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Die Artemis Akten 3
von Warlock, the wolf in human guise
Jupiter Tiger 1 - KÖNIGIN DER KARATEBOXER
(Ryu - Thema einspielen)
Der Smog lag über der Stadt wie ein ausgelutschtes Fruchtbonbon. Ich weiß, ich sollte nicht so reden,
da ich Fruchtbonbons selten lutsche, sondern viel lieber zerbeiße. Außerdem gehen mir langsam die Metaphern
aus.
Gestatten, Artemis. Genau, ohne Nach-, Zu-, und Kosename. Warum ich so eine männliche Stimme habe? Nun, weil
ich ein Mann bin. Ob ich etwa einer von DENEN bin?
Mitnichten, sonst würde ich statt mit einer Blondine mit Motoki kuscheln. Mal abgesehen von dem Ausrutscher
im Knast, wo ich mit einem gewissen Johnny, einem 2 Meter großen Einzelkämpfer verheiratet war. Gottseidank
hatte der lieber mit dem Heizkörper geknutscht.
Aber das gehört nicht hierher.
Nun, wie am Anfang jeden Tages war es auch diesmal Morgen, und wie leider nicht zu Anfang jeden Tages waren auch
gerade Ferien.
Genau, die Langen.
Ferien sind so etwas wie die Entschuldigung des Schicksals für ein versautes Leben. In den Ferien hat jeder
gute Laune, die Mädels tragen meistens kurze Röcke, jeder ist bis nach 12 Uhr auf, und in den langen
Sommerferien kann man wunderbar mit dem Rücken auf dem Asphalt liegen, einschlafen, und sich dann wie eine
zu selten gewendete Frikadelle fühlen. Ahhhh, ja.
Auf jeden Fall, Minako, ich und die anderen, auch die Rennsemmel Chibi-Usa, die noch nerviger war, als ihre Mutter
(wahrscheinlich, weil sie nicht so gut gebaut war), wir gingen also gerade in der Stadt herum. Und zwar gingen
wir in der Frühe, weil es gegen Mittag so heiß wurde, daß man auf der Veranda Enten braten konnte
(Was unsere Nachbarn auch taten).
Wir schlenderten nichtsahnend und müßig die Straße entlang und ahnten nichts Böses, als es
Makoto plötzlich riß.
Wir blickten auf und bemerkten ein rotes Plakat, auf das irgendein Talent zwei offenbar spastische Kickboxer gekritzelt
hatte. Ob das Absicht war, oder ob nur irgendein Schmierfink seinen Trieb ausgelebt hatte, war aus meiner Perspektive
nicht festzustellen, und so wie die anderen aussahen aus der ihren auch nicht.
"Wow!" rief Makoto so verzückt, als hätte sie Metallica überfahren "Ein Karatewettkampf!"
Sie las das Geschreibsel genauer.
"Moment...... der erste Preis ist die Macht über die gesamte Erde?" fragte sie.
"Wie heißt denn das Turnier?" fragte Ami.
"MORTAL KOMBAT!" rief plötzlich ein Typ, der durch die Straßen lief.
"MORTAL KOMBAT!" schalte es ihm entgegen, als er um die Ecke kam.
Innerhalb von Minuten schien ganz Tokyo mit erhobenen Fäusten in der Gegend herumzurennen, und "MORTAL
KOMBAT!" zu brüllen.
"Kommt mir bekannt vor." Meinte Usagi und strengte ihr Hirn mächtig an, ohne zu bedenken (wie auch),
daß bei der letzten Sauftour mit Minako Tausende ihrer hundert Gehirnzellen den Ersäufungstod gefunden
hatten.
"Also, wenn es um die Welt geht, wird die Konkurrenz ziemlich hart sein, oder?" meinte Rei.
"Stimmt...." murmelte Makoto.
"Ach was!" rief Minako "Das sind alles Männer, und wenn Mako mit dem Oberkörper wackelt,
fallen die eh alle um!"
Wir alle fielen um, obwohl, das möchte ich betonen, nur ICH ein Mann war.
"Sag' mal, warum bist du eigentlich so ecchi?" fragte Ami halb erschreckt.
"Angeborenes Talent, und dann noch ihre Nachhilfelehrerin." Meinte ich.
"Moment, es heißt doch, daß Leute sich ähnlicher werden, wenn sie lange zusammenleben..."
dachte Usagi laut.
Plötzlich zog sie Chibi-Usa und Luna weg.
"Dann ist Artemis auch ein ganz schlimmer Finger! Bleibt weg von ihm!" kreischte sie.
"Du, das war jetzt unpassend." Knurrte ich "Schmeißt du etwas Rosen weil du mit Mamoru zusammen
bist?"
"Das ist was anderes!"
"Da könnte sie recht haben. Ich fi.... Minako ja nicht." dachte ich, aber ich sagte "Miau."
"Könntet ihr jetzt mal Ruhe geben?" keifte Rei.
Makoto schien hin- und hergerissen zwischen einem längeren Krankenhausaufenthalt oder dem Gewinne auf der
einen und schönen Sommerferien auf der anderen Seite.
"Ich hab's!" rief sie "Ich frag' meinen Sensei!"
******
Makotos Sensei war ein alter Penner, den nur niemand aus dem alten Gebäude, in dem er hauste, schmiß,
weil er jeden zusammenschlug, der es versuchte.
Abgesehen davon war der leicht rundliche, irgendwie an Reis Großvater erinnernde Karatemeister die Nettigkeit
selbst, auch wenn er Makoto beim Duschen zuguckte (Aber wer will ihm das verübeln? Auch ich fröne diesem
Laster).
Makoto befragte ihn also nach seinem weisen Rat und er brummte etwas, wie immer, wenn er mit einer unerwarteten
Frage konfrontiert wurde. Heute brummte er allerdings noch etwas lauter als sonst.
"Makoto, ich will ehrlich zu dir sein." Sagte er schließlich "Du bist nicht meine erste Schülerin
die mich nach dem Mortal Kombat fragt."
"Echt?"
"Ja. Nur hat ihn bisher niemand, den ich kenne überlebt. Man hat mir die Einzelteile meiner Schüler
immer mit einer Mitleidsmeldung zurückgeschickt."
Makoto schluckte. Wir anderen auch. Bei mir lag's daran, daß ich den gut versteckten Schokoriegel von Makos
Lehrer gefunden hatte.
"Au weh." Meinte Minako.
"Gibt es denn keinen Weg..." versuchte es Makoto.
"Ich sehe, dein Kampfgeist strahlt wie eine Sonne, Grashüpfer. Wenn du im Mortal Kombat teilnehmen willst,
geh' nach Okinawa, zu Go Habayashi. Er wird dich lehren, was selbst ich dich nicht lehren kann."
"Wird er mich trainieren, so daß ich gewinnen kann?" fragte Makoto mit leuchtenden Augen.
"Nein. Aber ich bezweifle ernsthaft, daß dich noch irgendwas umbringen kann, wenn du seine Trainingsmethoden
überstehst."
"Ah, ja....."
Dann stand Makoto auf.
"Warte noch, Makoto."
In der Stimme des alten Mannes schwang Trauer mit.
"Ja?"
"Es war schön, dich gekannt zu haben."
******
"Ha! Dea Mordel Koumbät!" rief Rubeus "I wead ean gwinna!"
"Was?" rief Jacobite "Ei, hast du denn jetzt total de Verstand verlore'?"
"Naa. I hob Leit, die mi treanirn wern!" lächelte Rubeus.
Er nahm sein Handy und tippte eine lange Nummer ein.
"Küß' die Hond. Is da Arnold zu sprechan?" fragte er "Sagn's eam, da Rubeus wui ean sprechan!"
So ging das noch eine ganze Zeit weiter, bis Rubeus auch M. Bison, König Rau und Dolph Lundgren überzeugt
hatte, ihn zu trainieren.
"Sou, dös worn die bästn, die i kähn und i kähn ainigä. Und wönn i den Mordel
Kombät gwunna hob.... donn g'heagt ma d' Wöid! Hahahahaha!"
******
Zwei Tage später saßen wir in einem Flugzeug nach Okinawa. Usagi hatte kurzerhand Mamoru überredet,
ihr die Schlüssel für sein dortiges Ferienhaus zu vermachen, dann hatten wir alle unsere Sachen gepackt
und den Flieger genommen.
Ehrensache, alle Sailors wollten dabei sein, wenn Makoto trainierte, um sie psychisch zu unterstützen, sie
zu preisen (wenn sie eine Übung schaffte), oder sie zusammenzuscheißen (wenn sie versagte).
Ich natürlich auch.
Der Flug war angenehm turbulenzlos, und nach ein paar Stunden kamen wir trotz der Kunstflugkünste des Piloten
auf Okinawa an.
Sofort als wir aus dem Flieger stiegen schlug uns die brütende Hitze entgegen, so brütend, daß
selbst die Mücken einen Mittagsschlaf hielten, anstatt, wie es ansonsten Brauch war, auf uns Neuankömmlinge
einzustechen.
Aber die Hitze machte nicht nur den Insekten, sondern auch den höheren Wirbeltieren zu schaffen - oder sollte
gar das gesamte Flughafenpersonal an Sommergrippe erkrankt gewesen sein?
Wir konnten es kaum erwarten, in das vollklimatisierte Taxi nach Shuri zu hüpfen.
"Mannomann!" keuchte Usagi "Ist das hier immer so heiß?"
"Ja." Sagte der Taxifahrer einsilbig.
Ich verkniff mir jeden Kommentar.
"Sagen Sie, wissen Sie, wo ich einen gewissen Go Habayashi finden kann?" fragte Makoto.
"Nö." meinte der Taxifahrer.
In Shuri angekommen fahndeten wir erstmal nach diesem Go, und in einer Kneipe fanden wir dann auch jemanden, der
ihn kannte.
"Go Habayashi? Der lebt in To, 2 km von hier. Aber warum fragt ihr?" fragte der feiste, fettleibige Wirt.
"Er soll mich trainieren." Sagte Makoto.
Dem Wirt kippte die Kinnlade herunter, ein Gast spuckte seinen Sake auf den Boden und der Kneipenpapagei bekam
einen Herzinfarkt.
"Du willst WAS?!" fragte der Wirt nochmals.
"Bei ihm trainieren..." meinte Makoto.
"Na dann...." seufzte der Wirt "Überleg' es dir lieber nochmal... in deinem Alter gibt es wichtigere
Dinge, als sich die Knochen zerbröseln zu lassen."
Er zeigte auf einen schluchzenden Typen in einer Ecke. Er hatte seltsam steife Hände und sah aus, als wäre
ihm ein Lastwagen über's Gesicht gefahren.
"Das ist Mato Mifune." Wisperte der Wirt.
"Der Karatechampion?" fragte Makoto aufgeregt.
"Er war es..... er wollte bei Go trainieren, und jetzt hat er zwei Plastikhände, und, naja, mit seinem
Gesicht kann er auch keinen Blumentopf mehr gewinnen."
