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Lunatic

von

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Irrmond

,,Und aus diesem Grunde sollte man einem Irrwicht trotz allem mit Respekt entgegen treten. Die außergewöhnliche Fähigkeit einer individuellen Mutation des Geschöpfs lässt nämlich auf telepathische Fähigkeiten schließen, wodurch...". Remus kniff die Augen zusammen, als er bemerkte, wie seine Konzentration schwand und seine Gedanken wieder drohten abzudriften. Es ärgerte ihn selbstverständlich. Aber andererseits konnte er auch nicht anders.

Professor Strawberry bekam von seiner geistigen Abwesenheit kaum was mit, obgleich er in der vordersten Reihe saß und Remus jeden Luftzug abbekam, wenn der Professor für magische Geschöpfe an ihm vorbei schritt. Gedankenversunken schritt der große hagere Mann vor seinen Studenten auf und ab wie ein Storch und gab dabei sein enormes Wissen an magischen Kreaturen zum besten. Remus musste gähnen.

Er hasste Vollmond. Wenn es nach ihm ginge, so hätte man das Hauptproblem eines jeden Unglücklichen bereits mit einer größeren Menge Sprengstoff beseitigt. Für einen Moment kam Remus nicht drum herum sich eine Welt ohne Mond vorzustellen. Zwar würde es nachts um einiges dunkler sein, doch wäre er erlöst. Nie mehr Schmerzen, nie mehr Panik und Angst, nie mehr der Schlaftrank, der ihm jedes Mal drohte den Magen umzustülpen sobald er ihn auch nur roch. Nie mehr, nie mehr, nie mehr.

,,Und gerade deshalb sollte man nie zu leichtfertig einem Irrwicht begegnen, egal wie gut man bereits in der Verteidigung gegen derartige Kreaturen ist. Da die Angst...".

12 Uhr. Der lange Zeiger seiner Armbanduhr hatte sich behäbig auf die 12 gesetzt und ruhte sich nun neben dem kleinen Zeiger aus, bevor der Sekundenzeiger ihn zu einem weiteren Schritt zwang. Noch 6 Stunden, bevor der Erdtrabant am Himmel auftauchen und der Schmerz in Remus Körper zunehmen würde. Dabei fühlte sich der junge Mann mit dem braunen kurzem Haar bereits jetzt, als ob irgendetwas tief in ihm sämtliche Kraft aus ihm heraus saugen würde. Um 15 Uhr ungefähr würde er die ersten stärkeren Schmerzen verspüren. Ihm war jetzt bereits klar, dass er nach der nächsten Vorlesung über die Psychologie der Geschöpfe zitternd den Raum würde verlassen müssen. Es war ja stets das selbe, jeden Monat. Er warf einen Blick nach rechts, wo Larry saß und gerade wieder neben lustlos aufgekritzelten Notizen eine Skizze von einem Kobold oder so anfertigte. Larry war ein begeisterter Zeichner und talentiert obendrein. Jedoch war Zeichnen auch das Einzige, was den rothaarigen Burschen interessierte. Geräuschlos zupfte Remus ein Stück Pergament von seinem Notizblock ab und schrieb. Nach einem kurzen Blick auf dem Prof, der nun an einer Schautafel stand und Irrwichte in ihren unterschiedlichsten Formen anpries und erläuterte, schob er ihn zu Larry rüber. Der junge Student mit dem fuchsrotem Haar und den wässrigen blauen Augen starrte für einen Moment komplett verblüfft auf den Fetzen Papier, als ob er dermaßen in seiner Welt versunken gewesen war, dass er nichts mehr mit solch irdischen Botschaften anfangen konnte, dann las er und blickte kurz zu Remus hinüber. ,,Du siehst echt scheiße aus!", flüsterte er nüchtern und knüddelte das Pergament mit einer Hand zusammen um es auf den Boden fallen zulassen. Ein wenig verärgert richtete Remus seinen Blick auf Strawberry, der bemüht war mit seinem Zeigestock die Leinwand zu durchbohren und dabei eindringlich auf seine gelangweilten Zuhörer einredete. Wahrscheinlich hatte Larry mit seiner Bemerkung recht, aber musste er so fürchterlich ehrlich dabei sein?

,,He, war nicht böse gemeint Kumpel." Versicherte Larry ihn, als er bemerkte das er Lupin verärgert hatte. ,,Aber du solltest echt mal was dagegen tun. Du siehst von mal zu mal grässlicher aus. Vielleicht hast du ja irgendeine Nervenkrankheit oder so, oder Verdauungsprobleme!". Remus starrte den Student neben sich, der aussah als würde sich hinter den wässrigen Augen nicht sonderlich viel tun, Stirn runzelnd an. Er war sehr froh, dass Larry hier nicht in einer Medizinvorlesung saß, sondern in einem Fach womit er anderen Menschen wenigstens nicht ernsthaft schaden würde können. Verdauungsprobleme. Er schnaubte und nickte dann, als er bemerkte das Larry eine Reaktion von ihm erwartete.

,,Ich geh irgendwann mal zum Arzt.". Larry Waterhouse wand sich wieder seinen Zeichnungen zu.

,,Damit zählt der Irrwicht also zu den..." DRING! Ohne auf das Ende des Satzes zu warten, erhob sich die Meute und ließ den Professor mit einem grimmigen Gesichtsausdruck zurück.

Remus, dem alleine schon bei dem Gedanken auf zu stehen schwindelig wurde, beschloß zu warten, bis seine Kommilitonen vorüber gezogen waren. Ihr Lachen und ihr Reden füllten den großen Saal komplett aus und schien nur mit ihrem Verlassen allmählich abzuklingen.

,,Wollen sie nicht genau so ihren Freunden hinter her eilen und diese Stätte des Wissens hinter sich lassen, Mr. Lupin?". Die Verachtung und der Spott, mit dem Professor Strawberry das Wort "Freunde" hatte ausgesprochen, ließ den jungen Mann leicht zusammen zucken. Ihm war mulmig zumute wenn man ihn so anblickte, wie es Professor Strawberry tat. Erzürnt und vorwurfsvoll.

,,Nein, es ist eh Pause, da muss ich mich nicht unnötig beeilen.", entgegnete er und begann seinen Notizblock weg zu packen. Behutsam, denn er bemerkte wie das Loch in ihm immer mehr Kraft hinein zu saugen schien und seine Hände kraftloser wurden.

Der mürrische Gesichtsausdruck des alten Mannes hellte sich ein wenig auf. ,,Hat ihnen die Vorlesung gefallen, Mr. Lupin?". Remus holte tief Luft und sammelte in seinem Kopf sämtliche Fetzen der Vorlesung zusammen, die es auf wunderliche weise geschafft haben in seinem Hirn hängen zu bleiben. Sonderlich viel war es leider nicht.

,,Ich... ich fand sie gut, allerdings wusste ich einiges bereits selbst.". Natürlich war es gefährlich so zu sprechen, doch er konnte es sich erlauben., denn er arbeitete vor und hatte einige Bücher zu dem Thema gewälzt um nach Vollmond nicht nacharbeiten zu müssen.

Die Bemerkung schien den Professor jedoch nicht sonderbar zu verärgern. Im Gegenteil. Er lächelte sogar. ,,Ich konnte es mir denken. Ich weiß ja, dass sie viel lernen. Und es ist durchaus von Notwendigkeit, wo sie doch mindestens einmal im Monat krank sind. Ich kann ihnen aber versichern, Mr. Lupin, dass sie es sich leisten können. Bisher haben sie immer gut mitgearbeitet und ihre Arbeiten waren grandios und von verblüffendem Scharfsinn.".

Remus lächelte matt aber glücklich. Solch ein Lob tat gut und half manchmal sehr gut über die Phasen hinweg, in denen er überlegte aufzuhören. Nein, so eine Phase hatte er momentan nicht. Aber es war gut sich dann an solche Worte zu erinnern.

