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Zufall mit Ansage

Domino war an diesem Samstag wieder sehr lebendig. Menschen schoben sich durch die Strassen, Neonlichter flackerten schon am Nachmittag und irgendwo zwischen all dem Lärm stand Yami Atemu hinter einem Tresen seiner Bar und polierte ein Glas, das längst sauber war.
 

„Du bist schon wieder in deinen Gedanken versunken.“
 

Bakura hing wie immer halb über dem Tresen und grinste Yami schief an.
 

„Ich denke nur nach“, entgegnete Yami trocken, ohne aufzusehen.
 

„Nein, du langweilst dich!“ Bakura beugte sich vor. „Also kommst du jetzt mit mir.“
 

Yami hob eine Augenbraue. „Wohin?“
 

„Überraschung.“
 

Yami seufzte lautstark, innerlich bereits stumm zugestimmt, da er sowieso noch nicht öffnete und noch Zeit hatte.
 

„Klingt nach einer schlechten Idee, aber dann los.“
 

„Das ist es auch“, entgegnete Bakura nur lachend.
 

Yami grinste leicht. Genau deshalb stand er fünf Minuten später draussen, zog sich seine Jacke über und folgte Bakura durch die belebten Strassen von Domino.
 

Ein paar Viertel weiter änderte sich die Atmosphäre. Weniger Bars, weniger Lärm. Dafür kleinere Läden, vertrauter, fast… gemütlich.
 

„Hier?“, fragte Yami skeptisch. Das war bisher keine Gegend in der Yami sich besonders oft aufhielt.
 

Bakura blieb vor einem Laden stehen, dessen Schaufenster vollgestellt waren mit Konsolen, Spielen und Figuren. Man sollte wissen, dass Yami schon immer eine Schwäche für Spiele hatte.

Das wusste Bakura.
 

„Vertrau mir.“
 

Yami musterte das Schild, dann die Auslage. „Neueste Release. Limitierte Editionen. Das sind Sachen, die teilweise noch nicht mal offiziell draussen sein sollten.“, murmelte Yami leise vor sich hin.
 

„Okay… Das ist interessant.“
 

Bakura grinste nur auf diese Aussage und stiess zufrieden die Tür auf.
 

Drinnen roch es nach Plastik, Papier und diesem ganz eigenen Duft von Technik und Nostalgie.

Regale reihten sich dicht an dicht, voll mit Spielen aller Generationen. Klassiker neben Neuerscheinungen, limitierte Editionen neben älteren Konsolen.
 

Und alles wirkte…aktuell. Zu aktuell…
 

Yamis Blick glitt über ein Spiel, das er erst vor ein paar Tagen in der Bar jemanden hatte erwähnen hören. Offiziell noch nicht mal draussen. Seine Augen verengten sich leicht.

„Okay…“, murmelte er leise. „Jetzt bin ich interessiert.“

Neben ihm zuckte Bakura mit den Schultern. „Hab ich doch gesagt.“
 

Sein Blick war weitergewandert. Zum Tresen und blieb dort hängen.
 

Yami blieb stehen.
 

Für einen Moment vergass er komplett, warum er überhaupt hier war.
 

Der Junge hinter dem Tresen war etwas kleiner als er. Schlank mit grossen, violetten Augen, die sofort aufblickten als die Türglocke klingelte. Ein freundliches Lächeln schlich sich in das Gesicht des Verkäufers.
 

Und genau da passierte es.
 

Diese Augen.
 

Scheisse.
 

Yami hatte schon viele Menschen gesehen, viele schöne Menschen. Er arbeitete in einer Bar, das gehörte quasi zum Job.

Aber das hier… war anders.

Warm. Wach. Und irgendwie… gefährlich charmant.
 

„Willkommen! Wie kann ich euch behilflich sein?“
 

Die Stimme passte perfekt dazu. Freundlich, warm und leicht verspielt. Yamis Blick wanderte auf das Namensschild. Yugi Muto.
 

Yami sagte nichts. Was ungewöhnlich war. Sehr ungewöhnlich.
 

Yugi bemerkte es sofort. Der Grössere stand einfach wie angewurzelt da, als hätte man ihm die Fähigkeit genommen sich zu bewegen oder gar etwas zu sagen. Seine Rot-Violetten Augen fixierten ihn auf eine Weise, die…auffiel.
 

Nicht unangenehm. Eher Intensiv.
 

Und ehrlich gesagt?
 

Ein kleines bisschen Schmeichelhaft.
 

Yugi lächelte und legte den Kopf etwas schief.
 

„Oder wollt ihr euch einfach nur umsehen? Das ist auch erlaubt.“
 

Jetzt reagierte der Fremde endlich. Ein kaum sichtbares Grinsen zuckte über seine Lippen.
 

„Vielleicht beides.“ Die Stimme, ruhig, tief und selbstbewusst.
 

Bakura lehnte sich zu Yami und murmelte: „Du sabberst gleich.“

„Halt die Klappe“, kam es sofort zurück, leise genug, dass es niemand sonst hörte.
 

Yugi tat so als hätte er nichts bemerkt.
 

Tat er aber.
 

Absolut.
 

„Neu hier?“
 

„In dem Laden? Ja.“
 

„In der Gegend?“, fügte Yugi schmunzelnd hinzu.
 

Yami zögerte einen Moment. „Nicht oft hier.“
 

„Dann solltest du öfter kommen“, sagte Yugi ganz selbstverständlich.
 

Und genau da traf es. Direkt. Ohne Umweg.
 

Yami blinzelte kurz, nicht weil er unsicher war. Sondern weil er überrascht war. Der Kleine war nicht nur freundlich. Er war frech.

Und das gefiel ihm.

Zu sehr.
 

„Sollte ich wohl.“

Für einen Moment hielten sie den Blickkontakt.
 

„Wenn ihr etwas Bestimmtes sucht, sagt einfach Bescheid“, meinte Yugi und stützte sich locker auf den Tresen. „Wir haben meistens… ein bisschen mehr als andere Läden.
 

„Das hab ich gesehen“, antwortete Yami, trat näher und liess seinen Blick kurz durch den Laden schweifen, bevor er wieder bei Yugi landete. „Ihr habt Sachen hier… die man sonst nicht so leicht bekommt“, fügte er hinzu.
 

„Kommt vor.“, sagte Yugi als wäre es Glück, doch dahinter verbarg sich mehr.
 

„Kommt vor klingt nach Ausrede“, kam es von Yami zurück.
 

Da war sie also - die Selbstsicherheit.

Yugi musste sich ein Schmunzeln verkneifen.
 

„Oder nach Erfahrung.“ Yugi machte eine kurze Pause und fügte dann hinzu: „Mein Grossvater führt den Laden schon sehr lange.“
 

Wie auf Kommando raschelte es im hinteren Bereich.
 

„Und er hat ein verdammt gutes Gespür!“, erklang die selbstüberzeugte, ältere Stimme im Nebenraum. Yugi drehte leicht den Kopf.

„Perfektes Timing, Opa.“
 

Salomon Muto trat hinter dem Vorhang hervor, wische sich die Hände an einem Tuch ab und musterte die neue Kundschaft mit einem warmen, aber wachen Blick.
 

„Neue Gesichter sind immer willkommen“, sagte er freundlich. Dabei musterte er kurz Yami mit einem interessierten Blick und lächelte dann.
 

„Yugi kennt sich am besten mit den neuen Sachen aus.“
 

Yugi winkte leicht ab. „Ich beschäftige mich viel damit:“
 

Das war nicht gelogen. Aber auch nicht die ganze Wahrheit.
 

Yami verschränkte die Arme locker vor der Brust. „Sieht eher so aus als würdet ihr vor allen anderen zuerst dran kommen.

Weniger eine Frage, eher eine Feststellung.
 

Yugi sah ihn direkt an.

Für einen kurzen Moment.

Wog ab.

Dann lächelte er wieder - dieses freundliche, leicht verspielte Lächeln. Und dann dieses leichte, freche Funkeln in den Augen.
 

„Manchmal hat man einfach Glück.“
 

Yami musterte ihn. Zu lange. Zu genau.

Er glaubte ihm das nicht ganz. Aber er hatte auch keinen Grund weiter nachzuhaken.

Nicht wirklich.

Und trotzdem-
 

„Glück, hm.“ Ein leises Schnauben. Mehr zu sich als zu den Anderen.
 

Yugi bemerkte es. Natürlich. Und innerlich musste er grinsen. Nicht überheblich. Eher… amüsiert.

Der Typ war neugierig. Hartnäckig, aber nicht aufdringlich.

Und er liess nicht sofort locker.

Das machte ihn interessanter als die meisten Kunden. Aber für Yugi blieb er genau das.

Ein Kunde.

Einer, der Hilfe brauchte.
 

„Sucht du etwas Bestimmtes?“, fragte Yugi schliesslich und richtete sich ein Stück auf.

Diesmal etwas direkter.
 

Yami brauchte einen Moment um zu antworten.

Was ungewöhnlich war.

Er liebte Spiele. Normalerweise wusste er genau, was er wollte.

Aber gerade… War das nicht der Fokus.

Nicht wirklich.

Sein Blick streifte wieder durch die Regale. Dann zurück zu Yugi.

„Ich… schau mich noch um.“
 

Yugi nickte einfach, während er ein neues Paket öffnete um die gelieferte Ware zu kontrollieren.

„Sag einfach, wenn du was brauchst.“
 

Yami drehte sich weg und ging ein paar Schritte tiefer in den Laden.

