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Abenteuer fürs Leben

19-20. Kapitel sind on
von

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Nehme die Geschichte ihren Lauf!

Hallo erst mal alle zusammen. Dies ist meine erste KKJ Fan Fiktion. Ich habe gedacht ich schreibe das ganze Mal in der Eigenperspektive. Ich hoffe, dass es euch gefällt, auch wenn es manchmal vielleicht etwas seltsam wird.
 


 

Abenteuer fürs Leben
 

1. Kapitel
 

Nehme die Geschichte ihren Lauf!
 

Prolog:

" Hallo, meine Name ist Sabrina und ich möchte euch hier eine Geschichte erzählen. Meine Geschichte und ich weiß sie wird jedem unglaublich erscheinen. Aber was das jetzt mit Kamikaze Kaito Jeanne zu tun hat? Nun ich gebe zu, nicht viel. Zumindest bis jetzt noch nicht. Wartet es einfach ab. Solltet ihr jetzt noch Interesse haben, werde ich euch sogleich in die Geschichte eines für mich absolut verrückten Abenteuers entführen..."
 

Alles begann am letzten Schultag vor den großen Ferien. Meine ältere Schwester und ich kamen gerade von der Schule, jede mit ihrem Zeugnis in der Tasche. Während ich fröhlich vor mich hin summte, denn mein Notendurchschnitt war, ich sag mal aller erste Sahne und mit dem Durchschnitt 1,2 gehörte ich zu den besten unserer Schule. Grummelte sie nur vor sich hin. Ich grinste sie an und streute noch etwas Salz in die Wunde: "Tja, bei deinen Noten wird das wohl nichts mit deinem Traumurlaub, allein mit Patrick!" Wofür Julia (Name meiner g. S. {großen Schwester}) mir einen harten und gezielten Kniff in den Oberarm verpasste. Noch heute weiß ich, dass dort später ein hübscher blauer Fleck prangte. Ich kniff sie zurück und so zankten wir uns, bis wir endlich zu Haus ankamen.

Dort verzog ich mich sofort in mein Zimmer und Julia sich in ihres. Als ich meins betrat atmete ich erstmal tief durch. Ich liebte mein kleines Reich. Die Möbel waren alle aus Kiefernholz und überall standen Grünpflanzen. Meine Wände hingen voller Sonnenuntergänge. Ich legte meine Schultasche unter den Schreibtisch, der vor dem Fenster stand und linste dann auf mein Bett, worauf ein kleines Päckchen lag. Mein Gesicht fing noch mehr anzustrahlen. Ich erkannte sofort am Absender, dass dies mein heiß ersehnter Mangaband war. Doch bevor ich es öffnete, beschloss ich mich kurz umzuziehen. Ich tauschte meine Bluejeans und lilane ¾ Bluse gegen einen beigen, bis zu den Knien reichenden Rock und ein pinkes Top. Schließlich band ich meine halblangen braunen Haare noch zu einem kecken Pferdeschwanz hoch. Jetzt war ich bereit für meine kleine "Lesestunde". Ich hatte den Manga soeben ausgepackt, als Julia ins Zimmer gestürmt kam. "Ich bin mit Patrick am Strand. Falls was ist hab mein Handy dabei." Sagte sie schon etwas besser gelaunt als vor zehn Minuten. Ich verdrehte die Augen. Immer dieses "Falls was ist..." Hallo! Ich bin 17 nicht 7. Weil noch immer kein Gegenkommentar meinerseits kam. Trat Julia ein und blickte abschätzend auf das Buch in meinen Händen. "Also wirklich, Sabrina."meinte sie spöttisch. "Bist du nicht langsam zu alt für den Kram?" Ich blitzte sie wütend an und giftete zurück: "Na und. Kann halt nicht jede so eine Männerheldin wie du sein. Dein wie vielter Kerl ist Patrick jetzt eigentlich? Nummer 15 oder gar schon Nummer 20. Ich habe aufgehört zu zählen!" Als ich das ausgesprochen hatte verstummte ich sofort. Ich sah wie meine Schwester zitterte, nicht allerdings aus Wut nun vielleicht das auch aber auch aus entsetzten. Schließlich kannte ich den Grund für die vielen Typen. (Auf den Grund gehe ich erst etwas am Ende der ganzen Geschichte ein. Man darf gespannt sein. *g*) ich wollte gerade zu einer Entschuldigung ansetzten, als Julia jetzt mit Tränen in den Augen schrie: "Halt doch die Klappe! Weißt du was? Manchmal wünschte ich mir du würdest in einem dieser bescheuerten Bücher verschwinden. Dann hätte ich endlich meine Ruhe!" bevor ich noch irgendetwas entgegnen konnte, schlug sie lautstark die Tür zu und verschwand. Ich saß schuldbewusst auf meinen Bett und murmelte während ich es mir mit meinem "Kamikaze Kaito Jeanne" Manga gemütlich machte: "Wenn du wüsstest, wie gern ich das selber manchmal gerne würde."
 

Was oder vor allem wie mir geschah, weiß ich bis heute nicht richtig. Denn als ich die erste Seite aufschlug, kam aus dem Buch ein hellgelbes Leuchten und ich spürte wie es mich hinein zog. Ich wollte um Hilfe schreien, doch mir gelangte kein Ton über die Lippen. Mein Blich war einfach nur starr auf diesen Sog gerichtet der mich immer weiter in sich zog. Als mein Körper letztendlich vollkommen im Sog verschwand, schloss ich fest die Augen. Mir war kochend heiß und ich glaubte ohnmächtig zu werden. Kurz bevor ich mit einem geschockten Aufschrei hart und gleichzeitig weich landete. Ich blieb eine Sekunde benommen liegen, ehe ich mich aufrichtete und feststellte, dass ich mich auf dem Rücksitz eines Wagens befand. Das eine mir unbekannte Straße entlang fuhr. Sofort schaute ich zum Fahrer und riss ungläubig die Augen auf. Der Fahrer sah mich ebenso ungläubig an und ich hörte wie er sagte: "Jeanne." Bevor meine Person laut rief: "Vorsicht! Ein Auto!!" Der Fahrer des Gefährts bremste scharf ab, so dass ich gegen die Scheibe neben dem Rücksitz knallte. Das letzte was mir vor Augen lag, war der rote Pferdeschwanz des Wagenführers. Dann wurde um mich herum alles schwarz.
 

Langsam öffnete ich meine Augen. Ich hatte das Gefühl, als würde mir der Kopf drohen zu explodieren. Mein versuch mich aufzurichten scheiterte vergeblich, da die Schmerzen dadurch nur noch schlimmer wurden. Also ließ ich mich mit einem erschöpften Laut zurückfallen. Erst als ich mich soweit gefasst hatte, kam ich dazu mir erstmal ein Bild davon zu machen wo ich war. Ich lag in einem riesigen Bett und das Licht war leicht gedämpft. Ich wollte mich wieder aufsetzen, doch im selben Augenblick öffnete sich die Tür und ein junger Mann trat ein. Ich starrte ihn einfach nur an. Denn jetzt war ich mir hundertprozentig sicher, wen ich da vor mir stehen hatte. Hijiri Shikaido oder besser gesagt Noyn Claude. Er beugte sich zu mir runter und legte mir einen kalten Lappen auf die Stirn. "Wie schön, dass du wieder bei bewusst sein bist. Du hast volle zwei Tage geschlafen."lachelte er und sah mir in die Augen. Ich konnte nicht anders und sah ihn immer noch total baff an. Nicht mal das ich zwei Tage lang geschlafen hatte, haute mich wirklich um. Euch würde es schließlich auch ziemlich aus den Socken hauen. Wenn auf einmal euer Lieblings- Chara. aus eurem Lieblings- Manga vor euch stünde, oder? Anscheinend wurde ihm bei meinem langen Schweigen langsam mulmig zu mute. "Jeanne, alles in Ordnung? Sag doch etwas!" er sah mich besorgt an. Als ich ihn weiterhin nur stumm an sah, nahm er mich in den Arm und drückte mich an sich. Ich ließ es ruhig über mich ergehen, doch als er wieder leise den Namen Jeanne aussprach, machte es bei mir "Klick" und ich stieß ihn von mir. Worauf Hijiri mir einen verwunderten Blick zuwarf. So schnell es bei mir im Moment ging, kletterte ich aus dem Bett, dabei wäre ich beinahe noch hingeflogen. Hätte er mich zum Glück nicht aufgefangen. "Jeanne...?" weiter kam er nicht denn ich unterbrach ihn heftig. "Ich bin nicht Jeanne! Ich sehe ihr nicht mal ähnlich! Also..." Wieder gaben meine Beine unter mir nach und in diesem Augenblick war ich echt froh, das er mich festhielt. Ich atmete tief durch und setzte mich langsam wieder aufs Bett. Hijiri setzte sich neben mich und schaute mir verwirrter als zuvor ins Gesicht. "Was soll das heißen du siehst ihr nicht ähnlich? Du hast dieselben Haare, dieselben Augen und..." sein Blick wanderte meinen Körper entlang. >Hey, seid wann kennst du ihren Körper auswendig< dachte ich und ließ meine Augen auch an mir längs wandern. Erschrocken bemerkte ich das ich nur ein Hemd an hatte das gerade mal so meine Oberschenkel bedeckte und das ich darunter nur meine Unterwäsche trug. Dadurch, dass ich meinen Kopf nach vorne gebeugt hatte, fielen mir auch jetzt ein paar Haarsträhnen vors Gesicht. Gedankenverloren betrachtete ich sie, während meine Hand es durchfuhr. Dann stockte ich mitten in der Bewegung. Moment, hier stimmte etwas ganz und gar nicht. Die Farbe meiner Haare und auch die Länge waren ganz anders. (Ja, Ja! Jetzt werden alle sagen: So was merkt man doch sofort! Aber Hey, ich nicht. Ich glaub der Satz kommt von Arina Tanemura: Was andere an einem Tag merken, merke ich erst nach zehn Jahren. *g*) Ich sprang schwankend auf und trat wacklig wie mir nun noch mal war, auf den Spiegel hinter der Tür zu. Was ich sah, raubte mir für ein paar Sekunden den Atem. Meine Augen waren lila und meine Haare fielen mir in leichten Wellen, blond und lang den Rücken hinunter. Ich konnte nicht anders. Mir kamen die Tränen. Ich versuchte sie mit aller Gewalt zurück zuhalten. Doch wollte es mir einfach nicht gelingen. Ich spürte wie sich zwei Arme um mich legten und zu sich umdrehten. Dann drückte er mich wieder einfach an sich. Nachdem ich mich ausgeheult hatte, hob er mich hoch und legte mich zurück ins Bett. Ein zaghaftes lächeln trat in mein Gesicht. "Tut mir leid." flüsterte ich. Er sah mich erstaunt an und ich zeigte auf sein nasses Hemd. Darüber musste er lachen. "Schon in Ordnung. Schlaf jetzt, reden können wir später." sagte er und verließ dann das Zimmer. Ich legte mich auf die Seite und atmete nochmals tief durch. Bevor die Müdigkeit und Erschöpfung dann doch übermannten.
 

Als ich das nächste Mal wach wurde schien die Sonne ins Zimmer. Ich musste kurz blinzeln, damit sich meine Augen an die Helligkeit gewöhnen konnten. Dann setzte ich mich auf und schwank meine Beine aus dem bett. Als ich jetzt vor den Spiegel trat und in das Gesicht vor mir sah. Lachte ich schon wieder etwas. >Was soll's so lange es sich nicht zum schlechteren ändert< dachte ich und besah mir das Zimmer dann erstmal genauer. Ich pfiff durch die Zähne. Der Mann hatte Geschmack. Alles war in einem angenehmen Vanilieton gehalten und den Boden bedeckte ein dicker Flausch Teppich in Terrakotta. Nun ging mein Blick zur Uhr an der Wand. Sie zeigte, dass es gerade mal kurz nach sieben war. Doch da ich wusste, dass ich eh nicht mehr schlafen könnte, begab ich mich auf Erkundungstour. Als ich aus dem Schlafzimmer trat, fielen mir beinahe die Augen aus dem Kopf. Mein Gedanke ich befände mich in einer Wohnung verging sofort. Das schien hier ein riesen Haus zu sein. Das Treppenhaus glich mehr der Lobby eines kleinen Hotels. Marmorboden, weiße Wände, weiße Torbögen als Geländer und überall standen tropische Pflanzen. Das alles erinnerte mich mehr an meinen spanisch Urlaub, mit meiner Familie. >Fehlt unten nur noch ein Plätscherbrunnen< dachte ich schmunzelnd und unterließ mein Vorhaben mich umzusehen. Denn allein hier oben befanden sich noch sechs...sieben weitere Türen. Gott weiß, wo ich überall landen würde. Also beschloss meine Wenigkeit erstmal nach unten zu gehen. Denn jedes anständige Haus, hatte unten ein Wohnzimmer bzw. eine Küche. Während meine Füße nach unten tapsten, ließ ich meinen Blick weiter durchs haus schweifen. Wenn der Rest ein genauso großer Hammer war, dann Danke. Und so einer war "nur" Lehrer? Hatte er eine Erbschaft gemacht? Doch dann fiel mir ein was er wirklich war und mein lächeln verschwand aus dem Gesicht. Wer weiß von wem er das Haus hatte. Unten angekommen drehte ich mich erstmal alles genau anschauend um. Schließlich entdeckte ich eine Tür die nur leicht angelehnt war. Die einzigste, die anderen drei Türen hier unten waren fest verschlossen. Also ging ich auf diese Tür zu. Ich hob meine rechte Hand und drückte sie noch etwas weiter auf. Soviel das ich lautlos hinein schlüpfen konnte.
 

Drinnen konnte ich nicht anders. Mir viel die Kinnlade runter. Auf der Hinterseite befand sich eine große Fensterwand, die alle von der Decke auf den Boden reichten. Wenn man hinaus blickte sah man eine geschickt angelegte Terrasse und dann die Treppen, die in den Garten hinunterführten. >Ein Ausblick für die Götter< ging es mir durch den Kopf. Aber auch das Wohnzimmer selber war nicht ohne. Heller Holzfußboden, Champagner farbende Tapeten und fast überall Bücherregale aus Buche. In diesen Regalen befanden sich bestimmt über tausende von Büchern und alle aus anderen Zeiten wie es mir schien. Dann wandte ich meinen Blick in die Mitte des Raumes, wo drei zweier Couchen standen. Alle schön in einer U-Form. Schräg in einer Wandecke davor, stand der Fernseher und auf der gegenüberliegenden Seite auf der anderen Seite des Zimmer der Kamin. Vor dem lag ein dicker Teppich mit orientalischen Mustern. Auch die Bilder an den Wänden waren einen Blick wert. Sehr außergewöhnlich waren die. Schwer zu beschreiben, einfach nur wunderschön. (Und wenn ich das sage ist das echt schon was wert *g*) Inzwischen war ich weiter hinein getreten. Auf einmal bemerkte ich, dass auf einer der Couchen eine Person lag. Ich trat weiter auf sie zu, so dass das Gesicht jener Person aus der Sonne verschwand. Wie erwartet war es Hijiri, der darin lag und schlief. Ein lächeln trat wieder in mein Gesicht und ich lief leise hinter die Couch. Ich legte meine Arme überkreuzt auf die Rückenlehne und betrachtete sein schlafendes Gesicht genauer. Ihn real zu sehen war doch um einiges eindrucksvoller, als nur auf dem Papier. Am liebsten hätte ich ihm die losen Haarsträhnen aus dem Gesicht gestrichen. Unterdrückte diesen Drang dann aber energisch. Also sah ich weiterhin, einfach nur auf sein schlafendes Gesicht. Ich konnte es noch immer nicht fassen, ich war in einem Manga und hatte auch noch die Gestalt von einer dieser Personen. Langsam begann Hijiri sich zu bewegen und die Augen zu öffnen. Lächelnd begegnete ich seinem Blick. "Jeanne du..." flüsterte er mir zu. Mein fröhliches Gesicht drohte zu schwinden, als ich mich von ihm wegdrehte und sagte: " Ich bin nicht Jeanne. Aber auch erstmal einen schönen Guten Morgen." Er richtete sich auf und erhob sich aus der Couch. "Ja natürlich Guten Morgen." Ich konnte ihn nicht sehen, da ich ihm den Rücken zuwandte. Erst als er vor mir stand, bemerkte ich. Das er nur eine Boxershorts trug. Mein Gesicht lief Knallrot an und ich begann zu stottern: "Eh...ähm...ich...tut mir leid."
 

Dann drückte ich mich an ihm vorbei und rannte aus dem Zimmer. So schnell ich konnte lief ich die Treppen hinauf und ins Schlafzimmer. Ein idealer Ort, wenn man die Situation von eben bedenkt. Aber egal. Ich schloss die Tür und lehnte mich Atemlos dagegen. "Was sollte das denn jetzt, Sabrina." schallt ich mich selber. "Er muss ja jetzt denken du bist nicht ganz dicht." Ich runzelte die Stirn. "Warum bin ich überhaupt rot geworden. Den Freund meiner g.S. hab ich doch auch schon oft in Shorts gesehen. Da dreh ich doch auch nicht durch und weglaufen tu ich schon gar nicht." überlegte ich dann wütend und ließ mich zu Boden gleiten. "So was peinliches aber auch." grummelte ich still. Plötzlich hörte ich ein gleichmäßiges klopfen an der Tür. "Darf ich reinkommen?" hörte ich seine Stimme gedämpft aus den Flur fragen. Ich stand langsam wieder auf und öffnete die Tür einen Spalt breit. Ich sah, dass er sich eine schwarze Hose angezogen und ein rotes Hemd offen übergeworfen hatte. Also machte ich die Tür weiter auf. Soweit, dass er eintreten konnte. Als Hijiri im Zimmer war und zum reden ansetzen wollte. Kam ich ihm schnell zuvor und rief: "Entschuldige, normalerweise gerate ich nicht so schnell aus der Fassung." Um meine Aussage zu bekräftigen, verbeugte ich mich auch noch. Er setzte sich aufs Bett und lächelte mich an. Dann schüttelte er den Kopf. "Nein, ich muss mich entschuldigen. Du musst ganz schön geschockt gewesen sein." Ich schüttelte ebenfalls stark den Kopf. "Nein, nein. Ich war nur ziemlich verblüfft. Man sieht so einen gut aussehenden Kerl, schließlich nicht alle Tage. Und schon gar nicht nur in Boxershorts." Sagte ich und bemerkte gar nicht, dass ich die letzten beiden Sätze laut ausgesprochen hatte. Erst als ich ein amüsiertes "Danke" aus seiner Richtung hörte, bekam ich mit. Was ich jetzt schon wieder angestellt hatte. Ich lief kurzerhand wieder rot an und glaubte, dass bestimmt alles Blut aus meinem Körper jetzt im Gesicht wäre. >Mist. Seit ich wieder voll da bin. Verzapfe ich einen Schwachsinn nach dem anderen. Der muss mich doch bald für vollkommen beschränkt halten< Zum Glück bemerkte Hijiri meine Verlegenheit und meinte: "Am besten wir vergessen das alles, oder?" ich nickte und lächelte vorsichtig. Er erwiderte mein lächeln und fragte dann: "Okay. Du sagst du bist nicht Jeanne." Wieder nickte ich. "Aber wer bist du dann? Du siehst genau wie sie aus." Bevor ich antwortete ließ ich mich auf dem Bett neben ihm nieder. Holte noch mal kurz Luft und antwortete schließlich: "Mein Name ist Sabrina. Sabrina Belden." Er sah mir in die Augen, als Versuche er heraus zu finden ob ich Lüge. Letztendlich schien er mir zu glauben und fragte weiter: "Und wie alt bist du? Wo kommst du her?" Seufzend strich ich mir das Haar zurück und sagte: "Ich bin 17 Jahre alt und woher ich komme..." Hier stockte ich kurz. Fuhr dann aber weiter fort: "Ich komme aus Deutschland. Zumindest offiziell. Wie ich bei dir im Auto landen konnte, kann ich dir nicht sagen." >Noch nicht< fügte ich in Gedanken hinzu. Hijiri schien was entgegen setzen zu wollen, überlegte es sich dann aber doch anders. Stattdessen fragte er noch: "Eins möchte ich jetzt aber noch wissen. Wie siehst du wirklich aus?" Das war der Moment wo ich mir auf die Lippen biss. Ich wusste nicht ob ich ihm dies verraten sollte. Wenn ja, würde ich doch sicher mein eigenes Aussehen auch jetzt noch haben, oder? So beschloss ich vorerst darüber zu schweigen. "Tut mir leid. Aber das kann ich dir ebenfalls nicht sagen. Vorerst nicht. Du wirst es noch früh genug erfahren." Erwiderte ich ruhig. Zwar passte ihm das nicht ganz. Doch sagte er nur: "Okay, ich hab Zeit." Ich wusste, dass er das wörtlich meinte und lächelte ihn strahlend an. "Schön. Jetzt will ich aber wissen, wie du heißt?! Alter, Beruf...!"Nicht das ich es eh nicht schon wusste. Aber nicht zu fragen, wäre sehr verdächtig. Stimmt doch, oder? Hijiri lachte als er antwortete: "Ganz schön viele Fragen!" "Auch nicht viel mehr als deine." Wehrte ich mich schmollend und lächelte dann wieder. Er lächelte zurück und sagte dann: "Also gut. Mein Name lautet Hijiri Shikaido. 26 Jahre, Lehrer kam vor zwei Monaten hierher aus Frankreich. Single." "Single? Hm. Hatte ich zwar nicht gefragt, aber auch gut." grinste ich frech. Er lächelte nur und wollte den Arm um mich legen, als ich energisch aufsprang. "Gut. Nachdem wir das geklärt haben. Ähm, wir bleiben doch beim "du"?" Ein überrumpeltes nicken. "Schön. Ich könnte jetzt wirklich eine Dusche vertragen und danach was zu Essen. Zweieinhalb Tage ohne Nahrung ist doch arg lang." meinte ich gut gelaunt. Jetzt stand auch Hijiri auf und lächelte. "Komm mit." meinte er, während er mir seine Hand auf meinen Rücken legte und vor sich her schob. "HEY!" ich hatte mal wieder ne lange Leitung. "Ich zeig dir wo das Bad ist." sagte er ruhig. "Ach so." atmete ich erleichtert aus. "Was hast du denn gedacht?" grinste er frech. >Wie gerne, würde ich ihm jetzt dieses Grinsen aus dem Gesicht küssen< dachte ich. Schimpfte mich aber sofort wieder für diesen total absurden Gedanken. Sondern antwortete in gespielter Gereiztheit: "Gar nichts. Rein gar nichts." Hijiri lächelte nur still, man sah ihn an, dass er mir nicht glaubte. Er schob mich durch den Flur und in die zweite Tür rechts neben dem Schlafzimmer. "So hier ist es. Viel Spaß! Handtücher sind dritter Schrank in der Mitte." sagte Hijiri und schloss hinter mir die Tür. Ich trat einen Schritt weiter ins Badezimmer und staunte mal wieder nur. Das Bad war in braunen Marmor gehalten und die Griffe aller Hähne vergoldet. Die Badewanne war im Boden eingelassen und ließ genug Platz für zwei Personen. Die Fenster waren geschickt in der Decke eingelassen. So hatte man viel Stellplatz. Links neben der Tür befanden sich vier Schränke in weiß. Alle in einer anderen Größe. Auf der rechten Seite von mir und der Tür, war ein großes Waschbecken, dem folgten die Toilette und dann die Duschkabine. Nachdem ich das ganze Bild in mir aufgenommen hatte. Ging ich zu dem besagten Schrank und zog ein großes flauschiges Handtuch heraus. Dann zog ich mich aus und verschwand unter der Dusche. Als ich fertig war, putzte ich mir noch schnell die Zähne. (Die Zahnbürste hatte dort Neuverpackt gelegen.) Gerade als ich mich anziehen wollte, fiel mir ein das ich meine Klamotten noch gar nicht wieder hatte. Also trotte ich, nur in Handtuch und Unterwäsche bekleidet aus dem Bad und rief nach Hijiri. Der auch nach ein paar Minuten kam. "Was? Wieso trägst du nur das Handtuch und..." weiter kam er nicht. Denn ich unterbrach ihn. "Ja, wieso nur? Weil du meine Kleidung vielleicht unterschlagen hast?" grinste ich scheinheilig. "Ach stimmt. Augenblick." Sagte er und ich sah wie in das Zimmer zwischen mir und dem Schlafzimmer ging. Kurz darauf kam er wieder heraus und hielt meine Sachen in den Händen. "Bitte gewaschen und gebügelt." Lächelte er und ging wieder nach unten. Ich sah ihn nur nach und murmelte ein "Danke". Ehe ich die Tür hinter mir schloss.
 

Zwanzig Minuten später, als ich die Treppen hinunter ging. (20 Minuten? Ja wisst ihr eigentlich was es heißt. Langes und dickes Haar auch nur Ansatzweise trocken zu kriegen?) Kam mir Hijiri entgegen. "Da bist du ja, wollt schon gucken, ob alles in Ordnung ist." sagte er erleichtert. Ich schritt an ihm vorbei und meinte grinsend: "Logo! Gib's zu. Du wolltest bloß spannen." Jetzt schien er empört zu sein und widersprach: "Gar nicht wahr. Ich..." Nun konnte ich nicht mehr. Ich platzte beinahe vor lachen. Das Gesicht das er machte war einfach köstlich. "Schon gut. Das weiß ich doch. War doch bloß ein Witz gewesen." beruhigte ich ihn. Sofort entspannten sich seine Gesichtszüge wieder und er führte mich ins Esszimmer. Wo der Frühstückstisch gedeckt war. Dies Zimmer war in Kiefer gehalten und verströmte mit seinem Pfirsichfarbenen Wänden eine wundervolle wärme. Als wir frühstückten stellte ich erstaunt fest, das mein Hunger gar nicht so groß wie erwartet war. Aber stören sollte dies mich nicht weiter. Was mir jetzt erst auffiel war, das ich es einwandfrei beherrschte mit Stäbchen zu essen und auch die Sprache machte mir keinerlei Probleme. Schön zwar besuchte ich bereits zu Hause einen japanisch Kurs, aber so fließend konnte ich es auch wieder nicht. Tja, ich brauchte halt schon immer etwas länger um irgendwas zu bemerken. Jetzt lehnte ich mich pappsatt zurück und sah auf Hijiri der mir gegenüber saß. "Weißt du was mich wundert?" begann ich vorsichtig. "Nein, was denn?" fragte er erstaunt. "Nun, du sagtest doch du bist Lehrer, oder?" "Ja und?" "Ich frag mich wie man sich da so eine Luxushütte leisten kann. Nichts für ungut. Das Haus ist wirklich klasse." "Achso. Na ja. Ich habe es äußerst günstig erworben." Meinte er leichthin. Das glaubte ich ihm nun zwar nicht. Aber wenn er meinte. Bitte schön. Jedem das seine.

Nachdem er fertig war räumten wir gemeinsam ab und erledigten die angefallnen Säuberungsarbeiten. Danach zeigte er mir den Rest des Hauses. Inzwischen wunderte es mich nicht mehr, dass alle Zimmer hell eingerichtet waren. Die Küche wie das Esszimmer in Kiefer. Das Arbeitszimmer in Erle. Das Gästezimmer in blau-gelb. (Und dann gab es noch ein paar weitere Zimmer die ich vielleicht später vorstellen werde) Langsam glaubte ich das er ein Problem mit dunklem Farben hatte. Aber dem war wohl nicht so. Was seine dunkle Kleidung bewies. Als wir oben vor der letzten Tür links ankamen, sagte er: "Das Zimmer ist verboten, okay? Du darfst alle Zimmer nutzen, nur dieses hier bitte nicht. Versprich es mir Sabrina!" Ich verstand zwar nicht ganz warum, versprach es dann aber. Der Ton in seiner Stimme veranlasste mich dazu, keine Fragen zustellen. >Anscheinend gibt es auch Dinge, vor denen sich Dämonen in Acht nehmen. Außer vor Gott< dachte ich und wusste nicht, ahnte nicht mal was mich noch alles hier erwarten sollte...
 

To be continued...
 

Das erste Kapitel ist geschrieben und mir schmerzen die Finger. Ich hoffe es hat euch soweit gefallen auch wenn es noch irgendwie an Spannung fehlt. Doch ich werde mir Mühe geben, dass sich das noch ändert. Achja, den Manga den ich von KKJ anfangs lesen will ist Band7. Nur damit ihr Bescheid wisst.

Jetzt aber Schluss und gebt bitte viele Kommis ab, auch Kritik.
 

Bis dann Urbena

Erster Schultag und was dann noch so kam

Abenteuer fürs Leben
 

2. Kapitel
 

Erster Schultag und was dann noch so kam
 

Hallo. Aufs Vorwort verzichten wir heut mal und Danke für die bisherigen Kommis.
 

Inzwischen waren sechs Tage vergangen seit ich bei Hijiri im Auto gelandet war. Wir hatten beschlossen, dass ich bei ihm wohnen bleiben würde und da ich dafür nichts bezahlen brauchte. Hatte ich ihn dazu überredet, dass ich den Haushalt machen würde. Zwar kam einmal die Woche eine Raumpflegerin, doch blieb immer wieder mal etwas herum liegen und kochen war auch nicht unbedingt eine von Hijiri's stärken, wie ich gleich am ersten Abend hatte feststellen dürfen. Also stellte ich mich jetzt immer hinter den Herd und seltsamer Weise machte mir der ganze Haushalt sogar Spaß. Während ich mich zu Hause selbst gegen das abwaschen wehrte und immer wieder gerne meiner g. S. zu schob.

Ich war gerade dabei ein Glas, das Hijiri im Arbeitszimmer vergessen hatte, abzuspülen. Als die Haustür aufging und er nach Hause kam. Ich ging in die Vorhalle und begrüßte ihn fröhlich: "Hallo! Willkommen zu Hause! Wie war dein Tag?" "Gut. Wie immer." Entgegnete er lächelnd. Dann fragte er: "Weißt du wie du dich benimmst?" Ich schüttelte ahnungslos den Kopf. "Wie eine frischgebackene Ehefrau." Grinste er jetzt. "Was?!" ich lief knallrot an. "Es fehlt nur noch etwas. Willst du wissen was?" fragte er nun und trat näher an mich ran und da ich ja manchmal nicht besonders helle bin, nickte ich. "Das." Flüsterte Hijiri und küsste mich sanft auf den Mund. Nur kurz, doch es sollte reichen mich noch röter und ziemlich benommen zurück zulassen. Vorsichtig legte ich die Finger auf meine Lippen, welche seine eben noch berührt hatten. Als plötzlich seine Stimme mich aus meiner Erstarrung riss. "Sabrina..." Bevor er weiter reden konnte, platzte ich hervor: "HEY! Was sollte das?!" Ich hatte unbemerkt meine Hände zu Fäusten geballt. "Ähem." Hijiri wich einen Schritt zurück, ehe er fort fuhr: "Ich habe dir was mitgebracht." Zwar wusste ich, dass er vom Thema ablenkte, aber das war eigentlich auch egal. Unangenehm war der Kuss ja nun auch nicht gewesen. Also betrachtete ich die Tüte, die er mir jetzt vorhielt. "Was? Aber warum?" ich sah ihn fragend an. "Mach sie einfach auf. Du wirst schon sehen." Bemerkte er und ging zur Garderobe um sein Jackett abzulegen. Es war zwar Sommer aber für Lehrer bestand weiterhin Jackenpflicht. Meiner Meinung nach, eine super dumme Regelung. Aber man kann sie ja nicht ändern. Ich linste in die Tüte und riss ungläubig die Augen auf. Noch bevor ich irgendetwas sagen konnte, fragte Hijiri: "Was gibt es eigentlich zu essen?" Ich knurrte irgendetwas und schlich ihm raubtiergleich hinterher ins Esszimmer. In der Hand die Tüte, die ich ihm am liebsten an den Kopf geschmissen hätte.

Bei Tisch stocherte ich lustlos in meinem Sushi herum. Ich war so was von geladen. Ich war einfach nur auf 180. Während es ihm ganz gut zu schmecken schien. Er ließ sich nicht im Geringsten, von meinem finsteren Gesicht den Appetit verderben. Ganz im Gegenteil, er lächelte sogar noch so verdammt selbst zufrieden. Ich konnte nicht länger stumm sitzen bleiben und sagte wütend: "Das soll doch wohl ein Witz sein, oder? Du glaubst doch nicht allen ernstes, das ich hier zur Schule gehen werde." Jetzt sah er mich erstaunt an, wenn das gespielt war, dann aber verdammt gut. "Das ist es also. Ich dachte schon du bist noch wegen des Kusses sauer." Erwiderte er sichtlich erleichtert. Nun sah ich ihn erstaunt an, das war doch nicht sein ernst, oder? "Was das?" Ach nein. Es hat mir sogar ganz gut gefallen..." schon wieder zu spät bemerkte ich, was ich diesmal wieder für einen Kram von mir gegeben hatte. Um meine Verlegenheit zu überspielen, schrie ich ihn an: "Ach, du kannst mich mal!" Dann stand ich ruckartig auf und rannte aus dem Esszimmer. Hijiri versuchte zwar mich aufzuhalten, doch gelang es mir mich aus seinem Griff loszureißen.

Ich rannte hinauf ins Gästezimmer, welches inzwischen meines war und schloss die Tür hinter mir ab. "Verflixt! Warum muss ich immer so einen Mist bauen. Dann laufe ich auch noch weg, so bekomme ich bestimmt nie eine Sache gelöst." Ich ließ mich aufs Bett fallen und schloss frustriert die Augen. Als es plötzlich schwach an der Tür klopfte, versuchte ich es zu ignorieren. Doch als es lauter wurde, rief ich missstimmt: "Ich hab doch gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen!" "Vergiss es. Das klären wir jetzt und auf der Stelle." Hörte ich Hijiri sagen. Nun musste ich trotz allem ernstes der Situation leise lachen. "Okay. Aber ist es nicht etwas unbequem durch eine Tür zu reden?" fragte ich gespielt ahnungslos. "Mag sein. Das ist mir jedoch egal. Wenn du nicht öffnest reden wir halt so." wurde seine Stimme lauter. Ich richtete mich entnervt auf und ging zur Tür um aufzuschließen. Denn mich mit einer Tür zu unterhalten, fand ich selbst nicht sehr prickelnd. Kurz nachdem ich den Schlüssel herum gedreht hatte, kam er rein gestürmt. Erschrocken wich ich an die Wand zurück. So aufgebracht war er mir gegenüber noch nie gewesen und für einen kleinen Augenblick, glaubte ich eine andere Augenfarbe bei ihm zusehen. Beschloss dann aber dies als Einbildung ab zutun. "Schön. Soweit wären wir schon mal. Würdest du mir bitte mal erklären, was das sollte?" Hijiri war der Verzweiflung nahe. Ich lächelte und sagte: "Tut mir wirklich leid." Er sah mich ernst an und entgegnete dann: "Achja? Das reicht mir aber nicht. Ich will wissen was du hast." Ich lehnte mich an die Wand und sah zur Seite. Dann in seine Augen, die mich intensiv anblickten. "Na gut. Du hast gewonnen." Gab ich geschlagen nach. "Als du mir die Tüte gegeben hast und ich die Schuluniform darin sah. Bin ich einfach bloß wütend geworden weil, du musst wissen, bei uns sind jetzt Sommerferien und da will man von der Schule relativ wenig wissen." Hijiri sah mich verblüfft an. "Ist das ein Grund so auszurasten?" Lachend schüttelte ich den Kopf. "Nein natürlich nicht. Es war einfach nur die Sache mit dem Kuss. Als du das ansprachst und ich diese Antwort mit dem 'gut gefallen' zu besten gab... oh Gott war mir das peinlich. Wie dem auch sei. Ich wollte dich nicht anschreien, wirklich. Bitte verzeih." "Oje und ich dachte schon sonst was." Er sah mich ungläubig an. >Super Sabrina. Jetzt hast du es geschafft. Er wird dich für Geisteskrank halten< dachte ich unglücklich. "Aber wenn es nur das ist. Das vergessen wir dann einfach, okay?" sagte er und setzte sich aufs Bett, wobei er mich mitzog und neben sich setzte. "Du schmeißt mich nicht raus?" fragte ich erstaunt. "Wieso sollte ich?" sein Blick war mehr als überrascht. "Na ja. Du musst doch glauben, dass ich nicht ganz plemplem bin. Wegen so einer Kleinigkeit gleich an die Decke zu gehen." Entgegnete ich bedrückt. "Blödsinn. Du bleibst bei mir. Aber die Schule kann ich dir nicht ersparen. Sonst bekomm ich selber ärger mit der Stadt." Sagte er lächelnd. Ich schaute zwar nicht gerade glücklich drein, gab mich aber geschlagen. Das zweite Mal bereits innerhalb von fünf Minuten. REKORD! "Na gut, dann gehe ich halt hin. Aber eine Frage. Wie erklärst du dem Direktor, das wir zusammen wohnen?" grinste ich hinterlistig. "Das ist schon geklärt. Ich habe ihm erzählt, du wärst meine Cousine aus Deutschland. Also keine Chance." Grinste er fies zurück. "Ach und das hat er dir geglaubt?" ich sah ihn zweifelnd an. "Sie haben mir alle geglaubt und sie werden uns auch weiterhin glauben." Sein Gesicht kam meinem sehr Nahe. Bis wir beide auf gleicher Augenhöhe waren. "Glaub mir ich kann sehr überzeugend sein." Sagte er leise und küsste mich, so als wolle er es mir damit beweisen. Als er sich von mir löste, schlug mir das Herz bis zum Hals. "Hast du nicht gesagt wir wollen es vergessen?" fragte ich leicht stockend. Er lächelte nur sanft, während er antwortete: "Ja. Aber ich habe nie gesagt, das ich es nicht mehr tun würde und das werde ich, wann immer mir auch gefällt." Dann stand er auf und fragte: "Ich geh schon mal runter, den Tisch abräumen. Kommst du gleich nach?" Ich nickte nur stumm und als sich die Tür hinter ihm schloss, wurde mir zum ersten Mal wirklich klar. Das dies kein gewöhnlicher Mann war. Sondern auch ein Dämon, der mich ganz leicht, mehr als nur ein bisschen verletzten konnte.
 

Der nächste Tag war Donnerstag. Wir standen um sieben Uhr auf, um uns fertig zumachen. Als ich in die Schuluniform schlüpfte und in den Spiegel sah, entglitt meiner Kehle ein Schrei des entsetzten. Sofort kam Hijiri ins Zimmer um zuschauen, was denn jetzt wieder los war. Ich starrte ihn geschockt an. "Ich sehe schrecklich aus. Jede Farbe der Welt, aber ausgerechnet ich muss dieses grün tragen." Jammerte ich. Nun fing er auch noch an zu lachen. "Das ist nicht lustig!" rief ich ihm entrüstet entgegen. "Doch. Ich meine, wie kann man sich wegen so einer kleinen Lappalie so aufregen." Ich schaute ihn jetzt ebenfalls lachend an. Er hatte ja Recht. "Ich weiß." Lenkte ich ein. "Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass ich keine Uniform gewohnt bin. In Deutschland gibt es nun mal keine Kleiderordnung. Bei uns ist es so, wer nicht aussieht wie Heidi Klump und die neuste Markenmode trägt gehört nicht dazu." Nun sah er mir ernst in die Augen und meinte: "Na und selbst wenn. Hier nicht und egal was du sagst. Dir steht die Uniform." Schloss er und war mir dabei immer näher gekommen. Ich schob ihn entschlossen von mir weg und erwiderte murrend: "So ein Käse. Aber jetzt lass uns los." Schnell schnappte ich mir noch ein Haarband, um meine Haare zu einem Zopf zusammen zubinden. Dann ging ich los. Kurz vor der Haustür, hörte ich wie Hijiri nach meinem Namen rief. "Was?" "Deine Tasche." Grinste er und warf sie mir zu. Ich fing sie auf und maulte irgendwas von toller Tagesanfang, nur um dann mit einem lauten Rumms aus dem Haus zu stürmen.
 

Ich war gerade mal 25 Meter weit gekommen, als der rote PKW von Hijiri neben mir herrollte. "Komm steig ein." Meinte er schmunzelnd. Doch ich schüttelte nur stur den Kopf und legte noch einen Zahn zu. Ich hörte noch wie er seufzte: "Na gut." Dann hielt der Wagen an und auch ich blieb verwundert stehen. Die Fahrertür öffnete sich und Hijiri stieg aus. Er kam auf mich zu und legte lässig einen Arm um meine Schulter. Vollkommen perplex ging ich zusammen mit ihm weiter. "Was? Warum?" stotterte ich. Doch er lächelte nur und meinte: "Alleine kommst du dort nie en." "Danke für dein Vertrauen." Schmollte ich, was ich auch für den Rest des Weges tat. Wir brauchten mehr als eine ¾ Stunde, um in der Schule anzukommen. Kurz vor dem Eingang, löste ich seine Hand von meiner Schulter. Eins stand für mich absolut fest. Niemals wieder, würde ich zu Fuß zur Schule gehen. Das ist purer Selbstmord, den Hang hier hoch zu latschen. "Mann! Hättest du mir nicht sagen können. Das man für den Weg solange braucht!!" schimpfte ich. "Hätte schon. Aber zugehört hättest du mir sicher auch nicht." Meinte er leichthin. Womit er vollkommen ins Schwarze traf. Aber das würde ich ihm garantiert nicht unter die Nase reiben. Was auch gar nicht nötig gewesen wäre. Ich konnte in seinem Gesicht lesen, dass er wusste mich ertappt zu haben. So hielt ich ausnahmsweise mal den Mund und stellte fest. Das Hijiri ganz schön beliebt zu sein schien. Wir wurden nämlich für den Rest des Weges von etlichen Schülern begrüßt. Vor allem aber er und zwar von den weiblichen Schülerinnen. "Bist ganz schön beliebt, was?" bemerkte ich ironisch und zog eine Augenbraue in die Höhe. Dem folgte ein leises lachen seinerseits. "Sieh an, bist du etwa Eifersüchtig?" fragte er mit einer gefährlichen Sanftheit. Ich drehte mich abrupt von ihm weg und marschierte an ihm vorbei, nicht aber ohne noch zu antworten: "Hättest du wohl gern, was? Bin ich aber nicht. Außerdem vergiss nicht, ich bin ihre Cousine -Sensei." Setzte ich meiner Ironie noch etwas Spott auf. Ich wusste zwar nicht wie er hinter meinem Rücken guckte. Doch nahm ich an, dass er sich mal wieder ein lautes Lachen verkneifen musste. So reagierte er nämlich stets auf meine kleinen Mätzchen. Doch mir war im Moment auch so ziemlich piep egal was er dachte. Ich stürmte einfach nur geradeaus auf den Eingang zu. Dabei riss ich noch ein paar Schüler mit um, die mir empört hinterher sahen. In der Eingangshalle blieb ich ruckartig stehen, so das Hijiri beinahe in mich rein lief. Da er mir ziemlich eilig nach gelaufen war und daher auch schnell stoppen musste. "Was ist? Wieso...?" wollte er fragen. Jedoch bemerkte er so gleich mein ungutes Schweigen. Ebenso das ich meine Arme vor der Brust verschränkt hatte und mein rechter Fuß ungeduldig auf und ab wippte. "Ich hab's. Du weißt nicht, wo es zum Büro des Direktors geht? Hab ich Recht?" lächelte er mich hinterhältig an. "Wenn du es schon weißt. Warum fragst du dann noch so überflüssig?!" motzte ich ihn lautstark an. Sein lächeln wurde noch um eine Spur breiter, als er mir leise zu flüsterte: "Weil du einfach süß bist. Wenn du dich so aufregst." Mir stockte der Atem, doch fasste ich mich schnell wieder und zischte: "Rutsch mir doch den Buckel runter." Dann wollte ich weiter, besann mich allerdings eines besseren und packte noch seinem Jackenärmel um ihn mitzuziehen. Erst jetzt fiel mir mal wieder auf, was wir den anderen Schülern für eine Show geliefert hatten. Nun wohl besser ich. Manche sahen mich fassungslos an, da ich so unverschämt mit einem Lehrer redete. Andere, voran Schülerinnen, blitzten mich wütend an. Da sie glaubten ich würde mit ihm flirten und sei daher eine arge Rivalin. Vor dem Stufenabsatz, der in die erste Etage führte, blieb ich kurz stehen, drehte mich mit einem entschuldigenden lächeln zu ihnen um. "Typisch Verwandte." Meinte ich zuckersüß, als ob das alles erklärte und folgte meinen zukünftigen Geschichtslehrer dann schnell. Die anderen ließ ich verblüfft und sprachlos zurück.
 

Nachdem die letzten Formalitäten erledigt hatten, gingen wir gemeinsam zu meinem beziehungsweise unserem Klassenzimmer. Es war wirklich ein Glückstreffer, das er gerade dort in der ersten Stunde unterrichtete, wo meine neue Klasse war. Vor der Tür zur 2G (ich nenne sie jetzt einfach mal so, ich glaube nämlich das weder im Manga noch im Anime jemals ein Name für die Klasse genannt wurde. Bin mir aber nicht sicher) blieben wir schließlich stehen. "Dann mal los." Sagte Hijiri, öffnete und trat mit einem fröhlichen Guten Morgen ein. Ich folgte ihm still. Sofort spürte ich, wie alle Blicke auf mir ruhten. Als ich meinen Blick über meine neuen Mitschüler schweifen ließ, fiel mir sofort auf, dass ihre Blicke nicht neugierig oder so waren. Sondern ungläubig, dieses mich anstarren wurde mir richtig unangenehm und selbst wenn ich bis jetzt noch Zweifel gehabt haben sollte. In Momokuri der Stadt von Kaito Jeanne zu sein. Wurden diese jetzt zu Nichte gemacht. Als ich in vier entsetzte und erschrockene zugleich Gesichter sah. Nämlich in das von Marron Kusakabe, Chiaki Nagoya, Miyaco Toudaji und Yamato Minazuki. Langsam wurde mir auch klar warum mich alle so komisch ansahen. Ich hatte doch das Aussehen von Jeanne, der Kamikaze Diebin. Zu meiner Erleichterung brach Hijiri nun, das immer unschöner werdende Schweigen und stellte mich den anderen vor. "Also das ist Sabrina Belden. Bis vor sechs Tagen, lebte sie noch in Deutschland. Bitte seid nett zu ihr. Ach und bevor irgendwelche Gerüchte in Umlauf kommen, weil man uns vielleicht mal öfters zusammen sehen sollte. Sie ist meine Cousine. Wir sind also Verwandt." Lächelte er. Ich nickte ihm zu und verbeugte mich dann kurz vor der Klasse. "ich freue mich hier zu sein und ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit." Meinte ich freundlich, im Innern dachte ich. >Mein Gott. Wie steif das klingt< Dann ließ ich mir von Hijiri den Platz in der zweiten Reihe neben dem Fenster zuweisen. Die ersten beiden Stunden gingen schnell rum und ich fand seinen Unterricht sehr unterhaltsam. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass er vieles davon selbst miterlebt hatte.

Nachdem klingen, das das Ende der ersten Doppelstunde erklärte. Kamen Marron und Chiaki auf mich zu. Ich sah von meinem Platz hoch. Sie stellten sich kurz vor, dann fragte Chiaki: "Könnten wir dich mal eben allein sprechen?" ich nickte leicht und stand auf um ihnen nach draußen zu folgen. Als Hijiri mich kurz vor der Tür abpasste. "Wo willst du hin?" fragte er direkt. "Die beiden wollen mit mir reden." Antwortete ich leichthin. Erst schien er mich aufhalten zu wollen, entschied sich dann aber anders. Er trat zur Seite und sagte dann leise: "Pass auf dich auf." Ich sah ihn fragend an, bekam aber keine Antwort. Schließlich folgte ich den beiden. Draußen stellten wir uns etwas abseits unter einen Baum. Ich wollte sie gerade fragen, was sie von mir wollten, als beide ihre Kreuze hervor holten. Beide blinkten. "Also doch." Meinte Marron und Chiaki nickte. Ich verstand nicht ganz. "Okay." Chiaki sah mich mehr als ernst an. "Wer bist du wirklich? Warum siehst du aus wie Jeanne und wer schickt dich?" "Ähm, wovon redet ihr?" Ich versuchte mich so ahnungslos wie möglich zugeben und irgendwie gelang es mir auch die beiden vorerst davon zu überzeugen, das ich eine einfache Schülerin aus dem Ausland war. Aber das dem nicht solange bleiben würde, war mir absolut klar. Ich beschloss Hijiri nichts von diesem Gespräch zu erzählen, da dies nur für unnötigen Wirbel sorgen würde und mich zwingen. Auch ihm einiges zu erklären.
 

Auf dem Nachhauseweg unterhielten Hijiri und ich uns. Ich versuchte so gut wie möglich, das Thema Schule außen vor zu lassen. Doch irgendwann fragte er dann: "Und wie gefiel dir dein erster Tag?" Ich antworte ihm so gelassen wie möglich: "Och, eigentlich ganz gut. Ich glaube ich kann mich sogar an diese Uniform gewöhnen." Darauf warf er mir ein belustigtes Lächeln zu, das ich erwiderte. Dann wurde er wieder ernst und fragte weiter: "Ich will ja nicht neugierig sein. Aber was wollten Kusakabe-san und Nagoya-kun von dir?" Seine Stimme hatte einen merkwürdigen Unterton. "Nichts. Wirklich, wir haben bloß geredet." Entgegnete ich so ruhig ich es vermochte. "Ehrlich!" fügte ich seinem ungläubigen Blick noch hinzu und lachte dabei. Unterließ es dann jedoch sofort wieder. Da ich selber bemerkte, wie gespielt es klang. Hijiri wollte noch etwas sagen, ließ es dann aber wieder sein. Schweigend gingen wir den Rest des Weges weiter.

Im Haus angekommen, ging er schnell hoch ins Arbeitszimmer um ein paar Unterlagen zu besorgen. In der Stadt sollte noch ein Treffen für die nächsten Seminare in Tokjo stattfinden, wie er mir beim Frühstück erzählt hatte. Ich war vor den Treppen in den ersten Stock stehen geblieben und stand dort noch immer, als Hijiri wieder runterkam. Kurz bevor er bei der Haustür ankam, sagte ich: "Tut mir leid. Wirklich, aber wenn du wieder da bist. Sage ich dir was in der Paus passiert ist. Mehr kann ich dir noch nicht sagen." Er war stehen geblieben und kam jetzt wieder auf mich zu. Ich sah zu ihm hoch und Hijiri nickte zustimmend. "Ist gut. Außerdem glaube ich, weißt du auch noch nicht sehr viel mehr, oder?" Ich schwieg, was er als ein "Ja" annahm. Dann beugte er sich wieder zu mir runter und küsste mich. Bevor er mich kurz umarmte und leise "Gute Nacht" sagte. Ich ließ alles erstaunt über mich ergehen. >Kaum zu glauben, das er ein Dämon ist< schoss es mir durch den Kopf. Als er sich von mir löste und gehen wollte. Hielt ich ihn nochmals kurz zurück und sagte: "Aber du weißt mehr über die beiden, als du vorgibst. Stimmt doch, oder?" Er wusste, dass ich keine Antwort erwartete und lächelte nur geheimnisvoll, berührte dann nochmals sanft meine Wange und verschwand aus dem Haus. (Durch die Tür, okay? Nur damit hier niemand was falsches denkt) Als er weg war, holte ich tief Luft und ging in mein Zimmer. Dort wechselte ich die Uniform gegen ein langes Hemd, welches mir als Nachthemd diente. Dann lief ich hinunter ins Wohnzimmer. Ich wollte ein bisschen fernsehen, wobei ich nach ner guten halben Stunde einschlief. Kurz vor Mitternacht wachte ich erschrocken auf. Ein lauter Schrei aus dem Fernseher hatte mich geweckt. Ich schaltete ihn ab und machte unten überall wo Licht brannte, die Lampen aus. Während ich die Treppen hochging, fröstelte ich leicht. Allein in diesem großen Haus zu sein, war doch um einiges unheimlicher als gedacht. Ich war froh als ich mein Zimmer betrat. Da ich jetzt eh nicht gleich wieder schlafen würde können. Ging ich zum Fenster und sah hinaus. Gerade als die Uhr im Flur Mitternacht schlug, flog eine Eule an meinem Fenster vorbei. Ich schloss die Augen und versuchte mir vorzustellen, was es wohl für ein Gefühl wäre zu fliegen.

Irgendwas veranlasste mich nach einiger Zeit wieder dazu, die Augen zu öffnen und als ich auf meine Füße sah. Bemerkte ich erschrocken, dass sie nicht mehr den Teppich berührten. Überhaupt registrierte ich langsam, dass ich zu schweben schien. Und meinem Schrecken wich ein Riesen Glücksgefühl. Ich war so mit den Gedanken beschäftigt, anscheinend fliegen beziehungsweise schweben zu können. Das ich gar nicht mitbekam, das ich der Zimmerdecke immer näher kam. Erst als ich mit dem Kopf dagegen knallte und dann hart auf meinem Allerwertesten landete, spürte ich es. Mir entglitt ein schmerzhaftes stöhnen. "Autsch." Murmelte ich und hielt meinen Kopf, der ziemlich dröhnte. Dann stand ich langsam auf. Genau in dem Moment, als sich meine Tür öffnete und Hijiri eintrat. Er schaltete das Licht ein und sagte: "Ich bin gerade wieder gekommen und hörte ein lautes Geräusch aus deinem Zimmer. Was ist...?" Stockte er und starrte mich an. Ich hatte meine Augen erst kurz zu kneifen müssen, damit sie sich ans helle Licht gewöhnten. "Du wirst es nicht glauben! Ich habe eben tatsächlich, ganz ehrlich über den Boden geschwebt!" platzte es aus mir hervor. Er starrte mich weiterhin nur an. "Hey! Hörst du mir überhaupt zu?" ich sah ihn ernst an. Als er immer noch nichts sagte, folgte ich seinem Blick und stellte erschrocken fest, das mein Hemd bis auf den Arm, den ich bis eben noch an meinen Kopf gehalten hatte, heruntergerutscht war und nur noch ein Stück über den Knien hing. Was jetzt aber auch vorbei war, weil ich Leuchte den anderen Arm hatte auch sinken lassen. Nun stand ich nur noch in Slip und BH - den ich Gott sei Dank angelassen hatte- vor ihm. Das Hemd auf dem Boden und knallrot im Gesicht. Ich versuchte sofort wieder hastig mir das Hemd überzuziehen, doch wie es nun mal so ist. Wenn es schnell gehen soll, klappt aber auch rein gar nichts. So hatte ich mich kurzer Hand vollkommen verhettert. (Wer sich jetzt fragen sollte, wie das geht. Das ein ganzes Hemd herunterrutscht. Ich kann aus Erfahrung reden. Man muss dafür nur zu faul sein die ersten drei, vier Knöpfe zu schließen und da Herrenhemden größer sind als Damenblusen. Kann so was halt mal passieren) Ich verfluchte meine Faulheit, die obersten Knöpfe immer offen zu lassen und schwor mir dies nie wieder zu tun. (Ach ja. Hielt mich fünf Hemden lang daran. Tja, bin halt ein Faulpelz *g*) Bestimmt sah ich jetzt total bescheuert aus, wie ich hier so auf dem Teppich saß. Hijiri hockte sich zu mir runter und grinste frech. "Nun sind wir wohl quitt." Meinte er. Ich sah ihn verständnislos an. Bevor er erklärte: "Jetzt haben wir uns beide halbnackt gesehen." Dann beugte er sich zu mir vor und flüsterte mir ins Ohr: "Und ich kann mich nicht beschweren." Mein Kopf wurde noch eine Spur dunkler. Schließlich umfasste er meine Taille und zog mich an sich. Ich sah erstaunt zu ihm auf und spürte plötzlich seine Lippen auf meinen. Ich schloss die Augen und erwiderte den Kuss zögernd. Ich bemerkte gar nicht, dass er mich vollständig von meinem Hemd befreit hatte. Erst als er an meinen BH ging, löste ich mich abrupt von ihm. Ich stieß ihn grob von mir weg und rief, mit erhitzten Gesicht aus: "Nein, Nicht!" Er sah mich erst seltsam an und nickte dann. "Schon in Ordnung. Tut mir leid." Meinte Hijiri und stand auf. Dann half er mir wieder auf die Beine und verließ ohne ein weiteres Wort mein Zimmer.

Ich ließ mich atemlos aufs Bett fallen und schloss die Augen. In meinen Kopf schwirrten tausend Gedanken. Alle völlig durcheinander, Ich versuchte sie zu ordnen. Als es nicht klappen wollte, gab ich es auf und schlüpfte wieder ins Hemd. Dann löschte ich das Licht und legte mich ins Bett. Anfangs wollte sich der Schlaf nicht einstellen und gerade als ich ins Land der Träume verschwinden wollte, brach ein lautes Donnern los. Ich schreckte auf und dachte >Na klasse. Ein Gewitter. Ich hasse es< und als es auch noch Blitzte, stieg ich aus dem Bett und tapste in den Flur und zu Hijiri's Zimmer. (Ich bekenne mich. Ich habe Angst vor Gewitter. Wusste bloß keiner, bis jetzt. *g* Was würde meine g. S. sagen Ja Ja große Klappe nichts dahinter. Recht hat sie! Hahaha puh ^^°) Leise klopfte ich an. Kurz darauf hörte ich ein leisen knarren und dann Schritte. Die Tür ging auf und er sah mich erstaunt an. Ich wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen, als ein lautes Donnern ertönte und ein schneller Blitz folgte. Jetzt war mir alles egal. Ich schmiss mich an ihn und bemerkte, dass er wohl wieder nur Boxershorts trug. Doch wie erwähnt, war mir das im Moment herzlich egal. Lieber alleine im Dunkeln, mit einem Mann in Boxershorts. Als allein im Dunkeln, mit einem Gewitter. Er hob mich auf den Arm und schloss mit einem Fuß wieder die Tür. Dann legte er mich ins Bett und deckte mich zu. Ehe er selbst zu mir unter die Decke kam. Ich kuschelte mich an ihn und murmelte ein leises "Danke", dann schlief ich auch schon ein. Das letzte was ich in dieser Nacht noch mitbekam, war der Druck, als er den Arm um mich legte und an sich zog...
 

