Neu in Hogwarts
Neu in Hogwarts
Harry und seine Freunde saßen in der großen Halle am Tisch des Hauses Gryffindor und schauten sich um. Harry blickte zu den Slytherins und seine Augen trafen die von Draco Malfoy, welcher ihn schadenfroh zugrinste.
"Wo ist eigentlich Hagrid?", fragte Ron und seine beiden besten Freunde starrten ihn sofort an. Hermine sah ein wenig nachdenklich und besorgt aus, Harry hingegen fragte sich, was Malfoy schon wieder im Schilde führte.
"Keine Ahnung, scheint wohl noch nicht mit den Erstklässlern über den See gekommen zu sein. Das Wetter war ja nicht gerade das Beste, sie haben bestimmt Schwierigkeiten.", meinte Hermine und spähte zu der Tür, welche in die Einganghalle führte. Nichts tat sich, also wand sie ihren Blick von dort ab und schaute zum Lehrerisch hinüber. Snape saß links außen auf seinem Platz, wie immer, neben ihm saß ein neuer Lehrer, vermutlich für die Verteidigung gegen die dunklen Künste, Hagrids und McGonagalls Plätze waren frei. Dumeldore unterhielt sich mit einem jungen Mädchen, welches vor dem Tisch stand und anscheinend auch auf die Erstklässler wartete.
"Wer ist denn das Mädchen da bei Dumbledore?", fragte sie Ron und Harry, welche sich sofort umdrehten und nach vorne schauten.
"Weiß nicht, sieht aber aus, als wäre sie neu hier und zum Unterrichten ist sie auch zu jung ... vielleicht ist sie ja eine neue Schülerin.", wand sich Ron wieder an Hermine und auch Harry hatte seinen Blick wieder auf seine beste Freundin gerichtet.
"Ich glaube Ron hat Recht, vielleicht hat sie ja die Schule gewechselt und ... in welchen Jahrgang wird sie wohl kommen?" Harry schielte noch einmal verstohlen zum Lehrertisch und begutachtete die schlanke Statur mit den langen platinblonden Haaren.
"So viel ich erkennen kann sieht sie nicht viel jünger aus als wir es sind. Ich glaube sie wird auch so um die 17 oder 18 sein.", stellte Hermine fest und inspizierte dabei das Mädchen.
"Wenn sie auch in das 7. Jahr kommen sollte hoffen wir mal, dass sie kein Slytherin wird, denn - schaut euch mal Malfoy an wie er sie begutachtet - dann wird sie bestimmt nicht gerade eine von den netten sein ... dann ist sie so Marke Pansy Parkinson.", grinste Ron und verschluckte sich an seiner eigenen Spuke, so dass er husten musste.
"Ron!", mahnte Hermine und klopfte ihm auf den Rücken.
"Danke.", keuchte er, nachdem der Hustenreiz aufgehört hatte.
"Hey seht mal dort.", sagte Harry und nickte in Richtung der großen Eichentür. McGonagall trat mit einer Schar Erstklässler ein und schritt mit ihnen zwischen dem Gryffindor- und Ravenclawtisch auf den Lehrertisch zu. Sie hatte einen alter verschlissenen Hut bei sich und eine lange Liste auf der sich die Namen der neuen Schüler befanden.
"Stellt euch bitte hier vorne auf.", sagte sie und die ängstlich wirkenden Kinder reihten sich vor den Haustischen auf und starrten gebannt auf den alten, mit Flicken bestickten Hut, welchen McGonagall auf einem Hocker absetzte. Der Hut bewegte sich sachte und eine Spalte bildete sich über seine Krempe.
In alter Zeit, als ich noch neu,
Hogwarts am Anfang stand,
Die Gründer unsrer noblen Schule
noch einte ein enges Band.
Sie hatten ein gemeinsam' Ziel
Sie hatten ein Bestreben:
Die beste Zauberschule der Welt,
Und Wissen weitergeben.
"Zusammen wollen wir bau'n und lehr'n!"
Das nahmen die Freunde sich vor.
Und niemals hätten die vier geahnt,
Dass ihre Freundschaft sich verlor.
Gab es so gute Freunde noch
Wie Slytherin und Gryffindor?
Es sei denn jenes zweite Paar
Aus Hufflepuff und Ravenclaw?
Weshalb ging dann dies alles schief,
Hielt diese Freundschaft nicht?
Nun, ich war dort und ich erzähl
Die traurige Geschicht'.
Sagt Syltherin: "Wir lehr'n nur die
Mit reinstem Blut der Ahnen."
Sagt Ravenclaw: "Wir aber lehr'n,
Wo Klugheit ist in Bahnen."
Sagt Gryffindor: "Wir lehr'n all die,
Die Mut im Namen haben."
Sagt Hufflepuff: "Ich nehm sie all'
Ohne Ansehen ihrer Gaben."
Am Anfang gab es wenig Streit
Nur Unterschiede viele,
Denn jeder der vier Gründer hatte
Ein Haus für seine Ziele.
Sie holten sich, wer da gefiel;
So Slytherin nahm auf,
Wer Zauberer reinen Blutes war
Und listig obendrauf.
Und nur wer hellsten Kopfes war,
Der kam zu Ravenclaw.
Die Mutigsten und Kühnsten doch
Zum tapferen Gryffindor.
Den Rest nahm auf die Hufflepuff,
Tat allen kund ihr Wissen,
So standen die Häuser und die Gründer denn
In Freundschaft, nicht zerrissen.
In Hogwarts herrschte Friede nun
In manchen glücklichen Jahren,
Doch bald kam hässliche Zwietracht auf,
Aus Schwächen und Fehlern entfahren.
Die Häuser, die vier Säulen gleich
Einst unsre Schule getragen,
Sie sahen sich jetzt als Feinde an,
Wollten herrschen in diesen Tagen.
Nun sah es so aus, als sollte der Schule
Ein frühes Ende sein.
Durch allzu viele Duelle und Kämpfe
Und Stiche der Freunde allein.
Und schließlich brach ein Morgen an,
Da Slytherin ging hinfort.
Und obwohl der Kampf nun verloschen war,
Gab's keinen Frieden dort.
Und nie, seit unsere Gründer vier
Gestuzt auf dreie waren,
Hat Eintracht unter den Häusern geherrscht,
Die sie doch sollten bewahren.
Nun hört gut zu dem Sprechenden Hut,
Ihr wisst, was euch beschieden:
Ich verteil euch auf die Häuser hier,
Wie's mir bestimmt ist ihnen zu Dienen.
Ja, lauscht nur meinem Liede gut,
Dies Jahr werd ich weitergehen:
Zu trennen euch bin ich verdammt,
Doch könnt man's als Fehler sehen.
Zwar muss ich meine Pflicht erfüllen
Und jeden Jahrgang teilen.
Doch wird nicht bald durch diese Tat
Das Ende uns ereilen?
Oh, seht das Verderben und deutet die Zeichen,
Die aus der Geschichte erstehen.
Denn unsere Schule ist in Gefahr,
Sie mag durch äußere Feinde vergehen.
Wir müssen uns stets in Hogwarts vereinen
Oder werden zerfallen von innen.
Ich hab's euch gesagt, ich habe gewarnt...
Lasst die Auswahl nun beginnen
Die Kinder starrten den Hut fasziniert an und konnten noch immer nicht so recht glauben, dass das alte Leder vor ihnen eben gesprochen hatte und sie nun anscheinend aus zwei kleineren dunklen Schlitzen her beäugte.
"Anthony Watson!", rief Professor McGonagall und ein kleiner schwarzhaariger Junge trat schüchtern aus der Menge hervor und schlich auf den Hocker zu. Er setzte sich und McConnagal setzte ihm den Hut auf. Der kleine Junge schielte nach oben, als der Hut erneut anfing zu sprechen und sich bewegte.
"Hm ... Mut und Tapferkeit bestimmen dein Herz. Gryffindor!", rief der alte Hut und McConnagal nahm ihn ihm wieder vom Kopf. Anthony Watson ging an den anderen Neulingen an den Gryffindortisch, wo er mit Jubel und Applaus in Empfang genommen wurde.
Ein weiterer Junge wurde aufgerufen und auch er kam zu Gryffindor.
"Das fängt dieses Jahr sehr gut an für Gryffindor.", meinte Ron und schaute die beiden Jungs an. "Das sind Cousins zweiten Grades von mir.", sagte er stolz und nahm eine grade Haltung ein. Hermine verdrehte die Augen und Harry musste grinsen, da bis jetzt alle Weasleys oder deren Verwandten in Gryffindor ihr neues Zuhause fanden.
Nachdem die Kinderschar aufgeteilt war erhob sich Dumbeldore und nickte dem blonden Mädchen zu, welche daraufhin ebenfalls aufstand.
"Wir in Hogwarts dürfen dieses Jahr aber noch eine neue Schülerin begrüßen. Sie kommt aus Amerika und ging dort auf Victoryheart, eine unserer Partnerschulen, aber jetzt wohnt sie in London und wird ihr letztes Jahr in Hogwarts absolvieren.", sagte Dumbeldore und die Schüler starrten das Mädchen interessiert, teilweise aber auch abgeneigt an.
"Wenn Sie sich bitte hier hinsetzen würden.", sprach Professor McConnagal und erhob den Hut vom Hocker. Das hübsche Mädchen setzte sich auf den Hocker und der sprechende Hut wurde ihr aufgesetzt. Gespannt schauten Dumbeldore und McGonagall sie an, als der Hut auch schon anfing zu sprechen.
"Hm ... ganz schwer. Wo soll ich dich nur einteilen?", fragte der Hut sich selbst und machte einen überlegenden Eindruck. "Sehr schlau und ein großes Potential zum Lernen ... vielleicht wäre Ravenclaw ja der richtige Ort für dich.", meinte der Hut, sah aber immer noch sehr nachdenklich aus. "Oder vielleicht wärst du auch besser in Gryffindor untergebracht, denn ich sehe einen sehr starken Willen, voller Mut und Tapferkeit. Jedoch bedenkst du immer alles mit Tücke und List ... so würde ich eher sagen, dass Slytherin für dich das wahre Hause ist." Der Hut verstummte und blickte auf das Mädchen hinab.
"So schwer hatte es der Hut ja nicht mal bei dir.", flüsterte Hermine Harry zu und schaute danach wieder gebannt nach vorne.
"Hey, die kenne ich, aber das kann doch nicht ...", meinte Mandy, die Freundin von Draco Malfoy und stieß ihm in die Rippen. Draco drehte sich zu ihr.
"Was ist?", fragte er sichtlich gereizt.
"Das Mädchen ist Viola aus meiner Band.", sagte sie zu ihm. Die beiden blickten zu Viola rüber.
"Also nun ...", sagte der Hut," ...dem einen Zweig deiner Verwandtschaft würde warm ums Herz wenn ich dich nach Slytherin schicke, dem anderen Teil aber würde es mit Stolz erfüllen dich in Gryffindor zu sehen. Salazar Slytherin und Phineas Nigellus, was für ein ungleiches Paar.", sagte der Hut und leises Getuschel ging durch die Reihen.
Harry konnte seinen Ohren nicht trauen. Hatte der Hut wirklich Phineas Nigellus gesagt?
"Ron, Hermine ... sie ist eine Verwandte von Sirius!", meinte er und schien noch immer nicht ganz zu glauben.
"Salazar Slytherin?!", flüsterte Malfoy und starrte gebannt den Hut an.
"Sag mir Viola Slythery-Black ... welchem Haus möchtest du angehören?", fragte der Hut und schien nach dieser Frage zu erstarren.
Woher soll ich das bitte wissen, du schrammeliger, alter Hut!, dachte Viola sich und schielte genervt zum Hut hoch. Sie wollte gerade zur Antwort ansetzten, da regte sich der Hut auf ihrem Kopf wieder.
"Stimmt, du kannst es nicht wissen, also teile ich mit ... GRYFFINDOR!", rief der Hut und der gesamte Gryffindortisch bebte unter dem lauten Applaus und Gejubel. Dumbeldore lächelte zufrieden und McGonagall nahm Viola mit einem zustimmenden Nicken den Hut ab.
Erleichtert ging Viola zum Tisch der Gryffindors und nahm hinten unter den Siebtklässlern platz.
"Hi.", sagte sie zu Hermine und Ron, welche ihr gegenübersaßen, und zu Harry, welcher zu ihrer rechten saß.
"Freut mich.", meinte Hermine und schaute danach Harry an, der ein wenig verwirrt wirkte.
"Schön, dass du in Gryffindor bist.", grinste Ron und warf einen flüchtigen Blick zu Mandy Sanders und Pansy Parkinson. Harry hingegen sagte nichts, sondern war tief in seine Gedanken versunken. Sirius, fragte er sich, warum hast du mir nie von ihr erzählt.
Dumbeldore stand noch immer und erneut ging die Tür zur großen Halle auf, als mehrere Gestalten in nassen, schwarzen Umhängen eintraten und zum Lehrertisch gingen.
"Aber es gibt noch einige Neuigkeiten zu verkünden. Wir haben einen neuen Lehrer der die Jahrgänge in der Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten wird. Wenn ich sie Bitten dürfte Professor Sparrow.", sagte Dumbeldore freundlich und der Lehrer, welcher neben Snape saß stand auf und lächelte einmal in die Runde, bevor er sich wieder setzte.
"Unter anderem werden die Schüler im Siebten Jahr von Hogwarts in manchen Fächern teilweise von anderen Lehrern unterrichtet." Dumbeldore zeigte auf die Gestalten in den Schwarzen Umhängen mit den tief in die Gesichter gezogenen Kapuzen, so dass sie sehr den Dementoren ähnelten.
"Wenn ich noch schnell vorstellen darf. Professor Delson und Professor Bourdon."
Zwei der Gestalten traten hervor und nahmen ihre Kapuzen ab. Die Menge klatschte.
"Sie werden Sie in Kräuter- und Pflanzenkunde unterrichten. Professor Bennington wird ab sofort Verwandlung in allen Jahrgängen übernehmen, da Professor McGonagall eine wichtige Organisation in Hogwarts übernimmt."
Ein weiterer Kapuzenmann trat hervor und zeigte sein Gesicht.
"Professor Farrell, Lehrer für das Fach der höheren Zauberkünste und auch Mitglied im Merlinorden. An alle die dieses Fach gewählt haben ... bitte Disziplin."
Erneut trat jemand hervor und streifte sich die Kapuze vom Kopf.
"Ihr neuer Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe, Professor Hahn. Professor Hagrid, wird aber weiterhin die unteren Jahrgänge unterrichten."
Wieder ging ein Mann ein paar Schritte nach vorne und nahm die Kapuze ab.
"Ich freue mich auch nach etwas längerer Zeit zwei Referendare begrüßen zu dürfen. Richard Abidin Breen wird bei Professor Snape alles über Zaubertränke gelehrt bekommen um dieses Fach selber unterrichten zu können und Mike Shinoda, Referendar im zweiten Semester bei Professor Bennington, wird sie wahrscheinlich schon nach den Herbstferien ein paar Stunden unterrichten dürfen."
Zwei junge attraktive Männer entblößten ihre Gesichter.
"Und zu guter letzt darf ich noch Will Turner und Legolas Greenleaf vorstellen. Mr. Turner, ehemaliger Quidditchspieler bei den Tornados wird Trainer von Gryffindor und Slytherin werden. Mr. Greenleaf wird den neuen Sportclub Bogenschießen leiten und Quidditchtrainer bei Ravenclaw und Huffelpuff."
Die beiden letzten nahmen auch ihre Kapuzen ab und bei dem hübschen Anblick des blonden, jungen Mannes, welcher Legolas Greenleaf war, liefen einige Mädchen rot an oder fingen verlegen an mit ihren Freundinnen zu tuscheln.
"Lasst das Festmahl nun endlich beginnen. Haut rein!", verkündete Dumbeldore und von einem Moment auf den anderen waren die Tische reich und gut mit Essen gedeckt.
Aller Anfang ist schwer
Aller Anfang ist schwer
Der Abend ging schnell vorüber und nach dem großen Festessen machten sich alle Schüler auf den Weg zu ihren Häusern. Viola schlenderte als letzte den anderen Gryffindors hinterher und schaute sich dabei erstaunt in der großen Halle um, als ihr plötzlich jemand die Hand auf die Schulter legte.
"Hey, lange nicht gesehen, lass dich drücken!", lächelte ihre Freundin Mandy und schloss sie fest in den Arm, so dass sie drohte zu ersticken.
"Freut ... mich ... auch.", keuchte Viola und war froh, als ihre Freundin sie endlich losließ. Neben Mandy standen noch vier weitere Personen, vier Jungs wohl bemerkt.
"Ach ja ... das (ein gutaussehender, großer, platinblonder Junge trat hervor, so dass Violas Herz bei seinem Anblick ein paar Takte schneller schlug und ihr ein wenig heiß wurde) ist mein Freund Draco.", grinste Mandy und griff sich sofort seinen Arm. Enttäuschung stand Viola ins Gesicht geschrieben.
"Das dort ist Florian, sein bester Kumpel und die beiden Halbaffen sind Grabbe und Goyle."
Die beiden dicken schnauften wütend und schauten eingeschnappt zur Seite.
"Freut mich ...", wollte Viola sagen, doch sie wurde von den Rufen eines Gryffindors, Hermine, unterbrochen.
"Komm, du findest den Weg ansonsten nicht!", rief sie von der Treppe aus und nachdem sich Viola schnell verabschiedet hatte eilte sie den anderen Gryffindors nach.
"Na da gibt sie sich ja gleich mit dem perfekten Pack ab! Mit Potty, dem Wiesel und dem Schlammblut!", wetterte Malfoy und schaute dem hübschen Mädchen nach.
"Also bitte! Kannst du nicht einmal aufhören so ein Arschloch gegenüber den dreien zu sein?", fragte Mandy und warf ihm einen mahnenden Blick zu.
"Wieso, er hat doch voll Recht! Nur weil er diese Narbe hat bildet er sich gleich ein er hätte hier das Sagen, obwohl doch alle wissen, dass Malfoy...", sagte Florian mit überzeugter Stimme doch der tötende Blick von Mandy ließ ihn verstummen. Die fünf Slytherins machten sich auf den Weg Richtung Snape's Kerker und dem Slytheringewölben.
Oben im Gryffindorturm angekommen gingen die meisten in ihre Schlafsäle, nur Hermine, Ron und Harry machten es sich vor dem Kamin bequem. Die drei nahmen in ihren Lieblingssesseln platz und schauten sich um, ob sie denn wirklich alleine waren, doch schnell bemerkten sie, dass weiter hinten an einem Tisch die neue Schülerin saß und etwas auf ein Pergament kritzelte.
"Wollen wir sie nicht fragen, ob sie sich zu uns setzten möchte?", fragte Ron Hermine und Harry im Flüsterton.
"Also ich weiß ja nicht, eben hatte sie mit Draco's Sippe geredet und nun ja, wir wissen ja wie die sind.", erwiderte Hermine und musterte Harry.
"Mir ist es egal ... aber ...", doch er sprach nicht weiter, da die Erinnerung an Sirius's Tod noch immer zu schmerzhaft für ihn war.
"Ist schon okay Harry, wir verstehen das.", meinte Ron. "Aber wir können sie doch nicht so alleine da sitzen lassen."
Harry stand auf und ging auf Viola zu, welche, als sie ihn bemerkte, sofort ihr Pergament wegsteckte und ihn fragend anschaute.
"Naja ich ... ehm ... wir haben uns gedacht, dass du dich ja zu uns setzen und ... ehm ... ein wenig mit uns plaudern könntest.", sagte Harry ein wenig verlegen und versuchte charmant zu lächeln, wobei er aber kläglich scheiterte.
"Gerne.", meinte Viola, packte ihre Sachen in eine Ledertasche und folgte Harry an den Kamin des Gryffindorgemeinschaftsraumes. Sie setzte sich in den freien Ohrensessel und nickte Ron und Hermine zu.
"Und wie findest du Hogwarts bis jetzt?", fragte Hermine und schaute sie danach interessiert an.
"Es ist klein im Gegensatz zu meiner alten Schule, aber es ist hier viel schöner. Die Atmosphäre ist einfach so ... so ... nun ja anders, viel mystischer, geheimnisvoller und irgendwie finde ich es auch unheimlich romantisch.", sagte Viola mit dem Anflug eines Lächelns.
"Na ,da hast du aber noch keine Stunde Zaubertränke bei Snape gehabt. Danach vergeht dir aber alles, vor allem wenn du ein Gryffindor bist, denn auf uns hackt der immer am liebsten rum!", sagte Ron todernst, so dass Harry und Viola laut lachen mussten, Hermine ihn aber nur mit einem strafenden Blick bedachte.
"Ansichtssache!", meinte sie scharf und griff nach einer schweren Lektüre und stöberte darin herum.
"Sie ist immer so ... versucht einem immer jeden Spaß zu nehmen.", grinste Ron und Hermine warf ihm einen vernichtenden Blick über die Kante des Buches zu. Ron's Grinsen verschwand und er verzog den Mund und rümpfte die Nase.
"Ich gehe dann ins Bett!" Hermine stand auf und marschierte die Treppe zu den Schlafsälen hoch. Die drei Verbliebenen schauten ihr entgeistert nach.
"Ich glaube mit ihr werde ich so meine Probleme haben. Wer ist sie überhaupt und eure Namen kenne ich auch noch nicht.", stellte Viola fest und schaute Harry fragend an.
"Das ist nur Hermine Granger, sie ist manchmal - wie soll ich's sagen - ein wenig komisch. Das ist Ron Weasley und ich bin Harry ... Potter.", meinte Harry und erwartete einen Ansturm von Fragen, einen verstohlenen Blick auf seine Narbe, einen Ausdruck von Bewunderung, doch nichts kam. Fragend schaute Ron sie an.
"Jetzt sag nicht du kennst Harry Potter nicht!?", rief er leicht entsetzt.
"Nicht doch Ron.", flüsterte Harry peinlich berührt.
"Natürlich habe ich schon von ihm gehört, aber er ist doch auch nur ein Mensch, warum sollte ich ein Tamm-Tamm um seinen Namen machen ... es ist und bleibt ein Name." Viola schaute Ron fragend an, welchem nun die Kinnlade heruntergefallen war. Sie lächelte Harry zu, Harry lächelte ihr zurück. Es kam nicht gerade oft vor, eigentlich gar nicht, dass Leute so reagierten wie Viola. Irgendwie erinnerte sie ihn an jemanden.
Ein lautes Gähnen ertönte.
"Ich bin hundemüde! Glaube es ist besser wenn ich mich schlafen lege.", murmelte Ron und verzog sich danach aus dem Gemeinschaftsraum. Jetzt saßen nur noch Harry und Viola an dem Kamin.
"Ehm, darf ich dich mal was fragen?", sagte Harry vorsichtig und leise.
"Natürlich." Viola schaute ihn mit großen Augen an.
"Also ... der Sprechende Hut meinte dein Vorfahre wäre Phineas Nigellus und ich wollte dich gerne Fragen ... kanntest du Sirius?" Harry fühlte wie sich sein Herz einen kurzen Moment schmerzhaft zusammenzog, sich aber schnell wieder entspannte.
"Ja ... er war mein Onkel ... ein toller Mensch, ganz das Gegenteil von dem, was sie über ihn in dem Tagespropheten schrieben. Ich ... habe ihn sehr gemocht.", sprach Viola leise mit Trauer in der Stimme. Sie versuchte Harry anzulächeln, doch konnte den Schmerz über Sirius's Tod nicht verbergen. Ihre Augen waren feucht und ihre Lippen zitterten.
"Er hatte mir nach seinem Ausbruch aus Askaban oft geschrieben, dich hatte er auch ganz oft erwähnt. Er war richtig stolz auf dich und meinte immer ich könne mich freuen, wenn ich jemals jemanden wie dich finden würde."
Sie lächelte gequält.