Er zeigte auf einen anderen, einen alten, verkniffen aussehenden Mann.
"Der da hinten hat seine beiden Söhne verloren, die gegen Go gekämpft haben... zusammen. Seitdem
will er nichts mehr von Kampfkunst wissen."
"Oh." Schluckt Makoto, den anderen hatte es die Sprache verschlagen.
"Und seine Söhne waren wirklich gut aufeinander eingespielt... man sagte, sie wären zusammen so
gut wie 10.000 Kämpfer." Nickt der Wirt und beendete seine Geschichte.
Uns war nun allen etwas schwummrig zumute, als wir die Kneipe verließen, und selbst Makoto war es anzusehen,
daß sie sich ernsthaft überlegte, ob sie wieder zurückfahren sollte.
"Äh, Makoto.... vielleicht ist das Training doch ein bißchen zu hart...." meinte Ami, unsere
selten gehörte Stimme der Vernunft.
"Nein!" sagte Makoto da "Soll ich etwa wieder zurück nach Hause, in der Gewißheit, daß
ich vor etwas davongelaufen bin? Niemals!"
Das war sehr heroisch, aber wie vieles Heroische auch furchtbar dumm. Dennoch fühlte ich mich gezwungen, zu
applaudieren.
Und zwei Stunde später standen wir am Pier von To, wo nur ein alter, knochiger Fischer saß und offenbar
seit 100 Jahren auf einen Fisch wartete.
"Go Habayashi?" antwortete er zahnlos auf unsere Frage "Klar, der is' da draußen!"
Er zeigte auf's Meer, wo ein Fischerboot als schwarze Masse am Horizont zu erkennen war.
"Hm. Na gut, dann wart' ich eben." Sagte Makoto trotzig und setzte sich hin.
Der alte Fischer konzentrierte sich nun nicht mehr auf die aus Schrottteilen zusammengebaut Angel, wie ich bemerkte,
sondern auf Makotos Oberkörper.
Naja, es waren ja seine Zähne. Oh Moment, er hatte ja nur noch zwei. Makoto mußte ihm was anderes ausschlagen.
"Makoto..." sagte Minako und griff die Brünette am Kiefer, wobei sie ihr ins Gesicht starrte.
"Was ist?"
"Warte..... ich möchte mich gerne an dein Gesicht erinnern, wenn ich dich wiedersehe."
******
"Jå schaug! Da Rubeus!" rief Arnold Schwarzenegger.
"Servus, Arnie." Grüßte ihn Rubeus.
"Warum hast du uns herbestellt?" wollte Dolph wissen.
"Ia soid mich tränirn. Füa den Mordel Kombät!"
Die Trainer in spe beratschlagten sich kurz.
"Nun gut. Aber billig wird's nicht." Grinste König Rau.
"Ei, wer biss'n du?" fragte ihn Jacobite, der die Vorstellung verpennt hatte.
"Ich bin Rau."
"Ei, isch bin ehä tough. Aber rauh is' auch gut." Grinste Jacobite, womit er sich keine Freunde
machte.
"Dös is mai Lackai. Weaft's eam an Knocha zu!"
Danach führte Rubeus seine Trainer in seinen Trainingssaal, wo sich die Chromhanteln nur so stapelten. Auch
ein schwerer Sandsack hing herum.
"Ja mei!" rief Arnold entsetzt "Mit wos duast'n du Bånkdrücka!"
Er ging zu Rubeus' Bankdrückgewicht, schnaufte kurz ein, besah es sich von der anderen Seite und schnaufte
dann aus.
"Dös is ja gaa nix!"
"Ha!" rief Rubeus und spannte seine Physis an "Is' dös aa nix?"
Arnold biß sich auf die Zunge, Rau lachte gellend heraus. Dolph und Bison waren zu cool, um sich etwas anmerken
zu lassen.
"Ich bin nicht beeindruckt." Sagte Bison schließlich.
"Da muaßt schwerare Hontln nehma! Weil, so wia doß das du jetzat mochst, wiad dös ja nie
was!"
Rubeus kickte ein Steinchen weg und war beleidigt.
"Aber dafür sind wir ja jetzt da - fangen wir gleich an!" rief Dolph und schlenzte Rubeus auf die
Bank "Arnie!"
"Probier' amoi dös!"
Arnold schleppte in jeder titanischen Hand zwei 15 Kilo Scheiben an, die er zu Rubeus' Bankdrückgewicht hinzufügte.
"Wennst' dös net drückst, zermoimtst da's Gnack. Suach's da aas."
"Ei, des sin' hundertdreissisch Kilo!" keuchte Jacobite.
"Jå. Dös benutz' I zum Aafwärmn."
******
Kurz vor Sonnenuntergang tuckerte Gos Kahn wieder am Pier ein. Ich war als psychische Stütze bei Makoto verblieben,
ganz abgesehen davon wollte ich mir nicht mit ansehen, wie die anderen über Mamorus Bude herfielen...... und
dort vielleicht unanständige Dinge machten. Verdammt, warum war ich hier geblieben?!
Von Bord sprang ein barbrüstiger, etwa 150cm großer Mann, garantiert über 60, und für dessen
Muskulatur die Bezeichnung "wurzelartig" eine höhnische Untertreibung gewesen wäre: Wie Taue
lagen alle einzelnen Muzskeln übergroß und aufgepumpt unter der wahrscheinlich papierdünnen und
von Adern und stahlharten Sehnen durchzogenen, wettergegerbten Haut, die zu allem auch noch sonnenverbrannt war.
Gos bauchmuskeln sahen aus, als hätte er sich Autoreifen unter die Haut setzen lassen, und sein Nacken ging
bis über seine beiden Ohren. Er hatte weißes, langes, strähniges Haar, einen ungepflegten Bart
und trug nasse, chinesische Hosen.
Nachdem er von Bord, zog er barbarisch anmutende Drahtnetze vom Schiff, und so, wie seine Arme vom Bizeps abwärts
aus aussahen, zog er die Dinger selbst mit 200 Kilo Nutzlast noch mit den Händen aus dem Wasser. Näher
betrachtet waren sie offenbar aus Gitarrensaiten gemacht.
"Sind sie Go Habayashi?" fragte Makoto.
"Wie viele als Fischer verkleidete Powerlifter laufen denn auf Okinawa sonst noch rum?" dachte ich, aber
sagte "Miau."
"Ja." Gab Go zurück.
"Ich bin Makoto Kino." sie verbeugte sich "Ich will von ihnen lernen."
Er hielt kurz inne, würdigte Makoto eines ganzen Blickes und drehte sich dann wieder um.
"Geh' wieder spielen, Kind." Sagte er dann.
"Hey!" rief Makoto wütend "Meinen sie, ich hab' den ganzen Weg von Tokyo bisher hierher zum
Spaß zurückgelegt?"
"Dann legst du ihn eben nochmal zurück."
"Es geht um den Mortal Kombat! Ich will ihn gewinnen!"
"Ha, ha, ha." Lachte er langsam, fies und profihaft.
Da tat Makoto etwas, was ich ihr sofort ausgeredet hätte, wenn ich es schnell genug mitgekriegt hätte:
Sie holte aus, und schlug voller Wut zu.
Vielleicht war es der lange Flug gewesen, vielleicht der Hitzschlag, ich weiß es nicht. Aber ich schloß
die Augen, denn bald würde wohl Makotos lebloser Körper in die japanische See klatschen.
Dann, in Sekundenschnelle, öffnete ich sie wieder, denn mein altruistischer Helfertrieb hatte wieder die Oberhand
gewonnen.
Makoto hatte verfehlt, nicht daß ich etwas anderes erwartet hätte, und Go hatte seine Faust in ihrer
Magengrube versenkt. Das sah nicht gut aus, das können sie mir glauben.
Makoto brach zitternd zusammen und spuckte einen Schwall Blut aus.
Außer dem Gekeife der Möwen (wohl Anfeuerungsrufe für Go) und ihrem leisen Wimmern war nichts zu
hören.
Ich packte meinen ganzen Mut am Schlawittchen, da er sich durch die Hintertüre meines Hirns hatte verabschieden
wollen.
"Okay, Mister." Sagte ich, und fühlte mich wie in den Zeiten, als ich noch Passanten im Hyde Park
überfallen hatte "Das war meine Freundin, die sie da verkloppt haben."
Go schien sich nicht daran zu stören, daß da ein Kater mit ihm sprach. Er sah auf Makoto und schien
auf irgendwas zu warten.
Langsam kam wieder Leben in sie. Sie richtete sich auf, langsam, sehr langsam, aber wenigstens lebte sie noch.
Auch wenn sie offenbar ihr linkes Bein nicht richtig bewegen konnte.
"Hören sie mal..." fing ich wieder an.
"Schnauze!" knurrte Go.
"Selber Schnauze!" knurrte ich zurück, obwohl ich meine Füße schon zum Fliehen wandte
und das Gefühl hatte, daß meine guten Tage endgültig vorbei waren. Auch meine anderen Tage waren
jetzt wohl gezählt.
Und da stand Makoto wieder. Es wäre zwar zynisch gewesen zu sagen "in all' ihrer Pracht", aber wie
gesagt, sie stand.
"Nun gut." Go wandte sich zum Gehen "Wenigstens kannst du einstecken. Komm mit."
******
"Dös is aba schwear!" schnaufte Rubeus.
"Ned redn. Drückn." Wies ihn Arnold an.
Rubeus drückt die 60 Kilo nochmals sauber aus dem Nacken, wobei seine Schultern ein unangenehmes Geräusch
machten.
"Okay. Dös wår gnug füa heit. Du muaßt a no Technikn üam!"
Seufzend legte Rubeus mit seiner letzten verbliebenen Kraft das Gewicht zurück auf die Ablage.
"Komm her." Befahl Dolph "Ich werde dich in die Kunst des Kyokushinkai-Karate einweisen, und will
dich prügeln, bis dein Innerstes außen ist."
"Probia's!"
Und das tat Dolph dann auch. Jacobite wollte kaum hinsehen, als er Rubeus die Kicks um die Knie knallte, daß
es nur so krachte. Es krachte sogar so laut, daß selbst Rubeus' Gnadengesuche und Schmerzensschreie übertönt
wurden.
Und dann mußte Bison ihn mit Psycho Power wieder zusammenflicken.
"Gut. Nach diesem Intermezzo bringe ich dir die Lowkicks bei, die du soeben spürtest."
Rubeus nickte schwach.
"Bringt das Schlagpolster!"
Innerhalb von Sekunden befand sich ein sündteures Kwon-Schlagpolster in Dolphs Händen.
"Zu weich." Meinte er nach einem Testschlag und packte Bisons Beinschienen mit hinein. Nun war das Gerät
zwar etwas unförmig, aber härter.
"Aber erst Trockenübungen." Sagte Rau zu Rubeus "Stell' dich in Kampfstellung."
Rubeus tat, wie ihm geheißen.
"Måkllous, ouda?"
Rau grinste breit.
"Ouda net?!"
