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Urlaub einmal anders

..und die Folgen
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Schulalltag

Wie abgemacht gab Yami uns Japanisch Unterricht und Tala half mir bei Englisch. Mit jeder Nachhilfe verstand ich mehr und mehr. Viele sagen zwar japanisch lernen ist schwer, aber so wie Yami das erklärte war ich dieser Meinung nicht wirklich. Und außerdem es machte sogar Spaß.

Mittlerweile waren 2 Monate vergangen und ich konnte mich sogar mit Yami unterhalten, auch wenn es ein Mix aus japanisch und englisch war. Egal, aber man konnte sich unterhalten. Er hatte mich in den 2 Monaten auch nie auf das Geschehnis am Sportplatz angesprochen. Auch Tala hatte seit über 2 Monaten kein einzigen anzüglichen Scherz mehr gemacht, worüber ich sehr froh war. Auch die Blicke der anderen Schüler, konnte ich mittlerweile gekonnt ignorieren, zumal mich auch keiner von denen angesprochen hatte. Alles lief seinen inzwischen gewohnten Gang ohne Komplikationen. Nur leider hatte ich seit 2 Monaten auch Seto nicht mehr gesehen. Ich hatte zwar versucht ihn zwischendurch anzurufen, aber die meiste Zeit war er nur beschäftigt und deswegen hatte ich es nach dem ersten Monat auch bleiben lassen ihn weiter zu belästigen.

Heute war mal ein etwas anderes Schultag, da Lehrermangel herrschte, hatten wir Aufgaben bekommen, die wir jeweils in Paaren erledigen sollten. Und zwar handelte es sich dabei um die Geschichte bekannter Orte in Japan. Yami und ich wählten Kyoto aus und waren nicht mal eine halbe Stunde unterwegs dorthin. Jeder von uns hatte ein Rucksack mit Getränken und etwas zu Essen und unserem Lehrauftrag samt Schulzeug was wir alles benötigen würden. Als wir uns im Zug die Fragen anschauten, staunte ich nicht schlecht. Von Entstehung von Kyoto bis hin zu den Gründen der Beliebtheit bei Touristen war alles dabei.

Nachdem wir endlich in Kyoto angekommen waren, suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen wo wir die Aufgaben in Ruhe bearbeiten konnten, und das ganze am Besten in der Nähe eines Ladens, wo wir uns Informationen beschaffen konnten.

Es bot sich nach einiger Zeit suchen ein ruhiges Plätzchen im Park an, und nur wenige Meter entfernt stand ein Informationsstand für Touristen über Kyoto.

Ich hatte vorsorglich eine Decke mitgenommen, die ich nun auf der Wiese ausbreitete und wir beide uns dann drauf setzten, bewaffnet mit Informationsmaterialien in Massen.

Wir arbeiteten alle Materialien durch die für die Fragen relevant waren und schlussendlich ergab sich, dass nur die Hälfte der Materialien hilfreich waren. Okay für die Gründe nach der Beliebtheit von Kyoto bei Touristen mussten wir natürlich die Leute fragen gehen, aber die meisten waren sehr hilfsbereit und schon bald hatten wir das ganze Zusammen, sogar schneller als erwartet.

Den Rest des Tages entschlossen wir in Kyoto zu verbringen und uns die Gegend anzuschauen bevor es mit Zug wieder zurück ging.