"Wir hatten uns seitdem immer nur Briefe geschrieben, aber vor zwei Jahren als er wieder im Grimauldplatz Nummer 12 war, hatte er auch des öfteren über den Kamin mit mir gesprochen ... ich ... es war schön ihn wenigstens so noch einmal zu sehen."
Eine Träne lief an ihrer Wange herunter und ihre Stimme wurde immer dünner.
"Ich wünschte ich hätte ihn auch noch einmal in den Arm nehmen können ... ihm persönlich sagen können wie sehr ich ihn doch gern habe. Du musst wissen ... er ... er war irgendwie wie ein Vater f-für mich. Er ...", wimmerte Viola und weitere Tränen bahnten sich den Weg über ihr Gesicht.
"Ich habe ich auch sehr gerne gehabt.", sagte Harry. Viola tat ihm unheimlich Leid und ihr Anblick brachte auch in Harry all den Schmerz und all die Trauer hoch.
"Tut mir leid ...", flüsterte er, bevor er sich aus seinem Sessel erhob und vor Viola hockte. Er nahm sie fest in den Arm und streichelte ihr sanft und beruhigend über die langen, glatten Haare, während sie sich an seine Brust drückte und ihren Gefühlen freien Lauf ließ. Es tat Harry ernsthaft leid sie auf Sirius angesprochen zu haben, denn dieses Thema schien ihr sehr nahe zu gehen, genau wie ihm. Während sie in seinen Armen weinte, lief auch ihm eine Träne an der Wange herunter.
"Harry?", fragte Viola mit zittriger Stimme und schaute ihm tief in die Augen.
"Ja?"
"Ich bin froh endlich jemanden gefunden zu haben mit dem ich darüber sprechen konnte, jemand der weiß wie ich mich fühle ... jemand der ihn kannte wie ich es tat.", flüsterte sie und drückte Harry danach wieder an sich und schmiegte ihren Kopf an seine Brust.
"Ich auch!", meinte Harry und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Zaubertränke bei Snape
Zaubertränke bei Snape
Ihre erste Nacht in Hogwarts hatte Viola sich gänzlich anders vorgestellt. Sie hatte gehofft neue Freunde zu finden und spät abends ruhig und gelassen ins Bett zu gehen, aber stattdessen lag sie weinend in den Armen von Harry Potter und konnte sich nicht wirklich mit den Mädchen in ihrem Jahrgang verstehen, zumindest nicht mit denen von Gryffindor.
Sie schlenderte runter in den Gemeinschaftsraum. Viele Schüler waren schon zum Frühstück in die große Halle gegangen, doch Harry saß noch in einem der Sessel und drehte sich um, als sie an ihm vorbeiging.
"Hey, gut geschlafen?", fragte er sie mit einem strahlenden Lächeln und versuchte nicht über den vergangenen Abend nachzudenken. Immer noch tat sie ihm unheimlich leid und er wollte jegliche Erinnerung an Sirius von ihr fernhalten.
"Ging so ... hast du auf mich gewartet?" Viola schaute sich in dem leeren Gemeinschaftsraum um, danach wieder in die smaragdgrünen Augen von Harry.
"Kann man so sagen. Wollen wir frühstücken gehen?"
"Ja, ich habe einen Mordshunger!", grinste Viola und zusammen schlüpften sie durch das Loch in den Raum mit den beweglichen Treppen. Sie freute sich, dass Harry sich sorgen um sie machte und auf sie gewartet hatte. Sie schaute ihn beim Gehen von der Seite an und stellte fest, dass er doch recht gut aussah und auch eine stattliche Größe von mindestens 1.85m hatte. Er erinnerte sie an Sirius, keine Frage.
Harry schielte auch zu ihr rüber und musste innerlich grinsen, als er sah, dass sie ihren Blick von ihm abwand und ihre Wangen leicht rosa anliefen. Sie war recht hübsch, wie Harry fand, vor allem ihre hellgrünen, fast marmorgrauen Augen faszinierten ihn.
Sie erreichten die große Halle und schlenderten zusammen an den Gryffindortisch, wo bereits Hermine und Ron saßen und sich den Bauch vollschlugen. Hermine bedachte Viola mit einem leicht arroganten, aber auch mit einem leicht eifersüchtigen Blick, da Harry für sie noch nie gewartet hatte.
"Morgen Ron.", lächelte Viola und beachtete Hermine erst gar nicht, da sie sich wahrscheinlich eh nicht verstehen würden.
Die drei, Harry, Ron und Viola, unterhielten sich während des Frühstücks über Quidditch und die Hausmannschaften. Viola teilte den beiden mit, dass sie auf ihrer alten Schule die Position des Platinsuchers hatte. Ron und Harry tauschten auf diesen für sie unerklärlichen Begriff nur fragende Blicke und somit musste Viola ihnen erklären, dass es im amerikanischen Quidditch eingeführt wurde zwei Sucher im Spiel zu haben, einen der den goldenen Schnatz fängt, welcher 150 Punkte einbringt, aber nun nicht mehr das Spiel beendet. Für diese Aufgabe wurde der platine Schnatz eingeführt, welcher doppelt so flink und geritzt wie der goldene ist, 300 Punkte bringt und das Spiel beendet. Harry und Ron kamen gar nicht mehr aus dem Staunen raus und hofften sich, dass diese Regelung auch in Hogwarts eingeführt werde. Viola bot Harry an den Schnatz mal um die wette zu suchen und Ron fragte sie ob sie ihm mal ihren Besen zeigen würde, denn sie hatte einen sehr guten Besen den es in England noch nicht zu kaufen gab. Sie besaß einen Starjet 3000, den schnellsten Besen den es momentan zu kaufen gab.
Nach dem Frühstück gingen die drei zusammen mit Hermine zu Snape's Kerker, da sie in der ersten Stunde Zaubertränke mit den Slytherins hatten. Sie waren die ersten die vor der Tür zu Snape's Klassenzimmer ankamen, aber es dauerte nicht lange, als auch schon andere Schüler sich dem Kerker näherten. Es waren Mandy, Draco und dessen Freunde.
"Hey Potty und Wiesel!", höhnte Malfoy und zog Mandy dabei ein bisschen näher an sich. "Ach ja und das Schlammblut ist natürlich auch mit dabei!", fügte er noch hinzu.
Harry wollte sofort zu einem verbalen Angriff übergehen, doch Hermine, die solche verachtenden Worte von Draco schon gewohnt war, hielt ihn zurück. "Einfach ignorieren!", flüsterte sie Harry zu und achtete nicht weiter auf Malfoy und seine Freunde, welche sich weiterhin über Hermine lustig machten.
"Hey Slythery-Black, willst du dich wirklich mit denen abgeben. Man sollte nämlich darauf achten die richtigen Freunde mit guten Beziehungen zu haben und nicht so ein Gesockse!", grinste Malfoy und es bereitete ihm Freude in die wütenden Gesichter von Ron, Hermine, aber vor allem von Harry zu sehen.
Viola ging auf ihn zu und schaute ihm verachtend in die eisgrauen Augen.
"Danke für den Tipp, aber ich kann für mich selber entscheiden wer die richtigen und wer die falschen Freunde sind! Dazu brauche ich nicht den Rat von einem verwöhnten Schnösel wie dir!", erwiderte sie und versuchte genau so hämisch zu grinsen wie Malfoy es noch vor einigen Sekunden getan hatte, doch langsam breitete sich leichtes Entsetzen in seinem Gesicht aus, da es nicht jeder wagte ihm so entgegenzutreten.
Viola konnte einfach nicht verstehen wie ein so gutaussehender Junge nur so ein Idiot sein konnte und was sie noch viel weniger verstand war, dass Mandy, ihre Bandfreundin, ein Beziehung mit diesem eingebildeten Etwas führte. Sie fand auf beides keine Antwort, nur das Wort, welches er Hermine an den Kopf geschleudert hatte, ließ ihre Gedanken nicht kalt und erfüllte sie mit einem solchen Zorn und Hass, dass sie sich keine gerechte Strafe dafür ausmalen konnte.
"Und außerdem Malfoy, man nennt Zauberer mit Muggelabstammung nicht ... du-weißt-schon-was!", sagte sie in einem sehr ruhigen Tonfall voller Abneigung, so dass Draco ein kalter Schauer den Rücken herunterlief.
"Ich hoffe das wird dir eine Lehre sein! Nimm das!", fauchte sie und zielte mit ihrem Zauberstab über Draco's Kopf. Mit einem leisen peng tauchte ein großer Kübel über seinem blonden Schopf auf. Noch bevor Draco reagieren konnte entleerte sich der schleimige, braune Inhalt über seinem Kopf und überzog ihn von oben bis unten mit übel riechendem Schlamm. Harry und Ron konnten sich kaum einkriegen vor lachen, als sie Malfoy dort stehen sahen.
"Aqua!", wehrte sich Malfoy und über Viola entstand eine kleine Gewitterwolke, aus der es hagelte und regnete. Von einer Sekunde auf die andere war Viola pitschnass und einer der kleinen Blitze versetzte ihr einen Stromschlag, welcher durch ihren ganzen Körper fuhr.
"CRUCI ...", rief Viola wutentbrannt, doch plötzlich sprang die Tür zu Snape's Kerker auf.
"Malfoy! Slythery-Black! Nach dem Unterricht bitte in mein Büro!", bedachte Snape die beiden Duellierenden mit einem bösen Blick. Malfoy wollte sich verteidigen, doch als Snape ihn scharf anschaute verstummte er und folgte ihm schweigend mit den anderen Slytherins in das Klassenzimmer.
"Du hast dich also für die falsche Seite entschieden!", meinte Florian im vorbeigehen und befreite Malfoy mit einem Zauberspruch von dem ekeligen Schlamm.
"Scheint wohl so!", zischte Viola und strich sich eine ihrer nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht.
"Schon vor der ersten Stunde in diesem Jahr wurdest du von Snape in sein Büro zitiert und das nur weil er mich ein Schlammblut genannt hat.", meinte Hermine. "Das wäre nicht nötig gewesen, ich brauche nämlich keine Hilfe, ich komme mit dem allein klar!"
Viola konnte es nicht fassen solche Worte von Hermine zu hören, obwohl sie sich doch grade für sie eingesetzt hatte und nun auch noch wegen ihr Ärger mit Snape hatte, vor dem sie eh schon von allen gewarnt wurde.
"Klasse Leistung! Kannst du mir nachher verraten wie du das mit dem Matsch gemacht hast?", fragte Ron Viola begeistert, als auch sie das Klassenzimmer betraten. Ein stolzes Lächeln spielte auf Viola's Gesichtszügen.
"Gerne!"
Nachdem alle Schüler Platz genommen hatten drehte sich Snape der Klasse zu und zeigte sein genüsslichstes endlich-kann-ich-wieder-Schüler-quälen-Lächeln, vor allem Harry unterzog er diesem Blick sehr lange.
"Ein neues Jahr für Sie, aber auch Ihr letztes. Bitte rühren sie folgenden Zaubertrank zusammen. Ich werde dann nach der Stunde von jedem ein Probefläschchen einsammeln und dieses wird in ihre UTZ-Bewertung mit eingehen, genau wie jede weitere Probe, welche sie im verlauf dieses Jahres bei mir abgeben werden." Snape fuchtelte mit dem Zauberstab und auf der Tafel erschienen die Zutaten und deren Reihenfolge mit der sie in den Kessel gehörten.
Wahrheitselixier
1. Kessel erhitzen
2. 5 Karrbuchskraut hinzufügen
(5 Minuten rühren)
3. 12 Tropfen Schlangenblut
(unter rühren hinzufügen)
(Trank bekommt eine dunkelviolette Färbung)
4. Kessel auf halbe Hitze stellen
(Trank wird rosè)
5. 2 Esslöffel Lotusblütensaft hinzugeben
(10 Minuten nicht(!) rühren)
6. 5x nach links,
danach 5 mal nach rechts rühren
(weitere 10 Minuten stehen lassen)
(Trank färbt sich blutrot)
7. 6 verkleinerte Drachenschuppen hinzufügen
(goldener Rauch geht vom Topf aus)
Ihr Trank sollte nun fertig sein.
"Fangt an!", grinste Snape und machte seine Runden durch den Klassenraum, immer in der Hoffnung einen Schüler zu finden der etwas falsch machte, nur um ihn vor der gesamten Klasse bloß zu stellen.
"Was erwartet der denn so?", flüsterte Viola Ron zu, da sie gerade nicht so recht wusste ob sie nun 12 oder 13 Tropfen Drachenblut in den Trank gegeben hatte.
"Immer nur das Beste, aber als Gryffindor und dazu auch noch Freund von Harry ist es so gut wie aussichtslos eine gute Note zu bekommen!", meinte er und machte sich weiter an seinem Trank zu schaffen.
Mandy stand ganz in der Nähe von Viola. Snape beugte sich gerade über den Kessel ihrer Freundin und nickte für sich, ging danach zu dem Kessel von Draco. Viola konnte noch immer nicht ganz verstehen, warum sich Mandy nur mit dieser Idiotengang von Malfoy abgab und startete einen Versuch sie auf dieses Thema anzusprechen.
"Psst, Mandy!", flüsterte sie.
"Ja? Was ist?", flüsterte Mandy leicht erschrocken zurück.
"Ehm nun ja, nichts gegen dich und auch nichts gegen deinen Geschmack, denn aussehen tut er ja rattenscharf, aber wie kannst du nur mit diesem arroganten, eingebildeten, hochnäsigen, muggelverachtenden und idiotischen Trottel gehen?"
Mandy konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und schielte zu ihrem Draco rüber.
"Also ganz ehrlich ... ich weiß es auch nicht.", lachte sie leise und tröpfelte aus versehen 3 Löffel Lotusblütensaft in ihren Kessel. Es brodelte und ihr Kessel fing gefährlich an zu wackeln. Mit einem lauten Knall explodierte Mandy's Gemisch und tauchte sie in eine große Rauchwolke.
"Miss Sanders! Sie sollten mehr acht geben! Fangen Sie bitte von neuem an, aber beachten Sie die Zeit.", fauchte Snape und musterte Viola mit einem bösen Blick, da er wohl von dem Gespräch der beiden einiges mitbekommen hatte. Das Gesicht und die Kleidung voller Ruß fing Mandy von neuem an.
Snape marschierte zu dem Kessel von Neville Longbottom und schüttelte mit dem Kopf.
"Mr. Longbottom, sie machen ja alles falsch! Können sie mir bitte sagen welche Farbe ihr Trank bereits in diesem Stadium haben sollte?", grinste Snape voller Genugtuung. Neville drehte sich rasch zur Tafel um und schaute das Rezept nach.
"Rosè Professor Snape.", stammelte er und schaute in seinen eigenen Kessel, von dem ein stinkender grüner Qualm aufstieg.
"Und welche Farbe hat ihr Trank, Longbottom?", fragte Snape und sein Grinsen wurde von Sekunde zu Sekunde breiter. Man sah ihm richtig an, wie sehr es ihm Spaß machte in Neville's ängstliches Gesicht zu starren und auf seine Antwort zu warten.
"Grau.", flüsterte Neville.
"Lauter Mr. Longbottom, ich habe sie nicht richtig verstanden.", höhnte Snape und noch mehr Genugtuung wurde ihm in die Gesichtszüge geschrieben.
"Grau!", sagte Neville mit fester und lauter Stimme.
Snape schaute noch einmal tief in den Kessel, roch an der stinkenden Substanz und brachte ein leises Lachen hervor.
"Mr. Longbottom, mit diesem Trank, würden sie nie die Wahrheit von jemanden erfahren, im harmlosesten Fall würden sie die Person höchstens in ein jahrelanges Koma schicken. Das gibt dann ein S oder sollte ich wohl besser sagen ein T!" Snape richtete seinen Zauberstab auf Neville's Kessel und ließ ihn leeren.
"Sie können dann gehen!", fügte Snape noch hinzu, bevor er sich wieder auf den Weg zu seinem Lehrerschreibtisch machte.
"Wie gemein!", nuschelte Viola und begann mit Schritt sieben der Rezeptur. Sie nahm sich sechs Drachenschuppen und zerkleinerte sie in einem Mörser. Nachdem nur noch ein rotes, goldglitzerndes Pulver über war streute sie dieses in den Kessel und ihr blutroter Trank, begann für einen kurzen Moment zu brodeln, wurde aber nach etwa fünf Sekunden wieder ruhig und der erhoffte goldene Rauch stieg von ihrem Kessel auf. Ein Stein viel Viola vom Herzen.
Harry spähte zu Viola's Kessel und bemerkte nicht wie Malfoy graue Kräuter in seinen Trank warf und direkt danach Harry sein Gebräu um die Ohren flog.
"Potter, ich habe es nicht anders erwartet.", freute sich Snape und schwebte förmlich zu Harrys Kessel herüber.
"Ehm, Professor Snape ... es war nicht Harry's Schuld, Draco hatte ihm ...", wollte Viola Harry verteidigen, da sie Draco beobachtet hatte. Snape fuhr herum und schaute Viola zornig an.
"Habe ich das soeben richtig verstanden? Sie möchten also doppelt Nachsitzen?", fuhr Snape sie an. Draco kicherte.
"Und sie auch Malfoy? Was für ein Glückstag für mich!", grinste Snape und strich sich durch seine fettigen Haare.
"Unter diesen Umständen dürfen Sie ihren Trank morgen Abend nach dem Abendessen noch einmal zubereiten Mr. Potter." Snape zielte mit dem Zauberstab auf Harrys Kessel und die übergebliebene dunkelgrüne Substanz verschwand mit einem Zischen.
"Die Zeit ist um, bitte geben Sie jetzt ein Probefläschchen ab."
Schnell füllten die Schüler eine kleine Viole mit ihrem Trank und brachten diese an den Schreibtisch von Professor Snape.
"Ach ja, bevor ich es vergesse ... bitte lassen sie ihre Kessel gefüllt!", grinste Snape teuflisch und beäugte jeden einzelnen Schüler. Gruppe für Gruppe verließen die Gryffindors und Slytherins den Kerker, nur Malfoy und Slythery-Black standen noch in dem Klassenzimmer und warfen sich hasserfüllte Blicke zu.
"Das ist alles nur deine Schuld! Früher musste ich nie nachsitzen!", fauchte Draco seine neue Feindin an. Er empfand sie noch lästiger als den Potter Jungen und seine Untertanen, aber irgendwie hatte sie auch etwas Anziehendes und verführerisch Dunkles an sich.
"Das ist es mir wert!", sagte sie kühl und schritt langsam an Snape's Lehrertisch heran, Malfoy folgte ihr. Snape drehte sich zu den beiden um und schaute sie lange und eingehend an.
"Ich verlange von ihnen keine Erklärung für den Vorfall von vorhin, aber ich möchte Sie bitten nach dem Abendessen wieder im Klassenzimmer zu erscheinen und die Kessel aller Jahrgänge zu säubern. Ohne Zauberstab natürlich!"
Entsetzen war in Draco's Gesicht geschrieben, doch er hatte zu viel Angst vor mehr Strafarbeiten, so dass er sich entschied nichts darauf zu sagen und seinen Ärger herunterzuschlucken.
"Sie können jetzt gehen!", meinte Snape ohne jegliche Betonung und verschwand in sein Büro. Draco und Viola verließen das Klassenzimmer.
"Das wirst du noch bezahlen!", drohte Draco Viola und drängte sie an eine der kahlen, kühlen Steinwände. Sie wusste gar nicht wie ihr geschah, als Draco mit beiden Fäusten an die Wand neben ihrem Kopf schlug und ihr somit jeglichen Fluchtweg versperrte.
"So etwas hat sich noch nie jemand gewagt.", sagte er bedrohlich leise.
"Tja Malfoy, irgendwann ist immer das erste mal!", grinste Viola und versuchte mutig zu wirken, obwohl ihr gerade nicht so zu mute war. Sie hatte Angst, denn sie wusste, dass sein Vater ein Todesser war und daher war es nicht so abwegig, dass auch Draco ein Handlanger des dunklen Lords war. Und eines hatte Sirius ihr in seinen letzten Briefen immer gelehrt ... nehm' dich immer in Acht vor den Todessern, denn sie sind unberechenbar!
"Das denkst auch nur du, Kleines!", flüsterte Draco ihr ins Ohr und Viola's Herz schlug ihr bis zum Hals, als Draco ihr so nah war und ihre Körper dicht aneinander gepresst waren.
"Wir sehen uns!", maulte er und zog sich zurück, ging in Richtung der großen Halle.
Viola rutschte an der Wand hinunter und atmete erleichtert aus.
Professor McGonagall's Ansage
Professor McGonagallgal's Ansage
Zum Abendessen versammelten sich alle Schüler in der großen Halle und saßen an ihren Haustischen. Manche unterhielten sich über ihre Unterrichtsstunden, andere tuschelten über die neuen Lehrer, manche verehrten die zwei Referendare und wieder andere waren nur damit beschäftigt sich den Magen voll zu schlagen.
"Harry, Ron, ihr hattet voll und ganz recht! Snape ist widerlich! Und wisst ihr was das schönste ist?", regte Viola sich auf. Harry und Ron schauten sich fragend an und zuckten danach mit den Schultern.
"Ich darf nachher mit Draco die Kessel säubern! Ganz ohne Zauberstab, nur mit Bürste, Wasser und einem Lappen. Das kann ja was werden ... ich und dieser, dieser...", ihr fehlten die richtigen Worte um Draco, welcher nur einen Tisch weiter saß und sich anscheinend auch wegen der Strafarbeit zu tiefst ärgerte, zu beschreiben.
"Ätzende, kleine Arsch!", meinte Hermine scharf und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
"In einem muss ich dich ja loben ... noch nie musste er bei Snape nachsitzen, war bei dem immer mit allem durchgekommen, aber jetzt ... Snape scheint dich irgendwie zu mögen.", fügte sie noch hinzu und nahm sich danach ein Brötchen aus dem Weidenkorb.
"Mich mögen?!", meinte Viola entsetzt. "Wenn er mich mögen würde hätte er nur Draco nachsitzen lassen!" Harry und Ron stimmten ihr nickend zu.
"Ich verstehe Snape nicht mehr!", maulte Draco Grabbe und Goyle an. "Was fällt ihm ... nein, dieser blöden Kuh von einer Gryffindorschlampe nur ein mir Nachsitzen bei Snape aufzubrummen!"
"Draco, jetzt mach aber mal halblang! Sie kann da auch nichts für! Das ist allein deine Schuld!", sagte Mandy und schaute ihren Freund dabei vorwurfsvoll an. Sie bemerkte wie in ihm Wut anstieg und glaubte sogar seine Halsschlagadern pulsieren zu sehen. "Beruhig dich einfach und mach des beste draus!"
"Das beste draus machen ...", überlegte Draco und sein Gehirn arbeitet. Plötzlich kam ihm eine sehr gute und einzigartige Idee ... wenn er sich schon mit Slythery-Black abgeben musste, dann würde er auch nett zu ihr sein, versuchen sie für seine Pläne zu missbrauchen.
"Okay, du hast voll und ganz recht ... ich werde das beste draus machen!", sagte er mit einem teuflischen Grinsen.
Vorne am Lehrertisch klopfte Dumbeldore mit seinem Messer an ein Glas und sofort erstarb jegliches Geflüster und alle schauten zu ihm auf und warteten auf seine Rede. Dumbeldor blieb sitzen und lächelte Minerva McGonagall zu, welche daraufhin aufstand und sich an die Schüler wand.
"Ich freue mich den Schülern von Hogwarts bekannt zu geben, dass in diesem Schuljahr ein Trimagisches Turnier stattfinden wird. Alle 20 Jahre nämlich tragen die Häuser Gryffindor, Slytherin, Huffelpuff und Ravenclaw diesen Wettkampf untereinander aus.
