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Als Problemfall: Liebe!

Fortsetzung von AfL ohne Epi ^^
von

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JAPAN!!!??? NIEMALS!

Problemfall: Liebe!
 

1.Kapitel
 

"Guten Tag, darf ich mich vorstellen! Mein Name ist Cindy Thompsen. Ich bin 16 Jahre alt und besuche die 10. Klasse des Kreuzberg Gymnasiums in München. Eigentlich bin ich eine ganz normale Schülerin, mit einem ganz normalen Leben und einer durchschnittlichen Familie, die mich zu hassen scheint. Okay, vielleicht etwas übertrieben...aber kommt mir manchmal so vor. Meine Mutter arbeitet als Teilzeitkraft, bei einem Anwalt und mein Vater ist ein hohes Tier in einem Verlag. Dann habe ich noch zwei ältere Schwestern. Die 22. jährige Karen und die 20. jährige Stefanie, genannt Steffi. Beide studieren sie an der Uni. Karen, Japanologie und Steffi, Literatur und Politik. Alle sind sie immer schwer beschäftigt und haben eher selten Zeit für mich...nun stören soll es mich weniger. Denn solange ich meine Freunde habe ist alles okay. Doch schon bald sollte sich das ändern. Aber wie es dazu kam, lest selbst...!"
 

"Was? Wir sollen nach Japan ziehen? Wann habt ihr das denn entschieden?! Und das ohne mich! Das ist nicht euer ernst!", schrie ich entgeistert und starrte meine Familie übern Frühstückstisch an. Steffi und Karen grinsten sich gegenseitig an. Und meine Mutter, Lydia Thompsen sah mich kühl an. "Doch ist es. Dein Vater wurde vom Verlag nach Tokyo versetzt. Daran lässt sich nichts ändern. Wir brauchen diesen Job."

"Aber..."

"Kein aber Cindy. Wir werden in einem Monat nach Japan ziehen. Das Haus das uns zur Verfügung gestellt wurde ist übrigens sehr schön. Du bekommst sogar ein größeres Zimmer. Das ist doch was", warf mein Vater, Dieter Thompsen ein. Ich schnaubte verächtlich und erwiderte patzig: "Nein Danke, da verzichte ich auf ein größeres Zimmer. Ich will hier bei meinen Freunden in München bleiben. Warum schicken sie überhaupt dich nach Japan? Das könnte doch auch jeder andere machen!"

Dieter legte die Stirn in Falten, dass tat er immer wenn er sich arg zusammen riss. "Jetzt pass mal auf. Erstens ist es für uns viel einfacher, da zu leben. Da ein Teil unserer Familie ohnehin dort lebt und wir so bereits mit Sprache und Sitten vertraut sind. Und Zweitens: Ist das Gehalt was ich dann bekomme bedeutend höher als hier. Deine Schwestern haben auch bereits dort einen Studienplatz. Und die Prüfung für die Highschool dort bestehst du auch mit Links."

Wütend funkelte ich meine Schwestern an. "Aha, war ja klar. Ihr wusstet natürlich bereits Bescheid. Warum erfahre ich eigentlich immer als Letzte von solchen Aktionen?", fragte ich verletzt. Karen zog eine Braue hoch und antwortete: "Das fragst noch. Sieh dich doch mal an, wie du jetzt nur reagierst. Du bist einfach unmöglich. Warum gönnst du Paps, diesen Karrieresprung nicht?" Steffi nickte zustimmend. "Eben. Du verhältst dich gerade wie ein trotziges Kleinkind", fügte sie abwertend hinzu. Ich kochte innerlich vor Wut und stand vom Tisch auf. "War ja wieder klar. Jetzt gebt ihr wieder mir die Schuld. Aber an meine Gefühle denkt wohl keiner. Wisst ihr was? Ihr könnt mich alle mal!", rief ich laut, schnappte meine Schultasche und rauschte von dannen.
 

In der Schule erzählte ich sofort meinen Freunden von den schlechten Neuigkeiten. Die regten sich mindestens genauso auf, wie ich mich zuvor. "Das können die doch nicht einfach so machen. Du hast doch ein freies Meinungsrecht", empörte sich Eugen und kickte gegen einen Stein. Alle meine Freunde an der Schule kamen aus einem anderen Land. Weiß auch nicht, irgendwie kam ich mit solchen Leuten besser klar.

Nun standen wir an unserer Stammecke hinter der Sporthalle und blickten wütend drein. Swetlana ebenso wie Eugen eine Russin, sah diesen spöttisch an und sagte: "Natürlich. Aber darf ich dich dran erinnern das sie noch Minderjährig ist? Damit ist das freie Meinungsrecht gleich null wert." Joshua auch ein Russe nickte bloß. Ich lehnte mich gegen die Wand und seufzte: "Ich hab wohl keine andere Wahl. So eine *******. Ich sag euch schon jetzt, ich werde diese Stadt hassen, wie die Grippe."
 

Diese Unterhaltung liegt jetzt vier Wochen zurück und der Umzug stand für den nächsten Tag an. Die meisten unseres Hab und Guts wurde bereits nach Japan geschickt. So das wir nur noch ins Flugzeug steigen müssten. Meine Familie war schon ganz aufgeregt und freute sich auf ihr neues Leben in Tokyo. Nur ich nicht, ich saß auf der Bettkante des Hotelzimmers und starrte vor mich hin. Als mir das Gerede über das schöne neue Leben zu viel wurde stand ich auf und sagte: "Ich geh meinen Freunden Lebe wohl sagen." Wobei ich das Freunde stark betonte. Meine Mutter meinte: "Ja mach das Liebling. Sei aber nicht solange weg."
 

In der Stadt am Brunnen stand meine, nun bald wohl eher ehemalige Clique und quatschte miteinander. Als ich dazu trat, sahen sie mich überrascht an. "Hi, schön das du doch noch kommst", begrüßte mich Joshua und lächelte leicht. Ich nickte und meinte: "War doch wohl klar. Das können sie mir nun wirklich nicht verbieten." Swetlana und Anastasia ließen geknickt den Kopf hängen. "Ich weiß nicht was ich sagen soll. Die letzten Wochen sind viel zu schnell vergangen", meinte Eugen und sah mich betrübt an. "Das ist wahr. Mann, was werde ich euch vermissen, Leute", schniefte ich. Eugen legte tröstend einen Arm um meine Schulter, was mich irgendwie beruhigte. Er hatte schon immer so was entspannendes an sich gehabt. Um nicht vollkommen in Trauerstimmung zu verfallen, versuchten wir uns anderweitig zu beschäftigen, doch nach zwei drei Stunden wurde es für mich Zeit zurück zum Hotel zukommen. Wo wir die letzte Nacht verbringen sollten. Es wurde einen Tränenreicher Abschied. Aber damit hatte ich gerechnet. Nicht aber mit dem, was mir Eugen, der mich zum Hotel brachte, am Hoteleingang sagte: " So da wären wir."

"Ja. Danke, das du mich begleitest hast."

"Keine Ursache. So kann ich dir zumindest noch sagen, was ich dir immer erzählen wollte."

"Ach ja? Was denn?"

"Also...es ist so... Cindy...ich...ich liebe dich", sagte Eugen und sah mich dabei ernst an. Ich war für einen Moment voll von den Socken. Derartiges hätte ich nie und nimmer angenommen und ich wusste somit auch nicht was ich jetzt sagen sollte. Ich mochte ihn ja auch sehr. Aber war es deshalb gleich Liebe? "Eugen...also ich weiß nicht was ich sagen soll", erwiderte ich unsicher. Er nickte verständnisvoll. "Ich weiß. Musst du auch nicht. Du musst wissen, ich habe lange überlegt ob ich es dir sagen soll. Schließlich entschloss ich mich dafür. Denn gerade weil ich dich wahrscheinlich nie wiedersehe, konnte ich nicht anders", erklärte er ruhig. Ich senkte den Blick. "Tut mir leid. Wenn ich dich jetzt verletzt habe", sagte er leise. "Nein ist schon okay. Ich hatte nur nicht damit gerechnet", lächelte ich schräg. Eugen lachte leicht. "Ist mir klar. Na ja, dann solltest du mal reingehen. Und lass dich nicht von denen unterkriegen", meinte er und deutete mit dem Kopf ins Hotel. "Ja versprochen. Also...machs gut.", erwiderte ich und wollte hineingehen. Wurde sogleich aber zurückgezogen und von Eugen in den Arm genommen. Mit einem kurzen Kuss auf die Wange, ließ er mich los und grinste: "Tut mir ja beinahe leid. Aber ich musste die letzte Gelegenheit nutzen." Ich erwiderte seine grinsen und konterte: "Was du nicht sagst. Adieu!" Mit dem letzten Wort verschwand ich im inneren des Gebäudes.

Erst im Aufzug in unsere Etage, ließ ich meinen bis dahin unterdrückten Tränen und Herzklopfen freien Lauf.
 

Etliche Stunden später:
 

"Bitte schnallen sie sich an und setzten sich aufrecht hin. Wir werden in kürze auf dem Flughafen von Tokyo landen. Wir hoffen sie hatten einen angenehmen Flug und würden uns freuen sie bald wieder als unsere Fluggäste begrüßen zu dürfen. Die Japan-Airline wünscht ihnen einen schönen Aufenthalt", sprach die japanische Stewardess ins Mikro und lächelte wie schon die letzten vier Stunden. Ich stöhnte und lehnte mich in meinen Sitz zurück. Nun waren wir also in Japan und so schnell würde es kein zurück mehr geben. Der Gedanke machte mich wahnsinnig. Während des gesamten Fluges hatte ich kein noch so unnötiges Wort mit meiner Familie gewechselt. So leicht würde ich denen garantiert nicht verzeihen. Dafür hatten sie dieses Mal den Bogen überspannt.
 

Nach der Landung, suchten wir nachdem Wagen der uns zu unserem neuen zu Hause fahren sollte. Meine Schwestern, befanden sich voll in ihrem Element. Da beide Japansüchtig waren. Würden aber auch nie wirklich wie Japanerinnen werden. Allein ihr Aussehen würde es ihnen stets vermiesen. Denn beide waren groß und blond. Und allein dieser Gedanke verschaffte mir eine gewaltige Genugtuung.

Und während wir durch die geschäftigen Straßen der japanischen Hauptstadt fuhren, schwor ich mir eines. Ich würde alles schrecklich finden und an neuen Freunden würde ich ohnehin niemals Interesse haben. Mit dem Vorsatz startete ich mein neues Leben in einer neuen Stadt...
 

So hier endet erstmal, das erste Kapitel meiner neusten langen Geschichte...geschrieben habe ich sie auf die Bitte einer Freundin hin. Ich hoffe sie gefällt und ihr mir jede menge Kommis gibt!!!

Bis dann Urbena

Ein ganz anders geplanter Anfang!

2. Kapitel
 

Ein ganz anders geplanter Anfang!
 

Mit einem dumpfen Aufprall ließ ich mich auf das Bett in meinem neuen Zimmer fallen. Keine Frage, größer war es zweifellos. Mindestens doppelt so groß. Aber das besserte meine Laune keineswegs. Nein, eher das Gegenteil war der Fall.

Nachdem wir das Haus erreicht hatten, verteilten unserer Eltern die Zimmer und meinten wir sollten schon mal anfangen, uns einzurichten. Wenn was fehle sollten wir Bescheid geben. Aber ich hatte noch gar keine Lust irgendwas hier zu machen. Also kickte ich ein paar Kisten beiseite und kämpfte mich zu meinem Bett am Fenster durch.

Langsam sank die Sonne unter Tokio und verkündete damit das Ende meines ersten Tages in meiner neuen Heimat.
 

Einsam zog ich meine Knie an und schlang die Arme darum. Und vereinzelte Tränen, die ich bis dahin unterdrückt hatte, begannen sich ihren Weg zu bahnen. Nun war ich hier, allein und weit weg von meinen Freunden. In Gedanken ging ich noch mal die letzten paar Stunden mit ihnen durch. Anastasia, Swetlana und ich hatten ein super Heulkonzert gegeben. Keiner von ihnen wollte mich gehen lassen. Mit einem leichten Grinsen dachte ich an Joshuas letzte Worte: "Am besten wir entführen dich. Und das Lösegeld setzen wir so hoch, dass es keiner bezahlen kann!" Das war so typisch für ihn gewesen. Aber auch die letzten Minuten mit Eugen tauchten vor meinem geistigen Auge auf. Ich hatte nie angenommen, gar geahnt. Das er in mich verliebt sei. Nicht das geringste hatte darauf hingedeutet. Und ich hatte ihm nicht mal eine richtige Antwort geben können. Doch was hätte das auch gebracht? Eigentlich nichts. Mit einem lauten Schluchzer drückte ich mein Gesicht ins Kissen. Nur um daraufhin in einen erneuten Weinkrampf auszubrechen.
 

Irgendwann musste ich eingeschlafen sein. Denn als mich meine Mutter zum Essen rief, war es bereits dunkel draußen. Erschlagen setzte ich mich auf und erhob mich leicht wackelig. Das war das schlimme am Nachmittagsschläfchen. Danach fühlte man sich noch kaputter als ohnehin schon.

Lustlos trottete ich nach unten zu meiner Familie. Die bereits am Tisch saß und eingehend das Menü für heute betrachtete. "Ah da bist du ja. Komm setz dich. Jetzt gibt's unser Einstandsessen im neuen zu Hause," lachte mein Vater und griff nach seinen Stäbchen. Ich setzte mich neben Karen auf den Stuhl und grummelte ein: "Ist ja dicke..." Wofür ich einen strafenden Blick meiner Mutter erntete. Gleichgültig zuckte ich mit den Schultern. "Wo ich mal grade so sehe. Müssten wir nicht eigentlich auf solchen Kissen Knien und Reis reinschaufeln?", fragte ich Ironischerweise. Steffi schüttelte ungläubig den Kopf. "Also wirklich Cindy. Das ist heute nicht mehr überall so. Auch die Japaner entwickeln sich weiter."

"Ach tatsächlich? Also entwickeln wir uns jetzt auch zu Pseudo-Japanern. Ist ja prächtig," stichelte ich weiter. Karen sah mich abwertend an. "Weißt du was Knirps? Wenn du nichts intelligentes zu sagen hast. Halt den Mund. Du versaust uns den Abend."

Das war zuviel, für meine gereizten Nerven. Zornig stieß ich den Stuhl zurück, so das er zu Boden fiel. Alle sahen mich an. "Okay...Aber jetzt sag ich auch mal was. Und das ist äußerst Intelligent... Wenn ihr hier Leben wollt, bitte ich halte euch mit Sicherheit nicht auf. Aber hört gefälligst auf so zu tun. Als würde ich das auch wollen. Ich hasse dieses Land und glaubt mir, sobald ich 18 werde. Bin ich weg hier!", schrie ich und rannte hinauf in mein Zimmer, wo ich die Tür mit lauten krachen in den Rahmen knallen ließ.
 

Das war doch alles so zum schreien. Niemand schien mich zu verstehen.

Ich hätte vor Wut an die Decke gehen können. Aber das würde mich jetzt auch nicht weiterbringen. Also beschloss ich wieder in die Heia zu gehen. Schlafen wäre jetzt sicher das Beste. Obwohl noch besser wäre es die nächsten zwei Jahre zu verschlafen. Dann könnte ich gleich wieder verschwinden. Mit einem seufzen legte ich mich mit einem Sleepshirt bekleidet zurück ins Bett. Eins stand für mich jetzt fest. Als das Schicksal die Katastrophen verteilt hatte, musste es mich ganz besonders viel damit beglückt haben.
 

Am nächsten Morgen wurde ich vom fröhlichen zwitschern der Vögel und von einem leisen Klopfen an meiner Tür geweckt. Verschlafen brummte ich: "Wer ist da?"

"Ich bin es Steffi."

Augen reibend setzte ich mich auf, während meine Schwester herein kam. "Was willst du so früh hier? Wenn du mich auf mein Benehmen hinweisen willst. Vergiss es, ich mein es so wie ich es sagte," sagte ich leicht aggressiv. Steffi schüttelte den Kopf und setzte sich zu mir aufs Bett. "Nein, nein. Mach mal etwas Platz," meinte sie und schlüpfte mit unter die Decke. "Eigentlich wollte ich dir nur sagen, das ich dich schon verstehe." Ich bekam große Augen. Hatte ich da richtig gehört? Meine SCHWESTER verstand MICH!!!! Jetzt könnte ich ja schon glatt an den lieben Gott glauben. "Musst gar nicht so gucken. Ich weiß selbst, das ich dich nicht viel unterstütze. Aber inzwischen hat sich halt auch meine Einstellung geändert," schmollte sie. "Wie meinst du das?", fragte ich neugierig. "Na gut. Ich versuche es dir zu erklären. Als Mama und Papa erzählten das sie hierher ziehen. Glaubte ich auch beinahe eine Welt würde zusammenbrechen. Denn ich liebte München, meine Uni, meinen Freund und das alles halt. Ich wollte auch nicht hierher ziehen. Aber ich habe unsere Eltern beobachtet. Dabei habe ich halt bemerkt, wie viel ihnen diese Chance hier bedeutete und begonnen meine Meinung zu überdenken. Wie ich jetzt dazu stehe, weißt ja. Eigentlich will ich dir auch nur damit klar machen. Das du den beiden eine Chance geben solltest. Vor allem Papa. Merkst du nicht was ihm dieser Job bedeutet?"

"Und was ist mit mir? Keiner denkt an meine Gefühle."

"Das ist nicht wahr. Überleg doch mal was Mama, Karen und ich, aber auch Papa aufgegeben haben?! Uns fiel es auch nicht leicht!", widersprach Steffi hart.

Ich senkte den Kopf und schloss kurz die Augen. Dann atmete ich tief durch und meinte: "Na gut. Ich gebe mir Mühe nicht mehr so spitzzüngig zu sein. Aber lieben werde ich diese Stadt sicher nicht." Steffi lächelte zufrieden. "Das verlangt ja auch keiner. Versuche dich einfach einzugewöhnen. So schlimm ist es sicher nicht", sagte sie, gab mir einen Kuss auf die Stirn und stand auf. "So dann mal ab ins Bad, bevor der Rest der Bande wach wird", grinste sie und verschwand.
 

Ich sah ihr leicht verblüfft nach. Manchmal überraschten sie mich doch immer wieder. Und mit einem letzten Blick auf den frischen Morgen draußen, schwang auch ich mich aus dem Bett. Da heute Sonntag war, würde ich mich ein wenig in der Gegend umsehen. Außerdem musste ich wohl auch mal beginnen, mit dem ausräumen der Kisten. Was für ein Gräuel es mir bei der Menge der verschlossenen Kisten auch war.
 

Zu meiner größten Verwunderung lief das Frühstück vollkommen harmonisch ab. Niemand sprach den gestrigen Abend an oder sah mich auch nur schräg an. Beinahe unheimlich diese fröhliche Familie.
 

Nachdem Essen zog ich mich nach oben zurück und begann auszuräumen. Nach geschlagenen drei Stunden, war alles soweit verstaut und ich wischte mir über die Stirn. Ich hatte eindeutig zuviel Schnickschnack. Aber trennen konnte ich mich auch nicht davon. Hat halt jeder so seinen Laster.

Nachdenklich schaute ich auf die Uhr. Mittagessen würde es erst in zwei Stunden geben. Da konnte ich ja noch etwas die Gegend erkunden. Auch wenn ich nicht gern hier war. Meine Neugierde war wie eh und je, Gesund und munter.
 

"Mama! Ich geh mich draußen etwas umsehen. Ich bin zum Essen aber pünktlich zurück", beruhigte ich sie auch gleich wieder als ich zur Haustür ging. So nickte sie nur lächelnd und ging zurück ins Wohnzimmer um dort weiter auszupacken.
 

Draußen schien die Sonne stark auf die Straße. Für einen Augenblick stach sie mir in die Augen und ich musste blinzeln. Dann ging ich den Weg hinab, wovon mein Vater gestern erzählt hatte er führe zu einem Park.

Während ich dem Gehweg folgte, sah ich jeweils mal nach links und dann nach rechts. Die Häuser glichen unseren schon ziemlich. Zum Beispiel waren die Wände nicht nur aus Papier. Aber das Strommasten mitten in einer Wohnstraße standen, nein, so was kannte ich aus Deutschland nicht. Trotzdem fand ich langsam, dass das alles hier doch so ziemlich seinen eigenen Charme hatte. Was mir aber schon gestern aufgefallen war, ist das die meisten Häuser weiß gestrichen war. Weiß der Himmel warum, wahrscheinlich mochten sie die Farbe einfach.
 

Ich wollte gerade um die Ecke biegen als ich mit jemanden zusammenstieß. "Gomen nasai!", rief ich erschrocken und sah das Mädchen an. Die strich ihr schwarzes Haar zurück und grinste mich vergnügt an. "Schon okay!", antwortete es auf Japanisch und reichte mir die Hand. "Ich heiße Yukiko Hazawa." Etwas perplex griff ich nach der dargebotenen Hand und erwiderte: "Hallo, ich heiße Cindy Thompsen." Die junge Japanerin lächelte noch immer. "Du bist neu hier wie ich sehe. Na macht nichts. Gewöhnst dich sicher schnell ein. Sollst du auch auf die Jodâi-High?", fragte sie und sah mich neugierig an. Ich nickte kurz und meinte: "Ja. Bist du auch dort?"

"Klar, die meisten die hier in der Gegend wohnen besuchen diese Schule. Sag mal, ich muss jetzt einkaufen. Hast du Lust mich zu begleiten?"

Ich sah nervös auf meine Uhr. "Tut mir leid. Aber ich soll gleich zum Essen nach Hause."

Yukiko legte enttäuscht den Kopf zur Seite. "Schade. Na gut, wollen wir dann morgen zusammen zur Schule gehen? Du kennst den Weg doch sicher noch nicht", löcherte sie weiter. Ich schmunzelte heimlich darüber. "Okay, meinetwegen. Treffen wir uns hier?"

"Klar. Also, bis morgen früh dann. Um halb acht Uhr. Sei pünktlich! Tschüß!", rief sie noch und rannte weiter. Ich sah ihr leicht irritiert nach. Das Mädel hatte echt nen Tempo drauf. Doch gleich darauf ärgerte ich mich leicht. Ich hatte mir doch geschworen alles furchtbar zu finden. Und was mache ich? Verabrede mich gleich mit einer mir völlig Unbekannten, um mit ihr zur Schule zugehen. "Prima Cindy, mach weiter so und du kannst gleich dem Japan-Fanclub beitreten", murmelte ich brummelnd und trabte zurück nach Hause. Es war zwar noch zu früh zum Essen, aber für einen Spaziergang hatte ich keine Lust mehr.
 

"Huch?! Du bist schon zurück?", fragte meine Mutter erstaunt. "Ja, ich hatte keine Lust mehr durch die Gegend zu laufen. Lerne sie noch lange genug kennen," murmelte ich als Antwort. "Wenn du meinst. Hast du dir eigentlich schon überlegt, wie du morgen zur Schule kommst. Soll Paps dich fahren...," begann sie und sah mich abwartend an. "Das ist nicht nötig. Habe eben eine Japanerin kennen gelernt. Die anscheinend auch diese Schule besucht. Wir gehen morgen früh gemeinsam hin," erklärte ich kurz. Überrascht sah mich meine Mutter an. "Was sagt man dazu. Unser Trotzkopf, der alles schrecklich finden will. Schließt als erste neue Bekanntschaften. Na wenn das kein gutes Zeichen ist," grinste sie und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Ich rollte mit den Augen und ging in mein Zimmer. Als wenn ich das geplant hätte.
 

Der nächste Morgen begann vom Wetter so schön wie der vorherige zu werden. Nur meine Laune war wesentlich schlechter. Erst einmal saß diese blöde dunkelrote Uniform wie eine Bockwurst, lag natürlich daran das ich ne Shorts unter dem Rock trug, aber so fühlte ich mich wohler. Zum anderen weil ich frühes aufstehen außerhalb der Wochenenden und Ferien hasste.

Dann kam noch der Hammer, als ich nach unten ging und ins Esszimmer kam. Lachten sich meine Schwestern halb schlapp. "Hey Cindy! Super, wusste gar nicht das deine Uniform so eng sitzen soll," kicherte Karen und hielt sich die Hand vor den Mund. Auch Steffi grinste fett. Ich machte ein böses Gesicht. "Was gibt's da zu lachen. Sie sitzt normalerweise auch lockrer. Aber ich habe eine Shorts drunter. Man weiß ja nie," erwiderte ich beleidigt. Nun wurde Karen ernst. "Okay Kleine. Aber du darfst nicht vergessen, das wir hier in Japan sind. Hier schaut dir sicherlich keiner unter den Rock. Außerdem tragen noch haufenweise anderer Mädchen einen."

"Mag ja sein. Aber kannst du mir das versichern?"

"Das kann keiner, Cindy. Doch dein Verhalten ist wirklich kindisch," bemerkte Steffi ungerührt und nippte an ihrem Kaffee. Ich setzte mich zu ihnen und dachte nur eines: Was ist es doch schön. Eine solch verständnisvolle Familie zu haben!
 

Kurz nach viertel nach sieben Uhr, verließ ich das Haus und ging zu unserem Treffpunkt. Yukiko stand bereits dort und wartete. Als sie mich entdeckt hatte, winkte sie wild und grinste. "Guten Morgen! Na bereit in den Kampf zu ziehen?"

"Guten Morgen. Ist man denn je dazu bereit?", fragte ich zurück und zog meinen Blazer zurecht. "Glaub nicht," gab sie zu. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg. "Also erzähl mal. Wie ist es bei euch auf der Schule?", fragte ich pflichtbewusst. Yukiko zuckte die Schultern. "Wie sollte es schon sein. Laut, Chaotisch, blöde Lehrer, nervige Jungs, zickige Diven. Eigentlich alles vertreten. Du hast das große Glück, mit einer Normalen zu reden," lachte sie und ihre Augen glitzerten vergnügt. Da konnte ich mir ein Grinsen auch nicht unterdrücken. Das Mädchen war echt auf zack.
 

Circa zehn Minuten später erreichten wir ein großes Gelände auf dem ein riesiges Gebäude stand. In den Eingang drückten sich etliche Schüler und alle trugen, die selbe dunkelrote Uniform. "Also da wären wir. Willkommen in der Jodâi-High. Bei Fragen wenden sie sich an die Schülersprecherin. Die zufälligerweise ich bin," grinste sie wieder und zog mich mit aufs Schulgelände...

Beginn eines Abenteuers

Problemfall 3
 

3. Kapitel
 

Beginn eines Abenteuers
 

Ich hatte gar keine Möglichkeit einen klaren Gedanken zufassen, so schnell wurde ich in die Schule gezerrt. Die anderen Schüler guckten nur komisch. Beachteten uns aber auch nicht weiter.

"So das hier ist das Büro. Erst die Arbeit dann das vergnügen," lachte Yukiko und klopfte an. Dann öffnete sie und wir gingen hinein. "Ah Fräulein Hazawa. Was kann ich für sie tun?", fragte der Mann hinterm Schreibtisch. Er war schon etwas älter und auf einem Schild vor ihm stand Direktor Miyagi. "Guten Morgen, Herr Direktor. Ich bringe ihnen die neue Schülerin," lächelte Yukiko freundlich und schob mich vor sich. Ich machte eine knappe Verbeugung und sagte: "Guten Morgen. Ich bin Cindy Thompsen." Der Mann nickte und deutete uns beiden Platz zu nehmen. "Einen Augenblick. Ich suche kurz nach deinem Ordner. Dann kann ich dir deinen Stundenplan reichen und deine Klasse nennen", erklärte der Direktor und stand auf um zu einem langen Spind zu gehen. "Macht so was normalerweise nicht die Sekretärin?", flüsterte ich Yukiko zu. Diese nickte. "Ja, aber wie du siehst ist ihr Schreibtisch leer. Da sie krank geworden ist."

"Ach so..."

"So da hätten wir ihn. Du bist in der Klasse von Fräulein Hazawa. Hier dein Stundenplan und jetzt entschuldigt. Ich habe noch viel zu tun", schickte Mr. Miyagi uns hinaus. Was wir nur zu gerne taten. Wer sitzt schon gerne beim Direktor rum?
 

Im Flur der übrigens leichtgelb gestrichen war, sahen wir uns an. "Das ist ja super das du in meiner Klasse bist. Dann können wir ja immer zusammen zur Schule gehen!", freute sich Yukiko und wir begaben uns zur Klasse. Ich sah leicht zur Seite. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Freute ich mich auch so sehr darüber?
 

Kurz darauf erreichten wir meine neue und ihre alte Klasse. Die anderen schienen sie sehr zu mögen, denn sie kamen sofort alle auf sie zu. Egal ob Junge oder Mädchen. Nachdem ich allen vorgestellt worden war, folgte das übliche Frage-Antwort-Spiel. Woher kommst du? Wie war deine vorige Schule? Warum bist du hierher gezogen? Was hast du für Hobbys? Bei den Hobbys, zählten sie gleich ihre eigenen mit auf. Man konnte sagen, das alle auf diese Mangas und Animes standen. Nur da stand jetzt ich völlig auf dem Schlauch. Ich hatte keine Ahnung was das war. Und so peinlich es war. Ich würde wohl fragen müssen. "Moment mal, was ist das überhaupt? Mangas, Animes? Habe noch nie davon gehört," wandte ich hastig ein. Sofort sahen mich alle ungläubig an. Fast so als käme ich von einem anderen Stern. "Du kennst keine Mangas?! Mädel dein Vater arbeitet im größten Manga Buchverlag Japans und du hast keine Ahnung davon? Du scherzt?", entfuhr es Takuto einem hochgewachsenen Jungen. Ich schüttelte den Kopf. "Mondieú, eine Welt bricht zusammen," stöhnte er theatralisch. Yukiko knuffte ihn in die Seite. "Also Mangas sind japanische Schwarz-Weiß Comics und heiß begehrt bei den Lesern. Animes sind das was ihr im Westen Cartoons nennt. Wobei manche Animes ihren Ursprung in einem Manga haben", erzählte Kazumi ein leicht pummliges Mädchen mit Halblangen glatten Haaren. "Genau. Die musst du unbedingt auch mal lesen. Am besten fängst du mit Kamikaze Kaito Jeanne an. Der Manga ist der Hammer!", meinte Yukiko fix. Kazumi nickte zustimmend. "Da hat Kiko-chan vollkommen Recht."

Ich lächelte gezwungen. "Ja, das werde ich mal machen," entgegnete ich kurz. Ich wusste schon jetzt das ich es nicht tun würde. Ja, das ich diese Comics regelrecht hassen würde. Denn schließlich waren sie der Grund, warum wir hierher gezogen waren. Und da sollte ich sie auch noch lesen? Nie im Leben!
 

Als es zur Mittagspause klingelte, erklärte Yukiko das sie zu einer Schülersprecher Versammlung sollte. Ich musste die Pause also allein verbringen. Sollen war wahrscheinlich nicht das richtige Wort. Die anderen wollten mich dabei haben. Aber ich wollte mich lieber etwas zurückziehen. Irgendwie hatte ich ein schlechtes Gefühl im Bauch. Denn egal wie viel Mühe ich mir gab. Ich konnte die anderen sehr gut leiden. Sie hatten mich alle so lieb aufgenommen. Das ich schon ein schlechtes Gewissen bekam, da ich mir vorgenommen hatte sie zu hassen.

Nachdenklich setzte ich mich auf eine Bank und schaute neben mich. Da lag ein Buch. Neugierig griff ich danach und blätterte es durch. Es war ein Manga! Nun doch unfreiwillig interessiert, las ich den Titel. Kamikaze Kaito Jeanne Vol. 6. Ich lachte laut auf. So ein Zufall aber auch. Ausgerechnet der, der mir so brennend empfohlen wurde. Also gut, wenn es sich schon einmal anbot, würde ich ihn auch lesen. Schaden könnte es ja nicht.

Im Gegenteil als es einige Zeit später zum Pausen Ende klingelte schrak ich richtig zusammen. So sehr war ich ins lesen vertieft gewesen. Der Manga war aber auch zu spannend und ich hatte sogar schon meine Lieblingsperson heraus gefiltert. Es war ein Dämonenritter, der vor 500 Jahren in Jeanne d`Arc verliebt war und sich vor Wut auf Gott, weil er sie hatte sterben lassen. Dem bösen König verschrieb. Sein Name war Noyn Claude.

Hastig steckte ich den Manga ein und lief zurück zur Klasse. Sobald die Schule aus war, würde ich meine Mutter um Geld fragen damit ich mir die anderen Bände holen könnte. Ich weiß, damit war das Manga hassen, wohl auch schon wieder Schnee von gestern.
 

Nach dem Unterricht hatte ich es verdammt eilig heim zukommen. Yukiko hatte ich von meinem Plan bereits erzählt und sie hatte zugesagt. Mich zu einem Buchladen ihres Vertrauens mitzunehmen. Nun musste ich also nur noch meine Mutter von der Idee überzeugen. Aber da ging ich mal von aus, das dies weniger schwierig werden sollte. Denn sie war doch froh, wenn ich an irgendetwas in dieser Stadt Interesse bekam.

So war es dann auch. Mit etlichen Yen in der Tasche gingen Yukiko, Kazumi und ich zum Buchhandel Dream-Bookstore.

Hier gab es wirklich eine Menge an Auswahl und mein Interesse an diesen Büchern stieg an. Aber erst mal würde ich nur diese Kamikaze Manga lesen. Einige Zeit später stand ich etliche tausend Yen ärmer, aber glücklich und mit einer vollen Tüte Mangas vorm Laden und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Nun war die nächste Zeit gerettet. Ich schwebte so auf Wolken das ich gar nicht mitbekam wie meine neuen Freundinnen nach mir schrien. So vertieft war ich in mein Glücksgefühl. Das ich nur noch einen gelben Wagen auf mich zu rasen sah und ein lautes Quietschen vernahm. Dann spürte ich einen Ruck und alles um mich herum wurde tief Schwarz.
 

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"Hey ist sie verletzt?... Ruf doch mal jemand einen Notarzt!... Hey du sag was?"

Lauter Stimmen drangen auf mich ein. Ich versuchte meine Augen zu öffnen. Doch das Licht, das in sie eindrang stachen so heftig. Das ich sie zu presste. "Ich glaube sie kommt zu sich," sagte die Stimme die als letzter was gesagt hatte. Sie klang männlich und jagte mir einen Schauer über den Rücken. Diese Stimme sollte auch der Mann meiner Träume haben.

"Wie geht's dir?", wurde ich wieder gefragt. Zaghaft öffnete ich meine Augen und sah die Person die über mir gebeugt war an. An irgendwen erinnerte sie mich. Nur an wen? Mein Kopf dröhnte. Mit einem leichten stöhnen setzte ich mich auf. "Wo...wo bin ich?", fragte ich heiser. "Du bist im Stadtpark am Brunnen. Du bist auf einmal einfach umgekippt," sagte die Person, die ich nun eindeutig als Mann erkannte.