******
Nachdem Makoto eine unbequeme Nacht auf dem Boden von Gos Hütte verbracht hatte, fing er in aller Frühe
mit dem Training an, was bei ihm erstmal einen Strandlauf beinhaltete, noch vor dem Frühstück.
Natürlich war Makoto, der von Muttern eingebleut worden war, daß das Frühstück die wichtigste
Mahlzeit des Tages war, etwas schwach auf den Beinen und hechelte ihrem neuen Sensei hinterher. Auch ich, alt und
fett geworden, hatte meine Schwierigkeiten, mit dem Kerl mitzuhalten.
Nach 20 km war immer noch kein Ende abzusehen, und ich hatte das Gefühl, inzwischen mindestens dreimal um
die Insel gelaufen zu sein.
Makoto kam nun kaum noch im Schrittempo vorwärts.
"Ich...kann...nicht...mehr...." keuchte Makoto, doch Go schien sie nicht zu hören.
Nach einem weiteren Kilometer verschwamm meine Sicht und ich fühlte mich bereit, zu sterben. Meine Beine knickten
ein, meine Lungen taten einen letzten, rasselnden Zug.... und dann fiel Makoto auf mich.
Das holte mich wieder zurück, denn ein Leichtgewicht war unsere Makoto trotz täglichem Training nun wirklich
nicht, jedenfalls nicht für meine porösen Rippen.
"Makoto! Geh' runter!" winselte ich.
Sie gab keine Antwort, sondern versuchte, sich mit einem Liegestütz hochzudrücken, was sie jedoch nicht
mehr schaffte.
"Müde?" hörte ich Gos Stimme in der mich umgebenden Schwärze "Dann machen wir jetzt
was anderes."
Er hob Makoto mit einer Hand hoch (sah etwas blöde aus, da er zwei Köpfe kleiner war) und setzte sie
auf den Boden.
"100 Liegestützen." sagte er dann.
"BITTE?" rief Makoto.
"Hundert Liegestützen." Wiederholte Go sanft "Du auch, Katze."
Ich verfluchte meine Kollegialität. Wie stellte er sich das vor, Liegestütze ohne Ellenbogen?
"Ich schaff' aber nur 60!" protestierte Makoto.
"Für jede weniger als 100 brech' ich dir einen Knochen."
Makoto schluckte. Ich auch.
Und dann fingen wir an. Ich tat mein Bestes, und hoffte, daß Go das auch so sah.
"Sauberer." Sagte Go immer zwischendurch "Bis ganz runter."
Schließlich war Makoto mit ihrer 100 fertig, bei mir waren es gerade 10 geworden (Ich wiederhole: OHNE ELLENBOGEN!),
und Go sah mich so abschätzig an, als würde er mich nicht mal für würdig erachten, gemoscht
zu werden. Er sollte mal mit seinem Biolehrer über die Anatomie von Felidae sprechen.
Dann liefen wir zurück und aßen unser Frühstück. Ich war ja an rohen Fisch gewöhnt, auch
zum Frühstück, aber Makoto sah so aus, als würde sie das Zeug gleich wieder hochwürgen. Einen
guten Koch würde Go wohl nie abgeben, es sei denn, jemand würde ihm beibringen, daß man rohen Fisch
zumindest häuten muß, bevor man ihn verspeist.
Nachdem wir uns den Magen vollgeschlagen hatten (ich mehr, Makoto weniger), kam die zweite Trainingseinheit: Nochmal
Liegstütze. Auf den Knöcheln, mit den Ellenbogen am Körper, den Beinen auf einer Tonne und den Fäusten
auf zwei Backsteinen.
Diesmal wurde ich freundlicherweise nicht dazu gezwungen, mitzumachen.
So beobachtete ich also, wie sich Makotos Trizepse mit Blut füllten und aufschwollen, und der Schweiß
in unbeschreiblich erotischer Weise ihren Körper herunterlief.
Ich weiß, ich weiß. Ich bin ein Ferkel.
Dann aber bekam mein Hormonspiegel einen empfindlichen Schlag versetzt, als ich mich umdrehte, denn da bearbeitete
Go gerade einen hölzernen Zylinder, den er wie einen Sandsack an einem Baum aufgehängt hatte. Ja, richtig,
das Ding war pures, reines Holz (Japanische Zeder, wenn ich nicht irre), und Go schlug und trat dagegen, daß
ich mir schon vom Zuschauen blaue Flecken holte.
Dann brach Makoto nach 40 Liegestützen zusammen und war erstmal nicht mehr ansprechbar. So konnte ich sie
also auf die Show, die Go darbot, nicht hinweisen.
Schließlich kam sie aber wieder auf die Beine.
"Jetzt du." Sagte Go und zeigte auf den Holzzylinder.
"Hä?" machte Makoto.
"Schlag' dagegen!" flüsterte ich.
Sie sah mich an, als hätte ich hohes Fieber.
"Der Kater hat recht. Schlag' dagegen." Befahl Go mit etwas mehr Nachdruck.
Makoto machte sich bereit, wobei sie einen Gesichtsausdruck trug, der zeigte, daß sie sich schon von ihren
Gliedmaßen verabschiedet hatte, aber immer noch hoffte, daß irgendwer aus dem Gebüsch springen
würde, mit den Worten "Ha, ha! Sie sind "Vorsicht, Kamera!" zum Opfer gefallen! Das ist gar
kein Holz sondern täuschend echt gefärbter Schaumstoff!"
Aber niemand sprang aus dem Gebüsch, und so versuchte Makoto ihren ersten Schlag.
Kronsch!
Au, das tat weh.
Makoto dachte offenbar genauso, wenn man nach dem Veitstanz urteilte, den sie aufführte.
"Au! Auaaaa! Meine Hand!" rief sie, und ich empfand fast Mitleid mit hier.
Aber nur fast, denn den Teil des Hirns, der das Mitleid enthält, hatte man mir im Verlauf eines Army-Experiments
rausgeschnitten, um mich zur perfekten Kampfmaschine zu machen.
Dann haben die Kerle gemerkt, daß ich nur ein weißer, kleinwüchsiger Kater bin, und mich laufen
lassen.
"Herzeigen." Go griff sich ihren Arm und untersuchte ihre Hand, während sie weiterstrampelte "Das
is' nich' mal 'ne Knöchelquetschung. Weitermachen!"
Makoto nickte mit einer Träne im Auge.
Kronsch, Kronsch, Kronsch, Kronsch!
Nach einer Minute lag Mako am Boden, und sie konnte die Tränen des Schmerzes gerade noch zurückhalten.
Das mit dem Mortal Kombat war nicht ihre schlauste Idee gewesen, aber jetzt war wohl nicht der Zeitpunkt, ihr das
zu sagen.
"Makoto? Kann ich irgendwas für dich tun?" fragte ich besorgt.
"Begrab' mein Herz unter einer Linde...." wimmerte sie "Artemis, das ist das Ende. Ich komm' hier
in 'nem Rollstuhl raus!"
"Auf! Der Tag ist noch jung!" rief Go und schüttete ihr einen Eimer Wasser drüber.
Offenbar waren die Geschichten, die man über ihn erzählte eher noch untertrieben. Ich fragte mich, wie
er es geschafft hatte, sämtliche menschlichen Regungen zu unterdrücken, und ob ich das von ihm lernen
konnte.
Mit knackenden Gelenken und zittrigen Knien stand Makoto auf.
Go hatte sich inzwischen eine kleine Bambusmatte um den Unterarm geschnallt.
"Schlag' dagegen." Sagte er.
Makoto tat, wie ihr geheißen, denn eine Bambusmatte war gegen den Holzschlägel eine reine Erholung.
Doch auch hier war Go nicht mit ihr zufrieden.
"Härter. Schneller." Sagte er.
Obwohl er den Arm ganz ausgestreckte hatte, konnte Mako ihn kein bißchen bewegen, wenn sie auf die Bambusmatte
drosch.
******
"Hua! Ha!"
Rubeus schlug mal wieder den selben Combo gegen Dolphs Schlagpolster.
"Härter! Mehr Hüfteinsatz!" knurrte dieser.
Rubeus nickte und schlug nochmals.
"Schon besser." Grinste Dolph.
Er nahm das Schlagpolster weg.
"Jetzt ich! Jetzt ich!" drängte sich Bison vor Rau "Also, jetzt stärken wir deine Chi
Kräfte."
Er hielt ein Stück Pappe hoch.
"Stell' dich an die Wand dahinten. Du schlägst solange in die Luft, bis du die Pappe in Flammen setzen
kannst."
"Wos wuist? Dös is ja paranormaai!"
Aber Rubeus beugte sich trotzdem, nachdem Bison nicht mit dem Zaunpfahl aber mit seinen Fäusten gewunken hatte.
Rubeus kam sich etwas blöde vor, als er da so in die Luft schlug.
"Du mußt GERADE schlagen! Dreh' die Faust nicht zu früh ein! Ellenbogen am Körper! Daumen
nach außen! Und halt dich gefälligst gerade, du bist nicht Axel Schulz!" meckerte Rau.
Schließlich schaffte es Rubeus mit äußerste Anstrengung, und nachdem er schon in einer Lache Schweiß
stand, die Pappe zum Flattern zu bringen.
"Naja, naja...." murmelte Bison "Gut, machen wir erstmal eine kleine Pause."
Er klatschte in die Hände, worauf Esmeraude in einem Krankenschwester-Outfit erschien.
"MASSIEREN!" befahlen die versammelten Lehrer und zeigten auf Rubeus.
"Und benutzt dabei dieses streng geheime, Mannes-, Körper- und Knochenkraft steigernde Öl."
Meinte Dolph und zwinkerte ihr zu, wobei er ihr eine Ampulle Undefinierbares reichte.
Rubeus legte sich auf die Massagebank, und Esmeraude fing an, ihn zu massieren. Obwohl sie, ähem, starke Hände
und Unterarme hatte (besonders die Adduktoren..... kann sich jetzt jeder seinen Teil denken), war es nicht einfach,
Rubeus' verspannten Rücken wieder hinzubiegen.
******
Nach 3 Stunden war das Schnellkraftraining beendet und Makoto am Boden.
"Antreten zum Mittagessen." Grummelte Go.
Kochen konnte er offenbar doch, denn das Curry schmeckte ausgezeichnet. Wahrscheinlich war es allerdings Fertigfraß.
Nachdem wir uns also vollgefressen hatten und Makoto auch ihre Hände wieder spüren konnte (leider, denn
jetzt setzten die Schmerzen ein), behandelte Go ihre geschundenen Knochen mit einer chinesischen Arznei, die Fett
abbaute (deshalb verzichtete er nach kurzem Zögern darauf, es an ihrer Brustpartie einzusetzen), die Muskeln
kräftigte, etwaige innere und äußere Verletzungen in Rekordzeit heilte und außerdem die Haut
geschmeidig und wohlriechend machte - offenbar benutzte er selbst sie nicht.
Obwohl sich Makoto jetzt etwas besser fühlte, sah man ihr an, daß sie bezweifelte, den Tag als menschliches
Wesen zu beenden.