Da wir unser Essen bereits verputzt haben, entschlossen wir in einem Restaurant, was günstig war, unsere leeren Mägen zu füllen. Yami lud mich ein und wollte das Essen zahlen, aber ich wehrte ab und bestand darauf, selbst zu zahlen. Seufzend nickte Yami nur und ließ mich auch mein bestelltes Essen bezahlen. Als wir auf dem Weg Richtung Bahnhof waren, wollte Yami unbedingt noch in ein Laden und sagte zu mir nur, ich solle eben draußen warten, es würde nicht lange dauern. Also wartete ich auch brav. Dann kam Yami wieder raus und steckte sein Portemonnaie wieder in die Hose und dann ging es weiter zum Bahnhof. Dann fuhren wir mit dem Zug wieder nach Hause...da die Fahrt einige Stunden dauerte, hatte Yami seinen Rucksack unter seine Füße geklemmt damit dieser nicht im Wege stand und ich tat es ihm gleich. Wir saßen beide nebeneinander und betrachteten schweigend die Landschaft. Ich ließ den heutigen Tag nochmal Revue passieren und konnte absolut nicht klagen. Er war einfach witzig, entspannt und locker. Auch habe ich mich sehr gut mit Yami unterhalten und wir haben auch herumgeblödelt. Ich fragte mich, was Tala und Kai wohl machten und erst recht Seto, da ich nun über 1 Monat nichts von ihm gehörte habe. Dann spürte ich ein leichtes Gewicht auf meiner rechten Schulter, welches vorher noch nicht da war. Ich blickte nach rechts und sah Yami, der eingeschlafen war und sich gegen mich lehnte. Ich konnte mir ein lächeln nicht verkneifen. Ich wandte mich wieder ab und schaute weiter raus. Mittlerweile war die Sonne schon am Horizont als wir wieder ankamen. Sanft weckte ich Yami aus seinem Schlaf, der sich sofort für die Unannehmlichkeit entschuldigte, aber ich lachte nur und winkte die Entschuldigung ab. Zusammen gingen wir zurück zum Wohnheim und gingen auch sofort in unser Zimmer. Yami stellte seinen Rucksack ab und suchte einige Sachen zusammen. Ich sah das es die Kleidung vom Restaurant war, in dem er arbeitet und ich fragte ihn, ob er denn heute noch arbeiten müsse, welches er mit einem Nicken bejahte. In dem Moment tat Yami mir leid und ich überlegte schon, ob und wie ich ihm helfen konnte. Ich fragte ihn schließlich nur, wie lange er arbeiten müsste und er antwortete mir das er bis 23.30 Uhr arbeiten müsse. Dann lächelte er mich an und verabschiedete sich mit einem Wink. Nun war ich für den restlichen Tag also alleine im Zimmer. Ich suchte die Unterlagen zusammen, die wir ausgearbeitet hatten und sortierte sie, schrieb sie säuberlich raus, passend zu den Fragen. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es 23.10 Uhr war, ich schnappte mir meine Jacke und verließ das Wohnheim um Yami von der Arbeit abzuholen. Ich weiß zwar nicht was mich dazu trieb, aber ich wollte es einfach. Als ich an dem Restaurant ankam war es bereits 23.25 Uhr, also noch 5 Minuten bis er Schluss hatte. Ich lehnte mich draußen an die Wand vom Restaurant und wartete. Dann hörte ich die Tür vom Restaurant aufgehen und wandte mein Blick zu ihr. In ihr stand Yami lächelnd und verbeugte sich mit einer Verabschiedung. Dann richtete er sich wieder auf und sah mich erstaunt an. Schloss hinter sich die Tür und lief zu mir: „Was machst du denn hier?“, fragte er mich verwundert. Ich zuckte nur mit den Schultern und gab keine weitere Antwort. Dann ging ich neben ihn schweigend auf dem Weg zurück ins Heim. „Ryu?“, fragte Yami vorsichtig. „Hm?“, brummte ich und schaute weiter gerade aus. „Sag mal,...“, fing Yami vorsichtig an und wusste scheinbar nicht so genau was er sagen wollte. Nun blickte ich ihn fragend an aber schwieg. Als er mein Blick bemerkte, starrte er den Boden an und lief weiter, ebenfalls schweigend. Nach einigen Schritten fing er wieder an. „Ryu, sag mal, hast du eine Freundin?“, fragte er vorsichtig. „Wieso?“, entgegnete ich ihm. „Einfach nur so... Das wollte ich dich eigentlich schon die ganze Zeit fragen, weil mir ist aufgefallen das du nie Zuhause anrufst oder von einem Mädchen erzählst.“, erklärte er langsam. „Ich habe keine Freundin und Zuhause anrufen will ich auch nicht, weil sonst mein kleiner Bruder zig tausend Fragen stellt und die alle zu beantworten, darauf hab ich dann auch keine Lust.“, erklärte ich Yami. Er nickte nur und schwieg dann wieder. „Darf ich dich noch was fragen?,“ fing mein Klassenkamerad wieder an zu fragen, nur bei der Frage klang ein Hauch Unsicherheit und große Vorsichtig mit. Ich nickte und war nun gespannt was er mich fragen wollte. „Du weißt doch noch vor über 2 Monaten, wo ihr die Sportprüfungen absolvieren musstet. Da haben wir uns ja zum ersten Mal gesehen.“, fing Yami an und ich stimmte dem mit einem Nicken zu, wusste aber immer noch nicht worauf Yami aus war. „Naja und dann...“, fing er an, aber stockte da er scheinbar nach den Worten suchte ,„hast du dich mit Tala geküsst. Ich wollte fragen ob etwas zwischen euch läuft, da er ja, so scheint es mir, sehr an dir hängt.“, brach Yami dann das Schweigen, aber man spürte seine Unsicherheit. Ich blieb abrupt stehen wo ich seine Worte gehört habe. Mit einem Mal fing mein Puls an zu rasen und mir wurde warm. Stimmt, das hatte ich ja völlig verdrängt, dass Yami dabei zugesehen hatte, als Tala mich bedrängt hatte und küsste. Mein Zimmerkamerad blieb ebenfalls stehen und ich spürte sein Blick auf mir. „Eh tut mir Leid, wenn ich dich das gefragt habe. Bitte vergiss es. Das war sehr dumm von mir dich das...“, stotterte Yami herum und versuchte sich zu entschuldigen. „Es läuft nichts zwischen uns. Er ist nur eine einzige Nervensäge und außerdem hat er Kai mit dem er vögeln kann.“, unterbrach ich ihn mit einem gereizten Ton und ging dann wieder los. Yami folgte mir sofort. „Entschuldige..“, fing er wieder an. „Vergiss es!“, schmetterte ich seine Versuche nur ab. Die restliche Strecke liefen wir schweigend nebeneinander her bis zum Heim.

Ich war zwar sauer, aber nicht auf Yami, dass er mich das gefragt hat. Nein, eher war ich sauer auf Tala der mich dazu gezwungen hat, und dann noch in seiner Anwesenheit.



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