Erfüllter Wunsch
Prolog
Erfüllter Wunsch
Laute Musik dröhnt durch die angesagte Diskothek der Hansestadt Rostock. Drei junge Frauen durchqueren diese gutgelaunt. Es ist unheimlich voll und der Körperkontakt mit anderen ist teilweise nicht zu vermeiden. Am Rand der Tanzfläche stehen drei junge Männer, die sich fröhlich unterhalten.
„Das ist mein Lieblingslied. Kommt tanzen!“, fordert eine der Frauen ihre Freundinnen auf und zieht eine von ihnen hinter sich her. Plötzlich kommen sie an den Männern vorbei. In diesem Moment wird die Zweite angerempelt und landet direkt in den starken Armen einer dieser Männer. Ihre Herzen schlagen, als würden sie einander kennen. Sie sehen sich in die Augen.
‚Mir ist plötzlich so, als würden wir uns kennen. Warum? Was ist das?‘, geht beiden in diesem Moment durch den Kopf.
‚Seine Wärme...so vertraut.‘
‚Ihr Duft...so vertraut.‘ Sie sehen sich kurz in die Augen. Sofort wird sie von ihm weggerissen.
„Hey, du sollst hier keine Typen anmachen...wir sind nur zum Tanzen hier.“, wird sie von ihrer Freundin auf die Tanzfläche gezerrt. Sie sieht ihm nach, auch sein Blick weicht nicht von ihr.
„Wow, die war ja süß. Warum ist sie nicht in meine Arme gefallen?“, äußert einer der Männer zu ihm, aber er registriert es gar nicht. Starr blickt er auf die Tanzfläche. Sie steht anfangs nur da und vernimmt keinesfalls den Beat der Musik, weil sie noch immer mit den Gedanken bei ihm ist. Ihr Rücken wird von ihm genau gemustert. Das weiße bauchfreie Oberteil zeichnet mehr als nur ihre wohl geformte Figur ab und die lichte schwarze Hose verdeutlicht ihren runden Po.
„Er schaut her. Kennst du ihn? Der sieht echt sexy aus.“, wird sie aus dem Traum gerissen.
„Äh...nein, keine Ahnung.“
‚Er schaut her? Seine Wärme eben...ich wollte gar nicht mehr gehen. Was ist das nur, was mich plötzlich an ihn bindet? Ich habe ihn noch nie gesehen. Ich kenne diesen Mann überhaupt nicht. Aber er erinnert mich an etwas...etwas, das schon lange zurück liegt.‘
‚Sie ist sehr hübsch. Diese Frau...sie erinnert mich an etwas...etwas, dass sehr lange zurück liegt.‘ Plötzlich dreht sie sich zu ihm um. Ihre Blicke treffen sich erneut, neugierig und fragend.
‚Nanu? Sie schaut sich um? Was mag sie denken? Dieser Blick von vorhin. Es war besonders.‘ Er lächelt ihr zu. Sofort dreht sie den Kopf weg und starrt verwirrt in das Gesicht der Freundin.
„Was hast du? Der scheint doch sehr nett zu sein? Aber er ist sicher etwas älter als wir. Wie 20 wirkt er nicht mehr.“ Verwirrt antwortet sie nur, dass sie mal für kleine Mädchen müsse und schlängelt sich durch die tanzende Menge.
‚Ich brauche Luft. Irgendetwas stimmt hier nicht. Warum erinnert er mich an ihn?‘ Er stellt entschlossen sein Glas ab und folgt ihr durch die Menschenmasse.
‚Hier stimmt etwas nicht. Warum muss ich bei ihr jetzt an sie denken? Si eist doch viel zu jung? Das muss ich klären, vielleicht ist damals was schiefgelaufen?‘
Auf dem Flur ist es ruhiger. Sie lehnt sich an die Wand, um tief Luft zu holen. ‚Ohman. Wer ist das? Sie hat Recht. Er muss älter sein als ich, deutlich älter. Das kann doch gar nicht sein. Er war zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens 6 Jahre jünger als ich.‘ Sie schließt die Augen. Vor ihr erscheint ein sehr junger großer Mann mit einem schwarzen Kampfanzug und einer blauen Weste bekleidet. Er hat hell-lilafarbene Haare, liebvolles Lächeln. Auf dem Rücken trägt er ein großes Schwert. Seine blauen Augen sehen sie leidenschaftlich an. Er lächelt. Plötzlich erscheint ein riesiger grüner Drache am Himmel; aus Tag wird Nacht und sie kann seine warme große Hand in ihrer spüren.
‚Ja genau...genau diese Wärme war das vorhin. Ob er seine Seele bekommen hat? Der Wunsch ist ewig her...ich habe die Hoffnung schon aufgegeben. Fast habe ich sie aufgegeben. Aber er ist viel älter als ich, das ist doch sofort zu sehen. Das kann doch aber gar nicht sein. Aber…ob der Drache das Altersverhältnis verändert hatte?‘
In diesem Moment der Erinnerung betritt der junge Mann im schwarzen Hemd und schwarzer Jeans den Flurbereich. Sofort entdeckt er sie. Träumend lehnt sie an der Wand und hat ihre Augen geschlossen und die Arme nachdenklich verschränkt.
‚Ob sie es ist? Sie sieht ihr äußerlich sehr ähnlich. Sie ist sehr hübsch. Das ist so ewig her...gut neun Jahre lang…egal...ich muss es wissen.‘ Also geht er entschlossen auf sie zu. Mehr als, dass sie die Falsche ist und ihn abweist oder verarscht, kann doch nicht passieren? Aber diesmal wird er vorsichtiger sein, verarschen lassen tut er sich bestimmt nie wieder. Nun steht er direkt vor ihr und schaut zu ihr herab.
„Denkst du an etwas Schönes?“, spricht er sanft und lächelt freundlich. Sie reißt die Augen auf und beide blicken sich an. Ihre Herzen schlagen lauter.
‚Ihre Augen...ob sie es wirklich ist? Wie sehr sie leuchten, einfach wunderschön.‘
‚Er? Er ist mir einfach gefolgt? Seine Augen...die gleichen sanften blauen Augen wie er.‘
‚Ihr Duft...der gleiche Duft wie bei ihr.‘ Sie lächelt verdutzt.
‚Ja, an etwas Schönes.‘, bekommt sie nur verlegen heraus. Ihr Herz schlägt wie wild.
‚Nein...was mache ich hier überhaupt? Ob ich mich diesmal auch wieder irre?‘ „Darf ich dir einen Drink ausgeben?“, schlägt er vor.
„Gern.“
„Was möchtest du haben?“ Er hofft innerlich, dass sie einen Apfelsaft wünscht. Das wäre ein guter Hinweis.
„Apfelsaft bitte, ohne Eis.“, versucht sie locker zu sein.
„Wartest du hier, oder möchtest du lieber sitzen?“
„Ich warte hier und steh lieber, danke.“
„Okay.“ Somit geht er zum Tresen und bestellt zwei Drinks. Als er mit zwei Apfelsaftgläsern zurückkommt, hat sie ihre Arme nicht mehr verschränkt, steht gerade und lächelt zurückhaltend. Auf ihrem weißen Shirt ist eindeutig ein kleiner pinker Drache (optisch a la Shenlong) zu sehen. Der Drache lächelt. Der Mann, recht muskulös, gut 1,90 m groß, kurze schwarze Haare, blaue Augen, bleibt vor ihr stehen uns lächelt sie an.
„Bitte lass es dir schmecken.“
„Danke.“ Beide stoßen an.
„Auf die Musik.“, meint er. Sie zögert und sieht ins Glas.
‚Ich muss bescheuert sein, lass einen Fremden mein Getränk organisieren.‘
„Alles okay?“, wundert er sich und setzt ebenso nicht an. Er sieht sie nur überrascht an.
‚Sie zögert? Hm.‘ Daraufhin schüttelt sie den Kopf.
„Ich muss bescheuert sein. Was ist, wenn du mir was reingetan hast? Ich hole mir meine Drinks in der Regel selbst und trinke so sofort aus. Dann kann keiner was reintun.“ Er schaut ernst.
„Du hast Recht. Eine dumme Idee von mir. Tut mir leid.“ Er nimmt ihr Glas und sein Glas und mischt die beiden Getränke.
„Besser? Wenn, dann falle ich jetzt auch um. Gesunde Vorsicht ist gut, du hast vollkommen Recht.“, grinst er und nimmt einen großen Schluck aus seinem Glas. Diesmal ist sie sich sicher. Er würde es nicht mischen können, wenn da was drin wäre. Es würde wirklich bei beiden wirken. Einen Moment wartet sie noch ab.
„Du zögerst immer noch?“ Dann verharrt sei in seinem Blick und kurz darauf schüttelt sie den Kopf und trinkt einen kleinen Schluck. Die Spannung zwischen ihnen steigt immer mehr an.
„Hübscher Drache. Magst du solche Fabelwesen?“, spricht er sie direkt auf ihr Shirt an. Er hofft eine bestimmte Antwort zu hören. Nur zu oft ist er zu übereifrig gewesen und stellte erst spät fest, dass es nicht die Frau war, die er sucht.
‚Ach meinen Drachen meint er. Spricht er mich jetzt darauf an, weil er es ist oder ist das Zufall?‘
„Auch wenn es sich jetzt kindisch anhört, aber, ich habe mir eines Tages etwas von einem Drachen gewünscht und seitdem trage ich immer etwas bei mir, was mit Drachen zu tun hat, damit es sich erfüllt.“, erklärt sie ehrlich. Verblüfft sieht er sie an.
‚Ist sie es etwa wirklich? Ist meine Suche endlich vorbei? Noch nie hat eine Frau gesagt, dass sie sich etwas von einem Drachen gewünscht hat und darauf wartet, dass es sich erfüllt.‘
‚Er hält mich für bekloppt, war ja klar. Er ist es also wieder nicht.‘ Enttäuscht atmet sie durch und schaut zu Boden.
„Lach mich ruhig aus, du wärst nicht der Erste.“ Ernst und verlangend stützt er plötzlich seine rechte Hand neben ihrem Kopf an der Wand ab und sieht sie direkt an. Krampfhaft hält sie das Glas fest und starrt in seine aufregenden Augen.
‚Was hat er vor?‘
„Vervollständige, wenn ich richtig liege…zu oft lag ich daneben.“, spricht er mit einem liebevollen Blick. Ihr Atem wird kurz und ihr Herz schlägt bis zum Anschlag. Dieser Mann ist so geheimnisvoll, so direkt und wahnsinnig anziehend. Verlegen und mit roten Wangen nickt sie nur. Sie kann seinen angenehmen Atem spüren.
„Gibt es eine Möglichkeit trotz der Reise in die Zukunft, dass wir einander weiter lieben können...in der realen Welt, wenn nicht hier? War das dein Wunsch, Chris?“, spricht er liebevoll und zitiert sich selbst. Total gedankenverloren starrt sie in seine blauen Augen. Sie kann einfach nicht glauben, was sie hört. Ein Traum...wie ein Traum. Woher weiß dieser Mann, was sie sich gewünscht hat und woher kennt er diesen Spitznamen?
„Das war nicht der Wunsch. Das…war nur die Frage. Dein Wunsch lautete:
Ich möchte, dass wir in der realen Welt einander lieben können.“ Sein Puls beginnt zu rasen, genau das war sein Wunsch. Damals, als sie mit ihren Freunden vor Shenlong standen und er seinen Wunsch äußerte, nachdem der Drache die Frage mit einem „Ja“ beantwortete. Er nimmt ihr das Glas ab und stellt beide einfach auf den Boden neben der Wand. Dann sieht er ihr tief in die Augen und beugt sich über sie. Jegliche Kraft weicht aus ihrem Körper, als er ihr Gesicht berührt und sie völlig überrascht leidenschaftlich küsst, nachdem sie seinen Namen, seinen „alten“ Namen flüsternd äußert.
