Die Sache in der Küche
Mia ließ ihren Blick über das blaue, weite Meer schweifen. Sie hatte schon seit Tagen wenig anderes vor Augen als die scheinbar endlosen Weiten der Grand Line. Manchmal stand sie stundenlang am Bug der Flying Lamb und lauschte dem Wind und den Wellen. Zugegeben, es gab auch nicht besonders viele Möglichkeiten, seine Freizeit anderweitig zu verbringen. Jeder auf dem Schiff schien seine festen Aufgaben zu haben: Nami musste sich um den Kurs kümmern und zeichnete nebenbei ihre Seekarten, Lysop bastelte an neuen Waffen und Erfindungen, Ruffy sorgte für gute Laune, Chopper stellte seine Medikamente her und probierte neue Mixturen aus, Zorro trainierte und Sanji kümmerte sich um das Essen. Nur für Mia gab es so gut wie nichts zu tun. Gelegentlich half sie beim Abwasch oder sorgte dafür, dass die Flying Lamb ein wenig sauberer aussah, aber als Tagesbeschäftigung konnte man das wirklich nicht sehen. Sie seufzte. "Ist was?" fragte plötzlich Ruffy, der neben ihr auf der Galeonsfigur saß und seine Arme fast bis ins Wasser hängen ließ. "Nein, nein. Alles in Ordnung." antwortete sie und wandte sich endlich vom Meer ab. "Ich habe mich nur gefragt, ob Sanji das Essen wohl schon fertig hat." Eigentlich war das gelogen. Sie hatte überhaupt keinen Hunger. Aber irgendwie musste sie ja eine Entschuldigung für ihr Verhalten finden. "Au ja!" gab Ruffy vergnügt von sich. "Ich komme mit!" Mia rollte unbemerkt mit den Augen und stöhnte innerlich. Da hatte sie ja mal wieder genau das Falsche gesagt. Gerade wollte sie den ersten Schritt in Richtung Kombüse machen, als Ruffy auch schon an ihr vorbeisauste und die Tür aufriss. "Hey Sanji!" hörte sie ihn rufen. "Ist das Essen fertig? Ich habe Hunger!" Dabei gab er ein schmatzendes Geräusch von sich. Mia beobachtete, wie Ruffy eintrat und die Tür sachte hinter sich zufallen ließ. Also musste Sanji tatsächlich fertig sein, sonst hätte er Ruffy in hohem Bogen wieder rausgeworfen. Erneut seufzend folgte sie ihm und setzte sich an den Tisch. Während auch die anderen langsam in der Kombüse eintrafen, hafteten ihre Augen auf Sanji, der bereits den Tisch gedeckt hatte und jetzt das Essen servierte. Als er auch ihren Teller großzügig mit Essen belud, damit ihr eine ausgewogene Ernährung zuteil wurde, schenkte sie ihm ein mattes Lächeln, welches er freudig erwiderte. "Lasst es euch schmecken!" sagte er fröhlich und ließ sich auf dem Platz Mia gegenüber nieder. Die anderen ließen sich nicht zweimal bitten und langten kräftig zu. Mia besah sich etwas traurig ihren Teller. Heute gab es Hähnchenbrustfilet mit Champignons und Kroketten. Es sah einfach wunderbar aus. Und es schmeckte nicht weniger gut. Aber Mia nahm den Geschmack kaum wahr. Sie nahm eine Gabel nach der anderen voll in ihren Mund, kaute und schluckte, aber dennoch merkte sie beinahe gar nicht, dass sie überhaupt etwas aß. "Hast du wieder keinen Hunger?" fragte Sanji leise, sodass nur sie es hören konnte. Er machte einen sehr betrübten Eindruck. "Doch." antwortete sie wahrheitsgemäß. Allerdings wahr dies wohl nicht der passende Augenblick, um ihm zu sagen was es eigentlich war, worauf sie Hunger hatte. Sie hob kurz den Kopf und betrachtete Sanji, seine Haare, sein Gesicht, seine Hände... Es war jetzt schon fast zwei Monate her, seit sie zusammen die Nacht auf der einsamen Insel verbracht hatten. Und seit dieser Zeit hatten sie nie wieder solch innige Momente erlebt. Nicht, dass sie es nicht gewollt hätten. Aber auf diesem kleinen Schiff war das eben nicht so einfach. Man konnte hier einfach nie wirklich allein sein. Immer tauchte irgendjemand auf und stellte dumme Fragen, bettelte um Essen oder störte einfach nur durch seine Anwesenheit. Und selbst wenn man mal allein war, hatte man trotzdem noch das Gefühl, von jemandem beobachtet zu werden. Es war einfach schrecklich. Mia fühlte sich ganz stumpf und leer, als hätte sie schon seit Wochen nicht mehr richtig lachen können. Sie wusste selbst nicht, was mit ihr los war. Sie hatte sich so darauf gefreut, Piratin zu werden. Eigentlich gab es auch nichts an diesem Leben auszusetzen. Seit sie eingewilligt hatte, Sanji zu begleiten, hatte sie schon viele merkwürdige und auch wundersame Dinge erlebt. Wenn sie allein daran dachte, wie sie den Rivers Mountain hochgesegelt waren und dann mit irrsinniger Geschwindigkeit auf die Grand Line zuschossen... Dieses Gefühl war einfach unglaublich gewesen! Aber dennoch hatte sie sich das Ganze etwas anders vorgestellt. Wenn man es genau nahm, war sie nur aus einem Grund auf diesem Schiff, und zwar wegen Sanji. Und genau dort lag das Problem. Noch immer verharrten ihre Augen auf dem Smutje, bis sie wieder betrübt auf ihrem Teller haften blieben. Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als wieder seine Finger auf ihrer Haut zu spüren, seine Wärme, seinen Atem...
Auch Sanjis Gedanken kreisten um die vergangenen zwei Monate. Es war nicht zu übersehen, dass seine Liebste sich ziemlich unwohl fühlte. Dabei war sie am Anfang immer so fröhlich und lebhaft gewesen. Was hatte sie nur? War es seine Schuld? Hatte er sie zu sehr vernachlässigt? Wahrscheinlich schon... Er konnte sich selbst nicht erklären, warum er sich in letzter Zeit so selten um sie gekümmert hatte. Vielleicht lag es daran, dass sie auf dem Schiff bisher keine Möglichkeit hatten, sich wirklich intensiv miteinander zu beschäftigen. Und sie waren schon ewig an keiner Insel mehr vorbeigekommen... Ja, daran musste es liegen! Und doch... War es nicht trotzdem auch seine Schuld? Er hatte es wohl inzwischen schon als selbstverständlich angesehen, dass sie an seiner Seite war. Betreten senkte er den Kopf. Und dabei hatte er ihr versprochen, immer für sie da zu sein. ,Ich bin so ein Trottel!' beschimpfte er sich innerlich. Er sollte sich gleich über Bord werfen, verdient hätte er es! Aber würde Mia dann glücklicher sein? Sicherlich nicht... Flüchtig blickte er auf, blieb dann aber an Mia hängen. Sie sah ihn nicht an, also glitt sein Blick von ihrem Gesicht hinunter zu ihrem Hals und ihrem Oberkörper. Heute hatte sie eine leichte, blassrote Bluse mit kurzen Ärmeln und ziemlich tiefem Ausschnitt an, was ihr selbst aber anscheinend kaum aufgefallen war. Jedoch stand sie ihr einfach großartig. Nur warum bemerkte er das erst jetzt, zum Abendessen? Er verstand sich selbst nicht mehr. Wie hatte er es nur geschafft, diesem Anblick den ganzen Tag, nein, ganze zwei Monate lang zu widerstehen? War er vielleicht blind gewesen? Oder hatte ihn irgendjemand verhext? Unter Umständen könnte er auch krank sein... Sicher, so musste es sein! Es war doch absolut nicht normal, dass er, ER, der jahrelang etlichen Frauen hinterhergelaufen war, für so lange Zeit diesem wunderschönen Geschöpf hatte entsagen können. Eine wirklich seltsame Krankheit... Aber was immer es gewesen war, was ihn so verändert hatte... Das musste ein Ende haben! Wenn er nicht bald etwas unternahm, würde er sie möglicherweise noch für immer verlieren. Seine Augen streiften noch einmal ihren Körper und er spürte plötzlich, wie eine gewisse Wärme in ihm aufstieg. Wenn er sich nicht ganz und gar täuschte, war er jetzt ziemlich rot im Gesicht. Aber wenigstens benahm er sich wieder relativ normal. Ein Grinsen huschte über seine Lippen. Zum Glück fiel es niemandem auf. Er würde es tun, noch heute Abend! Das war er ihr einfach schuldig! Zumindest, wenn sie es auch noch wollte...
Als alle zufrieden ihre Teller geleert hatten und auch Ruffy mit seinem vierten oder fünften Nachschlag fertig war, hatte Sanji schon einen Plan gefasst, wie er für eine Weile mit Mia allein sein konnte. Er erhob sich und blickte in die Runde. "So," sagte er, "die Kombüse muss heute mal wieder auf Vordermann gebracht werden! Ich brauche jemanden zum Geschirr spülen, Herd saubermachen, Boden wischen..." Er hatte kaum angefangen zu reden, als sich mehrere Gesichter erschrocken zu ihm umwandten. Einer nach dem anderen sprang plötzlich auf und bemerkte, dass er noch irgendetwas furchtbar Wichtiges erledigen müsse. Nami wollte nach dem Kurs schauen, Zorro seine Schwerter schleifen, Lysop eine neue Erfindung perfektionieren, Ruffy... rannte einfach raus und Chopper behauptete, seine Mixtur sei hoch explosiv und er müsse unbedingt daran weiterarbeiten. Nur Mia blieb deprimiert auf ihrem Platz sitzen. Das war ja wieder typisch! Sie und Sanji durften allein die ganze Drecksarbeit machen. Wenn die anderen nur halb soviel helfen wie essen würden... Aber was soll's. Sich aufzuregen brachte in diesem Fall auch nichts. Und so hatte sie wenigstens für eine Weile Ruhe vor blöden Bemerkungen und dergleichen. Seufzend richtete sie sich auf und sah zu Sanji, der angestrengt versuchte, nicht laut loszulachen und eine saure Miene aufzusetzen. "Diese faule Bande!" brachte er mehr oder weniger wütend hervor. "Was soll ich machen?" wollte Mia von ihm wissen. "Ähm... am besten wir waschen erstmal ab. Fängst du schonmal an? Ich helfe dir gleich beim Abtrocknen." "Einverstanden." Während Mia den Tisch abräumte und Wasser in das Spülbecken einließ, schlich Sanji unbemerkt zur Tür und schloss sie so leise wie möglich, nachdem er sich vergewissert hatte, dass draußen niemand zu sehen war. Dann stahl er sich wieder an Mia heran und blieb hinter ihr stehen.
In Windeseile hatte Mia das Geschirr zusammengesammelt und nach und nach mit ein paar Tropfen Spülmittel in das warme Wasser gleiten lassen. Ein wenig verträumt wischte sie ein Stück nach dem anderen sauber und legte es nach draußen, wobei sie leise vor sich hinsummte. Es war irgendeine schlichte, völlig belanglose Melodie. Sie wusste selbst nicht, woher sie eigentlich stammte. Eigentlich bekam sie sowieso nicht richtig mit, was sie tat. Ihre Gedanken waren schon wieder irgendwo, nur nicht beim Abwaschen. Gerade wollte sie mit dem Besteck anfangen, als sie etwas ziemlich Heißes in ihrem Nacken spürte. Erschrocken wollte sie sich umdrehen, als sie Sanjis sanfte Worte neben ihrem Ohr hörte: "Ganz ruhig! Ich mache schon nichts Böses..." Mia verharrte regungslos. Da war sie wieder! Diese provokante, verführerische Stimmlage, die bei ihr jedes Mal eine Gänsehaut hervorrief. Sofort schlug ihr Herz deutlich schneller als zuvor und ein vertrautes Gefühl breitete sich in ihrer Magengegend aus. Sanji ließ sein Gesicht in ihre Haare sinken und Mia merkte, wie seine Hände vorsichtig um ihre Hüfte herumstrichen und schließlich auf ihrem Bauch innehielten. Sie schloss die Augen und schmiegte sich so nah wie möglich an ihn, während er weiterhin ihren Nacken liebkoste. Dann trocknete sie ihre Hände ab und legte sie auf seine, wie um zu verhindern, dass er sie wieder wegnahm. "Lass mich ja nie wieder los, hörst du?" flüsterte sie. "Keine Sorge. Das hab ich ganz bestimmt nicht vor." Er drückte sie noch näher an sich und glitt mit seiner rechten Hand langsam unter ihre Bluse, um über ihre weiche Haut zu streichen. Sie ließ es geschehen und nahm dabei seine andere Hand, führte sie zu ihrem Mund und küsste sie sanft. Ohne zu sehen, was er tat, fuhr Sanji mit einem Finger ihre Lippen entlang, bis sie sie allmählich öffnete und ihm Einlass gebot. Beinahe leidenschaftlich umspielte sie ihn mit ihrer Zunge und knabberte leicht daran, was Sanji zu einem leisen, unbefangenen Seufzer veranlasste. "Weißt du," sagte er ein wenig belustigt, "eigentlich hatte ich mir das etwas anders vorgestellt." Sie grinste, ließ seinen Finger wieder los und drehte sich, nachdem sie ihn ein letztes Mal geküsst hatte, zu ihm herum. Dadurch war er gezwungen, seine rechte Hand unter ihrer Bluse hervorzuziehen, was ihm sehr missfiel. Er wollte sich gerade beschweren, als sie ihre Hände in seinen Nacken schob und ihm in die Augen sah. "Du hast mir so gefehlt!" klagte sie leise. "Wie? Aber ich war doch die ganze Zeit über bei dir." Sie schüttelte den Kopf. "Du weißt schon, was ich meine. Eben das hier..." Während sie sprach, wanderten ihre Hände langsam zu seinem Gesicht und streichelten über seine Wangen und seine Stirn, bis sie schließlich in seinen Haaren verschwanden. Er lächelte. "Du hast mir auch gefehlt." Er schloss erneut die Arme um sie und neigte sich zu ihr herunter, bis ihre Nasenspitzen sich berührten. Ihre Hände zogen ihn noch die letzten Zentimeter auf sie zu und ihre Lippen fanden zueinander. Mias Herz machte einen Hüpfer. Wie hatte sie das vermisst! Dieses Feuerwerk der Gefühle, wenn man alles um sich herum vergaß und sich einfach nur auf das Hier und Jetzt konzentrierte. Vergessen waren die letzten zwei Monate, vergessen die unendliche Sehnsucht, die sie verspürt hatte. Das Einzige was zählte, war dieser Moment. Ihre Finger vollführten immer unkrontrolliertere Bewegungen, fuhren kreuz und quer durch seine Haare und brachten diese ordentlich durcheinander. Aber Sanji war das jetzt dermaßen egal, er konzentrierte sich ausschließlich auf ihren Kuss. Es dauerte nicht lange, bis Mias Zunge seine anstupste und zu einem kleinen Spiel herausforderte, dessen Regeln er noch lange nicht vergessen hatte. Ihre Zungenspitzen umkreisten sich, wanderten mal in seinen, dann wieder in ihren Mund und ergründeten ihre wohlbekannte Umgebung. Mia war so sehr mit den Geschehnissen in ihrer Mundhöhle beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkte, wie seine Hände bedächtig ihren Rücken hinunterwanderten und letztendlich unterhalb ihrer Hüfte verharrten. Als er aber plötzlich seinen Griff verstärkte und sie vorsichtig in die Höhe hob, löste sie sich von ihm und blickte ihn erschrocken an. Er sagte nichts, sondern küsste sie einfach wieder und trug sie vorsichtig weg von der Spüle bis zur Anrichte, wo er sie schließlich behutsam absetzte. Jetzt waren sie auf gleicher Höhe. Sie sah überrascht zu ihm herüber. Was wollte er denn jetzt damit bezwecken? "Was hast du vor?" wollte sie von ihm wissen. Doch er grinste nur hinterhältig und legte ihr seinen Zeigefinger auf die Lippen. "Abwarten!" Zum wiederholten Male versiegelte er ihre Lippen mit seinen und beugte sich nach vorne, wodurch sie sich an den Schrank hinter ihrem Rücken lehnte und die Augen schloss. Darauf hatte er gewartet. Seine Hände glitten hinauf zu ihrer Bluse, wo er mit seinen geschickten Fingern in Sekundenschnelle einen Knopf nach dem anderen öffnete. Als er beim letzten Knopf angelangt war, streifte er ihr die Bluse über die Schultern und betrachtete ihren Oberkörper. Er stützte sich mit seinen Händen ebenfalls an dem Schrank ab und begann mit seinen Lippen eine unsichtbare Spur auf ihrem Körper nachzufahren. Beginnend an ihrem Hals, glitt er immer weiter hinunter, bis er mit seiner Zunge zärtlich über ihren Bauchnabel fuhr und diesen umkreiste. Mia wurde zunehmend heißer und sie ließ einige leichte Seufzer vernehmen, bevor sie sich wieder etwas nach vorne lehnte, ihn am Kragen zu sich heranzog und ebenso schnell wie er vor ein paar Minuten sein Jackett aufknöpfte. Sanji ließ es sich gern gefallen und half ihr bereitwillig dabei, auch die Krawatte aufzubinden und sein Hemd auszuziehen. Glücklich kuschelte sie sich an ihn und knabberte ein wenig an seinem Hals, während sie mit den Fingerspitzen über seine Brust und seinen Bauch fuhr. Eine kleine kreisförmige Narbe erinnerte an seine schwere Verletzung, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Aber darüber wollte Mia jetzt nicht nachdenken. Sie verteilte eine Vielzahl leidenschaftlicher Küsse auf seinem Körper und hinterließ an einigen Stellen feine, aber glühende Merkmale, die wohl für die nächsten Tage auf seiner Haut bleiben würden. Dies schien Sanji, der den Kopf in den Nacken gelegt hatte und dessen Lippen ein verträumtes Grinsen zierte, jedoch wenig zu kümmern. Erst als Mia seine schwarze Hose öffnete und sie behutsam nach unten zog, erwachte er aus seinem Traum und sah verblüfft an sich herunter. "Hey!" sagte er mit leicht beleidigtem Unterton. "Das ist aber unfair! Jetzt will ich auch mal!" Mia hob die Augenbrauen um ein paar Millimeter, erwiderte aber nichts darauf und beugte sich einfach zu ihm vor, sodass er den Verschluss ihres BHs öffnen konnte. Dies tat er auch ohne Zögern und ließ das störende Kleidungsstück zu den anderen Sachen auf den Boden fallen. Eigentlich keine schöne Angewohnheit, seine Sachen ständig in den Dreck zu werfen. Aber egal... Zufrieden strich er über jeden Zentimeter Haut, den er gerade enthüllt hatte und sah zu, wie sie wieder entspannt an den Schrank zurücksank und leise aufstöhnte. Sie wollte es nicht, aber sie konnte es einfach nicht verhindern. Jedes Mal, wenn er das tat, verursachten seine Finger solch ein unbeschreiblich schönes Gefühl auf ihrer Haut, dass sie einfach nicht anders konnte als ihm auf diese Weise mitzuteilen, wie sehr es ihr gefiel. Ihre Hände fuhren ziellos seinen Rücken hinauf, krallten sich für eine Weile hilflos in seinen Schulterblättern fest und landeten schließlich erneut in seinen Haaren. Langsam fühlte Sanji sich jedoch ein wenig unbehaglich. Schon seit einiger Zeit hatte sich in seinen Boxershorts etwas geregt, das er langsam nicht mehr ignorieren konnte. So leckte er sanft mit der Zunge über den Punkt, an dem er gerade geknabbert hatte und bewegte sich dann immer weiter nach unten bis zu ihrer Jeans. Mit einem einzigen Handgriff öffnete er den letzten Knopf, der ihn noch von seinem Glück trennte und zog den Reißverschluss mit den Zähnen nach unten. Mia, die genau wusste, was er vorhatte, hob ihren Unterkörper ein wenig an, sodass er die Jeans problemlos abstreifen konnte. Nachdem auch das erledigt war, umschlang er ihre Hüfte und machte Anstalten, auch das letzte lästige Bekleidungsstück zu entfernen, als...
Zorro blieb abrupt stehen. Er hatte vor wenigen Minuten beschlossen, sich nach seinem Training etwas zu trinken zu gönnen, war zur Kombüse gegangen, hatte die Tür geöffnet und gerade die ersten drei Schritte in den Raum gemacht, aber jetzt hatte er ein Problem. Er war offensichtlich nicht allein in diesem Raum. Fassungslos starrte er auf das Bild, das sich vor ihm ergab. Seine Augen huschten über Mia, die fast völlig nackt auf der Anrichte saß, den Kopf in den Nacken und die Arme um Sanjis Oberkörper geworfen hatte und von ihm an den Hüften festgehalten wurde und schließlich über Sanji selbst, der zwischen ihren Beinen stand und sich über sie gebeugt hatte. Seine Haare waren vollkommen zerzaust, er schwitzte heftig und an seinen Boxershorts, dem einzigen Kleidungsstück, das er anhatte, erkannte Zorro eine verräterische Wölbung, die einfach alles sagte. Schließlich blieb sein Blick an ihren Gesichtern hängen, die nun ihm zugewandt waren. Sowohl in Sanjis als auch in Mias Augen spiegelte sich blankes Entsetzen. Sie hatten die Münder weit aufgerissen, waren aber beide unfähig, irgendetwas zu sagen. Es war beinahe lustig, wie sie beide genau das Gleiche taten. Aber andererseits... Nachdem sie sich etwa 30 Sekunden lang stillschweigend angestarrt hatten, bemerkte Mia plötzlich, wie sie eigentlich aussah. Bestürzt verschränkte sie die Arme vor ihrem Oberkörper und blickte hilfesuchend zu Sanji. Dieser sah keine andere Möglichkeit, als sie fest an sich zu drücken und schaute daraufhin über die Schulter zu Zorro. Endlich fand dieser die Macht der Sprache wieder. Er versuchte, möglichst ruhig zu bleiben, aber sein Gesicht machte einen ziemlich grimmigen Eindruck und seine Stimme klang ebenfalls eher gereizt: "Ich komme anscheinend ungelegen. Tut mir echt leid, euch gestört zu haben. Macht einfach weiter! Ich trinke dann später was, wenn ihr fertig seid." Er machte auf der Stelle kehrt und ließ die Tür hinter sich zuknallen.
Mia zuckte zusammen, als die Tür ins Schloss fiel. Zitternd schaute sie zu Sanji auf. So ein verdammter Mist! Wieso konnte man die Tür zur Küche nicht einfach abschließen? Jetzt war es passiert, sie waren erwischt worden. Und dann auch noch von Zorro! "Was machen wir jetzt?" fragte sie verzweifelt. Aber Sanji war genauso ratlos wie sie. "Ich habe nicht die geringste Ahnung."
