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Der Ball ist mein bester Freund...

Also hier gehts um Mädchenfussball. Haben Elvothien und ich geschrieben! Bitte gebt uns Reviews!! Danke!! ^^
von

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Also, Matili (SSJ2_Jeri) und ich (Kitty) haben uns überlegt, zusammen eine Geschichte zu schreiben. Wir wissen nur, dass es um eine Mädchenfußballmannschaft gehen wird. Alles andere wird nicht verraten, bzw. das wissen wir selbst noch nich. Bevor wir euch langweilen, geht's jetz los!
 

Hauptpersonen:
 

Cheryl O'Connor

Aussehen: schwarze, lange, leichtgewellte Haare; eisblaue Augen; gute Figur (was auch sonst)

Alter: 17

Hobbys: Fußball spielen, tanzen,

Haustiere: langhaariger Schäferhund namens 'Dark Angel', weiße Ratte namens 'Speedy'
 

Mary-Ann Mc Gregory

Aussehen: blonde, schulterlange, glatte Haare; türkisblaue Augen; gute Figur ;-)

Alter: 17

Hobbys: tanzen, Fußball spielen,

Haustiere: Fuchswallach namens 'Victory'
 

Jack O'Leary

Aussehen: schwarze, hochgegelte Haare; smaragdgrüne Augen; gutgebauter Körper

Alter: 18

Hobbys: Fußball spielen, Mädchen ärgern (besonders Cheryl ^.^)

Haustiere: Golden Retriever namens 'Golden Boy'
 

Johnny Gravano

Aussehen: dunkelblonde, kurze Haare; braune Augen; gutgebauter Körper

Alter: 17

Hobbys: Eishockey spielen,

Haustiere: Collie namens 'Spikey'
 

Weitere Personen:
 

Brain O'Connor - Cheryls Bruder (19)

Sally O'Leary - Jacks Schwester (15)
 


 

Der Ball ist mein bester Freund...
 

"Oh Mann! Ich hab keine Lust in diese dämliche Schule zu gehen! Und überhaupt kotzt mich der ganze Umzug an, in Aberdeen war es viel schöner! Da hatte ich wenigstens ein paar Leute zum kicken, in dem Kaff ist doch in dem Punkt bestimmt tote Hose! Ich hab auf der Fahrt überhaupt keinen Fußballplatz gesehen!" beschwerte sich Cheryl bei ihrem Bruder Brain, der nun überhaupt nichts dafür konnte. Doch Brain war solche Wutausbrüche von seiner Schwester gewöhnt und regte sich nicht mehr darüber auf. Er zuckte nur mit den Schultern.

"Also ich hab gehört, dass es an der Schule eine Fußballmannschaft geben soll ... allerdings nur für Jungs!" Brain grinste überlegen.

Cheryl blitzte ihn wütend an.

"Na und ?! Das hindert mich nicht daran bei denen mitzukicken. Die sind doch bestimmt keinen Deut besser als ich ... bloß weil's Jungs sind!" setzte Cheryl naserümpfend hinzu.

Brain verdrehte nur die Augen, schnappte sich seine Schultasche und machte die Haustür auf. Er drehte sich noch einmal um.

"Kommst du jetzt?"

Cheryl grummelte nur vor sich hin, während sie ihre Schuhe zuband. Dann warf sie sich ihre Tasche über die Schulter und ging an ihrem Bruder vorbei nach draußen.

'Dark Angel', ihr Schäferhund, wollte gerade mit zur Tür hinausstürzen, als Mrs O'Connor mit einem Handtuch wedelnd aus der Küche rannte und 'Dark Angel' gerade noch am Halsband erwischte. Sie winkte ihren beiden Kindern von der Haustür aus nach. 'Dark Angel' bellte und wedelte mit dem Schwanz.
 

Brain und seine Schwester gingen schweigend nebeneinander her. Schließlich brach Cheryl das Schweigen.