Ein paar rotbrauner Augen starrten mich besorgt an. Verwirrt wollte ich aufstehen, doch hielt er mich davon ab. "Bleib besser liegen. Der Notarzt sollte gleich hier sein", meinte er und legte einen Arm um mich. Ich schüttelte den Kopf. "Nein danke. Nicht nötig mir geht es gut. Mir ist nur leicht schwindelig", widersprach ich ruhig und stand vorsichtig auf. "Wie komme ich überhaupt in einen Park. Ich war doch bis eben...", begann ich zaghaft. "Ja wo war ich eigentlich bis eben. Ich bin mir sicher nicht im Stadtpark." Nachdenklich sah ich mich um. Die Büsche und Wiesen, wie auch der Brunnen waren mir Fremd und doch gleichzeitig vertraut. Aber woher?

Aufstöhnend hielt ich meinen dröhnenden Kopf. Die Schmerzen waren furchtbar. "Uhh...wo bin ich bloß gewesen", würgte ich gezwungen hervor und versuchte verzweifelt nachzudenken. Aber umso mehr ich nachdachte, umso schlimmer wurde das stechen im Kopf. Mir wurde regelrecht übel und kalter Schweiß trat mir auf die Stirn. Plötzlich begann sich alles um mich zu drehen und mit einem gequälten laut sackte ich in mich zusammen.
 

"Na kommst du auch wieder zu dir?", fragte mich jemand und nahm einen Lappen von meiner Stirn. Langsam sah ich zu ihm. Es war dieselbe Person, die mich auch im Park gehalten hatte. Ich wollte mich aufrichten, fiel aber wieder zurück ins Kissen. "Oh man, was ist nur los mit mir?", fragte ich unsicher. "Das kann ich dir beantworten. Du hast eine leichte Gehirnerschütterung. Die hast du dir wohl beim Sturz vorhin zugezogen. Das zumindest meinte der Arzt", meinte der Fremde und strich sich den roten Pony zurück. Ich konnte mich wieder nicht wehren, bei dem Gedanken ihn irgendwo herzukennen. "Eine Gehirnerschütterung?" Quälend langsam sickerte die Bedeutung dieser Diagnose in mein Hirn. "Im Klartext ich soll mich die nächsten Tage ruhig verhalten", bemerkte ich so trocken wie möglich. "Stimmt und da du dabei wohl hier bleiben wirst, denn so lass ich dich nicht weg. Sollten wir uns mal einander vorstellen. Mein Name ist Hijiri Shikaido und du bist?", meinte er gelassen und sah mich an. "Ich bin Cindy Thompsen..."Moment plötzlich durch fuhr mich ein Blitz. Hijiri Shikaido? Das war doch...oder?! Zögernd sah ich zu ihm auf. Ja eindeutig. Er war es. Aber vielleicht sollte ich besser seinen richtigen Namen sagen, Noyn Claude.

Okay, soweit waren wir also schon mal. Doch nun kamen ein Haufen neuer Fragen in mir auf. Erstens: Wie kam eine Mangafigur nach Tokio? Zweitens: Warum lag ich in einem Bett? Drittens: Wie kam ich vorhin in einen Stadtpark? Und viertens: Wo zum Teufel waren meine Freundinnen?

Da nun diese Frage, genannt wurden wartete ich ungeduldig in meinem Gehirn nach Antworten. Doch da kam keine einzige. Im Gegenteil, die Zellen da drinnen fuhren Achterbahn. Also war von der Seite wohl keine Hilfe zu erwarten. Dann müsste ich wohl diesen Herrn da fragen.

"Also gut, was ich habe ist geklärt. Aber nicht warum ich in deinem Bett liege. Ich gehe doch mal davon aus, dass es dein Bett ist", begann ich so gefasst wie möglich. Hijiri nickte leicht. "Ich habe dich mit in meine Wohnung genommen. Da ich zum einen, deine Adresse nicht kenne. Und außerdem der Arzt, so schnell wie möglich Ruhe verordnet hat", erklärte er geduldig. "Okay, aber warum. Meine Adresse nicht kennen? Die hätten dir doch meine beiden Freundinnen sagen können", wandte ich verwundert ein. Nun sah auch er mich überrascht an. "Deine Freundinnen? Tut mir ja leid. Aber du warst ganz allein durch den Park gegangen. Keiner hat deine Freundinnen dort gesehen", entgegnete er. Jetzt schaute ich überrascht aus der Wäsche. Wie konnte das sein? Ich war mir Todsicher das Kazumi und Yukiko bei mir waren. Sie hatten mir doch sogar noch was zugerufen. Aber was?

Plötzlich schoss mir ein völlig absurder Gedanke in den Kopf. Was auch erklären könnte, warum vor mir eine Fantasie Gestalt stand. War es möglich das nicht er in meine Welt, sondern ich in seine Transportiert worden war? Aber wenn ja, warum?

Ich schüttelte über mich selber den Kopf. Was für ein absurder Gedanke. Mit Sicherheit, war das hier nur ein Traum und ich würde in jeden Augenblick aufwachen und mich aufregen, dass wir nach Tokio gezogen waren.
 

"Das ist doch total verrückt", platzte es aus mir hervor. "Ich kann unmöglich wirklich hier sein. Bestimmt wach ich gleich auf. Also entschuldige bitte, Gute Nacht."

Mit den Worten zog ich die Decke über mich und schloss die Augen. Ja hundertprozentig, würde ich gleich zu Hause aufwachen. Alles andere entsprang doch nur meiner strapazierten Fantasie.
 

Einige Stunden später wachte ich wieder auf. Sofort fielen mir die Ereignisse von eben wieder ein. Mit dem Gesicht unter der Decke drehte ich mich auf den Rücken uns seufzte herzerweichend. Was für ein Traum.

Hastig wollte ich mich aufsetzen, da spürte ich ein rasendes stechen im Kopf. Aus Reflex griff ich mir mit der Hand an der Stirn und zuckte sogleich zurück. Ein Verband lag darum. Nun sah ich mich auch im Zimmer um. Es war mit Sicherheit nicht meins. Ich hatte keine hellblauen Wände und einen Beigen Teppich. Und schon gar keine schwarzen Möbel. Wie in Trance stand ich zaghaft auf und ging zum Fenster, rechts vom Bett. Als ich nach draußen sah, regnete es in Strömen. Aber auch die Stadt kam mir vollkommen Fremd vor.

Langsam ging ich zurück zum Bett und zum ersten mal, achtete ich auf meine Kleidung. Zu meinen Schock, war ich nur mit einem übergroßen T-Shirt bekleidet. Das gerade mal gerade so über die Oberschenkel reichte.
 

Eigentlich wollte ich mich gleich wieder hinlegen, um zu Hause wieder aufzuwachen. Aber nach einem heftigen Kniff in den Unterarm war wohl klar. Dies war kein Traum, sondern schmerzhafte Realität. Nur war die Frage, wo zum Teufel war ich?
 

So kam es das ich leise aus dem Zimmer schlüpfte und in einen mittelgroßen Flur gelangte. Von dem fünf Türen abgingen. Meine und die Haustür ausgeschlossen. Leise ging ich ins erste links neben mir. Die führte in ein recht geräumiges weißes Bad. Sorgsam schloss ich die Tür. Dabei bedacht, ja kein Geräusch zu verursachen. Dann ging ich nach gegenüber. Dies war ein weiteres Schlafzimmer, wobei hier auch ein PC stand. Das daneben liegende Zimmer war die Küche. In Buche eingerichtet. Also blieb nur noch das Wohnzimmer. Vorsichtig ging ich darauf zu. Die Tür war nur angelehnt. Geräuschlos drückte ich sie auf und trat ein. Über den Fernsehbildschirm flimmerte eine Talkshow. Als ich um die Ecke sah, erblickte mich Noyn sofort und erhob sich von der schwarzen Eckcouch. Am liebsten wäre ich sofort weggerannt. Das durfte nicht wahr sein. Ich hatte mir diese Mangafigur wirklich nicht eingebildet.

Entgeistert starrte ich ihn an. "Du solltest besser liegen bleiben", meinte er und legte einen Arm auf meine Schulter. Die ich in einem Reflex abschüttelte. Verwirrt sah er mich an, machte aber keinen weiteren Versuch mich zu berühren. "Nein danke. Mir geht's wieder ganz gut. Aber hättest du bitte die Güte mir zu sagen, wo ich bin? Garantiert nicht in Tokio, das sagt mir mein Instinkt", fuhr ich den hochgewachsenen Mann vor mir an. Total perplex über diesen Anschnauzer, schüttelte er erst mal den Kopf und deutete mir mich auf die Couch zu setzen. Was ich auch tat. Denn mein Kopf begann wieder zu dröhnen.

Noyn setzte sich neben mich und sah mich einen Augenblick nachdenklich an. Dann sagte er: "Stimmt, du bist hier in Momokuri. Aber das müsstest du doch wissen. Außer du bist schlimmer aufgekommen, als vermutet." Fügte er mit leisen Spott in der Stimme hinzu. Ich funkelte ihn empört an. "Sehr witzig. Mir geht es ausgezeichnet und ich bin mir verdammt sicher. Das ich in Tokio war bevor du mich hierher entführt hast. Wer weiß, vielleicht hast sogar du mir die Kopfverletzung zugezogen", schimpfte ich und konnte dem Drang nicht widerstehen seine selbstzufriedene Haltung zu kippen. Doch leider hatten meine Bemerkungen nicht die gewünschte Wirkung. Im Gegenteil, er fing an zu lachen. "Du bist gut. Glaubst du allen ernstes ich würde dich dann in meine eigene Wohnung mitnehmen und den Ärzten, meine Daten hinterlassen. Also wirklich...", entgegnete er lässig. Verärgert presste ich die Lippen zusammen. Ehe ich zischte: "Wer will denn garantieren das deine Daten korrekt sind?"

Mit einem Sprung stand er vor mir und stützte sich mit seinen Händen links und rechts von mir auf der Lehne ab. So saß ich nun dazwischen gefangen vor ihm und spürte förmlich, wie es in ihm brodelte. Das verursachte mir nun doch ein mulmiges Gefühl. Wie konnte ich mich auch nur dazu hinreißen lassen, einen Halbdämonen zu reizen?

Nervös sah ich in seine Augen, die beängstigend funkelten. "Du kannst froh sein. Das ich dich überhaupt mitgenommen habe. Die Krankenhäuser sind momentan, durch die steten Unwetter völlig überlastet. Und ich möchte nicht wissen, wo du sonst gelandet wärst...", bemerkte er hart und kam mir dabei immer näher. Womit mein mulmiges Gefühl stetig wuchs. Hastig drehte ich mein Gesicht zur Seite.

Plötzlich griff unter mein Kinn und hielt es so das ich ihn ansehen musste. Zu meinen Schreck berührten sich unsere Nasen beinahe und sein Atem streifte meine Wangen.

"Na...na gut. Ich bin dir ja dankbar, dass du mich nicht irgendwem überlassen hast. Aber jetzt lass mich los. Du bist mir eindeutig zu nah", sprach ich meine Gedanken frei heraus. Er schloss kurz die Augen. Dann seufzte er und ließ mich tatsächlich los. "Du bist echt frech", stellte Noyn mit einem schmunzelnden Blick auf mich fest. Ich schüttelte den Kopf. "Eigentlich nicht. Nur wenn es zu meinem Schutz ist", erwiderte ich kühl. "Ach... Glaubst du dich bei mir etwa in Gefahr? ...Interessant, interessant. Aber keine Sorge, ich bin an jemand anderen interessiert", erklärte er leichthin und schaltete den Fernseher ab. "Ich weiß. Ihr Name ist Marron, oder?", fragte ich eher an mich gewandt. Ruckartig drehte er sein Gesicht zu mir. "Wie war das?" Überrascht sah ich ihn an. Hatte ich doch lauter als beabsichtigt gesprochen? "Ach nichts. Hab nur Laut gedacht", winkte ich eilig ab und stand auf. Zweifelnd sah er zu mir hoch. "Also...am besten ich leg mich wieder hin. Bis dann", verabschiedete ich mich rasch und lief ins Schlafzimmer zurück.
 

Dort kroch ich unter die Decke und starrte wie in Trance zum Fenster hinaus. Das Noyn so schnell auf den Namen Marron reagiert hatte. War wohl der letzte Beweis den ich brauchte, um mir sicher zu sein. Das ich in einem Manga steckte. Doch wie sollte ich nach Hause zurück kommen? Ich wollte und musste zurück. Meine Eltern, meine Schwestern waren schon sicher auf der Suche nach mir. Ich legte eine Hand auf meine Augen und seufzte. Ich hatte keine Ahnung wie es jetzt weiter gehen sollte...
 

Fortsetzung folgt...

Die ersten Stunden...

Problemfall: Liebe!
 

Ohne viele Worte, nur soviel, vielen Dank für eure letzten Kommis ^^
 

Die ersten Stunden...
 

4. Kapitel
 

Als ich wieder wach wurde. War es bereits dunkel und nur das schwache Licht des Halbmondes beleuchtete das Zimmer. Vorsichtig setzte ich mich auf. Anscheinend musste ich mich damit abfinden erstmal hier zu sein. Denn allzu viel nachdenken wollte ich auch nicht. Da mein Kopf stets anfing zu schmerzen.

Ich drehte mich zum Nachttisch und schaltete die kleine Lampe an. Sogleich wurde das Zimmer halbwegs von der kleinen Glühbirne erleuchtet. Doch stach mir das Licht in die Augen und ich presste sie kurz zusammen.
 

Danach stand ich auf. Es brachte nichts, nur im Bett zu liegen und zu grübeln. Ich konnte nur hinter der Schlafzimmertür. Ich sah auch prima aus. Zersauste Haare, verschlafenes Gesicht und ein viel zu kurzes T-Shirt. Genau, erstmal würde ich nach meinen Kleidern fragen. Man konnte ja wohl kaum erwarten, dass ich in diesem Aufzug rum lief.
 

Gesagt getan. Schnell verließ ich das Schlafzimmer und begab mich ins Wohnzimmer. Doch da war es Stockdunkel drinnen. Na gut, vielleicht war es schon zu Bett. Ich wusste ja nicht mal, wie spät wir es hatten. Aber konnte ich so einfach in sein Zimmer eindringen? Nachdenklich sah ich zur anderen Schlafzimmertür.

Wer wusste was mich dahinter erwartete. Mir liefen da so einige Ideen durch den Kopf. Wobei ich bei manchen rot anlief. Heftig schüttelte ich den Kopf. Denk nicht mal daran, Cindy. Schalt ich mich selber.
 

Also beschloss ich bis zum nächsten Morgen zu warten und wollte leise in mein Zimmer zurück. Doch plötzlich fiel mir auf, dass die Tür zu seinem Schlafgemach leicht angelehnt war. Neugierig trat ich näher ran. Dann vernahm ich ein leises schnelles, aber gleichmäßiges Tippen. Und ein schwacher Leuchtschimmer fiel durchs Zimmer. Demnach saß er also am Computer.

Sollte ich doch noch hinein? Grübelnd spähte ich von seiner zu meiner Tür und wieder zurück.

Schließlich entschloss ich mich dazu und klopfte leicht an die Tür zu Noyns Zimmer. "Ja?", erklang seine überraschte Stimme und ich trat, nach einem tiefen Atemzug, ein.

"Cindy! Was ist denn, ich hatte erwartet das du die Nacht durch schläfst", sagte er und betrachtete mich aufmerksam. Ich tat es ihm gleich und bemerkte, dass er sein Hemd nur lässig übergeworfen hatte. Womit ich einen fabelhaften Blick, auf seinen nackten Oberkörper hatte. Der übrigens nicht übel war. Doch dies wurde mir erst viel später bewusst. Jetzt es mich wortwörtlich kalt.

"Nun anscheinend nicht," murmelte ich und sah ihm nun direkt in die Augen. "Und womit kann ich dir helfen? Hast du Hunger?", fragend blickte er kurz zum Monitor und schaltete ihn aus. Danach stand er auf und kam auf mich zu. Überrascht wich ich unmerklich zurück. "Ähm, ja ein bisschen", murmelte ich wieder und sah zur Seite. Warum war ich denn jetzt verlegen? Er hatte mir doch eine einfache Frage gestellt, brach es durch meine Gedanken und ich hätte mich selber schlagen können.

"Dann komm mit. Mal sehen, was ich so da habe", meinte Hijiri und ging Richtung Küche.
 

Als wir diese betraten und das Licht, von der Decke, den Raum erhellte, fiel mir auch mein eigentlicher Grund wieder ein. "Was ich noch fragen wollte. Darf ich meine Sachen wieder haben? Das T-Shirt ist mir doch etwas zu freizügig", fragte ich und versuchte es ein wenig mehr nach unten zu zerren. Belustigt sah er mich an. "Ich finde es steht dir ausgezeichnet", erwiderte er frech. Ich warf ihm einen vernichtenden Blick zu. "Nur hat die keiner gefragt. Also dürfte ich meine Kleider wieder haben?", konterte ich patzig und trommelte ungeduldig, mit den Fingern auf der Arbeitsplatte. Hijiri ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, er holte erst mal ein paar Dinge aus dem Kühlschrank und besorgte sich dann ein Messer und eine Pfanne. Ich gab ein ungutes Schnauben von mir, was ihm endlich zu einer Antwort bequemen ließ. "Nein. Das geht noch nicht. Die liegen in der Wäsche. Aber in deinem Zimmer, im Schrank sind einige Damenkleider. Da müsste dir was von passen", bemerkte er und schnippelte gekonnt Gemüse klein.

Überrascht betrachtete ich sein Seitenprofil. Warum besaß er Frauenkleidung? Dann zuckte ich mit den Schultern. Ich würde ihn gleich drauf ansprechen. Jetzt wollte ich erst einmal andere Sachen anziehen.
 

Was ich dann im Schrank fand, ließ mir die Kinnlade runterfallen. Das Innere quoll mir nur so entgegen. Entweder er hatte doch eine Freundin oder er stand auf so was. Wobei mir letzteres eher einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Ein grausamer Gedanke, wenn die Damenwelt einen solchen Kerl verlieren würde.

Schließlich entschied ich mich bei der ganzen Auswahl für eine schwarze Stoffhose und ein enganliegendes schwarzes T-Shirt, das mit zwei schmalen roten Streifen an der Schulter aufgepeppt wurde.

Mit einem letzten Blick in den Spiegel, ging ich zurück in die Küche, wo das Essen bereits in der Pfanne brutzelte. Mit einem anerkennenden Blick sah er mich an. "Das steht dir gut", sagte er wie beiläufig und sah zur Pfanne. Ich bedankte mich kurz, kam dann aber dich mit einer eher scheinheilig gemeinten Frage hervor: "Hat deine Freundin nichts dagegen, wenn du mir ihre Kleider gibst?"

Seine Haltung verkrampfte sich augenblicklich. Mit spröder, fast gleichgültiger Stimme antwortete Hijiri: "Meine Verlobte ist Tod. Sie wird nie wieder zurückkommen. Selbst wenn, hätte sie sicherlich nichts dagegen."

Entsetzt sog ich die Luft ein. Das hatte ich nicht gewollt. "Das tut mir leid", hauchte ich betroffen und glitt hinter den Tisch, auf einen Stuhl. "Schon gut. Das ist jetzt sowieso bald 15 Jahre her. Aber vergessen kann ich sie nicht", erwiderte er beherrscht und stellte einen Teller, mit warmen lecker duftenden Essen drauf. Aber irgendwie war mir der Hunger vergangen. Ich schob ihn etwas von mir. "Das verlangt sicher niemand. Ich glaube, einen Menschen den ich liebe und der dann stirbt, könnte ich auch nie vergessen", sagte ich ruhig. Hijiri lehnte sich mit vor der Brust verschränkten Armen, an die Arbeitsplatte. "Wie sollte man auch...Na ja, wie geht es dir jetzt eigentlich? Was macht der Kopf?", wechselte er das Thema. Ich betastete diesen kurz und wippte etwas hin und her. "Geht eigentlich. Zwar ist mir noch leicht schwindelig. Aber sonst geht's mir blendend", grinste ich schräg.

"Also, offensichtlich ebenso ein Steh-auf-Männchen! Und woher kommst du nun?"

"Gute Frage, nächste Frage. Ich bin erst vor kurzem mit meiner Familie von München nach Tokio gezogen. Aber wie ich nun hier landen konnte ist mir ein Rätsel."

Überrascht sah er mich an. "Du kommst aus München? Das liegt doch in Deutschland! Warst du schon mal in Flensburg?"

Ich schüttelte den Kopf. "Da war ich noch nie. Aber ich weiß, dass dort die Autofahrer ihre Punkte sammeln", entgegnete ich leichthin.

"Aha...Sabrina kam damals von dort...", meinte er leise, drehte sich dann aber weg und holte sich einen Becher aus dem Schrank. Ich war ein wenig verwirrt. Dieses Mädchen kam mir doch etwas seltsam vor. Soweit ich mich auch erinnerte kam sie kein Stück in dem Manga vor. Und warum 15 Jahre her. Welches Jahr hatten wir denn hier. Zu Hause war heute, wäre heute der 14. August 2005. Nachdenklich griff ich nach dem gefüllten Teller und begann etwas zu essen. Irgendwie war das alles doch äußerst merkwürdig.
 

Einige Zeit später verabschiedete sich Hijiri und ging zu Bett. Ich war noch zu aufgeregt und stöberte ein wenig herum. Alles war sehr gemütlich eingerichtet. Helle Möbel, aber auch dunkle Dekorationen, waren perfekt aufeinander abgestimmt. Zumindest würde ich mich hier wohl fühlen. Im Wohnzimmer lümmelte ich mich auf die Couch und griff nach einem Heft vom Zeitschriftenstapel. Als ich sie aufschlug, erkannte ich darin eine Fernsehzeitschrift. Neugierig sah ich auf das Jahr und bekam beinah einen Herzschlag. Da stand in dicken Zahlen: 16/2015!!! Plötzlich wurde mir ganz komisch.

Ich lehnte mich zurück und versuchte ganz ruhig zu atmen. Das konnte doch nur ein Druckfehler sein!

"Okay, Cindy...Take it Easy... Du musst nicht gleich abdrehen. Es war ein langer Tag, bestimmt haben die sich nur verdruckt und du bist noch nicht wieder ganz auf dem Dampfer. Deswegen interpretierst du auch zuviel hinein", beruhigte ich mich selber, na ja, versuchte ich zumindest.

Schließlich beschloss ich auch wieder zu Bett zu gehen.
 

Am nächsten Morgen, fühlte ich mich bereits um einiges Besser. Gut gelaunt stieg ich aus dem Bett und wühlte im Schrank nach passenden Klamotten für den Tag. An einigen hingen sogar noch die Preisschilder, wie ich verblüfft feststellte. Mit einem blauen Rock und buntgeblümten T-Shirt auf dem Arm, schlich ich ins Bad. Dieses war weißgefliest nur der Boden hatte Schwarz-grau gemusterte Fliesen. Rasch schlüpfte ich aus dem Nachtshirt und stieg in die Dusche. Welch ein Genuss nach den ganzen Schocks. Fröhlich summte ich vor mich hin. Auch wenn ich bei DSDS von Onkel Dieter nur ein mitleidiges Lächeln und eine fiese Bemerkung dafür bekommen hätte.
 

Nachdem ich aus der Dusche kam, ich war mich gerade am abtrocknen, öffnete sich die Badezimmertür und mit einem lauten Aufschrei drückte ich das Handtuch fest an mich. Hijiri, nein, Noyn blickte mich überrumpelt an. Verlegen presste ich die Lippen zusammen. Doch als er noch immer keine Anstalten machte zu verschwinden, keifte ich: "Sag mal willst du hier wurzeln schlagen? Ich will mich zu ende abtrocknen. Und hör auf mich so anzustarren, du Spanner!" Das saß, perplex schüttelte er den Kopf und meinte: "Tut mir leid bin schon weg." Ich sah ihm finster nach, wie er die Tür schloss. Dieser...mir fehlten die Worte. Männer waren sich doch eindeutig alle gleich.

Zehn Minuten später, kam ich noch im wütend aus dem Bad direkt in die Küche, wo der Tisch bereits gedeckt war. Er saß am Fenster und las die Zeitung. Als er mich bemerkte legte er sie weg und sagte: "Bitte entschuldige noch mal. Das war keine Absicht. Aber die Situation erinnerte mich an etwas von früher..." Ich sah ihn skeptisch an und setzte mich an meinen Platz. "Klar doch...", murrte ich abfällig. "Nein wirklich. Man kann sagen, dass meine Verlobte und ich so unseren Anfang hatten," bemerkte er leicht grinsend. Erstaunt sah ich ihn an. Wieder diese ominöse Verlobte. Was hatte es nur mit ihr auf sich? Das er damals in Jeanne d´ Arc verliebt war. Schnallte ich ja und das ihn diese Marron es angetan hatte auch. Aber wer war denn das nun???

"Tatsächlich? Tja, die muss wohl auf Männer wie dich stehen. Echt! Stehst da und starrst Bauklötze. Meine Freundin hatte ganz Recht. Euch Männer interessieren nur Lippen, Busen. Beine und eines macht euch dann noch richtig froh. Ein wohlgeformter Po," mit diesen Worten, griff ich in den Brötchenkorb. Seinen entgeisterten Blick ignorierte ich schlichtweg. Ja, manchmal konnte ich richtig austeilen.
 

Fortsetzung folgt...
 

So da mir keine großen Worte zu diesem Kapitel einfallen. Merkte man ja schon am Vorwort. Hoffe ich es hat euch diesmal wieder gefallen und ihr hinterlasst mir ein Kommi ^^
 

Vielen Dank schon mal...
 

Bis dann Urbena

Besuch einer Freundin

Problemfall: Liebe
 

So und hier das nächste Kapitel, viel Spaß ^^
 

Kapitel 5
 

Besuch einer Freundin
 

Nachdem Frühstück räumten wir stillschweigend ab. Seit ich so geplatzt war, hatte niemand mehr was gesagt. Auch wenn es mich anfing zu nerven. Ich war doch viel zu stolz um den Anfang zu machen.

Hijiri stellte das Geschirr zurück in den Schrank, während ich die benutzten Handtücher zum trocknen auf die Heizung legte.

Mit einem seufzen begann er schließlich doch was zu sagen, wurde aber vom schrillen Läuten der Haustür unterbrochen. "Wer sollte das denn jetzt sein?", fragte er verblüfft auf die Uhr schauend. Die zeigte halb zehn Uhr morgens. Ich zuckte mit den Schultern, da fragte er eindeutig die Falsche.
 

Hijiri ging zur Tür um zu öffnen. Kaum hatte er sie ein Stück aufgemacht. Vernahm ich das vergnügte Kreischen eines Mädchens. "Onkel Noyn!", rief sie laut. Erschrocken trat ich aus der Küche und starrte in den Eingangsbereich. Wo nun auch der besagte, sowie die beiden Besucherinnen mich stumm anstarrten. "Cindy", kam es leise von ihm. Doch ich blickte nur still zu Boden, dann gab ich mir einen Ruck und sah ihm direkt in die Augen. "Es ist also wahr. Anfangs wollte es mir nicht wirklich in den Kopf....doch nun...", sagte ich stockend. Nun wich seinen geschockten Blick, leichtes Unbehagen. "Was willst du damit sagen?", kam die Frage. "Ich weiß, dass du kein richtiger Mensch bist. Also nimm diese Maske ab", entfuhr es mir lauter als beabsichtigt.

Noch verblüffter als vorher sahen mich die anderen an. Doch dann nickte er leicht. "Du hast Recht", mit einer geschmeidigen Handbewegung zog er sein Haarband ab und im fielen lange schwarze Haare über die Schulter. "Aber Noyn!", entfuhr es der anderen älteren Besucherin entgeistert. "Schon gut Marron. Es ist wirklich das Beste so", beruhigte er sie sanft. Nun war ich wieder überrascht. Diese junge Frau war Marron? Aber wer war dann die Kleine? Sie kam doch gar nicht im Buch vor, oder doch? Schon wieder so viele Fragen. Aber zum Glück würde ich sie diesmal schneller beantworten können.

Noch einmal tief durchgeatmet und ich ging mit einem Lächeln auf die anderen zu. "Nachdem wir das nun soweit geklärt haben. Sollte ich mich auch mal vorstellen. Mein Name ist Cindy Thomson!", begrüßte ich sie. Überrascht ergriff Marron meine Hand und erwiderte: "Ich bin Marron Nagoya und die Kleine da, ist meine Tochter Natsuki."

Das junge Brünette Mädchen grinste frech. "Hallo, da konnte Onkelchen nicht gerade gut Punkten, was?"

"Natsuki!", entgeistert starrten Marron und Noyn die Kleine an. Die einen auf Unschuldig machte und rasch das Thema wechselte. "Hast du was zu trinken, Onkel!", fragte sie mit großen Augen und ging schon mal vor. Offenbar kannte sie die Antwort auch so.
 

"Natsuki ist frech wie eh und je", stellte der junge Mann trocken fest. Marron seufzte leise. "Ja, meine Eltern und Chiaki`s Vater verwöhnen sie einfach zu sehr", antwortete sie, wenig begeistert. "Also das Typische Großeltern Syndrom", gab ich meinen Senf dazu. Die junge Frau nickte leicht. "So kann man es auch nennen."

Gemeinsam begaben wir uns ins Wohnzimmer. Wo es sich Natsuki bereits vorm Fernseher bequem gemacht hatte und gespannt, der Kindersendung folgte. Marron schüttelte missgestimmt den Kopf. Sagte aber dann doch nichts. Sondern setzte sich nur auf die Couch und wartete bis wir es ihr gleich getan hatten.

"Wie kommt es eigentlich, dass du so früh hier vorbei kommst?", fragte Noyn seine Besucherin nun. "Na ja, Chiaki hatte heute Nachtschicht und dabei eine schwierige Operation. Und wie du dir sicher vorstellen kannst. Muss er jetzt unbedingt schlafen, doch mit Natsuki ist das einfach unmöglich", seufzte Marron geschlagen. "Gar nicht wahr, Mama!", empörte sich ihre Tochter und sah ihre Mutter verstimmt an. "Tatsächlich?", sie sah sie skeptisch an. Woraufhin nichts weiter kam, sondern nur ein umdrehen zum Fernseher.
 

"Doch nun ein andere Thema. Wo hat er dich denn aufgegabelt?", fragte Marron neugierig und sah mich gespannt an. Wie bitte aufgegabelt? Ich wich überrascht zurück. "Ich habe sie nirgendwo aufgegabelt, wie du es so schön ausdrückst, Marron. Ich war zufällig im Park spazieren. Als auch sie dort war und plötzlich umkippte. Dabei schlug sie mit dem Kopf auf und ich habe ich um sie gekümmert. Das heißt, nachdem der Notarzt, ihre Familie benachrichtigen wollte, wir aber keine Hinweise bei ihr finden konnten", erklärte Noyn bestimmt.

"Ach so ist das. Na das scheint bei dir ja in Mode zu kommen", behauptete sie trocken. "Erst Sabrina, jetzt sie...du hast wirklich eine komische Art zu Frauen zu kommen."

Noyn verschluckte sich beinahe an seinem Kaffee, den er in die Stube geholt hatte. "Ich versuche überhaupt nicht an eine Frau zu kommen!", entfuhr es ihm. Marron grinste einfach nur still. Während ich mir doch etwas überflüssig vorkam.
 

Plötzlich erklang eine leise Melodie. "Oh, das wird Chiaki sein", lächelte die Braunhaarige und kramte in ihrer Handtasche. Dann hatte sie ihr Handy gefunden. "Hallo Liebling! Was?...Ja..."

Während sie telefonierte fasste Noyn sich wieder und lehnte sich angespannt zurück. Ich selber wusste nicht was ich sagen sollte. Irgendwie war das alles doch ein wenig zuviel für mich. Schließlich war ich immer noch leicht legiert und dann so was. Ein Halbdämon mit Frauenproblemen, eine ominöse Sabrina, dann noch Marron und ihre Tochter Natsuki. Vorsichtig fasste ich mir an meinen Kopfverband. Was Noyn sogleich veranlasste mich besorgt anzusehen. "Ist alles okay? Oder tut dir dein Kopf wieder weh? Willst dich lieber nicht noch etwas hinlegen und ausruhen?", fragte er rasch. Überrascht sah ich ihn wie kleinblöd an. Doch dann begriff ich und schüttelte den Kopf. "Natürlich tut mir mein Kopf noch leicht weh. Oder was erwartest du nach den letzten Minuten? Aber danke, ich möchte mich nicht hinlegen", erwiderte ich ein wenig zu scharf. Betroffen wich er wieder zurück auf die Couch. "Natürlich, entschuldige...das war unbedacht von mir", murmelte er leise und sah zu Natsuki, die vertieft in den Fernseher starrte. Ich starrte auch, aber nicht auf den Fernseher sondern auf Noyn. Der Mann verblüffte mich schon wieder. Im Manga war er doch ganz anders drauf, oder? Irgendwie hatte ich dabei wieder ein Blackout.

Indem Moment legte Marron auf und blickte uns fragend an. Doch als keiner was sagte, meinte sie: "Das war Chiaki. Er holt uns gleich ab. Sein Vater hat uns zum Lunch eingeladen. Jetzt wo er nicht mehr alleine alles in der Klinik machen muss, lädt er uns ständig ein."
 

Noyn lachte leicht. "Wen wundert es. Er hat seinen Familie halt gerne um sich. Ich kann mich an einen Satz erinnern, den Chiaki mir bei euerer Hochzeit sagte. Nämlich das Dr. Nagoya ihn damit geärgert hatte. Wenn er sich nicht um dich kümmert, dann wolle er dich eben heiraten", erzählte er amüsiert. Marron lief daraufhin knallrot an. "Das ist nicht dein ernst?", stieß sie misstrauisch aus. Doch er nickte. Nun musste ich kichern. Der Gedanke war einfach zu lustig. Diesen Arzt würde ich nur zu gern kennen lernen.

Die nächsten Minuten vergingen mit einem kleinen Frage und Antwort Spiel. Wo ich denn herkäme? Was ich hier mache? Wie alt ich sei? So ein Kram halt. Auf die meisten hatte ich keine richtige Antwort. Denn was hätte ich auch sagen sollen. Hey, ich komme aus Tokio, gehe dort zu Schule und habe mir eure Geschichte gekauft und plötzlich bin ich hier aufgewacht!

Dämlicher ginge das doch wirklich nicht. Außerdem wer sollte mir das abnehmen. Auf das meiste kannte ich ja nicht mal eine Erklärung und mit Sicherheit wussten sie hier noch nicht mal, dass sie nur eine Geschichte sind. Erfunden von einer Person.
 

Schließlich klingelte es wieder an der Tür und die Natsuki raste zur Tür. "Papa ist da!", rief sie glücklich und hopste vor der Tür auf und ab.

Dann stand er vor der Tür. Chiaki Nagoya. Neugierig beäugte ich ihn. Er hatte sich kein Stück verändert. Selbst wenn zwischen dem Manga und dem heute 15 Jahre lagen. Nachdem er seine Familie und Noyn begrüßt hatte. Blickte er mich verwundert an. "Oh, ein neues Gesicht", bemerkte er. "Ja das ist Cindy und Onkel Noyn hat sie im Park aufgegabelt", meinte Natsuki vorlaut und grinste, als sie die Erwachsenen ermahnten. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Langsam klang das so, als wäre ich Obdachlos gewesen.