So, Schluss mit dem ersten Kapitel^^ Es war ja auch lang genug, oder? Jaja, Zorro is echt böse, ne? Aber ihr dachtet doch nicht, dass ich das Lemon gleich am Anfang mache oder? Dann hättet ihr am Ende vielleicht gar keine Lust mehr, den Rest der Story zu lesen XD Tja, die beiden müssen wohl leider noch etwas warten. Aber früher oder später komme ich dann dazu *ggg*
Die namenlose Insel
Ich muss euch wirklich loben! Kaum schreibe ich euch, dass ich eine Fortsetzung mache, kriege ich ganz viele Kommis^^ So wünsch ich mir das immer *g* Da ihr so schnell wart, mach ich auch mal ganz schnell weiter mit Kapitel 2:
Zorro war noch immer ziemlich sauer, als er sich wieder auf den Weg ins Jungenzimmer machte. Sicher, er konnte auch noch später etwas trinken, das war nicht unbedingt ein Problem, aber so unglaublich es auch klingen mochte, für ihn war dieses peinliche Ereignis eben beinahe ebenso unangenehm wie für Sanji und Mia. Er hatte nämlich wirklich nicht vorgehabt, den beiden bei solch einer intimen Beschäftigung zuzusehen. Im Prinzip war es ihm ja völlig egal, was Sanji und seine Freundin in ihrer Freizeit taten, aber mussten sie das unbedingt in der Kombüse tun? Erst recht, wenn er mal etwas trinken wollte! Und das kam sowieso nicht besonders oft vor. Warum war er nur gerade heute so durstig gewesen? Wenn er doch nur etwas gewartet hätte... Obwohl! Zorro schnaubte. Er hatte sich wirklich nichts vorzuwerfen. Sollte er jetzt etwa immer erst anklopfen, bevor er einen Raum auf der Flying Lamb betrat? Ganz bestimmt nicht! Dann sollten sich die beiden lieber einen anderen Ort für ihren schmutzigen Zeitvertreib suchen. Naja... so schmutzig sah es eigentlich nicht aus. Vielleicht wäre "unanständig" ein besseres Wort dafür. Zorro war es egal. Er interessierte sich sowieso nicht für solche Dinge, aber wenn es ihnen gefiel, bitteschön! Als er die Kajüte betrat, ließ er auch diese Tür wütend hinter sich zuknallen. "Hey, Zorro! Ist irgendwas?" fragte Lysop neugierig, der von seiner Hängematte aus auf ihn heruntersah. "Nein." antwortete dieser kurz angebunden. "Dann ist ja gut. Aber geh nicht immer so grob mit unserem Schiff um!" "Jaja." ,Verdammt!' stöhnte Zorro innerlich. Dabei wollte er doch nichts weiter als irgendetwas trinken! Diese beiden... "Von wegen die Kombüse auf Vordermann bringen!" knurrte er, während er sich auf seine eigene Hängematte schwang. Aber weder Lysop noch Ruffy schien sich dafür zu interessieren, was er sich wieder in seinen nicht vorhandenen Bart brummelte. Zorro war doch ständig so mies gelaunt, wahrscheinlich hatte er sich nur wieder mit Nami gestritten oder etwas Derartiges. Zorro seufzte. Er würde jetzt einfach warten, bis Sanji ebenfalls kam um sich schlafen zu legen. Vorausgesetzt, er schlief heute Nacht überhaupt. Aber er würde doch wohl... oder etwa nicht?
Gerade als Zorro beschlossen hatte, Sanji sämtliche Knochen zu brechen, wenn dieser nicht bald auftauchte, öffnete sich die Tür und der Smutje spähte hinein. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass Zorro in seiner Hängematte lag und im Moment nicht im Begriff war ihn lebendig aufzuschlitzen, schlüpfte er herein und begab sich lautlos zu seinem Schlafplatz. Dort streifte er sich sein Jacket, seine Hose und seine Schuhe ab, die er sich sicherhaltshalber zunächst noch einmal angezogen hatte und kletterte ebenfalls in seine Hängematte. Kaum hatte er das getan, hörte er wie Zorro sich erhob und sich in Richtung Tür begab. ,Ach richtig, er wollte ja etwas trinken.' ging es Sanji durch den Kopf. Plötzlich drehte Zorro sich um und ihre Blicke trafen sich für einen kurzen Moment. Sanji zuckte leicht zusammen, als er die Wut in Zorros Augen sah. Hoffentlich hatte er diese Sache bald vergessen. Es tat ihm schon leid, dass er wegen ihnen in diese unangenehme Situation geraten war, aber andererseits hatte er auch einen Grund sich über Zorro aufzuregen. Immerhin hatte er seinen wundervollen Abend mit Mia verdorben. Sanji krallte sich zornig in seine Decke. Er wollte sie doch nur einmal wieder glücklich machen, verdammt! Aber wenigstens schien sie die Zeit, die sie miteinander verbracht hatten, sehr genossen zu haben. Auch wenn sie nach Zorros Eintreten ein wenig enttäuscht und vor allem wegen Zorro besorgt war, hatte sie doch einen weitaus fröhlicheren Gesichtsausdruck als während der vergangenen Tage gehabt. Sie hatte ihm noch einen leidenschaftlichen Kuss gegeben, ihre Sachen vom Boden aufgesammelt und sich anzogen. "Mach dir keine Sorgen." hatte sie zu Sanji gesagt, der ihr dabei überaus betrübt zugesehen hatte. "Sobald sich eine günstige Gelegenheit ergibt, bringen wir das zu Ende. Wir müssen einfach nur ein wenig abwarten. Vielleicht auf der nächsten Insel...?" Sanji hatte traurig genickt und zugesehen, wie sie das Zimmer verließ. Dann wanderte sein Blick langsam an sich herunter. Er atmete erleichtert auf. Die Wölbung war wieder verschwunden, wahrscheinlich durch den Anblick von Zorro. Welch ein Glück! Sonst hätte er jetzt ein echtes Problem gehabt. Langsam hatte er sich seine Sachen übergezogen, seine Haare ein wenig glattgestrichen und war aus der Kombüse verschwunden. Jetzt presste er seine Decke fest an sich und drehte sich auf die Seite. Als Zorro nach einigen Minuten zurückkam, war er auch schon eingeschlafen.
Am nächsten Morgen stand Sanji schon ziemlich früh auf und verbrachte den gesamten Vormittag in der Küche. Mia unterhielt sich erst eine Weile mit Nami darüber, dass sie schon so lange keine Insel mehr angelaufen hatten und es ihnen sicher allen gut tun würde, mal wieder etwas von dem Schiff herunterzukommen, dann willigte sie ein, mit Ruffy, Lysop und Chopper Karten zu spielen. Sie hatte ausgesprochen gute Laune. Auch wenn sie und Sanji gestern gestört worden waren, so wusste sie doch jetzt wieder, dass er sie noch immer liebte und für sie da war. Sie hatte diese Zärtlichkeiten einfach gebraucht. Es war, als hätte man ihr nach etlichen Wochen des Hungerns endlich etwas zu essen gegeben. Und dabei meinte sie nicht eine Scheibe Brot oder ein Stück Käse, sondern eine köstliche Schokoladentorte. Naja, vielleicht ein ziemlich merkwürdiger Gedanke. Aber so in etwa konnte man es sich vorstellen. Zorro war ihr bis jetzt auch noch nicht wieder begegnet und so lächelte sie beinahe den ganzen Morgen über. Als sie fünfmal hintereinander gewonnen hatte und die Jungs schon beinahe am Heulen waren (dabei spielten sie nicht mal um Geld), entschied sie sich nachzusehen, was Sanji so machte. Als sie die Küche betrat, sah sie ihn vor dem Herd stehen, wo er Spiegeleier briet. Er hatte bereits abgewaschen und der Boden sah auch um einiges sauberer aus als am vergangenen Tag. "Na, hast du deine Kombüse doch noch auf Vordermann gebracht?" hauchte sie ihm zu, als sie an ihn herangetreten war. Er blickte sie überrascht an. "Ich hab dich gar nicht kommen hören. Du bist echt gut im Heranschleichen!" Sie lachte. "Das hab ich sicher von dir..." Ihre Hand wanderte in seinen Nacken und kraulte ihn dort ein wenig. Er bekam eine leichte Gänsehaut, konnte sich aber dennoch auf das Frühstück konzentrieren. "Nami rechnet damit, dass wir sicher bald auf eine neue Insel kommen." meinte sie zu ihm. "Ehrlich? Das wäre ja toll." Sie legte leicht ihren Kopf an seine Schulter und flüsterte: "Ja, da haben wir dann hoffentlich etwas mehr Zeit für uns." Er wollte gerade etwas erwidern, als die Tür aufglitt und wieder niemand anderes als Zorro dort stand. Als er die beiden erneut so dicht beieinander sah, flammte die Wut von gestern Abend wieder in ihm auf und er sprach zornig: "Das glaub ich einfach nicht! Könnt ihr euch nicht wenigstens einmal zusammenreißen?" Ohne auf eine Antwort zu warten rannte er nach draußen. Mia trat wieder einen Schritt zurück und machte große Augen. "Das hat er jetzt aber irgendwie falsch verstanden." Sanji seufzte. "Naja, so ist er eben. Was soll's..."
Zorro stapfte mit schweren Schritten zum Heck des Schiffes und lehnte sich an die Reling. "Also wirklich! Die sind ja echt unmöglich! Und das schon vor dem Frühstück!" "Wer ist unmöglich?" ertönte plötzlich eine Stimme hinter ihm. Zorro drehte sich erschrocken um und sah Nami auf sich zukommen. "Ach, niemand..." Er wandte sich von ihr ab und blickte stumm aufs Meer hinaus. "Was hast du denn, Zorro? Ist bei dir irgendetwas nicht in Ordnung?" "Hä? Wie kommst du darauf?" fragte er perplex. "Du wirkst so nachdenklich. Außerdem ist es ziemlich ungewöhnlich, dass du auf dem Deck rumstehst und überhaupt nicht trainierst! Na sag schon, was ist passiert?" Zorro klappte der Mund auf. So ein blöder Mist! Warum wusste diese Frau immer, was in einem vorging? Das war ja sowas von nervig! Als er keine Anstalten machte ihr zu antworten, hakte Nami nach: "Also, wen hast du vorhin gemeint? Komm schon, mir kannst du es erzählen!" Zorro seufzte schwer. Ihm blieb wohl keine andere Wahl. "Wenn du es unbedingt wissen willst, Sanji und seine Freundin." "So? Was haben die beiden denn gemacht?" Zorro musste grinsen. "Gemacht" traf es schon ziemlich genau. "Sagen wir es so... Ich kam gestern Abend in die Kombüse und da habe ich sie in einer ziemlich eindeutigen Pose erwischt, wenn du weißt, was ich meine." antwortete er, nun wieder etwas besser gelaunt. Namis Kinnlade fiel herunter. "Du hast die beiden... aber... ich meine... wie weit waren sie denn?" "Tja, soweit wie ich das beurteilen kann, schon ziemlich weit. Sie hatten nämlich fast nix mehr an." Namis Augen wurden noch größer. "Du meinst, du hast Mia..." Er nickte. "Und?" wollte sie wissen. "Was, und?" "Na wie findest du das, was du gesehen hast?" Zorro zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Es sah schon nicht schlecht aus. Aber ich hab nicht so sehr darauf geachtet." "Echt nicht?" "Nö. Ich interessiere mich eher für andere Dinge." Er erntete einen sehr skeptischen Blick seitens Nami. "Du meinst also, dass..." Sie lehnte sich zu ihm vor, legte eine Hand in seinen Nacken und zog seinen Kopf ein wenig nach vorne, sodass er gezwungen war, direkt in ihr Dekolleté zu blicken. "...du absolut immun gegen weibliche Reize bist?" Zorro wurde knallrot und entwand sich so schnell wie möglich ihrem Griff. Ihm war plötzlich mehr als heiß. ,Puh...' atmete er innerlich aus, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Nami lachte laut auf, drehte sich um und ließ ihn einfach stehen. Zorro sah ihr wortlos nach, er atmete immer noch ziemlich unruhig. ,Himmel! Was war das denn jetzt?'
Das Frühstück verlief ohne weitere Komplikationen. Alle waren ziemlich mit sich selbst beschäftigt und konzentrierten sich größtenteils auf ihr Essen. Mias und Sanjis Augen huschten zwar hin und wieder zu Zorro, doch dieser schien mit seinen Gedanken ganz weit weg zu sein und hatte seinen Zorn auf sie scheinbar verdaut. Wenn sie wüssten, worüber er gerade nachdachte... Er kam einfach nicht über die Sache mit Nami hinweg. Warum hatte sie das getan? War das nur wieder ein Spiel von ihr gewesen? Hatte sie einfach nur testen wollen, wie widerstandsfähig er war? Oder war da etwa mehr? ,Das kann nicht sein!' dachte sich Zorro. Nicht Nami! Diese Ziege würde so etwas doch nie ernst meinen. Allein die Vorstellung, dass sie irgendetwas für ihn empfand, war dermaßen lachhaft... Das Einzige, was für sie wichtig war, war doch Geld. Ihr ganzes Denken war erfüllt von Berryscheinchen und Juwelen, sie könnte sicher niemals irgendjemanden lieben. Und doch... Hatte sie nicht nur deshalb mit dieser ganzen Klauerei angefangen, weil sie ihr Heimatdorf vor Arlong retten wollte? Vielleicht war sie ja doch zu so etwas wie ehrlichen Gefühlen in der Lage. Zorro ballte die Fäuste. ,Aber selbst wenn es so sein sollte, gelten diese sicher nicht mir!' Damit war die Überlegung für ihn abgeschlossen.
Nach dem Essen half Mia Sanji noch beim Abtrocknen und versuchte ihn zu überreden, mit ihr aufs Deck zu kommen. Er meinte, dass er noch etwas Wichtiges zu erledigen hätte, versprach ihr aber nachzukommen, sobald er damit fertig war. So ging Mia schon einmal vor und suchte sich ein schattiges Plätzchen bei Namis Orangensträuchern. Sie hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass sie dort nicht alleine war. Nami saß keine drei Meter weiter auf ihrem Liegestuhl und rief Mia sofort freudestrahlend zu sich, als sie sie bemerkte. "Was gibt's?" fragte Mia lächelnd, als sie sich zu Nami setzte. Die Navigatorin sah sie eindringlich an. "Das wollte ich eigentlich dich fragen." Mia schenkte ihr einen verdutzten Blick. "W-wie meinst du das?" Nami beschloss, nicht lange um den heißen Brei herumzureden. "Zorro hat es mir erzählt." sagte sie nur. Mia schluckte. Dann breitete sich ein vorsichtiges Grinsen auf ihrem Gesicht aus. "Ich hätte gar nicht gedacht, dass Zorro so gesprächig ist..." Namis Gesichtszüge wurden auch wieder etwas weicher. "Naja, er hat es mir nicht so ganz freiwillig berichtet. Ich musste schon ein wenig nachhelfen." "Verstehe. Also... was willst du jetzt von mir hören?" Namis Mundwinkel zogen sich in die Höhe. "Ich weiß nicht. Vielleicht... wie es dir gefallen hat?" Mias Wangen färbten sich tief rot und sie blickte verlegen zu Boden. "Willst du das wirklich wissen?" "Na und ob!" "Weißt du... das lässt sich nicht so einfach erklären. Es gibt einfach gar keine Worte dafür. Sanji ist... einfach unglaublich! Er ist immer so sanft und liebevoll bei allem, was er tut. Wenn er mich berührt, dann ist es, als würde ich auf einer Wolke schweben. Ich fühle mich so frei und entspannt. Und wenn er mich küsst! Dafür könnte ich sterben..." Nami lächelte leicht. Das hörte sich wirklich wundervoll an. Man konnte geradezu spüren, wie glücklich Mia war. Es schien richtig von ihr Besitz zu ergreifen. Sie sagte es ihr nicht, aber sie beneidete sie. Nicht um Sanji, aber um das Glück, das sie gefunden hatte. Sie selbst wäre auch gerne so glücklich. Wenn man sie von außen betrachtete, konnte man zwar meinen, dass sie eigentlich alles hatte, was man brauchte: tolles Aussehen, eine Menge Geld und einige wirklich gute Freunde, die sogar ihr Leben für sie aufs Spiel setzen würden. Aber niemand hatte sie je gefragt, wie es eigentlich in ihr drin aussah. Ein Schatten fiel über Namis Augen. Eigentlich sehnte sie sich doch nur nach jemandem, der sie mal in den Arm nahm und sie wärmte, wenn ihr kalt war. Jemand, der zärtlich zu ihr war und immer an ihrer Seite stand. Jemand, der sie liebte. "Nami, was hast du?" fragte Mia, der keineswegs entgangen war, wie betrübt ihre Freundin plötzlich wirkte. "Ach, es ist nichts weiter. Ist schon ok!" Mia betrachtete sie zweifelnd, sagte jedoch nichts weiter. Sanji hatte sich gerade aus der Kombüse bequemt und so entschuldigte sie sich bei Nami und gesellte sich zu ihm.
"Na, hast du es doch noch übers Herz gebracht, deine geliebte Küche zu verlassen?" sagte sie in scherzhaftem Ton und sah ihn schief von der Seite an. Er lachte und winkte ab. Dann blickte er sich argwöhnisch um, nahm ihre Hand und zog sie mit sich auf die andere Seite von Namis Orangengarten. Hier waren sie anscheinend ungestört. Sie spürte, wie sein Arm langsam um ihre Taille herumwanderte und sie näher an ihn heranzog. "Langsam solltest du eigentlich wissen, dass mein Herz nur dir gehört." sagte er mit verführerischer Stimme. "So?" Sie setzte einen ungläubigen Blick auf, als wäre ihr das völlig neu. "So!" antwortete er knapp aber bestimmt und presste seine Lippen auf ihre. Sie war zunächst ein wenig überrascht, schloss dann aber genießerisch die Augen und erwiderte den Kuss. Seine andere Hand begann ihren Hals hinunterzufahren und glitt sanft weiter nach unten bis unter ihr T-Shirt, das sie über dem Bauch zusammengebunden trug. Sie löste sich wieder von ihm, schnappte kurz nach Luft und fragte atemlos: "Bist du sicher, dass hier der richtige Ort dafür ist?" Er grinste schelmisch. "Also wenn es nach mir ginge, wäre überall der richtige Ort. Und ich finde auf jeden Fall, dass jetzt die richtige Zeit dafür ist..." Mit sanfter Gewalt drängte er sie ein Stück zurück, bis sie mit dem Rücken gegen den hinteren Mast gelehnt war. Dann sank er auf die Knie und setzte eine Vielzahl federleichter Küsse auf ihren Bauch. Sie musste sich anstrengen um nicht anzufangen zu kichern, denn obwohl es sehr angenehm war, kitzelten sie seine Berührungen doch. Sie hob ihre Hände, um ihn leicht von sich wegzuschieben, doch er ergriff mit einem Mal ihre Handgelenke und drückte sie gegen das Holz. Langsam wunderte sich Mia. "Hey! Sag mal, was machst du da eigentlich?" Er ignorierte sie zunächst für einige Sekunden, zog dann aber seine Zunge zurück, mit der er gerade ihren Bauchnabel ausgiebig erkundet hatte und sah vergnügt zu ihr auf. "Dich verwöhnen, was sonst?" "Also..." Sie befreite ihre Hände und sank zu ihm auf den Boden, damit sie ihm in die Augen sehen konnte. "Das stelle ich mir aber eigentlich anders vor." Er schien sie erst vom Gegenteil überzeugen zu wollen, senkte dann aber den Kopf und sagte verlegen: "Tut mir leid. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Ich wollte wohl einfach mal was Neues ausprobieren." Plötzlich spürte er eine zierliche Hand auf seiner Brust, die sanft darüberstreichelte. "Wenn ich ehrlich bin, war ich bis jetzt immer vollkommen zufrieden. Aber wenn du etwas ändern willst..." Er erstickte ihre Worte mit einem Kuss. "Vergiss einfach, was ich gesagt habe!" sagte er leise, nachdem er sie wieder losgelassen hatte. "Es ist mir egal. Solange du nur glücklich bist..." Sie schmunzelte und legte ihre Arme um ihn. "Glaub mir, das bin ich." Zärtlich massierte sie seinen Nacken und ließ sich von ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht streichen. Was folgte, war ein leidenschaftlicher Kuss, während dem er wiederum sanft über ihren Bauch fuhr. Gerade hatte seine Hand den Weg unter ihr T-Shirt gefunden und machte Anstalten, noch etwas höher zu klettern, doch plötzlich...
"Land in Siiiiiiiiiicht!!!!" "Och nee..."
Mürrisch blickten Sanji und Mia nach oben zu Lysop, der im Krähennest stand und mit seinem Fernrohr auf den Horizont starrte. "Da ist eine Insel, ich bin ganz sicher!" rief er erneut herunter. Auch Nami war aufgestanden und schaute nun über die Reling. "Du hast Recht! Da ist echt eine Insel! Und sie ist sogar ziemlich groß! Aber das kann doch eigentlich..." Ohne ihren Satz zu beenden wandte sie sich ab und lief unter Deck in ihr Arbeitszimmer. Inzwischen hatten auch Ruffy und Chopper das Ganze nicht überhören können und führten zusammen mit Lysop, der gerade wieder heruntergestiegen war, einen Freudentanz auf. Sanji seufzte laut. "Mach dir nichts draus." meinte Mia aufmunternd. "Auf der Insel gibt es sicher eine Stadt. Da suchen wir uns dann ein nettes Hotel und..." Seine Augen leuchteten auf. "Hab schon verstanden! Außerdem brauchen wir langsam wirklich neuen Proviant..." "Na siehst du!" Nach wenigen Minuten tauchte Nami wieder auf. Sie hatte eine große Karte dabei und breitete sie vor sich aus. "Hey Nami, wie heißt diese Insel?" wollte Ruffy aufgeregt wissen. Aber sie schien ihm gar nicht zuzuhören. "Merkwürdig..." murmelte sie und ließ ihre Augen prüfend über die Karte schweifen. "Was ist merkwürdig?" fragte Lysop beunruhigt. Schließlich blickte Nami zu ihm auf. "Diese Insel! Obwohl sie so groß ist, kann ich sie nicht auf meiner Karte finden. Deshalb kann ich euch leider auch nicht sagen, wie sie heißt." Lysops Beine begannen leicht zu zittern. "D-du meinst diese Insel gibt es eigentlich gar nicht?" Er drehte sich schlotternd zu Ruffy um. "Dann wollen wir da doch nicht etwa an Land gehen oder?" "Doch, sicher!" antwortete dieser mit einer überwältigenden Selbstverständlichkeit. "Ich habs geahnt!" erwiderte Lysop, dem bereits die Tränen aus den Augen quollen. "Nun mach dir mal nicht ins Hemd, Lysop." sagte Sanji gelassen. "Nur weil die Insel nicht auf der Karte ist, heißt das noch lange nicht, dass damit nicht alles in Ordnung ist." "Hoffen wir es..." entgegnete Nami ein wenig skeptisch und beobachtete die namenlose Insel, die mit jeder Sekunde näher rückte.