Er blieb vor einem Regal stehen und nahm ein Spiel in die Hand. Er starrte auf das Cover, ohne es wirklich zu sehen. Dann wanderte sein Blick wieder unbewusst zurück zum Tresen.
 

Yugi war beschäftigt mit einer Liste und sprach kurz mit seinem Grossvater.

Ganz bei der Sache, ruhig und konzentriert.
 

Yami atmete leise durch. „…Interessanter Laden“, murmelte er.
 

Bakula grinste breit. „Hab ich dir doch gesagt.“ Nach einer kurzen Pause und leiser: „Und ich meinte nicht nur die Spiele.“
 

Yami antwortete nicht. Aber diesmal… widersprach er auch nicht.

Mehr als nur ein Laden

Yami hatte das Spiel immer noch in der Hand. Doch sein Fokus war längst nicht mehr auf das Cover gerichtet. Unbewusst.
 

„Das ist gut.“
 

Die Stimme kam plötzlich näher.
 

Er hob den Blick. Yugi stand jetzt nicht mehr hinter dem Tresen, sondern war nun mitten im Laden, nur ein paar Schritte von ihm entfernt. Er deutete leicht auf die Box in Yamis Hand.

„Wenn du beim Spielen den Fokus auf der Story hast.“

Yami blinzelte kurz, als wäre er gerade gedanklich ganz woanders gewesen.
 

„Und wenn nicht?“

Yugi zuckte leicht mit den Schultern. „Dann eher nicht“, sagte er mit einem leichten, belustigten Lächeln, als wäre das die logischste Antwort darauf.
 

„Kommt darauf an, wie viel Geduld du hast“, fügte Yugi hinzu und neigte den Kopf leicht zur Seite.
 

Yami musterte ihn. Nicht das Spiel. Ihn.

„Ich hab Geduld.“ Kurz pausierte er und fügte dann hinzu: „Wenn es sich lohnt.“
 

Yugi hielt seinem Blick stand. Ohne Mühe, ohne Auszuweichen.

Und genau das machte es… interessant.

„Dann könnte es was für dich sein.“

Stille.

Keine unangenehme.

Eher eine, die sich einfach zwischen ihnen setzte, als würde sie dazugehören.
 

Yami drehte die Verpackung leicht in seiner Hand. „Du kennst dich ziemlich gut aus“, murmelte er ganz beiläufig.
 

„Das ist irgendwie mein Job.“
 

„Hier?“

Jetzt kam dieses leichte Zögern. Kaum sichtbar. Aber es war da.

Dann wieder dieses lockere Schulterzucken. „Unter anderem“, sagte Yugi und hatte dabei diesen

ruhigen, beinahe unschuldigen Blick in den Augen.
 

Yami schnaubte leise.

„Unter anderem“, wiederholte er leise. „Das klingt als steckt mehr dahinter.“

Yugi sah ihn kurz an, musterte ihn dabei eine kleine Weile als würde er abwägen, was er alles sagen wollte. Dann: „Ich arbeite auch an Spielen.“
 

Nun war Yamis Aufmerksamkeit wirklich da und sagte: „Du entwickelt sie?“

„Ja.“

Eine kurze Pause kam, dann fügte er fast nebenbei hinzu: „Für die Kaiba Corporation.“
 

Bakura liess irgendwo hinter ihnen ein leises, zufriedenes Geräusch hören, als hätte sich gerade ein kleines Puzzle für ihn zusammengesetzt. Es schien ihm regelrecht Spass zu machen sich das ganze hin und her anzuschauen.
 

Doch Yami ignorierte ihn komplett.

Sein Blick lag wieder auf Yugi. Weniger flüchtig. Weniger…oberflächlich.
 

„Das erklärt einiges“

Yugi hob leicht eine Augenbraue.

„Tut es das?“

Yami hob das Spiel ein Stück an. „Das ihr sowas hier habt…“, dabei sah er ihm direkt in die Augen: „Vor allen anderen.“
 

Diesmal lächelte Yugi ein kleines bisschen breiter. Nicht prahlerisch. Eher…wissend.

„Sagen wir, ich habe gute Verbindungen“, sagte er mit einem Hauch in der Stimme, der geheimnisvoll war.
 

„Und ich habe ein Auge für Qualität!“, kam es prompt von Yugis Grossvater.
 

Yami warf einen kurzen Blick auf den alten Mann und grinste dann leicht. „Scheint so."
 

Einen Moment lang musterte Yami den jungen Verkäufer, als würde er versuchen, mehr aus ihm herauszulesen. Aber da war nichts weiter. Nur dieses ruhige, offene Gesicht.

Und diese Augen.

Verdammt, diese Augen.

„Und du arbeitest hier und verkauft das Zeug.“

„Ich helfe meinem Grossvater.“ Ganz einfach gesagt, ohne große Erklärung.

„Am Wochenende“, fügte Yugi ergänzend hinzu.

Yami nickte langsam.

Das passte.

Irgendwie.

Auch wenn der Rest… nicht ganz so einfach wirkte.
 

Sein Blick wanderte wieder durch den Laden.

Blieb an den Regalen hängen. An den Spielen.

An den Neuerscheinungen.

Aber immer wieder-

zurück.

„Du hast Ahnung“, sagte er schliesslich. „Also… wenn ich was wirklich Gutes will-“
 

„Dann hörst du auf mich?“

Yugis Ton war leicht, fast spielerisch.
 

„Vielleicht“, grinste Yami und fügte dann hinzu: „Na dann, überzeug mich. Was passt zu mir?“
 

Die Frage hing kurz zwischen ihnen, nicht schwer, aber auch nicht ganz leicht.
 

Yugi musterte ihn einen Moment.

Dann drehte er sich um, ging ein paar Schritte zu einem anderen Regal und griff nach einer Box.

Seine Bewegungen waren sicher und routiniert.

Er kam zurück und hielt sie Yami hin.

„Das hier.“
 

Yami nahm sie.Ihre Finger streiften sich dabei ganz kurz.

Zufällig.

Unbedeutend.

Und trotzdem— blieb es einen Moment zu lange hängen.

Yami sah auf die Box und dann wieder zu Yugi.

„Du bist dir sicher.“
 

„Ziemlich“, sagte Yugi mit einer Selbstsicherheit und Professionalität, wie sie Yami nicht von vielen kennt.

Dann fügte er hinzu: „Aber du musst schon selbst rausfinden, ob es dir gefällt.“
 

Yami grinste leicht und antworte darauf: „Mach ich.“
 

Im Hintergrund lehnte Bakura irgendwo zwischen den Regalen und beobachtete das Ganze mit wachsender Belustigung.

„Ich liebe das hier jetzt schon“, murmelte er vor sich hin.

Salomon Muto warf ihm aus dem Augenwinkel einen Blick zu – amüsiert, wissend.

Sagte aber nichts.
 

Yami legte das Spiel nicht zurück. Er drehte es ein weiteres Mal in der Hand, als würde er darin etwas finden wollen, das nicht auf der Verpackung stand.

Tat er natürlich nicht. Und das wusste er auch.
 

„Du denkst zu viel.“ Bakuras Stimme kam trocken aus dem Hintergrund.

„Du redest zu viel“, entgegnete Yami ihm trocken.
 

Sein Blick hob sich wieder und blieb auf Yugi liegen.

Der stand noch immer dort, wo er zuvor gewesen war. Ruhig, entspannt, ohne Druck zu machen. Kein Versuch, etwas aufzuschwatzen. Keine Ungeduld.

Er wartete einfach.

Als hätte er alle Zeit der Welt.
 

„Also“, begann Yami schließlich und trat einen halben Schritt näher.

„Du meinst, das hier lohnt sich?“
 

Yugi nickte leicht und antwortete: „Wenn du Story magst.“
 

„Und wenn ich Gameplay will?“
 

Yugi griff ohne Zögern in ein Regal neben sich, zog ein anderes Spiel heraus und hielt es ihm hin.

„Dann eher das.“

Die Bewegung war fließend, routiniert und sicher. Yami nahm es entgegen, diesmal bewusster. Sein Blick glitt über das Cover, blieb an Details hängen.

Er kannte sich aus. Das sah man.

Und trotzdem—
 

„Warum das?“

„Schneller Einstieg. Klareres System,“ sagte Yugi und verschränkte dabei locker die Arme. Er nickte leicht in Richtung des ersten Spiels.

„Das andere braucht Zeit.“
 

„Geduld“, murmelte Yami.
 

„Genau… Du wirkst nicht wie jemand, der sie nicht hat.“ Yugi lächelte dabei und musterte ihn einen Moment lang.
 

Yami sah auf. Ein kleines Grinsen schlich sich auf sein Gesicht.

„Du analysierst viel für jemanden, der nur verkauft.“
 

„Gehört dazu.“
 

Yami ließ den Blick wieder auf die beiden Spiele sinken.

Zwei Optionen.

Zwei Richtungen.

Und irgendwo dazwischen sein Interesse, das sich nicht ganz festlegen wollte.
 

„Wenn ich beides will?“
 

Ein Hauch von Belustigung lag in Yugis Stimme. „Dann nimmst du beides.“
 

Yami schnaubte leise. „Praktisch.“
 

„Effektiv“, funkelte Yugi ihn frech an und schien seinen Spass an dem neuen Kunden zu haben.
 

Yami legte eines der Spiele kurz auf den Tresen, behielt das Andere in der Hand.

„Du arbeitest also bei Kaiba Corporation.“

Yugi nickte.

„Mhm.“

„Entwicklung.“, ergänzte Yugi kurz.

„Ja.“

Keine große Erklärung. Kein Ausschmücken.

Yami lehnte sich leicht gegen den Tresen.
 