"Mein Gott, wieso sagst du nichts? Ich komme mir schon genug so vor, wie einer, der gleich gehängt wird oder lebenslang hinter schwedische Gardinen wandert!"

Brain lachte.

"Wer ist den bei uns beiden immer mit dem Mund vorne dran? Also ich bestimmt nicht!"

"Bla, bla, bla!" Cheryl verdrehte die Augen. Brain schlug ein Wettrennen vor. Cheryl sah ihn von der Seite an und zog ihre linke Augenbraue hoch. Das tat sie immer, wenn sie sich über etwas wunderte.

"Wie bitte? Jetzt gleich?"

"Auf die Plätze... fertig... los!" Während er 'los' sagte, startete Brain bereits.

"Hey, warte gefälligst, du gemeiner Kerl!" wetterte Cheryl.

Sie spurtete hinter ihm her, am Schulhof hatte sie ihn eingeholt. Sie versetzte ihm spielerisch einen Stoß in die Seite.

"Das war ja wohl eindeutig Beschiss!" Cheryl schüttelte lachend den Kopf, sie konnte einfach nicht ernst bleiben.

Brain und seine Schwester trennten sich an der Eingangstür, da sie in verschiedene Klassen gingen. Das war ja auch logisch, schließlich war Brain zwei Jahre älter als Cheryl.

Plötzlich wurde Cheryl von hinten angerempelt. Drei Jungs liefen an ihr vorbei.

"Hey ihr Rüpel! Entschuldigt euch gefälligst!"

Einer der Jungs drehte sich im Laufen um und lief rückwärts weiter.

"Da musst du uns aber erst mal kriegen!" Er drehte sich wieder um und lief im gleichen Tempo weiter. Das ließ sich Cheryl nicht zweimal sagen. Und schon spurtete sie los. Sie hatte die Jungs schon fast eingeholt, als vor ihnen plötzlich eine Lehrerin auftauchte und sie anfauchte:

"Auf dem Gang wird nicht gerannt! Nachsitzen für euch alle, dass das klar ist!" Auf einmal kniff die Lehrerin die Augen zusammen, und betrachtete Cheryl genauer.

"Dich kenne ich nicht, bist du die Neue? So, so. Erst neu und schon Ärger machen, wie? Aber das werde ich dir schon austreiben! Hier herrschen andere Regeln, als bei euch oben in Aberdeen, da kommst du doch her, nicht wahr?"

Da Cheryl nicht die geringste Reaktion zeigte, sogar eher gelangweilt dreinblickte, rastete die Lehrerin vollends aus.

"Hast du mich verstanden!!!" schrie sie. Cheryl meinte einen Hörsturz zu kriegen. Die drei Jungs hatten sich natürlich schon längst aus dem Staub gemacht.

Am Nachmittag gegen drei Uhr saß Cheryl in der Schulbücherei und wartete darauf, ihre Strafe 'abzusitzen'. Die drei Jungs, die ihr das alles eingebrockt hatten, fuhrwerkten am Computer herum. In diesem Moment betrat Mrs Bennett den Raum und überprüfte die Anwesenheit der Nachsitzenden. Am Schluss der Liste, bemerkte sie stirnrunzelnd:

"Aber da fehlt doch noch jemand."

"Mich können sie auch abhaken, ich bin jetzt auch da!" tönte eine Stimme hinter ihr. Mrs Bennett blickte das blonde Mädchen, welches eben den Raum betreten hatte, nur über den Rand ihrer Lesebrille hinweg an, sagte jedoch nichts. Dann klatschte Sie in die Hände.

"So, meine Damen und Herren! Sie alle wissen, warum sie hier sind. Sie haben den ganzen Nachmittag Zeit über ihr Vergehen nachzudenken. Falls sie einen Fluchtversuch starten sollten, sei ihnen gleich gesagt, lassen sie es lieber. Wenn sie nämlich erwischt werden, und das werden sie garantiert, dann schütte ich sämtliche Karteikästen aus und sie haben eine sinnvolle Beschäftigung, die Abendfüllend ist." Sie verzog den Mund zu einem Lächeln.