Alle Sechs- und Siebtklässler haben die Chance an diesem Wettkampf teilzunehmen. Wenn Sie daran interessiert sind Ihr Haus zu vertreten können Sie bis zum Herbstball, welcher am 6.10 dieses Jahres für die Fünft- bis Siebtklässler stattfindet, einen Zettel mit ihrem Namen in den Feuerkelch werfen.
Der Feuerkelch wird in der Mitte der Eingangshalle auf einem Podest stehen und von einem magischen Kreis umgeben sein, der nur von den Sechst- und Siebtklässlern übertreten werden kann. Diese können allerdings nur einmal einen Schritt über die Linie tun und auch nur einen Namenszettel in den Kelch werfen, ansonsten werden sie, falls sie versuchen einen Namen von einem Schüler aus den unteren Klassen in den Kelch zu geben, sofort von dem Turnier verbannt und müssen mit Strafarbeiten rechnen, wie sie noch nie ein Hogwartsschüler erlebt hat. Professor Bennington, Professor Sparrow und Professor Snape werden für diese Strafarbeiten verantwortlich sein.
Aus den Namenszetteln, welche in den Kelch geworfen wurden, wird der Kelch die geeignetsten Schüler auswählen. Aus jedem Haus einen. Dies wird ebenfalls am Tag des Herbstballs geschehen und weiteres werden die Teilnehmer dann erfahren. Eines kann ich den Anwärtern für das Turnier jetzt aber schon mitteilen! Sie sind dazu verpflichtet die drei Aufgaben allein zu lösen und dürfen sich keine Hilfe von anderen Schülern oder aber auch Lehrern hohlen. Ich hoffe Sie haben mich verstanden.
Für all die Schüler, die das Trimagische Turnier noch nicht kennen, werde ich nach dem Abendessen eine weitere Ansprache halten und erklären worum es bei diesem wichtigen Ereignis geht.", sagte Professor McGonagall und setzte sich danach wieder.
Diese Neuigkeit brachte den Schülern, aber vor allem den Sechst- und Siebtklässlern, neuen Gesprächsstoff, so dass für den Rest des Abendessens alle nur noch über ein und das selbe Thema sprachen. Viele der älteren Schüler mahlten sich schon aus ihr Haus zu vertreten und am Ende den Feuerkelch in den Händen zu halten, doch ihre Träume wurden schnell wieder zerstört, da sie sich noch genau daran erinnern konnten, dass doch erst vor drei Jahren Harry Potter an dem international Trimagischen Turnier teilgenommen hatte und es auch noch für sich gewinnen konnte.
"Geil!", stieß Viola einen Freudenschrei aus. "An meiner alten Schule gab es das auch, nur da war ich noch viel zu Jung um daran teilzunehmen. Aber jetzt bin ich ja alt genug, ich denke schon, dass ich mich bewerben werde." Viola war ganz in Gedanken versunken und hoffte, dass der Kelch auch ihren Namen mit rauchenden Ziffern in die Luft schreiben würde. Dann kam ihr aber der Gedanke an Harry, Ron und Hermine.
"Wollt ihr es nicht auch versuchen?", fragte sie die drei interessiert.
"Also ganz ehrlich ... für mich ist das nichts.", meinte Hermine und warf danach einen Blick in ihren Terminplaner.
"Hmm, versuchen kann man es ja mal, obwohl ich nicht glaube, dass ich Gryffindor verteidigen werde.", sagte Ron und schaute zu Harry rüber.
"Nein Ron, du denkst doch wohl nicht, dass ich daran teilnehmen will! Ich wollte ja damals schon nicht ... nein, ich werde meinen Namen nicht in den Kelch werfen.", sagte Harry mit fester Stimme und erinnerte sich daran wie anstrengend es doch war mit dem Drachen zu kämpfen, zwei Leute aus dem See zu retten und sich durch den Irrgarten zu schlagen, um am Ende in eine Falle von Lord Voldemort zu laufen. Nein, er konnte gut und ganz auf ein weiteres Trimagisches Turnier verzichten.
"Aber Harry, du musste es einfach versuchen! Wir würden gewinnen, wenn du mitmachen würdest.", drängte Ron seinen besten Freund.
"Nein Ron! Ich will nicht! Versteh das doch einfach!", meinte Harry leicht gereizt.
"Also, ich will ja nicht Partei ergreifen, aber ich finde Ron hat voll und ganz recht ... du solltest es zumindest versuchen ... ich meine du bist Harry Potter, der, der überlebt hat. Es werden alle von dir erwarten, dass du daran teilnimmst, sogar Dumbeldore und ... ich denke Sirius wäre stolz zu sehen wie du gewinnst.", sagte Viola mit leiser Stimme und schaute Harry tief in die Augen.
Für einen kurzen Augenblick glaubte Harry in die Augen von seinem über alles geliebten Paten zu schauen, doch schnell bemerkte er, dass es nur Sirius's Nichte war, die ihn mit dem selben Ausdruck in den Augen ansah, wie Sirius es immer getan hatte.
"Okay, ich werde es mir überlegen.", murmelte er und ein Lächeln trat auf Viola's Lippen.
"Freut mich!", meinte sie und schaute zu dem Lehrertisch. "Mist, Snape ist bestimmt schon unten und wartet auf mich, Draco ist auch nicht mehr an seinem Platz. Ich will nicht zu spät kommen. Wir sehen uns ja nachher noch!" Schnell stopfte sie sich noch den Rest ihres Essens in den Mund und eilte danach aus der großen Halle.
"Schön, dass du nun doch mitmachen willst!", grinste Ron und biss ein großes Stück von seinem Apfel ab.
"Halt, das habe ich nicht behauptet, ich habe nur gesagt, dass ich es mir überlege!", protestierte Harry.
"Naja Harry, ganz so sicher bin ich mir da nicht. Du überlegst es dir nur, weil Slythery-Black dich dazu überredet hat. Harry, ich wäre je eher ein wenig misstrauisch ihr gegenüber, denn ... denk doch mal genau nach. Da kommt urplötzlich ein Mädchen an die Schule, welche die Nichte von Sirius sein soll, er sie dir gegenüber aber nie erwähnt hat. Dazu ist sie auch noch eine Nachfahre von Salazar Slytherin und wir kennen ja die Geschichte über den Gründer dieses Hauses. Der Hut war sich nicht mal sicher, ob er sie nach Gryffindor steckt oder zu Slytherin ... und ganz ehrlich, so sauber ist die Familie Black auch nicht ... ihr Vater war ein Todesser Harry! Ein Anhänger von Voldemort -ach Ron, das ist doch nur ein Name- und da ist es auch nicht so fern, dass sie ... selber einer von denen ist! Ich meine ... warum sollte sie sich gerade mit uns anfreunden? Mit keinem sonst hatte sie bisher gesprochen, außer mit uns und Malfoy's Gang. Mit den Leuten von Malfoy Harry! Das Duell heute Morgen war sicherlich nur ein Täuschungsmanöver.", stellte Hermine ihre Verschwörungstheorie auf und schaute Harry und Ron danach musternd an.
"Hermine, ich weiß ja nicht was du in den Sommerferien so alles gemacht hast, aber es scheint der nicht bekommen zu sein!", scherzte Ron und fing an laut zu lachen. Sogar Harry, der Hermine ein wenig glauben schenkte, musste grinsen.
"Hermine ... das ist ein wenig abgehoben und realitätsfern.", meinte er.
"Ihr werdet es ja schon sehen!", beharrte Hermine auf ihrer Meinung, stand danach auf und verließ den Tisch.
"Wo willst du hin?", rief Harry ihr noch hinterher, doch Hermine war bereits verschwunden.
"Wollen wir nicht auch gehen?" Ron schaute Harry schief an und deutete in die Richtung in die Hermine gegangen war.
"Von mir aus."
Ron und Harry standen auf und wollten ebenfalls die Halle verlassen, als plötzlich jemand vom Lehrertisch Harry's Namen rief. Er drehte sich um und sah wie Professor McGonagall ihn anlächelte und ihn zum Tisch bat! Ohne einen weiteren Gedanken über Hermines verschwinden zu verschwenden ging er auf McGonagall zu und versuchte ihr Lächeln zu erwidern.
"Mr. Potter, wenn ich Sie bitte einmal kurz sprechen könnte.", sagte McGonagall und beugte sich währenddessen weiter zu Harry und sprach leise um nicht erwünschte Zuhörer daran zu hindern etwas von dem Geräusch mitzubekommen.
"Ich möchte Sie darum bitten an dem Trimagischen Turnier teilzunehmen, weil ich möchte, dass Gryffindor diesmal wieder gewinnt, wie schon die letzten vier Turniere dieser Art. Und Mr. Potter, neue Freundschaften sind etwas schönes, aber sie sollten darauf acht geben, nicht an die falschen Leute zu geraten." Mit diesem Satz lehnte McGonagall sich wieder in ihrem Stuhl zurück und fing ein Gespräch mit Dumbeldore an. Harry fühlte sich wie in einer Zwickmühle. Eigentlich wollte er ja gar nicht an dem Turnier teilnehmen, aber wie Slythery-Black es schon gesagt hatte, werden es alle von ihm erwarten und er wollte schließlich auch niemanden enttäuschen, vor allem Professor McGonagall nicht, welche doch so viel Hoffnung in ihn legte.
"Komm Ron.", meinte Harry letztendlich und zusammen verließen sie die große Halle.
Den ganzen Weg zum Gryffindorgemeinschaftsraum fragte sich Harry was Professor McGonagall mit den falschen Freunden meinte. Hatte sie ihn etwa auf Viola Slythery-Black aufmerksam gemacht und ihn gewarnt ihr nicht zu sehr zu vertrauen? Wahrscheinlich, denn ansonsten hatte er sich mit niemandem sonst neu angefreundet, aber er empfand Viola war alles andere als gefährlich, oder gar hinterhältig.
Nachsitzen bei Snape
Nachsitzen bei Snape
Schnell hastete Viola in den Kerker von Professor Snape und legte sich dabei auch noch fast auf die Nase, als plötzlich Filch's Katze vor ihr auftauchte und sie über diese stolperte, aber mit einem Zauber konnte sie den Aufprall auf den Boden noch rechtzeitig verhindern. Draco stand bereits vor der Tür des Klassenzimmers und starrte auf den Boden.
"Na Slythery-Black, bestimmt willst du auch am Trimagischen Turnier teilnehmen, hm?", fragte Malfoy Viola und schaute zu ihr auf. Helles Eisgrau traf auf eine mystische Mischung aus Hellgrün und silbernem Grau.
"Ich wüsste zwar nicht was es dich angeht, aber ja, ich habe vor mich für das Turnier zu bewerben. Hast du etwa Angst ich könnte dich schlagen?", grinste Viola und flunkerte Draco an.
"Du, mich schlagen? Nie im Leben! Dafür bin ich viel zu gut.", sagte Draco eingebildet und warf Viola einen leicht amüsierten Blick zu.
"Naja, da wäre ich mal lieber nicht so vorlaut, denn heute Morgen sah das noch ganz anders aus. Du konntest dich ja nicht mal selber von dem Schlamm befreien und da behauptest du, du könntest mich schlagen? Das ich nicht lache!" Viola schnalzte mit der Zunge und zog dabei die Augenbrauen hoch.
"Ich dulde kein Geflirte während meiner Extraschichten für Schüler.", sagte Snape scharf, als er plötzlich neben Viola und Draco auftauchte, welche beide erschraken.
"Wir flirten nicht!", wollte Viola ihm ins Gesicht schreien, doch sie hatte keine Lust sich mit Snape ein weiteres Mal anzulegen und noch einmal mit Draco nachsitzen zu müssen.
"Zauberstäbe bitte an mich abgeben!", befahl Snape und riss den beiden die Zauberstäbe aus der Hand, nachdem er sie in das Klassenzimmer ließ. "In etwa drei Stunden werde ich wiederkommen und wenn die Kessel bis dahin nicht sauber sind, oder ich herausfinde, dass Sie sich Hilfe verschafft haben, werden Sie das noch zu tiefst bereuen." Snape verschwand wieder und schloss die Tür hinter den beiden ab.
"Toll, jetzt bin ich auch noch mit dir hier drin eingesperrt!", fluchte Viola und trat voller Kraft gegen die massive Holztür.
"Tja, dann müssen wir wohl das beste draus machen.", grinste Draco und legte Viola eine Hand auf die Schulter. "Hier ist dein Eimer, deine Bürste und dein Lappen. Viel Spaß!", sagte Draco, ging zum Tisch von Snape und nahm dahinter auf dem großen Stuhl platz. Entgeistert glotzte Viola ihn an.
"Was soll das denn werden?", fragte sie leicht entsetzt.
"Das siehst du doch! Ich werde dir beim Putzen zuschauen, ich mache halt das Beste aus der Situation.", lächelte er.
"Du hast sie doch nicht mehr alle. Steh verdammt noch mal auf, beweg deinen Arsch hier her und hilf mir gefälligst!", schnauzte Viola Draco an und ging dabei ein paar Schritte auf Malfoy zu.
"Und wie willst du mich bitte dazu kriegen, so ganz ohne Zauberstab?", fragte er amüsiert und legte seine Füße auf Snape's Schreibtisch. Viola ging die Hutschnur hoch. Sie stellte den Eimer ab, warf Bürste und Lappen beiseite und rannte auf Malfoy zu.
"Hiermit!", motzte sie und holte zum Schlag aus, doch Malfoy schnappte sich ihre Hand in der Luft, drückte Viola auf dem Schreibtisch nieder und lehnte sich über sie.
"Das würdest du dich nicht mal im Traum wagen meine Liebe!", flüsterte er und verstärkte dabei den Griff um Viola's Handgelenke, so dass sie anfingen zu schmerzen. Wutentbrannt starrte sie ihm in die Augen, welche nur fünf Zentimeter von den ihren entfernt waren. Draco konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken.
"Du bist echt sexy, wenn du in rage bist!", meinte er, ließ Viola los und nahm sich ebenfalls Eimer, Bürste und Lappen. "Komm schon oder soll ich das hier alleine schrubben?", fragte er und schaute Viola an, die sich gerade wieder von dem Schreibtisch aufgerichtet hatte und eingeschnappt zu ihren Putzmitteln griff. Eines wollte dabei nicht ihn ihren Kopf, warum auf einmal Draco's Wandlung?
"30 Kessel für dich, 30 für mich.", sagte Draco, als sie zum ersten Mal zu der Horde dreckiger, verklumpter und übel stinkender Kessel sahen. "Das wird ein langer Abend werden.", fügte er noch hinzu und begann damit den ersten Kessel mit der Bürste zu bearbeiten.
Eine ganze Stunde hatten Viola und Draco kein einziges Wort miteinander geredet, sich nicht mal eines einzigen Blickes gewürdigt, fleißig geputzt und ab und zu das Wasser in ihren Eimern gewechselt. Beide hatten in den letzten 30 Minuten Routine im Kesselsäubern bekommen und empfanden die Aufgabe als doch nicht so lästig und die Tatsache, dass Draco kein einziges Wort gesagt hatte, machte Viola die Situation noch viel angenehmer.
"Wie viele hast du schon?", fragte Draco, als er rücklings aus einem der großen Kessel kroch. Er stand auf und ging auf Viola zu.
"Schon 10 Stück, genau wie du.", meinte sie, ohne den Blick von ihrer Arbeit zu wenden.
"Slythery-Black, wenn ich mit dir rede wünsche ich, dass du mich ansiehst!", befahl Draco und stieß dabei ihren Eimer um.
"Warum sollte ich. Bei so viel Schönheit und Eitelkeit, Malfoy, habe ich Angst geblendet zu werden!", maulte sie zurück und schrubbte weiter an ihrem elften Kessel.
"Warum?", er packte Viola am Hinterkopf und zwang sie, ihm in die Augen zu schauen, "Warum willst du dich immer mit mir anlegen? Ich habe dir im Grunde genommen nichts getan.", sagte Draco. "Warum das also?"
"Weil du ein widerwärtiger, muggelverachtender Arsch bist! Darum!" Viola hielt Draco's zornigem Blick stand und löste sich langsam aus seinem Griff. "Wenn ich jetzt bitte weitermachen dürfte, ich habe noch viel Arbeit vor mir."
"Ich will mich doch nur mit dir anfreunden!", fauchte Draco und ging wieder zu seinen verbliebenen, schmutzigen Kesseln.
"So Draco, wirst du nie ein Freund von mir werden, dafür musst du dich schon ändern!"
Die letzten Dreckskessel waren schnell gereinigt, so dass die beiden eine halbe Stunde vor Snape's Wiederkommen fertig waren. Draco saß hinten links im Raum auf einem Stuhl und Viola hatte es sich vorne rechts neben der Tür gemütlich gemacht. Beide waren einfach zu wütend aufeinander, als dass sie sich zusammen in eine Bank gesetzt hätten um das ganze auszudiskutieren. Mit Hass und Verachtung schauten sie sich an und wünschten sich insgeheim, dass der andere auf der Stelle Tod umfällt oder auf den anderen zugeht und ihm Recht gibt. Doch nichts dergleichen geschah. Sie blieben einfach nur sitzen und schauten sich an.
"Hätte ich doch nur meinen Zauberstab!", dachte Viola und musste bei dem Gedanken, was sie mit ihm alles anstellen könnte, grinsen. "Obwohl, ich bräuchte ja nicht mal wirklich meinen Zauberstab ... hab ja noch andere Fähigkeiten.", grinste sie gedanklich und ließ ein leises Brummen hören.
Draco musterte Viola von oben bis unten und versuchte ihre Gedanken zu durchschauen, doch alles was er sehen konnte war ein wunderschönes Mädchen, dessen Gedanken für ihn ein großes Rätsel blieben.
"Du hättest viel besser nach Slytherin gepasst!", meinte er stumpf.
"Wie kommst du denn auf einmal darauf?", fragte Viola gereizt.
"Naja, du bist mir sehr, sehr ähnlich ... nur weiblich wohlbemerkt und im Gegensatz zu mir scheinst du den Potterjungen zu mögen, oder stecken da andere Gründe hinter?"
"Ja, ich mag ihn, denn im Gegensatz zu dir -wie ich es empfinde- ist er nett und genau aus dem Grund mag ich ihn! Aus keinem anderen sonst!" Viola schaute Draco besserwisserisch an und konnte ein arrogantes Lächeln nicht verbergen.
"Naja, wie du es meinst, ich bin auch nett, aber nur zu Leuten die auch nett zu mir sind!"
"Achso!", sagte Viola und drehte sich zu der Tür, welche, wenn sie sich öffnen würde, Freiheit bedeutete. Sie hoffte zu tiefst, dass Snape endlich auftauchen würde und sie vom Nachsitzen befreien würde, denn wenn sie noch länger mit Draco in diesem Raum gefangen gehalten werde, würde es für einen von beiden bestimmt nicht gut ausgehen und in einem Punkt war sie sich sicher, sie würde ganz bestimmt nicht diese Person sein.
Schritte hallten draußen durch den Gang und bewegten sich immer mehr auf die Tür zu, ein Schlüssel wurde ins Schloss gesteckt und die Tür sprang auf. Snape stand mit einem überraschten Blick im Klassenzimmer und musterte die sauberen Kessel. Er hätte nie gedacht, dass sie alle reinigen würden.
"Hier sind ihre Zauberstäbe. Sie können dann gehen.", sagte er und reichte beiden beim Hinausgehen den jeweiligen Zauberstab. Als Viola an ihm vorbei ging hielt er sie kurz am Arm fest. "Ich werde ein Auge auf Sie haben, Slythery ... Black!"
Viola war froh endlich zum Gryffindorturm zu gehen und Snape bis nur nächsten Zaubertrankstunde nicht wieder zu sehen, doch schon bald wurde ihre Erlösung zerstört.
"Hey, Slythery ... würde es dir was ausmachen, wenn ich dich Viola nennen würde?", grinste Draco, welcher ihr ein paar Schritte gefolgt war.
"Und wie!", sagte Viola, als sie sich umdrehte und auf Draco zuging.
"Und warum ... du dürftest mich dann auch Draco nennen."
"Sag mal ... was willst du eigentlich von mir?" Die beiden schauten sich tief und eindringlich in die Augen.
"Ich will doch nur mit dir befreundet sein, denn ... ehm ... man sollte mit der Freundin seiner Freundin klarkommen. Oder?"
"Schon, aber nicht in unserem Fall Malfoy!", verabschiedete sie sich und ging von dannen.
Draco drehte sich ebenfalls um und ging geschlagen zum Slytherinraum.
"Wenn ich sie auf meine Seite ziehen will muss ich wohl wirklich eine andere Masche auflegen ... Mandy! Vielleicht schafft Mandy es ja Slythery von mir zu überzeugen, denn eine Freundin aus Potter's Kreisen würde mir momentan sehr gut passen. Der Lord würde sich freuen, da wette ich für!", murmelte Draco, bevor er das Passwort der Slytherins sagte und in den Gemeinschaftsraum Slytherin's trat.
Zur selben Zeit war Viola an dem Gemälde der fetten Dame angekommen und sprach ebenfalls ein Passwort und betrat den Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Harry saß noch am Kamin und arbeitete an den Hausaufgaben für den Unterricht von Professor Bennington.
"Hey, hat Hermine dich dazu verdonnert? Wenn ja würde es mich nicht wundern.", grinste Viola, als sie sich über Harrys Pergament beugte und die ersten Zeilen in Augenschein nahm.
"Ja das hat sie. Sie meinte ich und Ron sollten die Hausaufgaben nicht immer aufschieben ... Ron war so intelligent und täuschte Übelkeit vor, doch hätte ich es auch damit versucht, wäre es aufgefallen. Also habe ich beschlossen ihm einen freien Abend zu gönnen und hier weiterzuarbeiten.", meinte Harry, als er seine Feder beiseite legte und Viola anschaute.
"Nett von dir ... ich hätte das nicht gemacht. Ich hätte mir auch etwas ausgedacht um die Hausaufgaben nicht machen zu müssen." Viola ging um den Tisch herum und setzte sich Harry gegenüber.
"Tja, wäre wohl besser gewesen, denn Bennington gibt echt viel auf ... der ist noch schlimmer als Snape und ich habe immer gedacht, dass das nicht geht. Ach ja, wo wir gerade bei Snape sind, wie war das Nachsitzen mit Malfoy?"
"Bitte sprech' mich nicht darauf an. Es war schrecklich. Die Tatsache Kessel zu säubern war ja recht angenehm, aber mit Malfoy? Schrecklich!"
Harry konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. "Ich hätt's auch schrecklich gefunden, glaub es mir. Ich musste auch mal mit Malfoy nachsitzen und es war die Hölle. Er hat die ganze Zeit versucht mich zu reizen und einen Streit zu entfachen."
"Bei mir war es nicht anders, nur dass er ab und zu mal eine 180° Wendung hinter sich gehabt haben muss ... er hat mich nämlich des Öfteren gefragt, ob ich denn nicht mit ihm befreundet sein wollte. Der hat sie doch nicht mehr alle. Bevor ich mit dem befreundet bin muss schon die Hölle zufrieren und eines kannst du mir glauben Harry, das wird nie passieren.", lachte Viola und fand den Gedanken Draco in der zugefrorenen Hölle die Hand zu reichen recht komisch.
"Stimmt, bei mir müsste auch schon einiges passieren, auf dass ich mich mit dem verbünde.", stimmte Harry ihr zu und lächelte Viola danach liebevoll an. Irgendwie fühlte er sich zu ihr hingezogen und da konnte Hermine noch so viel gegen Viola sagen, Harry würde ihr immer vertrauen und das nicht nur, weil sie die Nichte von Sirius war, sondern auch menschlich mit ihm auf einer Welle surfte.
"Naja, ich will dich auch nicht bei deiner Arbeit stören ... ich denke ich gehe dann mal ins Bett.", meinte Viola und wollte gerade aufstehen, als Harry sich ebenfalls aus dem Sessel erhob und Viola daran hinderte zu gehen. Er wollte einfach nicht, dass sie dachte sie würde ihn stören.