To be continued...
 

Ende des zweiten Kapitels. Diesmal war alles irgendwie in einer Grabesstimmung. So empfinde ich es zumindest. Trotzdem hoffe ich, dass es euch gefallen hat und bitte um viele Kommentare. Ich würde mich wirklich freuen wenn ihr mir auch sagen würdet was euch an meiner FF gefällt und was nicht. Also einmal positiv und einmal negativ. Wäre wirklich klasse wenn ihr das mal so macht. Danke!

Bis dann

Urbena

Harte Augenblicke

Abenteuer fürs Leben
 

3. Kapitel
 

Harte Augenblicke
 

Hallöchen, da bin ich mal wieder. Danke für die Kommentare vom letzten Kapitel. Nun möchte ich aber auch Stellung zu den Dingen nehmen von der Länge und den Absätzen. Also die Länge ist daher da, weil wenn ich die Kapitel kürze das ganze nicht mehr so richtig gut klingt. Hab's schon mal ausprobiert und die Absätze zu vermehren. Na ja schön. Ich probier es so gut es geht aus. Aber nun weiter im Text und zwar mit dem nächsten Kapitel.
 

Ich hörte leises Vogelzwitschern und öffnete die Augen. Das erste was ich sah, war das schlafende Gesicht von Hijiri. Ich wurde leicht rot im Gesicht, als mir die Erinnerungen der Nacht hochkamen. Er muss ja langsam echt sonst was von mir denken. Erst weise ich ihn ab, ne Stunde später, schmeiß ich mich ihn in die Arme. Ich war ehrlich froh, eine Entschuldigung für das ganze zu haben. >Überhaupt, wenn es nicht gewittert hätte, wäre ich ja auch gar nicht zu ihm gekommen< beruhigte ich mich selber. Dann löste ich mich aus seinen Armen und krabbelte aus dem Bett. Ehe ich leise aus dem Zimmer verschwand. Schnell besorgte ich mir frische Wäsche und die Schuluniform, um dann anschließend unter der Dusche zu verschwinden.
 

Nachdem ich soweit fertig war, ging ich in die Küche und bereitete das Frühstück vor. Gerade als ich anfing den Tisch im Esszimmer zu decken, kam er herein. "Guten Morgen." Begrüßte er mich. "Morgen." Erwiderte ich und lief wieder leicht rosa-rot an. Er setzte sich auf seinen Platz und ich ging das Frühstück holen.

Während dem Essen, begann Hijiri mich zu necken: "Ach ja. Danke." Ich sah ihn überrascht an. "Wieso Danke?" Ich verstand nicht ganz. "Nun für die schöne Nacht." Meinte er unschuldig. Jetzt lief ich knallrot an und bemerkte: "Schöne Nacht? Ich weiß gar nicht wie du auf so eine Idee kommst. Da war doch absolut nichts zwischen uns." "Ach, glaubst du?" Hijiri stützte sein Kinn provozierend in seiner linken Hand auf dem Tisch ab. "Ich mein nur. Es passiert schließlich nicht alle Tage, dass sich ein junges Mädchen, mitten in der Nacht in meine Arme wirft. Als du dich im Bett auch noch so nah an mich ran schmiegtest wurde mir schon richtig heiß. Du weißt doch das ich ein gesunder Mann bin, also beim nächsten Mal bitte mehr Zurückhaltung." Ich war seinen Worten mit immer verlegender werdendem Gesicht gefolgt. Als er nun aufhörte zu reden, sprang ich hastig auf. So das der Stuhl auf dem ich saß rückwärts zu Boden fiel. Anscheinend schien er zu erwarten, dass ich wieder weglief und war auch schon mal aufgestanden. Um mich Notfalls festzuhalten. Doch blieb ich diesmal an meinem Platz stehen und stützte die Hände an der Tischkante ab, als ich mich wütend zur Wehr setzte: "Halt den Mund! Du weißt ganz genau, das ich nie zu dir gekommen wäre, wenn es kein Gewitter gegeben hätte!" Zu spät bemerkte ich mal wieder, das amüsierte Glitzern in seinen Augen. Als ich es jetzt jedoch sah. Wollte ich mich sauer, da er mich mal wieder erwischt hatte, zurück auf meinen Stuhl setzen. Vergaß aber, dass dieser umgefallen war und stürzte ebenfalls rücklings zu Boden. "AU. Verflucht." Murrte ich und ließ mir von Hijiri, der eiligst um den Tisch herumgelaufen war, auf helfen. "Eins sag ich dir. Noch so ein Witz und es setzt was." Drohte ich ihm. Dann stellte ich den Stuhl wieder auf. Er lächelte mich entschuldigend an und sagte: "Tut mir leid. Aber ich habe eine Überraschung für dich, über die du bestimmt erfreut sein wirst." "Na, wenn die so ein Brüller ist, wie die mit der Uniform. Prost-Mahlzeit." Entgegnete ich ironisch. Er schüttelte den Kopf und erzählte dann weiter: "Nein. Aber du weißt ja, dass ich gestern bei dieser Lehrerkonferenz war. Zu meinem Glück fallen in den Ferien bei mir keine Seminare an. So das ich mir überlegt habe, das wir in der ersten Woche irgendwo hinfahren. Nun was hältst du davon?" Erst war ich sprachlos, dann fing ich an zustrahlen. Das war die Gelegenheit, Japan etwas besser kennen zulernen. Logo, das ich sehr viel davon hielt. "Und wohin?" fragte ich begeistert. "Du bist also einverstanden?" hakte er sicherheitshalber noch mal nach. "Na und wie! Jesus, Maria und Joseph! Das werden noch bessere Ferien als gedacht." Verlor ich mich vollständig in meinem Freudentaumel. Zwar bemerkte ich seinen verständnislosen Blick auf meiner Gestalt, doch diesmal ignorierte ich es einfach.
 

Nachdem wir den Tisch abgeräumt und das Geschirr abgewaschen hatten. Begaben wir uns zur Schule, diesmal per Auto. Denn ein weiteres Mal würde ich bestimmt nicht zu Fuß gehen.

Dort angekommen trennte ich mich von Hijiri und lief in meine Klasse. Die mich diesmal lautstark begrüßte. Anscheinend hatten sie sich mit meinem äußeren abgefunden. Als ich an meinem Platz ging, kamen Marron und Miyaco auf mich zu. "Hey, Guten Morgen!" rief ich ihnen zu. "Hallo Sabrina." Entgegnete Miyaco, die beste Freundin Marrons. "Wusstest du, dass Jeanne gestern Abend gegen 18 Uhr wieder zugeschlagen hatte?" Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: "Glaubst du vielleicht, ich sei es gewesen? Tut mir ja leid, aber um die Zeit war ich mit Shikaido-Sensei zusammen." Miyaco verneinte hastig und bemerkte schnell: "Nein, Nein. War bloß eine Frage." Ich glaubte ihr zwar nicht, machte mir aber auch keine weiteren Gedanken deswegen. Dann fragte Marron auf einmal: "Warum nennst du deinen Cousin beim Nachnamen?" ich sah sie erstaunt an und antwortete dann lächelnd: "Ja, aber zu Hause und Privat, benutze ich den Vornamen. Ich finde es so wirklich besser. Das andere wäre mir unangenehm euch gegenüber. Bin halt eine steife Deutsche." Musste ich lachen. Die beiden anderen fielen, dem mit ein. Im selben Augenblick kamen Yamato und Chiaki dazu. "Ah. Guten Morgen die Damen. Was gibt's denn so lustiges?" begrüßte Chiaki uns fröhlich. "Nichts Besonderes. Marron wundert sich bloß, das ich meinen Cousin hier so förmlich anspreche." "Ach ja.?" Für einen Augenblick verfinsterte sich Chiakis Blick und ich glaubte so was wie Hass darin zu sehen. Doch sogleich trat wieder sein typisches Grinsen ins Gesicht. Schließlich wechselte er das Thema. "Und was habt ihr für die Ferien geplant?" Da keiner antwortete, begann ich. "Ich fahre für ne Woche weg." "Tatsächlich? Nach Hause?" fragte Marron neugierig. Ich schüttelte den Kopf- "Nein das würde sich nicht lohnen. Der Flug ist viel zu teuer. Nein ich fahre mit meinem Cousin weg." "Und wohin?" fragte sie weiter, dann fügte sie hinzu. "Chiaki und ich fahren ebenfalls für eine Woche nach Kanazawa." "Was?!" schrien auf Kommando zwei entsetzte Stimmen in Synchron. Das war auch das erste Mal das ich Yamatos Stimme hörte. Die beiden, Miyaco und er sahen sich schockiert an. Ich konnte mir ein Grinsen nicht ganz verkneifen und antwortete auf Marrons Frage. "Ich hab noch keine Ahnung. Er meinte es sei eine Überraschung." "Sieh an. Sieh an." Spottete Chiaki. "Unser Herr Lehrer schreckt auch nicht vor der eigenen Verwandtschaft zurück." Miyaco und Yamato sahen ihn erstaunt an und Marron gab ihm einen Stoß in die Rippen. Ich wusste worauf er anspielte und schloss kurz die Augen, amüsiert öffnete ich sie wieder und sagte: "Nun so unähnlich seid ihr euch doch gar nicht, was?" Dann stand ich auf und fragte Marron: "Hast du Lust morgen mit shoppen zu gehen?" Marron nickte nur und Miyaco ging auch drauf ein. "Ich komme auch mit. Als Modeberaterin." Grinste sie und ich nickte ihr ebenfalls grinsend zu. "Cool! Also morgen 10Uhr vor dem Einkaufszentrum." Sagte ich noch und ging aus dem Klassenzimmer.
 

Erst als ich vor dem Schultor stand, bemerkte ich, dass ich die Schule einfach so verlassen hatte. Ich zuckte mit den Schultern und dachte >Was soll's machen wir halt blau< Ich wollte gerade hinter einem Busch abbiegen. Als ich ein räuspern, hinter mir hörte. Erschrocken drehte ich mich um und sah in die Augen von Hijiri. "Wo willst du denn hin?" Fragte er und kam noch näher auf mich zu. "Öhm, ja also." Ich sah verlegen zu Boden, fasste mich aber schnell wieder und sah ihn ernst an, als ich eine Gegenfrage stellte: "Wo willst du eigentlich übernächste Woche hinfahren?" Er sah mich erstaunt an und antwortete zögernd. "Das sollte doch eine Überraschung sein." "Ich weiß, aber ich würde es trotzdem doch lieber jetzt wissen." Sagte ich grinsend und sah ihn flehentlich an. "Von mir aus." Gab Hijiri erstaunlich schnell nach. "Ich habe gedacht wir fahren nach Kanazawa..." Mehr bekam ich nicht mehr mit. Ich hatte das Gefühl zu erstarren, als ich ihn ansah. Also hatten meine inneren Vermutungen Recht gehabt. Mir wurde regelrecht übel. Deswegen unterbrach ich ihn barsch, was eigentlich überhaupt nicht meine Absicht gewesen war. "Schon gut!" sagte ich lautstark und entschuldigte mich sogleich für meinen Tonfall. "Oh, tut mir leid. Aber mir geht es nicht so gut. Ich gehe besser wieder nach Hause. Bis heute Abend!" Dann nickte ich ihm kurz zu, drehte mich um und rannte los. Wenn er noch was gesagt haben sollte, so war mir das gleich. Ich rannte einfach weiter, bis ich auf den Weg ankam, der zum Haus führte. Ich musste stark schlucken um nicht hier draußen los zuheulen. Die Erkenntnis, dass er nur mit mir wegfahren wollte um Marron nahe zu sein, tat doch sehr weh. Ich schmiss die Haustür hinter mir zu und stürmte auf mein Zimmer. Dort ließ ich mich aufs Bett fallen und heulte erstmal was das Zeug hielt. Zwischendrin dachte ich immer wieder >Er ist halt doch nur ein Dämon< und zwar so oft, als ob es mir über den Schmerz hinweg helfen würde. Denn ohne es zu bemerken, hatte ich mich in diesen Kerl verliebt. Einfach hoffnungslos und unsterblich verliebt und dafür hasste ich mich auch. Da dadurch der Schmerz nur noch größer wurde.

Als er abends nach Hause kam und in mein Zimmer schaute. Tat ich so als würde ich schlafen. Ich wollte ihn einfach noch nicht sehen und sprechen schon gar nicht. Es hätte bloß dazu geführt, dass ich wieder angefangen hätte zu heulen. Was ich gerade mal vor knapp zwei Stunden geschafft hatte abzustellen.
 

Der nächste Tag war Samstag. Um neun Uhr stand ich auf. Duschte schnell und zog mir meinen beigen Rock und mein pinkes Top an. Dann schlich ich aus dem Haus. Zu meinem Glück war er während der ganzen Zeit nicht aus seinem Zimmer gekommen. Vor der Haustür überkam mich der Drang zu fliegen. (Da ich schweben konnte. Nahm ich auch an das ich fliegen konnte) Ich konzentrierte mich mit aller Kraft auf das Fliegen und kurze Zeit später, war der Boden gute fünf bis sechs Meter entfernt. Ich versuchte noch ein bisschen höher zugelangen und dann mich vorwärts bewegen. Alles klappte wie am Schnürchen und ich hatte das Gefühl es schon immer gekonnt zu haben. Schließlich flog ich bis zum Momokuri Park und versuchte sanft zu landen. Was dann doch nicht wie geplant gelang, aber auch egal. Ich rappelte mich auf und ging in Richtung Einkaufszentrum. Wo bereits Marron und Miyaco auf mich warteten. "Hallo, wartet ihr schon lange?" begrüßte ich sie gutgelaunt. "Nein, nein. Wir sind auch eben erst gekommen." Lachte Miyaco. "Was mich wundert ist, dass wir als erste da waren.
 

Normalerweise wartet man immer auf uns." Fügte sie grinsend hinzu. Marron lief rot an: "JA, lach du ruhig. Ich komm morgens halt nur schwer aus den Federn." Darüber mussten wir dann alle lachen und so machten wir uns vergnügt auf den Weg, alle Boutiquen zustürmen die Momokuri zu bieten hatte. Marron wollte sich ein neues Sommerkleid kaufen. Auch Miyaco hatte sich entschlossen, doch nicht nur als Beraterin zu fungieren und legte sich ein neues Outfit zu. So war ich die einzige die alles neu kaufte, aber bestimmt nicht nur weil ich es brauchte. Nein, ich hatte ja keine Ahnung wann ich sonst noch mal zu shoppen nach Japan käme. (Achja, falls jetzt die Frage aufkommt, wie ich bezahle. Wofür gibt es Kreditkarten, die man auch im Ausland nutzen kann, hm? *g*) Fünf Einkaufsstunden später, saßen wir alle drei kaputt auf unseren Stühlen eines Restaurants. Jede von uns, mit mindestens drei Tüten neben seinem Platz. Ich hatte die meisten und mit sieben Tüten wahrlich kein Vergnügen, wenn ich daran dachte, die nach Hause zu schleppen. Aber vorerst begutachtete ich erstmal die Speisekarte. Ich hatte schließlich seid gestern nichts mehr gegessen und so langsam machte sich mein Bauch bemerkbar. Am Ende bestellten wir alle dasselbe. Spaghetti á la Bolognese. Zwar einfach aber immer noch mein Lieblingsgericht.
 

Nach dem Essen trennten wir uns dann und wollten nach Hause gehen. Ich lief gerade den Weg am Park vorbei als ein roter Wagen neben mir zum stehen kam. Ich wusste, dass es Hijiri war und ging stur weiter. Kurz darauf spürte ich, wie jemand nach meiner Schulter fasste und grob zu sich herum drehte. "Hey! Was soll das?" schrie ich ihn wütend an. "Das könnte ich dich genauso gut fragen." Schoß Hijiri lautstark zurück. "Ich suche dich jetzt schon seit Stunden." Sagte er vorwurfsvoll. "Wo bist du gewesen?" Ich deutete auf die Tüten in meinen Händen und sah ihn finster an. "Du warst einkaufen?" er starrte mich fassungslos an. "Hättest du nichts sagen können. Verdammt noch mal, ich hab mir sorgen gemacht." Sagte er ernst. Ich stellte die Tüten auf den Boden ab und schob seine Hand von meiner Schulter. "Lass mich in Ruhe! Du bist nicht mein Vater, genau wir sind nicht mal miteinander verwandt." Erwiderte ich scharf und wollte wieder nach den Tüten greifen. Doch wurde ich von ihm abgehalten. Er hatte sich meinen linken Oberarm gepackt und bugsierte mich jetzt direkt auf den Rücksitz. Sein Griff war so fest, das es wehtat. Doch etwas zu sagen, traute ich mich auch nicht. Denn als ich in seine Augen sah, konnte ich nur eines erkennen: Zorn. Kurz darauf landete ich mit dem Po auf dem Rücksitz, jetzt rief ich doch empört: "Und meine Einkäufe?" Er blitzte mich nur wütend an und warf die Tür zu. Zu meiner Erleichterung, sah ich, dass er die Tüten im Kofferraum verstaute, dann wieder laut den Deckel zuwarf und in den Fahrersitz stieg. Sein Blick war immer noch zornig, so dass ich ausnahmsweise mal ganz kleinlaut war.
 

Bis wir zu Hause ankamen und er die Tüten sowie mich in sein Schlafzimmer gebracht hatte, herrschte zwischen uns ein eisiges Schweigen. Als wir bei ihm im Zimmer standen, fragte ich verblüfft: "Warum bringst du meine Sachen hier zu dir ins Zimmer?" Sein Blick den er mir zuwarf, war wie schon die ganzen letzten zwanzig Minuten zornig. Doch auch etwas anderes spiegelte sich in seinen Augen wieder. Etwas was ich nicht identifizieren konnte. Als er mit einem Schritt vor mir stand, sagte er mit unterdrückter Wut: "Du hattest Recht. Mit dem was du vorhin sagtest. Ich bin nicht dein Vater, richtig, wir sind nicht mal miteinander verwandt." Dann packte er mich und zog mich fest an sich. Sein Mund presste sich hart auf meinen und ich glaubte damit all seine Wut abzubekommen. Jetzt forderte auch seine Zunge eintritt in meinen Mund und weil ich seinem Befehl nicht sofort folge leistete, zog er mich noch fester an seinen Körper. Als ich seinen heißen Körper unter seinem dünnen Sweatshirt spürte, öffnete ich erschrocken meinen Mund. Er nutzte die Chance und glitt mit seiner Zunge hinein. Um dann das innere davon zu erkunden. Ich geriet langsam ganz schön in Panik. Nun strichen seine Hände auch noch unter mein Top und mit jeder seiner Bewegungen wuchs meine panische Angst ein Stück mehr. Doch als meine Finger seinen Oberkörper berührten, spürte ich wie durchtrainiert er war und das ich ihm Kräftemäßig, mehr als nur ein gutes Stück unterlegen war. Jedoch wusste ich auch, dass ich es versuchen musste. Wenn ich eine absolute Katastrophe verhindern wollte.
 

Ich riss mich zusammen, sammelte all meine Kräfte zusammen und stieß ihn hart von mir weg. Vollkommen perplex ließ er mich los. Ich hatte mich schnell wieder gefangen und holte mit der rechten Hand aus, um ihn ins Gesicht zu schlagen. "Sag mal spinnst du?!" rief ich entsetzt. Doch kurz vor seiner Wange, hielt er mich mit seiner linken Hand davon ab ihn zu treffen. Sein Griff um mein Handgelenk war nicht gerade sanft. "Das war wohl nichts." Meinte er unheimlich ruhig. Ich versuchte mich aus seinem Griff zu befreien. Aber wie ich es ja bereits gewusst hatte, war er viel stärker. Mit einem Ruck zog er mich wieder in seine Arme, nur um mich dann kurzer Hand aufs Bett zustoßen. Ich versuchte schnell von dort runter zu kommen. Doch bevor ich es schaffte auch nur Ansatzweise die Bettkante zu erreichen, lag er schon über mir. Er drückte mich zurück ins Kissen und nahm dann wieder meinen Mund in Besitz. Dann ließ er seine Lippen meinen Hals entlang gleiten um schließlich bei meinen Ausschnitt zu halten. Während sein Mund meinen Oberkörper bearbeitete, glitt einer seiner Hände unter meinen Rock. Ich versuchte zwar mich zu wehren und rief immer, dass er aufhören solle, doch er hörte nicht auf mich. Sondern hielt meine Hände mit seiner freien Hand fest. Mir traten die Tränen in die Augen und ich war kurz vorm aufgeben, als eine leuchtende lila Kugel ins Zimmer geflogen kam. Wie von Geisterhand wurde Hijiri auf einmal von mir runter gerissen und gegen die Wand geschleudert. Ich sah ihm überrascht hinterher und war aber auch unglaublich froh, dass dieser Alptraum nun vorbei war. Als er gegen die Wand prallte, blieb er bewusstlos liegen. Das hatte ich nun nicht gewollt. Deshalb lief ich schnell zu ihm hin um zu überprüfen, ob alles in Ordnung war. Ich atmete beruhigt aus, als ich bemerkte, dass dies der Fall war. Ich war so mit Hijiri beschäftigt, das ich die Person, die vor mich trat erst bemerkte als sie sagte: "Liebe Güte. Der wird aber auch immer dreister. Benutzt jetzt schon seine eigenen Leute."
 

Ich sah erschrocken hoch und blickte in ein paar Eisblaue Augen. Die mich interessiert musterten. "Wer bist du?" ich konnte nicht glauben, was ich da vor mir sah. Vor mir stand ein großer Mann, er trug eine lange weiße Hose und weiße Schuhe. Am Oberkörper trug er ein lila Hemd, wobei er die obersten drei Knöpfe lässig offen gelassen hatte. Seine kurzen blonden Haare hatte er hoch gegelt. Aber das beeindruckenste waren seine weißen Flügel. "Wer ich bin?" er sah mich ungläubig an. Ich nickte nur. "Wer ich bin?" sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran, das er nicht glauben konnte, das ich ihn nicht kenne. "Na gut." Er räusperte sich und stellte sich in Pose. "Ich bin der coolste, der Coolen. Der Schwarm aller Frauen. Der Mann, aller Männer. Ich bin der leuchtende Stern im Himmel, wie auf Erden. Ich bin Erzengel Nael Sky. Stets zu Diensten, schöne Lady." Er verbeugte sich leicht und ich verdrehte die Augen. Das sollte ein Engel sein? Gott bewahre, obwohl die von Angel Sanctuary waren ja auch so drauf. "Okay Engelchen, dann hilf mir mal ihn aufs Bett zu legen." Forderte ich den Schönling vor mir auf. Dieser starrte mich ungläubig an und fragte: "Du willst ihn was? Hast du vergessen, was er eben noch vorhatte?" Ich schüttelte den Kopf. "Natürlich nicht. Aber wie du eben selbst sagtest, war er nicht er selbst. Also bitte." Wies ich ihn an, mir zu helfen. Was er dann auch tat. Als Hijiri auf dem Bett lag. Ging ich raus um einen Lappen und eine Schale mit kaltem Wasser zu holen. Der Erzengel lief mir hinterher. "Sag mal Sabrina. Bist du überhaupt nicht geschockt das ich ein Engel bin?" fragte Nael überrascht. "Nö." Antwortete ich prompt. Inzwischen gelangten wir ins Bad und ich ließ das kalte Wasser in die Schüssel laufen. Die Hijiri damals hier hatte stehen lassen, als ich bei ihm gelandete war. "Kein Stück? Nicht mal ein klitzekleines bisschen?" Nael konnte es nicht glauben. Ich stellte den Wasserhahn ab, nahm die Schüssel aus dem Waschbecken und stellte sie auf den Boden. Dann stützte ich mich am Becken leicht ab. "Nein. Nicht mal ein klitzekleines bisschen. Hör mal Nael." Ich ging zu einem der kleineren Badeschränke und holte einen grünen Lappen heraus, ehe ich fort fuhr: "Da du ja anscheinend meinen Namen kennst. Wirst du ja wohl auch wissen, wer ich bin und woher ich komme. In Wirklichkeit, meine ich." Ich hob die Schale auf und verließ das Badezimmer. "Machst du bitte mal die Tür auf." Bemerkte ich und deutete auf die zugefallene Schlafzimmertür. Während Nael sie öffnete, redete ich weiter. "Und bei all dem soll es mich wundern, dass du ein Engel bist?" leiser sagte ich. "Außerdem kenn ich ja auch sein Geheimnis." Schloss ich mit meinem Blick in Richtung Hijiris.
 

Dann stellte ich die Schüssel auf das Nachtschränkchen, neben dem Bett ab. Tauchte den Lappen hinein und wrang ihn aus. Bevor ich ihn Hijiri auf die Stirn legte. Kurz sah ich in sein Gesicht und lächelte, ehe ich auf den Balkon ging. Draußen fragte ich Nael: "Aber jetzt erzähl, was du hier willst. Und danke für deine Hilfe eben und auch vorhin." Nael setzte sich auf Geländer und antwortete: "Keine Ursache. Du siehst ja selbst, das der Teufel nun schon zu solchen Tricks greift." "Ja und?" ich verstand nicht, was ich damit zu tun hatte. "Nun ich möchte dich, im Namen Gottes bitten uns zu helfen, dem bösen König zu besiegen. Du..." fing Nael an, doch ich unterbrach ihn heftig. "Wieso sollte ich so was tun?" "Ganz einfach, du bist die Wiedergeburt von..." weiter kam der Arme wieder nicht. Denn ich entgegnete wieder: "Blödsinn. Marron Kusakabe ist als einzige Jeannes Reinkarnation. Ich bin ein einfaches Mädchen, das durch einen dummen Zufall jetzt aussieht wie sie. Punkt. Ende der Durchsage." Von drinnen erklang plötzlich ein Geräusch. "Oh er wacht auf. Tut mir leid, aber du kannst deinem Herrn sagen. Das ich bestimmt nicht für ihn kämpfen werde. Sorry." Nael breitete seine Flügel aus und fragte bevor er verschwand: "Und das ist dein letztes Wort?" Ich nickte und trat wieder ins Haus. Als ich im Zimmer war und mich umdrehte, war Nael bereits verschwunden. Leise schloss ich die Balkontür und ging zu Hijiri. Ich setzte mich auf die Bettkante und wollte gerade den Lappen wechseln, als er die Augen aufschlug. "Na geht's wieder?" lächelte ich ihm entgegen. Hijiri sah mich an und richtete sich langsam auf. "Uhm, was ist passiert, wieso...?" weiter sprach er nicht, sondern riss entsetzt die Augen auf. "Oh Gott. Was habe ich getan?" sein Blick glitt zu mir und über meinen Körper. >Aha. Er erinnert sich< dachte ich und schaute ihm in die Augen. Hijiri stützte seinen Kopf mit der Hand ab und sagte: "Ich habe dich..." Ich unterbrach ihn sanft: "Nein, du hast mich nicht weiter angerührt." Zu sagen "du hast mich nicht vergewaltigt, aber beinahe" klang mir dann doch irgendwo zu brutal.

Sein Blick wirkte ziemlich verloren, als er leise sagte: "Ich wusste was ich tat. Ich wusste ich tu dir weh. Aber ich konnte nicht aufhören, irgendwas hinderte mich daran. Es tut mir so leid. Ich..."

Ein Finger von mir legte sich auf seine Lippen, als ich lächelnd entgegnete: "Schon gut. Es ist alles in Ordnung." Langsam legte ich mich in seine Arme, die er erst nach etlichem Zögern, um mich schloss. Leise seufzte ich: "Bin ich froh, das du wieder du bist." Wir saßen noch einige zeit so umarmt auf den Bett. Erst kurz vor halb sechs, löste ich mich von ihm und sah, dass er eingeschlafen war. Vorsichtig ging ich aus dem Zimmer. Ich wollte gerade in die Küche, um etwas zu trinken, als es an der Tür klingelte. Schnell lief ich zur Haustür und öffnete sie. Vor mir stand Marron und war vollkommen aus der Puste. Sie trug einen Trainingsanzug und grinste mich an. "Hallo, mal wieder. Darf ich reinkommen?" Ich nickte und ließ sie eintreten. Danach führte ich sie ins Wohnzimmer. "Ich wollte gerade was trinken. Auch was?" Fragte ich Marron. Diese nickte bloß und starrte das Zimmer an. Ob ich wohl auch so geguckt hatte? Hundertpro! Man sieht schließlich nicht alle Tage soviel Luxus auf einmal.
 

Keine zwei Minuten später kehrte ich zu Marron zurück. "Bitte Zitronensaft. Sehr erfrischend und gesund." Grinste ich und reichte ihr ein Glas. Dankend nahm sie es mir ab und bemerkte dann: "Ganz schön beeindruckend. Ist der Rest des Hauses auch so?" Ich nickte und sagte: "Yup. Wenn nicht sogar noch besser." "Boah!" sie ließ ihren Blick noch mal umher schweifen und meinte: "Und dann ist er Lehrer. Verdienen die soviel?" "Tja." Ich wusste nicht was ich darauf antworten sollte. Hatte ja selber keine Ahnung, woher er das Haus hatte. "Kommst du mit in die Küche? Ich muss das Abendessen vorbereiten." Fragte ich und ging in Richtung Küche, so dass ihr eigentlich gar nichts anderes übrig blieb als mir zu folgen. Dort setzte Marron sich auf einen Stuhl und sah mir zu. Zwar fragte sie ob sie mir helfen könnte, doch ich winkte ab. "Nicht nötig, danke. Aber jetzt erzähl mal wie du dazu kommst mich zu besuchen. Hast du Sport getrieben?" fragte ich und deutete auf ihren Trainingsanzug. Marron bejahte meine Frage und erzählte dann weiter: "Ich bin bereits ne gute halbe Stund durch die Gegend gejoggt und kam dann in eure Straße. Mir kam die Hausnummer in den Sinn und ich dachte, ich schau mal vorbei. Hätte nie gedacht, das es dies spektakuläre Anwesen ist." Da konnte ich ihr nur Recht geben. "Für wahr. Als ich den ersten Tag hier war, konnte ich es auch nicht wirklich glauben." Lachte ich und es war ja auch die Wahrheit. Das ich das Haus allerdings zuerst von innen gesehen hatte, musste ich ihr schließlich nicht unbedingt auf die Nase binden.
 

Ich stellte gerade den fertigen Salat auf ein Tablett, den ich bei unserer Unterhaltung zubereitet hatte. Als Hijiri in die Küche trat. Sein Haar war feucht und hing ihm mit seinem üblichen Zopf den Rücken hinunter. Anscheinend hatte er geduscht. Denn er hatte auch seinen Sweater und seine Jeans, gegen seinen üblichen schwarzen Anzug getauscht. Nur das er kein Jackett trug und dass das Hemd blau und kurzärmelig war. Ich sah ihn an und mein Blick fiel auf seine Arme, die mich vorhin gewaltsam ins Bett gedrückt hatten. Sofort blickte ich zur Seite, so schnell verdaute man so ein Erlebnis halt doch nicht. Er bemerkte es und jetzt fiel sein Blick auch auf Marron. "Oh. Besuch?" fragte er überrascht. "Ja, sie ist vor kurzem erst gekommen." Antwortete ich an ihrer Stelle. Marron stand auf und verbeugte sich kurz, als sie ihn begrüßte: "Guten Abend, Sensei. Aber ich will auch nicht weiter stören. Bis..." "Ach was!" fuhr ich dazwischen. "Du kannst ruhig zum Abendessen bleiben. Oder Hijiri?" sah ich meinen Cousin in spe an. "Natürlich." Gab dieser zur Antwort, während er mir in die Augen sah. Er wusste, dass ich gar nichts anderes erwartet hatte. Ob er nun aber aus Schuldgefühl gegenüber mir oder wegen seiner Zuneigung für Marron zustimmte, konnte ich nicht herausfinden. Die wollte weiterhin etwas einwenden: "Aber es ist doch eh schon so spät." Diesmal ging Hijiri dagegen an. Das ist doch kein Problem. Ich fahre dich danach nach Hause." Sagte er leichthin. "Na schön, dann bleibe ich. Vielen Dank für die Einladung." Lächelte Marron. Ich lächelte zurück und trat dann auf Hijiri zu. "Hier bring das schon mal ins Esszimmer. Decken kannst du." Grinste ich und drückte ihm das Geschirr, welches auf einen weiteren Tablett stand, in die Hände. Dann kümmerte ich mich um den Rest des Essens.

Bei Tisch, unterhielten wir uns über alles Mögliche. Ich bemerkte das Hijiri ziemlich oft Marron förmlich anstarrte und ich versuchte die Stiche, die ich dabei in meinen Herzen fühlte, zu ignorieren. Nach dem Abendessen brachen Hijiri und Marron auf, um sie nach Hause zufahren. Ich stand in der Haustür und blickte ihnen nach. Gerade in dem Moment, als die Rücklichter des Autos aus meinem Sichtfeld verschwanden, spürte ich einen noch viel stärkeren Stich im Herzen, als alle anderen davor. Irgendwas in meinem inneren sagte mir, das sich jetzt vieles ändern würde und nicht unbedingt zum positiven.
 

Ich ahnte nicht wie Recht ich behalten sollte. Diese letzte Schulwoche, sollte meine Gefühle mächtig ins Schwanken bringen. Als die Schule am Montag wieder begann, erzählte Marron uns von einem Jungen, de sie im Krankenhaus getroffen hatte. Sein Name war Zen Takazuchiya und er wäre seit fünf Jahren in der Klinik von Chiaki's Vater. (Für weitere Infos KKJ Vol.4 lesen) Mich überkam ein komisches Gefühl und auf dem Nachhauseweg, machte es bei mir 'Klick'. Ich wusste was auf der Fahrt zur Marron's Wohnung passiert war und was noch alles geschehen würde. Das war also die Bedeutung dieses unguten Gefühls gewesen. Es war eine Warnung gewesen. Ich wurde bleich vor Schreck. Mir war klar, dass ich alles versuchen musste, um das schlimmste zu verhindern. Doch während dem Rest der Woche gelang es mir nie, Marron allein zu sprechen. Es war nahe zu wie verhext. Entweder war Hijiri in ihrer nähe oder sie war mit irgendjemand anderen zusammen. Aber wenn ich ehrlich war, hatte ich auch keine Ahnung was ich ihr sagen sollte, vielleicht: "Hallo Marron, ich weiß das du dich in Jeanne verwandeln kannst und was passiert wenn du den Dämon in Zen's Brust bannst. Außerdem wird Hijiri, der Noyn ist, dich versuchen am gleichen Abend zu vergewaltigen." Lieber Herr Gott, so ging das auf keinen Fall. Und ehe ich mich versah, war Freitagnachmittag. Hijiri und ich saßen auf der Couch und sahen uns einen Film an. Auf den ich mich aber gar nicht richtig konzentrieren konnte. Denn heute war Tag X. Immer wieder schaute ich nervös auf die Uhr. Was jetzt auch ihm auffiel und er fragte: "Wartest du auf etwas oder jemanden?" Ich sah ihn überrascht an: "Wie kommst du darauf?" "Nun weil du ständig auf die Uhr guckst, vielleicht?" meinte er belustigt, ehe er fort fuhr. "Ach ja. Ich muss nachher gleich noch mal weg." Das war der Augenblick wo ich zusammenzuckte. "Aha." Sagte ich nur und meine Stimme klang merkwürdig spröde. "Hast du irgendwas?" Hijiri beugte sich besorgt zu mir vor. Ich schüttelte nur den Kopf und da er anscheinend nicht weiter löchern wollte, schwieg er.
 

Kurz vor 20 Uhr machte er sich dann auf den Weg. Vor der Haustür sagte ich nur: "Bitte, mach keinen Unsinn. Bitte." Er sah mich seltsam an und fragte: "Ist wirklich alles okay?" "Natürlich, keine Sorge." Grinste ich und sagte: "Bis später!" ehe ich die Tür hinter ihm schloss. Dann lehnte ich mich dagegen und rutschte unglücklich an der Tür hinunter auf die Knie. Ich hatte die Augen zu gekniffen und spürte trotzdem, die Tränen die aus ihnen hervortraten und mir die Wangen runter liefen. Ich war verzweifelt. Zum ersten Mal spürte ich am eigenen Leib, dass es Dinge wie das Schicksal gab, die sich nicht aufhalten ließen. Das einzige was mir blieb, war die Hoffnung, dass er es doch bleiben lässt. Doch in Wahrheit wusste ich auch, das dem nicht so seinen würde. Aber starb die Hoffnung nicht immer erst als allerletztes? Und so war es auch bei mir, obwohl ich es doch sehr viel besser wusste.
 

Als er fast vier Stunden später nach Hause kam, ahnte ich es schon und als ich auch noch seine blutende Unterlippe sah. Zerfielen alle meine Hoffnungen im Nichts. Doch beschloss ich vorerst die Ahnungslose zu spielen. Zumindest für den Moment. Ich lief zu ihm hin und fragte in gespielter Besorgnis: "Oje. Was ist denn mit dir passiert?" Ich wollte ihn die Chance geben, wenigstens einen Miniteil der Wahrheit zu erzählen und wenn es bloß der Schlag von Chiaki war. "Ach nichts weiter, war nur ein wenig ungeschickt. Nichts Besonderes." Winkte er ab. Ich sah ihn nur ausdruckslos an und ich wusste, dass er wusste, dass ich wusste, dass er log. (Man, der Satz hatte es in sich) Doch ich ging bloß, wortlos in die Küche und holte ein Tuch, das ich vorher kalt angefeuchtet hatte. Er saß im Wohnzimmer und ich trat vor ihm hin. Ich beugte mich leicht zu Hijiri runter und wischte die Stelle sauber. Bis man so gut, wie nichts mehr sah. Als ich mich aufrichtete, um das Tuch wegzubringen, umfasste er ruckartig meine Taille und zog mich zu sich hin. Erschrocken ließ ich das Tuch fallen und er lehnte leicht den Kopf gegen meinen Bauch und dann hörte ich wie er leise sagte: "Tut mir leid." Langsam und sanft berührte ich mit der linken Hand seinen Kopf, ehe ich die Augen kurz schloss, leise seufzte und dann wieder mit geöffneten Augen ruhig erwiderte: "Mir auch." Und während ich diese Worte aussprach, zog ich ihm mit der rechten Hand, das Haargummi aus den Haaren...."
 

To be continued....
 

Hähähä. Okay, hier hör ich jetzt auf. Mit dem 3. Kapitel. Was jetzt wohl passieren wird, weiß wohl jeder, oder? Wenn nicht, auch gut. Aber wie wird er wohl darauf reagieren. Tjaaa. Wie heißt es doch so schön. Vorfreude ist die schönste Freude. Ach ja, falls mal fragen zu meinen Kapiteln auftauchen sollten. Ruhig fragen. Tu ich mich selber nämlich auch hin und wieder. Dann sitz ich vor dem PC und frage mich was schreibe ich hier eigentlich für einen Quatsch? *g*

Aber nun erstmal bis zum nächsten Mal und bitte gebt weiterhin Kommis ab. Denn solange ich mindestens einen bekomme (Dürfen natürlich auch mehr sein), schreibe ich weiter.

Bye Urbena

Gespräch mit Gott

Abenteuer fürs Leben
 

4. Kapitel
 

Gespräch mit Gott
 

Konnichi-wa, alle miteinander. Hier wären wir also beim 4 Teil. Ich habe inzwischen festgelegt, dass die Geschichte zwei Staffeln hat. Einmal die Momokuri-Staff und die Flensburg-Staff. So dass nur zu den Neuigkeiten.
 

Hijiri löste sich sofort von mir, als er spürte was ich vorhabe. Doch es war zu spät. Denn als er sich nun aufrichtete, stand nicht mehr Hijiri Shikaido vor mir sondern der Dämonenritter Noyn Claude. Jetzt wo er so in voller Größe, vor mir stand, wich ich doch ein paar Schritte zurück. Denn da lag kein bisschen Freundlichkeit mehr, in seinem Gesicht. "Tja, das war's wohl. Hm?" fragte er mit einem unheimlichen Lächeln. Ich musste kräftig schlucken. Das Haarband in meiner Hand fiel lautlos zu Boden. Ich starrte ihn einfach nur geschockt an. Als er auch noch näher auf mich zukam, wollte ich wegrennen, aber irgendwas hielt mich auf. Ich konnte mich nicht von der Stelle rühren. "Was hast du denn. Du willst doch wohl nicht wieder weglaufen, oder?" Noyn's lächeln glich jetzt einem Eisblock und ehe ich mich versah, packte er mich mit seinem linken Arm um die Taille und zog mich blitzschnell an sich. Zwar konnte ich mich jetzt wieder bewegen, aber das nutzte mir nicht wirklich viel. Es war egal wie viel Kraft ich anwendete um mich zu befreien. Sein Arm lag um mich herum wie eine Stahlzange. Mein Blick ging bekümmert zu Boden. Da hatte ich mir wieder was aufgehalst. Das war mal wieder typisch ich. Denken bevor ich handle, ist ein absoluter Luxus, den ich mir höchst selten leistete. >und wenn ich ehrlich bin. Was hatte ich eigentlich erwartet? Das er begeistert ist? Nun nicht wirklich. < Ich wusste im Moment nur eins ganz sicher. Das ich ziemlich in der Klemme saß und das verursachte mir ein dumpfes Gefühl im Magen.
 

"Was denn? Du hast doch wohl keine Angst." Sagte er leise und hob mit der rechten Hand mein Kinn so in die Höhe. Das ich ihm direkt ins Gesicht sehen musste. "Doch du hast Angst, sehr große sogar, habe ich Recht?" meinte er ernst und da er anscheinend keine Antwort erwartete, redete er weiter: "Allerdings hättest du dir das auch früher überlegen können. Was du getan hast. Aber jetzt sag doch mal, seit wann weißt du über meine wahre Gestalt bescheid? Bestimmt nicht erst seit heute, oder?" Mir wollte noch immer kein Wort über die Lippen gelangen. Ich sah ihn einfach nur mit gemischten Gefühlen an und nun fielen mir auch an seinen Augen etwas auf. Es waren die gleichen, die ich damals gesehen hatte, als er in mein Zimmer gekommen war und ich dachte es wäre bloß Einbildung gewesen. "Wusstest du eigentlich, dass ich Gedanken lesen kann? Vielleicht finde ich ja so die Antworten auf meine Fragen. Da du demnach wie es aussieht, die Sprache verloren hast." Sagte er und kam meinem Gesicht ein kleines Stück näher. "Hör auf." Flüsterte ich und merkte wie mir eine Träne übers Gesicht lief. >Na toll, bitte nicht jetzt< dachte ich verstimmt. Auch Noyn war sie logischer Weise aufgefallen. Er lächelte boshaft und bemerkte: "Tränen, wie niedlich. Willst du die Wahrheit über mich wissen, warum ich so nett zu dir war?" Ich sah ihn nur stumm an. "Ja? Ich sag's dir. Ich wusste gleich, als ich dich zum ersten Mal sah, das da was mit dir nicht stimmte. Deine Aura glich der von Marron Kusakabe zu sehr. Da wurde mir schnell klar, wenn es mir bei ihr nicht gelingen sollte Gott zuschwächen und Jeanne zurück zuholen. Dann bestimmt bei dir. Du vertrautest mir wirklich schnell und ich glaubte alles würde wunderbar nach Plan laufen. Tja, war wohl ein Irrtum. Du hast mir gerade einen ziemlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie dem auch sei. Eins kannst du mir glauben. Ich habe jede unserer Berührungen verabscheut." Schloss er seine Erzählung.
 

Ich hatte ihm erst ungläubig und dann immer wütender werdend zu gehört. So war es mir gelungen, meine rechte Hand während seiner kleinen Rede zu befreien. Mit der ich jetzt ausholte und ihm eine schallende Ohrfeige verpasste. Überrumpelt ließ er mich los. Ich trat einige Schritte von ihm weg, ehe ich ihn anschrie: "Tatsächlich? Wie schön für dich! Aber darf ich dich daran erinnern, dass dich niemand dazu gezwungen hat! Aber ich hoffe doch, das es dir zumindest Spaß gemacht hat uns zu verletzten! Du bist ein solcher Mistkerl und feige noch dazu. Glaub mir, selbst wenn es dir gelungen wäre. Jeanne würde nie zu dir zurückkehren. Warum sollte sie auch. Du bist ein elender Heuchler, der alles nur hinterrücks erledigt. Warum also sag mir sollte sie zu dir zurück wollen. Ich glaube kaum, dass sie das nötig hätte. Für ein solches Monster wie dich, wird sie wohl eher weniger liebevolle Gefühle empfinden können. Du hast doch sicherlich nicht mal den Funken, eines schlechten Gewissens. Vielleicht drück ich es so am besten aus. Du bist ein Mann ohne Gefühle." Nach meinen letzten Sätzen, hatte ich mir die Hand vor den Mund gehalten. So hatte ich noch nie mit jemanden geredet und schon gar nicht wenn es nicht mal stimmte. Ich war so in Gedanken versunken, das ich sein näher kommen erst bemerkte. Als ich unter ihm, auf dem Teppich vor dem Kamin lag. "So wollen, wir doch mal sehen, ob ich wirklich keine Gefühle mehr habe." Meinte Noyn und beugte seinen Kopf zu mir hinunter. Ich versuchte mich zu wehren, doch nichts klappte. Meine Hände hielt er fest und meine Beine wurden durch seinen Körper behindert. >Na klasse. Entweder es kommt mir nur so vor oder ich gelange im Moment wirklich nur vom Regen in die Traufe< dachte ich nicht sehr erfreut. Gerade wollte er mich küssen, als Nael reingeplatzt kam. "Lass sofort Sabrina los!" schrie er wütend. Noyn stockte in seiner Bewegung und ließ dann wirklich von mir ab. Ich rappelte mich schnell auf und lief zu Nael. Der lächelte mich freundlich an. "Sieh an. Der Herr Erzengel." Spottete Noyn grinsend und warf dann mir einen seltsamen Blick zu. "Was willst du Nael? Suchst du Ärger?" fragte er lässig. "Keineswegs." Antwortete der Engel. "Ich bin nur hier um Sabrina abzuholen. Gott will sie sprechen." "Ach ja?" das Desinteresse in Noyn's Gesicht war überdeutlich. "Manchmal würde ich dich am liebsten umbringen." Zischte Nael und ließ eine leuchtende Kugel erscheinen. Ich starrte die beiden entsetzt an. Sie standen sich angriffslustig (Mir fällt momentan kein besseres Wort ein, Sorry) gegenüber, was mir kein bisschen gefiel. Deswegen rief ich: "Nael, lass es sein!" "Warum sollte ich?" fragte er ungläubig. Ich lächelte einfach nur in Noyn's Richtung und sagte: "Bitte, lass es einfach sein." Ehe ich spürte wie meine Beine unter mir nach gaben und ich in Nael's Arme fiel. Was beide nicht wussten, das ich die Augen nur geschlossen hatte. So bekam ich jedes einzelne Wort mit, das die beiden sprachen. "Warum solltest du mich verschonen?" fragte Noyn. Nael antwortete fassungslos: "Weißt du das echt nicht? Das ist doch so was von klar! Sie liebt dich." Der Dämonenritter lachte ironisch auf. "Guter Witz!" widersprach er, aber seine Stimme klang nicht mehr so überzeugt. Ich spürte wie Nael, der mich auf den Armen trug, mit den Schultern zuckte. Dann meinte er: "Wenn du meinst. Ich weiß nur, dass ich die Wahrheit sage. Bis dann." Verabschiedete er sich und ich spürte einen Luftzug. Ehe ich dann doch mein Bewusstsein verlor.
 

"Wo...wo bin ich?" ich richtete mich langsam auf. Ein helles Licht hatte mich geweckt. Ich lag beziehungsweise saß in einem großen Himmelbett und als ich mich umsah hätte ich am liebsten laut losgelacht. Das Zimmer war ganz in weiß - gold und etwas blau eingerichtet. "Echt ulkig. Gibt es zufälligerweise schon Menschen, die sich eine dunkle Einrichtung von Herzen wünschen. Wenn nicht jetzt schon." Murmelte ich und zog ironisch eine Augenbraue hoch. Also wirklich, man kann sich der Helligkeit auch satt sehen. Ich stand auf und ging auf den großen Schrank gegenüber vom Bett zu. Die Schranktüren hatten wunderschöne Verzierungen aufzuweisen. An den Kanten liefen Blumenranken entlang und immer wieder, konnte man kleine Engelchen erkennen, die fröhlich lachten. Als ich die Türen, die sich als reichlich schwer erwiesen, öffnete. Begegnete mir wie erwartet Kleidung und oh wunder, war diese weiß. Ich holte mir ein kurzes Kleid heraus, das vorne nur geknöpft wurde und lange durchsichtige und weite Ärmel hatte.
 

Ich war gerade dabei den letzten Knopf zu schließen als es an der Tür klopfte und Nael eintrat. "Du bist schon wach? Wie passend!" begrüßte er mich. "Sieht wohl so aus, oder? Aber nun sag mir doch mal, wo ich hier bin?" fragte ich und lächelte abwartend. "Das weißt du nicht?" entgegnete Nael verblüfft. "Würd ich sonst fragen?" gab ich lässig zurück. "Du bist im Himmel. Du bist bei Gott." Beantwortete er meine Frage und deutete aufs Fenster. Als ich seiner Handbewegung folgte, blieb mir das Herz kurz stehen. So glaubte ich es zumindest. Was ich sah, war einfach nur unglaublich. Vor mir war die Erde. Ruhig und atemberaubend schön, lag sie dort vor mir. Ich war von diesem Anblick, so sehr fasziniert, das meine Gedankengänge aussetzten. Dann fingen sie wieder langsam an zu arbeiten. "Moment." Langsam drehte ich mich zu Nael um. Ehe ich ihn am Hemd packte und entsetzt anschrie: "Was soll das heißen, ich bin im Himmel? Bin ich etwa tot?! Wie konnte das passieren!? Los red schon!" Ich hatte ihn während meines Ausbruchs, die ganze Zeit vor- und zurück geschüttelt. Zum Glück bemerkte ich es noch gerade rechtzeitig und ließ ihn erschrocken los. "Oje. Tut mir leid. Alles heile? Nael, sag doch was!" in mir stieg Panik auf, super ich hatte einen Engel umgebracht. Dass das gar nicht ging, vergaß ich in dem Moment vollkommen.

Da er rückwärts umgefallen war, kniete ich mich neben ihn und wollte ihn an den Schultern packen, als urplötzlich seine Hand nach meiner rechten fasste. "Mach das nie wieder." Sagte Nael mit geschlossenen Augen. Dann öffnete er sie und richtete seinen Oberkörper auf, wobei er schmerzhaft das Gesicht verzog. Ich schaute ihn unglücklich an. "Hast du große Schmerzen. Entschuldige, das habe ich wirklich nicht gewollt." Sagte ich bedrückt. "Wenn ich dir irgendwie helfen kann, sag's ruhig." Nael lächelte mich tückisch an, während er meinte: "M-hm. Da fiele mir gerade eine gute Heilungs-Methode ein." Ich sah ihn fragend an. "Soll ich sie dir verraten?" Ahnungslos nickte ich mit dem Kopf. "Also gut, diese hier." Sagte Nael und zog mich ruckartig mit meiner rechten Hand, die er noch immer festgehalten hatte, zu sich. Das nächste was ich registrierte, waren seine Lippen die auf meinen lagen. Ich war zu schockiert um mich zu wehren. Nach einiger Zeit, löste er sich von mir und da ich mich inzwischen auch von meinem Schock erholt hatte. Ging ich auch sofort wieder auf ihn los. "Was fällt dir ein. Du Idiot! Du...!" rief ich und ließ einen Faustregen auf ihn nieder gehen. Er versuchte sich, so gut wie möglich davor zu schützen und sagte immer wieder: "Autsch! AUA! Schon gut. Tut mir leid. Ich mach es auch nie wieder!" Zu seinem Glück, klopfte es im selben Augenblick und ein Dienstmädchen trat ein. "Nael-sama. Hier seid ihr ja. Der Herr lässt nach euch schicken." Sagte das rothaarige Mädchen. Nael stand auf, wobei er mich mitzog und erwiderte: "Ich komme sofort. Außerdem werde ich das Mädchen von der Erde mitbringen." Das Mädchen knickste kurz und wollte dann gehen, wurde von ihm aber noch mal kurz aufgehalten. "Ach ja Holly! Es bleibt doch bei morgen Abend?" lächelte er sie verführerisch an. Das junge Ding lief rot an und sagte: "Natürlich Nael-sama." Ich hatte mir das ganze schweigend angehört und glaubte im Moment, wirklich mehr bei Angel Sanctuary im Manga zu sein, anstatt bei Kamikaze Kaito Jeanne. Als sich die Tür hinter dem Dienstmädchen schloss, sah ich Nael missbilligend an. "Du bist vielleicht ein Schwerenöter." Sagte ich. Er lächelte mich unschuldig an, als er fragte: "Wie kommst du denn darauf?" Auch ich konnte mir ein kleines lächeln nicht verkneifen. "Sie ist doch mit Sicherheit, nicht deine einzige hier." "Nun, kann sein. Was ist willst du auch?" Jetzt musste ich laut lachen. "Nein. Ich verzichte dankend!" grinste ich ihn vergnügt an.
 

Dann begaben wir uns auf zu Gott. 'Dem Schöpfer allen Lebens' Auf dem Weg dorthin, erfuhr ich endlich, das ich noch lebte. Ich sag euch mir fiel ein riesen Stein vom Herzen.

Vor dem Eingang, der in den Saal Gottes führte blieben wir stehen. "So, wir treten jetzt vor den Herrn persönlich. Zeig ein bisschen Hochachtung." Forderte Nael und trat vor mir rein. Ich antwortete nichts darauf. Ganz nach dem Sinn - Wenn nichts versprochen, nicht gebrochen - und folgte ihm dann. Vor einer leuchtenden Kugel, blieb Nael stehen und verbeugte sich. Ich sah ihn ungläubig an. "Was hast du Nael? Warum verbeugst du dich?" fragte ich verständnislos. "Das ist der Herr." Flüsterte er mir zu. Ich starrte dieses leuchtende etwas fassungslos an. "Wie bitte? Diese Kugel soll Gott sein? Guter Witz. Hahaha." Sagte ich laut, ehe ich fort fuhr. "Also, wo bitte ist er?" Ich sah mich suchend um. "Du stehst direkt vor mir." Hörte ich plötzlich eine belustigte Stimme. Vorsichtig drehte ich mich zu ihm hin. Diese Stimme, ich war mir absolut sicher, war von diesen leuchtenden Ding gekommen. "Sei mir willkommen Sabrina." Sagte es wieder freundlich. Erschrocken machte ich einen Satz rückwärts. "Dieses...dieses Teil spricht." Stotterte ich verblüfft. "Logo, denkst du wir unterhalten uns per Zeichensprache?" meinte Nael trocken, der sich inzwischen wieder aufgerichtet hatte. Ich konnte mir regelrecht vorstellen, wie diese Kugel da, bei dem Gedanken über diese Art der Kommunikation grinste. Langsam erholte ich mich wieder von meinem Schrecken und sagte: "Also seid ihr wirklich Gott." "Ja, du musst wissen, ich verfüge schon seit langer Zeit über keinen festen Körper mehr." Sprach er und es klang etwas traurig. "Schon gut." Lächelte ich. "Ich glaube euch. Also was wollt ihr von mir?" "Es geht um den bösen König. Wie ich hörte hast du abgelehnt mir zu helfen." Sagte Gott und ich entgegnete prompt: "Stimmt genau." "Warum?" ich spürte förmlich wie die Kugel mich scharf musterte. "So eine Frage. Das erzählte ich doch bereits Nael." Bemerkte ich spitz. "Das ist schon richtig und er hat mir auch alles erzählt. Allerdings hat er etwas durcheinander gebracht." Erwiderte der Herr seufzend. Mein Blick ging zum Erzengel und dann wieder zu Gott. Obwohl es mir nicht passte, wurde ich neugierig und wer weiß, vielleicht wusste ja auch Gott über den Grund meines veränderten Äußeres bescheid. "Na gut. Dann erzählt mir die richtige Version. Aber nur damit eins von vornherein klar ist. Ich habe nicht das geringste Interesse daran euch zu helfen und ich bin auch niemandes Reinkarnation, schon gar nicht Jeannes." Sagte ich fest. Der Herr stöhnte resigniert auf, fing dann aber an zu sprechen: "Erstmal vorweg. Du hast mit Jeanne persönlich, in Näherer Hinsicht nichts zutun." "Sag ich doch." "Aber du hast die hälfte ihrer Kraft erhalten. Daher auch dein verändertes Aussehen." "Wie bitte! Das ist doch vollkommen unmöglich! Ich meine Marron ist Jeanne. Sie besitzt ihre Kräfte, ihre Seele!" meine Stimme überschlug sich beinahe vor entsetzten. "Da hast du gar nicht mal so Unrecht. Normalerweise hätte ich auch nie zu diesem Mittel gegriffen. Aber bei Marron ist etwas gewaltig schief gelaufen..." "Ihr meint Fin Fish, oder?" "Wie? Woher? Ach so. Ja natürlich. Du weißt ja bescheid. Du hast Recht. Also kannst du dir vorstellen, welche Schwierigkeiten ich jetzt habe?" "In etwa schon." Gab ich widerwillig zu. "Zum Glück, habe ich es rechtzeitig erfahren und Access Time zu Chiaki Nagoya geschickt. Allerdings kann er selber auch nicht viel ausrichten. Das Mädchen ist genauso stur wie damals. Deshalb habe ich ihr einen Teil ihrer Kräfte genommen und habe nach einem weiteren Menschen gesucht. Der in der Lage ist meine Kräfte zu benutzen. Nie war eine passende Person dabei gewesen. Bis du kamst. Ich war so erleichtert und nun weigerst du dich uns zu helfen." Sagte der Herr enttäuscht.
 