Im Hintergrund trat Salomon Muto wieder kurz hervor, warf einen Blick auf die beiden und lächelte leicht.

„Yugi kennt sich wirklich gut aus“, meinte er beiläufig mit einem Hauch von Stolz in seiner Stimme, woraufhin Yugi den Kopf belustigt schüttelt.
 

Yami nickte knapp und murmelte: „Das merk ich.“
 

Yugi reagierte darauf nicht weiter. Er griff stattdessen nach dem Spiel auf dem Tresen, drehte es leicht, zeigte auf einen kleinen Abschnitt auf der Rückseite.
 

„Hier.“
 

Yami beugte sich ein Stück näher.

Zu nah für Fremde.

Nicht nah genug, um es zu kommentieren.
 

„Das ist der Teil, der die meisten überrascht“, erklärte Yugi ruhig. „Viele übersehen das am Anfang.“

Yami folgte seinem Finger, las kurz, dann ein leises, zustimmendes Geräusch.

„Okay… das ist gut.“

„Sag ich ja.“

Yami lehnte sich wieder zurück, nahm das Spiel vom Tresen. Sein Blick blieb noch einen Moment darauf. Dann blickte er wieder zu Yugi.
 

„Du bist geduldig.“
 

Die Feststellung kam unerwartet. Yugi blinzelte kurz und ein kleines, fast neutrales Lächeln schlich sich in sein Gesicht. Er antwortete darauf: „Kommt mit dem Job.“
 

Yami grinste leicht. „Nicht jeder hat das.“

„Nicht jeder muss beraten.“, lachte Yugi und stellte die Schachteln weg mit der neuen Ware, die er noch nicht eingeräumt hatte.
 

Ein fairer Punkt.

Yami atmete leise durch, ließ den Blick noch einmal durch den Laden wandern.

Regale. Spiele. Konsolen.

Alles, was ihn eigentlich interessieren sollte.

Und tat es auch.

Nur—

nicht so sehr wie dieser Verkäufer. Yugi.

„Gut“, sagte er schließlich und legte beide Spiele auf den Tresen.

„Ich nehm sie.“
 

Bakura ließ ein zufriedenes Geräusch hören.

„Ich wusste es.“
 

Yami verdrehte nur die Augen und versuchte seinen besten Freund zu ignorieren, welcher das Ganze hier wohl mehr zu seiner Belustigung organisiert hat als Yami zu helfen.
 

Yugi zog die Spiele zu sich, begann ruhig den Kauf abzuwickeln. Konzentriert tippe er alles in die Kasse ein.

„Wenn sie dir nicht gefallen, kannst du sie zurückbringen“, sagte er nebenbei.
 

Yami hob eine Augenbraue.

„Ernsthaft?“
 

„Solange sie noch in einem guten Zustand sind und spielbar, ja.“ Ein kleines, kaum sichtbares Schmunzeln.
 

Yami ließ ein leises Lachen hören.

„Fair.“

Ein kurzer Moment Stille, während Yugi alles fertig machte.

Dann schob er ihm lächelnd die Tüte rüber.
 

„Viel Spaß damit.“
 

Yami nahm sie, dabei streiften seine Finger kurz Yugis, wieder nur flüchtig. Zufällig.

Und trotzdem— Blieb genau dieser kurze Moment so präsent in Yamis Kopf.
 

„Ich komm wieder“, sagte Yami schließlich.

Keine große Ankündigung.

Eher… eine Feststellung.
 

Yugi nickte einfach.

„Wir sind hier.“
 

Yami drehte sich um und ging Richtung Ausgang mit Bakura im Schlepptau, jener immer noch grinsend.
 

„Du hast Spiele gekauft“, murmelte er. „Ich bin stolz auf dich, Yami!“, rief Bakura nun belustigt aus, dabei klopfte er ihm fast schon wie ein stolzer Vater auf die Schulter, was Yami wieder die Augen verdrehen lässt. Er wusste genau wie es von Bakura wieder gemeint war.

„Halt die Klappe, Bakura!“, schnaubte er leise.

Die Türglocke klingelte erneut.

Und dann waren sie weg.
 

Yugi sah ihnen noch einen Moment nach.

Nicht lange.
 

Yami also…
 

Dann wandte er sich wieder dem Tresen zu und griff nach der nächsten Aufgabe.

Ganz ruhig.

Ganz bei sich.

Ein Kunde weniger.

Ein ganz normaler Verkauf.
 

…und trotzdem blieb dieser eine Blick ein kleines bisschen länger im Gedächtnis als die anderen.

Zwei Leben

Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss und das Klingeln verklang schneller, als Yami lieb war.
 

Die frische Luft tat ihm gut, um wieder auf klarere Gedanken zu kommen.

Der Verkäufer… Yugi… hatte etwas an sich, das nicht laut war, aber trotzdem nachhallte. Nicht aufdringlich, eher wie ein Gedanke, der sich irgendwo festsetzte, ohne dass man ihn eingeladen hatte.
 

„Interessant…“
 

Bakuras Stimme war ruhig und nachdenklich. Viel zu ruhig für einen Kerl wie ihn. Yami warf ihm einen kurzen Blick zu. „Was?“
 

Bakura steckte die Hände in die Taschen und ging ein paar Schritte neben ihm her. „Du.“
 

„Ich bin immer interessant.“
 

„Nicht so.“ Ein schiefes Grinsen schlich sich in das Gesicht seines besten Freundes. „Du vertraust selten jemandem bei sowas. Du bist normalerweise viel zu kritisch und wählerisch.“
 

Yami blieb stehen, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Langsam drehte er den Kopf zu ihm. „Ich hab nicht vertraut.“
 

Bakura hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme, während er Yami mit einem kritischen Blick musterte. „Du hast zwei Spiele gekauft, die du vorher nicht kanntest. Nur weil er sie dir gegeben hat.“
 

Er hielt kurz inne.
 

„Das ist für dich quasi schon ein Vertrauensfall.“
 

Yami hielt seinem Blick stand.

Ruhig.

Kontrolliert.

„Ich hab gesehen, dass er Ahnung hat.“, entgegnete ihm Yami. Doch Bakura gab nur einen kurzen, nicht überzeugten Laut von sich.
 

„Mhm.“
 

„Er wusste, wovon er spricht“, wurde Yami nun deutlicher. Er bemerkte genau, worauf Bakura wieder hinauswollte und dass er es absichtlich herausforderte.
 

„Mhm.“
 

Ein kleines, kaum unterdrücktes Grinsen zog sich über Bakuras Gesicht.
 

„Und du wolltest wissen, ob er recht hat.“
 

Stille.
 

Yami wandte den Blick kurz ab. Nur einen Moment, dann ging er weiter und richtete seinen Blick nach vorne.
 

„Vielleicht.“
 

Bakura lachte leise. „Du bist neugierig geworden.“
 

„Ich bin immer neugierig“, kam es etwas genervt von Yami. Es fühlte sich langsam wie ein Verhör an.
 

„Nicht auf Menschen.“
 

Yami sagte nichts und Bakura ließ ihm die paar Sekunden. Er genoss sie sogar ein bisschen, weil er genau wusste, wie recht er doch hat.

Dann, fast beiläufig: „Du gehst wieder hin.“
 

Yami schnaubte leise. „Vielleicht will ich einfach die Spiele zurückgeben, wenn sie schlecht sind.“
 

„Klar.“ Bakura grinste breit. „Ganz bestimmt deswegen.“
 

Yami warf ihm einen Seitenblick zu. „Du bist anstrengend.“
 

„Und du bist offensichtlich.“
 

„Bin ich nicht.“
 

„Doch.“
 

Kurze Stille.
 

Dann sprach Bakura weiter:

„Du hast ihn beobachtet, nicht die Spiele.“
 

Yami blieb erneut stehen.

Diesmal drehte er sich ganz zu ihm um und funkelte seinen Freund finster an, da ihm diese Spielchen auf die Nerven gingen. Vielleicht auch, weil Bakura leider gar nicht so falsch lag, aber das würde er niemals zugeben.
 

„Du interpretierst zu viel.“
 

Bakura zuckte nur mit den Schultern. Ganz unbeeindruckt davon wie der Stachelkopf ihn mit seinen Blicken versuchte zu töten. „Ich beobachte gut.“
 

Yami schnaubte leise und dann verzog sich sein Mundwinkel minimal.

„Pass auf, dass du nicht zu viel siehst.“
 

Bakura grinste nur.
 

„Zu spät.“
 

Zurück im Laden war es wieder ruhig geworden.

Fast so, als wäre nichts passiert.
 

Yugi stand hinter dem Tresen und sortierte die nächsten Neuheiten ein. Präzise, ruhig, fast automatisch. Seine Finger bewegten sich routiniert über Verpackungen, als hätte er das schon tausendmal gemacht.
 

Hatte er auch.
 

Und trotzdem—
 

Sein Blick wanderte kurz zur Tür. Nur für einen Moment.

Dann wieder zurück zur Arbeit.
 

„Interessant.“
 

Die Stimme seines Grossvaters war ruhig, aber eindeutig amüsiert. Yugi reagierte nicht sofort und sortierte weiter ein.
 

„Hm?“
 

„Der Junge.“
 

Jetzt sah Yugi doch auf. „Welcher?“
 

„Der mit den auffälligen Haaren und dem noch auffälligeren Blick“, lachte Salomon vergnügt und nahm den Lieferschein zur Hand, um ihn abzuarbeiten.
 