„Tr...Trunks?“ Andere um sie herum schauen die beiden nur total verdutzt an. Doch sie registrieren es beide nicht. Es zählt nur noch der Kuss. Ein Kuss, auf den beide sehnsüchtig gewartet haben. Ein Kuss der so viele Erinnerungen weckt. Ein Kuss, der so viel Surreales plötzlich wieder real macht. Ein Kuss, der keine Zeit kennt. Seine Wärme strömt in ihren Körper, leidenschaftliche Lippen versetzen sie in ein unbeschreibliches Glück. Er ist sich absolut sicher seine Liebe gefunden zu haben und vergisst mit ihr zusammen völlig Raum und Zeit. Sein Körper schmiegt sich leidenschaftlich und verlangend an ihren und drückt sie sanft gegen die rote Samtstoffwand der Diskothek. In diesem Moment der Sinnlichkeit läuft ein Film voller Erinnerungen vor ihnen ab. Gemeinsame Erinnerungen an die Zeit in der sie sich kennen lernten. In einem fremden fernen Land voller Wunder und Märchen. Eine Zeit der Liebe, des Hasses, des Krieges, der Gewalt und der Sehnsucht. Eine Zeit, die von Anfang an keine Zukunft hatte, aber trotzdem eine Zeit, die voller Freude, Leid, Unendlichkeit, Hektik, tiefster Freundschaft und Hoffnung war. Beiden huschen Freudentränen über die Wangen.
‚Chris, du bist endlich wieder bei mir. Wie lange habe ich darauf gewartet? Ich kann dich endlich wieder in den Armen halten.‘
‚Trunks, du bist endlich wieder bei mir. Wie lange habe ich darauf gewartet? Ich kann endlich wieder deine Wärme spüren.‘ Er fasst ihren Rücken, als er merkt, dass sie versucht sich an ihm festzuhalten, weil sie das Gefühl hat den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Plötzlich unterbricht er und sieht sie wie verlangend an.
„Warum…Chris? Warum habe ich…dich die letzten 9 Jahre nicht gefunden?“ Sie sieht ihn dann wie entsetzt an.
„Wieso 9 Jahre? Es sind…doch erst zwei Jahre rum? Ich…ich bin jetzt 20.“, stottert sie sich zurecht. Er lässt sie etwas los und berührt nur ihre Wange.
„Wirklich? Ich bin schon 26. Was ist doch unlogisch. Dann ist ja kein Wunder, dass ich dich nie gefunden habe. Ich suche die ganze Zeit nach jemanden, die ein Jahr älter ist als ich.“
„Wie…heißt du jetzt? Ich bin Christa. Deswegen auch Chris.“
„Ich heiße Torsten.
Wollen wir raus hier? Ich ersticke hier drin.“ Sie nickt und er nimmt sie einfach fest entschlossen ihre Hand und beide verlassen auf dem kürzesten Weg die Diskothek.
Erinnerung Welten prallen aufeinander / Sehnsucht 2026
Kapitel 1
Erinnerung Welten prallen aufeinander / Sehnsucht
Alles begann ganz harmlos. Wie so oft ging ich ins Pressezentrum in Rostock und sah mir die neusten Mangas an. Nur aus Neugierde sah ich mir auch die Bände von Dragon Ball an. Es wurde mir empfohlen, und schließlich kaufte ich mir den 17. Band „Son-Gokus Bruder“. Das Einzige, was mir an diesem Buch auffiel, war die Farbe des oberen Streifens. Es gab nur noch diese eine Ausgabe im Regal. Die Farbe sah eher golden, als hellorange aus. Aber was soll´s, dachte ich.
Zu Hause setzte ich mich gespannt in mein Zimmer und begann zu lesen. Wie gut, dachte ich, dass die Geschichte dort beginnt, wo die Serie im Fernsehen aufhörte. Es war echt spannend. So richtig spannend wurde es, als Son-Gokus Bruder auftauchte und seinen Sohn entführte. Nach einigem Hin und Her tat er sich mit seinem Erzfeind Piccolo zusammen, um Son-Gohan zu befreien. Der Kampf zwischen den dreien spitzte sich zu. Ich sah kurz zur Decke und dachte nach.
‚Zum Glück muss ich mir so was nicht in Realität ansehen. Das wäre ja entsetzlich!‘
Da passierte es plötzlich:
Vor meinen Augen wurde das Buch in meiner Hand immer größer und größer, bis ich es los lies.
Ein furchtbar helles Licht erschien.
Es kam aus dem Buch.
Ich konnte gar nichts mehr sehen, mein Körper fühlte sich schwach an, ich konnte mich nicht bewegen.
Dann spürte ich gar nichts mehr.
Plötzlich verschwand das Licht wieder und ich lag auf dem Boden. Als ich meine Augen öffnete sah ich weder meine Anbauwand, noch den Fernseher, nein, nur Berge und Gras. Es roch einerseits nach frischer Landluft, andererseits verkohlt. Ich spürte Gefahr hinter mir. Dann hörte ich Stimmen.
„Keine schlechte Technik! Hättest du mich voll erwischt, wäre ich jetzt hin!“
Ich sah mich um. Erstarrt blickte ich die Person an, die gesprochen hatte.
‚Radditz?‘, wunderte ich mich.
„Wie jetzt? Was ist passiert? Wo bin ich?“ Ich stand verwirrt auf und sah mich um. Radditz war nur100 Meter von mir entfernt. 10 Meter neben mir lag die Raumkapsel, in der Son-Gohan lag. Er sah mich verwundert durch die Scheibe an.
„Son-Gohan?“ Dann erblickte ich Piccolo und Son-Goku.
„Du bekommst keinen zweiten Versuch!“, brüllte Radditz Piccolo zu.
„Denn jetzt bin ich an der Reihe!“ Piccolo sah ihn entsetzt an.
„Ich werde dich ausradieren!“, schrie Radditz. Er erhob seine Hand. Ich konnte spüren, wie hoch seine Energie war, dann beobachtete ich Goku, der sich ihm leicht näherte. Piccolo versuchte sich zu schützen.
„Und tschüss!“, schrie Radditz und wollte ihn angreifen. Doch plötzlich verlor er seine Kraft. In diesem Moment hatte Goku seinen Schwanz gepackt und hielt ihn fest. Sein Bruder sank zu Boden.
„Piccolo!! Mach das von eben noch mal!“
„Ja gut!“ Er machte sich bereit und berührte mit zwei Fingern seine Stirn.
„Halte seinen Schwanz nur gut fest, denn diese Technik schaffe ich nur noch einmal“
„Kakarot, willst du etwa deinen einzigen Bruder töten?“
„Einen so fiesen Bruder will ich nicht! Du Verbrecher!“
„Gnade, ich war grausam, aber ich will mich bessern.“, versuchte Radditz Son-Goku zu beeinflussen.
„Mist, egal warum ich jetzt hier bin. Ich muss ihm helfen. Er darf nicht loslassen.“ Ich rann auf Son-Goku zu.
„Er lügt Son-Goku! Geh ihm nicht auf den Leim!“, brüllte Piccolo.
„Ich werde diesen Planeten verlassen. Ehrenwort!“ Nachdenklich sah Son-Goku seinen Bruder an.
„Hör nicht hin, halte ihn fest!“, kam von Piccolo.
„Bitte Kakarot, glaube mir!“, winselte Radditz.
„Nein. Nichtloslassen!! Son-Goku, du wirst sonst sterben!“, schrie ich ihn an und blieb neben ihm stehen.
„Was?! Wer bist du?!“
„Glaub ihm kein Wort! Er will dich nur irritieren! Verstehst du?! Er appelliert auf dein gutes Herz.“
„Ich halte ihn fest. Piccolo, mach hin!!“, bestimmt er dann.
„Wo kommt das Weib auf einmal her?!“, fragt Piccolo.
„Weiß nicht.“
„Willst du etwa auf die Ziege hören? Lass dir nicht von dem Weib den Kopf verdrehen!“
„Bist du eine Komplizin von ihm?“
„Nein. Ich bin dein Freund. Ich will dir helfen, lass den Kerl auf gar keinen Fall los. Egal was er für dummes Zeug erzählt. Hör nicht hin.“
„Verschwinde lieber, das ist zu gefährlich für dich.“
„Du darfst ihn nicht loslassen, das ist eure einzige Chance, sonst wirst du sterben, Son Goku!“, schrie ich ihn an.
„Woher?“
„Rede nicht, tu was! Halt ihn weiter fest. Piccolo ist gleich soweit und greift Radditz an. Lass ihn nicht los!“
„Hey, wem glaubst du nun mehr, deinem eigenen Bruder oder einem wildfremden Mädchen?!“, versuchte Radditz ihn zu verwirren.
„Hör nicht auf ihn. Du kennst ihn genauso wenig wie mich. Aber, dass er böse ist, weißt du hundertprozentig. Du kannst aber Piccolo und mir vertrauen.“
„Noch halte ich ihn fest. Piccolo beeil dich!“
„Bin bereit, wenn ich „JETZT“ rufe, lasst ihn los und verschwindet, den Rest mache ich!“, schrie er und zeigte mit der rechten Hand auf Radditz. Kurz darauf wurde es ganz hell.
„JETZT!!!“ Goku ließ Radditz los und sprang zur Seite. Ich sah nur starr auf Piccolos Licht, das immer näherkam.
„Verschwinde, sonst erwischt es dich!“, schrie Son-Goku, aber ich war starr vor Schreck. Ich dachte, es sei nur ein Traum und ich käme so wieder nachhause. Plötzlich spürte ich einen harten Griff, der mich packte und zur Seite riss. Kurz darauf schrie Radditz wie am Spieß und ich hörte ihn zu Boden fallen. Ich schloss nur noch die Augen und hoffte endlich aus diesem Alptraum aufzuwachen. Mir wurde auf einmal so warm und ich fühlte mich so wohl. Ich spürte zwei kräftige Arme, die mich umschlungen festhielten. Als ich meine Augen öffnete, sah ich zunächst nur den dreckigen Boden, dann drehte ich mich um und blickte in ein ernstes, aber liebevolles Gesicht.
„Was ist passiert? Wer bist du? Das ist alles kein Traum?“
„Natürlich ist das kein...“ Verblüfft sah er mich an und hielt inne. Mein Herz klopfte ganz laut. Ich spürte seinen Atem.
„Du bist ...so…“, stotterte er.
„Papa, ist alles in Ordnung?“, rief Son-Gohan und lief zu uns. In der Zwischenzeit hatte Piccolo ihn aus der Kapsel befreit.
„Es ist alles okay. Bei dir auch?“, wand er sich dann mir zu.
„Wenn du von mir runter gehst, ja.“, meinte ich. Er stand auf und half mir hoch, dann nahm er seinen Sohn in den Arm.
„Entschuldige, aber du hättest sonst Piccolos Kraft zu spüren bekommen.“
„Ist Radditz jetzt tot?“, fragte ich.
„Sieht ganz danach aus.“
„Fühle seinen Puls, Aussehen reicht nicht.“, meinte ich.
„Puls?“, sah er mich fragend an.
„Oh je, dann mache ich das lieber.“ Langsam ging ich auf ihn zu. Ich sah ihn ängstlich an. Er regte sich nicht. Ich berührte seine Hand; kein Puls zu spüren. Doch plötzlich, spürte ich seine Energie. Sie stieg an, ich fühlte Bewegung in seinen Venen.
„Er lebt noch!“, erschrak ich und wollte zur Seite springen. Alle sahen mich verwundert an.
„Das hast du gut erkannt, Kleine!“, meinte er zu mir. Blitzschnell griff er nach mir und richtete sich auf.
„Ihr glaubt, dass mich das umbringt?“ Er hielt mich fest, ich konnte mich nicht befreien.
„Lass mich los du Schwein!“, brüllte ich ihn an.
„Lass die Kleine gehen, sonst zeig ich dir wie man richtig stirbt!“, wurde Son-Goku wütend.
„Deine Rolle hast du perfekt gespielt.“, meinte Radditz lobend zu mir.
„Wie? Welche Rolle?“, wunderte ich mich.
‚Was meint er damit? Rolle? Ich spiele keine Rolle.‘
„Rolle? Deine Rolle? Du gehörst also doch zu ihm!“, wand sich Son-Goku plötzlich gegen mich.