Ich hatte mir das ganze still angehört und fragte jetzt: "Korrekt. Warum sollte ich auch zustimmen? Nennt mir einen guten, einen sehr guten Grund!" Den gab mir Nael, der bis dahin schweigend neben mir gestanden hatte. "Wenn der böse König gewinnt. Ist eure gesamte Welt den Untergang geweiht." Erklärte er heftig. Ich zuckte kurz zusammen, senkte den Kopf und als ich ihn wieder hoch sah, sagte ich mit einer Spur Galgenhumor: "Vielleicht wäre das ja gar nicht mal so verkehrt." Erzengel und Gott sogen scharf die Luft ein. Sie waren entsetzt. Aber das war ich gewohnt, da jeder so reagierte wenn ich das sagte. "Wie kommst du auf so eine verrückte Idee?" fragte der Herr. "Ganz einfach." Antwortete ich leichthin. "Schaut euch die Menschheit mal ganz genau an. Sie sind gierig und neidisch. Schlachten sich gegenseitig ab. Sind eifersüchtig und herrschsüchtig. Die Natur ist ihnen vollkommen egal. Sie bauen immer mehr Straßen, Gebäude und was weiß ich nicht noch alles. Und dafür tun sie Bäume, Sträucher und Wiesen zerstören. Außerdem nehmen sie die Erde immer weiter aus. Inzwischen muss sie ja aussehen wie ein Schweizer Käse. Dann kommen noch die ganzen Raketen, die sie ins All schießen. Das Ozonloch, ist doch nun wirklich absolut im Eimer oder warum meint ihr gibt es immer mehr Naturkatastrophen? Die Erde ist aus dem Gleichgewicht geraten und das nur für die Bequemlichkeit der Menschen. Aber als ob das nicht schlimm genug wäre, wollen diese Idioten von Wissenschaftlern und Politkern und weiß machen. Das unser Planet sich wieder erholt. Doch das wird sie niemals, nicht solange die Menschen nicht aufwachen und merken. Das sie ihren eigenen Lebensraum zerstören." Nun musste ich erstmal Luft holen. Denn ich hatte den beiden das ganze ohne Punkt und Komma heruntergerasselt. Sofort nutzte Gott die Chance meines Schweigens und fragte: "Glaubst du wirklich das alle Menschen so sind?" ich sah ihn erstaunt an, ehe ich erwiderte: "Nun, zumindest ist mir noch keiner begegnet der anders ist. Ich selbst bin ja grobe Sicht nicht viel besser. Oder denkt ihr, ich würde gerne auf die Bequemlichkeit eines Autos, eines Busses oder gar eines Fernsehers verzichten?" Nael sah mich überrascht an und ich konnte in seinem Gesicht lesen, was er dachte. Nämlich das ich mich selbst ganz gut zu kennen schien. Womit er sich allerdings irrte, ich kannte mich selber immer noch nicht wirklich und das würde sich auch in Zukunft kaum ändern. Zumindest nicht viel. Doch nun redete ich weiter: "Und wenn ihr nicht so erpicht auf mich gewesen wärt, nur weil ich Kräfte in mir aufnehmen kann. Wüsstet ihr auch wie ich denke, dann würdet ihr auch über meine Vergangenheit bescheid wissen." Ich hörte wie Gott leise lachte: "Ach Sabrina. Ich weiß sehr wohl, alles über dich und auch über deine vergangenen Leben bescheid. Ich weiß wie schwer das Leben bisher für dich war. Aber gerade deshalb, bist du am besten dafür geeignet." Okay, ich schnallte jetzt überhaupt nichts mehr. >Er wusste alles und trotzdem? Und überhaupt, was hieß das hier mit vergangene Leben? < Da der Herr auch Gedanken lesen konnte, beantwortete er meine unausgesprochene Frage. "Du bist ein indirekter Nachkomme von Adam und Eva. Sagen dir die Namen Kain und Abel etwas?" Ich nickte und sagte leise: "Ja, die Söhne der beiden und ich glaube aus Neid und Eifersucht erschlug Kain seinen Bruder Abel." "Genau." Stimmte Gott mir zu.
 

(Moment, was jetzt kommt ist selbst ausgedacht, was nach der Tat nämlich wirklich geschah, kann ich nicht sagen. Religion ist nicht gerade meine Stärke. *g*) "Nach dieser Tat, heiratete Kain irgendwann und bekam mit seiner Frau Kinder. Eine seiner Töchter warst du." Ungläubig riss ich die Augen auf. "Was! Das ist doch wohl ein Witz, oder?" rief ich fassungslos. "Mit Nichten." Sagte der Herr. "Als Kains Tochter glichen deine Gene schon immer sehr denen von Eva und so blieb es auch immer." "Was meint ihr mit immer?" "Als Eva als Jeanne wiedergeboren wurde. Lebtest du auch wieder und zwar als ihr Cousine. Ihr verstandet auch sehr gut. Das lag wohl auch an eurer Verbindung in der Vergangenheit, als Großmutter und Enkelin." "Das heißt in meinem Blut fließt teilweise auch euer Blut." Grübelte ich und hielt mir den Kopf. Gleich soviel auf einmal. Das musste man erstmal verarbeiten. "Da hast du Recht." Meinte Gott. "Jetzt tut sich mir jedoch eine Frage auf. Wieso bin ich dann, als erstes bei Noyn gelandet und warum liebte er Jeanne. War das alles nur Zufall?" "Das sind eigentlich schon drei Fragen. Aber gut. Nein es war kein Zufall, allerdings auch kein Glücksfall. Noyn ist die Reinkarnation des guten Sohnes von Adam und Eva gewesen oder ist es noch. Er ist der, der von Kain getötet wurde." Das haute mich nun Vollendens um. "Soll das etwa heißen, Noyn hatte sich in seine einste Mutter verliebt?" "Ja...nun...wie..." ich merkte das Gott sich um die Antwort drücken wollte. Aber da kam mir plötzlich ein Gedanke. "Ist das vielleicht der Grund, warum ihr Jeannes tot zuließt? Ihr wolltet diese Bindung auf keinen Fall zu lassen." Der Herr schwieg. So das ich weiterreden konnte:" Aber dann heißt das ja auch, das ich mich in meinen eigenen Onkel verliebt habe. Oje! Wir sind uns schon manchmal ziemlich nahe gekommen. Ist das nicht Inzucht?" Jetzt antwortete mir Gott wieder: "Nein, nicht mehr." Okay, nun kapierte ich gar nichts mehr. Das wurde mir zu hoch. Der Herr bemerkte es und sagte: "Als Jeanne starb. Verkaufte Noyn seine Seele, dem bösen König. Das führte augenblicklich dazu, dass er zu einem Individuum wurde. Das du von ihm angezogen wurdest, liegt an euren Gefühlen zu Jeanne. Dir mag es nicht wirklich klar sein, aber wenn du ehrlich bist. Fühlst du dich bei Marron, doch sehr wohl." Ich schloss die Augen und ging in mich. Nach einiger Zeit öffnete ich sie wieder und nickte. "Ja es sind dieselben Empfindungen, die ich bei meiner Großmutter zu Hause habe." Die leuchtende Kugel schien zu nicken. "Aber das Noyn so leiden musste, ist nicht fair." Flüsterte ich betrübt.
 

"Das mag sein. Er könnte zwar eine neue Seele bekommen und damit eine zweite Chance. Aber ich frage mich ob er das verdient, angesichts seines Verhaltens dir und Marron gegenüber. Ich denke das wäre vergebene Lebensmüh und schade für eine Seele." Ich starrte auf den Boden und spürte wie mir die Wut hochkam. Dann ich den Herrn ruckartig an und schrie zornig: "Wie könnt ihr so was sagen!? Ihr habt doch schließlich ein gutes Stück zu dieser Situation beigetragen. Was für ein krankhaftes Spiel habt ihr vor 500 Jahren eigentlich getrieben. Seid ihr etwa immer noch wütend auf Eva, das sie eure Liebe nicht erwiderte, sondern Adams. Das ist doch absolut abartig und so was will ein Gott sein. Das ist widerwärtig. Ich hasse solche Leute, die anderen ihr Glück nicht gönnen. Egal ob Gott, Engel oder Mensch." Setzte ich noch eins drauf und drehte mich dann um, damit ich gehen konnte. "Wo willst du hin?" hörte ich Gott fragen. Ich drehte mich nicht um, als ich antwortete: "Zurück nach Hause. Zurück zu Noyn!" "Wie bitte, hast du denn sein ganzes verhalten von letztens schon vergessen?" Nael konnte nicht glauben, was ich da eben von mir gegeben hatte. Ich wandte mein Gesicht zu ihm und lächelte. "Nein. Wie könnte ich. Aber ich vertraue ihm und ich glaube das er es schafft wieder ein anderer Mensch zu werden." Dann drehte ich mich wieder zum Herrn und rief: "Etwas was ihr nie getan habt!" Schließlich drehte ich mich wieder um und ging Richtung Ausgang. "Warte!" hielt Gott mich auf. "Du wirst diesen Ort solange nicht verlassen. Bis du mir zustimmst und für mich kämpfst." Ich blieb ruckartig stehen und meine Augen glitzerten vor Zorn, als ich den Herrn ansah. "Wisst ihr was das ist? So was nennt man Erpressung!" sagte ich mit unterdrückter Wut. "Du wirst nicht glauben. Wie egal mir das momentan ist." Entgegnete der Herr und fuhr dann fort. "Aber wenn du jetzt gehst und dich weigerst mir zu helfen. Ist alles verloren. Die Menschen, die Erde aber auch die Engel und das Himmelreich. Alles würde bei einem Sieg des bösen König im Chaos versinken. Und ich glaube kaum, das du dafür im Ernstfall die Schuld bekommen willst." >Dieser miese Erpresser. Er ist also doch nicht so perfekt, wie die Kirche immer behauptet. Ich wusste es. < ging es mir durch den Kopf. Mir war egal, wenn er diesen Gedanken gelesen hatte. Er entsprach ja der Wahrheit. "Na gut." Knirschte ich mit den Zähnen und fuhr dann deutlicher fort. "Ihr habt gewonnen. Ich helfe euch. Aber sollte ich dabei drauf gehen und hier oben landen. Erwartet euch die Hölle in Himmel." "Ich danke dir." Sagte der Herr schon viel erleichterter. "Schon gut." Meinte ich missgestimmt. "Ich tu es schließlich nicht freiwillig. Aber hab ich vielleicht auch irgendwas zum verwandeln?" Bevor ich irgendetwas anderes registrieren konnte, erschien ein silbernes Kreuz vor mir. Es glich dem von Marron bis aufs Haar, bloß das es halt Silber war und blaue Steine es verzierten. Ich griff danach und spürte sofort meine Bindung zu Gott, als ich es auch nur mit den Fingerspitzen berührte. "Jetzt kannst du dich in Kaito Saint verwandeln. Dein Auftrag lautet, die Dämonen vor Jeanne zu bannen und Sindbad nach Kräften zu unterstützen." Eröffnete mir der Herr.
 

Ich nickte. Dann fügte Gott noch hinzu: "Ach ja. Dir ist auch ein Engel zu geteilt." Erstaunt sah ich ihn an. "Tatsächlich? Wer denn?" fragte ich neugierig. "Nun da ihr euch bereits kennt, dachte ich an Nael." Sagte der Herr. Geschockt starrten Nael und ich uns an. Sofort riefen wir entsetzt aus, wobei wir mir mit dem Finger auf den jeweils anderen zeigten. "Mit dieser Furie!?" "Mit diesem Playboy!?" Schnell schaltete ich und rief empört zu Nael: "Wer ist hier eine Furie? Du Weiberheld!" "Na du. Weil du wegen jeder Kleinigkeit gleich an die Decke gehst. Außerdem was heißt hier Playboy und Weiberheld?" giftete er zurück. "ist doch eindeutig. Du hast doch in jeder Ecke eine stehen. Im Übrigen hatte ich wohl jedes Recht vorhin wütend zu werden. Du hattest kein Recht dazu mich zu küssen! Du Don Juan der Engel!" ging ich gegen ihn an. So stritten wir uns noch eine ganze Weile weiter. Bis es Gott zu bunt wurde und er lautstark rief: "Ruhe!" So gleich verstummten wir beide und sahen verlegen zu Boden. "Ihr benehmt euch wie kleine Kinder." Meinte der Herr und seufzte. "Aber nun gut. Ihr dürft gehen, auch zurück." Sagte er ruhig. Wir verbeugten uns kurz und gingen dann zur Tür. Ich konnte es kaum erwarten auf die Erde zurück zu kommen. Kurz vor der Tür rief Gott Nael noch mal zu sich. Nael nickte nur und stupste mich mit den Worten: "Warte eben mal. Ich bring dich gleich nach Hause." Vor die Tür und schloss sie wieder. Ich schaute fragend darauf und konnte der Versuchung schließlich nicht widerstehen. Ich legte mein Gesicht mit dem Ohr an die Tür. Ich hatte Glück, man konnte jedes Wort verstehen. Was die beiden untereinander wechselten.
 

Gott: Nael

Nael: Ja Herr

Gott: Was sollte das mit Noyn?

Nael: Verzeiht. Ich.. Mir sind die Gefühle einfach durchgegangen.

Gott: Das habe ich gesehen. Sei froh, dass Sabrina dazwischen gegangen ist. Du kennst die Strafe

auf unerlaubten Mord?

Nael: Natürlich. Bloß es ist einfach wie verhext. Immer wenn ich ihn sehe, werde ich unglaublich traurig und wütend.
 

Gott: Warum?

Nael: Weil mir dann die Erinnerungen von einst hochkommen. Wie es war als wir beide noch als Menschen auf Erden weilte Gott: Verstehe. Es ist schwer, den besten Freund zu verlieren, oder?

Nael: Ja und ich wünschte ich könnte ihm helfen. Eine zweite Chance zu bekommen.

Gott: Das Kannst du doch jetzt. Hilf dem Mädchen. Dann hilfst du auch Noyn Claude. Glaub mir.

Nael: Wirklich?

Gott: Ja und jetzt geh. Man wartet auf dich.

Nael: Sehr wohl und vielen Dank Herr.
 

Ich hatte während dem Gespräch die Hand vor den Mund geschlagen. Nael und Noyn waren Freunde gewesen? Ich konnte es nicht glauben.

Als die Tür jetzt aufging und Nael raus kam. Lächelte er mir zu und sagte: "Kommst du?" Ich nickte nur und folgte ihm still.
 

Auf der Erde war Nacht. Als wir vor Noyns Haus ankamen, sahen wir die Balkontür zu seinem Schlafzimmer offen stehen. Dort ließ mich Nael auch runter. "So da wären wir. Pass auf dich auf." Sagte er. Ich nickte und lächelte. "Ist gut und danke." Nael winkte ab. "Kein Problem. Falls was sein sollte, ruf mich. Bis dann." Verabschiedete er sich und verschwand im Dunkeln der Nacht. Ich sah ihn vom Geländer aus hinterher. Plötzlich hörte ich ein leises rascheln von drinnen. Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, wie Noyn sich im Bett aufrichtete. "Wer ist da? Bist du das Sabrina?" fragte er. "Ja ich bin es." Antwortete ich leise. Er wollte aufstehen, doch ich rief schnell: "Bitte warte. Hör mir erst zu." Er setzte sich wieder hin und durch das Licht des fast vollen Mondes, konnte ich seine Gestalt schemenhaft erkennen. So bemerkte ich auch, dass sein Haar offen war, also hatte ich es offensichtlich mit dem Dämonenritter Noyn zu tun. Auch gut, diesmal würde ich keine Angst haben. "Du hast vielleicht Mumm." Lachte er leise. "Hast du keine Angst vor mir?" Ich senkte den Kopf und erwiderte ruhig: "Anfangs schon. Aber jetzt nicht mehr. Außerdem vertraue ich dir und wenn es zwischen uns keine Freundschaft geben sollte, bitte, aber dann will ich nicht das wir das ganze im hass beenden." Ich konnte förmlich spüren, wie er mich erstaunt ansah. "Du vertraust mir? Bist du wirklich sicher?" An seiner Stimme, konnte ich deutlich hören wie überrascht er war. "Ja bin ich. Aber nun hör bitte zu. Ich will dir etwas sagen und zwar die Wahrheit." Sagte ich und begann dann von meiner Herkunft und von dem Gespräch mit Gott zu erzählen. Bloß den Part über mein wirkliches äußeres ließ ich außen vor. Dafür fehlte mir dann doch der Mut. "Verstehst du nun. Mir ist egal, wer oder was du bist. Ich will dich nur nicht verlieren." Schluchzte ich und fiel auf die Knie. Mir liefen die Tränen übers Gesicht. "Mir ist auch egal, was Gott sagt. Denn ich glaube daran, dass du einen guten Kern hast. Allein schon deswegen, weil wenn du wirklich so schlecht wärst, hättest du mich niemals bei dir aufgenommen. Da es doch viel zu gefährlich ist, nicht nur für mich sondern auch für dich." Noyn war während meiner Worte aufgestanden. Langsam kam er auf mich zu und setzte sich vor mir in die Hocke, dann sagte er: "Ich sollte dir auch besser was sagen. Die ganzen Dinge, die ich gestern gesagt habe waren gelogen. Aber hatte ich dich nicht verletzt, wäre wahrscheinlich der böse König erschien. Er vertraute mir nicht mehr, jetzt zwar wieder schon. Aber wer weiß was ansonsten passiert wäre. Es war einfach zu gefährlich für dich. Tut mir leid, das ich dir so weh getan habe."
 

Ich sah ihn erstaunt an, dann schmiss ich mich einfach in seine Arme. "Schon gut. Mir tut es auch leid. Wegen dem was ich gesagt habe." Noyn drückte mich an sich und meinte: "Du hattest aber auch allen Grund wütend zu werden." Ich schüttelte heftig den Kopf. "Nein, ich hätte nicht so ausarten dürfen." Nun musste Noyn lachen. "Also gut, belassen wir es dabei. Wir haben beide Fehler gemacht und das waren bestimmt nicht die letzten. Denn nun wird es auch für dich sehr gefährlich werden. Wenn es wahr ist und du die Aufgabe hast, wie Jeanne Dämonen zu bannen." Ich nickte bloß und lehnte meinen Kopf an seine Brust. "Mag sein. Aber denken wir für den Moment nicht daran. Genießen wir einfach nur den Augenblick." Seufzte ich und schloss zufrieden die Augen...
 

To be continued...
 

Nun gut so langsam gerät die Sache dann ja doch in Bewegung. Wird irgendwo auch Zeit, nicht? Nächstes Mal kommt das Kapitel, das ich schon früher schreiben wollte. Aber es passte irgendwie nie mit hinein. Da es sonst zu gequetscht wirken würde. Nun aber erstmal Feierabend und gebt etliche Kommis ab.

Der Mond verrät die Wahrheit

Abenteuer fürs Leben
 

5.Kapitel
 

Der Mond verrät die Wahrheit
 

Hi. Hier bin ich mal wieder mit einem neuen Kapitel! Ich habe mir jetzt auch mal die Mühe gemacht ein paar Charas bildlich vorzustellen und zwei Fan Arts habe ich auch reingesetzt, aber irgendwie sind sie leider nicht richtig scharf abgebildet. Mein Scanner ist einfach nicht das wahre. *grummel* Wie dem auch sei, gehen wir weiter in der Geschichte...
 

Die Sonne schien mit aller Kraft ins Zimmer, als ich vorsichtig die Augen öffnete, Ich lag in Noyns Armen und hatte meinen Kopf auf seiner Brust liegen. Langsam hob ich meinen Kopf und hauchte ihn einen Kuss auf die Lippen, dann wollte ich mich aufrichten um auf zustehen. Als er mich ruckartig zu sich zurückzog. Das nächste was ich fühlte waren seine Lippen die auf meinen lagen und keine fünf Sekunden später lag ich auch schon wieder unter ihm. Dann löste er sich von mir und ich rief entrüstet aus: "Du warst ja wach! So was gemeines!" Noyn lächelte mich überlegen an. "Tja, so bin ich auch mal. Außerdem war ich neugierig, was du mit einem schlafenden wehrlosen Mann anstellen würdest." Ich lief rot an und spielte die Beleidigte während ich entgegnete: "Wie fies. Mir so eine Falle zustellen." Jetzt musste er lachen. "Irgendwie muss ich doch Eindruck bei dir machen." Flüsterte er mir ins Ohr, nur um dann meinen Hals zu küssen. Ich konnte mir ein grinsen nicht ganz verkneifen und schubste ihn kurzer Hand leicht von mir runter. Noyn sah mich verwundert an, als ich mich wieder aufsetzte. "Was hast du? Bist du etwa sauer?" fragte er. Nun musste ich erstaunt auflachen. "Wie kommst du denn darauf? Bin ich nicht, keine Sorge. Aber wenn du mal genau hinhörst, würdest du auch das Telefon hören." Schmunzelte ich und strich mir mein Nachthemd glatt. Noyn ließ sich locker ins Bett zurückfallen und meinte: "Lass es doch klingeln." Ich schüttelte lachend den Kopf, ehe ich sagte: "Kommt überhaupt nicht in Frage. Vielleicht ist es ja Marron oder Miyaco. Bin gleich wieder da." Das er bei den Namen Marron zusammenzuckte, bemerkte ich schon gar nicht mehr. Weil ich schnell ins Arbeitszimmer lief, wo das Telefon stand. Eilig hob ich den Hörer ab. "Bei Shikaido, hallo!" Ich riss erstaunt die Augen auf, als ich die Stimme am anderen Ende erkannte. "Was ist denn Chiaki?"
 

Nach zehn Minuten kehrte ich ins Schlafzimmer zurück. Noyn stand nur mit einer langen Dunkelblauen Stoffhose bekleidet vor dem Fenster und blickte in die Ferne. Ich trat neben ihn und hängte mich an seinen rechten Arm. "Wer war das?" fragte er abwesend. Kurz überlegte ich, ob es gut wäre ihm die Wahrheit zu sagen. Entschloss mich am Ende aber dafür. Er musste damit leben. "Chiaki." Antwortete ich ernst. Ich fühlte wie er sich sogleich versteifte. "Und was wollte er?" ich wusste, wie schwer es ihm fiel, mich dies zu fragen. Obgleich wir eigentlich bereits den Grund für den Anruf kannten. "Er wollte mich vor dir warnen." Sagte ich offen. "Und er wollte dich warnen. Ich zitiere 'Solltest du jemals wieder, Marron auch nur mit den kleinen Finger berühren, könntest du dein Testament machen'." Er ließ sich erschlagen aufs Bett fallen und seufzte: "Ich habe wohl wirklich Mist gebaut, was?" Ich setzte mich neben ihn und antworte nicht gerade tröstlich: "Yup. Hast du." >Und um ehrlich zu sein. Ist das ein zahmer Ausdruck< Er sah mir in die Augen und zum ersten Mal konnte ich einen tief sitzenden Schmerz darin sehen. "Keine Sorge das wird schon wieder. Vergiss nicht Marron und ich haben ähnliches Blut. Wenn ich dir so eine Sache zweimal verzeihe, wird sie es dir früher oder später auch." Noyn stützte seinen Kopf mit der Hand auf dem Knie ab und erwiderte: "Mag sein, selbst wenn ja. Ich weiß nicht, ob ich es mir selber verzeihen kann." Ich stand mit einen leicht seufzen wieder auf und stellte mich mit in den Hüften gestemmten Händen vor ihm hin. Dann sagte ich lautstark: "Nun ist aber gut! Du hast was falsch gemacht, okay. Aber jetzt lern damit umzugehen. Jeder macht mal Fehler, das ist nichts Schlechtes. Es macht uns zu dem was wir sind. Menschen. Aber um nicht zu Grunde zu gehen, müssen wir es auch zu verstehen wissen, uns mal selber zu verzeihen. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Ich habe auch schon des Öfteren, andere sehr verletzt. Trotzdem muss ich jetzt damit leben. Vertrau mir, so geht es jeden Mal." Dann stellte ich mich wieder normal hin und fuhr mir mit der Hand durchs Haar. "Warum sage ich das alles eigentlich? Du lebst bereits mehr als 500 Jahre länger als ich und nun halte ich hier vor dir irgendwelche Predigen. Tut mir leid." Grinste ich verlegen.
 

Jetzt musste auch Noyn lachen. Dann griff er nach meinen Arm und zog mich wieder an sich. "Schon gut. Ist schon lange her, dass jemand so ehrlich mit mir geredet hat." Meinte er ernst. "Wirklich?" das erstaunte mich jetzt. Er nickte bloß. "Kann ich mir einerseits gar nicht vorstellen." "Ach ja?" "Ja. Ich mag dich, gerade weil du so süß bist. Aber als Dämon..." hier stockte ich, nein, daran wollte ich mich nicht erinnern. "Ist ja auch egal. Themenwechsel. Was ist morgen mit der Fahrt nach Kanazawa?" fragte ich neugierig. "Wenn du noch hin willst. Kein Problem, gebucht ist noch." Sagte Noyn. "Na und ob ich will. Darauf freu ich mich doch schon die ganze letzte Woche." Meinte ich fröhlich. "Schön dann fahren wir morgen früh gegen acht Uhr los. Einverstanden?" entgegnete er lächelnd. "Und was machen wir bis dahin?" löcherte ich weiter. Als er mir in die Augen schaute, bemerkte ich ein freches Funkeln darin. "Wie wäre es, wenn wir im Bett blieben?" fragte er scheinheilig. Ich sah ihn abschätzend an, ehe ich antwortete: "Klingt zwar sehr verlockend, aber nein. Es gibt noch einiges vorzubereiten. Also hoch mit dir!" Schloss ich lachend und zog an seinem Arm.
 

Am nächsten Morgen wirbelte ich gut gelaunt durchs gesamte Haus. Womit ich Noyn ziemlich auf die Palme brachte. "Sabrina. Weißt du eigentlich wie sehr dein herum Gerenne nervt. Hast du nichts Besseres zu tun?" Ich blieb ruckartig stehen und überlegte: "Moment. Gepackt hab ich alles, Bentos sind gemacht, alles ist sauber und aufgeräumt. Nein, sieht aus..." Plötzlich hielt ich erschrocken inne. "Meine Sonnenbrille!" rief ich und rannte in mein Zimmer. Noyn sah mir Kopfschüttelnd hinterher.

Ich platzte ins Zimmer hinein und sah die Schatulle mit der Brille auch sogleich auf dem Nachtschränckchen liegen. Ich nahm sie und als ich mich umdrehte sah ich von der Seite etwas glitzern. Mein Kreuz. Schnell griff ich danach und dachte. >Das werde ich bestimmt brauchen. Denn wenn Marron auch dorthin kommt. Dann sicher auch die Dämonen. Die zieht sie schließlich an, wie Honig die Bienen<
 

Als ich aus dem Zimmer kam, sah ich auch Noyn aus dem 'verbotenen' Zimmer, auf der anderen Seite der obersten Etage, treten. Er sah nachdenklich und besorgt aus und ich begann mich zu fragen. Was in diesem Raum wohl sein mochte. Im selben Augeblick bemerkte er mich und fragte wie umgewandelt: "Und können wir los?" Ich brachte nur ein total perplexes nicken zustande. "Dann komm." Ich folgte ihm still die Treppen hinunter und betrachtete ihn nachdenklich. Irgendwas war falsch an ihm. >Wenn ich bloß wüsste was< Kurz vor der Haustür fiel es mir ein. "Ach ja, Noyn." Begann ich. "Was denn?" "Hast du nicht etwas vergessen?" fragte ich und deutete vorsichtig auf sein Haar. "Oje, stimmt." Schnell zog er sein Haargummi aus der Tasche seines weißen Hemdes und band sich die Haare zurück. "So besser? Ich habe mich schon wirklich langsam daran gewöhnt, wieder nur als ich selber rum zulaufen." Meinte er. Ich lächelte nur keck und sagte: "Kann sein. Aber es würde doch schon so manche Frage herauf beschwören. Wenn mein 'Cousin' urplötzlich schwarzhaarig ist. Obwohl es gibt ja schließlich Haarfärbungen, aber wie erklärt man die andere Augenfarbe? Ach ja genau. Farbige Kontaktlinsen!" "Bist du langsam mal fertig?" unterbrach Noyn, jetzt wieder Hijiri meinen Redeschwall und schob mich aus der Tür.

Ich tat so, als würde ich stark nachdenken, während wir zum Auto gingen. "Nuuun! Ich glaube vorerst ja." Man konnte sehr deutlich sehen, wie er erleichtert ausatmete. Auf meinen Lippen lag eine freches grinsen, als ich ins Auto stieg. Es sah beinahe so aus, als würde ich auch so einem Dämonen ganz leicht zu schaffen machen. Und dafür benötigte ich noch nicht mal Gottes Hilfe.
 

Vier Autostunden später kamen wir dann endlich in Kanazawa an. Vor dem Hotel gab es einen Hauseigenen Parkplatz, so dass wir nicht lange suchen brauchten. Ich stieg erleichtert aus. Die Fahrt an sich, hatte ja eigentlich nicht lange gedauert. Doch war es ziemlich heiß im Wagen geworden und ich war verdammt froh, nur einen kurzen weißen Jeansrock, dunkelblaue hochhackige Sandalen und ein Schulterfreies Top in derselben Farbe angezogen zu haben. Lässig warf ich mein Haar zurück und nahm die Sonnenbrille ab. Dann blickte ich auf die Außenfassade unseres Hotels. Es hatte acht Stockwerke und wurde gerade erst vor fünf Jahren eröffnet. Der Anstrich bestand aus einem leichten gelb.
 

Hijiri legte einen Arm auf meine Taille und fragte: "Sollen wir dann mal?" Ich nickte lächelnd und ging dann mit ihm gemeinsam ins Gebäude. Die Luft drinnen war angenehm kühl und ich holte mir erst einmal einen ersten Eindruck vom Hotel. Währenddessen ging Hijiri zum einchecken. Meine Aufmerksamkeit galt gerade voll und ganz dem Springbrunnen des Hotels, so dass ich unwillkürlich zusammenzuckte, als ich Hijiri's aufgebrachte Stimme vernahm. Eilig lief ich zu ihm und den Hotelier hin und fragte: "Was ist denn los? Warum bist du so wütend?" Hijiri sah mich ernst an und antwortete: "Wir haben ein Problem, Sabrina. Ich habe dir doch während der Fahrt gesagt, das ich zwei Einzelzimmer gebucht habe, oder?" Ich nickte. "Siehst du und diese Leute hier haben stattdessen ein Doppelzimmer auf meinen Namen eingetragen." "Ich verstehe. Nun gut." Begann ich sachlich. "Machen wir es so. Sie geben uns jetzt den Zimmerschlüssel und dafür das wir das Zimmer trotzdem nehmen. Erstatten sie uns die Hälfte des gezahlten Preises zurück." Hijiri und der junge Hotelier sahen mich verblüfft an. Anscheinend hatten beide, meinerseits etwas ganz anderes erwartet. Doch jetzt räusperte sich der Angestellte zögernd: "Tut mir leid. Aber ich darf ihnen nur 20% des Preises zurück erstatten." "So tatsächlich?" ich sah den Hotelier scharf an. Dieser nickte vorsichtig. "Also wirklich. Da hört sich ja alles auf. Sie bauen hier absoluten Schachsinn und wir sollen noch dick draufzahlen. Ja ticken sie noch ganz richtig?!" platzte es aus mir heraus. Der junge Mann sah mich verlegen an und Hijiri ging ein paar Schritte zur Seite. Er ahnte, glaube ich, bereits was jetzt kommen würde. (ACHTUNG!!! Was nun folgt ist frei erfunden. Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der Preislage. Habe nämlich keinen Schimmer, wie der im Moment ist. Außerdem habe ich alles in Euro stehen, alles in Yen um zurechnen war mir zu viel Arbeit. *Gg*)
 

"Okay, dann erklär ich ihnen das mal in Zahlen." Fing ich spitzzüngig an. "Ein Einzelzimmer kostet 65€ die Nacht inkl. Halbpension. Mal sechs sind das 390€, dass wieder rum mal zwei sind 780€! Aber im vergleich dazu kostet ein Doppelzimmer 35€ die Nacht pro Person. Das sind 210€ und für beide 420€. Das macht einen Gesamtunterschied von 360€, also mehr als eine Person!" "Das mag ja sein..." versuchte der junge Mann in der Rezeption zu sagen. Doch ich redete schon weiter: "Genau und 20% sind in Euros mal gerade 156€. Ein Witz! Aber gut, 40%?" Der Hotelier schüttelte den Kopf. "Tut mir leid." Ich funkelte den Rezeptionisten wütend an. "Na schön, 30%." Gab er leicht nach. "40% und sie behalten ihr Leben." Drohte ich mit einem fiesen Grinsen. Der junge Mann schluckte kurz. "Also gut 35%, mein letztes Wort." Sagte er nervös. Ich wollte widersprechen, doch plötzlich fühlte ich Hijiri's Hand auf meiner Hüfte und wie er mich zurück hielt. "35% sind völlig in Ordnung." Lächelte er und deutete mir streng zu schweigen.

Ich sah grummelnd zur Seite und verschränkte die Arme vor der Brust. Der Hotelangestellte atmete erleichtert aus und gab die Änderungen in den PC vor ihm ein. Dann reichte er Hijiri den Schlüssel. "Vielen Dank." Bemerkte er freundlich und ging dann mit mir im Schlepptau Richtung Fahrstuhl.
 

Während der Aufzug in die dritte Etage fuhr, fragte ich ihn: "Warum hast du mich aufgehalten? Ich hätte auch 40% daraus gemacht." "Das glaub ich dir gern. Allerdings habe ich keine Lust, von der Polizei verfolgt zu werden." Antwortete er lässig. "Da hast du Re....Wie? Was? Moment. Was willst du damit sagen?" rief ich empört aus. Im selben Augenblick hielt der Lift an und die Türen öffneten sich. So stieg er aus, ohne mir zu antworten. Ich folgte ihm schnell. "Hey. Antworte gefälligst!" Er ignorierte mich einfach und schloss Seelenruhig die Tür zum Zimmer auf.

Als ich es hinter ihm betrat, hielt ich überrascht die Luft an. Ehe ich ausrief: "WOW! Das ist ja ein richtig schmuckes Zimmer. Alle Achtung!" Langsam ging ich weiter hinein. Hijiri stellte das bereits gelieferte Gepäck zur Seite und setzte sich dann aufs Sofa, welches links neben der Fensterseite stand. Die Wände hatten eine sehr helle gelbe Farbe und den Boden bedeckte ein schwarzer Teppich. Die Möbel bestanden alle aus Buche. Neben dem Zimmereingang rechts stand der Kleiderschrank. Davor war das breite Doppelbett mit einem dunkelroten Bezug und an jeder Seite ein Nachtschränckchen. Neben der Bettseite zur Tür hin, befand sich neben dem Nachtschränckchen die Tür zum Bad.
 

Auf der Seite, wo das Sofa stand, war daneben noch eine halbhohe Kommode mit einem Fernseher darauf. Dann folgte noch ein kleiner Tisch mit Stuhl. Auf dem Tisch lag eine kleine dunkelrote Tischdecke und eine durchsichtige Vase mit einem Blumenstrauß stand noch auf dem Tisch. Nachdem ich das Zimmer gründlich in mir aufgenommen hatte, trat ich auf den Balkon. "Noyn! Das musst du gesehen haben. Was für eine tolle Aussicht!" rief ich begeistert von draußen und schaute aufs Meer. Als von drinnen kein Kommentar kam, ging ich wieder hinein. "Menno! Warum kommst du nicht?" schmollte ich und setzte mich vor ihm aufs Bett. Noyn musterte mich nachdenklich. "Was guckst du mich so an? Habe ich irgendwas im Gesicht?" fragte ich scharf. Jetzt lächelte er und antwortete: "Nein, nein. Ich habe mich nur über dein benehmen eben gewundert." Ich musste leicht lachen. "Ach so. Na ja, vergiss es am besten. Ich weiß auch nicht was mich unten geritten hatte. Normalerweise mache ich so was nicht." "Aha. Manchmal frage ich mich wie du wirklich bist und ob dein ganzes freundliches Getue, nicht bloß eine Farce ist." Gestand er ruhig. Ich sah ihn erschrocken an. "Wie kommst denn darauf?" fragte ich. "Ich bin wie ich immer bin." "Wirklich?" "Ja. Okay, ich gebe es zu. Ich bin leicht entflammbar, dann geht mein Temperament mit mir durch." Sagte ich zerknirscht. "Sieh an. Ich hatte schon geglaubt, du tust nur so scheinheilig und bist in Wahrheit vollkommen skrupellos." Ich sprang entsetzt auf. "Wie bitte? Das soll wohl ein Witz sein!" "Ja vielleicht, tut mir leid. Weiß auch nicht wie ich darauf gekommen bin." Entschuldigte er sich und erhob sich ebenfalls. Er nahm mich in den Arm und berührte mit seinen Lippen meinen Hals. Dann wanderte er mit seinem Mund hinunter zu meinen Ausschnitt. Ich stemmte mich gegen ihn. "Hör sofort auf!" sagte ich fest und riss mich los. "Erst beschuldigst du mich scheinheilig und skrupellos zu sein. Dann so was. Was fällt dir ein? Dabei hast du mir schon meinen ersten Kuss geraubt." Noyn sah mich überrascht an. "Erster Kuss?" Ich nickte hart. "Sehr richtig. Aber wahrscheinlich, hättest du das nie bemerkt. Das du sogar der erste bist, dem ich wirklich vertraue." Ich atmete tief durch, nachdem ich das gesagt hatte. Dann drehte ich mich um und rannte aus dem Zimmer. Hinunter zum Strand der hinter dem Hotel lag und worauf unser Zimmerblick fiel. Ich rannte bis ich nicht mehr konnte. In einer von Felsen versteckten Bucht ließ ich mich in den Sand fallen, meine Schuhe hatte ich die ganze Zeit in der Hand gehalten. Ich schloss, schwer atmend die Augen und lauschte. Die Stille der Bucht und das Rauschen des Meeres wirkten ungeheuer beruhigend auf mich.
 

Ich setzte mich aufrecht, schaute auf die weite See und seufzte. "Ein wirklich toller Urlaubsanfang." Flüsterte ich und ließ meinen Blick, unbewusst über mein Dekolletee gleiten. Knallrot im Gesicht, starrte ich auf die Stelle die seine Lippen berührt hatten. Da war nämlich jetzt ein hübscher roter Fleck. "Na tolle Rolle." Murmelte ich und zog das Top soweit es ging darüber. Dann winkelte ich meine Knie an und legte meinen Kopf darauf. Mir fielen Noyns Worte von eben wieder ein. Er hatte genau ins Schwarze getroffen. >Es stimmt. Ich tat oft nur so freundlich und nett. Ich hatte auch keine Scham gekannt, andere für meine Zwecke zu benutzen. Zumindest bis zu dem Gespräch mit Gott. Seit dem hatte sich etwas in mir geändert. Ob es daran lag das ich jetzt eine wichtige Aufgabe hatte? Gut möglich, denn zu Hause bin ich überwiegend immer mehr das schwarze Schaf gewesen. Ich konnte mich noch so sehr anstrengen. Nie war ich gut genug für sie< Weiter kam ich mit meinen Gedanken nicht. Denn ich hörte jemanden neben mich treten. "Was willst du Noyn?" fragte ich. "Mit dir reden." Antwortete er ernst und setzte sich neben mich. "Wüsste nicht über was." Murrte ich. "Aber ich. Ich muss mich nochmals bei dir entschuldigen. Ich hätte das vorhin nicht sagen sollen." Sagte Noyn und sah mich an. "Schon okay. Teilweise hast du wohl doch die Wahrheit getroffen." Lächelte ich niedergeschlagen. Er sah mich überrascht an. "Willst du wissen warum ich wirklich so oft, so leicht an die Decke gehe?" Noyn nickte und ich erzählte: "Nun zu Hause bin ich nicht gerade gefragt. Meine Eltern ließen sich scheiden als ich zwei war. Julia kam zu unserem Vater, ich zu Mutter. Kein Jahr später heiratete sie wieder und zehn Monate darauf wurde mein kleiner Bruder geboren. Er wurde zum Augapfel der Familie. Bekam alles was er wollte und konnte noch so viel anstellen. Im Notfall war ich der Übeltäter. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich platzte vor Wut. Von dem Tag, wurde ich nur noch geduldet und ich zog mich immer mehr in mich zurück. Mein Hass auf die Menschen entstand, obwohl die eigentlich nichts dafür können. Trotz allem, ich habe es nicht erkannt und als ich merkte das sich meine Mitschüler von mir fern hielten. Begann ich ihnen etwas vorzuspielen. War nett und hilfsbereit, eine Musterschülerin wie sie im Buche steht. Aber mein Hass wuchs immer mehr. Deine Worte haben die Wahrheit genau getroffen gehabt." Langsam erhob ich mich und ging mit den Füßen ins Wasser. Noyn war hastig aufgesprungen und mir hinterher gelaufen. "Was hast du?" fragte ich erstaunt. Er sah mich besorgt an und ich musste anfangen zu lachen. "Tschuldigung. Aber glaubst du ehrlich. Ich will mich umbringen?! Ich doch nicht. Den gefallen tu ich meiner Familie nicht. Außerdem hat es mir sogar irgendwie Spaß gemacht die anderen hinters Licht zu führen." Noyn kam näher auf mich zu und berührte sanft meine Wange. "Du bist eine schlechte Lügnerin." Sagte er ernst. Ich sah ihn erstaunt an. "Was? Aber wie kommst du darauf?" fragte ich verblüfft. "Ganz einfach. Du bist viel zu gutmütig. Du hast mir schon Dinge verziehen, die man normalerweise nicht verzeihen kann. Außerdem wenn du wirklich so Skrupellos wärst, dann hättest du, egal was Gott gesagt hätte, die Aufgabe ihm zu helfen nicht angenommen." Meinte er lächelnd. Ich dachte angestrengt nach. >Stimmt, irgendwo hat er Recht< "Weißt du was ich glaube?" sprach er weiter. Ich sah ihn abwartend an. "Du machst allen nur etwas vor. Spielst die Unnahbare, damit sie dich ja nicht verletzten." "Eine Schutzreaktion?" "Ja, gut möglich. Aber du musst dich anderen auch öffnen und in die Zukunft schauen. Du sollst dein Leben leben, nicht deine Eltern. Versuch alleine glücklich zu werden und sei es mit anderen Menschen." "Verstehe. Ich soll meine Vergangenheit also hinter mir lassen und neu beginnen." "Genau." Jetzt blickte ich ihn amüsiert an. "Danke Doc. Irgendwie doch komisch, oder?" "Was meinst du?" "Ich meine, du erzählst mir was vom loslassen und kannst selber, eine einzige Frau seit über 500 Jahren nicht in Ruhe lassen." Beantwortete ich seine Frage lächelnd und drehte ihm dann den Rücken zu. Um langsam am Wasser entlang zum Hotel zurück zu gehen. Er folgte mir. "Aber das habe ich doch." Sagte er ernst. Ich drehte mich nicht um, während ich entgegnete: "Ach ja? Und wer ist jetzt dein Opfer? Es gibt doch eins, oder?" In meiner Stimme hörte man überdeutlich einen Funken des Zweifels. "Sicher und du kennst sie sogar ganz gut." Erwiderte er amüsiert. Ich blieb stehen und sah ihn verwirrt an. "Von wem redest du? Die einzigen die ich hier überhaupt grob kenne sind Miyaco, Yamato, Marron und Chiaki. Wobei die beiden Jungs doch wohl raus fallen, oder?" fragte ich zögernd. Nun musste Noyn lachen. Das war wieder typisch Sabrina. "Ich kann mit Verlaub sagen, dass alle vier raus fallen." Grinste er vergnügt. "Was! Selbst Marron? Aber dann bleibt doch niemand übrig! Oder ist es eine Lehrerin?" Ich schnallte auch mal wieder rein gar nichts. Aber wen sollte das noch wundern? "Okay. Machen wir es mal anders. Soll ich dir zeigen wen ich meine?" fragte er. Ich nickte erleichtert. Die inzwischen entstandene Nachmittagshitze und denken, vertrugen sich nicht sehr gut. Zumindest bei mir, war das so. "Na schön." Sagte er sanft und küsste mich.
 

Als er sich kurz darauf wieder von mir löste, starrte ich ihn perplex an. "Wie bitte, ich?" Ich konnte es nicht fassen. Noyn nickte und ich wich überrascht ein paar Schritte zurück. "Du lügst nur, oder? Wann bitte, bist du darauf gekommen etwas für mich zu empfinden?" fragte ich verlegen. "Freitag." Kam postwendend die Antwort. "WAS?!" Noyn strich sich elegant ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht und sagte: "Nun ja. Als ich nach Hause kam und in deine verweinten Augen sah. Wurde es mir klar. Es tut mir leid, das ich dich an diesem Abend so verletzten musste. Aber als du mein Geheimnis gelüftet hattest, wurde die Gegenwart des bösen Königs zu stark. Ich hatte keine Wahl. Hätte ich dich nicht verletzt, wärst du jetzt vielleicht nicht mehr am Leben. Deswegen war ich auch erst erleichtert, als Nael auftauchte. Aber nachdem du fort warst. Spürte ich immer mehr, wie sehr du mir fehltest und ich war überglücklich als du in der nächsten Nacht wieder vor mir standest." Ich stand mit rotem Gesicht vor ihm und hielt meinen Blick verlegen gesenkt. Er hob mein Kinn sanft an und sagte: "Und in diesem Moment, schwor ich mir etwas ganz fest. Das ich es nie wieder zulassen würde, das du mich verlässt." Mir fehlten für einen Augenblick die Worte. So was hatte mir noch kein Mann gesagt. "Ist das wirklich wahr?" fragte ich misstrauisch. Noyn nickte lächelnd, so dass ich mich zufrieden in seine Arme fallen ließ. Nach einiger Zeit gingen wir dann Hand in Hand zum Hotel zurück.
 

Am nächsten Tag, stand ich um halb neun auf und ging in aller Ruhe duschen. Erst als ich, kurz darauf nur in ein Handtuch gewickelt, vor dem Spiegel, der über dem Waschbecken hing, stand und mir eine Feuchtigkeitscreme ins Gesicht auftrug. Kam Noyn herein. Erschrocken ließ ich die offene Tube ins Becken fallen und drehte mich fix um. Dann schob ich ihn aus dem Zimmer. "Hey, kannst du nicht anklopfen?" rief ich empört. Er lächelte nur unschuldig und entgegnete: "Wieso? Kannst du nicht abschließen?" Ich funkelte ihn böse an und schlug ihm schließlich die Tür vor der Nase zu. "Frechheit." Grummelte ich und verschloss die Tube mit der Feuchtigkeitscreme. Dann zog ich mir eine beige Schlagjeans an und ein schwarzes Top. Das um den Hals festgebunden wurde. Als ich aus dem Bad kam, erwartete Noyn mich bereits. Er hatte ein Stück Papier in der Hand, das er mir jetzt vor die Nase hielt. "Hier. Es lag auf dem Balkon." Sagte er nur, gab mir das Blatt und ging dann selber ins Bad. Was ich nun in dem Brief las, nahm mir etwas von meiner guten Laune.
 

Hallo Sabrina,

morgen Nacht wird Jeanne im Museum von Kanazawa

zuschlagen. Mach dich bereit!

Beginn: 21Uhr
 

Nael
 

Ich seufzte. Ich hatte eigentlich keine Lust. Aber hatte ich irgendeine Wahl? Versprochen ist versprochen. Ich knüllte das Papier zusammen und warf es in den Papierkorb. Der unter dem Tisch stand und trat dann auf den Balkon, um frische Luft zu schnappen.

Zehn Minuten später, stand auch Noyn wieder neben mir. Er trug eine schwarze Jeans und ein dunkelrotes T-Shirt. "Und hast du ihn gelesen?" fragte er. Ich nickte und sagte: "Also wird hier meine erste Mission beginnen." "Sieht so aus. Und ich werde dich begleiten." Meinte Noyn lässig. "Nein! Das geht nicht!" rief ich entgeistert aus. "Ach und warum nicht? Ich werde dich beschützen. Noch einmal mache ich nicht denselben Fehler." Sagte er scharf, stützte seine Hände an mir vorbei auf dem Geländer ab und sah mir fest in die Augen. Ich starrte ihn einfach nur an. Eine andere Möglichkeit hatte ich eh nicht, da er mich genau zwischen dem Geländer und sich gefangen hielt. Ich atmete geschlagen aus und sagte: "Na gut. Mach was du nicht lassen kannst." Noyn lächelte mich triumphierend an und meinte: "Keine Sorge, das werde ich." Ich schüttelte verständnislos den Kopf und küsste ihn kurz auf den Mund. "Komm. Gehen wir frühstücken." Sagte ich und ging an ihm vorbei. Schlüpfte in meine schwarzen Leinschuhe und wartete dann auf ihn.

Kurz vor der Tür hielt er mich noch mal auf und sagte: " Ach ja, das eben kannst du doch viel besser." Ich grinste frech und gab ihm noch einen Kuss. Diesmal etwas länger. Dann lachte ich: "Jetzt komm aber. Sonst ist alles weg!" "Das glaube ich zwar weniger, aber wenn du meinst." Erwiderte Noyn, nun wieder Hijiri und folgte mir hinaus.
 

Beim Frühstück unterhielten wir uns über ganz belanglose Dinge. Bis Hijiri fragte: "Etwas ist mir gestern aber nicht verständlich gewesen. Hast du nicht mal erwähnt, deine Schwester lebt bei euch zu Hause?" Ich schwieg kurz betroffen, dann antwortete ich ruhig: "Ja, allerdings erst seit zwei Jahren wieder. Mein leiblicher Vater hatte etwas mit ihr angestellt. Von dem ich nicht weiß, ob es ihr Recht ist wenn du es erfährst. Sorry." "Schon gut." Winkte er ab. Jetzt brannte mir aber auch noch eine Frage auf. "Was findest du eigentlich an mir. Ich meine, du kennst mein richtiges Aussehen doch gar nicht. Grob gesehen, kaufst du die Katze im Sack." Da wir fertig waren, standen wir auf. Er gab mir einen Kuss auf die Wange und meinte: "Das ist wahr. Aber ich weiß das es so richtig ist." "Das ist keine Antwort." Entgegnete ich ernst. Aber er lächelte bloß und ich wusste, er würde mir diese Antwort schuldig bleiben. Was ja irgendwie auch egal war. Denn wer konnte schon sagen, dass er mein echtes Äußeres jemals sehen würde? Also gingen wir gemeinsam und glücklich aus dem Esssaal.
 

Wir beschlossen uns für den Tag die Stadt zu besichtigen. Die Einkaufsstraße was super-schön. Überall standen kleine Bäume und Blumen, dazwischen lagen kleine Souvenirstände. Vor einem Zeitschriftengeschäft blieben wir stehen und ich sah mir die Tageszeitung an. Als mein Blick aufs Datum fiel, schrie ich erschrocken auf. Hijiri kam schnell zu mir. "Sabrina, was ist los?" fragte er besorgt. Ich zeigte ihm das Datum der Zeitung und er sagte verständnislos: "Ja und? Heute ist der 17. Juli. Stimmt damit irgendwas nicht?" "Nein, eigentlich nicht. Das heißt nur, das ich morgen Geburtstag habe." Entgegnete ich ohne große Begeisterung. (Stimmt übrigens am 18.7 habe ich Geburtstag) "Klingt nicht gerade erfreut, hm?" Hijiri sah mich amüsiert an. Mein Blick den ich ihm jetzt zuwarf, war todernst und dann sagte ich mit einer Grabesstimme: "Sehr richtig. Weil ich 18 werde. Das heißt bei uns volljährig. Und Volljährigkeit kann man in Deutschland mit Zahltag gleich setzten. Wenn du auch nur irgendwie, irgendwo Geld verdienst. Oder eine Ausbildung machst, wirst du gleich richtig dick zur Kasse gebeten. Ob das was mit dem Schulabbruch was wird? Mein Gott, ich will gar nicht daran denken, was mich noch alles erwartet." Ich merkte erst jetzt wie sehr ich mich wieder in rage geredet hatte und räusperte mich verlegen: "Wie dem auch sei. Morgen werde ich also 18. Was soll's? Ändern kann ich es auch nicht. Wollen wir weiter?" Hijiri nickte lächelnd und nahm dann meine Hand. So gingen wir schließlich weiter.
 

Als es auf Abend zuging, wollten wir zum Hotel zurück. Kurz vor dem Eingang, behauptete Hijiri noch, etwas Wichtiges vergessen zu haben und ich sollte schon mal vorgehen. Ich dachte mir nichts dabei und nickte bloß. Dann ging ich ins Hotel und holte den Zimmerschlüssel. Als ich in unserem Zimmer war, wollte ich die Balkontür auf machen und spürte plötzlich einen krampfhaften Schmerz im Körperinneren. Ich ging in die Knie. Und auf einmal wurde aus diesem Schmerz eine kochende Hitze. Es war dasselbe Gefühl, welches ich hatte, als ich ins Buch gezogen worden war. Ich stöhnte erschöpft auf und glaubte bereits, bestimmt ohnmächtig zu werden. Als die Tür auf ging und Hijiri herein kam. Sofort lief er auf mich zu, als er mich auf den Boden kniend entdeckte. "Sabrina. Was hast du?" fragte er entsetzt. Ich wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als die Schmerzen wie aus dem Nichts verschwanden. Ich kam mit dem Oberkörper wieder hoch und sagte verwundert: "Komisch. Die Schmerzen sind weg." Langsam brachte Hijiri mich zum Bett und fragte weiterhin äußerst besorgt: "Was ist denn passiert?" Ich antwortete leise: "Ich weiß auch nicht. Ich wollte bloß die Balkontür öffnen, als ich urplötzlich einen riesigen Krampf im Körper spürte. Dann wurde mir glühend heiß. Es war dasselbe Gefühl, wie bei meiner Reise nach Momokuri." Hijiri sah mich nachdenklich an und ihm schien ein Verdacht zu kommen. Doch er sagte bloß: "Hauptsache die geht es wieder besser." Ich hätte zwar gern gewusst, was er dachte. Stimmte ihm dann aber nur zu. Dann richtete ich mich vorsichtig auf und griff nach seinem Haarband. Sofort verschwand Hijiri und Noyn tauchte vor mir auf. "Viel besser." Lächelte ich und küsste ihn dann sanft. Er erwiderte den Kuss und zog mich fester an sich. Nach einiger Zeit lösten wir uns wieder von einander, auch um erst mal Luft zu holen. Mein Blick ging kurz von ihm zur Uhr und ich sah, dass es gerade Mal, kurz nach acht war. Trotzdem befreite ich mich aus seinem Griff und krabbelte aus dem Bett. "Wo willst du hin?" fragte Noyn überrascht. Ich grinste und sagte: "Mich umziehen." Dann verschwand ich im Badezimmer.

Als ich ein paar Minuten später wieder raus kam, lag Noyn immer noch auf dem Bett und zappte durch die Fernsehkanäle. Einen Arm hatte er lässig hinterm Kopf verschränkt. Sein T-Shirt hatte er ausgezogen. >Eine tolle Bauchmuskulatur< dachte ich schmunzelnd über den Gedanken und ging aufs Bett zu. Noyn schaltete den Fernseher ab. Als er auf den Aufdruck meines kurzen türkisenen Nachkleides sah, musste er lachen. "Kannst du mir mal sagen, was so komisch ist?" fragte ich leicht verärgert. Er griff nach meinem Handgelenk und zog mich zu sich hin, um dann mit dem Finger auf das aufgedruckte Mädchen meines Kleides zu zeigen, unter dem stand 'Willst du mein Teddybär sein?'. Ich stemmte mich beleidigt gegen ihn und meinte schmollend: "Das hat mir Miyaco geschenkt. Ich wusste ich hätte es nicht mitnehmen sollen." Jetzt drehte er uns so herum, das ich unter ihm lag und entgegnete lächelnd: "Und darf ich?" Ich sah ihn ahnungslos an. "Und darfst du was?" "Na dein Teddybär sein." Nun musste ich auch lachen. "Wenn du willst. Aber ich warne dich. Ich mag nur liebe und kuschelige Teddys." Grinste ich keck. "Hm. Dann wollen wir mal sehen, ob ich von beiden genug bin." Flüsterte er und küsste mich erst zärtlich dann intensiver.
 

Ein komisches Gefühl. Als ich auf die Uhr sah, bemerkte ich dass es kurz vor Mitternacht war und draußen war Vollmond. Ich ließ meinen Blick zu Noyn schweifen und dachte lächelnd. >Er ist ganz eindeutig, ein prima Teddybär< Ehe ich sanft sein schlafendes Gesicht berührte. Letztlich schlüpfte leise aus dem Bett und zog mein Nachtkleid wieder glatt.

Dann ging ich auf den Balkon und im selben Moment schlug es Mitternacht. Ein grellgelber Lichtstrahl schoss auf mich zu und umgab mich wie ein Tornado. Ich spürte wieder diese brodelnde Hitze und bevor ich auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte. Was das Licht wieder verschwunden. Geschockt fiel ich zu Boden und tastete mein Gesicht ab. Als ich meine Haare berührte merkte ich es diesmal sofort. Sie gingen nur noch bis zu den Schultern, außerdem waren sie durchgehend glatt. Ich sprang auf und spürte ein seltsames Angstgefühl. Etwas sagte mir, dass ich hier weg musste. Doch drinnen hörte ich Noyn wach werden und als ich den Versuch unternahm zu fliegen, klappte es auch nicht. Ich lehnte mich in der Falle sitzend gegen das Geländer. Noyn war inzwischen aufgestanden und fragte leise: "Sabrina. Was machst du da draußen?" Da der Mond noch von einer Wolke bedeckt wurde, antwortete ich zögernd: "Frische Luft schnappen, vielleicht." Ich konnte mir gut vorstellen, dass er über diese Antwort leicht die Stirn runzelte. Jetzt trat auch der Mond wieder hervor und warf sein Licht auf meine Gestalt. Ich merkte das er auf mich zu kommen wollte und rief: "Bleib wo du bist!" Noyn schien nun leicht verärgert und ging zum Lichtschalter. "Was ist bloß wieder mit dir los?" grummelte er und ich entgegnete erschrocken, als ich sah was er vorhatte. "Bitte tu es nicht!" Doch nützte es nichts mehr. Helles Licht durchflutete den Raum und drang auch auf den Balkon durch, wo ich stand. Man hatte jetzt einen guten Blick auf meine Gestalt und Noyn schien es sprachlos zu machen. Denn er starrte mich einfach nur an. Ob aber aus entsetzten oder aus Überraschung, blieb offen. Mir wurde im selben Moment nur wieder unglaublich schwindelig und ich spürte wie meine Beine unter mir nachgaben. Dann fiel ich in ein für mich dunkles Loch...
 