"Bleib ruhig hier ... ich hatte eh nicht vor daran weiterzuschreiben ... es ist nämlich sehr langatmig.", grinste Harry und forderte Viola auf sich wieder zu setzen. "Ich würd' mich gerne noch ein wenig mit dir unterhalten."
"Ok.", lächelte Viola und nahm wieder platz, diesmal aber in dem Sessel neben Harry, welcher sich ebenfalls wieder in seinen Lieblingssessel sinken ließ.
"Ich wollte dich fragen, ob du morgen nicht mit zum Quidditchtraining mitkommen möchtest. Es sind wieder einige Positionen frei und vielleicht hasst du ja Lust in unserem Team mitzuspielen.", fragte Harry Viola.
"Naja, ich würde gerne, aber die Position des Suchers ist ja leider schon vergeben und Treiber, Jäger oder Hüter muss nicht unbedingt sein.", meinte sie und zwinkerte Harry dabei zu, da er ja Sucher der Gryffindors war. "Aber ich werde es mir mal ansehen."
"Apropos ansehen, dürfte ich mal deinen Besen sehen?" Harry schien ein wenig verlegen und unterbrach für einen kurzen Moment ihren Blickkontakt, da er ihren verführerischen Augen nicht mehr standhalten konnte.
"Hm, lass mich überlegen ... nein, jetzt nicht. Ich nehme ihn morgen einfach mit und wenn du willst lass ich dich auch mal ein paar Runden damit ums Quidditchfeld drehen."
"Gerne!", meinte Harry sofort als würde das Gebot nur für ein paar Sekunden bestehen. "Das wäre großartig ... so ein schneller Besen, es muss bestimmt ein grandioses Gefühl sein den zu fliegen."
"Ja allerdings, das ist es ... man fühlt sich dann so frei, so losgelöst von seinen Pflichten und ... ach ist ja auch egal, ich will dir hier kein Kotelett an die Backe labern. Jeder empfindet das Fliegen anders. Für mich zumindest ist es pure Unabhängigkeit!"
Harry konnte Viola ganz und gut verstehen, denn auch er fühlte sich immer frei, wenn er auf seinem Feuerblitz durch das Stadion sausen konnte, immer auf der Suche nach dem Schnatz.
Harry und Viola lächelten sich an. Harry schien ein wenig verdutzt, als Viola aufstand und sich zu ihm beugte.
"Ich weiß, dass du noch reden willst, aber ich bin echt müde. Schlaf gut Harry.", flüsterte Viola, während sie Harry in den Arm nahm und fest an sich drückte. Ein stechender Schmerz zog sich durch Harry's Narbe.
Viola verschwand zu den Schlafsälen und ließ einen völlig geschockten Harry zurück.
"Meine Narbe", dachte Harry nur, "warum hat sie gerade, als Viola mich in den Arm genommen hatte nur so unheimlich geschmerzt?"
Mit einem Pochen in der Stirn stand Harry auf und ging mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zu den Jungenschlafsälen.
Neu im Guidditch
Neu im Quidditch
Das Quidditchfeld lag noch in nebeligem Dunst, als sich die ersten Hogwartsschüler auf den Weg dorthin machten. Sie alle hatten ihre Besen bei sich und fragten sich insgeheim, wie wohl das Training bei Will Turner sein würde, vor allem die alten Hunde in der Gryffindor- und Slytherinmanschaft konnten sich gar nicht daran gewöhnen mit einem nicht-Hogwartsschüler als Trainer zu arbeiten.
Harry schlenderte zusammen mit Ron, dem Hüter von Gryffindor, durch die Eingangshalle. Sie beide trugen ihre Quidditchkleidung und unterhielten sich über das letzte Schuljahr, wo Gryffindor Slytherin haushoch besiegt hatte.
"Das war echt der Hammer! Hattest du das Gesicht von Draco gesehen? Echt zum schießen!", lachte Ron und stieß Harry den Ellenbogen in die Seite.
"Ja, der hatte echt ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt.", grinste Harry.
"Hey wartet auf mich!", rief Viola ihnen hinterher, als sie mit ihrem Besen in der Hand die Treppe hinunter gerannt kam. Harry und Ron blieben stehen und starrten den Rennbesen in ihrer Hand genau an. Ron fühlte wie Minderwertigkeitskomplexe in ihm heranwuchsen, denn gegen den Starjet 3000 von Viola war sein Besen, ein Zauberwisch, die reinste Lächerlichkeit. Sogar Harry war von ihrem Besen beeindruckt.
"Darf ich mal?", fragte Ron und streckte seine Hand nach ihrem Starjet aus.
"Gerne, hier bitte.", lächelte sie und reichte Ron den Besen. Völlig vergnügt folgte er Viola und Harry, welcher einen neidischen Blick auf Ron warf, der hinter ihnen den schnellsten Besen seiner Zeit in den Händen hielt und bestaunte.
"Hast dich also doch entschieden bei uns mitzuspielen hm?", fragte Harry Viola, als sie das Schulgebäude verließen, Ron immer noch im Schlepptau.
"Ja, mal schauen, habe gestern Nacht davon geträumt, dass ihr die amerikanischen Regeln hier auch einführt und da hab ich gehofft, dass es heute wirklich so ist, also warum sollte ich deswegen nicht mal vorbeischauen. Vielleicht ist es ja wie in meinem Traum." Viola lächelte.
Harry lächelte zurück und musste daran denken, dass seine Narbe bei ihrer Umarmung geschmerzt hatte. Noch hatte er niemanden davon erzählt, vor allem Hermine nicht, da sie eh etwas gegen Viola zu haben schien und er wollte Hermine auch nicht in ihrer Meinung bestätigen, denn sie hatte nicht Recht. Vielleicht würde er es Ron ja heute Abend erzählen, aber selbst das würde er sich noch überlegen.
"Hoffen wir es mal ... vielleicht ist es ja tatsächlich so."
Die drei erreichten das Spielfeld und Viola schaute sich in dem riesigen Stadion um. Weiter oben flogen einige Schüler in grün-silbernen Uniformen hin und her und einer von ihnen jagte etwas Goldenes. Sie schaute ein wenig genauer hin und erkannte Draco Malfoy, wie er dem Schnatz hinterher jagte.
"Er ist gut nicht wahr?", fragte Mandy sie, als sie auf Viola zuging.
"Ja, scheint wohl so, aber ich bin fest davon überzeugt, dass unser Jäger besser ist.", grinste Viola und drehte sich dabei zu Harry um. Mandy's Blick folgte dem von Viola.
"Harry ist nicht schlecht ... aber du hast ihn doch noch gar nicht fliegen sehen, wie kannst du das denn dann behaupten.", fragte Mandy.
"Ich spüre es halt einfach." Viola betrachtete Harry's athletischen Körper und seine Haltung, als er sich auf den Besen schwang. Er war perfekt, kein Zweifel. Gedanklich glitten ihre Finger über seinen muskulösen Körper und ...
"Viola, bitte nicht!", meinte Mandy. "So wie du ihn anschaust würde ich sagen, dass Madam dabei ist sich zu verlieben." Mandy grinste.
"Ach! Quatsch! Du interpretierst da zuviel rein!", sagte Viola schnell, drehte sich um und ging mit leicht rosa Wangen auf Ron zu, welcher noch immer an ihrem Besen herumspielte.
"Kann ich den bitte wiederhaben?", fragte sie ihn. Ron reichte ihr den Besen und nahm wieder an seinem älteren Zauberwisch vorlieb.
Mit einem eleganten Schwung nahm Viola auf ihrem Besen platz und flog empor, die Augen durch die Umgebung schweifend, hielt sie nach dem goldenen Schnatz Ausschau. Ihr Blick traf Malfoy, der anscheinend den Schnatz wieder aus den Augen verloren hatte, da er selber durch die Luft starrte. ,Meine Chance!', dachte Viola sich und stieg noch ein paar Meter höher.
Etwas Goldenes schnellte an ihr vorbei, machte drei Meter von ihr entfernt kehrt und kam wieder auf sie zugeflogen. Das golden schimmernde Etwas umkreiste sie zwei Mal und blieb danach nur wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht stehen und flatterte mit den dünnen Flügelchen.
"Dich krieg ich!", murmelte Viola, als sie beschleunigte und dem Schnatz hinterher jagte. Weiter unten drehten sich Köpfe nach ihr um und auch Draco widmete ihr seine Aufmerksamkeit. Wie ein Blitz schoss auch er los und nahm die Verfolgungsjagd auf. Schnell hatte er Viola eingeholt, doch plötzlich wurde er von einem anderen Spieler angerempelt und kam somit ins Schleudern.
Harry und Viola jagten Kopf an Kopf hinter dem goldenen Schnatz her, dicht gefolgt von Draco Mafoy, der sich nicht so schnell klein kriegen ließ. Fast hatten sie den Schnatz erreicht, da machte dieser einen scharfen Bogen nach rechts und versuchte zu entkommen. Viola mit ihrem filigranen, schnittigen Besen schaffte die Kurve als erste und war den anderen somit nun um einiges Überlegen. In einem brisanten Sturzflug folgte sie dem Schnatz und war nun nur noch einen Meter von ihm entfernt. Langsam richtete sie sich auf ihrem Besen auf, bis sie mit beiden Füßen sicher auf ihm stand. Ihre Augen fixierten den goldenen, flinken Ball, welcher um sein leben zu flattern schien, und sprang nach vorne. Sie schnappte sich den Schnatz, machte einen kleinen Salto in der Luft und landete wieder sicher auf ihrem Besen.
"Nicht schlecht!", rief ihr jemand von hinten zu. Sie drehte sich um und sah Will Turner auf sich zufliegen.
"Danke ... ich bin halt geübt.", lächelte sie ein wenig verlegen.
"Du bist genau die richtige für unsere neue Position im Quidditch ... den Platinsucher."
Viola traute ihren Ohren nicht, als sie die Worte des Gryffindor- und Slytherintrainers hörte, freute sich innerlich aber unheimlich über dieses besondere Angebot.
"Gerne!", strahlte sie, reichte Will die Hand und mit einem Handschlag war die Sache besiegelt. Viola Slythery-Black war die Platinsucherin in Gryffindor.
"Hey, nicht schlecht! Ach ja ... herzlichen Glückwunsch!", meinte Harry, welcher auch an die beiden heran geflogen war und nun die beiden wild flatternden Flügel betrachtete, die aus Viola's Faust hervorlugten. Sie lockerte die Hand und ließ den Schnatz wider frei. Sofort flog er davon und umkreiste wieder Draco.
"Hier, mach dich schon mal mit deinem neuen Freund bekannt.", sagte Will Turner, als er eine ganz kleine platinfarbene Kugel aus seiner Manteltasche hervorzog und zwischen Viola und Harry in die Luft setzte. Nur halb so groß wie der goldene Schnatz, entfaltete sie ihre zierlichen Flügel und flog von Harry zu Viola und wieder andersherum.
"Na Kleiner!", grinste Viola und der Schnatz nahm auf ihrem blonden Haarschopf platz.
"Freundlicher kleiner ... Schnatz.", sagte Harry leicht amüsiert, während er den goldenen beobachtete, wie er Draco Malfoy zum Rande der Verzweiflung brachte.
"Tja ... der hier ist halt etwas besonderes.", meinte Viola, als sie den Schnatz von ihrem Kopf nahm und ihn Harry reichte. "Ganz im Gegensatz zum goldenen ist der hier ganz und gar nicht scheu oder sollte sich besser sagen schüchtern. Er mag es, wenn man sich mit ihm beschäftigt und sein Lieblingsspiel ist nun mal - wie sollte es auch anders sein - fangen spielen.", fügte Viola hinzu, als Harry ihr den Schnatz aus der Hand nahm und ihn näher betrachtete.
"Ich hätte nie gedacht, dass diese kleinen Kerlchen auch intelligent sind.", stellte Harry fest und ließ den Schnatz danach frei durch die Luft fliegen.
"Wie wäre es mit einem kleinen Duell Mr. Potter?", grinste Viola und zwinkerte ihrem neuen besten Freund zu.
"Es wäre mir eine große Ehre Miss Black!", erwiderte Harry spielerisch und im selben Moment schossen sie los, um den platinen Schnatz zu jagen.
"So ein Mist!", schnaubte Draco nach dem Training. Mandy schaute ihn verständnislos an und schüttelte nur den Kopf.
"Ich hätte so gerne die neue Position bekommen, aber nein ... der goldene Schnatz reicht für Sie voll und ganz Malfoy ... was bildet sich dieser Trainerschnösel nur ein? Ich bin der beste im Team und wem gibt er diese Position ... irgend so einer neuen aus dem dritten Jahrgang. Ich glaube es einfach nicht!", regte er sich auf und umklammerte dabei seinen Besen so fest, dass das Holz unter seinen Fingern schon schwitzig wurde.
"Draco, reg dich nicht so auf ... sei doch mit deinem goldenen Schatzdings froh und freu dich, dass du immer noch Potter zeigen kannst, dass du der bessere bist.", meinte Mandy und versuchte so ihren Freund zu beruhigen.
"Das ist es ja gerade! Wenn ich es ihm hätte beweisen wollen wäre ich mit der Position des Platinsuchers am besten dran gewesen, denn das werden wirklich nur die besten ... so wie deine tolle Freundin Slythery. Sie hat es echt drauf, aber auf dem Besen wäre sogar das Wiesel unschlagbar. Das ist doch alles so ungerecht!", maulte Draco.
"Dann lass deinen Vater doch einfach eine neue Runde Rennbesen für euer Team spenden und dann - wer weiß - vielleicht wirst du dann ja auch Platinsucher."
"Ja und dann darf ich mir wieder das Gerede der anderen Teams anhören ... bei und zählt nur Talent, da muss sich niemand einkaufen ... nein danke, dass brauche ich echt nicht."
"Cool, dass du jetzt auch in unserem Team bist!" Ron klopfte Viola auf die Schulter und grinste so breit wie noch nie zuvor. Hermine hingegen gab ein schnippisches Hm von sich und beschleunigte ihren Schritt.
"Das wird bestimmt gefeiert.", sagte Ron in Gedanken bei Butterbier und süßen Leckereien.
"Gefeiert?", fragte Viola leicht irritiert und schaute Ron und Harry mit großen Augen an.
"Ja ... das ist doch was Besonderes. So etwas wird immer bei uns im Gryffindorturm gefeiert. Das war bis jetzt jedes Jahr so, dass die neuen Quidditchspieler mit einer Party in empfang genommen wurden.", antwortete Harry.
"Ach so! Na dann, werde ich mich wohl euerer Tradition beugen müssen.", grinste Viola, der gar nicht nach Party zu mute war.
Als die drei den Gryffindorturm betraten sollte dies noch ein langer Abend mit Butterbier und Geschichten über Quidditch werden.
Turnierbewerbung
Turnierbewerbung
Zwei Wochen waren vergangen, seit Viola in das Quidditchteam von Gryffindor aufgenommen wurde und seit dem hatte sich auch nicht viel in der Zauberschule getan. Es war wie immer ein ständiges hin und her, ein auf und ab, wie all die Jahre zuvor, in denen es anfangs friedlich zuging.
Viola saß in der großen Halle beim Mittagessen und schrieb ihren Namen auf ein kleines Stück Papier, begutachtete es und überlegte.
"Soll ich das wirklich machen?", fragte sie sich selbst.
"Ich weiß nicht, aber ich mache auf jeden Fall mit ... denn mitmachen kostet ja nichts.", meinte Ron welcher sich anscheinend angesprochen fühlte. Viola schreckte auf.
"Was?", fragte sie irritiert.
"Na das Trimagische Turnier! Da hast du doch eben von gesprochen oder?"
"Ja, ja ... du machst da also mit? Hast du deinen Namen schon in den Feuerkelch geworfen?" Viola schaute Ron an und lehnte sich ein wenig zurück.
"Sicher! Vor drei Tagen schon! Ich hoffe ich werde für Gryffindor antreten. Ach, das wär' schön.", grinste Ron und sah sich dabei schon als Sieger.
"Hoff mal, aber stell es dir nicht zu einfach vor! Das ist ganz schön anstrengen und ... lebensgefährlich.", beteiligte sich nun auch Harry an dem Gespräch und als Ron das Wort lebendgefährlich hörte wich ihm jegliche Farbe aus dem Gesicht und ein flaues Gefühl überkam ihn.
"So habe ich da ja noch gar nicht drüber nachgedacht.", stellte er fest und bedachte die Geschichte nun mal von einer ganz anderen Seite. Er könnte ja auch bei einer der Aufgaben draufgehen, dachte er und ließ ein hörbares Schlucken von sich.
"Siehst du!", meinte Harry und schaute danach zu Viola. "Ich hoffe dir ist das auch klar."
"Sicher ... da habe ich natürlich auch drüber nachgedacht ... aber ich werde es trotzdem versuchen, vorausgesetzt ich werde für das Turnier genommen.", sagte Viola und begutachtete noch einmal ihren Zettel und überprüfte ob auch alles leserlich geschrieben war.
"Ich will doch nur nicht, dass dir was zustößt, etwas das nicht sein muss.", flüsterte Harry und errötete dabei leicht. Ron und Hermine glotzten Harry daraufhin förmlich an, denn noch nie zuvor hatte er einem Mädchen so deutlich zu verstehen gegeben, dass er sie mochte.
"Ehm ... keine Angst, ich habe schon schlimmeres durchstanden.", meinte Viola und lächelte danach matt, ohne bemerkt zu haben, wie Harry seine Worte meinte. Um dies zu verstehen kannte sie ihn noch nicht lange genug, aber sie hatte recht ... ihr war schon schlimmeres widerfahren. Sie dachte an ihre Eltern, deren Freunde und das was sie waren, was sie war. Sie hasste es.
"Ich geh dann mal.", meinte Hermine und ging lautlos davon.
"Ich auch.", fügte Ron hinzu und tat es Hermine gleich.
"Warum gehen sie denn?", fragte Viola leicht verwirrt.
"Ach, ist nichts persönliches, nur ... ist ja auch egal.", sagte Harry und versuchte mit einem aufgesetzten Lächeln seine Verlegenheit zu überspielen. Er wusste genau warum die beiden gegangen waren. Sie hatten verstanden, was Harry ausdrücken wollte und nun, da sie es wussten, wollten sie ihn und sie alleine lassen, damit Harry ungestört weiterflirten konnte. Er schüttelte den Kopf über das Verhalten seiner zwei langjährigen Freunde, denn er hätte echt mehr von ihnen erwartet. Nach so langer Zeit müssten sie doch wissen, dass er in deren Gegenwart viel besser mit Mädchen, die er mochte, reden konnte, aber verübeln durfte er es ihnen auch nicht, denn irgendwann musste er das ja mal lernen.
"Und hast du auch schon deinen Namen in den Feuerkelch geworfen?", unterbrach Viola das Schweigen zwischen ihnen.
"Nein, noch nicht und ich bin mir auch nicht mehr so sicher, ob ich es überhaupt machen soll, denn wenn ich es tun würde wäre es nicht meine Entscheidung, sondern die aller anderen. Ich selber habe nämlich nicht gerade die große Lust bei dem Turnier mitzumachen, wirklich nicht.", sagte Harry.
"Och komm schon. So weit ich mich erinnere, hattest du gesagt, du würdest es dir überlegen.", grinste Viola.
"Ja, überlegen genau das habe ich gesagt und meine Überlegung ist es nicht daran teil zu nehmen.", sagte Harry entschlossen, obwohl es ihn schon reizen würde seinen Namen in den Kelch zu werfen, nur um zu sehen ob er gewählt würde.
"Bitte, vielleicht wirst du ja gar nicht genommen ... du darfst nämlich nicht vergessen, dass auch ich an dem Turnier teilnehmen will.", sagte Viola herausfordernd.
Harry musste grinsen. "Ach wirklich, hatte ich ja ganz vergessen. Du denkst wirklich du hättest eine Chance gegen mich? Gegen den der überlebt hat, den der es schon zich mal mit Vodemort aufgenommen hat und siegte? Du denkst wirklich gegen mich zu siegen?", fragte Harry spielerisch und zog die Augenbrauen hoch.
"Ja, genau gegen den versuche ich zu gewinnen, aber wenn er nicht mitmacht brauch ich es nicht mal mehr versuchen, denn dann habe ich eh gewonnen.", grinste Viola und zog ebenfalls die Brauen hoch.
"Netter Trick um mich rumzukriegen, aber da falle ich nicht drauf rein."
"Schade.", meinte Viola enttäuscht, nahm einen weiteren Zettel und reichte ihn Harry, zusammen mit ihrer Schreibfeder.
"Bitte, mach doch einfach mit ... das ist ja nicht schlimm.", redete sie auf Harry ein, in der Hoffnung ihn so umzustimmen.
"Nein, ich hab das schon mal gemacht, das hat mir gereicht."
"Aber vielleicht ist es ja diesmal ganz anders ... und so schwer ist es ja nun auch nicht seinen Namen auf den Zettel zu schreiben und ihn in den Kelch zu werfen.", lächelte sie und schob das Papier ein wenig mehr zu Harry und drückte ihm die Feder nun in die Hand.
"Hm ... du gibst nicht auf oder?", fragte Harry und schien sich geschlagen zu geben.
"Nein.", grinste Viola. "Ich werde dich so lange nerven, bis du mitmachst."
"Na dann bleibt mir wohl nichts anderes über.", meinte Harry letztendlich und schrieb seinen Namen auf das Papier.
"Geht doch!", strahlte Viola nahm Harry in den Arm und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Sie schauten sich einen Moment lang schweigend in die Augen und Viola's Wangen liefen rosa an.
"Ehm, lass uns die in den Kelch werfen.", lenkte sie vom neuen, noch ungenannten, Thema ab und griff nach ihrem Zettel und stopfte ihre Sachen in ihre Schultasche.
"Okay.", grinste Harry und konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken.
Mehrere Schüler waren um die Linie, welche um den Kelch gezogen waren versammelt und beobachteten Malfoy, der gerade seinen Namen in den Kelch gegeben hatte und mit einem triumphierenden Lächeln wieder aus dem abgesperrten Bereich kam.
"Na Potter, willst wohl auch dein Glück versuchen was?", höhnte er, als er Harry und Viola erblickte.
"Wie man es nimmt.", maulte Harry zurück und betrat den Kreis, ging auf den Kelch zu und schaute in ihn hinein. Er war sich auf einmal gar nicht mehr so sicher seinen Namen in den Kelch zu werfen, doch würde er nun kneifen dürfte er es sich noch sehr lange von Draco anhören dürfen, dass er ein Feigling sei und das war er auf keinen Fall, also ließ er der Zettel fallen. Er hatte es wirklich getan, dachte er, während er zurück zu Viola ging.
"So, jetzt du.", sagte er zu Viola, welche gerade nach ihrer Freundin Mandy Ausschau hielt, sie jedoch nicht entdeckte, obwohl sie doch stets an Draco's Seite war.
"Keine Angst, ich werf' meinen Namen da schon rein.", meinte sie und ging zügig auf den Kelch zu, warf ihren Namen hinein, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt und kam wieder zu Harry.
"So, schon erledigt.", grinste sie und verschränkte ihre Arme vor der Brust, siegessicher und erleichtert.
"Gehst du jetzt auch hoch zum Gemeinschaftsraum?", fragte Viola Harry und schaute ihm dabei tief in die Augen.
"Ich? Hm, denke schon, hab ja ansonsten nichts zu tun.", meinte er und lächelte sie liebevoll an. Er würde entweder den Weg zum Gryffondorturm oder den Gemeinschaftsraum, vorausgesetzt er war leer, nutzen um sie es zu fragen. Irgendwann musste er es ja tun und er durfte nicht riskieren, dass ihm jemand zuvor kam.