Also wenn ich ehrlich bin, ging mir das erste Kapitel leichter von der Hand. Aber wenigstens weiß ich jetzt ziemlich genau, was demnächst so alles passieren soll. Also wenn das nicht toll ist XD Ach ja... Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich schon auf das letzte Kapitel freue! *g* Ich hab schon massenweise Ideen, aber ich weiß gar nicht, wie viele Kapitel es bis dahin noch werden o.O
Der Gott des Donners
Je näher sie der geheimnisvollen Insel kamen, desto betrübter wurden die Gesichter der Strohhut-Bande. Das Einzige, was sie sahen, waren Bäume. Die Insel schien aus einem einzigen Dschungel zu bestehen. Aber den konnten sie gerade gar nicht gebrauchen. Namis Shopping-Pläne fielen ins Wasser, Lysop und Chopper bekamen noch größere Angst vor der Insel und in Sanjis und Mias Kopf platzte gerade der Traum von einem gemütlichen Hotel. Sogar Ruffy zog eine Schnute. "Ich sehe gar kein Wirtshaus!" rief er traurig aus. Glücklicherweise waren sie jetzt am Strand angekommen und mussten sich darum kümmern, den Anker auszuwerfen, somit blieb den anderen eine Antwort auf Ruffys Bemerkung erspart. Nachdem sie die Segel eingeholt hatten und es auch gelungen war, Zorro aufzuwecken, der wieder einmal ein Nickerchen an der Reling gemacht hatte, bereiteten sich alle darauf vor an Land zu gehen. Zehn Minuten später stand die ganze Crew ein wenig verloren am Strand und blickte auf den undurchdringlichen Dschungel, der sich vor ihnen auftat. "Wollen wir da echt reingehen?" fragte Mia unsicher. "Wir brauchen unbedingt Nahrungsmittel." antwortete ihr Sanji und blies den Rauch seiner Zigarette aus. Mia hatte ihm gesagt, er solle auf dem Schiff nicht ständig rauchen, aber jetzt war das ja etwas anderes. "Ich schlage vor, dass wir Gruppen bilden." mischte Nami sich ein. "So können wir verschiedene Teile der Insel absuchen. Jeder bringt einfach das mit, was er findet. Hier gibt es doch bestimmt Früchte, die man essen kann." "Und Fleisch!" brüllte Ruffy dazwischen. Nami hob die Augenbrauen. "Naja, wie gesagt. Bringt einfach das mit, was ihr findet! Ich teile die Gruppen ein! Also Mia geht mit Sanji zusammen,..." Die beiden zwinkerten sich zu. "...in der nächsten Gruppe sind Ruffy, Lysop und Chopper..." "Was?! Ich allein mit DENEN?" rief Lysop und sah skeptisch zu den beiden herüber. "...und Zorro..." Alle wandten sich wieder Nami zu, als sie weitersprach. "...kommt mit mir." Zorro schluckte. Das konnte ja was werden. "Tja, dann wollen wir mal, was?" sagte Sanji fröhlich, legte einen Arm um Mia und marschierte mit ihr schnurstracks auf die Bäume zu. Sie war eher weniger begeistert und wäre lieber am Strand geblieben. Dieser Wald war ihr mehr als unheimlich. Sie hatten ja keine Ahnung, wer oder was hier überhaupt lebte... Aber andererseits, was sollte ihr schon groß passieren, wenn Sanji dabei war? Als sie mehrere Minuten lang schweigend weitergegangen waren, hörten sie plötzlich einen merkwürdigen Schrei, wie von einem ziemlich großen Vogel. Mia zuckte zusammen und klammerte sich fest an Sanjis Arm. "Hey, du brauchst keine Angst zu haben!" meinte Sanji beruhigend zu ihr. "Ich passe schon gut auf dich auf." "Ich möchte wieder zurück zum Schiff." bemerkte Mia kaum hörbar. Sanji sah sie überrascht an. "Ist das dein Ernst? Dabei sind wir doch jetzt endlich mal auf einer Insel. Und noch dazu ungestört! Wenn ich mir das so überlege... Wie wär's, wenn wir unsere Zeit anderweitig nutzen und einfach sagen, dass wir nichts Essbares gefunden haben?" "Aber du hast selbst gesagt, dass wir dringend Proviant brauchen! Und außerdem, was sollen denn dann die anderen von uns denken?" "Ach, die merken das schon nicht. Außer Zorro weiß es doch keiner." Mia lächelte verlegen. "Tja, das stimmt leider nicht so ganz. Nami weiß es inzwischen auch." "Was? Nami? Aber wie...?" "Zorro hat es ihr gesagt." "Zorro? Das hätte ich ihm aber nicht zugetraut..." "Ich auch nicht, aber Nami hat es mir so erzählt. Und woher sollte sie es auch sonst wissen?" "Stimmt..." Er seufzte. "Dann also erst auf der nächsten Insel. Es sei denn..." "Es sei denn was?" "Vielleicht finden wir hier ja doch noch irgendwo ein nettes Plätzchen, wo..." "Nein!" sagte sie entschieden. "Hier ist es mir viel zu gruselig. Ich könnte mich auf keinen Fall darauf konzentrieren. Und außerdem habe ich so ein seltsames Gefühl..." "Inwiefern?" "Ich kann mir nicht helfen, aber es kommt mir so vor, als ob uns irgendjemand beobachtet." Sanji blickte sich misstrauisch um. "Bist du sicher?" "Nein... Ich hab einfach so ein Gefühl. Ich kann nichts dagegen machen." "HEY!" rief Sanji plötzlich aus, was Mia zum wiederholten Male einen Schauer über den Rücken jagte. "Komm raus, wer immer du bist!" befahl er. Mia legte sich die Hand auf die Stirn. Als Sanji erneut Anstalten machte, irgendetwas rumzuschreien, packte sie ihn am Arm und drehte sein Gesicht zu ihr hin. "Hör auf damit! Das bringt doch nichts. Lass uns einfach weitergehen." Sanji verstummte und sah sie zunächst ein wenig beleidigt an, nickte dann aber. "Okay."
Jetzt waren sie schon über eine halbe Stunde durch den Wald gelaufen, ohne irgendetwas Essbares zu finden. Nicht einmal Tiere schien es hier zu geben. Oder sie versteckten sich ziemlich gut vor ihnen. Die Bäume schienen immer dichter beieinander zu stehen und es drang immer weniger Sonnenlicht bis auf den Boden. Mia wurde langsam kalt. Wenn sie das gewusst hätte, hätte sie sich etwas mehr als dieses bauchfreie T-Shirt und einen luftigen Rock angezogen. Sie rieb sich über die Arme, um sich wieder etwas aufzuwärmen. Als Sanji das bemerkte, wollte er ihr wieder sein Jackett anbieten, aber von einer Sekunde auf die nächste schreckte sie auf, hielt sich krampfhaft an ihm fest und flüsterte ängstlich: "Was ist das?" "Was?" "Das da!" Sie zeigte mit der Hand auf eine Stelle zwischen den Bäumen, wo sich unverkennbar etwas bewegte. Und dieses Etwas schien mindestens drei Meter hoch zu sein. Es sah aus wie eine lebendige, blau-graue Wand. Weder rechts noch links war ein Ende zu erkennen. Aber sie hob und senkte sich unablässig. Mia wich zitternd ein paar Schritte davon zurück. "Ähm Sanji? Ich finde, wir sollten lieber woanders langgehen." "Weißt du was? Da stimme ich dir vollkommen zu!" Aber keine zehn Schritte weiter mussten sie feststellen, dass sich jetzt auch dort, wo sie hergekommen waren, solch eine Wand befand. "Das gefällt mir gar nicht." murmelte Sanji. Ein neues, schauriges Geräusch drang an ihre Ohren. Es war wie ein Zischen, aber viel lauter, als man es gewohnt war. Mia sah sich besorgt um und erstarrte augenblicklich. Genau vor ihr, nur wenige Meter von ihr und Sanji entfernt, befand sich ein Paar riesiger, unheimlicher Augen. Sie waren bernsteinfarben, hatten lange, schlitzförmige Pupillen und starrten ohne auch nur einmal zu blinzeln auf sie herab. Die beiden konnten nichts anderes tun als zurückzustarren. Sie waren nicht in der Lage, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Denn jetzt war ihnen klar, was sie hier vor sich hatten. Unter den Augen befanden sich zwei große Nüstern und eine lange, gespaltene Zunge hechelte ihnen entgegen. So wie der Rest des Körpers war auch der Kopf des Tieres von einer Vielzahl glatter blauer Schuppen bedeckt. Obwohl die Wahrscheinlichkeit gleich Null war, hoffte Sanji inständig, dass die Riesenschlange sie noch nicht bemerkt hatte und sie sich irgendwie davonstehlen konnten. Aber wie vermutet hatte sie sie schon seit Längerem aufgespürt und wartete nur auf den richtigen Moment, um nach vorne zu schnellen und sie zu verschlingen. Mia hatte sich schon seit über einer Minute kein Stück bewegt. Was sollten sie denn nur machen? Dieses Ding war so groß, dass sie mit einem Schlag für immer in den Tiefen seines Mauls verschwinden konnten. So vorsichtig wie es nur ging hob Sanji seinen Arm und umschloss Mias Hand. Ohne sie anzusehen flüsterte er: "Wenn ich "jetzt" sage, rennst du so schnell du kannst, verstanden?" Mias Augen weiteten sich. "Aber..." "Hast du verstanden?!" "J-ja." Sanji atmete tief ein, dann schrie er "Jetzt!" und schnellte nach vorne. Die Schlange war so überrascht, dass sie sich zunächst nicht rührte. So gelang es Sanji, nach oben zu springen und seinen Fuß genau in ihrem linken Auge zu versenken. Die Schlange heulte laut auf vor Schmerz und bäumte sich auf. Mia war erschrocken ein paar Meter zurückgelaufen, kam aber nicht umhin, das Geschehen weiter zu beobachten. Sanji wollte sich abwenden und verschwinden, bevor die Schlange wieder etwas sehen konnte, aber diese warf sich schreckliche Qualen leidend hin und her, sodass mehrere Bäume aus dem Boden gerissen wurden. Einer davon stürzte genau auf Sanji zu. Er warf sich auf den Boden um auszuweichen und wurde nur um wenige Zentimeter verfehlt. Aber ein dichtes Geflecht aus Ästen lag jetzt über ihm. Die Schlange fand langsam ihre Beherrschung wieder und blickte vor Wut schnaubend und mit einem tränenden, verquollenen Auge hinunter zu Mia. Diese stand völlig regungslos da und hatte den Mund vor Schreck weit geöffnet. "Mia! Lauf weg!" schrie Sanji, der mit aller Kraft versuchte, sich aus dem Gewirr von Zweigen zu befreien. "Ich halte das Vieh auf! Lauf!" "Aber ich kann dich doch nicht..." wollte sie widersprechen. "Mach schon! Bring dich in Sicherheit! Ich komme dann nach!" Sie sah ihn immer noch ungläubig an. Die Schlange hatte Sanji mittlerweile auch gesehen und bereitete sich auf einen neuen Angriff vor. Endlich konnte dieser die Äste zerbrechen und es gelang ihm, sich keuchend aufzurichten. Wütend blickte er zu dem widerlichen Tier und dann zu Mia, die noch immer dort stand. "Mia, tu, was ich sage! BITTE!" Sie zuckte zusammen, gehorchte dann aber endlich und lief mit Tränen in den Augen davon. Es kam ihr so falsch vor. Wie konnte sie nur einfach fliehen und ihn ganz allein mit dieser Bestie lassen? Wenn sie ihn nun nie wieder sah... Das würde sie sich niemals verzeihen. Aber er hatte sie darum gebeten. Er wollte, dass wenigstens sie in Sicherheit war. ,Verdammt! Warum muss er mich immer retten?' schluchzte sie in Gedanken. Noch immer rannte sie so schnell ihre sie Füße tragen konnten, obwohl sie keine Ahnung hatte, wo sie sie hinführten. Sie hetzte an zahlreichen Bäumen vorbei und stürzte sich durchs Gebüsch, wobei sie sich mehrere kleine Kratzer im Gesicht und an den Armen einfing. Schließlich gelangte sie an einen Bach, der sich durchs Unterholz schlängelte. Sie blieb keuchend stehen und sah sich um. Ihre Seiten schmerzten und jetzt merkte sie auch das Brennen an den Stellen, wo die Äste sie verletzt hatten. Was sollte sie jetzt machen? Wie sollte sie Sanji auf dieser riesigen Insel jemals wiederfinden? Oder einen von den anderen? Sie wusste ja nicht einmal, in welcher Richtung der Strand lag. Sollte sie einfach auf gut Glück weitergehen und im Wald herumirren, bis sie einer anderen Schlange begegnete, die sie auffraß? Aber hier zu warten war auch nicht unbedingt besser... Atemlos kniete sie sich nieder und schöpfte eine Hand voll Wasser aus dem Bach, die sie sich ins Gesicht schüttete. Es war angenehm kühl und erfrischend. Gerade wollte sie sich aufrichten und sich die restlichen Wassertropfen aus dem Gesicht wischen, als sie erneut ein leises Rascheln vernahm.
Sanji war es währenddessen noch immer nicht gelungen, der Schlange zu entwischen. Selbst für ihn war es ein Unmögliches, sie ernsthaft zu verletzen, geschweige denn zu erledigen. Er musste es irgendwie schaffen, dass sie ihn aus den Augen verlor. Und dann konnte er sich auf die Suche nach Mia machen. "Na komm schon!" rief er der Riesenschlange auffordernd zu. Diese ließ sich das nicht zweimal sagen und versuchte wieder und wieder, Sanji zu schnappen. Einige Male schaffte er es nur knapp, ihr zu entkommen. Und als er eine Sekunde lang unaufmerksam war, war es geschehen. Sie donnerte mit voller Wucht ihren Kopf gegen ihn und schleuderte ihn gegen einen Baum. Er stöhnte schmerzvoll auf und rutschte an ihm herunter. In seinem Kopf drehte sich alles. Fluchend rappelte er sich auf und sah die Schlange erneut auf sich zurasen. "Jetzt reicht es, du Mistvieh!" schrie er und stürmte nach vorne, genau auf sie zu. Sie öffnete schon begierig das Maul um ihn endlich zu verspeisen, doch er sprang in die Höhe, drehte sich einmal um die eigene Achse, trat zu - und traf. Die Schlange ließ wiederum ein grässliches Heulen erklingen, als nun auch ihr zweites Auge aufquoll und rot anlief. Sie konnte kaum noch etwas sehen und gab schließlich auf. Was kümmerte es sie schon, wenn dieser eine elende Wurm entkam? Hier auf der Insel gab es immer noch genügend andere Dinge, die man fressen konnte. Wenn sie auch das unendliche Verlangen spürte ihn zu zerquetschen, drehte sie sich um und schlängelte davon, wobei wiederum etliche Bäume zu Bruch gingen. "Geht doch." murmelte Sanji. Er hielt sich den schmerzenden Rücken, begann dann aber langsam loszulaufen und so gut es ging Mia zu folgen.
"Wer ist da?" fragte Mia zitternd, als sie sich sicher war, dass sich hinter diesem Baum etwas bewegte. "Komm raus oder ich..." "Oder du was?" fragte eine kalte Stimme. Mia riss erschrocken die Augen auf. Ein großer, breitschultriger Mann war hinter dem Baum hervorgetreten und blickte sie herablassend an. Er hatte nichts an außer einer weiten schwarz-gelben Hose mit einem Tuch als Gürtel, einer weißen Kappe und einem langen Stab, den er in der Hand trug. Seinen nackten Oberkörper zierten lediglich vier große Trommeln, die er irgendwie an seinem Rücken befestigt hatte. Noch immer waren seine Augenbrauen höher als es wohl normalerweise der Fall war. Es sei denn er hatte immer so ein komisches Gesicht... "Bist du da festgewurzelt oder was? Ich rede mit dir!" sagte er genervt zu Mia und kam noch etwas näher auf sie zu. Sie hatte ihn bisher nur wortlos anstarren können, erwiderte dann aber ein wenig kleinlaut. "Entschuldigung, ich... ich hab mich nur erschrocken." Sein Mund zog sich zu einem Grinsen. "Naja gut. Ich vergebe dir. Immerhin... trifft man Gott nicht alle Tage." Mias Augen wurden noch größer. "Du... bist ein Gott?" Sein Gesicht verzerrte sich wieder etwas. "Ein Gott? Nein. Ich bin DER Gott Enel. Du hast doch sicher schon von mir gehört." Mia überlegte angestrengt. Es würde ihn sicher nicht sehr freuen, wenn sie ihm jetzt erzählte, dass sie noch nie von solch einem Spinner gehört hatte, also riss sie sich zusammen. "Ach so, DER Gott Enel. Doch, davon habe ich schonmal gehört." Sie lächelte unbeholfen. "Na also!" antwortete er stolz. "Aber was gibt es dabei so blöd zu grinsen?" "Was? N-nichts!" Schnell machte sie wieder ein unbeteiligtes Gesicht. "Ach sag mal..." Er machte noch einen Schritt in ihre Richtung und betrachtete sie genau. "Wie ist eigentlich dein Name?" Mia wich ängstlich ein Stück von ihm zurück. Irgendwie wurde er ihr unheimlich. Sie senkte den Kopf und schaute betreten zur Seite. Sein Blick wurde argwöhnisch. "Rede!" "Ich heiße Mia." erwiderte sie nach einigem Zögern. "So, Mia also..." Seine Stimme klang zwar jetzt ein wenig weicher als zuvor, aber dennoch in irgendeiner Weise eisig. Sie war kein bisschen sanft oder warm und es jagte Mia einen fürchterlichen Schauer über den Rücken, als er erneut auf sie zukam. Angestrengt versuchte sie, ein wenig Abstand zu ihm zu gewinnen. Nach zwei Schritten rückwärts musste sie aber erschrocken feststellen, dass sie an einem Baum angelangt war und nicht weiter zurückweichen konnte. Nun hatte er sich direkt vor ihr aufgebaut. "Du brauchst dich nicht vor mir zu fürchten. Ich bin ein gnädiger Gott." (Wer's glaubt XD) Er streckte die Hand nach ihr aus, schob ihre langen, dunkelblonden Haare ein wenig zur Seite und berührte leicht ihre Wange. Mia kniff entsetzt die Augen zusammen. Diese Berührung war alles andere als angenehm. "Ist irgendwas?" fragte er gefährlich. Sie holte tief Luft und schüttelte den Kopf. Irgendetwas sagte ihr, dass mehr in diesem Typen steckte, als es auf den ersten Blick den Anschein hatte. "Nein, es ist nichts." "Dann ist es ja gut. Komm, wir gehen!" Mia glaubte, sie hätte sich verhört. "Was? Wie bitte?" "Ich sagte, wir gehen." "Ja aber wohin denn?" "Zu mir nach Hause. Ich habe schon lange nach jemandem wie dir gesucht." Als Mia immer noch nicht verstehen wollte, setzte er hinzu: "Wie soll ich sagen... Ich brauche ein Mädchen, dass sich ein wenig um mich und meinen Haushalt kümmert, wenn du verstehst, was ich meine. Und du gefällst mir wirklich gut. Du wirst mich begleiten." Mia lächelte. "Aber du weißt doch gar nicht, wer ich eigentlich bin! Wir kennen uns doch überhaupt nicht. Ich würde dein Angebot wirklich gerne annehmen, aber meine Freunde warten auf mich und ich glaube wirklich nicht, dass ich für diesen Job geeignet bin." Sein Gesicht verfinsterte sich. Von einer Sekunde auf die andere hatte er so einen bösartigen Ausdruck in den Augen, dass sie vor Schreck die Luft anhielt. "Du scheinst mich falsch verstanden zu haben. Wir reden hier nicht über einen "Job". Ich habe entschieden, dass du für mich arbeiten wirst, das ist keine Bitte, sondern ein Befehl. Von heute an... bist du mein Eigentum!" Mia starrte ihn fassungslos an. Das konnte doch einfach nicht sein Ernst sein. Wofür hielt der sich eigentlich? Er konnte doch nicht einfach so mirnichts dirnichts bestimmen, dass sie ihm gehörte! Sie musste ihm ganz dringend erklären, dass er wohl größenwahnsinnig war. Aber wie? Bevor sie die richtigen Worte finden konnte, bemerkte sie plötzlich, wie er langsam an ihr herunter blickte. Seine Augen flackerten gierig auf. "Also, hör mal, ich kann wirklich nicht... ich meine... ???!!!" Er ließ sie gar nicht erst ausreden, sondern nutzte die Gelegenheit, um sich gegen den Baum zu lehnen und seine Lippen auf ihre zu drücken. Mia war so geschockt, dass sie sich zunächst überhaupt nicht bewegen konnte. Auch nicht, als er seine Zunge unsanft in ihren Mund schob. Aber als seine Finger langsam unter ihr T-Shirt glitten und ungehalten nach oben steuerten, in eine Region, die normalerweise ausschließlich Sanji vorbehalten war, wurde es ihr zuviel. Mit aller Kraft stieß sie ihn von sich und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. "Hör auf!" schrie sie ihn an. Enel konnte es nicht fassen. Noch nie hatte es jemand gewagt, ihn einfach so abzuweisen, geschweige denn ihn zu schlagen! Er schien völlig erstarrt, jedoch nicht für lange. "Wie kannst du es wagen, deine Hand gegen Gott zu erheben?" fuhr er sie an. "Ich werde dich wohl Gehorsam lehren müssen!" Er trat ein paar Schritte zurück und richtete bedrohlich seinen Arm auf sie. "Jetzt wirst du teuer dafür bezahlen!" Mia schloss entsetzt die Augen. Obwohl sie nicht wusste, was genau er jetzt vorhatte, eines war ihr klar: es würde ihr Ende bedeuten. Hilflos krallte sie sich an dem Baum hinter ihr fest und wartete auf das, was kommen würde.
Doch es geschah etwas sehr Seltsames. Anstatt des Geräusches, das Enels Stab verursachen würde, hörte sie schnelle Schritte auf sich zukommen, gefolgt von einem gellenden Aufschrei. Durch ihre geschlossenen Augenlieder nahm sie ein merkwürdiges Aufleuchten wahr, das aber nach einer Sekunde schon wieder verschwunden war. Dann fiel unverkennbar etwas Schweres vor ihr zu Boden. Als sie die Augen wieder öffnete, stand Enel immer noch vor ihr. Er hatte einen undefinierbaren Gesichtsausdruck und seine Augen waren auf die Gestalt am Boden gerichtet. Mia folgte seinem Blick und schrie entsetzt auf: "SANJI!" Panisch sank sie neben ihm auf den Waldboden. Ihre Hände wanderten sofort zu seinem Gesicht und hoben seinen Kopf vorsichtig an. "Sanji! Was ist passiert?" fragte sie schluchzend. Er hatte sie anscheinend gerettet. Doch dafür war er hart bestraft worden. Seine gesamte Haut schien verbrannt zu sein, seine blonden Haare knisterten noch leicht und er hatte offenbar das Bewusstsein verloren. Seine Augen waren geschlossen und sein Atem war flach und kaum wahrnehmbar. Mia war den Tränen nahe. Hilflos drückte sie ihn an sich und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. "Was sollte das denn?" fragte Enel hochmütig, der die beiden für eine Weile beobachtet hatte. Mia sah verzweifelt zu ihm hoch. ,Du Dreckskerl!' dachte sie wütend. ,Was hast du ihm nur angetan?' "Du wolltest wohl den Helden spielen und sie retten?" fuhr Enel fort. Dass Sanji ohnmächtig und keineswegs in der Lage war, ihm zu antworten, schien ihn gar nicht zu kümmern. "Ziemlich blöde Idee, den Zorn Gottes auf sich zu lenken. Das hättest du dir wirklich sparen können." Er wandte sich wieder Mia zu. "Denn du bist jetzt sowieso dran." Er hob erneut die Hand und richtete sie genau auf Mias Gesicht. "W-warte!" rief sie bestürzt. "Wie... wie hast du das gemacht?" Dabei deutete sie auf den schwer verletzten Sanji. "Das? Das war die Kraft der Blitz-Frucht. Eine wahrhaft göttliche Gabe." Er drehte seine Handfläche nach oben und ließ zu Mias Verwunderung kleine Blitze darauf tanzen. Sie starrte ihn fassungslos an. "Ich kann Spannungen von bis zu 100 Millionen Volt und mehr erzeugen. Aber für dich sollten 10000 schon genügen. Wir werden ja sehen, ob du das überstehst." Mia hielt den Atem an. Es sah ganz so aus, als würde sie gleich Sanjis Schicksal teilen. Dann hätte er sich tatsächlich ganz umsonst geopfert. Niedergeschlagen lehnte sie sich an ihn und erwartete ihr Schicksal. Enel blickte ohne mit der Wimper zu zucken auf sie hinunter, streckte seine Hand aus und...