Als sie gegangen war, stürzten sich die Jungs wieder auf den Computer und die beiden Mädchen 'stürzten' sich auf die Bücher, die es hier onmass gab. Logisch!

Cheryl und das andere Mädchen wollten gerade nach dem selben Buch greifen, eines über Fußball.

"Du interessierst dich auch für Fußball, is ja irre!" sagte das Mädchen.

"Ja, ich spiele leidenschaftlich gerne Fußball! Wie heißt du?"

"Ich heiße Mary-Ann." Sie gab Cheryl die Hand.

Nachdem sie sich vorgestellt hatten, brachen sie in eine Diskussion über ihr offensichtliches Lieblingsthema aus: Fußball.

"Wen kann ich fragen, wenn ich in die Fußballmannschaft eintreten will?" fragte Cheryl.

"Da bist du bei Jack an der richtigen Adresse, aber ob der dich mitspielen lässt..."

"Und wo finde ich diesen Jack?"

"Genau hinter dir!" ertönte auf einmal eine männliche Stimme. Jack war unbemerkt hinter Cheryl getreten und hatte den letzten Satz aufgeschnappt.

"Wozu brauchst du mich denn?" fragte er mit einem unverschämten Grinsen.

Cheryl wollte ihn schon anfahren, als sie sich eines besseren besann und versuchte, es diplomatisch anzugehen.

"Nun, ich wollte dich fragen, ob ich in deiner Fußballmannschaft mitspielen darf." Sie sah ihn erwartungsvoll an. Jack sah aus als hätte er sich verhört. Die anderen beiden Jungs, die sich inzwischen dazugesellt hatten, grölten vor Lachen.

"Hab ich dich gerade richtig verstanden? Du willst bei uns mitspielen? Mädel, das ist kein Kaffeekränzchen, was wir machen, sondern harter Männersport!"

Jetzt wurde Cheryl erst richtig wütend.

"Ich habe niemals behauptet, das ich an einem Kaffeekränzchen teilnehmen will, sondern ich will Fußball spielen! Hast du vielleicht was mit den Ohren!" fauchte Cheryl Jack an.

Jetzt schaltete sich Chris, einer der anderen beiden Jungs ein:

"Von mir aus kann sie bei uns eintreten..."

Jack fuhr herum.

"Sag mal, hat's dir ins Hirn geregnet?! Sie ist ein Mädchen, falls dir das noch nicht aufgefallen ist!"

"Natürlich ist mir das aufgefallen. Ich hab ja auch nicht gesagt, das sie mitspielen darf. Sie könnte so was wie Cheehrleaderin werden, oder unsre dreckigen Trikots waschen..."

Cheryl hätte sich am liebsten auf ihn gestürzt und Jack hätte sie den Hals umgedreht, wegen seinem dämlichen Grinsen, wenn Mary-Ann sie nicht zurück gehalten hätte.

"Wartet's nur ab! Ich gründe meinen eigenen Verein, und wenn wir uns mal auf dem Spielfeld gegenüber stehen, werden wir euch haushoch schlagen!" Cheryl konnte sich kaum noch beherrschen. Die Jungs bogen sich vor lachen.

"Na deinen Haufen will ich dann mal sehn! Hahaha! Das wird doch nur ein rumgeknödel bei euch Mädels!" Jack lachte Tränen.

Den Rest des Nachmittags verbrachten die Jungs damit, die Mädchen - vor allem Cheryl - damit aufzuziehen und dumme Sprüche von sich zu geben, von wegen 'Fußball wäre nur was für Männer' und sonstigen Fusel.

Mary-Ann wirkte wunderbar beruhigend auf Cheryl. Zum Glück für die Jungs, denn Cheryl wäre an diesem Nachmittag sicher noch irgendwann Amok gelaufen.

Schon am nächsten Morgen hingen überall Zettel im Pausenhof und im Schulgebäude. Jack kam gerade auf den Schulhof, als ihm ein solcher Zettel mitten ins Gesicht flog.
 