„Was?! Ich gehöre nicht zu diesem Idioten! Merkst du nicht, dass er versucht dich gegen mich aufzuhetzen? Ich bin auf deiner Seite, Son-Goku!“, versuchte ich mich zu verteidigen. Plötzlich ließ Radditz mich los und schrie auf. Hinter ihm stand Piccolo und verpasste ihm den letzten Schlag. Ich fiel zu Boden.
„So, jetzt ist er endgültig tot.“ Ich atmete tief durch. Endlich war alles vorbei. Ich kniete auf dem Boden und wollte gerade aufstehen, als Son-Goku mich anschrie. „Du hast uns nur was vorgemacht! Wer bist du?!“ Entsetzt sah ich ihn an.
„Ich äh…habe euch nichts vorgemacht. Glaube mir doch, bitte.“, sprach ich ruhig auf ihn ein. Dann kam Piccolo auf mich zu und packte mich grob am Hals.
„Wer bist du?! Und nenne mir einen Grund, warum wir dich am Leben lassen sollten!“
„Lass mich los, du Teufel!“, schrie ich ihn an.
„Du willst doch nur Weltherrscher werden, Son-Gohan war dir von Anfang an egal!“
„Papa! Er soll sie loslassen, sie ist keine Komplizin von ihm!“, erklärte Son-Gohan.
„Bist du dir sicher?“
„Ja. Als ich euch zugesehen habe, tauchte sie plötzlich aus heiterem Himmel auf. Außerdem ist sie ganz anders gekleidet.“
„So, so, und was nun? Er hat Recht. Wie ein Sayajin sieht sie nicht aus. Nicht mal Kraft strahlt sie aus. Trotzdem töten?“, antwortete Piccolo skeptisch.
„Nein. Du lässt sie gehen. Auch wenn sie zu ihm gehören würde, hätte sie gegen uns keine Chance.“
„Du bist zu nett.“, meinte er und ließ mich zu Boden fallen. Mir tat alles weg. Mein Hals war rot und angeschwollen. Son-Goku half mir hoch.
„Wie heißt du?“
„Christa, aber alle nennen mich nur Chris.“
„Am besten wir bringen dich jetzt nachhause.“
„Schön wäre es, aber das wird nicht gehen.“
„Wieso? Wo wohnst du denn?“
„Nicht in dieser Welt...“, antwortete ich benommen und nachdenklich.
‚Ja. So war das damals ganz zu Beginn, als ich in diese verrückte Welt geraten bin, die mein ganzes Leben auf den Kopf stellte.‘, geht durch den Kopf einer zwanzigjährigen jungen Frau.
Sie sieht voller Sehnsucht in die blauen Augen eines ihr eigentlich fremden Mannes, der sie dann mit festem Griff an Rücken und Taille hält, sie dicht an sich drückt und mit ihr zusammen im unendlich erscheinenden leidenschaftlichen Kuss versinkt. Kurz zuvor sah er ihr tief in die Augen.
„Chris, du bist…so schön. Du duftest so vertraut. Dich endlich in den Armen zu halten…ich hatte die Suche bereits aufgegeben.“
Um sie herum ist es dunkel von der Nacht. Die Uhr schlägt 1 Uhr und der neue Tag hat bereits begonnen. Die Industriegebäude lassen nicht viel Romantik zu, aber das ist den beiden völlig egal. Sie sehen nur sich. Neugierig lassen sie wieder voneinander und sehen sich nur verliebt in die Augen.
„Wollen wir…ins Hotel? Ich habe eine Suite gebucht, ganz in der Nähe.“ Sie stimmt dem einfach zu, denn ihr wird immer wärmer, bei dem Gedanken daran, dass sie sich endlich gefunden haben. Er holt das Handy aus der Tasche und bestellt ein Taxi.
Kaum hat sich hinter ihnen die Hotelzimmertür geschlossen, sehen sie sich wie verträumt an. Es erscheint um sie herum alles wie eine Illusion. Sie stehen mitten im Raum und spüren ihre Wärme. Ihre Hände sind an seine Brust gelegt und spielen mit seinen Knöpfen des Hemdes und seine Hände sind um ihre Taille gelegt und fassen sie zärtlich auf ihrer nackten Haut. Erneut küssen sie sich und beide spüren deutlich wie sie sich nach so langer Zeit endlich nah sein wollen. ‚Was machst du nur mit mir? Es fühlt sich so aufregend und schön an in deiner Nähe zu sein.‘ Sie bemerkt selbst kaum, wie ihr Spielen an den Knöpfen in ein Aufknöpfen übergeht. Bald ist sein Hemd offen und er kann ihre Sehnsucht fühlen. Seine starken Hände tasten sich neugierig ihren Rücken hinauf, unter ihrem kurzen Shirt.
‚Trunks? Ich wünschte, ich würde dich einfach unendlich lang fühlen. Deine Wärme und diese Geborgenheit, die ich damals gespürt habe.
Bist du wirklich Trunks? Was ist, wenn ich mich irre und er mein Geheimnis nur von irgendwem kennt? Mein Herz schlägt so doll, das ist alles viel zu aufregend als einfach wahr zu sein.‘
„Trunks, es ist…so schön…ich…will dir nah sein…aber…ich…bin noch unsicher. Beweise mir…dass du es bist. Es wirkt so unwirklich.“ Er hält inne und schaut erstaunt. Seine Gedanken waren mit seinen Händen bereits ein paar Schritte weiter. Er wollte ihr doch gerade versuchen das Shirt über den Kopf zuziehen und dann wollte er sie wieder küssen und sie überall berühren.
‚Chris, du machst mich rasend und dann…bringst du mich voll aus den Gedanken. Du zweifelst noch? Wie kann das denn sein?‘
„Ich wusste doch den Wunsch. Woher denn, wenn ich es nicht bin? Ich war zuerst auch unsicher. Aber du weißt genau wer ich bin. Ich bin es, Vegetas Sohn, Trunks aus der Zukunft.“
„Ich will noch einen zweiten Beweis. Du musst mir eine Frage beantworten, die nur du kennen kannst. Niemand anderer.“
„Okay. Und du beantwortest mir dann auch so eine Frage, nur zur Sicherheit.
Du hast Recht, bevor wir hier…aus den falschen Gründen sind.“ Sie sieht ihm liebevoll in die Augen und berührt neugierig unter seinem Hemd seinen muskulösen Arm.
„Wie alt waren wir wirklich? Wie alt waren wir, als wie uns das letzte Mal gesehen haben?“
„Wie alt? Na 17 und 23. Was meinst du damit?“ Sie schüttelt den Kopf.
„Das ist falsch. Überlege nochmal. Sei nicht zu voreilig.“ Er überlegt was sie meinen könnte, denn seine Erinnerungen sind um die 9 Jahre her. Eine sehr lange Zeit.
„Ach, du meinst das Training? Als wir uns kennenlernten warst du 23 und ich erst 17. Aber nach dem Training mit Vater im Raum von Geist und Zeit, du warst mit uns zusammen drin und hast dich um uns gekümmert. Danach war ein Jahr vergangen, also dann 18 und 24.“ Sie lächelt ihn glücklich und liebevoll an.
„Du bist es. Du bist es wirklich. Das…konnte niemand wissen. Niemand weiß, dass ich da drin mit euch war, außer dein Vater. Auch die anderen haben es nicht mitbekommen.“
„Moment. Wenn wir beide damals 6 Jahre auseinander waren, dann sind wir es jetzt auch wieder, aber nur andersherum.“, fällt es ihm auf.
„Vielleicht war es Absicht von Shenlong? Aber warum? Das eine Jahr wäre doch nun auch egal gewesen.“
„Das eine Jahr? Was meinst du?“
„Na ich war 18, als ich in die Welt geraten bin. Also bin ich auch 18 gewesen, als ich wieder herkam.“
„Und ich bin als Siebzehnjähriger aufgewacht. Seltsam.“
„Ich war dann doch erst 11. Hm. Naja. Egal. Und deine Frage?“
„Meine Frage?“
„Ich muss dir doch auch nochmal beweisen, dass ich es bin.“
„Hm. Ich hatte dir damals in dem ganzen Chaos ein Geheimnis verraten. Etwas, was niemand weiß. Welches ist das?“ Sie schmunzelt und berührt seinen Kopf und führt ihn zu sich hinunter. Dann flüstert sie es ihm ins Ohr.
„Du magst keinen Honig. Es widert dich an, dass die Bienen den Nektar in sich aufbewahren und im Magen hatten.“, erklärt sie. Er greift entschlossen an ihr Shirt und deutet an es ihr ausziehen zu wollen.
„Trunks…es ist komisch, dass du so viel älter bist, aber…es ist jetzt schon schön endlich wieder bei dir zu sein.“ Er legt seine Hand auf ihren Mund.
„Pst. Ist es auch für mich. Aber im Kopf…bist du doch jetzt dann selbst 26. Also…sind wir gleich alt, hier im Herzen und in unserer Lebenserfahrung.“
„Trunks…bitte…nimm mich…einfach nur noch in deine Arme. Ich…ich halte es nicht mehr aus.“, spricht sie plötzlich mit voller Sehnsucht aus und kurz darauf ziehen sie sich gegenseitig die Kleidung hastig aus, küssen sich sinnlich und versinken in tiefer Leidenschaft.
Zukunftspläne
Kapitel 2
Zukunftspläne
Der Wecker klingelt und Christa schreckt auf. Torsten liegt schlafend neben ihr und bemerkt das Klingeln nicht. Er liegt auf dem Rücken, sein Arm ist unter ihrem Kopf, denn sie hatte sich nah an ihn gekuschelt, als er plötzlich, wie ein Stein eingeschlafen war. Chris schaut auf die Uhr. Es ist genau 6 Uhr.
‚Kein Wunder. Lange geschlafen haben wir nicht.‘ Zu schön ist es bei ihm zu liegen, seine Haut auf ihrer, sowie die Wärme und Leidenschaft noch immer zu spüren, die sie in dieser Nacht erfahren hat und wirklich aufstehen will sie nicht. Also richtet sie sich schweren Herzens auf, beugt sich über ihn, um den Wecker auf seinem Nachttisch auszuschalten. Die dünne Zudecke ist ihm bereits heruntergefallen und in dem Moment, als sie auf den Wecker drückt und der Ton verstummt, spürt sie seine warmen großen Hände auf ihrer Haut. Ihre Bewegung und ihre warme zarte Haut auf seinem nackten Oberkörper weckte ihn natürlich auf. Sein Blick ist beim Aufwachen direkt auf ihre Brüste gerichtet.
„Hm…das…nenne ich ein Weckkommando. Bekomme ich das jetzt jeden Tag?“ Er zieht sie sofort zu sich, lächelt sie verliebt und glücklich an und küsst sie einfach. Ihr Puls rast, ihr Atmen ist schwer, denn sie kann ihr Glück immer noch nicht fassen, dass sie sich nah sein können und endlich wiedergefunden haben. Sein Herz schlägt ebenso stark und Sie sehen sich tief in die Augen. Sie bekommen gar nicht wirklich mit, dass sie sich wieder anfangen zu verlieren. Ihre Gefühle sind einfach zu groß nach diesen intensiven Momenten und kurz darauf richtet er sich etwas auf, drängt sie zurück in die Kissen. Verliebt betrachtet er sie und streichelt ihr langes dunkelblondes Haar und lächelt.
„Ich hätte…nie für möglich gehalten, dass ich dich doch finde. Und jetzt…bist du hier. Endlich bei mir und du bist auch so unglaublich schön und es fühlt sich alles so unglaublich schön an. Du bist unglaublich.
Schade, dass wir nur wenig Zeit haben, heute Morgen. Ich könnte ewig in deinen Augen versinken und dich verwöhnen.“, flüstert er wie benebelt, denn seine Gedanken sind bereits weit weg von dem, was er sagt, und seine morgendliche Stimmung ist eine Mischung aus Lustlosigkeit zu arbeiten und einer erotischen Lust sich ihr erneut hinzugeben, ihr Lächeln zu sehen und ihre intensive Hitze zu fühlen. Chris kann seine Wollust bereits deutlich zwischen ihren Beinen spüren. Sie genießt seine Wärme und die Geborgenheit, die sie so ersehnt hat. Seine blauen Augen sehen sie so verlangend an, dass sie sich selbst nichts sehnlicher wünscht, als ihm erneut unendlich nah zu sein.