Gemütlich schritten sie die beweglichen Treppen empor und unterhielten sich währenddessen über den Unterricht bei Professor Bennington, der Schüler noch härter drannahm als Snape es des Öfteren tat. Bennington hatte wirklich seine eigenen Methoden des Unterrichtens und setzte das Lernniveau ziemlich hoch, was Hermine natürlich erfreute, aber sie musste ja auch nicht bei ihm nachsitzen, wie so viele andere es schon mussten, weil sie einen Fehler in der täglichen Überprüfung hatten und Nachsitzen bei Bennington war das schlimmste, was sich ein Hogwartsschüler nur vorstellen konnte.
Harry überlegte sie zu fragen, traute sich aber nicht, da auch andere Schüler gerade hinter ihnen die Treppe erklommen, doch auf dem nächsten Podest nahmen sie eine andere und somit waren die beiden nun ganz alleine und ungestört. Auf dem nächsten Treppenabsatz griff Harry Viola bei der Hand und hielt sie fest.
"Was ist?", fragte Viola im Flüsterton und schaute sich hektisch in der Gegend um. Harry drehte sie zu sich, so dass ihre Blicke sich trafen.
"Harry?", fragte Viola verunsichert und nahm einen Schritt abstand von ihrem besten Freund.
"Ehm ... also ... ich wollte dich das schon seit ein paar Tagen fragen, bin aber nie dazu gekommen.", stammelte Harry und war sich plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob er die entscheidende Frage überhaupt stellen konnte. Noch nie in seinem Leben war Harry so nervös wie jetzt. Was wenn sie ihn auslachen würde oder nein sagte? Harry gingen alle möglichen Reaktionen durch den Kopf und keine davon war positiv.
"Ja?", fragte Viola und ging wieder einen Schritt auf Harry zu, schaute ihm erwartend in die grünen Augen, welche so unsicher wie nie zuvor schienen.
Harry, du bist 18, ein Mann, da wirst du das wohl fragen können, meinte eine Stimme tief in ihm und drängte sein Zögern bei Seite.
"Ich wollte dich fragen, ob du mit mir auf den Herbstball gehen möchtest?" Endlich war es raus, dachte er sich und letztendlich war die Frage viel einfacher auszusprechen als er es vermutet hatte.
Viola hatte gar nicht damit gerechnet und fühlte sich ein wenig vor den Kopf gestoßen. Harry war für sie der beste Freund, ein Teammitglied und ein Seelenverwandter. Sie hätte nie gedacht, dass er so fühlt. Viola ließ sich die Frage durch den Kopf gehen und stellte fest, dass der Gedanke doch gar nicht so übel war, denn Harry war mit abstand einer der nettesten Menschen die sie kannte und dazu auch noch sehr gut aussehend.
Jede Sekunde, in der Viola nichts sagte, kam Harry vor wie eine Ewigkeit und langsam wünschte er sich die Frage nicht gestellt zu haben, denn sie würde vermutlich nein sagen.
"Gerne.", lächelte Viola und schien ein wenig verlegen.
"Was?", fragte Harry, da er seinen Ohren nicht traute.
"Ich würde gerne mit dir zu dem Ball gehen ... ", Viola überlegte einen Moment, " ... wenn ich ganz ehrlich bin, könnte ich mir auch nicht vorstellen mit jemand anders dort hin zu gehen." Viola errötete.
Harry's Wangen liefen ebenso leicht rot an.
"Danke.", flüsterte Harry und ging einen Schritt auf Viola zu, verringerte den Abstand zwischen sich und Viola auf ein geringes Minnimumm.
"Wieso danke?", fragte Viola und ihr wurde immer heißer. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Kopf gleich platzen würde.
"Danke, weil ich dachte, du würdest nein sagen.", lachte Harry leise, da ihm der Gedanke nun absurd vorkam. Sie hatte ja gesagt, was wollte er mehr? Bei dieser Frage kam ihm ein weiterer Gedanke, den er jedoch für leicht überstürzt hielt, aber dies war der perfekte Moment. Er dachte nicht weiter drüber nach und tat es einfach.
Harry legte einen Arm um ihre Taille und zog sie an sich ran. Mit der anderen Hand fasste er vorsichtig nach ihrem Gesicht und hob es leicht an, während er sich zu ihr senkte, die Augen schloss und es geschehen ließ. Ihre Lippen trafen sich und ein eiskalter Schauer lief ihm über den Rücken.
Viola war leicht überrascht, küsste Harry aber nach kurzer Zeit zurück und legte ihre Hände in seinen Nacken. In ihrem Bauch tobte ein Vulkan, welcher auszubrechen drohte und sie mit den schönsten Glücksgefühlen seit langem bescherte.
Der Kuss war lang und sinnlich, so dass beide ihn nicht enden lassen wollten, doch sie konnten nicht ewig hier stehen und sich küssen, dafür war dies nicht der rechte Platz.
Harry löste sich von ihren Lippen, hielt sie aber weiterhin fest in seinen Armen.
"Ich denke wir sollten langsam weitergehen ... in den Gemeinschaftsraum.", flüsterte er und ließ dabei seine Stirn auf der ihren ruhen.
"Ja sollten wir.", flüsterte Viola, ihre Stimme zittrig und dünn. Sie war froh, dass Harry sie noch festhielt, denn würde er ihr momentan keinen Halt mehr geben, fürchtete sie zusammen zu brechen.
Währendessen warfen noch weitere Schüler ihren Namen in den Feuerkelch. Unter ihnen waren Mandy und Pansy aus Slytherin, ein pummeliger Junge aus Huffelpuff und Ann-Kathrin Fuchs aus Ravenclaw, ein kleines, zierliches Mädchen mit langem schwarzem Haar.
Freunde?
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Hogsmaede
Hogsmaede
Mit leicht geröteten Augen betrat Viola wieder den Gemeinschaftsraum im Gryfindorturm. Sie schaute auf die Standuhr, welche 8.30 Uhr anzeigte.
Noch immer war niemand anderes im Zimmer und so entschloss sie sich ein zweites Mal an diesem Morgen in den Mädchenwaschraum zu gehen. Sie schaute in den Spiegel und stellte fest, dass sie grauenvoll um die Augen aussah. Alles war leicht angeschwollen und rötlich.
"Ich hasse es zu heulen, das macht einen so hässlich.", murmelte sie und ließ das Waschecken mit kühlem, frischem Wasser voll laufen.
"Ich könnte Draco erwürgen ... erschießen ... dieses Arschloch!", meckerte sie, bevor sie ihr Gesicht in das Wasser tauchte.
Harry war auch endlich aufgestanden und nahm sich Muggelkleidung aus seinem Kleiderschrank. Langsam ging er auf Ron's Bett zu und zog die Vorhänge bei Seite, doch Ron lag nicht mehr in seinem Bett, also betrat Harry den Waschraum in der Hoffnung seinen besten Freund dort vorzufinden.
Ron stand an einem Waschbecken und war gerade damit beschäftigt sich die Zähne zu putzen.
"Morhen, uht jeschlafen?", fragte er und spuckte danach die Zahnpasta aus dem Mund.
"Ja, sehr gut.", meinte Harry, als er sich sein Hemd über den Kopf zog und noch einmal herzhaft gähnte. "Hab noch nie besser geschlafen, keine unangenehmen Träume ... einfach nur friedlich vor mich hingeschlummert." Er nahm seine Zahnbürste, tat Zahnpasta darauf und begann ebenfalls sich die Zähne zu putzen.
"Gehst du heute auch nach Hogsmaede Harry? Ich und Hermine gehen auf jeden Fall hin, denn heute ist das letzte Hogsmaedewochenende, bevor der Herbstball beginnt und sie braucht noch ein Ballkleid und ich einen Smoking. Willst du nicht mitkommen?", fragte Ron, während er sich seine Anziehsachen anzog.
"Hogsmaede? Heute?", fragte Harry und spuckte Zahnpasta ins Waschbecken. "Das habe ich ja komplett vergessen!"
"Ist ja nicht schlimm, wenn du willst nehmen ich und Hermine dich mit ... oder willst du mit Viola da hingehen? Ehm, sag mal ... hast du sie nun eigentlich gefragt? Wegen dem Ball?", fragte Ron und schaute Harry interessiert an.
"Ja, habe ich.", meinte er und spülte sich danach den Mund mit Wasser aus.
"Und was hat sie geantwortet?" Ron schien ganz aufgeregt und nervös.
"Na was wohl, ja natürlich ... sie und ich gehen zusammen auf den Herbstball und mit wem gehst du, wenn ich fragen darf?", fragte Harry und wechselte seine Boxershorts.
"Naja, ich habe Hermine gefragt und sie hat ja gesagt, aber ich glaube nur weil sie mich so gut kennt und sie ansonsten niemand anderes gefragt hätte.", murmelte Ron ein wenig enttäuscht.
"Ach was, ich denke sie geht da gerne mit dir hin. Red dir nicht so einen Mist ein ... ich denke schon, dass sie dich auch ein wenig mehr mag.", meinte Harry und zog danach den Zipper seiner Jeans zu.
"Ach, du hast Recht. Ich denke ich sollte das erst mal auf mich zukommen lassen ... aber willst du nun mit uns gehen oder mit ihr?", fragte Ron erneut und schaute Harry dabei an.
"Mal schauen, vielleicht können wir ja auch zu viert nach Hogsmaede." Harry zog sich ein dunkelrotes Hemd an und knöpfte es zu.
"Hm, das wird wohl nichts, du kennst ja Hermine ... sie kann Viola überhaupt nicht leiden, kennst ja ihre Verschwörungstheorie.", sagte Ron, verdrehte bei letzterem die Augen.
"Ja die kenn ich ... ist genau so ein Quatsch wie ihr B.elfe.R, aber das hat sie sich ja zum Glück aus dem Kopf geschlagen." Harry und Ron mussten lachen.
"Stimmt!", grinste Ron und ging Richtung Tür. "Wir können uns ja gegen Mittag im drei Besen treffen ... wenn du willst kannst du sie ja mitbringen.", verabschiedete sich Ron und verschwand.
Harry schaute in den Spiegel und beäugte seine widerspenstigen Haare, welche wie immer in alle Himmelsrichtungen abstanden.
"Da muss ich irgendwas dran tun.", murmelte er, als er sich im Bad umsah. Sein Blick glitt an sämtlichen Zahnpasten und Shampoos entlang, bis er auf einer Dose Haargel hängen blieb.
"Das kommt genau richtig.", grinste er und griff nach der Dose.
Ron war nach dem Frühstück mit Hermine nach Hogsmaede aufgebrochen und nun saß Viola alleine an dem großen Tisch. Entweder, dachte sie sich, haben heute alle keinen Hunger, oder die schlafen noch.
Sie schaute zum Slytherintisch. Draco saß zusammen mit Florian, Grabbe und Goyle beim Frühstücken und sie machten sich anscheinend über irgendetwas lustig. Mandy saß weit von ihnen entfernt und rührte lustlos in ihrem Müsli herum.
"Na, schön geschlafen?", fragte Harry sie auf einmal, legte einen Arm um sie und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Leicht erschreckt schaute sie ihm in die Augen.
"Ja, ich ...", doch sie verstummte, als sie Harry genauer betrachtete. Er trug heute Muggelkleidung, eine verwaschene Baggyjeans, ein weinrotes Hemd, welches am Kragen lässig aufgeknöpft war und nur teilweise in der Hose steckte, und mit seinen Haaren hatte er auch etwas gemacht, stellte sie fest. Heute trug er sie nicht so verwuselt wie sonst, sondern extrem geil gegelt.
"Du siehst heute wirklich ... wow aus.", meinte sie und staunte nicht schlecht, über den sonst eher ungestylten Harry.
"Findest du? Na dann bin ich ja beruhigt, ehm ... hast du Lust mit mir nach Hogsmaede zu gehen?", fragte er und streichelte sanft über ihren Arm.
"Hogsmaede ... gerne.", meinte Viola und schien ein wenig in Gedanken versunken. Eigentlich wollte sie gar nicht nach Hogsmaede, aber wenn Harry sie so lieb fragte konnte sie nicht nein sagen. "Harry, ich muss aber gegen Mittag einmal weg ... ich ... ich muss mich da mit bekannten treffen, streng vertraulich.", fügte sie noch hinzu und hoffte, dass Harry keine unangenehmen Fragen stellen würde.
"Okay, kein Problem, wenn du da dann fertig bist, kannst du ja ins drei Besen kommen, ich warte dort dann.", sagte Harry.
"Okay.", lächelte Viola und schaute noch einmal zu Draco, da sie sich von ihm beobachtet fühlte und tatsächlich, er starrte sie unverbindlich an.
Auf dem Weg nach Hogsmaede gingen Viola und Harry einfach nur schweigend Hand in Hand neben einander her. Ab und zu schauten sie sich mal an, lächelten und blickten wieder geradeaus.
In Hogsmaede angekommen schlenderten sie an den Geschäften vorbei und blieben vor Aghatha's zauberhaftem Laden zauberhafter Moden stehen. Viola viel sofort das dunkelrote Satinkleid ins Auge. Es sah wunderschön aus, war trägerlos, tailliert und hatte einen weiten Saum. Traumhaft, dachte sie, doch als sie auf den Preis schaute verging ihr die Lust auf das Kleid.
"Gefällt dir das Kleid?", fragte Harry und stupste Viola leicht von der Seite an, konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
"Ja sicher, es ist das schönste, welches ich je gesehen habe ... nur der Preis ist echt erschlagend hoch.", meinte sie und wollte weitergehen. Harry hielt sie fest und zog sie zurück.
"Ich schenke es dir, wenn du willst?", sagte er und deutete auf das Schaufenster.
"Nein Harry, das geht nicht, viel zu teuer! Das könnte ich nie annehmen.", sagte Viola und zog Harry hektisch weiter.
"Ist ja schon gut, dann eben nicht.", grinste er und ließ sich von Viola mitziehen.
"Wenn du mir was kaufen möchtest, kannst du mir ja was zu trinken ausgeben.", schmunzelte Viola. "Kennst du ein nettes Cafe?"
Harry erinnerte sich an sein fünftes Jahr in Hogwarts, als er zusammen mit Cho am Valentinstag in Hogsmaede war und sofort viel ihm dieses kleine gemütliche Cafe ein.
"Ja, komm mit.", meinte er, legte einen Arm um Viola und zusammen gingen sie die Straße entlang.
Harry hatte nicht gerade gute Erinnerungen an das Cafe, aber es war der einzige gemütliche Ort, welcher ihm einfiel. Er hoffte innerlich nur, dass es nicht wieder so widerlich geschmückt war, wie damals zum Valentinstag.
Harry öffnete Viola die Tür zu Madam Puddifoot und folgte ihr, nachdem sie eingetreten war. Zum Glück war es anders dekoriert und Harry empfand es sogar als sehr urig und romantisch. An den Holzpfeilern waren Getreidereben und trockene Blumen befestigt, auf den Tischen standen kleine Zierkürbisse und Kerzen und das Kaminfeuer versprühte einen kleinen hauch von Honig von sich.
"Wo möchtest du sitzen?", fragte Harry und schaute sich danach in dem Raum um.
"Hier.", meinte Viola, als sie sich in eine Nische mit einer runden Sitzbank saß, an welcher ein runder, kleiner Eichentisch stand.
Harry spähte weiterhin durch den Raum und erkannte Cho - wie hatte er es auch anderes erwartet - zusammen mit einem Jungen aus Slytherin beim Knutschen. Einen Tisch weiter sah er Mandy zusammen mit einem Jungen den er nicht kannte. Er war sehr blass, seine Augen wirkten trübe und sein schwarzes Haar zusammen mit seiner schwarzen Kleidung ließen seine Haut nur noch heller wirken. Harry hätte schwören können, dass er ein Vampir war. Mandy bemerkte Harry, bezahlte und verschwand mit dem geheimnisvollen Fremden. Sein Blick folgte ihnen bis zur Tür und es überraschte ihn dort Ron und Hermine sitzen zu sehen.
"Schau mal da.", flüsterte er Viola zu und deutete zu dem Tisch von Ron und Hermine.
"Hm, wollen wir nicht zu ihnen?", fragte Viola.
"Lieber nicht, man will ja nicht stören.", grinste Harry und warf danach einen Blick in die Karte. "Was möchtest du trinken?"
"Eine heiße Schokolade.", sagte Viola und nahm danach Harry's Hand, spielte mit seinen Fingern.
"Was kann ich euch bringen?", fragte Madam Puddifoot Harry, genau wie vor zwei Jahren. Er schaute sie an und konnte keinen unterschied erkennen. Sie sah noch immer so aus wie früher, genau so stämmig und der schwarze Haarknoten war auch noch identisch mit dem von damals.
"Einen Kaffee und eine heiße Schokolade.", beantwortete Harry ihre Frage und sofort eilte Madam Puddifoot hinter ihre Theke und hantierte mit Tassen und Kannen herum.
"Harry?", fragte Viola und legte eine Hand in seinen Nacken.
"Ja?"
Harry wartete auf eine Antwort, doch nichts geschah, sie saßen einfach nur da und schauten sich gegenseitig in die Augen. Harry überlegte, sie an sich zu ziehen und zu küssen wie er es auf dem Treppenabsatz getan hatte, doch etwas hinderte ihn daran. Er empfand diesem Moment einfach zu schön, als dass er ihn mit einem Kuss zerstören wollte. Er wollte ihr einfach nur weiterhin in die Augen schauen und ihre Hand halten.
"Bitte, eure Getränke. Wenn ihr noch etwa haben wollt braucht ihr euch nur zu melden.", lächelte Madam Puddifoot übers ganze Gesicht und verschwand wieder.
Danke, dachte Harry, jetzt ist der Moment gestört. Er griff nach seinem Kaffee und nahm einen kräftigen Schluck.
Viola hingegen trank erstmal nichts, sondern fragte sich, warum Harry sie nicht geküsst hatte. Wollte er sie nicht mehr auf diese Art und Weise, oder war er zu sehr in Gedanken gewesen. Nicht weiter darüber nachdenken griff auch sie nach ihrer Tasse und nahm einen Schluck.
"Das tut gut.", murmelte sie, als der heiße Kakao ihren Hals hinunterlief und sie von innen wärmte.
"Harry?", fragte sie wiederholt und legte diesmal ihre Hand auf seinen Schenkel.
Wieder drehte Harry sich zu ihr und schaute ihr in die Augen.
Küss mich, küss mich, dachte Viola und versuchte ihre Worte in seine Gedanken zu brennen, doch wieder tat Harry nichts. Viola näherte sich Harry ein paar Zentimeter öffnete ihre Lippen leicht um Luft zu holen. Wieder wurde ihr zittrig und der Vulkan in ihrem Bauch schien erneut zu entfachen.
Ihren Annäherungsversuch schien Harry jedoch zu verstehen und streichelte ihr daraufhin zärtlich über die Wange, lächelte. Ich Dummkopf, dachte er, sie wollte wahrscheinlich schon die ganze Zeit, dass ich sie küsse. Mit diesem letzten Gedanken führte er seine Lippen zu ihren.
Der Kuss war ein wenig vertrauter und fordernder als der auf der Treppe und ihren heißen Atem dabei an seinem Gesicht zu spüren brachte Harry an den Rande der Verzweiflung.
Vorsichtig streichelte er ihr über den Rücken und kraulte mit der anderen Hand ihren Nacken, so dass Viola ein genießerisches Hmm von sich gab und Harry noch fester in den Arm schloss.
Jetzt oder nie, dachte Harry, als er seine Zunge zu ihren Lippen führte und sie sachte über ihre Unterlippe gleiten ließ. Viola verstand und erlaubte ihm einlass. Sie erschauderte, als seine heiße, feuchte Zunge ihre streichelte und anstupste. Noch nie zuvor spürte sie einen Kuss intensiver als jetzt. Noch nie war ihr so schummerig dabei geworden, dass sie Angst um ihren Verstand hatte.
Nach drei Minuten, welche den beiden wie eine Ewigkeit vorkamen, lösten sie sich voneinander und schienen leicht außer Atem zu sein.
"Geht's dir gut?", flüsterte Harry.
"Frag nicht so blöd.", grinste Viola und gab ihm einen verspielten Kuss, bevor sie wieder einen Schluck von ihrem Kakao nahm.
Harry blinzelte zu Ron und Hermine, welche ihn und Viola anscheinend beobachtet hatten. Ron hielt beide Daumen hoch und grinste übers ganze Gesicht, Hermine hingegen schüttelte nur verständnislos den Kopf und malte sich gedanklich schon wieder ihre Verschwörungstheorie aus und harkte diesen Kuss unter Viola's hinterhältigem Harry-Einwicklungsplan ab.
Gegen Mittag verließen Viola und Harry Madam Puddifoot und gingen getrennte Wege. Harry zu den drei Besen, wo Hermine und Ron wahrscheinlich schon auf ihn warteten und Viola verschwand in eine dunkle, schäbige Gasse.
Als Harry die drei Besen betrat war das Lokal wie immer gut besucht und voll besetzt. Er schaute sich nach Hermine und Ron um, welche weiter hinten zusammen mit Hagrid an einem kleinen Kastanientisch saßen.
"Tach' Harry.", sagte Hagrid mit seiner brummigen Stimme und bot Harry den letzten freien Platz am Tisch an.
"Gut, dass de' endlich hier bist. Hab' euch drei nämlich was wichtiges zu erzähln'.", flüsterte Hagrid, so dass niemand sonst es verstehen konnte.
"Was ist denn passiert?", fragte Hermine ein wenig laut, so dass Harry und Ron sie zurechtweisen mussten.
"Hab' ein paar komische Gestalten hier in Hogsmaede gesehn'. Alle in schwarzen Umhängen und so, verschwanden Richtung Eberkopf - wen wundert das nicht - sahen mir ganz nach Todessern aus Harry, solltest dich in Acht nehmen.", sagte Hagrid beunruhigt und schaute sich hektisch im Lokal um.
"Bist du dir da auch wirklich sicher?", fragte Hermine, da Hagrid schon öfters mit seinen Vermutungen falsch gelegen hatte.
"Ja, aber wie! Einer von denen war Lucius Malfoy, hab' ihn genau erkannt.", sagte Hagrid und nickte tatkräftig und überzeugt.
"Und ich hatte mir mal ein ruhiges Schuljahr gewünscht, wenigstens mein letztes Jahr in Hogwarts sollte ruhig verlaufen, aber es scheint wohl wieder etwas Dunkles im Anmarsch zu sein.", flüsterte Harry ein wenig ärgerlich.
"Das is' aber nich' alles ... die Tiere im Wald sind auch ganz unruhig, laufen ständig aufgeschreckt davon, selbst die Zentauren sind dabei den Wald zu verlassen.", meinte Hagrid und sah nun ein wenig beunruhigter aus, als zuvor.
"Ich sags' euch, da gehen' komische Dinge vor ...", Hagrid verstummte.
"Nicht gut.", murmelte Ron und hoffte dass selbe wie Harry, und zwar ein ganz normales Schuljahr ohne Weltretten.
"Naja, muss dann auch wieder ... Dumbeldore wollte sich noch mit mir treffen.", sagte Hagrid, lächelte und leerte seinen Bierkrug. "Man sieht sich." Er stand auf, verließ die Schenke und ließ drei ganz nachdenkliche und verängstigte Jugendliche zurück.
"Ohne mich, ich will das nicht ... Weltuntergang, du-weißt-schon-wer versucht wieder an die Macht zu kommen, aber ohne mich!", schnaubte Ron, verschränkte die Arme vor der Brust und dachte an ein Schuljahr ohne Chaos nach.
"Tut mir leid Ron, wenn ich deine Illusion zerstören muss, aber das geht nicht! Du musst Harry helfen!", pflaumte Hermine Ron an.
"Lass mich doch.", sagte dieser und wand sich von seiner besten Freundin ab.