,,Mit Verlaub, Mr. Lupin. Wollen sie mich kurz in den Vorbereitungsraum begleiten? Ich wäre sehr erfreut ihr Wissen zu testen.".

Remus machte sich gar nicht erst die Mühe zu nicken, sondern erhob sich und folgte dem Professor in den sogenannten Vorbereitungsraum, der um einiges kleiner war und zu dem Fensterlos. Er war vollgestellt mit Büchern, Kisten aber auch Käfigen. Und von einem Aquarium aus dem hinteren Teil des Zimmerchens aus, winkte ihm ein Grindeloh zu, dessen Wasserbecken von einer Leuchtmuschel erhellt war.

,,Ich habe hier einen Irrwicht, und wäre begeistert und auch begierig zu erfahren, ob sie mir sagen könnten aus welche Unterart es ist.".

Ohne weitere Vorwarnung erhellte sich der Raum und Professor Strawberry zerrte das Tuch von einem Käfig. Keuchend taumelte der Student zurück und torkelte dabei gegen einen der Käfige, dessen Insassen sofort anfingen wie wild zu kreischen. Er hätte am liebsten geschrieen, als er spürte wie selbst bei der Zimmerbeleuchtung das fahle Licht des kleinen silbrigen Vollmonds seine helle Haut und sein Gesicht berührte und der Abgrund in ihn stärker wurde und ihm fast das Bewusstsein raubte. Nein, dieser Irrwicht hatte nicht mal den Ansatz der Macht ihn mutieren zulassen. Doch er reichte aus um ihn fast panisch werden zu lassen und das Pochen in seinen Gliedern schmerzhaft zunehmen zu lassen, so dass er um sich schlug in der wilden Hoffnung das fürchterliche Mondlicht abschütteln zu können.

,,Nein!", jammerte er.

Professor Strawberry, zuvor ganz geschockt, begann nun endlich zu reagieren. Gekonnt schleuderte er das Tuch wieder über den Käfig und trennte so den Irrwicht von dem Studenten, der stark zitternd allmählich wieder die Kontrolle über seinen Körper gewinnen zu schien. Dabei keuchte der Professor fast ebenso sehr wie er und ließ sich, nun nachdem der Moment vorbei war, allmählich auf den Boden sinken. Sichtlich erschöpft und geschockt.

,,Ach daher weht der Wind.".

Remus schluckte und versuchte sich, abgestützt an der Wand, wieder aufzurichten.

,,Dann nehme ich mal an, dass sie Morgen auch nicht zum Unterricht erscheinen werden?", fragte Strawberry nach. Remus hatte die Tränen in den Augen. Wie sollte er das nun einordnen? Hatte sein Professor Verständnis oder hatte er nicht? Würde er ihn ab nun ignorieren, diskriminieren? Was sollte er sagen?

Schwach nickte er. ,,Ich... ich wollte versuchen zu erscheinen. Es hängt immer davon ab, ob...". Er verstummte.

Strawberry erhob sich und sah auf ihn hinab. ,,Wissen sie, Lupin? Ich persönlich habe nichts gegen Kreaturen wie sie. Ich denke, auch für sie gibt es das Recht zu leben und zu existieren. Allerdings," und damit wurde die Stimme härter ," bin ich sehr verärgert, dass man mich nicht unterrichtet hat, dass ich einen Werwolf unterweise. Was ist nun, wenn ich den Irrwicht in einer Vorlesung gezeigt hätte? Was wäre, wenn ihre Kommilitonen, die wenigen die Verstand besitzen, erfahren hätten wer sie sind. Was wäre, wenn ich Silber hätte herum gehen lassen um sie über die Möglichkeiten dieser Substanz zu unterrichten? Sie hätten sich dabei fürchterlich verbrennen können. Sind sie gemeldet?" fragte der Professor barsch.

Remus nickte schwach. ,,Immerhin. Ich möchte, dass wir in der nächsten Vorlesung genauer auf das Thema Werwölfe eingehen. Speziell Umgang und Verhalten gegenüber Betroffenen. Ich denke das wäre in ihrem Sinne und ganz brauchbar für ihre Zeit an der Magischen Universität.".

Remus erwiderte nichts. Ohne sich zu verabschieden erhob er sich und ging kurz zu seinem Platz um seine Tasche aufzunehmen. Er würde gar nicht erst zu Psychologie der magischen Kreaturen erscheinen. Er würde sofort nach Hause gehen. Das wäre das Beste.

Auf Umwegen

Er knallte die Tür des Vorlesungssaals hinter sich zu und schluchzte. Er hasste so was und wie er so was hasste. Die Blicke der Person die nun wussten was er war.

Distanziert, interessiert, abwertend.

Wie er die Menschen doch hasste. Und wieso? Nur weil er anders war. Er konnte doch nichts dafür. Die Welt war ungerecht, so furchtbar ungerecht.

Heulend rannte er auf die Männertoilette und verschwand in die erst beste Kabine. Er hatte Glück. Für gewöhnlich hielten die Professoren nicht sehr viel davon, wenn die Studenten vor den Fluren herum lungerten, und so traf er niemanden an. Wahre salzige Sturzbäche fanden ihren Weg, als er sich auf der Schüssel niederließ und seinen Tränen freien Lauf ließ. Warum taten Menschen ihm so was an? War er so schlecht? Verdammte ihn so was schlecht zu sein?

Er bekam Angst zu ersticken und japste nach Luft. Seine Augen brannten und sein Körper zitterte extremst. Doch er begann sich wieder zu beruhigen. So etwas brachte ihn jetzt nicht weiter. Er versuchte logisch zu denken. Vielleicht, dachte er, könnte er ja mit Strawberry nochmals reden und ihn dazu bringen sich vor der Gruppe nicht darüber zu äußern. Oder vielleicht konnte er sich auch direkt an den Direktor wenden, der dann verbieten würde, dass... Nein. Das konnte er jetzt unmöglich. Dafür war er jetzt zu schwach. Er schniefte und fühlte wie der Schmerz in seinen Gelenken immer heftiger wurde. Sie begannen sich auseinander zu schieben, so wusste er. Aber vielleicht konnte er von Daheim eine Eule los schicken? Remus begann in einer Tasche nach einigen Papiertaschentüchern zu suchen, als die Toilettentüre aufging und sich schlurfende Schritte dem Waschbecken näherten. Diesen Schritten haftete etwas ungemein Vertrautes an und Remus kam nicht umhin sich mit weichen Knien auf die verschlossene Schüssel zu stellen und behutsam über den Türenrand zu blicken.

Snape.

Erschrocken versteckte Lupin sich hinter der Türe, als Severus sich, weshalb auch immer, umdrehte und sich verstohlen umblickte, als würde er sich beobachtet fühlen ( was er zweifelsohne ja auch war). Vorsichtig wagte Remus wieder einen Blick. Natürlich hat er gewusst, dass er Severus hier antreffen werden würde. Doch normalerweise mied Snape diesen Trakt der Universität wie die Pest und das nur, weil er genau wusste dass er hier einen der Rumtreiber antreffen könnte. Eine gute Weile beobachtete Remus so die Rückseite des ehemaligen Hogwartsschülers. Die fettigen schwarzen Haare zu einem kurzen Stummelpferdeschwanz gebunden mit dem schwarzen T-Shirt, wurde die Ähnlichkeit mit einer Ratte irgendwie immer stärker. Es war verblüffend wie sehr der Anblick des Tränkestudenten ihn beruhigte, und für einen guten Moment hatte Remus das Gefühl, dass Sirius und James jeden Augenblick hier auftauchen könnten, um Schniefelus eine reinzuwürgen. Nein, so was war nicht nett, aber es würde ihm versichern, dass man in dieser Gesellschaft nicht nur auf Werwölfe rum hackte. Irgendwie musste Remus gegen den Impuls ankämpfen einfach den schwächeren verhassten Snape da draußen am Waschbecken eine rein zu schlagen und ihn zu hänseln bis er heulen musste. Er schüttelte die lästigen Gedanken ab. Nein, das war nicht seine Art. Zu dem war er körperlich auch nicht gerade in einer Verfassung, die Prügeleien zu ließ. Sich abstützend kletterte Remus wieder von dem Toilettensitz hinab und stieß dabei unglücklich gegen seine Tasche so das diese umkippte und zum Höhepunkt natürlich auch noch ein Buch heraus schlidderte.