"Na gut. Zeit für etwas Kata." Sagte Go.
Er ging auf einen großen Platz in der Nähe des Hauses. Er war mit festgestampfter, staubiger Erde bedeckt.
Die Sonne brannte, und diesmal half uns nicht mal Drei-Wetter-Taft.
"Ich zeige dir jetzt die erste Kata des Chien Quan. Ihr chinesischer Name ist mir entfallen, aber er bedeutet
so etwas wie Blutiges Schwert."
Ja, ja. Immer schön den Kopfschutz tragen.
Er machte eine Serie von Bewegungen vor, die nach meinem Dafürhalten in einem echten Kampf nichts taugen würden
- wären da nicht die weißlich-blauen Energieklingen gewesen, die sich um seine Gliedmaßen bildeten.
"Das krieg' ich nicht hin!" rief Makoto entsetzt.
"Die Chi muß zu einer tödlichen Klinge werden!" befahl Go, aber das half ihr natürlich
auch nicht weiter "Stell dir vor, die Energie tritt aus deinen Händen und Füßen aus, und wird
zu einer Stahlklinge, wenn du anspannst!"
Makoto sah etwas verwirrt aus, probierte es aber trotzdem. Natürlich versagte sie kläglich, aber wer
wollte ihr das schon hinreiben.
Go sah natürlich erzürnt/enttäuscht aus, aber wahrscheinlich hatte er nur schlechten Sake getrunken
oder so was. Oder er war so geboren worden - überhaupt, so ein Gesicht (?) konnte auch nur eine Mutter lieben.
Nach 2 weiteren Stunden gaben Makoto und Go es erstmal auf. Makoto roch nun ziemlich nach Schweiß, trotz
des Öls und obwohl Frauen ja normalerweise weniger streng riechen als Männer. Go schien davon unbeeindruckt
zu sein, auch wenn es mich fast umhaute.
"Sparring." Maulte er einsilbig, und Makoto und ich wurden bleich.
"Ohne Handschuhe?" fragte Makoto kleinlaut.
"Wo kommst du überhaupt her? Handschuhe sind was für Boxer und Weicheier!" brüllte Go
in seinem brachialen Baß.
"Ich mein' ja nur...." Makoto bekreuzigte sich.
Stimmt - eine Kreuzigung wäre angenehmer gewesen als das, was nun folgte. Obwohl Go sich offensichtlich zurückhielt,
konnte Makoto kaum einen Schlag abblocken, geschweige denn Gegentreffer anbringen. Durch die "Blöden
Messer", wie ich die Chi Klingen kurzerhand getauft hatte, waren ihre Unterarme schon nach kurzer Zeit von
tiefen Schnitten ubersäht. Das würde bestimmt in unschöne Narben ausarten. Ihr Kopf war Gott sei
Dank noch ganz, denn sie war Gos Spaltschlag ausgewichen, der dafür einen jungen Baum hinter ihr in zwei Hälften
geteilt hatte. Mal ehrlich, ich hätte lieber gegen Mike Tyson im Ring gestanden, auch wenn Go offenbar nicht
die Absicht hatte, eines von Makos Ohren abzubeißen. Andererseits, daß er sich zurückhielt schien
ihm ins Gesicht geschrieben.
"Makoto! Tritt ihm in die Eier!" rief ich.
Und das tat sie auch, so fest, daß ich mich abwandte, da sich mir das Mitagessen die Kehle hochdrängte.
Wenn es nicht Go gewesen wäre, den sie da getroffen hätte, hätte man den Typen wohl aus dem Genpool
streichen können, da seine Weichteile durch die Schädeldecke rausgekommen wären. Go allerdings,
der offenbar überall hart war, zuckte nicht mal.
Stattdessen schlug er zu. Gerade, hart und ansatzlos direkt ins Gesicht, Zeige- und Mittelfingerknöchel auf
die Nase.
Dann zuckte auch Makoto nicht mehr.
Das Mädchen war ungefähr 5 Meter nach hinten geworfen worden und sah aus, als hätte sie ein Büffel
umgerannt.
Ihre Augen waren zwar offen, doch sie schien nichts mehr wahrzunehmen. Nur die flache, aber immerhin anwesende
Atmung hielt mich davon ab, das Bestattungsinstitut anzurufen, denn obwohl dies hier der Hinterwald war, wußte
ich, daß sich ein solches Unternehmen in der Nähe von Go Habayashi florieren würde, der Fliegen
mit einem Blick zu töten vermochte, und Elefanten mit einer Backpfeife.
Bei Makoto deutete alles daraufhin, daß sie durch puren Zufall einem Schädelbasisbruch entronnen war,
aber ich wettete, daß sie morgen vor Kopfschmerzen nicht mal mehr reihern konnte. Go ließ sie liegen.
Wahrscheinlich war dies wieder einer seiner Tests - wenn sie überlebte, war sie hart genug für die nächste
Trainingseinheit, wenn nicht......
Nein, Makoto durfte nicht als Fischfutter enden! Sie war die Einzige, die kochen konnte, einen Brustumfang von
über 90 cm hatte und zulangen konnte, wenn Not am Manne war! Außerdem hatte sie sich aufopferungsvoll
um mich um Minako gekümmert hatte, als wir an der Grippe erkrankt waren.
Andererseits konnte ich nicht herausfinden, was genau ich für sie tun konnte, da sie auf meine Fragen nur
mit einem leeren Blick antwortete.
Ich versuchte alles: Ich läutete selbst einen Gong, was auf sie als Wettkampfsportlerin normalerweise einen
revitalisierenden Effekte hatte - es half allerdings nichts. Nein, da mußten andere Mittel her. Fluchs eilte
ich Go hinterher und krallte mir seine gesamte chinesische Wunderapotheke. Dann lief ich wieder zu Makoto zurück
und rieb sie mit allem ein, was da an Salben so drin war. Entgegen allen Erwartungen ging es ihr sofort besser,
was mich froh machte. Nicht so froh machte mich allerdings, daß Go stinkesauer war, daß ich seine Medizinen
verbraten hatte.
Und das zeigte er mir auch. Wie, das weiß ich nicht genau, ich sah nur noch eine Faust auf mich zurasen,
und als ich wieder aufwachte, saß ich auf einer Wolke.
"Du bist noch nicht soweit." Meinte dann eine tiefe Stimme.
Und dann fand ich mich in meinem Körper wieder..... allerdings konnte ich nur noch meine Augen bewegen, und
diese zeigten mir, daß sich meine Gliedmaßen in Positionen befanden, über die ich laut gelacht
hätte, wenn ich das noch gekonnt hätte. Ich konnte mich nicht mal mehr auf meine Hinterbeine wuchten,
ganz abgesehen davon, daß ich dann nämlich auf der Fresse gelegen wäre (ich sagte ja, abstruse
Winkel), konnte ich keinen einzigen Muskel mehr bewegen.
Es tat übrigens nicht mal weh. War wohl der Schock. Oder meine nerven hatten irreparablen Schaden erlitten.
Das machte aber gar nichts, denn so wie ich dalag, konnte ich mich wohl eh für den Rest meines nun tragisch
kurzen Lebens nicht mehr bewegen.
Ich vertraute auf die Selbstheilungskräfte meines Körpers und versuchte, zu schlafen, was ich aber nicht
schaffte, da ich meine Augen nicht mehr schließen konnte.
Dann kam Makoto vorbei und sah mich etwas belämmert an.
"Laß' uns tanzen." Dachte ich, aber sagte: "......"
Nein, nicht mal das, ich konnte ja nicht mal meinen Mund öffnen.... Oh, er war schon offen. Auch gut, konnte
ich ihn eben nicht mehr schließen.
Makoto sagte wohl irgendwas, aber meine Ohren waren auch hörunfähig. Schließlich packte sie mich,
drehte meinen Kopf, meine Vorderpfoten und meine Wirbelsäule mal nach rechts, dann nach links, und irgendwann
spürte ich endlich wieder Schmerzen.
Kennen Sie das Gefühl, wenn sie aus Versehen mit dem Kopf auf einem Arm geschlafen haben, und der Blutkreislauf
unterbrochen wurde, so daß sie ihn nicht mehr bewegen können?
Nun, ich spürte nicht mal das. Aber ich konnte wieder atmen, was mir Hoffnung gab. Dann durchzuckte ein greller
Schmerz meine Hinterläufe und ich erkannte, daß mein Steißbein wohl gebrochen war.
Naja, Makoto bekam mich mit dem Shiatsu wieder halbwegs hin, aber meine rechte Schulter zuckt heute noch, wenn
ich mich nicht darauf konzentriere, sie ruhig zu halten. Aber im Großen und Ganzen ward ich nun wieder zusammengeflickt.
Und dann breitete Mako die ersten guten Nachrichten des Tages vor mir aus:
1. Der Mortal Kombat wurde wegen einer Geschlechtskrankheit Shao Kahns, die dieser sich von Sheeva eingefangen
hatte, um 4 Monate verschoben.
2. Den Abend hatte sie frei, weil Go sie nicht in seiner Hütte schlafen lassen wollte.
Mit anderen Worten, wir konnten heute abend die anderen im Mamorus Klause nerven.
******
"Nå guad, fia heid is gnua." Lächelte Arnold wohlwollend.
Rubeus lächelte schwach und wartete darauf, daß ihm jemand die Hantel, die er zum engen Bankdrücken
benutzt hatte, abnehmen würde.
So nett war aber keiner, und daher mußte er sich selbst anstrengen.
"Gut. Ab unter die Dusche!" befahl Rau, und Rubeus folgte seinem ausgestreckten, aufgedunsenen Zeigefinger
in den Duschraum.
Dort konnte er dann, da er allein war, richtig jammern. Eigentlich wußte er nicht, worüber, denn seine
Arme und Beine spürte er ja nicht mehr, konnte also nicht sagen, ob sie schmerzten oder nicht. Auch sein Torso
fühlte sich an, als würde er nicht zu ihm gehören.
Als aber die heißen Wasserstrahlen der Dusche über seinen aufgepumpten Körper floßen, spürte
er erstens die Legionärskrankheit, und zweitens, seine Muskeln wieder.
Er verkniff sich einen Schmerzensschrei, wer weiß, mit welchen Mitteln ihn die da draußen sonst morgen
noch quälen würden.
Im Moment fühlte er sich nach einer richtig fetten Pizza mit Knödeln, einem Sechserpack Cola und einem
Bounty. Er fragte sich, ob er schwanger war, verwarf aber den Gedanken wieder.... das war nach der Massage höchsten
Esmeraude - hä, hä.
Naja, für Essenswünsche hatte er seinen Lakaien.
Und so wurde dieser in den HL geschickt, nachdem Rubeus der Dusche entsprongen war. Arnold schüttelte über
Rubeus' Essenswünsche nur unverständlich den Kopf, aber Dolph klärte ihn auf, daß Kampfsportler
nun mal so was aßen. Eigentlich aßen sie alles, was gerade so da war. Und wenn nichts da war, kauften
sie das Fetteste, kalorienreichste Zeug, ihr Körper braucht das nämlich, um die Wogen eines harten Trainings
zu glätten und für die morgige Schlacht gegen den Sensei gewappnet zu sein.