To be continued....
 

Damit wären wir wieder ein Stück weiter. Mancheiner wird sich jetzt sicher fragen, warum ich das Kapitel so gern schreiben wollte? Ich kann es mir ganz ehrlich auch nicht richtig erklären. Ist einfach ein Gefühl gewesen. Darüber möchte ich sagen, dass ich in diesem Kapitel wie auch in den vorigen und den folgenden auch mein eigenes Leben teilweise miteinbeziehe. Was aber Wirklichkeit und was Fantasie ist, überlass ich auch Lesern. Ich kenn sie ja. *g* Also bis zum nächsten Kapitel.

Und gebt wieder Kommis ab. Danke schon mal in voraus!!
 

Eure Urbena

Ein Schachmatt mit Gold aus Kristall

Abenteuer fürs Leben
 

6. Kapitel
 

Ein Schachmatt mit Gold aus Kristall
 

Hallo, da bin ich mal wieder und weil mir nichts einfällt, womit ich euch schon vorweg nerven kann. Lege ich gleich los mit dem 6. Kapitel!!
 

Langsam kam ich wieder zu mir. In meinem Kopf drehte sich alles. (Nun ich will mich ja nicht beschweren. Aber so oft wie ich in den letzten drei Wochen umgekippt bin. Bin ich die letzten 17 bzw. 18 Jahre nicht) Das erste was mir ins Blickfeld fiel, waren die besorgten Augen von Noyn. Die aber auch leicht ungläubig aussahen. Leise sagte ich, was aber mehr wie ein krächzen klang: "Na, das haut dich um, was?" Er musste lächeln, anscheinend konnte er es noch nicht so richtig glauben, wen er da vor sich sah. Doch schien ihn dieser Satz etwas überzeugt zu haben. Mein loses Mundwerk, hatte immerhin nicht jeder. Schließlich hielt er mir ein Glas Wasser vor die Nase und ich richtete mich auf. Dankbar nahm ich ihm das Getränk ab und nahm einen Schluck. "So siehst du also wirklich aus." Sagte er. Ich lächelte gequält. "Nun ja. Zumindest tat ich das die letzten 17 nein 18 Jahre." Antwortete ich, ohne ihm in die Augen zu sehen. "Nicht sehr beeindruckend, wie? Schulterlange braune Haare, dunkelbraune Augen. Wie ein gewöhnlicher Teenager halt." Seufzte ich. Zart berührte er meine Wange und meinte dann: "Versteh ich nicht. Warum hattest du so viel Angst, dass ich dein wahres Aussehen zu Gesicht kriege. Es passt doch viel besser zu dir als Jeannes." Jetzt starrte ich ihn sprachlos an. Noyn fasste nach meiner Hand und hielt sie fest in seiner. "Eine Frage. Hast du Fieber? Ich meine woher nimmst du die Gewissheit, das ich Sabrina bin und nicht irgendeine Hochstaplerin?" fragte nun grinsend. Er sah mich gespielt mitleidig an und ließ dann meine Hand los, um mit der seinen meinen linken Arm hochzufahren und mit dem Zeigefinger einen Teil meines Kleides runter zuziehen. Während er diese Bewegungen machte, sagte er: "Davon mal abgesehen, das es unmöglich ist. Eine Person so schnell verschwinden zu lassen und auch noch die Klamotten zu tauschen. Ist dies der beste Beweis dafür, das du Sabrina bist." Und zeigte mit dem Finger auf den Knutschfleck, welchen er auf meiner Haut hinterlassen hatte. Ich lief knallrot an und Noyn meinte: "Ich würde sagen, den kann man nicht nachmachen. Das ist ein Unikat, ein Original." Verlegen schob ich seine Hand weg und fragte: "Wann hast du den denn bemerkt?" "Das erste Mal gestern, als du im Bad warst und am Abend hatte ich dann genügend Zeit, mein Kunstwerk zu bewundern." Antwortete er lächelnd. Mein Gesicht wurde noch eine Spur dunkler. (Wenn das überhaupt noch ging) Ich versuchte aus dem Bett zu steigen, wurde jedoch sogleich von ihm aufgehalten. In dem er mich von hinten umarmte und sanft meine Schulter küsste. "HEY! Was soll das?" rief ich leicht entrüstet aus. "Ich konnte nicht widerstehen und außerdem wollte ich sehen, wie sich deine Haut anfühlt." Flüsterte er mir zu. "Ich glaub es nicht." Meinte ich fassungslos. Schließlich gab er mich frei und ich stand auf. "Ich hoffe doch trotzdem, dass es nicht enttäuschend war." Grinste ich keck und verschwand mit frischer Kleidung, auf den Arm im Bad.
 

Als ich ein paar Minuten später wieder raus kam, trug ich eine schwarze Caprihose mit zwei kurzen Schlitzen an den Außenseiten. Dazu ein weißes Top und eine luftige hellblaue dreiviertel Bluse.

Noyn saß auf dem Sofa und blätterte ein Prospektheft durch. Ich setzte mich neben ihn und schaute auch kurz ins Heft, ehe ich fragte: "Mir fällt da gerade mal was ein. Bis vorhin, kanntest du mein richtiges Aussehen doch gar nicht und jetzt nimmst du das einfach so cool auf. Hast du denn gar keine Fragen?" "Nein." "Aber warum? Ich meine, vielleicht habe ich ja doch einen Freund zu Hause und ich habe die ganze Zeit nur gelogen. Machst du dir darüber überhaupt keine Gedanken?" "Nein." Schon wieder so eine kurze Antwort. "Und warum nicht?" ich konnte es nicht glauben. "Was wenn ich dir jetzt sagen würde. Das ich doch einen habe?" Noyn legte seufzend das Prospekt zur Seite und beugte sich lächelnd zu mir hin. "Dann würde ich dir nicht glauben." "Tatsächlich?" "Tatsächlich. Ich sag dir auch wieso. Weil du mir selbst erst vor ganz kurzem gesagt hast. Das ich der erste war, der dich geküsst hat. Überhaupt der erste dem du vertraust." Meinte er und legte mir einen Arm auf die Schulter. "Natürlich, könnte das gelogen gewesen sein. Aber eine so dicke Lüge trau ich dir nicht zu. Dafür bist zu ehrlich und viel zu leicht zu durchschauen." Bemerkte er noch lässig. Ich hatte ihn verblüfft angesehen und auf sein amüsiertes. "Tut mir ja leid." Noch hin, ließ ich mit einem resignierten laut den Kopf nach vorne sinken. Noyn hatte mich voll erwischt, mal wieder. ^^°

"Nun aber zu einem anderen Thema." Begann er. "Was hast du für heute geplant?" Ich runzelte die Stirn und meinte: "Eigentlich wollte ich ins Museum. Mir alles ein bisschen genau ansehen." "Du willst immer noch heute Nacht los?" fragte er zögernd. Ich nickte ernst. "Ich muss. Ich habe es Gott gesagt." "Na schön. Dann lass uns gleich los. So haben wir den Rest des Tages noch für uns." Gab Noyn nach. "Ist Lennart, ich meine Nael eigentlich auch dabei?" "Klar. Ist immerhin mein Leitengel. Wieso fragst du?" Ich sah ihn erstaunt an. "Ach nur so. Komm jetzt." Wich er mir aus und ging aus dem Zimmer. Ich zog mir noch schnell, den letzten Turnschuh an und rannte ihm dann hinterher.
 

Im Museum sahen wir und dann alles genau an. Ich war die einzige Besucherin, die eine Sonnenbrille auf der Nase trug. "Sag mal, warum trägst du eine Brille?" fragte Hijiri ungläubig. Ich legte einen Finger auf die Lippen und antwortete: "Psst. Erzähl ich dir draußen. Aber was suchen wir jetzt eigentlich" "Das Diadem der dritten Kaiserin." Entgegnete er leise. "Gut. Schauen wir mal wo es hier steht." Ruhig gingen wir weiter. Wobei ich immer wieder mal, von rechts nach links und von oben nach unten schaute. Nach einiger Zeit blieben wir vor einer Vitrine stehen. "Das ist es." Sagte Hijiri. Ich nahm die Brille ab und staunte nicht schlecht. Das Diadem war wunderschön. Es sah wie eine Rose aus und an den Seiten verliefen kleine Ranken mit Blättern. Auf diesem Gestell glitzerten unendlich viele Diamanten. Die auf den Blüten der Blume Rosa und die auf den Ranken und Blättern Grün. "Die Kaiserin bekam es am Tag vor ihrer Hochzeit von ihrem Bräutigam geschenkt. Sie liebte Rosen, seit sie sie einmal auf einem Bild gesehen hatte. Deswegen diese Form. Außerdem sollte das Diadem, dem Paar ewiges Glück bescheren." Erzählte Hijiri sanft. "Und hat es?" fragte ich neugierig. "Anfangs schon. Doch bereits nach sechs Jahren Ehe erkrankte die Kaiserin schwer und starb. Zurück ließ sie ihren Mann und ihre beiden Söhne. Der verbitterte Kaiser gab dem Diadem die Schuld, da seine Frau es stets getragen hatte, selbst auf dem Sterbebett trug sie es bei sich. Er ließ es tief in der Erde verschließen, denn es zu zerstören, brachte der Kaiser nicht übers Herz. Da er gewusst hatte, wie sehr es seine verstorbene Gattin geliebt hatte. Ach ja gefunden wurde das Diadem erst vor vier Jahren. Unglaublich, wie gut es noch erhalten ist." Schloss er seine Erzählung. "Du weißt echt gut bescheid." Sagte ich bewundernd. Er zuckte bloß mit den Schultern. Bedrückter fuhr ich fort: "Eine traurige Geschichte. Aber was noch schlimmer ist. Das so was schönes von einem Dämon besessen ist." Er griff sanft nach meiner Hand und zog mich weg. "Komm lass uns gehen. Die Leute gucken schon komisch." Lächelte er und ich nickte.
 

Vom Museum aus, gingen wir in ein Cafe. "So jetzt verrat mir aber mal, warum du im Museum diese Brille an hattest?" meinte Hijiri. Ich zog sie hervor und legte sie neben meiner Selters auf den Tisch. "Ganz einfach. Nael hat sie mir damals gegeben. Sie lässt mich alle auch noch so kleinen und gut versteckten Alarmsysteme erkennen. Echt praktisch." grinste ich. "Sieh an und fündig geworden?" "Aber sicher. Erbärmliches Ergebnis für ein mit so viel wertvollem ausgestattetes Museum. Aber so habe ich einen kinderleichten Einstieg gefunden." "Sehr gut und wo?" "Erinnerst du dich an die Glaskuppel in der Eingangshalle?" Auf sein nicken fuhr ich amüsiert fort: "Eine der Glasflächen hat ein eingebautes Fenster, das man spielend von außen öffnen kann. Das beste. Kein Alarmsystem in der Nähe. Das einzige was die an Schutz haben ist ein in der Nacht eingeschalteter Hebel, der die rotlicht Sensoren über den Boden in Gang bringt. Wenn wir den abschalten, haben wir freie Bahn. Allerdings macht mir die Vitrine leicht sorgen. Doch das überlass ich Marron, diese Sicherung zu überwinden. Und wenn der Weg dann frei ist. Schachmatt!" Hijiri starrte mich verblüfft an. "Dein wievielter Einbrauch ist das?" fragte er skeptisch. "Mein erster. Warum fragst du?" Der Blick den ich ihm zuwarf, war Unschuld pur. Er stütze die Stirn auf seiner Hand ab und lachte. Nun sah ich ihn leicht verärgert an und sagte: "Was ist denn jetzt bitte schön wieder so witzig? Komm schon, ich will mit lachen." Er sah mich immer noch amüsiert an und entgegnete: "Okay, du sagst andauernd. Es ist das erste Mal für dich. Erledigst und planst aber alles wie ein Profi." Ich wurde rot und blickte bekümmert auf die Tischplatte. "Stimmt. Da musst du ja irgendwann misstrauisch werden." Überlegte ich ehrlich. "Ich glaube dir schon. Aber woher nimmst du das ganze wissen?" fragte er lächelnd. Ich sah ihn mit großen Augen an und begann dann: "Nun ich sehe gerne Krimis. Columbo, Mord ist ihr Hobby, Diagnose Mord, Detektiv Conan auch wenn es ein Anime ist, Crossing Jordan, Diagnose Mord. Aber wenn ich ehrlich bin, sind die Serien nur ein laues Lüftchen gegen die richtigen Filme, wie Psycho, Haunted Hill, Schweigen der Lämmer oder Hannibal. Ich sag die das sind Streifen! WOW! Richtige Stimmung kommt doch erst auf, wenn Blut spritzt. Ach ja, da gibt es auch noch Scream 1-3, obwohl bei 3 bin ich eingeschlafen. Aber 'Ich weiß was du letzten Sommer getan hast' und God's Army sind auch klasse." Meine Augen glitzerten begeistert und als ich in Hijiri's Richtung sah, musste ich mich echt zusammen reißen um nicht vor lachen zu platzen. Er blickte mich total geschockt an. So was schien er nicht von mir erwartet zu haben. Ich übrigens auch nicht und um ihn von seinem Schrecken zu erlösen, sagte ich ruhig: "Das war ein Scherz." Hijiri sah mich zweifelnd an. "Ehrlich." Nun atmete er erleichtert aus. "Bin ich froh. Ich bin ja selbst ein Dämon, aber das hätte ja alle ausgeschlagen." Meinte er ernst. "Weiß ich. Deswegen hab ich's doch erzählt. Wollt mal sehen, wie belastbar du bist. Enttäuschendes Ergebnis." Behauptete ich trocken. "Vielen Dank." Entgegnete er beleidigt. "Immer wieder gern." Grinste ich frech und stand auf um, um den Tisch herum zugehen und nach seinem Arm zu greifen. "Los jetzt. Ich will noch etwas am Strand brutzeln." "In Bikini oder Badeanzug?" fragte er scheinheilig. Wofür ich ihn, meinen Ellenbogen in die Seite stieß. "Das wüsstest du wohl gern. Aber vergiss es, verrat ich nicht." Antwortete ich eingeschnappt. "Schade, aber egal. Ich bekomm ihn eh zusehen. So oder so." tat er meine Ablehnung mit einer Handbewegung lässig ab. "Warum fragst du dann erst?" grummelte ich. "Einen Versuch war es doch Wert." Ich verdrehte die Augen. >Männer< dachte ich nur und überquerte dann die vor dem Cafe liegende Straße.
 

Kurz vor halb neun kam Nael auf unseren Balkon. "Hallo alle miteinander. Wärt ihr dann soweit, schöne Lady?" begrüßte er uns. "Von mir aus können wir los." Kam mir Noyn zuvor. Ich trat hinter ihm hervor und Nael starrte mich entsetzt an. "Wie siehst du denn aus?!" rief er. "Was heißt hier 'Wie siehst du denn aus' So sehe ich eigentlich immer aus. Du Obermacho!" erwiderte ich lautstark. Nael kam näher auf mich zu. "Das hat Gott also gemeint. Na gut. Gib mir mal dein Kreuz." Forderte er lässig. Ich sah ihn entgeistert an. "Was meinst du mit 'das hat Gott gemeint' und warum willst du mein Kreuz?" fragte ich spitz. Nael seufzte. "Okay, der böse König hat einen kleinen Trick auf dich angewandt. Das heißt du wirst dich ab jetzt, zu jeder Vollmondphase in dich selber zurückverwandeln. Was wiederum bedeutet, dass du die Fähigkeit zum Fliegen verlierst und die Kraft Dämonen zubannen. Dafür hat Gott allerdings eine Lösung gefunden. Also bitte gib mir mal das Kreuz." Ich zog eine Schnute, reichte es ihm aber dann. Nael ließ es in der Luft schweben und plötzlich stieß ein kleiner lila Lichtstrahl in die Mitte des Kreuzes. Nael nahm es wieder in die Hand und sagte: "Hier, jetzt müsste es klappen." Ich sah den Erzengel, wortlos an und nahm das Kreuz wieder an mich. "Also können wir los? Sonst legt Jeanne das Schachmatt, bevor wir auch nur in die Nähe des Museums kommen." Meinte er und flog über das Balkongeländer. Noyn trat hinter mich und hob mich hoch. "Sollen wir?" Ich nickte und eh ich mich versah, waren wir schon in der Luft. Nael sah mich ohne große Begeisterung an und fragte: "Muss der mit?" Ich blitzte ihn wütend an und wollte soeben zu einer spitzen Bemerkung ansetzen, als Noyn ruhig meinte: "Ja. Ich muss mit. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht. Sie zu beschützen." "Na ob das klappt." Murmelte Nael und ich hätte ihm an liebsten eine geknallt, doch begnügte mich mit den Worten: "Bestimmt besser, als mit dir." Der Engel verzog das Gesicht und schwieg.
 

Nach ein paar Minuten landeten wir auf dem Dach des Museums. Ich griff nach meinem Kreuz und flüsterte: "Ich bitte dich Gott, gib mir Kraft." Dann erschien um mich herum eine Lichtsäule. Zuerst kam mir das Gefühl komisch vor. Doch schließlich spürte ich die Liebe und Kraft Gottes in mir. Kurz darauf stand ich wieder mit Jeannes Gesicht vor den beiden. Mein Kostüm bestand aus einem kurzen weißen Kleid ohne Ärmel und einer dunkelblauen kurzen Hose. Die ich unter dem Rock trug. Um den Bauch wickelte sich ein hellblauer mit etwas dunkelblau versehener Kimonogürtel. Meine Arme steckten in langen weißen Handschuhen, die an den Oberarmen mit mal wieder blauen Schnallen verziert wurden. Die Stiefel die ich an hatte waren die gleichen wie die von Jeanne, bloß das die Bänder nicht rot sondern, in meiner Farbe dunkelblau waren. Meine Haare wurden mit einer ovalen Spange zusammengehalten. An den Ohren hingen blaue runde Ohrringe mit einem Kreuz in der Mitte und meine Stirn schmückte ein kleiner Tropfen.
 

"Okay, dann wollen wir mal." Grinste ich schräg und öffnete vorsichtig das Fenster der Kuppel. Danach setzte ich mich auf die Kante und baumelte mit meinen Beinen hin und her. "Was ist?" fragte Noyn überrascht, weil ich nicht runter sprang. "Nael. Habe ich eigentlich auch so ein Band wie Jeanne?" erkundigte ich mich. "Nicht das ich wüsste." Antwortete der Erzengel. "Tja, dann haben wir ein Problem. Wie bekommen wir den Hebel umgeschaltet?" "Das werde ich erledigen." Sagte Noyn. "Musst mir nur verraten, wo ich ihn finde." "Links neben der braunen Samurai-Rüstung, dort wo 'für Besucher verboten' steht. Hinter dem moosgrünen Vorhang." Erklärte ich überrascht. "Warum? Wie willst..." Weiter kam ich nicht, denn er lächelte. "Schön, bin gleich wieder da." Und verschwand. "Klar. Teleportation! Super!" lachte ich begeistert. "Dieser Angeber." Grummelte Nael. "Kannst du nicht mal ruhig sein." Fuhr ich den Engel sauer an. "Ohne..." "Da bin ich wieder. Du kannst loslegen." Meinte Noyn. "Perfekt. Danke. Also möge das Spiel beginnen." Eröffnete ich die Mission und sprang hinab.

Leichtfüßig landete ich auf den Boden und drehte mich zu den beiden um, die hinter mir standen. "Was nun?" fragte Nael mich. "Intelligente Frage." Antwortete ich ironisch, weil ich immer noch leicht verärgert über sein verhalten gegenüber Noyn war. "Ihr bleibt hier und ich werde den Dämonen bannen." "Kommt überhaupt nicht in die Tüte!" riefen beide im synrchon. Ich musste unwillkürlich los lachen. "Hey. Ihr seid euch glatt mal einig, was? Es gibt also doch noch Hoffnung." Grinste ich vergnügt. Die beiden vollkommen unterschiedlichen Männer sahen erst sich und dann mich verblüfft an. "Also ich bin los. Wartet hier ich bin gleich zurück. Ach ja ... ich weiß ja nicht was eure Freundschaft zerstört hat, aber ihr solltet mal miteinander reden. Es ist sehr schwer gute Freunde zu finden." Lächelte ich und rannte los. Die beiden sahen mir sprachlos hinterher und ich konnte mir förmlich vorstellen, wie sie sich jetzt fragten, woher ich über ihre einst bestandene Freundschaft bescheid wusste.
 

Kurz bevor ich die Vitrine erreichte, versteckte ich mich hinter einer Wand und beobachtete Jeanne und Sindbad eine Weile. "Geh mir aus dem Weg, Sindbad!" schrie Jeanne. "Nein. Solange du nicht einsiehst, das Fin dem bösen König dient. Werde ich alles tun um dich vom stehlen abzuhalten." Entgegnete er. "Fin ist keine Dienerin, des bösen Königs. Warum sagst du so was?" fragte Jeanne und parierte einen Angriff von Sindbad. "Weil es wahr ist." Antwortete er ruhig. "Du lügst, doch nur. Sowie du es schon immer getan hast!" kam es von ihr und so ging es die ganze Zeit weiter. Ich stöhnte in meinem Versteck innerlich auf. >So ein stures Paar< Doch jetzt war es Jeanne gelungen, Sindbad kurz unschädlich zumachen und sie wollte ihr Schachmatt setzen. Als ich ihr ruckartig einen Strich durch die Rechnung machte. "Halt!" Jeanne hielt erschrocken inne. "Wer ist da?" Ich trat langsam aus meinem versteck hervor und ging auf sie zu. "Mein Auftrag lautet, vor dir die Dämonen zu bannen und Sindbad zu unterstützen. Ich bin Kaito Saint." Sagte ich und trat ins Licht des vollen Mondes. Welches durch ein Fenster herein schien. Jeanne schien geschockt, als sie in ihr eigenes Gesicht sah und auch Sindbad staunte nicht schlecht. Innerlich beglückwünschte ich mich. Mein Einstieg ins Kaito - Business schien ein voller Erfolg zu werden. "Wieso siehst du so aus wie ich?" fragte Jeanne stockend. "Das spielt jetzt keine Rolle. Geh mir aus dem Weg, damit ich den Dämonen bannen kann." Forderte ich und ging weiter auf die entsicherte Vitrine zu. "Vergiss es. Woher soll ich wissen, dass du nicht zum bösen König gehörst? Schließlich sollst du Sindbad helfen!" entgegnete Jeanne wütend. Ein kleines Lächeln trat in mein Gesicht als ich sanft erwiderte: "Gegenfrage. Woher soll ich wissen, das du für Gott arbeitest?" Jeanne sah mich erstaunt an. "Das ist doch wohl klar. Ich bin Jeanne d'Arcs Reinkarnation und außerdem besitze ich ein Kreuz." Meinte sie fest. "Was beweist das schon. Wir haben alle ein Kreuz." Tat ich ihre Erklärung locker ab. "Und jetzt verschwinde, ich habe einen Auftrag zu erfüllen." "Nein!" schrie sie und ließ ihr rotes Band meinen rechten Arm umwickeln. Ich versuchte mich davon zu befreien und merkte gar nicht, wie ein schwarzer Energiestrahl auf mich zukam.
 

Ich spürte bloß, wie jemand nach mir packte und zur Seite zog. "Was?!" rief ich erschrocken. Dann erkannte ich die Person. "Noyn, was machst du hier. Ich habe euch beiden doch gesagt..." ich sah ihn entrüstet an. Doch er lächelte nur und plötzlich verzog er leicht das Gesicht. "Was ist? Bist du verletzt?" jetzt war ich doch äußerst besorgt. "Ist schon gut nur ein Kratzer am Oberarm. Halb so schlimm." Meinte er. Ich schüttelte den Kopf. "Nichts ist gut. Es hätte schlimmer ausgehen können." Sagte ich bedrückt. "Aber das ist es nicht. Glaub mir, es geht mir gut. Außerdem habe ich dir doch gesagt, das ich dich beschützen werde." Ich nickte geschlagen. "Entschuldigt vielmals wenn ich störe. Aber könnt ihr bitte zum eigentlichen Problem zurückkehren. Saint, es wird Zeit." Machte sich Nael bemerkbar. Der die ganze Zeit vor uns stand und eine Schutzbarriere aufrechterhielt.
 

"Doch natürlich." Sagte ich und richtete mich auf. "Aber wie setz ich ein Schachmatt?" Nael sah mich nachdenklich an und meinte: "Aus deinem Kreuz müsste ein Schwert werden, wenn du es abnimmst. Mit der Klinge bannst du den Dämon." Ich schaute aufs Kreuz und zuckte dann mit den Schultern. "Okay, versuchen wir es mal." Murmelte ich und nahm es in die Hand. So gleich wurde daraus ein langes Schwert mit einer goldenen Klinge und einem silbernen Griff. Der ein paar hübsche Verzierungen hatte. Aber für die hatte ich nun wirklich keine zeit. Ich verließ die Schutzbarriere und wurde auch sofort wieder von schwarzen Strahlen bezielt. Die aus dem Diadem kamen. Auch Jeanne hatte schwer mit ihnen zu kämpfen. So wurde der Weg bis zu dem Gegenstand ein Hürden Wettlauf. Da wir beide den Strahlen immer wieder irgendwie ausweichen mussten. Am Ende erreichte ich die Vitrine eine Millesekunde vor Jeanne und berührte mit der Schwertklinge das Diadem. "Schachmatt." Sagte ich und sofort zog sich ein schwarzer Rauch zusammen und das Diadem verschwand. Stattdessen lag nun auf dem roten Samtkissen eine kleine Schachfigur aus Kristall. "Mission beendet." Lächelte ich und nahm die Figur in die Hand. Noyn trat neben mich und auch Nael kam zu mir. "Und wie war ich?" grinste ich frech. Nael tat als würde er stark nachdenken. "Nun ja, für den Anfang ganz nett. Aber das muss fließender werden." Urteilte er streng. Ich zog eine Grimasse und schmollte: "Kannst du nicht einmal lieb zu mir sein und mich loben?" "Hast du es denn verdient?" entgegnete er schelmisch. Ich drehte mich von ihm weg und drückte mich mit gespielten schluchzen an Noyn. "Immer musst du mich ärgern, Nael." Beklagte ich mich. Noyn konnte sich ein amüsiertes lächeln nicht ganz unterdrücken. "Also, was haltet ihr davon zu verschwinden. Wir haben hier alles erledigt oder?" sagte er. Nael und ich nickten zustimmend. Wir wollten gerade gehen als Jeanne rief: "Warte! Was soll das? Warum bannst du auch Dämonen?" Ich drehte mich langsam um und antwortete: "Weil es Gott von mir verlangt." Sie funkelte mich wütend an und sagte: "Du lügst doch! Du arbeitest doch ebenfalls für den bösen König, oder warum ist Noyn bei dir?" Nun trat auch Sindbad neben sie und ihn schien meine Begleitung auch skeptisch zu machen. Aber auch Access und Fin kamen hinzu. Die beiden waren mir bis dahin gar nicht auf gefallen. "Ich glaube schon, dass sie Gott schickt. Der Erzengel Nael Sky ist bei ihr und er ist dem Herrn treu ergeben." Sagte der kleine Schwarzengel. "Ja. Außerdem ist er ein sehr wichtiger Engel. Er hütet eins der größten Schätze im Himmel." Fügte Fin hinzu. Ich hörte erstaunt zu. Zwar hatte ich gewusst, das Nael ein Erzengel war, aber ein so wichtiger? Nein, das hätte ich nie angenommen. "Schön und gut, Access. Aber was ist mit Noyn?" meinte Sindbad. "Keine Ahnung. Darauf kann ich mir auch keinen reim machen, was er bei ihnen will." bemerkte Access ehrlich. Sofort sahen uns die vier wieder prüfend an und ich sagte, schon halb im gehen: "Hör gut zu, Jeanne. Du bist der Grund, warum ich Dämonen jagen muss. Wärst du nicht so unsagbar naiv, bräuchte ich jetzt nicht hier stehen. Deswegen ein kleiner Rat. Lass das Dämonen bannen, solange du nicht in der Lage bist Gut und Böse zu erkennen." Mit diesen Worten drehte ich mich um und ging. Nael und Noyn folgten mir still. Ich fühlte wie die ganze Anspannung der letzten paar Minuten von mir abfiel und seufzte erschöpft. Auch schämte ich mich für den herablassenden Ton von eben, denn normalerweise redete ich nie so mit einer anderen Person. Es war zum aus der Haut fahren.
 

Im Hotel zog ich mir die Spange aus den Haaren und verwandelte mich zurück. Noyn legte seinen Umhang ab und setzte sich aufs Bett. Nael war in den Himmel zurück, um Gott Bericht zu erstatten. Als ich auf Noyns linken Oberarm sah, fiel mir sofort die Wunde wieder ein. "Los zieh dein Oberteil aus." Forderte ich und wollte ins Bad um den erste Hilfekasten zu holen. "Wie bitte?" Noyn sah mich verdutzt an. "Bist du sicher, dass du das willst?" Ich kam wieder auf ihn zu und stöhnte fassungslos: "Was du schon wieder denkst. Du bist verletzt und ich will die Wunde versorgen." "Ach so. Das ist doch bloß ein kleiner Kratzer." Winkte er ab. "Komm mir nicht, hier ist doch bloß ein kleiner Kratzer. Die Wunde wird jetzt behandelt. Basta! Also raus aus dem Teil, sonst mach ich es." Schimpfte ich. Seine Augen funkelten amüsiert auf. "Dann mach es doch." Meinte er. Ich sah ihn verblüfft und fragend an. "Was soll ich machen?" "Na mich ausziehen. Du hast doch selbst gesagt. Wenn ich es nicht mache, dann halt du." Grinste er. Ich lief dunkelrot an und gab ihm absichtlich einen Stoß gegen den verletzten Arm. Woraufhin er leicht das Gesicht verzog. "Soso. Also nur ein kleiner Kratzer." Spottete ich und sah ihn abwartend an. "Männer. Das ihr auch andauernd die ganz harten markieren müsst." Schüttelte ich den Kopf und besorgte den Verbandskasten und ein saubres Tuch, welches ich vorher angefeuchtet hatte. Inzwischen hatte er seinen Pullover ausgezogen. So das ich mich gleich an die Arbeit machen konnte. Erst säuberte ich die Wunde, dann nahm ich einen Wattebausch und tropfte etwas Jod drauf. "Das könnte jetzt etwas brennen." Warnte ich ihn kurz. Bevor ich auf die verletzte Stelle tupfte. Danach legte ich ein kleines sauberes Tuch auf die Wunde und wickelte dann noch ein Verband rum. Nachdem ich es mit Verbandsklammern befestigt hatte, stand ich auf und sagte fachmännisch: "Fertig. Zum Glück war der Schnitt nicht sehr tief. Es wird also keine Narbe zurückbleiben." Dann schloss ich den Kasten und brachte ihn samt Handtuch zurück ins Badezimmer. Als ich zurückkam, meinte Noyn lächelnd: "Gute Arbeit. Willst du mal Krankenschwester werden?" "Wenn du willst das die Klinken leer bleiben." Entgegnete ich lachend. "Nein, ganz ehrlich. Lieber nicht. Ich kann einfach nicht mit Menschen umgehen. Schon gar nicht mit Kranken." "Meinst du?" Noyn stand auf und ging zum Kleiderschrank. Er zog etwas Kleines heraus und kam damit auf mich zu. "Hier für dich zum Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch." Lächelte er. Ich nah es ihm überrascht ab. "Danke." Erwiderte ich verblüfft und entfernte vorsichtig das Geschenkpapier. Eine kleine Samtschachtel kam zum Vorschein. Innerlich glaube ich, wusste ich bereits was es war. Doch wahrhaben konnte ich es nicht wirklich. Bis ich den Deckel aufklappte und auf den Inhalt sah...
 

To be continued...
 

Hier schließe ich das Kapitel. Jeder weiß schon, denke ich mal was jetzt kommt oder? Das dürfte nicht schwer sein. Aber verraten tu ich's trotzdem noch nicht. *g* Aber ich hoffe das euch dieses Kapitel trotzdem gefallen hat.
 

Bis zum nächsten Mal
 

Urbena

Das verbotene Zimmer

Abenteuer fürs Leben
 

7. Kapitel
 

Das verbotene Zimmer
 

Dieses Kapitel widme ich meinem kleinen Hamster Tikali. Der am 15.6 diesen Jahres gestorben ist. Deswegen auch die Schreibverzögerung.
 


 

Moin, alle miteinander! Hier bin ich wieder. Mit dem Kapitel, was mich echt harte Arbeit gekostet hatte. Denn ich brauchte fünf Anläufe bis ich endlich soweit mit zufrieden war. Selbst jetzt beim Abschreiben habe ich es noch verändert. Also lest ihr hier grob gesehen die sechste Verfassung. Ich hoffe, dass ich es zumindest so gut verändert habe, dass es euch gefällt. Also viel Spaß!!
 


 

Wie hypnotisiert starrte ich auf den kleinen schmalen Silberring, der in der Schachtel steckte. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. "Ich hoffe er gefällt dir." Sagte Noyn leise. "Natürlich gefällt er mir, aber..." begann ich zögernd. "Was aber?" "Das kann ich nicht annehmen." Er sah mich überrascht an. "Wie kommst du darauf?" Ich senkte leicht den Blick und antwortete: "Nun ja, vielleicht bin ich verklemmt, aber meiner Meinung nach. Sollte man einen Ring nur verschenken, wenn man ernstere Absichten hat. Wie zum Beispiel eine Heirat, aber nicht nur einfach so zum Geburtstag." Schloss ich stockend. Sanft hob er mein Kinn an und sagte: "Der Meinung bin ich auch." Ich sah ihn ungläubig in die Augen. Wie bitte? Er war derselben Ansicht und trotzdem. Tut mir ja leid, aber entweder ich bin Blöd oder ich merke mal wieder rein gar nichts. Was ja nicht gerade selten der Fall ist. "Ähm, ja aber...wie soll ich das nun verstehen?" stammelte ich perplex. "Na gut." Noyn nahm mir seufzend die Schachtel aus der Hand. "Du bist manchmal wirklich schwer von Begriff." "Tja so bin ich nun mal." Konterte ich zuckersüß. Ich war so mit meinen Sticheleien beschäftigt, das ich gar nicht mitbekam, wie er meine linke Hand genommen hatte und den Ring ansteckte. "So das hätten wir." Grinste er zufrieden. Ich starrte verblüfft auf den Ring an meinem Finger. "Hey, was...!" rief ich empört, doch er unterbrach mich lächelnd. "Würdest du ansonsten einer Verlobung zustimmen?" "Einer was? Sag mal, wenn das witzig sein soll, ich kann kein Stück darüber lachen." Der Blick den er mir nun zuwarf, ließ mich augenblicklich den Mund halten. "Ich mein es auch ernst. Bei so was versteh ich keinen Spaß." Entgegnete er. "Okay, ich glaube dir." Meinte ich ruhig. "Heißt das du nimmst an?" hakte er abwartend nach. "Wie könnte ich nicht. Vor allem wenn der Antrag so romantisch kommt." Grinste ich frech. Noyn zog mich ruckartig an sich. Ich sah ihn überrascht an. "Du bist unmöglich, Sabrina." Sagte er leise. "Yup, meine Macken bekommst du Gratis mit dazu." Erwiderte ich amüsiert, dann musste ich plötzlich laut lachen. "Was ist denn nun schon wieder?" "Ich finde es lustig, verlobt zu sein." "Ach." "Nein, nicht das, was du vielleicht denkst. Ich meine ich habe immer gesagt, das meine Eltern, viel zu schnell verlobt waren. Und ich? Ich bin jetzt sogar noch schneller, dabei gewesen." Erklärte ich lächelnd. Ehe ich erschöpft, meinen Kopf an seine Schulter lehnte. "Alles in Ordnung?" "Klar. Ich bin nur Todmüde." Seufzte ich träge. "Dann leg dich hin. Es ist eh schon sehr spät." Lächelte Noyn und verfrachtete mich ins Bett, wo ich auch kurz darauf tief eingeschlafen war.
 

Die nächsten Urlaubstage wurden für uns beide super. Wir hatten viel Spaß und verbrachten die meiste Zeit in der Bucht am Strand. Als wir am Sonntag früh nach Hause fuhren. Verließ ich die Stadt mit leichter Wehmut ums Herz. Hier waren mir so einige wunderbare Dinge passiert. Die ich niemals missen wollte.
 

Gegen Nachmittag erreichten wir Momokuri. Im Haus war es Totenstill und alles wirkte wieder so erfrischend neu auf mich. Ich rannte die Stufen hinauf und wollte in mein Zimmer. Als Noyn mich aufhielt. "Tut mir leid. Aber du wirst hier ausziehen müssen." Sagte er. Ich sah ihn entgeistert an. "Sag das noch mal, warum?" Er nahm meine linke Hand und deutete auf den Ring. "Wir sind verlobt. Also wirst du ab jetzt bei mir schlafen." Erklärte er lächelnd. "Wer sagt das?" lächelte ich herausfordernd zurück. Noyn beugte sich zu mir vor und meinte: "Ich und keine Widerrede." Eigentlich wollte ich auch noch was sagen, beließ es dann aber dabei. Ich fuhr mir mit der Hand durch mein blondes Haar. Ich hatte nach Vollmond, tatsächlich, wieder die Gestalt von Jeanne angenommen. "Na gut, du hast gewonnen." Gab ich großzügig nach. "Ich weiß. Um ganz ehrlich zu sein. Das hätte ich so oder so." lächelte er und tätschelte mir leicht auf den Kopf. "Hör auf! Ich bin doch kein Kleinkind." Grummelte ich und schob ihn weg. >Überhaupt bin ich in letzter Zeit, viel zu nachgiebig< dachte ich verärgert. >So darf das nicht weitergehen. Ich werde ja direkt liebenswürdig< "Bist du dir sicher?" neckte Noyn mich. Ich sah ihn unschuldig an und schnurrte gefährlich sanft: "Noyn. Wenn du bei drei nicht unten bist und das Gepäck hoch holst. Garantier ich für gar nichts mehr." Man will es nicht glauben, aber er machte sich sofort auf den Weg. Während ich ihm mit einem triumphierenden Grinsen hinterher sah.
 

Acht Tage später klingelte das Telefon. Da Noyn außer Haus war, ging ich ran. "Ja Hallo." Meldete ich mich gut gelaunt. "Hallo, bist du das Sabrina?" fragte die Stimme am anderen Ende. "JA, natürlich. Was ist denn Marron?"
 

Zwei Stunden später traf ich mich mit ihr an der Uhr, im Momokuri Park. "Hi. Was ist denn nun so wichtig?" begann ich gelassen. "Ja also...es geht um..." zögerte Marron merklich. "Es geht um Hijiri, richtig?" fragte ich direkt. "Eigentlich schon. Ja. Weißt du um sein anderes da sein Bescheid, ich meine um...?" sagte sie nervös. "Du meinst um seine Person als Noyn Claude? Yup, ich weiß darüber bescheid." Lächelte ich leicht. Marron riss erstaunt die Augen auf. "Ehrlich!? Aber hast du denn gar keine Bedenken?" Ich musste lachen, wurde aber sofort wieder ernst. Ruhig ging ich zu einer nahe gelegenen Bank und setzte mich hin. "Ich will ehrlich sein. Nein. Es wird dich vielleicht wundern. Aber ich bin gern bei ihm." Sagte ich. Marron setzte sich still neben mich. "Dann weißt du auch was er bei mir versucht hat, oder?" "Allerdings und das kann ich auch nicht gut heißen. Ändern kann ich es aber auch nicht mehr. Tut mir leid." Meinte ich betrübt. "Hey, du kannst doch nichts dafür!" bemerkte Marron verwundert. "Vielleicht nicht für die Tat an sich. Aber ich hätte ihn aufhalten können. Schließlich wusste ich, was er vorhatte. Diese Feigheit verzeihe ich mir nicht so leicht." Erzählte ich ernst. Marron betrachtete mein finsteres Gesicht und meinte: "So wie sich, das alles bis her anhört. Bist du garantiert nicht seine Cousine, stimmt's?" Ich sah sie überrascht an, ehe ein rätselhaftes Lächeln über mein Gesicht huschte. "Vielleicht nicht. Aber... vor sehr, sehr langer Zeit hatten wir alle was gemein." Sie sah mich verwirrt an. "Wie meinst du das?" Ich zuckte mit den Schultern. "Weiß nicht. Ich weiß nur das es stimmt, angeblich." "Undeutlicher geht es nicht mehr was?" murmelte Marron noch irritierter. Ich grinste vergnügt. "Tja. So ist es nun mal. Ich versteh es auch nicht richtig. Ich kann nur sagen was ich weiß und eins weiß ich ganz sicher. Du kannst Noyn vertrauen. In Wirklichkeit ist er gar nicht mal so übel." Meinte ich ehrlich. "Eine Frage. Kann es sein das du in ihn verliebt bist?" Marron sah mich prüfend an und ich lief knallrot an. "Wie kommst du denn auf die Idee?" fragte ich schnell zurück. "Ich denke das ist ziemlich offensichtlich, so sehr, wie du ihn verteidigst." Entgegnete sie trocken und lachte dann vergnügt. Ich konnte mir ein Grinsen ebenfalls nicht verkneifen. "Wie dem auch sei. Ich glaube dir und werde versuchen Noyn zu verzeihen. Ich kann mir nämlich nur schwer vorstellen, dass jemand so unterschiedlich im Charakter sein kann. Wie Hijiri und Noyn." Ich nickte zustimmend und erhob mich wieder. "Denk ich auch, also ich muss zurück. Wir sehen uns in der Schule. Bye." Verabschiedete ich mich und wollte losgehen. Als Marron mich noch mal kurz zurück hielt. "Da wär noch etwas. Was ich dich unbedingt fragen wollte. Bist du Saint?" Ich wich erschrocken ein Stück zurück. "Was...Wer... Wie kommst du darauf?" stammelte ich nervös. "Nun, ich habe in Kanazawa Noyn mit einem Mädchen gesehen, das aussieht wie du. Und da habe ich einfach eins und eins zusammengezählt." Erklärte sie nachdenklich. Ich seufzte ergeben. "Soso. Na gut. Es stimmt ja. Aber eins sag ich dir Jeanne. Jetzt hast du dich selber verraten." Ihr verdatterter Blick war echt köstlich. "Das war damals meine erste Mission gewesen. Also kannst du unmöglich aus Zeitungen darüber Bescheid wissen. Aber keine Sorge wenn du dicht hältst, tu ich es auch." "Ich hab wohl keine andere Wahl." Bemerkte Marron ernst. "Sehr richtig. Auch wenn wir nun Bescheid wissen, hoffe ich dass wir trotzdem Freundinnen bleiben. Ich will ja nichts Böses." Meinte ich ruhig. "Oh. Okay, warum nicht. Aber das wird mich nicht daran hindern, als Jeanne gegen dich zu kämpfen." Stimmte Marron fest zu. Ich grinste keck. "Von mir aus. Wenn es dir Spaß macht." Erwiderte ich amüsiert und ging dann zufrieden nach Hause.
 

Dort saßen Noyn und Nael am Küchentisch und unterhielten sich. (Ja tatsächlich! Sie fangen an wieder zivilisiert miteinander umzugehen, ohne Streit und zynische Bemerkungen. Es geschehen wirklich noch Zeichen und Wunder. *g*)

"Da bist du ja wieder." Begrüßte Noyn mich lächelnd. Ich nickte und sagte: "Yup. Hatte gerade noch eine Verabredung im Park." "Mit einem Jungen?" fragte er misstrauisch. Ich sah ihn erstaunt an und grinste dann hinterhältig. "Nun, da du schon so fragst..." begann ich nachdenklich. "Keine Sorge. Sie hat sich mit Marron getroffen." Bemerkte Nael lässig. Ich funkelte ihn wütend an und sagte eingeschnappt: "Vielen Dank, Nael. Jetzt hast du mir meinen gesamten Spaß genommen." "Na hör mal. Du bist verlobt." Entgegnete der Erzengel ernst. "Ach und das heißt. Man darf sch keinen Scherz mehr erlauben?" fragte ich schmollend. Darüber mussten beide Männer lachen. "Ist ja auch egal. Was führt dich hierher Nael? Spaß oder Pflicht?" "Pflicht." Antwortete Nael prompt. "Ich soll Noyn zu Gott bringen. Er will mit ihm sprechen." "Was!" Noyn und ich sahen Nael gleichermaßen überrascht an. "Aber warum? Was sollte er von mir wollen?" fragte Noyn skeptisch. Nael zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Bin bloß der Bote." Noyn atmete tief durch und meinte dann: "Na gut, ich komme mit." Ich sah ihn entsetzt an. "Bits du dir sicher?" meine Stimme klang überaus besorgt. "Ja. Außerdem gehe ich zum Herrn. Was soll da schon großartig passieren?" versuchte er mich zu beruhigen. Ehe die beiden aufbrechen wollten. "Hey. Jetzt mach nicht so ein Gesicht. Es geht doch nur zu Gott." Lächelte er und gab mir einen Kuss.

Als sie in einem hellen Licht verschwanden sagte ich leise: "Das macht mir ja sorgen. Ich hab ein ganz komisches Gefühl dabei."
 

Elf Stunden waren bereits vergangen und er war noch immer nicht zurückgekehrt. Meine Besorgnis wuchs weiter an. Als er am nächsten Tag, noch immer nicht zurück war. Zog ich mir schnell eine Jeans und ein T-Shirt an. Dann griff ich nach meinen Kreuz und rief missgestimmt: "Nael, ich muss sofort mit dir reden! Aber ein bisschen flott!" So gleich erschien ein Hologramm und Nael lächelte mich an: "Guten Morgen. Was gibt's denn?" Ich funkelte ihn verärgert an und fragte: "Kannst du mir vielleicht mal sagen. Wo ihr meinen Verlobten gelassen habt? Er ist, seit er mit dir weg ist, nicht nach Hause gekommen." Nael sah mich erstaunt an und antwortete: "Keine Ahnung. Er war nur zweieinhalb Stunden hier. Danach wollte er zu dir zurück." "Wie schön. Bloß das er nicht hier ist." Bemerkte ich ironisch. "Und was kann ich dafür?" Der Engel sah mich unschuldig an. "Woher soll ich das wissen? Ihr ward sicherlich die letzten die ihn gesehen haben. Also bitte, wo ist Noyn?" rief ich verzweifelt. Er sah mich grübelnd an und meinte dann: "Eine gute Frage. Weißt du was? Ich werde mich bei Gott erkundigen, ob er was weiß. Danach komme ich gleich zu dir." Ich nickte und das Hologramm verschwand.
 

Langsam trat ich aus dem Schlafzimmer und sah dann af die andere Seite des Flurs. Ich erstarrte augenblicklich. Die Tür zum verbotenen Zimmer stand sperrangelweit offen. Obwohl ich mir absolut sicher war, das sie bis eben noch verschlossen gewesen war. Denn Noyn hatte immer sehr genau darauf geachtet, dass ich mich davon fern hielt. Er hatte immer gemeint, dass das Zimmer oder besser das was darin war. Zu Gefährlich für mich sei. Doch jetzt war er verschwunden und die Tür geöffnet. Unfreiwillig wurde ich ziemlich neugierig und obwohl ich ahnte. Dass es eine Falle sein könnte, beschloss ich es zu betreten und vergaß dabei vollkommen mein Kreuz mitzunehmen.
 

Als ich eintrat war es stockfinster, ich wollte das Licht einschalten. Aber als ich die Wand berührte spürte ich nur rohen Stein. Vorsichtig ging ich weiter hinein und als ich ungefähr fünf Schritte weiter drinnen war. Schlug die Tür laut zu. Erschrocken zuckte ich zusammen und auf einmal wurde das Zimmer von Fackeln, die an den Wänden hingen leicht erhellt. Wie ich bereits erwartet hatte, bestanden die Wände aus kahlem Fels, wie auch der Boden. Ich kam mir vor wie in einer Höhle. Als ich auf die andere des Zimmers schaute, staunte ich nicht schlecht. Vor mir stand ein großer Spiegel, der beinahe die ganze Wand einnahm und pechschwarz war. An den Seiten waren die sieben Todsünden abgebildet. Ich wollte weiter gehen und stolperte über etwas. "Autsch, kannst du nicht aufpassen!" murrte dieses etwas und erhob sich langsam. Erschrocken sah ich es an und plötzlich erkannte ich die kleine Gestalt. "Hey. Du bist doch diese kleine Eidechse!" rief ich erfreut. "Ich bin ein Drache!" empörte sich die kleine Kreatur. "Und mein Name ist Silk. Ich bin das Haustier meines Herrn Noyn." Fügte er noch mit stolzem Unterton hinzu. >Wusste gar nicht, das man auf so was stolz sein kann< dachte ich verwundert und sagte: "Freut mich dich kennen zulernen. Ich bin..." "Weiß schon. Du bist Sabrina, seine Verlobte und der Grund, warum er mich nicht mehr rauslässt." Grummelte Silk wütend. "Ach ja? Nun nicht mehr. Wenn du willst, kannst du mit raus." Bemerkte ich lächelnd. "Lieber nicht. Sonst bestraft er mich nur." Widersprach der kleine Drache unglücklich. "Bestimmt nicht. Außerdem ist er verschwunden. Weißt du vielleicht was darüber?" Silk schüttelte den Kopf. "Schade. Noch ne Frage. Was ist das?" fragte ich und deutete auf den Spiegelt. "Das ist das schwarze Tor. Es bringt dich überall hin. Himmel, Hölle aber auch in deine Welt." Antwortete Silk. "Wirklich wahr?" ich war ziemlich überrascht. Dann ging ich weiter auf den Spiegel zu, als ich davor trat. Erschien das Gesicht eines jungen Mannes auf der Fläche. Ich wich ein paar Schritte zurück. "Was willst du hier?" fragte er direkt. "Gar nichts. Die Tür stand offen und ich dachte. Schauen wir doch mal vorbei." Antwortete ich frei heraus. "Du hast vielleicht Mut. Ist dir nicht klar, wo du dich hier befindest?" "Nicht wirklich. Außerdem hat das nichts mit Mut zu tun. Sondern einfach mit meiner gesunden Neugierde." "Aha." Ein meiner Meinung nach hinterhältiges lächeln trat auf sein Gesicht. "Hast du dir mal überlegt, was Noyn dazu sagen würde. Wenn er erfährt, das du hier drin bist?" Ich verzog verärgert das Gesicht. "Das kann dir doch egal sein." Fuhr ich ihn an. "Stimmt schon. Tut mir leid." Meinte er. "Auf die Entschuldigung, eines Dämons verzichte ich liebend gern. Ist doch eh nur Erstunken und erlogen!" fauchte ich wütend. Nun lachte der junge Mann schallend. Was mich beinahe völlig außer Fassung brachte. "Hör auf zu lachen!" "Du bist wirklich amüsant." Bemerkte er. "Es ist wahr. Ich bin ein Dämon, aber ist Noyn nicht auch einer? Trotzdem vertraust du ihm, oder?" "Ich weiß nicht, was das mit ihm zu tun hat." Erwiderte ich ungeduldig. "Sehr viel. Eine Frage, bist du dir sicher, Noyn so blind vertrauen zu können?" fragte er mit einem tückischem Unterton. "Eh. Wie kommst du auf diese Frage?" ich sah ihn leicht überrascht an, dach dann schüttelte ich kräftig den Kopf. "Natürlich, kann ich ihm vertrauen. Wie kannst du es wagen, das in Frage zu stellen?" reif ich wieder klar denkend aus. "Nun, weil ich vielleicht einen Beweis habe. Dafür das er dich hintergeht." Antwortete er herausfordernd. Ich wurde nur noch wütender und entgegnete: "Lügner! Was glaubst du, wer du bist. So was erzählen zu dürfen." Jetzt sah das Gesicht mich ernst an und erwiderte: "Ich bin der Sohn des Teufels. Von den meisten werde ich das schwarze Tor genannt, aber mein richtiger Name lautet..." "Halt! Hör nicht auf ihn!" rief Silk dazwischen. Ich drehte mich zu ihm um und sah Silk verwundert an. "Warum?" mein Blick war mehr als ratlos. "Jeder, der seinen Namen jemals erfuhr. Ist kurz darauf gestorben." Sagte der Drache düster, der inzwischen sein menschliches Aussehen angenommen hatte. Ich hielt für einen kurzen Moment den Atem an. "Aber warum hilfst du mir? Wäre es dir nicht lieber wenn ich verschwinden würde?" fragte ich verwirrt. Silk lief rot an und stammelte: "Öhm...ja...also..." "Sicherlich, wäre es ihm lieber. Nicht wahr?" meldete sich das Tor wieder und sein Blick hätte die Erde gefrieren lassen können. "Seid ruhig. Was ich will spielt keine Rolle. Aber ich habe Noyn - sama meine Treue geschworen und füge mich ganz seinem Wunsch. Nur deswegen habe ich sie gewarnt. Ich will ihn nicht noch einmal so lange leiden sehen." Ich beobachtete Silk mit leichtem Lächeln. Wer hätte gedacht, dass der kleine so viel Courage hatte, sich dem Prinzen in spe zu widersetzen. "Wie niedlich." Spottete der Mann im Spiegel. "Du bist wirklich durch und durch sein Schoßhündchen. Kein bisschen in dir trägt den Stolz eines Dämonen." Silk sah ihn entsetzt an und schrie: "Ihr sollt ruhig sein!" "Wie kannst du es wagen, so mit mir zu reden!" rief das Gesicht erzürnt und ein schwarzer Energiestrahl schoss auf Silk zu. "Aah!" der Junge wurde genau getroffen und viel bewusstlos zu Boden. Ich lief erschrocken zu ihm und beugte mich zu Silk hinunter. "Oh nein, Silk!" Ich betrachtete besorgt seine schmale bewusstlose Gestalt. "Er lebt. Na ja. Noch." Informierte mich der Täter. Ich funkelte ihn zornig an. "Du Monster. Er ist doch viel schwächer als du. Wie kann man nur so feige sein." Zischte ich. Das Gesicht lachte schallend. "Vielen Dank. Ich nehme deine Wut als Kompliment. Doch kommen wir zu eigentlichen Thema zurück. Willst du wissen, wo Noyn jetzt wirklich ist?" Ich sah ihn ausdruckslos an und antwortete trocken: "Als wenn du die Wahrheit sagen würdest." "Och, das verletzt mich jetzt aber ungemein. Ich schwöre dir bei allem was mir unheilig ist. Das was ich dir nun zeigen werde, entspricht der reinen Wahrheit." Sagte er und sein Bild verschwamm. Was ich jetzt sah, verschlug mir sprichwörtlich die Sprache.
 

Im Spiegel konnte man sehr deutlich sehen, wie Noyn mit Marron in seinem Arm, in deren Wohnung standen. Beide schienen sich außerordentlich gut zu verstehen. Keine Anzeichen von Angst und/ oder Misstrauen, waren bei Marron festzustellen. "Na, was sagst du dazu?" fragte er. Ich sah zur Seite und antwortete verächtlich: "Tolle Illusion." "Nicht doch. Das ist die Wahrheit." "Logisch und der Papst ist Moslem." Spottete ich zynisch. "Also wirklich. Na gut, vielleicht überzeugt dich das denn. Hör zu." "Kein Bedarf." "Ach ja, ich werde es dir trotzdem zeigen." Überging er meinen Einwand. "Lass es. Ich..." setzte ich ärgerlich entgegen, als ich plötzlich die Stimmen von Marron und Noyn vernahm.
 

Marron: Und was willst du mit Sabrina machen? Stell dir vor, sie erfährt hier von.
 

Noyn: Das ist kein Problem. Ich werde sie einfach rauswerfen.
 

Ich beobachtete das Bild, welches sich vor mir abspielte. Als würde ich einen sehr schlechten und langweiligen Film sehen.
 

Marron: Aber Schatz. Wie willst du ihr das erklären? Immerhin seid ihr verlobt.
 

Noyn: Ach das. Das dürfte nicht schwierig werden. Eine Verlobung zu lösen, ist heutzutage nun wirklich keine große Sache mehr.
 

Marron: Wenn du meinst. Aber er wird sie bestimmt furchtbar verletzten.
 

Noyn: Also echt, Engelchen. Mir ist vollkommen egal, was aus ihr wird. Hauptsache du bist bei mir, du weißt doch, das ich nur dich liebe...
 

Mehr bekam ich nicht mehr mit. Ich hielt mir die Hände vor die Ohren und schrie: "Hör sofort auf! Das sind doch bloß alles Lügen! Das ist nie und nimmer wahr!" "Tatsächlich? Wenn du dir so sicher bist. Warum weinst du dann?" entgegnete der Mann hinterhältig. Ich wischte mir über die feuchten Wangen und antwortete brüchig: "Wer weint denn?" Er lachte leise und fuhr fort: "Glaub mir. Du hast ihm nie etwas bedeutet. Schau her, wie glücklich die beiden sind. Glaubst du allen ernstes, da ist noch irgendwo Platz für dich?" Ich sah zum Spiegel, worin Marron und Noyn sich gerade küssten. Augenblicklich hatte ich das Gefühl innerlich vollkommen hohl zu sein. Als ob man mir jegliches Gefühl entrissen hätte. Ich senkte geschlagen den Kopf und sagte: "Wohl kaum." Es klang noch leiser als ein flüstern. "Stimmt genau." "Aber wo soll ich jetzt hin? Ich habe hier sonst niemanden mehr." Meinte ich betroffen. "Ich könnte dich in deine Welt zurück bringen. Dann würdest du in dein altes Leben zurückkehren. Was hältst du davon?" bot er mir an. Ich lächelte kaum merklich. "Das würdest du wirklich für mich tun. Danke." Nahm ich erleichtert an. > Ja, besser ich kehre in meine Welt zurück. Zwar ist es dort nicht viel besser, aber immerhin, habe ich dort meinen Platz< dachte ich betrübt. "Das mach ich doch gern." Behauptete der Mann und ich bekam nicht mit wie triumphierend seine Stimme klang.
 

