und wahrscheinlich wütend und aufgebracht. Wie würde er reagieren, wenn Severus sich ihm zeigte? Wahrscheinlich würde er ihn beschimpfen. Oder gar auslachen, dass er allen erstes so blöd gewesen war, zu glauben dass Harry ihm hinterhergeweint hatte. Einem alten, ausrangierten Todesser, der unfähig zu menschlichen Gefühlen war. Der Gedanke verpasste ihm einen Stich und er gab Dumbledore recht. Bevor er sich Harry stellte, sollte er sich überlegen, was er ihm eigentlich erzählen wollte.
Als Severus die letzten Stufen des Turm nahm, wurde ihm mulmig, fast übel. Wenn Harry wirklich hier war, gab es kein zurück mehr, nachdem er durch die Tür treten würde. Doch es half ja nichts. Wenn Severus überhaupt jemals eine Chance auf Vergebung hatte, dann jetzt. Albus hatte wie immer recht. Mit einem letzten tiefen Atemzug packte er die Klinke der Tür und stieß sie auf.
Zwei Herzen
Seit geraumer Zeit saß Harry dort auf dem Astronomieturm gegen die Brüstung gelehnt, die ihm mittlerweile unangenehm in den Rücken drückte. Hierhin hatte er sich schon zu Schulzeiten geflüchtet, wenn er nicht gewusst hatte, wo er sonst hätte hingehen sollen um ungestört zu sein.
Wie lange er jetzt schon hier saß wusste er nicht, er hatte geweint, wenn auch nur ein bisschen. Die Wut hatte seinen Tränen schnell zum Versiegen gebracht, er war keine fünfzehn mehr und musste nicht mehr in seinem eigenen Elend baden. Er war super auch ohne Snape ausgekommen das letzte Jahr! Der Gedanke versetzte ihm einen Stich, besonders erfolgreich konnte er sich nicht selbst belügen.
Er empfand sich selbst als ungewohnt launisch heute, doch er ahnte, dass es wahrscheinlich daran lag, dass seine Gefühle nicht, wie sonst, von täglichem Traumlostrank betäubt waren. Er wusste schon, warum er das seinem momentanen Zustand normalerweise vorzog.
Was sollte er nun tun? Snape hatte offenbar Kontakt zu Dumbledore, warum hatte er Harry nie kontaktiert, wenn ihm etwas an ihm gelegen hatte? Er konnte es sich doch nicht eingebildet haben. Das alles, damals. Es kam Harry vor, als lägen ihre wenigen gemeinsamen Tage schon Jahre zurück, dabei war es gerade einmal eines. Trotzdem hatte er es vermisst, das Gefühl, einem Menschen so unglaublich nah zu sein. Sich in der Nähe eines anderen Menschen so kompromisslos wohl und geborgen zu fühlen. Wie hatte Snape nur so kalt und rücksichtlos sein können, ihn so eiskalt zurückweisen und verlassen können?
Erneut kämpften sich Tränen ihren Weg, Tränen der Wut, Verständnislosigkeit und Verzweiflung darüber, dass er nichts gegen diese Tränen tun konnte. Leise fluchend grub er die Hände in seinen schwarzen Schopf, an dem der Wind zog. Ein dumpfes Geräusch ließ Harry auf sehen und in sein tränenverschleiertes Blickfeld schob sich eine schwarze Figur, die ihn verdammt an Snape erinnerte. Harry schluchzte auf, er hasste es, dass seine Wahrnehmung meinte, ihm solche Streiche spielen zu müssen. Ein feiner Geruch von Kräutern, Destillat und altem Pergament wurde von einer Böe hinübergeweht und versetzte ihm einen weiteren Stich, doch dann hörte er seine Stimme.
"Potter..." sagte sie. Und wenn Harry eine Stimme unter tausenden wieder erkannt hätte, dann die von Severus Snape. Diese Stimme, die ihm wohlige Schauer über den Rücken gejagt und ihm einst so viel versprochen hatte. "Potter." sagt sie nochmal und hastig rieb Harry sich die Augen um besser sehen zu können, seine Brillengläser waren beschlagen. Sein Herz tat einen Satz, dass er dachte, es müsse aus ihm heraus springen, als er erkannte, dass ihm sein Verstand keineswegs einen Streich gespielt hatte. Vor ihm stand Severus Snape.