*Hihi* Na findet ihr es spannend? Ich hoffe doch XD Naja, ich schätze ihr kennt mich mittlerweile und wisst, dass ich in meiner FF niemals jemanden sterben lassen würde, der mir am Herzen liegt. Aber es gibt ja auch noch andere schlimme Sachen... Also lasst euch einfach überraschen! Übrigens ein großes lob an meine besonders fleißigen Kommischreiber Cherry17 und Nami1991 *beide knuddel*
Zwei allein im Dschungel
Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubendes Krachen, das irgendwo aus dem Wald zu kommen schien. Enel hob den Kopf und sah sich leicht irritiert um. "Was war das?" fragte er gebieterisch, als ob er von irgendwo eine Antwort erwartete. Mia zuckte jedoch fürchterlich zusammen, als diese tatsächlich kam: "Ich bin mir nicht sicher, mein Herr. Anscheinend sind Eindringlinge auf unserer Insel. Die Priester wollten sich aber eigentlich darum kümmern." sagte eine fremde Stimme und hinter einem Baum trat ein seltsamer Mann hervor. Er hatte Schlappohren und zwei kleine Hörner auf dem Kopf und war ganz in weiß gekleidet. Er musste wohl Enels Untergebener sein. Wieder war ein lautes Getöse aus einiger Entfernung zu vernehmen. "Das sind nicht die Priester." gab Enel zornig von sich. "Wer wagt es...?" Mia hatte da so eine ungefähre Vorstellung, aber sie wagte es nicht, irgendeinen Laut von sich zu geben. "Mist...!" Enel wandte sich zum Gehen, ließ es sich jedoch nicht nehmen, Mia noch ein paar gut gewählte Worte entgegenzuschleudern: "Glaub ja nicht, dass es schon vorbei ist! Ich finde dich bald wieder, egal wo du bist, und dann werde ich dich bestrafen!"
Damit war er verschwunden. Und auch von seinem komischen Diener war nichts mehr zu sehen. Mia atmete auf. Sie konnte es kaum fassen, dass sie beide schon wieder so knapp entkommen waren. Wenn es vielleicht auch nur für eine Weile war... Aber was sollte sie jetzt machen? Sie mussten irgendwie die anderen wiederfinden. Hier im Dschungel waren sie nicht sicher. Aber die Chance, dass Ruffy, Zorro oder ein anderes Mitglied ihrer Bande in nächster Zeit einfach so hier auftauchen würden, wo sie sich befanden, war praktisch gleich Null. Besorgt strich sie über Sanjis Wange. Er sah alles andere als gut aus. Seine Wunden mussten dringend versorgt werden, aber ohne Verbandszeug sah sie keine Möglichkeit ihm zu helfen. ,Mein armer Schatz! Was soll ich nur tun? Wie soll ich dich von hier wegbringen, solange du ohnmächtig bist?' Aber dann kam ihr ein anderer Gedanke. Selbst wenn Sanji in nächster Zeit wieder aufwachen würde, wäre er sicher viel zu schwach um es aus eigener Kraft zurück zum Strand zu schaffen. Sie musste jetzt die Verantwortung übernehmen! Und das, obwohl sie nicht einmal sagen konnte, wo Norden und wo Süden war. ,Ach, wenn jetzt doch nur Nami bei mir wäre! Oder irgendwer!' Verzweifelt legte sie ihr Gesicht in ihre Handflächen und ließ ihrer Traurigkeit freien Lauf, bis Sanji auf einmal ruckartig einatmete und sein Gesicht sich vor Schmerz zusammenzog. Es war wirklich mitleidserregend... Er brauchte unbedingt Hilfe. Und was tat sie? Sie hatte nichts Besseres zu tun, als sich über ihr jämmerliches Leben zu beklagen. Was war sie nur für eine Versagerin... Als Mia das bewusst wurde, leuchteten ihre Augen plötzlich auf und sie blickte trotzig gen Himmel. ,Es reicht!' sagte sie zu sich selbst. ,Ich darf nicht schon wieder heulen! Ich muss Sanji in Sicherheit bringen, das schulde ich ihm einfach! Ich verdanke ihm so viel... Und ich habe nie etwas als Gegenleistung getan. Aber diesmal nicht! Dieses Mal werde ich ihn retten! Und wenn ich dafür bis an meine Grenzen gehen muss!' Mit überraschender Kraft stand sie auf, hob Sanji vorsichtig in die Höhe und zog ihn sich auf den Rücken, wobei sie seine Arme um ihren Hals legte und fest mit ihren Händen umschloss. Zielsicher setzte sie einen Fuß vor den anderen und folgte dem Verlauf des Baches, der ungetrübt weiterplätscherte. Es war wirklich kein Leichtes für sie Sanji ganz allein zu tragen, aber sie wollte es so sehr, dass es ihr einfach gelang. "Warte nur ab Sanji! Wir werden es schaffen! Irgendwie..." sagte sie beruhigend zu ihm und auch zu sich selbst.
Eine Viertelstunde später war Mia am Verzweifeln. Sie war gelaufen und gelaufen, aber der Wald war immer noch genauso dicht und dunkel wie zuvor und langsam verließen sie ihre Kräfte. Niedergeschlagen lehnte sie sich gegen einen Baum und holte ein paar mal tief Luft. ,Ich schaffe es nicht...' stellte sie betrübt fest. ,Ich kann ihn unmöglich bis zum Schiff bringen. Ich weiß ja nicht mal, wo es sich befindet. So ein verdammter Mist!' Sie war so dermaßen wütend auf sich selbst! Warum war sie einfach nicht stark genug? Aufgebracht schlug sie mit der Faust gegen den blöden Baum, als ihr plötzlich etwas ins Auge fiel. Sie blinzelte kurz und blickte dann erneut auf die Stelle. Da war tatsächlich etwas... etwas Dunkles... Ohne zu zögern trat sie um den Baum herum und stand plötzlich vor einem großen Felsen. Und an dessen Fuß befand sich ein Spalt, der groß genug schien, um dort Zuflucht zu finden. Welch eine glückliche Entdeckung! Vielleicht konnten sie sich hier eine Weile vor Enel verstecken, bis jemand von den anderen sie fand oder zumindest bis es Sanji wieder besser ging. Sicherhaltshalber setzte sie ihn zunächst draußen vor dem Felsen ab und schlüpfte hinein. Drinnen war es sogar noch geräumiger, als sie es sich erhofft hatte. Sie konnte sogar gerade stehen, ohne sich den Kopf zu stoßen. Der Boden war trocken und strahlte eine angenehme Kühle aus. Mia war begeistert. Hier konnte Sanji sich erholen und wieder gesund werden. Aber ersteinmal musste sie ihn hier hereinbringen. So ging sie wieder nach draußen und schaute nach, was er so machte. Leider musste sie feststellen, dass er sich keinen Zentimeter bewegt hatte. Selbst als sie seinen Oberkörper anhob und ihn vorsichtig in die Höhle zog, blieb sein Zustand unverändert. Traurig kniete sie sich neben ihn und streichelte liebevoll über sein Gesicht und andere Stellen seiner verbrannten Haut. Hatte dieser niederträchtige Kerl nicht gesagt, dass er eine Teufelsfrucht gegessen hatte und damit Strom erzeugen konnte? Zumindest hatte sie das so verstanden... Und der arme Sanji hatte alles abbekommen. Eigentlich war es ein Wunder, dass er das Ganze überhaupt überlebt hatte. Aber er war wirklich schlimm genug dran. Sie seufzte. Und dabei hatte er so eine schöne, ebene, helle Haut, die man einfach berühren wollte. Hoffentlich würden seine Verletzungen heilen und alles wieder so werden wie zuvor, sonst würde sie sich das niemals verzeihen...
Nachdem sie ihn noch einen Moment lang ein wenig abwesend betrachtet und über alles nachgedacht hatte, entschied sie, jetzt etwas für ihn zu tun. Sicher war es gut, seine Verbrennungen ein wenig zu kühlen. Aber womit? Glücklicherweise war der Bach gar nicht weit entfernt, aber wie sollte sie das Wasser hierher schaffen? Unsicher blickte sie an sich herunter. "Hm... so könnte es gehen..." Entschlossen neigte sie sich zu Sanji herunter, flüsterte ihm ein leises "Ich bin gleich zurück." ins Ohr und machte sich auf den Weg nach draußen. Wieder am Bach angekommen, der keine 100 Meter von ihrem Versteck entfernt war, sah sie sich erst misstrauisch um und ließ sich dann am Rande des Gewässers auf den Boden sinken. ,Wie gut, dass ich gerade heute einen Rock angezogen habe.' dachte sie sich und nahm den dünnen, weichen Stoff , der ihre Beine zur Hälfte verdeckt hatte, zwischen die Finger. Sie mochte diesen Rock wirklich sehr, aber für Sanji würde sie sogar ihr letztes Hemd geben, wenn es die Situation verlangte. Also biss sie die Zähne zusammen und riss ein langes breites Stück vom Rocksaum ab. Dieses teilte sie noch in vier ungefähr gleich große Stücke und tauchte sie in das kühle Nass hinein, bis sie sich vollgesogen hatten. Dann ließ sie sie leicht abtropfen und begab sich auf den Rückweg, voller Hoffnung, dass Sanji bald wieder aufwachen würde und sie wieder mit ihm reden könnte. Auf der halben Strecke blieb sie plötzlich stehen. Ihr Blick war auf eine merkwürdige Pflanze gefallen, die riesige, dicke und vor allem weiche Blätter hatte. Sie legte kurz ihre Hand auf eines von ihnen und war überrascht, wie flauschig und warm es sich anfühlte. Das war doch geradezu perfekt für Sanji! Er musste ja nicht unbedingt die ganze Zeit über auf dem harten Höhlenboden liegen. Freudig löste sie einige Blätter von ihrem Stängel (Stängel mit ä, was für ne blöde Idee...), wobei sie sorgfältig darauf achtete, die Pflanze nicht mehr als nötig zu verletzen und bewältigte auch noch den Rest des Weges. "Ich bin wieder da!" rief sie hoffnungsvoll aus, als sie die Höhle erneut betrat. Doch zu ihrem Bedauern erhielt sie keine Antwort. Ihre Mundwinkel zogen sich leicht nach unten, als sie sich zu Sanji setzte und ihm die Hand auf die Stirn legte. Sie war ziemlich heiß. Aber wenigstens ging sein Atem jetzt wieder ruhiger, beinahe normal. Das war doch auch schon etwas. Behutsam begann sie seine Jacke und sein Hemd aufzuknöpfen und ihm daraufhin beides auszuziehen. Dann legte sie ein Stück Stoff auf seine Stirn, eins auf seinen Hals und ein drittes auf seinen Oberkörper und tupfte ihn mit dem letzten vorsichtig ab. Als Nächstes waren die Blätter an der Reihe. Sie breitete sie auf dem Boden aus und legte sie in eine Reihe, sodass eine Art Matte entstand. Um sicher zu gehen, dass er auch wirklich weich liegen würde, streckte sie sich selbst kurz darauf aus. ,Naja, ich habe zwar schon bequemer gelegen, aber ich denke, so lässt es sich aushalten.' Zum wiederholten Male hob sie Sanji leicht an den Schultern an und ließ ihn sanft auf den Blättern nieder. "Ach mein Schatz..." Sie konnte einfach nicht umhin, ihre Hände erneut über seinen Körper gleiten zu lassen. Sie wusste auch nicht, warum sie das tat. Irgendwie hatte sie einfach den Drang, ihn zu spüren und ihm nahe zu sein. Endlich wurde ihr wieder bewusst, wie viel er ihr bedeutete und wie sehr sie ihn brauchte. Sie ließ ihre Finger durch seine Haare gleiten und versuchte, sie ein wenig zu entwirren. Genauso wie sein Körper waren sie zum Teil verbrannt und standen in verschiedene Richtungen ab. Aber sie fuhr so lange mit ihren Händen hindurch, bis sie wieder glatt und ordentlich aussahen. Lächelnd betrachtete sie ihr Werk. "Du wirst sehen, wir kriegen das schon wieder hin. Wenn du erst wieder bei Bewusstsein bist..." Sie hielt inne. Es musste jetzt schon weit über eine Stunde her sein, dass sie kein Wort mehr von ihm gehört hatte. Traurig neigte sie sich noch weiter zu ihm herunter. "Oh Sanji... Sag, warum wachst du nicht auf?" Sie stütze sich mit einer Hand am Boden ab und beugte sich über ihn, sodass ihre Nasenspitzen sich fast berührten. "Was soll ich denn nur tun?" fragte sie verzweifelt. Es war nur ein leises Flüstern, doch es war sowieso nur für Sanjis Ohren bestimmt. Er hatte die Lippen einen Spalt weit geöffnet und sie spürte seinen Atem federleicht auf ihrem Gesicht. Er war so angenehm warm auf ihrer Haut, obwohl es nur ein schwacher Hauch war. Schließlich konnte sie der Versuchung nicht mehr widerstehen und ihre Lippen fanden zögerlich die seinigen. Zuerst geschah gar nichts. Sie schloss die Augen und fühlte lediglich die wohlige Wärme seiner Lippen. Doch plötzlich bemerkte sie, wie er begann den Kuss zu erwidern. Sein Mund öffnete sich ein Stück weiter und kam ihr etwas entgegen und seine Zunge fing an, fordernd über ihre Lippen zu streichen. Sie erschrak aufgrund der unerwarteten Zärtlichkeiten und löste sich von ihm. Mit aufgerissenen Augen starrte sie auf ihn hinunter. "Was...?" fragte sie ungläubig. Er ließ ein leises Seufzen vernehmen, öffnete schwach die Augen und blickte sie an. Ein sanftes Lächeln umspielte seinen Mund. "Hey..." hauchte er ihr zu. Er wollte sich aufsetzen, gab jedoch ein schmerzvolles Keuchen von sich und sank wieder auf den Boden zurück. Mias Augen brannten und ihre Hände zitterten. "Es tut mir so leid." ließ sie verlauten und senkte den Kopf. "Red keinen Mist!" flüsterte er heiser. "Dir brauch nichts leid zu tun." "Aber es ist doch meine Schuld, dass du wieder verletzt bist! Warum hast du mich nur schon wieder gerettet?" "Das weißt du doch. Weil ich dich liebe." Mias Hände ballten sich zu Fäusten. "Trotzdem! Das gibt dir kein Recht, dich jedes Mal in Gefahr zu bringen! Ich will nicht, dass es dir so schlecht geht, nur weil ich zu dumm bin, um auf mich aufzupassen..." Sie schluchzte herzzerreißend und begann zu weinen. Sanji musste all seine Kraft aufbringen um die Hand zu heben und ihr vorsichtig über die Wange zu streichen. Sie zuckte zusammen, legte dann aber ihre Hand auf seine und drückte sie an sich. "Jetzt hör doch auf... Es war nicht deine Schuld. Du kannst doch nichts dafür, dass manchmal solche komischen Typen hinter dir her sind. Außerdem ist es doch meine Pflicht, dich zu beschützen. Aber jetzt erzähl mal! Was war das vorhin für ein seltsamer Typ und was hat er mit mir gemacht? Ich kann mich kaum bewegen." Sie schluckte und versuchte ihre Tränen zu unterdrücken. "Ich weiß es nicht genau. Er nannte sich Enel und behauptete, dass er ein Gott wäre. Auf jeden Fall muss er von einer Teufelsfrucht gegessen haben, die Blitzfrucht oder so. Er hat dir einen starken Stromschlag verpasst. Deine ganze Haut ist verbrannt..." Niedergeschlagen deutete sie auf seinen Oberkörper und fuhr behutsam mit ihrem Finger darüber, was ihn erschaudern ließ. "Tut es sehr weh?" fragte sie ihn traurig. "Ach was! Ich halte das schon aus!" sagte er grinsend. Aber sie wusste, dass er nur nicht zugeben wollte, welche Schmerzen er durchlitt. "Du bist unmöglich!" meinte sie zu ihm und ihre Mundwinkel zogen sich ein Stückchen nach oben. "Ich werde noch etwas Wasser zum Kühlen holen." Erst jetzt bemerkte er, dass er ein Stück Stoff auf seiner Stirn und auf seinem Hals liegen hatte. "Ohh... danke. Aber pass gut auf dich auf!" "Keine Sorge. Es ist nicht sehr weit. Ich bin in fünf Minuten zurück." Noch zwei weitere Male an diesem Tag verließ sie die Höhle und feuchtete die Stoffteile, die ja eigentlich mal ihren Rock bildeten, an um es für Sanji ein wenig erträglicher zu machen. Als der Himmel sich langsam rot zu färben begann und stetig dunkler wurde, legte Mia eines der großen Blätter von innen vor den Spalt in der Felswand und setzte sich zu Sanji. Er hatte die Augen geöffnet und starrte an die Höhlendecke, sagte jedoch nichts. "Ist alles in Ordnung?" wollte sie von ihm wissen. "Was? Oh... ja..." "Kann ich vielleicht irgendetwas für dich tun?" "Nein, es geht schon. Ich fühle mich nur so schrecklich müde..." Er gähnte einmal ausgiebig, was aber erneute Schmerzen auslöste und ihn die Augen zusammenkneifen ließ. Mia merkte, wie erschöpft und fertig er war. "Schlaf jetzt..." sagte sie leise zu ihm und legte beruhigend ihre Hand auf seine. "Ruh dich aus! Ich passe auf dich auf..." Er lächelte sie dankbar an und schloss entspannt die Augen. Ein paar Minuten später atmete er ruhig und gleichmäßig und seine Brust hob und senkte sich in regelmäßigen Abständen. Während Mia ihren schlafenden Freund noch eine Weile schweigsam betrachtete, hörte sie ein lautes Knurren, das von ihrem Bauch zu kommen schien. Bisher war ihr gar nicht aufgefallen, dass sie schon ewig nichts mehr gegessen hatte, doch jetzt machte ihr Magen lautstark darauf aufmerksam. Betrübt presste sie ihre Hand auf ihren Bauch. Wenn sie ehrlich war, hatte sie schrecklichen Hunger. Aber sie versuchte, an etwas anderes zu denken und diese Tatsache aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Sanji hatte ihr einmal erzählt, dass er als Kind wochenlang ohne Essen hatte auskommen müssen, da würde sie es ja wohl einen Tag lang durchhalten. Morgen würde sie dann sehen, ob sie irgendwo etwas Essbares auftreiben konnte. Immerhin musste sie auch noch für Sanji sorgen. Denn selbst, wenn dieser es vielleicht nicht richtig wahrgenommen hatte, musste sein Magen mindestens genauso leer sein wie ihrer. Und sie hatte garantiert nicht vor, ihn verhungern zu lassen. ,Irgendwo muss es doch auf dieser verdammten Insel etwas zu essen geben. Dieser komische Gott und seine Handlanger müssen schließlich auch irgendwas essen...' dachte sie sich. Entschlossen blickte sie auf. ,Ich werde gleich morgen früh losgehen und mich auf die Suche machen! Ich werde bestimmt etwas finden, was man essen kann. Und vielleicht treffe ich sogar zufällig auf einen von den anderen. Das wäre schön...' Mit diesem aufmunternden Gedanken im Sinn nahm sie sich Sanjis Jackett und breitete es liebevoll über ihm aus. Dann griff sie nach seinem Hemd, wickelte sich fest darin ein und legte sich zu ihm auf die Blätter. Ganz vorsichtig, um ihn ja nicht noch mehr zu verletzen, kuschelte sie sich in seine Armbeuge und presste sich eng an seinen warmen Körper. Wenigstens konnten sie wieder einmal nebeneinander einschlafen. Und das taten sie auch...
So wie Sanji als Erster eingeschlafen war, wachte er am nächsten Morgen auch als Erster auf. Er spürte einen leichten Druck auf seinem Arm und hob neugierig den Kopf um ein paar Zentimeter um zu sehen, was dieses Gefühl verursachte. Gleich darauf ließ er ihn aber wieder sinken. Einerseits, weil es ziemlich weh tat und auf der anderen Seite, weil er jetzt erkannt hatte, dass es Mia war. Zu gern würde er sie fest in die Arme schließen, über ihre weiche Haut streichen und sie mit tausend Küssen bedecken, aber leider war er nicht dazu in der Lage. So blieb er einfach still liegen und wartete, bis sie ebenfalls aufwachte. Etwa eine halbe Stunde später hörte er Mia herzhaft gähnen und beobachtete aus den Augenwinkeln, wie sie sich streckte und langsam die Augen öffnete. Dann stützte sie sich auf den Ellenbogen und sah ihn an. "Du bist ja schon wach." bemerkte sie überrascht. "Ja..." antwortete er trocken. "Aber du hast doch nicht die ganze Nacht wach gelegen oder?" fragte sie ein wenig besorgt. "Nein, ansonsten habe ich gut geschlafen. Naja, ist ja auch kein Wunder, mit dir an meiner Seite." Mia lächelte sanft und erhob sich langsam. "Du hast doch sicher Hunger oder?" wollte sie von ihm wissen. Sanji überlegte einen Moment und horchte in sich hinein. "Ja, ich fürchte schon." "Na das ist doch gut! Ich wollte jetzt sowieso rausgehen und sehen, ob ich etwas zu essen auftreiben kann." "Bist du sicher? Ich meine, ist das nicht zu gefährlich?" "Ich passe schon auf. Vertrau mir. In spätestens einer Stunde bin ich wieder da." "Nagut. Aber sei wirklich vorsichtig, ja?" "Klar! Bis gleich." Sie gab ihm noch einen leidenschaftlichen Kuss und verließ die Höhle.
Eine knappe Stunde später sprang sie glücklich über den Bach. Sie war zwar keinem von den anderen begegnet, aber immerhin hatte sie einige Früchte gefunden, von denen sie glaubte, dass sie genießbar waren. Obwohl sie keine von ihnen wirklich kannte, sahen sie doch recht schmackhaft aus. Einige waren orange-gelblich und ähnelten Kirschen, andere erinnerten irgendwie an Orangen und wieder andere ließen sich überhaupt nicht zuordnen, aber trotzdem waren sie sicher essbar. Sie hoffte nur, dass es keine Teufelsfrüchte waren. Mia grinste. Es wäre doch schlimm, wenn sie und Sanji dann nie wieder im Meer schwimmen gehen könnten. Beinahe außergewöhnlich gut gelaunt betrat sie die Höhle. Doch erst als sie drinnen war, fiel ihr auf, dass das Blatt, dass sie bei ihrem Weggehen vorhin erneut vor den Eingang gestellt hatte, achtlos auf dem Boden lag. Sie blickte auf - und ließ auf einen Schlag alle Früchte fallen, die sie getragen hatte. Ihr Mund stand weit offen, ihr Herz raste und sie atmete unkrontrolliert, als sie auf die Blättermatte am Boden blickte. Sie war leer. Und Sanji? Er war spurlos verschwunden. Mia war kurz davor, aus der Höhle zu laufen und hysterisch zu schreien, als sich plötzlich eine Hand von hinten auf ihre Schulter legte.
Ich weiß auch nicht, irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich das mit der Spannung nicht so ganz hinkriege. Also wenn ich mir das, was ich hier fabriziere, nochmal durchlese, kommt es mir immer total langweilig vor. Aber vielleicht ist das ja nur meine Meinung (ich hoff's mal XD) Ich will euch nämlich wirklich nicht langweilen *heul*
Erwischt!
@Nami1991 Vielen Dank für deine lieben Kommis! Du machst mir immer richtig gute Laune^^ Da lade ich doch gleich mal den nächsten Teil hoch! Aber was deinen Wunsch, dass Sanji hinter Mia steht, angeht, muss ich dich leider ein bisschen enttäuschen...