Auf der Spiegelfläche erschien mein Zimmer. "Bitte tritt ein!" Ich nickte und bewegte mich Tranceartig darauf zu. Ich wollte gerade einen Fuß hineinsetzen, als mich jemand grob wegriss. Dieser jemand und ich fielen hart zu Boden. Wobei ich eigentlich weich auf dessen Körper landete. Ich musste kurz blinzeln und sah dann die Person unter mir Müde an. "N..." hauchte ich, ehe ich wieder mal das Bewusstsein verlor...
 

To be continued...
 

So damit wären wir am Ende diesen Kapitels, ich hoffe es hat euch gefallen. Bis zu nächsten Mal....
 

Urbena

Gebrochenes Vertrauen?

Abenteuer fürs Leben
 

8. Kapitel
 

Gebrochenes Vertrauen?
 

Hallöchen, alle miteinander. So weit wären wir schon mal. Noch ein Kapitel und die erste (hälfte) ist erreicht. Aber nun erstmal viel Spaß!
 


 

Als ich wieder zu mir kam öffnete ich gequält die Augen. "Hey, du bist ja endlich wieder wach. Gott sei Dank!" begrüßte eine männliche Stimme mich erfreut. Ich zuckte erschrocken zurück, als ich sie erkannte. "Na...Nael!" rief ich verblüfft aus. "Vorsicht! Sonst fällst du mir noch von der Couch!" lachte er gutmütig und zog mich wieder vollständig auf die Sitzfläche und neben sich. "Warum bist du hier?" fragte ich. "Weil ich es dir vorhin versprochen habe. Aber mehr dazu gleich. Erst einmal, was hast du mit dem schwarzem Tor am Hut?" stellte er eine Gegenfrage. Ich versteifte mich unwillkürlich, denn mit dieser Frage kamen meine ganzen Erinnerungen zurück. Ich musste schluchzen, doch dann warf ich mich einfach in Naels Arme und heulte was das Zeug hielt. "Hey, was...?! Sabrina was ist denn los?" der Arme war völlig überrumpelt, von meinem Gefühlsausbruch. "Noyn er... Noyn ist... Noyn hat..." brachte ich nur Stückchenweise und unter Tränen hervor. "Oje. Na gut. Wein dich jetzt erstmal aus. Dann erzähl in aller Ruhe:" lenkte der Erzengel lächelnd ein.
 

Ich beruhigte mich gerade wieder, als Silk herein kam. Mit einem Tablett auf dem drei Gläser standen. Die mit Orangensaft gefüllt waren. "Wie schön, du bist doch raus gekommen." Lächelte ich. Der Junge nickte. "Ja. Tut mir leid. Das ich dir vorhin nicht helfen konnte." Entgegnete er. Ich sah ihn erstaunt an. "Wofür entschuldigst du dich? Du kannst doch für all das hier nichts!" "Das denkst du vielleicht, aber ich habe mir immer gewünscht du würdest verschwinden. Dabei habe ich übersehen, wie viel Noyn - sama dir bedeutet." Erwiderte Silk fest. Ich lächelte betrübt. "Ja, aber leider beruht das nicht auf Gegenseitigkeit. Das weiß ich nun." "Was? Wovon redest du?" Nael sah mich überrascht an. "Nun Noyn ist...Noyn hat..." stammelte ich nervös. "Nein, nicht schon wieder. Sabrina, rede bitte in ganzen Sätzen." Nael verdrehte genervt die Augen. "Schon gut." Beschwichtigte ich hin halbherzig. "Noyn ist bei Marron und er ist noch immer in sie verliebt. Mich hat er nur belogen." Silk saß still vor mir und sah mich ungläubig an und Nael neben mir runzelte die Stirn. "Darf ich fragen, wie du auf diese absolut unsinnige Idee kommst?" fragte er nun. "Ich habe es im Spiegel gesehen." Antwortete ich schwerfällig. "Im Spiegel?" riefen Silk und Nael wie aus einem Munde. Ich nickte stumm. "War ja klar. Aber dem darfst du niemals in Leben glauben schenken." Entgegnete Nael ernst. "Bitte glaub mir. Das einzige was der kann. Ist andere mit seinen Lügen, innerlich zu zerstören." "Aber...aber es sah so real aus." Rief ich verzweifelt aus. "Das mag sein, aber es war nicht die Wahrheit. Das musst du doch fühlen." Lächelte Nael sanft. Ich schüttelte den Kopf. "Im Moment fühle ich nur ein tiefes Loch in mir." Entgegnete ich leise. (Klingt irgendwie geschwollen. Na ja) "Aber ich weiß es. Und willst du wissen was mich so sicher macht?" fragte Nael. "Von mir aus." Gab ich gelassen zurück. "Nun da du über unsere einst bestandene Freundschaft, eh schon Bescheid weißt. -Frag mich übrigens noch immer, wie du dahinter gekommen bist? - Kann ich dir auch darüber etwas erzählen." Meinte der Erzengel und lehnte sich zurück. Ich lief leicht rot an und grinste verlegen. Denn ich war ja schließlich nicht gerade auf die feine Art dahinter gekommen.

"Na ja. Ich kann dir zumindest soviel sagen. Das du die zweite bist, der er einen Antrag machte. So was tat Noyn nämlich nie leicht fertig." "Moment mal, du sagst ich sei die zweite. Soll das heißen, Jeanne und ich sind die einzigen, die jemals... WOW, das ist aber echt heftig." Sagte ich erstaunt. "So kann man es vielleicht auch ausdrücken." Lachte Nael. "Was mich aber freut ist. Das er nicht mehr so auf Jeanne fixiert ist. Das grenzte schon fast an Besessenheit." "Besessenheit? Kein sehr schönes Wort." Bemerkte ich nachdenklich. "Kann sein. Aber es trifft den Punkt genau." Gab er zu. "Ich weiß noch genau, wie sehr er sich dich Schuld dafür gegeben hatte. Jeanne nicht retten zu können. Am Tag ihrer Hinrichtung veränderte er sich schlagartig. Sein ganzes freundliches Wesen verschwand. In den letzten Kriegsjahren, ging er ohne die geringste Gnade auf die englischen Armeen los. Er war wie besessen. Dass er das wirklich war, erfuhr ich allerdings viel später. Tja und nach dem Krieg, verließ Noyn die Truppen und niemand sah ihn je wieder."
 

"Ihr hattet beide unter Jeannes Befehl gestanden? Dabei seid ihr also Freunde geworden." Schlussfolgerte ich. "Nein. Freunde waren wir schon viel länger. Noyn und ich wurden beide in derselben Stadt geboren. Unser Geburtstag lag nur eine Woche auseinander. Wobei er der ältere war." "Dann seid ihr ja so was wie Sandkastenfreunde! Klar, dann wirst du ihn wohl sehr gut kennen." Lächelte ich. "Kommt drauf an. Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann ist. Das es viele Frauen und Mädchen gab, die alles für ihn getan hätten. Doch keine hatte ihn jemals richtig interessiert. Bis Jeanne kam. Plötzlich musste er ihr hinterherlaufen, nicht anders rum. Das zu beobachten, war schon amüsant." Grinste Nael. Bei den Gedanken daran, musste auch ich schmunzeln. Ich griff nach meinem Glas und Nael sagte genau in der Sekunde: "Tja und du bist genau wie sie." Ich hielt erschrocken inne. "Nein, nicht so wie du jetzt denkst. Ich meine du bist genauso konsequent. Schmeichelst dich bei niemanden ein. Allein dein benehmen Gott gegenüber beweist das." Jetzt musste ich lachen. "Okay. Ich will dir glauben. Und ich hoffe das du Recht behältst, was Noyn angeht." Entgegnete ich fest. Nael nickte zustimmend. "Schön. Das freut mich. Nun aber zu meinem eigentlichen Grund. Ich habe Gott wegen Noyns verbleib gefragt. Er weiß aber auch nichts genaues, nur das es anscheinend Komplikationen auf dem Weg hierher zurückgegeben haben soll." Ich hielt erschrocken die Luft an. "Oh nein. Hoffentlich ist Noyn - sama nichts passiert!" rief Silk besorgt. Nael zuckte mit den Schultern. "Tja, das hoffe ich auch." Bestätigte er leise.
 

Eine Stunde später machte er sich dann auf den Weg zurück. Allerdings erst nach dem ich ihm mindestens tausendmal versprochen hatte mich vom schwarzen Tor fern zuhalten.
 

Als er das Haus verlassen hatte, schnappte ich mir meine Jeansjacke. "Wo willst du hin?" fragte Silk. "Ins nächste Connvini. Ich muss noch ein paar Besorgungen machen. Willst du mitkommen?" erklärte ich. Der Junge nickte und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg. "Warum bist du eigentlich mitgekommen? Ich dachte du kannst mich nicht ab?" fing ich nun ruhig an. Silk sah verlegen zur Seite und antwortete: "Na ja. Ich glaube du bist gar nicht mal so übel, für ein Menschenmädchen." "Vielen Dank." Bedankte ich mich artig für dieses seltsame Kompliment. "Du bist auch gar nicht so übel, für eine Eidechse." Grinste ich frech. Silk sah mich empört an und rief: "Ich bin ein Drache!" Ich musste lachen. "Reg dich doch nicht gleich so auf. Das war doch bloß ein Witz gewesen." Beruhigte ich ihn. "Sehr witzig." Grummelte der Junge. "Ach so schlimm!" zog ich ihn noch etwas auf und klopfte ihm gutmütig auf die Schulter. Silk blickte mich abschätzend und sagte plötzlich: "Vorsicht!" "Netter Versuch. Glaubst du wirklich, ich...ah... fall auf so einen Trick rein." Beendete ich auf allen vieren den Satz. Denn ich war mit jemand zusammengestoßen.
 

Als ich mich nun zu dieser Person umdrehte, sagte ich zerknirscht: "Oh tut mir leid. Ist alles in Ordnung?" ich richtete mich eiligst auf und wollte ihr aufhelfen, doch die ältere Dame funkelte mich wütend an. "Kannst du nicht aufpassen!" keifte sie. Erschrocken wich ich ein Stück zurück. So das Silk ihr aufhalf. Als sie wieder aufrecht stand, schüttelte sie unwirsch seine Hand ab und klopfte sich den Staub aus den Klamotten. "Entschuldigen, sie bitte nochmals." Bat ich lächelnd. Die Dame gab einen verächtlichen Ton von sich und ging dann mit den Worten weiter: "Diese Jugend von heute. Ist aber auch zu rein gar nichts zu gebrauchen. Absolut unachtsam und rücksichtslos."
 

Silk und ich starrten ihr sprachlos hinterher. "So eine Frechheit. Ich hab mich doch entschuldigt. Alte Schachtel." Regte ich mich tierisch auf. "Irgendwas stimmte bei ihr nicht." Überlegte Silk. "Ja ich weiß auch was. Ihr Oberstübchen." Bemerkte ich trocken. "Nein. Ich mein es ernst. Ich habe einen Dämon gespürt." Widersprach er ungeduldig. "Was!? Na dann. Yeah! Zeit für Kaito Saint! Let's go!!" jubelte ich und tänzelte herum. Silk trat ein paar Schritte zur Seite und sagte den vorübergehenden Passanten, die mich komisch anguckten, mit rotem Kopf: "Bitte gehen sie weiter. Ich gehöre nicht dazu."
 

Später zu Hause, kam Nael herein gestürmt. "Sabrina. Mach dich fertig! Ich habe einen Auftrag für dich." Rief er außer Atem. Ich saß bereits fertig angezogen auf einem der Küchenstühle und spielte mit meinem Kreuz. "Wird aber auch Zeit das du antrabst." Grinste ich. Nael sah mich verblüfft an. "Woher...?" "Lass mich raten. Diesmal ist der Gegenstand einer alten Dame unser Ziel." Meinte ich amüsiert. "Ja eine alte Halskette. Aber...!" "Silk und ich haben sie auf dem Weg zum einkaufen, leider getroffen." Beantwortete ich seine unausgesprochene Frage. "Oh. Na auch gut. Kommst du ich habe die Warnung für zwanzig Uhr geschickt." Ich nickte ihm zu und fragte: "Heißt das, das die Polizei diesmal dabei ist?" "Gut möglich." Antwortete Nael überrascht. "Klingt lustig. Dann wollen wir mal!" lachte ich und flog ein Stück in die Höhe. Der Erzengel sah mir entgeistert hinterher, folgte mir aber dann.
 

Vor einem alten Haus landeten wir auf einem Baum. "So hier ist es. Die Kette müsste im Wohnzimmer liegen." Erklärte Nael. "Okay. Lassen wir den Spaß beginnen. Ich bitte dich Herr. Hilf mir!" bat ich leise und sofort umgab mich ein sanftes Licht. Als es wieder verschwand, stand ich verwandelt vor Nael. "Dann möge die Mission mal beginnen." Sagte ich und sprang vom Baum hinunter. Als ich ins Haus trat, war es dort totenstill. >Irgendwas ist hier faul< dachte ich misstrauisch. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die alte Dame die Polizei nicht gerufen hat." "Ich auch nicht." Sagte plötzlich jemand hinter mir. "Sindbad!" rief ich überrascht. "Tag." Grinste er. "Fehlt nur noch Jeanne." "Die wird nicht kommen." "Was aber warum nicht?" ich war wirklich enttäuscht. "Sie ist verhindert." Sagte er bloß. "Ach, wie schade." Seufzte ich. Sindbad war inzwischen weiter hinein gegangen und rief auf einmal entsetzt nach mir. "Was ist denn?" entgegnete ich überrascht und schaltete das Licht ein. Das Bild was sich mir jetzt bot, ließ mich laut auflachen. Sindbad hat sich in ein Netz aus Bindfäden verheddert und konnte sich nicht mehr befreien. "Hör auf zu lachen, sondern hilf mir lieber." Grummelte er verärgert. Was ich auch dann tat. "Das ist sicherlich auf Miyacos Mist gewachsen." Sagte ich vergnügt, während ich die Fäden mit meinem Schwert durchtrennte. "Hundertprozentig." Stimmte er mir zu. "Aber jetzt komm, das Wohnzimmer ist im ersten Stock." Auf den Treppen wurden wir von einigen Dingen verhindert, die uns entgegen flogen. "Sag mal hat die Frau, zuviel Kevin allein zu Haus geguckt. Das ist ja Lebensgefährlich." Sagte ich perplex. "Bei ihr bleibt man nicht untätig was?" bemerkte Sindbad ironisch.

Im Wohnzimmer, entdeckten wir die Kette auch sofort auf einen kleinem Tisch. Er wollte sofort hinein, doch ich hielt ihn zurück. "Warte. Wer weiß was sie hier für Fallen installiert hat." Sagte ich ernst und setzte meine Spezialbrille auf. "Dacht ich es mir doch. Nylonfäden. Pass auf das du keinen durchtrennst. Sonst gibt es Kaito im Netz." Erklärte ich und deutete auf die Decke. Sindbad nickte und ging dann vorsichtig auf das Schmuckstück zu. Gerade wollte er das Schachmatt setzten, als sich wie von Geisterhand ein Faden löste und das Netz herab sauste. "Sindbad!" rief ich und rannte zu ihm hin. Um das Netz mit meinen Schwert zu durchtrennen. Im selben Augenblick, ging das Licht im Zimmer an und Miyaco, wie auch die Polizisten erschienen auf der Bildfläche. "Okay, ganz schlechtes Timing." Entgegnete ich und war noch entgeisterter als Miyaco rief: "Los schnappt euch Jeanne und Sindbad!"

Doch auch Sindbad hatte mitgedacht und sogleich das Schachmatt gesetzt. "Los lass uns verschwinden." Murmelte ich und schob ihn Richtung Fenster. Davor blieb er ruckartig stehen. "Du willst doch wohl nicht..." begann er zögernd. Ich lächelte nur hinterhältig und nickte. Ehe ich mich noch schnell den Hütern für Gerechtigkeit zuwandte. "Also Tschüß und vielen Dank." Grinste ich keck. "Aber eines muss ich noch loswerden. Mein Name ist Saint nicht Jeanne, also bis irgendwann einmal!" rief ich vergnügt und sprang auf das von Sindbad geöffnete Fenster. Wobei ich ihn mit mir zog. "Also. Gut festhalten." Meinte ich und ließ mich fallen. "Hey bist du verrückt!" schrie und hielt sich stark an mir fest. "Hör auf so zu klammern. Ich muss mein Gleichgewicht halten." Beschwerte ich mich. Sindbad schielte zu Boden und meinte: "Liebe Güte ist as hoch." "Stell dich nicht so an." Spottete ich. "Ich werde dich bei der Wiese dort hinten runter lassen."
 

Als wir dort zu Boden gingen, wollte ich mich sofort wieder verabschieden. Doch er hielt mich zurück. "Danke, dass du mir geholfen hast." Sagte Sindbad. "Wer weiß was sonst passiert wäre." "Kein Problem. Ich sagte doch. Ich handle nur in Gottes Auftrag." Winkte ich lässig ab. "Ich werde mich dafür irgendwann revanchieren." Fuhr er weiter fort. "Tu das. Also bis dann." Lächelte ich und entfernte mich von ihm.
 

Zwei Ecken weiter saß Nael auf einer Bank und wartete auf mich. "Und wie lief es?" fragte er. "Schachmatt ging an Sindbad." Antwortete ich leise und nahm meine Haarspange ab. So gleich trug ich wieder mein Jeans Outfit. "Weißt du genaueres über Jeannes Abwesendheit heute?" ich sah Nael prüfend an. Er nickte. "Ja. Fin wurde entlarvt und Marrons Kreuz ist versteinert." Sagte er ernst. Ich pfiff durch die Zähne. "Wow. Das muss sie ganz schön mitnehmen." Bemerkte ich. "Leider. Aber jetzt kann sie zumindest keinen Schaden mehr anrichten." Erwiderte der Erzengel. "Na ja. Warten wir mal ab, was nun passiert. Man sieht sich." Lächelte er und verschwand.
 

Ich sah auf meine Armbanduhr und stellte fest, dass es gerade erst mal zwanzig vor neun war. Also beschloss ich noch etwas spazieren zugehen. Unbewusst war ich die Straße zu Marrons Wohnblock dem Orleans eingebogen und sah nun automatisch auf die Eingangstür. Und was ich dort sah, ließ mir vor Schreck, das Blut in den Adern gefrieren...
 

To be continued...
 

Ich hoffe es hat euch gefallen. Das ist mein kleines Jahreskapitel. Denn ich habe sie an meinem Geburtstag eröffnet. Aber das nur so neben bei. Nun hoffe ich erstmal wieder auf einige Kommis. Ach ja noch ein bisschen Werbung: Nehmt an meinem Fan-Art Wettbewerb teil. Gibt auch Preise ;-)
 

Bis dann

Urbena

Heimkehr

Abenteuer fürs Leben
 

9. Kapitel
 

Heimkehr
 

Tagchen, da bin ich mal wieder. Mit dem letzten Kapitel der Momokuri-Staff. Danke für die bisherigen Kommis!
 

Ich starrte die beiden Personen auf der anderen Straßenseite sprachlos an. Marron und Noyn standen Arm in Arm vor dem Gebäudeeingang und küssten sich. Plötzlich sah er auf und entdeckte mich. Ein fieses Lächeln trat auf sein Gesicht und meinem Schrecken wich unglaublicher Zorn. Ruckartig drehte ich mich um und marschierte von dannen.
 

Als ich zu Hause ankam, kochte ich vor Wut. Silk kam freudestrahlend auf mich zu und sagte: "Sabrina, du wirst es nicht glauben. N..." "Jetzt nicht!" unterbrach ich ihn barsch und betrat das Wohnzimmer. Wen ich dort vorfand, ließ meine Selbstbeherrschung völlig vergessen. "Du hast vielleicht nerven!" fauchte ich. Noyn drehte sich erstaunt zu mir um und ein Lächeln trat auf sein Gesicht. "Tut mir leid. Aber ich wurde bis gerade eben aufgehalten." Sagte er. Meine Augen verengten sich zu schlitzen, als ich spöttisch erwiderte: "Ja. Ich konnte eben selber sehen wie sehr du aufgehalten wurdest. Und dein tut mir leid kannst du dir schenken." Er sah mich fassungslos an. "Hast du vielleicht mal die Güte mir zu erzählen, wovon du hier redest?" fragte er ernst und kam näher auf mich zu. Ich lachte ironisch auf. "Du bist echt widerlich, mich so was zu fragen. Obwohl du doch selbst ganz gut bescheid weißt. Immerhin hast du mich doch selber vor Marrons Wohnblock gesehen." Meinte ich sarkastisch. "Stimmt, das müsste ich wissen und ich kann mit Verlaub sagen. Das ich bis eben noch beim bösen König festsaß." Entgegnete er verwundert. "Ach, tatsächlich? Seit wann hat der Teufel Marrons Gestalt? Da erzählst du mir jetzt aber echt was Neues. Danke, nun bin ich zumindest um einiges schlauer." Bemerkte ich zynisch. Als ich mich wegdrehen wollte, packte Noyn mich fest am Arm und hielt mich zurück. "Bleib gefälligst hier! Wir sind noch nicht fertig." Sagte er wütend. "Ich bin es echt leid. Mich hier von dir beschuldigen zu lassen. Wo ich noch nicht mal die geringste Ahnung habe wovon du redest." Ich erwiderte seinen zornigen Blick uneingeschüchtert. Obwohl wo jeder andere bei diesem Gesicht, klein bei gegeben hätte. Aber so bin ich nun mal. Bin ich erstmal auch 180 halten mich keine zehn Pferde auf. "Weißt du was? Ich hatte immer gedacht, Marron würde dir nicht trauen. Aber sowie das ganze aussah, ist das Gegenteil wohl eher der Fall. Sowie ihr zusammen geklebt habt. Na ja, allerdings meine Hochachtung. Ihr beide habt mir ein wirklich zauberhaftes Schauspiel abgeliefert. Ich wollte euch sogar noch helfen. Mein Gott, ich hatte mir doch tatsächlich Sorgen gemacht. Lieber Himmel, was bin ich naiv gewesen." Redete ich zum Schluss mehr an mich selbst gerichtet. Und zu allem Überfluss mussten mir nun auch noch die Tränen kommen. Ich wand mein Gesicht weg und starrte zu Boden. "Sabrina, bitte du..." Als Noyn mich so sanft ansprach, riss ich mich noch mal zusammen und entzog ihm meinen Arm. "Lass mich bloß mit deinen Lügen in Ruhe. Ich will nichts mehr mit dir zutun haben." Fauchte ich und funkelte ihn zornig an. "Kleiner Tipp. Such dir lieber jemand anderen zum Spielen. Denn mit mir kannst du das nicht mehr." Schloss ich erschöpft, ehe ich mich umdrehte und in mein altes Zimmer rannte.
 

Dort knallte ich die Tür zu und drehte den Schlüssel herum. Dann ging ich langsam zum Fenster und öffnete es ganz. Ich lehnte mich aufs Fensterbrett und sah hinaus, in die Sternenklare Nacht. Sanft umspielte der Wind meine Haare und mein erhitztes Gesicht. Die kühle Brise fühlte sich wundervoll an und beruhigte mich ein wenig. Ich fühlte mich vollkommen ausgelaugt und fragte mich warum er so etwas tat? Fand er es vielleicht witzig? Mir kamen wieder die Tränen. Aber diesmal nicht aus Wut sondern aus Kummer. Ich verstand ihn einfach nicht und konnte es kaum glauben, dass er so was wirklich getan hatte.

Einige Zeit später schloss ich das Fenster wieder und ging zu Bett. Doch wie bereits erwartet stellte sich der erhoffte Schlaf nicht ein. Ich drehte mich überwiegend nur hin und her. Erst gegen Morgengrauen schlief ich erschöpft ein. Nur um keine drei Stunden später wieder aufzuwachen.

Ich stand zerknautscht auf und schlich aus dem. Zum Glück schien Noyn außer Haus zu sein. So konnte ich schnell duschen und mir frische Kleidung aus dem Schlafzimmer besorgen.
 

Danach ging ich mit einem Schwarzen kurzen Rock, sowie mit einer Rot-Schwarz gestreiften engen Bluse bekleidet in die Küche. Dort saß Silk am Tisch und blickte bekümmert aus der Wäsche. "Morgen." Begrüßte ich ihn freundlich. Silk seufzte nur zur Antwort. "Ich verstehe euch nicht." Sagte er verzweifelt. "Warum redet ihr nicht miteinander? Noyn - sama. Ist heute früh still und vollkommen durcheinander weg gegangen." Ein trauriges Lächeln trat auf mein Gesicht. "Schon gut, Silk. Bald wird bei euch wieder alles seinen gewohnten Lauf nehmen. Ich habe heute Nacht nämlich eine Entscheidung getroffen. Mit der allen geholfen ist." Er sah überrascht auf. "Und was für eine?" Ich sah ihn ernst an. "Nun ich werde nach Hause zurückkehren. Das ist doch wirklich das Beste." Antwortete ich. "Aber..." "Du willst was?" Eine aufgebrachte Stimme, ließ mich zusammen zucken. Langsam drehte ich mich um und schaute ausdruckslos in Noyns Gesicht. Der jetzt auf mich zukam. "Du hast ganz richtig gehört. Ich werde Momokuri verlassen." Entgegnete ich fest. "Ach ja und wie?" fragte er gespannt. Ich lächelte ironisch. "Nichts leichter als das. Ich werde das schwarze Tor benutzen. Durch einen Zufall war ich gestern in dem mir verbotenen Zimmer." Antwortete ich leichthin. So als wäre das eine Kleinigkeit. "Du warst was?!" Noyn konnte es nicht fassen. "Na gut. Wie dem auch sei. Ich werde nicht zu lassen das du gehst." Silk schlich während unseres Gesprächs leise aus der Küche. Ich sah ihm kurz nach, dann wand ich mich wieder Noyn zu. "Ach und wie willst du mich aufhalten? Willst du mich einsperren?" bemerkte ich spöttisch. "Das könnte ich niemals machen." Entgegnete er sanft und streckte eine Hand nach meiner aus. Doch ich wich ein Stück zurück und erwiderte spitz: "Sieh an. Das kannst du nicht, aber mich belügen und betrügen kannst du! Wunderbar, jetzt weiß ich zumindest woran ich bin. Ich muss echt bescheuert gewesen sein, zu glauben das sich ein Dämon ändern kann." Noyn blickte mich stumm an, was ich als Kapitulation interpretierte. "Ich hätte wissen müssen. Das so eine Beziehung von Anfang an zum scheitern verurteilt ist. Ich hätte mir einiges erspart." Flüsterte ich betrübt. "Sa..." er wollte irgendwas sagen, doch ich schüttelte nur den Kopf und fasste nach meinen linken Ringfinger. Dann streifte ich den Verlobungsring ab. Eigentlich wollte ich ihn Noyn in die Hand geben, doch machte dieser keine Anstalten ihn abzunehmen. So legte ich den Ring auf den Küchentisch und drehte mich Richtung Tür. "Also dann Leb wohl, Noyn." Sagte ich so ruhig wie möglich, ehe ich los rannte. Mich nicht umdrehend. Ich hatte Angst, vielleicht doch noch an meinem Entschluss zu zweifeln. Aber dann fiel mir der Grund für mein gehen wieder ein und damit auch der Schmerz. Das gab mir den letzten Ruck um ins Zimmer, mit dem Spiegel zu treten.
 

Dies hatte bereits die Pforte in meine Welt geöffnet. "Ich habe gewusst, dass du wieder kommst." begrüßte es mich. "Wie schön für dich." Grummelte ich. Das Tor ignorierte meine bissige Bemerkung und sagte: "Bitte, tritt ein. Dann bist du wieder daheim. Und lässt alles hier hinter dir." Dieser Satz verursachte mir einen Stich in der Brust. Das war mir noch gar nicht bewusst gewesen. Natürlich, ich würde keinen von ihnen hier jemals wieder sehen. Alle die ich gelernt hatte, gern zu haben. Trotz dieser kurzen Zeit. Ich schüttelte heftig den Kopf. NEIN! So durfte ich nicht denken. Egal, wie sehr ich alle mochte. Ich gehörte doch nicht mal hierher. Meine Welt war hinter dieser Wand. Ich riss mich zusammen und trat in die Spiegelung hinein.
 

Plötzlich spürte ich einen festen Griff um mein Handgelenk. Ich wand mich halb um und sah erschrocken in Noyns Gesicht. "Was... Warum?" stammelte ich aufgeregt. "Nun ich habe dir doch mal gesagt. Wenn du gehst, werde ich dich begleiten." Lächelte er triumphierend. Ich konnte es nicht glauben und im selben Augenblick umgab uns wieder derselbe Sog, der mich nach Momokuri gebracht hatte. Noyn zog mich fester an sich und auf einmal bekam ich nichts mehr mit...
 

To be continued...
 

Hiermit erkläre ich die Momokuri-Staff für beendet. Ab dem nächsten Kapitel spielt alles in unserer Welt. Die einige neue, aber auch alte Charaktere mit einbezieht. Das heißt es wird auch ein paar neue Chara-beschreibungen geben müssen. Mal sehen. Ach ja dies ist das kürzeste Kapitel beider Staffeln.
 

Urbena

Wiedersehen mit der Familie

Abenteuer fürs Leben
 

10. Kapitel
 

Wiedersehen mit der Familie
 

Hallo, Sorry fürs lange warten. Aber ich habe eine neue Story begonnen zu Yu-Gi-Oh. Deswegen dauert' s ab jetzt immer etwas länger. Ich weiß nicht gerade intelligent, mit mehreren Geschichten gleichzeitig zu beginnen. Aber die kam mir einfach in den Sinn. Also muss ich sie sofort aufschreiben. ^.^ Doch nun viel Spaß, beim lesen!!!
 

"Aua." Ich öffnete zaghaft die Augen und spürte das grobe Material eines Teppichs unter meinen Händen. Als ich aufsah, bemerkte ich, dass es meiner war und dass ich neben dem Bett lag. Anscheinend war ich von dort herunter gefallen. Vorsichtig stand ich auf und stützte mich an der Bettkante ab, da mir ziemlich schwindelig wurde. Dann ging mein Blick durchs Zimmer, wobei ich erfreut feststellte dass es hundertprozentig meins war. Schließlich blieben meine Augen auf dem Anblick im Spiegel hängen. Ich sah wieder wie ich selber aus. Am liebsten hätte ich vor Erleichterung geweint. Denn egal wie hübsch Jeanne war, ich war doch lieber ich selber. Plötzlich bemerkte ich eine träge Bewegung hinter mir und drehte mich ruckartig um. Überrascht riss ich die Augen auf. "Noyn!" rief ich erstaunt. Langsam öffnete er die Augen und lächelte zufrieden, als er mich erkannte. "Na. Hab ich es nicht gesagt? Wenn du gehst, begleite ich dich." Sprachlos ließ ich mich aufs Bett plumpsen. "Wie ist das möglich?" Sanft berührte er mein Gesicht und meinte: "Das ist doch egal. Hauptsache ich bin bei dir." Meine verdutzen grauen Zellen begannen langsam wieder zu arbeiten und ich sprang hastig auf. "DAS ist ja das Problem!" rief ich entgeistert. "Ich bin doch extra hierher zurück, nur um dich nicht mehr bei mir zu haben. Also warum bist du mir gefolgt? Wir haben uns doch alles gesagt!" Noyn war ebenfalls aufgestanden und kam nun auf mich zu, während er widersprach: "Eben nicht. Du hast mir nur Vorwürfe gemacht. Aber mich verteidigen oder überhaupt etwas dazusagen konnte ich gar nicht." "Wozu auch?! War doch ziemlich eindeutig." Entgegnete ich spitz und wand ihm den Rücken zu, ehe ich fort fuhr. "Und jetzt wäre es mir sehr genehm, wenn du wieder gehen würdest." "Das kann ich mir gut vorstellen. Aber vergiss es!" erwiderte er trocken, während er nach meinen rechten Oberarm griff und scharf zu sich herum drehte. "Hey! Lass mich sofort los!" rief ich empört aus und versuchte mich aus seiner Hand zu befreien. Was Noyn aber nur dazu veranlasste, nach meinen anderen Arm zu packen. "Ich denk gar nicht daran. Ich lass dich erst frei, wenn du mir zu hörst." Sagte er jetzt ebenfalls wütend. "Kein Interesse!" fauchte ich. Dann sahen wir uns beide schweigend und zornig an.
 

Im selben Moment öffnete sich meine Zimmertür und Noyn ließ mich sofort los. Das nächste was ich spürte waren zwei Arme, die mich an sich drückten. "Sabrina, du bist wieder da! Mann, bin ich froh!" rief meine g. S. erleichtert aus. "J...Julia. Ist ja gut. Lass los, du erdrückst mich!" entgegnete ich erschrocken. Langsam löste sie sich von mir und ihr standen Tränen in den Augen. "Ich hab dich so vermisst. Wo bist du bloß gewesen?" fragte sie schluchzend. "Ähm. Das ist eine lange Geschichte." Wich ich nervös aus. Plötzlich fiel der Blick meiner Schwester auf die Person neben mir. "Huch. Wer ist denn das?" Julia sah mich überrascht an. Doch noch bevor ich irgendetwas sagen konnte, kam mir Noyn zuvor. "Ich bin ihr verlobter." Stellte er sich mit gewinnendem Lächeln vor und legte lässig den Arm um meine Schulter. "Ihr was?!" Julia starrte uns ungläubig an. Ich wollte schon widersprechen, doch der Druck seiner Finger in meine Haut und sein warnender Blick, veranlassten mich dazu zu schweigen. > Na warte < dachte ich finster. "Ihr Verlobter? A...aber, das ist ja...Das ist ja fantastisch. Gratuliere Sabrina. Wer hätte das gedacht. Ja ja. Stille Wasser sind eben tief, nicht?!" lachte meine Schwester vergnügt.

Mir fehlten die Worte, denn ich hatte mit jeder Reaktion gerechnet, aber garantiert nicht mit dieser. "Meine Güte. Dinge gibt's. Nun sollte ich mich aber auch mal vorstellen. Ich Julia Sabrinas ältere Schwester." Fuhr sie an Noyn gewand fort. Dieser stellte sich ebenfalls vor und fügte hinzu: "Tut mir leid, wenn wir sie geschockt haben sollten." "I-wo. Ich bin begeistert. Aber warum duzen wir uns nicht. Sind doch praktisch eine Familie." Schlug Julia vor. Worauf er lächelnd einging. Ich starrte die vollkommen perplex an. "Entschuldigt mich mal bitte." Bat ich leise und rannte die Treppen hinunter. Ich riss die Haustür auf und schaute aufs Namensschild. 'Terrell/ Belden' stand dort in großen goldenen Buchstaben auf schwarzen Hintergrund. Ich war also doch im richtigen Haus.
 

Aber was war passiert? Hatte meine Schwester Drogen genommen? War doch sonst nie für irgendwas zu begeistern. Schon gar nicht, wenn ich dabei eine Rolle spielte.

"Hey, wen haben wir denn da? Na, wieder zu Hause!" erklang auf einmal, mir eine wohlbekannte Stimme. Ich wand mich dem Besucher zu und begrüßte ihn: "Hallo Patrick. Sieht wohl so aus, hm?" "Klingt nicht gerade erfreut." Bemerkte er lächelnd. "Wärst du an meiner Stelle auch nicht." Erwiderte ich trocken. "Ach komm schon. Kopf hoch. Bist doch sonst auch nicht, so schnell klein zu kriegen." Sagte Patrick amüsiert. "Klar. Bisher ist mir das hier auch noch nie passiert." Grummelte ich und trat dann vor ihm, wieder ins Haus.
 

Im Flur kamen gerade Julia und Noyn die Stufen hinunter. Beide in ihrer Unterhaltung vertieft. Als Julia ihren Freund hinter mir entdeckte, rief sie erfreut: "Ach, wie praktisch. Hallo Schatz, darf ich dir Sabrinas Verlobten vorstellen? Noyn, das ist mein Freund Patrick." Patrick sah mich erstaunt an und ich verdrehte genervt die Augen. Was sollte ich auch sagen, Widerspruch wäre zwecklos, hörte mir eh keiner zu.

Nachdem sich die beiden Männer begrüßt hatten, gingen wir alle vier zusammen ins Wohnzimmer. Das die eine hälfte des unteren Hauses einnahm. Den Boden belegte ein helles Laminat und die Möbel bestanden aus schwerer Eiche. Vor der Terrassentür stand der große Esstisch mit sechs Stühlen. An der Außenwand vor dem Zimmereingang, stand der, meiner Meinung nach, viel zu wuchtige Wohnzimmerschrank. Ein Stück vor den Fenstern, die zur Straße zeigten, befanden sich der Fernseher und davor die schwarze Ledersitzgarnitur. Vor der Widerrum ein beiger Perserteppich lag.
 

Auf diese Ledercouchen setzten wir uns nun. Julia und Patrick mit den Rücken zum Schrank, Noyn und ich ihnen gegenüber. Die drei unterhielten sich prächtig. Anscheinend schien es hier, überhaupt niemanden zu kratzen, dass ich mich zur Verlobung noch rein gar nicht geäußert hatte. Welche unter anderen, wenn es nach mir ging, nicht mehr bestand. So schwieg ich schmollend. Ab und zu, warf Noyn mir ein verschmitztes Lächeln zu. Das ich wütend ignorierte. Ich war ziemlich eingeschnappt, dass er es geschafft hatte. Meine Schwester und ihren Freund schon für sich zu gewinnen.
 

Nach einiger Zeit begaben Julia und ich uns in die Küche. Die ebenfalls dunkel und in alt rustikal eingerichtet war. "Ich glaub es noch immer nicht." Begann meine Schwester fröhlich, wobei sie die Zutaten fürs Essen hervorholte. "Du bist echt unheimlich. Erst hast du gar keinen Freund. Dann verschwindest du einfach und tauchst mit einem Verlobten wieder auf. Der sieht dann auch noch total süß aus, eine richtige Sahneschnitte. Lieber Himmel, das muss doch ein Traum sein." Redete sie vergnügt weiter. "Ich wünschte es wäre einer." Knurrte ich und knallte das Geschirr, etwas heftiger auf die Arbeitsfläche. Julia sah mich erstaunt an. "Hey, das klingt aber gar nicht glücklich. Habt ihr irgendwelche Probleme?" Ich hielt in der Bewegung inne und blickte sie betrübt an. Erst wollte ich die ganze Wahrheit sagen, schüttelte aber schließlich den Kopf. "Nein. Nichts was nicht zu lösen wäre." Antwortete ich ehrlich. "Das beruhigt mich. Ich will doch schließlich, das meine kleine Schwester glücklich wird." Entgegnete sie erleichtert. "Aber jetzt erzähl mal, wo du ihn kennen gelernt hast." "Im Auto."

"Du bist bei einem Bekannten mitgefahren? War er auch drinnen?"

"Nein, wir waren allein?"

"Wie bitte?! Soll das heißen, du bist zu einem Fremden in den Wagen gestiegen?" Julia war ehrlich entsetzt. "Nein." Erwiderte ich nur und ging mit dem Geschirr beladen Tablett hinaus. Meine Schwester ließ ich verwirrt stehen.
 

Im Wohnzimmer saßen Noyn und Patrick auf der Couch und schauten sich Fotos aus Julias und meiner Kindheit an. Als sie mich bemerkten, standen sie auf. Patrick um seiner Freundin in der Küche zu helfen. Noyn, um mir das Tablett abzunehmen. "Gib mir das mal Liebling." Lächelte er unschuldig. Ich sah ihn ärgerlich an und zischte: "Dein Liebling kannst du dir sonst wohin stecken. Eins kannst du mir glauben. Das hier wird noch seine Folgen haben." Er beugte sich zu mir und gab mir einen Federleichten Kuss auf die Lippen. "Stimmt." Gab er zu. "Und ich weiß auch woraus die bestehen. Nämlich das du und ich vor dem Traualtar stehen." Ich zog in gespielten erstaunen eine Augenbraue nach oben und erwiderte ironisch: "Tatsächlich? Das wüsste ich aber."
 

Beim Essen war ich weiterhin äußerst missgestimmt. Seit ich zurück war. Lief aber auch einfach alles in die falsche Richtung. Nachdem wir uns eine Zeitlang über Gott und die Welt unterhalten hatten. Fragte Patrick plötzlich: "Jetzt würde mich aber interessieren, wo ihr die ganze Zeit wart und wo ihr euch kennen gelernt habt?" "Mich auch." Fügte Julia hinzu. "Sabrina hat mir in der Küche zwar schon etwas erzählt. Aber wirklich schlau bin ich nicht daraus geworden." Noyn und ich sahen uns fragend an. Sollten wir den beiden die Wahrheit sagen? Am Ende nickten wir beide zu stimmend. Vielleicht konnten sie uns hier helfen.

" Na gut, wir werden es euch verraten. Wenn ihr versprecht, es für euch zu behalten." Sagte ich ernst. Julia und Patrick nickten verwundert. Dann begannen Noyn und ich abwechselnd zu berichten. Wobei wir die privaten und gefährlichsten Dinge ausließen.
 

"WOW!" Patrick und meine Schwester waren gleichermaßen verblüfft, als wir fertig mir erzählen waren. "Und das ist echt alles wahr?" hakte Julia misstrauisch nach. "Welchen Grund sollten wir haben uns das auszudenken?" stellte ich sarkastisch die Gegenfrage. "Stimmt auch wieder." Gab sie zu.

"Und was habt ihr jetzt geplant? Wie soll es nun weitergehen?" fragte Patrick. Ich zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung." Entgegnete ich ratlos. > Ja, denn eigentlich, sollte Noyn gar nicht hier sein. < dachte ich noch verärgert. "Eins ist sicher Noyn. Wir müssen eine Unterkunft für dich finden. Das du hier bleibst, ist schlicht weg unmöglich. Thorsten, unser Stiefvater, würde dich umbringen." Sagte Julia ernst. "Das ist wohl wahr. Wo wir schon bei denen sind. Wo sind Mutter, er und Andre überhaupt?" fragte ich nun. "Andre ist beim Kendounterricht und Mutter ist mit Thorsten vor zwei Wochen und für den Rest der Ferien zu Verwandten nach Sizilien." Antwortete Julia. Ich lehnte mich nicht sehr überrascht in meinem Stuhl zurück und entgegnete zynisch: "Sieh an. Mein verschwinden, muss sie ja wirklich verrückt gemacht haben vor Sorge." Darauf erwiderte sie nichts, was auch nicht Notwendig gewesen wäre. Denn ihr Gesicht sprach Bände. "Ist ja auch egal." Behauptete ich schließlich trocken. "Bin selbst froh, wenn ich den Alten nicht sehen muss. Allerdings ist unser Problem damit noch immer nicht gelöst. Denn da Bruderherz...." Das letzte Wort betonte ich extra. "...Nicht dabei ist. Kannst du nicht mal vorläufig hier bleiben. Dieser Knirps würde uns sofort verraten." Fügte ich dann noch finster hinzu. Worauf ein nachdenkliches Schweigen eintrat.

"Vielleicht kann ich doch helfen." Sagte Patrick in die Stille hinein. Wir anderen drei sahen ihn, erwartungsvoll an. "Wirklich? Das wäre einmalig." Lächelte ich hoffnungsvoll. Er nickte. Ja, er kann in meinem Haus wohnen. Ich selbst muss nämlich auch ab nächster Woche zu meinen nach Ägypten. Das würde bedeuten das er das Haus auch lange Zeit für sich allein hätte." Erklärte Patrick. "Und das macht dir rein gar nichts aus?" Noyn sah ihn ernst an. "Kein Stück. Es wäre sogar eine unglaubliche Erleichterung für mich. Ich liebe das Haus und würde es ungern leer stehen lassen oder gar an wildfremde Personen vermieten." Erwiderte er lächelnd. "Du würdest mir also glatt einen gefallen tun." "Okay, dann vielen Dank." Sagte Noyn erleichtert. Ich setzte dem ganzen noch eins drauf und rief glücklich: "Auch von mir, vielen Dank. Du bist unser Retter Patrick!" Lachte ich und fiel Julias Freund um den Hals.
 

Kurz darauf regelten Noyn und er alles Notwendige und Noyn erhielt einen Zweitschlüssel.

Danach wollten Julia und Patrick spazieren gehen, wohl auch um über seine Rückkehr nach Kairo zu reden.
 

Also standen Noyn und ich uns jetzt alleine gegenüber. Plötzlich kam meine ganze Wut, die ich bis dahin ganz gut unterdrückt hatte, wieder hoch. "Und was willst du noch hier? Verschwinde bloß, wohin auch immer. Ich will dich nie mehr wieder sehen." Sagte ich zornig. "Ich gehe nirgendwohin. Zumindest nicht, bis du mir zu gehört hast." Widersprach Noyn ruhig. Ich atmete tief durch, dann bewegte ich mich langsam zur Couch und setzte mich mit überkreuzten Beinen hin, ehe ich meinte: "Von mir aus. Los red schon. Aber erwarte ja nicht, dass ich dir glaube. Denn egal was du sagst, es ändert nichts mehr an unsrer jetzigen Situation." "Das glaube ich weniger." Behauptete er und setzte sich neben mich. So das ich mich unwillkürlich versteifte. "Ich verstehe ja, dass du verletzt bist. Aber du musst mir bitte glauben. Ich bin es nicht gewesen, der dort stand. Ich wurde beim Teufel festgehalten und erst kurz bevor du heimkamst frei gelassen." Erklärte Noyn ernst. Ich sah ihn abschätzend an. "Was für eine niedliche Story." Bemerkte ich spöttisch und blickte wieder auf meine Knie. Auf einmal packte er mich hart an den Schultern und zwang mich so ihn anzusehen. "Verdammt noch mal Sabrina. Es ist die Wahrheit. Willst du wissen, was dort passiert ist?" schrie er mich wütend an. "Als ich dort unten festsaß, sagte der böse König. Das ihn niemand jemals unbestraft hintergehen würde. Er würde schon dafür sorgen, dass ich mich ihm wieder zuwende. Als ich ihn fragte, wie er das anstellen wolle, meinte er nur. Das das ganz leicht wäre. Er würde dafür sorgen, dass wir uns nie wieder sehen, oder dass du mir zumindest nie wieder vertrauen würdest. Das du mich verabscheuen und meiden würdest. Ich habe ihm immer wieder gesagt, das er unser vertrauen zueinander unterschätze, das es ihm nie gelingen würde uns zu trennen. Aber anscheinend habe ich mich geirrt. Wie es aussieht habe ich dein Vertrauen, an mich überschätzt." Schloss er seine Rede enttäuscht. Ich war unmerklich zusammengezuckt und biss mir unwohl auf die Unterlippe. Wenn es wahr war, was er da eben gesagt hatte, wer... "Wer war es aber denn dann?" fragte ich leise. "Ich habe da schon so eine Ahnung. Ich bin mir aber nicht sicher. Bitte, du musst mir glauben. Ich würde dir niemals so wehtun." Antwortete er fast schon flehend.
 

"Wenn du wüsstest, wie gern ich es würde. Aber ich kann nicht. Außerdem, selbst wenn du die Wahrheit sagst. Es würde sich doch nie wirklich etwas ändern. Wir könnten uns niemals wirklich vertrauen. Deswegen vergessen wir das ganze jetzt einfach, okay?" sagte ich so gefasst wie möglich und löste mich von ihm. Dann stand ich auf, trat ein paar Schritte weiter weg und drehte mich schließlich wieder zu ihm um. Ehe ich mit gespielter guter Laune meinte: "Genau. Um ganz ehrlich zu sein, bin ich sogar ganz froh wieder ungebunden zu sein. Denn für eine ewig währende Bindung, bin ich wohl doch noch etwas zu jung." Noyn erhob sich ebenfalls und kam wieder auf mich zu, dabei sagte er: "Lügnerin. Warum hast du dich denn nicht zur Wehr gesetzt, als ich behauptet hatte, dein Verlobter zu sein?" "Hatte ich dafür vielleicht irgendeine Chance!" entgegnete ich ärgerlich. "Aber sicher doch. Sogar jede Menge." Bemerkte er lächelnd. Ich wandte mein rot angelaufenes Gesicht verlegen zur Seite. Wieso schaffte er es immer wieder, ein Kommentar oder eine Antwort auf meine Worte zu finden? Es war wie verhext.
 

Vorsichtig zog er mich in seine Arme und diesmal ließ ich es zu. Denn eigentlich hatte er Recht, ich wollte ihn niemals wirklich verlieren. "Na schön, du hast gewonnen." Gab ich seufzend auf. "Ich will dir noch einmal vertrauen. Doch sollte ich herausfinden, dass du es doch warst. Dann gnade dir Gott." Fügte ich ernsthaft hinzu. Sanft hob er mein Kinn an und sah mir in die Augen. "Ich schwöre dir bei allem was mir heilig ist. Ich habe dich und ich werde dich niemals hintergehen." Sagte er fest. "Okay, ich werde dich bei Gelegenheit daran erinnern." Flüsterte ich lächelnd. "Eine Frage noch. Trägst du den Ring wieder?" fragte er zaghaft. Ich nickte einverstanden und hielt ihn meine rechte Hand hin. Die er überrascht ansah. "In Deutschland nimmt man die rechte Hand. Das müsstest du doch wissen." Grinste ich verschmitzt. Kopfschüttelnd nahm er sie und steckte den Ring an meinen rechten Ringfinger. Dann wechselte er seinen eigenen um, ehe er lächelnd mit seiner rechten nach meiner rechten Hand fasste und sagte: "Jetzt gehören wir auch symbolisch wieder zusammen." Ich musste kurz über den Ausdruck kichern, bevor ich zufrieden meinte: "Ja, sieht so aus als hättest du Recht gehabt. Nichts bringt uns auf ewig auseinander." Doch während ich diese Worte aussprach, sollte ich schon sehr bald merken, wie sehr ich mich irrte...
 

To be continued...
 

Hier ist Feierabend, und bis zum nächsten Kapitel wird auch wieder ne Weile dauern. Ich versuche jetzt immer ein paar Kapitel schon mal im Voraus zuschreiben, damit ich sie in regelmäßigen Abständen veröffentlichen kann, denn per Handschrift bin ich bereits bei Kapitel 16. Aber naja, das dauert halt so seine Zeit. *seufz*
 

Also bis dann

Urbena

Dem Feind ganz nahe?

Abenteuer fürs Leben
 

11. Kapitel
 

Dem Feind ganz nahe?
 

Hallöchen, da bin ich auch jetzt endlich mit meinem nächsten Kapitel! Viel Spaß!!
 

Unauffällig sah ich auf die Wanduhr. "Oje. Komm ich bring dich zu Patricks Haus." Sagte ich eilig. Noyn sah mich überrumpelt an. "Was ist denn los?" "Mein super Bruder kommt in zwanzig Minuten nach Hause und im Moment verspür ich echt kein Verlangen danach ihn zu sehen, oder gar den Rest des Tages mit ihm zu verbringen." Antwortete ich düster. "Okay." Lächelte er und kurz darauf machten wir uns auf den Weg.
 

Während des gesamten Weges schwiegen wir uns genügte die Gegenwart des jeweils anderen. Bis wir schließlich vor einem imposanten Einfamilienhaus stehen blieben. "So da wären wir." Verkündete ich grinsend, da Noyn ziemlich verblüfft war. "Eine Frage. Hatte er nicht gesagt, er sei Student?" fragte er vorsichtig nach. "Doch schon." Antwortete ich und betrat dann hinter ihn das Haus. "Aber sein Vater hat dieses Haus gekauft. Und das ist für den wirklich ein Zuckerschlecken." Auf den überraschten Blick Noyns hin, fuhr ich fort: "Nun ja, du musst wissen. Patrick ist Ägyptischerdeutschamerikaner. Das heißt sein Vater ist Ägypter und seine Mutter Deutschamerikanerin. Seine Eltern leben in Kairo, das kommt daher, weil sein Vater ein hohes Tier da unten ist und einige Ölquellen besitzt. Seine Mutter ist Archäologin, mit Spezialgebiet ägyptische Geschichte und derzeit im Tal der Könige tätig." "Und warum ist er dann allein hier oben?" Noyn sah mich erstaunt an. "Sein Vater wollte es wohl so. Weiß auch nicht warum. Wo die Uni hier in Flensburg nun wirklich nicht der Hammer ist." Erwiderte ich Achselzuckend. "Aha und jetzt soll er zurück." Sagte er ernst. "Scheint so. Bin mal gespannt, was mir Julia erzählen wird." Entgegnete ich und sah Noyn überrascht an. "Ist noch was?" Er schüttelte leicht den Kopf. "Nein, nein. Ich wundere mich nur wie gut du bescheid weißt. Man könnte meinen du wärst seine Freundin." Lachte er. Darüber musste ich auch lachen.
 

Als ich drei Stunden später wieder nach Hause kam. War Julia noch nicht zurück. > Muss wohl was verdammt ernstes sein < überlegte ich besorgt, während ich die Treppe hochging. Dabei musste ich auch am Zimmer meines Bruders vorbei. Die Tür stand, wie ich es in Erinnerung hatte, mal wieder sperrangelweit auf. Ich sah hinein. Vor meinen Augen spielte sich, dass mir ach so gewohnte Bild ab. Andre saß vor der Mattscheibe und spielte mit seiner X-Box. Natürlich wieder ein Kampfspiel. "Sag bloß du bist wieder da." Sagte er plötzlich und stellte sein Spiel auf Pause. Ich sah ihn spöttisch an, als er aufstand und auf mich zukam. Mein Bruder hatte kurze Aschblonde Haare und Graugrüne Augen. Zwar war er noch ein Stück kleine als ich, aber wenn er zu schlug. Ging man besser in Deckung und ich rede aus Erfahrung. Als er nun mit seinem schwarzen T-Shirt und seinen viel zu weiten Buggyhosen, in dessen Taschen seine Hände steckten, vor mir stehen blieb, bemerkte er herablassend: "Mann! Mit dir hätte ich jetzt echt nicht mehr gerechnet. Dachte du hättest dich längst verzogen und zwar für immer. Nun hast du mir meine Hoffnung auf ein zweites Zimmer zerstört." Ich grinste schräg, als ich ironisch erwiderte: "Das tut mir aber jetzt leid." "Das sollte es aber auch. Was willst du hier überhaupt? Glaub es mir, wir waren alle so froh, als du verschwunden warst." Sagte Andre mit einem fiesen Grinsen im Gesicht. "Glaub ich dir glatt. Aber vielleicht, bin ich gerade deswegen wieder hier?" lächelte ich tückisch und ließ ihn dann alleine stehen, um in mein Zimmer zu gehen.
 

Es war spät am Abend, als jemand an meine Tür klopfte. "Ja?" fragte ich und meine Schwester kam rein. Ihr Gesicht wirkte verweint. "Nanu? Was ist denn passiert?" ich sah sie verwundert a und klappte mein Buch zu, indem ich bis eben gelesen hatte. Julia setzte sich langsam auf meinen Schreibtischstuhl und begann: "Patrick kommt nie mehr zurück." "Wie kommst du denn darauf?" ich war ehrlich überrascht. "Ich weiß es einfach. Willst du wissen, warum er nach Ägypten soll?" Ich schwieg, da die Antwort eh sofort folgen würde. "Er soll dort, die Tochter eines befreundeten Ölmagnaten heiraten. Kannst du dir das vorstellen? Heiraten, und dann ist das Mädchen gerade mal 15. Das ist doch völlig pervers!"

"Das kannst du laut sagen. Ich dachte immer seine Eltern wären Modern eingestellt." Stimmte ich ihr entsetzt zu. "Das dachte er auch. Deswegen haben wir ja auch schon Pläne geschmiedet, was wir alles in Zukunft tun wollten. Zusammen ziehen, heiraten..."schluchzte Julia. "Aber daraus wird jetzt wohl niemals was werden. Sieht ganz so aus, als müsste ich unser Kind allein aufziehen." Lächelte sie gequält. "Ja, wahr..." ich stockte mitten im Wort. "Wie bitte!? Kind? Soll das heißen, du bist schwanger?" Mir fielen beinahe die Augen aus dem Kopf. Meine Schwester nickte nun und streichelte liebevoll über ihren noch nicht vorhandenen Bauch. "Ja. In der elften Woche." Erwiderte sie und ihre Augen glitzerten glücklich. "WOW. Ich bin echt baff. Das ist ja noch eine Spur heftiger als meine Verlobung." Sagte ich verblüfft. "Ich sehe das anders. Wer kann schon von sich sagen, mit einem über 500 Jahre alten Dämonenritter verlobt zu sein? Hm?" "Stimmt. Da gibt es nicht viele. Um genau zu sein, außer mir keinen." Überlegte ich. "Bingo. Und 19 jährige Schwangere sind heutzutage nun wirklich nichts Besonderes mehr." Meinte Julia. "Wohl nicht. Ach ja, weiß Patrick davon?" fragte ich neugierig. "Nein und so soll es auch vorerst bleiben. Ich will nicht dass sich Patrick nachher Sorgen macht. Bitte versprich mir, dass du ihm nichts sagst." Bat sie mich flehentlich. Ich atmete tief durch, ehe ich antwortete: "Du weißt das ich nicht gerade begeistert davon bin. Aber gut, weil du es bist. Ich verrate nichts." Julia lächelte erleichtert. "Danke. Das vergess dir nie. Also dann, Gute Nacht." meinte sie und verließ mein Zimmer.
 

In dieser Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Ich stand vor dem Familienanwesen meines leiblichen Vaters. Die Wolken hatten sich unheimlich verfinstert, Blitze zuckten die Stimmung war einfach erdrückend. Ich ging vorsichtig weiter, die Auffahrt hinauf, auf einmal bemerkte ich den Schein eines Feuers. Ich ging schneller, nein, ich rannte. Als ich näher dran war und erkannte was es mit dem Feuer auf sich hatte, wachte ich Klitsche klatsche Nass auf. Die Sonne schien durch die dünnen, Beigen Vorhänge ins Zimmer und prophezeite einen weiteren heißen Sommertag.