Er las:
 

Mädels aufgepasst!

Wer hat Lust Fußball zu spielen, und es diesen arroganten Jungs zu zeigen, dass wir genauso gut - wenn nicht sogar besser - spielen können. Meldet euch in der 10a bei Cheryl oder Mary-Ann! Wir freuen uns auf euch!
 

Jack zeigte seinen Mannschaftskameraden den Zettel. Alle bogen sich vor Lachen, bis auf einen - es war Brain, Cheryls Bruder. Er machte sich Sorgen um seine kleine Schwester.
 

Am Nachmittag trafen sich Cheryl, Mary-Ann und die Mädchen, die sich zum Fußball gemeldet hatten, im Park. Hier waren sie vor den Blicken der Jungs sicher, die auf dem Fußballplatz an der Schule trainierten.

Cheryl und Mary-Ann hatten nun die schwere Aufgabe, die Mädchen für ihre Mannschaft auszuwählen.

Und so begann der Testlauf. Die Mädchen mussten zeigen, was sie in Punkto Ausdauer draufhatten, wie gut sie Bälle treffen konnten, wie schnell sie waren und wie gut sie den Ball im allgemeinen beherrschten. Sie mussten schließlich auch aus jedem Winkel ins Tor schießen können. Mary-Ann fungierte während des Torschießens als Torwart, während Cheryl die Bälle den Mädchen indirekt zuspielte und die Ergebnisse notierte. Als sie die Mädchen genug gefoltert hatten, entließen Cheryl und Mary-Ann sie nach Hause. Die Ergebnisse würden sie am Ende der Woche bekannt geben.

"Treffen wir uns morgen nach der Schule, um zu entscheiden, wer mitspielt?" fragte Cheryl.

"Klar, morgen um drei bei mir."

Die beiden gingen schweigend nebeneinander her. Plötzlich flog ein Fußball direkt auf sie zu. Mary-Ann fing ihn geschickt auf. Unten an der Treppe standen die 'Roten Tiger', die Fußballmannschaft der Schule und grinsten.

"Lust auf ein kleines Spielchen?" fragte Jack, während er seinen Ball geschickt auf den Knien auf und ab springen ließ.

"Wir werden schon früh genug unser Spielchen haben." antwortete Cheryl gelassen.

"Wohl zu feige, wie?" Jack versuchte, sie zu provozieren.

"Wer ist denn hier feige? Wir haben schließlich noch keine komplette Mannschaft und jetzt sind wir nur zu zweit. Unfairer geht's ja wohl nicht!"

"In Ordnung, machen wir eben ein Spiel - Zwei gegen Zwei-. Na, was sagt ihr jetzt?"

"Vielen Dank, aber keinen Bedarf. Wie gesagt, wir werden noch früh genug unser Spiel haben." Damit war für Cheryl und Mary-Ann die Sache erledigt und sie bahnten sich ihren Weg durch die hämisch grinsenden Jungs. Diese riefen ihnen noch Worte, wie 'Feiglinge' hinterher, aber die beiden Mädchen hörten gar nicht darauf. Es war ihnen gleichgültig, was die Jungs jetzt sagten, die würden noch früh genug ihr blaues Wunder erleben.
 

Cheryl saß bei Mary-Ann im Zimmer und bestaunte die Wände. Diese waren voll mit berühmten Fußballstars. Plötzlich stutzte Cheryl. Das Poster neben dem Schreibtisch gegenüber vom Sofa zeigte keinen Fußballspieler, sondern einen Eishockeyspieler.

Mary-Ann war damit beschäftigt ihren Computer in Gang zu kriegen und bemerkte Cheryl's Blicke nicht.

"Sag mal, hast du außer Fußball noch ne andere Sportleidenschaft?" fragte sie.

"Nö, eigentlich nich. Wieso fragst du?" Mary-Ann drehte sich um.