Noyn und Marron berichtigten Natsuki's Vorlaute Bemerkung. "Ach so ist das. Und wieder alles in Ordnung. Wenn du magst komm morgen zu uns in die Klinik, dann überprüfe ich deinen Kopf noch mal", bot Chiaki mir an. "Danke, das werde ich gerne machen", stimmte ich zögernd zu. "Also abgemacht. Frag einfach nach einem Dr. Nagoya. Dann wird mein Vater oder ich schon zugegen sein", lächelte er, eher er fortfuhr. "So, dann wollen wir mal. Wir werden erwartet. Tschüß!"

Nachdem die drei weg waren. Ließ ich mich in den Sessel plumpsen. "Ist wirklich alles in Ordnung. Du siehst nicht sehr gut aus", fragte Noyn vorsichtig. "Vielen Dank, soviel Feingefühl ist unglaublich", seufzte ich und stütze meinen Kopf mit der Hand ab. Er grinste schief. "Na ja, denkst du nicht. Das du mir was zu erzählen hast?", bemerkte ich abwartend. Auf seinen fragenden Blick fuhr ich leicht ungeduldig fort. "Na über dich. Schließlich hast du mich angelogen. Ich weiß nicht was du bist. Aber eins steht fest. Nicht Menschlich."

Erst hatte ich das Gefühl er wolle nichts sagen, doch dann trat er an die Fensterfront und verschränkte die Arme vor der Brust. "Das ist richtig. Ich bin nicht vollkommen Menschlich. Im Gegenteil, ich bin ein Dämon...ein Dämonenritter um genau zu sein", eröffnete er mir und drehte sich um. Unerschrocken blickte ich in seine Augen und musste dann lächeln. "Alle Achtung, dass du mir das einfach so verrätst", meinte ich herausfordernd.

Noyn zuckte mit den Schultern. "Warum nicht. Ich denke nicht, das du so naiv bist und damit hausieren gehst. Schließlich musst du jederzeit befürchten das es dich dein Leben kosten könnte", erwiderte er ruhig. Ich konterte seinen vielsagenden Blick ungerührt. "Muss ich das? Irgendwie fällt mir das schwer. Wenn du mich wirklich töten wolltest, dann hättest du es jetzt gleich getan. Schließlich kenne ich dein Geheimnis. Außerdem...warum hast du mich dann mit zu dir genommen? Du bist kein richtiger Dämon, denn dafür hast du ein zu weiches Herz", erklärte ich kühl. Noyns Augen wurden enger. "So meinst du?"

"Ja tue ich. Wieso auch nicht?"

"Wenn ich wollte könnte ich dich hier jederzeit töten."

"Und warum tust du es nicht? Du hast doch wohl keine Angst vor mir", grinste ich und wusste dabei nur zu gut, dass ich mich ziemlich weit aus dem Fenster wagte.

Mit einem Satz hatte er mich aus dem Sessel gezerrt und auf die Couch geworfen. Mir entwich nur ein geschocktes quieken. Grob packte er mich bei den Schultern und drückte mich auf die Sitzfläche. Mit großen Augen, blickte ich ängstlich in seine kalten Augen. "Du solltest lieber aufpassen, was du da sagst. Aber ich sage dir, warum ich dich nicht töte. Es gibt nämlich eine viel bessere Methode, mit jemanden wie dir fertig zu werden", mit diesen Worten kam er mir immer näher. Und ich hatte keine Möglichkeit ihm auszuweichen. "Wa...was???"
 

Fortsetzung folgt...
 

Na...was wird passieren *g* Ihr erfahrt es im nächsten Kapitel ^.^
 

Bis dann

eure Urbena

Ein Kuss mit Folgen

Problemfall: Liebe
 

Hallo,

Gründe für das lange warten, erfahrt ihr in der Kurzbeschreibung ^^"

Viel Spaß!
 

Kapitel 6
 

Ein Kuss mit Folgen
 

„Wa... was? Nicht...“, doch er tat es bereits. Hart presste er seine Lippen auf meine und ließ mir keine Möglichkeit ihm zu entkommen. Ich befürchtete schon mir bliebe die Luft weg. Doch dann ließ sein Druck nach und ich konnte auch wieder atmen. Langsam begann ich mich sogar an das Gefühl zu gewöhnen und den Kuss sogar zu erwidern.

Aber plötzlich ging ein Ruck durch meinen Körper und ich riss geschockt die Augen auf. Mit einen entsetzten: „Nein!“ Stieß ich ihn von mir runter und rannte aus dem Raum. Raus aus der Haustür und raus aus dem Wohnblock.
 

Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu laufen. Erst als ich das Rauschen von Wellen vernahm blieb ich stehen. Vor mir lag das Meer. Bedächtig ging ich bis zur Absperrung und lehnte mich auf das Geländer. Mein Blick schweifte übers Wasser und in meinem Kopf gingen die letzten paar Augenblicke in der Wohnung durch den Kopf. Ich war ja selber Schuld. Musste ich auch noch einen Dämon reizen. Aber das er mich gleich küssen würde. Damit hatte ich doch nicht gerechnet.

Bei der Erinnerung an den Kuss, fing mein Herz an wie wild zu pochen. Verwirrt drückte ich meine Hand auf die Stelle, an der es lag und spürte, wie meine Wangen anfingen zu brennen. Ich hatte mich doch wohl jetzt nicht in diesen ungehobelten Kerl verliebt? Heftig schüttelte ich den Kopf. So ein Blödsinn, so leicht verliebte ich mich garantiert nicht. Wäre ja noch schöner.

Sehnsüchtig schweifte mein Blick wieder übers Wasser und ein wehmütiger Seufzer entwich meine Kehle. Wenn ich nur wüsste, wie ich hierher gelangt bin. Dann würde ich doch auch sicher eine Möglichkeit zur Rückkehr finden. Aber leider, immer wenn ich versuchte mich zu erinnern, verschwamm alles vor meinen Augen und nur ein scharfer Ton durchstieß meinen Kopf. Eine kleine Träne bahnte sich ihren Weg über meine Wange. Ich schluckte arg und wischte sie weg. Während der Wind sanft mein Gesicht streichelte, als ob er versuche mich zu trösten. Bei dem Gedanken musste ich schmunzeln. Ich hatte auch eine Fantasie.

Nachdenklich zog ich eine Schnute, denn offensichtlich würde ich zu Noyn zurück gehen müssen. Denn ich hatte ja sonst keinen Ort, wo ich bleiben könnte. Zumindest vorerst. Das beste würde ohnehin sein. Sobald sich mein Kopf erholt hatte, einen Job zu suchen und eine eigene Wohnung. Danach würde ich einen Weg nach Hause suchen. Denn hier konnte ich unmöglich bleiben. Schon gar nicht bei ihm. Allein bei der Erinnerung an seine Berührung, durchlief mich ein Schauer. Allerdings kein schlechter.

Wie dem auch sei, am besten wäre es, ich würde jetzt zurück gehen. Die Situation würde ohnehin peinlich genug werden.

Mit einem Ruck begann ich mich auf den Rückweg zu machen, ohne zu wissen, was sich im selben Moment in der Wohnung abspielte...
 

Noyn saß mir verwuselten Haaren auf der Couch und starrte wütend vor sich hin. Er hatte es mal wieder hinbekommen.

Hinbekommen, seine Gefühle nicht zu zügeln und über ein Mädchen herzufallen. Wenn man es mal so nennen wollte. Das sie ihn gereizt hatte, ließ er dabei mal außer Acht. Er hätte sich selbst Ohrfeigen können. Das gab mal wieder einen Punkt in der Rückfallliste.

Zornig stieß er einen Fluch aus, gerade als ein weißblonder Junge hereingestürzt kam und verblüfft stehen blieb. „Meister, was ist denn los?“, fragte er und ging auf Sicherheitsabstand. „Nichts Silk. Es ist alles nur wieder schief gelaufen“, knurrte Noyn und erhob sich mit einer geschmeidigen Bewegung. „Ihr meint damit doch sicher diese kleine Mädchen“, erwiderte Silk mit erhobener Augenbrauen. Als kein Echo kam, seufzte der Dämonenjunge. „Noyn-sama, ihr müsst lernen euch zurück zu halten. Sie ist doch nur ein einfaches Mädchen“, sagte er und sah seinen Meister eindringlich ein. Dieser erwiderte seinen Blick grimmig. „Wie kannst du es wagen, mir Belehrungen zu erteilen?“

Silk zeigte sich unbeeindruckt. Inzwischen kannte er Noyn gut genug um seine Launen einzuschätzen. „Seht ihr Meister. Das ist auch so eine Sache. Ihr droht jedem gleich, so gewinnt ihr mit Sicherheit keinen Blumentopf, von einer Partnerin ganz zu schweigen“, plauderte der Junge sorglos daher und das saß. Noyn gab keinen Kommentar dazu mehr, sondern trat nur zum Fenster und schaute hinaus. „Wo sie wohl hingelaufen ist? Sie ist doch immer noch verletzt“, meinte er stattdessen und in seinen Zügen konnte man eine starke Besorgnis erkennen. „Wenn ihr wollt, werde ich sie suchen“, bot Silk freimütig an und drehte sich bereits um. „Mach das, ich bleibe hier...falls sie zurückkehren sollte“, stimmte der Schwarzhaarige zu und nickte. Woraufhin sich Silk in seine Ursprungsgestalt, einen kleinen Drachen, verwandelte und verschwand. „Komm zurück, bitte, komm zurück Cindy“, flüsterte Noyn und setzte sich in den Sessel.
 

Verwirrt schaute ich mich in der Straße um. Ich weiß nicht, wie lange ich jetzt schon durch die Gegend lief. Aber diese gefiel mir nun ganz und gar nicht. Es war dunkel und kalt. Und überall waren die Wände besprüht. Es stank furchtbar.

„Na...wo kommst du denn her Täubchen“, erklang plötzlich eine Stimme hinter mir. Überrascht drehte ich mich um und wich auch sogleich zurück. Die Gruppe die da stand, war mir alles andere als symphatisch.

Die fünf Kerle hatten jeder zerrissene Jeans und darüber dicke Lederjacken an. Ihr Haare waren entweder mit Gel zurückfrisiert oder mit einem Tuch oder Baseballcape verdeckt. Wie auch immer, keiner von denen wirkte Vertrauens erweckend und ihr fieses schmieriges Grinsen tat ihr übriges.

„Also was ist Süße...suchst du jemanden zu Spaß haben“, erwiderte der Gleiche der mich auch eben angesprochen hatte. Seine Kumpels begannen zu lachen. Ich wich noch ein Stück zurück. „Nein danke, eigentlich suche ich nur den Weg nach Hause“, erwiderte ich stockend. „Na wenn es das ist. Süße, willkommen hier ist dein zu Hause“, grölte der Kerl und schlug einem seiner Kumpel auf die Schulter.

„Wirklich sehr witzig“, konterte ich nun leicht sauer. Wofür hielt sich dieser Hirnlose Spinner. „Außerdem nenn mich nicht Süße! Verstanden du Hirni!?“

„Hoho, hört euch das an, die kleine kann ja richtig austeilen“, amüsierte sich ein anderer und wieder brachen sie in lautes Gelächter aus.

Ich biss mir unwohl auf die Unterlippe. Bei solchen Kerlen musste man vorsichtig sein. Aber länger wollte ich auch nicht hier bleiben, ich würde also an ihnen vorbei müssen. „So interessant ich unsere Unterhaltung auch finde. Ich muss jetzt nach Hause“, erwiderte ich und gab mir einen Schups. Doch als ich versuchte, an ihnen vorbei zu kommen. Wurde ich gepackt und gegen eine naheliegende Wand gedrückt. „Warum denn so eilig? Du hast dich doch noch gar nicht richtig verabschiedet, Schönheit“, sagte der vom ersten Mal und griff mir unters Kinn.
 

Ich musste mich arg zusammen reißen um mich nicht zu übergeben. Denn er stank fürchterlich. „Lass mich los“, würgte ich hervor und starrte ihn direkt in die Augen. „Was?...Schau mich nicht so an“, rief er auf einmal aus und sah nervös auf mich herab. Verwundert atmete ich ein. Ließ meinen Blick aber sein. Denn anscheinend machte ihn das unsicher. Vielleicht war das meine Chance. „Ich hab gesagt, du sollst mich nicht so ansehen!“, schrie er nun und schleuderte mich erneut gegen die Wand. Vom Aufprall musste ich scharf einatmen. Dann blickte ich mit verschwommen Blick auf und sah wie er auf mich zustürmte. Seine Kumpels versuchten, ihn davon abzuhalten. Doch es gelang ihnen nicht. „Boss, nicht!“, schrie einer von ihnen. Als plötzlich ein helles Leuchten die Gasse erhellte und eine schmale Gestalt auftauchte. „Lass sie in Ruhe, Dämon!“, sprach diese nun weiblich erkennbare Stimme und erhob einen Arm, gegen den Mann. Der daraufhin weg geschleudert wurde.
 

Dann drehte sie sich um und kam auf mich zu. „Du machst aber auch Sachen“, schmunzelte sie und beugte sich zu mir hinab. Sanft legte sie mir eine Hand auf die Stirn und murmelte ein paar unverständliche Worte. Als sie ihre Hand wegnahm. Konnte ich wieder klar sehen und auch meine Schmerzen waren verschwunden. „Los, steh auf. Es wird Zeit, deine Bestimmung zu erfüllen.“

Verwundert blickte ich die junge Frau an, die mich mit ihren braunen Augen sanft anlächelte. „Sprich mir nach Cindy! Dann wirst du mehr erfahren“, sagte sie. Ich zögerte erst, doch dann beschloss ich ihr zu vertrauen. „Gott, erhöre mich. Hier ist dein Kind und es ist bereit dir zu dienen. Bitte sende ihm deine Kraft“, sagte sie und ich begann ihr nach zusprechen.

Wie durch ein Wunder umgab mich plötzlich, wundersames warmes Licht und ich spürte eine Veränderung an mir...
 

„Stark“

„Bereit“

„Unbesiegbar“

„Schön“

„Entschlossen“

„Mutig“
 

Diese Worte strömten wie von alleine aus meinem Mund. Und als ich meine Augen wieder öffnete, stand ich verändert vor den anderen. „Yeah! Eine neue Kaito ist geboren!“, rief das Mädchen und klatschte in die Hände. „Wa....was? Eine was?!“, entsetzt starrte ich sie an. „Ganz recht. Willkommen Kamikaze Kaito Saint Jeanne...obwohl ich denke Saint Jeanne reicht auch....Du bist die Ultimative Kaito. Erschaffen aus Gottes ganzer Kraft!“, eröffnete sie mir und sah mich an. Ich hatte mich auch wirklich verändert. Langes blondes Haar, das zu drei Zöpfen frisiert war. Mondförmige Ohrringe. Ein weißes Shirt, blauer Rock und an den Seiten von Schultern und Hüften zwei Scherben, mit jeweils einem Kreuz in der Mitte. Und die Handschuhe würden von zwei goldenen Armreifen zusammengehalten. Das eindrucksvollste war aber das Silber-blaue Kreuz auf meiner Brust.
 

Hinter uns erklang ein lautes Rascheln und der Kerl den sie weggeschleudert hatte stand wieder auf. „Ich...ich werde dich töten“, sprach er und seine Stimme klang seltsam verzerrt. Das fremde Mädchen trat neben mich und schaute ihn mitleidig an. „Ja sicher doch, dass versucht ihr nun seit so vielen Jahrhunderten, wann werdet ihr endlich schlau aus euren Fehlern“, erwiderte sie ungerührt und schubste mich nach vorne. „Hey, was soll das?“, rief ich entgeistert. Sie grinste. „Keine Sorge. Weich ihm einfach aus und mache ihn unschädlich!“, antwortete sie seelenruhig. „Was?...Ahh!“, erschrocken wich ich einem seiner Anschläge aus und sprang hoch in die Luft. So ging es die nächsten Sekunden weiter. Er griff an und ich wich aus. Unschädlich machen, das Mädel ist gut. Wie denn? Schoss es mir durch den Kopf und ich sprang wieder auf eine der vielen Kisten, die hier herum lagen. „Saint du sollst ihn doch unschädlich machen!“, hörte ich die Fremde rufen. „Ja, aber wie denn?“, konterte ich leicht außer Atem. „Benutz dein Kreuz!“

„Mein Kreuz?“, verwirrt blickte ich auf das Kreuz, das auf meiner Brust lag. „Na gut, probieren wir es.“ Hastig nahm ich es in die Hand und eh ich mich versah, hatte es sich in ein Schwert mit goldener Klinge verwandelt. „Huch, na damit lässt sich doch was anfangen“, grinste ich und holte nun zum Gegenschlag aus. Als ich an dem Mädchen vorbei kam. Sprach sie mich wieder an. „Ramm es ihm in den Körper und vergesse das Schachmatt nicht“, meinte sie leichthin. Für einen Augenblick wurde ich unvorsichtig. „Ich soll ihn was? Spinnst du, ich kann doch keinen Menschen töten!“, rief ich empört. Dabei parierte ich gerade noch rechtzeitig einen seiner Schläge.

Langsam schien die Fremde ungeduldig zu werden. „Ich bin ein Engel, kapiert? Ich töte keine Menschen. Du sollst einfach nur den Dämon in ihm bannen!“

„Aber....“

„Kein aber. Mach doch einfach mal, was man dir sagt!“, fauchte sie nun. Ich schluckte kurz. Die konnte ja richtig laut werden. „Na schön, aber auf deine Verantwortung“, gab ich nach. „Jaja, mach einfach“, murmelte sie und sah mir genau zu. Nach einigen Haken und Tricks hatte ich meinen Gegner soweit verwirrt, dass ich ihm das Schwert in den Rücken stoßen konnte. Und nach meinem Schachmatt, verwandelte es sich wieder in das Kreuz und eine Schachfigur fiel zu Boden. Aber auch der Bandenboss fiel bewusstlos zu Boden. „Keine Sorge, er ist nur Bewusstlos. Kein Grund in Panik zu geraten“, sagte die Fremde und hob die Schachfigur auf. Dann machte sie eine Handbewegung und die anderen Jungs fielen zu Boden. „Was hast du mit ihnen gemacht?“

„Ich habe sie in Schlaf versetzt. Sobald sie wieder aufwachen, werden sie sich an nix erinnern. Wir können doch wirklich keine Zeugen gebrauchen“, erwiderte sie ungerührt und lächelte mich an. „Wer bist du?“, diese Frage lag mir nun schon einige Zeit auf der Zunge. Sie nickte kurz. „Das erzähle ich dir sofort. Aber hier ist nicht der richtige Ort dafür. Folge mir...“
 

Nach einigen Abzweigungen und Straßen. Standen wir vor einem Parkeingang, der im verborgenen lag. „Zieh dein Haarband ab. Dann verwandelst du dich zurück“, befahl sie und setzte sich auf einen Felsblock. Nachdem ich das getan hatte, sah ich sie mir auch ein bisschen genauer an. Jetzt fielen mir auch ihre weißen, fast durchsichtigen Flügel auf. Ihr Haar war beinahe Schneeweiß, nur die beiden Zöpfe und ein paar Strähnen des Ponys waren braun. Ihre Kleidung bestand aus einem Rosafarbenen Mantel, einem hellblauen Minikleid und einen dunkelblauen Gürtelband. „So ist es doch schon viel besser“, lachte der Engel und zwinkerte mir zu. „Wie heißt du?“, fragte ich und sah sie neugierig an. „Und was hat das alles hier zu bedeuten? Warum habe ich das getan? Warum habe ich mich verwandelt?“

Sie hielt sich prustend die Hand vor den Mund. „Tut mir leid. Aber dein Gesicht sah eben einfach zu ulkig aus. Ich werde dir alles erzählen. Aber erst mal, mein Name ist Lielle Hawk. Aber darfst mich Liel nennen. Ich bin ein Grundengel und als dein Hilfsengel abkommandiert wurden. Nach vielen langen Jahren, bist du aufgetaucht. Endlich wieder eine Person die, die Kraft Gottes in sich tragen kann. Und uns helfen, den Teufel in Schach zu halten. Der die Menschen mit seinen Dämonen in die Finsternis stürzen will...“, begann sie zu erzählen, doch plötzlich brach sie ab. „Oh nein, da kommt jemand! Ich muss...“ Mit einem „Plop“ hatte sie sich in einen Miniaturengel verwandelt und versteckte sich hinter mir. „Ich werde mich wieder bei dir melden. Pass solange gut auf dich auf“, sagte sie leise und flog davon. Ich drehte mich hastig zu ihr um und rief: „Liel! Bitte komm zurück!“ Ich verstand sie nicht, warum war sie weggeflogen?

„Hey, da bist du ja! Ich such dich schon überall!“, hörte ich jemanden näher kommen. Als ich mich umdrehte sah ich gerade noch, wie ein kleines Tier sich in einen Jungen verwandelte. Auf seiner Stirn prangte ein kleines Horn. Wie gebannt starrte ich darauf. Er bemerkte es und drückte mit einem verlegenen Lächeln darauf, so dass es verschwand. „Ups, wenn das Noyn-sama sehen würde. Gäbe das sicher ärger“, entschuldigte er sich ungeschickt. „Aber nun zu dir. Wie kommst du hierher. Soweit weg vom Wohnblock. Also wirklich, weißt du überhaupt, was alles hätte passieren können?“ Ich starrte ihn verdutzt an. Wenn der wüsste....Aber gut, anderes Thema. „Wer bist du denn wieder?“

„Ich...ich bin Silk. Noyn-sama`s Hausdrache. Und er bat mich nach dir zu suchen. Und da ich dich ja nun gefunden habe. Können wir ja nach Hause“, plauderte er frei drauf los.

Ich schüttelte heftig den Kopf. „Nein, nein. Ich kann nicht zurück. Zumindest noch nicht...“, verneinte ich seinen Vorschlag. Silk sah mich mitleidig an. „Er hat sich schon wieder daneben benommen, was?“ Ich nickte heftig. „Bitte nimm es ihm nicht übel. Noyn-sama tut das ganze inzwischen furchtbar leid. Bitte komm mit mir mit. Sonst bekomme ich auch dicken ärger“, flehte er beinahe. Ich sah ich skeptisch an. Doch sein Blick schien ehrlich zu sein. „Und er macht wirklich nichts mehr?“ Silk nickte fest. „Ja, keine Angst“, beruhigte er mich sanft. Ich atmete noch einmal tief durch. „Also gut, lass uns gehen. Irgendwie bin ich auch total müde“, lächelte ich tapfer und gemeinsam machten wir uns auf den Rückweg.
 

Als wir den Wohnblock erreichten, fing mein Herz wieder ganz aufgeregt an zu klopfen. Auch als wir den Aufzug nach oben fuhren, wurde es nicht besser. Es verstärkte sich eher sogar noch. Silk schien das gar nicht zu bemerken. Er lief fröhlich summend vor mir her und klingelte an der Haustür. Die auch sogleich aufgerissen wurde. „Hast du sie gefunden?“, aufgeregt stand Noyn im Türrahmen und ließ seinen Blick auf Silks nicken hin, zu mir gleiten. Ich stand ein wenig abseits und betrachtete dem Dämonenritter misstrauisch. „Dann kommt erst mal rein“, bemerkte Noyn und trat beiseite. Das ließ sich Silk nicht zweimal sagen. Er verschwand sogleich im inneren der Wohnung. Während ich mich ganz zaghaft vor tastete. Als ich an Noyn vorbei gehuscht war, wollte ich mich gleich in mein Zimmer verkrümeln. Doch seine Stimme ließ mich innehalten. „Cindy, bitte warte kurz. Ich möchte mit dir reden“, sagte er leise, fast flehend. Ich spürte wie mein Herz wieder schneller schlug und drehte mich halb zu ihm hin. „Was ist denn?“

„Ich möchte mich für vorhin entschuldigen. Ich habe wirklich überreagiert. Bitte entschuldige. Ich weiß, dass das alles ziemlich nervenaufreibend für dich sein muss. Aber bitte verstehe auch mich. Damals ist etwas geschehen, über das ich heute noch nicht mit dir reden mag. Aber irgendwann werde ich es bestimmt...meinst du, du kannst dich solange gedulden?“

Mit pochendem Herzen drehte ich mich ihm gänzlich zu. „Wenn das wirklich wahr ist, dann...“ Vorsichtig ging ich näher auf ihn zu. Als ich schließlich so vor ihm stand, wusste ich nicht wie ich es anfangen sollte. Also tat ich das, was ich immer in dieser Situation tat. Ich arbeitete frei Schnauze. „Dann vergebe ich dir! Aber damit eins klar ist, keine intimen Annährungen mehr! Das heißt nicht unnötig berühren und schon gar nicht küssen!“

Verblüfft starrte er mich an, doch dann lachte er. „Einverstanden!“, stimmte Noyn zu und wollte mich in Arm nehmen. Doch dem wich ich geschickt aus. Und ergriff stattdessen seine Hand und schüttelte diese kräftig. „Okay, dann gilt es!....Und da ich jetzt erschöpft bin, lege ich mich etwas hin. Bis nachher!“ Bamm, mit diesen Worten ließ ich die Tür zu meinem Zimmer ins Schloss fallen.
 

Fortsetzung folgt....
 

Eure Urbena

Doktor Nagoya und die Frauen

Problemfall: Liebe
 

Kapitel 7
 

Oh gott!!!! Ja es geht weiter, anch wie langer Zeit??? *schwirr* Dabei ist die Geschichte auf dem PC schon bei Kap. 13 -///-

Einfach nie Zeit habe. Kind sei Dank. Obwohl wird jetzt auch schon 1 Jahr alt. *die zeit rennt*

Doch jetzt möchte ich euch mit den nächsten kapiteln erfreuen. Schließlich ist A Girl for Kaiba fast zu Ende und damit habt ihr mich zur vollen Verfügung. *g*

Also schon mal viel Spaß beim lesen ;)
 

Doktor Nagoya und die Frauen
 

In meinem Zimmer trat ich an den Schrankspiegel und überprüfte mein äußeres. Der Rock hatte einen Riss bekommen. Schade, wo er mir doch so gut gefiel. Aber ansonsten war ich unverletzt. Das hatte ich wohl auch diesem Engel zu verdanken. Seufzend begann ich mich umzuziehen. Ich wechselte den Rock und das Shirt gegen ein dünnes Sweatshirt und eine leichte Baumwollhose. Dann krabbelte ich unter die Bettdecke.

Es dauerte nicht lange und ich glitt ins Reich der Träume.
 

Ein leises Klopfen weckte mich einige Zeit später wieder. Zaghaft öffnete ich die Augen und murmelte ein „Herein“

Vorsichtig glitt die Tür auf und Silk steckte seinen Kopf herein. „Hallo, ich soll dir von Noyn-sama sagen, dass das Abendessen fertig ist“, sagte er und sah mich abwartend an. Murmelt drehte sah ich auf die Uhr. Die zeigt bereits 19.30Uhr. „Oh Gott, schon so spät. Okay, ich komme sofort“, erwiderte ich und Silk nickte grinsend. Dann verschwand er aus dem Zimmer.
 

Ich selbst quälte mich nun auch aus den Federn. Wie ich diese Minuten nach einem Nachmittagsschläfchen doch verabscheute. Man sah nicht nur zerknirscht aus, nein, man fühlte sich auch total geschlaucht. Aber nach einigen Dehnübungen war ich soweit und trabte in die Küche. Wo ich bereits von den beiden erwartet wurde.

„Na wieder wach?“, fragte Noyn grinsend und betrachtete mich amüsiert. Ich nickte leicht abwesend und setzte mich an meinen Platz. „Mmmh, das riecht aber lecker“, meinte ich und lud mir einiges von dem Gemüse und Fleisch auf den Teller. „Danke, aber es ist wirklich nix besonderes“, lachte er freundlich und ließ es sich ebenfalls schmecken. „Dafür schmeckt es aber wirklich gut“, erwiderte ich nach einigen Bissen. Silk nickte zustimmend. „Stimmt, das sage ich auch immer.“

Es wurde eine außerordentliche gemütliche Tischrunde. Noyn stellte sich als gar nicht mal so übler Kerl heraus. Er konnte sogar richtig witzig sein. Und sein Lachen hatte eine magische Wirkung auf mich. Sie verursachte mir geradezu eine Gänsehaut. Doch würde ich das gewiss nicht öffentlich zu geben.

Als wir fertig verdonnerte er Silk zum abwaschen. Der machte ein langes Gesicht. „Keine Chance. Du hast die letzten zwei Tage einfach versteckt. Denkst du das lasse ich ungestraft“; schimpfte Noyn streng und blickten den Jungen finster an. Dieser wurde ganz klein mit Hut. „Aber...ich dachte doch nur, wegen ihr...so wie damals...“, wehrte er sich und trollte sich schließlich doch zum abwaschen. Irgendwie tat er mir doch echt leid.
 

Trotzdem ließ ich mich von Noyn überreden mit ins Wohnzimmer zu gehen. Dies zu betreten verursachte mir ein mulmiges Gefühl im Bauch. „Alles in Ordnung. Du schaust so blass aus?“, fragte er überrascht und war mit drei Schritten bei mir. Ich schüttelte den Kopf. Bloß weg mit diesen Erinnerungen. Da konnte die Sitzgarnitur doch nix für. „Nein schon gut. Mir war nur kurz schwindelig“, log ich hastig und setzte mich bestimmt auf die Couch. „Also, was machen wir nun. Da ich hellwach bin, bin ich für fast alles zu haben“, grinste ich. Noyn setzte sich zu mir und schmunzelte. „Wir könnten überlegen, was wir morgen machen“, schlug er vor. Ich nickte begeistert. „Okay, aber als erstes werden wir morgen ins Krankenhaus fahren. Ich will dieses Verband ab haben. Es versaut mir jede halbwegs anständige Frisur“, bemerkte ich grummelnd. Noyn betrachtet mich schräg von der Seite aus. „Ich weiß nicht. Du siehst auch mit Kopfverband hübsch aus“, murmelte er wiedersprechend. Ich lief schwach rot an. Wie konnte er so was so leichtfertig sagen? „Danke, trotzdem möchte ich es gerne abhaben“, wisperte ich verlegen. Darauf nickte er bloß. „Na gut, danach müssen wir dringend einkaufen. Das schiebe ich nun schon seit Tagen auf die hohe Kante. Ich mag einfach keine Supermärkte“, bemerkte er kurzum. Schwer konnte ich nur ein Grinsen verdrücken. Ein Dämon hatte Angst vor einem Supermarkt. Das war ja niedlich. Aber anscheinend schien er meine Gedanke zu durchschauen, als er meinte: „ Ich habe keine Angst darein zu gehen. Mich nerven nur die Verkäuferinnen. Mit ihrem ewigen Pseudo-Lächeln. Furchtbar.“ Ich fühlte mich ertappt und schwieg grinsend.

„So, dann wollen wir doch mal ein bisschen plaudern. Denn schließlich, bist du ein genauso großes Rätsel, wie ich für dich“, grinste er tückisch und stützte sein Kinn auf der Handfläche ab. Baff erwiderte ich seinen Blick. „Ach ja...“, ich lachte nervös. Noyn nickte. „Also...wie alt bist du? Woher kommst du?“, fragte er entschlossen.
 

Eigentlich wollte ich nicht antworten, aber irgendwann würde es ohnehin rauskommen. „Ich bin 17 Jahre alt...und vorgestern mit meinen Eltern und Schwestern nach Tokio gezogen“, antwortete ich fest und dachte dabei. So, jetzt hast deine Wahrheit. Zwar wirst du die mir nicht glauben. Aber mehr weiß ich auch nicht.

Das ich vorhin einen Engel kennen gelernt und einen Dämon gefangen hatte, behielt ich erst mal lieber für mich. Denn allein Noyns Blick ließ keine Zweifel aufkommen. Das es ihm schwer fiel, dass zu glauben. „Das ist nicht dein ernst?“, sprach er seinen Unglauben jetzt frei aus. „Doch ist es. Oder denkst du allen ernstes. Ich denke mir das aus. Da hätte ich eindeutig besseres zu tun“, entgegnete ich gereizt. „Und das wäre?“

„Von hier zu verschwinden. Ich traue dir nicht!“, fauchte ich nun böse. Erstaunt zog er die Augenbrauen nach oben. Dann lachte er schallend. „Alle Achtung. Du hast echt Mumm. Niemand sonst hat mir bisher frei gesagt. Das er mir nicht traut“, amüsierte er sich köstlich. Meine Augen wurden zu schlitzen. „Ich wüsste nicht, was es da zu lachen gäbe. Ist doch nur zu verständlich wenn ich einem Dämon nicht traue. Ihr tut doch nur etwas wenn es zu eurem Vorteil ist. Auch wenn ich mich jetzt frage, was für einen Vorteil du aus mir ziehen könntest?“, konterte ich ungerührt.

Noyn schwieg kurz und schien was zu überlegen, ehe er antwortete: „Gar keinen. Ich ziehe überhaupt nix aus dir. Ich hatte nur irgendwie das Gefühl, dich mit zu mir nehmen zu müssen. Warum, frage ich mich jetzt allerdings auch. Du bist einerseits, total schüchtern und andrerseits eine richtige Kratzbürste.“

„Das fasse ich als Kompliment auf“, spottete ich lässig und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Solltest du irgendwo einen Freund haben, richte ihm mein tiefstes Beileid aus“, knurrte er wütend und rauschte nach draußen.

Er war gerade durch die Tür, als Silk hereinkam. „Was ist denn mit Noyn-sama los?“, fragte er mich besorgt ansehend. Ich zuckte mit den Schultern. „Ich habe wohl ein bisschen zu spitzzüngig geredet. Keine Sorge, er scheint der Typ zu sein, der sich schnell wieder einkriegt“, winkte ich ab. Super Cindy, klar doch...deswegen hat er auch seine Seele verkauft und 500Jahre auf irgendeine Tussi gewartet, die in Gottes Gunst stand, dachte ich Augenverdrehend. Silk beobachtete mich dabei die ganze Zeit neugierig. Dann meinte er: „Am besten du gehst wieder zu Bett. Dann könnt ihr morgen gleich los, zum Nagoya-Krankenhaus!“

„Ja, vielleicht ist das wirklich das beste. Und du? Wo schläfst du überhaupt?“

„Hier auf der Couch“

„Was...aber das geht doch nicht. Das ist doch viel zu eng“

„Ach was...“, grinste Silk. „Hast du vergessen was ich bin?“ Mit einem „Schwups“ hatte er sich in den kleinen Drachen verwandelt. Genüsslich kuschelte er sich in die Kissen. „So ist es gleich viel gemütlicher“, sagte Silk und legte seinen Kopf auf die Pfoten. Ich grinste. „Okay, dann gute nacht!“, wünschte ich ihm und schaltete das Licht aus, als ich das Wohnzimmer verließ.
 

Als ich mich am nächsten Morgen fertig für die Fahrt ins Krankenhaus machte. Brodelte es in meinem Kopf. Wie Noyn heute drauf sein würde. Ich hatte ihn doch ziemlich angefahren gestern und das nicht nur ein bisschen zu unrecht. Egal, was er früher getan hatte, mir gegenüber war er vollkommen korrekt. Na ja, sagen wir fast korrekt. Man wollte die kleine Szene von gestern schließlich nicht vergessen.

Mit einem letzten Blick in den Spiegel erklärte ich, meine Erscheinung, als akzeptabel. Der rotweiße Pulli sowie die blaue Jeans saßen perfekt. Und bei dem Regen draußen, war es mehr als praktisch.