Und so ließ sich Rubeus, nachdem er außerordentlich gut und kalorienreich gefr... gespeist hatte, in
sein frisch überzogenes Himmelbett fallen und war nach kurzer Zeit eingepennt. Nicht mal Esmeraude, die nach
der Massage noch Nachschlag haben wollte, konnte den trance-ähnlichen Zustand unterbrechen, und zog beleidigt
wieder ab.
******
Wir fanden Mamorus Haus ziemlich bequem, da Usagis Karaoke-Versuche weithin hörbar waren. Von außen
sah das Domizil ja ganz schick aus..... ich fragte mich, wie lange, und vor allem, obe es innen noch genauso aussah.
Dann übernahm eine andere Stimme, wofür ich erst dankbar war, aber dann erstarrte ich, was nur zum Teil
an meinen unprofessionell eingerenkten Knochen lag:
Da sang Haruka doch tatsächlich "Cold as Ice" von Foreigner.
Nicht, daß ich das Lied nicht mochte, es war immerhin Rock'n'Roll, und nicht der Elektro-Müll der heutzutage
in Charts gespielt wird, nein, vielmehr haßte ich den Sänger.... Verzeihung, die Sängerin.
Haruka war, wie stadtbekannt, dumm wie Windows 95. Manche Leute nahmen an, daß sie einfach aus Coolness manchmal
nicht auf Fragen antwortete - in Wirklichkeit verstand sie die Fragen nicht. Wenn sie also eine Frage wie "Wie
heißt du?" nur schief blickend beantwortete, war das nicht Coolness, sondern Hilflosigkeit. Deswegen
war auch Michiru das Sprachrohr des Duos und Haruka für die Drecksarbeit verantwortlich, und wie üblich
wurde sie dem Subjekt ihrer Arbeit - Dreck - äußerlich immer ähnlicher. Andererseits konnte das
auch Zufall sein, denn so viel arbeitete sie ja nun wirklich nicht. Sie erinnerte mich sowohl an Jefferson, als
auch an Marcy aus "Eine Schrecklich Nette Familie", denn, wie gesagt, sie lag Michiru einerseits auf
der Tasche, aber andererseits war sie sogar nach Expertenmeinung nur auf dem Papier und zwischen den Beinen ein
Mädchen. Ich tippe ja immer noch darauf, daß sie sich während ihrer Sportlerkarriere mit Hormonen
vollgepumpt hat.
Aber zurück zur Story: Inzwischen war "Rock'n'Roll Dreams Come Through" aufgelegt, und da es die
alte Jim Steinman-Version war, vermutete ich, daß sie Mamorus Schallplattensammlung des 20 Jahrhunderts gefunden
hatten. Und ich fragte mich, wieviele von ihnen (den Senshi) wußten, daß die Sammlung auf 20 Mille
geschätzt wird, und wieviele (von den Platten) als Scherben auf dem Tisch lagen.
Außerdem roch ich, daß der Alkohol, wie schon in Episode 2, in Strömen floß, die dem Oktoberfest
alle Ehre gemacht hätten. Naja, wenigstens waren die Mädels dann besoffen, was sich bei ihnen immer in
"Wenig anhaben" äußerte. Das würde dann auch Harukas Anwesenheit erklären, die,
daß muß ich zugeben, einen sich öffnenden BH auf 600 km Entfernung wahrnimmt. Ich frage mich,
wie Michiru es mit ihr aushält, aber möglicherweise tut sie es ja gar nicht und vergnügt sich ab
und zu mit Setsuna, wenn Haruka wieder einem sich öffnenden BH gefolgt ist.
Wir klingelten also. Makoto trug eine Sonnenbrille um ein blaues Auge zu verbergen, was aber, um 22 Uhr, keine
gute Idee war, um die Aufmerksamkeit von sich zu lenken - Wenn sie auf meinen Rat gehört und nur ein Bikinitop
angezogen hätte, hätte ihr garantiert niemand ins Gesicht geschaut. Aber wer hört schon auf einen
gutgemeinten Rat, heutzutage? Naja....
Also, Ami öffnete. Nach den roten Strichen auf ihrer Nase zu urteilen, war da viel Alkohol mit im Spiel. Außerdem
trug sie nur einen Slip, was mich noch mehr zu der Annahme veranlaßte, daß hier gebechert wurde, bis
die Toilette schwamm. Oh ja, ich erinnerte mich gut, was beim letzte Senshi-Besäufnis vor sich ging, an Usagi
Geburtstag - und das füllte mich mit Vorfreude.
(Anm. d. Authors: Merken: Lemon schreiben!)
Aber so bemerkte keiner Makotos Sonnebrille.
Das Wohnzimmer sah aus, als hätten die Franzosen darin eine Revanche für Waterloo gefordert. Mamos Plattensammlung
war Gott sei Dank noch relativ heile, aber es war nur eine Frage der Zeit bis man hier schamlos genug wurde, um
das alte Spiel "Wieviel verträgt Vinyl?" zu spielen.
Außerdem roch es hier wie eine Mischung aus "Sauna" und "Bettuch eines schwitzenden, pubertierenden
Jungen", was allerdings wahrscheinlich an Harukas neuem Eau de Cologne lag. Ich nannte es "Fliegenfalle",
da mir der französische, extrem teuer klingende Name immer wieder entfiel. Ich bemerkte, daß auch Setsuna
anwesend war. Sie war noch halbwegs da, allerdings war Minako voll wie eine Haubitze.
Ich dachte einen Augenblick an die Nachbarn ,aber die waren in Urlaub gefahren, wie mir Michiru, die auch noch
nüchtern war, versicherte.
Minako hob mich hoch und drückte mich an sich, wie immer, wenn sie besoffen oder in kindischer Stimmung, oder
wenn ihr kalt war. Nicht daß mir das nicht gefallen hätte, Minako war ja nicht das, was man gemeinhin
als "flach" bezeichnet (das war Haruka), aber die Fahne, die sie hatte, raubte mir fast das Bewußtsein.
Und ich bin einiges gewöhnt. Als ehemaliger Barkeeper in einer Trapperkneipe in Alaska muß man hart
im Nehmen sein.
"Du bist so süüüß!" maunzte sie und küßte mich auf die Schnauze.
Sie war sternhagelvoll, na klar. Usagi , die es sich auf Setsunas Schoß gemütlich gemacht, und sich
an ihre ausladende Brust geschmiegt hatte, wohl auch. Makoto hielt Ausschau nach einem Fluchtweg, aber da wurde
ihr schon das Mikro und eine Platte von Slayer in die Hand gedrückt.
"Weg da!" rief ich und grabschte mir beides "Das ist meine Musik!"
Und dann ließ ich meiner in den langen Jahren als Roadie von Nuclear Blast Records gestählten Röhre
freien Lauf. Seit mir Cronos auf einer Sauftour beigebracht hatte, wie man seine Stimme richtig thrashig verstellt,
war ich immer wieder der Partygag, vor allem da ich den Bass dieses Herren in solcher Weise nachahmen konnte, daß
sogar treue Venom-Fans getäuscht wurden, und dachten, der Meister persönlich würde für sie
von einem Drahtzaun aus "Black Metal" spielen.
Naja, gute Augen hatten sie ja meistens nicht, vor allem nach 6 Kästen Bier.
Aber weiter: Ich kotzte mir also zu Reign in Hell den Kehlkopf raus, und nach anfänglichem Zögern fingen
Rei und Setsuna an, zu headbangen. Minako und Usagi stimmten mit ein.
Wie erwartet konnten weder Ami, noch Haruka, noch Michiru mit dieser Art Musik etwas anfangen, aber Michirus Fuß
wippte gefährlich hin und her.
Als dann auch noch meine patentierte Luftgitarre drankam, als das Solo gespielt wurde, hielt es keinen mehr, und
die ganze Gruppe war am bangen und pogen.
Doch auch dieser Song mußte zu Ende gehen, und vor meinem nächsten Exzess brauchte ich erstmal etwas,
um meine Kehle zu ölen, aber als dann "School's Out" kam, war ich sofort wieder am Mikro.
Ja, ja, der gute Alice. Hab' seine Lederjacke immer noch - er kam nie zurück, um sie sich wieder zu holen.
Aber nach einer Tour durchs Kiez vergißt man so manches.
Und dann hatte ich endlich Zeit meine geschundenen Stimmbänder mit etwas Hochprozentigem zu belohnen. Der
Strohrum kam da gerade recht: Zwei tiefe Schlucke und das Halsweh war verschwunden. Wenn man's nicht gewöhnt
war, sah danach die Welt auch wieder ganz anders aus. Und wenn man's ganz und gar nicht gewöhnt war, war das
nächste, was man sah, der Krankenwagen von innen, oder auch der Sensenmann, je nach persönlichem Karma.
Inzwischen hatte sich die Party mehr oder weniger im Sande verlaufen, da jede in den Armen einer anderen lag. Wenn
Mamoru wüßte, was Usagi mit Setsuna so alles anstellte....
Makoto war zwar noch nicht ganz betrunken, aber zu übertrainiert, um sich gegen Rei und Minako wehren zu können.
Nur ich ging mal wieder leer aus. Luna pennte nämlich.
Aber so war das halt. Mal wieder ein kaltes Bett heute nacht. Bemitleiden Sie mich bloß nicht.
******
Der nächste Tag war ein typischer Tag danach, wie er von Buch- und Filmindustrie immer wieder gerne für
Film- oder Buchtitel mißbraucht wurde: Das Bad war erstmal stundenlang besetzt, weil jeder reihern und sich
danach etwas frischmachen wollte. Allerdings schien nur Ersteres von Erfolg gekrönt gewesen zu sein. Jedenfalls
waren alle ziemlich blaß um die Nasenspitze, als ich Frühstück machen mußte. Warum? Versteht
sich doch wohl von selbst: Katerfrühstück.
Ein paar Vitamintabletten im Wasser halfen den meisten über das chemisch induzierte Stimmungstief, aber da
wir gestern den Kühlschrank leer gefressen hatten, mußten die anderen ihren schlechten Magen mit kaum
mehr als Pringles und labbrigem Toast (so zu, daß wir den gegessen haben waren wir nämlich selbst gestern
abend nicht gewesen) ertragen.
Ich hatte jahrelange Erfahrung mit dem bösen Alk, und so war ich am Frischesten von allen. Keiner beneidete
Makoto, die wieder zurück zum Training mußte.
Sie raffte sich nach 2 Gläsern Schnaps (das einzige, was noch da war) dann doch noch auf, während die
anderen gerade Strohhalme zogen, wer von ihnen zum Einkaufen gehen und seine Zombie-Fratze der Öffentlichkeit
präsentieren mußte.
Mir war das natürlich sackegal.