"Aha. Das heißt, du interessierst dich nicht wirklich für Eishockey, sondern eher für diesen ganz besonderen Spieler." Cheryl deutete schmunzelnd auf das Poster.

Mary-Ann errötete leicht.

"Willst du mir nicht sagen, wer der Kerl ist?" fragte Cheryl.

"Das ist Jonny Gravano von den 'Yorkshire Huskys'."

"Noch nie von ihm gehört." Cheryl schüttelte den Kopf. Mary-Ann sah sie verdutzt an.

"Du hast noch nie von ihm gehört? Aber er ist der Star der 'Yorkshire Huskys'!"

"Ehrlich gesagt, hab ich noch nicht mal was von dieser Mannschaft gehört," gab Cheryl kleinlaut zu. "Ich hab mich nie für was anderes als Fußball interessiert!"

"Aber für Jungs wirst du dich doch wohl interessiert haben!"

"Na, klarer Fall!" Cheryl lachte.

"Hattet ihr in Aberdeen noch andere Mannschaften, außer ne Fußballmannschaft?"

"Wir hatten nur ne Volleyballmannschaft, und die bestand natürlich nur aus Mädchen." Cheryl zuckte mit den Schultern. "Wenn ich mich für Jungs interessiert hab, dann waren sie Fußballer, in meiner Schule oder in der Nachbarschaft."

Mary-Ann nickte.

"Wir sollten langsam mal anfangen die Mannschaft zusammenzustellen!"

Cheryl fing an zu singen:

"Jetzt fliegen gleich die Löcher aus der Mannschaft... dö, dö, dö!"

"Kannst du nicht fünf Minuten ernst sein?"

"Doch, kann ich. Also. Was hast du von Kimberly gehalten?"

Mary-Ann sah auf den Zettel und überlegte.

"Also, gute Ballbeherrschung, 6 Tore beim rechten Fuß und die gleiche Anzahl beim Linken. Ich denke mal, sie ist mit beiden Beinen gut."

"Die ist ein bisschen schmächtig, um nicht zu sagen dürr..."

"Na und? Is doch wurscht! Sie hat ne gute Ballbeherrschung und das ist doch das wichtigste!"

"Hast auch wieder recht. Wo soll sie spielen?"

"Wir könnten sie für die linke Flanke vormerken."

Cheryl notierte den Namen auf ihrem Zettel für die Mannschaftsaufstellung.

"Was ist mit Claire?" fragte Mary-Ann.

"Ich mag sie nicht."

"Du kennst sie doch gar nicht."

"Sie spielt zu viel für sich alleine."

"Wir haben ja auch noch nicht probiert, wie sie sich in einer richtigen Mannschaft verhält." Mary-Ann legte den Kopf schief. Seufzend schrieb Cheryl den Namen auf den Zettel.

"Ich kann Claire genauso wenig leiden wie Jack."

"Also komm, so schlimm ist er auch wieder nicht. Du kennst ihn noch gar nicht richtig."

"Was ich von ihm kenne reicht mir schon." Cheryl verdrehte die Augen.

"Du gehst ganz schön hart mit den Leuten ins Gericht!"

"Jaaaa, Lebenslang!!!" witzelte Cheryl.

Sie brachen in Gelächter aus.

Als sie sich wieder beruhigt hatten, schaute Mary-Ann zufällig auf die Uhr.

"Oh, Scheiße! Ich hab's vergessen!" fluchte sie.

"Was hast du vergessen?"

"Ich hab vergessen 'Victory' zu holen."

"Wer ist 'Victory'? Dein Bruder?"

"Also meinen Bruder hole ich nie von der Weide."

"Häh? Is das ne Kuh, oder was?"

"Sag mal, hast du nen Schuss ab? Das ist mein Wallach!"

"Boah, du hast en kastriertes Pferd, is ja krass!"

"Jetzt hör doch mal auf, ihn zu beleidigen! Erst bezeichnest du ihn als meinen Bruder, dann als Kuh und jetzt trampelst du auch noch auf seiner nicht mehr vorhandenen Manneskraft rum!"