Leise öffnete ich die Tür zum Flur, als ich mich Noyn gegenüber stehen sah. Überrumpelt lächelte ich und wünschte ihm einen guten Morgen. Was er nu widerstrebend zurück grummelte. Überhaupt wirkte er äußerst abweisend. Verwirrt sah ich ihm nach. Er war doch nicht wirklich, noch böse wegen gestern Abend? Das wäre doch wirklich kindisch, nicht mal ich war so kindisch. Mit einem Schulter zucken folgte ich ihm in die Küche.
 

Eine Stunde später brachen wir zum Krankenhaus auf. Im Auto wechselte wir kaum ein Wort miteinander. Zwar versuchte ich ein Gespräch in Gang zu bringen. Doch seine einsilbigen Antworten nervten bald. Als zog ich es vor zu schweigen. Als wir auf dem Parkplatz ein großen Mehrgeschossigen Gebäudes fuhren, sagte er: „So, da wären wir.“ Und hielt den Wagen in einer der Parklücken an. Gelassen stieg ich aus und folgte Noyn, der sich hier auszukennen schien. So gezielt wie er auf das Gebäude zu ging und durch die Gänge des Inneren, dem Empfang zu steuerte. „Guten Tag, wir würden gerne zu Dr. Nagoya“, sprach er die Dame hinter dem Tresen an, die ihn kurz zu lächelte, dann in den PC schaute. „Ich weiß nicht, ob er Zeit hat. Aber der Herr Direktor hat momentan Zeit“, erwiderte sie mit freundlicher Stimme. „Dann zu ihm. Wir wollen nur, das der Verband von ihrem Kopf kommt“, entgegnete Noyn mit einer Handbewegung zu mir. Die Dame nickte. „Fahren sie doch bitte mit dem Fahrstuhl bis in den 12. Stock. Dann Zimmer 1220. Sie werden vom Direktor erwartet.“

Noyn nickte dann deutete er mir mitzukommen. „Das ging ja einfach“, stellte ich im Lift überrascht fest. Er zuckte mit den Schultern. „Die Angestellten kennen mich hier.“

„Ach, tatsächlich? Wie kommt das?“

„Ist doch offensichtlich. Ich bin mit dem Sohn des Direktors `befreundet´ und der ist auch immerhin Arzt hier“, klärte Noyn mich auf. Wobei er das „befreundet“ seltsam betonte. Ich verzog den Mund zu einem sarkastischen Grinsen. „Das erklärt natürlich alles“, bemerkte ich spitz und sprang aus dem Fahrstuhl, als sich dessen Türen öffneten und direkt in die Arme einer Person.
 

„Hoppla!“, lachte diese und die Stimmer gehörte eindeutig einem Mann. „Entschuldigung“, murmelte ich verlegen und lächelte verzeihend. Doch mein Lächeln gefror als ich Noyn reden hörte. „ Guten Tag. Dr. Nagoya. Cindy, darf ich vorstellen...Dr. Kaiki Nagoya. Chiakis Vater!“

Mir klappte regelrecht die Kinnlade runter. „Chi...Chiakis Vater“, entgeistert starrte ich den blauhaarige Mann an. Der lächelte unschuldig. „Ich hätte jetzt alles erwartet, vielleicht seinen Bruder, aber niemals seinen Vater!“, rief ich geschockt. „Das behauptet der Direktor auch immer wieder gern. Obwohl Chiaki-sama, das überhaupt nicht recht ist“, kam jemand leise dazu. „Ach Kagura. Mein Sohn ist manchmal einfach zu empfindlich“, winkte der Arzt ab. „Das behauptet Chiaki-sama auch immer von ihnen“, konterte der schwarzhaarige im dunkeln Anzug, namens Kagura steif. Dr. Nagoya zog eine Grimasse. „Wie kommt es überhaupt, dass sie hier am Fahrstuhl stehen? Unten wurde uns gesagt, sie würden uns in ihrem Büro erwarten“, fragte Noyn überrascht. Kaikis Augen glitzerten tückisch. Als mir mein Sohn von eurem erscheinen gestern erzählte. War ich neugierig, wen sie denn diesmal in meine werten Hallen mitbringen. Es scheint ja in Mode zukommen. Das sie immer verletzte Damen pflegen...Vielleicht sollte ich das auch mal überlegen“, schweifte der Direktor ab. Ungläubig verdrehten Noyn und Kagura die Augen. Während ich nichts verstehend von links nach rechts schaute.

„Doktor, ich denke für solche Augenblicke ist jetzt wirklich keine Zeit“, bemerkte Kagura und bedachte Kaiki mit einem strengen Sekretären Blick. Dieser lachte kurz. „Ich habe schon verstanden. Na dann, folgt mir mal...wie heißt du eigentlich?“, fragte er an mich gewand. Ich sah perplex zu ihm auf. „Ähm, ja...mein Name ist Cindy Thompsen“, antwortete ich hastig. Chiakis Vater nickte.

Als wir das Arbeitszimmer betraten, deutete er mir, mich auf die Behandlungsliege zu setzen. Dann holte er ein paar Arbeitsmaterialien und begann, den Verband von meinem Kopf zu nehmen. Vorsichtig begutachtete er die Stellen und berührte sie sanft. „Na das sieht doch sehr gut aus. Ich würde jetzt nicht wirklich sagen, das eine Gehirnerschütterung vorliegt. Nicht bei der kleinen Schramme“, sagte er und zog seine Handschuhe aus. „Aber ich möchte auch nicht davon ausgehen, dass da nix ist. Also machen wir noch schnell ein Röntgen Aufnahme. Damit wir ganz sicher sein können.“

„Wenn sie es sagen“, erwiderte ich wenig begeistert. Dr. Nagoya lächelte ahnend. Dann ging er an seinen Schreibtisch und orderte eine Krankenschwester zu sich. Die, die Aufnahmen machen sollte.

Nach einer halben Stunde war es ich dann wieder fertig. Und wir warteten vor dem Büro von Kaiki darauf, das er uns hereinholte.

„Und wie geht es deinen Kopf?“, fragte Noyn und sah mich ausdruckslos an. „Es tut zumindest nichts weh und meine Kopfschmerzen sind auch so gut wie weg. Nur meine Gedächtnislücken bereiten mir Sorgen“, beantwortete ich seine Frage und fasste mir leicht an den Kopf. Dann zuckte ich die Schultern.

Plötzlich erklangen laute Stimmen aus dem Büro und eine Frau mittleren Alters stürmte aus dem Raum. „Mir reichts! Ich lasse mich scheiden!“, schrie sie und ging ohne uns eines Blickes zu würdigen, Richtung Fahrstuhl.

„Na wenn da nicht wieder eine menge Zündstoff vorhanden war“, erklang eine näher kommende Stimme. „Chiaki!“, rief ich überrascht. Obwohl warum überrascht. Schließlich arbeitete er hier. Mit einem schiefen Grinsen kam er auf uns zu. „Entschuldigt, dass ihr den Krach mit bekommen habt. Aber das war klar, dass das bald geschieht“, sagte er und deutete auf die angelehnte Bürotür. Mit einem bedauernden Kopfschütteln ging er dann auf sie zu. „Los kommt. Ihr wolltet doch zu meinem Vater, oder?“, fragte er. Auf mein Nicken folgten wir ihm.
 

Im Büro, stand Dr. Kaiki Nagoya vor dem Fenster und starrte hinaus auf die Parkanlage der Klinik. „Vater, hier Noyn und Cindy warten auf dich“, bemerkte Chiaki und riss seinen Vater, damit aus seiner Erstarrung. „Oh, natürlich entschuldigt“, erwiderte er und trat an einen beleuchteten Kasten. An dem offensichtlich meine Röntgenbilder hingen. Er blickte zusammen mit Chiaki kurz darauf. Dann kam er wieder auf uns zu. „Ich kann dich vollauf beruhigen. Es sind keinerlei Hinweise auf eine Gehirnerschütterung zu erkennen. Wir müssen dir nur noch die kleine Wunde säubern. Dann kannst du beruhigt nach Hause“, erklärte er. Ich begann zu strahlen. Das war ja super. Glücklich sah ich zu Noyn. Doch dieser erwiderte mein Lächeln nicht. Sein Blick war noch genauso ausdruckslos, wie bereits den ganzen morgen. Das wunderte mich doch jetzt langsam wirklich. Unsicher wollte ich ihn fragen, warum er so düster schaue. Als Chiaki zu uns trat. „Cindy, würdest du mir bitte folgen. Dad, hat mich gebeten, deine Wunde zu versorgen“, sagte er und gemeinsam gingen wir hinaus.
 

Nachdem die Wunde gesäubert worden war und nur noch ein rechteckiges Pflaster von einer Wunde ahnen ließ. Traten wir geschlossen auf den Flur. Wo bereits Marron und Natsuki standen. Mit lauten Hallo begrüßten wir uns. So das uns Chiaki zum leise sein ermahnen musste. „Wir wollten dich abholen, Papa. Damit wir gemeinsam zu Mittagessen können!“, rief Natsuki strahlend. Chiaki lächelte. „Einverstanden. Aber können wir das auch in der Kantine tun. Ich muss in einer dreiviertel Stunde zu einer wichtigen Untersuchung“, gab er zurück und sah Marron dabei entschuldigend an. Die wiederum verstehend nickte. „Wollt ihr mitkommen?“, fragte sie an Noyn und mich gewandt. Und noch ehe ich antworten konnte, antwortete Noyn bereits: „Ich nicht, danke. Aber würdet ihr Cindy mitnehmen? Oder könnte sie überhaupt eine weile bei euch wohnen?“
 

Fortsetzung folgt...
 

Ich sag nicht viel. Außer: Bitte gebt mir treulosen Tomate Kommis ^^
 

Lg eure Urbena

Warum tust du das?

Problemfall: Liebe
 

Kapitel. 8
 

Heyho, wie versprochen. Wird meine komplette Aufmerksamkeit nun euch gelten. ^^ A girl for Kaiba ist erstmal vorbei und nun soll Noyn wieder meine volle Hilfsbereitschaft kennen lernen. *smile*

Und euch viel Spaß beim lesen! Vorerst beglücke ich euch alle zwei Wochen mit einem neuen Kapitel ^.*
 

Warum tust du das?
 

„Könnte Cindy eine Weile bei euch bleiben?“ Wie durch einen Nebel drangen diese Worte in meinen Kopf. Doch Noyn tat nix, um seine Worte zu erklären. Chiaki und Marron sahen sich fragend an. Nickten dann aber. „Natürlich...aber...“, bemerkte Marron, wurde aber von dem Dämonenritter unterbrochen. „Danke, und jetzt entschuldigt mich. Auf wiedersehen!“ Damit drehte er sich um, ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen und wollte verschwinden.

Doch da schoss ein Ruck durch meinen Körper und ich schrie: „Bleib stehen!“ Überrascht tat er dies und drehte sich halb um. „Sag mir gefälligst warum du mich loswerden willst! Ich habe das Recht auf eine Erklärung“, forderte ich heftig. Noyn schloss für eine Sekunde die Augen, ehe er gefühllos und kalt antwortete: „Weil ich deine Nähe nicht mehr ertragen kann, du machst mich krank.“ Dann ging er.

Ich stand wie vom Donner gerührt auf meiner Stelle und starrte ihm hinterher. Ich wusste nicht was ich dazu sagen sollte. Ich wusste auch nicht, wie er das so kalt sagen konnte. Es tat so furchtbar weh, obwohl es mich doch eher hatte gleich sein sollen. Ich schluckte arg, dann drehte ich mich zu den anderen dreien. Die mich gefühlvoll ansahen und gezwungen lächelten. Anscheinend konnten auch sie es nicht fassen. Nur Natsukis Augen funkelten böse. „So was gemeines. Wie kann Onkel so was behaupten???“, knurrte sie. Marron legte ihr beschwichtigend eine Hand auf die Schulter. „Das weiß keiner von uns, Liebling“, sagte sie, dann schaute sie wieder zu mir. „Geht es Cindy? Sollen wir lieber gleich zu uns?“ Ich nickte nur tonlos. Keine Sekunde länger wollte ich in diesem Krankenhaus verbleiben. Das sagte ich dann auch stockend. Marron nickte. „Okay...tut mir leid, Schatz“ Chiaki schüttelte den Kopf. „Kein Problem, in ihrer Situation würde ich es auch nicht länger hier aushalten. Fahrt mal nach Hause. Ich komme gegen sechs heute heim“, meinte er und küsste seine beiden Mädchen auf die Wange.
 

Dann verließen wir gemeinsam das Krankenhaus. Ich schwieg die ganze Fahrt bis zum Haus von den Nagoyas. Ich fühlte mich einfach wie betäubt.

Hätte mich Marron nicht angesprochen, dass wir da wären, hätte ich das nicht mal mitbekommen. Wie in Trance stieg ich aus und folgte den beiden ins Haus. Drinnen hatte ich keinen Blick für die geschmackvolle und gemütliche Einrichtung. „Möchtest du was trinken?“, fragte Marron sanft und lotste mich in Richtung Küche. Die von der Sonne durchflutet wurde. Zaghaft nickte ich und setzte mich auf einen der drei Thekenstühle die da standen.

Kurz darauf stellte Marron mir ein Glas Saft hin und nahm einen Schluck aus ihrem eigenen. „Ich weiß das es hart sein muss. Aber bitte versuch zu lächeln. Wenn du jetzt völlig in dich hinein sackst hilft dir das bestimmt nicht“, bemerkte Marron ruhig und sah mich ernst an. „Das ist mir klar. Ich verstehe sowieso nicht, warum es mich so mit nimmt. Ich empfinde doch gar nichts für Noyn...“ erwiderte ich und trank etwas von dem gekühlten Traubensaft. Der leicht bitter schmeckte. Erschrocken verzog ich das Gesicht. Marron musste leicht lachen. „Entschuldige, ich hätte dich vorwarnen sollen.“ Ich zog eine Grimasse und grinste dann. „Von wegen. Das war Absicht“, beschuldigte ich sie gespielt empört. Dann mussten wir beide lachen.

Woraufhin Natsuki in die Küche kam und uns überrascht anstarrte. „Hey, dir scheint es ja wieder besser zu gehen“, rief sie erfreut. Ich nickte leicht. „Ja, es bringt ja doch nix, soviel zu grübeln. Das hilft mir bestimmt nicht. Herauszufinden warum Noyn mich zu euch geschickt hat.“

Marron sah mich erstaunt an. „Du willst herausfinden, warum er dich los werden wollte?“

Ich nickte wieder fest. „Oh ja, ich will eine Erklärung dafür. Ich denke nicht, das wir eine so große Meinungsverschiedenheit hatten. Das es einen Rauswurf Wert ist. Es muss also einen anderen Grund haben. Und den werde ich herausfinden“, schloss ich und trank das Glas mit einem Zug leer. Zu spät wurde mir dessen Kälte und Bitterkeit bewusst. So das ich erschrocken, die Luft anhielt und angewidert das Gesicht verzog. Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, stöhnte ich: „Also mit diesem Getränk bin ich durch“

Was den beiden anderen mit lautem Lachen kommentierten.
 

Am Abend, nachdem Abendessen zog ich mich in das Zimmer zurück. Welches Marron mir zugewiesen hatte. Es lag mit Fenster hinaus zum Garten und war in hellen gelb Tönen eingerichtet. Die weiße Kommode sowie der kleine Schreibtisch und Stuhl standen an der linken Wand von der Tür gesehen und das breite Doppelbett lud zum reinkuscheln ein. Seufzend ließ ich mich nun auf dieses nieder und starrte vor mich hin. Jetzt, wo ich so alleine war, strömten noch die gesamten Geschehnisse vom frühen Morgen in mich ein. Wie konnte Noyn so kalt sein? Aber anstatt der Traurigkeit von vorhin. Spürte ich eine unbändige Wut in mir aufsteigen. Wie konnte es dieser Mistkerl wagen, mich einfach so ohne eine Erklärung abzuservieren? Das würde er noch bereuen. Zornig schlug ich mit der Faust auf die Tagesdecke. „Mit mir nicht Noyn Claude. Ich habe auch meinen stolz und den verletzt man nicht ungestraft“, murmelte ich mit unterdrückter Wut. Als ich in den Wandspiegel über der Kommode blickte, bemerkte ich das grimmige Funkeln in meinen Augen. Es verlieh meinem Gesicht eine ungute Ausstrahlung. Aufseufzend schloss ich diese und öffnete sie dann wieder. Als es an meiner Tür klopfte. „Cindy, ich habe hier Klamotten für dich. Sie gehörten früher mir“, sagte Marron und trat ein. Ich stand ebenfalls auf und half ihr den Stapel aufs Bett zu legen. „Das ist ja eine Menge“, staunte ich verblüfft und griff nach einigen Dingen. Sie lächelte. „Ja...ich konnte einfach keiner Saison widerstehen.“ Ich musste lachen. „So...so...oh, das ist ja wunderschön“, hauchte ich und zog ein Kleid hervor. Das einen leichten Stoff hatte und mit seinen sanften Blau-Silber Tönen eine mystische Wirkung hatte. Der Rock war leicht geschwungen und das Oberteil war tailliert mit einem Carmenausschnitt. Die Ärmel waren durchsichtig. „Ja, ich trug es bei meiner Verlobung“, erwiderte Marron und strich sanft über den Stoff. Überrascht sah ich auf und legte es zurück. „Dann kann ich es doch nicht nehmen“, bemerkte ich verlegen. „Aber natürlich kannst du das. Warum sonst sollte ich es dir geben. Außerdem wirst du es Samstag brauchen“, lächelte sie tückisch. Verwirrt sah ich sie an. „Wieso Samstag?“

„Am Samstagabend findet ihm Krankenhaus eine Ärztegala statt und Chiaki und ich haben bestimmt das du mitkommst. Unsere Freunde Miyaco und Yamato kommen ebenfalls mit“, erklärte sie fröhlich und hängte das Kleid an einen Haken an der Wand. Ich zog eine Schnute. „Aber das kann ich doch nicht machen. Ich kenne doch keinen dort“, versuchte ich sie von der Idee abzubringen. Sie winkte ab. „Ach was, du kennst doch Chiaki und mich. Außerdem kommen Miyaco und Yamato bestimmt auch diese Woche noch mal vorbei. Also wirst du auch diese schon mal kennen. Oder denkst du ich kenne alles diese Leute auf der Gala? Dem Gott sei Dank nicht“, lachte Marron und half mir die anderen Kleider in der Kommode zu verstauen. „Und ich würde wirklich nicht stören?“

Die Braunhaarige Frau schüttelte den Kopf. „Keine Sorge, das tust du bestimmt nicht. Also tu uns den gefallen und komm mit.“

Ich atmete tief durch. „Also gut, Danke. Ich komme gerne“, antwortete ich mit einem Lächeln. Marron strahlte.
 

Am nächsten Morgen wusste ich nicht mehr, warum ich überhaupt zu gesagt hatte. Nachdem sie nämlich mein Zimmer verlassen hatte. War mir etwas ziemlich wichtiges eingefallen. Ich konnte nicht tanzen!

Mit einem zerknirschten Gesicht ging ich ins Bad und machte mich fertig.
 

Unten saß bereits die Familie Nagoya am Frühstückstisch und plauderte fröhlich miteinander. Ich durchquerte gerade die Tür, als Natsuki mich bemerkte. „Gutem Morgen Cindy! Hast du gut geschlafen?“, rief sie fröhlich und deutete mir mich neben sich an den Tisch zu setzen. „Guten Morgen...“, erwiderte ich und setzte mich dazu. Marron sah mich besorgt lächelnd an, während Chiaki vergnügt mein müdes Gesicht beobachtete.

„Anscheinend war die Nacht nur halb so erholsam wie erwünscht“, bemerkte er trocken. Marron gab ihm einen Schups in die Seite. „Hör auf zu spotten. Wie würdest du dich wohl an ihrer Stelle fühlen?“

„Das kann ich dir gerne sagen. Erinnerst dich noch an damals, als wir in ihrem Alter waren?“, fragend sah er seine Frau an. Die wurde leicht rot und schwieg verlegen.

Natsuki grinste frech. „Schon gut, ich habe nicht deswegen so schlecht geschlafen. Mir fiel eher was anderes ein. Gestern als du gegangen warst, Marron“, erklärte ich zögerlich. Erstaunt sah sie mich an. „Und das wäre?“

Ich spürte wie meine Wangen zu brennen anfingen. Aus irgendeinem undefinierbaren Grund, schämte ich mich dafür. „Also...es ist so...wegen der Gala am Samstag....also...ich...ich kann nicht tanzen“, stotterte ich verlegen und sah betrübt auf den reichlich gedeckten Tisch. Auf meine Worte folgte stilles schweigen. Bis Marron und Chiaki in lautes Lachen ausbrachen. Ruckartig starrte ich beiden entgeistert an. „Hey, das ist nicht witzig!“, rief ich entrüstet. Marron versuchte angestrengt sich zusammen zunehmen. „Tut mir leid. Aber du musst zugeben, dass das kein Grund ist. Sich zu schämen“, sagte sie und wischte sich die Lachtränen weg. Ich zog eine Grimasse. „Genau. Außerdem lässt sich das doch ändern. Heute Nachmittag startet hier in der Tanzschule, drei Straßen weiter. Ein Schnellkurs für Anfänger“, meinte Chiaki und beruhigte sich wieder. „Ist ja schön und gut. Aber wie soll ich das bezahlen?“, missmutig sank ich in den Stuhl. „Das lass mal unser Problem sein. Wir wollen dich dabei haben, also zahlen wir dir auch die Tanzschule. So teuer ist das ja nicht“, lächelte Marron gewinnend. „Aber das geht doch nicht“, wehrte ich ab. „Klar geht das. Also keine Wiederrede. Du gehst heute Nachmittag dahin und lernst tanzen“, beschloss Chiaki und erklärte das Thema damit als erledigt. Ich seufzte unhörbar. Die beiden waren echt lieb. „Danke...“, flüsterte ich, aber doch hörbar. Woraufhin sie mir ein Lächeln zu warfen. Also würde ich ab heute Tanzen lernen. Na dann, Amen...hoffentlich trug mein Tanzpartner festes Schuhwerk...
 

Fortsetzung folgt...
 

Oh gott, ich hoffe man mag es überhaupt noch lesen. Wenn ich es so überfliege O.O Ist so lange her -.- Bitte seid gnädig und hinterlasst mir ein Kommi.
 

Eure Urbena

Darf ich bitten?

Problemfall: Liebe
 

9. Kapitel
 

Rein geschlittert komm... brems... hallo, sry hatte diesmal etwas gedauert. Dafür komme ich mit zwei Kapiteln für euch. Ich hoffe das eucht das gnädig stimmt. Viel Spaß ^^!
 

Darf ich bitten?
 

Der Kurs begann um 17Uhr und würde 90 Minuten dauern. Nervös zog ich mich im Umkleideraum um. Auf der Liste hatte gestanden, dass Frauen bitte in Kleid oder Rock kommen sollten. Super! Rasch schlüpfte ich in einen blauen Rock und zog das enge Bodyshirt tiefer. Dann kamen noch meine Schuhe mit leichtem Absatz. Wenn dann gleich richtig.
 

Mit einem mulmigen Gefühl folgte ich den anderen Frauen und Mädchen zum Tanzsaal. Die meisten waren bereits mit ihrem Freund oder Ehemann gekommen. Na toll, hoffentlich musste ich nicht erst mit dem Lehrer tanzen. Ich würde nur ungern mit ihm die ersten Schritte zeigen. Nervös schaute ich mich im Raum um. Überall bildeten sich bereits die ersten Paare.
 

Auf einmal entdeckte ich jemanden der ebenfalls noch alleine da stand. Er sprach gerade mit dem Tanzlehrer. Irgendwie kam mir dieser Mann bekannt vor und als er sich halb umdrehte, dachte ich mir bliebe das Herz stehen. Eine unglaubliche Wut stieg in mir auf und ich stürmte auf ihn zu. Noyn stand lässig an einen der Spiegelpfeiler gelehnt. Die Hände in den Hosentaschen vergraben. Anscheinend hatte er mich noch nicht bemerkt. Perfekt. So konnte er nicht abhauen. Als ich neben ihn trat, meinte ich: „Ach du auch hier? Welch ein Zufall.“ Meine Stimme klirrte vor Kälte. Erschrocken drehte er sich zu mir um. „Cindy...was...was machst du hier?“

Spöttisch taxierte ich ihn mit meinem Blick. Oh Gott, wie konnte man nur so gut aussehen. Seine langen schwarzen Haare hatte er offen und dieses dunkelrote T-Shirt spannte sich eng um seine Brust. Das man jeden Muskel mehr als nur ahnen konnte. Dazu die engen blauen Jeans. Ein stich fuhr durch mein Herz. Doch ignorierte ich dies hart. „Das könnte ich dich ebenso fragen. Wieder auf Damensuche? Tja, Pech wie es scheint. Alle haben bereits einen Partner“, bemerkte ich ungerührt. Sein Blick schien mich zu durchbohren. „Was du dir alles einbildest“, erwiderte er nur tonlos. Ich zog in gespielter Überraschung eine Braue hoch. „Ach nicht? Dann entschuldige ich mich doch vielmals“, konterte ich und es troff nur so vor Sarkasmus. „Cindy, bitte ja, findest du diesen Ort wirklich so angebracht für so eine Unterhaltung?“, wich er aus und sah mich kurz an.

Ich begegnete seinem Blick und wünschte ich hätte es nicht getan. Denn was ich darin sah, verursachte mir einen weiteren Stich im Herzen. Unbemerkt schüttelte ich den Kopf. Wegen dem brauchte ich mir kein schlechtes Gewissen machen.

„Ich empfinde den Ort als bestens angebracht. Wo kann ich denn sonst mit dir reden. Du würdest mir mit Sicherheit ausweichen. Aber nicht mit mir. Weißt du wie sehr du...“

„Ah...Noyn, ihr kennt euch?“, tänzelnd kam der Tanzlehrer Daisuke auf uns zu. „Ja mehr oder weniger“, erwiderte dieser und sah mich komisch an. Ich schnaubte still. „Na das ist doch super. Dann könnt ihr ja zusammen tanzen. Wir wollen nämlich anfangen. Also auf...auf. Alle in Position!“, rief Daisuke und klatschte in die Hände.

Ich war nicht gerade begeistert, aber vielleicht war es doch nicht so schlecht. So konnte ich Noyn einem konkreten Verhör unterziehen. Während wir zu den anderen gingen, bemerkte ich ironisch: „Warum musst du überhaupt tanzen lernen? Müsstest du das nicht längst können?“

Er nickte. „Doch natürlich. Aber mit den Jahrhunderten ändert sich halt auch der Stil“, erwiderte er kurz.

„Sieh an“
 

Gemeinsam stellten wir uns in Position. Auf Daisuke`s Befehl hin. Legten Noyn seine Hand auf meine Hüfte und mit der anderen griff er nach meiner Hand. Widerwillig tat ich das selbe. Nur das meine linke Hand auf seiner Schulter landete.

„Perfekt...so und nun beginnen wir mit ein paar einfachen Schritten. Und meine Damen, lasst den Mann führen“, lachte Daisuke und gab jedem ein paar Tipps. Die nächste dreiviertel Stunde verbrachten wir mit anstrengenden Schritten. Von wegen einfach! Und das wo ich Noyn eigentlich zur Schnecke machen wollte.

Sobald unser Tanzlehrer uns zur Pause entließ. Ließ Noyn mich ruckartig los. So als hätte er sich verbrannt. Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und verschwand in Richtung Herrenumkleideraum. Feigling, dachte ich zynisch und machte mich auf zur Theke. Ich brauchte jetzt dringend eine Erfrischung. So einfach, wie das immer aussah war das gar nicht. Aber ich musste mich loben. Ich war Noyn noch nicht auf die Füße getreten. Obwohl, verdient hätte er es. Ein böses Lächeln huschte über meine Lippen.
 

Ich wollte gerade einen Schluck von meiner Cola nehmen als ich von hinten angestoßen wurde. „Oh Entschuldigung“, sagte der Junge und wischte mit einer Servierte das verschüttete weg. „Schon okay, ist ja nix passiert“, erwiderte ich leise und betrachte den Jungen. Er mochte in meinem Alter sein. Seine schwarzen kurzen Haare waren zerzaust und seine braunen Augen funkelten im Licht. Mit einem verschmitzen Lächeln stellte er sich vor: „Hallo ich bin Shinji Minazuki. Ich gehöre der Clip-Dance Gruppe an.“

„Freut mich. Ich bin Cindy Thompsen und gehöre zur Crash Tanzgruppe“, grinste ich und deutete auf den Haufen der etwas weiter abseits stand. „Das dachte ich mir schon“, erwiderte er. „Ach ja?“

Er nickte. „Jepp, ich habe dich noch nie zuvor hier gesehen.“

„Das sagt natürlich alles“, konterte ich spöttisch, lachte aber dabei. „Wie lange tanzt du hier denn schon?“

Shinji kratzte sich am Hinterkopf während er nachdachte. „So ungefähr sechs Jahre vielleicht“, antwortete er ernst und trank aus seiner Dose. Ich tat es ihm gleich aus meinem Glas. „Na gut, entschuldige bitte nochmals wegen eben, war wirklich keine Absicht.“

Ich nickte. „Musst schon wieder los?“

„Ja leider, vielleicht sehen wir uns nachher ja noch mal. Tschüß!“

„Okay, tschau!“

Vergnügt sah ich Shinji nach. Er war irgendwie süß. Aber er löste nicht dasselbe bei mir aus, wie Noyn es gleich beim ersten Mal getan hatte. Wo wir wieder beim Thema waren. Jetzt würde er dran glauben müssen. So leicht kam er mir nicht davon. Nicht so wahr ich Cindy Thompsen hieß. Schnell trank ich meine Cola aus und ging in den Tanzsaal zurück. Wo Noyn bereits auf mich wartete.

„Kann es weiter gehen?“, fragte er ziemlich unpersönlich. Meine Antwort war ein arrogantes Kopfnicken.
 

Als es weiter ging. Diesmal wurden es schon richtige Tanzbewegungen, hielt ich es nicht mehr aus. „Weißt du eigentlich wie sehr du mich gestern verletzt hast?“, stieß ich angestrengt hervor. Angestrengt deshalb, weil ich versuchte beim Tempo mitzuhalten. Noyn sah mir schweigend in die Augen. Seinem Blick war nix zu entnehmen. „Noyn, ich rede mit dir. Antworte gefälligst! Wenn du mich nicht mehr bei dir haben willst. Okay. Aber dann verdiene ich doch zumindest eine glaubwürdige Erklärung“, zischte ich wütend und trat ihm mit Absicht auf den Fuß. Doch auch das zeigte keine Wirkung, im Gegenteil er wirbelte mich nur herum und beugte sich nach vorne, so dass ich meinem Rücken nach hinten beugen musste. „Du hast doch keine Ahnung“, erwiderte er nah an mein Gesicht und zog mich wieder nach oben. „Wie sollte ich auch? Ich will nur die Wahrheit hören“, konterte ich beherrscht. Wieder machten wir eine Drehung. Wobei er mich nah an sich zog, so dass ich seinen Atem spüren konnte. „Ich sag dir, du willst sie nicht hören.“

„Och wie nett. Aber danke, ich weiß selbst was ich hören will und was nicht.“

Mit einem Ruck löste ich mich ein bisschen von ihm. Damit wir wieder die Ausgangsposition hatten. Doch ließ er das nicht lange so sein. Er hob den Arm und ließ mich eine Drehung um meine eigene Achse machen. Doch hatte das wieder zur Folge, dass ich in seinen Armen landete. „Kein Zweifel. Aber in diesem Fall überlass diese Entscheidung mir“, flüsterte er an mein Ohr. Was mir einen Schauer über den Rücken jagte. Ich hob leicht den Kopf und sah ihn entschlossen in die grauen Augen. „Vergiss es. Ich will die Wahrheit und zwar jetzt. Wenn du willst dass ich dir glaube, dann sag sie mir. JETZT!“, sagte ich und meine Stimme hob sich leicht dabei. Mit einem missmutigen Laut zog er mich an sich und drückte seine Lippen auf meine. Verblüfft riss ich die Augen auf, als er sich auch schon wieder von mir löste. „Die Wahrheit ist, dass ich das nur tat um dein Leben zu schützen. Denn es trachtet dir jemand nach dem Leben, wenn du in meiner Nähe bleibst“, eröffnete er mir und mit einem geschockten „WAS?!“ riss ich mich von ihm los.

Seine Augen sahen mich traurig an. „Tut mir leid“, meinte er und verließ den Raum.
 

Geschockt starrte ich auf die Stelle an der er bis eben noch gestanden hatte. Dabei liefen mir die Tränen in Strömen übers Gesicht. Nun bemerkte ich auch die anderen, die stehen geblieben waren und mich mitleidsvoll ansahen. Das war zuviel. Wütend schrie ich sie an: „Was ist? Noch nie jemanden weinen gesehen?“ Mit diesen Worten rannte ich hinaus in den Umkleideraum. Dort brach ich dann weinend auf einer der Bänke zusammen.
 

Fortsetzung folgt....

Eine aufregende Woche

Problemfall: Liebe
 

10. Kapitel
 

Eine aufregende Woche
 

Kaum hatte ich das Haus der Nagoyas betreten als auch schon Natsuki auf mich zu gelaufen kam. „Und wie war, deine erste Tanzstunde?“, fragte sie aufgeregt. Ich schlüpfte seufzend aus meinen Schuhen und antwortete: „Ganz schön, bis auf einen kleinen Haken.“ Das junge Mädchen sah mich fragend an. Lächelnd wuselte ich ihr durchs Haar. „Hey, meine Frisur! Menno jetzt muss ich mich wieder neu frisieren“, schimpfte sie und stapfte nach oben ins Badezimmer.
 

Ich sah ich vergnügt nach und ging dann in Richtung des Wohnzimmers, woher ich die Stimmen von Chiaki und Marron entnahm. „Na da bist du ja wieder! Und wie war es? Ich will alles wissen“, begrüßte Marron mich und holte mir was zu trinken. Ich ließ mich mit auf das Sofa fallen und starrte kurz vor mich hin. Ehe ich zu einer Antwort ansetzte. „Das Tanzen hat Spaß gemacht. Nur mein Partner war...“, ich stockte. „Ja?“, fragend sah Chiaki mich an. „Na ja, es war Noyn“, sagte ich immer leiser werdend. Die beiden sogen verblüfft die Luft ein.

„Das ist nicht dein ernst? Du machst bestimmt Witze“, schoss es aus Marron. Ich schüttelte entrüstet den Kopf. „Eins kannst du mir glauben. Da habe ich andere Sorgen.“

„Ich weiß, entschuldige“, murmelte sie verlegen. Chiaki legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Was mich viel mehr interessieren würde ist...warum er an einem Tanzkurs teilnimmt. Ich will ja nichts sagen. Aber kann er nicht tanzen?“, fragte er sarkastisch. Ich wurde leicht Rot, bei der Erinnerung, an die Show, die wir da abgeliefert hatten. „Das kann ich dir sagen. Tanzen das kann er.“ Und wie, fügte ich in Gedanken, grimmig hinzu. Als er bereits weg war, wurde ich noch von Daisuke bestürmt. Wie toll ich mich doch bewegen könnte und welche Leidenschaft in meinen Bewegungen lag. Dabei hatte ich das alles nur diesem Idioten zu verdanken.