Makoto torkelte also in Halbtrance zurück zum Trainingsplatz, wo Go ihrer schon harrte.
"Sei'n sie nich' so hart mit ihr - sie hatte die Nacht durchgesoffen." Meinte ich, entlockte ihm aber
nur ein sadistisches Grinsen.
"So, so. Kater, was?" fragte er und Makoto nickte mit einem müden Lächeln.
Er ging ins Haus und ich fragte mich, was für einen teuflischen Plan er nun wieder ausgeheckt hatte. Er kam
mit zwei Kugeln und einer Flasche Wasser wieder. Die Kugeln, sie waren braun/gelb/grün, löste er in dem
Wasser auf, das anfing, zu rauchen.
"Trinken." Befahl er.
Makoto nahm die Flasche, hielt sich die Nase zu und kippte das Zeug runter.
Kurz darauf wurde sie puterrot, und fing an, zu zittern.
"Was haben Sie ihr da gegeben?" fragte ich.
"Ein altes chinesisches Kraut...... Ihr Herz läuft nun auf Hochtouren, und in spätestens 10 Minuten
ist der Alkohol ausgeschwitzt..... früher hab' ich das Zeug benutzt, wenn ich keine Lust auf laufen hatte,
denn es haut den Kreislauf echt hoch."
BUMM!
Und Makoto hatte es umgehauen.
Go verabreichte ihr mal wieder einen Eimer kaltes Wasser, wodurch sie wieder zu sich kam.
"Liegestützen." Befahl Go.
Makoto fing an, zu pumpen, mit Gos Hand im Genick.
Und so ging das dann Wochen-, ja monatelang. Ich kam nicht umhin, Makotos Ausdauer (und andere Dinge an ihr) zu
bewundern. Schließlich schaffte sie es sogar, dem Holzschlägel einige zu verpassen, ohne sich was zu
tun. Und ihre Liegestützenzahl steigerte sie auf 190. Nun waren ihre Arme zwar ansehnlich, aber nicht mehr
mädchenhaft.
Auch ihre Knöchel veränderten sich: Sie waren am Ende ziemlich platt und mit einer Hornhaut bedeckt,
die andere Leute am Fuß haben - wenn sie täglich über Reißnägel laufen.
Ja, und sogar an den rohen Fisch gewöhnte sie sich. Sie pflegte auf dem Dach von Gos Hütte zu sitzen
und genauso grimmig zu kauen wie ihr Sensei. Sie wurden sich tatsächlich immer ähnlicher, denn bald fing
auch Makoto an, von mir Liegestütze zu verlangen.
Ja, es war eine schöne Zeit.
******
Nach mehreren Monaten harten Trainings war Rubeus so weit fortgeschritten, daß er die unterste Stufe erreicht
hatte, mit der seine Lehrer zufrieden waren: Er zerriß ohne eine Gesichtsregung Gitarrensaiten, und schaffte
140/300/320 (Bankdrücken/Kniebeuge/Kreuzheben). Außerdem machte er Crunches mit Esmeraude auf der Brust.
Seine Muskeln waren definiert, seine Knochen waren hart wie Metall, und die Nerven in seinem Körper machten
höchstens ein böses Gesicht, wenn ihnen ein Stahlträger in die Quere kam. Außerdem war Rubeus
nun ständig von schwarzen Blitzen umgeben, dank Bisons Chi-Training.
Kurz gesagt, besser konnte er bis zum Mortal Kombat kaum werden. Doch erst ein Übungskampf gegen einen gefangenen
Kämpfer.
"Bereit?" fragte Rau.
"I bin b'reit g'bor'n worn!"
Bison teleportierte nun Rubeus' Gegner her, einen blöd gedroschenen Karateka mit Stahlnoppen an den Handschuhen,
einer Narbe über der Brust und einer Dragonball - kompatiblen Frisur. Hinten auf der Hose stand "Kazuya"
Der Typ griff sofort mit einem Kreistritt aus der Drehung an, doch Rubeus duckte sich drunter und verpaßte
ihm gleichzeitig einen Schlag gegen den Solarplexus und einen gegen das Knie des tretenden Beines. Darauf folgte
ein Lowkick gegen die Innenseite des anderen Knies, und Kazuya mußte zu Boden.
"Wor dös ois?" fragte Rubeus.
Kazuya sprang wieder hoch und griff erneut, diesmal mit dem Flash Punch Combo. Rubeus wich zur Seite aus und umkreiste
seinen Gegner. Dann sprang er Kazuya mit dem Knie in den Rücken und riß ihn dann zu Boden, wo er ihn
mit Schlägen eindeckte.
Kazuya war somit Geschichte, ebenso wie sein Gesicht.
Rubeus machte seine Siegesgeste - er schwebte in der Luft, umgeben von schwarzer Energie und ließ ein irres
Lachen erschallen (hatte sich Bison ausgedacht).
******
"Nun werde ich dir das letzte Geheimnis des Chien Quan enthüllen: Unseren Super Move." Meinte Go.
Inzwischen hatte Makoto schon gelernt, diese Chi-Klingen zu erzeugen, auch wenn sie in ihrem falle aus Elektrizität
bestanden und deshalb etwas instabiler als die ihres Senseis waren.
Go stellte sich etwas abseits von uns, und wir gingen aus Instinkt ein paar Schritte zurück. So ein Super
Move war nämlich etwas ungeheuerliches, jedenfalls in Streetfighter.
"Jetzt paßt auf: Durch eine spezielle Atemtechnik nehme ich das Chi zwischen Himmel und Erde in mich
auf."
Ich verstand zwar nur in Ansätze, was er meinte, aber die Atemtechnik hörte sich an wie das Aufstoßen
eines Malariakranken.
Das rote Licht, das vom Erdboden in seinen Körper drang, und das blaue Licht, das von oben kam, akzentuierten
seine Worte jedoch in cooler Weise.
Go atmete dann rasselnd ein, worauf sich die beiden Lichter in seinem Hara trafen und dort in einader übergingen.
Das ganze sah eher nach 60'er Disco als nach Super Move aus, jedenfalls nach meiner unmaßgeblichen Meinung.
"ONIKIRIZAN!" rief Go plötzlich und vollführte einen Rising Uppercut, wobei er in ein bläulich-rotes
Kraftfeld gehüllt war, und auf einer sichtbaren blau-roten Linie gen Himmel stieg. Und stieg. Und stieg.
Bis er nur noch Fliegendreck vor den weißen Wolken war.
Nach 20 Sekunden kam er schließlich wieder unten an.
"Also, üb' das mal. Es muß natürlich schneller gehen."
Aus seinem Munde hörte sich das immer so einfach an.
Also übte Makoto. Und übte, und übte, und übte. Aber das Beste, was sie zustande brachte, war
ein rotes Flimmern um ihre Beine.
"Naja, Ryu hatte im original Streetfighter ja auch keinen Supermove - das paßt schon." Meinte ich.
"Fotze!" knurrte Makoto und preßatmete weiter.
Ich streckte ihr die Zunge raus und ging in Gos Hütte.
Morgen war er also, der Mortal Kombat, jedenfalls nach dem Kalender. Dann würde sich das Schicksal der Welt
entscheiden.
Ich gähnte.
Die Welt konnte weder viel besser, noch viel schlechter werden. Ich meine, Gott wird schon einen Grund gehabt haben,
hieraus kein Paradies zu machen, denn sonst würde ja niemand mehr in den Himmel wollen, die Folge wären
dann böse Leute und nach 300 Jahren Hell on Earth, mit anderen Worten heute.
Makoto kam herein, und unterbrach meine philosophischen Gedankengänge.
An ihrem Gesichtsausdruck und daran, daß sie mich zertreten wollte, erkannte ich, daß sie es wohl nicht
geschafft hatte.
"Ah, ich kenn' dich doch, Makoto! Du hast sie wieder alle in die Tasche gesteckt!" maunzte ich.
Und dann lief ich weg, so schnell ich konnte.
******
"Mako-chan! Mako-chan! Mach sie fertig und geh ran!"
"Könntet ihr warten, bis ich im Ring stehe?" fragte Makoto.
"Wir üben nur unseren Cheerleader-Auftritt!" grinste Rei "Und nun, Mädels: Die Pyramide!"
Ich schaute weg, damit mir der Haufen kletternder und herunterfallender Mädchen aus dem Gesichtsfeld kam.
"Wir haben gestern sogar die ganze Nacht geübt, wie ...äh... wie.... wie wir dich aufwärmen
könnten!" hörte ich Minakos Stimme.
"Äh, danke!" hörte ich Makotos Stimme.
Wir saßen also auf diesem Geisterschiff, zusamen mit Fightern aus aller Herren Länder und deren Trainern.
Kost und Logis glänzten durch Abwesenheit, aber so war das nunmal. Auf der Einladung hatte auch gestanden:
Bitte bringen Sie für die Seereise ihre eigene Verpflegung mit.
Da aber die meisten Kampfkünstler Kleingedrucktes aus Passion nicht lasen, oder zu dumm dazu waren, war die
Reeling mit fischenden Karatekas gesäumt, die alle eine eiligst aus den herumliegenden Holzteilen und Seilen
gebastelte Angel ins Wasser hielten.
Mir war das wurscht, ich war aus meiner Zeit im Knast gegen Hunger, Durst und Kälte fast immun, auch wenn
ich es liebte, mich zu beklagen. Minako tat dann alles..... WIRKLICH alles..... um mich wieder glücklich zu
machen. Sie kochte sogar für mich, und hatte es darin inzwischen zu einer gewissen Fertigkeit gebracht.
Aber zurück zum Mortal Kombat.
Nach ca. 6 Stunden Seereise kamen wir auf einer komischen Insel an. Sie hatte etwas von der Cote d'Azur und etwas
von Hawaii, aber die offenbar auf ein totalitäres Staatssystem hinweisenden Flaggen am Strand, und die von
hohen Bergen gesäumte Bucht, die mich an "Vergessene Welt" erinnerte, ließen nicht die rechte
Urlaubsstimmung aufkommen.
Also, wir Leute sprangen dann aus dem Schiff an den Strand und folgten dem ausgeschilderten Weg.
Wir kamen nach einiger Zeit zu einem Palast, der dem Archiv von Boris Vallejo entsprungen hätte sein können.
Bloß die nackten Tussis und die häßlichen Krieger fehlten. Aber mein Gefühl sagte mir, daß
das schleimige Drachenwesen nicht fern, die Kampfsportler die häßlichen Krieger und Makoto die halbnackte
Tussi waren, oder jedenfalls bald sein würden.
Wir wurden von üppig gebauten (Brust) Dienerinnen und noch üppigeren (Arme) Palastwachen empfangen, die
uns auf unsere Zimmer führten.
Die waren jedoch eigentlich gar nicht nötig, denn der MK fand in einer Raum-Zeit-Schleife statt, so daß
wir uns aufwärmen konnten, und sobald wir am Ring standen nicht mehr müde, hungrig oder kalt wurden.