,,Scheiße." Hauchte er und blieb wie versteinert hocken.

,,Wer ist da?" schnarrte Snape. Remus brauchte den Slytherin nicht zu sehen um sich vorstellen zu können, wie dessen großer weißer Zinken sich um sah.

Schau nicht auf das Buch, schau nicht auf das Buch.

Lupin wollte es nicht wagen danach zu greifen. So konnte er vielleicht noch das Glück haben, dass Snape das Geräusch als Nonexistent ab tat, aber sobald dieser das Buch erblicken würde...

,,Was ist denn das?".

Hatte Remus J. Lupin denn jemals Glück gehabt?

Mit verhalltem Atem konnte er die regelmäßigen Atemzüge Snapes hören und das Blättern der einzelnen Seiten. Es dauerte nicht lange, bis er Severus spöttisch fragte :,,Ist Vollmond nicht erst nachts? Warum versteckst du dich jetzt schon auf dem Klo? Nicht das es mit deinem Aussehen nicht angebracht wäre Lupin.".

,,Lass mich bitte in Ruhe Snape." Baffte er zurück und hob die Tasche auf um die Kabine zu verlassen. Ihm war schwindelig als er sich dabei zu schnell erhob und fiel mehr aus der Türe als dass er ging. Snape grinste hämisch.

,,Heute ist wohl nicht dein Tag Wölfchen, was?".

,,Komm. Misch dir einen Schönheitstrank und lass mich in Ruhe. Ich will Heim!".

Mit einem zornigen Blick wollte er Snape das Buch entreißen, doch statt dessen gaben seine Knie nach und er fiel zu Boden.

Snape runzelte die Stirn. ,,Es freut mich ja, dass du mir zu Füßen liegen möchtest. Aber ich denke mit deinem Wunsch nach Hause zu fahren hattest du eine gute Idee. An einer Uni haben jedenfalls Leute wie du gar nichts zu suchen.".

,,Leute wie du, Leute wie du, Leute wie du! Die halbe Welt denkt genau so wie du Schleimbeutel. Und wenn ihr nicht wärt, dann würde ich hier jetzt nicht am Boden hocken!!", schrie er und spürte bereits wie er wieder nahe vor den Tränen stand.

,,Ach, wo würdest du denn dann hocken Lupin?". Snape ging neben seinen ehemaligen Mitschüler und nun Mitstudent in die Hocke. Er ergriff ihm am Arm und seine knochigen Finger bohrten sich wie Klauen hinein. ,,Ich bereue es immer einem von euch zu helfen, aber nachher denken sie noch, wenn sie dich heulendes Etwas auf dem Boden hocken sehen, ich hätte dir was getan. Nicht das es mir missfallen würde dir was zu tun. Aber derzeit habe ich einen gewissen Ruf, und Professoren halten nicht viel von Studenten, die unfähige Schwächlinge auf den Toiletten verprügeln.".

Es kostete Snape ein gewisses Stück Kraft den schmalen Werwolf aufzuhelfen und an die Wand zu lehnen, damit er erst mal ohne fremde Hilfe stehen konnte. Dann schob er sogar zusätzlich das Buch in die Tasche des Rumtreibers zurück und hielt sie ihm hin.

,,Kommst du ohne fremde Hilfe auch noch hier heraus, oder muss ich dir auch noch bis in den Flur helfen?".

Remus schüttelte den Kopf. Nein, bis zur Bahn würde er es noch schaffen. Und sonst konnte er ja Black anrufen. Er hasste es um Hilfe bitten zu müssen.

,,Danke." Sagte er leise und torkelte aus der Toilette so würdevoll er noch konnte.

,,He Lupin!", rief Snape ihm hinterher und der junge Mann mühte sich ab sich umzudrehen.

,,Du bist doch bestimmt nicht der Einzige hier. Mach dich schlau. Such dir ein paar Freunde oder so was, mit denen du gemeinsam Knochen verbuddeln kannst.".

Zornig knallte Lupin die Türe. Welch blöder Scherz.

Scully

Natürlich konnte er Severus nicht böse sein, dass dieser ihn, wenn auch von dummen Sprüchen begleitet, aufgeholfen hatte. Aber was sollte der dumme Ratschlag? Knochen verbuddeln. Freunde suchen. Er hatte doch Freunde!

Remus' Gedanken drifteten zu den guten alten Tagen in Hogwarts ab. Klausuren schreiben. James vor ihm, Black rechts von ihm und Peter links. Ständig eine rüber gezischelte Frage von Peter oder ein Siegessicheres Grinsen von Sirius. Die schöne Zeit. Ja, ja... selbst in den heulenden Hütten hatten sie viel Spaß gehabt. Manchmal kam sich Remus in seinen Wolfzeiten menschlicher vor, als, als Mensch. Die Aufmunterung und Zuwendung die er in diesen Tagen immer erhalten hatte. Trotz des irrsinnigen Pochens in seinen Knochen, der ständigen Panik vom schwarzen Loch wieder für eine Nacht verschluckt zu werden.

Das war immer das Grausamste an der ganzen Geschichte, dieses schwarze große Loch. Und am nächsten Tag war man leer, matt, wie ausgelutscht und verbraucht von fremden Mächten.

Remus schob sich an den rauen hellweiß gestrichenen Wänden des Flures entlang, vorbei an einigen Nischen gefüllt mit Spinden. Der Gang kam ihm so unendlich lang vor. Einige male hielt er Inne und atmete tief durch.

Es war schon ein kleines Erfolgsgefühl, als die warme Nachmittagssonne über sein bleiches kränkliches Gesicht strich und seine braunen Haare mit goldigem Schimmer erhellten.

Er blinzelte, da das ungewöhnlich grelle Licht in seinen schmerzenden Augen brannte.

Für ein paar Minuten genoß er einfach nur die frische Luft und den Sonnenschein, dann begab er sich an den Treppenabstieg, wo er jedoch bald aufgeben musste und keuchend sich auf eine der grauen Steinstufen niederließ.

,,Du siehst nicht gut aus. Ist dir übel Lupin?".

Erschrocken zuckte der Angesprochene zusammen, beruhigte sich jedoch, als er in ein Gesicht sah, was ihn wenigstens Ansatzweise vertraut vor kam.

,,Psychologie der magischen Kreaturen?", erkundigte er sich und war selbst über seine heisere Stimme erstaunt, die da ihren Weg aus seinem rauen Rachen fand.

Das Mädchen, wohl kaum älter als er, nickte. Sie wirkte eigentlich fast ebenso müde und kaputt wie er sich fühlte. Jedoch hatte sie es geschafft ohne Abstützen auf den warmen Stufen Platz zu nehmen. Sie lächelte ihn matt und erschöpft an, als sie seinen musternden Blick bemerkte.

,,Ich bin Rufinia Sophia Scully.", stellte sie sich vor und hielt ihre Hand dem jungen Studenten hin, der sie nur zögerlich ergriff. Er wusste, dass seine eigen Hand schrecklich kalt sein musste und sein Händedruck derzeit ungefähr so kräftig war, wie der eines Säuglings.