„Und konntest du mit ihm reden?“, fragte Marron wieder. „Aber sicher doch. Ich kann noch immer nicht glauben, was er mir für eine billige Ausrede aufgetischt hat“, zischte ich zornig und trank das Glas Mineralwasser, vor mir, mit einem Zug aus.

„Was hat er dir denn erzählt?“

„Pah, das er mich mit seinem Verhalten doch nur beschützen möchte. Das mir jemand nach dem Leben trachtet“, lachte ich schrill und konnte nun meinen Tränen nicht zurück halten. „Warum...warum lässt es mich nicht einfach kalt. Er interessiert mich doch gar nicht“, schluchzte ich weiter und schlug die Hände vor das Gesicht. Ich spürte wie Marron sich neben mich setzte und den Arm um mich legte. „Bitte beruhige dich erst mal. Kann es nicht ganz einfach sein, dass du dich in ihn verliebt hast?“

Heftig schüttelte ich den Kopf. Was für ein Blödsinn, doch nicht in diesen Tölpel, eines Dämonenritters. „Bist du dir da so sicher?“, hakte sich ruhig nach. Ich wollte schon bejahen, hielt aber letztlich inne. War es wirklich so unwahrscheinlich? Nachdenklich starrte ich auf den Teppichboden und wischte mein Gesicht ab. „Ich...ich weiß es nicht“, erwiderte ich zögernd. Lächelnd strich sie mein Haar zurück. „Das ist doch nix schlimmes. Weißt du was, du gehst jetzt erst mal nach oben und machst dich frisch. Dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus“, schlug sie vor und gab mir ein Schubs in die richtige Richtung. Ich stolperte leicht nach vorne. Dann zwang ich mich zu einem Lächeln und tat was Marron vorgeschlagen hatte.
 

Kaltes Wasser berührte meine Wangen als ich mein Gesicht unter den Wasserhahn hielt. Tat das gut. Dann griff ich nach meinem Handtuch und schloss den Hahn zuverlässig. Während ich mir das Gesicht abtrocknete überlegte ich, ob Marron recht haben könnte. War ich wirklich in Noyn verliebt? Prüfend betrachtete ich mein Gesicht im Spiegel, so als würde ich so eine Antwort erhalten. Ein verbittertes Lachen entfuhr meiner Kehle. Welch Ironie.
 

Langsam ging ich in mein Zimmer und setzte mich auf den Fenstersims. Die Dunkelheit wurde immer dichter. Bald würde man das andere Haus nicht mehr sehen. Seufzend schaute ich auf meine Hände. Als mir der Kuss siedend heiß wieder einfiel. Oh Gott, meine Wangen begannen zu glühen. Bei dem Gedanken, was er in mir ausgelöst hatte. Noch jetzt durchlief mich ein Schauer. Aber war das gleich Liebe? Ach was, ich war einfach noch nie so geküsst wurden. Das sollte eigentlich alles erklären.
 

Plötzlich kam Natsuki ins Zimmer gestürmt. „Cindy, du musst unbedingt mitkommen!“, rief sie völlig außer Atem. „Ganz ruhig, Natsuki. Was ist denn los?“, fragte ich und glitt von der Fensterbank. „Mama und Papa wollen morgen mit mir in den Zoo gehen. Als Entschuldigung, das sie Samstag zu dieser Gala müssen“, schnatterte sie fröhlich weiter und ihre Augen strahlten. „Onkel Yamato und Tante Miyaco kommen auch mit. Ebenso ihr nerviger Sohn“, schloss sie weniger begeistert. Ich musste lachen. „Du scheinst ihn nicht so sehr zu mögen, wie?“

Heftig schüttelte sie den Kopf und ballte ihre kleinen Hände zu Fäuste. „Ganz bestimmt nicht. Dauernd macht er sich an mich ran und das seit ich denken kann. Mama sagte sogar mal, dass er mich bereits einen Heiratsantrag gemacht hatte, als ich als Baby gerade aus dem Krankenhaus kam. Kannst du dir das vorstellen. Der hat doch ein Loli-kom!“

„Einen Loli was?“

„Einen Lolita Komplex“, erklärte sie todernst.

Ich musste laut lachen. „Findest du das nicht ein bisschen zu krass? Wie alt ist dein Verehrer denn?“

„12. Also, alt genug um sich eigentlich für mich Mädchen wie dich zu interessieren“, knurrte sie brummig und setzte sich mit vor der Brust verschränkten am auf mein Bett.

Ich setzte mich neben sie und sah sie an. „Na ja, vielleicht fühlt er irgendeine besondere Verbindung zu dir“, erwiderte ich vorsichtig. „Verbindung?“, Natsuki sah mich an als hätte ich ein drittes Auge. „Der ganz sicher nicht. Er ist einfach nur pervers“, motzte sie weiter vor sich hin.
 

„Cindy!“ erklang plötzlich eine bekannte Stimme und mit einem `Plop´ stand Liel vor uns. Natsuki stieß einen geschockten Schrei aus und versteckte sich hinter mich. „Ups...da habe ich wohl nicht ganz aufgepasst. Aber komisch ich habe keine weitere menschliche Aura gespürt“, bemerkte sie und sah Natsuki nachdenklich an. „Hallo Liel. Darf ich dir Natsuki vorstellen, sie ist die Tochter von Marron und Chiaki Nagoya“, machte ich sie miteinander bekannt. „Natsuki. Das ist der Grundengel Lielle Hawk.“

Als Liel den Namen Marron hörte wurde ich Gesicht etwas bleich. Doch hatte sie sich schnell wieder im Griff. „Hallo Natsuki“, meinte sie freundlich. Das junge Mädchen nickte kurz. „Du musst keine Angst vor ihr haben“, lächelte ich und zog sie nach vorne. Was sie auch eher widerstrebend zu ließ. „Bist du ein guter Engel?“, fragte sie Liel zögernd. Die sah sie verblüfft an. Dann musste sie lachen. „Ja das bin ich. Keine Angst, ich arbeite für Gott.“ Natsuki atmete erleichtert aus. „Dann ist ja gut. Mama hat mir mal erzählt, dass sie einen gefallenen Engel kannte, der für den Teufel arbeitete.“ Liel sah sie wieder erstaunt an, schwieg aber.

„Hast du was dagegen uns kurz allein zu lassen, Natsuki?“, fragte ich sanft. Das Mädchen sah mich traurig an. „Okay...“

„Danke und sag deinen Eltern bitte nichts von ihr. Das ist unser kleines Geheimnis“, lächelte ich und legte den Zeigefinger auf die Lippen. Natsuki strahlte. „Okay, auf wiedersehen weißer Engel“, sagte sie und schloss leise die Tür hinter sich.
 

Ich stieß einen tiefen Seufzer aus. „Das war knapp“, bemerkte ich trocken und sah zu Liel auf. Die ihre Flügel verschwinden ließ. „Wem sagst du das. Aber warum hast du mir auch nicht gesagt, dass du nicht mehr bei diesem Dämonenritter lebst? Ich hätte beinahe Kopf und Kragen riskiert“, erwiderte sie scharf. Ich schluckte arg. Ich wusste es bis gestern mittag ja selber nicht, dachte ich und senkte meinen Blick. „Ach ist ja auch egal. Aber dieses Mädchen eben...“

„Sie schweigt ganz sicher“, wandte ich hastig ein. Liel nickte wissend. „Ja das weiß ich. Aber ich glaube ich muss dir jetzt auch mal was verraten. Marron war der Kaito vor uns und Natsuki...nun sie...sie war ihr Hilfsengel Fynn Fish“, eröffnete sie mir vorsichtig. „Bitte was?!“, ich starrte sie fassungslos an. „Es mag komisch sein. Ich weiß, aber der gefallne Engel von dem sie erzählte, war sie selber. Zwar wurde sie wieder im Himmel aufgenommen...doch beim letzten Gefecht gegen den Teufel...da warf sie sich schützend vor Marron und starb. Einem Gerücht nach wurde sie als ihre Tochter wiedergeboren. Offensichtlich ist es wahr. Das würde auch erklären, warum ich ihre Aura nicht gespürt habe...na ja, aber wenn sich nicht erinnert. Wird das schon seinen Grund haben“, schloss sie fest. „Hey, Moment mal...nun mal ganz langsam. Das Marron ebenfalls früher als Jeanne unterwegs war. Ist mir bekannt. Aber Natsuki ein Engel?“

„Ja natürlich. So unmöglich ist das gar nicht. Schließlich wurde Access sogar vier Jahre früher wiedergeboren. Access war der Hilfsengel von Chiaki“, fügte sie eilig hinzu. Ich nickte verwirrt. „Und als wer?“

„Tja, als der Sohn von Marrons und Chiakis Freunden. Als Shinji Minazuki...“
 

Fortsetzung folgt....
 

So na denn. *Buch zu klapp* Ich hoffe es hat euch zumindest etwas gefallen und ihr gebt mir ein Kommi dazu. *lieb guck* Würde mich wirklich freuen.

Also bis zum nächsten Mal.
 

Eure Urbena

Besuch im Zoo

11. Kapitel
 

Hallo, endlich kann ich ein neues Kapitel uploaden. Hatte echt Blut und Wasser geschwitzt weil ich gerade dieses Kapitel nicht finden konnte. Wo es doch so lang ist -.- *schluck*

Habe es aber doch gefunden.

Danke auch nochmal vielmals für die Kommis, letztes Mal.
 

Ein besonderer Dank gilt natürlich auch meiner Beta-Leserin Ceras ^^. Danke das du dich durch meine Fehler kämpfst.
 

Besuch im Zoo!
 

„...Und zwar als Shinji Minazuki.“

„Was?“, erschrocken wich Liel zurück als ich dies heraus posaunt hatte. Sie nickte zögerlich. „Ja, stimmt damit etwas nicht?“

Ich schüttelte heftig den Kopf, nickte dann aber wieder hastig. „Doch alles okay...aber ich kenne diesen Jungen. Ich habe ihn heute in der Tanzschule kennen gelernt.“

Verblüfft zog Liel die Brauen in die Höhe. „Echt? Was für ein Zufall.“ Ich nickte wieder. „Er irgendwie richtig nett. Aber das er ein Engel war...“

„...und das auch noch weiß“, fügte Liel hinzu und fuhr dann fort. „Er weiß von seiner Zeit als Engel. Mensch, Mensch was war Rill-sama froh, als er endlich fort war. Ein echt schwieriger Fall“, lachte sie amüsiert. „Außerdem ist er bis über beide Ohren in Fynn verliebt gewesen und er ist es immer noch.“

Nun musste ich auch lachen. „So ist das also. Er hat keinen Lolita Komplex. Er ist einfach in Natsuki verliebt, weil sie damals Fynn war.“

Liel nickte, dann mussten wir beide wieder lachen.
 

Nachdem wir uns wieder einbekommen hatten. Fragte ich Liel: „Jetzt erzähl aber, warum bist du hier?“

Der Engel stupste sich gegen den Kopf. „Ach ja, du musst unbedingt am Samstagabend auf der Ärztegala erscheinen, ich glaube da wird was furchtbares passieren“, erklärte sie aufgeregt. Ich sah sie seltsam an. „Und das weißt du jetzt schon?“ Sie nickte. „Ja, ich habe dafür ein Gefühl.“

Ich zuckte mit den Schultern. „Kein Problem. Ich wurde sowieso schon gebeten dort mit hin zukommen.“

Auf Liels Mund trat ein strahlendes Lächeln. „Das ist ja wunderbar. Aber du bleibt doch jetzt hier, oder? Nicht das ich dich schon wieder überall suchen darf.“

„Denke mal schon. Mit Noyn bin ich momentan ein wenig auf Kriegsfuß. Dieser Mistkerl...“, knurrte ich und blickte finster zum Fenster. „Huch, was ist denn passiert?“

„Er hat mich rausgeworfen, angeblich um mich vor Leuten zu schützen die mich töten wollen. Was für ein Humbug“, beantwortete ich ihr Frage lässig. Ihr Blick verdüsterte sich und ein leises: „Nicht schon wieder“ Kam über ihre Lippen. Fragend sah ich sie an. „Was ist?“ Sie schüttelte den Kopf. „Ach nix, schon okay. Ich will dich dann auch nicht weiter stören. Die machen sich unten sicher auch schon Gedanken, was du hier oben die ganze Zeit treibst“, grinste sie frech und verschwand, mit einem letzten Wortgruß.
 

Ich legte den Kopf schräg. Diese Engel waren doch irgendwie seltsam. Langsam stand ich wieder auf. Alles grübeln würde mir jetzt nicht weiter helfen, also könnte ich auch gleich wieder zu den anderen hinunter.
 

Dort traf ich sie wie zuvor an. Chiaki saß auf der Couch und schaute sich die Nachrichten an während Marron mit Natsuki am Tisch saß und ein Spiel spielte was ich nicht kannte.

Als die Kleine mich kommen sah, blinzelte sie mir verschwörerisch zu und ich tat es ihr gleich. Das Mädchen würde eindeutig dicht halten.
 

„Na, willst du mitspielen?“, fragte Marron und deutete mir an mich dazu zusetzten. Ich schüttelte den Kopf. „Nein heute nicht mehr, danke, das tanzen war doch recht anstrengend. Also wollte ich euch nur eine Gute Nacht wünschen“, erwiderte ich kurz entschlossen und nachdem sie mir dies ebenfalls gewünscht hatten, verschwand ich wieder nach oben. Irgendwie wollte ich auf einmal nur noch raus. Hinaus in die Nacht, die sich inzwischen über Momokuri legte. In meinem Zimmer verschloss ich die Tür und ging zum Fenster. Dort angekommen öffnete ich dies weit und schwang mich nach oben. „Ich weiß es gehört sich nicht, aber ich muss meine Fähigkeiten testen und wie ginge das besser, als bei diesem nächtlichen Ausflug. Deswegen bitte ich dich Gott. Hilf mir!“

Mit diesen Worten sprang ich hinaus, das Kreuz fest in der Hand.
 

Stark

Bereit

Unbesiegbar

Schön

Entschlossen

Mutig
 

„Yeah. Kaito Saint Jeanne is back und lehrt euch Dämonen das fürchten”, rief ich in die Nacht und schwang mich mit einer eleganten Bewegung auf das Dach eines benachbarten Hauses.

Es war ein Traum, das Gefühl der Schwerelosigkeit wenn ich von einem Gebäuden zum nächsten sprang. Es ließ mich meine Sorgen für einen Moment vergessen. Nix konnte dieses Gefühl der Freiheit toppen. Nicht einmal die Tatsache das ich beobachtet wurde.
 

Doch dies bemerkte ich nicht. Im Gegenteil, ich war so mit dem ausprobieren meiner Fähigkeiten beschäftigt, das ich nicht mal die näher kommende Liel bemerkte, bis diese mich zusammen schrie. „Verdammt und zugenäht. Glaubst du, diese Verwandlung ist zum spielen!?“

Überrascht zuckte ich zusammen und blieb mit dem Band das aus meinem Handschuh kam in einem Ast hängen. „Liel... erschreck mich doch nicht so“, jammerte ich und versuchte, das Band los zu bekommen. „Der Schreck wir bald dein kleinstes Problem sein! Weißt du eigentlich wie gefährlich das Dasein eines Kaitos ist? Du kannst hier nicht einfach so herumspringen“, schrie sie mich zusammen und kam mir dabei immer böser vor, sodass es kein Wunder war, das ich immer kleinlauter wurde. „Tut mir leid... aber irgendwie muss ich doch lernen, meine Fähigkeiten zu kontrollieren“, wandte ich zaghaft ein. Liel verwandelte sich in einen Grundengel, sprich nahm ihre menschliche Körpergröße an und seufzte ungläubig. „Das ist nicht dein ernst!? Ein Kaito weiß, wann sie sich wie zu verhalten hat. Da brauchst du kein Training, dass einzigste was du machen kannst, ist Sport zu treiben, um dich körperlich fit zu halten, alles andere ist reiner Selbstmord. Oder denkst du Gottes Kraft ist zum spielen gedacht?“, erklärte sie in gefasster Ruhe und zog spöttisch eine Augenbraue in die Höhe.

Ich ließ geknickt den Kopf hängen. Das hatte ich nicht bedacht und nun schämte ich mich für dieses naive und kidische Verhalten. Natürlich hatte Liel recht, es war äußerst dumm so unvorsichtig mit einer derartigen Kraft umzugehen. „Es tut mir wirklich leid. Es wird nicht wieder vorkommen“, wisperte ich und griff nachdem Haarband. „Lass es besser dran, irgendwie musst du doch ins Haus wieder rein oder wie willst du ihnen erklären das du Nachts noch draußen rum läufst?“, hielt Liel mich ab und gab mir ein Zeichen ihr zu folgen. Ich grinste in mich hinein. Liel machte zwar immer einen auf total streng und ätzend, war aber anscheinend richtig nett.
 

„Sag mal Liel, wie lange bist du eigentlich schon ein Engel?“, machte ich einen Anfang etwas von ihr zu erfahren. Doch ihr zuvor lächelndes Gesicht verdüsterte sich zusehends. „Das geht dich nichts an. Außerdem weiß ich das selber nicht. Ich bin es einfach und damit fertig“, speiste sie mich kurzerhand ab und lief stur weiter. Verwirrt sah ich ihr nach. Mit so einer Reaktion hätte ich nie und nimmer gerechnet. Was war denn so schlimm an der Frage?

Hastig lief ich ihr nach. „Liel, bitte sei nicht sauer. Ich wollte dich nicht verletzten“, rief ich unglücklich und versuchte sie einzuholen. Ruckartig blieb sie stehen. „Das hast du nicht. Aber ich würde es dir nicht mal verraten, wenn ich es wüsste. Im Himmel gibt es Gesetze und das gehört zu den wichtigsten. Es ist leicht für einen, der sich nicht dran erinnert... aber für die, die es tun kann es eine Qual sein...“, meinte sie immer leiser werdend. Dann hob sie den Kopf und deutete nach Rechts. „So da wären wir. Ich wünsche dir eine gute Nacht“, verabschiedete sie sich und verschwand im Dunkel der Nacht.
 

Am nächsten Morgen fühlte ich mich verdammt ausgelaugt. Anfangs hatte ich gar nicht einschlafen können, da ich die ganze Zeit an Liel und ihre Worte hatte denken müssen. Anscheinend war das Leben eines Engels auch kein Zuckerschlecken. Und dann wollten die Menschen immer nach ihrem Tod in den Himmel. Ob das wirklich so traumhaft war?

„Hey, Cindy, beeil dich. Wir wollen in einer halben Stunde los”, holte Natsuki mich aus meinen Gedanken und sah mich ungeduldig an. Ich schüttelte verwirrt den Kopf, ehe ich lächelnd nickte. „Ja keine Sorge. Ich war nur in Gedanken.“

„Du siehst auch gar nicht so gut aus. Hast du die Nacht nicht gut geschlafen?“, fragte Marron besorgt, die dabei war die Lunchboxen für den Tag in einem großen Korb zu verstauen. Chiaki sah neugierig von seiner Zeitung auf und nickte zustimmend.

Ich spürte wie ich leicht rot wurde und schüttelte den Kopf. „Nein es ist alles okay. Ich bin wohl einfach nur noch nicht richtig fit, nach so kurzer Zeit.“

Die Nagoyas sahen sich zweifelnd an, erwiderten aber nix weiter darauf.
 

Bald darauf klingelte es an der Tür und die Minazukis kamen herein. „NATSUKI SPATZ!“ war das erste was ich hörte und die Stimme erkannte ich sofort. „Lass mich in RUHE, Shinji!“, rief Natsuki entgeistert, kam zurück in die Küche gerannt und versteckte sich hinter mir. Der schwarzhaarige Junge kam hinterher, blieb aber sofort wie angewurzelt stehen, als er mich erkannte. „DU?!“ verblüfft starrte er mich an und zwinkerte mit den Augen, so als würde er träumen. „Ja ich...“, bemerkte ich trocken und tat so als wäre ich überrascht ihn hier zu sehen. „Wer hätte gedacht, das wir uns hier wiedersehen, was?“

„Ihr beide kennt euch?“

„Ja...durch die Tanzschule haben wir uns gestern kennen gelernt“, beantwortete Shinji Natsukis Frage. Diese sah mich skeptisch an, so das ich nur stumm nickte.
 

Im selben Moment kamen Chiaki und Marron zurück, diesmal in der Begleitung von zwei anderen Personen. „Mum... das ist das Mädchen, von dem ich euch gestern erzählt habe“, platzte Shinji hervor und deutete auf mich. „Ach tatsächlich. Das ist ja ein Zufall“, grinste der blonde Mann und begrüßte mich freundlich. „Hallo... wir sind Miyaco und Yamato Minazuki, unseren missratenen Sohn kennst du dann ja schon.“

„Dad“, empört starrte dieser seinen Vater an. Dem folgte ein Lachanfall der anderen und ich verbeugte mich höflich. „Guten Tag, ich heiße Cindy Thompsen.“

„Freut uns dich kennen zulernen“, meinte die schwarzhaarige Miyaco, Ehefrau von Yamato, ehe sie fort fuhr. „Sollen wir dann mal los? Sonst müssen wir wieder solange anstehen.“
 

Mit einem einstimmigen Nicken begaben wir uns alle zu den zwei Autos. Die Minazukis fuhren in ihrem schwarzen Audi vor. Während ich bei den Nagoyas mit, im silbernen Toyota, nachfuhr.
 

Nach einer dreiviertel Stunde fahrt hielten wir auf einem großen Parkplatz, vor den Mauern eines riesigen Geländes. An beiden Torseiten, jeweils auf einer Steinsäule saßen zwei Tiger und dazwischen war das Schild, mit dem Namen des Zoos. „Tierpark Haine“, las ich leise, während wir auf die Kassen zu gingen.

Natsuki, die neben mir lief strahlte übers ganze Gesicht. „Ich bin so froh, dass wir endlich hier sind. Mama und Papa haben es mir solange versprochen, aber immer kam Papas Arbeit dazwischen“, erzählte sie und schielte zu den Minazukis. „Aber auf den hätte ich verzichten können. Weißt du, Onkel Yamato und Tante Miyaco sind ja voll okay, aber Shinji kann ich nicht ausstehen. Ständig klebt er mir an der Backe und tut so, als wäre er bis über beide Ohren in mich verliebt. Das nervt soooooo“, seufzte Natsuki und wirkte richtig geknickt. Ich lächelte rücksichtsvoll. „Kann es nicht sein, dass er es wirklich ist? Ich meine, Jungs ärgern ein Mädchen immer gerne. Vor allem dann, wenn sie diese sehr gerne haben“, meinte ich sanft und hätte mich innerlich am liebsten geschlagen. Was redete ich da überhaupt für nen Unsinn. Ich hatte nicht mal selber einen Freund, noch nie einen gehabt und tat hier so, als wüsste ich Bescheid.

Natsuki lächelte schräg. „Danke Cindy. Aber bei dem ist alles verloren. Ständig sieht er auch anderen Mädchen nach, oder zieht über sie her. Das kann dann doch gar nicht ernst sein. Bestimmt macht es ihm nur Spaß, weil ich noch so jung bin“, entgegnete sie bitter. Ich zuckte ratlos mit den Schultern und erwiderte beiläufig: „Dafür das du ihn aber so ätzend findest beobachtest du ihn aber sehr gut. Man könnte glatt meinen, du seist Eifersüchtig.“ Ohne es zu wissen, traf ich damit genau ins schwarze. Aber Natsuki war dies noch nicht vollkommen bewusst und sie schwieg brummelnd.
 

Endlich im Park angekommen studierten wir den Parkplan. Das Gelände war wie erwartet ziemlichen groß und es würde schwer werden, alles zu schaffen. „Also, ich will unbedingt zu den Tigern“, bemerkte Natsuki und stemmte die Hände in die Hüften. Shinji sah sie erfreut an. „Das ist super. Und wenn sie frech werden, kann ich dich vor ihnen beschützen!“, rief er begeistert. Wir sahen ihn leicht mitleidig an, ehe Miyaco meinte: „Beachtet ihn einfach nicht.“ Dann sahen wir wieder in die Karte.
 

„Okay dann schlage ich vor das wir mit der linken Seite beginnen, bei den Terrarien. Dann gehen wir zu den Wildkatzen und so weiter“, sagte Ciaki und klappte den Plan zu und steckte diesen dann in seine Hemdtasche. Marron nickte. „Kein Problem... Vielleicht können wir unterwegs Shinji in einem der Terrarien absetzen. Dann hat Natsuki ihre Ruhe“, spottete Yamato und warf seinem Sohn einen amüsierten Blick zu. Dieser schnaubte eingeschnappt und schritt voran. Wir anderen folgten ihm mit leisem Gelächter.
 

Eine halbe Stunde später verließen wir den Bereich der Terrarien und traten in die pralle Sonne. „Das wird heute noch richtig heiß“, meinte Marron und trat neben mich. Ich nickte. „Scheint so... puh. Gegen die Kühle im Inneren ist das hier ein richtiger Schock“, stöhnte ich und hielt mir die Hand vor Augen. Die Brünette Frau lachte. „Nun mal nicht nachlassen. Du bist immerhin noch jung.“

Ich zog ne Grimasse. „Und wenn schon. Schwächen hat jeder.“
 

„Stimmt, aber dann verwandle sie in eine Stärke“, kam Shinji dazu, für den es leider keinen Platz im Terrarium gegeben hatte. Zum Leidwesen von Natsuki. „Hoho... große Worte von dir“, grinste ich und zog ihn noch 'ne Weile damit auf, während wir Richtung Raubtierkäfige wanderten.

Ein lautes Quieken lenkte mich von ihm ab. Natsuki war bis zur Absperrung gerannt und starrte nun in die Augen des eleganten Tigers, der sie gleichgültig musterte.

„Sei vorsichtig Natsuki. So ein Tier ist gefährlich, auch wenn es in einen Käfig gesperrt ist“ Chiaki ging zu seiner Tochter und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Diese nickte verstehend. Lange Zeit sahen sie und der Tiger sich schweigend an. Bis Natsuki leise meinte: „Irgendwie sieht der Tiger traurig aus. Ob er gerne hier ist?“

Mit einem sanften Lächeln erwiderte Chiaki: „Wer weiß. Aber er würde auch nur schwer in Freiheit überleben. Er hat nie gelernt sich selber zu verpflegen. Er würde wahrscheinlich verhungern, ehe der erste Winter vorbei ist.“

Natsuki nickte wieder. Dann hellte sich ihr Gesicht auf. „Weißt du was ich mal tun gerne würde, Papa?!“ Abwartend sah dieser auf seine Tochter herab. „Ich würde zu gerne mal so ein Tier füttern.“

Entsetzt blickten Marron und Chiaki sie an. „Das ist doch verrückt. Außerdem bist du noch viel zu jung dafür, das Tier könnte dich in Stücke fetzen!“ rief Marron aus. Miyaco legte ihrer Freundin eine Hand auf die Schulter. „Beruhig dich doch, es ist nur ein Wunsch, wo sie weiß das er nur schwer zu erfüllen ist. Sei es wie es ist. Lass uns lieber weiter gehen“, sprach sie auf sie ein. Marron nickte zustimmend. „Du hast Recht. Komm Natsuki wir wollen weiter“, rief sie ihrer Tochter zu und gingen dann langsam weiter.
 

Vorbei ging es an den Löwen, Hyänen, Zebras, Gnus, Giraffen, Elefanten wo sogar ein Warnschild stand, mit der Aufschrift: „ACHTUNG! ELEFANT WIRFT MIT SAND“, dann an den Käfigen der Affen, Gorillas als auch Pavianen vorbei.

Dabei verging die Zeit wie im Flug und auch die Sonne stieg immer Höher und brannte uns nun direkt auf die Köpfe. Ich war nur froh eine kurze Hose und nen Top angezogen zuhaben da ich mit mehr Kleidung mit Sicherheit geschmolzen, und in der Erde versickert wäre.
 

Kurz vor dem Haus der Vögel entdeckte ich einen Kiosk. „Ich bin mal eben beim Kiosk. Ich brauche Flüssigkeit!“ rief ich den anderen zu und bekam gleichzeitig eine riesen Bestellliste mit den Wünschen der anderen, die es sich bis zu meiner Rückkehr unter einem Schatten spendenden Baum gemütlich machten. Das warten in der Schlange vor dem Kiosk zog sich vielleicht hin. Inzwischen kam ich mir immer mehr wie ein Gummiball beim zerfließen vor. Und dann schienen manche Leute noch nie das Wort morgendliche Dusche gehört zuhaben. Deren Gestank raubte einem beinahe den Atem. Das hasste ich an der Hitze, sie verbarg einem auch keinen einzigen Geruch.

Nach etlichen Minuten konnte ich dann auch endlich die gewünschten Getränke besorgen und wollte gerade mit beiden Armen voll kühler Dosen zu den anderen, als ein gellender Schrei immer näher zu kommen schien.
 

Plötzlich erkannte man auch von wem. Ein Tierwärter und einige Besucher kamen in unsere Richtung gerannt. „Los verschwinden sie! Ein Tiger ist ausgebrochen!“, schrie der Wärter und flitzte an mir vorbei. Vor Schreck ließ ich die Dosen fallen und starrte auf den Tiger der um die Ecke bog. Aber Moment?! Das war doch der gleiche, wie der, den Natsuki doch vorhin so sehnsüchtig angeguckt hatte. Das erkannte ich an dieser einen, hervorstechenden Pechschwarzen Tatze.

Wie konnte der daraus kommen, schoss es mir durch den Kopf, während ich mich vorsichtig hinter einem Baum versteckte. Auch wenn das nicht viel bringen würde.
 

Aber ohne eine genaue Erklärung wechselte der Tiger urplötzlich die Richtung und stürmte nach hinten. Ich starrte ihm perplex nach, ehe mir aufging, dass es die Richtung war in der die anderen auf mich warteten. „Oh Gott, nein!“, entfuhr es mir und eh ich mich versah, rannte ich dem Tiger nach.
 

Dann sah ich sie. Anscheinend hatten sie von dem ganzen Tumult noch nichts mitbekommen, als plötzlich der Tiger aus einem Gebüsch sprang. Direkt auf Natsuki zu.

„NATSUKI!“

Überrascht drehten sich alle um, als auch sie den Tiger bemerkten. Natsuki schrie auf, als Shinji sich auch schon über das Mädchen warf und der Tiger durch ein Druckwelle zurück gestoßen wurde und bewusstlos liegen blieb.
 

Verblüfft sah ich vom Tiger zu den beiden Jugendlichen und dann wieder zurück. Das war doch nicht etwa...???

Doch auf einmal regte sich der Tiger wieder und noch etwas weiteres erklang. Und zwar das Piepen meines Kreuzes. Verständnislos holte ich es hervor und hielt es in die Richtung des Tigers. Der Ton wurde stärker. „Wie kann das sein? Ein Tiger vom Dämon besessen?“, leise verschwand ich aus dem Blickfeld der anderen.

Tiefdurchatmend drückte ich das Kreuz an meine Brust. Egal...ich muss ihn bannen. Denn das ist meine Aufgabe.
 

„Ich bitte dich Gott. Hilf mir!“
 

Stark

Bereit

Unbesiegbar

Schön

Entschlossen

Mutig
 

„Kaito Saint Jeanne...im Auftrag Gottes!“
 

Inzwischen hatte sich der Tiger wieder aufgerichtet und versuchte erneut auf Natsuki loszugehen. Die aber wurde von Shinji zurückgehalten. Auch beide Elternpaare waren auf der Hut und versuchten sich vom Tiger zu entfernen. Als dieser mit einem Satz lossprang.
 

In exakt dem selben Augenbölick jedoch wurde er wie durch ein Wunder zurückgerissen. „Na...na. Wohin denn so eilig“, fragte ich und hielt das Band fest in der Hand. Das ich das nicht lange durchhalten würde, bei einem 250 Kilogramm schweren, ausgewachsenen Tiger, lassen wir dabei mal außer Acht.
 

Der Tiger gab ein Knurren von sich. „Hey, wenn du dein Mittagessen nicht mochtest, beschwer dich bei deinem Wärter, nicht bei mir“, grinste ich frech und versuchte ihn von den anderen weg zu locken. Denn was ich gleich tun müsste, würde Natsuki gar nicht gefallen. Auch wenn es dem Tier nicht schadete.
 

„Na los, komm mein Kätzchen. Wir holen dir jetzt das richtige Fressi“, lächelte ich und ging dabei langsam zurück. Der Tiger hatte seine Augen zu schlitzen verengt und setzte einen Schritt nach den anderen auf mich zu. Wer uns so sah, musste unweigerlich denken, ich könnte nicht früh genug das zeitliche Segnen. Denn der Tiger ließ keinen Zweifel daran, dass er auf der Lauer lag.

Schön, wir entfernen uns immer weiter von ihnen, dachte ich erleichtert und sah kurz zu den anderen. Womit ich einen argen Fehler begann. Denn der Tiger bemerkte sofort meine Unachtsamkeit und ging zum Angriff über, indem er auf mich zusprang. Entsetzt sah ich ihn auf mir und schließlich über mir. Seine nicht gerade kleinen Tatzen neben meinem Kopf. Shit... so war das nicht geplant, verzog ich missfallend das Gesicht und starrte nicht gerade mutig in das aufgerissene Maul des Tigers. Als sein Atem mein Gesicht streifte, krauste ich die Nase. „Puh, hat dir noch nie jemand was von Mundpflege erzählt. Boah... da reichen keine zwei Tuben Odol“, würgte ich hervor und wandte mein Gesicht ab.

Aus seinem Rachen vernahm ich ein tiefes Knurren, als er auch schon seinen Kopf zu mir herunter beugte. Rasend schnell versuchte ich ihn zurück zu drücken und musste dafür meine ganze Kraft aufwenden. „Also nix für ungut, Süßer. Aber auch wenn mich Noyns Küsse nicht umgehauen haben...“, Lüge schoss es mir nebenbei durch den Kopf, „So scharf bin ich auch auf deine nicht.“ Mit diesen Worten leuchtete mein Kreuz auf und schleuderte den Tiger von mir runter. Erleichtert sprang ich auf und auch der Tiger kam auf seinen Tatzen zurück.

„Charlie!“

Hinter mir erklang die Stimme eines Mannes. Rasch sah ich zurück, anscheinend arbeitete er hier, denn er trug die Uniform eines Wächters. „Charlie... hör auf, du bist doch sonst nicht so!“, schrie er weiter und kam näher. „Bleiben sie zurück!“, rief ich dazwischen.

„Aber warum. Charlie ist ein so freundlicher Tiger...er würde nie jemanden etwas böse wollen“, entfuhr es dem Wärter und er trat neben mich.

Ich sah ihn neugierig an. „Sie sind sein Pfleger?“

„Ja... seit er geboren wurde. Deswegen kenn ich ihn doch so gut... Und das hier ist nicht sein wahres Wesen!“, antwortete er verzweifelt.

Ich nickte leicht. Er ist ja auch nicht er selbst, dachte ich und straffte entschlossen die Schultern. „Okay... bitte versuchen sie ihn weiter zu erreichen. Ich werde mich näher an ihn 'ran bewegen“, befahl ich und setzte meine Worte zugleich in die Tat um.