Das war an sich schon geil, aber wahrscheinlich sündhaft teuer.
Also ging man gleich zur Tagesform über: Aufbautraining und anabole Spritzen im palasteigenen Gym. Nachdem
die dortigen Wachen weggeprügelt worden waren, übernahmen die schwitzenden, muskulösen Kampfkünstler
die luxuriösen, verchromten Geräte.
Schon bald roch es hier penetrant nach Männerschweiß und der Unterhose eines Pubertierenden.
Makoto ließ sich davon jedoch nicht aufhalten und war schon bald in dem Teufelskreis Bankdrücken, Kniebeugen,
Kreuzheben gefangen.
Doch auch diese eine Aufwärmsession mußte zu Ende gehen, auch wenn sie in dem luxuriösesten Gym
stattfand, das die Anwesenden bisher besucht hatten - so ging der Abschied auch nicht ohne Tränen vonstatten,
vor allem ein bärbeißiger Kickboxer aus der Kosakei wollte sich kaum von der Hantel trennen.
Und so standen wir bald vor dem Ring in der Raum-Zeit-Schleife, dicht gedrängt neben anderen Fightern aus
Ländern, deren Namen ich mir nicht merken konnte. Aber Makoto war die Einzige, die ihren eigenen Fanclub mitgebracht
hatte.
Die Senshi trugen noch kürzere Röcke als sonst, was mir sehr angenehm war, und sie versuchten sich als
Cheerleader, was ungleich unangenehmer war.
Aber trotzdem: Makotos erster Kampf ging gegen einen holländischen Kung Fu Meister.
Dieser trug gefährliche Holzschuhe, die er aber, wohl wegen Dummheit, vor dem Kampf auszog. Erst später
erfuhr ich, daß alle Kämpfer irgendetwas aus ihrem Land tragen mußten, der Übersichtlichkeit
wegen. Deshalb also hatte Makos Karategi diesen roten Fleck hinten drauf.
Makoto machte mit dem drahtigen Möchtergern-Shaolin kurzen Prozeß. Go konnte nicht mal "Mach's
spannend!" rufen, so schnell fegte sie ihn auf die Bretter. Genaugenommen mit einer Jabgeraden wie aus dem
Bilderbuch, die durch seinen Block geschnitten hatte, wie ein Diamant durch Pellkartoffeln.
"Hua." Hörten wir da eine grausig bekannte Stimme mit einem noch grausigeren Akzent hinter uns.
Das stand tatsächlich Rubeus! Und seine Kung Fu Uniform deutete darauf hin, daß er nicht nur als Hausmeister
hier war.
"Sou, ihr kempft oiso aach mid?" fragte er "Dös wiad g'schmackig!"
"Keiner Weibergeschichten!" rief da ein blonder Muskelmann, er hätte Dolph Lundgrens Zwillingsbruder
sein können, und zog den Rothaarigen weg.
Ich konnte mich täuschen, aber war er breitschultriger geworden seit unserer letzten Begegnung?
******
Makoto metzelte ihre Opfer mit einer Leichtigkeit, daß selbst Go grinsen mußte, zum ersten Mal seit
seiner Geburt. Ob Ringer, Karateka, Thai Boxer oder Profi Wrestler, keiner stand länger als eine halbe Minute.
Das war natürlich toll. Leider besiegte Rubeus seine Gegner in durchschnittlich 2 Sekunden, was darauf hindeutete,
daß er auch ein bißchen trainiert hatte. Vor allem die Typen, die in seiner Ecke waren, die kamen mir
schon etwas seltsam vor: Ein Typ mit goldenem Hörnerhelm und einem Gesicht wie ein Blumenkohl, ein geisteskranker
Diktator, Dolph Lundgren und Arnold Schwarzendegger.
Das waren offenbar seine Trainer. Und ebendies veränderte unsere Taktik. Go versuchte zum Beispiel, ein Taxi
zurück nach Okinawa zu ergattern, was ihm aber nicht gelang. So mußte er sich die Ringschlacht eben
antun.
Also, Makoto und Rubeus pflügten durch das Heer an Herausforderern wie ein Virtua Fighter Profi durch unerfahrene
Tekken-Spieler.
Und am Ende standen sie dann gegeneinander.... der letzte Kampf des Abends, wenn man das in dieser Zeitschleife
so nennen konnte, Hauptgericht und Dessert zusammen, die Schlacht der Schlächte.......
MAKOTO VS. RUBEUS
Go hielt Makoto das erste und Zweite Ringseil auseinander, damit sie durchsteigen konnte. Rubeus betrat den Ring
auf seine Weise: Er sprang von der Umkleidekabine auf's oberste Seil, wo er einen einhändigen Handstand vollführte
und dann mit einer dreifachen Schraube im Ring landete.
Auf dem Ringrichter. Der Ansager hüpfte mit vor Angst benässten Beinen aus dem Ring.
Das war aber nicht so schlimm, denn es war ja ein Kampf ohne Regeln, also war der Ringrichter eher Formsache, auch
wenn er nun etwas unförmig war.
"Hua! Makoto Kino!" fing Rubeus an "Den gånzen Obend hob i draaf gwoaded, dia main duachdräniaden
Badie zu zoang, dör die fanichtn wiad! Echt tåff!"
"Äh?" machte Makoto.
"Jå wos moanst'an dua, wårum i dös b'scheiade Leiberl då trog?!"
Er tippte sich auf die Kung Fu Uniform, die er sich darauf mit einer Handbewegung vom Leib riß.
"Ooooooh!" machten Go und ich.
"MUSKELN!" sabberten Minako, Usagi und Rei.
Makoto schluckte nur.
Vor uns stand der neue, improved Rubeus, der ekligste, sehnigste Haufen Muskel, den ich in meinen Leben je gesehen
hatte - gegen ihn war Johnny dünn und schlaksig gewesen, wenn auch gut drei Köpfe größer:
Jeder einzelne Muskel war an dem 6 Fuß Körper von Rubeus zu sehen, gerade so als habe man ihm die Haut
abgezogen und auf die reinen Muskeln Hautfarbe aufgetragen. Und daß er ein Ringseil zerriß, bewies,
daß das nicht nur gut aussah, sondern auch leistungsfähig war.
Dann spannte er an, und seine Muskulatur sprengte die Maßstäbe normaler Sterblichen. Selbst Arnold konnte
sich ein anerkennendes Lächeln nicht verkneifen, und Makoto, die auf solche Hardbodies stand, vergaß
für einen Augenblick Training und Kampf, und pure Lust trat in ihre Augen.
"HEY!" Go watschte sie ab "DER DA GEGNER! DU TÖTEN! SONST DICH TÖTEN!"
"Äh, ja, klar." Meinte Makoto.
"I hoff du bist guad draaf, doß dös a långer Kåmpf wiad!" grinste Rubeus und knackte
mit seinem Nacken.
Der Gong ertönte, und beide gingen in Kampfstellung.
Sofort griff Rubeus an, mit einer Geschwindigkeit, die man ihm mit dieser Masse nie zugetraut hätte, und traf
Makoto voll ins Gesicht, so daß ihr Kopf sich gefährlich nach hinten bog. Er setzte mit drei Schlägen
gegen den Kopf und einem Magenhammer nach, der von einem Kreistritt im Sprung gefolgt wurde. Makoto wurde in die
Seile geschmissen und federte zurück.
Rubeus wich seitlich aus und erwischte sie mit einem Seitwärtskick in die Rippen und mit einem Ellenbogenschlag
auf die Wirbelsäule.
Makoto ging keuchend und spuckend zu Boden.
Naja, sie würde es überleben. Go hatte sie schlimmer vertrimmt.
Sie rollte sich nach vorne und sprang auf die Füße. Sie attackierte Rubeus mit Halbkreistritten gegen
Knie und Torso, die Rubeus aber einfach so wegsteckte.
"Hahahaha! So wiad dös nix!" lachte Rubeus, sprang nach vorne und machte einen Uppercut mit der
Handfläche, der Mako in die Luft wirbelte. Als sie wieder runter kam, schmetterte er sie mit einem Axtkick
wieder auf die Bretter, die sich bogen.
Die anderen Senshi verbargen ihre Gesichter. Diese Luschn.
"Mako! Geh ran!" riefen Go und ich wie aus einem Mund.
Makoto drehte sich am Boden, wobei sie Rubeus die Beine wegkickte. Dieser kam jedoch mit einem Rückwärtssalto
wieder auf die Beine.
"Hiryu Kyaku!" rief Rubeus und kam sofort mit sechs Seitwärtskicks in Folge nach vorne, wobei er
Makoto fast durchrannte. Dem Ganzen folgte ein weiterer Axtkick, dem Makoto auswich und Rubeus mit einem Ellenbogenschlag
auf's Schulterblatt traf, wozu noch ein Kniestoß kam. Dann bekam sie ihn in einen Würgegriff. Rubeus
spannte alles an, und Makoto wurde von einer Energiewelle weggeschleudert.
Sie kam jedoch wieder mit einem doppelte Kreissprungkick zurück, der diesmal von Chi geschwängert war,
doch Rubeus verschwand einfach und tauchte hinter Makoto wieder auf, die ihn dann mit einer Backfist ins Gesicht
erwischte. Das machte ihn aber eher sauer als verletzt und er revanchierte sich mit einem Magenhammer und einem
Ellenbogen auf's Kreuz. Als Makoto am Boden lag, erhielt sie noch einen Tritt in den Nacken, konnte aber noch in
Rubeus' Gemächt kontern.
"Hahahaha!" lachte Rubeus "Du bist gånz schön hårt, aber dös kriag i scho
hi!"
Makoto sparng akrobatisch auf die Füße und griff mit einer Box-Kombination an, doch Rubeus machte sich
nicht einmal die Mühe, zu blocken. Er trug nicht mal Nasenblute davon. Dann packte er Makoto am Hals, hob
sie mit einer hand über seine Kopfhöhe und schmiß sie zu Boden.
Dann ertönte der Ringgong und die beiden Kontrahenten mußten sich trennen. Da die erste Runde nichts
erbrachte hatte, würde nun in der zweiten Runde bis zum Ende gekämpft... und wenn ich "Ende"
sage, meine ich "Ende".
"Verdammt! Ich schaff' ihn nich'!" fluchte Makoto und spuckte einen Zahn aus "Und schau' mich nich'
so an, Usagi. Das macht mir Angst."
"Sag' Go, er soll das Handtuch werfen!" wimmerte Ami.
"Ich habe keine Handtücher - Tod oder Sieg lautet die Devise, denn das ist ein echter Kampf." brummte
Go.
"Ich sitz' wie ein Schutzengel auf deiner Schulter!" brüllte ich Makoto ins Ohr "Jetzt geh'
da raus und tritt Arsch!"
Und da ertönte, wie auf Kommando der Gong.
Makoto fing diesmal mit einem eingesprungenen Punch an, der auch traf, und dann wendete sie eine der Chi Techniken
an: Ein Uppercut mit der Innenhandkante.