Mia fuhr erschrocken herum. "So sieht man sich also wieder..." hörte sie eine wohlbekannte Stimme sagen. Völlig geschockt starrte sie in dieses harte, kalte Gesicht. "Wie...?" konnte sie nur atemlos fragen. "Wie ich dich gefunden habe? Das war nun wirklich nicht besonders schwierig. Du solltest wissen, dass mir auf dieser Insel nichts verborgen bleibt. Ich habe schon geahnt, dass du dich in dieser Gegend verstecken würdest. Heute Morgen habe ich mich dann auf die Suche begeben. Und es hat gar nicht lange gedauert, da bin ich auf diesen Typen hier gestoßen." Enel lachte hinterhältig und deutete nach unten. Mia sah langsam an ihm herunter und schrie entsetzt auf. Einer seiner Füße stand ganz normal auf dem Boden, aber mit dem anderen bohrte er sich unbarmherzig in Sanjis Brust und drückte ihn auf den harten Steinboden. Zum Glück trug er wenigstens keine Schuhe. Aber Sanji sah trotzdem wirklich schlimm aus. Sein Gesicht hatte einen gequälten Ausdruck angenommen, er keuchte schwer und zusätzlich zu den zahlreichen Verbrennungen war sein Oberkörper übersäht von Quetschungen und blauen Flecken. Mia fehlten die Worte. Sie blickte Enel nur fassunglos an. Wieso hatte er das gemacht? Was hatte Sanji ihm denn bloß getan? Hatte er ihm denn noch nicht genug Schmerzen zugefügt? Sie wollte sich hinknien und sehen, wie sie Sanji helfen konnte, doch Enel packte unsanft ihr Handgelenk und hielt sie fest. Sie sahen sich einen Moment lang in die Augen, als würden sie einen stillen Kampf ausfechten. Aber schließlich senkte Mia den Blick und sagte leise: "Bitte geh von ihm runter..." "Wieso sollte ich?" fragte er gleichgültig. "Weil er es einfach nicht verdient hat! Du bist doch eigentlich hinter mir her. Warum lässt du ihn nicht in Ruhe? Siehst du nicht, wie schlecht es ihm geht?" "Ich hätte ihm ja nichts getan. Aber diese kleine Kanaille ist frech geworden. Er meinte, er würde dich vor mir beschützen und dass ich dich niemals bekommen würde. Ha! Dass ich nicht lache! Ich hab ihm mal so richtig gezeigt, wo es langgeht. Das hat man eben davon, wenn man sich gegen Gott stellt." Er trat noch etwas fester zu, woraufhin Mia seinen Arm umklammerte und ihn ein Stück zu sich zog. "Hör auf! Bitte! Ich tue alles!" Enel schaute sie misstrauisch an. "So? Wirklich alles?" "Ja, aber... tu ihm nichts." Seine Augen verengten zu Schlitzen, aber seine Mundwinkel hoben sich leicht. "Dieser Mann bedeutet dir anscheinend sehr viel, hm?" Mia nickte beklommen. "Na schön. Wenn du einwilligst, mich zu begleiten und von jetzt an alles zu tun, was ich von dir verlange - und das sofort und ohne Widerworte - lasse ich ihn am Leben. Oder mit anderen Worten... du wirst meine persönliche Sklavin. Was sagst du?" Mia sog tief die Luft ein und blickte missmutig zu Boden, wo Sanji noch immer um Atem rang. Er öffnete mühsam die Augen, wovon eines dick und verquollen war und ein großes Veilchen aufwies und schüttelte kaum merklich den Kopf. Er war zu schwach um zu sprechen, doch Mia wusste, dass er sie angefleht hätte ihn hier liegen zu lassen und wegzulaufen, wenn er es gekonnt hätte. Enel bemerkte Sanjis Reaktion und verstärkte den Druck auf seine Brust noch mehr, bis Sanji vor Schmerz aufschrie und die Augen zusammenkniff. Schließlich konnte Mia diesen Anblick nicht mehr ertragen. Sie wollte nicht, dass Sanji noch weiter wegen ihr leiden musste. Wer wusste, wie lange er das noch überleben würde. Sie sah wieder zu Enel, schluckte, und nickte leicht, aber bestimmt. "Einverstanden. Ich mache, was du willst und dafür musst du mir versprechen, dass weder du, noch einer deiner Untergebenen, ihm etwas zu leide tut." "Was? Also wenn du mich fragst, bist du nicht gerade in der Lage, Forderungen zu stellen oder?" Mia sah ihn trotzig an. "Mag sein. Aber wenn ihm etwas passiert, kannst du zusehen, wo du dein "Mädchen für alles" herbekommst. Ich werde dann nämlich nicht mehr tun, was du sagst. Egal, was du dann mit mir anstellst. Ich habe keine Angst vor Schmerzen und wenn du mich umbringst, ist es mir auch recht. Also... du hast die Wahl!" Enel schien erst überhaupt nicht begeistert zu sein, dass er sich an solch eine Abmachung halten sollte, aber andererseits... Was kümmerte ihn schon dieser dämliche Kerl? Sollte er doch am Leben bleiben. Viel wichtiger war doch, dass sie wahrscheinlich ALLES tun würde, um sein Leben zu retten. Damit war er so etwas wie eine Eintrittskarte für Enel geworden. Ein niederträchtiges Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. "Nagut, abgemacht. Ihm passiert nichts und du wirst dafür für mich arbeiten. Weißt du was? Wir werden ihn mitnehmen, dann kannst du dich selbst davon überzeugen, dass ich mein Versprechen einhalte." Das Grinsen war noch immer nicht von seinem Gesicht gewichen und Mia wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte. Warum wollte er Sanji mitnehmen? Sie hatte ja keine Ahnung, dass er das Druckmittel für sie sein sollte, sonst hätte sie sicher lautstark protestiert, aber so willigte sie ein und sah erleichtert zu, wie Enel endlich von Sanji herunterstieg. Sie wollte sich gerade zu ihm hinunterbeugen und ihm sagen, dass er nun in Sicherheit war, als Enel plötzlich mit den Fingern schnippte und mindestens ein Dutzend in weiß gekleideter Männer hereingestürmt kam um seine Befehle entgegenzunehmen. "Wir gehen." sagte Enel nur. "Der da..." er nickte in Sanjis Richtung, "...kommt mit. Kümmert euch darum. Ihr wisst ja, wo der Platz für solche Gäste ist. Gebt ihm Wasser und ein wenig zu essen. Wir wollen ja nicht, dass er deswegen abkratzt, nicht?" fügte er an Mia gewandt hinzu und packte sie erneut am Arm. "N-nein." antwortete diese geknickt und schaute zu, wie die Gotteskrieger Sanji anhoben und mit sich fortschleppten. "Auf geht's!" sagte Enel zufrieden und zerrte sie hinter sich her.
Es dauerte nicht lange, da hellte der Wald sich auf und sie gelangten auf eine Lichtung, die sich über mehrere Kilometer zu erstrecken schien. Und mitten auf dieser Lichtung hatte man einen wahrhaft prunkvollen Palast errichtet. Er war wirklich riesig, mit mehreren von Gold bedeckten Kuppeln, weißen Marmorwänden und unendlich vielen reichen Verzierungen. Dazu gehörten fein gearbeitete Ornamente, elegante Säulen und eine Vielzahl von glitzernden Edelsteinen, die überall in die Mauern eingefasst waren. Aber Mia interessierte sich nicht sonderlich dafür. Ihre Augen huschten immer wieder zu den Bediensteten, die Sanji auf ihren Schultern trugen. Sie wollte unbedingt herausfinden, was Enel mit ihm vorhatte. "Sieh es dir gut an, mein bescheidenes Heim!" sagte dieser auffordernd zu ihr und legte den Arm um ihre Schultern. Sie verzog leicht das Gesicht, bemühte sich aber, sich nichts anmerken zu lassen. "Äh ja... Ich bin echt beeindruckt." "Na das solltest du auch sein! So ein tolles Zuhause hat nicht jeder. Du kannst wirklich glücklich sein, dass du den Rest deines Lebens hier verbringen darfst." Mia erstarrte. Den Rest ihres Lebens? Meinte er damit, dass er sie in den nächsten Tagen töten würde, wenn er mit ihr fertig war oder sollte sie wirklich so lange hier bleiben, bis sie alt und grau und zu Staub zerfallen war? Unsicher warf sie noch einen Blick zu Sanji. Würde er dann auch so lange hier bleiben dürfen? Das konnte sie sich nun wirklich nicht vorstellen. Wahrscheinlich hatte Enel dann also nicht vor, sich länger als nötig mit ihr herumzuplagen. Sie konnte nur hoffen, dass Ruffy und die anderen in nächster Zeit hier auftauchen und sie retten würden, sonst wäre es wohl aus... Niedergeschlagen sah sie zu, wie das gigantische Eingangsportal sich öffnete und ihnen Einlass gebot. Sie ließ sich von Enel durch etliche Zimmer und Gänge führen, bis sie schließlich in einer großen Halle ankamen. Der angebliche Gott sah seine Diener scharf an, worauf diese mit Sanji in einem Nebenzimmer verschwanden. Mia wollte ihnen folgen, doch einer von ihnen schlug die Tür hinter sich zu. "Na na..." meinte Enel nachdrücklich, "Du gehörst in ein anderes Zimmer." Er umfasste ihre Schultern mit seinen großen Händen und schob sie regelrecht durch eine andere Tür, hinter der sich ein weiterer Raum befand. Mia war sich sicher, dass ein ganzes Einfamilienhaus hier hereingepasst hätte, so weit standen die Wände auseinander. In der Mitte des Zimmers befand sich ein riesiges Bett. Es war mindestens zehn Meter lang und von einer glatten, roten Satin-Decke bedeckt. Die festen Steinmauern waren ebenfalls rot gestrichen und auf dem Boden lagen flauschige rote Teppiche. Es war eigentlich traumhaft, aber selbst, wenn sie jetzt nicht gerade in Enels Palast gewesen wäre, wünschte Mia sich nichts sehnlicher als wieder in ihrem kleinen Raum auf der Flying Lamb zu sein und sich mit Sanji in ihrem normal-großen, gemütlichen Bett zu verkriechen. Dieses Rot machte sie fast wahnsinnig. Obwohl es eigentlich eine mehr als warme Farbe war, kam ihr der ganze Raum so seltsam kühl und lieblos vor, als hätte ihn jemand nach einem sturen Plan eingerichtet, ohne dabei das Geringste zu empfinden. Sie wollte hier raus!
"Leg dich aufs Bett!" befahl Enel, wobei er nicht besonders freundlich klang. Mia hielt es für das Beste, seinen Zorn nicht schon so früh heraufzubeschwören und tat, was von ihr verlangt wurde. Sie versuchte einfach nicht daran zu denken, was jetzt möglicherweise folgen konnte und setzte sich langsam auf die Bettkante, bevor sie sich trübsinnig auf die Decke sinken ließ. Sie hätte erwartet, dass Enel nun auf sie zukommen würde, um irgendetwas zu tun, aber stattdessen hörte sie ihn erneut mit den Fingern schnippen. Die Tür öffnete sich und zwei seiner Gotteskrieger betraten den Raum. "Was wünscht ihr, Herr?" fragten sie wie aus einem Mund. "Kümmert euch um sie! In einer halben Stunde muss sie fertig sein." "Jawohl." An Mia gewandt setzte er noch hinzu: "Wir sehen uns dann in der Eingangshalle, wo du deine ersten Anweisungen erhälst. Ich erwarte dich dort. Und denk daran... wenn du dich nicht an deine Abmachung hälst, wird dein Freund dafür teuer bezahlen!" Damit verließ er den Raum. Mia sah ihm etwas verdutzt hinterher. Wollte er gar nicht das tun, was sie vermutet hatte? Sollte sie vielleicht einfach nur hier für ihn arbeiten? In ihr keimte wieder etwas Hoffnung. Sie hörte Enels Diener einen großen Schrank öffnen, der in einer Ecke des Raumes stand, dann kamen sie auf sie zu. "Ihr müsst das hier anziehen." sagte einer der beiden zu ihr. Mia glaubte, sie hätte sich verhört. "Wie bitte? Ihr meint aber nicht DAS da oder?" "Doch, das hat unser Herr befohlen." Mia wich etwas vor ihnen zurück. "Aber... das ist nicht euer Ernst! Was ist das überhaupt?" "Das wissen wir auch nicht, aber Ihr müsst tun, was unser Herr..." "Jaja, ich weiß! Aber wie zieht man denn so etwas an? Ich kann doch nicht..." "Gott Enel hat uns aufgetragen, Euch dabei behilflich zu sein. Wenn Ihr seinem Befehl also nicht freiwillig folgen wollt, sehen wir uns leider gezwungen Gewalt anzuwenden." Bei diesen Worten ergriffen sie ihre Arme und drückten sie zurück auf das Bett. "Nehmt eure Hände weg! Nicht!" Mia versuchte mit aller Macht sich gegen sie zu wehren, doch sie ließen nicht locker. "Wenn Ihr euch weiter sträubt, müssen wir unseren Herrn darüber unterrichten und Ihr wisst, was dann passiert. Wollt Ihr das?" Mia erstarrte. "Nein..." flüsterte sie. Geistesabwesend hielt sie still und wartete einfach ab.
Zehn Minuten später blickte sie schockiert an sich herunter. ,Was ist dieser Kerl bloß für ein Sadist? Wo hat er dieses gottverdammte Ding her?! Ich kann kaum atmen... Aber wenn ich Glück habe, werde ich vielleicht ohnmächtig und bekomme von allem einfach nichts mehr mit.' Schwermütig ließ sie ihre Finger über das sogenannte "Kleidungsstück" gleiten und klopfte leicht dagegen. Es war wirklich stabil, sogar mehr als das. Wie sollte sie das je wieder loswerden? ,Welches kranke Hirn kam bloß auf die Idee, ein goldenes Korsett anzufertigen? Das ist doch pervers!' Sie hatte keinen Zweifel, dass es sich bei dem glänzenden Metall um pures Gold handelte. Aber das interessierte sie herzlich wenig. Tatsache war, dass sie sich mit dem blöden Ding kaum bewegen konnte. Und das Schlimme war, dass es auch noch einen festen Verschluss auf dem Rücken hatte und sich nur mit einem Schlüssel öffnen ließ. Und sie ahnte schon, wer diesen besaß. Abgesehen von dem Korsett hatte man ihr auch einen goldenen Rock verpasst. Aber dieser schien zumindest aus Stoff und nicht aus Metall zu bestehen, auch wenn sie sich nicht erklären konnte, wie man ihm diese goldähnliche Farbe gegeben hatte. "Kommt, wir müssen gehen!" sagte einer der Diener und öffnete die Tür. Mia erhob sich mühsam und trat langsam hindurch. Durch das Korsett war sie gezwungen, ungewöhnlich gerade zu gehen. Sobald sie eine falsche Bewegung machte, schnitt es in ihre Haut und tat höllisch weh. Wie sollte sie so nur irgendwelche Arbeiten verrichten? Sicher hatte Enel das geplant. Er wollte sie ja unbedingt bestrafen. Mia musste bedrückt feststellen, dass ihm das durchaus gelungen war. Als sie nach vielen Minuten endlich in der Eingangshalle angelangt waren, konnte sie kaum noch stehen. "Glück gehabt!" hörte sie eine strenge Stimme sagen. Sie schallte von der Oberseite der Treppe, die einen Großteil des Raumes einnahm, zu ihnen herunter. Enel stand dort oben und wartete auf sie. "Gerade noch rechtzeitig. Ihr dürft gehen." Die Gotteskrieger verneigten sich tief und verließen den Raum. Bevor Enel ihr noch die Anweisung dazu geben konnte, nahm Mia die ersten Stufen in Angriff und trat auf ihn zu. Als sie fast bei ihm war, öffnete Enel leicht den Mund. Mia meinte, das erste Mal so etwas wie Erstaunen in seinem Blick erkennen zu können. "Ich hätte nicht gedacht," sagte er fast anerkennend, "dass ich je ein Mädchen treffen würde, dem dieses goldene Kleidungsstück passt. Aber bei dir sitzt es ja wie angegossen. Einfach großartig..." Seine Augen verweilten noch immer darauf. Langsam hatte Mia aber den Eindruck, dass er eher sein Spiegelbild betrachtete als das Korsett selbst. Nun, ihr sollte es egal sein... "Es ist so perfekt gearbeitet..." fuhr er ein wenig verträumt fort. "Du wirst von nun an nichts anderes mehr tragen." "Was? Aber..." Er unterbrach sie barsch: "Hör mal zu, dieses "aber" mag ich überhaupt nicht. Es wäre das Beste für dich, wenn du es aus deinem Wortschatz streichst, klar? Und außerdem wirst du mich von jetzt an nur noch mit Gott oder Herr ansprechen, sonst wirst du es bitter bereuen. Haben wir uns verstanden?" Mia nickte ängstlich. "Ja... Ich meine, ja, Herr." fügte sie eilig hinzu. "Na also. Es geht doch!" Und nun an die Arbeit! Es wird Zeit, dass sich mal jemand um meinen Palast kümmert, der ein Händchen für so etwas hat. Obwohl meine Untergebenen hier ständig saubermachen, bin ich einfach nicht zufrieden. Ich möchte, dass diese Arbeit von einer Frau erledigt wird. Du solltest dich geehrt fühlen, dass ich sie dir anvertraue. Alles, was du benötigst, steht dort bereit." Er deutete auf eine weitere Tür, die wahrscheinlich in eine Abstellkammer oder etwas in dieser Art führte. "Wenn du sonst irgendetwas brauchst, wende dich an meine Diener. Ich komme dann später zurück um mich zu überzeugen, dass du deine Sache gut machst. Streng dich an, du weißt ja, was sonst passiert..." Damit ließ er sie stehen und marschierte geradewegs den Korridor entlang, bis er am Ende verschwand. Mia öffnete die Tür, blickte missmutig auf die verschiedenen Putzutensilien, schnappte sich einen nicht-goldenen Eimer und einen Lappen und machte sich an die Arbeit.
Eine Ewigkeit später richtete sie sich stöhnend auf und drückte ihre Hand gegen die Stirn. Sie hatte jede einzelne Treppenstufe saubergewischt, etliche goldene Statuen poliert, die allesamt Enel darstellen sollten, wobei sie langsam den Eindruck bekommen hatte, dass er einen Faible für das Edelmetall besaß und abgesehen davon einen Großteil des Raumes geputzt. Sie musste stundenlang gearbeitet haben. Oder zumindest fühlte sie sich so. Ihr Gesicht glühte, Schweißperlen glänzten auf ihrer Haut und sie schnappte verzweifelt nach Luft. Dieses verdammte Korsett klebte so dicht an ihrer Haut, dass sie das Gefühl hatte zu ersticken. Sie fühlte sich wie in einem winzig kleinen Raum gefangen, dessen Wände immer näher auf sie zurückten und sie schließlich zerquetschen würden. Nach Atem ringend ließ sie den Lappen in den Eimer fallen, schleppte sich zur Treppe und streckte sich erschöpft darauf aus. Sie war am Ende. Ein dunkler Schleier legte sich über ihre Augen und sie konnte das Pochen ihres Herzens in ihren Ohren hören. Zitternd lehnte sie ihre Stirn gegen das kühle Geländer. Sie musste sich beruhigen... Beruhigen... Ihre Hand wanderte hinauf zu ihrem Gesicht und legte sich über ihre Augen. "Was machst du da?" kam plötzlich eine Stimme von oben. Vorsichtig nahm sie die Hand herunter und blinzelte. Sie konnte wieder etwas sehen! Welch ein Glück... Langsam begab sich Enel auf ihre Stufe, bis er direkt neben ihr stand. "Bist du schon fertig?" Mia schüttelte schwach den Kopf. "Nein, nicht ganz, ich... Es tut mir leid. Könnte ich bitte etwas zu trinken bekommen? Ich kann nicht mehr." Er hob die Augenbrauen, antwortete aber nicht auf ihre Frage und ging weiter nach unten. Aufmerksam schritt er durch den Raum und betrachtete die Wände, den Boden und die Statuen. Allerdings war er mehr als überrascht, als er kein einziges Krümelchen Staub darauf entdecken konnte. Als er auf den Boden blickte, konnte er sogar sein Spiegelbild darin erkennen, so blank war er. Mit undefinierbarer Miene kehrte er zu Mia zurück. "Ich bin wirklich beeindruckt." sagte er anerkennend. "Es sieht ganz so aus, als wäre es die richtige Entscheidung gewesen, dich noch nicht umzubringen. Wenn du jetzt noch im..." Mia unterbrach ihn unabsichtlich durch ein geräuschvolles Husten. "Ach ja, richtig. Hey!" Kaum hatte er gerufen, stürmten drei Diener herein und erwarteten seinen Befehl. "Mein Mädchen hat Durst. Bringt ihr ein Glas Wasser!" Wenige Sekunden später erhielt Mia das gewünschte Glas und ließ die angenehm erfrischende Flüssigkeit durch ihre Kehle rinnen. Sie merkte deutlich, wie ihr Atem wieder normal und gleichmäßig wurde und sie wieder einigermaßen Luft bekam. Auch wenn ihr dieses "mein Mädchen" gar nicht gefiel, fühlte sie sich wieder etwas besser. "Du hast deine Aufgabe für heute wirklich einwandfrei erledigt." bemerkte Enel. "Ich bin überaus zufrieden. Wenn es irgendetwas gibt, was ich für dich tun kann, lass es mich wissen." Mias Augen leuchteten plötzlich. "Wirklich? Ist das Euer Ernst, Herr?" "Wenn ich es doch sage. Was wünschst du dir?" Mia sah ihm flehend in die Augen. "Also wenn es möglich ist, würde ich gerne meinen Freund sehen. Ihr wisst schon, der Mann, der heute Morgen bei mir war. Ginge das?" "Na gut, einverstanden. Ich denke, du hast es dir verdient. Folge mir!" Glücklich erhob sich Mia und tat wie ihr geheißen. Nach einigen Korridoren und Zimmern, die sie noch gar nicht kannte, gelangten sie an eine schwere Eisentür. Sofort kam ein weiterer Diener angelaufen, zog einen recht schweren Schlüssel aus der Tasche und öffnete sie. Mia spähte hinein. Es war stockdunkel in diesem Raum, sie konnte kaum etwas erkennen. Enel schob sie ziemlich grob über die Schwelle. "So, du hast fünf Minuten." sagte er ungerührt. "Was? Aber..." "Nutze sie!" fauchte er giftig. Ohne Widerworte betrat Mia den Raum und machte zaghaft ein paar Schritte nach vorne. Ganz automatisch spitzte sie die Ohren. Da war ein ganz leises Geräusch, wie eine leichte Bewegung oder schwache Atemzüge. Vorsichtig lief sie noch weiter, bis sie ein dunkles Objekt in einer gegenüberliegenden Ecke sah. Langsam ging sie darauf zu. "Sanji?" fragte sie unsicher.