Während der Wärter weiter sanft auf den Tiger einsprach, der seine Stimme offenbar erkannte, schlich ich mich immer weiter an ihn ran. Dabei verwandelte ich mein Kreuz in ein Schwert und kurz hinter ihm rief ich: „Natsuki... Augen zu!“

Verwirrt sah das Mädchen mich an, dann wurden ihr die Augen aber schon von Shinji zugehalten.
 

So verlor ich keine weitere Zeit und versetzte mit einem „SCHACHMATT“ dem Tiger einen Stoß mit dem Schwert. Dieser fiel bewusstlos zur Seite und blieb liegen. Das Schwert verwandelte sich wieder in das Kreuz zurück und eine goldene Schachfigur lag auf dem Fell des Tigers. Ich hob sie auf und strich dem Tier sanft übers Fell. „Keine Sorge, er wacht gleich wieder auf“, sagte ich zum Wärter und drehte mich um. Mit einem letzten Blick auf die anderen verschwand ich in den Büschen.
 

Dort betrachtete ich die Schachfigur und seufzte still. So bemerkte ich auch nicht die Person weit über mir in den Ästen, die Boshaft grinste und mit einem Fingerschnippen verschwand.
 

Schließlich kehrte ich zurückverwandelt zu den anderen zurück. Die anscheinend mit einem Schreck davon gekommen waren. Zum Glück, dachte ich erleichtert. „Da bist du ja! Wo warst du denn?“, fragte Chiaki und starrte mich verständnislos an. Ich grinste verlegen. „Na ja, ich habe den Tiger gesehen und wollte Hilfe holen gehen. Aber anscheinend hat sich das inzwischen von selbst erledigt“, meinte ich und sah auf den Tiger der brav an der Leine neben seinem Wächter zurück zum Käfig ging.

„Hab ich irgendwas aufregendes verpasst?“, unschuldig blickte ich in die Runde, die nur aufstöhnte. „Was denn?!“

„Cindy... du bist ne Nummer“, stöhnte Shinji und schüttelte den Kopf.
 

Fortsetzung folgt...
 

Diesmal wirklich ^^ Habe das 12. hier und loade es in den nächsten Tagen hoch. Das auch noch vor meiner und eurer Rente ;)
 

Lg Urbena

Amelie

Als Problemfall: Liebe
 

12. Kapitel
 

Und wie versprochen, diesmal ohne ewige Wartezeit das neue Kapitel. Mein Dank an alle die noch treu dabei sind und mir ein Kommi hinterlassen. Trotz der langen Wartezeit ^^

Auch ein liebes Dankeschön an mein Beta.
 

Amelie
 


 

Nach diesem Vorfall beschlossen wir den Zoo besuch abzubrechen und woanders hin zufahren, wo wir in Ruhe picknicken würden.
 

So ging dieser Tag zu Ende und ich stellte erst Nachts im Bett fest, das ich meinen Tanzkurs hatte sausen lassen. Mit einem Schulterzucken kuschelte ich mich tiefer in die Decke und dachte, auch egal. Dieser Tag wird mich schon nicht umbringen. Somit schlief ich letztendlich ein und wurde erst am nächsten Morgen wieder wach, da natsuki mich weckte.
 

„Cindy, ich muss mit dir reden“, platzte sie hervor. Egal, ob ich schon richtig wach war oder nicht. Verschlafen rieb ich mir die Augen. „Was ist denn?“, fragte ich matt und fühlte mich irgendwie zerschlagen. „Es ist wegen Shinji. Der Gedanke hat mich die ganze Nacht wach gehalten“, bemerkte sie und klang in diesem Augenblick gar nicht wie eine acht Jährige. „Ich kann mir einfach nicht erklären, warum er mich gestern beschützt hat...na ja, gut, das schon. Weil ich die Tochter der besten Freunde seiner Eltern bin, oder weil ich noch Klein bin. Aber warum fühle ich mich seitdem so seltsam. Immer wenn ich denke, er ist doch sowieso nur ein Luftkissen, hab ich 'nen schlechtes Gewissen. Sonst war das nie so“, sprudelte es aus Natsuki hervor und dabei gestikulierte sie wie eine Wilde herum. Ich hatte Mühe mir ein Lachen zu verkneifen.

„Kann es nicht ganz einfach sein, das du ihn doch gar nicht sooo ätzend findest wie du immer behauptest, sondern das er vielleicht doch ganz okay ist?“, fragte ich rhetorisch und sah sie abwartend an. Natsuki legte den Kopf schief und machte einen nachdenklichen Eindruck. Dann schüttelte sie heftig den Kopf, so das ihre braunen Haare nur so flogen. „Unmöglich! Nicht Shinji...“, bemerkte sie fest und ging zur Tür. „Ach ich geh wieder. Du hast wohl auch keine Antwort.“

Ich starrte ihr baff hinterher. Diese kleine Göre, dafür hat sie mich nun aufgeweckt! Nur um dann beleidigt abzuziehen. Eins stand fest, ich würde niemals Kinder haben wollen. Die sind ja schlimmer als die Polizei erlaubt.

Mit einem Ruck schwang ich mich aus dem Bett. Einschlafen würde ich jetzt eh nicht mehr können. Konnte ich auch gleich aufstehen und mich auf heute Abend vorbereiten. Ob Noyn auch wieder dabei sein würde? Seufzend stellte ich mich unter die Dusche.
 

Der Rest des Tages verging auch wie im Flug. Und als es auf 19 Uhr zu ging, machte ich mich auf den Weg zur Tanzschule. Dabei spürte ich die gesamte Zeit ein nervöses kribbeln in der Magengegend. Vielleicht, weil auch Noyn da sein würde und ich wusste nicht, wie ich mich dann verhalten sollte.

Mit Schmackes betrat ich die Tanzschule und ging gleich zu den Umkleiden um in meinen Rock, das T-Shirt und die vorgesehenen Schuhe zu schlüpfen.
 

Kurz darauf betrat ich den Tanzsaal, wo auch wieder die anderen standen und mich überrascht anblickten. So als hätten sie nicht damit gerechnet, dass ich noch mal hier auftauchen würde. Suchend sah ich mich im Raum um. Doch dann ließ ich den Kopf sinken, er war nicht gekommen. Was hatte ich eigentlich erwartet?

Enttäuscht lehnte ich mich an die Wand und beobachtete die anderen, die sich anscheinend wunderbar unterhielten, sowie sie lachten und herum alberten.
 

„Hey, du bist doch die, die vorgestern mit diesem süßen Typ diese Show aufs Parkett gelegt hat, oder?“

Überrascht sah ich in die andere Richtung, in der direkt neben mir eine Rothaarige Schönheit stand und mich lebhaft anlachte. „Also wirklich, das war echt ein Erlebnis. Wo ist der Süße denn? Gestern war er auch nicht da“, plauderte sie sorglos weiter. Während ich mich erst mal innerlich sammelte. „Keine Ahnung. Wir kennen uns auch nur flüchtig“, erwiderte ich kurz und gab ihr damit zu verstehen, nicht weiter zu fragen, ja sogar zu verschwinden. Doch sie schien da anderer Meinung zu sein. „Ach so...sieh an. Hattest wohl nur ne flüchtige Affäre mit ihm, was? Ja so ist das mit diesen Kerlen. Vor allem wenn sie so gut aussehen. Echt furchtbar...benutzen uns Frauen wie Spielzeug“, rasselte sie vor mir runter ohne auch nur einmal Luft zuholen. Als sie nun schwieg, blickte ich sie direkt an und fragte: „Dürfte ich vielleicht deinen Namen erfahren? Du redest mir hier ein Ohr ab...ohne das irgendeine dieser Annahmen im geringsten der Wahrheit entspricht.“

Die Rothaarige lief Rot an. „Oh je, natürlich...wie peinlich. Meine Name ist Amelie und deiner?“

„Ich bin Cindy“, erwiderte ich mit versteckten Lächeln und schüttelte die mir dargebotene Hand. „Er war also auch gestern nicht hier.“ Nahm ich den Faden wieder auf. Amelie nickte, dann lehnte sie sich neben mich an die Wand und schaute auf ihre Schuhspitzen. „Schade...hätte gerne mal mit ihm getanzt“, grinste sie mich an und klemmte sich eine Strähne hinter Ohr. „Tatsächlich? So toll ist er gar nicht“, bemerkte ich wie nebenbei und winkte Daisuke dem Tanzlehrer zu, der mich eben entdeckt hatte. Amelie sah mich fragend an. „Nun ja, er ist ein Mistkerl, der nur an sich denkt und sich einen Dreck um die Gefühle anderer kümmert“, sagte ich und ließ meiner innerlichen Wut auf ihn freien Lauf. „Das glaube ich nicht. Ich habe euch sehr gut beobachtet, und so wie er dich angeguckt hat war einfach unbeschreiblich. So als würde es ihn innerlich ziemlich mitnehmen dich hier zu sehen“, erwiderte sie gelassen, zuckte dann aber die Schultern. „Ich kann mich natürlich auch irren.“
 

Mit einem freundlichen Gruß ging sie zu ihrem Tanzpartner zurück und ich sah Daisuke auf mich zukommen. „Holà Chica, wo hast du denn Noyn gelassen?“, fragte er mich mit einem strahlendem Lächeln. Ich versuchte auch etwas fröhlicher zu gucken. „Hallo Daisuke. Keine Ahnung...vielleicht hat er ja gemerkt, dass er keinen Kurs mehr braucht“, antwortete ich teilnahmslos. Der Tanzlehrer blieb stehen und legte den Kopf schräg. „Das kann sein. Aber er war schon immer ein guter Tänzer. Seit ich ihn kenne eigentlich...Ein Grund mehr warum ich nicht verstehe, dass er letztens teilgenommen hat“, sprach er mehr zu sich selbst.

„Wie lange kennst du ihn denn schon?“

„Oh... Zehn Jahre bestimmt. Eigentlich hab ich ihn kennen gelernt, kurz nachdem seine Verlobte verstorben war.“

Schon wieder seine Verlobte, schoss es mir durch den Kopf. Diese Frau lag wie ein Schatten über Noyn und schien ihn einfach nicht loszulassen. Egal, mit wem ich sprach... früher oder später ging es immer um seine ehemalige Verlobte. Das war doch nicht mehr normal. Wie konnte sich ein Mann nur von so was leiten lassen?

„Stimmt was nicht?“ Überrascht sah er mich an. Ich schüttelte zaghaft den Kopf. „Nein alles okay“, sagte ich leise und blickte nachdenklich an ihm vorbei. „Dann können wir ja anfangen. Mit wem tanzt du denn eigentlich?“

„Keine Ahnung... bin als Single unterwegs“, grinste ich frech. Das entlockte Daisuke ein vergnügtes Lachen. „Okay... dann machen wir das zusammen. Freu dich, du hast das vergnügen mit mir jeden Schritt vorzumachen, und gleichzeitig vom Meister persönlich geführt zu werden.“ Entgeistert verzog ich meine Miene. „Na super, darauf hatte ich die ganze Zeit gehofft,“ entrann mir ein stöhnen, welches dann aber auch im amüsierten Gelächter endete.
 

Die nächsten hundert Minuten vergingen mit großen Spaß, aber auch Fleiß und Schweiß. Denn auch wenn Daisuke ein wirklich hervorragender Lehrer war, konnte ich mich ihm nicht so anpassen wie Noyn damals. Am Ende des Unterrichts war ich fix und fertig, und ich war mir sicher das mir morgen sicher etliche Knochen wehtun würden. Wieso war das nicht auch vorgestern so gewesen? Oder war ich da einfach zu sehr von Noyn abgelenkt worden? Fragen die mit sicherheit mal wieder niemand beantworten würde. Seufzend zog ich meine Jacke an. Zuhause würde ich erst mal unter die Dusche gehen müssen.
 

Doch vor dem Eingang wartete Amelie und kam auf mich zu, als ich hinaus trat. „Hey, hast du Lust noch was mit mir trinken zu gehen? Ich lad dich auch ein!“, fragte sie und sah dabei so munter und frisch aus wie vor der Tanzstunde. Eigentlich wollte ich ablehnen, da ich doch ziemlich erschöpft war, doch dazu kam ich nicht mehr. Ohne eine Antwort abzuwarten hatte sie mich am Arm gepackt und über die Straße gezogen. „Warte doch mal! Man erwartet mich zu Hause...“, versuchte ich sie aufzuhalten, bevor sie mich energisch auf einen Stuhl drückte und keck zwei Cola bestellte, ehe sie sich mir gegenüber hinsetzte. „So... es gibt doch nix schöneres, als nach einem Kurs einen gemütlichen Plausch im Cafe“, lachte sie und legte das Kinn in beide Handflächen. Ich war einfach nur Sprachlos. Wie konnte man soviel Energie nach diesem Gehopse haben? Das konnte doch nicht gesund sein!

Kurz darauf kam die Cola und Amelie nahm einen großen Schluck. „Yeah...das zischt! Also, dann erzähl mal wo kommst du her? Ich höre doch an deinem Dialekt das du keine Einheimische bist“, sprudelte es aus ihr hervor und nebenbei spielte sie mit dem Strohhalm aus ihrem Glas herum. „Stimmt... ich komme aus Deutschland...“, begann ich um einige Dezibel ruhiger als sie, als sie mich auch schon wieder unterbrach. „ECHT?! Das ist ja der Hammer. Ich auch...komme aus Frankfurt am Main und du?“

„Wirklich, das ist ja lustig... aber ich bin aus München“, lachte ich überrascht. „Sieh an. Ein Weißwurscht-Mädle in dem kleinen Momokuri“, grinste Amelie und zwinkerte vergnügt. „Aber Hallo... lieber das, als nen Börsengirl“, konterte ich und streckte ihr die Zunge raus. „Touche...“, lachte Amelie sorglos und schlürfte ihre Cola weiter. Ich trank auch etwas aus meinem Glas und drehte es danach hin und her. „Wie alt bist du eigentlich?“, kam von mir die Frage.

Amelie spielte mir ihren Haaren, während sie antwortete: „Ich bin 18. Und ich sag es gleich. Ich lebe alleine hier...meine Eltern sind Tod, schon seit einigen Jahren. Ich arbeite in einer kleinen Bar als Kellnerin. Aber da man als Tänzerin mehr verdient, besuche ich den Tanzkurs hier.“ Verblüfft starrte ich sie an. „Das tut mir leid“, sprach ich ihr leise mein Beileid aus. „Ach nicht doch. Es ist schon so lange her“, winkte Amelie ab und sah aus dem Fenster des Cafes.

„Was ist das für eine Bar in der du arbeitest?“

„Nachtbar...“

Entgeistert betrachtete ich ihr Profil. Sie bemerkte es und grinste mich an. „Kein Grund zur Panik. Ist ein seriöser Laden...komm doch mal vorbei. Ist das „Blue-Demon“ ganz schnuckelig die Bude. Nur der Boss hat nen eigensinnigen Sinn für Humor. Außerdem hat er mir erst vor kurzem erlaubt, auch als Tänzerin zu arbeiten. War ja vorher noch keine 18.“ Mit einem Gesichtsaudruck der in keinster Weise ausdrückte was sie dachte, trank sie ihre Cola aus und wandte sich wieder mir zu. „Also nun da wir mein Leben geklärt haben, mal zu dir. Was machst du hier?“

„Na ja, bin bei Bekannten zu Besuch. Meine Eltern leben in Tokio und da der Ehemann von meinen Bekannten Arzt ist und am Samstag die Ärztegala stattfindet, wo ich auch teilnehmen soll, haben sie mich in die Tanzschule geschickt“, erzählte ich ruhig und trank nebenbei auch mein Glas leer. „WOW! Da kommst du wohl aus richtig gutem Hause, was?“, platzte Amelie hervor und lehnte sich gelassen zurück. Ich hob ruckartig den Kopf und senkte ihn gleich wieder verlegen. „Nein, eigentlich nicht. Ich komme aus einer einfachen Familie“, widersprach ich eilig. „Hey, kein Grund verlegen zu werden. Du kannst doch nix für deine Familie“, amüsierte sie sich. Irgendwie fühlte ich mich trotzdem nicht so gut und stand auf. „Vielen Dank für die Einladung, aber ich muss jetzt echt los“, erklärte ich leicht nervös. Amelie stand ebenfalls auf und winkte einem Kellner zu, um diese zu signalisieren, dass sie bezahlen wolle. „Kein Ding. Sollte ja auch gleich wieder zur Arbeit.“
 

Draußen wollte ich mich schon verabschieden, als sie mir mit einer neuen Idee zuvor kam. „Was hältst du davon morgen mit mir Shoppen zu gehen?“

„Also...na ja, ich hab momentan kein Geld. Vielleicht ein ander mal“, lehnte ich zögernd ab. „Schade. Kann man halt nix machen. Wir sehen uns aber morgen wieder beim tanzen oder?“

Ich nickte. „Super... also, bis dann.“ Und ehe ich was erwidern konnte, war sie um die Ecke verschwunden.
 

Als ich kurz darauf das Haus der Nagoyas betrat, hörte ich aus dem Esszimmer laute Stimmen. „Das kannst du nicht tun?!“, hörte ich Chiaki aufbrausend sagen. „Rede mit ihr! Weißt du eigentlich wie sich ein Mädchen in so einem Augenblick fühlt? Sie liebt dich, verdammt“, erklang Marrons Stimme.

„Du machst einen großen Fehler, mein Freund“, stieß Chiaki aus, während ich mich neugierig und leise dem Esszimmer nährte. „Ich mache garantiert keinen Fehler. Ich habe damals einen Fehler gemacht, als ich Sabrina nicht alleine in ihre Welt zurückkehren habe lassen. Nur deswegen war sie damals gestorben. Das lasse ich kein zweites mal zu. Nicht mit ihr! Und wenn ich dafür anfangen muss, sie zu hassen!“

Geschockt blieb ich stehen, als ich die Stimme erkannte. Das war doch Noyn... aber was erzählte er da? Zitternd lehnte ich mich an die Wand.

„Und du denkst das wäre die richtige Entscheidung? Das ist doch lächerlich, willst du denn dein Leben lang alleine bleiben?“

„Chiaki du solltest am besten wissen das ich kein richtiges Leben habe“, lachte der Dämonenritter trocken.

„Aber sie könnte dir dazu verhelfen“, widersprach Marron in ihrer sanften Art. Dann wurde es Mucksmäuschen still darin, bis plötzlich ein Stuhl zurück geschoben wurde und man Noyn sagen hörte: „Das ist Schwachsinn. Ich liebe sie doch gar nicht! Im Gegenteil, sie ist doch nichts weiter als ein Klotz am Bein.“

Dann verließ er den Raum nur um kurz darauf im Flur wieder stehen zu bleiben.

Mit geweiteten Augen starrte er mich an...“Du...“
 

Fortsetzung folgt....
 

Ich bin fies und ich mag es. *teuflisch grins*

Also bis zum nächsten Kapitel, das schon brav auf dem PC wartet ^^
 

Eure Urbena

Auch ohne dich!

Hallo meine lieben LeserInnen und Leser!

Das neue Kapitel ist on und ich bin soooo froh, dafür keine Monate gebraucht zu haben ^^ *schwitz*

Auch wieder einen ganz dickes Dankeschön, an Ceras meine Beta. Du bist super ^^
 

Natürlich gilt mein Dank auch den treuen leser von "AP:L" *verneig*

Nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem 13. kapitel
 

13. Kapitel
 

Auch ohne dich!
 

Böse blinzelte ich den Dämonenritter an und lachte bitter. „Ich bin dir also nur ein Klotz am Bein gewesen? Gut zu wissen, aber darf ich dich daran erinnern, das ich mich nicht darum gerissen habe bei dir zu sein!“, fauchte ich und ballte meine Hände zu Fäusten. Arrogant warf ich meinen Kopf hoch und fuhr fort: „Im Gegenteil es war die Hölle. Warum sollte ich auch bei dir sein wollen, du hast ja nur so ne dämliche Sabrina im Kopf. Verreck doch in deinem Selbstmitleid!“ Wütend drehte ich mich auf dem Absatz um und ging die Stufen nach oben. In der Mitte hielt ich aber noch einmal inne. „Komm mir bitte nicht mehr unter die Augen.“ Damit lief ich die restlichen Stufen hinauf und knallte die Tür hinter mir zu.

Das Noyn unten wie vor den Kopf gestoßen dastand und mir nach starrte, bekam ich nicht mit. Wenn dem so wäre, wäre es mir auch egal gewesen. Chiaki lehnte an der Tür und sah den Dämonenritter ernst an. „Ihre Reaktion ist wohl zu Recht gewesen. Du musstest es ja nicht gleich so ausdrücken. Ich kann verstehen das sie verletzt ist“, sprach er und machte Noyn damit kein leichteres Gewissen. Marron setzte noch eins mit drauf und nickte. „Ich gebe Chiaki Recht. Noyn du kannst nicht immer in der Vergangenheit leben. Inzwischen solltest du das wissen“, fügte sie dazu und ihr Blick wirkte Traurig. Noyn wandte sich den beiden halb zu. „Ich habe doch keine andere Wahl. Glaubt ihr wirklich, das jemand der den Teufel hintergeht und dazu beiträgt seinen Sohn zu vernichten auch nur die kleinste Hoffnung haben darf, Glücklich zu werden?“ Direkt ansehend fuhr er fort: „Egal wen oder wann ich jemanden finde, der mir mehr bedeutet als mein Leben. Ich werde diese Person ins Unglück stürzen. Ihr wisst, dass Cindy bei mir in Gefahr ist. Lasst ihr den Schmerz und den Hass, er wird ihr das Leben retten.“ Damit hob er die Hand zu Gruß und verschwand vor den Augen des Paares aus dem Flur. Marron seufzte schwer: „Wieso will er nicht verstehen?“ Chiaki legte den Arm um die Schultern seiner Frau und lächelte leicht. „Inzwischen sollten wir doch wissen, dass er zur komplizierten Sorte Mann gehört. Ich denke wir werden kein einziges Mal erleben, an dem es bei ihm nicht nach Seifenoper riecht“, witzelte er und wurde dafür von Marron böse angefunkelt. „Das ist nicht witzig, Chiaki! Er soll auch endlich glücklich werden!“ Ihr Mann lachte. „Ach Schatz, das will ich doch auch. Aber du musst zugeben: Bei Noyn wird es nie leichter.“ Dem konnte sie nichts hinzufügen, denn sie wusste dass er die Wahrheit sagte. Trotzdem störte es sie und das nicht zuletzt weil sie es nicht mochte wenn Chiaki Recht behielt.
 

Ich hockte derweil auf meinem Bett und heulte wie ein Schlosshund. Liel, die neben mir saß, blickte still zu Boden. Ich spürte nicht wie sehr es in ihrem Kopf brodelte. Der Engel fühlte sich seltsam und traurig zugleich. Konnte sich aber keinen Reim darauf machen, sie hatte nur den Befehl sich von Noyn fern zu halten. Warum hatte man ihr zwar nicht mitgeteilt, doch es musste einen Grund geben. Doch welchen?

Zögernd sah sie zu mir und berührte sanft meine bebenden Schultern. „Bitte hör auf zu weinen. Ich weiß es ist viel verlangt. Doch du darfst dich jetzt nicht nur von deinen Gefühlen leiten lassen. Du bist unsere einzige Hoffnung!“, sprach sie auf mich ein und ich schielte zu ihr rüber. „Ist das euer einziges Problem da oben? Bin ich für euch nichts als ein Werkzeug?“, zornig richtete ich mich auf und starrte den Engel entgeistert an. Diese wich zurück und senkte betroffen den Blick. „Natürlich nicht. Zumindest für mich bist du das nicht. Aber die Liebe zu einem Dämon? Cindy das ist Wahnsinn! Das sind Mörder! Sie töten alles Gute auf dieser Welt und nichts als Trauer bleibt dort zurück, wo sie wüten“, rief sie erregt und richtete sich vor mir auf ihre volle größe auf. Mich beeindruckte dies kein Stück und selbst wenn es so war. Noyn gehörte nicht mehr zu ihnen, dass spürte ich tief in meinem Herzen. Doch warum er mich deshalb trotzdem so Eiskalt behandelte verstand ich nicht. Genauso wenig meine Gefühle für diesen Mann. „Er ist in Wahrheit nicht so ein grausamer Dämon. Ich weiß das Liel, bitte vertrau mir“, bat ich leise. „Bitte Vertrau mir, so wie ich dir vertraute als wir uns das erste Mal trafen.“ Liel ließ sich auf einen Stuhl fallen und seufzte. „Also gut. Aber gehe bitte kein Risiko ein. Vergesse niemals was er mal war und ein Dämon bleibt ein Dämon. Ich habe noch nie ein anderes Beispiel getroffen.“ Warnte sie mich und hielt nach den letzten Worten inne. Irgendetwas schien sie zu verwirren, doch sogleich hatte sie ihre ruhige und lässige Art zurück. „Sag mal, was hältst du davon wenn wir heute Abend einen Drauf machen?“, schlug sie begeistert vor und grinste über das gesamte Engelsgesicht. Ich sah sie weniger enthusiastisch an. „Ja Klasse, super Idee. Ich habe nur keine Lust. Außerdem kenne ich eh kein Lokal…“, begann ich, brach aber sogleich ab. Das stimmte so nicht. Amelie hatte mir doch heute eins genannt, dann könnte ich doch da mal rein schauen. Abwechslung würde mir gewiss nicht Schaden, also stimmte ich Liel doch zu und diese tanzte wie verrückt durch mein Zimmer, während ich unter die Dusche sprang und schließlich Ewigkeiten brauchte um mich fertig zu machen. Ich war gerade beim Schuhe anziehen als Marron eintrat. „Huch wo willst du denn hin?“, fragte sie verwundert und Liel hatte sich gerade noch Rechtzeitig aus dem Staub machen können. Wir wollten uns gleich an der Straßenecke treffen. „Ich habe beschlossen mir zu amüsieren. Auch wenn Noyn mich verletzt hat, er soll nicht denken das ich mich zu Hause verkrieche“, erwiderte ich finster und griff nach einer kleinen Handtasche. Marron blickte zweifelnd drein: „Du weißt was Noyn ist, oder?“ Überrascht sah ich ihr ins Gesicht. „Das er ein Dämonenritter ist? Klar weiß ich das. Trotzdem gibt ihm das noch kein Recht so über mich zu reden“, seufzend fuhr ich mir mit der Hand durchs Haar. „Versteh mich nicht Falsch. Vielleicht denkt ihr jetzt, ich empfinde mehr für ihn als gute Freundschaft. Aber…“ Marron unterbrach mich lächelnd: „Du musst mir nichts sagen. Das ist alleine eure Angelegenheit, aber solltest du Hilfe brauchen, kannst du dich jederzeit an uns wenden. Mit Noyn wurde ich schon immer fertig.“ Nun musste ich auch lachen. „Danke Marron. Ihr ahnt nicht wie dankbar ich euch bin hier wohnen zu dürfen!“, sagte ich und meinte das auch vollkommen ernst. Sie nickte bloß. „Also dann will ich dich nicht weiter aufhalten. Wenn es spät wird, ruf ruhig an. Wir holen dich sonst ab“, bot Marron an und ließ mich als erste in den Flur treten. „Okay ich werde es mir merken. Aber ich bleibe sicher nicht lange weg. Will nur erstmal den Kopf frei bekommen“, verabschiedete ich mich und lief aus dem Haus. Draußen rannte ich zur Straßenecke wo Liel auf mich warten wollte und als ich sie sah, blieb ich verdutzt stehen. Vor mir stand kein Engel. Die junge Frau wirkte eher wie ein typisches Partygirl in ihrem glitzernden Kleidchen und die Hochgesteckten Haare ließen nur einige dünnen Strähnen ins Gesicht fallen. Liel lachte laut als sie mein überraschtes Gesicht sah. „Was hast du denn erwartet? Das ich im Flattergewand und Flügeln Party mache?“, sie drehte sich im Kreis und fragte grinsend: „Und was sagst du? Sieht doch echt geil aus, oder?“ Ich nickte stumm und mir fiel es schwer vorzustellen, was Gott dazu sagen würde. „Dann lass uns endlich los. Ich kann es kaum erwarten endlich wieder mal tanzen zu gehen“, freute Liel sich und trieb mich an. Langsam machte ich mir echt Gedanken darüber, ob sie mir wirklich helfen oder einfach nur feiern gehen wollte? Seufzend folgte ich ihr durch die Straßen von Momokuri, bis in die Stadt wo wir uns zum „Blue-Demon“ durchfragten.
 

Dort angekommen schlug uns schon die laute Musik entgegen und da es noch früh am Abend war konnten wir ungehindert hinein. Erst später würde es schwierig werden hier rein zu kommen. Drinnen mussten wir uns kurz an das schummrige Licht und das laute Getöse der Musik gewöhnen. Doch bald merkte ich das Liel ganz in ihrem Element war und mit einem kurzen Wink in der Menschenmenge verschwand. Da stand ich nun. Alleine und verloren in Mitten einer Gruppe junger Leute die sich zur Theke drängten. Seufzend begab ich mich dort auch hin, vielleicht hatte ich Glück und Amelie war schon dort.

Und ich hatte Glück. Die Rothaarige war gerade dabei für einen jungen Mann ein Bier zu zapfen und lachte als er etwas sagte. Gelassen kam ich näher und hob zum Gruß die Hand als Amelie mich erkannte. „Aber Hallo! Hätte nicht gedacht das du mich so schnell besuchst“, rief sie über den Krach hinweg und schob mir auf meine Bitte eine Cola zu. Ich zuckte mit den Schultern. „Mir war einfach danach“, erwiderte ich gedehnt und bemerkte das mich der Typ dem sie das Bier gegeben hatte anstarrte. Genervt wollte ich eine spitze Bemerkung machen, als er lächelnd zu mir vor rückte und meinte: „Das ist typisch Amelie. Die süßesten Mädchen verrät sie nie." Amelie seufzte gespielt und sah den jungen Mann spöttisch an. „Beachte ihn gar nicht. Jeremy ist zwar nett, aber ein Herzensbrecher. Am Besten du gehst ihm aus den Weg“, warnte sie mich und ich winkte ab. „Danke, aber die Warnung ist unnötig. Von Männern habe ich die Faxen dicke“, warf ich fest ein und bekam ein betroffenes Gesicht von Jeremy zu sehen. „Och… so schlimm sind wir doch gar nicht. Ich bin echt nicht so schlimm wie dieses Rote Gift hier erzählt!“, konterte er gekränkt und Amelie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. Ich zuckte wieder mit den Schultern und drehte mich der Tanzfläche zu. Liel tanzte noch immer Ausgelassen und bekam nichts weiter mit. Dafür ich leider umso mehr. An der Tür entdeckte ich Silk und wäre beinahe vom Barhocker gerutscht. Was will der denn hier? Der war doch noch ein Kind! Doch ohne Probleme kam er hinein und blickte sich neugierig um. Oh Gott, wenn er mich sieht! Panisch drehte ich mich wieder der Theke zu und klammerte mich an mein Glas. Jeremy sah mich von der Seite irritiert an und wagte einen Blick nach hinten. Natürlich konnte er nichts Ungewöhnliches feststellen und beugte sich neugierig zu mir vor. Niemand ahnte, dass dies eine Verkettung dummer Missverständnisse auslösen würde.
 

Bevor Jeremy etwas sagen konnte, wurde er an der Schulter angetippt und ahnungslos drehte er sich um. Seine blauen Augen weiteten sich erschrocken als er die Person anblickte. Ich spürte nur einen Schauer über den Rücken laufen und wagte kaum mich umzudrehen. Doch schließlich tat ich es und kniff ärgerlich die Augen zusammen. Vor Jeremy stand live und in Farbe der werte Herr Dämonenritter und seine Laune war auf dem gefährlichen Tiefpunkt, wie man so schön sagt. Sein Blick hätte Jeremy eigentlich vom Hocker werfen sollen oder zumindest zu Boden sinken lassen. Doch dieser hatte sich inzwischen von seinem Schreck erholt und lehnte sich lässig zurück. „Hallo Mister! Tut mir Leid, habe ich ihnen etwas getan, das sie mich so Böse anstarren?“

Ich biss mir unweigerlich auf die Lippen und warf Noyn einen zögerlichen Blick zu. Der sich nun auch mir zuwandte. „Ich fasse es nicht, dass ich mir wirklich Sorgen um dich gemacht habe. Das ich das Gefühl hatte, dass ich dich wirklich verletzt habe“, zischte er und funkelte mich sauer und getroffen an. Ich rutschte vom Hocker und sah Noyn ruhig an. „Was hast du denn erwartet? Das ich mich irgendwo verkrieche?“ Statt einer Antwort, ging Jeremy dazwischen und legte den Arm um meine Schulter. Böser Fehler wie er gleich merken würde. „Nun reg dich…“, weiter kam der Sunnyboy nicht. Ehe er seinen Satz beenden konnte, flog er im hohen Bogen über die Theke und landete am anderen Ende unter schmerzen Stöhnend auf dem Boden. Noyn hatte sich kein Stück bewegt, sah ihm aber grimmig nach und griff nach meinem Arm. „Wir gehen!“, befahl er und zerrte mich aus dem Lokal. Wütend wehrte ich mich gegen seinen Griff und stemmte mich dagegen. „Nein, lass mich los! Du Mistkerl, ich habe gesagt du sollst…“ schrie ich und versuchte nach ihm zu treten. Ehe ich mich versah standen wir draußen und Noyn lockerte seinen Griff ein wenig. Aber doch nicht ganz, weil er wohl befürchtete das ich weg laufen würde. Was er gut erkannte. „Halt diesmal einfach den Mund, okay? Ich bin nicht hier um mich weiter von dir an der Nase herum führen zu lassen!“, fauchte er und seine Augen schienen zu glühen. Baff starrte ich ihn an. Ich sollte ihn an der Nase herum führen? Das wurde ja immer bunter, wer hatte mich denn wie eine heiße Kartoffel fallen lassen? Das tat ich ihm auch Kund. Noyn presste die Lippen zusammen und senkte den Blick. „Ich weiß, aber es gibt für uns keine Zukunft“, entgegnete er bitter und sah mich direkt an. „Als ich das Nagoya Haus verließ. Habe ich Silk von dem Streit erzählt und er meinte ich solle zu dir…“
 

~Flashback~

Zu Hause angekommen ließ Noyn sich auf das Sofa fallen und legte einen Arm über das Gesicht. Er hatte sie verletzt, dass wusste er und es schmerzte ihn, auch wenn er sich fragte warum. Er liebte sie doch gar nicht! Oder? Silk kam ins Wohnzimmer geschlichen und sah seinen Meister schweigend liegen. „Noyn-sama? Was ist los?“, fragte er vorsichtig und trat ein Stück näher. Sein Meister nahm den Arm runter und sah seinen Diener ausdruckslos an. „Es ist nichts Silk, ich habe es nur mal wieder verbockt“, antwortete er und sah zur Decke. „Aber ihr macht doch sonst nie einen Fehler!“, rief Silk erschrocken und erntete ein trockenes Lachen. „Ich mache mehr Fehler, als sonst irgendein Mensch. Wenn ich das so sagen kann“, erwiderte dieser und richtete sich auf. Sein Blick hing auf Silks Gesicht. Er überlegte ob er seinem Diener seine Sorgen anvertrauen sollte. Letztlich entschied er für Ja. Silk stand schon so lange in seinem Dienst und war immer Treu gewesen. So erzählte er von dem Streit und wie es dazu kam. Silk hörte aufmerksam zu und überlegte am Ende. „Ihr habt Gefühle für sie, Meister. Ich weiß es einfach, ihr seid zwar Grausam gewesen, aber letztlich hat eure menschliche Hälfte gesiegt. Warum musstet ihr so Gemein sein. Ihr könntet sie doch beschützen!“ Noyn schwieg für einen Moment und lächelte wehmütig. „Leider ist das nicht so einfach, Silk. Du weißt der Teufel ist stark und er hat bereits seine Lakaien auf mich angesetzt. Ich darf das Risiko nicht eingehen“, schloss er und seufzte. Silk schüttelte vehement den Kopf. „Das ist nicht wahr! Ihr müsst zu ihr! Auch wenn ihr es noch nicht glauben wollt. Ihr liebt sie und darum müsst ihr Cindy helfen!“ Der Dämonenritter starrte seinen Diener perplex an. Warum konnten es die anderen so viel leichter ausdrücken als er selbst? Warum erkannten sie die Dinge so viel schneller als er? „Also gut, ich gehe zu ihr“, gab er nach und löste sich erneut in Luft auf.
 