 

Yugi senkte den Blick wieder auf die Spiele und sagte kurz und bündig: „Ein Kunde.“
 

„Mhm“, kam nur leise von dem alten Mann, der seinen Enkel mit wachen Augen musterte.

Dann trat sein Grossvater ein Stück näher, lehnte sich leicht gegen den Tresen.
 

„Du magst ihn.“
 

Yugi hielt kurz inne, dann legte er das nächste Spiel ordentlich ins Regal.
 

„Er ist ein Kunde, Opa. Man muss seine Kunden einigermassen mögen um es im Verkauf auszuhalten. Er ist angenehm. Weiss wovon er spricht und was er will.“
 

„Natürlich.“, nickte Salomon zustimmend und half nun Yugi beim Einräumen der neuen Ware.

Ein kleine Weile arbeiteten die beiden weiter und verstanden sich ohne Worte, genossen die kurze Pause ohne Kundschaft. Als die Spiele alle eingeräumt und sortiert waren, verstaute Yugi die Kartonschachteln im Lager und nahm ein Schluck Wasser aus seiner Flasche.
 


 

„Er kommt wieder“, murmelte Salomon plötzlich und unterbrach somit die ruhige Stille.
 

Yugi hob leicht eine Augenbraue und sagte dann: „Das tun viele.“
 

„Nicht so.“
 

Diesmal sagte Yugi nichts mehr.

Aber das kleine Lächeln, das kurz auftauchte, entging seinem Grossvater nicht…
 


 

Währenddessen machte sich Yami nun auf den Weg zurück in seine Bar, im Schlepptau seinen Freund Bakura, der nur mitkam um ihn die ganze Zeit aufzuziehen. Und auf kostenlose Drinks zu hoffen.
 

Der Club füllte sich schnell.
 

Laut, warm, Stimmen überall. Gläser klirrten, die Musik vibrierte durch den Raum.

Ein ganz normaler Samstagabend halt.
 

Yami bewegte sich wie immer sehr sicher hinter dem Tresen. Routiniert, schnell und Präzise.
 

Er mixte, servierte und kassierte ein.
 

Lächelte hier, flirtete da.
 

Alles eigentlich wie immer. Eigentlich.
 

Doch er war nicht ganz mit seinen Gedanken anwesend.
 


 

„Du bist langsam.“ Bakura lehnte sich am Ende des Tresens dagegen und beobachtete ihn belustigt.
 

„Bin ich nicht“, entgegnete ihm Yami etwas scharf, doch Bakura liess sich nicht beirren. „Doch.“

Yami stellte ein Glas etwas fester ab als nötig.

„Dann geh.“
 

Das brachte den Weisshaarigen nur noch mehr zum Grinsen und bestätigte ihn. „Du denkst nach…“ Er nahm einen Schluck aus seinem Glas. „Über ihn.“
 


 

Yami ignorierte Bakura für den restliche Abend und widmete sich seiner Arbeit. Er hatte mehr als genug damit zu tun die Cocktails zu mixen, da brauchte er nicht auch noch die spitzen Kommentare seines Kumpels, der allgemein immer viel mehr in Dinge interpretierte als eigentlich der Fall war.

Und das war auch hier der Fall.
 

Er war nett, na und? Hübsch, ja. Ist ja nichts dabei. Nichts tieferes.
 

Yami schnappte sich ein Tuch und beginn wieder sie Gläser zu polieren, aber er spürte immer noch den stechenden Blick eines gewissen Weisshaarigen im Rücken.
 

Später als er Feierabend machte, ging er schnell nach Hause.

Er dachte noch gar nicht an Schlaf. Viel zu gespannt auf die Empfehlungen seines Verkäufers.
 

Er sass nun auf seiner Couch.
 

Das erste Spiel lag offen vor ihm, der Bildschirm flackerte leise im dunklen Wohnzimmer.
 

Ein paar Minuten hatte er es nun getestet, reingeschaut so wie er es immer tat bei einem neuen Spiel.

Systeme checken. Steuerung fühlen. Tempo einschätzen.

Dann entscheiden.

Weiterspielen oder nicht?
 


 

Eine Stunde später war er immer noch vor seinem Bildschirm. Der Controller lag fest in seiner Hand. Sein Blick fokussiert, ruhig und aufmerksam.

Die Welt im Spiel hatte ihn längst eingesogen.
 

Dialoge, die nicht zu viel wollten.
 

Details, die man leicht übersehen konnte.
 

Und genau das—
 

Ein leises, zustimmendes Geräusch entwich ihm.
 

„…Okay.“
 

Er lehnte sich ein Stück zurück, ohne den Blick vom Bildschirm zu lösen. Seine Gedanken kreisten sich um seinen kleinen Verkäufer. Yugi…
 

Warum wusste er, dass das Spiel genau meine Erwartungen erfüllen würde…?
 

Ist er wirklich nur einfach ein guter Verkäufer? Oder eher ein ziemlich guter Spielentwickler, der genau weiss, was ein gutes Spiel ausmacht…
 

Sein Blick wanderte zur Box.
 

„Das Detail, dass viele übersehen…und überrascht…“, murmelte er leise or sich hin, dann griff er nach der zweiten Box.
 

Das Spiel das auf Gameplay aus ist. Kurz drehte er es in der Hand.
 

„Mal sehen…“
 

Er startete es.
 

Kein langes Intro.
 

Direkt drin.
 

Schnell. Klar. Reaktiv.
 

Yamis Finger bewegten sich sofort sicher über die Tasten. Seine Reaktionen war präzise, fast automatisch.
 

Ein Kampf.
 

Dann noch einer.
 

Ein kleines Grinsen schlich sich auf sein Gesicht und seine Augen begannen freudig zu funkeln.

„…Auch nicht schlecht.“
 

Danach machte er wieder eine Pause um sich nochmal alles ins Gedächtnis aufzurufen. Er lehnte sich entspannt zurück ins Kissen.
 

Zwei Spiele.
 

Zwei komplett unterschiedliche Ansätze.
 

Und beide— waren genau seinen Erwartungen entsprechend die er an solchen Spielen hatte.
 

Yami starrte auf die zwei Boxen, ein leises Lachen entwich seinen Lippen.
 

„…Interessant.“
 

Ein Klopfen an seiner Haustür liess Yami aus seinen Gedanken fahren und ehe er sich von der Couch erheben konnte, öffnete sich die Tür ohne auf eine Antwort abzuwarten… Bakura. Der hatte ihm gerade noch gefehlt.
 

„Na? Schon verliebt?“, lachte der Weisshaarige und spazierte durch die Wohnung seines besten Freundes als wäre es seine eigene.
 

Yami liess sich wieder in die Couch sinken und murmelte ein: „Verschwinde. Es ist mitten in der Nacht.“
 

„Ich nehme das als Ja.“ Bakura kreuze die Arme selbstgefällig und setzte sich nun auch auf die kleine Couch. Sein Blick fiel auf den Bildschirm, dann auf die Konsole und nun zu Yami.

Ein breites, wahnsinniges Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.
 

„Oh, du hast beide ausprobiert. Konntest es wohl nicht erwarten, dass du immer noch wach bist.“
 

Yami antwortete nicht sofort. Doch das war Antwort genug.
 

„Und?“
 

Ein kurze Stille erfüllte den Raum, dann murmelte Yami: „Er lag richtig.“
 

Bakura hob die Augenbrauen. „Beide?“
 

Yami sah nun zu seinem Freund mit einem kleinen, schiefen Grinsen, als wurde er soeben ertappt.

„Beide.“
 

Das ließ Bakura kurz innehalten. Dann ein leises, zufriedenes Lachen.
 

„Wow.“ Er verschränkte die Arme. „Das passiert nicht oft.“
 

„Gar nicht“, kam es leise von Yami. Er war immer noch beeindruckt davon, wie passend Yugi diese zwei Spiele für ihn ausgesucht hat. Es liess ihn einfach nicht los.
 

Bakura unterbrach die Stille.
 

„Also gehst du wieder hin“, stellte er fest und beobachtete seinen Sitznachbarn.
 

Yami hielt seinen Blick. Ein paar Sekunden vergingen, dann griff er nach dem Controller, startete das Spiel wieder.
 

„Ich hab die Rückgabefrist im Kopf.“
 

„Natürlich hast du die“, lachte Bakura und erhob sich nun wieder von der Couch um in Richtung Ausgang zu gehen. Er hielt kurz inne und sagte dann: „Sag mir Bescheid, wenn du dir eingestehst, dass es nicht um die Spiele geht.“ Damit verliess er Yamis Wohnung und ging raus in die dunkle Nacht.
 

Yami reagierte nicht darauf, sondern konzentrierte sich wieder auf den Bildschirm.
 

Aber das leichte Zucken seines Mundwinkels, verriet ihn. Ein kleines bisschen.

Und irgendwo, nicht weit entfernt, stand ein Laden mit Regalen voller Spiele.

Und genau einer Person, die Yami jetzt unmöglich ignorieren konnte.
 

Montag
 

Für Yugi ging es nun in die Kaiba Corporation, seinem eigentlichen Job.
 

Bewaffnet mit seinem Tablet betrat er den Konferenzraum. Seto musste ja die Besprechung als ersten Tagespunkt ansetzen. Yugi seufzte und setzte sich noch in den leeren Raum um seine Gedanken rund um das Spiel, das sich aktuell noch ins der Entwicklungsphase befand, zu sortieren.
 


 

Seto wollte Ergebnisse sehen und die würde Yugi ihm auch hiermit liefern. Der Raum füllte sich schnell mit den anderen Entwicklern und zu guter letzt betrat dann Seto Kaiba höchstpersönlich den Raum und brachte alle mit seiner blossen Anwesenheit zum schweigen.