Es ist irgendwie komisch. Ich habe am Anfang immer Angst, dass die Kapitel viel zu kurz werden, aber dann schreibe ich und schreibe... Und dann krieg ich plötzlich gar nicht mehr alles rein, was eigentlich rein sollte XD Ich habe mir mal so eine Art Plan angelegt. Wenn ihr mich fragt, wird die FF auch wieder so 8 oder 9 Kapitel haben. Vielleicht 10, wenn ich mich nicht zusammenreiße *ggg*
Die göttliche Sklavin
Mias Frage hallte leise im Zimmer wieder. Sie näherte sich immer mehr dem komischen Gebilde in der Ecke, bis sie direkt davor stand. Geschockt presste sie die Hände vor den Mund. "Sanji!" stieß sie schwach hervor. Wenn sie gestern noch geglaubt hatte, dass es ihm schlechter nicht gehen könnte, wurde sie jetzt eines Besseren belehrt. Er lag vollkommen zusammengekrümmt in einem engen, kleinen Käfig und hielt die Augen fest geschlossen. Nicht einmal eine Decke hatte man ihm gegeben. Sein nackter Oberkörper war übersäht von Schürfwunden, die teilweise noch immer bluteten, er hatte dunkle Ringe unter den Augen und seine Haare hingen kraftlos herab. Er hatte den Kopf mutlos gegen die dicken Gitterstäbe gelegt und atmete stoßweise. Mia hätte keine Worte gefunden um das auszudrücken, was sie jetzt empfand. Es tat ihr so unendlich leid und sie war wütend und enttäuscht, dass Enel ihm das angetan hatte. Er hätte es wirklich besser gehabt, wenn er allein in der Höhle geblieben wäre. Denn wirklich alles war besser als das hier! Unsicher suchte Mia im Halbdunkel nach seiner Hand und umschloss sie fest mit ihrer eigenen. Sie war eiskalt, beinahe leblos. "Sanji..." sagte sie erneut. Endlich schien er sie zu hören und hob ächzend den Kopf. "Mia? Bist du das?" fragte er mit schwacher Stimme. "Ja, ich bin es. Ich bin bei dir..." antwortete sie sanft und sah mit tränenverklärtem Blick zu ihm hinunter. Er versuchte sich eine wenig aufzurichten, musste aber einsehen, dass er weder genug Platz, noch die ausreichende Kraft dazu hatte. So ließ er es bleiben und begnügte sich damit, sie von unten herauf zu betrachten. "Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es schonmal gemütlicher hatte." brachte er leicht schmollend hervor. Mia konnte nicht begreifen, wie er selbst in dieser Situation noch so gelassen reden konnte. Wo ihn doch diese Mistkerle fast umgebracht hatten... "Wie konnte es nur so weit kommen?" rief sie plötzlich aus und die ersten Tränen bahnten sich ihren Weg über ihre Wangen. "Es tut mir so leid! Bitte verzeih mir..." Ein kaum merkliches Lächeln huschte über sein Gesicht. Obwohl es ihn seine gesamte Kraft kostete, streckte er seine Hand durch die Gitterstäbe und legte sie ihr auf die Wange, um ihre Tränen wegzuwischen. Sie ließ einen durchdringenden Schluchzer vernehmen, schmiegte ihr Gesicht dann aber fest an seine kühle Hand. Sie merkte, dass er stark zitterte, auch wenn sie nicht wusste, ob vor Kälte oder Schmerz. Er fuhr behutsam mit seinen Fingern durch ihr Haar und sah ihr in die Augen. "Mia? Was ist mit dir? Hat dieser Kerl dir etwas angetan?" "Nein, bisher nicht. Ich bin in Ordnung. Aber dir geht es schlecht!" "Ach was, ich komme schon klar. Du solltest zusehen, dass du diesem Typen irgendwie entwischen kannst. Vielleicht..." "Nein! Ich gehe nicht ohne dich!" "Mia..." "Vergiss es! Ich lasse dich nicht hier! Sieh dich doch an! Du stirbst noch, wenn sich nicht bald jemand um dich kümmert." "So ein Quatsch! So einfach gehe ich schon nicht drauf!" gab er lachend zurück. "Versteh doch! Wenn ich nicht mache, was er sagt, dann tötet er dich. Ich kann nicht einfach verschwinden. Aber irgendwie werde ich uns hier rausbringen - uns beide, meine ich. Ich werde alles dafür tun, dass wir entkommen können. Egal, was es mich kostet. Das verspreche ich dir!" Sanji erschrak leicht, als er die Entschlossenheit in ihrem Gesicht sah. Er seufzte. "Du hast wahrscheinlich Recht. Aber sei vorsichtig. Gib ihm bloß keinen Grund, dir Schaden zuzufügen." "Nein, lass mich nur machen!" "Gut. Ich vertraue dir." Seine Hand wanderte in ihren Nacken und zog sie vorsichtig zu sich herunter, bis sie auf gleicher Höhe waren. Sie neigte den Kopf ein wenig zur Seite und ihre Lippen bewegten sich langsam aufeinander zu. Gerade hatten sie sich berührt, als die Tür aufgerissen wurde und Enel hereingeplatzt kam. "Deine Zeit ist um." sagte er schroff und stürmte auf sie zu. Bevor sie noch ein Wort zu Sanji sagen konnte, zog er sie unsanft in die Höhe und zerrte sie aus dem Raum. "Sanji! Ich liebe dich!" rief sie ihm nach, bevor Enel sie vollends aus dem Raum geschoben hatte und die Tür hinter ihnen zuknallte. "Ich dich auch..." flüsterte Sanji niedergeschlagen und senkte den Kopf.
"So!" rief Enel wütend aus, nachdem die Tür ins Schloss gefallen war. Er packte Mia hart am Arm und stieß sie gegen die Wand. "Du liebst ihn also, ja?" Mia antwortete nicht und blickte trotzig zu Boden, während ihre Hand ganz von allein über ihren Arm strich um den Schmerz etwas zu lindern. "Ich rede mit dir! Antworte gefälligst!" befahl Enel. "Ich bin dein Herr, vergiss das nicht! Du hast mir zu gehorchen oder ich..." "Schon gut." erwiderte Mia leise. "Ich weiß ja, was dann passiert. Ja, es ist wahr, ich liebe ihn. Ich liebe ihn mehr als alles auf der Welt, sogar mehr als mein Leben. Ihm gehört mein Herz..." Ihre Stimme wurde sanft und ein wenig schwärmerisch, als sie so von Sanji sprach und sie blickte Enel verträumt an. Dieser war aber alles andere als begeistert. "Wie kannst du es wagen?!" schrie er. "Ich bin dein Herr! Du gehörst mir! Du solltest mich und sonst niemanden lieben!" Mit einem Mal schnellte seine Hand in die Höhe und traf sie hart im Gesicht. Sie blickte geschockt zur Seite und hielt sich die gerötete Stelle. Das war sicher das erste Mal, dass er jemanden einfach mit der Hand geschlagen hatte ohne die Kräfte seiner Teufelsfrucht zu benutzen. Wenn man es so sah, hatte sie aber ziemliches Glück gehabt. Mit einer Ohrfeige konnte man leben... Enel kochte allerdings immer noch vor Wut. Schließlich ergriff er ihr Kinn, drehte es zu sich und funkelte sie böse an. "Eins sage ich dir! Diesen Typen werde ich dir schon noch austreiben! Ha! Ich weiß!" Er fing an, wie ein Wahnsinniger zu lachen. "Du wirst schon lernen mich zu lieben! Wenn du es nicht tust, werde ich ihn doch töten! Und selbst, wenn du dich dann noch immer nicht in mich verliebt hast, dann stirbst du eben auch!" Er grinste wie ein Irrer, während sie ihn ungläubig ansah. Warum hatte sie es nur immer mit solchen Geisteskranken zu tun? Ihr blieb keine andere Wahl, als leicht zu nicken und zu antworten, dass sie es versuchen würde. "Ich brauche aber ein wenig Zeit. Bitte versucht das zu verstehen!" flehte sie ihn an. Mit dieser Aussage ihrerseits schien er sich zufrieden zu geben. "Meinetwegen. Ich gebe dir die Zeit, die du brauchst. Aber dann werde ich der Einzige für dich sein!" "Äh... ja." meinte sie kleinlaut, blickte ihm dabei aber nicht direkt in die Augen. "Gut!" Seine Laune hatte sich wieder vehement gebessert. "Komm mit! Ich bringe dich in dein Zimmer. Es ist bereits dunkel draußen. Morgen früh kannst du weiterarbeiten!" Er brachte Mia zurück zu dem roten Raum und machte Anstalten, die Tür hinter ihr zu schließen. Mia war heilfroh, dass er anscheinend nicht vorhatte sich ihr anzuschließen, hielt ihn aber trotzdem auf. "Wartet, Gott Enel! Könnt Ihr mir vielleicht den Schlüssel für das goldene Korsett geben?" Enel begriff nicht, was sie meinte. "Wie bitte? Was ist denn das?" Mia deutete missmutig auf das Kleidungsstück, dass noch immer an ihrem Körper haftete. "Achso! Ich wusste gar nicht, dass man das ein Korsett nennt. Warum willst du den Schlüssel dafür?" "Naja, ich würde es zum Schlafen gerne ausziehen, wenn Ihr versteht..." Er verstand nicht. Für ihn war es völlig unbegreiflich, warum man nachts nicht die gleiche Kleidung tragen sollte wie am Tag. "Oh nein!" sagte er fröhlich. "Du behälst es schön an! Es steht dir doch so gut! Du wirst es noch früh genug ablegen können." Bevor sie noch etwas erwidern konnte, hatte er die Tür hinter sich geschlossen und von außen war unverkennbar das Geräusch eines Schlüssels zu hören, der im Schloss herumgedreht wurde. Unglücklich wandte Mia sich ab und ging langsam auf das riesige Bett zu. Dabei fiel ihr ein kleiner Tisch auf, worauf sich viele appetitliche Lebensmittel befanden, zum Beispiel auch solche Früchte, die sie heute Morgen gesammelt hatte. Aber sie beachtete sie nicht und legte sich trübsinnig auf das Bett. Unfähig sich auszuziehen, hob sie die Decke etwas an und kroch darunter. Sie war ziemlich kühl, erwärmte sich aber nach ein paar Minuten, sodass es richtig angenehm war. Aber Mia konnte sich kein bisschen darüber freuen. Wenn sie daran dachte, wie schlecht es Sanji in eben diesem Moment ging... In welch unbequemer Lage er liegen musste, wie entsetzlich kalt ihm war und welch riesigen Hunger er sicherlich hatte. Und sie hatte nicht einmal die Möglichkeit, ihn in den Arm zu nehmen oder ihm wenigstens ermutigend zuzureden. Tottraurig legte sie sich auf den Rücken und starrte auf die hohe Zimmerdecke. Trotz der Tränen, die wiederum aus ihren Augen quollen und geräuschlos auf die Decke tropften, fasste sie einen festen Entschluss. Sie würde das Versprechen, das sie Sanji gegeben hatte, einhalten und sie beide hier rausbringen. Ganz egal, was sie dafür tun musste!
In den nächsten Tagen arbeitete Mia so hart wie sie konnte und bemühte sich, alle Anweisungen Enels anstandslos zu erfüllen. Sie hoffte, dass sie so sein Vertrauen gewinnen konnte und er irgendwann unaufmerksam genug war, dass sie sich die Schlüssel zu Sanjis Raum und zu seinem Käfig schnappen und mit ihm unbemerkt fliehen konnte. Ihr war klar, dass es nicht besonders einfach sein würde Enel und seinen unzähligen Dienern zu entwischen, aber sie musste es zumindest versuchen. Sollte es misslingen, wäre es wahrscheinlich sowieso ihr Ende. Es war jetzt der vierte Abend, seit sie in seinen Palast gekommen waren. Mia hatte Sanji seitdem erst dreimal besuchen können, wenn man die fünf Minuten am ersten Tag mitzählte. Bisher hatte sich sein Zustand nicht besonders gebessert, aber es war auch kein Wunder, wenn man bedachte, wie er dort leben musste. Normalerweise hätte er strenge Bettruhe haben müssen, dazu sorgfältige Pflege und Medikamente. Aber davon konnte ja nun keine Rede sein. Mia mochte sich gar nicht ausmalen, was aus seinen zahlreichen Verbrennungen werden sollte, wenn er da nicht bald rauskam. Es wurde höchste Zeit, dass sie endlich etwas unternahm. Enel war heute besonders gut gelaunt gewesen. Soweit sie sich entsinnen konnte, hatte er nicht ein einziges Mal etwas an ihrer Arbeit auszusetzten gehabt und sie sogar des Öfteren gelobt. Vielleicht war heute die Chance...
"Wie weit bist du?" fragte der vermeintliche Gott ein wenig ungeduldig und trat hinter sie. "Noch nicht ganz fertig." antwortete Mia und erhob sich langsam. Sie war gerade damit beschäftigt gewesen, die unteren Fächer eines Schrankes leerzuräumen und auszuwischen, der sich in einem Zimmer befand, das überraschenderweise die Größe eines normalen Raumes hatte. Hier waren mehrere Schränke, die mit alten Büchern und allerlei Gerümpel gefüllt waren. Aber Mia fand es ganz interessant, sich die Sachen anzusehen. Auch wenn sie bei vielen Dingen keine Ahnung hatte, um was es sich eigentlich handelte. "Das macht nichts. Du hörst für heute auf." Mia sah ihn erstaunt an. "Ehrlich? Aber es ist doch noch gar nicht dunkel draußen." sagte sie und warf einen Seitenblick aus dem Fenster. "Egal. Ich habe beschlossen, dass du jetzt fertig bist. Also komm!" Mia zog leicht verwundert die Mundwinkel nach unten, legte dann aber das Staubtuch weg und folgte ihm. Ihr fiel auf, dass Enel heute etwas schneller als sonst ging, als ob er es besonders eilig hätte. Er drehte sich auch immer wieder misstrauisch um, um sich zu vergewissern, dass sie auch wirklich mitkam. Plötzlich wurde der Korridor vor ihnen breiter und endete vor einer goldenen Tür, die Mia noch nie gesehen hatte. "Wo gehen wir denn hin?" wollte sie wissen. "Das wirst du schon noch sehen." gab Enel bissig zurück und zog einen Schlüssel aus der Hosentasche. Dieses Mal war er golden. "Hör endlich mit der ewigen Fragerei auf!" Mia verstummte. Dieser Typ war einfach nicht normal! Was hatte er denn jetzt wieder für ein Problem? Sie betrachtete seine Hand, die gerade den Schlüssel ins Schloss steckte und bemerkte, dass sie leicht zitterte. Das kam ihr nun doch ein wenig seltsam vor. Als er endlich aufgeschlossen hatte, drückte er unruhig die Klinke hinunter und stieß die Tür regelrecht brutal auf. Dann marschierte er hinein und wies sie hektisch an, es ihm gleichzutun. Mia blickte sich neugierig um. Dieses Zimmer war so ähnlich eingerichtet wie das, in dem sie schlief. Nur dass es ungefähr dreimal so groß war. Auch hier befand sich ein überdimensional großes Bett mit Satindecke. Diese war aber nicht rot, sondern pechschwarz, wie auch der Rest des Raumes. Die Fenster waren mit schwarzen Tüchern verhangen und tauchten den Raum in ein schauriges Halbdunkel. Mia sah sich erschrocken um. Sie begann, sich wirklich unbehaglich zu fühlen. Erst recht, als Enel die Tür hinter ihr zuknallte, sie von innen abschloss und sich zu ihr umdrehte. Dieser Ausdruck in seinen Augen gefiel ihr überhaupt nicht. Er erinnerte sie schrecklich an einen gewissen Piraten, auf dessen Kopf 55 Millionen Berry ausgesetzt waren. Er hatte sie damals auch so angesehen und sie konnte sich noch gut entsinnen, was beinahe darauf gefolgt wäre. Das sollte sich nun alles wiederholen, allerdings mit einem Unterschied: Dieses Mal konnte sie wohl nicht damit rechnen, dass Sanji plötzlich auftauchen und sie vor dem Schlimmsten bewahren würde. Enel setzte sich langsam in Bewegung und näherte sich ihr Schritt für Schritt. Sie wandte sich schnell von ihm ab und starrte zu Boden, darauf hoffend, dass es nicht so furchtbar werden würde, wenn sie ihn nicht ansah. Aber er ließ sich nicht davon stören und schlang, kaum dass er sie erreicht hatte, fest die Arme um ihren Körper. Es war ein ungewohntes Gefühl für ihn, aber ihm war, als würde ihm eine laute, durchdringende Stimme in seinem Inneren befehlen, was er zu tun hatte. Und diese Stimme schien absolut Recht zu haben. Warum sollte er ihr nicht gehorchen? Er wollte es doch... Ungeduldig strichen seine Hände über das goldene Korsett und versuchten, irgendwie darunter zu kommen. Mia wollte sich seinem Griff entwinden, aber er zog sie an sich und lehnte sein Gesicht an ihre Haare, sodass er ihr einige hinterhältige Worte ins Ohr hauchen konnte. "Du bleibst schön hier! Wir hatten eine Abmachung, erinnerst du dich? Zeig mir, dass du mich liebst und ich lasse deinen Freund am Leben! Ansonsten..." Widerwillig hielt Mia still und ließ ihn gewähren. Sie hielt den Atem an, als sie merkte, wie er einen weiteren kleinen goldenen Schlüssel hervorzog und damit das Korsett öffnete. Auf einmal schien ihm das feingearbeitete Stück ziemlich egal zu sein, denn er warf es unbedacht in die nächste Ecke. Dann drehte er Mia zu sich herum und weidete sich an ihrem Anblick. Einen Moment lang fehlten ihm wirklich die Worte, doch dann sagte er, beinahe hechelnd vor Verlangen: "Du hast wirklich einen göttlichen Körper. Er ist so perfekt... Ich muss ihn haben! Jetzt sofort!" Gierig platzierte er seine Hände auf ihrer Haut und bewegte sie hastig darüber. Dabei war er aber nicht im geringsten Maße leidenschaftlich, sondern einfach nur grob. Mia versuchte angestrengt sich vorzustellen, dass es nicht seine Hände, sondern die von jemand anderem waren. Aber es ging nicht... Sie spürte keine Wärme, kein Feuer, sondern einfach nur Ekel. Seine Berührungen waren so oberflächlich und ruppig, dass es ihr ungeheuer weh tat. Sie keuchte vor Schmerz leise auf, was ihn fälschlicherweise glauben ließ, dass es ihr gefiel. Aber so dachte er wenigstens, dass sie sich endlich in ihn verliebt hatte und hielt es nicht für nötig, ihr oder Sanji etwas anzutun. Zumindest wenn man unter "antun" das selbe verstand wie er... Nach einer Weile genügte es ihm nicht mehr, sie einfach nur anzufassen. Er machte einen Schritt nach vorn und drängte sie immer weiter zurück, bis sie an eine Wand gelangte. Während er sie mit den Schultern fest dagegendrückte, suchte er mit seiner Zunge nach ihren Lippen und leckte verlangend darüber. Widerwillig öffnete Mia den Mund und ließ ihn darin eindringen. Sie wusste, dass er sonst lediglich Gewalt anwenden würde, um zu bekommen was er wollte. Als er endlich genug von ihrer Mundhöhle hatte, ging er etwas in die Knie und wanderte sowohl mit seinen Fingern als auch mit seiner Zunge erneut über ihren Oberkörper. Immer wieder verglich Mia ihn unbewusst mit Sanji und seinen warmen, sinnlichen Lippen. Es war wirklich seltsam, wie unterschiedlich zwei junge Männer doch sein konnten. Sanjis ganze Art war einfach vollkommen anders. Wenn er sie berührte, war es jedes Mal, als hätte jemand ein Feuerwerk in ihrem Körper entfacht. Und sie hatte das unwiderstehliche Bedürfnis, ihn ebenfalls zu verwöhnen und ihm nahe zu sein. Aber vielleicht lag es auch einfach nur daran, dass Sanji sie aus ganzem Herzen liebte und Enel, genauso wie auch Bellamy, einfach nur sein Verlangen befriedigen wollte. Das konnte man eben nicht vergleichen. Mia kniff die Augen zusammen, als Enel seine Zähne leicht in ihrer Haut versenkte und gierig daran saugte, bis sich ein dunkelroter Fleck gebildet hatte. ,Nein, nicht auch noch das!' dachte sie verzweifelt. War es denn nicht genug, dass er sie gerade brutal vergewaltigte? Musste er dann auch noch solch ein schmerzhaftes Mal hinterlassen, dass sie noch tagelang daran erinnern würde? Unbarmherzig wiederholte er das Ganze noch einige Male und Mia war mehr als froh, dass sie ihren Hals jetzt nicht sehen konnte, der von diesen widerlichen roten Stellen übersäht sein musste. Mit einem Mal wurde ihr bewusst, was hier eigentlich gerade geschah. Wie konnte sie das nur zulassen? Sie wäre normalerweise eher gestorben, als diese Demütigung zu ertragen, aber sie musste es tun... für Sanji... Sie konnte nicht aus Egoismus riskieren, dass er noch mehr leiden musste. Er hatte es einfach verdient, in Frieden weiterzuleben und glücklich zu sein. Und auch, wenn sie sich so schmutzig fühlte, dass sie glaubte, sich selbst in hundert Jahren nicht mehr davon reinwaschen zu können, blieb sie standhaft und blickte stur an die dunkle Zimmerdecke, als Enel langsam ihren Rock nach unten zog und sich ebenfalls seine Hose abstreifte. Danach fuhr er mit seinen Händen lieblos an ihren Beinen hinauf und umklammerte ihr Becken. All sein Denken schien nur noch auf ein Ziel gerichtet zu sein: Er war erfüllt von einem einzigen Gedanken, nämlich sie ganz und gar zu besitzen, mit Leib und Seele. Und er wusste, was er dafür tun musste. Schließlich richtete er sich vollends auf und presste sich dicht an sie. Einen kurzen Moment lang sah sie den hungrigen Blick in seinen Augen, dann wandte sie ihr Gesicht ab und schaute zu Boden. Aber sie konnte immer noch die Erregung fühlen, die von seinem gesamten Körper Besitz ergriffen hatte. Sie war gefangen zwischen seinem heißen, bebenden Körper und der harten, kalten Steinwand hinter ihrem Rücken. Die ganze Zeit über hatte sie es zurückhalten können, doch jetzt sammelte sich ein riesiger Kloß in ihrem Hals, der sich nur durch die zahlreichen Tränen, die ihr jetzt über die Wangen liefen, wieder ein wenig löste. Sie schluckte schwer. Wenigstens war es nicht ihr erstes Mal, sonst hätte sie das wahrscheinlich nicht überstanden... Aber auch so war es schlimm genug. Mit einem Ruck bewegte er seinen Unterkörper nach vorne und sie spürte einen brennenden Schmerz in ihrem Unterleib - und in ihrem Herzen. Sie versuchte jedoch, die höllischen Qualen zu ignorieren und ruhig zu bleiben. Mit gläsernem Blick ließ sie alles über sich ergehen, in ihren Gedanken weit weg...
Oh Mann, was für ein Kapitel... Und ich wollte eigentlich noch so viel mehr mit hineinbringen XD Echt schlimm, wie lang diese Szene geworden ist. Das hatte ich wirklich nicht geplant. Aber ich verspreche euch, dass mein Lieblingskapitel (nämlich das Schlusskapitel, das ich noch lange nicht geschrieben habe und über das ich jetzt auch noch nichts weiter verraten will), länger wird (und viel schöner^^)
@Nami1991 Tut mir wirklich leid, du bist jetzt sicher enttäuscht! Aber das musste ich so schreiben... :(
Nur für dich
Als Mia am nächsten Morgen aufwachte, fand sie sich zusammengekauert auf dem mit spärlichem Teppich bedeckten Fußboden in Enels Zimmer wieder. Sie lauschte angestrengt, doch sie konnte nicht das leiseste Geräusch wahrnehmen. Es herrschte Totenstille im Raum. Vorsichtig stützte sie sich mit den Händen am Boden ab und versuchte aufzustehen. Dabei entfuhr ihr jedoch ein gellender Schmerzensschrei. Nur unter größter Anstrengung gelang es ihr sich aufzusetzen. Zitternd blickte sie an sich herunter. Immerhin eines hatte sie jetzt mit Sanji gemeinsam: eine Vielzahl von blauen Flecken, die ihre helle Haut schmückten. Außerdem konnte sie jetzt gänzlich nachfühlen, was er die ganze Zeit durchmachte. Denn ihr tat absolut alles weh, jede Faser in ihrem Körper schien verletzt worden zu sein und jede Bewegung schmerzte so sehr, als würde sie jemand die ganze Zeit über mit hundert Schwertern durchbohren. ,Meine Güte, was hat dieser Kerl nur mit mir angestellt?' ging es ihr verzweifelt durch den Kopf. Mühsam stellte sie sich hin und versuchte angestrengt, das Gleichgewicht zu halten und nicht wieder umzufallen, was aber nicht so recht klappen wollte. Bereits nach wenigen Sekunden gaben ihre Beine nach und sie fand sich erneut auf dem Boden wieder. Missmutig biss sie die Zähne zusammen und kroch auf allen Vieren in Richtung Bett, in der Hoffnung, es darauf etwas weicher zu haben. Dort angelangt, spähte sie vorsichtshalber über den Bettrand und wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, als sie erkannte, wer sich darauf ausgestreckt hatte und seelenruhig schlief. Enel hatte sich in seine Decke gekuschelt und schien in den schönsten Träumen zu liegen. Sicher, er hatte eine tolle Nacht hinter sich, ihm tat sicherlich überhaupt nichts weh und er hatte nicht im Geringsten mitbekommen, dass er jemanden mit seinem Verhalten verletzt haben könnte. Wenn Mia sich nicht so gottverdammt elend gefühlt hätte und kurz vor einem Nervenzusammenbruch gewesen wäre, hätte sie sich jetzt am liebsten auf ihn gestürzt und ihn erwürgt. Aber in ihrer jetzigen Lage würde sich das eindeutig zu ihrem Nachteil auswirken...