Doch Rufinia schien das nicht weiter zu bekümmern. Lächelnd und erfreut ergriff sie die zittrige Hand und ließ sie dann los, wenn auch nur nach kurzem Zögern und mit etwas kritischer Miene.

,,Möchtest du meine Handschuhe haben?", fragte sie schließlich, nachdem sie sich vorgestellt hatte und ein wenig überlegt hatte.

,,Wie?".

,,Meine Handschuhe. Sie sehen nicht weibisch oder so aus.", erzählte sie und zog ein paar schwarzer Fäustlinge aus ihrer Jackentasche.

,,Du kannst sie dir gerne borgen. Sonderlich warm angezogen bist du heute ja nicht, obwohl es Herbst ist.".

,,Ich friere nicht so schnell.", murmelte Lupin und fühlte sich durch diese Aufdringlichkeit ein wenig unwohl.

,,Da sagen mir deine kalten Finger was komplett anderes.". Rufinia legte ihre warme Hand kurz auf die kalten verkrampften Remus', dann gab sie ihm die Handschuhe.

,,Nimm sie einfach und gebe sie mir doch einfach in der nächsten gemeinsamen Vorlesung zurück. Oder in der Mensa! Morgen wirst du mich hier wohl weniger finden, doch wie wäre es mit Donnerstag?".

Donnerstag? Mensa?

Er seufzte leicht genervt. ,,Geht in Ordnung.".

Das Mädchen strahlte.

Remus bemühte sich das Gesicht noch etwas genauer einzuprägen. Grüne klare Augen hinter einer schmalen schwarzrahmigen Brille. Dunkelviolett gefärbtes wildes kinnlanges Haar und ein angenehmes Lächeln. Jetzt würde er das Antlitz etwas schwerer wieder vergessen können, egal was heute Nacht mit ihm geschehen würde.

,,Gut! Dann sehen wir uns dann in der Mensa?". Sie erhob sich langsam und strich ihre Kleidung mit langsamen und zittrigen Bewegungen glatt.

,,Ich hol mir jetzt noch einen Kaffee und versuche Psychologie zu überstehen. Bye Remus!".

Damit war die Studentin auch schon gegangen und entschwand aus Lupins Sichtkreis, in dem er noch einigermaßen scharf gucken konnte.

Er seufzte und rieb kurz seine klammen Hände aneinander.

Wieso quatschten ihn ständig Leute an heute? Heute war eindeutig sein Pechtag, der bescheuerste Teil des Monats.

Er stopfte sich die schwarzen Handschuhe in die Taschen und machte dann Anstalten die Treppe hinab zu gehen um noch zeitig die nächste Straßenbahn zurück in London City nehmen zu können.

Leicht benebelt bahne er sich dabei einen Weg durch die bunte Menschenmenge auf der Wiese vor der Universität und folgte dann dem hellen Kopfsteinpflasterweg vorbei an das alte wuchtige Gebäude der MagUni, wie sie auch gerne genannt wurde. Dort, hinter hohen Linden und Blutbuchen versteckt, führten die eisernen Schienen der Universitätstram vorbei, einer wirklich altmodischen Maschine, die in regelmäßigen Zeitabständen immer zwischen London und der Universität hin und her pendelte.

Nach Luft schnappend lehnte Remus sich an den Pfeiler mit den Fahrzeiten.

Seine Kopf- und Gliederschmerzen waren noch um einiges schlimmer geworden und inzwischen meinte er schon, dass sein Körper aus blankem Eis bestehen musste.

Zweifelhaft blickte er zur warmen gelben Herbstsonne hinauf, die wie ein verspieltes Kind Schattenbilder durch das Laub der Bäume zauberte und alles in ein glänzendes Gold tauchte.

Er zitterte am ganzen Leib, als sich endlich die altmodische Tram mit ihren blau-weiß gestrichenen Gehäuse näherte. Natürlich war es lächerlich ein derartiges Gefährt den glorreichen Namen Pegasus zu geben, doch hatte sie auf der geradegezogenen Strecke City Universität ein unglaubliches Tempo drauf. Auf einem Schild Vorne stand in altmodischer Druckschrift Leerfahrt. Und tatsächlich schien die Tram, bis auf den dicken Fahrer, leer, was natürlich niemanden daran hinderte auszusteigen und fröhlich lachend Richtung Uni zu traben.

La Luna

La luna

Langsam stieg Remus ein und zog den Studentenausweis aus der Tasche, was der Fahrer mit einem freundlichem Nicken kommentierte.

Auch hier drinnen wirkte die Tram alt aber sehr bequem. Ledersitze waren montiert worden und wer keinen Sitzplatz mehr bekommen hatte, der konnte sich an die Plüschbezogenen Halteschlaufen hängen und sich an die gepolsterte Wand lehnen.

Remus hätte sich gerne dösend an die Wand gelehnt, aber bis nach London würden seine weichen Knie und stechenden Muskelschmerzen ihn nicht mehr aufrecht halten. So ließ er sich stöhnend auf einen der Plätze fallen und rutschte an das Fenster.

Die Fahrt war an sich immer wieder unspektakulär und steigerte sich darin mit der Anzahl an Fahrten, die man bereits mit der Pegasus unternommen hatte. Denn schon bald kannte man jeden Hubel, jede Unebenheit auf den Gleisen und jede Kurve.

Remus war heilfroh nach dieser schaukeligen Angelegenheit die Straße erreicht zu haben, in der seine kleine Studentenwohnung war. Klein traf dabei nicht nur auf Lupins Zimmer, sondern auf das ganze Gebäude zu. In der ruhigen schmalen Luscombe Street kauerte sich zwischen zwei anderen ehrwürdigen Steinfassaden ein kleines Häuschen aus roten Backstein.

Mit zittrigen Händen zerrte Remus sein Schlüsselbund heraus und öffnete die grüne Türe. Ihm gehörte natürlich nicht das gesamte Haus, sondern nur eine kleine aber gut ausgebaute Kammer oben. Im Erdgeschoss lebten die alte Magierfamilie Bluntonerry. Er würde gewiss auch gleich Mrs Bluntonerry begegnen, einer netten alten Muggeldame, die ihm schon öfter im Monat was gekocht hatte und immer stets sehr besorgt war. Sie begrüßte ihn regelmäßig nach der Universität an der Türe und war sehr angetan von Lupins freundlicher und charmanter Art. Und natürlich war da auch noch Mr. Bluntonerry, der Magier, wo Remus nur zu froh war, dass dieser viel Zeit vor der Muggelflimmerkiste verbrachte, denn er schien den jungen Studenten nicht ausstehen zu können.

,,Mr Lupin!", Mrs Bluntonerry hatte bereits das Klacken des Schlüssels im Schloß vernommen und war aus der Küche geeilt. Ein warmes Lächeln lag in ihrem Gesicht, erstarb aber schnell und wurde zur Sorge, als sie in das kreideweiße Gesicht des jungen Mannes geblickt hatte. ,,Mr Lupin, ist ihnen nicht gut? Sie sehen aus als wären sie einem Pathologen von der Bahre gehopst.". ,,Nein, anscheinend spielt mein Kreislauf wieder verrückt. Es muss was mit dem Wetter zu tun haben." Erklärte er grob und schloß die Türe hinter sich.

,,LUPIN?!". Die Stimme des Hausherren war aus dem Wohnzimmer zu vernehmen.

Remus seuzfte und kniff kurz die Augen zusammen, weil sein Schädel anfing zu dröhnen.

,,Ja?" fragte er mit heiserer Stimme.

,,Ah okay!". Das war es. Damit widmete sich Mr Arthur Bluntonerry wieder dem Fernsehprogramm mit.

,,Sie legen sich am besten hin Mr Lupin. Wenn sie wollen, dann koche ich ihnen was Leckeres!". Bei dem bloßen Gedanken an Nahrung drehte sich Remus' Magen um. Doch anders würde er heute nicht seine Ruhe vor Mrs Bluntonerry haben.