~Flashback Ende~
 

„Und da du nicht bei Marron und Chiaki warst. Haben wir wie verrückt nach dir gesucht. Erst dein Geruch hatte Silk auf deine Spur gebracht!“ Ich verzog das Gesicht. „Das klingt als würde ich stinken“, murrte ich und Silk schüttelte hastig den Kopf. „Nein, nein. Aber jeder hat seinen eigenen persönlichen Geruch“, erklärte er hastig. Ich nickte und wandte mich wieder Noyn zu, der auch sogleich weiter sprach: „Aber das du dich gleich an den Nächst besten schmeißt. Das hätte ich nicht von dir erwartet.“ Ich spürte Wut und Trauer in mir aufsteigen. Wie konnte er es wagen mir Vorhaltungen zu machen? „Ich habe mich an niemanden geschmissen. Ich hatte gerade mal ein paar Worte mit ihm gewechselt. Warum kümmert es dich überhaupt? Ich bin dir doch eigentlich vollkommen Egal!“, schrie ich den Schluss heraus und nun konnte ich die Tränen nicht zurückhalten. Noyn sah mir gequält zu und diesmal wusste er es genau. „Das ist nicht wahr. Ich…ich liebe dich. Deswegen kann ich es nicht ertragen, dich bei einem anderen zu sehen“, bekannte er und zog mich an sich. Zur gleichen Zeit trat Liel nach draußen und starrte entsetzt auf den Dämonenritter…
 

Fortsetzung folgt...
 

Diesmal ohne viele Worte, außer schreibt mir bitte bitte Kommis *ganz lieb schau*
 

Eure Urbena

Ein Engel wendet sich ab

Huhu, da staunt ihr was? Es sind mal gerade 8 Tage um und Urbena lädt das nächste Kappi hoch! ^^

Zumindest gebe ich mir mühe euch nicht mehr ganz solange warten zu lassen.
 

Jetzt will ich aber nicht weiter plaudern, lest einfach selber wie es mit unserem süßen Dämonenritter und Cindy weiter geht ^^

Have Fun!!!
 

14. Kapitel
 

Ein Engel wendet sich ab
 

Liel sah entsetzt auf uns und schlug die Hand vor den Mund um einen Aufschrei zu unterdrücken. Doch ein kleines Quieken konnte sie nicht verhindern und verwundert drehte ich mich um. Als ich den Engel sah, leuchtete mein Gesicht auf. Was sich aber sogleich wieder verfinsterte als mein Blick auf ihr geschocktes und zugleich panisches Minenspiel fiel. Auch Noyn folgte meinen Augen und hielt wie erstarrt inne. Liel wich zurück und machte eine abwehrende Handlung. „Schau mich nicht an“, rief sie und wandte das Gesicht ab. Ich verstand nur Bahnhof und spürte das Noyn seine Haltung versteifte. „Was ist hier los?“, fragte ich zögerlich, erntete aber keine klare Antwort. Im Gegenteil, Liel wurde beinahe hysterisch als sie sich umdrehte und kurz bevor sie wegrannte schrie: „So solltest du mich nie wieder sehen. Das war doch die Bedingung!“ Dann verschwand sie in den engen Gassen von Momokuri. „Liel!“, meinen Ruf hörte sie gewiss nicht mehr, aber er entschlüpfte mir trotzdem und als ich folgen wollte, hielt Noyn mich davon ab. „Warte Cindy! Wer war das?“ Ich biss mir unwohl auf die Lippen als ich den Mann ansah und überlegte ob ich alles sagen sollte. Entschied mich letztlich aber dagegen. Offenbar wollte sie wirklich nicht das Noyn sie sah. „Liel ist meine Freundin. Ich habe sie kennen gelernt als ich damals dein Haus verlassen hatte. Sie hatte mir in einer schwierigen Situation geholfen“, antwortete ich vage und spürte das Noyn auf mehr hoffte. Doch als ich die schwierige Situation erwähnte sah er mich verärgert an. „Du hattest ein Problem und erzählst mir erst jetzt davon? Warum rückst du mit den wichtigsten Dingen immer erst am Schluss raus?“, beschuldigte er mich verärgert und wirkte tatsächlich beleidigt. Ich starrte ihn regelrecht mit offenem Mund an. „Das ist nicht dein ernst? Du bist doch auch ein Geheimniskrämer“, warf ich zurück und verschränkte eingeschnappt die Arme. Wie zwei sture Esel starrten wir uns so vor dem „Blue-Demon“ an.
 

Währenddessen breitete Liel völlig aufgelöst ihre Flügel aus und flog zu einem ihrer Verstecke, das in der Nähe des Strandes lag. Das rauschen des Meeres beruhigte ihr aufgewühltes Gemüt. Zitternd zog sie ihre Beine an und umschlang sie mit den Armen. Ihre Hochsteckfrisur hatte sich gelöst und fiel in leichten Wellen in ihr Gesicht, das Tränenverschmiert vor sich hinstarrte. „Jetzt ist alles aus. Oh, warum habt ihr mir nicht alles gesagt Rill-sama?“, schluchzte sie blinzelnd. „Warum habt ihr mir nicht gesagt was uns verband? Das ist grausam.“ Weinend verbarg sie ihren Kopf im Schoß und ruckte erst wieder hoch, als sie etwas sanft an der Schulter berührte. Erschrocken starrte der Engel den Jungen an der sie betroffen ansah und ungeschickt ein Taschentuch hinhielt. Zögernd nahm sie es unter einem geflüsterten „Danke“ an und schnäuzte sich lautstark. Als sie wieder hochblickte erkannte sie auch bei wem es sich um den Jungen handelte. „Was willst du von mir Silk?“, fragte sie abwehrend und ihr wäre es am liebsten gewesen, wenn er gleich wieder verschwunden wäre. „Ihr erinnert euch also wirklich noch an mich?“, gab der Junge ruhig wieder und Liel sah ihn ausdruckslos an. „Wir haben euch vermisst. Der Meister war so lange voller Trauer und ist bis heute noch nicht vollkommen darüber hinweg“, sprach er weiter und auch in seiner Stimme lag tiefe Traurigkeit. „Warum erzählst du mir das? Ich weiß doch nicht mal wovon du redest“, stockte der Engel und wagte es nicht dem kleinen Dämon ins Gesicht zu sehen. „Ihr lügt! Ich spüre es ganz deutlich!“, rief Silk protestierend und ballte seine Hände zu Fäusten. Liel sprang aufgebracht auf und hielt sich die Hände an die Ohren. „Sei einfach ruhig. Ich will nichts davon hören!“, schrie sie laut und Tränen liefen ihr wieder über das Gesicht. „Aber warum? Sind euch die Zeiten damals so vollkommen egal geworden?“, Silk konnte nicht verstehen warum Liel so außer sich war. „Du würdest es einfach nicht verstehen! Keiner würde das!“, rief Liel gequält und die Tränen liefen in Strömen. Silk wagte kaum weiter zu reden. Aber irgendwann mussten die Tatsachen offen auf den Tisch gelegt werden. Also warum nicht jetzt gleich? Er wusste warum: Es war der Schmerz den der Engel ausstrahlte. Die Qual die ihr die Erinnerung brachte. Seufzend ließ er die Schultern hängen und wartete bis Liel sich soweit wieder beruhigt hatte und sich neben ihn setzte. „Ihr seid grausam“, flüsterte er kaum hörbar, doch der Engel verstand. Sie fuhr sich mit den Händen durch das Haar und schluckte eine bissige Bemerkung herunter. „Und wenn? Dann bin ich es eben“, erwiderte sie trocken und lächelte den Dämon schief an. „Was willst du von mir? Das ich zu Noyn gehe und alles wieder aufwärme?“ Sie schüttelte entschlossen den Kopf. „Verlange das nicht von mir. Er ist gerade dabei wieder glücklich zu werden. Ich stünde da nur im Weg. Außerdem ist es mir streng verboten ihm zu begegnen.“ Verwundert sah Silk zu ihr hin. „Aber warum? Bitte ihr müsst es mir sagen. Wie soll ich euch sonst verstehen?“, flehend sah er den Engel an und seine Stimme wurde dringlicher denn je. Liel umfasste seine Hand und drückte sie leicht. „Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären und dies ist ein solcher Grund. Bitte Silk, akzeptiere meine Antwort. Ich kann und darf dir einfach nicht mehr verraten. Vielleicht später einmal. Das heißt wenn ich den Tag überlebe“, schloss sie bitter auflachend. Besorgt erwiderte Silk den Druck ihrer Hand. „Warum solltet ihr den Tag nicht überleben? Ich finde die Worte nicht witzig.“

Der Engel erhob sich wieder und trat ein Stück hinaus aus ihrem Versteck. Die Untergehende Sonne lieferte ihr Farbenspiel und trotz der vollkommenen Schönheit konnte Liel sich nicht wie sonst daran erfreuen. Silk trat hinter ihr dazu und stellte sich neben sie. „Ich musste jemanden damals etwas versprechen. Ansonsten könnte ich hier nicht neben dir stehen“, sagte sie nach einer Weile und drehte sich Silk zu. Der kleine Dämon nickte ergeben. Er wusste der Brünette Engel würde ihm nicht mehr verraten. „Also gut, ich werde euch nicht mehr löchern. Für die nächste Zeit jedenfalls nicht.“, antwortete er und zwinkerte Liel zu. Die lächelte amüsiert, nickte und drehte ihr Gesicht wieder dem Meer zu, in dem die Sonne immer mehr Versank. Silk legte den Kopf schief und richtete sich dann blitzschnell zu ihr auf, um ihr einen Kuss auf die Wange zu geben. Verwundert und zugleich überrascht hielt sich Liel die Wange und starrte den Jungen baff an. Dieser grinste entschuldigend: „Nimm es als Begrüßung. Ich bin wirklich froh euch wieder zu sehen, Sabrina.“ Das letzte Wort sprach er nach einer kurzen Pause aus und ehe Liel reagieren konnte verschwand er in die Luft und aus ihrem Blickfeld. Wie vom Donner gerührt stand sie auf ihrer Stelle und erst nach einigen Minuten umspielte ein feines Lächeln ihre Lippen. „Ich bin auch froh dich wieder zu sehen“, flüsterte sie und kleine Tränen der Freude und Trauer glitzerten in ihren Augenwinkeln. „Aber keiner darf es wissen, wirklich Niemand.“
 

Noyn und ich hätten uns beinahe wieder in die Haare bekommen, wenn Amelie nicht hinaus gekommen wäre und uns hinein geholt hätte. Obwohl ich eigentlich viel lieber nach Liel gesucht hätte, folgte ich den beiden zurück. Ich machte mir riesige Sorgen um sie, doch Noyn ließ mich keine Sekunde aus den Augen und auch Amelie schien es darauf abgesehen zu haben, mich im Blick zu behalten. Von Jeremy war drinnen keine Spur mehr und Amelie erklärte er wollte sich im Hinterzimmer etwas ausruhen. Niemand außer Noyn und mir schien es erklärlich wie ein erwachsener Mann über den Tisch gezogen werden konnte, ohne dass ihn jemand berührte. „Zum Glück hat er keine weiteren Verletzungen“, erzählte Amelie und sog an ihrer Zigarette. „Echt sonderbar.“ Noyn und ich sahen uns mit gemischten Gefühlen an. Ich fühlte mich ein wenig mulmig. Während es ihn völlig kalt zu lassen schien, dass er beinahe einen Menschen schwer verletzt, im schlimmsten fall sogar getötet hätte. Keiner von uns beiden hörte Amelie richtig zu und als sie inne hielt, sah sie und beleidigt an: „Ihr hört ja gar nicht zu. Da kann ich auch woanders hingehen.“ Das war mein Startsignal. „Du tut mir echt leid. Aber ich habe momentan einfach so viel im Kopf. Ich werde mich zurückziehen. Vielleicht will Noyn ja noch bleiben?“, fragend sah ich die beiden an. Doch mein Gebet wurde nicht erhört. Noyn erhob sich ebenfalls und lächelte so was von Falsch das ich ihm am liebsten an die Gurgel gegangen wäre. „Nicht doch. Es wird spät, da bringe ich dich besser nach Hause“, erklärte er und verabschiedete sich von Amelie. Ich winkte ihr kurz zu und gemeinsam verließen wir das „Blue-Demon“. Auf der Straße wandte ich mich zu der Seite, in der Liel verschwunden war und meinte zu Noyn: „Das ist zwar sehr Nett, aber ich werde zuerst Liel suchen. Wir sehen uns!“ Leider ließ er mich nicht so einfach davon kommen. „Kein Problem ich werde dich begleiten“, konterte er gelassen und ging neben mir her. Ich biss die Lippen zusammen und rollte die Augen. „Du musst echt nicht den Bodyguard raushängen lassen. Ich bin groß und komme alleine zurecht“, versuchte ich ihn zu überzeugen. Wobei es natürlich bei einem Versuch blieb. Mann, was konnte der Kerl hartnäckig sein. Aber wem sagte ich das? Er läuft 500 Jahre einer Frau hinterher. Da sind das hier Peanuts. „Hast du eigentlich verstanden was ich dir vorhin gesagt habe?“, fragte er plötzlich und ich blieb stehen. Als er das merkte, hielt er auch und stellte sich vor mich auf. Verlegen starrte ich auf den Boden und spürte Hitze in mir aufsteigen. „Ja das habe ich schon, aber…?“ Noyn runzelte die Stirn, was einfach unglaublich süß aussah und ich musste mich zusammenreißen um ihn nicht zu berühren. „Aber ich weiß einfach nicht ob ich daran glauben darf“, schloss ich zögernd und sah ihn traurig an. „Sei ehrlich! Ich bin nicht die Erste der du so etwas sagst. Das nehme ich dir auch nicht Übel, trotzdem kenne ich deine Geschichte. Frag nicht woher, ist ne lange Geschichte und unsere Leser/Innen kennen sie wohl auch. Doch da frag ich mich, wie es bei uns enden wird.“ Seufzend wandte ich mich ab und ging weiter, als Noyn keine Antwort gab. Nach einem Moment folgte er mir und stimmte zu: „Es stimmt. Ich habe so etwas aber nie leichtfertig gesagt. Ich hoffe du glaubst mir das. Und ich weiß auch, dass meine Liebe nie glücklich endete, was es auch wieder verständlich macht. Doch soll man das als Omen sehen? Glaubst du das ich einfach von einer Beziehung in die Nächste stürze?“ Sein Blick war klagend auf mich gerichtet und ich zuckte zusammen. „Nein, was ich befürchte ist, dass du in der Vergangenheit lebst und in deinen Freundinnen deine Jeanne noch immer suchst!“, rief ich wütend und lief stur weiter. Sollte mir doch egal sein was er von mir dachte und als er wieder aufholte, warf er mir sauer entgegen: „Dann bist du wohl die ganz Große Ausnahme. Denn du hast weder Gottes Kraft noch bist du Jeanne Ähnlich. Im Gegenteil, du bist zickig und aufbrausend. Die Süße Seite zeigst du so gut wie nie. Um ehrlich zu sein, frage ich mich warum ich mich überhaupt in dich verliebt habe!“ Diesmal hielt ich lieber den Mund. Er wusste ja nicht alles über mich und von wegen ich hätte nicht die Kraft Gottes? Witz komm raus du bist umzingelt. Wenn er das raus bekäme wäre die Hölle am brodeln und mein Leben womöglich verwirkt. Ruhig versuchte ich die Situation zu entschärfen. „Ist ja gut. Lass uns aufhören zu streiten“, lächelnd blickte ich zu ihm auf. „Du hast Recht. Aber ich weiß nicht wo ich hier bin und was mich hierher gebracht hat. Dann kamst du und hast das alles erträglicher gemacht. Mir ist das einfach alles zuviel. Um ehrlich zu sein, ich kann meine Gefühle für dich noch nicht richtig einordnen. Aber eins weiß ich: Du bedeutest mir sehr viel.“ Meine Worte schienen ihn tatsächlich zu besänftigen und er schmunzelte leicht. „Diese Seite an dir liebe ich so. Den einen Moment aufbrausend und den Nächsten sanft wie ein Kätzchen. Gut, lass uns den Streit vergessen. Aber nun zu deiner kleinen Freundin“, wechselte er das Thema und ich seufzte gespielt. „Welche denn? Amelie oder Liel?“, fragte ich scheinheilig und erntete einen ironischen Blick. Lachend hob ich die Hände. „Schon gut, ich habe verstanden. Aber ich habe dir wirklich nicht mehr zu sagen. Warum interessiert dich das überhaupt so brennend?“, fragte ich zurück und sein Blick schweifte ab. „Sie erinnert mich stark an jemanden den ich vor einiger Zeit verloren habe“, antwortete er leise und sein Gesicht bekam einen betrübten Hauch. Ich hielt angespannt den Atem an, nachdem ich nach der Person gefragt hatte. Irgendwie hatte ich da schon eine Ahnung, aber es durfte nicht wahr sein. Es konnte einfach nicht sein. Doch als Noyn den Namen seiner verstorbenen Verlobten erwähnte, schien sich für mich eine völlig neue Situation zu ergeben.
 

Das tat es ungefähr zur gleichen Zeit für Liel. Der Engel war in den Palast des Herrn geordert worden und zitterte als sie den langen Weg hinter Rill-sama her schritt. Gott strahlte von seinem Podest aus und als ihr der Erzengel Rill-sama deutete zu ihm zu treten, fiel Liel jeder Schritt schwerer und schwerer. „Liel!“ Ihr Name hallte durch den Saal und schnürte ihr die Kehle zu. „Nein besser Sabrina. Du hast gegen unsere Abmachung verstoßen und den einzigen Menschen wieder gesehen der dir verboten war. Was hast du zu sagen?“ Liel spürte Tränen aufsteigen und schluckte sie mit Mühe herunter. „Ich kann dazu nichts sagen, Herr. Denn ihr habt mich vollkommen unwissend auf die Erde geschickt. Warum habt ihr das getan?“, klagend sah sie auf und die Trauer ließ sich nicht verbergen. Der Herr seufzte: „Ich hatte keine andere Wahl. Denn auch wenn jeder es glaubt. Du bist nicht Tod!“ Liel horchte auf und erhob sich lauschend. „Was wollt ihr mir damit sagen?“, lauernd wartete sie die Antwort des Herrn ab. Doch ihre Angst wich einer unglaublichen Wut. „Das heißt dass deine menschliche Hülle immer noch auf Erden weilt. Doch sie erinnert sich nicht an die Vergangenheit und die Zeit mit dem Dämonenritter Noyn Claude. Sie führt ein normales Leben, wie du es hättest auch tun können. Es war dein Wunsch, du versprachst mir: Wenn ich dein Leben rette, das du dich von der Vergangenheit löst“, sprach Gott und klang so monoton wie immer. Doch Liel konnte ihren Zorn nicht mehr verbergen. „Das weiß ich alles, doch als ihr meine Erinnerungen ausgelöscht habt, da habt ihr mich ohne zu überlegen an den Ort geschickt der alles wieder aufrollen würde. Ihr wusstet genau die Erinnerungen wären nur solange versiegelt, solange es mir gelänge Noyn nicht zu sehen und gesehen zu werden. Ihr habt mich hereingelegt!“, klagte sie ihn an und ihre Augen glitzerten vor Wut. Doch Gott gab keine Antwort, stattdessen trat Rill-sama neben sie und gestand leise. „Es war nicht der Wunsch des Herrn. Ich habe dich hinab geschickt, weil auf der Erde deine Macht gebraucht wurde. Marron gab ihre damals für die kleine Natsuki auf und Cindy ist nicht in der Lage eigene Kraft zu entwickeln, die der des Herrn gleicht.“ Liel sah ihn ungläubig an. „Das soll heißen ihr brauchtet mich. Aber warum habt ihr dann nicht meine menschliche Hülle genommen? Warum eine unschuldige Person?“ Rill-sama schüttelte den Kopf. „Es ist unmöglich, eine einmal genommene Kraft zurück zu geben“, erklärte er ruhig und Liel wandte sich verletzt ab. „Das heißt, da ich jetzt nicht mehr die Kraft Gottes habe sondern nur ein wertloser Engel bin. Braucht ihr mich nicht mehr und könnt mich entsorgen?“, zorniger denn je, drehte sie sich um. „Doch das lasse ich nicht zu. Ihr ward es, die mich betrogen haben und nicht ich. Wie sollte ich ahnen das ihr mir eine Falle stellt nur um meine Kraft zu vergeben“, bitter lachte sie auf. „Das ist schlimmer als die Hölle. Ich haben nur den Fehler gemacht euch zu vertrauen. Doch ich lasse mich nicht auslöschen. Ich werde nicht durch das weiße Tor treten. Niemals!!!“ Mit den Worten rannte sie davon, ohne sich eine weitere Erklärung von Rill-sama oder dem Herrn anzuhören. Wie hätte sie auch ahnen können, dass die beiden etwas anderes wollten als sie zu vernichten. Aber das würde sie nicht mehr erfahren. Denn in dem Augenblick als sie den Palast verließ, schwor sie sich allen himmlischen Dingen ab und verschwand….
 

Fortsetzung folgt...
 

Nun eben noch mal das übliche Nachwort. ^.~ Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr hinterlasst mir ein Kommi. Schon mal ein Danke im voraus.
 

Eure Urbena

Der Tag vor der Gala

15. Kapitel
 

Huhu...heute ohne Vorwort, viel Spaß!
 

Der Tag vor der Gala
 

Noyn und ich hatten den ganzen Abend und noch lange bis in die Nacht hinein nach Liel gesucht. Auch wenn ich genau wusste, dass sich einiges ändern würde. Wenn Liel und Noyn sich wieder sahen würde ich es nicht wagen, irgendwelche Fragen zu stellen. Doch als wir gegen Mitternacht noch immer keine Spur von ihr gefunden hatten gaben wir es auf. Noyn versuchte mich zu trösten. „Sie taucht bestimmt wieder auf. Mach dir keine Sorgen“, sagte er und ich klammerte mich an seinen Arm fest. „Das sagst du so einfach. Ich weiß nicht was Liel so erschrocken hat, doch ich spüre das es sie tief getroffen hat“, schluchzte ich und wir gingen zu Noyn nach Hause. Da es näher lag, bot es sich an und nachdem wir bei Marron und Chiaki angerufen hatten, die ziemlich verblüfft über diese rasche Versöhnung waren, saßen wir auf der Couch und hingen unseren Gedanken nach. Silk war auch noch nicht zurück und so konnten wir ohne Bedenken miteinander reden. „Was ist wenn Liel wirklich deine Verlobte wäre?“, fragte ich zögernd und sah Noyn ängstlich an. Überrascht von dieser Frage legte Noyn den Kopf schief und antwortete nach einigen Nachdenken: „Da ich kaum glaube, dass es Sabrina ist, wird sich nichts ändern. Warum auch? Sie ist tot, ich habe es selber gesehen wie sie in den Tod sprang nur um die anderen zu retten. Wie sollte sie das überlebt haben?“ Ich nickte verstehend. „Ich meine auch nur, wenn…“ Der Dämonenritter kniete sich lächelnd zu mir und griff nach meiner Hand. „Es ist fünfzehn Jahre her dass sie starb. Ich will die Sache nicht schön reden. Aber es wird sich nichts ändern. Meine Gefühle gehören nun dir und ich hoffe, dass du das weißt und immer in deinem Herzen behältst. Egal was noch geschieht“, bat er leise und hauchte einen Kuss auf meine Handfläche. „Warum 'egal was noch geschieht'? Was verschweigst du mir? Bitte sag es mir, Noyn“, sagte ich erschrocken und meine Stimme zitterte leicht. Der Dämonenritter schwieg und erhob sich wieder, und statt einer Antwort meinte er: „Du solltest zu Bett gehen. Morgen früh holt Marron dich zum Einkaufen ab. Sie meinte du brauchst noch etwas für den Ball Übermorgen.“ Damit war ich zwar ganz und gar nicht einverstanden, doch ich war wirklich müde und streckte mich zum Beweis gähnend. „Du hast Recht. Soll ich ins Gästezimmer?“, fragend sah ich ihn an. Er nickte und gab mir nur einen Kuss auf die Wange, ehe er mir eine „Gute Nacht“ wünschte und in seinem Schlafzimmer verschwand. Ich sah ihm nach und ging in mein Zimmer. Aber obwohl ich Müde war, wollte sich der Schlaf nicht einstellen. Meine Gedanken schwirrten um Liel, die verschwunden war ohne ein Zeichen von sich zu geben und Noyn, der in ihr seine Verlobte zu sehen glaubte. Doch was, wenn es wirklich so war? Das würde erklären warum sie ihm nicht begegnen wollte. „Oh Liel, warum hast du mir nicht einfach alles gesagt?“, seufzte ich in mein Kissen und kuschelte mich hinein. Warum musste alles so verwirrend sein? Warum konnte ich Noyn nicht meine Gefühle ehrlich und offen mitteilen? Mit diesen ganzen Gedanken im Kopf fiel ich in einen unruhigen Schlaf und merkte nicht wie ein paar Augen vom Fenster aus in mein Zimmer starrten und verletzt das Gesicht verzogen.
 

Am nächsten Morgen saßen Noyn und ich am Tisch und unterhielten uns über den morgigen Abend. Ich wollte ihn unbedingt überreden mitzukommen. Doch er schien absolut keine Lust zu haben. „Außerdem bin ich nicht dazu eingeladen“, erwiderte er kühl und seine Miene sollte wohl entschlossen wirken. Ich zog eine Grimasse. „Das ist gemein. Chiaki würde bestimmt auch dafür sein und Marron auch!“, jammerte ich und zog dann meinen letzten Ass aus dem Ärmel. „So kannst du natürlich auch nicht mein wundervolles Kleid sehen.“ Noyns Lippen zierte ein amüsiertes Lächeln. „Netter Versuch, Cindy. Aber es geht wirklich nicht“, damit schien er das Thema für abgeschlossen zu halten. Doch mich wurmte das, da hatte man nen Freund, na ja, fast zumindest und dann wollte der nicht mit. „Wenn du meinst“, schmollend stand ich auf und ging ins Zimmer zurück um mich umzuziehen. Denn noch immer hingen die Kleider drinnen und diesmal entschied ich mich für leichte Jeans und ein frisches Top. Zum einkaufen Ideal. Als ich hinaus trat, läutete es auch schon an der Tür und Noyn öffnete sie. Marron stand in der Tür und sah uns nacheinander lauernd an. „Guten Morgen, Marron. Komm doch einfach rein. Vielleicht lässt sich dann besser spekulieren“, stöhnte der Dämonenritter und die Frau lief rot an. „Verzeihung“, grinste sie und man sah, dass es ihr gar nicht Leid tat. Ich verdrehte die Augen und deutete mit dem Finger auf Marron. Noyn nickte zustimmend. „Also dann, was gibt es Neues. Bist du fertig Cindy?“, fröhlich und bester Laune drehte Marron sich um und wir beide seufzten. „Es gibt nichts was du unbedingt wissen müsstest“, erklärte Noyn und lehnte sich an die Wand, während ich mir meine Schuhe anzog. Zum Glück hatte ich noch die Schuhe von meiner Ankunft hier. „Soll das heißen, es gibt keinen Fortschritt?“, empört sah Marron uns an. „Was für einen Fortschritt?“, fragend sah ich auf und auf Noyns Blick verstand ich. „Okay, antworte besser nicht. Von mir aus können wir los“, rief ich um das Thema zu wechseln. Natsukis Mutter zuckte enttäuscht die Schultern. „Na gut. Man wird ja wohl noch fragen dürfen. Dann lass uns los, du brauchst noch ein Kleid und Schuhe und was weiß ich noch. Mein Kleid muss ich auch noch abholen“, ratterte sie herunter und ich hielt kurz inne. „Kleid? Aber ich habe doch eins!“, überrascht sah ich sie an. Marron winkte ab. „Ach das. Chiaki und ich haben entschieden du brauchst was Eigenes. Etwas das die Männer umhauen wird. Nichts für Ungut, Noyn“, lächelte sie den Ritter fröhlich an. „Du kommst doch auch, oder?“ Noyn schüttelte den Kopf. „Nein ich kann nicht. Habe etwas zu erledigen“, erwiderte er und begleitete uns zur Tür. Ich ließ geknickt den Kopf hängen. „Schade, ich hätte zu gerne einmal mit dir getanzt“, gestand ich ehrlich und hauchte ihm einen Kuss auf den Mund. Perplex blieb er stehen und ich zog die Tür hinter mir zu. Dann blieb auch ich wie vom Blitz getroffen stehen. Was hatte ich da eben getan? Ich hatte ihn geküsst! Oh Gott! Zum Glück schien Marron nichts bemerkt zu haben, sie lief bereits zum Auto und drehte sich erst um, als sie mein Fehlen bemerkte. „Cindy wo bleibst du denn?“, rief sie fragend und ich beeilte mich zum Auto zu kommen.
 

Das Einkaufen verlief besser und schneller als erwartet. Mein Kleid würde einfach ein Traum sein. Das wusste ich jetzt schon. Am liebsten hätte ich es gleich anbehalten, doch soetwas tat eine Dame natürlich nicht. Die Schuhe und Accessoires waren auch schnell gefunden und so saßen wir schließlich zum Mittag beim Spanier und genossen das gute Wetter und das leckere Essen. „Also erzähl was läuft da zwischen Noyn und dir? Ihr werdet euch wohl kaum zerfetzt haben?“, begann Marron ihr Verhör und gabelte sich etwas von ihrem Fleisch auf. Irgendwie hatte ich darauf bereits gewartet. Es schien mir schwer vorstellbar das Marron die Sache auf sich Beruhen lassen würde. „Es läuft rein gar nichts zwischen uns“, erwiderte ich gelangweilt und spielte mit dem Strohhalm in meiner Cola und versuchte dabei so teilnahmslos wie möglich rüber zukommen. Die Brünette betrachtete mich zweifelnd und meinte gelassen: „Ach so… Dann küsst du immer Männer die dir nichts bedeuteten?“ Ich fiel beinahe vom Stuhl, also hatte sie es doch mitbekommen. Diese fiese Schlange und dann so tun als wenn nix gewesen wäre. Knallrot zischte ich: „Sag es doch noch lauter. Ich glaube die ganz hinten haben dich nicht verstanden.“ Verwundert sah Marron zurück und tat meine Worte mit einem Schulter zucken ab. „Und wenn schon. Alles müssen die auch nicht wissen“, konterte sie ungerührt und mir blieb sprichwörtlich die Spucke weg. „Das ist nicht normal! Wie kann man von ruhig und sanftmütig wirken und dann das krasse Gegenteil sein?“, erwiderte ich Atemlos und als ich zur Straße blickte blieb sie mir komplett weg. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Auf der Gegenüberliegenden Seite lief Noyn mit einer Schwarzhaarigen Frau auf dem Bürgersteig und schien dabei sehr vertraut. Wie von der Tarantel gestochen stand ich auf und achtete auch nicht mehr auf Marrons überraschten Laut. Ehe ich mich versah befand ich mich auf der Straße und rannte auf die andere Seite. Als ich auf dem Bürgersteig ankam, drehte ich mich suchend nach Noyn und der Fremden um. Und am Ende sah ich sie auch. Die Frau kam gerade aus einem Geschäft und hatte eine große Tüte in der Hand. Mit der anderen berührte sie Noyn sanft am Arm und küsste ihn auf die Wange. Sein Lächeln ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Genauso hatte er mich am Abend zuvor angelächelt als er mir geschworen hatte, mich immer zu lieben. Verletzt blieb ich stehen und die Passanten drückten sich an mir vorbei. Schon bald waren die beiden aus meinem Sichtfeld verschwunden und Marron trat zu mir vor. „Sag mal was sollte das denn?“, fauchte sie mich an und drückte meine Einkäufe in meine Hand. Ich nahm sie wie in Trance und schluckte eine fiese Bemerkung herunter. „Entschuldige, ich habe gedacht ich hätte jemand Bekanntes wieder gesehen“, antwortete ich um Verzeihung bittend. Marron sah zurück und lächelte leicht. „Verstehe, dann lass uns weiter. Wenn wir hier stehen wird es nicht besser“, entgegnete sie und ging den weg zurück. Auch ich drehte mich um, nicht aber ohne einen Blick zurück zu werfen. In mir war soeben etwas zerbrochen und ich wusste nicht, wie ich das wieder heilen konnte. Verbittert biss ich mir auf die Lippen, eine schlimme Angewohnheit wie ich inzwischen merkte. Ich wollte aber auf keinen Fall das Weinen anfangen und damit Marron Stoff für weitere Fragen geben. So folgte ich ihr einfach schweigend und gemeinsam fuhren wir nach Hause zu den Nagoyas. Natsuki war noch nicht von der Schule zurück, so konnte ich ungestört in mein Zimmer gehen, unter den Vorwand noch mal mein Kleid anprobieren zu wollen. Marron ließ mich lächelnd gehen
 

Oben saß ich dann auf dem Bett und hätte vor Wut an die Decke gehen können. Dieser verdammte Dämon, warum war er gestern einfach nicht ehrlich gewesen, anstatt diese Scharade abzuziehen? Frustriert verkloppte ich mein Kissen und fühlte mich danach gleich ein wenig besser und von Liel war auch keine Spur zu sehen. Noch einmal schlug ich auf das Kissen ein. Wieso musste ich hier landen? Noch ein Schlag folgte. Zornig schaute ich aus dem Fenster hinauf zu den Wolken und hätte am liebsten laut geschrien wie sehr mich Gott da oben mal konnte. Vielleicht hätte ich anders reagiert wenn ich die Wahrheiten gewusst hätte.

Am Nachmittag wollte Marron mich zum Tanzunterricht fahren, doch ich schüttelte den Kopf. „Nein danke Marron. Aber ich möchte heute nicht mehr hin. Wenn ich es jetzt noch nicht kann, bringt das heute auch nichts mehr“, lehnte ich dankend ab und sie runzelte die Stirn. „Ich weiß dass es deine Entscheidung ist. Aber bist du dir sicher?“ Ich nickte noch einmal und sie nahm es mit gemischten Gefühlen hin. Wie sollte sie auch ahnen, dass ich einfach nicht auf Amelie treffen wollte. Das Mädel würde mir heute noch gerade fehlen.