Nach über einer Stunde wachte Enel endlich auf und ließ ein zufriedenes Gähnen hören. Er hob gemütlich den Kopf, streckte sich genüsslich und erhob sich langsam, als hätte er alle Zeit der Welt. Er erblickte Mia zwar, die sich in einem Anfall von Schwäche halb auf das Bett gezogen hatte und erschöpft dort liegen geblieben war, kümmerte sich jedoch nicht weiter um sie und machte sich daran, sich anzuziehen. Danach bückte er sich eigenhändig nach dem goldenen Korsett und brachte es zu Mia, die sich noch immer um keinen Zentimeter bewegt hatte. "Du musst erst wieder heute Nachmittag arbeiten." sagte er gut gelaunt zu ihr. Wahrscheinlich hielt er es für eine nette Geste. Obwohl sie sich dennoch nicht rührte, ließ er es gut sein und verließ den Raum. Draußen konnte sie ihn tatsächlich pfeifen hören. ,Elender Mistkerl!' ging es durch ihre Gedanken.
Es dauerte nochmals einige Stunden, bis Mia sich endlich im Stande sah sich aufzurichten und ihre Sachen zusammenzusuchen. Sie überlegte ernsthaft, das grässliche goldene Korsett auszulassen und es irgendwo hinzuwerfen, wo es niemals jemand wiederfand. Aber dann müsste sie hier halbnackt herumlaufen und diese Vorstellung gefiel ihr ganz und gar nicht. So zog sie es wohl oder übel über und spürte betrübt, wie der Verschluss auf ihrem Rücken zuschnappte. Inzwischen hatten sich die Schmerzen etwas gelegt und sie machte ein paar zaghafte Schritte durch den Raum, bevor sie die große goldene Tür öffnete und ihn, für immer wie sie hoffte, verließ. Zufällig lief sie erneut Enel über den Weg, dem das Grinsen wohl einfach nicht vom Gesicht schwinden wollte. So beschloss sie, die Situation auszunutzen und ihn zu fragen, ob sie heute, nachdem sie mit der Arbeit fertig war, wieder zu Sanji gehen durfte. Es war kaum verwunderlich, dass er ihr lächelnd auf die Schulter klopfte und es sofort erlaubte. Schließlich war dieser Gefangene jetzt keine Gefahr mehr für ihn. Mia hatte sich, wie er glaubte, endlich in ihn verliebt und brannte natürlich genauso sehnsüchtig wie er darauf, einen Abend wie gestern zu wiederholen. Zum Glück konnte er nicht ahnen, wie es wirklich in ihrem Inneren aussah.
Als die Sonne unterging und der Himmel sich bereits violett färbte, betrat Mia mit klopfendem Herzen den Raum, in dem Sanji eingesperrt war. Er schien schon auf sie gewartet zu haben, denn sie hatte die Tür kaum geöffnet, als er schon freudig rief: "Mia! Ich hatte schon Angst, dass du heute gar nicht mehr kommst. Ich hab dich so vermisst!" Mia lächelte nur schwach als Antwort und kam zaghaft auf ihn zu. Dann setzte sie sich langsam vor seinem Käfig auf den Boden und schaute betreten zu ihm herüber. Sanji merkte gleich, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Erst recht, als sie ihn mit zittriger Stimme fragte, wie er sich fühlte. Neugierig streckte er die Hand nach ihr aus und berührte sie leicht an der Schulter, wodurch sie zusammenzuckte. Jetzt war er sich sicher, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. Ohne auf ihre Frage zu antworten, stellte er sie zur Rede: "Mia? Was ist mit dir?" "Wie? Was meinst du?" fragte sie überrascht. "Na komm schon. Es sieht doch ein Blinder, dass es dir nicht gut geht. Was ist pa... Was ist das?" Er brach mitten im Satz ab und deutete plötzlich mit aufgerissenen Augen auf ihren Hals. Mia verdeckte die Stelle entsetzt mit ihrer Hand. Sie wusste nur allzu genau, was er gesehen hatte. "Da... das ist gar nichts! Nur eine kleine Verletzung, ich..." Doch er umklammerte energisch ihren Arm und zog ihn zur Seite. Geschockt blickte er auf die roten Flecke, mit denen ihre Haut übersäht war. "Das... nein!" brachte er ungläubig hervor. "Hat... er das getan?" fragte er ruhig und versuchte ihr in die Augen zu sehen. Aber sie konnte seinen Blick nicht erwidern. Sie fühlte sich so mies und schäbig und hätte sich am liebsten von einer Klippe gestürzt. Sie hatte ihn verraten, ihn, den einzigen Mann, den sie liebte... Wie sollte sie das je wieder gut machen? Obwohl sie es nicht gewollt hatte, hatte sie ihn doch mit einem anderen betrogen. Es wäre eigentlich nicht verwunderlich, wenn er jetzt wütend auf sie war und nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte... "Mia!" holte er sie aus ihren Gedanken. "Verdammt, sag es mir endlich! Was hat er mit dir gemacht?" Mia holte tief und schmerzhaft Luft. "Er hat... er hat mich..." Sie konnte es nicht. Sie konnte ihm nicht die Wahrheit sagen, es war einfach zu grausam. So legte sie einfach nur schützend die Arme um sich und blickte zu Boden. Langsam begriff Sanji, was es gewesen sein musste. Es gab eigentlich nur eine Möglichkeit. "Du meinst, er hat dich... wirklich...?" Voller Bestürzung blickte er sie an, aber sie konnte auch noch etwas anderes in seinen Augen erkennen. Ein schwaches Leuchten... Er hatte immer noch Hoffnung, dass sie jetzt einfach lächeln und seine Frage verneinen würde, dass es ihr gut ging und sie nicht von diesem verdammten, selbstgefälligen Spinner vergewaltigt worden war. Aber ihr blieb nichts anderes übrig, als diesen Traum zerplatzen zu lassen. "Doch, er... er hat es getan."
Sanji war so schockiert, dass er sie für mehrere Minuten einfach nur fassungslos anstarren konnte. Dann senkte er jedoch den Kopf und murmelte: "Wieso?" Mia verstand nicht ganz, was er damit meinte. "Wieso was?" entfuhr es ihr unsicher. "Wieso hast du das zugelassen, verdammt?!" Sanjis Augen hatten sich verdunkelt. Er sah sie noch immer nicht an, schrie diesen Satz aber geradezu heraus. Mia schluckte. "Aber... ich hatte doch keine andere Wahl." "Die hattest du sehr wohl! Ich habe dir schon vor Tagen gesagt, dass du weglaufen sollst! Wenn du auf mich gehört hättest, wäre das nie passiert!" Jetzt war sie an der Reihe, ihn verwirrt anzublicken. "Das ist aber nicht so einfach! Er hat hunderte von Wachen in diesem Palast! Wie stellst du dir das vor? Und außerdem..." "Ja?" unterbrach er sie kühl. "Was hat dich noch dazu bewegt hierzublieben? Fängst du vielleicht an, diesen reichen, verwöhnten Möchtegern-Heiligen zu mögen?" Langsam hielt Mia es nicht mehr aus. Seine Worte taten unglaublich weh. "Wie kannst du sowas sagen? Verstehst du das nicht?! Ich habe es doch nur für dich getan!" Sanji verstummte augenblicklich. Während er noch nach Worten suchte, die er auf ihren Gefühlsausbruch hin antworten konnte, fuhr sie leise fort: "Ich habe mich nur nicht gegen ihn gewehrt, weil er dich sonst umgebracht hätte! Du hast doch gesehen, wie skrupellos er ist! Wenn ich ihm auch nur einen von seinen Wünschen abgeschlagen hätte, dann hätte er dich endgültig erledigt..." Traurig und bittend sah sie ihn an, doch er wollte es einfach nicht einsehen. "Aber... Das... Ich will aber nicht, dass du so etwas für mich tust!" schrie er plötzlich wieder. "Das ist doch absurd! Ich kann sehr gut auf mich alleine aufpassen, du musst nicht mit deinem Körper für mein Leben bezahlen! Mir wird ganz schlecht bei dem Gedanken, was er mit dir anstellen durfte, nur weil du mich unbedingt retten wolltest! Das hättest du dir ruhig sparen können!" Das Gesicht seiner Freundin verzerrte sich. "Achja? Ich hätte dich einfach sterben lassen sollen oder wie?" "Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, dann ja!" Mia schnaubte ungläubig. "Ich fass es nicht! Gerade DU musst das sagen? Gerade DU willst mir erzählen, dass ich meine eigene Haut retten und dich im Stich lassen soll? DU bist doch derjenige, der ständig sein Leben riskiert nur um mich zu beschützen! Und dann habe ich nicht einmal das Recht mich dafür einzusetzen, dass du überleben kannst? Das ist nicht fair!" Sie richtete sich langsam auf und blickte wütend auf ihn hinunter. "Vielleicht ist dir ja egal, ob du weiterlebst oder nicht, aber mir ganz bestimmt nicht! Ich liebe dich nämlich, du verdammter Trottel!" Ruckartig drehte sie sich um und machte ein paar schnelle Schritte in Richtung Tür. Sanji musste nicht lange überlegen um zu wissen, was er jetzt zu tun hatte. "Mia, warte! Geh nicht..." Sie blieb stehen, wandte sich jedoch nicht zu ihm um. "Komm zurück! Bitte..." flehte er. Schließlich gab sie nach und kam seufzend zu ihm zurück, wobei sie ihn aber nicht ansah. Als sie wieder vor seinem Käfig stand, zog er sie behutsam zu sich herunter und wollte ihr übers Gesicht streichen, ließ aber erschrocken davon ab. "Mia, ich... Es tut mir so leid! Ich wollte nicht, dass... Verzeih mir!" Er wünschte sich nichts sehnlicher, als sie jetzt in den Arm zu nehmen und zu trösten, ihre Tränen mit seinen Lippen aufzusaugen und ihr zu sagen, wie dankbar er ihr war. Aber aufgrund der Gitterstäbe konnte er nur einen dieser Gedanken verwirklichen. Er unterbrach ihr Schluchzen, indem er ihr sanft einen Finger auf die Lippen legte und flüsterte: "Mia, hör mal... Ich hab das echt nicht so gemeint. Aber ich habe mich so dreckig gefühlt, weil es doch allein meine Schuld ist, dass du so viel durchmachen musstest. Ich kann die Vorstellung gar nicht ertragen, wie dieser widerliche Typ..." Mia sah ihn entsetzt an und bedeutete ihm, nicht weiterzureden. "Tut mir leid. Aber... Mia..." Er schaute ihr fest in die Augen. "Ich liebe dich so sehr! Du bist mir das Wichtigste auf der Welt. Und ich verdanke dir so viel... Ich weiß gar nicht, wie ich dir das jemals zurückzahlen soll." Mia schob vorsichtig ihre Finger durch die Gitterstäbe und legte sie in seinen Nacken. Dann zog sie ihn so nah wie möglich an sich heran und küsste ihn, während ihre Augen immer noch feucht von Tränen waren. "Du bist so dumm!" sagte sie zu ihm, als sie sich wieder etwas beruhigt hatte. "Du hast es doch schon längst alles zurückgezahlt! Denk doch nur mal daran, warum du eigentlich in diesem Käfig sitzt und so schwer verletzt bist. Ich bin diejenige, die sich bei dir bedanken muss. Ich kann nicht von dir erwarten, dass du mich immer beschützt. Jetzt bin ich mal an der Reihe. Ich werde nicht zulassen, dass dieser idiotische Gott uns beide voneinander trennt, auch wenn er es mit allen Mitteln erreichen will. Vertrau mir einfach! Ich schaffe das schon. Ich bin nicht so sensibel wie du denkst. Ja, er hat mir wehgetan, aber ich habe es überstanden und ich werde auch alle anderen Hindernisse überwinden, die er uns in den Weg legt. Gib mir noch ein paar Tage und ich bringe uns hier raus!"
Enel hatte sich diebisch gefreut, als er zufällig an der Tür zu Sanjis Gefängnis vorbeigegangen war und gehört hatte, wie die beiden darinnen sich wütend anschrien. Er glaubte tatsächlich, dass Mia dem Blonden gerade verklickert hatte, dass sie sich in Enel verliebt hatte und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Deshalb hatte er sie auch noch für eine gute Weile drinnen gelassen. Und er war umso erfreuter, als sie nach dieser Zeit von alleine herauskam. Das war bisher das erste Mal, dass er sie nicht mit Gewalt herauszerren musste. Ein wahrhaft gutes Zeichen! Er betrachtete sie etwas genauer. Obwohl sie sich die Tränen bereits abgewischt hatte, fiel ihm auf, dass sie noch immer ein wenig zitterte. "Hat dieser Kerl dir etwas getan?" fragte er gespielt besorgt. "Was? Nein, es ist alles in Ordnung." "Achso." antwortete er enttäuscht. "Aber wenn ich ihn aus dem Weg räumen soll, brauchst du es mir nur zu sagen. Es wird mir ein Vergnügen sein." Mias Augen weiteten sich. "Um Gottes Willen, nein!" rief sie aus. Enel verstand nicht. "Hm? Was ist um Meinetwillen?" "Ähm n-nichts! Aber das ist doch nicht nötig, dass Ihr euch an ihm die Finger schmutzig macht, Herr." "Naja, da hast du im Prinzip Recht. Aber wenn ich ihn jetzt umbringe, können wir eine Menge Lebensmittel sparen. Ich denke, ich kümmere mich mal kurz darum." Seine Hand wanderte bereits zur Türklinke, als Mia fieberhaft überlegte, wie sie ihn bloß von seinem Vorhaben abhalten sollte. ,Mist!' dachte sie verzweifelt. ,Was soll ich nur machen? Wenn ich ihn jetzt anflehe es bleiben zu lassen, wird er merken, dass ich ihn immer noch liebe. Und dann wird er ihn erst recht ermorden wollen. Ich muss irgendetwas unternehmen... und zwar schnell!" Ehe Enel es sich versah, machte sie einen Schritt nach vorne und legte ihre Hände zärtlich auf seine Wangen. Er war überaus überrascht, ließ es sich aber gern gefallen, als sie sein Gesicht näher an sich heranzog und ihn - mehr oder weniger - leidenschaftlich küsste. Alle Sanji betreffenden Absichten schienen auf einmal wie weggeblasen zu sein. Er wusste nicht mehr, was er eigentlich eben tun wollte. Das war jetzt wirklich egal. Dass sie ihn freiwillig und ganz von sich aus geküsst hatte, war für ihn der endgültige Beweis, dass sie sich für ihn entschieden hatte. Das galt es jetzt auszunutzen...
Mia hätte heulen können, als er zufrieden grinsend den Arm um sie legte und sie wiederum zu seinem Zimmer führte. Aber immerhin hatte sie es erneut geschafft, Sanjis ohnehin schon verbrannte Haut vor diesem Monster zu retten. Während er in seiner Tasche nach dem richtigen Schlüssel für seine goldene Tür suchte, überlegte sie angestrengt, was sie jetzt tun sollte. Was er gestern mit ihr gemacht hatte, war ihr nicht gut bekommen. Sie hatte die Schmerzen noch immer nicht vollständig überwunden und wenn er das Ganze jetzt noch einmal wiederholen sollte, glaubte sie nicht, dass sie das noch lange mitmachen konnte. Schließlich gelang es ihm doch noch die Tür zu öffnen, woraufhin er ihre Hand packte und sie hinter sich herzog. Mia verstand nicht, wozu er eigentlich so ein riesiges, bequemes Bett hatte, wenn er sie doch jedes Mal gegen die Wand stieß um sich an ihr zu vergehen. Gierig wanderten seine Hände ihren Hals hinab, wobei ihm die Flecken auffielen, für die er selbst verantwortlich war. Er kicherte kurz. Als sie ihn fragend ansah, sagte er lachend: "Siehst du, ich habe es dir doch gleich gesagt. Es war wirklich nur eine Frage der Zeit, bis du dich in mich verlieben würdest. Und nachdem ich dir gestern gezeigt habe, was ich wirklich drauf habe und wir so eine wundervolle Nacht verbracht haben..." Jetzt konnte Mia einfach nicht mehr zuhören. "Was bildest du dir eigentlich ein?" zischte sie ihm wütend zu. "Eine wundervolle Nacht? Von wegen! Erst missbrauchst du mich kaltblütig, ohne auch nur im Geringsten auf meine Gefühle zu achten und dann lässt du mich einfach auf dem Boden liegen! Dir ist doch völlig egal, ob du mich verletzt hast oder ob ich das alles überhaupt wollte! Du bist so ein mieses Schwein!" Enels Kinnlade fiel herunter. Er brauchte eine Weile, um sich wieder einigermaßen zu fangen, doch dann kam das große Donnerwetter. "Sag mal, wie redest du mit mir?!" fuhr er sie an. "Du dreckige kleine Schlampe (sorry für den Ausdruck XD) wagst es, mir sowas an den Kopf zu werfen?! Ich hätte mir gleich denken sollen, dass du ohne eine ordentliche Strafe nicht zu gebrauchen wärst! Dafür wirst du jetzt bezahlen!" Bevor er ihr allerdings einen anständigen Stromschlag verpassen konnte, hatte sie sich von ihm losgerissen und war zur Tür gelaufen. "Bleib sofort stehen!" befahl er und folgte ihr rasend vor Wut. Zum Glück gelang es Mia relativ schnell die schwere Tür zu öffnen und hindurchzuschlüpfen. Aber sie hatte kaum den ersten Gang durchquert, als er sie einholte und zu Boden warf. "Jetzt habe ich dich!" fauchte er gefährlich und beugte sich über sie. "Lass mich los!" schrie sie ihn an und versuchte verzweifelt ihn von sich wegzustoßen, aber er ließ sich nicht abschütteln. Seine Hände hatten den Weg zu ihrer Kehle gefunden und drückten fest zu. "Jetzt bekommst du, was du verdienst!" hauchte er ihr zu. Seine Augen waren nur dunkle Schlitze. Mia sah in Gedanken schon ihr ganzes Leben an sich vorbeiziehen, als ihre Augen auf einen Gegenstand fielen, der ganz in ihrer Nähe stand. Reflexartig griff sie danach und schlug ihn Enel mit voller Wucht gegen den Kopf. Es gab ein lautes Scheppern und hunderte von Scherben, die auf und neben Mia landeten, sie jedoch nicht verletzten. Erschrocken richtete sie sich auf und blickte auf Enel herab, der nun bewusstlos vor ihr lag. Ein kleines rotes Rinnsal bildete sich an seiner Schläfe und tropfte kaum merklich zu Boden. Sie war sich absolut sicher, dass er noch am Leben war und wollte sich schon umdrehen und loslaufen, als ihr plötzlich eine Idee kam. So eine Chance würde sie nie wieder bekommen! Über kurz oder lang würde Enel wieder aufwachen und sie endgültig erledigen, wenn sie jetzt nicht Sanji befreite und mit ihm flüchtete. Zitternd und sich immer wieder hektisch umblickend kniete sie sich zu ihm nieder und machte sich daran, seine Hosentaschen zu durchwühlen. Alles, was Ähnlichkeit mit dem Schlüssel zu Sanjis Raum und seinem Käfig hatte, nahm sie heraus und machte sich damit auf den Weg zu dem Verletzten. Allerdings kannte sie sich in diesem Schloss immer noch nicht richtig aus und da sie auch noch ständig fürchtete, einem der Gotteskrieger zu begegnen, dauerte es ewig, bis sie endlich die besagte Tür fand. Keuchend probierte sie, ob sie vielleicht noch offen war. Aber irgendeiner von Enels Dienern musste sie vorhin wieder abgeschlossen haben, nachdem dieser mit ihr verschwunden war. ,Verdammt! Warum müssen die alles immer so furchtbar genau nehmen?!' fluchte sie innerlich. Bibbernd vor Angst wählte sie einen der Schlüssel und steckte ihn ins Schloss, aber er ließ sich nicht herumdrehen. Auch der zweite passte nicht. Und der dritte ebenso wenig...
Diesmal habe ich euch gleich mehrere Kapitel hochgeladen, weil ich mich in letzter Zeit ziemlich beim Schreiben beeilt habe. Bevor ich die letzten Kapitel schreibe, fahre ich allerdings erstmal fünf Tage an die Ostsee. Ob ich die FF danach fertig kriege, weiß ich noch nicht, weil ich dann nach ein paar Tagen Urlaub an der Nordsee mache XD Aber letztes Jahr war ich die ganzen Ferien über zu Hause, das habe ich mir jetzt verdient!^^ Und ich verspreche euch, sobald ich wieder zu Hause bin, kriegt ihr die restlichen Kapitel!
Opfer für die Liebe
Endlich hörte Mia ein vielversprechendes Klicken und zog den schweren, silbernen Schlüssel aus dem Schlüsselloch. Sie hatte mindestens ein dutzend anderer Schlüssel durchprobiert, bis sie ihn schließlich gefunden hatte. Es war der vorletzte. Sie war unheimlich erleichtert, als sie die Klinke herunterdrückte und die Tür tatsächlich aufglitt. Während der letzten paar Minuten war sie kurz davor gewesen, vor Aufregung einen Herzinfarkt zu bekommen. Dass ihr das Korsett auch wesentlich das Atmen erschwerte, hatte sie noch zusätzlich belastet. Jetzt schnappte sie angestrengt nach Luft, sammelte die Schlüssel zusammen und betrat den Raum. Sanji hockte noch immer missmutig auf dem Boden und schien tief in Gedanken versunken zu sein. Er scherte sich nicht groß darum, dass jemand in den Raum gekommen war, da er fest damit rechtnete, dass ihm lediglich einer von Enels Gefolgsleuten sein spärliches Abendessen bringen würde. Als Mia ihn jedoch vorsichtig ansprach, schreckte er auf und blickte sich hektisch um. "Mia? Was machst du denn hier? Darfst du.. Hat er... Was ist geschehen?" stotterte er. Sie legte einen Finger auf die Lippen und bedeutete ihm still zu sein. "Ich erklär dir alles später, aber jetzt müssen wir uns beeilen. Ich habe die Schlüssel. Wenn wir jetzt nicht verschwinden, schaffen wir es nicht mehr." berichtete sie ihm flüchtig, während sie konzentriert versuchte, die Tür zum Käfig aufzukriegen. Dieses Mal war bereits der dritte Schlüssel der richtige. Sanji konnte noch gar nicht fassen, dass er sich endlich wieder frei bewegen konnte. Unsicher stellte er sich hin und streckte seine Glieder in alle Richtungen aus. "Ach, ist das schön!" schwärmte er verträumt und schloss genießerisch die Augen. Als Mia ihn daran erinnern wollte, dass sie sich schnellstmöglich aus dem Staub machen sollten, schloss er erstmal fest die Arme um sie und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. "Tut mir leid." meinte er etwas später. "Aber ich konnte einfach nicht anders. Ich habe mich so lange danach gesehnt..." Mia verstand genau, was er sagen wollte. Aber sie mussten sich jetzt wirklich beeilen. Sie ergriff seine Hand, wobei sie beiläufig bemerkte, dass seine Haut schon um Einiges besser aussah. Eigentlich mehr als merkwürdig, wie sie unter diesen Umständen hatte heilen können. Sobald er ein paar Schritte gemacht hatte und sich sicher war, sich auch für längere Zeit auf den Beinen halten zu können, führte sie ihn langsam zur Tür und spähte hinaus. "Niemand da..." flüsterte sie. "Los, gehen wir!" Sie trat hinaus auf den Korridor und versuchte angestrengt, sich an den richtigen Weg zum großen Eingangsportal zu erinnern. Auch wenn sie sich bis jetzt noch nicht vorstellen konnte, wie sie es überhaupt öffnen sollten. Glücklicherweise konnte sie sich noch halbwegs entsinnen, wo sie am ersten Abend langgegangen waren und sie gelangten schon nach kurzer Zeit in die Eingangshalle. "Sag mal, was hast du da eigentlich an?" fragte Sanji, dem jetzt erst das komische goldene Kleidungsstück aufgefallen war, dass Mia trug. Er strich kurz mit dem Finger darüber und ihm klappte der Mund auf, als er merkte, dass es aus reinem Gold gemacht war. "Das ist ja..." "Das ist doch jetzt egal!" sagte Mia bestimmt und zerrte ihn weiter. Jetzt standen sie vor dem großen eisernen Tor. "Ich verstehe das nicht..." murmelte sie leise. "Was?" "Sieh dich doch mal um! Hier ist keine einzige Wache zu sehen. Das ist doch seltsam... Ich habe ein schlechtes Gefühl." Sanji konnte ihre Sorge nicht ganz nachvollziehen. Es war doch super, dass niemand von diesen dämlichen Kriegern in der Nähe war. So konnten sie sogar kampflos verschwinden. Denn auch, wenn es ihm wieder besser ging, war er sich nicht sicher, ob er es allein mit einer ganzen Meute von diesen Kerlen aufnehmen konnte. Unsicher ging Mia zu einem der übergroßen Türgriffe und wollte ihn mit den Händen nach unten ziehen. Aber kaum hatte sie ihn berührt, war ein lautes Knarren zu hören. Beide Türflügel erzitterten leicht und schwangen plötzlich wie von selbst ganz gemächlich auf. Irgendwie fand Mia das Ganze schon ein bisschen zu einfach. Aber sich hier noch länger als nötig aufzuhalten, wäre sicher auch keine gute Idee gewesen. Sanji war ihr bereits von sich aus gefolgt und zusammen schritten sie über die riesige Schwelle, als plötzlich...