Ja, Seto hatte etwas angsteinflössendes für die meisten Leute. Nur nicht für Yugi.
 


 

Die Sitzung lief schon etwas bis Yugi etwas einwarf.
 

„Das Timing passt nicht.“ Der Raum wurde augenblicklich still, einer der Entwickler, der bis eben noch sprach, wurde augenblicklich ruhig.
 

Yugi stellte sich neben den grossen Bildschirm, auf welchem ein Build des Spiel lief.
 

„Die Mechanik funktioniert“, fuhr Yugi fort, „aber der Einstief ist zu träge. Spieler springen vorher ab.“
 


 

Ein kurzes Nicken ging durch die Runde.
 

Yugi tippte etwas auf dem Tablet. „Früheres Feedback. Klare Führung in den ersten Minuten.“

Er sah kurz auf und sein Blick blieb ruhig auf Seto Kaiba liegen.

„Sonst verliert es Leute bevor es zeigen kann, was es drauf hat.“
 

Seto tippte etwas auf seinem Laptop und erhob sich dann aus seinem Stuhl.
 


 

„Dann setz es um, Yugi. Du hast mein vollstes Vertrauen. Ich übergebe dir die Verantwortung in diesem Projekt. Teil die Leute so ein wie es dir behilflich ist. Ende der Woche will ich Ergebnisse sehen.“ Seto Kaiba verliess damit den Konferenzraum um sich weiteren Terminen zu widmen.
 


 

Später sass Yugi allein an seinem Arbeitsplatz und scrollte durch die Daten. Er überprüfte Zahlen, Feedback und kleine Details.
 

Er machte sich direkt an die Arbeit um seine eigenen Punkte in dem Spiel umzusetzen. Sein Team hatte ihre Aufgaben woran sie selbstständig arbeiteten.
 


 

Yugis Blick blieb kurz an einer internen Notiz hängen.
 

Release Zeitpunkt.
 

Verteilung,

Zugriff.
 

Unwillkürlich dachte er an den Laden.
 

An die Regale.
 

An das System, das dahinter stand.
 

Und dann…
 

ganz kurz…
 

an diese Rot-Violetten Augen.
 

Ruhig.
 

Aufmerksam.
 

Sehr interessiert.
 


 

Yugi lehnte sich etwas zurück für einen kleinen Moment. „Wie er wohl mit den Spielen klar kommt…?“, murmelte er leise.

Kein Lächeln.

Kein grosses Nachdenken.
 

Er wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Schliesslich musste er einiges erledigen um Setos Ansprüche zu erfüllen.
 

Und doch blieb da etwas zurück.

Nicht greifbar.

Eher wie ein leiser Widerhall, der sich nicht entscheiden konnte, ob er schon verschwinden wollte oder noch bleiben durfte.
 

Im Laden.
 

Im Spiel.
 

Zwischen Entscheidungen, die getroffen worden waren, ohne dass jemand wirklich darüber nachgedacht hatte, was sie auslösen würden.

Und irgendwo dazwischen ein Kunde, der einfach anders war.
 

Yugi lehnte sich kurz zurück in seinem Stuhl, die Daten vor ihm noch offen, aber sein Blick für einen Moment nicht darauf gerichtet. Er war nicht abgelenkt. Nur… kurz nicht vollständig dort.
 

„Interessant…“ murmelte er leise.
 

Dann atmete er ruhig aus, griff wieder nach dem Tablet und tippte weiter.
 

Arbeit wartete nicht.
 

Und Spiele auch nicht.

Und trotzdem blieb etwas zurück.
 

Kein Gedanke, der sich klar greifen ließ.

Eher ein leiser Eindruck, der sich nicht einfach wieder aus dem Kopf lösen wollte, als hätte er sich irgendwo zwischen Arbeit und Alltag festgesetzt.
 


 

Zur gleichen Zeit, irgendwo in der Stadt, war Yami ebenfalls längst wieder im Alltag angekommen.

Alles lief wie gewohnt. Er funktionierte so wie immer.

Und trotzdem war sein Fokus nicht ganz da, wo er sonst war.

Zwei Spiele.

Zwei Systeme.
 

Er blieb stehen und versank kurz in Gedanken.
 

„…Interessant.“
 

Mehr sagte er nicht.
 

Und genau dieses Wort schien sich irgendwo zwischen den beiden festzusetzen.

Ohne Erklärung.

Ohne Richtung.

Aber mit genug Gewicht, um nicht einfach wieder zu verschwinden.

Wiedersehen

Das Wochenende kam schneller als erwartet, zumindest für Yugi. Für jemand anderes fühlte es sich wie eine Ewigkeit an, kaum abwartend endlich in Muto’s Games wieder bedient werden zu können. Von dieser gewissen Person, die ihm nicht mehr aus dem Kopf ging. 

Der Laden war ruhig.
Nicht leer, aber ruhig genug, dass man jedes leise Klicken von Plastikhüllen hörte und jedes sanfte Rascheln von den Verpackungen.
Yugi stand hinter dem Tresen, leicht über seinen Laptop gebeugt. Kein gewöhnlicher. Ein ziemlich leistungsstarker, extra für Entwickler. 
Nichts besonderes für Außenstehende, jedoch hochinteressant für ihn.
 

Ein paar Zeilen Code.
Simple Grafik.
Platzhalter.
Ein paar schlichte Figuren, die sich über eine einfache Umgebung bewegten.
 

„Timing ist noch nicht sauber…“, murmelte Yugi leise vor sich hin und runzelte die Stirn. 
Er tippte etwas, stoppte wieder.
Sein Großvater war hinten beschäftigt, irgendwo zwischen Kisten und alten Sammlerstücken, die mehr Geschichte als Wert hatten.
 

Die Türglocke klingelte und richtete Yugis Aufmerksamkeit direkt auf den eintretenden Kunden. Es war eine nette und hilfreiche Abwechslung, wenn er sich ein paar Minuten von diesem Gerät entfernen konnte um Kunden zu bedienen. 
„Willkommen—“, stoppte Yugi mittendrin, da er nun erkannte, wer da in seinen Laden reinkam.

Yami.
 

Als hätte irgendwas in ihm genau das erwartet. Yami stand am Eingang mit einer Tüte in der einen Hand und die andere in seiner Hosentasche. Sein Hemd war leicht geöffnet und zeichnete seine Konturen perfekt nach. 
Direkt hinter ihm dieser Bakura, der wieder ein breites Grinsen im Gesicht hatte. 
„Na schau an“, murmelte Bakura und ließ den Blick durch den Laden gleiten. „Zweiter Besuch in so kurzer Zeit… beeindruckend.“
 

Yami ignorierte ihn konsequent und ging direkt auf den Tresen zu. Er wusste sowieso, dass jegliche Diskussion mit dem Weisshaarigen genau gar nichts brachte. 
Nun richtete Yugi sich auf und schob den Laptop etwas beiseite um für seinen Kunden etwas Platz zu schaffen. 
Seine Aufmerksamkeit galt nun voll und ganz Yami, gespannt warum er heute nun hier war.
 

„Schon durchgespielt?“ fragte er leicht interessiert.
Yami legte die Tüte auf den Tresen. „Noch nicht.“
 

„Mhm.“ Yugi beobachtete seinen Gegenüber, jener zog eines der Spiele heraus und legte es hin.
 

„Du hattest recht“, sagte Yami nun direkt und sah Yugi dabei in die Augen. Diese friedvollen, fesselnden Augen.
 

Yugi hob leicht eine Augenbraue.

„Kommt vor.“
Ein Hauch von einem Lächeln, aber mit einer frechen Note darin.
 

Der Weisshaarige murmelte wieder etwas vergnügt und genoss die Show. 
„Ich liebe diese Dynamik hier.“ Yami warf ihm abmahnend einen Blick zu. „Ich rede mit ihm, nicht mit dir.“
„Ich genieße nur die Entwicklung.“
 

Yugi sagte nichts dazu.
Sein Blick lag wieder auf Yami.
 

„Also, womit hatte ich recht?“ fragte er dann.
Yami tippte mit dem Finger leicht auf die Verpackung.
 

„Das Spiel sagt dir nichts.“
 

„Es erklärt die Grundlagen“, korrigierte Yugi ruhig und sah ihm wissend in die Augen. 
„Nicht das, was wichtig ist“, entgegnete Yami sofort.

Ein kurzes Nicken von Yugi, während er die Box näher zu sich zog.
 „Gut.“
„Am Anfang dachte ich, es ist einfach offen gestaltet.“ Eine kurze Pause entstand und Yami sah die Box in Yugis Händen an. „Aber es ist nicht offen…“ 
Yami sah nun in die Augen seines Gegenübers.
„Es merkt sich alles.“

„Was genau?“ Die Frage kam so unschuldig, dass es fast schon offensichtlich war, dass Yugi genau wusste worum es ging. Das freche Lächeln in seinem Gesicht unterstrich das Ganze deutlich.

Yami lehnte sich leicht vor, kam Yugi bewusst etwas näher. 
„Die Dialoge. Ich habe eine Nebenfigur ignoriert. Komplett. Dachte es wäre egal…“, erklärte er nun ruhig. „Zwei Kapitel später reagiert ein anderer Charakter darauf.“

„Genau dieses Detail macht das Spiel ja so besonders. Es führt dich nicht, wie die meisten auf dem Markt. Es reagiert nur darauf, wie du es spielst. Deine Entscheidungen haben darin ihre Konsequenzen und Handlungsstränge. Es fordert dich heraus, dich zu entscheiden, wer du bist. Das Spiel speichert mehr als es zeigt“, erklärte Yugi seinem Gegenüber. 