"Wenn es stimmt, was Hagrid sagt, und man die Zeichen richtig deutet, wird es diesmal noch viel schlimmer werden, als all die Jahre zuvor. Ich meine, wenn sich die Todesser im Eberkopf treffen und dort in einem Hinterzimmer Sitzungen abhalten, wo wahrscheinlich Voldemort mit anwesend ist (Ron zuckte zusammen und Hermine bedachte ihn mit einem bösen Blick), sollte man das nicht so einfach abtun.", sagte Harry und musste daran denken, dass jetzt in diesem Moment Todesser wahrscheinlich seinen Tod planten und darüber diskutierten wie sie ihren dunklen Lord wieder an die macht bringen würden. Bei dem Gedanken wurde Harry leicht unwohl, also verdrängte er ihn sofort wieder.
"Du hast Recht Harry ... wir sollten von nun an aufpassen und vor allem ein Auge auf Draco werfen und - auch wenn du das nicht hören willst Harry - auf Viola, denn wie du weißt ist sie ja ...", doch Hermine wurde von Harry unterbrochen.
"Ja, ja, eine Verwandte von Voldemort, ich weiß ich weiß, ich kenne deine Verschwörungstheorie.", maulte Harry und verdrehte genau wie Ron die Augen.
"Ach du wirst ja noch sehen.", meinte Hermine und nahm einen Schluck von ihrem Butterbier. "Ich wollte dich nur erinnern."
Leicht entsetzt verließ Viola eine der dunklen Gassen in Hogsmaede, gefolgt von Draco Malfoy, der ebenfalls ein wenig überrascht aussah.
"Du? Das hätte ich nie gedacht?", sagte er und warf Viola dabei einen Blick von der Seite zu.
"Naja, bei dir hab ich mir das ja gedacht, aber trotzdem ... ich hätte nicht gedacht, dass du wirklich nur schlecht bist, denn im Gegensatz zu dir bin ich nicht gerade davon erbaut, ich bin da nur wegen meiner Familie reingerutscht. Ich hasse meine Eltern." Viola blieb stehen und stellte sich Draco gegenüber.
"Tja, so kann es kommen. Du hast mehr mit mir gemeinsam, als es dir lieb ist ... aber denk nicht, dass ich dich nur wegen ihm in ruhe lassen werde.", sagte Draco eingebildet.
"Damit habe auch nicht gerechnet, aber an deiner Stelle würde ich jetzt aufpassen was ich mache, denn dein Daddy wird dich nicht immer aus dem Schlamassel ziehen können. Du musst wissen Malfoy, in diesen Kreisen habe ich die besseren und stärkeren Beziehungen.", meinte Viola ebenfalls eingebildet und verzog ihren rechten Mundwinkel zu einem verachtenden Grinsen.
"Ach ... hätte ich nicht gedacht, aber das was ich von dir will hat nichts mit dem hier zu tun ... das betrifft nur dich und mich Vio." Draco schnalzte genüsslich mit der Zunge, als er Viola's Selbstsicherheit aus ihrem hübschen Gesicht schwinden sah.
"Nimm dich in acht, denn nicht nur mein Zauberstab kann dir gefährlich werden.", fauchte Viola und für den Bruchteil einer Sekunde schaute sie ihn nicht mit ihren grüngrauen Augen an, sondern warf ihm hasserfüllte Blicke durch wilde, bernsteinfarbene Augen zu.
Draco erschreckte sich und empfand es als sicherer wieder zum Schloss zu gehen.
Nachdem Draco verschwunden war machte Viola sich auf den Weg in die drei Besen.
Bennington und Sparrow
Bennington und Sparrow
Gryffindor und Ravenclaw hatten am Montag nach dem Hogsmaedewochenende in der letzten Unterrichtsstunde zusammen Verwandlung und waren einer von Professor Bennington's knallharten Prüfungen ausgesetzt.
Die Ravenclawschüler schienen kein Problem mit den Fragen zu haben, doch so einige Schüler in Gryffindor hatten ihre Probleme mit der Aufgabenstellung. Ron und Neville zum Beispiel sahen sehr verloren aus und schielten immer wieder auf die Blätter ihrer Nachbarn, um einige der Antworten zu erhaschen. Ron jedoch konnte weder die Schrift von Harry erkennen, noch die von Hermine und so versuchte er etwas anderes.
"Psst ... Harry!", zischte er seinem besten Freund leise zu, immer die Augen auf Bennington gerichtet, welcher vorne an seinem Pult stand und die Schüler wie ein Adler beobachtete.
Harry blinzelte zu Ron rüber und schaute danach flüchtig zu dem Professor.
"Was ist?", flüsterte er nervös und blinzelte wieder zu Ron rüber, danach auf sein Blatt.
"Ah, Mr. Potter, habe ich es mir doch gedacht. Professor Snape hatte mich schon vor Ihnen gewarnt ... dafür, dass Sie versucht haben von Mr. Weasley abzuschreiben dürfen sie mir nach dem Abendessen Gesellschaft leisten. Nachsitzen Potter.", grinste Professor Bennington süffisant und lehnte sich genüsslich an seinem Pult an.
Harry kochte innerlich vor Wut. Am liebsten hätte er gesagt, dass Ron es war, welcher versucht hatte zu schummeln, aber da sie Freunde waren verzichtete er darauf.
"Sorry.", flüsterte Ron und nagte danach an dem Ende seines Bleistiftes.
Harry empfand diesen Lehrer noch viel schlimmer als Snape. Er fragte sich weshalb eine höhere Macht es anscheinend liebte Lehrer zu schicken, welche ihm das Leben zur Hölle zu machen sollten. Mit Snape hatte er sich schon abgefunden, aber Bennington war eine neue Katastrophe, die es nicht nur auf ihn, sondern auch auf alle anderen Schüler, abgesehen hatte. Wie gerne hätte er einfach den Zauberstab gezogen und Bennington eine verpasst, aber damit hätte er wahrscheinlich aller nur noch viel schlimmer gemacht.
Nach dem Unterricht gingen Hermine und Ron in die Bibliothek um ihre heute aufbekommenen Hausaufgaben zu erledigen. Viola und Harry hatten sich auch zu den beiden gesetzt. Einen Tisch weiter saßen auch Draco und seine Freunde, zu Viola's Erstaunen war auch Mandy unter ihnen. Sie saß zwar nicht neben Draco aber immerhin in seiner Nähe. Vielleicht, dachte Viola, hat er sich ja entschuldigt und zwischen den beiden herrschte wieder frieden.
"Zeig mal her Ron.", meinte Hermine nachdenklich, als sie Ron seine Pergamentrolle wegnahm und seinen Aufsatz für Professor Snape Korrektur las.
"Hier hast du schon den ersten Fehler.", sagte sie. "Gleich im ersten Satz! Nicht Ingwer Ron, Ingwurtz musst du nehmen, ansonsten braust du keinen Trank sondern ein Gift."
"Ist ja schon gut." Ron gähnte. "Snape erwartet von mir doch solche Fehler, also warum sollte ich ihn enttäuschen."
Viola und Harry mussten lachen und stellten sich einen Snape vor, welcher total verblüfft einen fehlerfreien Aufsatz von Ron las. Die Vorstellung fanden beide sehr absurd und fingen noch mehr an zu lachen.
"Hört ihr wohl auf!", fauchte Hermine und fuchtelte mit dem Pergament vor den beiden herum. "Am besten wäre es, wenn ihr mich und Ron alleine lernen lasst. Ihr lenkt ihn nur ab.", motzte Hermine, als sie das dämliche Grinsen in Ron's Gesicht sah.
"Wir sehen uns dann nachher Ron.", grinste Harry und stand zusammen mit Viola auf.
"Wohl eher nicht Harry, oder hast du etwa Bennington vergessen?", fragte Hermine und las danach in Ron's Aufsatz weiter.
"Ich warte auf dich.", meinte Ron nur und holte danach eine neue Pergamentrolle aus seiner Tasche, um die Hausaufgaben für Hagrid und Professor Hahn zu erledigen.
"Okay.", nickte Harry Ron zu, nahm Viola bei der Hand und zusammen schlenderten sie aus der Bibliothek.
"Sag mal, warum verhält Hermine sich immer so? Ich weiß ja, dass sie mich nicht leiden kann, aber den Grund dafür kenne ich noch nicht.", sagte Viola, als sie zusammen mit Harry die Treppen nach oben gingen.
Harry dachte über Hermines Theorie nach, wollte Viola aber nicht damit konfrontieren.
"Sie war schon immer auf andere Mädchen eifersüchtig, mit denen ich mich gut verstand.", log Harry also, um Viola nicht zu beleidigen oder gar zu verletzen.
"Oh man, da kann man wohl nichts dran machen oder?", fragte Viola und schmiegte sich dabei ein wenig an Harry.
"Nein anscheinend kann man das nicht. Man kann es höchstens schlimmer machen.", sagte Harry und musste kurz danach grinsen.
Als die beiden im Gemeinschaftsraum ankamen waren alle Stühle und Sessel von Erst- und Zweitklässlern besetzt. Harry schaute sich um, ob nicht doch noch irgendwo ein Platz frei war, doch es war vergebens. Alles war besetzt.
"Hm, komm mit.", flüsterte Harry, als er Viola mit sich zu der Treppe, welche zu den Jungenschlafsälen führte, zog. Widerstandslos folgte sie ihm, da ihr der Gemeinschaftsraum auch zu voll war, als dass sie sich mit Harry vernünftig hätte unterhalten können.
Oben angekommen schaute sie sich als erstes in dem Zimmer um. Es sah nicht anders aus als die Mädchenschlafräume, nur dass die Dekoration leicht von der in ihrem Zimmer abwich.
Harry setzte sich auf sein Bett und klopfte auf den freien Platz neben sich, in der Hoffnung, dass Viola sich zu ihm setzten würde. Und er wurde nicht enttäuscht, weil Viola auf ihn zu ging und sich auf den angebotenen Platz setzte.
"Endlich mal alleine.", meinte Harry und seine Stimme wirkte ein wenig belegt, wie Viola es empfand.
"Ja.", grinste sie und legte danach ihre Hand auf die von Harry.
Ein kalter Schauer bahnte sich über Harry's Rücken und ein flaues Kribbeln breitete sich in seinem Bauch aus. Er verspürte auf einmal das Verlangen Viola an sich zu ziehen, sie auf das Bett niederzulegen und langsam zu entkleiden, um ihr mit seinen Lippen und seinem gesamten Körper die schönsten Gefühle der Lust zu bereiten. Langsam glitt sein Blick an ihrem Hals entlang, strich über ihre Brüste zu ihrem Bauch und von dort zu ihren Schenkeln. Es gab in diesem Moment nichts Schöneres auf der Erde als das Mädchen vor ihm.
"Was ist Harry?", fragte Viola und hob sein Kinn an, um ihm in die Augen schauen zu können.
"Nichts, du bist einfach nur so wunderschön.", flüsterte er als würden lautere Worte alles vor ihm kaputt machen.
Vorsichtig strich er Viola eine Haarsträhne aus dem Gesicht, bevor er sie leidenschaftlich küsste und ihre Zungen sich in einem hemmungslosen Duell verloren. Der Kuss wurde immer hemmungsloser und Harry traute sich letztendlich seine Hand über Viola's Nacken gleiten zu lassen und von dort zu ihren Schultern.
Viola liebte die Empfindungen von Harry's Fingern wie sie zärtlich über ihren Körper strichen und überall da wo sie ihre Haut berührten eine Gänsehaut hinterließen, welche herrlich kribbelte.
Zaghaft ergriff sie seine Hand und führte sie über ihre Hüfte und Taille, verharrte einen Moment und zeigte ihm danach den Weg über ihren Bauch zu ihren Brüsten. Plötzlich schien in beiden ein unendliches Feuer emfacht zu sein, welches sich unaufhaltsam ausbreitete.
Der Kuss wurde immer leidenschaftlicher, sodass beide ihr Verlangen für einander nicht mehr verbergen konnten und hemmungslos in den Kuss hineinstöhnten.
Behutsam drückte Harry Viola auf das große Bett nieder. Er überlegte die Vorhänge zu zuziehen, doch konnte nicht auf die wohlige süße ihrer Lippen verzichten und beließ es bei den offenen Vorhängen.
Unter Harry auf seinem Bett zu liegen ließ Viola noch intensivere Schauer über den Rücken laufen und seinen gesamten Körper so dicht an ihrem zu spüren erfüllte sie mit einer wohligen Wärme. Immer mehr schmiegte sie sich an ihn, umschlang sein Becken mit ihren Beinen und vergrub ihre Finger in seinem vollen Haar. Um nichts auf der Welt wollte sie ihn wieder hergeben.
Harry hatte das Gefühl die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren, da seine Hände sich ihren Weg unter Viola's Shirt bahnten und er sein Becken rhythmisch gegen ihres bewegte. Sein ganzer Körper schien angespannt, jeder Muskel hart wie Stahl und in seinem Kopf drehte sich alles nur um diesen Moment.
"Harry!", rief jemand von der Treppe aus, doch er reagierte nicht.
Ron kam in das Zimmer gestürmt und erschreckte, als er Harry und Viola, in liebevollen Küssen verloren, auf dem Bett liegen sah.
"Was ist denn?", fragte Harry sichtlich genervt und richtete sich auf.
"Was ist?! Ihr scheint so ineinander vernarrt zu sein, dass ihr das Abendessen verpasst habt und Bennington nun nach dir sucht ... hast du etwa vergessen, dass du bei ihm nachsitzen musst?", fragte Ron und setzte sich danach auf sein Bett, schaute zu Harry rüber.
"Scheiße! Immer diese verflixten Lehrer.", fluchte Harry, als er sich sein Hemd zuknöpfte, es teilweise wieder in die Hose steckte und nach seiner Schultasche griff.
"Wartest du auf mich?", fragte er Viola, bevor er ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen hauchte.
"Ja, wenn es nicht zu spät wird.", lächelte sie und streichelte ihm dabei über die Wange.
"Also bis nachher.", sagte Harry und eilte danach los, um in Bennington's Zimmer seine Überstunden abzusitzen. Ron grinste Viola breit an, welche danach ein Kissen nach ihm warf.
Vorsichtig klopfte Harry an die Tür von Professor Bennington und wartete auf eine Antwort.
"Sie können eintreten Potter, wird aber auch langsam mal Zeit.", hörte er die raue Stimme von Bennington leicht gereizt hinter der Tür sagen.
Harry betrat den Klassenraum und wurde von Bennington sofort in sein hinteres Studierzimmer gebeten, wo bereits ein Stuhl für Harry bereitgestellt war. Das Zimmer war groß und moderner möbliert, als er es von all den anderen Lehrern kannte, welche ihrer Zimmer sehr altmodisch eingerichtet hatten. Bennington's Hinterzimmer jedoch schien eher nach dem Zimmer eines supermodernen Muggels auszuschauen, als nach einem Zimmer wie es die meisten Zauberer vorziehen würden. Harry setzte sich also auf den zugewiesenen Platz und schaute auf den Schreibtisch, auf dem eine graue, lange Pergamentrolle lag, daneben eine schwarze Feder ohne Tintenfass. Harry kannte diese Art von Feder. In seinem fünften Jahr in Hogwarts musste er schon mal mit solch einer Feder schreiben und zwar beim Nachsitzen in Professor Umbridge's Büro. Harry erschauderte.
"So Mr. Potter, Pergament und Feder liegen bereits für sie bereit, sie hätten ihre Tasche im Zimmer lassen können ... aber für's nächste Mal wissen Sie das ja jetzt.", flüsterte Professor Bennington bedrohlich leise und nahm danach vor Harry auf der anderen Seite des großen Schreibtisches platz. "Mr. Potter, ihre Aufgebe für heute Abend lautet Strafsätze schreiben bis sie sich eingeprägt haben. Bitte schreiben sie das Pergament mit folgendem Satz voll ... Ich darf bei Tests nicht abschreiben. Fangen Sie bitte an.", sagte Bennington ruhig und nahm danach ein Buch zu Hand.
Harry versuchte zu erkennen was Bennington las, doch alles was er von dem Buch erkennen konnte war ein schwarzer Ledereinband mit einem in rot eingeprägten T.R. um welches sich eine Schlange wand.
"Mr. Potter, anfangen habe ich gesagt.", meinte Bennington ohne auch nur einen Blick von dem Buch abzuwenden.
Harry nahm die Feder zur Hand und schaute auf seinen Handrücken. Von damals hatte er keine Narben zurückbehalten und somit hoffte er diesmal auch ohne davon zu kommen, denn Narben, welche den Satz "Ich darf bei Tests nicht abschreiben" in seinen Handrücken formten, sahen bestimmt nicht gerade vorbildlich aus.
Er setzte die Feder auf dem Pergament ab und fing an zu schreiben, immer und immer wieder den selben Satz, welcher sich gleichzeitig in seinen Handrücken ritzte.
Es klopfte an Bennington's Tür. Der Professor stand auf und öffnete die Tür, vor welcher Professor Sparrow stand und hektisch in das Studierzimmer spähte.
"Was ist Jack?", fragte Bennington und beäugte Harry missachtend, ob er denn auch noch fleißig weiter schrieb.
"Chester, ich muss dringend mit Ihnen reden.", meinte Sparrow auf seine komische Art und weise, welche an eine Mischung aus Schwul und Besoffen erinnerte.
"Okay. Potter, Sie warten hier bitte und schreiben weiter ... ich bin nur ein Zimmer weiter.", befahl Bennington und schloss die Tür zum Studierzimmer hinter sich.
Harry schrieb weiter, versuchte aber das Gespräche der beiden Lehrer mitzuverfolgen und er hatte Glück. Die beiden Professoren schienen direkt hinter der Tür stehen geblieben zu sein und somit verstand Harry ihr Gespräch nur all zu gut.
"Chester, ich habe eben eine Nachricht bekommen ... darin war geschrieben, dass wir unverzüglich nach Hogsmaede in den Eberkopf kommen sollen, da sich etwas in dem Ministerium getan haben soll und einer der Tod geglaubten Gegner wieder da sein soll, zwar ganz schwach, aber Black soll wieder in London sein.", meinte Sparrow beunruhigt.
Harry's Herz schien still zu stehen. Sprachen sie hier von Viola? Aber nein, dann wäre das ja keine Neuigkeit für sie, das sie sie ja schon am ersten Schultag hier gesehen hatten. Sie konnten nur Sirius meinen.
"Aber das ist unmöglich. Bellatrix hatte ihn doch durch den Bogen fallen sehen. Es hat noch nie jemand geschafft wieder aus den unendlichen Schleiern herauszutreten. Das ist unmöglich. Man kann nicht von den Toten wieder auferstehen.", sagte Bennington lautstark und schien mit der Faust auf eine der Schulbanken zu schlagen.
Harry schien wie versteinert. Sirius lebt, dachte er, Sirius lebt ... und schon hatte er den Satz aus versehen auf das Pergament geschrieben. "Scheiße!", flüsterte er leise und ließ ein wenig Blut von seiner Hand auf das Pergament tropfen, so dass es unleserlich wurde, doch das Blut versickerte in dem Papier und verschwand. Harry überschrieb den Satz einfach und machte weiter, lauschte aber nebenbei dem Gespräch.
"Ja, das habe ich auch immer gedacht ... doch dieser Black scheint das Unmögliche möglich zu machen, sogar aus Askaban war der alte Hund geflohen." Sparrow räusperte sich.
"In dem Brief stand unter anderem, dass wir Black von seiner Nichte und Harry fernhalten sollen. Sie sollen nicht wissen, dass er wieder - einigermaßen - lebt.", fügte er noch hinzu.
"Selbstverständlich, das wäre eine Katastrophe ... es ist besser wenn sie weiterhin glauben er sei Tod. Und wissen unsere Leute schon etwas Genaueres?", fragte Bennington.
"Nein, nur, dass in der Nähe der Winkelgasse letztens ein großer, schwarzer Hund gesehen wurde. Das Tier soll geschwächt und ausgemergelt gewirkt haben, wie tot. Bennington, das sagt doch alles. Das kann nur Black gewesen sein. Aber darum brauchen wir uns keine sorgen machen. Das Ministerium hat Auroren auf ihn angesetzt und Lucius ist auch auf der Suche nach ihm, zusammen mit Peter.", hörte Harry Professor Sparrow sagen.
Lucius und Peter kannte er nur zu gut. Sie waren zwei Todesser, welche Harry schon oft versuchte haben einen Strich durch die Rechnung zu machen, vor allem Peter Pettigrew hasste er aufs Tiefste, da dieser Mann seine Eltern an Voldemort verraten hatte.
Er schrieb fleißig weiter.
"Gut, gut ... dann werden sie ihn ja bald haben, hoffe ich mal. Wurden auch Dementoren ausgesandt um ihm einen netten kleinen Schmatzer zu verpassen?", fragte Bennington mit einem leicht amüsierten Unterton.
Am liebsten wäre Harry bei diesem Spruch aufgesprungen, aus dem Zimmer gestürmt und Bennington an den Hals gesprungen, doch er riss sich zusammen, denn mit zwei bewaffneten Todessern, wie Harry es vermutete, war nicht gerade gut Kirschenessen. Also schrieb er seine Strafsätze weiter.
"Sicherlich ... es wurde alles bedacht, bei dem Versuch Black zu stoppen und ... na ja, Sie können es sich ja denken Bennington. Aber alles zu seiner Zeit. Warum, wenn ich fragen darf, sitzt Potter bei Ihnen?", fragte Sparrow und Harry konnte seinen stechenden Blick sogar durch die Tür auf seinem Rücken spüren.
"Nachsitzen und Strafarbeiten. Er hatte heute bei einem Test versucht abzuschreiben."
Habe ich nicht, dachte Harry und schrieb weiter.
"Dieser Potter ist echt eine Plage, Sie sollten mal mit Snape über ihn reden. Sehr Amüsant.", meinte Bennington.
"Um alles genauer zu besprächen, Bennington, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie später noch in mein Büro kommen könnten.", sagte Sparrow.
"Sicher, wenn ich hier fertig bin komme ich.", sagte Bennington und öffnete wieder die Tür zu seinem Studierzimmer. Sein erster Blick viel auf Potter, danach auf das Pergament und die blutende Hand. Harry's Haut war auf dem Handrücken sichtlich gerötet und die Schnitte verheilten nur noch ganz langsam.
"Wie ich sehe, scheinen die Strafsätze langsam ihre Wirkung zu zeigen. Noch 50 mal Potter, dann können Sie von mir aus gehen.", meinte Bennington, schloss die Tür und nahm wieder auf seinem Ledersessel Platz und griff wieder nach dem Buch, welches er auch schon zuvor gelesen hatte.
Harry fragte sich immer noch was wohl darin geschrieben stand, doch etwas Neues schweifte ihm nun auch durch den Kopf. Sirius lebt! Er konnte kaum noch ordentlich seine Strafsätze schreiben, da ihn der Gedanke, dass Sirius lebt, gleichzeitig erfreute, schockte und beunruhigte. Was wenn die Todesser ihn fangen? Oder was wenn einer der Dementoren ihn erwischt? Harry graute es bei den Gedanken. Am liebsten war es ihm immer noch Sirius unentdeckt für jeden, außer für sich natürlich, zu lassen. Wenn er wieder oben im Gryffindorgemeinschaftsraum war, dachte er, würde er sofort einen Brief an seinen Paten schreiben. Hedwig würde ihn bestimmt finden.
"Gut Potter, Sie dürfen nun gehen.", meinte Bennington und schlug sein Buch zu, schaute sich Harry's Hand an.
Ohne ein Wort zu sagen stand Harry auf und eilte zum Gryffindorturm.
"Sirius.", flüsterte er immer wieder in Gedanken. Ab besten ist es, überlegte er, wenn ich es vorerst niemandem erzähle.
Ein Brief für Sirius
Ein Brief für Sirius
Harry kam im Gemeinschaftsraum an, schaute sich um.
"Echt enttäuschend.", meinte er, als er bemerkte, dass weder Ron noch ...