Ein Wimmern entkam Harrys Kehle. Snape kam näher und kniete sich zu ihm herunter. "Potter..." sagt er nochmal. Harry fand endlich seine Stimme wieder. "Du....Bastard!!!" schrie er und schlug mit der Faust gegen Snapes Brust. Der machte sich nicht mal die Mühe, den Schlag abzuwehren, stattdessen hob er die Arme und drückte Harry an sich, so fest dass er kaum atmen konnte. Harry erschlaffte in der Umarmung, die Tränen liefen ihm nun ohne Unterlass, als er seine Hände in den groben Stoff der so vertrauten Robe grub. Wie zwei Ertrinkende klammerten sie sich aneinander, genau wie früher, kompromisslos und ohne darüber nachzudenken.
Harry spürte, wie Snapes Brustkorb leicht bebte und als der sich nach langen Minuten aus der Umarmung löste glaubte er seinen verquollenen Augen kaum, aber Severus Snape weinte. Er hatte diese schwarzen Augen noch nie so schmerzerfüllt gesehen. Ohne ein Wort zu sagen schlug Snape den Blick nieder und senkte seine Stirn auf Harrys Knie. Harry schluchzte. "Wie konntest du nur..?" fragte er, seine Stimme kratzig und leise von Weinen. "Verzeih mir." klang es von Harrys Knie, dann hob Snape den Blick. Seine Tränen waren getrocknet, doch der Schmerz sprach aus seinem Gesicht. "Ich weiß, es ist vermessen von mir, darum zu bitten. " fügt er hinzu und wandte den Blick hab. Er war offensichtlich nicht sehr hoffnungsvoll.
Harry zog geräuschvoll die Nase hoch und sah seinen ehemaligen Lehrer mit einer Mischung aus Trotz und Trauer an. "Wieso bist du hier?" fragte er, doch Snape schwieg. Das Harry seine Bitte ignorierte, schien seine Befürchtung zu bestätigen. Die Körperhaltung des Tränkemeisters versteifte sich, doch Harry hatte ihn zu gut kennen gelernt um das nicht zu deuten zu wissen.
"Severus Snape, wann bist du eigentlich so ein riesiger Feigling geworden?" fauchte Harry und packte ihn am Kragen. Geschockt sahen ihn die schwarzen Augen an, doch dann mischte sich Erkenntnis in den Blick. "In dem Moment, in dem ich vorgab, dich nicht zu lieben." war die Antwort, die die schmalen Lippen verließ.
Perplex ließ Harry von dem Kragen Snapes ab und sah ihn an. "Was?" fragte er nur und spürte schon wieder das verräterische Brennen in seinen Augen. Snape seufzte. "Ich weiß, ich bin zu spät. Ich wünschte mir nur, du könntest mir verzeihen, mehr erhoffe ich mir nicht." Harrys Atem ging schnell, fast war ihm schwindlig. "Du liebst mich?" fragt er und das klopfen seines Pulsschlags in seinen Ohren wurde fast zu einem Dröhnen. "Ja. Immer noch." war Snapes knappe Antwort, der dabei nach Harrys Hand griff. Tränen liefen über Harrys Wangen, ohne Unterlass, er spürte sie kaum noch. "Ich liebe dich, Harry Potter." raunte Snape und sah ihm dabei vorsichtig in die Augen.
Dieser Satz hatte ihn so viel Überwindung gekostet. Und trotzdem war er zu spät. Er war der größte Idiot dieser Erde. Severus hasste sich dafür, dass er sich sein ganzes Leben selbst im Wege gestanden hatte und nun wurde ihm endlich bewusst, dass er das wichtigste verloren hatte, was er je gefunden hatte. Harry Potter. Eine erneute, einzelne Träne entkam seinem Augenwinkel, doch noch bevor sie sein Kinn erreichte, wurde sie von einer Hand aufgefangen. "Severus Snape, du bist wirklich ein unglaubliches Arschloch." schluchzte Harry und beendete den Satz auf Snapes schmalen Lippen.