Cheryl prustete los. Das war einfach zu komisch!

Mary-Ann fand das gar nicht komisch, schließlich hatte jemand ihren ,Victory' beleidigt. Aber wenn sie länger darüber nachdachte...
 

"Jetzt gehen wir aber ,Victory' holen, klar!" Mary-Ann warf sich ihre altmodische Lederjacke mit Fransen über.

"Jahahah..." Cheryl konnte sich noch immer nicht ganz beruhigen.

Die beiden verließen das Zimmer. Auf dem Flur wären sie beinahe mit Kevin, Mary-Anns tatsächlichen Bruder zusammengestoßen.

"Ach ja, das ist übrigens mein Bruder..." bemerkte Mary-Ann im Vorbeigehen.

"Es lebe ,Victory'!" brachte Cheryl unter einigen Lachkaskaden heraus. Kevin sah so aus, als ob er dachte, sie wäre gerade aus der Irrenanstalt entflohen.

Mary-Ann konnte sich nur mit Mühe das Lachen verkneifen.

Fünf Minuten später standen Cheryl und Mary-Ann an ,Victorys' Weide.

"Wow, der sieht viel besser aus, als ich gedacht hatte! Ich hatte nen alten Klepper erwartet..."

"Hey, jetzt reicht's aber an Beleidigungen!" rief Mary-Ann entrüstet.

Cheryl betrachtete ,Victory'. Er stand mit hocherhobenen Kopf in der Mitte der Weide und ließ die Ohren spielen. Sein Fell glänzte wie Seide. Er hatte lange, schlanke Beine und einen hübsch geformten Kopf mit einer Blesse, die auf der Stirn begann und in einem dünnen Streifen zwischen den Nüstern endete.

"Der sieht wirklich toll aus! Wie hieß er gleich noch mal? ,Victory' - ,Sieg', das passt zu ihm. Echt toll!"

Mary-Ann nickte nur und schaute verträumt auf ihr Pferd, welches nun ein leises Wiehern von sich gab und auf sie zutrabte. Mary-Ann öffnete das Gatter und zauste ,Victory' spielerisch das Stirnhaar. ,Victory' schnaubte. Es schien ihm zu gefallen. Mary-Ann hakte die Führleine ein und führte ihn aus der Koppel. Cheryl kam näher und streckte langsam die Hand aus. ,Victory' senkte seinen Kopf und schnupperte an der Hand. Cheryl streichelte ihm über die weichen Nüstern.

"Ja, das ist mein ,Victory'. Er ist manchmal viel zu zutraulich!"

Cheryl kraulte gedankenversunken ,Victory', während sie ihren Blick über das Gelände schweifen ließ.

"Schön hast du's hier."

Mary-Ann nickte eifrig.

Als ,Victory' wohlversorgt im Stall stand und die Mädchen aus dem Stall wieder ins Freie traten, fragte Mary-Ann plötzlich:

"Hast du eigentlich Haustiere?"

"Ja, einen Schäferhund und eine Ratte."

"Iiiih, eine Ratte!" Mary-Ann schüttelte sich.

"Wieso? Die sind doch süß!" rief Cheryl.

"Nun ja. Das ist Geschmackssache... Wie heißen die beiden denn?"

"Die Hündin heißt ,Dark Angel' und die Ratte heißt ,Speedy'."

"Was die Leute immer für ausgefallene Namen für ihre Hunde haben! Jack hat einen Golden Retriever namens ,Golden Boy'."

"Oh wie süüüß!"

"Jetzt wird Jack doch auf einmal interessant!"

"Ach, fasel doch nicht so ein dummes Zeug daher! Ich habe den Hund als süß bezeichnet. Golden Retriever sind einfach goldig!"

"Wie passend! Aber der Hund gehört nun mal Jack, das ist eine Tatsache..."

"Na und? Der Besitzer des Hundes interessiert mich nicht. Mich interessiert nur der Hund selbst!"