Ich stand also gleich auf, ging Duschen und zog mir danach eine 7/8 Jeans und ein gelbgrünes T-Shirt mit der Aufschrift 'Brasil' an.
 

Dann lief ich hinunter in die Küche. Wo bereits Julia und Andre vor ihren Korn Flakes saßen und frühstückten. "Morgen!" begrüßte ich die zwei. Ein gutgelauntes 'Morning' und ein gegrummeltes 'Hi' folgten ihrerseits.

Ich ging zum Küchenschrank und holte mir einen Becher raus. "Ist das alles?" fragte meine Schwester missbilligend. Als ich mich mit meinem Kaffee an den Tisch setzte. "Nein. Ich gehe nachher gleich mit Noyn frühstücken." Erklärte ich und schielte zu Andrè. Der sah kurz zu mir und vertiefte sich dann wieder in sein Magazin über Computerspiele. "Ach so. Dann ist gut. Ich bin auch gleich weg. Patrick und ich wollen unsere letzten Tage bis zu seiner Abreise gemeinsam verbringen." Kündigte Julia an. "Okay." "Ich bin auch nachher weg. Mein Kumpel und ich wollen sehen, was so in der City los ist." Meinte unser Halbbruder nun. Ich nickte bloß und Julia entgegnete: "Mach das. Aber vergiss nicht wieder, deinen Schlüssel." "Wie käme ich dazu." Erwiderte er spitz.
 

Kurz darauf brach Julia auf und dann wollte auch Andrè los. An der Haustür blieb er noch mal stehen. "Ach so ja. Sabrina. Ein kleiner Tipp. Trenn dich von Noyn, bevor es zu spät ist." Sagte er hart. Ich sah ihn geschockt an. "Wovon redest du?" fragte ich nervös. Seine Augen starrten mich eiskalt an, während er antwortete: "Ich weiß, ihr wollt zusammen glücklich werden. Aber ich warne dich. Lass dich nicht weiter mit ihm ein. Sonst sehen wir uns gezwungen, seine Existenz auszulöschen." "Wer bist du?" fragte ich nun entsetzt. "Wer bist du? Das du es wagst mir Vorschriften zumachen!" Sein Lächeln, welches nun auf sein Gesicht trat, glich dem des schwarzen Tores bis aufs letzte. Ich zuckte unfreiwillig zusammen, als er nun meinte: "Das erfährst du noch früh genug. Aber bis dahin, solltest du besser auf mich hören. Doch solltest du es nicht, ja, solltest du dich sogar noch weiter auf ihn einlassen. Wirst du mehr als nur ihn verlieren." Schloss Andrè kalt und verschwand aus dem Haus.
 

Ich fiel zitternd auf die Knie. Mir war unglaublich kalt, trotz der sommerlichen Wärme. Was war das bloß für ein Junge, das war doch kein gewöhnliches Kind, oder schien nur mir das so?
 

Einige Minuten später, traf ich mich mit Noyn vor Patricks Haus. "Guten Morgen, Liebling!" begrüßte er mich lächelnd. Ich lächelte scheu zurück. "Hallo." Erwiderte ich kurz. "Tut mir leid, wenn ich das sage. Aber du bist ganz schön blass. Geht's dir nicht gut?" fragte er besorgt. "Nein, nein. Alles okay. Ich habe nur schlecht geschlafen." Antwortete ich und küsste ich auf die Wange. "Außerdem habe ich Hunger. Kommst du?" grinste ich und zog ihm am Arm, mit mir mit.

Nun lachte er erleichtert. "Also gut. Dann wollen wir mal." Meinte Noyn und nahm meine Hand, während wir zur Bushaltestelle gingen.
 

Im Restaurant schaute ich abwesend aus dem Fenster. Das ganze kam mir äußerst suspekt vor. Was Andrè da gesagt hatte, klang kein Stück wie die Wortwahl eines 14 jährigen. Aber wenn diese Warnung wirklich ernst gemeint war, was ich zweifellos annahm. Dann steckte hinter meinem Halbbruder mehr als nur ein pubertärender, bockiger Teenager. Doch wie sollte ich mich nun verhalten?

Plötzlich spürte ich eine leichte Berührung und zuckte erschrocken zurück. "Ist wirklich alles in Ordnung?" fragte Noyn. Ich lächelte ihn betont fröhlich an. "Ja, keine Sorge. Mir geht's blendend!" entgegnete ich lässig. Er sah mich zweifelnd an und ich wechselte das Thema. "So und wozu hast du gleich Lust?" "Diese Frage kann man ziemlich zweideutig verstehen." Meinte Noyn mit einem doppeldeutigen Lächeln. Ich wurde leicht rot und erwiderte beleidigt: "Du weißt genau, was ich gemeint habe." "Schon gut. Ich weiß nicht, schlag du was vor." Bemerkte er. Ich stützte meine Ellenbogen auf den Tisch ab und tippte mir dann mit den rechten Zeigefinger ans Kinn. "Nun, ich könnte dir einen Teil von Flensburg zeigen. So kannst du auch mal allein was unternehmen. Wenn ich in zwei Wochen wieder in der Schule bin." Überlegte ich. Noyn nickte zustimmend. "Gute Idee und am besten zeigst du mir gleich wo deine Schule ist."
 

Den Rest des Vormittages verbrachte ich damit, Noyn die meiner Meinung nach wichtigsten Orte von Flensburg zu zeigen, einschließlich meiner Schule.

Vor dem Haus meiner Familie blieben wir schließlich stehen. "Da wären wir. Kommst.d..." begann ich, als er mich zu Boden riss und etwas über unseren Kopf hinweg sauste. Kurz darauf hörten wir Glas zersplittern. "Was war das?" fragte ich fassungslos, während wir wieder aufstanden. Noyn sah sich suchend um, wandte sich aber dann mir zu. "Ich weiß es nicht. Allerdings spüre ich eine ziemlich stark ausgeprägte dämonische Aura." Antwortete er ernst. "Was?! Wie ist das möglich? Ich meine, wir haben Momokuri doch verlassen!" rief ich entsetzt aus. "Das mag ja sein. Aber Dämonen gibt es überall. Oiyoiyoi. Ich hoffe du kennst einen guten Glaser." Meldete sich plötzlich eine Stimme. Noyn und ich drehten uns überrascht um. "Nael." Meinte Noyn. "Mit dir hätten wir jetzt echt nicht gerechnet." "Ich schon!" grinste der Angesprochene. "Soll dir etwas geben und deiner netten Begleiterin auch." "Hör mit deinen Witzchen auf! Die Lage ist verdammt ernst." Schimpfte ich. Nael winkte lässig ab. "Schon gut. Kommt erstmal rein." Meinte er und öffnete die Haustür von innen. Ich zog eine Grimasse und erwiderte spitz: "Herzlichen Dank. Wusste gar nicht, das man mich in mein eigenes zu Hause einladen muss." Ging dann aber doch hinein, wobei ich höllisch aufpasste nicht in die Scherben zu treten. "Klasse. Gott sein Dank ist der Boden aus Holz." Fluchte ich leise.

Dann machte ich mich fix mit Nael an die Aufräumarbeiten, während Noyn einen Glaser rief.
 

Schließlich setzten wir uns alle in die Küche. "Also was willst du, Nael?" fragte ich direkt und ohne Umschweife. "Moment." Nael kramte in den Taschen seiner dunkelblauen Jacke und zog dann eine kleine Plastikkarte und mein Kreuz hervor.

Ich starrte stumm auf das silberne Kreuz und Noyn sagte überrascht zu Nael: "Aber das ist doch meine Geldkarte." Dieser nickte. "Ja. Ich habe den Auftrag erhalten sie dir zu geben und Sabrina ihr Kreuz. Welches sie in Momokuri vergessen hat."

"Du kannst es gleich wieder mitnehmen. Ich will nicht wieder auf Dämonenjagd gehen. Vergiss es. Ich dachte wenn Marron die Wahrheit erfährt, ist die Sache für mich gelaufen." Sagte ich angespannt, wobei meine Stimme immer lauter wurde. Nael schaute bekümmert auf die Tischplatte und Noyn legte mir beruhigend eine Hand auf den Arm. Seine Augen blickten mich ernst an. Ich holte also kurz tief Luft und meinte dann ruhiger: "Schon okay. Tut mir leid. Du kannst ja auch nichts dafür. Aber warum? Ich dachte ehrlich, ich sei nun davon befreit." Jetzt grinste Nael verschmitzt: "Tja, so kann man sich irren." "Och nö. Womit hab ich das eigentlich verdient?" seufzte ich ergeben. "Heißt das du machst weiter?" fragte der Erzengel hoffnungsvoll. "Hab ich eine andere Wahl? Wohl kaum. Aber ich hoffe doch mal das man die Kraft auch in einen anderen Gegenstand transferieren kann." Entgegnete ich. "Denk schon. Aber in was?" Nael schien über diese Frage äußerst überrascht. "Na in mein..." fing ich amüsiert an, wurde aber von meinem Heinkommenden Bruder und seinem Freund unterbrochen. "Hey Sabrina, kannst du mal sagen, was hier passiert ist? Warum fehlt die Scheibe in der Haustür?" begrüßte er mich und sah die beiden Männer neben mir scharf an.

"Geht dich nichts an. Der Glaser kommt gleich." Entgegnete ich barsch. "Ach ja? Na dann ist ja gut. Ich hoffe keiner von euch wurde verletzt?" bemerkte André noch mit einem rätselhaften Lächeln, ehe er mit seinem Kumpel in sein Zimmer stapfte.
 

Ich war während seiner letzten Worte schneeweiß geworden. Sollte es wirklich möglich sein, dass er etwas mit diesem 'Angriff' zu tun hatte?

"Sabrina? Sabrina. Alles okay? Du bist ganz blass." Hörte ich Naels besorgte Stimme. "Wie heute morgen schon." Stimmte Noyn jetzt ernsthaft zu. "Liebling, was ist bloß los?" Ich versuchte zu Lächeln, als ich antwortete: "Nichts wichtiges, ehrlich. Mir geht es blendend." Man konnte den beiden sehr genau ansehen, dass sie mir nicht glaubten. "Es mag jetzt vielleicht seltsam klingen. Aber ich habe eben eine starke bösartige Kraft gespürt." Meinte Noyn vorsichtig. "Du auch? Ich habe es auch gefühlt, aber nun ist es verschwunden." Erwiderte Nael nachdenklich. Noyn nickte. Ich sah die beiden entgeistert an. "Wovon redet ihr?" fragte ich nervös. "Nun. Ich will ja keine Pferde scheu machen. Aber es kann gut sein, dass dein eigentlicher Feind in der Familie ist." Eröffnete Nael mir düster...
 

to be continued...
 

Ich hoffe es hat euch soweit gefallen. Ich entschuldige mich für die Rechtschreibefehler. Aber mir fehlt manchmal (na gut überwiegend) die Lust zum korrigieren. >.<

Ich hoffe trotzdem auf Kommis von euch, trotz der langen Wartezeiten und bedanke mich ganz herzlich für die bisherigen.
 

Bis dann Urbena

Letzte Warnung Teil 1

Abenteuer fürs Leben
 

12. Kapitel
 

Letzte Warnung Teil 1
 

Sorry, sorry, sorry!!! Für die lange Wartezeit. Aber ich kam einfach nicht voran -.-. Doch nun wünsche ich viel Spaß beim weiter lesen!!!
 

Ich musste hart schlucken. "Wie meinst du das?" Nael sah mich ernst an. "Glaub mir. Dein Bruder ist garantiert nicht der, der er vorgibt zu sein. Ich habe für eine Millesekunde eine Kraft spüren können, die über die eines einfachen Dämons hinausgeht." Sagte er. "Und wenn sich unsere Befürchtung, als wahr herausstellt. Bist du in großer Gefahr. Es wäre besser du kommst mit zu mir." Meinte Noyn leise. Ich sah ihn dankbar an, schüttelte dann aber lächelnd den Kopf. "Nein ich kann und darf hier nicht weg. Meine Schwester braucht mich. Sie ist bestimmt auch in Gefahr." "Aber sie kann, doch auch mitkommen. Patrick würde mir sicher zustimmen." Entgegnete er überzeugt. "Mag sein. Es geht aber nicht. Bitte akzeptiere meine Entscheidung. Ich weiß ja du machst dir nur Sorgen..." "Genau, deshalb kommst du auch mit." Unterbrach mich Noyn hart. Ich erhob mich von meinem Stuhl und rief: "Nein! Vergiss es! Ich bleibe hier und wenn du dich auf den Kopf stellst!" Er sah mich eindringlich an: "Sabrina, sei bitte vernünftig." "Ich bin vernünftig!" "Bist du nicht." Widersprach Noyn und als ich ihn nur weiterhin verärgert und fest entschlossen ansah, meinte er: "Also gut. Am besten ich gehe. Wir sehen uns morgen."

Ich nickte nur stumm und nachdem die Haustür wieder ins Schloss gefallen war, fiel ich seufzend auf meinen Sitz zurück. "Warum hast du dich so gewehrt, bei ihm zu wohnen? Du wärst bei ihm alle male sicherer." Bemerkte Nael erstaunt. Ich lachte humorlos auf. "Ich vielleicht. Aber für ihn könnte es den Tod bedeuten." Sagte ich traurig. "Wie meinst du das." "Entschuldige, aber das kann ich dir nicht sagen. Ich will nicht, dass dir vielleicht auch noch was zu stößt." Meinte ich. Nael lächelte sanft. "Okay. Ich überlass es dir, was du tun willst. Jedoch vergiss nicht, das wir dich egal wo du bist beschützen werden." Ich machte unfreiwillig große Augen. "Inwiefern denn?" Er strich mich beinahe zärtlich über die Wange, während er mit geheimnisvollen Lächeln sagte: "Nun. Das ist unser Geheimnis." Und ehe ich mich versah, war auch er verschwunden. Ich verzog das Gesicht und dachte > Mist. Jetzt habe ich vergessen. Ihn die Macht des Kreuzes in mein Handy wechseln zu lassen< "Was soll's. Dumm gelaufen." Murmelte ich und begab ich langsam hinauf in mein Zimmer. Nicht aber ohne noch, der geschlossenen Zimmertür, meines Bruders die Zunge rauszustrecken. (Okay, ich weiß es ist kindisch. Aber mir war halt in dem Moment danach.)
 

In meinem Zimmer setzte ich mich aufs Bett und schaute auf den Ring. Gerade als sich die Tür öffnete und André eintrat. "Na, da ist aber jemand vorhin wütend gewesen", begann er lächelnd. "Sag wie hat der liebe Noyn darauf reagiert? Deine Trennung muss doch ein ganz schöner Schock gewesen sein. Wo ihr euch doch gerade erst wieder versöhnt habt." "Woher weißt du das alles? Außerdem solltest du nicht bei deinem Freund sein? Du bist und bleibst ein mieser Gastgeber", entgegnete ich verärgert. Andre überging, meine Beleidigung, mit einem gelassenen Schulterzucken. "Olli ist beim Glaser unten. Ich habe gesagt ich müsste mal kurz zur Toilette", meinte er cool. "Trotzdem versuch nicht abzulenken. Also was hielt der tolle Noyn von eurer Trennung?"

"Keine Ahnung. Wer sagt denn das wir getrennt sind?", bemerkte ich spitz. Sofort verschwand das selbstgefällige Grinsen aus dem Gesicht meines Bruders. "Wie bitte?! Ihr seid noch zusammen? Hat der kleine Vorfall vorhin nicht gereicht?", fragte er zynisch. Ich sprang entsetzt auf und schrie: "Du bist es also doch gewesen! Wer zum Kuckkuck bist du? Das du mir alles wegnehmen willst, woran mir liegt! Du verdammter Teufel!"

"Teufel ist ein gutes Stichwort. Reg dich ruhig noch weiter auf. So bist du nämlich, viel mehr wieder die, die ich so vermisse", erwiderte er hinterhältig sanft. Ich stutzte. "Was redest du da?"

"Anscheinend erinnerst du dich wirklich nicht. Gott hat tatsächlich ganze Arbeit geleistet", sagte Andre ernst. Dann lächelte er wieder, dieses unheimliche Lächeln. "Na gut, was soll's. Jetzt habe ich schon 500 Jahre gewartet, da kommt es auf ein zwei Wochen mehr oder weniger auch nicht mehr an."

"Geht's dir noch gut? Hallo?" Ich sah ihn misstrauisch an. "Hör zu Sabrina. Trenn dich von ihm. Glaub mir, es wäre gesünder für euch alle, wenn du gehorchst", schloss er kalt und verließ wieder mein Zimmer. Ich starrte ihm baff und sprachlos hinterher. Dann als ich mich wieder gefasst hatte rief ich wütend aus: "Das werden wir ja noch sehen, du Spinner!!"
 

Den Rest des Tages verbrachte ich mit grübeln. Ich fühlte mich mies. Einerseits weil ich mich mal wieder mit Noyn gestritten hatte, andrerseits weil ich sein Angebot abgelehnt hatte. Dabei wäre es für Julia bestimmt alle male sichrer dort, als hier bei mir. Nach etlichem Kopfzerbrechen, griff ich nach meinem Handy und wählte Patricks Nummer. "Leeds", meldete sich der Hausherr persönlich. "Hi Patrick. Dürfte ich mal Noyn sprechen?", bat ich zögernd. "Klar einen Augenblick, ich gib ihn dir", antwortete Julias Freund.

"Ja was ist Sabrina?", meldete sich nun Noyn und seine Stimme klang immer noch ziemlich verärgert. Was ich ihm ehrlich gesagt, nicht einmal übel nehmen konnte. Ich holte tief Luft und sagte dann: "Hör zu. Ich habe mir deinen Vorschlag noch mal überlegt."

"Ach."

"Ja ach. Allerdings mit einer kleinen Änderung", meinte ich ruhig. "Welcher?", Noyns Stimme hörte sich mehr als nur ein bisschen misstrauisch an. "Nur Julia wird bei dir bleiben", eröffnete ich gelassen.

"Aha" Das war der einzige Kommentar, den ich vernahm. Dann rief er laut: "Ist ja wunderbar! Aber was ist mit dir? Du bist viel mehr in Gefahr!" Ich schloss gequält die Augen, ehe ich erwiderte: "Nein. Glaub mir bitte, ich weiß was ich tue." Am anderen Ende hörte ich ein ungläubiges Schnauben. "Noyn bitte..."

"Nein nichts Noyn bitte! Julia bleibt hier, okay. Aber du? Darüber reden wir noch mal und zwar persönlich", unterbrach er mich hart. In mir fing es wieder an zu brodeln. "Hör auf, mich wie ein kleines Kind zu behandeln. Hast du verstanden?!", schrie ich jetzt wütend. "Sicher wenn du aufhörst dich wie eins zu benehmen", kommentierte er prompt. "Ich benehme mich, wie eine ganz normale 18 jährige", wehrte ich mich. "Ach ja? Und mit 18 weißt du was normal ist? Sein wir doch mal ehrlich. Im Gegensatz zu mir ist deine Lebenserfahrung gleich null."

"Wie schön für dich. Ist ja auch kein Kunststück bei deinem Alter! Ach ja und wenn ich dir so kindisch erscheine... such dir doch ne andere. Es gibt bestimmt noch ein paar die wissen was normal ist", meinte ich ironisch. "Vielleicht hast du da ja mehr Glück. Tschüß!", rief ich noch zornig aus, ehe ich fest auf die Auflegetaste drückte. "Dieser...dieser...", mir fehlten die Worte. Was fiel ihm ein, so mit mir zu reden?
 

Der nächste tag versprach wieder heiß zu werden. Also beschloss ich mir mein neues rotes Spaghettiträgerkleid anzuziehen. Das Geburtstagsgeschenk meiner Schwester. Der Clou des Kleids war ein chinesischer schwarzer Drache der auf dem Rock abgebildet war.

Als ich nach unten in die Küche kam, saß Andre bereits am gedeckten Tisch und wartete auf mich. Ich sah ihn verwundert und skeptisch zugleich an. Doch er lächelte bloß unschuldig. "Wie kommst du dazu den Tisch zu decken?", fragte ich scharf. "Hey, warum regst du dich gleich wieder so auf. Ich wollte nur nett sein!", antwortete er im gespielten erstaunen. "Wer's glaubt wird selig", schnaubte ich verächtlich. "Sabrina du bist wirklich viel zu misstrauisch", lächelte er tückisch. "Bei dir kann man gar nicht vorsichtig genug sein. Schließlich hast du mir gedroht, meine Freunde zu töten, wenn ich nicht nach deiner Pfeife tanze", entgegnete ich kalt und setzte mich auf meinen Stuhl gegenüber von Andre. "Aber, aber! Ich habe nie behauptet, dass ich sie umbringen würde", verteidigte er sich halbherzig. "Jetzt tu nicht so unschuldig. Das hast du aber genauso gemeint und der Vorfall gestern, ist doch der beste Beweis dafür!", fauchte ich zornig. Der Blick den er mir zuwarf, hätte die Erde gefrieren lassen können, doch sogleich lächelte er wieder und wollte etwas sagen, als es an der Tür läutete.
 

Ich ging erleichtert hin und öffnete. Das erste was ich sah, war eine rote Rose und dann ein leises Lachen mit den Worten: "Da habe ich ja die richtige Farbe getroffen."

"N...Noyn. Was? Aber warum?", fragte ich verwirrt und nahm ihm die Blume dankend ab. "Ich wollte mich entschuldigen. Ich hätte das gestern am Telefon nicht sagen sollen", meinte er ruhig. "Ach das? Ist doch schon längst vergessen", erwiderte ich lächelnd.

"Da bin ich aber beruhigt. Trotzdem, ich bin immer noch der Meinung das du hier weg musst", begann er ernst. "Oh bitte nicht jetzt, Noyn! Können wir das Thema nicht lassen. Du wirst meine Meinung nicht mehr ändern!", sagte ich bestimmt. Noyn seufzte resigniert: "Also gut. Vorerst sage ich nichts mehr dazu." Ich lächelte triumphierend und küsste ihn auf die Wange. "Merci"

"Das heißt aber noch lange nicht, das die Sache damit erledigt ist", nahm Noyn mir auch gleich wieder ein Stück meines Glücksgefühls und meine Wenigkeit nickte nur ergeben. >Manchmal frage ich mich ehrlich, wie Jeanne Gott nur vorziehen konnte. Das Mädel war echt blind< dachte ich heimlich grinsend. "Und sollen wir los?", fragte er und legte einen Arm um meine Schulter. "Klar, wo soll's denn hingehen?" "Patrick hat mir seinen Wagen überlassen und mir einen Tipp gegeben. Lass dich einfach überraschen."

"Wenn du meinst.", murmelte ich und schaute zur Küchentür. In der Andre stand und uns finster beobachtete. Ich wandte mich demonstrativ wieder Noyn zu und sagte: "Also dann wollen wir mal!" Dann verließen wir zusammen mein Elternhaus.
 

To be Continued...
 

Okay, anfangs war dieses Kapitel doppelt so lang geplant. Doch dann dachte ich mir bevor ihr noch sehr viel länger auf eine Fortsetzung warten müsst, teile ich es in zwei hälften auf. Ich hoffe doch das es euch, auch wenn etwas kurz die Geschichte soweit gefallen hat und ich wieder Kommis bekomme^^. Also bis zum nächsten Mal
 

Urbena

Letzte Warnung Teil 2

Abenteuer fürs Leben
 

13. Kapitel
 

Letzte Warnung Teil 2
 

So und nun hier der zweite Teil!!! Viel Spaß beim lesen!! Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen!!
 

Der Tag begann wundervoll friedlich und mir gelang es heute zum ersten Mal, seit ich aus Momokuri zurück war, mal ganz entspannt zu bleiben. Wir waren an einen nahe gelegenen kleinen Ort gefahren und gingen nun am Meer entlang spazieren. Ein Stück abseits von den anderen Touristen setzten wir uns an den Strand. Eine warme Brise umgab uns von der Ostsee her.

Ich atmete die frische Seeluft genüsslich ein, dann musste ich sogleich auch wieder traurig seufzen. "Hey, was ist denn mit dir los?", fragte Noyn überrascht. "Nichts Besonderes. Ich musste nur gerade an unsere Zeit in Kanazawa denken", antwortete ich. "Ach so", das war alles was er dazu erwiderte. "Die Frage kommt jetzt vielleicht etwas unpassend. Aber was wollte Gott damals eigentlich von dir?" Noyn sah mir erstaunt in die Augen. "Wie kommst denn nun darauf?", entgegnete er ernst. "Na ja. Bisher kam ich doch nie dazu nachzufragen. Immer wieder kam etwas dazwischen", grinste ich verlegen. Er nickte bloß still. "Also worüber habt ihr geredet?", nervte ich gekonnt weiter. Noyn schüttelte den Kopf. "Das kann ich dir nicht verraten. Tut mir leid, aber es ist besser so. Andrerseits würdest du dir viel zu sehr den Kopf zerbrechen und dir womöglich noch Hoffnungen machen", sagte er mit ernsthafter Sanftheit und fasste nach meiner Hand. Die ich ihm aber sofort wieder entzog. Verwundert schaute er in mein verärgertes Gesicht. "Was?"

"Was ist? Das sag ich dir gerne. Ich habe es satt, dass du mir nie etwas Konkretes erzählst. Ich habe keine Lust mehr alles nur von anderen zu erfahren oder aus Büchern. Warum? Ist es so schwer, etwas von sich zu erzählen?!", rief ich verzweifelt aus. Noyn senkte schuldbewusst seinen Blick. "Antworte mir Noyn!", entfuhr es mir ungeduldig und ehe ich mich versah, hatte er mich an sich gezogen und sagte leise: "Ich weiß, bitte verzeih mir. Aber ich will doch nur, dass es dir gut geht."

"Wirklich? Wie schön. Aber wie soll es mir gut gehen, wenn du mir alles verschweigst. So kann man doch keine Beziehung aufbauen und schon gar kein vertrauen", erwiderte ich bestimmt und sah ihn ernst an. Er drückte mich nur fester an sich und schwieg. So saßen wir dann eine Weile da, jeder in seinen Gedanken versunken.
 

Unbewusst blickte ich schließlich über Noyns Schulter, als ich plötzlich etwas aufblitzen sah. Erst hielt ich es für eine Lichtreflektion der Sonne. Doch dann bemerkte ich rasch, dass es immer näher und zwar direkt auf uns zu. "Vorsicht!", schrie ich wie aus einem Reflex heraus. Noyn drehte sich halb um und als er es auch sah, drückte er mich hinunter in den Sand. Kurz darauf verzog er kurz leicht das Gesicht und ich schaute ihn geschockt an. "Was hast du?", fragte ich besorgt und richtete mich halb auf, wobei ich mit der Hand an seinen Rücken fasste. Dort spürte ich etwas feuchtes und blickte sofort auf meine Hand. "Oh mein Gott! Du blutest!!", rief ich entsetzt, stand nun gänzlich auf und wollte nach meinem Handy greifen, welches in meiner Handtasche steckte. Jedoch hielt mich seine Hand davon ab. "Noyn, was soll das? Du brauchst unbedingt Hilfe!", bemerkte ich verärgert. Er schüttelte den Kopf. "Nein, nein. Keine Sorge, dass ist bloß ein leichter Kratzer", stöhnte er leicht, während er sich erhob. "Ach ja?! Das ist mir schnuppe. Die Wunde muss ärztlich versorgt werden", setzte ich böse entgegen. "Nein! Es geht schon, ehrlich. Außerdem würde doch jeder normale Arzt sofort merken, dass ich nicht vollkommen menschlich bin", erklärte er ernst und sah mich durchdringend an. Ich ließ gequält den Kopf sinken. Ich wusste er hatte Recht. "Also gut. Wie du meinst. Aber lass mich zumindest Patrick anrufen. Damit er uns irgendwie abholt, du kannst in diesem Zustand unmöglich fahren und das ist ein Befehl", gab ich streng nach, na ja halbwegs nach. "Wie du willst", lächelte er leicht.

Dann gingen wir so schnell es ging, zum Auto zurück. Nebenbei hatte ich noch bei Julias Freund angerufen.

Beim Auto dann, kramte ich den erste-Hilfekasten hervor und versorgte grob die Verletzung. Die aus einer ca. 5cm großen Schnittwunde bestand. Somit konnte schon mal keine Infektion entstehen. Während ich den Verband anlegte, musste ich arg schlucken um nicht loszuheulen. Denn inzwischen war mir auch klar geworden, auf wessen Konto der "Anschlag" ging. "Zum Glück blutet es nicht mehr allzu stark", sagte ich spröde und kletterte wieder aus dem Wagen. "Ist irgendwas? Du wirkst betrübt", fragte Noyn und blickte mir in die Augen. "Was denkst du denn? Du wurdest verletzt, als du mich beschützt hast. Das ist schon das zweite Mal. Glaubst du allen ernstes, das geht spurlos an mir vorbei? Klar mach ich mir Sorgen!", antwortete ich gereizt. "Am besten hörst du bitte auf mich zu beschützen. Ich will nicht das du womöglich irgendwann stirbst." Noyn griff nach meiner Hand und lächelte schwach, als er erwiderte: "Das kannst du vergessen. Ich werde garantiert nicht aufhören. Schließlich bist du mir wichtiger, als alles andere geworden." Ich war bestimmt knallrot geworden und wollte gerade etwas erwidern, als ein Taxi neben uns zum stehen kam.
 

Aus dem meine Schwester und Patrick sprangen. Dann fuhr das Fahrzeug wieder weg.

"Hey! Alles in Ordnung mit euch beiden?! Wir sind so schnell gekommen, wie es eben gerade ging!", sagte Patrick und sah uns prüfend an. Ich deutete nur auf Noyn und lehnte mich an meine Schwester die neben mich getreten war. Patrick ging zu Noyn hin und fragte ihn leise etwas. Dieser antwortete: "Halb so wild. Ist nur ein..." Kam noch über Noyns Lippen, dann verlor er das Bewusstsein. "Oh nein Noyn!!", rief ich bestürzt.

Auf der Fahrt zurück zu Patrick, saßen Noyn und ich auf dem Rücksitz. Ich hielt ihn in meinen Armen, da er in einen unruhigen Schlaf gefallen war. Vorsichtig berührte ich seine Stirn, sie war glühend heiß. >Bitte nicht! Das ist alles allein meine Schuld< dachte ich stockend. Einige Minuten später erreichten wir dann auch schon Patricks Haus.
 

Dort brachten wir ihn auf sein Zimmer und verfrachteten ihn ins Bett. Julia besorgte mir einen Lappen und kaltes Wasser. Womit ich seine Stirn kühlen konnte. "Patrick ruft gerade einen Arzt", verkündete sie mir leise. Ich zuckte zusammen. "Das geht nicht! Noyn ist doch...", platzte ich heraus. Meine Schwester legte mir beruhigend eine Hand auf die Schulter. "Ich weiß. Aber Dr. Hester ist ein guter Freund seiner Familie. Dem können wir vertrauen. Er wird keine unnötigen Fragen stellen", erklärte sie sanft. "Ich hoffe es", meinte ich daraufhin nur und erneuerte den Lappen. Julia verließ leise das Zimmer.

Eine Zeitlang betrachtete ich nachdenklich das Gesicht meines Verlobten. Als dieser plötzlich die Augen auf schlug. "Sabrina", sagte er leise und blickte mich erschöpft an. "Psst", ich legte ihm einen Finger auf die Lippen und hinderte ihn so am weiter reden. "Sprich lieber nicht. Ich will nicht das du dich überanstrengst", lächelte ich ruhig und im selben Augenblick ging die Tür auf und ein Hochgewachsener, braunhaariger Mann um die vierzig betrat den Raum. In der linken Hand hielt er eine dunkle Ledertasche. "Guten Tag, ich bin Dr. Benjamin Hester", stellte er sich freundlich vor. Seine warm dreinblickenden Augen, veranlassten mich dazu ihm zu vertrauen. "Guten Tag. Ich bin Sabrina Belden", erwiderte ich höflich. Der Blick des Arztes wanderte zu Noyn. "Und sie sind sicherlich der Patient", lächelte er. Noyn gab einen missgestimmten Laut von sich, nickte aber und sagte: "Scheint so. Mein Name ist Noyn Claude." Das erstaunte mich, denn bisher hatte er sich nur noch meiner Familie mit richtigen Namen vorgestellt. "Freut mich. Also dann wollen wir doch mal sehen, wo der Schuh drückt", meinte D. Hester und überging Noyns missfallen gelassen. "Dürfte ich ihre Freundin solange hinaus bitten", fügte er an mich gewandt hinzu. "Meine Verlobte!", knurrte Noyn grimmig. "Oh. Die Verlobte? Na dann, darf ich trotzdem bitten?", lächelte er entschuldigend. "Dürf..."

"Sie dürfen", unterbrach ich Noyns Einwand und ging zur Tür. "Also bis gleich", grinste ich und ignorierte sein finsteres Gesicht, während ich die Tür hinter mir schloss.
 

Als ich das Schloss knacken hörte, verging mir das grinsen sofort wieder. Wie in Trance trottete ich die Treppe ins Erdgeschoß hinab und ging ins Wohnzimmer, wo bereits Julia und Patrick auf mich warteten. Meine Schwester packte mich am Arm und fragte: "Jetzt sag uns aber mal, wie das passiert ist?" Ich sah sie müde an und antwortete: "Zwing mich lieber nicht dazu, es zu verraten. Bitte glaub mir, es ist besser ihr wisst nicht zu viel."

"Es hat mit demselben Grund zu tun. Warum Julia hier bleiben sollte, oder?", meinte Patrick ernst. Ich nickte schwach. "Weißt du, wer das verursacht hat? Wer der Übeltäter ist?", löcherte Julia weiter. Ich presste die Lippen zusammen und schüttelte den Kopf. Innerlich betete ich dafür, dass sie mir diese Lüge eines Tages verzeihen würde. Ich hatte zu der Zeit ja noch keine Ahnung, dass es nie mehr dazu kommen könnte.

Da ich nichts verriet, setzten wir uns zu dritt auf die Couchen. Nur das ticken der Wanduhr, erfüllte den Raum. Bald hielt ich das Schweigen nicht mehr aus. "Mensch, warum sagt keiner etwas?! Noyn ist doch nicht gestorben!", schimpfte ich genervt. "Ach ja, du redest doch auch nicht", schoss Julia zurück. "Weil ich mir Sorgen und Vorwürfe mache", entgegnete ich gequetscht. "Denkst du, wir machen uns keine Sorgen?", fragte Patrick. Ich schwieg betroffen. "Genau. Außerdem würde es mich auch mal interessieren, warum du unbedingt willst, dass ich hier bleibe", warf meine Schwester ein. "Weil der Täter dich, vielleicht auch verletzten könnte. Wenn nicht sogar töten", antwortete ich hart. Ungläubig starrten Julia uns Patrick mich an. Dann brachen beide in lautes Lachen aus. "Warum lacht ihr? Das ist mein purer ernst. Oder warum denkt ihr wurde Noyn verletzt?!", rief ich wütend aus. Sogleich verstummten sie. "Ich verrat euch mal was. Der Täter hat eine Forderung an mich gestellt. Die ich aber nicht erfüllen will. Doch sollte ich es nicht tun, tötet er Noyn und alle anderen die mir ebenfalls nahe stehen. So wie es aussieht habe ich keine andere Wahl mehr", schloss ich schwer atmend. "Aha...Moment hast du nicht eben noch gesagt, du wüsstest nicht, wer das Ganze verursacht hat?", bemerkte Julia erstaunt. >Ups< ich blickte verlegen zur Seite. Nun hatte ich mich verplappert. "Also...?!" Beide sahen mich abwartend an. "Ich versuchte mir krampfhaft eine Ausrede einfallen zu lassen. Zu meinem Glück kam im selben Moment Dr. Hester ins Zimmer. "Und wie geht es ihm?!", fing ich sofort an und sprang von meinem Platz auf. Der Arzt sah mich beruhigend an. "Soweit es die Umstände zulassen, geht es ihren Verlobten gut", begann er ernsthaft. "Ich möchte ganz ehrlich sein. Die Wunde ist sein kleinstes Problem. Die wird schnell verheilen." Ich fühlte wie mir ein großer Stein vom Herzen fiel und entspannte mich leicht. "Allerdings macht mir sein Fieber sorgen. Seine Temperatur ist ziemlich hoch und bei dieser Sommerhitze wird sie womöglich nur schwer zu kontrollieren sein. Es könnte schlimmstenfalls noch mehr steigen. Ich konnte ihm erstmal nur ein paar Aufbau- und Fiebersenkende Spritzen geben. Außerdem habe ich hier noch einige Medikamente aufgeschrieben die er regelmäßig einnehmen sollte", sagte der Arzt und reichte mir ein rosanes Stück Papier, welches das Rezept war. "Danke", entgegnete ich. "Keine Ursache. Also dann, auf Wiedersehen", lächelte Dr. Hester und ließ sich dann von Patrick und Julia zur Tür bringen.
 

Ich wollte eigentlich sofort wieder zu Noyn hoch. Doch irgendetwas zwang mich dazu, in den Garten zu gehen. Als ich draußen stand, kam Andre plötzlich hinter einem Baum hervor. "Du schon wieder", zischte ich wütend. "Das vorhin ist doch sicherlich auch auf deinen Mist gewachsen."

"Dem habe ich nichts zu entgegnen", lächelte er. "Aber glaub mir, ich mach das alles nur, damit du dich wieder an unsere gemeinsame Zeit erinnerst." Ich musste jetzt echt total verdattert gucken. Denn Andre lachte amüsiert. "Gemeinsame Zeit? Wovon redest du? Erst einmal, du bist 14, wir sind Halbgeschwister und außerdem steh ich nicht auf Jüngere. Schon gar nicht, wenn sie aus der eigenen Verwandtschaft kommen", stellte ich klar. Andre lächelte bloß undurchsichtig und eh ich mich versah, stand er direkt vor mir, nicht mal einen halben Meter entfernt. "Dann passen wir doch perfekt zusammen", meinte er gelassen und bevor ich etwas erwidern konnte, fuhr er fort: "Noch musst du es nicht verstehen. Aber soviel kann ich dir schon mal verraten: Dieser Körper hier, gehört nicht mir. Dein kleiner Bruder starb bereits vor 14 Jahren bei seiner Geburt. Doch wie gesagt, du erfährst mehr, wenn du und dieser Noyn getrennt seid. Also trenn dich von ihm, oder er und die anderen sterben. Glaub mir, dies ist meine letzte Warnung!!!" Ich schreckte zurück, doch als ich die Kälte in seinen Augen sah, spürte ich, dass mir keine andere Wahl mehr blieb. "Also gut, du hast gewonnen", murmelte ich gequält. Er nickte nur. "Ich wusste du würdest dich Weise entscheiden", grinste er triumphierend. "Allerdings habe ich eine Bedingung. Ich trenne mich erst von ihm, wenn er wieder Gesund ist. So wie er sich im Moment fühlt, kann ich ihm eine Trennung nicht antun. Das würde ich mir nie verzeihen", forderte ich kalt. Andre zuckte mit den Schultern. "Meinetwegen. Es sei dir gestattet. Aber versuch nicht mich zu veralbern oder zu hintergehen. Das würdest du teuer bezahlen!", schloss er lässig und verschwand. Ich starrte finster auf die Stelle, an der er gestanden hatte. "Wie du willst. Du Mistkerl, warte es ab. Egal wer du bist, du wirst eines Tages für das alles hier noch bezahlen. Und das schwöre ich dir, bei Gott!!", schrie ich die letzten Worte in den Wind, dann rannte ich zurück ins Haus und damit zu Noyn...
 

to be Continued....
 

Cut!! Ende dieser Szene. So ich hoffe es hat euch gefallen!!! Und ihr gebt mir einige Kommis!!! Bei mindestens 5 schreib ich weiter!! ^^
 

Bis dann Urbena

Trennung, Schmerz und andere Probleme

Abenteuer fürs Leben
 

14. Kapitel
 

Trennung, Schmerz und andere Probleme
 

So und da hätten wir auch das nächste Kapitel! Vielen Dank für die bisherigen Kommis und viel Spaß beim lesen!!!
 

Die nächsten Tage wurden für mich sehr schlaflos. Noyns Fieber wollte einfach nicht sinken, so dass ich Tag und Nacht an seinem Bett saß und mich um ihn kümmerte. Obwohl diese Fürsorglichkeit überhaupt nicht meinem Charakter entsprach und er mich am ersten Tag, mit harter Nichtachtung bestraft hatte. Das wir einen Arzt gegen seinen Willen konsultiert hatten, nahm er uns doch sehr übel.

Vier Tage später stellte ich dann aber erfreut fest, dass sein Fieber gesunken war und von da an ging alles Recht schnell. Das Fieber verschwand und die Wunde heilte auch hervorragend.

Am nächsten Tag (der übrigens ein Mittwoch war, nur so zur Info *g*) kam noch mal Dr. Hester und diagnostisierte das alles soweit wieder in Ordnung sei, Noyn solle sich jedoch noch zwei bis drei Tage schonen. Was meinem werten Verlobten zwar nicht passte, sich aber unter den strengen Augen des Arztes geschlagen geben musste.
 

Auch Patrick hatte seinen Flug um eine Woche verschoben. Er würde also erst den nächsten Montag nach Kairo abreisen. "Dann würde auch Noyn wieder fit sein. So das zumindest ein Mann auf uns aufpassen würde", hatte er grinsend gemeint. Julia und ich hatten zwar zu gestimmt, wobei bei mir allerdings ein mulmiges Gefühl hochkam. Ich würde mich noch diese Woche von Noyn trennen müssen. Er war ja wieder Gesund und es bestand keine Pflicht zur weiteren Pflege mehr. Mir wurde bei dem Gedanken mit jeder Stunde schwerer ums Herz.

Was Noyn natürlich nicht entging. "Hast du irgendetwas? Du bist so ruhig", fragte er noch am selben Abend besorgt. Ich schüttelte lächelnd den Kopf. Allerdings wirkte dieses Lächeln mehr als nur unterkühlt und ich spürte, dass er dies auch merkte. Daraufhin versuchte ich mein schlechtes Gewissen, so gut es ging zu ignorieren.
 

Als ich am Samstag zu ihm kam, hatte ich bereits beschlossen, mich heute von ihm zu trennen. Ich konnte und durfte das unvermeidliche nicht weiter hinausschieben. Das wäre nicht nur qualvoll, sondern auch gefährlich.

Als ich das Zimmer betrat, stand Noyn vorm Fenster und sah hinaus. "Sabrina ich muss dich was fragen", begrüßte er mich ernst und seiner Stimme fehlte jegliche Sanftheit. Ich stutzte zwar kurz, meinte dann aber: "Okay. Um was geht es denn?"

"Um dein verhalten die letzten Tage. Ich kann mich ja irren, aber du wirkst äußerst abwesend und ablehnend auf mich", erklärte er nachdenklich. Ich schloss kurz die Augen, sah ihn dann aber ehrlich an. "Du hast Recht. Darüber wollte ich ohnehin heute mit dir reden", begann ich ohne große Umschweife. Noyn betrachtete mich ausdruckslos und lehnte sich am Fensterbrett ab. "Nun ja, wie soll ich es am besten sagen. Ich möchte, dass wir unsere Verlobung auflösen und uns trennen. Diesmal endgültig, versteht sich", fuhr ich fort und versuchte ihm dabei weiterhin klar in die Augen zusehen. Er erstarrte augenblicklich zur Salzsäule und musterte mich ungläubig. "Das ist doch nicht dein ernst? Ich meine, warum auf einmal? Wir waren doch glücklich", sagte Noyn nach einigen Minuten. "Du vielleicht, aber ich war es nicht völlig. Verstehst du? Während du jetzt krank warst, hatte ich viel Zeit zum nachdenken und dabei ist mir klar geworden, dass ich niemals auf ewig mit dir zusammen glücklich werden kann. Also ist es doch nur fair, dir gegenüber, wenn wir hier nun einen Schlussstrich ziehen", log ich mit gezwungen deutlicher Stimme. "Das ist doch nie und nimmer dein Ernst, oder?! Hast du schon vergessen was du mir damals gesagt hast, damals auf dem Balkon, als du von Gott wieder kamst?! Du hast gesagt du willst mich nicht verlieren!! Oder was ist mit unsrer gemeinsamen Zeit in Kanazawa? War dein fröhliches Wesen nur gespielt? War alles bisher nur eine große Lüge?!", platzte er fassungslos hervor und kam auf mich zu. Ich wollte zurück weichen, wurde aber von ihm gepackt und an sich gezogen. "Noyn, lass mich auf der Stelle los!", entgegnete ich bestimmt. Zwar gab er leicht nach, hielt mich aber weiterhin mit etwas Abstand fest. "Warum dann? Erklär es mir", bat er mich nun weicher. "Glaubst du vielleicht, ich habe mich nur aus einer Laune heraus mir dir verlobt. Ist dir nicht bewusst, was ich für dich empfinde, das ich..." Ich legte hastig eine meiner Hände auf seinen Mund und schüttelte den Kopf. "Egal was du mir jetzt sagen willst. Ich will es nicht hören", erwiderte ich und sah dabei zur Seite. Noyn befreite seinen Mund aus meiner Hand und griff mit einer seiner rechten unter mein Kinn und zwang mich so ihn anzusehen. "Oh doch. Du wirst mir jetzt zu hören. Ich werde es dir jetzt sagen, ob es dir gefällt oder nicht. Wer weiß, ob ich sonst jemals wieder die Gelegenheit dazu habe", entfuhr es ihm heftig. "Ich liebe dich, ob es dir nun passt oder nicht", fügte er laut und deutlich hinzu und sah mir dabei direkt in die Augen. Mein Herz verkrampfte sich innerlich nur noch mehr, bei diesen Worten und ich musste stark schlucken. Jetzt musste ich es doch tun, ich musste ihm auf eine etwas andere Art klar machen, dass es vorbei war. >Bitte verzeih mir< dachte ich noch unglücklich ehe ich antwortete: "Tatsächlich? Das ist aber niedlich. Dann tut es mir ja beinahe Leid, dir sagen zu müssen. Das ich dich nie geliebt habe." Noyn ließ mich so ruckartig los, dass ich leicht zurück taumelte. Sein Blick war nur schwer zu definieren. "Was? Hast du das etwa wirklich geglaubt, dass ich deine Gefühle erwidere? Ja du hast es. Meine Güte, dass ist jetzt wirklich süß!", meinte ich spöttisch und verzog den Mund zu einem gekonnt mitleidigen Lächeln. Noyn starrte mich mittlerweile nur noch entsetzt an, diese Seite von mir schien ihn mehr als zu schockieren. "Was guckst du so entsetzt? Nimm es nicht so schwer, jeder erlebt mal eine Niederlage. Auch in der Liebe und sieh es mal so, du wirst keine Probleme haben eine andere zu finden. Bei deinem aussehen", bemerkte ich kühl weiter und zog dann meinen Verlobungsring ab. Ich begutachtete ihn noch einen Augenblick schwermütig, ehe ich ihn auf das Bett legte. "Nun dann, also Leb wohl, Noyn", schloss ich matt und verließ, nachdem er nichts entgegnete sondern sich nur wieder zum Fenster drehte, schweigend das Zimmer.
 

Den Weg nach Haus nahm ich in Rekordtempo, wobei mir die Tränen übers Gesicht liefen. Nie hätte ich gedacht, dass es mich so sehr mitnehmen würde. Das mich ein solch zum verzweifelnder und verletzender Schmerz gefangen nehmen würde. Das es nun auch noch anfing zu regnen, tröstete mich kein bisschen. Es verstärkte eher dieses verlorene Gefühl und den Scham, ihn so vor den Kopf gestoßen zu haben. Wenn er mich nun hasste, könnte ich ihm das nicht verdenken. Aber so war es auch wohl besser.

Vor unserem Gartentor blieb ich stehen und schaute unter Tränen die Straße zurück, auf der ich eben hierher gelaufen war. "Es tut mir leid, Noyn", flüsterte ich kaum hörbar. >Aber lieber, verletzte ich dich nun und rette dich vor meinem so genannten Bruder. Als wenn du sterben musst. Denn Trennungsschmerz vergeht irgendwann< "Ja irgendwann vergisst du mich und dann kannst du mit einer andern glücklich werden. Einer die dir nicht so übel mitspielt", schloss ich meinen Gedanken, so still ab und ging auf die Haustür zu.
 

Langsam stieg ich die drei Stufen hinauf die zur Haustür führten, als mir schon von innen geöffnet wurde. "Lieber Himmel Sabrina!! Du bist ja Patschnass. Komm schnell rein!", rief Julia erschrocken aus und zog mich ins innere des Hauses.

In meinem Zimmer rubbelte sie mir meine Haare provisorisch mit einem Handtuch trocken und steckte mich in einen Sommerpulli. Normalerweis hätte ich gegen diese Art von Bemutterung protestiert, doch diesmal ließ ich es stumm über mich ergehen. Mir fehlte eh die Kraft um groß zu widersprechen.

Nach einigen Minuten kam meine Schwester, wieder zu mir ins Zimmer. In den Händen jeweils eine Tasse mit heißen Kakao. Wovon sie mir nun eine reichte, bevor sie sich neben mich aufs Bett setzte.

"Jetzt erzähl mir mal was los ist", freundlich an. "Du bist doch sonst nicht so ruhig und nachdenklich." Ich schaute von meinem Getränk auf und fühlte, wie mir wieder die Tränen kamen. "Ich... ich habe mich von Noyn getrennt", entgegnete ich stockend und erschrak über den fremdartigen Klang meiner Stimme. Meine Schwester starrte mich sprachlos an. "Aber warum denn das? Ich dachte, ich meine. Ihr schient doch so glücklich!"

"Das waren wir eigentlich auch", erwiderte ich leise und ohne zu lügen. "Aber wieso trennst du dich dann. Liebt er dich nicht mehr oder wie? Ich versteh dich nicht." Julia war wirklich verwirrt. Mit einem Kopfschütteln stellte ich meine Kakaotasse auf meinem Nachtischchen ab. "Ich wünschte er würde es. Obwohl die Chancen das er mich jetzt hasst, nicht schlecht stehen", meinte ich mit einer Spur Galgenhumor. "Könntest du dich vielleicht auch mal präziser ausdrücken. Wie soll ich dir helfen, wenn du nur in Rätseln sprichst", erwiderte Julia leicht gereizt. "Wer sagt denn, dass du mir helfen sollst? So wie es ist, ist es schon richtig!", entgegnete ich scharf. Julia sah mich stirnrunzelnd an. "Irgendwie fällt es mir schwer das zu glauben. Aber gut, wenn du meinst. Doch solltest du meine Hilfe brauchen..."

"Ja, dann wende ich mich an dich. Keine Sorge!", beendete ich ihren Satz mit leichten grinsen. Doch sogleich wurde ich wieder ernst. "Jetzt verrat mir aber doch mal was du hier machst. Ich dachte du wärst mit Patrick unterwegs?" Meine Schwester trank einen Schluck aus ihrer Tasse ehe sie antwortete: "Patrick musste noch zu einen seiner Kommilitonen, etwas abholen und ich wollte von hier ein paar Sachen mitnehmen. Schließlich hast du mich ziemlich mittellos da gelassen." Ich lief leicht rot an und grinste unschuldig.
 

Im selben Moment wurden wir auch schon wieder gestört. "Hi geliebte Schwestern!!", platzte Andre gutgelaunt ins Zimmer. Julia verdrehte die Augen und ich starrte finster zur Seite. "Hey, warum seid ihr so still. Freut euch, übermorgen kommen Mama und Papa zurück! Super oder?!", redete er ohne pause weiter. "Wie schön ja. Aber nun muss ich los, Patrick müsste inzwischen wieder zurück sein", erwiderte unsere Schwester lässig und verließ mit einem aufmunternden. "Bis morgen!" Mein Zimmer und fünf Minuten später das Haus.
 

"Also die wären los", grinste Andre daraufhin zufrieden. Ich richtete meinen Blick zornig auf ihn. "Ich habe mich von Noyn getrennt. Jetzt halte du also auch dein Wort und lass ihn und die anderen in Ruhe", fuhr ich ihn an. "Natürlich und deswegen werden ich dir nun auch wie versprochen, etwas mehr über deine Vergangenheit erzählen und über mich."

"Na dann bin ich aber mal gespannt", konterte ich ironisch. Andre lächelte bloß. "Freut mich. Also ich bin der Sohn des bösen Königs und zukünftiger Herrscher der Unterwelt", eröffnete er mir gelassen. Ich sah ihn skeptisch an und meinte: "Du bist Teufels junior? Sehr witzig." "Das ist kein Witz, es ist mein purer ernst", widersprach er kalt. Ich zuckte die Schultern, so nach dem Sinn 'Wenn du meinst' und plötzlich kam mir ein Gedanke. "Hast du zufälligerweise einen Bruder, der als das schwarze Tor bekannt ist?"

"Nein. Ich bin selber das so genannte schwarze Tor. Nun ja, mehr oder weniger."

"Was?! Aber das hieße ja. Das du...!", rief ich entsetzt aus. "Genau. Ich habe dich hierher zurück gebracht. Damit du endlich dein Versprechen, welches du mir vor 500 Jahren gabst einlöst", erwiderte er hart. Ich spürte wie ich rasende Kopfschmerzen bekam und erwiderte zögerlich: "Ich weiß überhaupt nicht wovon du redest. Was für ein versprechen?" "Das ist mir bewusst, aber keine Sorge, du wirst dich schneller daran erinnern, als du dir vorstellen kannst. Dafür sorge ich schon. Überhaupt werden in den nächsten Wochen mehr Dinge geschehen und mehr alte Erinnerungen hervor gebracht werden, als ein normaler Mensch sich jemals vorstellen kann. Dann wird sich herausstellen wer gewinnt und wer verliert. Ja euer vertrauen und eure Gefühle werden so ins Chaos fallen, dass ihr mehr als nur Stärke gebrauchen werdet um es zu überstehen", erzählte Andre und sah mich dabei düster an. "Obwohl ich erheblich Zweifel daran setze, dass du und Noyn, sowie Marron als auch Chiaki in der Lage sind, ihre Vergangenheit zu verarbeiten und sie selber zu bleiben. Aber mal sehen, ich werde mir das ganze in Ruhe ansehen und was dich betrifft auch ein wenig mitspielen!", schloss er lachend und verließ mein Zimmer.
 

Am nächsten Tag verkroch ich mich die ganze Zeit nur in meinen vier Wänden. Ich wollte einfach niemanden sehen oder gar sprechen. Mich machte die ganze Situation ziemlich fertig. Ich meine, womit hatte ich das verdient? Der Sohn des Teufels erpresste mich. Meine Gefühle für Noyn musste ich verleugnen und dann noch dieses Gerede von einem Versprechen aus längst vergangener Zeit. Woran ich mich noch nicht mal erinnerte.

Außerdem, selbst wenn. Jetzt war ich nicht mehr Jeannes Cousine, sondern eine einfache 18-jährige Schülerin, die sich in einen Dämonenritter verliebt hatte. Also wieso ließ man mich nicht in Ruhe?
 

Am späten Abend, so gegen 22 Uhr rief meine Schwester noch mal an. "Hi. Ich wollte dich nur fragen, ob du morgen noch mit zum Flughafen fährst? Ich mein nur wegen, du weißt schon!", begann sie sofort und ohne umschweife. Ich stockte kurz ehe ich antwortete: "Logisch, komm ich mit. Ist doch wohl Ehrensache. Mit Noyn werde ich schon fertig." Ich hörte deutlich wie Julia erleichtert ausatmete. "Das freut mich. Wir holen dich dann Morgen früh um halb sieben ab. Tschüss!", rief sie noch fröhlich, dann klickte es in der Leitung. Ich legte ebenfalls auf und seufzte tief. Mir war jetzt schon klar, dass der nächste Tag alles andere als ein Kinderspiel werden würde.
 

Am Montagmorgen stand ich bereits kurz nach sieben vor unserem Haus und wartete auf Julia und die beiden anderen. Andre hatte ich erzählt, ich hätte etwas Wichtiges zu erledigen und würde deshalb den ersten Schultag mal schwänzen. Ob er mir nun glaubte oder nicht, war mir so ziemlich egal. Er musste schließlich selber zur Schule und hätte so keine Zeit mich zu kontrollieren.

Pünktlich um halb hielt der schwarze Wagen vor mir und ich starrte ohne große Begeisterung auf den leeren Beifahrersitz. Wo ich wohl sitzen sollte. >Na toll< dachte ich und stieg nach einmal tief durchatmen ein. Auf dem Rücksitz saßen Patrick und Julia und begrüßten mich lächelnd. Wobei dieses Lächeln mehr als nur hinterhältig aussah. Also hatten die beiden das absichtlich so gedeichselt. Klasse, ich hätte sie killen können und zwar alle beide. Ich blinzelte vorsichtig zu Noyn, doch sein Blick war steif auf die Straße gerichtet. Mich beachtete er in keinster Weise. Was ich wohl auch mehr als verdient hatte. Immerhin musste er ja denken, dass ich ihn die ganze Zeit über nur was vorgespielt hatte. Aber mal ehrlich, langsam fragte ich mich, wie ich so den Tag mit ihm zusammen überleben sollte.
 

In den kommenden zwei Stunden versuchte ich meine volle Konzentration in das Buch zu vertiefen. Welches ich mir eingesteckt hatte. Doch war das leichter gesagt, als getan. Julia und Patrick machten es sich leicht. Sie schliefen seelenruhig, Hand in Hand auf dem Rücksitz und Noyn schwieg weiterhin eisern. Welch Kondition, beneidenswert. Ich fand die ganze Situation zum aus-der-Haut-fahren! Aber ihn anzusprechen, wäre mit ziemlicher Sicherheit, absoluter Selbstmord gewesen. Also hielt auch ich weiterhin meinen Mund.
 