,,Ist gut Mrs Bluntonerry. Obwohl es nicht nötig ist.".

,,Emma?!". Die Stimme des Alten krächzte wieder durch den Flur.

Nun war Mrs Bluntonerry an der Reihe zu seufzen. ,,Arthur?!"

,,Fütterst du den Jungen wieder auf unsere Kosten durch? Faules Studentenpack!!".

Die mollige Frau lehnte sich zu Remus rüber und flüsterte :,,Geh nach oben Junge. Lass die Tasche da, ich trage sie dir nach. Ruhe ist das A und das O.".

Lupin nickte benommen und kletterte, mit Tasche jedoch, zu seinen zwei Räumen hoch.

Ihm kam ein ordentlich aufgeräumtes Zimmerchen entgegen, wo in der einen Ecke sein Bett stand, in der nächsten der Schreibtisch und an der anderen Wand ein reichlich überladenes Bücherregal thronte. Die schmale Türe dahinter führte zu dem Bad, was Bluntonerry extra zum Zweck der Vermietung eingebaut hatten. Wenn Remus also kochen wollte, musste er die Küche von unten benutzen. Etwas, was weder ihn störte, noch Mrs Bluntonerry, wobei Remus jedoch seinen eigenen Kühlschrank hier oben besaß und lediglich zu dem Geschirr der Mieterfamilie griff.

Todmüde ließ sich der junge Student auf sein Bett fallen. Er kam sich bereits auf dem Weg von Tramhaltestelle und Luscombestraße, als würde er durch einen grauen Nebel aus Schmerz und dumpfen Pochen wandeln. Aber das war nur der schmerzliche Anfang, so wusste Remus.

Für einige Minuten lag er reglos wie Tod da und lauschte dem immer kräftigerem Herzschlag in seinem Brustkorb und dem wilden Rauschen von Blut durch seinen noch menschlichen Körper. Einerseits hatte es ja was Faszinierendes. Zwischen all dem Brennen und Zerren und Stechen, was seinen gesamten Leib zu beherrschen schien, war da tief in seinem Brustkorb ein Herz, was unbeirrt weiter schlug und mit fast jedem Schmerz nur stärker zu werden schien. Remus horchte noch eine gute Weile auf dieses doch irgendwie tröstliche Geräusch und Gefühl, dem Gefühl das dieses starke Herz die Knochen und das Fleisch um sich herum einfach zersprengen konnte, und schlummerte dann ein.
 


 

Jeden Nachklang fühlt mein Herz

Froh- und trüber Zeit,

Wandle zwischen Freud' und Schmerz

In die Einsamkeit.

~ O ~
 

Als er wieder erwachte, schien es einige Stunden später zu sein. Mrs Bluntonerry musste oben gewesen sein. Auf seinem Schreibtisch stand ein Teller. Der Geruch der Suppe war erkaltet und hing trotzdem immer noch in der Luft des kleinen Zimmers. Remus' Nase war um einiges feiner geworden. Er wusste was dies bedeutete und schaute hinaus aus dem kleinen Fenster, dem einzigen Fenster im Zimmer. Es graute. Die Nacht war Nahe und da es Herbst war, würde dies auch nicht solange mehr auf sich warten lassen. Ein wenig mit Panik gefüllt blickte er auf seine Hände. Seine Knochen schienen immer noch zu brennen und das Fleisch von innen zu verätzen. Nun erkannte er auch dass bereits das erste graue Haar auf seinem Handrücken wucherte. Mehr als für gewöhnlich. Es würde nicht mehr lange dauern. Remus machte Anstalten auf zu stehen, stolperte aber und blieb eine Weile benommen auf dem weichen Teppich seines Bodens liegen, bevor er weiter krabbelte. Die Türe musste er auf jeden Fall abschließen UND verriegeln. Früher war dies ein Übungsraum des jungen Phillip Bluntonerry gewesen, der hier immer Gitarre und auch Geige geübt hatte. Remus war heilfroh darüber, denn so war der Raum einigermaßen Schalldicht isoliert. Sein Ziel erreicht reckte er sich nach der Klinke, dem Schloß und dem Riegel. Es kostete ihm einige Kraft, doch zu guter letzt hatte er es doch trotz schmerzender Finger geschafft. Erschöpft krachte er einfach zurück auf den Boden. Das Blut schien inzwischen zu brodeln und sein Herz machte einen rasenden Galopp. Ihm war übel und unwohl. Es war soweit. Er spürte wie die Welt vor seinen Augen verschwamm und sein Ich sich in den Körper zurück zog, der auseinander zu bersten schien. Er versuchte gar nicht erst gegen die bittere Kälte anzukämpfen, die ihn umgab, da sie den Schmerz betäubte und dämpfte. Remus blinzelte und sah den Mond tausendfach vergrößert über sich hängen. Ein Krater übersätes, vernarbtes Gesicht entstellt von der Zeit und leuchtend hell und bleich. Für einen winzigen Augenblick schien der schwere Erdtrabant immer näher zu kommen und auf ihm hinab zu stürzen. Doch Remus bekam diesen Welt erschütternden Aufprall nicht mehr mit, denn dann kam der Wolf.

Lunatic

Er zitterte. Todmüde war er noch dazu. Es war ihm, als wäre er so gerade eben aus einem Koma erwacht, welches nicht vergleichbar mit dem eines anderen Menschen war. Tausend Alpträume hatte er erlebt, alle gesteuert von den Instinkten, die zuhause im Kopf eines Werwolfes waren. Getrieben von Blutgier, Haß und blanker Zerstörungswut. Der Werwolf an sich war wohl eines der wenigen Geschöpfe auf Erden, welche nur böse waren und in denen die tierischen Instinkte ohne jegliche Nachfrage an die Persönlichkeit walteten und herrschten. Er hasste es. Benommen versuchte er sich zu erheben. Er lag auf den kalten Kacheln des kleinen Badezimmers. Schweiß klebte an seinem ganzen Körper und ein ihm vertrauter Geruch hing in der Luft und ein widerwärtiger Geschmack lag auf seiner Zunge. Die Welt verweigerte sich noch vor seinen Augen klar zu werden, und schien ihn zu umtanzen. Doch bald gab sie nach, und Remus sah mal wieder, was der Wolf angerichtet hatte. Blut verschmierte die Kacheln, lag als metallener Geschmack auf seiner Zunge und hing für seine Nase, welche immer noch so fein war wie zuvor, deutlich und klar wie geschrieben in der Luft. Sein Blick wanderte nur ungern auf seine Arme und Beine hinab. Wie wenig verwunderlich war der Anblick doch. Tiefe Wunden, zum Teil klaffend waren dort. Ein Wolf, auch ein Werwolf, war nicht sehr gerne alleine. Remus hatte schon in ,,Psychologie der magischen Geschöpfe" gelernt, dass dies bei vielen Werwölfen der Fall war und man sie auch an derartigen Narben erkennen konnte. Noch einige Minuten starrte er auf seine Arme. Das Blut war längst getrocknet, die Bisse klar erkennbar die eines Wolfes. Ein Biß war so tief, dass Remus vermeinte den Knochen zu sehen, als weißes Schimmern zwischen all dem dunklen triefenden Rot. Warum spürte er keinen Schmerz?

Remus eilte zur Toilette und schlug den Deckel gerade rechtzeitig auf um sich noch übergeben zu können.
 