"Was ist enttäuschend?", fragte Viola auf einmal und erhob sich von der kleinen Couch vor dem Kamin.
... Viola auf ihn gewartet hatten. Letzteres jedoch musste er streichen. Harry warf einen Blick auf die Standuhr und schien leicht geschockt, als er feststellte, dass es bereits halbeins war.
"Danke, dass du gewartet hast, aber das wäre echt nicht nötig gewesen.", meinte Harry und setzte sich zu seiner Freundin auf das kleine Sofa.
"Du siehst aus als hätte dich jemand durch den Fleischwolf gedreht?", sagte Viola und schaute Harry danach fraglich an. "War irgend was Besonderes?"
"Nein.", log Harry und bekam sofort ein schlechtes Gewissen, denn eigentlich war schon etwas passiert und zwar etwas ganz unglaubliches. Eigentlich, dachte Harry, sollte sie es ja noch dringender wissen als er, denn immerhin war sie ja seine Nichte, aber Harry schwieg über die Sache mit Sirius.
"Harry, deine Hand, sie blutet ja.", meinte Viola geschockt, als sie das Blut aus Harry's Handrücken sickern sah. Sie brauchte nicht lange überlegen und sah in Gedanken eine schwarze Feder vor sich, welche alleine mit dem Blut des Schriftstellers schrieb. Ihr Vater hatte auch so eine besessen und sie immer damit schreiben lassen, wenn sie unartig gewesen war.
"Gib mal her.", sagte sie und griff danach vorsichtig nach Harry's verwundeter Hand.
"Hm, sehr tief, da lässt sich mit einem normalen Zauber nichts machen. Du solltest in den Krankenflügel gehen."
"Nein, den Gefallen tu ich Bennington nicht ... den Schmerz kann ich auch so ertragen, wird schon wieder abheilen.", meinte Harry leicht schnippisch und brachte Viola damit zum lachen.
"Ihr Männer müsst immer den Harten markieren was?", grinste sie und riss währenddessen ein Stück von ihrer weißen Bluse ab, verband damit Harry's Hand.
"Das wird wohl für's erste reichen.", lächelte sie und hauchte einen zarten Kuss auf den Verband. Harry musste nun auch lächeln und legte seinen nicht verletzten Arm um Viola.
"Das machen wir doch nur um euch zu imponieren.", grinste er und beugte sich zu Viola um sie zu küssen.
"Ach, sic-", doch der Kuss hackte ihren Protestspruch ab und ließ sie in seinen Armen dahinschmelzen. Viola schlang ebenfalls ihre Arme um Harry und erwiderte seinen verlangenden Kuss mit noch mehr Leidenschaft und Hingabe. Viola hatte das Gefühl ohnmächtig zu werden, doch ihr Körper wurde nur von tiefer Müdigkeit überrannt, so dass sie in Harry's Armen während des Kusses einschlief und erschlaffte.
Harry bettete sie auf das Sofa und stand auf, um an seine Tasche zu kommen, welche er neben einem der kleinen Tische abgestellt hatte. Er nahm sich ein Pergamentblatt, seine Feder und Tintenfass, setzte sich neben Viola auf einen Stuhl und fing an zu schreiben.
Sirius,
ich hatte jegliche Hoffnung aufgegeben, dass du noch am leben seiest, nachdem Dumbeldore mir die Geschichte über den Bogen mit den Schleiern erzählt hatte. Doch heute musste ich bei Professor Bennington (unser neuer Lehrer in Verwandlung) nachsitzen und Strafsätze schreiben, als Professor Sparrow rein kam und mit Bennington vor die Tür ging. Ihr Gespräch konnte ich aber trotzdem mithören. Sie sagten du würdest wieder in London sein und ... Sirius ich bin so froh, dass du wieder da bist!
Harry lief eine Träne über die Wange.
Ich habe wirklich geglaubt, du wärst für immer fort. Ich Idiot. Ich hätte wissen müssen, dass du nicht so einfach aufgibst und unterzukriegen bist.
Aber die beiden meinten auch, dass Lucius Malfoy und Peter Pettigrew nach dir suchen würden, genau wie das Ministerium für Zauberei es tut und die Dementoren. Sirius, pass bitte gut auf dich auf!
Unter anderem glaube ich, dass die beiden Lehrer Todesser sind und dabei fällt mir auch noch etwas anderes ein.
Sirius, ich habe deine Nichte Viola Slythery-Black kennen gelernt, da sie jetzt auch nach Hogwarts geht. Ich habe ihr aber noch nichts von dir erzählt. Ich will das erst mal geheim halten.
Auf jeden Fall meint Hermine, dass sie auch eine Todesserin sein könnte und nur vorgibt deine Nichte zu sein, aber ich glaube Hermine diese Geschichte nicht. Kannst du mir vielleicht mehr darüber sagen?
Und ... ich weiß ja nicht, ob es dich interessiert, aber ich habe mich in deine Nichte verliebt und wir sind ein Paar, doch momentan sollte ich eher etwas anderes schreiben.
Oh, ich glaube es kommt jemand, ich mach also mal Schluss und warte auf deine Antwort.
Harry
Schnell rollte Harry das Pergament zusammen und steckte es zusammen mit seiner Schreibfeder und dem Tintenfass zurück in seine Tasche.
Die Schritte wurden immer lauter und blieben letztendlich hinter dem Gemälde der fetten Dame stehen und verstummten.
Harry konnte das Gemälde nach dem Passwort fragen hören und jemand nannte eines, doch es war falsch und somit verweigerte die fette Dame den Einlass. Harry konnte nicht genau erkennen wer dort vor dem Gemälde sprach und nun anscheinend mit dem Bild über seinen Einlass diskutierte, doch die Stimme klang nicht nach einem anderen Schüler, sondern männlich und kam ihm ein wenig bekannt vor.
Mit einem lauten Fluchen machte sich die Person wieder davon und Harry schlich danach an das Gemälde und lauschte ob denn auch wirklich niemand mehr davor stand.
Erst als Harry sich wirklich sicher war, holte er das Pergament aus seiner Tasche, klappte das Gemälde zur Seite, trat heraus und lief hoch in die Eulerei, denn den Brief an Sirius wollte er so schnell wie möglich verschicken.
In der Eulerei war es ruhig und die meisten Eulen waren ausgeflogen um zu jagen. Harry hoffte, dass Hedwig schon wieder zurück war und schaute sich in dem dunklen Raum um, doch er erkannte nichts.
"Lumos.", flüsterte er und aus seinem Zauberstab trat ein Lichtstrahl, welcher den Raum erhellte.
Hedwig saß auf einem der Balken und pickte an einer toten Maus herum.
"Hedwig. Ich habe einen Brief für dich.", rief Harry seiner weißen Schneeeule zu und streckte seinen Arm nach ihr aus.
Hedwig schaute zu Harry hinab, spreizte ihre Flügel und drehte sich um, pickte genüsslich an ihrer Beute weiter. Hedwig sah es nicht ein ihr Fressen aufzugeben, nur weil sie einen Brief überbringen sollte.
"Hedwig bitte, das ist sehr wichtig. Hedwig.", zischte Harry und fuchtelte mit dem Brief in der Luft herum. "Bitte!"
Widerwillig drehte sich Hedwig wieder zu ihm, ließ ihre Beute fallen und kam zu ihm hinunter geflogen. Harry hielt ihr den Arm hin, doch sie nahm auf seiner Schulter platz und kniff ihm ins Ohr.
"Ist ja schon gut, ich weiß, dass es spät ist.", meinte er entschuldigend, als er seiner Eule den Brief an das Bein band.
"Ich weiß, es steht kein Name auf der Rolle, aber sie ist für Sirius, finde ihn und bringe ihm den Brief.", bat Harry Hedwig, welche mit einem schrillen Fiepen antwortete, ihre Flügel ausbreitete und mit einem Rauschen davonflog.
Harry wollte die Eulerei wieder verlassen, als plötzlich Filch's Katze an ihn herangeschlichen kam und ihn mit ihren leuchtenden Augen anstarrte, danach davoneilte.
"Mist. Der hat mir gerade noch gefehlt.", fluchte Harry und schaute sich nach einem Versteck um. Aber in der Eulerei zu bleiben war keine gute Entscheidung, da Filch sich hier bestimmt besser auskannte, als Harry es vermutete, also machte er sich auf den Weg zurück zum Gryffindorturm.
Immer auf der Hut schlich er von Statue zu Statue, von Säule zu Säule, immer bereit Filch hinter der nächsten Ecke in die Arme zu laufen.
"Nächstes mal sollte ich vorsichtshalber Daddy's alten Umhang mitnehmen.", flüsterte er, als er etwas hinter sich anschleichen hörte.
Schnell hastete er zu dem Gemälde der fetten Dame, hisste ihr das Passwort zu und verschwand so rasch wie möglich im Gemeinschaftsraum. Er wartete noch einen Moment, aber sein Verfolger schien aufgegeben zu haben.
Erleichtert schlenderte er in Richtung Jungenschlafsäle, doch als er Viola noch immer auf dem Sofa liegen sah machte er kehrt.
"Hier kann ich dich auch nicht liegen lassen.", gähnte er, als er Viola vorsichtig anhob und mit hoch in den Jungenschlafraum trug.
Die Auserwählten
Die Auserwählten
Alle Schüler erwachten am Morgen des 6.10 sehr früh, da sie sehr gespannt waren auf die Entscheidung des Feuerkelches, welche heute bekannt gegeben werden sollte.
Ron, Seamus und Neville waren schon gegen sieben Uhr morgens aufgestanden und hatten sich nach dem Waschen, Anziehen und Zähneputzen schon in der großen Hale zusammengefunden und diskutierten darüber ob es wohl Harry werden würde, welcher für Gryffindor antritt.
Viola gähnte und rieb sich die müden Augen. Sie wusste gar nicht wo sie sich befand, denn das letzte was sie wusste war, dass sie Harry im Gemeinschaftsraum geküsst hatte. Sie schaute sich um und erschrak als sie Harry neben sich liegen sah und feststellte, dass sie sich im Jungenschlafsaal befand.
Harry öffnete auch seine Augen und setzte sich aufrecht ins Bett. Die Decke glitt von seinem nackten Oberkörper und Viola erschauderte vor Begierde, als sie seinen perfekten Bauch und Brustkorb anschaute und Harry's Muskeln an jenen Stellen betrachtete.
"Du warst gestern Abend auf dem Sofa eingeschlafen und ... nun ja ... ich wollte dich da nicht liegen lassen.", gähnte Harry, bevor er Viola auf die Wange küsste und danach aufstand.
Viola's Blick glitt über seinen kräftigen Rücken hin zu seinem festen Hintern, welcher unter einem schwarzen Paar Boxershorts verborgen war.
"Hast du denn gut geschlafen?", fragte Harry, als er an den Kleiderschrank ging und nach passender Wochenendkleidung suchte.
"Ja.", murmelte Viola, als sie auch aufstand und feststellte, dass sie noch immer die Sachen von gestern trug. Wenigstens war er anständig und hat dich nicht ausgezogen, dachte Viola und ging danach zur Treppe.
"Wir sehen uns dann beim Frühstück.", sagte sie und verschwand.
Das Frühstück lief ab wie immer. Schüler diskutierten, verabredeten sich für später und zogen hemmungslos über Professor Snape, Bennington und Sparrow her, die wohl widerlichsten Lehrer, die Schüler je in Hogwarts gequält haben.
Dumbeldore erhob sich von seinem Stuhl und spähte über die Haustische der Schüler. Alle schienen anwesend zu sein und einige schauten schon zu ihm auf.
"Meine lieben Schüler.
Heute ist also endlich der Tag an welchem der Feuerkelch bekannt gibt, welche Schüler an dem Hausinternen Trimagischen Turnier teilnehmen werden. Wie die meisten von euch es schon bemerk haben stand der Kelch am heutigen Morgen nicht mehr in der Eingangshalle.
Der Schülerrat hat gestern Abend lange diskutier wann die Schüler genannt werden sollen und wir sind zu der Einigung gekommen, dass es heute beim Frühstück geschehen soll.
Minerva, wenn ich Sie bitten dürfte.", sagte Professor Dumbeldore und kurz danach trat Professor McConnogal mit dem Feuerkelch in den Händen ein und stellte ihn vor Dumbeldore auf dem Lehrertisch ab.
"Sobald der Kelch einen Namen freigegeben hat, bitte ich diesen an den Lehrertisch zu treten und dort auf das Ende der Auswahl zu warten.", sagte Dumbeldore und zog seinen Zauberstab.
Die Lichter in der großen Halle erloschen, nur noch die Kerzen warfen ihren blassen Schein auf die Tische.
Der Feuerkelch leuchtete gleißend blau auf und einige, vor allem die neueren Schüler, atmeten erschocken ein, als sich die Flammen des Kelchs aber wieder rot färbten, kam die Luft erleichtert wieder heraus.
Alle, sogar die Lehrer schauten wie gebannt auf den Kelch.
Funken sprühten und ein angekohltes Stück Pergament kam aus den Flammen geschossen. Dumbeldore schnappte es und faltete es auseinander. Die Farbe des Pergaments war grün und am Slytherintisch blieb den Bewerbern die Luft weg.
Dumbeldore las den Namen und wand sich danach zu Snape und den Slytherins.
"Der Teilnehmer von Slytherin lautet ... Draco Malfoy.", verkündete er und am Slytherintisch brach solch ein lautes Gejubel aus, dass man die Buhrufe der Gryffindors gar nicht mehr hörte.
Draco stand auf und ging langsam, mit erhobenem Kinn auf den Lehrertisch zu.
"Gut gemacht Draco. Ich wusste es.", grinste Snape siegessicher und reichte seinem Schützling die Hand. "Euer Vater wird sehr stolz sein, wenn er die Nachricht hört."
Wieder sprühte der Feuerkelch Funken und ein weiteres Pergament kam heraus schwebte über dem Kelch. Seine Farbe war rot.
"Harry, das ist für unser Haus. Wette du wirst es.", sagte Ron begeistert.
"Ja Ron, wir wissen es, aber insgeheim willst du doch, dass dein Name auf dem Papier steht.", meinte Hermine, worauf Ron's Wangen rosa anliefen.
"Erwischt.", grinste Ron und drückte sich danach beide Daumen.
"Und, was glaubst du?", fragte Viola Harry.
"Na ja, aus Erfahrung glaube ich, dass ich es werde, aber vielleicht kommt ja auch alles anders.", meinte Harry und starrte danach auf das Pergament in Dumbeldore's Händen.
Dumbeldore las den Namen und richtete sich danach an die gesamte Halle.
"Gryffindor's Teilnehmer ist ... Harry Potter.", lächelte Dumbeldore und zwinkerte Harry danach zu.
Viola war so glücklich für Harry, dass sie ihm um den Hals fiel und leidenschaftlich küsste, was den Beifall am Gryffindortisch nur noch verstärke. Nachdem Harry's Freunde ihm Beglückwünscht hatten stand auch er auf und kam an den Lehrertisch.
"Potter, Sie werden uns nicht enttäuschen.", lächelte Minerva McConnogal und strahlte übers ganze Gesicht.
Noch ein Pergament kam aus den Flammen geschossen und wieder griff Dumbeldore danach und faltete es aus. Die Farbe des Pergaments war gelb und auf ihm stand der Name für Huffelpuff.
"Der Teilnehmer für Huffelpuff ist James Baggins."
Die Schüler aus Huffelpuff schienen ganz aus dem Häuschen zu sein und kreischten teilweise so laut vor Freude, dass sich andere Schüler die Ohren zuhalten mussten.
James Baggins, ein stattlicher, gut aussehender Junge aus dem siebten Jahrgang stand auf und ging an den Lehrertisch.
"Jetzt fehlen nur noch wir.", flüsterte Cho ihrer Freundin Ann-Kathrin zu und schaute danach gespannt nach vorne.
Dumbeldore hielt bereits das blaue Pergament in seinen Händen und las den Namen, welcher auf dem Papier stand.
"Ann-Kathrin Fuchs.", verkündete er und das kleine, zierliche Ravenclawmädchen sprang erfreut auf und nahm ihre Freundin Cho in den Arm. Nachdem der Beifall der Ravenclaws abklang ging auch sie zügig an den Lehrertisch.
Die vier Auserwählten standen nun nebeneinander vor Dumbeldore und schauten zu ihrem jeweiligen Haustisch, von denen teilweise immer noch Applaus kam.
Der Feuerkelch erlosch.
"Ich bitte nun die vier Auserwählen in das Nebenzimmer zugehen, zusammen mit ihren betreuenden Lehrern. Für Slytherin Professor Snape, für Gryffindor Professor McConnogal, für Huffelpuff Professor Firenze und für Ravenclaw Professor Flitwick. Wenn ich Sie nun bitten dürfte.", sagte Dumbeldore fröhlich und die Lehrer machten sich zusammen mit den Schülern auf den Weg in das Nebenzimmer, in welches Harry auch schon einmal wegen einem Trimagischen Turnier hineingebeten worden war.
Dumbeldore wollte gerade die Tür hinter sich und den anderen schließen, als plötzlich ein erstauntes Ah durch die große Halle ging und alle Schüler fassungslos auf den Feuerkelch starrten.
Schwarze Flammen schossen aus ihm hervor, welche sich dunkellila und danach rot färbten.
Dumbeldore ging wie in Trance zurück und stellte sich vor den Feuerkelch, wartete auf ein weiteres Pergament.
Rote und goldene Funken sprühten aus dem Kelch und eine weitere, unerwartete Papierrolle schoss aus den Flammen und blieb einen Meter über dem Kelch stehen, schwebte in der Luft.
Leicht verwirrt griff Dumbeldore nach dem goldenen, silbrig glänzenden Pergament und entfaltete es. Ein grün, gleißendes Licht strahlte von der entfalteten Fläche Dumbeldore entgegen und eine rote Flüssigkeit tropfte auf seinen Umhang.
Sofort eilte Professor McConnogal auf Dumbeldore zu und schaute ihm über die Schulter.
"Aber das ist unmöglich.", keuchte sie, als sie die mit Blut geschriebenen Worte las.
Dumbeldore räusperte sich und drehte sich zu den Schülern.
"Viola Slythery-Black.", sagte er wie hypnotisiert und steckte danach das Pergament in seine Manteltasche.
Unglaubwürdiges und geschocktes Getuschel ging durch die Reihen und alle Schüler starrten Viola an.
"Ehm Viola, du solltest nach vorne zu den Auserwählten gehen.", flüsterte Ron ihr zu, doch Viola schien selbst so überrascht und geschockt, dass sie sich im Moment noch nicht bewegen konnte.
"Los!", meinte Hermine und gab ihr einen kleinen Tritt.
Viola stand auf und schlenderte, sich umschauend, auf den Lehrertisch zu. Sie konnte es einfach nicht glauben was soeben geschehen war.
Zusammen verschwanden die Schüler und Lehrer mit Dumbeldore in dem kleinen Büro.
Draco saß zusammen mit Snape auf einem kleinen Sofa, welches sehr alt aussah und an den Rändern Goldverzierungen hatte. Harry saß auf einem Stuhl und hinter ihm stand Professor McConnogal, welche Viola streng beäugte. Professor Firenze hatte sich auf dem Boden niedergelassen und neben ihm, auf einem Hocker, saß James Baggins. Er schaute Viola missachtend an und schien ein wenig eingeschnappt. Professor Flitwick, hingegen lächelte, genau so wie Ann-Kathrin Fuchs aus Ravenclaw, welche sich an dem länglichen Schreibtisch angelehnt hatte.
"Komm und setzt dich.", flüsterte Dumbeldore Viola zu, als er ihr eine Hand auf die Schulter legte und sie in eine freie Ecke zog. Er zog seinen Zauberstab, zauberte zwei Stühle für sich und Viola, auf denen sie dann auch platz nahmen.
"Meine lieben Schüler und Kollegen.
Wie bei dem vergangenen letzten Trimagischen Turnier ist diesmal wieder ein unerwartetes Phänomen aufgetreten. Genau wie damals haben wir einen Teilnehmer, in diesem Fall eine Teilnehmerin, mehr.
Ich hoffe doch, dass das für Sie kein Problem ist.", sagte Dumbeldore ruhig und schaute in die Runde. Keine Proteste kamen, nur Draco Malfoy erhob seine Stimme.
"Und für welches Haus tritt die bitte noch an? Denn wenn Gryffindor mit zwei Teilnehmern an den Start geht, wird Slytherin damit nicht einverstanden sein.", höhnte er, so dass Snape ihn ein wenig zügeln musste.
"Keine Sorge Malfoy, das habe ich auch nicht behauptet. Auf dem Pergament stand nämlich, dass Ihr mit Ihr zusammen arbeiten müsst.
Sie ist für Slytherin ausgewählt worden.", sagte Dumbeldore und reichte Snape danach das goldene Pergament, welcher es sofort wegsteckte.
Draco schien sichtlich verdutzt und verärgert. Er wollte nicht mit jemand anderes zusammen an dem Turnier teilnehmen, vor allem nicht mit einem Mädchen und schon gar nicht mit diesem. Seinem Vater würde diese Nachricht sicherlich nicht gefallen, denn ein Malfoy braucht keine Hilfe.
"Ah.", meinte er stumpf und warf Viola danach halb vernichtende, aber auch halb vernaschende Blicke zu.
Viola spürte natürlich wie Draco sie anstarrte, achtete aber nicht weiter auf ihn, sondern konzentrierte sich voll und ganz auf das was Dumbeldore zu sagen hatte.
"Also Slythery-Black, Potter, Malfoy, Baggins und Fuchs. Hören Sie mir bitte genau zu.
Ihre erste Aufgabe wird Ihnen am ersten November mitgeteilt. Die Aufgaben wurden natürlich von der Jury geprüft und für angemessen erklärt.
In der Jury, welche ihre Leistung beim Lösen der Aufgaben beurteilen werden, befinden sich vom Schülerrat auserwählte Lehrer, Eltern und Andere. Wenn ich bitten dürfte."
Die Tür zu dem Büro ging abermals auf und drei Männer betraten den Raum. Einer von ihnen war sehr groß, hatte langes, weißes Haar und trug einen schlanken, edlen Stab bei sich. Der zweite war auch recht groß, sah aber sehr mitgenommen aus und sein Umhang trug einige Flicken. Der letzte hatte einen kleinen Buckel, ein wild rotierendes Auge und einige große Narben im Gesicht.
Harry kannte die drei nur zu gut, obwohl er sich wünschte einen von ihnen nie begegnet zu sein. Er lächelte dem Mann in dem mit Flicken bestickten Umhang und den braunen Haaren zu. Der Mann erwiderte das Lächeln mit einem Nicken.
"Lucius Malfoy, Reamus Lupin, ehemaliger Professor dieser Schule, Mad-Eye Moody, Legolas Greenleaf, welcher heute leider verhindert ist und deshalb nicht anwesend sein kann, und ich bilden die Jury.", fuhr Dumbeldore fort.
"Unter anderem bitte ich die Teilnehmer ihre Aufgaben alleine zu lösen, da sich das holen von Hilfe strengstens verboten ist.
Ach ja und bitte lassen sie heute ihre Zauberstäbe hier. Mr. Ollivander wird später vorbeikommen und sie eichen, um zu sehen ob sie in einem guten Zustand für das Turnier sind." Dumbeldore entließ die Schüler, nachdem sie ihrem jeweiligen Betreuungslehrer ihren Zauberstab gegeben hatten, wies den Lehrern und der Jury aber an in dem Zimmer auf ihn zu warten.
Die Teilnehmer betraten wieder die große Halle und sofort waren alle Blicke nur noch auf sie gerichtet und alles schien die Luft anzuhalten.
"Ich hoffe ihr werdet eure Teilnehmer gut unterstützen. Harry Potter für Gryffindor, Ann-Kathrin Fuchs für Ravenclaw, James Baggins für Huffelpuff und Draco Malfoy zusammen mit Viola Slythery-Black für Slytherin.