Der Kuss schmeckte salzig und war zaghaft. Harry zog Severus näher, der seine Hand sanft in die Haare an Harrys Nacken schob. Beide konnten den Herzschlag des jeweils anderen an der eigenen Brust fühlen, der Wind fegte über sie hinweg und verwob ihre Haare miteinander während der Kuss leidenschaftlicher wurde und sich Seufzen in das Schluchzen mischte.
Severus hoffte, er würde nicht träumen. Die letzten Monate hatte er sich eingeredet, dass Harry ihn sicher nie wieder sehen wollte und ihn wahrscheinlich noch viel angrundtiefer hasste, als er es jemals getan hatte. Doch stattdessen war er hier, mit Harry Potter, der ihn küsste und gleichzeitig weinte, während die schmalen Hände sich verzweifelt an den Kragen von Snapes Robe klammerten. Ein Gefühl der Zärtlichkeit breitete sich warm in Severus' Brust aus und er zog Harry noch näher an sich heran.
Harry legte den Kopf in Severus's Halsbeuge und schluchzte erschöpft. "Warum bist du hier?" fragte er erneut, doch diesmal lag kein Vorwurf in seinem Tonfall. "Ich hatte wieder einen Traum." antwortete Snape und strich dem Jüngeren dabei zärtlich durchs Haar, der große Augen bekam.
"Lass uns das in Ruhe besprechen..." flüsterte Snape und küsste Harry hinters Ohr, was den verzückt seufzen ließ.
Der Wind heulte laut auf, als wollte er dass niemand außer Harry hörte, wie Severus Snape die Worte wiederholte, du nur Harry galten. "Ich liebe dich, Harry Potter."
Der Raum der Wünsche II
Sechs Monate sind seit dem letzten Kapitel vergangen, Asche auf mein Haupt. Dies ist das vorvorletzte Kapitel, thanks for bearing with me.
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Ihr Weg hatte sie zum Raum der Wünsche geführt. Händchenhaltend wie zwei Teenager waren sie durch das Schloß gehuscht, auf wackeligen Beinen, Severus einen halben Meter vor Harry, sodass der von hinten eine leichte Rötung auf dessen Wangen erkennen konnte. Der Raum der Wünsche hatte eine interessante Gestalt angenommen, er war sehr klein aber gemütlich eingerichtet und als Harry bemerkte, dass ein Bett darin stand, schoß ihm das Blut in die Wangen. Severus schien das zu übergehen, goß ihnen stattdessen zwei Gläser einer hellbraunen Flüssigkeit ein und setzte sich auf ein weiches Polstersofa nachdem er Harry eines davon gereicht hatte.
Da es keine andere Sitzgelegenheit gab, nahm Harry neben Severus auf dem Sofa Platz und blickte in das prasselnde Kaminfeuer, bevor er das Wort ergriff. "Wo warst du?", fragte er leise und sah nicht auf. Severus Körperhaltung versteifte sich, er nahm einen Schluck und antwortete dann, "Es ist dein gutes Recht, alles zu erfahren. Ich hielt mich versteckt weil ich nicht gefunden werden wollte, von niemandem. Nach dem Krieg hätte jede Seite sich über meinen Kopf gefreut. Ich hatte genug von den ewigen Zweifeln an meiner Position, so habe ich mein ganzes Leben gelebt. Also floh ich, aus Bequemlichkeit und aus Feigheit." Severus nahm noch einen Schluck.
Harry sah auf, die Augen zu Schlitzen verengt, "Das ist nicht wahr. Du bist noch vor dem Krieg abgehauen. Du hättest mir schreiben können!" Harry war laut geworden und Severus zuckt zusammen. "Ich wollte dich beschützen. Der dunkle Lord zweifelte an meiner Loyalität, er wollte, dass ich ihn endlich zu dir führe aber ich konnte nicht. Ich mag ein guter Legilimentiker sein, doch er war ein Meister der Okklumentik. Ich musste zu viel verbergen...meine Gefühle für dich...es war zuviel, er spürte, dass ich etwas von ihm fern hielt. Du weißt selbst, dass ich nur mit Mühe und Not entkam. Ich hätte nicht zurück gekonnt, meine Aufgabe als Spion konnte ich nicht mehr ausführen, also verließ ich Hogwarts." Harry sah Severus prüfend an als der weiter sprach. "Er hätte mich benutzt um an dich ran zu kommen. Er hätte rausgefunden, dass wir...uns lieben...und er hätte mich benutzt und er hätte dich gekriegt."