Remus gähnte. Professor Strawberry war er zum großen Glück heute noch nicht begegnet. Heute hatte er nur Psychologie. Seine Finger umklammerten die Tasse heißen Tee auf seinem Schoß. In der Mensa herrschte geschäftiges Treiben und doch angenehme Ruhe zu gleich. Das leise Gemurmel und das Geklimper von Essensgeschirr machte ihn noch viel dösiger. Müde lehnte er sich in dem bequemen Sessel zurück, den Kopf an die Lehne gelehnt. Er hatte sich an ein Kaffeetischchen am Fenster gesetzt. Eigentlich war hier nur Platz für eine Person, doch wenn Rufinia kam, könnten sie sich ja umsetzen. Das sollte kein Problem darstellen.

,,Hallo Remus!". Rufinia Scully lächelte und stellte ihre Tasche neben dem Sessel ab, in dem Lupin fast eingeschlafen wäre. ,,Ein gemütliches Plätzchen hast du dir ausgesucht!", stellte sie fröhlich fest. Remus rappelte sich auf :,,Wenn du willst, dann können wir an einen normalen Tisch gehen. Ich war nur etwas schläfrig und habe...". Die Studentin winkte ab. ,,Ich habe reinstes Verständnis dafür. Ich bin auch immer sehr müde. Ich besorg mir einen Sessel und hol mir dann mal einen Kaffee.". Ein Spruch, ein Wedeln mit dem Zauberstab und schon stand Remus ein Ohrensessel gegenüber, wie sie nur in der Bibliothek sonst zu finden waren. Die Studentin ließ sich hinein fallen wie ein großes Kind. Staub wirbelte auf. ,,Ich hätte doch einen anderen nehmen sollen.", stellte sie lachend fest. Remus runzelte die Stirn, als Scully den Zauberstab zurück in ihre Tasche steckte.

,,Wie hast du den Mond überstanden?", erkundigte sie sich freundlich. Wie bitte?! Hatte er richtig gehört? Seine Verblüffung schien ihm mehr als deutlich im Gesicht geschrieben zu stehen, denn Rufinia begann schallend zu lachen, so dass die Besucher der Mensa ihnen argwöhnische Blicke schenkten. Ein peinlich berührt versuchte Lupin in dem Sessel zu versinken und eins mit ihm zu werden, doch nichts geschah.

,,Du brauchst keine Angst zu haben Remus! Ich verrate grundsätzlich niemanden. Vielleicht sollten wir derartiges aber auch nicht hier besprechen, sondern bei einem anderen Treffen." Sprach Scully ernst. Lupin überwand seinen Schock allmählich und fragte mit heiserer Stimme :,,Was für ein Treffen?". ,,Ich werde dir die Zeit schon zukommen lassen. Es wird dir gefallen. Du bist nicht allein.". Die Studentin blickte kurz auf die Uhr und dann auf die Theke. ,,Der Kaffee dauert heute aber lange!" meinte sie verärgert und erhob sich ein wenig um zur Theke hinüber zu blicken, wo eine ältere Dame die Studenten bediente. ,,Erm... du hast noch nichts bestellt Rufinia.". ,,Oh!". Die junge Frau grinste wieder vergnügt. ,,Ach ich bin vergesslich!" meinte sie und stand auf um sich einen Kaffee zu holen.

,,Willst du auch etwas Remus?". Er schüttelte den Kopf, was seine leichten Kopfschmerzen verstärkte.

,,Na gut!". Sagte sie Schultern zuckend, grinste und trabte davon.

Anscheinend schien Remus noch zu träumen. Was diese Rufinia Scully gerade eben von sich gegeben hatte, klang nicht gerade, als ob sie Migräne meinte oder Wetterfühligkeit, sondern als ob sie ihm tatsächlich gerade aus nach dem Thema... Nein, dass konnte er sich eigentlich nicht vorstellen. Aber wer weiß, vielleicht hatte ihn heimlich belauscht, als er bei Professor Strawberry gewesen war. Aber das konnte nicht sein. Sie waren alleine gewesen. Oder hatte Strawberry bereits damit begonnen sein so sorgfältig behütetes Geheimnis zu verbreiten? Nein. Die Gedanken fingen an sich in Remus' Kopf zu drehen und zu winden, wie das Band einer Kassette, wenn jemand es aus der Plastikhülle befreit hatte. Wusste sie nun Bescheid? Wusste sie nichts? Und welches weitere Treffen?

,,Hast du Kopfschmerzen?".

Erschrocken schrie Remus auf, als ihr freundliches helles Gesicht so nahe an seinem aufgetaucht war. Dabei stand sie nur neben seinem Ohrensessel, eine Hand auf der Armlehne und leicht vorne über gebeugt.

,,Oh ich wollte dich nicht erschrecken!" sagte sie leise und legte ihre Hand auf seine Schulter, doch Lupin schlug sie schwach, aber doch bestimmt zur Seite.

,,Okay! Sekunde! Was weißt du?".

Scully, die sein Gebähren eindeutig verstanden hatte, hatte sich wieder aufgerichtet und rührte mit ernstem Gesicht in der großen Kaffeetasse, die sie auf einem Unterteller balancierte.

,,Ich? Ich weiß alles.".

Der Student wurde ganz blass im Gesicht.

,,Wo...wo..".

,,Woher ich alles weiß?" vollendete Rufinia Remus' gestammelte Frage und nahm wieder ihm gegenüber Platz.

Sie trank einen schlug, verzog das Gesicht aufgrund der Hitze des Getränkes und setzte dann den Kaffee auf dem kleinen Tischchen ab, dessen Platte schon verziert von hellen Ringen war.

Dann sah sie kurz über ihre Schultern, verstohlen, ob jemand sie beobachtete, und krempelte dann behutsam den Ärmel ihrer hellen Bluse hoch. Noch einmal blickte sie sich um, dann hielt sie ihren Unterarm Remus ein Stückchen entgegen, verdeckt von der Tischplatte.

Remus musste sich ein wenig vorbeugen um genauer zu sehen, doch es zog ihm selbst bevor er genau sehen konnte, was Rufinia ihm da kredenzte, das Herz zusammen.

,,Du kennst so was auch. Manchmal gehst du zum Arzt, dass er es heilt. Manchmal gehst du nicht, und dann bleibt so was. Das Tonikum ist etwas teurer, darum sparst du Geld und holst es dir am Ende des Jahres. Das ist die Letzte die ich habe!", erzählte sie, leise wispernd nicht ohne stolz und zog den Arm dann zurück um den Ärmel wieder herunter zu ziehen.

,,Du?" fragte er nur leise, und kein anderes Wort hätte soviel über seine Überraschung ausgesagt, wie dieses.

,,Ja, ich. Ich muss gehen Lupin. Du wirst eine Nachricht von uns erhalten.".

,,Wir?".

Scully stand auf und ordnete ihre Kleidung.

,,Wer ist wir?".

,,Lunatic!" Sie lächelte und vertröstete ihn dann :,,Das wirst du erfahren.".

Dann war sie fort und ließ einen verwirrten Werwolf zurück.
 

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Ganz ärgerlich, dass ich ewig nicht mehr geschrieben habe.

Ich hoffe dennoch das mir mein einer Leser treu geblieben ist ;o).

Mort

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Die Karte des Mani

Remus lag auf dem Rücken in seiner kleinen Dachwohnung und starrte die Decke über seinem Bett an.

Die Anstrengungen der letzten Nacht stand zwar noch deutlichst in sein Gesicht geschrieben, doch hinter seinen hellen braunen Augen lag rege Beschäftigung.

,,Scully ist ein Werwolf?" fragte er leise. Seine ruhige Stimme war in der Stille seines Raumes klar verständlich gewesen.

Die Decke antworte ihm nicht, doch das Bild der hellen Narben war noch viel zu deutlich in seinem Kopf drinnen und die Antwort somit viel zu offensichtlich. Er hatte schon so oft derartige hässliche Bissnarben gesehen. Sehr oft.

Ja, Scully war ein Werwolf!

Eigentlich hatte Remus noch nie andere Werwölfe gesehen, geschweige denn mit ihnen gesprochen. Und nun hatte er einen gefunden. Besser er ihn.