„Du musst los? Ich habe frei.“, sagt sie nur schnell, was sie denkt, denn sie hat Angst, wenn er sie erst wieder küsst und sie ihn in sich spüren kann, dass sie keine Worte mehr findet.
„Leider. Aber für ein kleines Wachwerden…reicht es noch. Mein zweiter Wecker klingelt etwa in einer Stunde erneut. Mein Termin ist erst halb 9.“ Er vernimmt ein glückliches Lächeln, das ihm genau das sagt, was er will. Es sagt ihm, dass sie ihn nicht loslassen will, ihn erneut spüren will und diesen Gefallen tut er ihr auch. Seine Hand fährt über ihr Gesicht. Dann küsst er ihre Stirn und liebkost langsam jeden Teil ihres Gesichts. Ihre Hände halten sich an seinen starken Armen fest und Ihre Lippen berühren sich sinnlich und sie versinken in zärtlichen Morgengenüssen.
Etwa eine Stunde später steht er im Bad und schnappt sich das Handtuch und wickelt es sich um die Hüfte, als er die Dusche verlässt. Christa steht noch etwas benebelt unter der Brause und wäscht sich die Haare. Sie betrachtet ihn durch die halbbeklebte Scheibe, wie er am Waschbecken steht und Zähne putzt. Ihr Körper bebt noch und sie hat Problem sich auf den Beinen zu halten. Diese unglaubliche Nacht und dann eben diese gemeinsame Dusche, nein sowas hatte sie noch nie erlebt und schon gar nicht hat sie sich das auf diese Weise jemals mit ihm vorgestellt, mit Trunks, eigentlich doch einer Comicfigur? Oder wer ist dieser Mann überhaupt? Er ist ihr absolut fremd und doch so vertraut. Er muss es doch sein, alles passt diesmal und immer wieder sagt er auch etwas, was nur er wissen kann. Seine Art und sein Geruch, auch das stimmt alles.
Es ist still, nur die Brause und das Schrubben der Bürste sind zu hören. Sie wäscht sich den Schaum ab und stellt das Wasser ab. Endlich greift sie nach einem Handtuch.
„Wie kommt es eigentlich, dass du zwei Badetücher hier hast, wenn du doch allein in der Suite bist? Da wird doch nur eins benötigt.“, stellt sie plötzlich etwas verwundert in den Raum, denn sie hatte vor dem Duschen noch angenommen, sie müsse sich die kleinen Handtücher nehmen. Bald hat sie Prüfung und in diesem Hotel muss sie die praktische Prüfung ablegen und weiß daher, dass pro Person immer nur ein Badehandtuch da ist, egal wie groß das Zimmer ist. Er blickt in den Spiegel und betrachtet sie.
‚Wie kommt sie jetzt plötzlich auf die Handtücher?‘ Er legt die Zahnbrüste zur Seite, spült seinen Mund aus und stellt das Glas auf die Waschtischablage. Er spült die Bürste aus und antwortet nebenbei. Sein Blick ist durch den Spiegel auf sie gerichtet.
„Meine Firma bestellt immer gleich zwei, wenn sie für mich ein Zimmer buchen.“ Christa sagt nichts dazu. Ihr Herz klopft nur sehr schnell, denn sie ist sich in diesem Moment plötzlich nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee war, sich sofort auf so ein erotisches Abenteuer einzulassen. Einfach mit einem Wildfremden aus der Diskothek mitzugehen, nur weil er ihr geliebter Trunks sein könnte. Mussten sie denn gleich so weit gehen, aus Freude endlich einander gefunden zu haben? Ja, sie ist sich sicher, dass er es ist, aber er ist doch auch viel älter als sie und hat ein Leben seit gut 9 Jahren in der realen Welt geführt, ohne Krieg, ohne Kämpfe, ohne magische Kräfte. Was für ein Leben war das denn überhaupt?
Ihre Mutter sagte ihr damals, wenn es um Jungs und Männer ging, immer: „Aus einer schönen Schüssel, isst man nicht allein.“. Sie weiß genau, was sie damit meinte. Torsten dreht sich zu ihr um und berührt ihre Schultern. Dann sieht er ihr liebevoll in die Augen.
„Was auch immer du jetzt denkst oder von mir halten magst, sei dir eins gewiss, Chris. Ich habe sehr lange versucht dich zu finden, viele Jahre und wusste rein gar nichts. Du warst nach dem Wunsch sofort verschwunden und wir hatten nicht einmal die Zeit uns zu verabschieden. Kein Abschiedskuss, keine Absprachen. Wo du wohnst, hast du nie erwähnt. Mehr als Deutschland wusste ich nicht. Die anderen wussten auch nichts. Ich hielt dich in der Hand ganz fest und trotzdem warst du plötzlich weg, kaum, dass der Wunsch in Erfüllung ging.
Dann kehrte ich in meine Zukunft zurück, erledigte Cell, verabschiedete mich von Mutter, denn ihr konnte ich noch von dir erzählen und dann war auch ich weg, einfach in dem Moment, wo ich sie umarmte, nach Cells Tot. Kurz darauf wachte ich in einem Jugendzimmer auf. Das wars, Chris.
Ich fing an zu suchen, aber nichts. Vor einigen Jahren habe ich zwar nicht aufgehört zu suchen, aber…ich habe mich mehr auf meine anderen Aufgaben gestürzt und ja, ich bin nun mal ein Mann, sehe ganz passabel aus und kann mir vieles leisten, das so gar nicht auszunutzen wäre auch dumm. Aber ab heute…wirst du die Einzige sein, die jemals mein zweites Handtuch im Hotelzimmer benutzen wird, hast du verstanden?“ Christa schließt die Augen und ihr laufen ein paar Tränen die Wangen herunter.
„Ach Trunks, ich…es tut mir so leid…ich…das sollte kein Vorwurf sein…ich…weiß doch auch nicht…was ich so sagen soll. Es…überfordert mich alles etwas.“ Er berührt ihre Wangen, schmiegt sich an sie und schaut zu ihr herab.
„Chris, liebste Chris…ich bin auch etwas überfordert damit, aber…wir kriegen das hin und es war doch schön, oder nicht? Habe ich etwas falsch gemacht? Dann musst du mir das gleich sagen. Ich hatte das Gefühl, dass alles bisher passte und du es genossen hast hier bei mir. Oder habe ich dich mit meinen Gefühlen überfordert, weil ich nach so langer Zeit so euphorisch war?“ Sie schüttelt den Kopf langsam und sagt gar nichts. Ihr fehlen die Worte, nur Tränen laufen an ihr herunter und sie beginnt zu zittern und klammert sich am Handtuch fest. Ihr Kopf ist nach unten geneigt.
‚Chris, was ist denn los?‘, ist er verwundert und nimmt sie in die Arme, drückt sie fest an sich und lässt sie seine Wärme spüren. Endlich kann sie loslassen, nach dieser schönen und aufregenden Nacht macht sich plötzlich Sehnsucht und Freude gleichzeitig breit und kommt in ihr auf. Ihre Hände sind an seiner Brust und ihr Gesicht an seine Schulter gelegt. Sie lässt einfach nur ihren Gedanken freien Lauf.
„Ich…freu mich einfach…du bist es wirklich und…jetzt…kann ich dich erkennen. Wie sehr habe ich jeden Tag gehofft, dass du auftauchst und mich in deine starken Arme nimmst und alles um mich herum…warm wird? So wie damals.
Trunks…ich…habe dich so wahnsinnig vermisst. Die Zeiten damals…sie waren so seltsam und so schwer und erst bei dir fand ich wirklich Trost und Wärme.“ Sein Herz schlägt enorm, als er ihre warmen Worte hör. Diese Situation ist ihm noch von damals vertraut, aber diese Vertrautheit kommt jetzt erst wirklich wieder. So langsam erinnert er sich an die magischen wundersamen Erlebnisse mit ihr und mit seinen Freunden.
„Ich habe dich auch sehr vermisst. Eine unendliche Ewigkeit ist es her, als ich dich in den Arm nahm und wir einfach nur beisammen waren. Was meinst du, du erkennst mich wieder?“ Seine rechte Hand lässt ihren Rücken los und gleitet zu ihrem Gesicht hinauf und fasst ihre Wange zärtlich. Seine Bewegung deutet an, dass sie ihn ansehen soll. Christa öffnet ihre Augen, blickt mit roten Wangen und verweintem Blick glücklich zu ihm auf.
„Das…Trunks, das…hier…du warst immer…nur ehrlich und liebevoll und wusstest sofort, wenn du mich in den Arm nehmen musstest. Das meine ich. Diese…liebevolle Art.“ Ihr Lächeln bringt ihn dazu sie zu küssen. Er beugt sich ihr entgegen und küsst sie einfach sanft und tröstend. Keine Eile, keine Wollust, nur ein zarter tröstender und liebevoller Kuss, um sie und sich selbst zu beruhigen.
‚Mir geht es doch genauso. Ich lass dich nie wieder los, liebe Chris. Deinetwegen bin ich doch überhaupt in diese Welt gekommen.‘, geht ihm durch den Kopf und genau das sagt er ihr auch, als er Luft holt, ihren Kopf an seine Schulter drückt und sie streichelt. Nun stehen sie einfach nur da und genießen es, so wie damals, so wie in der seltsamen Welt voller Magie und Wunder.
Seitdem ist einige Zeit vergangen und Torsten steht im Rauthaus vor der Bürgerschaft, ein Laserpointer in der Hand, eine Fernbedienung und den Laptop aufgeklappt. An der weißen Wand erscheint eine PowerPoint-Präsentation die kaum noch Fragen offen hält. Neben ihm ein Banner des Familienunternehmens mit ihrem neuen Leitspruch.
„FT Corporation, Nutze was ist, verbessere und schaffe neu.“ Der Slogan seit 8 Jahren.
Sein Blick ist ernst, voller Überzeugung und im Inneren wird es immer Wärmer, je mehr er sich mit dem Thema auseinandersetzt, hier an diesem Ort eventuell sesshaft zu werden. Er ist am Ende seiner Vorstellung der Geschäftsidee. Vor gut zwei Jahren kam eine Anfrage, eine Ausschreibung aus dieser Region für Investoren eines Teils des Hafens mit angrenzendem Industriegrundstücks zu erwerben. Es wurde bereits ein Teil an Amerikaner verkauft, um die finanzielle Lage der Stadt zu verbessern. Nun sollte ein zweiter Investor her. Diesmal kommt ein Interessent aus Japan.
„Meine Damen und Herren, wenn Sie keine Einwände mehr haben, dann vertiefe ich diese Absprache und sage Ihnen bereits zu, diesen Standort als unsere erste Außenproduktionsstätte in Europa zu erbauen. Es wird die Region finanziell deutlich stabilisieren. Diese zentrale Lage und Anbindung zum Seehafen, sowie zum Güterverkehr und dem Flughafen, bietet uns die Möglichkeiten den Markt auch wie geplant in alle baltischen Länder und hinteres Osteuropa zu verlagern. Was also für andere Firmen eine ungünstige Lage ist, ist für uns genauso ideal wie für die anderen großen Unternehmen hier in dieser Region Rostock.
An Fachpersonal wird es uns nicht fehlen, denn wenn wir erst eine feste Zusage Ihrerseits und der Baugenehmigungen haben, dann werden sich die technischen Studiengänge gar nicht retten können vor Ansturm. Ebenso die aktuellen Fachkräfte, die außerhalb ihrer Heimat arbeiten, kommen gerne wieder her. Nur angenommen, es stehe morgen in der Zeitung, dass wir hier über 1000 Arbeitsplätze schaffen und in etwa 5 bis 6 Jahren mit Planung und dem Bau fertig sein können, dann ist es eine gute Motivation hier zu bleiben und nicht die Heimat zu verlassen. Umliegende hochangesehene Universitäten und Fachhochschulen bieten ideale Voraussetzungen für neues Personal zu sorgen.
Dieses Projekt hat Zukunft, meine Damen und Herren, es wird den Leuten Hoffnung geben, vor allen den Werften, dem hiesigen Stahl- und Schiffbau.“ Er pausiert kurz und sieht direkt zum Stadtoberhaupt.