Mary-Ann schüttelte den Kopf. Cheryl war ziemlich dickköpfig, was die Sache mit Jack betraf.

Der Himmel färbte sich langsam rot. Cheryl verabschiedete sich von ihrer Freundin und ging mit einer nicht mal zur Hälfte gefüllten Mannschaftsliste nach Hause.

Sie schloss leise die Haustür auf. Doch ihre Mutter hörte es trotzdem. Sie steckte den Kopf aus dem Wohnzimmer.

"Schön, dass du da bist. Wir haben mit dem Essen auf dich gewartet."

"Nett von euch!" antwortete Cheryl, ohne dass sie das wirklich dachte. Sie wollte nicht die bohrenden Fragen ihres Bruders bezüglich ihrer Mannschaft hören. Vor allem würde dann ihre Mutter davon Wind bekommen und das wollte sie nicht. Sie wusste wie die Mutter darüber dachte. Auch wenn die Mutter es nicht aussprach und nichts gegen das Fußball spielen ihrer Tochter sagte, wusste diese doch, dass es ihr schwerfiel.

"Hallo!" sagte sie möglichst unbefangen, als sie ins Wohnzimmer kam. Cheryl ließ sich in den nächstbesten Sessel plumpsen.

"Na, wie war dein Tag heut, Schatz?" die Mutter strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Cheryl sah zu ihrem Bruder. Dieser verzog keine Miene. Hatte er schon etwas gesagt?" Cheryl seufzte. Ihre Mutter würde sie danach noch weiter mit Fragen löchern, falls sie keine zufriedenstellende Antwort erhielt.

"Och, wie jeden Tag. Der Stoff is langweilig. Naja, die Jungs stengern wo sie nur können, aber es fetzt trotzdem. Ich hab sogar schon eine Freundin gefunden!" endete Cheryl ihren Bericht und wartete gespannt darauf, ob ihre Mutter sie mit weiteren Fragen löchern würde. Aber das tat sie nicht. Sie nickte nur und trug dann das Essen auf.

Während sie schweigend aßen, bemerkte die Mutter:

"Klingt so, als ob es in der Schule keine richtige Action geben würde. Mit ner Fußballmannschaft wär's interessanter, nicht war?"

Cheryl blickte arlamiert zu ihrem Bruder. Dieser hob in einer verzweifelten Geste die Hände und deutete dann mit dem Kopf aus dem Fenster. Cheryl folgte seinem Blick. Draußen buddelte eine Frau in einem Beet herum. Ein Mädchen kam auf sie zu. Es war Susann, eines der Mädchen, die beim Testlauf für die Mannschaft mitgemacht hatte. Also hatte Susann getratscht oder ihre Mutter. Cheryl blickte wieder zu ihrer Mutter. Diese seufzte:

"Ich weiß nicht, warum du mir zu verheimlichen versuchst, dass du eine eigene Mannschaft gegründet hast. Habe ich dir jemals verboten Fußball zu spielen, oder jemals etwas dagegen gesagt? Ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe, dass du so wenig Vertrauen zu mir hast. Es ist ein gewagtes Unternehmen, was du angegangen bist und ich hoffe, du hältst es durch und führst es zu Ende. Auf meine Hilfe kannst du zählen." Schloß sie lächelnd. Cheryl glaubte ihren Ohren nicht zu trauen. Sie segelte ihrer Mutter in die Arme.

"Oh, Mum du bist ein Goldschatz!" quietschte sie vor Freude. Die Mutter tätschelte ihr nur lächelnd den Rücken.
 

Kurze Zeit später kam ,Dark Angel' schweifwedelnd ins Wohnzimmer getrabt und ließ sich von Cheryl hinter den Ohren kraulen. Beide lagen bäuchlings auf dem Teppichboden.