"Keinen Schritt weiter!" Mia hatte es die ganze Zeit geahnt, aber dennoch kniff sie ängstlich die Augen zusammen. ,Verdammt nochmal! Können wir nicht einmal in unserem Leben einfach nur Glück haben?' Widerwillig drehte sie sich zeitgleich mit Sanji um. Da stand er, mit wutverzerrtem Gesicht. Ein dicker Verband lugte unter seiner weißen Kappe hervor, ließ ihn jedoch nicht weniger furchterregend aussehen. Alles Blut schien vor Zorn aus seinen Adern verschwunden zu sein, seine Augen hatten sich verdunkelt und seine Hände zitterten vor Rachedurst. "Ich habe endgültig genug von euch! Das ist euer Ende!" Kreischend kam er auf sie zugerannt, mit mindestens hundert seiner Gotteskrieger im Schlepptau. "Dreißig Millionen Volt Entladung!" Mia war nicht imstande sich auch nur um einen Zentimeter von der Stelle zu bewegen. Sie hatte die Augen weit aufgerissen und konnte nichts anderes tun als darauf zu warten, dass der gleißende Lichtblitz, der aus Enels Körper geschossen war, sie letztendlich treffen würde. Aber wieder einmal hatte sie Sanji völlig vergessen. Er war nicht untätig stehen geblieben, sondern hatte sich heldenhaft auf Mia geworfen, wodurch beide zwar ziemlich unsanft, aber immerhin unverletzt auf dem Boden aufschlugen. Enels Blitz schlug unterdessen auf demselbigen auf und es entstanden mehrere kleine Blitze, die wild umherschossen und gegen die Wände des Palastes geschleudert worden. Sanji legte sich schützend über Mia und wartete, bis sich die Dunkelheit der Nacht erneut über sie legte. "Ist alles in Ordnung?" fragte er sie schwach. Sie nickte und richtete sich wieder auf. Aber Enel war nur noch wütender geworden. Genauer gesagt war er kurz vorm Durchdrehen. "Ihr widerliches Ungeziefer!" schrie er sie an. "Ihr seid ja schwerer zu töten als eine Horde Kakerlaken! Sterbt endlich oder ich vergesse mich!" Er konnte es einfach nicht ertragen, dass jemand nicht das tat, was er verlangte. Wie konnten diese beiden Menschen es wagen, sich ihm zu widersetzen? Das konnte und durfte er nicht dulden, wenn er weiter über diese Insel herrschen wollte. Mehrere seiner Diener musterten ihn bereits mit ängstlichen Blicken. Sie wussten, dass Enel nicht zögern würde und bereit war alles zu töten, was sich in seiner Reichweite befand. Während Mia Sanji noch dabei half aufzustehen, setzte er zu einem neuen Angriff an. Mia fühlte den Boden unter ihren Füßen erzittern, als die nächste Entladung mit Lichtgeschwindigkeit auf sie zukam. Aber Sanji stieß sie wiederum zur Seite und der Blitz schnellte zwischen ihnen hindurch. Sie drehte sich erleichtert zur Seite und wollte sich bei ihm bedanken und ihn dazu bewegen, so schnell wie möglich einfach wegzulaufen. Doch durch seine überstürzte Aktion stolperte Sanji über einen Stein, der halb im Boden vergraben war und verlor das Gleichgewicht. Bevor Mia es verhindern konnte, war er auf den Boden gesunken und blickte mit schmerzverzerrtem Gesicht zu ihr auf, während er sich seinen Knöchel hielt, den er scheinbar beim Sturz verletzt hatte. Im selben Moment flackerten Enels Augen hungrig auf. Jetzt war die Gelegenheit! Er richtete seine Hand genau auf Sanji, öffnete den Mund und rief mit ohrenbetäubender Stimme: "Hundert Millionen Volt Entladung!!!"
Alles passierte unglaublich schnell. Und doch erlebte Sanji das Geschehen wie in Zeitlupe. Er wusste, dass es zu spät war um aufzuspringen und dem Stromschlag zu entgehen und schaffte es gerade noch, sich schützend die Arme vors Gesicht zu halten, ließ diese aber gleich wieder sinken. Denn was er sah, raubte ihm schier den Atem. "Nein!" kam es trostlos aus seinem Mund. "MIA! NEEEEIIIIIIN!" So wie er es bei ihrer ersten Begegnung mit Enel getan hatte, hatte Mia sich dieses Mal von ihren Gefühlen leiten lassen, innerhalb von Millisekunden reagiert und sich mitten in den Blitzstrahl geworfen, um Sanji davor zu bewahren. Aber mit hundert Millionen Volt war wirklich nicht zu spaßen. Mia konnte nicht sagen, was passiert war. Sie merkte nur, wie sie von einem unvorstellbar heftigen Schlag getroffen wurde, wie enorme Hitze durch all ihre Glieder flutete und sie plötzlich ihren Körper nicht mehr spüren konnte. Sie hatte keine Kontrolle mehr über das, was sie tat und stürzte lautlos zu Boden. Bevor sie allerdings darauf aufschlug, hatte Sanji sie aufgefangen. Kein Laut kam über seine Lippen. Voller Entsetzen starrte er auf ihr Gesicht, gar nicht in der Lage, einen Blick auf ihren Körper zu werfen. Ihre Augen waren geöffnet, aber sie blickten ins Leere und Sanji war für einen Moment lang fest davon überzeugt, dass sie nie wieder aufleuchten und ihn ansehen würden. Er wusste nicht, was er tun sollte. Schreien? Weinen? Das war nicht annähernd genug. Zitternd drückte er ihren noch immer glühenden Körper an sich und neigte sich über ihr Gesicht. "Mia!" rief er sie mit heiserer Stimme. "Bitte! Tu mir das nicht an! Ich brauche dich doch!" Keine Antwort. Unendliche Panik stieg in ihm auf und ihm war, als würde sein Herz gleich zerspringen. Immer wieder nannte er ihren Namen und begann sie leicht zu schütteln, aber sie rührte sich immer noch nicht. Schließlich traten doch die ersten Tränen aus seinen geröteten Augen und landeten auf ihren Wangen. "Wieso hast du das getan?" schluchzte er verzweifelt. "Weil ich dich liebe..." hörte er plötzlich eine sanfte Stimme. Er meinte erst, es sich nur eingebildet zu haben, weil er es sich so sehr gewünscht hatte. Aber dann bemerkte er, wie ihr Körper sich leicht anspannte und sah ungläubig zu, wie die strahlenden blaungrünen Augen sich bewegten und sein Gesicht wiederspiegelten. "Ich wollte... dich auch mal beschützen... wenigstens dieses eine Mal..." sagte sie kraftlos, bevor ihre Lider zufielen und ihre Züge sich entspannten.
Sanji fehlten die Worte. Er war hin- und hergerissen zwischen unglaublicher Freude und Erleichterung, dass sie noch am Leben war und Bestürzung, dass er nicht wusste, ob sie noch immer in Lebensgefahr schwebte oder nicht. Aber ganz gleich wie es um sie stand, ihm war klar, dass er so schnell wie möglich hier verschwinden und dafür sorgen musste, dass sie von Chopper behandelt wurde. Denn selbst wenn sie nicht sterben würde, konnte sie immer noch schwere Schäden davontragen. Schweren Herzens wandte Sanji sich von ihrem Gesicht ab und blieb mit den Augen an Enel haften, der das selbe bei ihm tat. Zum Glück war er zu weit weg gewesen, um zu sehen, dass Mia noch mit Sanji gesprochen hatte. Er hielt sie für tot und war dementsprechend zufrieden mit sich selbst. Ein dreckiges Grinsen umspielte sein Gesicht, was rasende Wut in Sanji hochkochen ließ. Im Bruchteil einer Sekunde stand er, Mia in seinen Armen haltend, auf und stellte sich ihm entgegen. Bevor der sadistische Gott aber noch mit dem kleinen Finger zucken konnte, trat Sanji, den Schmerz in seinem Knöchel gänzlich missachtend, mit voller Wucht gegen einen der beiden riesigen Türflügel, woraufhin beide krachend zufielen. Ohne sich einmal umzublicken machte Sanji auf der Stelle kehrt und stürmte schnell wie der Wind über die Lichtung, mitten in den Wald hinein - nur weg von hier! Er spürte keinen Zorn und keine Schmerzen mehr, nur ein einziger Gedanke war ihm geblieben: die Sorge um Mia. Er würde immer weiter rennen, bis er die Flying Lamb gefunden hatte. Bis dahin würde er auf keinen Fall stehen bleiben, selbst, wenn er vor Erschöpfung fast zusammenbrach. Nicht einmal diese bescheuerte Riesenschlange würde ihn jetzt dazu bringen anzuhalten. Nein, wirklich nichts, außer... "Hey, Sanji!" Schlitternd kam Sanji zum Stehen und suchte verblüfft nach der Person, die ihn gerade gerufen hatte. Sie hatte verdammt nach seinem Käpt'n geklungen. ,Oh bitte, lass es Ruffy sein!' betete er innerlich. Sein Gesicht hellte sich auf, als er hinter einer Gruppe von Bäumen nicht nur ihn, sondern auch den Rest seiner Bande erblickte. Er hätte vor Freude am liebsten Luftsprünge gemacht, aber dies war jetzt wohl nicht der richtige Moment dafür... Kaum waren sie etwas näher gekommen, wanderten ihre Augen entsetzt zu Mia und fixierten ihr ausdrucksloses Gesicht und ihre verbrannte Haut. "Was ist denn mit euch passiert?" fragte Lysop erschrocken, der als erstes die Worte wiederfand. Sanji hatte keine Ahnung, wie er das jetzt erklären sollte. "Da war so ein Dreckskerl, der von einer Teufelsfrucht gegessen hat. Er hat Mia schwer verletzt. Chopper, du musst dich sofort um sie kümmern, bitte!" Der Schiffsarzt nickte zustimmend und war sofort zum Gehen bereit. Da Nami sich auch noch anbot, sie trotz der Dunkelheit gleich zum Schiff zurückzubringen, wollte Sanji schon wieder loslaufen, doch Ruffy hielt ihn auf. "Warte mal! Wo ist der Typ, der euch das angetan hat?" "Genau, das würde mich auch interessieren." stimmte Zorro ihm zu. Sanji deutete hastig in die Richtung, aus der er gekommen war. "Da entlang. Wenn ich mich nicht ganz und gar irre, dürfte er schon auf dem Weg hierher sein." "Gut!" Mit Zorro und einem bibbernden Lysop hinter sich machte Ruffy sich sofort auf den Weg um es dem unbekannten Feind heimzuzahlen, während Nami, Sanji und Chopper so schnell sie konnten zum Schiff zurückeilten. Dort angekommen, brachte Sanji seine verwundete Freundin in ihre Kajüte und wartete zusammen mit Nami ungeduldig darauf, dass Chopper mit seinem Arztkoffer zurückkehrte.
"Was ist das denn für ein Ding?" fragte der kleine Arzt erschrocken, als er Mias Oberkörper betrachtete. Nami bekam runde Augen. "Ist das... etwa Gold? Wo hat sie das her?" "Das ist doch egal!" sagte Chopper bestimmt. Aber wir müssen das Teil dringend abmachen, sonst kann ich sie nicht verarzten!" Nach mehreren qualvollen Minuten, in der alle drei angestrengt versuchten, den Verschluss auf ihrem Rücken zu öffnen und Sanji schon beinahe wimmerte vor Verzweiflung, kam Nami eine Idee. Sie ging zu einem ihrer Schränke und suchte eine Haarnadel heraus. "Mal sehen, ob ich das noch kann..." murmelte sie leise. Zur Begeisterung der beiden Jungs schaffte sie es schon nach wenigen Sekunden, das Schloss aufspringen zu lassen und Mia das Korsett abzunehmen. Obwohl sie sich sehr dafür interessierte, legte sie es vorerst zur Seite und beobachtete statt dessen Sanji, der sich nervös auf die Unterlippe biss. "Was ist? Wird sie wieder gesund?" fragte er fünf Minuten später angespannt, als Chopper angefangen hatte Mia zu untersuchen. "Das kann ich noch nicht sagen." gab dieser kleinlaut zurück. Am besten, du gehst raus und beruhigst dich ein bisschen. Ich brauche volle Konzentration, damit ich keine Fehler mache." "Komm, Sanji!" wies Nami den Smutje an, als dieser gerade protestieren wollte. "Es wird dir gut tun. Du kannst ihr im Moment wirklich nicht helfen." Widerwillig ließ er sich von ihr nach draußen führen, blieb aber auf der Treppe zum Mädchenzimmer sitzen und sank mit dem Gesicht auf seine Handflächen. Nami legte ihm besorgt die Hand auf die Schulter und ließ sich neben ihm auf der Treppenstufe nieder. "Es ist alles meine Schuld!" schluchzte er plötzlich und brach lauthals in Tränen aus. Nami war ziemlich ratlos. Sie wollte ihn gern beruhigen und ihm wieder Mut machen, aber wie? Immerhin war sie sich selbst nicht sicher, wie es im Moment um Mia stand. Sie hatte wirklich nicht besonders gut ausgesehen... Schließlich legte sie vorsichtig den Arm auf seinen Rücken und versuchte ihn zu trösten. "Sanji, hör auf zu weinen! Du musst jetzt fest an Mia glauben! Ich bin mir ganz sicher, dass sie wieder gesund wird. Du weißt doch, wie stark sie ist. Sie wird es schaffen! Hörst du?" Sanji nickte beklommen und wischte sich übers Gesicht. "Ja, du hast Recht. Wenn ich hier rumheule, hilft ihr das auch nicht." "Genau. Sag mal, was ist eigentlich in den letzten Tagen passiert? Ihr wart fast eine ganze Woche lang da draußen. Wo seid ihr gewesen? Und was ist das für ein Typ, der Mia das angetan hat?" "Tja also, das ist echt eine lange Geschichte..." "Bitte erzähl doch!" bat Nami ihn, in der Hoffnung, dass ihn das etwas von seinen Sorgen ablenken würde. "Na gut..." So begann Sanji ihr die Ereignisse der letzten Tage zu beschreiben und schilderte ihr aus seiner Sicht, was ihnen zugestoßen war. Er endete damit, dass er mit Mia auf dem Arm davongelaufen und dann auf ihre Crew gestoßen war. Dann schwieg er und blickte schwermütig zu Nami auf. Sie schien allerdings geradezu unter Schock zu stehen. Das, was die beiden in so kurzer Zeit alles mitmachen mussten, hörte sich ja schlimmer an als eine Szene aus einem Horrorfilm. Sie wollte ihm gerade sagen, wie leid ihr das alles tat, als ein paar lamentierende Stimmen zu vernehmen waren, die sich ihnen rasch näherten. Ein paar Sekunden später tauchten Ruffy, Zorro und Lysop vor ihnen auf, die zwar ein wenig mitgenommen, aber alle recht zufrieden mit sich aussahen. "Hey, ihr seid ja schon zurück!" rief Nami überrascht. "Habt ihr den Kerl schon erledigt?" "Klar!" antwortete Lysop. "Ich habe ihn ganz allein..." "Lysop!" "Jaja, schon gut..." murmelte er und verzog das Gesicht. "Ruffy hat ihm gezeigt, wo der Hammer hängt. Der Typ hat ständig versucht, uns mit Stromschlägen anzugreifen, aber die haben Ruffy irgendwie gar nichts ausgemacht." "Er ist ja auch aus Gummi und das leitet keinen Strom..." antwortete Nami wissend. "Naja, Zorro und ich haben jedenfalls den Rest erledigt." fuhr Lysop fort. "Wir haben herausgefunden, dass dieser komische Enel der Boss von den vier Priester-Heinis ist." erklärte diesmal der Schwertkämpfer. "Ach, du meinst diese vier Typen, die du schon am ersten Tag erledigt hattest?" wollte Nami wissen. "Ja, genau die. Alles ziemliche Schwächlinge, wenn du mich fragst..." "Und wie geht es Mia?" erkundigte sich der Käpt'n leicht besorgt. "Tja, das wissen wir auch nicht so genau. Chopper meinte, dass er absolute Ruhe braucht und bis jetzt hat sich noch nichts verändert. Aber ich halte es für das Beste, wenn wir so schnell wie möglich ablegen. Proviant haben wir ja jetzt." "Gut! Leinen los, Leute!" Nami wandte sich noch einmal zu Sanji um und sprach ihm erneut ein wenig Mut zu. Dann verschwand sie mit den anderen Jungs aufs Deck. Kaum hatten sie die Segel gesetzt und das Schiff die Insel verlassen, zog sie sich mit Zorro unbemerkt in den Orangengarten zurück, wo er die Arme um sie legte und sie sich leidenschaftlich küssten...
Sanji wartete unterdessen immer noch mit klopfendem Herzen vor der Tür zum Mädchenschlafsaal. Immer wieder malte er sich ungewollt aus, wie es sein würde, wenn Chopper jetzt dort heraustrat und ihm sagte, dass er alles gegeben hatte, aber Mia nicht mehr zu retten war. Jedes Mal wenn ihm dieser Gedanke kam, wollte er am liebsten seinen Kopf hundertmal gegen die Wand schlagen und sich die Haare raufen, aber er konnte sich noch gerade so zusammenreißen. Dennoch zitterte sein ganzer Körper so sehr vor Furcht und Anspannung, dass er nicht mehr ruhig sitzen bleiben konnte. Jetzt hätte er gut eine Zigarette gebrauchen können, aber wo war eigentlich seine Jacke? Achja, sie musste noch irgendwo in der Nähe dieser Höhle liegen, in der Mia mit ihm Zuflucht gesucht hatte. Sie hatte sich so fürsorglich um ihn gekümmert... Und was tat er? Er saß hier draußen herum und hoffte, dass Chopper das schon wieder in Ordnung bringen würde. ,Sanji, du bist erbärmlich!' sagte er zu sich selbst und vergrub seine Stirn in seiner Hand. So fand ihn auch der kleine Elch vor, als er nach einer weiteren halben Stunde unruhig aus dem Mädchenzimmer trat. "Sanji...?" fragte er mit bebender Stimme.
(Theoretisch hätte ich ja jetzt Schluss machen können mit diesem Kapitel, aber ich dachte nö...)
Der Angesprochene sprang sofort auf und packte Chopper voller Aufregung fest an den Schultern, der daraufhin traurig zu ihm aufsah. "Sag schon! Wie geht es ihr!" Der Schiffsarzt blickte ihn weiterhin mit unergründlichen Augen an, aber dann zog sein Mund sich zu einem Grinsen. "Ganz gut. Sie hat es überstanden..." "Wirklich?" Sanji umarmte den kleinen Elch vor Freude. Er hätte vor Glück sterben können! Chopper bestätigte seine Worte noch einmal mit einem kräftigen Nicken und klopfte Sanji ein wenig zaghaft auf den Rücken. "Kann ich zu ihr?" wollte dieser gespannt wissen. "Ja, meinetwegen. Aber weck sie nicht auf! Es ist besser für sie, wenn sie noch eine Weile schläft." Daraufhin schlich Sanji lautlos, aber dennoch überglücklich in die Mädchenkajüte und hockte sich neben Mias Bett auf den Boden, sodass er auf gleicher Höhe mit ihr war und sie still betrachten konnte. Ihr Gesicht war selbst jetzt noch kreideweiß, ihre Haut unter zahllosen Pflastern und dünnen Binden versteckt und eine ihrer Hände hing kraftlos vom Bett herab. Sanji hob sie behutsam an, küsste sie sanft und legte sie an Mias Seite, bevor er liebevoll die Decke darüber zog. Dann glitten seine eigenen Hände zu ihrer Stirn und fuhren ihr leicht durchs Haar. Vielleicht bildete er es sich nur ein, aber er glaubte, ein schwaches Lächeln auf ihren Lippen zu erkennen. Doch auch sie waren durch den starken Blitzschlag etwas bläulich und aufgerissen. Sanji seufzte leise, während er trübsinnig über ihre Wange strich. Mia sah wirklich sehr erschöpft aus. Aber er konnte es ihr nicht verdenken. Er war ziemlich froh, dass er jetzt keinen Spiegel vor sich hatte. Wahrscheinlich sah er aus wie der Tod auf Latschen. Auch Chopper, der eine Weile stumm neben ihm gestanden hatte, war so ungefähr dieser Ansicht. "Vielleicht wäre es gut, wenn du dich auch erstmal aufs Ohr haust, Sanji." meinte er zu ihm. "Aber zuerst kümmere ich mich noch um deine Wunden, die sehen auch nicht besonders toll aus."
Hurra ich habs geschafft! Jetzt darf ich endlich mein Lieblingskapitel schreiben! Ich werde mir ganz, ganz viel Mühe damit geben. Es soll nämlich wirklich toll werden *davon ewig schwärmen könnte* Naja, wie ich mich kenne, wird es wieder nur halb so gut, wie ich es mir wünschen würde. Aber wir werden ja sehen... Ich hoffe, es hat euch bis jetzt gefallen und es gefällt euch auch weiterhin^^° Allerdings müsst ihr noch warten, bis ich von der Nordsee zurück bin. Und das dauert leider noch...
Wenn ihr irgendwelche Fragen bezüglich dieses Kapitels habt (da sich ja nun leider herausgestellt hat, dass es adult ist *hust*), schickt mir bitte eine ENS oder schreibt einen Kommi und sehe, was ich tun kann.
Endlich vereint
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Win-win-Situation
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]