Ein Werwolf. Remus musste sich selber lächelnd korrigieren. Eine Werwölfin.

Gab es Werwölfinnen überhaupt? Die Frage war ja wohl lächerlich, denn er hatte doch heute mit einer gesprochen.

Remus richtete sich auf und massierte sich die Füße. Er war nach der Uni einfach zu der Universitätsheilerin gegangen und hatte sich die Unterarme flicken lassen. Sie hatte ihn zwar sehr sonderbar angeschaut, doch nichts gesagt bis auf ,,Setzen sie sich.".

Lupin ging nur ungern zu Ärzten. Als er noch auf Hogwarts war, musste er niemals zu Madame Pomfrey. Nur zu Beginn, später war er ja nicht alleine. Da hatte er Sirius, James und Peter gehabt.

Remus erhob sich und setzte sich an seinen Schreibtisch, ein ordentlicher Arbeitsplatz, denn auf Ordnung achtete der Student immer ganz besonders. In der rechten Schublade fand er alles um einen Brief zu schreiben. Remus nahm sein Pergament heraus und nahm die Feder. Er hatte mal in einem Muggelladen Füller gesehen, komische Stifte, die mit Patronen, so kleinen Dingern mit Tinte, bestückt werden, und mit denen man dann schreiben kann. Eine Anschaffung hatte er bereits schon mal ernsthaft überlegt, aber dann davon abgesehen, weil er dann sich von seinen Kommilitonen aufmerksam beobachtet werden würde.

Lupin stellte das Tintenfaß auf das Kopfende des schönen ebenen Pergamentstücks und fing an seinen Aufsatz für Psychologie zu schreiben.

Eher wollte er anfangen zu schreiben. Lunatic. Das Wort war ihm so plötzlich wieder in den Sinn gekommen, als ob jemand hinter ihm gestanden hätte und es ihn ins Ohr gesagt hätte.

Lunatic. Remus erhob sich von seinem Platz und schritt zum Regal. Wörterbuch. Irgendwo musste er eines haben. Sein heller Finger fuhr die Bücherrücken entlang. Da.

Behutsam zog Lupin es heraus und bemühte sich dabei, dass die Bücher, welche der Wälzer in seinen Händen gestützt hatte, nicht hinab stürzten.
 

Wahnsinnige/r, wahnsinnig
 

Worauf hatte er sich da eingelassen?
 

Den nächsten Tag konnte er kaum noch erwarten.
 

,,Du wirst eine Nachricht von uns erhalten.".
 

Remus bahnte sich seinen Weg durch die bunte lachende Studentenmenge, die ihm alle im Weg zu stehen schienen.

Sein Blick suchte nach dem violetten Haarschopf Rufinias. Doch er war nirgends zu sehen.

Ein wenig enttäuscht ging Remus zu seinem Spind und lehnte seine Stirn an das kühle Metall, bevor er das Passwort mit von den Händen abgeschirmten Mund, durch die Lüftungsschlitze flüsterte.

Ein Klacken und die Türe ging auf und Lupin konnte seine Bücher und Hausaufgaben in sein Fach legen auf den großen gelblichen alten Briefumschlag. Remus hätte beinahe vor Freude aufgeschrieben.

Die Nachricht.

Schnell hatte der junge Mann die Tasche einfach in den Spind geworfen, den Umschlag ergriffen und die Tür zugeklappt. Der Umschlag war recht groß und mit einem roten Wachsiegel versehen.

Doch er sollte den Umschlag eher auf der Toilette öffnen und nicht hier auf dem Flur neben all den Leuten.

Mit schnellen Schritten eilte er also zu dieser, stieß die Tür und direkt einen mit Studenten um und riß die erstbeste Kabinentür auf um dahinter zu verschwinden, bevor der Student sich auch nur beschweren konnte.

Remus' Hände zitterten und sein Herz raste. Er klappte den Klodeckel hinab und nahm Platz.

Selten war er derartig aufgeregt gewesen, dennoch ließ er sich die Zeit den Umschlag in den Händen zu drehen. Vorne stand mit einer sauberen doch einer sehr verschnörkelten Schrift ,,An Mr. Remus John Lupin". Da gab es für ihn keinen Zweifel von wem der war. Hastig brach er das Siegel ab und zog den Inhalt hervor, wie sich heraus stellte ein Blatt Pergament, was noch größer als der Umschlag sein musste, da es gefaltet war. Die Uhr schellte. Die erste Vorlesung hatte begonnen. Nun verschwand auch der letzte Student aus der Herrentoilette und nur Remus blieb noch und blickte verblüfft und verwundert auf die Karte in seinen Händen.

Sie war leer.

Irgendwie verwunderte Remus das nicht. Das, was er hier in seinen Händen hielt, erinnerte ihn zu gut an die Karte, welche die Jungs und er damals angefertigt hatten. Wahrscheinlich funktionierte diese auf einem ähnlichen Prinzip. Einen Moment noch grübelte Remus, dann zog er den Zauberstab aus seinen Pulloverärmel und tippte auf die Oberfläche des Pergaments.
 

Die Karte des Mani begrüßt den jungen Herrn und fragt nach seinem Begehr.
 

Die Schrift war derart verschnörkelt, dass Remus sie kaum entziffern konnte. Noch schlimmer als die Handschrift, die vorne auf seinem Umschlag stand.

,,Der junge Herr wünscht mehr zu erfahren." Sagte Lupin und seine Anspannung wuchs.
 

Nur wenige Sekunden später materialisierte sich die Antwort auf dem Papier:
 

Die Kartenschreiber des Mani warnen den jungen Herrn vor der Kellerratte.
 

Remus runzelte die Stirn. Kellerratte. Welche Kellerratte? Sein erster Blick ging instinktiv auf den Boden und suchte nach einem kleinen Nagetier. Doch er konnte nichts entdecken.
 

Die Kartenschreiber des Mani empfehlen dem jungen Herrn seinen Blick nach oben zu wenden. Und zwar jetzt!
 

Remus sah rauf und sah nur noch einen dunklen Schatten über dem Kabinenrand verschwinden und hörte dann ein Poltern und ein schlimmes Fluchen mit einer vertrauten Stimme.
 

Die Kartenschreiber des Mani hätten gesagt, wenn sie eine Ratte meinen. Wir meinten jedoch den Trankkundestudenten, der seine doch unglaublich lange Nase über die Kabinenwand gehängt hatte!
 

Remus stand auf und verließ die Kabine. Serverus Snape fluchte immer noch mit den schlimmsten Worten, und als der alte Rumtreiber die Türe aufrissen, musste er schallend los lachen.

Snapes Fuß steckte in der Toilettenschüssel fest. Der ehemalige Slyhterin hatte einen Fuß auf die Porzellanschüssel gestellt und versuchte sich, die langen Finger krallten sich an den Holzkabinenwänden fest, hinaus zu hieven.

,,Lach nicht so doof, du Schlammblut!" keifte er.

,,Ich kann dich statt dessen fragen, weshalb du mir auf die Toilette folgen möchtest." Sprach Remus herausfordern und verschränkte die Arme vor der Brust. Eine Geste, die nicht sehr eindrucksvoll bei seiner schmächtigen Statur wirkte, aber ihm Selbstsicherheit gab.

,,Ich darf tun und lassen was ich möchte!! Außerdem habt ihr schon früher nur Probleme gemacht. Ich erinnere nur an die heulende Hütte!".

Remus wurde rot. Er hatte Snape nie gemocht, aber was beinahe da in der Hütte geschehen wäre, hätte ihn ein Leben lang verfolgt. Doch der Student fasste sich schnell.

,,Was hat denn diese Geschichte damit zu tun, dass du mir über die Kabinenwand hinweg zu siehst?".