„Also gibt es keine unwichtigen Entscheidungen“, stellte Yami nun fest.
 

„Doch“, unterbrach ihn nun Yugi. 
„Aber du weisst nicht, welche. Das ist ja das spannende daran, dass dir als Spieler nicht bewusst ist, welche Entscheidungen die Handlung beeinflussen und welche nicht.“
Yugi schob die Box wieder zurück zu seinem Kunden.
 

Bakura, der sich inzwischen irgendwo zwischen den Regalen niedergelassen hatte, murmelte:
„Das ist ja fast schon gemein.“
 

„Was bedeutet, du hast schnell entschieden, dass eine Nebenfigur unwichtig ist. Das sagt viel über dich aus“ Und da war er wieder. Dieser leicht freche Unterton in diesem Lächeln.
 

„Ich hatte keinen Grund, mich länger damit aufzuhalten“, verteidigte sich nun Yami und hob eine Augenbraue. 
„Genau. Du gehst effizient vor.“ Die Antwort kam ruhig. „Du siehst, was direkt vor dir liegt… und arbeitest dich durch. Aber du prüfst nicht alles gleich gründlich.“
 

Stille. Bakura entkam ein kleines „Oh“, während Yamis Blick nun etwas schärfer wurde. 
„Ich verschwende keine Zeit.“
 

Das Lächeln im Gesicht seines kleinen Verkäufers wurde etwas breiter. 
„Stimmt. Aber das Spiel bestraft dich nicht fürs Tempo. Es reagiert nur darauf, was du übersiehst.“
 

Das traf. 
Nicht hart. 
Aber präzise. 

Yami hielt seinen Blick auf Yugi gerichtet, dann entkam ihm ein leises Schnauben. 
„Also bin ich zu schnell.“
„Manchmal“, sagte Yugi ruhig. „Oder zu sicher.“ 
Yami war sie nicht mehr sicher, ob es hier nur um das Spiel ging oder er auch damit als Mensch gewertet wurde. 
In seinen Augen schlich ein Funkeln, ein interessiertes. 

„Und du meinst, das ist ein Problem?“

Yugi zuckte leicht mit den Schultern. „Kommt darauf an was du willst. Wenn du alles sehen willst…ja.“ Eine kurze Pause, dann fügte er hinzu: „Wenn du nur durchkommen willst…nein.“

Yami sah ihn einen Moment lang an. Ein kleines, schiefes Lächeln in seinem Gesicht. 
„Ich geh nicht einfach nur durch.“
 

Yugi verschränkte locker die Arme. „Und das andere?“
 

Yami zog das zweite Spiel aus der Tüte u legte es daneben.
„Schnell. Direkt. Sauber.“, sagte er und seufzte dann geschlagen. „Und auch da hattest du recht…“
 

Bakura hob die Hände leicht. „Ich bin Zeuge. Das passiert wirklich.“
Yami ignorierte ihn wieder, doch Yugi konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er fragte sich langsam, wann seine Mundwinkel wohl anfangen weh zu tun, da diese zwei Kunden einfach amüsant waren.
 

Er konzentrierte sich wieder auf Yami. „Also?“
 

„Also…“ Yami lehnte sich leicht gegen den Tresen. „Du triffst ziemlich gut.“
 

„Gehört zum Job.“
 

„Nein.“
Ein kleines Kopfschütteln.
„Das ist mehr als das.“
 

Yugi musterte ihn einen Moment.

„Du bist leicht zu lesen.“
Das war bewusst provokant.
Und es traf.
 

Yamis Blick verengte sich minimal. Ein Hauch von Interesse blitzte auf.
„Bin ich das?“
„Wenn man weiß, worauf man achten muss. Ja.“ Yugi stützte sich mit seinen Armen auf seiner Verkaufstheke ab.
 

Im Hintergrund hörte man wieder Bakura leise lachen. „Oh, das wird gut.“
 

Yami beugte sich ein kleines Stück vor.
Wieder dieses zu nah für Fremde.
„Dann erklär’s mir.“
Yugi zögerte nicht.
„Du suchst keine halben Sachen.“ Ein Finger zeigte auf das erste Spiel. „Das hier gibt dir Tiefe.“ Sein Finger wanderte weiter zum zweiten Spiel. „Das hier Kontrolle.“
 

Sein Blick hob sich wieder zu Yami.
„Und du willst beides.“
 

Stille.

Treffer.
 

Yami richtete sich wieder auf und distanzierte sich etwas von Yugi. Er fühlte sich ertappt, gelesen in seinem ganzen Verhalten. Er schmunzelte.
 

„Nicht schlecht.“
 

Bakura klatschte einmal langsam in die Hände. „Ich fühl mich hier wie im Theater.“
 

„Also?“ fragte Yugi ruhig. „Zurückgeben?“
 

„Nein.“, antwortete Yami und packte die Spiele wieder ein. „Ich behalte sie.“
 

Ein kleines, kaum sichtbares Nicken von Yugi, als hätte er nichts anderes erwartet. Yami wandte sich etwas ab und streifte durch die Regale, was Yugi dazu veranlasste weiter an seinem Laptop zu arbeiten.
 

Bakura lehnte wieder irgendwo zwischen den Regalen und schlich sich dann zu Yami durch.
 

„Du bist wegen ihm hier.“, flüsterte er leicht vergnügt, erntete dafür einen genervten Blick.
„Ich hab Fragen.“ 
„Natürlich hast du die.“
 

Sein wanderte zu Yugi, der gerade an seinem Gerät beschäftigt war. Seine Augen sahen konzentriert und ernst aus. Die Augenbrauen waren leicht gekrümmt, dadurch entstand diese süsse kleine Denkfalte auf Yugis Stirn. 
Schien sich wohl um etwas wichtiges zu handeln, wenn er sich während der Schicht darum kümmerte.
 

„Woran arbeitest du da?“ fragte Yami nun neugierig und kam näher an den Tresen. Yugi sah auf und hörte auf zu tippen. „An einem Spiel.“
Yamis Interesse wuchs um ein vielfaches. Allein die Tatsache jemanden bei der Entwicklung eines neuen Spiels zu beobachten, war für Yami etwas ganz neues. 
„Was für eins?“
 

„Du bist neugierig“ Er tippe dabei weiter und änderte nochmal gewisse Einstellungen. 



„Ich bin interessiert.“, entgegnete Yami lächelnd.

„Du bist ziemlich überzeugt von dir.“ Ein Hauch von Belustigung blitzte in Yugis Blick auf und nahm nun den Controller zur Hand, dabei Yami immer noch im Blick behaltend.
 

„Ich hab meine Gründe.“

Bakura machte im Hintergrund ein leises Geräusch, irgendwo zwischen Lachen und Unglauben.
„Er flirtet und merkt es nicht mal.“ Dabei nahm er irgendwelche Spiele aus dem Regal um auf beschäftigt zu tun.
 

„Warum interessiert es dich?“, fragte Yugi interessiert. 
„Weil du gut bist.“
 

Zwischen ihnen entstand eine kurze Stille und die machte es schwerer, einfach drüber hinwegzugehen. Yugi hielt seinem Blick stand, ruhig, aber diesmal… wacher.
 

„Woher willst du das wissen?“

„Ich merk sowas.“ Ein kleines, schiefes Grinsen wanderte in Yamis Gesicht und er fügte dann stichelnd hinzu: „Gehört wohl auch zu meinem… Job.“
 

Ein leiser Atemzug von Yugi, fast ein Lachen. Er merkte, dass sein Gegenüber versuchte ihn etwas aus dem Konzept zu bringen. Doch da schätzte er Yugi falsch ein, welcher nun extra auf das Spielchen einging. 
„Was ist dein Job?“
 

„Kommt drauf an. Unter anderem analysiere ich Dinge.“, antwortete der Barkeeper geheimnisvoll, dann aber entkam ihn ein schmerzendes Stöhnen. Die Hand Bakura packte ihn fest am Nacken um ihn aus der Ruhe zu bringen. Sein Freund murmelte: „Menschen, zum Beispiel.“
Yami griff nach der Hand und schob sie grob weg, versuchte nun wieder Abstand zu Bakura zu haben, da dieser es einfach nicht lassen konnte. Warum kam der überhaupt mit, wenn er die Füsse nicht still halten konnte…
 

Er wandte sich wieder seinem Verkäufer zu, welcher den Kopf leicht neigte und ihn nun neugierig musterte. „Dann analysierst du mich gerade?“
„Schon passiert.“
„Und?“
 

Yami sah ihm in die grossen, violetten Augen. Einen Moment zu lange schwieg er, doch dann sagte er leise:

„Du hältst Dinge zurück.“
 

Treffer. Yugis Augen verengten sich minimal, zu wenig, dass es jemandem auffiel, bis auf ihm. Er lag also richtig, besonders als Yugi nichts dazu sagte, war Antwort genug.
 

„Ich liebe alles daran“, kam es nun flüsternd wieder von Bakura, der direkt beschwichtigend die Arme hob und sich etwas entfernte, bevor ihm jemand noch etwas tun konnte. 
Doch Yami kümmerte sich nicht um ihn.

„Nicht aus Unsicherheit.“
Sein Blick wanderte zu dem Laptop welches ihn so neugierig machte. 
„Sondern weil du entscheidest, wer sie bekommt.“
 

Yugis Blick veränderte sich kaum sichtbar. Seine Arme kreuzten sich und er lehnte sich seitlich gegen den Verkaufstresen. 
„Und du meinst, du gehörst dazu?“

Jetzt war da wieder dieses leichte Funkeln. Yugi testete ihn. 
Yami zuckte minimal mit den Schultern.