Der Unterricht fällt auf Absprache von mir und Professor McConnogal heute aus.", verkündete Dumbeldore und lauter Beifall und Gejubel hallte ihm entgegen. Zufrieden ging er wieder in das Büro zurück um noch letzte Feinheiten mit den Lehrern und der Jury zu besprechen.
Feste und andere Unannehmlichkeiten
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Der Ball
Der Ball
"Möchtest du tanzen?", fragte Viola Harry mit einem charmanten Lächeln, da er schon seit einer Stunde nur nervös von einem auf den anderen Fuß hin und her getrappelt war. Eigentlich fand sie das ja auch recht niedlich, doch dies war ein Ball und auf Bällen pflegte man es nun mal auch zu tanzen.
Leicht ertappt schaute er sie an, nahm ihre hingestreckte Hand. "Sicher, gerne doch.", antwortete er und führte sie auf die Tanzfläche, wo sich auch andere Paare zu den klassischen Klängen mittelalterlicher Musik bewegten. Albus tanzte zusammen mit Minerva, welche ein dunkelrotes Samtkleid trug, Ron tanzte zusammen mit Hermine, die ihn anständig verbessern musste.
"Ron, das war schon wieder mein Fuß, du solltest aufpassen wo du hintrittst...", grummelte sie leise und wies ihn zurecht.
Viola und Harry welche gerade an den beiden vorbeitanzten mussten leise kichern. "Die beiden find ich echt niedlich...auch wenn ich Hermine nicht sonderlich mag.", grinste sie Harry zu, welcher im Gegensatz zu Ron ein göttlicher Tänzer war.
"Ja...ich glaube die beiden sind schon seit ihrem ersten Jahr in Hogwarts heimlich ineinander verliebt, nur leider scheinen sie es selbst bis jetzt noch nicht gemerkt zu haben.", meinte er und schaute flüchtig zu den beiden rüber. Ron sah recht hilflos aus.
"Das wird wohl so sein...aber sie agieren wie ein altes Ehepaar.", fügte Viola mit einem Lächeln hinzu. "Und du und ich... wir sind...", doch ihr fielen nicht die Richtigen Worte ein um ihre und Harrys Situation zu beschreiben. Irgendwie schon komisch, dachte sie, ich bin leicht verliebt, aber auf eine komisch Art und Weise ist er nur ein Freund für mich, ein guter Kumpel mit dem man alles anstellen kann. Sie lächelte.
"...frisch verliebt?", fragte er und legte seine Stirn an die ihre, schaute ihr dabei tief und liebevoll in die Augen.
Ein Schauer schlich langsam über ihren Rücken und breitete sich in ihrem Bauch aus. "Ja...so kann man das sagen... Harry...", hauchte sie und schloss ihre Augen, genau wie Harry, welcher seine Lippen zu den ihren führte und sie zärtlich küsste.
"Jetzt schau sich das doch mal einer an!", fluchte Draco während dessen und deutete in Harry und Violas Richtung. "Sie passt gar nicht zu dem...sie passt viel besser...zu mir!", fügte er recht besessen hinzu, während er Harry versuchte mit einem vernichtenden Blick zu töten, qualvoll zu töten versteht sich.
"Ja du hast vollkommen recht...", stimmten Florian, Grabbe und Goyle zu, welche zusätzlich auch noch energisch nickten.
"Draco...ich glaube es liegt eher daran, weil sie Potters Freundin ist und du sie nie im leben haben wirst...du wolltest schon immer alles haben was dir nicht gehörte.", sagte ein Mädchen mit langen dunkelbraunen Haaren und einem blonden Pony. Sie stand mit verschränkten Armen vor ihm und sah ihn leicht herausfordernd an.
"Sari Manion...die Rächerin Slytherins.", stöhnte er leicht genervt und deute ihr an sich neben ihn zu setzen. "Sag mal...was geht dich eigentlich diese Angelegenheit an?", fragte er sie, nachdem sie platz genommen hatte und ihn anschaute.
"Nun ja, ich habe sie beobachtet, genau wie dich und ich habe nicht das Gefühl, dass sie dich gern hat Draco. Also gib es auf.", meinte sie und schaute ihn ein wenig tadelnd an. "Ich sage dir das als Freundin und den Rat einer guten Freundin sollte man immer respektieren.", fügte sie hinzu, wobei ihre silber-grauen Augen leicht funkelten.
"Jaja...ist ja gut..." Er machte eine verwerfliche Geste mit den Händen und schaute sich dann um. "Wer ist das eigentlich?", fragte er abwertend, als er Mandy zusammen mit einem recht bleichen und schwarzhaarigen Jungen tanzen sah. Sie schien sich recht gut mit ihm zu verstehen und es sah so aus als würden sich die beiden schon seit einer Ewigkeit kennen.
"ich weiß es nicht, aber seit dem Hogsmeadwochenende habe ich ihn schon öfters an der Schule gesehen. Ich glaube er ist ein Schüler...", sagte Sari allwissend und stand auf, reichte Draco die Hand. "Komm, lass uns tanzen, ich denke das lenkt dich ab."
Er stand lustlos auf, nahm ihre Hand, woraufhin sie ihn freundlich und aufmunternd anlächelte. "Ja ist ja schon gut... ich werde mich jetzt ablenken.", grinste er und ging mit ihr tanzen.
"Chester?", hörte Bennington plötzlich die Stimme von Professor Sparrow dicht an seinem Ohr flüstern. Er drehte sich um und schaute den anderen mit einer Mischung aus Erwartung und leichtem Entsetzen an.
"Ich muss dringend mit dir reden.", drängte Sparrow und zog Bennington an seinem Festumhang von den anderen Lehren und auch Jurymitgliedern des Trimagischen Turniers weg.
"Was ist denn bitte so wichtig, dass du mich hier sprechen willst Jack?", fragte Bennington sichtlich nervös, während er sich zu allen Seiten umschaute. Als er jedoch seinen Blick an Lucius entlang gleiten ließ sah er, dass dieser ihn strafend anschaute und dessen Lippen ein "nicht hier" formten. Er nickte.
"Es ist ganz dringend... du-weißt-schon-wer hat ein neues Treffen angesetzt... und deswegen muss ich mit dir sprechen.", meinte er und versuchte Bennington noch ein wenig weiter von den anderen wegzuziehen.
"Hör auf damit!", fauchte Chester leise und schlug nach Jacks Hand. "Weißt du wie auffällig das wäre, wenn wir genau jetzt verschwinden würden für ein kleines Pläuschchen, welches wir auch noch später halten können!", sagte er recht verärgert und wollte zu den anderen zurückgehen, doch er wurde von Sparrow festgehalten.
"Der dunkle Lord sagt, dass einer seiner Untertanen ein Ordensspion ist und uns schon seit einer ganzen Zeit belauscht, beobachtet und verrät... einer der Todesser hat uns verraten!", flüsterte Sparrow ängstlich. "Der dunkle Lord ist darüber dermaßen erbost, dass er einfach so einen seiner Untertanen umgebracht hat, und so lange wir nicht wissen wer es ist hat er uns alle im Auge... außer Lucius und seinen Giftmischer natürlich... sogar dich und mich verdächtigt er des Verrats!" Sparrow schien die pure Angst ins Gesicht geschrieben zu sein und sofern sich Bennington nicht versah schien sein Freund Jack sogar leicht zu zittern.
"Okay...wir können später gerne eher gehen, aber noch nicht jetzt! Das wäre zu auffällig.", sagte er endgültig und ging dann zurück zu Lucius, welcher ihn mit einen recht herablassenden Blick bedachte.
Der Abend war nun schon halb verstrichen, doch noch immer waren alle fröhlich am Tanzen, Plauschen und einige Schüler, zu denen auch Ron gehörte, machten sich immer wieder über das Buffet her.
"Mr. Weasly, Miss Granger ...kann ich Sie bitten mit mir zu kommen?", fragte Albus Dumbeldore die beiden, als sie gerade eine Pause einlegten. Ein leicht amüsiertes Lächeln konnte Albus sich jedoch nicht verkneifen, da Ron mit seinem vollen Mund aussah wie ein kleiner pummeliger, wohlgenährter Hamster.
"Ja natürlich.", sagte er, nachdem er runtergeschluckt hatte und Hermines Ellenbogen in seinen Rippen spürte. Ein wenig mulmig war ihm schon zumute, denn er wusste nicht weshalb Albus mit ihm und Hermine reden wollte. Haben wir etwa was angestellt, fragte er sich die ganze Zeit.
"Miss Granger...wenn sie doch so freundlich wären und auch Mr. Potter bescheid geben würden...dann wäre ich ihnen sehr verbunden.", lächelte Albus gut gelaunt und drehte sich dann schon zum Gehen um.
Hermine eilte auf die Tanzfläche und suchte unter den tanzenden Paaren Viola und Harry, was sich als recht schwer erwies, doch schon nach kurzer Zeit hatte sie die beiden gefunden und tippte Harry vorsichtig auf der Schulter an. "Hey Harry, Professor Dumbeldore möchte mit uns, dir, mir und Ron, reden ... und ich glaube er meinte sofort.", fügte sie noch hinzu, da Harry nicht gerade so aussah, als hätte er da nun Lust zu.
"Nun denn...wenn es denn so dringend ist...", sagte er und schaute Hermine dabei ein wenig leicht genervt an. "Tut mir leid...aber so ist das nun mal wenn man ein Harry Potter ist.", grinste er Viola zu und gab ihr danach einen Kuss auf die Stirn.
"Ja...scheint wohl so...", murmelte sie ein wenig enttäuscht und ging dann zu den Stühlen wo sie ein Ravenclawmädchen von heute Abend wieder erkannte. "Na Ann-Kathrin.", lächelte sie freundlich. "Ich darf mich doch zu dir setzen, oder?"
"Ja aber sicher doch!", grinste Kathrin und rückte ein Stück zur Seite, so das Viola neben ihr an dem kleinen, runden Tisch platz nehmen konnte. "Du kannst gut tanzen, genau wie Harry.", lächelte sie.
"Danke...aber eigentlich kann ich gar nicht tanzen...es ist nur so, dass Harry verdammt gut führen kann.", meinte sie und schaute nun all den anderen beim Tanzen zu. "Warum tanzt du eigentlich nicht? Zumindest hab ich dich noch nicht tanzen gesehen.", stellte Viola fest und strich sich eine lange, blonde Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Hm, das liegt daran, weil ich wirklich nicht, definitiv nicht tanzen kann." Sie musste leise lachen und grinste dann breit. "Ich bin aber nicht die einzige, die den ganzen Abend noch nicht einmal das Tanzbein geschwungen hat. Unser ehemaliger Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste hat auch bis jetzt nur in der Ecke gestanden und sich ab und zu mit den Lehrern unterhalten.", meinte sie und nickte in Remus Lupins Richtung.
"Ich dachte er wäre nur Yurimitglied beim Trimagischen Turnier, aber dass er mal Lehrer war wusste ich nicht.", sagte sie und verglich nun ihn mit dem jetzigen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Da liegen ja Welten zwischen, dachte sie nur und grinste leicht, als sie sah, dass Sparrow sich mit der Bowle bekleckert hatte.
"Ja...ich hatte ihn im dritten Jahr als Lehrer, er war der beste den wir jemals in dem Fach abbekommen hatten, doch leider hat er aus unerklärlichen Gründen seine Kündigung eingereicht. Hm, na ja, echt schade.", meinte sie nur und sah dann auch zu Professor Sparrow. Leicht deprimiert schüttelte sie den Kopf.
"Irgendwie tut er mir ja leid...ich meine schau doch mal genau ihn.", sagte Viola und beobachtete genau Remus' Gesichtszüge.
"Was?!", prustete Kathrin ihr Getränk über den Tisch. Sie schaute Viola total unmissverständlich an. "Wie kann die Professor, ich-bin-so-schwul, Sparrow nur leid tun, der ist ein Arschloch!", meinte sie leicht entsetzt.
"Ach von dem rede ich doch gar nicht.", sagte sie und deute zu Remus Lupin, welcher alleine an eine Säule gelehnt stand und an seinem Drink nippte. "Schau ihn doch mal genau an, die müden, traurigen Augen, die langen Narben in seinem Gesicht. Ich hab das Gefühl, dass er ein recht einsamer Mensch ist." Nachdenklich schaute sie ihn weiterhin an, Kathrin jedoch grinste breit.
"Na dann ab mit dir!", lachte sie und schubste Viola in seine Richtung. "Dann tanz doch mit ihm, dann ist er nicht mehr so alleine.", sagte sie mit einem breiten Grinsen und gab ihr mit einer scheuchenden Bewegung zu verstehen zu ihm zu gehen.
"Aber...", wollte Viola protestieren, doch als Kathrin dann aufstand und ihr erneut einen Schubs in seine Richtung gab, unterbrach sie ihren Protestversuch und ging auf ihn zu. Na toll, ging es ihr durch den Kopf, jetzt kannst du nicht mehr umkehren...er hat dich gesehen.
Mit einem freundlichen und außerordentlich warmen Lächeln schaute er sie an, während er sich von der Säule abstieß und zwei Schritte auf sie zumachte.
"Ich hab Sie hier schon die ganze Zeit stehen gesehen und mir gedacht ... nun ja... möchten Sie vielleicht tanzen Sir Lupin?", fragte sie und war dabei recht überrascht, wie gut sie ihre Nervosität doch unterdrücken konnte.
Er schaute sich um und lächelte sie dann wieder an. "Nun ja, ich denke da haben Sie recht.", stimmte er zu und stellte auf einem nahe gelegenen Tisch sein Glas ab. "Von mir aus können wir gerne tanzen, ich denke es wäre mal eine nette kleine Abwechslung." Er hielt ihr den Arm hin und lächelte.
"Okay...", sagte sie freundlich und harkte bei ihm ein, ging mit ihm auf die Tanzfläche.
Als sie unter der tanzenden Menge standen lächelte er zuversichtlich, während er eine Hand auf ihre Hüfte legte und mit der anderen die ihre nahm.
"Eigentlich kann ich nicht tanzen...", grinste sie, als sie ihre andere hand auf seine Schulter legte.
"Ich auch nicht wirklich.", sagte er mit dem Anflug eines Grinsens. "Wird schon schief gehen.", fügte er hinzu, als sie anfingen zu einem Walzer zu tanzen.
In Dumbledores Büro
In Dumbledores Büro
Mit einem unwohlen Gefühl im Magen und einem schlechten Gewissen machten sich Harry, Ron und Hermine hinter Dumbledore auf den Weg zu dessen Büro. Ron fragte sich den ganzen Weg über was er nur angestellt hatte, Harry vermutete, dass etwas mit Sirius war und Hermine glaubte, dass irgendetwas schlimmes passiert war, doch keiner der drei lag wirklich richtig, denn Dumbledore hatte ein wenig andere Absichten.
An der großen Greifstatue angekommen zog Albus seinen Zauberstab, wedelte ihn leicht kreisförmig und flüsterte einen magischen Spruch, welchen Harry versuchte heraus zu hören, es jedoch nicht schaffte. Warum, fragte Harry sich, hatten sie das Geheimwort durch einen Zauberspruch abgewechselt? Nun gut, das Geheimwort kannte nach dem halben Schuljahr fast jeder und in letzter Zeit waren die Todesser auch wieder recht aktiv, doch war eine solche Maßnahme wirklich nötig?
"Folgt mir...", sagte Albus dann recht freundlich, so wie er immer war und betrat die Stufen als erster.
"Was wir wohl angestellt haben?", fragte Ron Harry und Hermine leise, mahlte sich schon die schlimmsten Strafen aus.
"Gar nichts... das du aber auch immer gleich so etwas denken musst.", zischte Hermine ihm zu, so dass Harry leise kichern musste. Das war natürlich mal wieder typisch für Hermine und Ron gewesen sich anzukeifen, doch ohne diese kleinen Sticheleien waren sie vermutlich nicht glücklich, zumindest glaubte Harry das.
"Ihr könnt hier platz nehmen.", sagte Dumbledore, nachdem er zwei weitere Stühle vor seinen Schreibtisch gezaubert hatte und selbst in seinem großen Stuhl hinter dem Schreibtisch nieder ließ. Über seine Brillengläser hinweg musterte er Ron und Hermine, aber vor allem Harry, welcher sich als letzter gesetzt hatte.
"Über was ich mit euch reden wollte... in den Schlafräumen der Gryffindors ist während des Festes eingebrochen worden und... hauptsächlich sind dabei eure Sachen durchsucht worden. Ich selber habe mich dort natürlich auch umgeschaut und im Gegensatz zu Filch ist mir aufgefallen welche Gegenstände gefehlt haben.", meinte Albus und schaute nun alle drei prüfend an. "Einmal fehlt dein Umhang Harry und die gewisse Karte der Rumtreiber ist auch nicht da gewesen.", fügte er dann hinzu und sah Harry an, welcher nun doch recht vor den Kopf gestoßen in dem Büro saß.
"Nun ja, dann fehlte dein Zauberstab Ron und Hermine, bei dir fehlten einige deiner Bücher, hauptsächlich die über Tränke und Flüche.", sagte Dumbledore dann noch ganz ruhig und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, schaute nun wieder alle drei an.
"Aber wer sollte so etwas tun?", fragte Ron sofort, da die anderen beiden nicht wirklich zum Sprechen in der Lage waren. Hermine betrauerte viel zu sehr den Verlust ihrer geliebten Bücher und Harry konnte es einfach nicht fassen, dass jemand ihm die einzigen Dinge gestohlen hatten, welche ihn mit seinem Vater persönlich verbunden hatten.
"Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt und die einzige Antwort die mir bleibt ist ein Todesser, oder der dunkle Lord selber... und wenn er deinen Umhang und die Karte des Rumtreibers hat... dann sind das zwei sehr wirksame Waffen für Voldemort. So weiß er immer wann und wo du dich in der Schule befindest Harry und mit dem Umhang kann jeder ungesehen in das Schloss kommen.", meinte Dumbledore.
"Und was sollen wir jetzt tun?", fragte Hermine dann und schein recht verzweifelt, vor allem bei der Vorstellung, dass Voldemort die Sachen gestohlen haben könnte.
"Vorsichtig sein und ein Auge auf alles verdächtige haben.", sagte Albus dann und ließ seinen Blick von Ron zu Hermine wandern und von Hermine letztendlich zu Harry, welcher noch immer recht schweigsam auf dem Stuhl saß.
"Das macht aber alles keinen Sinn... was sollte Voldemort mit dem Zauberstab von Ron wollen, er hat doch einen eigenen und was soll er mit Büchern anfangen von denen er vermutlich jeden Zauberspruch in und auswendig kennt. Warum sollte er diese Sachen brauchen?", fragte Harry dann und stand auf, schaute seine beiden Freunde und den Schulleiter an, doch das war noch nicht alles. "Was wenn wer anders hier drin war und die Sachen geklaut hat, irgendwer, der nicht zu Voldemort gehört.", meinte er.
"Harry... das haben wir Lehrer uns auch schon überlegt, doch wir sind auf keinen anderen Entschluss gekommen, als auf den, dass einer der Todesser die Sachen gestohlen hat. Vielleicht haben Rons Zauberstab und Hermines Bücher ja eine Bedeutung für Voldemort.", sagte Dumbeldore und wie immer zuckte Ron bei dem Klang des Namens vom dunklen Lord zusammen, so dass Hermine ihn strafend anschaute, denn sie selbst hatte es sich erfolgreich abtrainiert zusammen zu zucken und es sogar geschafft selber seinen Namen auszusprechen.
"Ich...", wollte Harry anfangen, doch dann unterbrach er sich selbst, denn nun von Sirius zu sprechen war nicht grade sinnvoll. Harry vermutete nämlich, dass Sirius sich die Sachen "geborgt" hatte, da er diese Dinge auch nützlich verwenden konnte.
"Ja Harry?", fragte Dumbledore dann und schaute Harry musternd und neugierig an, doch über Harrys Lippen kam kein weiterer Ton. Er schwieg und versuchte Albus' Blicken auszuweichen.
"Gut, wenn du dann nichts mehr zu sagen hast... im Übrigen hab ich eure Sachen wieder hergerichtet, so dass man nichts mehr von der Verwüstung erkennt und ich habe Bannzauber über den Gryffindorturm gelegt, so dass ungebetene Gäste und Feinde ihn nicht mehr betreten können.", sagte Dumbledore dann noch ganz zu Rons Beruhigung, denn man konnte ihm genau ansehen, dass ihm mit diesem Satz ein gewaltiger Stein vom Herzen gefallen war.
"Wenn ihr möchtet könnt ihr jetzt wieder auf den Ball gehen und noch ein wenig feiern, aber wenn ihr möchtet könnt ihr auch auf eure Zimmer gehen." Mit diesen Worten stand Albus dann auf und begab sich die kleine leicht gewendelte Treppe hinauf zu seinen alten Büchern und um später auch noch die Gemälde der verstorbenen Schulleiter zu befragen und sich von ihnen Rat zu holen.
"Kommt...", murmelte Hermine dann, als sie Harry und Ron bei den Armen packte und sie hinter sich aus dem Büro zog, die Tür hinter sich und den zwei Jungs schloss.
"Ich kann das alles nicht glauben. Wie sollen Todesser nur in die Schule gekommen sein... oder erst der-dessen-Name-nicht-genannt-wird.", sagte Ron, nachdem sie unten im Flur waren und sich auf den Weg zum Gryffindorturm machten.
"Na das ist doch ganz einfach... indem wir schon Todesser an der Schule haben... ich sage nur Professor Snape, aber da ja auch jemand im Mädchenschlafsaal war, kann er das nicht gewesen sein, da bleibt ja nur eine Person über und zwar diese Slythery-Black... die war es ganz bestimmt!", meinte Hermine sofort und hob selbstsicher ihr Kinn.
Harry jedoch verdrehte nur genervt die Augen. "Sie war die ganze Zeit bei mir... Hermine, lass sie doch endlich mal in ruhe.", sagte er ein wenig gereizt und bekam von Ron ein unterstützendes Nicken.
"Ich glaube auch nicht, dass sie es war, denn wie Harry schon sagt... sie war den ganzen Abend bei den anderen auf dem Ball, die meiste Zeit sogar bei Harry.", meinte Ron und gestikulierte wild mit den Händen vor Hermines Nase herum. "Wenn du mich fragst war das Snape... der war nämlich nicht den ganzen Abend anwesend.", fügte er noch rechthaberisch hinzu.
"Ach Ron... und auch Harry... wenn ich euch doch nur beweisen könnte, dass mit dieser Slythery-Black etwas nicht stimmt, dann gäbe es diese Diskussion jetzt erst gar nicht, da ihr sofort meiner Meinung wärt.", sagte Hermine leicht schnippisch und verschränkte ihre Arme vor der Brust, beschleunigte ihren Schritt. "Ihr seid doch nur von ihrem Rennbesen geblendet und von ihrem hübschen auftreten, aber glaubt mir... dahinter verbirgt sich was ganz abscheuliches.", fügte sie noch recht selbstsicher hinzu.
"Du bist doch nur neidisch auf sie.", meinte Harry dann.
"Neidisch?! Auf die? Auf einen Todesser?", fragte sie ein wenig hysterisch, kam dann aber jedoch schnell wieder zur ruhe, als sie bemerkte, dass sie die Kontrolle über sich verlor. Tief durchatmend sprach sie dann weiter. "Nein, ich bin nicht neidisch wenn du das meinst ... und... was wolltest du eigentlich bei Albus im Büro sagen, als du dann plötzlich geschwiegen hast?", fragte sie nun und schaute Harry mit großen Augen an, auch Ron schaute nun fragend.
Harry fühlte sich leicht vor den Kopf gestoßen und zögerte kurz, bevor er es dann doch aussprach. "Ich glaube Sirius hat sich die Sachen geholt."
Schweigen.