Rubeus wurde davon überrascht und trug eine fette Wunde über den ganzen Körper davon.
"Dös is wia a Schwead!" kombinierte er.
Dann traf ihn Makoto mit einem absolut präzise in die Rippen gezielten Vorwärtskick, und Rubeus knickte
sogar etwas in der Magengegend ein.
"Dös konnst bessa." sagte er schließlich.
"Hagane Jo Ken!" rief Makoto und eine Kuppel aus Slash-Energie bahnte sich ihren Weg von ihr aus durch
den Ring. Rubeus blieb einfach stehen. Er bildete ein Energiefeld um sich, das ihn etwas vom Boden weghob, und
so machte ihm die Kuppel nichts aus.
"HA!" rief er und warf einen Feuerball aus dunkler Materie, die Makoto voll in die Brust traf. Sie wurde
in eine Eckke geschmettert und kam nicht mehr hoch.
"Dös war's woul."
"Kann....nicht....atmen...." keuchte Makoto und hielt sich die Rippen.
Ihre Atmung ging kaum und Schweiß und die Angst vor einem Erstickungstod standen ihr im Gesicht. In ihren
weit aufgerissenen Augen stand der Ausdruck des nahenden Todesengels.
"Mako! Mako!" rief Usagi, doch sie reagierte nicht und versuchte krampfhaft, irgendwie wieder mit dem
Atmen anzufangen.
"Duad's weh?" grinste Rubeus schief "Nyahahahahaha!"
Oh Mann, jemanden so zu sehen ging selbst einer Bärennatur wie mir an die Nieren. Makoto kippte nach Luft
schnappend nach vorne um.
"Verdammt." Zischte Go und der Blick in seinen Augen verriet, daß er jetzt liebend gerne in den
Ring steigen und Rubeus den Kopf zerschmettern würde.
Ich hingegen blieb cool genug, mich an die Lehren des chinesischen Kampfsportlehrers beim MI6 zu erinnern. Das
einzige was die Körperfunktionen wieder hochtreibt ist ein starker Schmerz.
Also sprang ich ihr - Kopf voran- ins die Nieren.
Das tat zwar weh, aber der Schmerz war offenbar tatsächlich genug, um ihre Körperfunktionen wieder auf
Touren zu bringen. Und ich hatte jetzt Kopfschmerzen.
Sie kam mit zittrigen Knien wieder auf die Beine.
Rubeus war sofort bei ihr und rammte ihr den Ellenbogen in die Seite. Sie war nun wieder in der Ecke und Rubeus
schenkte ihr nach allen Regeln des Boxsports ein wie noch nie vorher jemand.
Sie nahm in einer Geste der Abwehr die Fäuste hoch, aber seine Fäuste schlug sie überall, wo sie
gerade keine Deckung hatte. Dann riß Rubeus ihre Hände beiseite und verpaßte ihr den fiesesten
Uppercut, den ich jemals gesehen hatte, direkt auf die Kinnspitze. Als die Faust mit ihrem Gesicht Kontakt bekam,
sah es für einen Moment so aus, als würde ihr der Kopf vom Hals gerissen werden, und ihr Augen traten
hervor, so ungefähr wie bei einer Leiche.
Rubeus grinste und setzte mit dem selben Arm gleich noch einen Rising Uppercut hinterher, der Makoto schnurstracks
nach oben beförderte, auf der selben Höhe wie Rubeus.
"Jetz' is' Sense!" rief er und drückte in der Luft Makotos Kopf nach unten.
"Evil Star Sickle!" rief er mit einem irren Unterton und trat einen Backflipkick, direkt in Makotos Gesicht.
Ihre Augen waren kurz vor dem Aufprall weit aufgerissen und das trockene Brechen eines oder mehrerer Knochen konnte
man bis hier unten hören. Rubeus' Fuß war von dunkler Energie umgeben, als er Makoto in die Hölle
beförderte.
Er kam auf den Beinen auf, während Makoto auf dem Kopf landete und liegenblieb. Blut rann ihr aus Nase, Ohren
und Mund, ihr linkes Auge war in den Kopf hochgerollt und ihr rechtes war starr. Tränen flossen aus beiden.
"Dös woa goa nix!" lachte Rubeus "Hwahahahahahaha!"
"Mako! Mako!" Usagi schüttelte ihre Freundin.
Makoto reagierte nicht.
"Oh nein..." schniefte Usagi.
Minako und die anderen bekamen keinen Ton raus. Und auch ich war jetzt mit meinem Latein am Ende.
"Dös Böse hat gwunna!" rief Rubeus "Und ich bin da Herr da Wöid!"
Makotos linkes Auge rollte ob dieser Worte wieder zurück. Ihre Pupille war offen. Sie hustete Blut.
"Mako! Du lebst!" riefen die Senshi und weinten vor Freude.
Makoto schien das gar nicht wahrzunehmen, sondern drückte sich mit zitternden Armen und Beinen hoch. Sie schniefte
etwas, aber kam auf die Beine.
Go grinste breit.
"Ich bin noch da...." sagte sie leise, mehr zu sich selbst, mit gesenktem Kopf und von Schniefen unterbrochen.
"So? Du läibst noch? Guad...... du host mein' Respekt. Um ihn dia z'b'weisen, werd' I die mit meiner
wåhren Macht zerschmeddan!"
Er sammelte alle seine Energie für einen letzten Schlag. Makoto stand nur noch in stummer, trauriger Erwartung
da.... zu mehr war sie nicht mehr fähig.
Ein schwarzer Sturm braute sich um Rubeus zusammen, und Bison grinste. Das war es wohl, das wahre, endgültig
Böse. Selbst Go und ich wichen einen Schritt zurück.
"Woaßt wos?" rief Rubeus mit zwei Stimmen "I wui d' Wöid går net...... I wui Zastörung!
Nix soi mehr übrigbleim, wenn I featig bin! Koa Gott, koa Deifäh, nur no' dös Chaos der Nichtexistenz!
Dann is' ois guad!"
Offenbar hatte das Böse noch rechtzeitig vor dem finalen Schlag seinen Tribut gefordert.
"Will er uns umbringen?" fragte Ami.
"Nein...." zischte Go "Er will die Ordnung des Universums selbst vernichten...."
"Du bist nua a Wuam. Und wia an Wuam wird' i di zadredn! DARK DEVIL CHANNEL!"
Makoto wurde von eine Woge purer Schwärze eingehüllt.
"WOS?!" rief Rubeus, als sie danach immer noch stand.
"He." Grinste sie zerschlagen und blickte ihn entschlossen an "Wenn ich schon diejenige bin, die
die Chance hat, dich zu besiegen.... will ich mir das doch nicht entgehen lassen...."
Sie ballte beide Fäuste und führte sie zu ihren Hüften, worauf sie Gos Atemtechnik benutzt.
"DARK FORCE SPIRE!" rief Rubeus, und Makoto wurde in eine Säule aus Bösartigkeit eingeschlossen.
Doch irgendwie schien sie von innen heraus zu leuchten, ein Licht das immer größer wurde.
"Was, was, was?" fragte Dolph.
"Verdammt! Hadoko!" rief Bison.
"Hado...was?" fragte ich.
"Die Hadoko-Tradition aus China...." murmelte Setsuna.
"Ich spüre..... die Kraft.... von Wasser und Sturm.... von Bäumen und Wolken..... von Tieren und
Menschen..." hörte ich Makotos Stimme, obwohl sie nichts gesagt hatte.
"Die Kraft von Himmel und Erde." Grinste Go, und wie üblich hatte keiner eine Ahnung, was er meinte,
außer wahrscheinlich Makoto, aber die redete nicht.
Blaue Energiekugeln sanken von irgendwo oben auf Makoto herab, und rote kamen von irgendwo unten herauf, um sich
zu weißen zu verbinden, wenn sie Makoto berührten.
Sie streckte beide Arme aus.
"Das ist es...... die Kraft des Lebens und des Todes!" rief sie.
Offenbar zu viele Kopftreffer.
Blitze fingen an, um sie zu zucken, und weiße Energieringe schwirrten um sie.
"Maista, wos is dös?!"" rief Rubeus.
"Hadoko...... ergib' dich besser." Meinte Bison.
"Wos?"
Makoto schaffte es unter größter Anstrengung, die Energie zu verdichten. Sie sammelte sie zwischen ihren
Handflächen.
"Ja! Makoto, benutze die Energie gegen ihn!" rief Go.
"HA....DO......TENCHI.......HAKUSHO!" brüllte Makoto aus Lungenkräften und warf einen weiß-blauen
Energieball auf Rubeus.
"Hua! Wen dös mei Schicksal is'....." lachte Rubeus und breitete seine Arme aus "Dann bin ich
da Nächsde dea stiabt!"
Der Energieball traf ihn voll und umhüllte ihn kurz, bevor er durch ihn durch ging und verschwand. Rubeus
fiel mit geschlossenen Augen zu Boden.
"YEAH! Mako, du hast ihn gef.....!" rief ich.
"Mako!" Usagi und Minako kamen zeitgleich angerannt und rannten ihre Freundin fast um, die ohnmächtig
in ihre Arme fiel.
"Gut gemacht." Lächelte Go.
******
"WAH! I konn's nimmer!"
Rubeus versuchte zum fünfzigsten Mal, seine schwarze Macht zu benutzen.... und zum fünfzigsten mal versagte
er.
"Und woaßt wos, Jacobite? I wui's a gaa nimmer b'nutzen... da gonze Haß is weg..... wia in am
schlechten Anime!"
"Dann besorg die 'nen neuen Job." Sagte Diamond "Du bist gefeuert."
******
"Und Mako? Wie geht es dir?" fragte Ami.
"Besser. Es geht mir jeden Tag besser." Grinste sie Makoto schief unter all den Bandagen an.
"Sie hat eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit. Fast unheimlich... schon nach 3 Tagen waren ihre
Rippen wieder zusammengewachsen." sagte der Arzt
"Ja, ja. Unsere Makoto." grinste Rei.
"Und, was hast du jetzt vor?" fragte ich.
"Ich..." Makoto blickte auf ihre Hand und ballte sie zur Faust "Ich werde jemanden suchen,.... der
stärker ist, als ich..... der mich Hadoko lehren kann...."
THE END
Hua, dös woas!
Rubeus ist ab, wer kommt nun? Naja, da wären noch das Amazonentrio, und die Starlights brauchen auch noch
ihr Fett ab....
Hymns of praise, money and Sailor Senshi to okami@gmx.net
Special Thanks to:
Armadeus (Headbanging Man), Fufuranky (Marillion-Man), Basti, Beck (Ist die Klampfe wieder ganz?), Helmut "BGC"
Naughton (Der Mann, den sie "Half Life" nannten), Gonzo (rausgegammelt), Manfred, Jacob "Wings of
Honneamise" Menzler
Das extra dicke Dankeschön für die musikalische Untermalung geht an, dadamm:
Blind Guardian, Anthrax, Einherjer, Rhapsody, Hammerfall, Bolt Thrower und Angra!