„Find’s raus.“
 

Etwas überrascht musterte Yugi ihn, schien gedanklich abzuwägen wie viel und was er alles zeigen sollte. 
Dann drehte er den Laptop leicht in Yamis Richtung und murmelte: „Das ist eigentlich nichts was man zeigen sollte, aber bitte.“
 

Yami beugte sich nun leicht vor und blickte auf den Bildschirm. Man sah, dass der Fokus aktuell noch nicht auf die Grafik und Optik lag, sondern der Grundbaustein eines Spiels, das erstmal stimmig aufgebaut werden musste. 
„Sieht unfertig aus.“
 

„Ist es auch. So entstehen die Spiele nun mal, sie sehen nicht von Anfang an grafisch gut aus. Erstmal muss das Timing, die Storyline und das Gameplay verfeinert werden. Alles Andere ist dann nur noch perfektionieren“, erklärte Yugi ihm ruhig und deutete dann auf den Bildschirm um in die kleinen Probleme aufzuzeigen. 



„Mein aktuelles Problem ist, dass es immer noch zu verzögert reagiert. Siehst du?“ Kurz steuerte Yugi die simple Figur um das Timing zu demonstrieren.

Yami nickte stumm darauf und musterte die grobe und sehr einfach gehaltene Umgebung in diesem Spiel. 
„Deswegen muss ich immer wieder die Codes leicht abändern um den perfekten Ablauf hinzukriegen und es dann immer wieder testen.“



„Also, das hier… beeinflusst das da?“ Yami zeigte auf ein kleines Element, welches die Reaktion und Aktion der Figur verändert. 
Ein kleines, echtes Lächeln schlich sich auf Yugis Lippen. 
„Du hast es verstanden. Beeindruckend. Die meisten verstehen genau gar nichts von der Entwicklung eines Spiels.“
 

„Jaaa, ich check gar nichts“, murmelte Bakura leise als er sich den beiden näherte und versuchte das Ganze irgendwie zu verstehen, was sichtlich daneben geht. Yugi entkam ein leises Lachen, er fand den Weisshaarigen eigentlich ganz witzig mit seinen spitzen Kommentaren.


Mit dem wurde einem bestimmt nicht langweilig oder man hatte mit der Zeit das Bedürfnis, die Freundschaft zu überdenken. Zumindest dachte Yugi sich das.
 

„Dann geht es darum, wann und warum etwas passiert?“

„Genau. Das System reagiert auf dich, deine Aktionen und Reaktionen. Es hört zu.“ Yugi schmunzelte und beobachtete den Grösseren dabei, welcher nun den Controller an sich genommen hatte um es auszuprobieren. Er bewegte die Figur bisschen durch die Umgebung und drückte alle möglichen Tasten um zu sehen, wozu welcher Knopf programmiert wurde.
 

„Kommt mir bekannt vor. Du magst wohl solche Spiele.“ Der Unterton entging Yugi nicht, deswegen näherte er sich etwas seinem Kunden und sagte frech: 
„Du ja offenbar auch.“
 


Yami hielt kurz inne, dann aber sah er Yugi an, welcher immer noch neben ihm war, einfach mit dieser kurzen Distanz. Dabei fiel ihm auf, dass er seinen Verkäufer noch nie so genau betrachtete bis auf seine herausstechenden Augen, die einen komplett umhüllten.

Sein Blick wanderte zu der feinen, kleinen Stupsnase weiter über die zarten Wangen, um am Ende die Lippen zu betrachten, doch da riss er den Blick schell davon. Yugi sollte nicht noch auf falsche Gedanken kommen. Auch wenn etwas in ihm sich gegen diese Entscheidung wehren wollte. 
Yugi schmunzelte. 
Hatte er es etwa bemerkt? Yami versuchte schnell davon abzulenken. 
Er kam sich so ertappt vor.



„Gefällt mir. Zeig mir mehr.“
 

Yugi aber nahm den Controller ihm nun aus der Hand, wieder diese kurze Berührung der Finger, und drehte dann den Bildschirm ab.
„Genug für Heute.“
 

Yami blieb stehen, wo er war. Nah genug, um den Bildschirm noch zu sehen, auch wenn er jetzt nicht mehr direkt darauf schauen konnte.
„Schade.“
 

Yugi war gedanklich schon wieder halb woanders. Seine Finger glitten über die Oberfläche, überprüften eine Einstellung und änderten einen kleinen Wert. 
Er ließ die Figur nochmals laufen. 
Ein Schritt.
Eine Aktion.
Wieder eine verzögerte Reaktion. 
Ein leises Ausatmen durch die Nase. Yugi änderte wieder etwas an den Zahlen, fast nebenbei murmelte er erklärend: „Ich will das erst sauber haben, bevor ich mehr zeige.“
 

Yami verschränkte leicht die Arme.
„Kleiner Perfektionist?“, stichelte er nun etwas und beobachtete die violetten Augen, welche immer noch den Bildschirm fixierten.
 

„Wenn man Spiele entwickelt, muss man das sein. So eine Verzögerung kann ein Spiel komplett kaputt machen.“ Dann fügte er trockener hinzu: „Und ich hab ehrlich gesagt keine Lust, mir von Seto anzuhören, dass es sich ‘fast gut’ anfühlt.“ Dabei verzog er etwas das Gesicht, als erinnerte er sich genau an solch einen Moment.
 

Bakura grinste sofort, Yami, der neben ihm stand, hob leicht eine Augenbraue.
„Fast gut ist schlecht?“
 

Yugi schnaubte leise, diesmal etwas amüsierter und sah seine beiden Kunden mit grossen Augen an. „Bei Seto?“ Er schüttelte leicht den Kopf, seine blonden Strähnen wackelten dabei leicht.
„‘Fast gut‘ ist praktisch ein Problembericht.“
 

Bakura lachte leise.
„Ich liebe diesen Mann. Genau mein Humor.“
 

Yugi lehnte sich kurz zurück und überlegte, dann erklärte er es fast nebenbei, während er weiter an den Einstellungen schraubte:

„Wenn er sagt ’bedauernswert’, dann weisst du, du hast alles falsch gemacht was man nur falsch machen kann. Oder ’passabel’. Das heißt übersetzt: es funktioniert, aber er ist nicht glücklich damit.“
 

Bei diesem Testlauf bewegte sich die Figur besser. Ein kleines Leuchten blitze in Yugis Augen auf. 
Er hatte dasProblem gefunden. Dann fuhr er fort. „’Gut’ bedeutet bei ihm eigentlich schon, dass es ziemlich stark ist. Und wenn er mal sagt, etwas ist ’sehr gut’… dann kannst du es eigentlich einrahmen“, sagte Yugi mit einem schiefen Lächeln und blickte seine beiden Kunden an.


„Genau deswegen muss das hier perfekt sein, wenn ich mich noch in Zukunft in der Kaiba Korporation blicken lassen möchte.“ 



Yami griff nun nach seiner Tüte. Lange genug hat er seinen kleinen Verkäufer abgelenkt, dafür hatte er in Zukunft noch genug Zeit, denn er nahm sich vor nun öfter vorbeizuschauen. 
„Dann warte ich bis es mehr als ’fast gut’' ist.“
 

„Das wird es.“, lächelte Yugi, doch dann fügte er noch mit einem frechen Aufblitzen in den Augen hinzu: „Und danke, dass du dir extra den Weg gemacht hast um mir zu sagen, wie recht ich doch hatte.“

Yami war kurz still.
Nicht, weil er keine Antwort hatte, sondern weil ihn dieses kleine, freche Funkeln in Yugis Augen unerwartet traf.
Bakura beobachtete das Ganze mit sichtlicher Begeisterung.
„Oh, er hat dich erwischt.“
 

„Halt den Mund“, murmelte Yami sofort, ohne den Blick von Yugi zu lösen.
Dieser schmunzelte nur leicht und lehnte sich wieder etwas zurück hinter den Tresen, als wäre das für ihn eine völlig normale Reaktion gewesen.
Yami atmete leise durch, griff die Tüte etwas fester und hob dann minimal eine Augenbraue.
 

„Gewöhn dich nicht dran.“
 

„Woran?“ fragte Yugi ruhig, kreuzte nun die Arme vor seiner Brust.
 

„Dass ich zugebe, wenn du recht hast.“
 

Das kleine Lächeln auf Yugis Lippen wurde etwas breiter.
„Zu spät.“
 

Bakura lachte leise irgendwo im Hintergrund. „Ich mag ihn.“ 


Yami warf ihm einen genervten Blick zu.
„Ich lass dich draußen stehen.“

“Aber dann verpasst du doch meine charmante Gesellschaft.“ Theatralisch klammerte sich Bakura an Yamis Schulter, welcher ihn versuchte von sich zu stossen. 
„Das Risiko gehe ich ein.“
 

Yugi schüttelte leicht amüsiert den Kopf und zog das kleine Gerät wieder etwas näher zu sich. Seine Aufmerksamkeit wanderte zurück auf den Bildschirm, auch wenn dieses leichte Schmunzeln immer noch auf seinen Lippen lag.
 

Yami blieb einen Moment länger stehen, als nötig gewesen wäre. Beobachtete, wie Yugi wieder vollkommen in seiner Arbeit verschwand.

Ruhig. Konzentriert. Selbstverständlich.

Und genau das machte es für Yami zunehmend schwerer wieder zu gehen. 
Das gefiel Yami überhaupt nicht.
 