Als wir dann endlich den Hamburger Flughafen erreichten, war ich bald ein Nervliches Frack. Niemals hätte ich mir das Ganze so schlimm vorgestellt. Aber da musste ich jetzt durch. Nachdem wir nach einigen Suchen, schließlich einen Parkplatz fanden, machten wir uns zu viert auf den Weg zum Terminal. Dort angekommen begaben wir uns zur Abfertigungshalle. Meine Schwester und Patrick gingen gemeinsam zum einchecken und Gepäckabgeben, während Noyn und ich etwas abseits auf die beiden warteten. "Es muss die beiden ganz schön mitnehmen getrennt zu werden", sagte Noyn zum ersten Mal, heute, ruhig zu mir. Ich nickte ernst. "Natürlich. Für meine Schwester ist es besonders schwer. Patrick ist ihre erste große wahre Liebe, aber nicht nur das, er hat ihr in einer schweren Zeit sehr geholfen. Das hat die beiden sehr stark zusammen geschweißt."

"Wahre Liebe. Eine schöne Bezeichnung. Allerdings schein ich sie nicht erfahren zu dürfen. Denn jedes Mädchen, dass ich liebe oder geliebt habe, verlässt mich", bemerkte er trocken. Ich sah ihn gequält an. "Noyn bitte. Nicht jetzt und schon gar nicht hier", entgegnete ich betrübt und schaute zu den beiden anderen, die wieder auf uns zu kamen.

"Also der Flieger startet um halb zwölf. Jetzt haben wir es kurz vor zehn. Gehen wir noch was trinken? Ich habe noch ne halbe Stunde Zeit", sagte Patrick und dirigierte uns ins nächst gelegene Cafe.

Die nächsten dreißig Minuten vergingen viel zu schnell und schon mussten wir uns vor der Zollkontrolle verabschieden. Zuerst wandte er sich kurz an Noyn. "Also dann, mach's gut und pass mir ja auf die beiden Mädels auf. Egal wie stur sie sind", grinste Patrick und Noyn nickte nur. Dann schnappte Patrick nach meinem Blusenärmel und flüsterte mir etwas ins Ohr. "Und du junge Dame, versöhnst dich am besten schnell wieder mit ihm. Wenn Julia wegen dir, weiterhin für Noyn Seeltröster spielen muss. Sind wir die längste Zeit Freunde gewesen." Ich löste mich von ihm und knuffte ihn in den Oberarm. "Abwarten. Aber jetzt geh endlich zu Julia. Sie ist deine Freundin nicht ich. Also Abmarsch", konterte ich keck. Patrick grinste schräg, tat dann aber wie ihm geheißen. Beide fielen sich in die Arme und wechselten noch ein paar Worte die nur für sie bestimmt waren. Als sie sich dann gänzlich trennen mussten, liefen meiner Schwester die Tränen übers Gesicht und auch ich spürte wie meine Augen feucht wurden. Wie ich solche rührseligen Abschiedsszenen verabscheute. Noyn merkte es und griff sanft nach meiner Hand. Mir war klar, dass es besser gewesen wäre sie ihm zu entziehen. Doch ich konnte es nicht, es war viel zu schön und beruhigend, seine Nähe zu spüren.
 

Bald darauf verließen wir den Flughafen und gingen zum Auto. Doch plötzlich blieb Julia stehen und winkte sich ein Taxi. "Was hast du vor? Kommst du nicht mit?", fragte ich verwundert. Sie schüttelte den Kopf. "Nein. Siehst doch. Ich nehme die Gelegenheit wahr und mache einen Stadtbummel in Hamburg. Heute Abend nehme ich dann den Zug zurück. Also bis dann!", bemerkte sie lachend und verschwand mit dem Taxi, auf nimmer wieder sehen. >Hey, hatte sie nicht eben noch geheult? < dachte ich perplex und sah dem gelben Wagen baff hinterher. Das durfte doch nicht wahr sein, oder doch? Moment, Patrick redet von versöhnen, Julia setzt sich einfach ab. Nein, nicht schon wieder. Sie hatten mich schon wieder eiskalt und völlig hilflos in eine Falle gelockt! So was Fieses!

"Sabrina, wo bleibst du?!", hörte ich Noyn leicht ungeduldig nach mir rufen. Ich drehte mich langsam um. "Komme ja schon", murmelte ich und folgte ihm, gebeutelt zum Auto.
 

Zu beginn der Fahrt schwiegen wir beide. Bis er auf einmal sagte: "Okay, ich weiß das es dir nicht passt. Mit mir allein, hier drinnen zu sitzen. Aber könntest du zumindest so tun als ob?" ich schaute Noyn verblüfft an. "Wie kommst du darauf? Ich meine...", erwiderte ich aufgeregt. "Schon gut. Mir ist klar, dass du mich am liebsten nicht mehr sehen würdest", entgegnete er ruhig. Ich zuckte unwillkürlich zusammen. "Noyn"

"Nein sag jetzt mal nichts. Ich will nur das dir klar ist, dass ich dich nicht aufgeben werde", erklärte er scharf und stoppte den Wagen. Mir war gar nicht aufgefallen, dass er auf eine Raststätte gefahren war und nun sah ich ihn irritiert an. "Warum hältst du hier?"

"Weil ich nur hier mit dir reden kann, ohne das du wegläufst", antwortete er fest und sah mich durchdringend an. "Ich weiß nicht worüber wir reden sollten?", erwiderte ich leicht nervös. "Ich schon. Vielleicht darüber, warum du mich belogen hast"

"Belogen?"

"Korrekt am Samstag. Du hast behauptet, du würdest mich nicht lieben" ich blickte verlegen zur Seite. "Das war..."

"Hör auf zu Lügen!", griff er mich an und drehte mein Gesicht zu sich um, ehe er seine Lippen energisch auf meine presste. Ich hielt für eine Sekunde erschrocken die Luft an. Doch schließlich stieß ich ihn heftig von mir weg. "Lass mich!", schrie ich entsetzt und legte eine Hand auf meinen Mund. Noyn schob sich lächelnd eine Haarsträhne zurück und sagte: "Das war die Strafe für deine Lügen." Der Blick den ich ihm nun zuwarf, hätte töten können. "Lügen? Du hast doch keine Ahnung! Es war mir noch nie so ernst gewesen. Finde dich lieber damit ab, für uns, gibt es kein wir", zischte ich gefährlich ruhig. Noyns Gesichtsausdruck, war weiterhin unbeeindruckt. "Also gut. Wie du willst. Vorerst werde ich dein Spiel mitspielen und brav den Verlassenen mimen. Aber sollte ich den Auslöser für dein hier völlig absurdes Verhalten finden...", gab er seufzend nach. "Das solltest du lieber lassen. Ich glaube kaum das du dem Prinzen der Hölle, kräftemäßig gewachsen bist", verriet ich mit tückischem Blick. Noyn stockte plötzlich. "Der Prinz der Hölle? Aber der Sohn des Teufels, ist doch seit gut 500 Jahren in einem tiefen Schlaf eingefroren", entgegnete er. "Tja, sein Körper vielleicht, aber sein Geist ist ziemlich munter." Noyn runzelte die Stirn. "Ach ja. Die Frage mag vielleicht dreist klingen. Aber weißt du wie Jeannes Cousine früher war, also ich meine ich?", fragte ich zappelig. Er sah mich überrascht an. "Ein bisschen. ich hatte dich nur zweimal gesehen. Einmal bei ihr zu haus und bei ihrer Hinrichtung. Na ja, du warst recht seltsam. Überaus schüchtern, ruhig, zurückhaltend wolltest bloß niemals auffallen. So erschien es mir zumindest. Bis du...", hier hörte er auf zu sprechen. "Bis ich was? Noyn!"

"Hm. Mir kommt gerade ein Gedanke. Warum sich der Sohn des Teufels in Schlaf versetzte. Vielleicht ist es ein Irrtum, aber ... vielleicht bist du...", fuhr er zögernd fort. "Vielleicht bin ich was? Noyn nun rede schon!", fuhr ich ihn an. "Nun vielleicht bist du, seine überall bekannte verlorene Liebe", meinte er langsam. Ich starrte ihn ungläubig an. "Ne oder? Das ist jetzt nicht dein ernst? Nein, Nein! Keine Chance!", wehrte ich fassungslos ab. "Ja vielleicht. Aber im Moment ist das meine einzigste Erklärung hierfür", murmelte er kaum hörbar und startete den Motor wieder. Still fuhren wir dann weiter. Jeder in seine eigenen Gedanken versunken.
 

Bis wir endlich gegen 16 Uhr Flensburg erreichten. Vor dem Haus meiner Eltern, hielt Noyn an. Ich wollte gerade aussteigen, als er nach meinem Handgelenk griff. Überrascht drehte ich mich halb um. "Bitte versuch dich nicht an deine Vergangenheit zu erinnern. Du könntest daran zerbrechen. So stark wie du nämlich immer gerne tust bist du nicht", bat er ernst und ließ mich los. Verwirrt stieg ich aus, schloss die Tür und sah ihm dann hinterher, als er weg fuhr. > Warum soll ich mich nicht erinnern? Wieso sollte ich daran zerbrechen? < "Noyn, bitte sag es mir. Bitte sag mir warum?", flüsterte ich und fühlte mich im selben Moment verdammt hilflos. Denn mich überkam das Gefühl, dass Noyn Recht behalten sollte...
 

To be Continued....
 

Ende diesen Kapitels. Puh das habe ich echt in Rekord geschrieben, hoffentlich merkt man das nicht allzu doll! ^^ Würde mich jedenfalls über etliche Kommis freuen, unter 5 Stück schreib ich nicht weiter!!! *Gespielt droh*

Man hat auch nie seine Ruhe

Abenteuer fürs Leben
 

15. Kapitel
 

Man hat auch nie seine Ruhe
 

So nach langer Zeit beglücke ich euch nun mal mit einem neuen Kapitel. Tut mir leid das es so lange gedauert hat, aber ich hatte in dieser Geschichte ein echtes Schreibtief. Doch nun hoffe ich das sie euch gefälltt. Vie Spaß!
 

Als ich unser Haus betrat, stolperte ich beinahe über die ganzen Koffer, die im Eingangsbereich standen. Aha, Mama und Thorsten sind zurück, dachte ich und ging ins Wohnzimmer, wo ich sie vermutete. Und dort waren sie dann auch tatsächlich. Zusammen mit Andre saßen sie am Esstisch und unterhielten sich, über ihren Urlaub wie ich mal annahm. Das taten sie nämlich immer, wenn sie von einer Reise zurückkamen.

Als ich dazu kam, sprang meine Mutter freudestrahlend auf. "Sabrina! Du bist wieder da! Ich bin ja so froh!", begrüßte sie mich und umarmte mich überschwänglich. "Schon gut Mama. Ich bin ja jetzt wieder hier", erwiderte ich ungerührt und schob sie von mir. Irritiert sah meine Mutter mich an und wechselte einen raschen Blick mit meinem Stiefvater. Der nun auch auf mich zu kam und streng zu mir sagte: "Du könntest ruhig etwas freundlicher zu deiner Mutter sein. Wo du schon einfach verschwunden bist. Du bist wirklich verzogen!" Ich schaute ihn abschätzend an. "Das kann ich ja wohl nur zurückgeben. Wer ist denn, trotz meines Verschwindens in Urlaub? So groß kann eure Sorge ja echt nicht gewesen sein. Also wer sind hier die Rabeneltern? Und außerdem, bist du der letzte der mir hier was zu sagen hat. Du bist noch nicht mal mein richtiger Vater!", konterte ich wütend.

"Aber ich wusste doch immer wo du warst", widersprach Thorsten plötzlich sanft. Meine Mutter und ich sahen ihn verblüfft an, nur Andre grinste leicht. Ich ahnte was hier los war. "Moment. Du hast doch immer behauptet, du wüsstest es auch nicht, Liebling", sagte meine Mutter verwirrt. "Wie es aussieht hat er gelogen", zischte ich unter zusammen gebissenen Zähnen hervor. Thorsten nährte sich meiner Mutter und legte ihr einen Arm um die Schulter. Ich sah schlimmes aufkommen und wollte ihr helfen, doch ein fester Griff um meinen Arm hielt mich davon ab. "Lass ihn, es ist zu ihrem besten", behauptete Andre und nickte Thorsten zu. Dieser fuhr mit einer Hand über das Gesicht meiner Mutter und flüsterte: "Es wird Zeit, dass du wieder du wirst. Danke du hast uns gute Dienste geleistet." Dann sackte meine Mutter in sich zusammen. Thorsten hob sie hoch und sah zu mir und Andre. Ich hatte eben nur zu sehen können und wusste nicht wie ich mich verhalten sollte. Doch jetzt riss ich mich von Andre los und schrie: "Was habt ihr mit ihr gemacht!? Was ist mit meiner Mutter!" Andre gab dem Erwachsenen ein Zeichen und dieser begab sich zur Treppe. "Deine Mutter schläft. Und das wird sie solange tun, bis alles vorbei ist. Vertrau mir, es ist zu ihrem besten", erklärte mir Andre kalt. "Zu...zu ihrem besten? Dir vertrauen? Du spinnst wohl!", fauchte ich bloß und folgte Thorsten.
 

In der ersten Etage rannte ich ins Schlafzimmer und sah gerade noch, wie Thorsten meine Mutter auf ihrer Bettseite zudeckte. Ich war echt sprachlos, ich meine, ich war doch nicht im falschen Film oder? Vor mir und jetzt auch hinter mir standen die Bösewichte und ich war die Gute, soviel war schon mal klar. Aber warum umsorgte er meine Mutter dann so? Hm ...okay eindeutig etwas seltsam, aber momentan auch nicht lebenswichtig. Ich musste diese Typen irgendwie loswerden, aber wie? Also beschloss ich erst mal herauszufinden wer dieser Thorsten nun wirklich war. "Wer bist du? Auf keinenfall ein normaler Mensch", fragte ich angespannt. "Das ist korrekt. Erlaube mir mich vorzustellen. Mein Name ist Kain und ich bin froh dich wieder zu sehen, geliebte Tochter", verbeugte sich Thorsten vor mir. Das raubte mir schon beinahe wieder den letzten Nerv, aber was ich dann sah, ließ mich an meinem Verstand zweifeln. Vor mir stand, ein Abbild meiner selbst, nur halt männlich. Die Augen, die Nase, die Haare, das Kinn. Es war echt unheimlich. Sein Outfit war Pechschwarz. Das einzig anders farbige was sein graues Shirt unter dem schwarzen Mantel, der durch einen Gürtel zu gehalten wurde.

"Überrascht?" Andre amüsierte das alles hier prächtig und schließlich trat er neben Thorsten oder Kain. Ich atmete tief durch und erwiderte dann: "Ein bisschen. Irgendwie habe ich befürchtet das du nicht allein hier sein würdest." Der Erwachsene wand sich an Andre. "Herr euer Körper wartet auf euer Erscheinen. Geht und nehmt ihn wieder an."

"Sehr gut. Das werde ich machen. Denn diesen Körper habe ich wirklich langsam über", nickte der Junge und fügte dann noch hinzu: "Und du kümmerst dich solange um meine zukünftige Braut." Kain nickte ergeben und ich spürte wie meine Nerven durchzuckten. "Was heißt hier Braut? Hey, komm gefälligst zurück!", schrie ich zornig, doch Andre war weg. Einfach weg. "Argh! Dieser .... wo ist er überhaupt hin?"

"Er ist in der Hölle, wo er seinen Körper vor 500 Jahren in einen tiefen Schlaf setzte, nur um dich eines Tages wiederzusehen", antwortete mir Kain und deutete mir, ihm nach unten zu folgen. Mit einem letzten Blick auf meine schlafende Mutter, tat ich dies dann auch. Was anderes hätte ich im Moment ohnehin nicht machen können.
 

Im Wohnzimmer unten, setzte ich mich dann auf die Couch und musterte Kain genau. Ich mochte ihn nicht, aber eine winzige Vertrautheit spürte ich in mir und das störte mich. "Du ahnst nicht wie ich mich auf eure Trauung freue. Meine Tochter die Königin der Hölle. Was kann sich ein Vater mehr wünschen", schwärmte er vor sich hin. "Tja, nur das ich nicht deine Tochter bin und es auch nicht sein will", schoss ich prompt zurück. "Und nur damit eins klar ist, du brauchst gar nicht einen, auf guter Freund machen. Du gehörst zum bösen König und somit bist du mein Feind." Danach stand ich auf und wollte auf mein Zimmer. Kain hielt mich jedoch davon ab, indem er mich am Handgelenk packte. Ich versuchte mich loszureißen, doch hielt er mich fest im Griff. "Lass mich los", zischte ich und meine Augen sprühten Funken. "Nein Anna. Denn ob es dir gefällt oder nicht. Ich bin dein Vater, ohne mich würde deine Seele gar nicht existieren", entgegnete Kain nun ebenfalls verärgert. "Und wieder ein Irrtum, Papi. Ohne Gott, würde meine Seele gar nicht existieren", informierte ich ihn herablassend, wobei das Papi vor Spott nur so troff. "Und selbst wenn du einst mein Vater gewesen sein solltest. Jetzt nicht mehr und ich will es auch nicht. Ich erinnere mich nicht mal daran, also hör endlich auf einem Hirngespinst nach zujagen. Deine Anna starb vor über 2000 Jahren."

"Nein, du bist es. Und du wirst es immer sein. Du musst dich erinnern, wie es mal war. Daran wie sehr ich dich geliebt habe, mehr als deine Geschwister. Du warst der Sonnenschein des Dorfes. Jeder Junggeselle wollte dich zur Frau", sprach er eindringlich auf mich ein. Langsam aber nur langsam begann sich meine Abscheu vor ihm, in Mitleid zu verwandeln. Er war so in seine einste Tochter vernarrt, dass er den Blick für die Realität verloren hatte. Aber ich war nicht in der Lage und nicht gewillt ihm diese zu ersetzen. Und selbst wenn ich es wirklich mal gewesen war, jetzt war ich es nicht mehr und ich war froh es nicht zu sein. "Es tut mir leid, aber ich bin nicht wirklich die, die du in mir zu sehen glaubst. Ich bin Sabrina Belden und niemand anders. Damit solltest du dich besser abfinden. Gute Nacht", murmelte ich zum Schluss, dann entzog ich mich seiner Hand und ging in mein Zimmer. Welches ich von innen abschloss.
 

Dort, warf ich mich dann aufs Bett und vergrub mein Gesicht im Kopfkissen. Damit man mein schluchzen nicht hörte. Seit ich Noyn kennen gelernt hatte, verlief mein Leben chaotischer als es ohnehin schon gewesen war. Und nun durfte ich ihm nicht mal nahe sein, ohne das man ihn töten würde. Ich hätte schreien können vor Frust. "Womit hab ich das verdient", seufzte ich geschlagen. "Nenn es einfach mal Glück." Ich fuhr ich vom Bett hoch. "Na...Nael! Erschreck mich nie wieder so!", fuhr ich meinen Erzengel sauer an. Der Junge Mann ließ sich vom Fensterbrett ins Zimmer gleiten und grinste unschuldig. "Sorry. Aber warum beschwerst du dich. Es gibt Menschen die würde liebend gerne mit dir tauschen", bemerkte ich lässig. "Sicher doch. Nenn mir einen und ich überlass ihm sofort alles", erwiderte ich trocken. "Sein wir doch ehrlich, keiner ist scharf auf das was ich hier gerade erlebe... Fangen wir doch mal an, mein Stiefbruder ist seit vierzehn Jahren regulär tot und mein Stiefvater behauptet Kain zu sein. Mein Vater, von vor was weiß ich wie vielen Jahren. Und der Mann den ich liebe und nicht lieben darf ist ein Halbdämon, mit ehemaligen Jeanne d'Arc Fieber. Aber damit nicht genug, nein, ich hab noch einen Wahnsinnigen an der Backe, der von einem vergangenen Versprechen labert. Welches ich noch einlösen sollte. Hey Hallo? Ich hab jetzt echt keinen Bock mehr auf den Kram, überhaupt hängt ihr mir übersinnlichen Typen langsam aber sicher zum Hals heraus!" explodierte ich nun völlig. "Mir scheint als sei ich und damit meine ich, mein wirkliches ich, hier so ziemlich jedem egal." Nael schwieg betroffen und blickte mich traurig an. Ich atmete tief durch und murmelte müde: "Tut mir leid. Ich wollte dich nicht so anfahren. Oje, ich wollte zwar immer das mein Leben wie in einem Manga abläuft, aber dass hier ist irgendwie doch ein bisschen zu heftig!"

"Ja, das verstehe ich. Das Leben ist schon komisch nicht? Man wünscht sich was und wenn man es hat, ist man auch nicht zufrieden. Ich zum Beispiel wollte immer so aufgeschlossen und selbstbewusst wie Noyn sein. Jetzt als Toter bin ich es zwar, aber um ehrlich zu sein. Wirklich glücklich bin ich damit auch nicht", gestand mir Nael leise lachend und setzte sich neben mich. "Ist das dein ernst? Wow, dass hätte ich jetzt echt nicht gedacht", entfuhr es mir verblüfft. "Tja, es gibt vieles was du nicht weißt, nicht mal dran denken würdest", lächelte der Erzengel mich sanft an. "Wie meinst du das?"

"Das musst du noch nicht unbedingt wissen. Momentan ist nur wichtig, dass du nicht aufgibst. Ich weiß sehr wohl das du Noyn noch liebst und wie sehr dir die Trennung zu setzt. Aber jetzt gib dich bitte nicht geschlagen, du musst weiter kämpfen, wofür hast du sonst all das andere bisher überstanden?", bat er mich. "Wer redet denn vom aufgeben? Ich gebe nicht auf. Oh nein, dass werde ich niemals tun. Mein Leben lang habe ich gedacht, allein zu sein und nun habe ich gute und mir teure Freunde gefunden und die gebe ich nicht auf. Und wenn mich der Teufel persönlich dazu zwingt", entgegnete ich energisch. "Aber allein schaffe ich es auch nicht. Ich kann doch auf deine Hilfe zählen, oder Nael?", fügte ich unsicher hinzu. "Was denkst du denn", nickte er zustimmend. "Danke", sagte ich erleichtert und lehnte mich an seine Schulter. "Hey, was hast du denn?", fragte Nael, doch ziemlich überrascht über meine Handlung. "Bin nur müde, will schlafen", murmelte ich träge und kurz darauf betrat ich das Reich der Träume.
 

Das schrille klingeln meines Weckers, riss mich aus meinem schönen Traum, indem Noyn und ich ein glückliches und zufriedenes Leben führten. Verschlafen haute ich auf den Wecker und brachte ihn so zum schweigen. Dabei grummelte ich schläfrig: "Sei endlich still. Ich weiß selbst das ich zur Schule muss." Also krabbelte ich aus meinem warmen Bett und ging ins Bad um mich fertig zu machen. Dann schlüpfte ich in eine schwarze Jeans, ein rotes Top und schwarzen Blazer, dazu schwarze Stiefel und eine schwarze Ballonmütze. Okay, es ist Sommer, aber wer gut aussehen will, muss nun mal schwitzen. Und ich liebe nun mal die Farbe schwarz. Aber egal, danach schnappte ich mir meine Schultasche und verließ das Haus. Aufs Frühstück verzichtete ich heute einfach mal. Mir war es lieber so schnell es ging von diesem Irren weg zu kommen.
 

Ich hatte Glück, ich erreichte gerade die Bushaltestelle als auch der Bus um die Ecke bog. Aus einem der hinteren Sitzbänke winkte mir meine Klassenkameradin Vroni zu. Ich ging zu ihr hin und setzte mich auf den Platz neben ihr. "Hallo, an wie waren deine Ferien und wo warst du gestern überhaupt?", begrüßte sie mich gutgelaunt und strahlte mir ihren Sommersprossen und grünen Augen um die Wette. Aber das tat sie ja immer. Vroni hieß eigentlich Veronika Huber und war genauso alt wie ich. Was man ihr aber, dank ihrer 153 cm und Feuerroten Locken nicht ansah. Das hatte uns vor Kinos und Diskotheken auch immer wieder in Probleme gebracht. Ich seufzte herzerweichend. "Frag lieber nicht. Glauben würdest du mir eh nicht", antwortete ich. "Warum? Ist es so verrückt? Los erzähl!", drängte Vroni vergnügt. Ich schüttelte stur den Kopf. Zwar versuchte sie während der Fahrt zur Schule die ganze Zeit, was zu erfahren. Doch ich blieb stur und zum ersten Mal merkte ich, was für eine Nervensäge sie eigentlich war.

Kurze Zeit später hielt der Bus und wir mussten aussteigen. An der Haltestelle wartete bereits eine weitere Klassenkameradin von uns. Cynthia Gortis, sie war griechischer Abstammung hatte ein dem entsprechendes Temperament und einen ebenmäßigen braunen Teint. Um den man sie nur beneiden konnte. Trotz allem war sie sehr nett, aber mindestens eine genauso große Nervensäge wie Vroni. Nachdem wir uns begrüßt hatten, begaben wir uns zum Schulgebäude, dass nur fünf Minuten entfernt lag.

Dabei mussten wir über eine viel befahrene Hauptstraße. Inzwischen hatte Vroni natürlich haarklein Cynthia über meine Ferien Geheimniskrämerei berichtet und nun begann diese mich auch mit Fragen zu bombardieren. Meine Nerven begannen wieder bis aufs äußerste zu zucken und ich konnte bald für nichts mehr garantieren.

Nach der nächsten Frage fuhr ich die beiden gereizt an: "Hört endlich auf zu nerven! Ich sag euch nichts und damit basta!" Jetzt hielten die beiden den Mund. Denn es war das erste mal das ich sie anschrie, aber es war einfach nicht mehr zum aushalten gewesen. Und wer auch solche Freunde hat, weiß was ich meine.

Bald darauf erreichten wir auch schon das Schulgebäude. Es war ein 3.Stöckiges rotes Backsteingebäude und erfasste drei Schularten Sozialpflege, Sozialpädagogik und Gesundheit & Ernährung. Letzteres hatte ich gewählt, dass war einfach praktischer und die Schuljahre kürzer. Aber genug dazu, gleich nachdem ich das Schulgelände betreten hatte spürte ich eine dunkle Aura um mich. Hier stimmte was nicht und das gefiel mir nicht. Mal wieder.

Ich sah mich prüfend um, während wir über den Schulhof gingen, alles wirkte wie immer. Bis ich plötzlich etwas entdeckte das mir völlig neu war. "Hey, was ist das für eine Skulptur?", fragte ich und deutete auf die weibliche Person aus Bronze die mitten auf dem Schulhof stand. "Ach das, dass ist doch die Gründerin unserer Schule. Weißt du das nicht mehr. Unsere Direktorin hat sie während der Ferien ihr zu ehren, hier aufstellen lassen und gestern mussten wir deswegen alle auf ihr unterschreiben, warum..."

"Warum wissen wir auch nicht", beendete Cynthia Vronis Satz. "So... hm, irgendwas stimmt mit ihr nicht", murmelte ich zu mir selbst, doch hatte Vroni den Satz verstanden, bezog ihn aber auf die falsche Person. "Klar, aber wir wissen doch alle das die Klaus einen an der Klatsche hat!", grinste sie frech. Ich erwiderte nur ein Schulter zucken darauf. "Jetzt kommt schon ihr beiden, wen interessiert hier denn diese Statur. Sabrina wenn du willst kannst du den neuen Stundenplan bei mir abschreiben", platzte Cynthia zwischen uns und sah mich abwartend mit ihren braunen Augen an. Ich nickte lächelnd. "Ja danke, dass wäre nett", antwortete ich und folgte ihnen ins Schulgebäude, nicht aber ohne einen letzten Blick auf die Skulptur zu richten. Mit der stimmte eindeutig etwas nicht.
 

Auf dem Weg zu unserem Klassenzimmer begegnete uns dann auch noch die Direktorin. "Ah, Frau Belden, wie schön das sie uns zumindest heute beehren. Hatten wohl gedacht einen Tag länger Ferien machen zu müssen, was?", fuhr sie mich auch sogleich an. Ich war für eine Sekunde vollkommen perplex. Hatte mich aber schnell wieder gefangen. "Keineswegs. Es gab nur familiäre Probleme, die leider Vorrang hatten", erwiderte ich so ruhig wie möglich. Frau Klaus lachte spöttisch auf. "Also wirklich das ist die unsinnigste Entschuldigung die ich je gehört habe. Sie hätten hier sein sollen und da sie es nicht waren, werde ich ihnen auch sogleich einen Verwarnung geben. Noch mal so ein Vorfall und sie Fliegen!", informierte sie mich spitz und blickte mich herablassend an. In dem Moment, vernahm ich auch ein leisen Piepen. Welches von meinem Kreuz in der Tasche kam. Zu meinem Schreck schien es auch unsere Direktorin gehört haben, denn sie sah erst mich scharf an, doch entschied sie sich dann anders und fauchte Cynthia an: "Und sie Frau Gortis wissen doch, dass Handys in dieser Schule verboten sind! Geben sie mir ihres sofort, dann dürfen sie es nach dem Unterricht bei mir im Büro abholen." Meine Schwarzhaarige Freundin sah sie entgeistert an. "Ich hab meins nicht mal dabei!", verteidigte sie sich. "Lüg nicht!", kreischte Frau Klaus und versetzte Cynthia eine schallende Ohrfeige. Alle die sich in diesem Moment in Gang befanden starrten entsetzt zu uns. Auch Vroni und ich waren geschockt. Nur die Direktorin lächelte genugtuend. Das war zuviel. "Was fällt ihnen ein, sie können doch keine Schülerin schlagen!", entfuhr es Vroni. "Sei still, du Luder. Sonst bist du die nächste", zischte sie Erwaschene frostig. Nun langte es auch mir. "Hier ist niemand der nächste. Haben sie gehört?", sagte ich ruhig aber bestimmt und sah der Direktorin klar in die Augen. In deren Augen der Hass mich beinahe hätte töten können. "Frau Belden, sie sollten lieber ganz ruhig sein. Sonst können sie ihre Bücher gleich abgeben. Also dann, schönen Tag noch", erwiderte sie süffisant und entfernte sich von uns.

Cynthia sank noch immer geschockt in die Knie und drohte zum ersten mal, seit ich sie kannte in Tränen auszubrechen. Vroni hielt sie tröstend im Arm. Nur ich stand noch vor beiden und blickte finster der Direktorin nach. "Die kann was erleben. Das werde ich der Schulverwaltung melden", drohte Cynthia nun etwas ruhiger wütend. Ich sah sie ausdruckslos an und entgegnete: "Nun ich weiß nicht, ob du dir das noch mal überlegen solltest."

"Was? Sag mal spinnst du? Du hast doch gesehen, was sie mit ihr gemacht hat!", fuhr Vroni mich verständnislos an. "Ja das habe ich. Aber jetzt seid doch mal ehrlich. War das wirklich unsere Direktorin? Okay, sie war schon immer streng, hochnäsig und eine absolute Zicke. Aber wir wissen doch alle, dass sie niemals die Hand gegen einen von den Schülern erheben würde!", widersprach ich nüchtern. "Hm... da hast du wohl Recht", gab sie nachdenklich zu. "Also, so ihr geht dann jetzt am besten ins Klassenzimmer und nehmt am Unterricht teil", bestimmte ich klar. "Und du?", Cynthia sah mich erstaunt an. "Ich...ich werde ein bisschen Schwänzen", antwortete ich gelassen. "Schwänzen? DU?!", beide sahen mich entgeistert an. "Ja und? Und jetzt seht zu, dass ihr in die Klasse kommt, ich geh etwas erledigen!", rief ich ihnen noch zu und rannte dann Frau Klaus hinterher. Denn inzwischen war ich mir 100% sicher, dass sie von einem Dämon besessen war.
 

Nach etlichen Ecken und Gängen, geriet ich langsam aus der Puste. Die Frau war wie vom Erdboden verschwunden. Auch das Kreuz, machte keinerlei Anstalten, mir ein Zeichen zu geben. Es war wie verhext. Aber noch etwas verwunderte mich, nirgendwo hörte ich die Stimmen von Lehrern aus ihren Räumen, die unterrichteten. Um nicht zu sagen, es war toten still im gesamten Gebäude. Böses ahnend, rannte ich zu meinem Klassenzimmer und riss die Tür auf. LEER. Nicht ein einziger Schüler oder Schülerin waren darin. Aber wo waren sie dann alle? Wenn nicht in der Schule, dann vielleicht auf dem Hof oder der Turnhalle. Als ich den Hof erreichte war auch dieser wie leer gefegt. Ich lief weiter, in Richtung Turnhalle und als ich an der Statur vorbei kam, fing auch mein Kreuz wieder an zu Piepen. Nun war es auch amtlich, ein Dämon trieb hier sein Unwesen, aber wo hatte er seinen Ursprung? Auf jeden fall hing unsere Direktorin mit drin. Fragt sich nur warum, denn so ein reines Herz hatte die doch sicher nicht.

Je näher ich der Sporthalle kam umso deutlicher wurde das Piepen. Als ich die Türen zur Halle öffnete, glaubte ich mein Herz bliebe stehen. Da lagen sie alle!
 

Alle meine Mitschüler lagen bewusstlos auf dem Boden. Ich starrte sie entsetzt an. Dann ließ ich meinen Blick umher wandern. Und blieb bei unserer Direktorin hängen. "Du warst das! Ich hab es doch geahnt, dass hier ein Dämon ist!", fauchte ich heiser. "Ja aber du bist zu spät. Ich habe sie alle unter meiner Kontrolle", lachte der Dämon in Frau Klaus Gestalt höhnisch. "Das werden wir ja noch sehen!", rief ich wütend und wollte nach meinem Kreuz greifen, als mir meine Tasche von der Schulter gerissen und durch die Luft geschleudert wurde. "Nein!", stieß ich rau hervor und wollte ihr hinterher. Doch sogleich musste ich erkennen, dass alle Schüler sich wieder erhoben und wie Zombies auf mich zukamen. Unter ihnen auch Vroni und Cynthia. "Oh nein, dass wird zu eng. Am besten ich such erst mal das weite. Ohne mein Kreuz komme ich eh nicht gegen sie an", murmelte ich panisch und drehte mich um. So schnell ich konnte sprintete ich zurück zum Schulgebäude. Warum ausgerechnet dorthin, werde ich mir wohl niemals erklären können. Aber ich tat es einfach. Hinter mir eine ganze Armee von nicht ganz bei sich seienden Schülern.

Hastig riss ich die Tür zum Gebäude auf und rannte hinein. Von dort nahm ich die Treppe nach oben. Vielleicht konnte ich vom Dach aus, zumindest nach Hilfe rufen. Ich weiß es war ein Risiko und verflixt naiv, aber im Augenblick standen meine Gedanken einfach Kopf. Doch auch hier verfolgten mich meine Mitschüler gnadenlos und entweder die wurde schneller oder ich begann langsamer zu werden. Auf jeden fall fiel mir das Laufen zunehmend schwerer.

Als ich oben ankam, atmete ich erst mal kurz durch. Dann rannte ich zur Tür die zum Dach führte. Doch war diese verschlossen. "Oh bitte nicht", stieß ich atemlos hervor und spürte wie mir die Tränen kamen. Denn jetzt saß ich eindeutig in der Falle. Die anderen waren inzwischen auch oben angelangt und als ich mich nun zu ihnen umdrehte, hatten sie mich bereits umkreist. Ich hatte keinerlei Chance mehr zu entkommen.

Sollte ich mich jetzt wirklich geschlagen geben? Ich kniff die Augen fest zu und schüttelte heftig den Kopf. Niemals! Ich sammelte meine letzten Kraftreserven und schmiss mich nach vorne. Dabei riss ich auch einige der Schüler um, aber das ließ sich jetzt nicht ändern. Ich war beinahe an der Treppe angelangt, als ich hart am Arm gepackt und zurück gezerrt wurde. Ich erkannte auch sofort wer mich so grob gepackt hatte. Cynthia. Diese schubste mich kräftig jemand anderen zu und dieser jemand war Vroni. Ich versuchte mich ihrem Griff zu entwinden doch zwecklos. "Brav gemacht meine Lieben. Ihr habt die böse Saint gefangen, ihr wisst ja, was ihr nun, nur noch zu tun habt", sagte Frau Klaus alias widerlicher Dämon und grinste tückisch. Vroni blickte nur starr gerade aus und hob mich, mit einem Arm leicht hoch. Ich war viel zu entsetzt um nur irgendwie zu reagieren. Was hatte sie vor? Doch dann erkannte ich es. Als sie mir einen weitern Stoß verpasste und ich übers Treppengeländer stürzte. Ich war viel zu geschockt um zu schreien. Ich sah nur unbeweglich nach oben, von wo mir die andern beim fallen zusahen und merkte nicht, wie der Boden vom Untergeschoss immer näher kam.....
 

To be continued...
 

So nun bitte ich um Kommis, ob gut ob schlecht, mir ist alles Recht. Bis dann!!!

Alte Freunde

Abenteuer fürs Leben
 

16. Kapitel
 

Alte Freunde
 

So dann bin ich wieder und vielen Dank für euer Kommi!!! Nun setzte ich auf die Zielgerade, denn es sind nur noch wenige Kapitel bis zum Schluss, die ich in schneller reinfolge, nun hochladen werde! Aber nun viel Spaß bei lesen!!
 

Mein Kopf fühlte sich völlig leer an. Obwohl mir doch eigentlich haufenweise Gedanken durch den Kopf hätten jagen müssen. Ich spürte nur, dass ich jetzt anscheinend schneller zu fallen schien.

Was aber plötzlich hart gebremst wurde. Jemand hatte mich abgefangen. Ich blinzelte kurz und sah in Noyns Gesicht. "N...Noyn! Gott sei Dank!!", rief ich überglücklich aus und schlang meine Arme um seinen Hals. "Schon gut", beruhigte er mich leise und drückte mich an sich. "Ich bin so froh, es noch rechtzeitig geschafft zu haben."

"Ja danke, ich bin auch so froh dich zu sehen", schluchzte ich. "Ich auch. Doch nun müssen wir hier raus. Die gesamte Schüler- und Lehrerschaft wird von einem Dämonen kontrolliert", erwiderte Noyn ernst. "Ich weiß. Meine Direktorin ist von ihm besessen", erklärte ich ihm. "So und hast du eine Ahnung, was der Besessene Gegenstand ist?"

"Ja draußen auf dem Hof, die Statur."

"Okay, dann dahin", bemerkte Noyn und ehe ich mich versah standen wir auf dem Pausenhof. Umringt von kontrollierten Schülern. "Na toll", bedachte ich die Situation mit einer Spur Galgenhumor. "Ich werde sie ablenken, dann kannst du dich verwandeln und den Dämon bannen", sagte Noyn und sah mich abwartend an. "Klingt ja soweit ganz gut. Es gibt nur ein Problem. Ich hab kein Kreuz hier", erwiderte ich lässig. "Du hast was...?" Schnell stellte sich Noyn vor mich und aktivierte ein Majufu. Damit die sich inzwischen wieder gefangenen Schüler nicht auf uns los gehen konnten. "Wo hast du es denn?", fragte Noyn entgeistert, nachdem er sich versichert hatte, dass sein Majufu standhält. "In der Turnhalle. Irgendjemand hatte mir meine Tasche entrissen und weggeworfen", erklärte ich kurz und bündig. "Das ist nicht gut", bemerkte er. "Danke weiß ich auch. Aber weißt was, ich hol es mir jetzt wieder!"

"Was? Nein, Sabrina bleib hier!"; schrie Noyn. Doch ich war bereits aus dem Schutzkreis getreten und versuchte mich nun durch die Schülermassen zu kämpfen. Wobei ich so einige Schläge und Tritte einstecken musste. Aber ich konnte meine Mitschüler nicht so einfach angreifen. Auch Noyn hatte sein Majufu inzwischen aufgelöst und versuchte gegen die Schüler an zu kommen. Plötzlich packten mich zwei Typen aus der Oberstufe des Gymnasiums. Ich zappelte unter ihren festen Griffen so viel ich konnte. Sie lockerten ihn kein Stück und auch Noyn kam nicht weiter. Irgendwie sitzen wir in der Patsche, oder sieht das jemand anders?, dachte ich schief Grinsend. Auf einmal erklang wie aus dem Nichts ein Peitschenknall und die Hand um meinen linken Arm löste sich. Dann sah ich einen blitzschnellen Schatten vorbei huschen und jeder der dem im Weg war, sackte in sich zusammen. So auch der Typ rechts von mir. Erleichtert wollte ich zu Noyn rennen, doch ließ mich eine Feuerflamme blitzschnell stoppen. Verblüfft starrte ich auf die Gestalt von der sie kam, Noyn schaute nicht weniger verblüfft. "Silk!", riefen wir in synchron. Der kleine Drache nickte. Und plötzlich hörte ich hinter mir wieder einen Knall und an Noyn huschte wieder dieser Schatten vorbei. Wir drehten uns in die Richtung, aus der sie kamen und als die getroffenen Schüler zusammensackten, erkannten wir auch diese Personen. "Jeanne?" "Sindbad!" Die beiden nickten. "Hi, wie wir hörten könntest du Hilfe gebrauchen!", grinste Sindbad und ließ seinen Bumerang wieder auf die anderen los. Die wieder umfielen. "Los leg das Schachmatt, wir halten sie auf!", rief Jeanne und wehrte Schüler mit ihrem Band ab. "Ich kann ni..."

"Doch, ich denke das sollte helfen", sagte eine freundliche Stimme hinter mir. Ich drehte mich um. "Nael?" Er hielt mir das Kreuz vor die Nase. "Bitte und jetzt sorg dafür, dass alles wieder normal wird", lächelte er. Ich nickte fest. "Ja danke Nael", erwiderte ich und ging zur Statur, dessen Gesicht, sich zu bewegen begann. "Vielleicht denkst du jetzt wenn du mich besiegst ist Ruhe. Aber ich sage dir, du wirst nie glücklich, solange du dich gegen den jungen Meister stellst und ihn hintergehst!", höhnte er. "Tja das ist deine Meinung. Aber ich habe Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann. Allein schon deswegen bin ich glücklich. Aber..." Ich konzentrierte mich aufs Kreuz und stand kurz darauf verwandelt vor ihm. "Aber hat das dein ach so toller Meister auch? .... Ich glaube nicht... Schachmatt!!!!", rief ich und die Statur verschwand in einer Rauchwolke. Das Letzte was zu hören war, waren die Worte. "Egal ob du Freunde hast. Für deine Seele gibt es keine Rettung, denn für deinen einsten Verrat, wirst du sowieso in der Hölle schmorren." Die letzten Worte verursachten einen Stich in meinem Herzen. Doch dann machte es 'ploff' und die Schachfigur lag vor mir. Ich hob sie auf und sah sie nachdenklich an. Etwas in mir sagte, dass seine Worte einen wahren Hintergrund hatten, aber warum?

"Saint, alles okay? Du hast es geschafft!", lachte Nael und kam auf mich zu. Ich drehte mich zu ihm um und nickte. "Ja...ja alles okay", lächelte ich und öffnete die Haarspange, die mich zurückverwandelte. Auch die anderen nahmen ihr Ziviles Äußeres wieder an.

Mit einem Blick auf die geretteten und bewusstlosen Mitschüler sagte ich: "Kommt, lasst uns nach Hause. Sonst gibt's nur unangenehme Fragen." Chiaki nickte. "Sie hat Recht!", stimmte mir Access zu, den ich erst jetzt bemerkte. Also sahen wir zu, dass Schulgelände auf den schnellsten Weg zu verlassen.

Doch bereits nach den ersten paar Metern, spürte ich einen Schwindel in mir aufsteigen und fiel in ein dunkles Loch. Die aufgeregten Stimmen meiner Freunde vernahm ich nur schwach.
 

Tiefe Dunkelheit war um mich herum. Ich lag auf etwas weichen, doch der Stoff war sehr kratzig. Ich versuchte mich aufzusetzen. Doch meine Glieder schmerzten höllisch. Plötzlich wurde es etwas heller. Eine Frau war zu mir getreten. Ich kannte sie nicht, fühlte aber eine gewisse Vertrautheit, als hätte ich sie mal gekannt. "Wer sind sie", fragte ich heiser und erschrak darüber, wie rau meine Stimme klang. Überhaupt fühlte sich meine Kehle trocken an und schmerzte bei jedem Wort. Auch meine Lippen, fühlten sich spröde und rissig an. "Wie kannst du es wagen, mich so was zu fragen. Wo du es doch ganz genau weißt, du Miststück!", schrie die Frau. Dann begann sie mit einem harten Stock auf mich einzuschlagen. "Du verdorbenes Luder. Wie konntest du das meiner Tochter antun? Sie ist deine Cousine!!! Du...du... Ich hoffe du schmorrst in der Hölle!!!", schrie sie aus Leibeskräften und drosch immer weiter auf mich ein. Krampfhaft versuchte ich meinen bereits ziemlich geschundenen Körper zu schützen und schrie dabei immer wieder etwas. Was ich nicht verstand, aber es klang überaus verzweifelt. Mir liefen die Tränen übers Gesicht, was mich verwunderte denn eigentlich hatte ich gedacht, bereits alle verweint zu haben. Nun packte sie mich auch bei den Schultern und schüttelte mich heftig. Dabei rief sie: "Wach auf! Bitte Sabrina, mach die Augen auf!"

Okay das machte mich nun doch stutzig, erst schlägt diese Person auf mich ein und nun klingt sie so besorgt. Also schlug ich hastig die Augen auf und sah in die Augen von Noyn. Die mich sorgenvoll anblickten.

Irritiert blickte ich mich um. Ich lag auf seinem Bett, in Patricks Haus. Hinter Noyn der auf der Bettkante saß, stand Nael und auf der anderen Seite, standen Chiaki, Marron und Access. "Alles in Ordnung?", fragte Marron zögernd. Langsam richtete ich mich auf und nickte. "Was war denn los? Du bist einfach umgekippt!", bemerkte Access vorlaut. "Ich weiß auch nicht. Mir war nur auf einmal so schwindlig geworden", antwortete ich zaghaft. "Bist du sicher das dass alles ist?", hakte Noyn ernst nach. Ich sah ihn erstaunt an, dann zogen sich meine Augenbrauen ärgerlich zusammen. Warum wusste ich auch nicht. "Natürlich, was sollte denn sonst noch sein?", grummelte ich und schwang mich aus dem Bett. "Hm... mir fällt es schwer dir das zu glauben. Du hast im Schlaf geredet", überlegte Noyn und blickte mich herausfordernd an. "Das ist nicht dein ernst."

"Doch...Noyn sagt die Wahrheit, du hast ganz komische Dinge vor dich hingemurmelt", warf Nael ein. Ich spürte wie ich rot anlief, dass war mir jetzt wirklich peinlich.

Schweigen breitete sich aus, dass Noyn kurz darauf wieder brach. "Sabrina, könnte ich mal mit dir unter vier Augen sprechen?" Ich verstand zwar nicht was er damit bezwecken wollte, nickte dann aber. Es wäre unfair gewesen, ihn diese Bitte zu verwehren, schließlich hatte er mir auch das Leben gerettet. "Okay, wir warten dann im Wohnzimmer", meinte Chiaki und verließ mit den anderen das Zimmer.
 

Nun waren wir allein. "Also was willst du mir sagen?", fragte ich abwartend. "Dein Traum..."

"Das war ein Alptraum, wenn das alles ist dann..."

"Nein, es war eben nicht nur ein Alptraum! Es war ein Abschnitt deiner Vergangenheit!", fuhr er mich unwirsch an. "Ich habe etliche deiner gemurmelten Wortfetzen verstanden, Nael wird dies wohl auch, aber inzwischen ist mir klar geworden, was du da geträumt hast."

"Das ist doch Blödsinn, Noyn. Warum sollte ich so was träumen?", lachte ich nervös, denn nicht glauben konnte ich ihm auch nicht völlig. "Das weißt du ganz genau! Der Sohn des Teufels hat es auf dich abgesehen", warf er mir vor. "Toller Grund, ehrlich. Obwohl...er hat gesagt, ich würde mich schon an damals erinnern", stockte ich. "Kann es sein... ist es möglich, dass es begonnen hat?" Noyn nickte ruhig. "Ja und es gefällt mir nicht. Sag mir, was du geträumt hast?", forderte er und setzte sich wieder aufs Bett. Ich setzte mich neben ihn und begann ihm, nach einigen Sekunden des Zögerns, von meinem Traum zu erzählen.

Erst schwieg Noyn, dann sagte er fest: "Ich lasse dich nicht mehr aus den Augen." Ich sah ihn überrascht an. "Was? Aber! Das geht nicht, du musst", lehnte ich entsetzt ab. "Oh nein, denn ob es dir gefällt oder nicht. Dein Traum war ein Teil deiner Vergangenheit und ein nicht gerade schöner Abschnitt. Um es kurz zu machen, dass was du eben geträumt hast, muss nicht lange vor deinem Tod passiert sein", erklärte er kühl. "Oh Gott, aber ...", ich atmete tief durch um nicht durch zu drehen. "Okay, ich verstehe. Aber was hatte ich damals nur getan. Das mir so was passiert war?"

"Ich weiß es auch nicht wirklich", antwortete mir Noyn leise. Ich spürte wie mir die Tränen kamen. "Es...es ist furchtbar. Manchmal wünschte ich, dass alles wäre nur ein Traum und im nächsten Augenblick wach ich auf und mein Leben ist so, wie es immer war", flüsterte ich gequält, doch dann riss ich mich zusammen. "Aber ich weiß, dass es nie wieder so sein wird. Also machen wir das Beste draus und fangen wir damit an. Diesen Möchtegern Teufel in die ewigen Jagdgründe eingehen zu lassen." Noyn schloss lächelnd die Augen, dann öffnete er sie wieder und sagte: "Einverstanden."

"Und wir haben auch schon eine Idee, wie wir das machen", platzten die anderen wieder zu uns. Wir beide sahen, die vier empört an. "Ihr habt gelauscht!", rief ich ärgerlich. Silk und Marron blickten verlegen zur Seite, Access betrachtete unschuldig das Bild überm Bett und Chiaki grinste frech. Nur Nael tat, als hätte ich nichts gesagt. "Und wie sieht diese Idee aus?", fragte Noyn und stand wieder auf.

"Ganz einfach wir werden den Junior Teufel austricksen. Sabrina, du wirst einfach so tun, als würdest du dich an dieses Versprechen erinnern und alles tun was er will", erklärte Nael und sah mich abwartend an. Mir fehlten die Worte. Das konnte doch nicht... "Das ist doch wohl nicht dein ernst?! Tickst du noch ganz sauber!? Alles tun??? Was ist... was ist...wenn er nur mit mir, na ja, schlafen will", fauchte ich erst, schüttelte mich am Ende dann aber vor Ekel. "Hm...darüber habe ich noch gar nicht wirklich nachgedacht", gab er zu. Wir anderen seufzten nur ungläubig. Das war ja mal wieder typisch. "Okay, da dies nun mal Flach fällt. Hat jemand eine andere Idee?", fragte Marron und blickte abwartend in die Runde. Nael zuckte nun nur die Schultern und Access, sowie auch Chiaki schüttelten die Köpfe. Noyn sah mich überlegend an. "Na gut, anscheinend nicht", murmelte die Japanerin enttäuscht. "Nun, vielleicht doch. Aber dafür bräuchte ich die Hilfe meiner Schwester", sagte ich ruhig. "Ach ja, was hast du denn vor?", fragte Access überrascht. "Nun .... Julia denkt doch noch immer, dass Andre ein ganz normaler Teenager ist und unser Stiefbruder. Und jetzt mal ehrlich, in ihrer Gegenwart wird er denk ich mal nicht seine wirkliche Gestalt zuerkennen geben und somit auch nicht seine vollständige Kraft entfalten. Überlegt mal, mit ihrer Ablenkung, könnte ich ihn vernichten", meinte ich und sah die anderen begeistert an. "Das wird nicht funktionieren. Andre ist in der Hölle und kommt erst demnächst, denk ich mal, zurück. Der einzige den wir inzwischen ausschalten können, ist Kain", widersprach Noyn ernst. Das hatte ich vergessen und deswegen nickte ich. "Okay, dann halt ihn. Aber nun lasst uns anfangen, Julia müsste bei uns zu Hause sein", sagte ich und begab mich zur Tür. Die anderen fünf nickten. Gemeinsam machten wir uns dann auf den Weg zu meinem Elternhaus.
 

Als wir mein Haus betraten, spürte ich sofort das etwas nicht stimmte. Nicht nur das es, obwohl es helllichter Tag war, Stockdunkel hier war. Es war dazu noch totenstill im Haus, nicht einmal das Ticken der Wanduhren war zu hören. "Irgendetwas ist hier nicht okay", sagte ich leise und sah mich im unteren Teil des Hauses um. Aber da war niemand, also ging ich die Stufen ins obere Geschoss und versuchte hier jemanden zu finden. Aber hier war, bis auf meine schlafende Mutter im Schlafzimmer auch keiner. "Sabrina" Erschrocken zuckte ich zusammen. Noyn stand hinter mir und sah erst mich und dann meine Mutter prüfend an. "Noyn, dass gefällt mir hier gar nicht", flüsterte ich erstickt. Er legte einen Arm um meine Schulter und ich lehnte mich angespannt an ihn. "Keine Angst, wir schaffen das gemeinsam", sagte er und seine Stimme klang wunderbar beruhigend auf mich.

Plötzlich drang die Stimme von unseren Freunden zu uns hoch. Und wir begaben uns nach unten in die Küche, wo mir Marron auch sogleich einen Zettel in die Hand drückte. Ich las ihn böses ahnend durch und obwohl diese Nachricht nur ein paar Zeilen beinhaltete raubte er mich den Atem. "Oh Gott", hauchte ich und spürte Tränen aufsteigen. "Was steht denn drauf?", fragte Noyn und nahm mir den kleinen Bogen ab, auf dem säuberlich geschrieben stand:

Wir haben deine Schwester,

wenn du sie wieder haben willst,

dann komm zum Haus deines Vaters!
 

Mehr stand dort nicht, doch das musste es auch nicht, denn ich wusste ohnehin wer dies geschrieben hatte. Und dieser wer, war niemand anderes als Kain. "Und was jetzt?", fragte Marron ernst. "Was wohl. Ich werde hingehen und meinem ach so tollen ehemaligen Vater zeigen, was passiert wenn man mich erpresst oder gar meine Familie verletzt", knurrte ich säuerlich. "Also dann, machen wir uns auf den Weg", bestimmte Chiaki und wir anderen nickten zustimmend.

So machten wir uns auf, um den hoffentlich letzten Kampf zu beginnen....
 

To be continued...
 

Das wars fürs erste. Hoffe es hat euch gefallen und ihr gebt ein Kommi ab. Sag schon mal Danke und bis in kürze!!! :-)

Das Ende eines Vaters

Abenteuer fürs Leben
 

Kapitel 17
 

Das Ende eines Vaters
 

So und schon gehts weiter! Viel Spaß!!!
 

Als wir das Anwesen meines Vaters erreichten stockte den anderen der Atem. Das Haus war eine alte herrschaftliche Villa im Empire Stil. Welches seid über siebzig Generationen der Familie Belden gehörte. Was für mich eigentlich ganz normal war, denn ich wurde hier hinein geboren. In eine alte Familie, die früher sogar mal einen Fürstentitel trug und so auch leicht veraltete Ansichten hatte. Wir machten uns auf den Weg zum Eingang, da wir zu Fuß hier waren dauerte das schon seine guten zehn Minuten. "Meine Güte hättest du uns nicht sagen können, wie dein Vater lebt?", japste Nael und schaute sich das Gebäude nun vom nahen an. "Nun tut mir leid, aber das hatte ich völlig vergessen", lächelte ich entschuldigend. Die andern verdrehten nur fassungslos die Augen, doch nahm ich nicht viel mehr Notiz davon. Schließlich gab es im Moment wichtigeres. Ich stieg die Stufen zum Eingangportal hinauf und wollte gerade den Türklopfer betätigen, als ein Wagen mit quietschenden Reifen, der den Kies in der Auffahrt hoch spritzen ließ, zum stehen kam. Ich drehte mich neugierig um und konnte nicht fassen, wer aus dem teuren dunkelblauen Maserati stieg.

"Paps?!", rief ich freudig aus und sprang die Stufen mit einem Satz hinunter und in die Arme meines Vaters. Der völlig perplex war. Ich drückte mich an ihn und konnte es nicht fassen, meinen Vater nach so vielen Jahren endlich wieder zu sehen. "Sa...Sabrina? Bist du es wirklich", stammelte er verblüfft und sah mich hoffnungsvoll an. "Ja, ja Papa. Ich bin es", lächelte ich glücklich und blickte zu meinem Vater auf. Der gute zwei Meter maß. "Ich bin so froh", murmelte er schluckend und zog mich an sich. Die Szene musste so rührend sein, denn plötzlich räusperte sich jemand umständlich hinter mir und ich drehte mich halb um. "Ach ja, natürlich. Paps, darf ich dir meine lieben und teuren Freunde vorstellen?", sagte ich und stellte ihm die anderen vor. Wobei er Noyn einen Augenblick mehr schenkte als den anderen. Warum konnte ich nur ahnen. Denn gewöhnlich waren sie alle fünf nicht. "Und das ist Horst Belden, mein Vater", schloss ich und hängte mich an einen Arm von dem. "Freut mich", erwiderte Noyn freundlich. "Ich glaube, ich habe sie irgendwo schon mal gesehen."

"Das kann durchaus sein. Ich...", begann mein Vater, doch ich konnte mich nicht beherrschen und unterbrach ihn. "Paps steht häufig in Zeitschriften, Zeitungen und war schon ab und an mal im Fernsehen. Immerhin ist er ein sehr angesehener Professor der Hirnchirurgie!", platzte ich heraus. "WOW!", sagte Chiaki und fügte hinzu: "Mein Vater, ist auch Arzt. Er besitzt ein Krankenhaus."