„Herr Oberbürgermeister. Es ist sicher in Ihrem Interesse, dass die Werften nicht in den Ruin geraten, denn sie sind aktuell auf dem besten Weg dahin, weil Ihnen die Aufträge fehlen und das Fachpersonal, um große Aufträge zu erfüllen. Ein klassischer und dramatischer Kreislauf. Den offiziellen Informationen zufolge gingen die letzten großen Aufträge nach Wismar oder nach Hamburg, seit Jahren. Auch Airbus mischt mit, nicht nur die Werften.
Finden die Leute jedoch wieder Arbeit vor Ort, vor allem gut bezahlt, etwas über den Tariflohn, dann bleiben die Leute, oder sie kommen wieder in die Region zurück. Das wird Ihre Stadt lebendiger machen, die Innenstadt beleben und auch die kleinen Geschäfte ankurbeln.“ Der Bürgermeister erhebt das Wort.
„An sich finde ich Ihre Ideen gut. Ich bin voll dabei und gerade den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Lage in der aussterbenden Innenstadt wird es auf die Beine helfen.
Wir sitzen nicht hier, um nur zu bestimmen ob es einen Zuspruch gibt, einen weiteren wirtschaftlichen Zweig zu erweitern, den Stahlbau, das Fertigen von Teilen und den Ausbau einer neuen Bahntrasse, sondern auch um uns im Klaren zu sein, dass unsere Bürger nicht nur Arbeit und Steuereinnahmen für die Region möchten, sondern auch eine Sicherheit ihrer Umgebung. Der Umweltschutz und unser großer Zweig, der Tourismus darf auf keinen Fall in Mitleidenschaft geraten. Das heißt also, die Kritiker haben bereits ihre Hufen gekratzt und stehen in den Startlöchern, um bei einer Zusage sofort zu den Protesten aufzurufen. Dieses Thema hatten wir vor einigen Jahren bereits, als Rostock entschied ein Steinkohlekraftwerk zu bauen. Die Angst der Menschen, dass die Natur darunter leide, war in erster Hinsicht verständlich wie auch berechtigt. Was also können Sie zur Lösung der Stromgewinnung und der Abgasproblematik im Stahlbau dieser Größenordnung anbieten? Mir sitzt das Umweltamt im Nacken. Küstenschutz, Forst- und Landwirtschaft muss profitieren, nicht untergeordnet werden. Um den Standort geht es nicht, der ist bereits abgesegnet, aber mehr Schiffsverkehr, ebenso Bahnverkehr und die Herstellungsprobleme sind nicht ohne.“ Eine zweite Hand hebt sich.
„Ich stimme dem Oberbürgermeister voll zu. Neben einer funktionierenden Wirtschaft gehört heutzutage auch der Gedanke des Klimaschutzes und in unserem Fall der Schutz von Wald und Küste. Haben wir mehr Stahlproduktion für die Züge, dann auch mehr Emissionen. Der Standort ist für alle ideal, das stimmt.“ Torsten grinst und drückt auf dem Laptop eine neue PowerPoint-Präsentation auf. Das Bild der Magnetschwebebahn verschwindet und es erscheint das Bild des Kraftwerks im Überseehafen mit der Überschrift „Umweltschutz“. Im Hintergrund ist die schöne grüne Oase des Schnatermanns mit einem Schwan-Tretboot im Wasser und dem Wald dahinter. Die Leute grinsen plötzlich.
„Morgen haben wir einen Termin mit dem Betreiber des Kraftwerks. Wie Sie sicher wissen, habe ich in meiner Studienzeit bereits einige Verfahren entwickelt, um das Abgasproblem von Kohlekraftwerken mehr als deutlich zu minimieren, indem wir unter anderem noch mehr aus dem Dampf filtern als bisher. Diese Verfahren sind bereits seit einigen Jahren in Japan in den dortigen Kraftwerken verbaut worden, weil wir nach und nach von der Atomenergie wegwollen, die Gefahren bei Erdbeben sind in der Region zu hoch. Deswegen investieren die Firmen in erneuerbare Energien und versuchen die alten besser zu nutzen. Dieses Kraftwerk hier ist perfekt für mein neues Verfahren für Steinkohlekraftwerke dieser Altersklasse, denn es ist auf dem modernsten Stand gebaut worden und filtert die Schadstoffe bereits deutlich mehr als üblich. Kommt mein Verfahren in den Anlagen hinzu, wird es nicht nur um 20% effizienter in der Stromgewinnung, sondern verringert den aktuellen Ausstoß, von dem was noch übrig ist auf unter 10% des jetzigen Wertes, welches wie besagt, schon unter dem Normwert liegt. Dieses Verfahren werden wir gleich von vornherein in unseren neunen Abgasanlagen einbauen, so dass bei der Stahlgewinnung, die wir vor Ort haben, ebenso ähnliche Werte zustande kommen. Die große Stahlproduktion wird hier wie zuvor in der Erwähnung, aus Übersee kommen und nur weiterverarbeitet. Hier werden demzufolge nur kleinere Teile hergestellt, die sofort in die Fertigungsabteilung gehen.
Wenn ich morgen mit den Betreibern und ihren Ingenieuren rede, sehe ich mir das Kraftwerk persönlich an, passe theoretisch das Verfahren an und unterbreite ihnen das Angebot den Umbau auf unsere Kosten zum halben Anteil zu übernehmen, damit es schnell genutzt werden kann. Der Umbau dieser Anlagen dauert bei guter Planung nur zwei Monate. Sollte es also zu ihrer Zustimmung kommen, dann werde ich den Umbau sofort anleiten und Ihre Bürger haben bereits dieses Jahr schon eine saubere Luft, noch bevor wir überhaupt hier sind.
Natürlich benötigen wir dazu Ihre Zustimmung, denn ohne Zustimmung, hier bauen zu dürfen, können die Betreiber das Verfahren nur wie alle anderen erwerben und auf eigene Kosten umbauen lassen, um einfach selbst davon zu profitieren.“ Es wird wieder pausiert, weil sich jemand meldet.
„Was ist das für ein Verfahren, wenn Sie sogar die Leistung steigern können und den Ausstoß der Abgase so deutlich sinken?“
„Die Details erkläre ich gerne im Anschluss der finanziellen Präsentation. Dafür haben wir uns die Zeit danach eingeräumt, um Ihnen alles genauer zu erläutern. Das würde jetzt den Rahmen sprengen.“, kommt als Antwort.
Das nächste Bild wird gewechselt auf einen Windkraftanlagen-Park und später dem Überseehafen und Schwimmkränen sowie den beiden Werften.
„Auch andere Firmen werden von uns profitieren, denn die Schaffung einer neuen Intrastruktur die geplante Modernisierung der Hafenanlage wird jedem zugutekommen. Um bestimmte Teile fertigen zu können, haben wir bereits die Firmen vor Ort im Boot, denn wir werden ihnen Aufträge liefern und somit ihren eigenen Standort sichern und uns die Möglichkeit zum Sparen geben, indem wir selbst weniger Hallen bauen müssen und weniger Anschaffungskosten haben. Das beinhaltet auch weniger Fernverkehr mit Zug und LKW, von Fertigungsteilen. Also erneut eine Einsparung von CO2, Öl und Wasser. Ähnlich wie regionale Landwirtschaft. Ein Grund, weswegen der Standort hier besser ist als zum Beispiel Wismar oder Stralsund.“ Dann kommt ein neues Bild mit einem Stadtplan.
„Im Stadtraum werden wir, mit Absprache eines Landschafts- und Stadtplaner, den Sie gerne selbst stellen können, freie und unverbaubare Flächen mit Grünanlagen, Parks sowie Spielplätzen mit Rasenflächen erschaffen lassen. Außerhalb des Zentrums haben wir vor die Grünoasen wie die mit dem Schwan-Boot, als Ausflugsorte in Stand zu halten, bei Bedarf bei der Aufforstung nachhelfen und wenn möglich auch ungenutzte Acker aufkaufen, die weder Baugenehmigungen bekommen noch landwirtschaftliche Erträge aufzeigen werden, um darauf je nach Möglichkeiten und Genehmigungen neue Forstwirtschaften zu errichten, klassische Wiesen auszusäen oder Solaranlagen nach unserem neuen Aufstellverfahren aufzubauen.“
„Moment mal.“, kommt eine Stimme der Opposition, denn der Stadtrat sitzt komplett im Raum.
„Bitte? Sie haben eine Frage?“, versucht sich Torsten nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, denn er mag es überhaupt nicht, wenn jemand einfach dazwischenredet. Jedoch ist er heute sehr gut gelaunt und sogar seine Schwester, welche ebenso Teil des Unternehmens ist, ist überrascht.
„Wir haben aktuell ein großen Wohnraumproblem. Wenn wir die brachliegenden Flächen nicht bebauen können, dann fehlt uns der Wohnraum für Sozialwohnungen und private Bauherren, die außerhalb der Stadt bauen wollen.“
„Wie gesagt, uns interessieren nur die Grundstücke, die keine Baugenehmigungen bekommen, also trifft es nicht auf so ein Grundstück zu, von dem Sie reden. Das Aufkaufen solcher Grundstücke ist ein Entgegenkommen unserer Seite, kein Muss. Es ist ein Angebot und obliegt einer Prüfung und einer guten Planung, welche tatsächlich in Frage kommen können. Sie sollen den Klimaschutz unterstützen und Lebensraum für Flora und Fauna bieten, nicht für den Menschen.
Das Wohnproblem, welches die Region aktuell hat, obliegt nicht unserer Verantwortung, jedoch habe ich das Problem bereits auf meiner Liste stehen, für den Fall einer Zustimmung. Für den Bau der Hallen und Werkstätten wird viel Personal gebraucht, das vermutlich nicht allein hier zu finden sein wird. Also wird es im Notfall einen Wohncontainerpark geben, wenn sich nichts anderes ergeben sollte. Das muss gezielt noch abgesprochen werden.
Und ein kleiner Tipp, wenn wir bauen, fallen viele Kosten für uns an, die wirtschaftlich bereits in Ihre Steuerkassen fließt. Also bereits vor dem Bau und während der Bauphase von mehreren Jahren, so wie danach wird die Stadt und die umliegende Region Einnahmen haben, die genau für solche Probleme zu nutzen sein könnten. Ich war gestern in der Stadt und habe viele leerstehende Häuser gesehen. So etwas muss bei Wohnungsmangel nicht sein.
In Südkorea haben wir eine neue Fabrik für Schiffsmotoren aufgebaut mit der Bedingung die naheliegende Stadt, welche von unseren Einnahmen profitiert, mit einer neuen Schule, sanierte Wohnanlagen und einer sauberen Straße zu versorgen. Das System kann bei guter Planung funktionieren. So sind die Arbeiter gesund und ausreichend versorgt. Keiner kann Unfälle oder einen schlechten Ruf gebrauchen.“
Der erste Teil der Sitzung ist nun etwa fünf Minuten her und Torsten steht draußen vor dem Rathaus und betrachtet das bunte Treiben auf dem neuen Markt. Hinten bei den Rauchern zu stehen, mochte er noch nie und er ist lieber etwas allein, damit ihn keiner mit seinem Gefrage, vom Vortrag ablenken kann. Alles dreimal zu erzählen, ist ihm zu wieder. Er schaut direkt in die Einkaufspassage und grinst etwas vor sich hin.
‚Hm, ob du jetzt hier irgendwo bist, Chris? Du wolltest dich etwas ablenken und für heute Abend ein schönes Kleid kaufen. Ich hoffe doch, du hast mein Angebot angenommen, auch wenn es etwas komisch rüberkam, dir das Geld einfach hinzulegen, weil ich es so eilig hatte.‘ Er versucht in der Menschenmenge nach ihr zu schauen. Dann setzt er seine Füße in Gang und geht an der Straßenbahnhaltestelle vorbei, rüber auf den Markt.