So zog ich mich gleich nach dem Abendessen zurück und beschloss noch ein Buch zu lesen. Doch daraus wurde auch nichts. Natsuki klopfte an und fragte ob ich ihr bei den Hausaufgaben helfen könnte. Verwundert stimmte ich zu, denn normalerweise half Chiaki ihr. Aber vielleicht würde mir das noch eher beim ablenken helfen. Also saßen wir schließlich in ihrem Zimmer über Mathematikaufgaben und schon bald waren wir damit durch. Natsuki zeigte sich als überaus schnell Lernfähig und begriff die Aufgaben ruckzuck. Schließlich war es kurz vor Acht als wir das Buch zuschlugen und Natsuki geschafft zurück fiel. „Mann immer diese vielen Hausaufgaben!“, stöhnte sie und ich stimmte ihr amüsiert zu. „Aber zumindest ist jetzt Wochenende. Morgen fällt der Unterricht nämlich aus“, freute sie sich und ließ dann sogleich das Gesicht hängen. „Ich würde so gerne Morgenabend mit euch auf den Ball. Aber Mama sagt ich bin noch zu Jung dafür. Stattdessen soll Shinji auf mich aufpassen“, murrte sie und verschränkte die Arme. Ich stand auf und zog die Vorhänge in ihrem Zimmer vor. „Ich finde Shinji nett. Vielleicht solltest du ihm einfach eine Chance geben“, zwinkerte ich ihr zu und Natsuki verzog grinsend das Gesicht. „Mama hat mir mal erzählt dass er mir gleich nach meiner Geburt einen Heiratsantrag gemacht hat. Ist das nicht verrückt?“ Ich lachte erheitert und meinte: „Nicht so verrückt wie man Denkt. Ich glaube er mag dich wirklich und sicher wirst du das irgendwann auch verstehen.“ Entschlossen ging ich zur Tür und griff nach der Klinke. „Ich wünsche dir eine gute Nacht“, winkte ich und verließ nach einer Erwiderung ihr Zimmer.
 

In meinem Zimmer ging ich schnurstracks zum Fenster und wollte die Vorhänge vorziehen, als mein Blick auf die Straße fiel. Verwundert kniff ich die Augen zusammen und starrte genauer hin. Tatsächlich da stand jemand und beobachtete mein Zimmer. Aber, ob Mann oder Frau war nicht zu erkennen. Verärgert öffnete ich das Fenster und schwang mich über das Fensterbrett. Der einzigste Ausweg wenn man nicht mit Marron oder Chiaki zusammentreffen wollte. Vorsichtig hangelte ich mich an dem dünnen Baum entlang, dessen Ast bis an mein Fenster reichte und landete schwer Atmend auf der Straße. Als die Person mich entdeckte nahm sie eiligst Reiß aus. Verärgert rannte ich hinterher. Als ich sicher war das mich keiner höre würde, schrie ich dem oder der Fremden zu sie solle stehen bleiben. Doch natürlich tat sie dies nicht. Irgendwann befanden wir uns in einer Ecke wo ich mich nicht auskannte und ich blieb wie angewurzelt stehen. „Ich dumme Kuh, wenn das eine Falle war?“, wütend über mich selbst sah ich mich zweifelnd um. Der Beobachter war schon längst verschwunden und ich stand hier. In der Fremde, es war Dunkel und von einer sicheren Wohngegend war schon lange keine Rede mehr. Zu allem Höhepunkt hatte ich das Kreuz zu Hause gelassen. Unwohl dachte ich an das, wovon die Zeitungen ständig berichteten. Von Mördern und Vergewaltigern die junge Frauen und Mädchen überfielen. Vor allem an undurchsichtigen Orten wie diesen hier. Um es kurz zu machen. Mir ging der Hintern auf Grundeis! Rasch drehte ich mich um und wollte den Weg zurück rennen, als sich vor mir ein dunkler Schatten auftat. Erschrocken schrie ich auf und wollte mich wegdrehen, als der Schatten immer näher kam und sich über mich zu decken schien. Vor Angst stolperte ich rückwärts und fiel unter einem lauten Aufschrei in Ohnmacht.
 

Während ich in Domino um mein Leben fürchtete, flog Liel nach Deutschland und kam schließlich im Norden an. Die Person die sie suchte, war derweil umgezogen und hatte ein neues Leben begonnen. Lautlos landete sie vor dessen Haus und trat zur Tür. Sie atmete ein paar Mal tief ein und aus, ehe sie klingelte und drinnen sich etwas zu regen begann. Dann ging dir Tür auf und vor ihr stand sie. Die Person die sie eigentlich besser kennen müsste, als irgendeine sonst. „Ja bitte?“ Ohne zu Lächeln sah sie die Frau an und sagte: „Ich habe dich gesucht, Sabrina.“
 

Fortsetzung folgt...
 

Eure Urbena

Die Gala

Okay, okay...

wenn es überhaupt noch jemanden geben sollte der das hier liest, dem sei gesagt: Ich wollte euch garantiert nicht solange zappeln lassen -.-

Ich war einfach zusehr beschäftigt, da ich auch beruflich an Bücher arbeite, mussten die Vorrang haben.

Auch an meine Freundin dickes Sorry, vor allem für sie war die Geschichte und auch sie musste nun ewig warten.

Ich hoffe ihr vergebt mir noch ein letztes Mal und habt viel Spaß an der Geschichte zwischen Cindy und Noyn.

Lg eure Urbena
 

Als Problemfall: Liebe
 


 

16. Kapitel
 

Die Gala
 

Derweil begann sich mein Bewusstsein daran zu erinnern, dass ich noch lebte und ich schlug die Augen auf. Zu meiner Verwunderung war bereits der nächste Tag angebrochen und was noch verwunderlicher war. Ich lag in meinem Bett. Ruckartig schlug ich die Decke zurück und betrachtete meinen Körper. Alles war noch genauso wie am Abend zuvor. Als ich in dieser dunkeln Ecke der Stadt verloren gegangen war. Da stellte sich mir doch so langsam die Frage, wie ich hierher kam? Ich konnte mich nur an den dunklen Schatten erinnern, danach war alles Schwarz. Verwirrt stand ich auf und untersuchte mein Zimmer. Nix! Alles war so wie ich es verlassen hatte. Es war zum aus der Haut fahren. Vielleicht wussten Chiaki und Marron ja mehr. Ich konnte ja schlecht durchs Fenster zurück sein.
 

Doch ich wurde eines besseren belehrt. In der Küche saßen Natsuki und Chiaki noch beim Frühstück und Marron bereitete das Pausenbrot zu. Als ich sie betrat, wünschten mir alle einen wunderschönen Guten Morgen und alle machten den Eindruck als wäre überhaupt nichts Ungewöhnliches passiert. Verwirrter als zuvor setzte ich mich zu den beiden an den Tisch und sah sie skeptisch an. „Warum seid ihr alle so gut drauf?“, wagte ich einfach den Vorstoß und Chiaki ließ verwundert seine Zeitung sinken: „Warum sollten wir denn nicht, Cindy? Ist irgendetwas passiert?“ Auch Natsuki und Marron sahen mich überrascht an. Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Denn wenn sie nichts wussten, dann musste mich dieser Fremde tatsächlich zurück gebracht und in mein Bett gelegt haben oder ich war selber wieder aufgewacht und war zurückgekommen. Wobei ich mir letzteres weniger vorstellen konnte. Ich war viel zu weit vom Haus entfernt gewesen um mich nicht daran erinnern zu können. Der Gedanke von dem Fremden berührt und ins Bett gelegt wurden zu sein, verursachte in mir Übelkeit und als Marron fragte, was ich denn Essen wolle? Entschuldigte ich mich hastig und rannte auf die Toilette.

Als ich mir Wasser ins Gesicht spritze fiel die Anspannung ein wenig von mir ab. Trotzdem blieb letztlich die Frage, wer die fremde Person gewesen war? Seufzend lehnte ich mich an das Waschbecken und starrte in mein blasses Spiegelbild. „Na Klasse, so kann ich unmöglich auf einen Ball“, zog ich eine Grimasse und massierte meine Wangen, damit sie ein wenig Blut ab bekamen und klatschte leicht darauf. Es brachte nicht wirklich etwas und so verließ ich geknickt das Badezimmer. Um mir frische Sachen anzuziehen und letztlich doch eine Kleinigkeit zu essen. Ich half niemanden damit, jetzt mit einer Diät zu beginnen.
 

Bei Noyn herrschte wie auch bei den Nagoyas eine Grabesstimmung. Silk hatte gestern bei Cindy Wache halten sollen. Jetzt wo der Teufel ernst zu machen begann. Galt seine erste Vorsicht ihrer Sicherheit. Doch wie am Tag zuvor war Silk nicht aufgetaucht und eine Verbindung konnte er auch nicht aufbauen. Das hieß entweder hatte er das Land verlassen oder gar die Oberfläche. Doch er lebte, dass spürte sein Meister ganz deutlich. Das war zumindest eine gute Nachricht, wenn er an den vorigen Abend dachte. Statt Silk hatte er einen anderen niederen Dämon nehmen müssen und Dämonen die frisch der Hölle entstiegen, waren zwar noch nicht komplett jemanden zu getan, aber ein Risiko waren sie trotzdem und dieses Risiko hätte Cindy gestern beinahe das Leben gekostet. Wenn er nicht misstrauisch geworden und dem Dämon gefolgt wäre. So war der vergangene Abend kompletter Stress geworden, er wollte gar nicht an heute Abend denken. Wenn der Ball liefe würde ein Chaos ausbrechen. Doch er konnte nix dagegen tun. Ihm waren die Hände gebunden, vor allem seitdem sie da war. Sie war schlimmer als jeder Dämonritter und sie hätte keine Skrupel Cindy auf der Stelle zu töten. Es sei denn er tat was sie wollte.
 

Der Rest des Tages verging im Flug und da der Ball um 19 Uhr beginnen sollte, begannen Marron und ich bereits gegen fünf Uhr mit den Vorbereitungen. Nach einer Ausgiebigen Dusche zog ich mich in mein Zimmer zurück und kramte die Einkäufe hervor. Das lange Kleid war noch im Schutzsack und ich würde es zum Schluss rausholen. Also erstmal das Make-up und die Haare. Sollte ich es offen oder Hochgesteckt tragen? Nachdenklich betrachtete ich mich im Spiegel. Hochgesteckt würden mein Hals, die Ohrringe und die Kette wunderbar zu Geltung kommen. Offen hatte es aber auch seinen Reiz. Seufzend stützte ich mich auf der Frisierkommode ab und konnte mich nicht entscheiden. Leise klopfte es und auf mein „Herein“ trat Marron ein. „Habe ich doch richtig gehört“, lachte sie leise und trat neben mich. „Was ist das Problem?“ Ich ließ die Schultern hängen. „Ich weiß nicht wie ich mein Haar tragen soll“, rief ich verzweifelt und sah sie traurig an. Marron lachte lauter. „Aber das ist doch kein Problem! Ich helfe dir, setz dich“, befahl sie und ich tat wie mir geheißen. Sie spielte für einen Augenblick mit einigen Strähnen und schien dann die Idee zu haben. Mit einigen geübten Bewegungen steckte sie einige Strähnen nach oben und zauberte mir eine elegante Frisur hervor. „Voilà!“, mit einer einladenden Geste ließ sie mich in den Spiegel schauen und ich bekam große Augen. „Das sieht ja super aus“, strahlte ich und betrachtete das schnell und eigentlich leicht gemachte. Marron hatte die Strähnen nach hinten so gesteckt, das sie wie eine Hochsteckfrisur schienen. Aber das lange Haar noch immer offen wirkte. „Und bist zu zufrieden?“, neugierig sah sie mich an, ihr Haar hatte sie schon Hochgesteckt. „Ja vielen Dank“, freute ich mich und konnte den Blick nicht abwenden. „Dann ist ja gut. Also weiter geht’s, wenn wir uns nicht verspäten wollen, sollten wir uns sputen“, trieb sie mich an und ich nickte. Nun konnte ich mein Make-up auftragen und den Schmuck anlegen. Es war kurz nach Sechs Uhr als ich mein Kleid anzog und Natsuki mir den Reißverschluss zuzog. Die elegante dunkelrote Seide umspielte meine Figur und die Augen des Mädchens leuchteten. „Du bist fast genauso hübsch wie Mama“, bekannte sie und ich lächelte. „Danke! Aber nur fast? Das ist nicht gerade schmeichelhaft“, erwiderte ich gutherzig und schlüpfte in die zum Kleid passenden Sandalen. Natsuki grinste keck, während sie aus meinem Zimmer lief um ihrer Mutter weiter zu helfen. Ich blickte zum Tischchen und betrachtete zweifelnd mein Kreuz. Sollte ich auf Liels Worte hören und es mitnehmen oder war es blinder Alarm? Wehmütig dachte ich an den Engel und wünschte sie wäre hier. „Wo bist du nur Liel?“, fragte ich leise und steckte das Kreuz in meine kleine Handtasche.
 

Kurz nach Halbsieben verließen wir das Haus und fuhren zum teuersten Hotel der Stadt. Indem die Gala stattfinden sollte. Marron sah aber auch wirklich hinreißend in ihrem blattgrünen Kleid aus. Es war am Nacken zusammengehalten und ließ ihre Haut strahlen. Der Rock war wie bei mir weit geschwungen und ließ genug Beinfreiheit über. Als ich meine Jacke abgab fühlte ich mich das erste Mal ein wenig nackt. Da mein Kleid Schulterfrei war und das Glitzern im Kleid alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Zum wirklich ersten Mal bereute ich meine Wahl und das Noyn es nicht sehen würde ließ mich den Kopf hängen. „Kommst du Cindy?“, Chiaki führte mich und Marron an einen Tisch, an dem bereits Miyaco und Yamato saßen und uns erfreut begrüßten. „Ihr seht beiden wundervoll aus“, sprach Yamato sein Kompliment aus und wir bedankten uns freundlich. Aber auch Miyaco und die Herren sahen toll aus. Miyaco in ihrem farbig schillernden Kleid mit den weiten Ärmeln und Chiaki und Yamato im dunkeln Smoking. Überhaupt wirkte hier alles Edel. Alle Anwesenden waren elegant und teuer gekleidet. Als eine der Kellnerinnen an den Tisch trat um nach unserem Getränkewunsch zu fragen, entschlüpfte mir ein überraschter Ausruf: „Amelie! Was machst du denn hier?“ Die Rothaarige grinste frech in ihrer weißen Bluse und den schwarzen Rock. „Na was wohl. Arbeiten, du Dummchen! Denkst du das Geld in der Bar reicht?“, erwiderte leichthin und nahm unsere Bestellungen entgegen. Als sie an mir vorbei ging flüsterte sie: „Was macht eigentlich dein süßer Freund. Gar nicht dabei?“ Kopfschüttelnd sah ich ihr nach. Rücksichtslos direkt wie immer. Aber wie sollte ich erklären das Noyn nicht mitkommen wollte? Seufzend wandte ich mich den anderen wieder zu und bald lachten und redeten alle durcheinander.
 

Um Punkt Neunzehn Uhr, wurden die Lichter runter gefahren und die ersten Reden begannen. Dem folgten einige Dankesreden und Auszeichnungen. Zum Schluss galt dem Direktor der Nagoya Klinik das Wort. Chiakis Vater trat in einem weißen Anzug auf das Podest und ging unter den anhimmelnden Blicken vieler weiblicher Gäste zum Redner Pult.
 

„Liebe Gäste, es freut mich…“, begann er seine Rede und hinter ihm wurde etwas großes Verhängtes hineingerollt. Gespannt lauschten alle dem was jetzt kommen würde und Kaiki drehte sich halb um. Mit einer weit ausholenden Handlung deutete er auf das Unbekannte Teil. „Nun ist es mir eine Ehre Ihnen unsere neue Skulptur des Lebens zu präsentieren“, rief er und das Tuch wurde weg gezogen. Unter vielen „Ahs“ und „Ohs“ zeigte sich nun die Statur einer Frau, die im Arm ein Baby hielt. Zur gleichen Zeit als es enthüllt wurde, gingen bei meinem Kreuz die Alarmglocken. Entsetzt fasste ich nach meiner Tasche und als ich mich versichert hatte dass niemand zu mir schaute, öffnete ich sie rasch und sah das helle Blinken des Steins. „Na Klasse“, nuschelte ich und stand leise auf. Marron drehte sich mir kurz zu und blickte Fragend auf mich. Ich erzählte ihr, dass ich mal eben Wohin müsse und verließ den Tisch. Zum Glück war es so dunkel das keiner auf mein Gehen reagierte und als ich den Festsaal verlassen hatte, brach der Tumult los. Erschrocken drehte ich mich um und sah wie ein dunkles Leuchten aus dem Mund der Figur drang und sich zu seltsamen Wesen manifestierte. „Dämonen!“, keuchend musste ich mit ansehen, wie der Qualm und diese Wesen, einen nach den anderen Bewusstlos werden ließen und ich sah zu, dass ich hier wegkam, dass ich dabei amüsiert beobachtet wurde merkte ich nicht. So schnell ich konnte suchte ich mir ein unbemerktes Plätzchen und zog mein Kreuz heraus. „Oh Liel auch wenn du nicht hier bist. Bitte steh mir bei!“ Dann drückte ich mein Kreuz an mich und rief mit zusammen gekniffenen Augen die magische Formel:
 

„Stark!“

„Bereit!“

„Unbesiegbar!“

„Schön!“

„Entschlossen!“

„Mutig!“
 

Sanft landete ich mit den Füßen wieder am Boden und sah ob mich auch keiner bemerkt hatte. Zum Glück war dies offenbar nicht der Fall und vorsichtig suchte ich mir meinen Weg zurück zum Festsaal. Dort war es inzwischen Totenstill. Alle Gäste und Angestellte für den Abend, lagen oder saßen bewusstlos rum. Als ich ein Stück hineingegangen war schaute ich mich zweifelnd um. Die seltsamen Wesen waren verschwunden, doch der Nebel lag noch dicht über den Boden. „Ich weiß nicht, was das hier für ein Spiel werden soll. Aber ihr habt euch den falschen Tag, die falsche Veranstaltung und den falschen Gegner ausgesucht!“, rief ich wütend und ließ mein Kreuz ein Schwert werden. Aus einer Ecke drang das hohe Kichern einer Frau. Blitzschnell drehte ich mich dem zu und hielt mich in Angriffsposition. „Wer ist da? Los, zeig dich!“, mein Ton war überaus gereizt und meine Nerven zum zerreißen gespannt. „Warum denn so böse? Ich bin doch nur hier um dir meine Aufwartung zu machen, Gotteskind“, sprach die Fremde und trat hervor. Ich sag euch, mir blieb fast die Spucke weg. Es war die Schwarzhaarige mit der ich am Tag zuvor Noyn gesehen hatte. Aber nun trug sie keine normalen Klamotten, sondern irgendeinen engen Hosenanzug aus Leder. Ihre Schuhe konnte ich durch den Nebel nur ahnen. Aber ich ging einfach mal von Stiefeln aus. Allein der Gang hatte etwas von einer Katze. Nur hatte diese hier auch Krallen. „Wer bist du?“, wiederholte ich langsam. Die Frau kam noch näher auf mich zu und blieb nur ein paar Meter von mir entfernt stehen. „Mein Name lautet Arcana. Es wundert mich nicht, dass dir mein Name nix sagt. Keiner erwähnt ihn gerne. Da man mich auch die Blutskatze nennt“, stellte sie sich arrogant vor und ich dachte nur, welche Ironie. „Blutskatze? Welch lächerlicher Name, seid ihr so Einfallslos da unten?“, dabei deutete ich mit dem Daumen nach Unten. Ihr Lächeln war falsch, als sie lässig zum Tisch meiner Freunde ging und zu Marron trat. „Weißt du, ich würde ja gerne mit dir plaudern. Aber leider wurde mir das verboten“, seufzte sie traurig und griff in Marrons Haare. Mit einem Ruck drehte sie den Kopf der Brünetten so, dass sie ihr locker die Kehle durchschneiden könnte. „Also machen wir es kurz. Gib uns dein Leben und deine Macht, dann lasse ich sie vielleicht am Leben“, rief sie in einem ganz anderen Ton und ihr Gesicht sagte dass sie keinen Spaß verstand. Gut, ich auch nicht. So schon gar nicht. „Lass sie in Frieden. Sie hat doch gar nichts getan!“, entsetzt starrte ich auf die wehrlose Marron und Arcana runzelte die Stirn. „Nichts getan? Das ist so wohl nicht ganz richtig. Lange Zeit hat sie unsere Untertanen gejagt und gebannt. Das nennst du nichts getan?“, fragend sah sie mich an. Ich fühlte mich etwas verkohlt. „Das ist doch ewig her, jetzt bin ich euer Gegner also lass sie bitte frei!“, meine Erwiderung entlockte ihr ein Lächeln. Wie angewidert schmiss sie Marron beiseite und kam wieder auf mich zu. „Stimmt, du bist meine Aufgabe und ich werde es genießen dich zu töten“, säuselte sie und ich wich zurück. Stück für Stück kam sie näher und ich drohte gegen die Wand zu prallen. Also gut, fliehen hat eh keinen Zweck fangen wir an. Mit einem Sprung, der Arcana vollkommen überraschte, sprang ich über sie hinweg und landete hinter ihr auf den Füßen. Ohne nach ihr zu sehen, rannte ich zum Podium und auf die Statur zu. „Da du die kompliziertere Aufgabe bist, ziehe ich es vor. Zuerst die Leichte zulösen. Schachmatt!“, ehe sie was sagen konnte steckte das Schwert im Inneren der Skulptur und der Qualm schoss aus ihr heraus um gleich darauf zu verschwinden. Grinsend hielt ich ihr eine Schachfigur vor die Nase. „Einer erledigt bleibt nur noch einer“, meinte ich frech und wurde von einer mir Bekannten Stimme unterbrochen. „Ich muss dich leider enttäuschen, aber es sind noch immer zwei“, verkündete diese und ich fiel beinahe vom Podest. Zwei Schocks an einem Tag, konnte es noch schlimmer kommen? Ich sage gleich, ja konnte es. Noyn tauchte neben Arcana auf und die schien gar nicht Glücklich darüber. „Noyn, ich habe gesagt ich will das Alleine machen“, quengelte sie und Noyn fuhr ihr über den Mund. „Dann arbeite auch und schwing keine Reden. Du kennst deine Pflicht“, knurrte er sie an und Arcana zuckte zurück. Ohne zu widersprechen nickte sie und in ihrer Hand erschien eine violette Kugel. „Schade, hätte gerne noch weiter mit dir gequatscht. So bleibt mir nur noch Lebe wohl zu sagen!“, rief sie und ich noch immer unter Schock stehend konnte nicht schnell genug reagieren und wurde direkt von der Blitzkugel getroffen. Mit lautem Krachen landete ich in der Wand und hatte die Statur nur knapp verfehlt. Mein Glück, sonst hätte ich das hier wohl nicht überlebt. Für einen Augenblick blieb ich reglos liegen und wagte nicht mich zu bewegen. Das war zuviel für meine Nerven. Das musste Noyn also erledigen und da er nicht wusste wer ich war, dachte er wahrscheinlich ich läge unter den anderen. Mein Verdacht wurde bestätigt als Noyn laut schrie: „Wo ist sie? Du hast gesagt du lässt sie am Leben, wenn ich euch helfe!“ Arcana die mich im Auge behielt keifte zurück: „Ich habe deiner Tussi auch nichts getan! Was weiß ich, wo die steckt!“ Das war meine Sekunde. Unter stöhnen fing ich an meine Glieder zu bewegen und ein paar der Zerbrochenen Dekorationsteile fielen von mir ab. Durch das Geräusch aufmerksam gemacht, fielen die Blicke der beiden zurück auf mich. Ganz zaghaft richtete ich mich auf und mein Blick traf den von Noyn. Dieser schien zu verstehen und wie vom Blitz getroffen wich er zurück. Arcana stand nun vollkommen neben sich und sah sich zu ihrem Begleiter um. „Was ist denn jetzt los? Warum weichst du zurück? Ein Treffer noch und sie ist erledigt!“, rief sie genervt und ließ eine neue Kugel entstehen. Ich kam langsam wieder auf die Beine und lachte humorlos auf. „Du weißt es nicht wahr, Noyn Claude?“, meine Worte trafen ihn wohl in Mark und Bein. Wie erstarrt blickte er auf mein Rapuniertes Aussehen und als Arcana Schulter zuckend ihres Amtes tat. Entschlüpfte Noyn ein Schrei und ehe ich mich versah wurde ich beiseite geschleudert und lag wieder auf den Boden. Ein schmerzhaftes Stöhnen kam von meinem Retter und verdutzt starrte ich auf Shinji. „Was… was machst du denn hier?“, geschockt sah ich den Jungen an, der sich Abstützend aufrichtete. „Ich darf doch nicht zulassen das dir was geschieht. Fin konnte ich damals nicht retten, aber ein zweites Mal versage ich nicht“, grinste er frech, das Gesicht schmerzhaft verzerrt. „Du dummer Junge!“, ich war nahe daran los zu heulen. Aber vorher hatte ich noch ein Hühnchen zu rupfen. Arcana hielt sich entgeistert über einen zweiten Gegner an ihrer Stelle, während Noyn langsam hinter sie trat. Während ich ruhig auf sie zuging, hob ich mein Schwert auf und zischte: „Das war jetzt ein ganz dummer Fehler, Arci. Mich töten zu wollen ist die eine Sache, aber nicht meine Freunde!“ Wütend ließ ich mein Schwert auf sie hinab sausen. Zwar versuchte sie mir auszuweichen, doch Noyn hielt sie von hinten fest. „Was soll das Noyn? Hast du vergessen, wem du zu gehorchen hast?“, ihre Stimme schrillte laut in unseren Ohren wieder. Und als mein Schwert sie berührte, stieß sie einen noch schrilleren Schrei aus. Dann war sie verschwunden. Schwer atmend starrten Noyn und ich auf die Stelle, an der sie eben noch gestanden hatte. „Ist…ist sie tot?“, fragte ich und sah den Dämonenritter an. Dieser sah missmutig auf die Stelle und schüttelte den Kopf. „Ich fürchte nein. Sie ist zu mächtig als das ihr ein einzelner Streif den Tod bringen könnte. Aber sie wird verletzt und geschwächt sein“, antwortete er und sah mich an. Dann schwiegen wir beide. Ich sah ihn mit einem Hauch von Verachtung und Verletztheit an und auch an ihm ging das ganze nicht Gefühllos vorbei. „Du hättest es mir sagen sollen“, war das einzigste was ich heraus brachte, dann wandte ich mich ab und ging zu Shinji.

„Du musst dringend zu einem Arzt“, befahl ich ihm und beachtete Noyn nicht weiter. Doch der Junge schüttelte den Kopf. „Nicht nötig. Etwas Ruhe, ein wenig der Himmelsmedizin und ich bin wie neu. Hätte Natsuki mich nicht gebeten. Ich wäre wahrscheinlich gar nicht gekommen“, stöhnte er und als Noyn doch neben mich trat, fuhr er fort: „Kannst du mich zu den Nagoyas bringen? Natsuki wartet.“ Der Dämonenritter nickte stumm und stützte Shinji beim aufstehen. Shinji grinste leicht: „Du hast ne ganz schöne Scheiße gebaut, Mann.“ Noyn verzog das Gesicht. „Wem sagst du das.“ Mit einem letzten Blick auf mich, lösten sich die beiden in Luft auf. Endlich konnte ich tief durchatmen. Das alles war einfach zuviel für mich. Seufzend zog ich mein Haarband heraus und stand wieder in Abendrobe im Saal. So langsam kamen auch wieder die anderen zu sich und ich beeilte mich bei den anderen wieder am Tisch zu sitzen bevor sie aufwachten.
 

Es dauerte noch gute zehn Minuten ehe alle wieder wach waren und das laute Gemurmel losbrach. Keiner wusste was so genau passiert war. Niemand außer mir, Shinji, Noyn und dieser Arcana. Doch bald legte sich die Aufregung wieder, da die Ärzte von irgendeiner seltsamen Problematik im Gehirn erzählten. Die wohl mit der Luft und dem Licht in Verbindung stand. Ärzte eben, für die gibt es immer eine logische Erklärung. Sei sie nun Logisch oder nicht. Also ging der Abend weiter und bald wurde der Nebensaal zur Tanzfläche erklärt.
 

Ich hatte inzwischen mit Chiaki und Yamato getanzt, ja sogar mit Kaiki, der zu uns gestoßen war. Aber so langsam ging mir Lust aus. Denn der einzigste mit dem ich trotz aller Widerstände tanzen wollte war nicht anwesend. Seufzend wollte ich nach meinem letzten Tanz mit einem anderen Gast zurück zum Tisch. Als sich vor meinen Augen etwas Sonderbares zutat. Die Frauen begannen schon wieder zu tuscheln und als ich mich neugierig umsah, stockte mir der Atem.

Wie als wenn die Leute wussten zu wem er wollte, machten sie ihm Platz. Bis er vor mir stehen blieb und seine Hand ausstreckte. „Darf ich um diesen Tanz bitten?“ Schmerzlich bewusst dass er mich belogen hatte, konnte ich aber nicht anders als Noyn verzaubert anzublicken. Er sah aber auch zu Attraktiv in seinem schwarzen Smoking aus und er wollte mit mir tanzen. Ich konnte nicht anders als zu nicken und seine Hand zu ergreifen. „Sehr gern“, antwortete ich leise und gemeinsam kehrten wir zum Tanzparkett zurück.

Als er seine Hand auf meine Hüfte legte und wir gemeinsam über die Fläche schwebten. Fühlte ich mich wie im siebten Himmel. Die Blicke der anderen interessierten mich schon gar nicht mehr, als er mich näher zog und wir weiter ausschritten. Der Klang der Musik hatte uns schon längst verzaubert. Sanft drehten wir uns im Kreis und ich fühlte mich glücklicher als je zuvor, doch irgendwann meinte Noyn leise: „Du hättest es mir aber auch sagen sollen?“ Schmerzhaft sah ich ihn an und erwiderte: „Ich tat es nicht, weil ich Angst hatte du würdest mich doch in einen Topf mit den anderen stecken.“ Der Mann schüttelte den Kopf. „Du Schussel. Ich habe doch gesagt was ich fühle. Warum hast du mir nicht vertraut?“ Ein raues Lachen entrann meiner Kehle. „Du redest von Vertrauen? Du hast es auch nicht, hättest du mir nur gesagt dass du wieder dem Teufel dienst. Ich hätte…“ Abwartend sah er mich an und schwang mich wieder herum. „Du hättest was?“ Seufzend schwieg ich weiter, was Noyn aber nicht zulassen wollte. „Antworte mir Cindy. Was hättest du dann?“ Mit Tränen in den Augen sah ich zu ihm auf: „Ich hätte mich nicht so sehr in dich verliebt.“ Meine Worte drangen langsam in ihn ein und als er sie verstanden hatte blieb er stehen. „Ich verstehe. In dem Fall solltest du mir besser aus dem Weg gehen. Denn ich kann nicht für meine Gefühle garantieren“, meinte er und löste sich von mir. Erschrocken faltete ich meine Hände vor der Brust und konnte nicht anders als ihm dabei zu zusehen, wie er den Saal wieder verließ.

Die tanzenden Paare um mich herum nahm ich nur durch einen Schleier wahr.
 

Fortsetzung folgt…



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Kommentare zu dieser Fanfic (48)
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Von: abgemeldet
2009-04-06T20:38:54+00:00 06.04.2009 22:38
Wooow... Das Kapi ist super wie alle Anderen ^^
Aber ich finde das Ende auch traurig. Aber hatte Noyn Cindy nicht auch seine Liebe gestanden(in Kapi 13)? Oder hab ich mir des falsch gemerkt? Aaaah, ich bin verwirrt ^^

glg, knubbelchen
Von: abgemeldet
2009-04-05T18:10:31+00:00 05.04.2009 20:10
oooh das ende ist aber traurig. Klar Noyn hat viel Schmerz erfahren, doch ich glaube er hat auch Gefühle für Cindy.
lg Providence
Von: abgemeldet
2009-03-29T18:48:44+00:00 29.03.2009 20:48
*mal wieder geschichte gelesen hat*
wow, ich mag deinen schreibstil^^ die geschichte ist echt supi *find*
schreib bitte mal wieder weiter... wir wollen doch alle wissen, wie es weiter geht... *ganz lieb bitt*

glg, knubbelchen
Von:  moe_rikyou
2008-09-06T18:23:13+00:00 06.09.2008 20:23
Wow! Okay, wo soll ich anfangen? Bei noyn: Also, okay...mich würde wirklich interessieren, wer diese Frau war...hm...ich glaube nicht, dass das seine Affäre ist...
Jetzt zum Ende: Folter! Man, erst schreiben ohnmächtig und dann pltzlich den Ort wechseln und da nochmal open end machen! Das ist echt fies, aber gut gemacht! Schreib schnell weiter!

LG moe
Von: abgemeldet
2008-09-05T17:29:02+00:00 05.09.2008 19:29
Echt schöönes Kapi^^schreib schnell weiter...hab leider keine Kritik daran auszusetzten *zwinker*

LG

Luppui
Von: abgemeldet
2008-09-05T13:44:48+00:00 05.09.2008 15:44
hihihi *sich anschleich* will auch mal erste sein. komme grad wieder von der Abschlussfahrt aus Holland und musste natürlich zuallererst dein spannendes Kapi lesen. war wirjlich gut^^
Von: abgemeldet
2008-08-14T13:18:37+00:00 14.08.2008 15:18
Tolles kapitle und ein toller Schnitt. jetzt kann man wider auf das nachste lauern und der fantasie freien lauf lassen wie es weiter geht.
Lg Dark_providence
Von:  moe_rikyou
2008-08-11T18:30:01+00:00 11.08.2008 20:30
Ooooch nöööö....Gerade war ich dabei Sabrina wieder zu möägen und sie an Noyns Seite zu sehen und dann....Ich hass so ein "Mit-Kopf-durch-die-Mauer-egal-wie-dick"- Verhalten. Ich hab recht und egal was ihr sagt, es ist so! So übereilig! Man, jetzt tut sie was dummes! Und wie soll das jetzt ausgehen? Wenn Noyn das rausfindet, dass sie lebt, wird er vllt um sie kämpfen und Cindy gegen sie kämpfen müssen, weil sie vllt böse wird und nnoch dazu Noyns Herz besitzt! aaahhh! Chaos!!!!
du hats mihc vollkommen durcheinander gebracht, ich wieß nicht mehr für wen ich sein soll!

Ich hätte aber auch alles erwartet, nur nicht, dass SIE wieder auftaucht! Respekt! Das war ne Überraschungsbombe! Hast du toll gemacht!
Schreib schnell weiter! XD

LG Moe
Von: abgemeldet
2008-08-11T17:31:19+00:00 11.08.2008 19:31
Cool ich bin mal die erste^^Fand das kapi echt toll aber schade das du dort wo es spannend wird aufhörst *schluchz* bin gespannt wie es weiter geht xD

LG

Luppui
Von: abgemeldet
2008-08-04T14:58:37+00:00 04.08.2008 16:58
das kapi war einsame spitze schade das du nicht noch ein bischen weiter geschrieben hast...

LG

Luppui


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