,,Man darf ja wohl noch erfahren, was du dahinter treibst!".

,,Ich denke, es gibt nicht sehr viel, was man auf einer Toilette treiben kann.".

Die beiden Männer zuckten zusammen, als eine Kabinentüre sich öffnete und der Universitätsdirektor vor ihnen erschien.

Remus rollte die Karte zusammen und schob sie in den Ärmel seines Pullovers. Nur zur Sicherheit.

Snape kochte vor Wut und setzte seinen Zorn in Gewalt um. Der Mann riß sein Bein aus der Schüssel und verließ die Kabine hoch erhobenen Hauptes.

,,Dekan Professor Guide? Ich kann das erklären! Remus und ich kennen uns von Hogwarts. Und schon damals haben er und ein paar verlauste Freunde nur Schwierigkeiten gemacht.".

Guide, ein sehr groß gewachsener Mann, dessen breite Schultern selbst die dunkle Robe nicht zu kaschieren vermochte, musterte Severus Snape, an dessen Fuß ein Stück nasses Toilettenpapier hing und Remus Lupin mit aufmerksamen Augen.

,,Und dies veranlasst sie schreckliche Schimpfwörter auf meiner Toilette zu äußern? Vor allem ohne ersichtlichen Grund?". Die Stimme des Mannes war auf eine gewisse weise schon sehr unheimlich, da sie bar jeder Emotion war.

Snape wurde puterrot :,,Nein sie verstehen nicht Herr Dekan Professor Guide! Fragen sie den Schuldirektor Dumbledore. Zu dem fühle ich mich dazu verpflichtet ihnen mit zu teilen, dass Remus Lupin ein Werwolf ist!".

Guide runzelte seine hohe Stirn.

,,Und? Sie sind Tränkestudent und kein Werwolf. Meinen sie nicht, ich wäre nicht über meine Studenten aufgeklärt? Wollen sie mir damit sagen, Herr Snape, dass sie meinen ich wüsste überhaupt nichts über meine Studenten?" und nun schwang das erste Gefühl, Verärgerung war es, in seinem dunklen tiefen Bass mit.

,,Oh nein... nein... ich... ich weiß nur genau, dass Lupin und seine Freunde mich damals in die Hütte locken wollten, in der er als Werwolf wohnte, um mich zu töten!" stammelte und posaunte Severus.

,,Aber sie beide stehen noch hier und der Fall hat sich somit geklärt. Was hat es damit zu tun, dass sie ihren Kommilitonen auf der Toilette beobachten?" donnerte er Dekan.

,,Er hat eine Karte!".

,,Und?!".

,,Seine Kameraden und er hatten schon damals so eine Karte. Ich sage ihnen lediglich, dass ihnen die Karte noch viel Ärger machen wird.".

Remus schluckte und der Dekan seufzte.

,,Dürfte ich sie bitten, Herr Lupin, mir die "Karte" auszuhändigen?".

,,E... es ist etwas... sehr Persönliches Herr Dekan. Ich... ich möchte eigentlich...". druckste Remus, doch Dekan Guide hatte seine große Hand ausgestreckt und wie mechanisch hatte er die Karte und den Umschlag hinein gesteckt.

Snapes Gesicht strahlte vor Stolz. ,,Ich sage ihnen Herr Dekan Professor Guide, dass sie mir noch danken werden!".

Guide sagte erst einmal nichts. Statt dessen las er aufmerksam die Anschrift auf den Umschlag und dann auf der Mappe.

Remus' Herz schlug ihm bis zum Hals. Er hatte eigentlich selber noch keine Ahnung, was die Karte des Mani ist oder wie gut die Karte gesichert war. Die Karte der Rumtreiber fing an zu schimpfen, sobald ein Unbefugter sich daran zu schaffen machte.

,,Herr Snape?". Die Stimme des Dekan riß Remus zurück in die Realität und ihn noch mehr zittern.

,,Ja?". Der weiße Zinken von Severus reckte sich in die Höhe vor Hochmut.

,,Ich finde es recht erbärmlich, dass sie so neidisch auf ihren Kommilitonen sind, weil seine Freundin ihm einen Brief geschrieben hat.".

,,Wie?! Das kann nicht sein!". Snape nahm dem Dekan den Brief aus der Hand.

Ja, das konnte nicht sein. Remus blickte von Snape auf den Dekan und vom Dekan auf Snape.

,,Diese blöde Kuh!" kreischte Snape, nachdem er den Brief überflogen zu haben schien.

Dem Dekan schien der Kragen zu platzen :,,Herr Snape!! Nicht nur das sie falsche Beschuldigungen machen. Lassen sie bitte die junge Dame da heraus! Sie werden mit mir jetzt in mein Büro kommen. Auf der Stelle!!". Mit diesen Worten wies Guide auf die Türe.

Snape war mit einem Schlag Käsebleich und blickte Remus nicht mehr ins Gesicht, als er ihm das Blatt zurück gab, und der Forderung des Dekans folgte.

Remus wagte es noch nicht einen Blick auf das Blatt zu werfen.

,,Herr Lupin?".

,,Ja?".

Der Dekan nickte ihm freundlich zu und verließ die Toilette.

Lupin sah auf das Pergament hinab.
 

Die Kartenschreiberin des Mani R.S. Scully entschuldigt sich für die Unannehmlichkeit und hofft, dass der junge Herr sich nicht unnötig erschreckt hat. Die Kartenschreiber des Mani empfehlen das Passwort ,,Lupin" und wünschen noch einen schönen Tag. Man sieht sich um drei Uhr. Bitte zeitig die Karte des Mani auffordern.
 

Damit verblasste die Schrift.



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Kommentare zu dieser Fanfic (5)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von: Askeryna
2004-10-25T23:09:07+00:00 26.10.2004 01:09
Mann, Snape du alte Petze! Der hat auch Probleme... mann, mann, mann...
Und der arme Remus muss darunter leiden... *seufz* Dabei ist er doch schon genug gestraft. Aber jetzt wird er doch Freunde finden, oder? Ich hoffe es für ihn^^

Kiwara-san
Von: abgemeldet
2004-10-24T22:37:39+00:00 25.10.2004 00:37
Noch n Fan?.. *drop* O.o* . Mehr als eine Person hat meine Story gelesen udn sie gefiel ihr. Mädels... ich schenk euch ein Bild. Okay, nicht so dolle, als wenn Viviane es euch jetzt angeboten hätte, aber möp ^^ y.
Brav weiter lesen meine zwei Leser.
Von: abgemeldet
2004-10-24T11:19:21+00:00 24.10.2004 13:19
jaaah ich auch^^
<- weiss garnichtmehr ob sie überhaupt schomma gekommit hat
*drop*
nya... auf jeden fall war das kapi gaaaaaaaaaanz toll^^
freu mich aufs nächste^^
ssw

Yuna
Von: Askeryna
2004-10-20T11:59:22+00:00 20.10.2004 13:59
Natürlich bin ich dir treu geblieben^^Mir gefällt die geschichte einfach zu gut, als ob ich einfach aufhören könnte, sie zu lesen!
Bin mal gespnatt, was es mit Lunatic auf sich hat. Ich hoffe, du schreibst bald weiter und schickst mir dann ne ENS?

Kiwara-san
Von: Askeryna
2004-07-23T20:33:46+00:00 23.07.2004 22:33
Woooow... du hast die Verwandlung supertoll beschrieben... Toll!

Sei so lieb und schick mir wieder ne ENS wenn du weitergeschrieben hast, ja? Würd mich freuen^^

Kiwara-san
Von: Askeryna
2004-07-13T19:51:23+00:00 13.07.2004 21:51
Mir gefällt die Geschichte ganz gut!!! Schreib bitte schnell weiter. Ich warte gespannt aufs nächste Kapitel^^

Kiwara-san


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