‚Etwa ne halbe Stunde habe ich noch. Das sollte für ein Fischbrötchen reichen.‘, geht ihm durch den Kopf, denn er kann sich langsam wieder an die Details von damals im Dragon-Ball-Land erinnern. Chris erwähnte irgendwann mal zwischendurch, dass sie Fischbrötchen vermisste. Nun will er eins probieren, hier mitten in ihrer Heimatstadt, wo sie es so gerne isst. Er stellt sich an den Fischstand und holt sich eines mit Lachs. Er mag Lachs, auch besonders gern im Sushi und zu Kartoffeln.
Genüsslich beißt er hinein, als er wieder zurückgeht. Kaum ist er über den Straßenbahnschienen wieder vor dem Rathaus, kommt ihm seine Zwillingsschwester entgegen.
„Hey, Kleiner, was machst du hier vorne? Und dann holst du dir was vom Markt? Wir haben doch eben gerade etwas vom Buffet gegessen.“
„Hm.“, kann er nur sagen, denn er muss erst aufkauen und herunterschlucken, bevor er antwortet.
„Das sah so lecker aus.“, meint er dann grinsend zu ihr.
„Also echt. Was ist denn heute mit dir los? Zuerst kommst du so spät aus dem Bett und dann sprudelst du nur so bei der Präsentation, als würde es um dein Herzblut gehen. Ich weiß ja, dass dir das allgemein wichtig ist, hier in Deutschland Fuß zu fassen, aber so…mit dem Elan? Den habe ich das letzte Mal erlebt, da hast du mit dem Studium angefangen.“
Er schmunzelt nur und beißt erneut genüsslich in das Brötchen. In seiner Erinnerung kommen plötzlich die Bilder wieder, wie er nach dem harten Training mit seinem Vater im Raum von Geist und Zeit saß und seinen großen Hunger stillte. Ständig stand Chris daneben und meckerte, weil die beiden keinerlei Manieren hatten. Das kannte sie von ihm bis dahin nicht. Er hat vor ihr sonst immer ordentlich gegessen, immerhin hat ihn Bulma in der Zukunft zu einem ordentlichen jungen Mann erzogen, nicht nur charakterlich, sondern auch so gut es ging in der Knigge.
Aber als er mit Vegeta zusammen jeden Tag den Raum kurz und klein haute, da passte er sich seinem Vater einfach an. Der benahm sich wie ein Flegel, weil Bulma nicht da war, aber er genoss einfach die aufregende Zeit mit ihm, immerhin hat er ihn nie kennenlernen dürfen, seinen Vater, stolz, stark und dickköpfig, der wahre Prinz der Saiyajins, der letzte neben Son Goku, von reinem Blut des Kriegervolks der Saiyajins. Ein Mann dessen Alter er nicht einmal kannte, weil er es nie verraten hat.
Während er in seinen Gedanken hängt, stupst ihn sein Schwesterchen an.
„Hey, schling doch nicht so. Ist ja peinlich. Manche Leute gucken schon so. Stehst hier im feinen Anzug und dann das.“, murrt sie leise. Er erwacht wieder etwas aus seinem Traum und sieht sie verdutzt an.
‚Oh. Sie hat Recht. Du meine Güte. So einen schönen Gedanken hatte ich schon lange nicht mehr. Vater Vegeta, was du wohl jetzt machst? Und du Mutter? Wie geht es dir jeweils in den beiden Welten?‘ Er hält inne und prüft schnell sein Hemd und die Krawatte, ob er gekleckert hat. Dann lacht er leise.
„Sorry, ich war voll im Gedanken.“ Vallerie holt ein Taschentuch heraus und gibt es ihm.
„Wisch dir den Mund ab, du bist manchmal echt wie ein Kind. Diese Frau, die du heute Nacht verführt hast, muss es ja echt in sich gehabt haben. Seit wann ist so ein junges Gemüse überhaupt dein Fall?“, grinst sie etwas belehrend.
„Wie, du weißt von ihr?“, ist er erstaunt.
„Ich habe davon gehört. Sie war wohl niedlich, sagten die Jungs. Du hättest dich schon in der Disco halb über sie hergemacht.“ Er grinst.
„Naja, so schlimm war das nun auch wieder nicht. Wir haben uns dort nur geküsst“ Sein Mund ist wieder sauber und er geht zur Straßenbahnhaltestelle die paar Schritte, um den Müll in den Abfall zu werfen. Während er hingeht, hält eine Straßenbahn und kaum liegt der Müll im Eimer, geht die Tür auf und Leute kommen heraus. Er schaut nur allgemein zu ihnen und plötzlich verlässt auch Christa die Bahn. Er starrt sie völlig verdutzt an und erst jetzt schaut sie auf und bleibt abrupt stehen. Sie sehen sich beide wie versteinert an. Sie trägt ein pinkes kurzes Kleid mit weißen zarten Blumen darauf. Dazu weiße Sneaker. Er hat sein weißes Hemd, die dunkelblaue Anzugshose und eine hellblaue Krawatte mit weißen Streifen an.
„Chris.“
„Trun…Torsten.“, stammelt sie. Beiden steht das Herz bis zum Anschlag, mit dieser Begegnung haben sie nicht gerechnet. Plötzlich wird sie angerempelt.
„Steh doch nicht im Weg rum, du Tussi!“, faucht sie ein junger angetrunkener Mann an. In Torsten steigt plötzlich Wut auf und er macht zwei Schritte in seine Richtung.
„Entschuldigen Sie sich sofort bei ihr!“, brummt er ihn an. Der Kerl ignoriert ihn einfach, hebt die Hand und zeigt ihm einen Stinkefinger.
„Fick dich, du Schnösel.“, kommt zurück. Christa fasst schnell Torstens Hand, als sie sich zur Faust ballt. Es ist nur ein kleiner Reflex, ja, er hätte sie nicht benutzt, aber ballen, ist erlaubt.
„Lass ihn, er ist es nicht wert.“ Er schaut in ihre sanften Augen und sein Puls geht schlagartig wieder herunter. Dann lächelt er.
„Du hast Recht. Ich lass mir den Tag nicht verderben. Sehen wir uns heute Abend?“
„Ja, wenn du wirklich willst.“, kichert sie etwas verlegen, dass er sie so in Schlips und Kragen mitten an der Haltestelle vor aller Leute fragt. Mit hochrotem Kopf schaut sie verliebt zu ihm auf. In ihrer Welt existieren die Leute alle gar nicht. „Schön. Weißt du schon wo?“ Für ihn ist es ähnlich.
„Ich überlege noch. Ich schreibe dir.“, kommt wie aus der Pistole geschossen und sie lässt seine Hand wieder los. Plötzlich erscheint Vallerie neben ihrem Bruder und packt ihm am Arm, jedoch lässt sie ihn sofort wieder los. Er kennt das Signal, es ist dringend und erfordert sofortigen Rückzug.
„Gut. Bis dann.“ Er greift noch ganz kurz ihre Hand und sieht ihr in die schönen Augen.
‚Chris, du bist der Wahnsinn.‘
Der Entschluss oder Sicherer Standort
Kapitel 3
Der Entschluss oder Sicherer Standort
Kurz darauf sind sie wieder vor dem Eingang des Rathauses.
„Also echt mal! Bist du total verrückt geworden?“, merkt das Schwesterchen an.
„Sie ist es.“
„Wie jetzt? Sie Kleine eben? Das ist sie, die Niedliche aus der Diskothek?“, wundert sie sich und dreht sich zu Christa um, um sie zu betrachten.
„Ja, auch…nein…ich meine…“ Er flüstert ihr ins Ohr.
„Chris, aus der Dragon-Ball-Welt. Sie heißt Christa.“
‚Hm, naja. Hübsch ist sie ja. So ganz normal. Und das soll dieses Mädchen sein, dass in eine Comicwelt verzaubert wurde?‘
„Spinner, echt. Wie oft das noch? Ich dachte du hast aufgehört zu suchen?
Komm jetzt. Sie ist doch viel zu jung. Sie müsste in deinem Alter sein.“
„Eben nicht. Die Jahre haben sich umgedreht. Sie ist erst seit zwei Jahren wieder hier und ich schon seit 9. Wir gingen vom Ausgangsalter 17 und 18 aus. Deswegen haben wir uns nicht gefunden.“, flüstert er sehr leise. Langsam gehen sie ins Rathaus zurück.
„Spinner, werde endlich erwachsen.“, steckt sie ihm die Zunge raus. Keiner sieht sie, sie sind allein im Eingangsbereich. Der Empfang kann nichts von dort sehen und verstehen. Die Geschwister unterhalten sich stets auf Japanisch.
„Ich habe noch 10 Minuten. Ich bin nochmal bei der Männerabteilung und komme dann nach.“, meldet er sich ab und verschwindet auf Toilette. Er stellt sich nach ein paar Minuten vor den Spiegel und wäscht sich auch das Gesicht. Nochmal die feuchten Hände kurz durch die Haare und die Zähne kontrollieren.
‚Hm. Fühlte sich gleich so an.‘, entdeckt er etwas zwischen den Zähnen, greift in die Hosentasche und holt ein kleines Döschen heraus. Darin befindet sich seine Zahnseide für Notfälle. Kurzer Griff in einen Zwischenraum und schon landet das Garn im Abfall und die Dose wieder in der Tasche.
„Perfekt. Zweite Runde.“
‚Hoffentlich überkommt mich nicht wieder so ein seltsamer Erinnerungsschub wie vorhin beim Essen. Ist ja peinlich.‘ Er richtet sein Hemd, die Krawatte und kontrolliert Schuhe und Hose.
‚Zum Glück kein Fleck. Es war auch keine Soße auf dem Brötchen.‘, grinst er. Plötzlich vibriert es in seiner Hosentasche. Er geht ans Handy, eine SMS von Christa.
„Lieber Torsten, ich würde gerne mit dir in ein kleines niedliches Asia-Bistro gehen. Es ist nichts Besonderes, ganz sicher auch nicht dein gewohntes Umfeld, aber die Leute sind sehr nett und sie reden nicht, sind immer diskret. Ich gehe oft dorthin und wir wären nur unter uns mit etwas romantischen asiatischen Ambiente. Mir schmeckt es dort sehr gut.“
Er grinst vor sich hin. Genau in diesem Augenblick betritt eine weitere Person die Herrentoilette. Es ist sein Vater. Er lächelt ihn stolz an.
„Vallerie sagte, du bist hier. Was war das vorhin? Deine lockere Art der Präsentation war mir völlig neu.“, beginnt er, verschwindet hinter der Trennwand und geht ans Urinal.
„Hat es dir denn gefallen? Du machst mir den Eindruck.“, kommt freundlich entgegen.
„Ja, das war gut, modern und erfrischend. Du bist sonst so ernst und zu sehr fokussiert. Es lief bisher alles sehr locker. Das macht einen guten Eindruck. Die Deutschen scheinen sowas zu mögen.“, lobt er ehrlich, beendet was er angefangen hat, schließt die Hose und drückt auf den Spülknopf. Torsten ist erstaunt, als er ihn ans Waschbecken gehen sieht und beim Händewaschen beobachtet.
„Das wird ganz sicher was. Zum Schluss hat kaum jemand noch was gefragt.“
„Der wichtigste Teil kommt jetzt. Die Finanzierungen.“
„Ja, das ist immer der Brocken, wo sie aussteigen, aber diesmal habe ich noch etwas in der Hinterhand. Ich habe es mir für einen ganz besonderen Standort aufgehoben.“
„Hm, Hinterhand gefällt mir nicht. Was soll das sein? Du weißt, ich stehe nicht auf Überraschungen.“
„Vertrau mir einfach. Vater.“, spricht er mit ernsten und überzeugten Worten und berührt ihn an der Schulter. Sein Vater ist deutlich kleiner als er, etwa so groß wie Christa.
‚Torsten, seit Jahren…nein, noch nie…hast du mich Vater genannt. Was ist nur heute mit dir los?‘
„Gut, mittlerweile weiß ich, dass ich das kann. Du machst das.“ Dann berührt auch er seine Schulter und schaut zu ihm auf.
„Wenn du das hier über die Bühne bringst und wir uns in Europa einen Namen machen können, dann bist du so weit, mein Sohn. Bring diesen Standort an den Markt und die Firma gehört dir. Ich werde sie dir überlassen und in den Ruhestand gehen.“ Torsten schmunzelt.