,Dark Angel' rannte in den Flur, schnappte sich die Leine und setzte sich genau vor Cheryl, die versuchte ein Fußballspiel im Fernsehen zu verfolgen. Die Mutter rumorte in der Küche herum und Brain spielte Fußballreporter, in dem er ständig Komentare abgab, die kein Schwein interessierte. ,Dark Angel' wurde ungeduldig. Sie stupste Cheryl mit ihrer feuchten Nase im Gesicht. Cheryl versuchte sie abzuwehren, um das Fußballspiel zu Ende zu sehen. Doch ,Dark Angel' blieb hartnäckig. Cheryl sah ein, dass es keinen Sinn hatte und stand auf.

"Sag mir wie das Spiel ausgegangen ist!" rief sie ihrem Bruder noch zu, während sie in den Flur verschwand. ,Dark Angel' wartete schon an der Tür auf sie. Cheryl warf sich ihre Windjacke über, hakte die Leine an ,Dark Angel's Halsband ein und öffnete die Tür.

"Bin noch mal kurz mit ,Dark Angel' draußen!"

"Aber bleib nicht zu lange! Es ist schon dunkel!" rief die Mutter aus der Küche.
 

,Dark Angel' strebte vorwärts. Cheryl ließ sich mitziehen, ohne sich viel darum zu kümmern. Im Park ließ sie ,Dark Angel' von der Leine. Während beide in das altbekannte Stöckchenspiel vertieft waren, schoss plötzlich ein Hund auf ,Dark Angel' zu. Die beiden beschnupperten sich und kurze Zeit später tollten sie ausgelassen auf der Wiese herum. Cheryl hörte in der Nähe eine Stimme, konnte aber niemand erkennen, weil es schon zappenduster war.

"'Golden Boy'! Hierher!" Der fremde Hund rannte in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. Auch Cheryl rief ihren Hund und die beiden schlenderten nach Hause. Plötzlich fiel Cheryl etwas ein. Hatte die Stimme nicht ,Golden Boy' gerufen? Hieß der Hund von Jack nicht genauso?

"'Dark Angel', du spielst nicht mehr mit diesem ,Golden Boy', er ist ein schlechter Umgang für dich!" Sie musste lachen. ,Dark Angel' sah sie nur an und bellte kurz. Cheryl blieb stehen und umarmte ihren Hund.

"Ich bin vielleicht blöd! Was kann denn der Hund für seinen dämlichen Besitzer?!" flüsterte sie ,Dark Angel' bellte wieder. Das war wohl eine Zustimmung.
 

Cheryl ging die Treppe hoch. Ihre Mutter kam gerade herunter und deutete mit dem Daumen hinter sich.

"Was soll der Sack mit dem Einstreu vor deiner Tür? Da stolpert man ja drüber." In diesem Moment kam Brain aus seinem Zimmer.

"Das brauch ich zum Käfig putzen." Antwortete Cheryl.

Brain lachte.

"Was denn. Ne handvoll nehmen und schrubben?"

"Ha, ha, wie witzig." Cheryl schnappte sich den Sack und verschwand damit in ihrem Zimmer.

,Speedy' schnüffelte aufgeregt am Käfiggitter. Seine Schnurrhaare vibrierten.



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Kommentare zu diesem Kapitel (3)

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Von: abgemeldet
2003-11-13T02:53:12+00:00 13.11.2003 03:53
Mmmmh...nicht schlecht *smile*
YEAH! FUßBALL!!!
*freu*
Und dann auch noch Mädchenfußball, einfach super^^ mach weiter so
*grins*

Bye Messi
Von:  MinnieMik
2003-03-29T20:35:03+00:00 29.03.2003 21:35
super schreib endlich schneller weiter werden jack und dieses mädchen ein paar oder machen sie ein spiel und verfeinden sich noch mehr?
Von:  Kai
2002-08-04T06:19:52+00:00 04.08.2002 08:19
Eine FF mit Fussball hmm
Also die Story bisher is gut auch wenn ich mir denken kann worauf die ganze Sache hinaus läuft.
Aber was soll bitte schreib weiter.

MFG Kai


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