Harry schnaubte doch Severus zog die Augenbrauen zusammen "Erzähl mir nicht, dass du nicht sofort zu meiner Rettung geeilt wärst, wenn er mich gefangen gehalten hätte, Potter!" schnarrte Severus und sah gleich darauf schuldbewusst zu Boden. "Tut mir leid, so war das nicht gemeint. Aber nach dem, was mit Sirius war..." Harry holte tief Luft und sah Severus an. Er verstand. Und trotzdem war er wütend. Seine Eltern hatten sich geliebt, Voldemort hatte sie töten wollen und trotzdem waren sie Seite an Seite geblieben...bis zu ihrem Tod. Harry biss sich auf die Zunge.
"Warum bist du nicht wieder gekommen als der Krieg zu Ende war? Warum hast du nicht geschrieben? Irgendwas? Ich wusste ja nicht mal, ob du noch lebst!" Harrys Stimme zitterte. Severus streckte die freie Hand aus und legte sie auf Harrys. "Ich dachte, du hasst mich. Ich war feige, ich hätte es nicht ertragen."
Grüne Augen trafen auf schwarze, die flehten, baten. Eine erneute Träne verließ Severus Augenwinkel.
Harry schluchzte. "Ich hab so viel an dich gedacht. So viel, dass ich irgendwann nicht mehr konnte. Ich hab ihn getötet. Ich...meine Träume...immer du..." das Schluchzen wurde lauter und eine Weile war nichts anderes zu hören. "...gestern hab ich seit elf Monaten das erste Mal meinen Traumlostrank vergessen und wieder von dir geträumt." leise schlossen sich die von Tränen nassen Lippen.
Severus Augen weiteten sich. "Du hast...Traumlostrank über so lange Zeit? Harry..!" Besorgnis mischte sich in einen Blick doch Harry winkte ab. Er wusste genau, wie gefährlich das war und welche Nebenwirkungen auftraten. Snape nickte. Wenn jemand auf dieser Welt wusste, war er es. Wer, wenn nicht Severus konnte Harrys Leid nachvollziehen, die Albträume, die einen jagten. Einen Menschen zu töten reißt die Seele entzwei, hatte Albus ihm erklärt. Als wenn Harrys Seele nicht schon gebeutelt genug gewesen wäre. Severus fühlte sich hundeelend, er hatte Harry allein gelassen mit diesen schrecklichen Gedanken, den Träumen. Er fuhr sich durch die Haare und leerte dann sein Glas.
Als er es mit einem leisen "klonk" auf den Tisch stellte, sah Harry auf. Ihre Blicke trafen sich und das erste Mal seit damals hatte Severus das Gefühl, es sei wie früher. Sie verstanden, wortlos. Er wusste, Harry liebte ihn noch immer, und woher auch immer er diese Stärke hatte, er würde ihm verzeihen, ihm eine zweite Chance geben. Ihre Herzen klopften, als Severus die Hand hob und Harrys sanft über die Wange fuhr.
"Lass uns schlafen." murmelte Harry und nahm die Hand des Älteren in seine. Etwas zögerlich erhob er sich und ließ sich prüfend auf das Bett sinken, Severus folgte ihm.
Aneinander gekuschelt lagen sie unter der Bettdecke, sogen den Geruch des anderen ein, klammerten sich an ihre neugewonnen Hoffnungen. Severus war schon fast eingeschlafen, als Harry leise fragte, "Dumbledore weiß es, oder?" und seine Nase in Severus Brust grub. Der brachte ein müdes Schulterzucken zustande, zog Harry noch näher an sich und nur Sekunden später waren sie beide eingeschlafen als hätten sie Jahre aufzuholen.