„Danke für dein Vertrauen. Aber du meinst Vallerie und mir?“
„Das entscheidest dann ganz allein du. Die Details folgen, wenn es so weit ist.“ „Ich entscheide gleich. Wenn in diesen Wochen alles läuft, wie es soll, dann bekommt Vallerie den asiatischen Markt und ich den Europäischen. Sie hält fest, was da ist und ich baue weiter aus.“
„So ein Zwillingsding, was? Was ist das für eine Hinterhand?“, grinst er zurück. „Ohne sie wäre ich nie so weit gekommen und das weißt du auch.
Eine neue Erfindung, die alle aus den Socken hauen wird.“
„Wow, wieder was Neues? Du strotzt aber auch nur so vor Ideen. Was da in den letzten Jahren so kam, ist erstaunlich.“ Torsten grinst und dann verlässt er mit seinem Vater zusammen die Sanitäranlage. Auf dem Weg zum Versammlungsraum simst er Christa noch zurück und bestätigt ihre Einladung. „Ich hole dich dann vom Hotel ab. Wir können das kleine Stück bei dem guten Wetter laufen.“
Am Ende der langen Versammlung kommen noch einige Fragen und ein Einwand der Opposition.
„Herr Yamamoto, Sie sagten Ihr würdet neben der eigentlichen Fertigung der Züge auch andere zweckmäßige Dinge herstellen und erzeugen. Was wären das so für Dinge?“
„Das ist eine sehr gute Frage. Die Züge kennen wir ja bereits, sie sind nichts neues, nur dieser Standort, denn sie in Deutschland nun doch zu etablieren, das ist neu.“, ruft jemand dazwischen. Der zukünftige Geschäftsleiter lächelt, geht zu seinem Koffer und holt eine Dose heraus. Dann stellt er sie auf das Pult. Dann geht er zum Laptop und sucht eine bestimmte Datei raus und schaut auf, bevor er sie an die Wand dringt.
„Das ist eine sehr gute Frage. Mir ist im letzten Jahr eine ganz besondere Technologie gelungen, an der ich seit Jahren arbeite. Und ich arbeite noch immer daran, jedoch ist sie bereits bis zu einem gewissen Grad nutzbar geworden.
Ich werde Ihnen nun eine neue Erfindung präsentieren, die nicht einmal mein Vater kennt. Mein Ziel ist es dies hier an diesem Standort umzusetzen.
Bitte sehen Sie sich zur kurzen Einleitung diesen kleinen Filmausschnitt an und behalten im Hinterkopf ein Genie Leonardo Davinci oder den ideenreichen Autor Jule Verne. Viele sinnvolle Erfindungen nach ihnen wurden an ihren Vorgaben und Ideen inspiriert. Dies ist auch in diesem Fall so.“ Alle sind gespannt, es ist ruhig im Saal und er öffnet den Filmausschnitt. Ein lautes Raunen geht durch die Reihen.
„Wieso kommt ein Trickfilm?“
„Den Quatsch sehen sich meine Kinder an.“
„Was soll das?“, kommen verschiedene Ausrufe. Auch sein Vater verzieht plötzlich das Gesicht.
‚Das ist doch wohl nicht wirklich sein Ernst? Seit wann ist wieder dieser Quatsch in seinem Kopf? Thorsten, ich hoffe nur, du weißt genau, was du tust.‘
„Sehen Sie einfach nur hin und lassen es wirken. Es geht nicht um die Handlung.“, sagt Torsten mit strengem Ton, so wie er es sonst auch immer tut. Streng, erhaben und selbstsicher. Auch er sieht auf den Bildschirm.
‚Jetzt ist es so weit, Mutter. Alle können dich sehen. Opas erste große Erfindung in der realen Welt.‘
Ein Mädchen sitzt auf einem Motorrad und steigt ab, holt eine Schachtel heraus, drückt auf einen Knopf des Fahrzeugs und es schrumpft so klein, dass es in einer Kapsel verschwindet, welche etwa so groß ist wie ein Finger. Eine Szene später holt sie erneut die Schachtel heraus, wo mehrere Kapseln drin liegen und holt eine größere Kapsel heraus, drückt auf einen Knopf am Kopfende und wirft sie auf den Boden, prompt erscheint ein Haus und sie geht mit dem kleinen Jungen hinein.
Der Film ist beendet. Es waren nur insgesamt drei Minuten der beiden Filmausschnitte. Im Saal wird es unruhig. Einige sehen sich verdutzt an und wundern sich was das bitte bedeuten soll und andere sind ganz leise und sagen gar nichts. Um die Aufmerksamkeit nach ein paar Minuten auf sich zu lenken, wird eine neue Präsentation geöffnet. Auf dem Bild ist ein Bild von dem Kästchen, das Torsten auf dem Pult liegen hat.
„Wenn ich wieder um Ihre Aufmerksamkeit bitten darf, meine Damen und Herren.
Uns wird wohl allen bewusst sein, dass es so eine Art von Technologie in diesem Sinne nicht geben kann. Jedoch ist es zum Teil möglich Gegenständen die Luft zu entziehen, siehe Vakuumverpacken. Durch dieses Verfahren können Platz und Versandkosten gespart werden. In der Lebensmittelindustrie kann die Haltbarkeit verlängert werden. Wo keine Luft ist, da kann nichts verderben, beziehungsweise deutlich länger frisch bleiben.“ Er greift das Kästchen auf dem Pult.
„Und nun ist noch das Problem der Dichte im Raum. Die Dichte eines Körpers kann man unter bestimmten Bedingungen mit Hilfe von Flüssigkeiten erhöhen, jedoch besteht darin ein Problem, das uns nicht weiterhilft. Meine Idee dabei war, Raum zu sparen. Sei es für den Haushalt, zum Lagern und Aufbewahren von Gegenständen, die man nicht ständig benötigt. Der Klassische Schlafsack und das Zelt zum Beispiel benötigt grundsätzlich mehr Platz als beim Kauf, denn wer bekommt es schon hin, wie die Maschinen diese Stoffe wieder in ihre ursprüngliche Verpackung zu quetschen? Nur wenige geübte Camper. Oder denken Sie an die Matratzen, die Bettdecken, die Winterjacken, die stapelweise Kinderkleidung, die nicht mehr passt, die man als Paket zum Nächsten senden will. Kleiderspenden oder Federbettzeug. Alles sperrige Alltagsgegenstände.
Nun habe ich durch eine neuartige Technologie eine Möglichkeit gefunden, nicht nur die Luft zu entziehen, sondern auch ohne Flüssigkeit die Dichte so sehr zu verengen, dass der Körper sogar kleiner wird. Und genau das ist eigentlich rein physikalisch nicht möglich, ein Verkleinern des Körpers.“ Er zeigt zum Standbild der Kapsel in der Hand seiner Mutter Bulma Briefs. Keiner sagt etwas.
„Vallerie, wehrte Schwester, bitte öffne alle Fenster, die Luft ist für die Vorführung zu gering.“, lächelt er sie höflich an, dann geht er mit der Kiste vor das Pult und zeigt sie hoch.
„Das hier ist nicht nur ein Prototyp, sondern bereits eine fertige verkaufbare Edelstahlhülle für eine komplette Campingausrüstung einer einzelnen Person. Ich bitte nun zwei Herren und zwei Damen nach vorne, um das Gewicht einmal zu prüfen und die Kiste zu berühren.“
Es gehen einige Hände hoch und er wählt zwei Damen aus.
„Vallerie, du suchst zwei Herren aus. Der Herr Oberbürgermeister und die Vertretung der stärksten Opposition kommen bitte ebenso zu mir.“ Es dauert nicht lange, da stehen sechs Personen um ihn herum. Er gibt dem Bürgermeister das Ding als erstes in die Hand. Er staunt nicht schlecht, vom Gewicht her kann er sich gut vorstellen, dass es eine komplette Campingausrüstung sei.
„Wow, so klein und so schwer. Würde hinkommen.“ Alle sind erstaunt, das Gewicht ist wirklich vorstellbar für das, was gesagt wurde, was es sei.
„Das Verhältnis ist ähnlich wie beim Wasserentzug bei Früchten für Säfte, um nur das reine Konzentrat transportieren zu müssen. So der Sinn dahinter.“
Wenig später liegt die Kiste auf Holzparkett.
„Nun, wird gleich viel Luft gebraucht, daher ist es in der Regel besser an der frischen Luft zu sein, jedoch geht es jetzt auch in so einem großen Saal. Sie müssen nur etwas Ihre Ohren zuhalten, damit kein Druck entsteht. Ich konnte es vor so vielen Leuten noch nicht testen, Sie verstehen. Die offenen Fenster sollten reichen, dies auszugleichen.
Gibt es Asthmatiker oder Herzkranke im Raum, die unsicher sind? Dann bitte ich Sie sich ganz hinten weit weg zu begeben, das wird reichen. Es ist nur eine Vorsichtsmaßnahme. Wie Sie im Film gesehen haben, entstand dort eine große laute Wolke. Es wird keine Wolke geben, aber es wird kurz etwas laut zischen, ähnlich wie ein Einziehen der Luft zwischen den Zähnen.“
Zwei Leute gehen nach hinten zum Eingangsbereich und halten sich die Ohren etwas zu.
„Gut. Erschrecken Sie nicht, alles wird eher in etwa so sein, als würde neben Ihnen ein Zug losfahren, kein Knall, keine Wolke, nur ein Zischen, weil die Gegenstände schnell Luft ziehen werden. Vergleichbar auch mit einer sich selbstaufblasenden Luftmatratze.“, warnt er ein letztes Mal.
„Vallerie? Jetzt.“, gibt er ihr ein Zeichen und nun drückt er auf einen Knopf des Kastens, welcher etwa so groß ist wie eine kleine Handtasche. Er entfernt sich mit ruhigem Schritt und stellt sich vor das Pult.
Ein Zischen beginnt. Die Kiste öffnet sich langsam und innerhalb von fünf Minuten liegen zum Erstaunen aller ein Iglu-Zelt, welches man noch aufbauen müsste, ein Schlafsack, eine Luftmatratze, ein Federkissen und mehrere Kuscheldecken so wie ein Stoffrucksack, ein Plüschtier in Form einer Katze und Wechselwäsche auf dem Boden. Torsten geht zu einer Tasche, die er neben dem Pult stehen hat, wo ebenso sein Laptop drin war, und holt einen Stoffbeutel heraus und legt es neben die Dinge.
„Ich bitte nun gerne alle nach vorne, die sich die Dinge ansehen möchten, um sich zu überzeugen. Alle Gegenstände sind von hoher Qualität.“ Der erste Griff geht zum Beutel, darin kommen die Heringe und die Kunststoffstangen mit den Metallverbindungen heraus, die zum Aufbau des Zeltes von Nöten sind. Es meldet sich eine Hand.
„Welche Materialien dürfen das sein? Ich sehe hier verschiedenes, aber das Metall geht nicht? Und in welcher Größenordnung kann das funktionieren?“
„Ja, wäre es möglich zum Beispiel eine ganze LKW-Ladung von Matratzen oder Textilien zu verkleinern?“
„Ja, das ist möglich. Im Gegensatz zum fiktiven Produkt, sind Metall und Stahl nicht möglich, aber dafür organische Materialien wie Textilien aus Baumwolle oder Seide, sowie Holz, also ganze Möbelstücke, die nur aus Holz bestehen. Ein Umzugsunternehmen oder ein Möbelhaus kann davon deutlich profitieren, beim Transport wie auch in der Lagerwirtschaft. Privatpersonen ohnehin, nur im kleinen Maße wie unser Beispiel. Auch die Federn werden wieder ihren ursprünglichen Zustand und ihre Qualität aufweisen. Greifen Sie gerne richtig ins das Kissen rein. Sind Materialien minderwertig wie schlecht verarbeitete Presspappe bei Möbeln, dann kann es natürlich zu Qualitätsverlusten kommen. Es ist ratsam keine schlechtverarbeiteten Textilien zu nutzen, denn auch die könnten irgendwann an Elastizität verlieren, wenn das Verfahren zu oft benutzt wird. Je reiner ein Material ist, umso länger hält es auch, so wie beim Waschen von Kleidung.“ Er legt Beispielbilder an die Wand.