"Oh, dass ist ja auch interessant. Ich würde mich wirklich mal gern mit ihm unterhalten", meinte mein Vater auch gleich. Oh, Oh. Alarm!! "Ähm, natürlich Paps. Nur dürfte das momentan etwas kompliziert werden", bemerkte ich hastig. "Kann ich mir denken. Als Arzt hat man halt viel zu tun", lächelte mein Vater verstehend. "Ach ja, was machst du überhaupt hier. War deine Mutter damit einverstanden, dass du mich besuchst? Was ich eigentlich weniger glaube." Seine Anspielung auf Mutter, brachte mich sofort auf den Boden der Tatsachen zurück und ließ meine Wiedersehens Freude im Keim ersticken. "Papa, es ist furchtbar. Julia wurde entführt und zwar hierher!", rief ich panisch und sah ihn traurig an. "Was!?", mein Vater war entsetzt. "Weißt du auch von wem?" Ich nickte bloß. "Und? Sag schon!", drängte er mich. "Herr Belden, bitte, der der ihre Tochter entführt hat ... ist ein Abgesandter des Teufels", erklärte Noyn ruhig und nahm mich in den Arm. Ich sah durch die Augenwinkel, dass mein Vater ihn ungläubig anstarrte. "Ja Papa, Noyn sagt die Wahrheit. Ich weiß auch nicht warum hierhin", schluchzte ich. Nun zog mein Vater die Stirn kraus und dachte angestrengt nach. "Nun ... ich glaube euch, einer alten Sage nach, soll dieses Haus immerhin ein Weg bzw. eine Verbindung in die Hölle sein. Aber wo genau fragt mich nicht, bisher hielt ich das ganze auch nur für ein Ammenmärchen", sagte er schließlich und Nael wollte schon was sagen, als wir ein leisen quietschen vernahmen und uns umdrehten.
 

In der Tür die ins innere des Hauses führte stand Kain und sah uns tückisch an. "Ihr seid also tatsächlich hierher gekommen. Wie schön. Aber sei euch gesagt, lebend werdet ihr dieses Anwesen nicht mehr verlassen", rief er höhnisch. "Kain gib mir sofort meine Schwester zurück!", schrie ich wütend. Er blickte mich nur abwertend an. "So. Dann komm in den Park hinter dem Haus", mit diesen Worten schloss er die Tür wieder von innen. Wir versuchten zwar, sie wieder zu öffnen, doch es wollte uns nicht gelingen, nicht einmal gemeinsam. "Dann kommt, ums Haus rum!", rief mein Vater und lief vor, wir anderen setzten ihm nach.

Als wir den Terrassenansatz erreichten, hielt ich geschockt den Atem an. Wo eigentlich ein Weg in den Park geführt hätte, war es finster. Und vor dieser Finsternis, stand ein Pfahl an dem meine Schwester gebunden war. Ihr Gesicht lag auf ihrem Brustkorb und ich befürchtete das schlimmste, als sie ihn langsam hob und in unsere Richtung blickte. Ihr Gesichtsausdruck war in der Entfernung nur schwer zu erkennen. Aber auch die anderen neben mir starrten entsetzt zu Julia. Nun kam auch Kain dazu und gesellte sich direkt neben meine Schwester. Mein Vater platzte der Kragen. "Lass sofort meine Tochter frei!", schrie er und rannte auf den Mann und Julia zu. Doch noch bevor er die beiden auch nur Ansatzweise hätte erreichen können, wurde er von einem Energiestrahl, welcher von Kain ausging, getroffen und gegen die Mauer der Terrasse geschleudert. Bewusstlos sank unser Vater zu Boden. Ich starrte ihn entsetzt an und rannte zu ihm.

Sein Puls war noch da, aber trotzdem. "Nael, bitte bring unsern Vater in Sicherheit!", rief ich und sah ihn flehend an. Der Erzengel nickte und hob den bewusstlosen Körper hoch. "Sicher und jetzt zeig was du kannst, Sabrina", lächelte er und verschwand.

"Das wirst du mir büßen!", rief ich Kain zu und wandte mich dann den anderen zu. "Und dann wollen wir mal." Die anderen beiden nickten, auch Noyn, der sein Haarband abzog. Wir anderen streckten unser Kreuz in die Luft und riefen in Synchron: "Wir bitten dich Herr. Gib uns Kraft!" Und kurz darauf waren wir wieder Jeanne, Sindbad und Saint. Zu Fünft nährten wir uns Kain der nicht im geringsten geschockt wirkte. "Sabrina ... wie...", kam es leise von Julia. Ich sah sie liebevoll an. "Schon gut, Schwesterchen. Keine Angst wir holen dich hier raus", sagte ich sanft. Aber weniger sanft, sprach ich mit Kain. "Und du willst mein Vater sein? Nein danke, ich verzichte!", knurrte ich und zückte mein Kreuz welches sich in ein Schwert verwandelte. Er lachte nur lauthals auf. "Ach tatsächlich?"

Ich wand mich zu den anderen. "Bitte versucht meine Schwester zu retten. Ich werde mich um den kümmern. Jeanne und Sindbad nickten und Noyn sah mich ernst an. "Pass auf dich auf", meinte er leise. Ich nickte und gab ihn einen Kuss auf die Wange. "Klar, tu ich dass nicht immer?", grinste ich und stürmte dann auf Kain zu, der inzwischen auch ein Schwert gezückt hatte.
 

"So du willst also auf mich verzichten? Aber das kannst du nicht. Ich werde auf ewig dein Vater sein. Ob es dir nun passt oder nicht!", rief er und ging zum Angriff über. Ich parierte seinen schlag und erwiderte gepresst: "Vielleicht. Doch dies war einmal. Nun bist du nichts weiter als eine Fantasiegestalt für mich, die in der Bibel vorkommt. Und darüber hinaus ... einen nicht gerade tollen Part drin hat!" Während ich dies sagte, stießen die Schneiden unserer Schwerter immer mehr klingend gegen einander. "Tja... ich hatte keine Wahl, der Herr ist selber schuld. Immerhin hat er auch die Gefühle erschaffen und das Schicksal verteilt", konterte Kain hart. "Das ist Richtig, aber es liegt noch immer an einem selber was man draus macht. Du glaubst doch nicht wirklich, dass das eine Entschuldigung für deinen grausamen Brudermord ist!", entgegnete ich heftig. "Nein warum auch? Ich tat es, weil ich ihn hasste. Weil unsere Eltern ihn stets vorzogen, auch Gott! Und ist es bei dir denn anders? Du hasst die Menschheit doch ebenso!", rief er und sah mich scharf an. Bei seinen letzten beiden Sätzen war ich so geschockt, dass ich für einen Moment nicht aufpasste und seiner Schwertklinge nur knapp entging. "Das ist kein vergleich. Ich würde niemals einen Menschen töten!", wehrte ich mich. "Sicher und was ist das, was du mit mir hier vorhast? Ist das kein Mord!?", fragte er plötzlich und blieb stehen. Ich tat es ihm gleich und sah ihn finster an. "Vielleicht, aber wenn dies die einzigste Möglichkeit ist, dich auszuschalten. Dann soll es so sein", antworte ich und zucke mit den Schultern. Er lachte grausam. "So ist das also gegen Brudermord hast du was, aber Vatermord ist okay", bemerkte er ironisch. "Keineswegs. Aber ich kann nicht zu lassen, dass du meine Liebsten verletzt und deswegen werde ich dich bannen. Schachmatt!!!", rief ich und bohrte mit der Klinge in sein Fleisch, genau ins Herz. Er starrte mich perplex an und ließ sein Schwert fallen. "Du...du...hast es wirklich getan", flüstert er fassungslos. Dann sackte er kraftlos zu Boden und tat seinen letzten Atemzug ehe sich sein Körper in Asche verwandelte und der Dämonische Teil von ihm zu einer Schachfigur wurde. Ich hob sie auf und sah mitleidig auf die Überreste meines längst vergangenen Vaters. Er war einst zu schwach gewesen und hatte sich vom Teufel verführen lassen, sowie viele Menschen. Aber im inneren war er doch irgendwie immer der Junge geblieben der sich nach der Liebe seiner Eltern sehnte und der Mann der seine Tochter über alles liebte. Doch konnte ich deswegen Mitleid mit ihm haben, ihm seine Taten verzeihen? Im Augenblick wohl nicht, vielleicht später mal...
 

Plötzlich fielen mir auch wieder die anderen ein. Ich war echt ne Nummer. Vergesse sie glatt. Ich drehte mich zu ihnen, genau in dem Moment, in dem der Pfahl verschwand und meine Schwester von Noyn aufgefangen wurde. Anscheinend, verschwand nun alles, was mit Kains Kraft entstanden war. Bis auf eins, die finstere Wand war noch immer da.
 

Ich starrte sie verwundert an, riss mich dann aber zusammen und rannte zu den anderen. "Julia, Julia wie geht es dir?", fragte ich eilig und sah meine Schwester, besorgt an. Diese drehte ihr Gesicht zu mir und lächelte leicht. "Ging mir schon besser", murmelte sie leicht. Ich erwiderte ihr Lächeln und sah dann zu Sindbad. "Würdest du sie bitte nehmen. Ich muss kurz mit Noyn reden. Über was, erfahrt ihr gleich. Nur Julia muss ins Haus und sich ausruhen", bat ich den Freund. Dieser nickte und nahm Julia Noyn ab. Danach verschwanden, er und Jeanne, sowie auch Access im Haus.
 

"Worüber wolltest du mit mir reden?"

"Über diese Wand, sie verschwindet einfach nicht", sagte ich und blickte den Mann, den ich über alles liebte besorgt an. "Ja, das gab mir auch schon zu denken. Ich weiß nur auch nicht weiter. Vielleicht weiß Nael ja was!", schlug er ruhig vor. "Ja vielleicht", stimmte ich ihm zu. "Also dann, lass uns zu den anderen. Was anderes bleibt uns jetzt eh nicht übrig", lächelte Noyn und reichte mir seine Hand. Die ich auch ohne zu zögern annahm. Dann gingen auch wir ins Haus, nicht aber ohne das ich noch einen misstrauischen Blick zu diesem Dunklen Loch warf. Denn irgendwie befürchtete ich das dies das Tor zur Hölle war....
 

to be continued....

Der Teufel fordert seinen Tribut

Abenteuer fürs Leben
 

Kapitel 18
 

Der Teufel fordert seinen Tribut
 

Hallo und nicht viele Worte, sondern weiter im Text. Viel Spaß!!!
 

Als wir zu den anderen ins Haus gingen, fanden wir sie in der großen Bibliothek. Die beinahe ein Viertel des gesamten Erdgeschosses einnahm. Hier fand man Bücher, die bis ins 11. Jahrhundert zurück führten. Deswegen waren auch alle Wände voller Bücher und man brauchte eine Leiter um die Obersten zu erreichen. Fenster gab es hier keine, denn für einen Dieb wäre das hier ein Paradies.

Wir kamen hinein und fanden Nael, mit meinem anscheinend wieder bei sich seienden Vater am großen Tisch, in der Mitte des Raumes, sitzend vor. Die Köpfe über Büchern die steinalt aussahen. Die anderen saßen auf zwei der drei dunkelgrünen Sofas verteilt und blätterten ebenfalls in einem Buch. Nun ja, zumindest bis auf Julia die auf dem einen Sofa lag und zu schlafen schien. Ich trat neben meinen Vater und er blickte erschrocken auf. "Wer... wer bist du?", fragte er verstört. Ich lächelte sanft, als ich antwortete: "Alles okay, Papa ich bin es doch nur. Marron und Chiaki hast du doch auch erkannt."

"Ja aber auch erst nach einem Riesen Schreck", bemerkte Access trocken. Ich schmunzelte und mein Vater verzog sein Gesicht. "Ist ja auch egal. Ich denke ich weiß, jetzt was diese schwarze Wand darstellt... Es ist... "

"Es ist der Eingang zur Unterwelt", beendete ich seinen Satz. Horst sah mich erstaunt an. Ich ließ mich neben ihn auf einen der Stühle fallen und seufzte: "Ich habe diesen Kerl vernichtet, aber die Wand ist immer noch da. Ich war mir bis eben nicht sicher, aber jetzt ist es wohl eine Tatsache. Und ich ahne schlimmes." Noyn legte eine Hand auf meine Schulter und ich blicke ihn dankbar an. Seine Nähe gab mir immer Kraft, egal was war. "Dann brauchen wir auch gar nicht weiter suchen", sagte Chiaki oder besser Sindbad und klappte sein Buch zu. Doch Nael widersprach: "Doch leider. Wir müssen einen Weg finden dieses Tor zu schließen."

"Und wie soll das gehen? Ich denke mal nicht dass das so einfach klappt. Irgendwas ist da drin und will hinaus in unsere Welt, warum auch immer. Ich denk mal wir müssen erst dieses Wesen besiegen, bevor wir das Tor schließen können", warf Access ein. Ich krauste die Stirn und grübelte. Dann kam mir etwas in den Sinn. "Noyn, der Sohn des Teufels ist dabei wieder seinen wahren Körper anzunehmen. Kann es sein, dass das Tor noch für ihn offen steht?"

"Was? Das kann nicht nur so sein, so ist das!", antwortete er mir und sah nicht gerade begeistert dabei aus. "Tja dann würde ich sagen Gute Nacht", meinte Sindbad ironisch. Wofür ihn Jeanne eine Kopfnuss gab. "Sag so was nicht. Wir finden schon einen Weg", sagte sie ernst. Ich nickte leicht. Hoffentlich hatte sie Recht. "Es gab mal eine Legende in der hieß es, man könne einen Teufel vernichten, indem man das Portal ins Fegefeuer öffnet. Allerdings hat es einen bitteren Preis... aber na ja, es ist halt nur eine Legende", zuckte Nael mit den Schultern. "Tatsächlich? Und wie kann man es angeblich öffnen?", fragte ich interessiert. Der Erzengel wollte erst nicht antworten, zwang sich dann aber doch dazu. "Na ja, es wird gesagt, dass wenn sich die Lippen einer Jungfrau und eines Teufels zum Kuss finden und die Lippen der Jungfrau mit dem Blut ihrer Gefühle benetzt sind. Dann würde es sich öffnen. Aber das würde nicht ausreichen... das Fegefeuer verlangt einen Preis, aber genau bekannt ist mir dieser auch nicht", schloss Nael und klappte nun auch sein Buch zu. "Und das ist alles?!", fragte ich verblüfft. "Alles? Meine Liebe Sabrina... ich meine Saint. Es kostet dich einen Kuss und außerdem, weißt du was mit Blut der Gefühle gemeint ist?", Nael sah mich abwartend an. Jetzt musste ich passen. Ich hatte keine Ahnung, was damit gemeint war. Ich schüttelte nur den Kopf. "Okay, dann sind wir bereits zwei. Ich weiß es nämlich auch nicht", gab der Erzengel lässig zurück. "Klasse, wirklich klasse", grummelte Noyn. Nael sah ihn nur spöttisch an und meinte amüsiert: "Sei lieber froh. Ich denk mal nicht das es dir sehr gefallen würde, wenn deine Liebste einen anderen küsst." Womit er voll ins schwarze traf. Der gute Noyn sah verlegen zur Seite und sah in dem Moment echt knuffig aus. Einfach zum knuddeln. Aber dafür war nun wirklich keine Zeit. Mein Vater sah prüfend zu uns und vor allem zu Noyn. Das ließ ein kleines Grinsen auf meine Lippen treten.
 

Plötzlich hörten wir ein leises stöhnen, wir sahen zu Julia von der das Geräusch gekommen war. "Julia? Julia, Liebes ist alles in Ordnung?" Mein Vater war zu ihr gelaufen und kniete sich nun vor ihr hin. Zögernd öffnete meine Schwester ihre Augen und blickte ein wenig verstört zu unserem Vater auf. "Papi, was...", begann sie und dann schien es ihr wieder einzufallen. Denn sie saß urplötzlich senkrecht auf dem Sofa. "Wer war das? Wer hatte mich an diesen Pfahl gebunden und... und...", redete sie aufgeregt und sah uns abwechselnd an. "Julia, bitte ganz ruhig, er wird dir nichts mehr tun. Dieser Mann, er war vor etlichen Jahrhunderten, besser gesagt zu beginn der Menschheit mein Vater", klärte ich sie grob auf. Erst sah sie mich verständnislos an, klar hätte ich an ihrer Stelle sicher auch getan. Aber dann Begriff sie. "O... okay. Aber warum hat er dann mich..."

Ruckartig ließ uns ein schüttern zusammen fahren. Das durch das ganze Haus ging. Die Erde bebte und alles lose oder locker sich im Haus befindende wackelte. "Was... was ist los?!", rief Jeanne aufgeregt und klammerte sich an Sindbad, wie auch ich es bei Noyn tat. "Das war ein Erdbeben. Aber wie kann das sein? Wir sind hier am nördlichsten Punkt Deutschlands. Hier gab es meines Wissens nach noch nie ein Erdbeben", überlegte unser Vater und hielt meine Schwester fest. "Das war kein normales Erdbeben", bemerkte Access kühl. Nael nickte und auch Noyn meinte: "Nein, etwas Böses ist hier. Stärker als ich je gedacht hätte."

"Willst du etwa sagen das?" Noyn nickte nur, auf meine Frage und mir wich jegliches Blut aus dem Gesicht. Doch dann löste ich mich von meinem Freund und ging ohne ein weiteres Wort hinaus, entlang zur Terrasse und dem Tor zur Unterwelt.

Gerade als ich raus treten wollte, bemerkte ich die anderen. "Bitte bleibt hier drinnen. Ich bitte euch.", sagte ich zu ihnen. Doch die schüttelten nur die Köpfe. "Vergiss es, wir lassen dich das nicht alleine durchstehen", grinste Nael. Und Noyn nickte. "Eben, wenn er dich schon haben will. Dann muss er erst mal an mir vorbei", meinte er locker. Auch meine Freunde aus Momokuri nickten. "Stimmt oder denkst du wir lassen uns die Party entgehen?", schmunzelte Chiaki. Ich lächelte dankbar. "Ich danke euch", sagte ich erleichtert. Dann wand ich mich an meine Familie. "Ihr beide bleibt aber besser hier. Ihr hättet niemals eine Chance gegen ihn", befahl ich, mein Vater sah ernst zu mir und sagte: "Ich verspreche nichts." Und Julia zuckte mit den Schultern. " Pah, denkst ich überlass dir alleine den ganzen spaß? Nein, aber keine Sorge ich halte mich im Hintergrund", beruhigte sie mich am Schluss noch fadenscheinig. Ich seufzte geschlagen. "Macht doch was ihr wollt", meinte ich bloß noch und schwang dann die Türen nach draußen auf. Na dann wollen wir mal, dachte ich entgeistert und begab mich mit den anderen im Schlepptau nach draußen.
 

"Sieh an. Ich muss noch nicht mal lange warten. So was nenn ich Service", erklang eine erfreute und ziemlich männliche Stimme. Ich kannte sie nicht, spürte aber eine ziemliche Vertrautheit. "Wo bist du? Los zeig dich!", schrie ich. "Wie du wünscht meine Liebe", bekam ich eine Antwort und eh ich mich versah, stand vor uns ein junger stattlicher Mann, er hatte blonde bis zu den Schultern lange Haare und trug ein dunkles, Edles Gewand und einen schwarzen Umhang. Seine Augen hatten eine magische Wirkung auf mich. "Bist...bist du...?", fragte ich zögernd und er nickte sanftmütig. "Oh ja, ich bin es Louisa", bestätigte er und kam auf mich zu. Ich wich schockiert zurück. Er machte mir genauso große Angst, wie er mich anzog. Die anderen wollten mir zu Hilfe kommen. Doch hielt der junge Mann eine Hand in ihre Richtung. "Noch einen Schritt und ich töte euch!", rief er erzürnt. "Bitte lass sie in Ruhe", bat ich ihn und wich trotzdem weiter zurück. "Natürlich, wenn du dein Versprechen hältst und mit mir kommst", erwiderte dieser und kam ohne weiteres näher auf mich zu. Inzwischen war ich soweit zurück gewichen, dass ich gegen das Geländer der Terrasse stieß. "Aber ich kann mich nicht an so ein Versprechen erinnern", wehrte ich mich entsetzt. "Louisa...Louisa, langsam aber sicher verlier ich die Geduld", lächelte er noch immer, aber diesmal schon eher unterkühlt. "Dann verlier sie doch!", schrie ich, sprang rückwärts von der Terrasse und landete in der Hocke wieder auf dem Sand Boden des Gartens. Von der Terrasse blickte ein nun ziemlich verärgerter Höllenprinz nach unten. Und einen Augenblick stand auch er unten neben mir. Die andern starrten entsetzt bis besorgt zu uns runter. Wobei Jeanne, Noyn und Sindbad auch nach unten kamen. Allerdings über die Stufen.
 

"Verschwinde!", zischte ich den Prinzen an. Doch dieser hörte nicht auf mich, sondern stand plötzlich direkt vor mir. "Wie du meinst aber nicht ohne dich", verkündete er kalt und packte meinen rechten Arm. Ich versuchte mich sofort los zureißen, doch sein Griff war knallhart. "Lass mich los!! Du...du...", rief ich panisch. "Na was ist? Ich habe auch einen Namen. Los sag ihn!", verlangte er und ließ seinen Griff noch fester werden. Ich verzog schmerzhaft das Gesicht. "Aber ich kenn ihn doch gar nicht!", rief ich verzweifelt. "Und ob du ihn kennst, Louisa. Du hast mich doch so oft damit gerufen!", entfuhr es ihm frostig. "Aber ich bin nicht mehr Louisa", wehrte ich mich und sah ihn direkt an.

In dem Moment kamen Noyn und die anderen beiden dazu. Als Noyn sah, das mich dieser Kerl festhielt, schrie er: "Lass sie sofort los!" Der blonde Mann sah Noyn nur abwertend an. "Was willst du Noyn. Hast du Angst, wieder eine Liebe zu verlieren, dabei war sie es doch. Die Jeanne einst den Scheiterhaufen brachte. Deine ach so große Liebe hatte deiner einsten Geliebten den Tod gebracht!!!", grinste er. Noyn blieb stehen und blickte mich ernst an, dann schüttelte er den Kopf. "So ein Schwachsinn", knurrte Noyn. Der Prinz zuckte mit den Schultern. "Wenn du meinst, dann werde ich es dir halt beweisen. Und zwar indem ich deine Erinnerungen zurückbringe Louisa!!", rief der Mann und machte eine Handbewegung in die Richtung in der Julia, Vater und die beiden Engel auf der Terrasse standen. Erst war mir nicht klar was er vorhatte, doch dann schwebte Julia plötzlich in der Luft und zu uns herunter. Auf dem Boden kam sie schließlich zum stehen. Sie blickte uns verstört und ahnungslos an. Ich wusste noch immer nicht genau, was dieser Typ damit bezweckte. Erst als er mit den Fingern schnippte und damit die Schutzbarriere, mit der er meine Schwester unter Kontrolle gehabt hatte, auflöste. Wurde mir klar, dass er furchtbares vorhatte. "Wenn du schon dein Versprechen nicht halten willst. Muss ich meinen Lohn halt anders abholen", meinte er Gefühllos. Und sah zu Julia, die auf mich zu rennen wollte. Ich spürte es, doch das durfte sie nicht. "Julia bleib wo du bist!!", schrie ich aus Leibeskräften, aber es war zu spät. Meine Schwester kam schon auf mich zugerannt. Zwar guckte sie verwundert, als ich ihr befahl stehen zu bleiben, doch dieser verwunderte Blick sollte auch das letzte sein, was ich von ihr sah. Denn plötzlich schoss aus dem Boden eine Flamme und umgab meine hilflose Schwester.
 

Ich starrte entsetzt auf meine brennende Schwester. Ihre schreie erklangen wie durch einen Nebel an meine Ohren, alles andere um mich herum schien weit weg. Wie von selbst begangen meine Beine zu rennen. Ich lief auf Julia zu, in der Hoffnung sie vielleicht doch noch retten zu können. Aber je näher ich ihr kam, umso leiser wurden ihre Schreie und diesmal nicht wegen dem Nebel. Nein. Als ich sie erreichte waren sie gänzlich verstummt. Das Feuer verschwand, zurück blieb der verkohlte Körper meiner toten Schwester, der leblos zu Boden fiel. Und einen dumpfen Aufprall verursachte. Wie in Trance ging ich neben ihren Körper in die Knie und fasste nach ihm. Sanft nahm ich sie in den Arm. Ich hörte nichts, ich spürte nichts, in diesem Augenblick. Außer einer tiefen Trauer. Ich schlang meine Arme um sie und schluchzte leise. Mir war egal wie sie jetzt aussah, wie sehr ihr Körper entstellt war. Ich wollte sie nur berühren. Und je länger ich sie im Arm hielt und ihr Körper kälter wurde. Umso mehr musste ich weinen. Umso mehr wurde mir bewusst das sie nicht mehr lebte. Das sie mich nie wieder anlachen würde, mir gute Ratschläge erteilen würde, ich mich nie wieder mit ihr um Kleinigkeiten zanken könnte. Nie, nie, nie wieder. Und je mehr mir klar wurde, dass sie nun für immer weg war. Umso mehr stieg auch meine Wut auf den, der die Schuld daran trug. Nach einigen Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, erhob ich mich dann langsam. Den Körper meiner Schwester hatte ich fürsorglich sanft auf den Boden zurückgelegt. Auch ihre noch vor entsetzten weit aufgerissenen Augen hatte ich geschlossen.
 

Nun stand ich hier und drehte mich zu diesem Monster um. Meinen Kopf hielt ich gesenkt. Eine unheimliche Stille war hier. Man traute sich nicht mal zu atmen. "Ich hoffe du bist stolz auf dich", fauchte ich und spürte wie mir wieder die Tränen kamen. Doch hielt ich sie diesmal zurück. "Nun ich kann mich zumindest nicht beklagen", bemerkte der Prinz der Hölle gönnerhaft. "Dann wirst du auch sicher nichts dagegen haben, wenn ich dich nun töte! Hast du verstanden? Dafür wirst du bezahlen .... AKUMA!!!!!"
 

To be continued....

Opfer

Abenteuer fürs Leben
 

Kapitel 19
 

Opfer
 

Hallo und willkommen zum vorletzten Kapitel dieser Geschichte. Naja eigentlich beinah das letzte, es wird nur noch einen Epilog geben ^^. Aber nun viel Spaß beim Finale von Abenteuer fürs Leben!!!
 

"Das wirst du mir büßen...AKUMA!!!!!", schrie ich und plötzlich umgab mich eine Säule aus violetten Licht. Und mit ihm passierte auch etwas mit mir. Durch meinen Kopf schossen unendlich viele Bilder und jedes einzelne war mir zu tiefst vertraut. Bereitete mir aber auch grausame Schmerzen. Es waren die Erinnerungen meines vergangenen Lebens. Alles von klein auf. Wie ich mit Jeanne spielte, wie wir Teenager wurden und...! Mir stockte der Atem. Nein das durfte nicht wahr sein. Mit einem Mal war die Säule verschwunden, dafür aber eine vollkommene Veränderung an mir geschehen. Ich sah nicht mehr aus wie Jeanne.

Nein...Ich war jetzt Louisa. Hatte fast Hüftlange braune Haare und trug Pechschwarze Kleidung. In Form von Hotpants, Stiefeln, Top und Mantel. Aber nicht nur mein Äußeres war verändert auch mein inneres. Ich wusste jetzt was passiert war. Damals vor 500 Jahren. Ich sah zu den anderen und merkte wie sie versteinert da standen. Auch mein Vater blickte leichenblass zu mir runter. Ich ging auf Noyn zu, blieb allerdings nach einigen Schritten wieder stehen. Wofür ging ich überhaupt zu ihm? Jetzt wo ich mich wieder erinnern konnte, würde ich es eh nicht übers Herz bringen. Bei ihm zu bleiben. Zu schmerzhaft waren die Erinnerungen. Zu schuldig die Wahrheit.

Ich sah ihn an und spürte wieder die Tränen aufsteigen. "Sabrina, was ist los. Warum siehst du so anders aus?", fragte er nun zaghaft. "Sag bloß du erinnerst dich nicht, Noyn? So sah doch damals Jeannes Cousinchen aus. Ist doch so oder Louisa?", bemerkte Akuma und warf Noyn ein selbstgefälliges Grinsen zu.

In mir stieg wieder eine unglaubliche Wut hoch. Dieser Kerl war doch schuld an allem. Ohne ihn wäre dies damals und auch heute niemals passiert, oder? Urplötzlich stiegen Zweifel in mir auf. War es wirklich so? Oder suchte ich nur eine Entschuldigung für mein, ich meine Louisas Verhalten? Meine Gedanken waren vollkommen verwirrt. Wussten nicht was Wahrheit, was Lüge war.

"Noyn...ich...Akuma...Akuma sagte die Wahrheit, ich allein bin schuld das Jeanne hingerichtet wurde. Schuld daran das König Phillip ihr damals nicht half", sagte ich vorsichtig und sah ihn dabei nicht an. Zu Weh tat die Gewissheit das mein alter Ego, zu so was fähig gewesen war. "Es tut mir unendlich leid. Aber ich war geblendet, von Eifersucht auf sie. Sie hatte und war alles, was ich immer gern gewesen wäre. Ich weiß, dies ist keine Entschuldigung oder gar Rechtfertigung. Aber wenn ich könnte würde ich alles rückgängig machen, bitte glaub mir. Aber ich konnte damals nicht mehr an mich halten. Damals als sie als erste Frau ein Heer führen durfte, waren alle so stolz auf sie. Ich auch. Doch dann stießt du dazu. Ihr verliebtet euch ineinander. Aber sie durfte ihrer Liebe nicht nachgeben. Das schmerzte sie zu tiefst und so vertraute sie sich mir stets an. Wann immer sie ihre Gefühle zu überwältigen drohten. Ich stand ihr mit Rat zur Seite... doch gab es da stets etwas, was ich immer in meinem Herzen verschlossen hielt. Und zwar... das ich dich die ganze Zeit auch geliebt hatte!", rief ich verzweifelt aus. "Jeanne wusste nichts davon, aber sie spürte es, glaube ich zumindest. Und eines Tages kehrte sie mir den Rücken. Beachtete mich nicht mehr, sie schnitt mich regelrecht und das ohne mir einen Grund zu nennen. Ich verstand es nicht und aus meiner Traurigkeit wuchs Wut. Blinde Wut auf meine Cousine. Die mich einfach so alleine gelassen hatte. Ich war so voller Hass, dass ich mich mit dem Sohn des Teufels verbündete. Ich schaffte es als Hofdame am Hofe des Königs angenommen zu werden und begann dort meine Intrigen zu spinnen. Dabei verschloss ich die Augen vor der Wirklichkeit und der Einfluss Akumas tat sein übriges. Tag für Tag redete er mir ein das Jeanne böse wäre und mich verletzen wollte. Und ich blöde Kuh glaubte ihm jedes einzelne Wort. Er versprach mir zu helfen, wenn ich ihm versprechen würde, die seine zu werden. Wenn meine Rache vollzogen sei. Ich ging auf diesen Pakt ein. Zu spät erkannte ich die Wahrheit. Erst als Jeanne auf dem Scheiterhaufen grausam sterben musste. Schoss er mir wie ein Blitz durch den Kopf. Sie hatte mich niemals aus Grausamkeit missachtet. Nein, sie tat es, weil sie über meine Gefühle für dich, Noyn, bescheid wusste. Und aus Sorge um mich, hatte sie beschlossen. Mich zu verlassen. Weil sie mich liebte", schloss ich unter Tränen und ging in die Knie.
 

Die anderen sagten kein Wort. Ich konnte ihnen nachvollziehen das sie geschockt waren. Ich war jetzt selbst geschockt über mein ehemaliges Leben. "Ist das wirklich wahr?", erklang die zögerliche Stimme von Jeanne. Ich nickte heftig. "Das ist ja furchtbar", meinte Sindbad und fasste nach der Hand seiner Freundin. Noyn blickte mich nur fassungslos an. Ich spürte das ihn meine Worte tief getroffen hatten. Und das verursachte mir einen Stich im Herzen. Das hatte ich niemals gewollt. "Und was sagt ihr nun? Eure tolle Freundin, ist sowie ich. Ein herzloses Wesen, dass ohne zu zögern ihre eigene Cousine verraten hat", lachte Akuma und zog kam auf mich zu.

Diese Worte gaben mir einen Kraftschub den ich nicht erwartet hätte und ich fuhr hoch. "Wie kannst du es wagen, so was zu sagen? Ich werde nie wie du sein! Ja ich habe einen Fehler gemacht, aber ich werde ihn auch wieder gut machen", schrie ich ihn giftig an. Er quittierte meine Worte mit einem Mitleidigen Lächeln. "Ach und wie willst du das anstellen? Willst du mich wirklich töten? Ich sag dir das klappt nicht. Ich bin unsterblich", bemerkte er süffisant. Ich biss mir unwillig auf die Unterlippe. Leider hatte er Recht. Ich wusste nicht wie ich das machen sollte.

Nachdenklich suchte ich nach einer Möglichkeit, Akuma den Gar auszumachen. Doch wollte mir nicht das geringste einfallen. So bemerkte ich auch nicht, dass er auf mich zu gerannt kam und plötzlich seinen Arm um mein Taille legte und so an sich zog. Vor Schreck, stieß ich einen spitzen Schrei aus. "Lass mich los!!", rief ich und versuchte nach ihm zu schlagen. Doch ihn schien das nicht im geringsten zu stören. "Niemals. Diesmal wirst du mich begleiten. Heute wirst du dein Wort halten und dich nicht wieder umbringen, um so deinem Versprechen zu entfliehen", fauchte Akuma und ließ seinen Griff fester werden. Mir wollten wieder die Tränen kommen und ich blinzelte. Dabei fiel mein Blick auf die anderen. Sindbad und Jeanne überlegten wie sie mir helfen könnten. Und Noyn? Noyn hatte sich mir abgewandt. Das schmerzte bis ins Mark. "So jetzt kommst du mit", befahl Akuma und zog mich mit sich. Sofort sträubte sich alles in mir dagegen. "Nein...ich will nicht! Lass mich los!!"; keifte ich und wehrte mich nach Leibeskräften.

"Schluss jetzt. Lass sofort meine Verlobte los!", schrie jemand und ich drehte mich so gut es ging in die Richtung aus der die Stimme kam.

Noyn stand nicht weit von uns entfernt uns funkelte Akuma aus seinen grauen Augen zornig an. Der ließ mich diesmal wirklich, verblüfft los. "Das...das ist nicht dein ernst? Wie kannst du noch zu ihr stehen, nachdem was sie getan hat!?", fragte der Höllenprinz. Noyn sah ihn abwertend an. "Was sie getan hat? Sie hat gar nichts getan. Das war einmal... und ist heute ohne Bedeutung. Sie ist nicht mehr Louisa, sondern Sabrina. Wenn du das nicht einsehen kannst, bist du hier falsch!", erwiderte der Halbdämon und kam näher auf uns zu. Akuma, der noch immer erstaunt über Noyns Verhalten nichts mitbekam. Verpasste ich einen Hieb und rannte davon und zu Noyn. Der mich in seine Arme zog.

Jetzt merkte es auch Akuma und blinzelte Noyn finster an. Ich sah ihn ängstlich an und kuschelte mich näher an Noyn. "Gib sie sofort her", zischte der Prinz und kam langsam auf uns zu. Noyn lachte hart. "Und wovon träumst du Nachts. Niemals gebe ich sie her", entgegnete er. Akumas Augen wurden zu schlitzen. "Wenn du sie nicht hergeben willst, dann müsst ihr eben beide sterben!", rief er und feuerte einen Energiestrahl auf uns ab. Ich kniff die Augen zusammen und drängte mich an meinen Liebsten.
 

Doch nichts geschah. Nichts erreichte uns. Zaghaft öffnete ich die Augen und glaubte nicht richtig zu sehen. Vor uns schwebte Nael. Er hatte den Angriff abgefangen und fiel nun zu Boden. "Nein Nael!!", schrie ich und rannte zu ihm, Noyn dicht hinter mir. Ich sank auf den Boden und sah ihn mit Tränen in den Augen an. "Nein...bitte Nael", flüsterte ich und streckte eine Hand nach ihm aus. Noyn hatte seinen Oberkörper angehoben und sprach: "Hey, jetzt mach keinen Mist. Stirb uns hier nicht weg." Nael lächelte schwach. "Keine Sorge, ich werde euch nie alleine lassen. Ohne mich bekommt ihr doch eh nichts auf die Reihe", scherzte er schwach. Jeanne, Access, Sindbad und auch mein Vater kamen dazu. "Na... Nael, bitte geh nicht", schluchzte ich und konnte meine Tränen jetzt nicht mehr zurück halten. "Hey, Süße nicht weinen. Ich bin doch immer bei dir und zwar hier drinnen", lächelte er und deutete mit seiner Hand auf mein Herz. Ich schluckte schwer. "Das gilt natürlich für euch alle", fügte der Erzengel immer leiser hinzu. "Und nun mach diesen Kerl fertig. Zeig ihm wozu du fähig bist. Nur bitte...bitte öffne nicht das Por.....", weiter kam nichts mehr über seine Lippen und er schloss die Augen. Diesmal für immer. Ich konnte es nicht glauben. "Nein NAEL KOMM ZURÜCK!!!!!", schrie ich und ließ meinen Tränen freien lauf. Doch es war zu spät, sein Körper löste sich auf und hinterließ nichts als eine gähnende Leere.

Als mir dies nun völlig bewusst wurde, dass mein lieber Freund tot war. Stieg wieder eine unglaubliche Wut in mir hoch. Und gepaart mit der, die auf den Tod meiner Schwester gebaut war, war ich zu allem bereit. Wie war das gewesen? Öffne nicht das Por..? Moment! Das Portal zu Fegefeuer!! Das war die Lösung. Auch wenn ich es nicht tun sollte, es war unsere einzige Chance. Ich drehte mein Gesicht zu Noyn und sah ihn traurig an. "Noyn, es tut mir alles so leid. Ich hätte dich niemals anlügen sollen. Und egal was jetzt geschehen mag, ich möchte das du weißt. Das ich dich immer lieben werde. Ich wäre gerne deine Frau geworden, mein Liebster", lächelte ich tapfer und küsste ihn auf den Mund. Dann wand ich mich ab, stand auf und ging an den anderen vorbei auf Akuma zu. Ich spürte die verständnislosen Blicke der anderen auf meinen Rücken, aber ich durfte mich jetzt nicht umdrehen. Sonst wäre ich womöglich gescheitert.
 

Vor dem Höllenprinzen blieb ich stehen und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Dabei gelangte auch Tränenflüssigkeit auf meine Lippen. "Akuma, du hast gewonnen. Ich werde dich begleiten", stieß ich so klar wie möglich hervor. Auf seinem Gesicht machte sich ein Siegreiches Lächeln breit. "Ich wusste du würdest dich weise entscheiden", erwiderte er und nahm mich in den Arm. Ich spürte den Ekel in mir hochkommen, doch nun durfte ich nicht schwach werden. Das was ich nun vorhatte musste einfach klappen. "Ja", hauchte ich nur noch, dann berührte ich mit meinem Mund den seinigen. Auf einmal erbebte die Erde und mir wurde heiß. Nach einigen Sekunden später löste ich mich außer Atem von ihm und blickte auf das breite Loch im Boden, aus den Qualm und Schwefel stieg. Es hatte tatsächlich geklappt. Mein Gefühl hatte Recht behalten. Tränen waren das Blut der Gefühle gewesen. Akuma sah mich geschockt an. "Was hast du getan?!", schrie er und wollte vom Loch weg. Doch hielt ich ihn krampfhaft fest. "Vergiss es dies wird dein Ende", stöhnte ich und sah ihn kalt und voller Hass an.

"Nein Sabrina, bitte tu es nicht!", rief mein Vater. Ich drehte mich halb zu ihm um und schüttelte den Kopf. "Tut mir leid, Papa. Aber ich habe keine andere Wahl. Bitte verzeih und kümmere dich um Mama. Lebt wohl", sagte ich und hielt Akuma dann mit beiden Händen am Oberteil fest. "So...und du wirst mich jetzt begleiten!", verkündete ich und machte dann einen Satz nach vorn. Direkt ins Loch.

Dann fielen Akuma und ich hinab. Von oben erklangen noch die entsetzten Rufe meine Freunde und Liebsten. Doch mit jedem Zenitmeter den ich mehr hinunter stürzte, verklangen die. Bis ich sie irgendwann gar nicht mehr hörte und nur noch Akuma da war, der mich voller Hass anblickte. "Wie konntest du. Jetzt gibst du dein eigenes Leben her", warf er mir vor. Ich musste kurz schlucken ehe ich antwortete: "Das ist mir egal. Solange ich sie damit retten kann!" Akuma grinste mich gequält an. "Ich bin gerührt", spottete er. Ich warf ihm einen finsteren Blick zu und sagte: "Du widerst mich an."

"Dann lass mich doch los", meinte er. Ich nickte. "Würde ich ja gern, aber so schnell überlass ich dich nicht dem Feuer", entgegnete ich kühl. Akuma sah mich leicht lächelnd an, dann zog er mich an sich gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Machs gut", flüsterte er und riss sich los, dann stürzte er in den Rauch, der immer dichter wurde und einem das Atmen schwer machte. Schwefel und Kohle Gerüche stiegen mir in die Nase und drohten mich zu ersticken. Durch meine Kopf schoss mein gesamtes Leben. Von heute bis zu meiner Geburt, bis ich ein helles Licht sah. Dann spürte ich nichts mehr.
 

*****
 

Noyn stand mit den anderen am Portal, welches sich nun wieder schloss. Er glaubte ihm würde jemand das Herz aus der Brust reißen. Nun hatte er wieder die Frau verloren die er liebte. Auch Jeanne und Sindbad schauten verloren auf den Boden. Jeanne liefen Tränen übers Gesicht, wie auch Sabrinas Vater. Er hatte nun zwei Töchter verloren. Access setzte sich auf in seiner Miniatur Größe auf Sindbads Schulter und sah auch traurig drein. Keiner von ihnen konnte fassen was hier soeben geschehen war. Und wahr haben wollte es schon niemand. Doch es war grausame Tatsache. Sabrina hatte sich geopfert um sie alle zu retten. Vielleicht auch um ihre Schuld von vor 500 Jahren zu begleichen. Keiner von ihnen konnte es genau sagen. Aber es war auch egal. Sie war ebenso Tod, wie Nael und Julia. Noyn fiel auf die Knie und wusste vor Verzweiflung nicht mehr ein noch aus. Wieder hatte er seine Liebste nicht vor dem Tod schützen können. Das war nicht fair!

Plötzlich erschien ein grelles Licht über ihnen und ließ das Tor zur Hölle verschwinden. Und eine Stimme erklang. "Weint nicht, ich weiß das ihr jetzt voller Trauer seid. Vor allem du Noyn und auch du Horst. Aber es gibt eine Chance Sabrina ins Leben zurück zu holen. Allerdings wird es dich dein Leben als gewöhnlicher Sterblicher kosten, Noyn", sprach sie. Access riss überrascht die Augen auf, als er sie erkannte. "Herr, was macht ihr hier?", fragte er vorlaut wie immer. "Das könnte ich ebenso euch fragen. Doch nun zum eigentlichem Thema zurück. Nael und Julias Tod sind schrecklich, ja. Aber ich kann sie nicht ungeschehen machen, denn sie waren notwendig. Aber Sabrinas Tod ist nicht entschuldbar. Deswegen bin ich hier um sie zurückzuholen. Doch dafür müsstest du deine zweite Chance als Sterblicher aufgeben Noyn", erklärte er. Noyn stand auf und nickte ohne zu zögern. "Kein Problem. Lieber verschwinde ich, als das Sabrina ihr Leben nicht leben kann", stimmte er zu. "Ich bin froh das du das sagst, Noyn. Denn es beweist, dass du in deinem inneren wieder menschlich bist", sagte Gott. "Wie schön, doch was nützt mir ein Leben, wenn ich es nicht mit ihr teilen kann", erwiderte der junge Mann gequält. "Dann werde ich sie jetzt zurück holen. Allerdings ist da noch ein Preis. Ihre Erinnerungen an dich werden verschwinden. Sie wird dich nicht mehr kennen. Auch all das was hier geschah wird sie nicht mehr wissen", fügte der Herr hinzu. "Das ist mir egal. Solange sie nur lebt", sagte Noyn fest. "Also gut...."
 

Mit einem Mal war alles hell erleuchtet. Das sich alle die Augen zu halten mussten. Aber so schnell wie es gekommen war, war es auch wieder verschwunden und vor ihnen schwebte der schlafende Körper Sabrinas. Allen fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Sie wieder zu sehen erleichterte sie alle. "Und nun müsst ihr zurück. Marron, Chiaki, Access ihr habt noch was in Momokuri zu erledigen", bemerkte der Herr. Die drei nickten. "Leb wohl, Sabrina", lächelte Marron nun nicht mehr als Jeanne und strich ihr über die Wange. Chiaki nickte ihr nur zu und Access strich ihr durchs Haar. "Machs gut", meinte er und begab sich zu den zwei anderen. "Macht es gut!", riefen sie noch, dann waren auch sie in einem hellen Licht verschwunden.

Jetzt standen nur noch Noyn und Sabrinas Vater da. Aber auch Noyn wusste das er sie nun verlassen musste. Ihm wurde das Herz schwer, aber er wusste auch, dass sie nun in Frieden weiterleben könnte. Er trat auf sie zu und berührte mit seiner Hand sanft ihr Gesicht. "Leb wohl, meine Liebste. Ich liebe dich", flüsterte er und küsste sie dann auf die Lippen. Dann drehte er sich um und sagte: "Ich bin soweit. Wir können gehen." Horst sah den jungen Mann traurig an. "Ich danke dir, dass du solange auf meine Tochter aufgepasst hast und ich verspreche dir, ich werde sie nun weiterhin beschützen", sagte er und reichte Noyn die Hand. "Gut, dann weiß ich sie ja in guten Händen", lächelte Noyn und schlug ein. Schließlich umgab ihn dann auch ein helles Licht und er verschwand.

Nun stand Horst allein da. "Ich verlasse mich auf dich", sagte Gott, dann löste auch er sich auf. Und der Schutz den Sabrina bis dahin umgeben hatte, verschwand und sie fiel hinunter. Ihr Vater fing sie gerade rechtzeitig auf. Er drückte seine Tochter an sich und ließ seinen Tränen freien Lauf. "Ich danke auch Herr. Ich danke euch", flüsterte er und begab sich ins Haus. Sabrina auf seinen Armen.
 

*****
 

Leises Vogel zwitschern weckte mich. Langsam öffnete ich die Augen und sah mich um. Ich lag auf meinem Bett. In der Hand einen Manga. Anscheinend war ich eingeschlafen. Hm. Nachdenklich schaute ich auf den Titel des Buches. Er hieß Kamikaze Kaito Jeanne Vol. 7.
 

Wirklich ENDE?
 

Und wer nun noch Hoffnungen auf ein Happy End hegt, bitte Epilog lesen *g*

Epilog

Abenteuer fürs Leben
 

Kapitel 20
 

EPILOG
 

Seit den Geschehnissen waren inzwischen sechs Jahre ins Land gezogen. Ich konnte mich noch immer an nichts erinnern. Ich wusste nur das ich eine Schwester gehabt hatte die vor sechs Jahren tödlich verunglückt ist. Ich weiß noch wie es Patrick ging als er dies erfahren hatte, er war völlig verzweifelt gewesen. Heute lebte er in Kairo und hat den Willen seines Vaters erfüllt und die Tochter eines Geschäftsfreundes geheiratet. Die Ehe ist eigentlich recht friedlich.

Meine Eltern haben auch wieder zusammen gefunden, und haben vor drei Jahren wieder geheiratet. Sie sind so glücklich wie nie zu vor. Ja und ich? Ich habe meine Ausbildung zur Bibliothekarin gemacht und bin eigentlich auch Recht zufrieden mit meinem Leben. Ich habe eine eigene kleine Wohnung und ein paar Bekannte. Nur des öfteren habe ich das Gefühl mir fehlt etwas wichtiges. Ein Teil in meinem Herzen. Ein Teil den ich noch irgendwo auf dieser Welt wieder finden muss.
 

An diesem Tag, es war der Todestag meiner lieben Schwester, begab ich mich auf den Friedhof. Sowie jedes Jahr halt, seid ihrem Tod. Als ich die Friedhofsanlage betrat hatte ich gleich das Gefühl, dass heute hier etwas sonderbares passieren würde. Aber ich wusste nicht was. Während ich entlag der Tannen, auf dem Kiesweg zum Grab von Julia ging. Sah ich stets nach links und rechts. Es wunderte mich immer wieder, wie viele neue Gräber es jedes Jahr gab und manchmal schien es mir, als würden die Menschen immer früher sterben. Der Gedanke stimmte mich oft traurig. Denn es gab soviel Neues zu entdecken im Leben. Und sei es nur die große Liebe zu finden.

Nun schlug ich den Weg zu meiner Schwesters Grab ein. Kurz bevor ich es erreicht hatte, sah ich wie schon jemand davor stand. Ein hochgewachsener junger Mann, vielleicht etwas älter als ich.

Jetzt legte er eine Chrysantheme auf das Grab und wollte schon gehen, als ich ihn ansprach: "Entschuldigen sie bitte. Kannten sie meine Schwester?" Der Mann drehte sich zu mir um und als ich in diese grauen Ausdrucksstarken Augen blickte, glaubte ich ihn bereits zu kennen. Er sah mich ebenso überrascht an, wie auch ich ihn. "Sabrina? Bist du es wirklich?", fragte er und sah mich hoffnungsvoll an. "Ähm, ja so heiße ich. Kennen wir uns?", antwortete ich mit einer Gegenfrage. Der Fremde ließ enttäuscht seine Schultern sinken. "Stimmt ja, er sagte ja du würdest dich nicht erinnern", murmelte er leise. Ich legte fragend den Kopf schräg. "Entschuldigen sie bitte. Aber was meinen sie? Wer sagte ich würde mich nicht erinnern?", entgegnete ich verständnislos. Der schwarzhaarige Mann blickte mich ernst an. "An uns beide. An mich, an das Geschehen vor sechs Jahren, an unsere Freunde", erwiderte er traurig. Plötzlich hielt er inne. "Aber vielleicht hilft das", fügte er schnell hinzu und kramte nach etwas in seinem blauen Jackett. Dann schien er es gefunden zu haben und er holte es hervor. Ich hatte noch immer keinen Schimmer davon, was er wollte. Doch als er nun die Hand öffnete und ich einen Schachfigur aus Kristall darin liegen sah. Traf es mich innerlich wie ein Blitz. Vor Schreck ließ ich den Strauß, der für meine Schwester bestimmt war fallen.

"Was... An irgendwas erinnert mich das", stammelte ich aufgeregt. "Ja, es ist die letzte Figur die du damals gebannt hast. Bitte erinnere dich. Ich brauche dich, mein Liebling", flehte der Mann und schloss mich in seine Arme. Ich ließ es einfach geschehen, denn obwohl ich diesen Mann nicht kannte, fühlte sich diese Umarmung doch vertraut an. "Ich liebe dich. Bitte komm zu mir zurück", hauchte er und wie aus dem nichts erschien eine blass rosafarbene Kugel. Die genau in meinen Brustkorb eindrang.
 

An der Stelle wo sie eingedrungen war, wurde es brennend heiß und vor meinen Augen spielten sich plötzlich, rasend schnell, haufenweise Bilder ab. Bilder, wie ich diesen Mann vor mir kennen lernte, wie ich mich in ihn verliebte, wie ich den Erzengel Nael kennen lernte, aber auch die anderen aus Momokuri. Das schwarze Tor, die Rückkehr nach Hause, die Verletzung meines Liebsten, die Erkenntnis das mein Stiefbruder mein Feind war und dann das Chaos in der Schule. Schließlich der Endkampf, gegen meinen Stiefvater in spe Kain, das Auftauchen Akumas, der Tod von Julia und Nael und zum Schluss meine letzte Tat. Der Sprung mit Akuma ins Fegefeuer und... Ich öffnete geschockt die Augen und taumelte leicht. Ich war damals gestorben, ebenso wie Julia und Nael. Mir schossen Tränen in die Augen. Vorsichtig sah ich in die Augen des Mannes mir gegenüber. "No...Noyn. Stimmt es das ich damals gestorben bin?", fragte ich zögerlich. Noyn sah mich erst erschrocken an, doch dann nickte er. Ich riss die Augen auf. "Aber warum... ich meine, wie kann es dann sein... das ich hier bin!", rief ich aufgeregt. "Sabrina, bitte beruhige dich. Ich kann dir alles erklären. Aber nun bin ich erst mal so froh, dass du dich wieder an mich erinnern kannst. Ich weiß es ist egoistisch. Da die Erinnerungen schmerzhaft sind, aber ich habe dich so vermisst", sagte er und nahm mich in den Arm. Ich lehnte mich erschöpft an ihn. Mir wollte das ganze noch nicht so klar werden. Aber tief in mir spürte ich, das auch ich froh war. Ihn wieder bei mir zu wissen. Denn das Loch in meinem Herzen hatte sich geschlossen. Noyn war mein fehlendes Stück gewesen. Lächelnd schloss ich die Augen und erwiderte seine Umarmung. "Ich liebe dich", flüsterte er und sah mich glücklich an. Ich erwiderte seinen Blick und entgegnete: "Ich liebe dich auch!" Und wie um es zu Besiegeln, trafen sich unsere Lippen zu einem Kuss der keine weiteren Worte bedurfte.
 

*****
 

Wieder vier Jahre später kehrten wir auf den Friedhof, wie jedes Jahr zurück. Doch diesmal waren Noyn und ich nicht allein. Jeder von uns hielt auf seinem Arm, eines unserer beiden Kinder. Noyn hatte den 3. jährigen Shane auf den Schultern und ich die 18 Monate alte Mailin auf dem rechten Arm. Die beiden waren unser ganzer Stolz. Erst viel später als die beiden Teenager wurden. Wurde uns bewusst, wessen Seelen unsere Kinder da hatten. Und zwar die Seelen von Nael und Julia. Bei dem Gedanken, fühlte ich immer wie mein Herz überquoll vor Liebe für die beiden.
 

Aber ab und zu, vor allem wenn die Sonne am Horizont verschwindet und ich an die Klippen trete, an der unser Haus steht. Aber auch nur dann, merke ich bewusst wie viel Glück mir doch mit diesen Menschen verkönnt war und ist. Denn ohne Noyn und all die anderen, hätte ich niemals all das Ganze überstanden.

Oft kommt auch Noyn dann dazu, legt seinen Kopf auf meine Schulter und seine Arme um meine Hüfte, dann lehne ich mich an ihn und genieße den Ausblick mit ihm zusammen. Und dann denke ich: Dies war und ist mein Abenteuer fürs Leben!
 

ENDE
 

So nun ist aber entgültig sense *schnief* Mein Dank gilt all meinen Lesern un vor allem Fullmonchan, die von Anfang an dabei war *knuffel* Doch nun verabschiede ich mich vorerst mal von der FF- Schreiberei und werde nur noch die offen stehenden beenden. Dann brech ich auf zu neuen Ufern *g* Also bis dann Urbena



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Von: abgemeldet
2013-07-01T18:03:18+00:00 01.07.2013 20:03
Super geiles F.F
danke das du es geschrieben echt der Haaaaaammmmmmmmmmmmmmmeeeerrrrrr.
Ich schreibe selber Geschichten
und lese sehr viel, auch hier bei Animexx.
Also ich hoffe das du noch mehr schreibst.
viele Grüße, Anzu98

Von: abgemeldet
2009-03-26T21:04:46+00:00 26.03.2009 22:04
Ich weiß, ich weiß. Kommi kommt seeeehr spät, aber iwie bin ich früher nich so der Kommischreiber gewesen...
Hab deine Geschichte jetzt bestimmt schon an die 5 Mal gelesen und jedes Mal geheult... (*heulsuse is*)
Deine Geschichte ist wirklich suuuuper (so wie alle anderen von dir^^) und ich werd sie bestimmt noch viel öfter lesen...
Schreib weiter so klasse FF^^

viele liebe grüße, knubbelchen
Von:  Kleine_Rose
2006-12-29T22:55:59+00:00 29.12.2006 23:55
Ok...das Ende ist fies ._.
Aber eine schöne Story T_T"
Von:  Lunalesca
2005-04-09T12:29:03+00:00 09.04.2005 14:29
Suuupeeeer Story!!!!*spontan zur Lieblings-FF erklär*
Großes Kompliment!Ich hoff du schreibst noch ein paar FFs.*bittend guck* Die hier muss ich auf alle Fälle noch ganz oft lesen und weiterempfehlen!
Mach weiter so !
Von:  FULLMOONCHAN
2005-03-18T13:30:49+00:00 18.03.2005 14:30
Nyooooooooooo
HAPPY END!!!!!
Ich liebe diese geschichte abgöttisch.
Klasse auch wenn ich total traurig bin das die story zu ende is.
Ist und bleibt immer eine meiner lieblingsstorys die es sich wirklich lohnt zu lesen. *-*
Ich hoffe trotzdem noch weiter sachen von dir lesen zu können und auch diese story werde ich immer wieder lesen.

liebe grüße fulli
Von:  FULLMOONCHAN
2005-03-18T13:28:50+00:00 18.03.2005 14:28
Nyaaaaa.....
is das schöööönnnn.... *-*
SO viel Dramatik.seufz
Ich liebe es.

*flauschi* fulli
Von:  FULLMOONCHAN
2005-03-11T20:16:32+00:00 11.03.2005 21:16
wahhhhh....wie kannst du nur an dieser stelle aufhören????
;_;
ich will wissen wies weiter geht.
das kannst du mir doch nciht antun?
>.<
also mach flott weiter. ich will das nächste kapitel lesen.
knuffelflausch
fulli
Von:  FULLMOONCHAN
2005-03-04T17:03:16+00:00 04.03.2005 18:03
*_________________________*
schnell weiter....
ich liebe diese Fanfic einfach.
*schmacht*
Von:  FULLMOONCHAN
2005-03-01T14:31:11+00:00 01.03.2005 15:31
*___________________________________*
*rumhüpf*
yaiiiksss....
Ist das Kapitel genail.
ich liebe NOIN!!!!!!
Und das erst seit deiner FF.
*sabba*
stell schnell das nächste hoch, dnen ich kanns kaum abwarten es zu lesen.

knuffel fulli
Von:  Noyn-Sama
2005-02-26T01:02:27+00:00 26.02.2005 02:02
Ja supi^^ Ich finde deine ff sowas von genial!Du hast Noyn so super getroffen.Einfach spitzenmäßig. Mach weiter!Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel^^
bye,Sveni-chan


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