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۞ᶄisu ᶇo ᶄurayami۞ [fyuuuuh <3]


Zeichner: Nanatsu-Nee-Chan   -   [Dōjinshi]
Erstellt: 27.11.2011
Neueste Seite: 02.10.2013
Pausiert
Stichwörter: Humor, Action, Mystery
Kategorie: Epos
Leserichtung: Japanisch
Kapitel: 6
Seiten: 125

Beschreibung
Ich wusste nicht genau, wo ich mich befand.
Der Regen prasselte auf den ohnehin schon feuchten Asphalt und durchweichte mein dünnes Hemd.
Ich wusste auch nicht genau, wer ich war.
In der Ferne sah man zwei schwach leuchtende, bewegende Lichter eines sich entfernenden Wagens.
Noch weniger aber wusste ich, was genau passiert war.
Ich drückte meinen Plüschbär an meine Brust. Er war blutgetränkt und das rot verfärbte Wasser tropfte das verfilzte Fell hinab auf den Boden.
Meine Gedanken rotierten um die Szenerie. Eine verlassene Straße, umsäumt von brachliegenden Feldern, auf denen vereinzelt verrottete Sonnenblumen aufrecht standen, wie eine Mahnung an die Lebenden. Dazu mein Stofftier, dass morbid verunstaltet in meinen Armen lag. Und der unaufhörliche Regen, der langsam bis zu meinen Knochen meinen kleinen, schwachen Körper abkühlte. Ich hatte keine Kraft, dieses Puzzle zusammenzufügen. Ich drehte mich einmal um die eigene Achse, und stand plötzlich vor einer Weggabelung der Straße. War diese vorhin auch schon dort gewesen?
Ich konnte es beim besten Willen nicht sagen, noch weniger, als ich wusste, was das alles zu bedeuten hatte. Mein nasses, durch das Wasser schwer gewordenes Haar verdeckte mir die Sicht und nahm mir den Atem. Ich strich die feuchten Strähnen aus meinem Gesicht. Ich nahm all meinen Mut zusammen und ging einen Schritt. Mein Körper schmerzte und ich spürte etwas in meinem linken Fuß knacksen. War dort etwas verstaucht, oder gar gebrochen?
Und wenn ja, warum? Ich schmunzelte etwas – das hier war alles so surreal, als wäre es dem gruseligsten Albtraum entsprungen, und doch verspürte ich keine Angst. Woran das wohl lag? Was hatte ich verloren, was miterlebt, dass mich das alles so kalt ließ?
Ich ging wieder einen Schritt. Der Schmerz in meinem Bein nahm zu, aber ich ignorierte es. Ich konzentrierte mich voll und ganz auf das Vorwärtsgehen. Bald hatte ich die Abzweigung erreicht, und ohne lange zu Überlegen, ging ich nach Rechts. Ich drückte meinen Teddy fester, und presste dabei einen Schwall rotes Wasser aus ihm heraus, das sich auf dem Asphalt verteilte und unsichtbar wurde, als er sich mit dem umliegenden Nass verband. So wie ich mich fühlte. Unkenntlicher Schmerz, unkenntliche Trauer, und es verschwand, sobald man sich darauf fixierte.
Sobald ich den Weg betrat, waren die Gefühle verschwunden.
Die Umgebung veränderte sich mit einem Schlag, ich war nichtmehr auf einer verlassenen Weggabelung.
Stattdessen stand ich in einem schmalen, kaum beleuchteten Gang. Ich konnte kaum meine Hand vor Augen sehen. Der Stoffbär war mit einem Mal trocken, und auch mein braunes Haar zeigte keine Spur von Feuchtigkeit.
Spätestens jetzt hätte mir auffallen sollen, wo ich mich befand. Doch mir fiel es nicht ein.
Alles war mir so schrecklich vertraut, dass mit der bloße Anblick der gelben Raufaßertapete
Kopfweh verursachte. Was auch immer hier geschah, es war unbegreiflich und vermutlich Schuld an meiner bis jetzt andauernden Amnesie, die alles Vertraute ungewohnt und fremd erscheinen ließ, und mir meine eigene Identität nicht preißgeben wollte.
Ich sah an mir herab, und erkannte, dass ich ein kleines Mädchen war, vielleicht Neun Jahre alt, oder jünger, die einen gepunkteten Schlafanzug trug...der über und über mit Blutspritzern besudelt war. Ich zitterte plätzlich. Ein Windhauch fuhr durch den Gang, und es stellten sich mir die Nackenhaare auf.
Was war hier los?
Ich begann langsam in die Richtung zu gehen, aus der der Luftzug kam. Es musste dort der Ausweg sein. Ich hinkte etwas, wurde aber immer schneller, bis ich irgendwann, ich weiß nicht, ab wann genau, panisch und außer Atem rannte. Der Gang schien kein Ende zu nehmen, doch ich stoppte nicht, und wurde auch nicht langsamer.
Plötzlich waren da hinter mir Schritte.
Von unglaublicher, ureigener Angst getrieben hastete ich weiter, ich ließ den Plüschbär fallen, obwohl ich ohne ihn niemanden mehr hatte, den ich kannte. Ich stolperte, keuchte, fiel einige Male beinahe hin – was wohl mein Tod gewesen wäre – und war völlig außer Kontrolle. Meine Lungen brannten vor Schmerz, und ich war kurz davor, mich vor Anstrengung zu übergeben.
„Hilfe!“ schrie ich, immer lauter und immer mehr außer Atem. Ich hört meine eigene Furcht und Hoffnungslosigkeit darin.
Waum rannte ich? Ich wusste es beim besten Willen nicht. Es war einfach so. ich hatte das Gefühl, wenn ich es nicht täte, würde mich das Ding hinter mir töten. Was auch vermutlich der Fall war.
Die Schritte wurden schneller und hallten hinter mir, aber ebenfalls wurden sie lauter - sie kamen näher.
„Halt!“ hörte ich nun ganz nah hinter mir.
Ich schrie, nahm meine letzte Energie, beschleunigte ein letztes Mal.
Doch da packten mich zwei starke Hände an den Schultern.
Mein Herz stoppte vermutlich in diesem Moment.
„Hör mir zu.“
sagte die person nun.
„Bitte, hör mir zu.“
Ich drehte mich mit weit aufgerissenen Augen langsam und in Schockstarre um.
Was ich sah, war das wohl erschreckenste was mir je begegnet war in meinem ganzen Leben.
Nun.
Ich irrte.
Das war erst der Anfang.



KISU NO KURAYAMI / ACT 4 PART 1 / NO MORE SORROW / NOVEL VERSION


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