„Wie bekommt man das jetzt wieder zurück in die Box?“ Torsten gibt seiner Schwester ein Zeichen und sie holt einen großen Koffer hervor.
„Mit diesem Koffer, den man auch als gewöhnlichen zusätzlichen Koffer benutzen kann.
Hier ist ein spezieller Beutel drin, welcher die Größe haben muss, von den Dingen, die hinein gehen sollen. Im Fall der LKW-Ladung oder Baumstämme wäre ein Container von Nöten. Solche großen Maschinen werden in unserem Werk hergestellt. Unternehmen, die einen Nutzen davon haben, können diese dann erwerben.
Ich würde jetzt dazu gerne Freiwillige haben, die mir die Gegenstände in den Beutel tun. Alles außer der Metallteile, die ich dazugelegt habe.“
Es wird natürlich schnell erledigt.
„Nun schließen Sie den Beutel mit dem Verschluss und drücken auf den Knopf.“ Während der Prozess von statten geht, erklärt er es in einfachen Worten.
„Das Prinzip ist zu Beginn ähnlich einer Luftpumpe, die die Luft hinaus, statt hineinbläst. Danach kommt die Funktion des Vakuums hinzu. Wenn es eine Größe erreicht hat, um in den Koffer zu passen, dann muss dieser geschlossen werden. Der restliche Prozess läuft dann im Inneren des Koffers ab. Es wird bis zum Maximum ein Vakuum geschaffen und dann die Dichte vergrößert, weitere Luft entzogen damit der Gegenstand kleiner wird.“ Er zeigt kurz wie der Koffer zu geht und schon liegt der Koffer einfach auf dem Boden und es muss erneut ein Knopf gedrückt werden.
„Es dauert etwa zwanzig Minuten, bis das in die Größe verkleinert wird, wie es in der Box war. Bei der besagten LKW-Ladung dauert es in der Regel bis zu einer Stunde. Das kommt auf die Materialien und die Leistungsstärke der Maschine an. Sind es auch nur große Textilien oder Federkissen, dann kommt es gleich, da die große Maschine effektiver arbeitet als der Koffer, der hauptsächlich für private Zwecke gedacht ist. Sie können sich gerne in der Zwischenzeit beraten und Kaffee trinken oder zur Toilette gehen. Machen Sie eine Pause. Zu sehen gibt es so schnell nichts mehr. Später öffnen wir gemeinsam den Koffer und Sie werden sehen, dass der Beutel mit dem Inhalt in die kleine Box passt, die ich hier in den Händen halte.“
Während der Pause legt Torsten eine Auflistung der Materialien und alltäglichen Gegenstände, die sich für so ein Verfahren eignen, vor. Nach der Pause gibt es einen weiteren Bilanzplan und Beispielbilder in welchen Größenverhältnissen die FTC-Boxen funktionieren.
„Die Patente der Boxen sowie des gesamten Verfahrens, liegen bereits vor. Mit diesem Produkt allein sichern wir unseren Standort, völlig egal wo dieser auf der Welt ist.“
Es ist abends etwa gegen 18 Uhr und Torsten steht vor seinem Hotel und schaut sich neugierig um, wo Christa denn herkommen mag. Er trägt eine schwarze Jeans und ein lässiges rotes Poloshirt. Christa erwähnte nur ein Bistro, also scheint es etwas ganz Kleines zu sein mit wenigen Tischen und ohne großen Anspruch. Demzufolge wollte er eher etwas neutraler erscheinen, nicht zu elegant wie in einem guten Restaurant. Er schaut zur Straßenbahnhaltestelle und siehe da, er kann sie erblicken. Christa trägt ein marineblaues kurzes Sommerkleid mit kleinen Ankern darauf. An den Füßen diesmal weiße Pumps mit Schleifenbändern, die etwas am Bein hochgehen. Der Absatz ist nicht sehr hoch, aber wirkt elegant genug, um nach einem Date auszusehen. Als Handtasche hat sie nur eine kleine Clutch im schlichten Marineblau mit einer dünnen Schnur. Er lächelt, als sie ihn entdeckt und lächelnd auf ihn zugeht. Ein schwarzes Jackett hält er mit der linken Hand über der Schulter am Haken fest. Es ist für später, wenn die Sonne weg ist und der Wind frisch wird. Seine lässige coole Art fällt natürlich auf. Einige Leute gehen an ihm vorbei und schauen teilweise zu ihm rüber.
Sein Blick ist fixiert auf Christa und Christa genießt diesen Anblick. Noch nie hat sie ein Mann so angesehen oder sich so offen einfach mit ihr getroffen. Irgendwie lief das immer alles anders ab. Obwohl sie weiß, dass es sich diesmal wirklich um Trunks handelt, ist es noch immer so, als würde sie sich mit jemand Fremden treffen. Sein Äußeres ist ihr überhaupt nicht vertraut, sehr anziehend und attraktiv natürlich und wie könnte es auch anders sein, war diese aufregende erste Nacht gefühlt ihr Erstes Mal. Und dann mit einem wirklich sehr anziehenden Mann, dem sie gar nicht widerstehen konnte. Dieses Gefühl hatte sie noch nie. Und nun steht er da, dieser Mann, der Trunks Seele in sich trägt und sie seit neun Jahren gesucht hat und nun endlich hat er sie gefunden. Er geht auf sie zu und lächelt liebevoll.
‚Wie schön du bist, Christa. Das wird heute ein ganz besonderer Abend. Ein Date hatten wir noch nie. Auch damals nicht.‘ Er bleibt vor ihr stehen und sie blickt verlegen zu ihm auf. Beiden schlägt das Herz bis ins Unendliche.
‚Trunks, ich kann es immer noch nicht glauben. Du siehst ihm so gar nicht ähnlich, aber du bist so attraktiv und ich…ich komme mir fast vor wie ein Mauerblümchen neben dir. Ständig muss ich noch meinen Ausweis zeigen, als würde ich wie eine Jugendliche wirken. Wie sehen wir für Außenstehende denn aus? Dir sieht man dein Alter gut an, aber im guten Sinne. Ich hingegen, bin im Kopf schon 26, aber aussehen tu ich wie 18 oder so, wenn ich Glück habe.‘ Etwas verunsichert schaut sie zu ihm auf und lächelt.
„Hi.“, kann sie nur sagen.
„Du bist wunderschön. Aber das hörst du vermutlich ständig.“, schmunzelt er. „Eher weniger. Aber wenn du es sagst, klingt es ehrlich.“, versucht sie locker zu reagieren.
Er berührt sanft ihre Hand.
„Hier in Europa zu sein, hat etwas Gutes.“
„Was denn?“
„Dort dürfte ich dich nicht an die Hand nehmen, zum Beispiel.“
„Echt? Sind die da so streng?“
„Verboten ist es nicht, aber in meiner Position sollte ich mich wohl lieber an jede Regel halten, oder?“
„Es…fühlt sich gut an.“, sagt sie nur leise und läuft dabei knallrot an. Er grinst.
„So schüchtern habe ich dich gar nicht in Erinnerung. Wo müssen wir jetzt hin?“, versucht er sie etwas abzulenken.
„Oh, äh. Ja. Sorry. Ich muss mich erst dran gewöhnen.“ Sie schlägt eine Richtung ein und sie gehen langsam los.
„Deine Stadt ist niedlich, aber sehr hübsch. Mir gefällt der kleine Hafen hier in der Stadt. Nette kleine Schiffe und interessante Häuser aus der alten Hansezeit.“ „Das freut mich. Niedlich, klingt ja komisch. Wir sind immerhin die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Wir gelten bereits als Großstadt, also bitte.“, kichert sie etwas.
„Trotzdem niedlich. Warst du jemals in Tokio?“
„Du denkst du hin? Ich kann mir nicht mal den Flug dahin leisten, geschweige denn eine Übernachtung und den Rückflug.“, grinst sie verlegen.
„Was arbeitest du eigentlich?“
„Ich mache derzeit noch eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Deswegen fiel mir das mit dem Handtuch auf. In eurem Hotel werden Prüfungen abgelegt und die Zimmer zu reinigen, gehört unter anderem dazu. Ein Kollege hat mir bereits ein paar Tipps gegeben, wie dort die Zimmer aufgebaut sind und auf was ich bei Einzelzimmer achten muss. Gespart wird ja gerne überall.“, erzählt sie frei raus. „Zimmer reinigen? Ich dacht eine Fachfrau steht an der Rezeption?“
„Wir machen alles. Oder um es so auszudrücken, wir müssen alles können und daher wird in der Ausbildung auch alles gemacht. Etage, dazu also auch die Zimmer, Rezi und Service in der Gaststätte. Alles einmal durch die ganze Bank. Zur praktischen Prüfung muss man Arrangements schreiben, Kalkulationen mit Angebot, Rechnung und so, dann wird ein Zimmer auf Zeit und nach Vorgaben hergerichtet, dann muss man ein Menü schreiben und die Tafel dazu passend eindecken und nebenbei wird man herausgenommen und muss Spezialbestecke und Gläser bestimmen. Das wars dann. Zum Ende kommt ein Gespräch mit den Prüfern. Je nachdem wie viele Punkte man erreicht hat, fragen sie schwere Sachen, um noch Punkte zu gewinnen oder was ganz Leichtes, weil man eh bestanden hat. Am Ende zählt nur bestanden oder eben nicht. Natürlich sind die Punkte nicht ganz unwichtig, wenn man sich dann irgendwo bewirbt, aber letztendlich zählt die Praxis im Alltag dann mehr, solange man nicht nur überall durchgerutscht ist und die niedrigsten Punkte hat. Was die Punkte betrifft, ist die Theorie noch etwas wichtiger als die Praxis.“
„Das klingt nach viel lernen. Wie lange musst du noch?“
„Ich habe in einem Monat meine schriftliche Prüfung und dann kommen die praktischen Prüfungen. Die Termine weiß man erst danach, wenn man bestanden hat.“
„Bist du fit genug? Nicht, dass ich dich jetzt ablenke.“
„Wenn ich nicht gerade wieder 5 bis sechs Jahre einen Tag vor der Prüfung abwesend bin, sollte es alles sitzen.“, lacht sie etwas und schaut dann seitlich zu ihm auf. Er ist überrascht.
„Sag jetzt nicht, deine Reise in meine Welt war genau vor einer Prüfung?“
„Jup. Dumm gelaufen, ich stand sowas von leer vor meinen Prüfern, alles neu. Voll peinlich.“
„Oha. Worum ging es in der Prüfung?“
„Das war meine Abschlussprüfung für die 10. Klasse, also Mittelschule, wäre das bei euch, nur eben 10 statt 9 Klassen, die wären bei uns Hauptschule. Naja, es war Physik. Der Elektromotor. Und ich stand da vor dem Ding und konnte gar nichts. Du hättest es vermutlich erklären können, ohne darüber nachzudenken, aber ich…hab doch keine Ahnung von Technik.“
„Ja, das wäre wohl kein Problem für mich. Das stimmt. Dabei könnte ich vermutlich deine Arbeit nicht. Wenn du nur bedienst, musst du trotzdem Menüs schreiben? Ist das schwer? Ich setz mich gewöhnlich nur hin und genieße es. Ab und zu muss ich auch mal meckern, weil was nicht stimmig ist.“, grinst er.
„Das kann ich mir so richtig vorstellen.“, kichert sie. Beide lachen etwas und sehen sich dabei in die Augen und bleiben stehen.
„Siehst du, du bringst mich wieder zum Lachen, so wie damals. Da konnte ich nie lachen. Erst, als wir uns begegnet sind.“ Sein Druck in ihren Händen wird plötzlich etwas fester, aber auf liebevolle Art und sie kann gar nichts dazu sagen, nur in seine blauen Augen sehen.
‚Du wirkst nach außen so streng und kontrolliert und jetzt lachst du einfach mit mir. Dass ein Mann so ein angenehmes und herzhaftes Lachen hat, ist mir nie aufgefallen.‘
„Das freut mich sehr. Dich Lachen zu sehen, ist beruhigend.“