Die Türglocke erklang und so waren die beiden Freunde aus dem Muto’s Games verschwunden. 
Zurück blieb der junge Muto und führte weitere Testläufe durch. 



Der Abend kam immer näher und Yugi war immer noch mit dem Spiel beschäftigt. Sein Grossvater begann schon alles aufzuräumen und den Laden für den heutigen Feierabend vorzubereiten. 
„Kommst du voran, mein Junge?“ Die Stimme seines Opas war warmherzig und wohl auch schon leicht angeschlagen von dem langen Tag. 
Yugi sah zu ihm auf und lächelte.
 

„Ich komm klar, Opa.“ Mit einem zufriedenen seufzen, schloss Salomon den Laden ab und machte nun die Lichter aus, bis auf die Lampe, die Yugi noch brauchte.

„Mach nicht zu lange, mein Junge. Es gibt bald Abendessen.“

Damit verschwand der alte Mann in den hinteren Raum durch den man dann in die Wohnung kam. 
Yugi sah ihm kurz nach, wandte sich dann aber schnell wieder seiner Arbeit zu. 
Er machte es sich etwas bequem auf dem Stuhl, den er sich nach einiger Zeit geschnappt hatte.
 

Die Figur bewegte sich nun viel flüssiger und reagierte nicht mehr verzögert. Es hatte lange genug gedauert bis er dann die richtige Einstellung gefunden hatte. Nun musste er sich um die Grafik und den Soundtrack weiter kümmern. Ja, er machte vieles selber, auch wenn er gewisse Aufgaben nun abgab, wie Seto es von ihm verlangt hatte. Aber er versuchte dennoch so viel wie möglich allein zu machen, es machte ihm auch Spass. Deswegen übte er ja diesen Job auch aus. 
Andere würden sagen er arbeite zu viel, aber die sahen einfach nicht mit welcher Leidenschaft und Hingabe Yugi dies machte. Es war nicht wirklich Arbeit, viel mehr ein innerer Drang, den er so ausleben konnte. 
Er konnte seine Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen auf diesem Weg.
 

Yugi liebte es zu sehen wie das Spiel immer mehr Form annahm, wie sich die Bewegungen nun flüssiger anfühlten, die Umgebung, welche nun immer wie mehr an Details gewann. 
Aus der simplem Figur, welche zuerst nur wie ein eingefärbtes Strichmännchen aussah, wurde nun eine detaillierte und völlig neue Persönlichkeit. Rot-Violette Augen. 
Kurz hielt Yugi inne. Unbewusst wählte er diese Farbe für den Hauptcharakter des Spiels. 
Er schüttelte seine Gedanken ab, änderte dann das Farbspektrum und klicke auf ein tiefes Blau stattdessen.
 

„…okay“, murmelte er leise, tippte mit einem Finger gegen seine Lippen. Dann schüttelte er den Kopf. „Nein.“
Er änderte nochmal die Spiegelungen von den Gewässern, sie waren ihm zu plump. 
„Besser.“

Er lehnte sich ein Stück zurück, rieb sich kurz über die Augen und griff dann nach seinem Handy.
Ein kurzer Blick auf die Zeit, es war schon etwas spät, aber…
Für einen Moment hielt er inne. 
Dann tippe er doch.
 

„Hast du kurz Zeit, was zu testen?“
 

Gesendet.
 


 

Keine fünf Sekunden später vibrierte das Handy.
Yugi schnaubte leise. „Natürlich.“
 

Er las sich die Antwort durch, die auf dem kleinen Handy aufleuchtete. 
„Bin in der Nähe.“ 
„Natürlich bist du das, wie immer“, sagte Yugi leise zu sich selbst und wollte schon das Handy weglegen.

Es klingelte nochmal kurz. 
„Fünf Minuten.“
 

Yugi legte nun das Handy wieder zur Seite und richtete den Bildschirm nochmal neu aus. 
Ein letzter Check.
Ein letzter Testlauf.
 

„…bitte jetzt kein Vorführeffekt“, murmelte er und faltete seine Hände bettend zusammen.
 

Es klopfte an der Ladentür, welche Yugi sogleich aufschloss und öffnete.
Das waren keine fünf Minuten. Natürlich nicht. 
Yugi begab sich wieder zu seinem Tresen, dicht gefolgt von einem Mann, der deutlich grösser war als er selbst.
 

„Du bist früh.“, sagte Yugi leicht neckend.
 

„Du bist spät.“ Die Stimme war kühl und arrogant. Doch das war Yugi sich schon lange gewohnt und konnte mittlerweile die feinen Unterschiede raushören. Denn bei Yugi war die Stimme nicht ganz so kalt und arrogant wie bei anderen.
 

Yugi hob jetzt den Blick und sah ihn an.

Seto Kaiba stand nun am Tresen, wie immer perfekt aufgerichtet, Blick direkt auf den Laptop. 
„Ich hab fünf Minuten gesagt.“, kam es trocken von seinem Chef.
 

„Du bist nach vier da“, entgegnete Yugi ebenso trocken.
 

Ein Hauch von… nichts.
Aber genau das war bei Seto fast schon ein Zugeständnis. Sein Blick wanderte zu Yugi und sah diesen abwartend an.
 

„Also, Zeig es mir.“
 

Yugi drehte den Bildschirm in seine Richtung und startete einen Testlauf.

„Timing hab ich endlich hingekriegt“, sagte er direkt. „Bin gerade dabei die Grafik zu verfeinern und hab schon bisschen was gemacht von unserem Hauptcharakter.“
 

Seto sagte nichts, er beobachtete ihn nur still dabei und wartete auf die ersten Ergebnisse. Die Figur bewegte sich sauber und fliessend, die Umgebung machte gut mit bei der Steuerung und stockte nicht.

Setos Blick veränderte sich minimal.


Kaum merklich.

„…hm.“
 

Und das war der Moment, der immer gleich war. Dieses kurze Schweigen, dass einem die Spannung hochjagte.
 

„Bist du dir sicher mit der Augenfarbe? Das war bestimmt nicht dein erstes Impuls. Blau…“ Fast schon abfällig wurde dieses Wort ausgesprochen. Yugis Blick wurde etwas schärfer. 
„Deine Augen sind auch blau. So schlimm ist die Farbe auch wieder nicht.“



„Natürlich nicht. Aber sie passt nicht. Was hattest du vorher?“ Als wusste Seto, dass Yugi bereits andere Farben getestet hatte. Yugi seufzte genervt und ging nochmal in die Einstellungen um die Augenfarbe zurückzusetzen auf das Rot-Violett. 



„Bitte“, seufzte Yugi leise und trat etwas beiseite um Seto Platz zu machen. Jener prüfte nochmal das Gesamtbild. 
„Und warum hast du sie geändert? Ist sonst nicht deine Art etwas gutes mit etwas schlechtem auszutauschen. Wir nehmen diese Farbe.“ Seto sprach mit einer strenge in der Stimme, die keine Widerworte erlaubte. 
„Alles klar, Boss.“ Die Worte kamen beinahe etwas sarkastisch über Yugis Lippen.
 

„Der Hintergrund ist fast…“ Yugi unterbrach ihn forsch. „Nein! Komm mir nicht mit diesem fast gut, du weisst ich hasse das.“ Er funkelte ihn böse an und stemmte die Hände in seine Hüften.

Seto sah ihn nur unbeeindruckt an und kreuzte die Arme.
 

„Fast gut.“ Die Worte kamen spöttisch und extra provozierend aus dem Mund des CEO’s, ein freches Funkeln blitze in den eisblauen Augen. 
Yugis Auge begann zu zucken und ein leises Knurren ankam ihm. 

„Ständig machst du das! Du gehst mir manchmal so auf die Nerven. Ich sollte meine Freundschaft mit dir nochmal überdenken.“, kam es genervt von dem jungen Muto. Seto schmunzelte, er wusste genau welche Knöpfe er drücken musste um den Jüngeren aus der Ruhe zu bringen.
 

„Genau deswegen tu ich es ja. Ich weiss, dass du es besser kannst und du weisst es auch.“ 
Seto blickte nochmals auf den Bildschirm, suchte wohl nach weiteren Fehlern die er Yugi eindrücken konnte. Zumindest dachte Yugi sich das. 



„Der Rest ist… gut
 

Yugi hielt inne. Was? Die ganze Wt vergessen. Ungläubig sah er den Chef der Kaiba Korporation an, welcher nur mit den Schultern zuckt und eine Hand in der Manteltasche vergrub. 
Auf Yugis Gesicht schlich sich ein kleines, kaum sichtbares Lächeln. 
„Gut?“ Seto nickte nur kurz. 
Innerlich begann der junge Entwickler Freudensprünge zu machen. Also befand er sich auf einem guten Weg. Das war doch mal ein Zeichen.
 

„Für den aktuellen Stand. Ja“, ergänzte der Blauäugige.
 

Das war… viel. Mehr, als jeder andere bekommen hätte in dieser Situation.
Dann drehte Seto sich schon wieder leicht zur Tür um zu gehen. Doch er stoppte nochmal kurz und sah Yugi an.
 

„Ich erwarte die Ergebnisse bis Ende der Woche.“
 

Yugi sah ihn einen Moment einfach nur an. 
Dann hob er leicht irritiert eine Augenbraue und sah abwechselnd vom Bildschirm zu Seto und wieder zurück.
„Seto… es ist Samstag.“
 

Jener sah ihn nur stumm und ohne Emotionen im Gesicht an. 


„Genau“, sagte er kurz und knapp.
 

Yugi ließ die Luft leise durch die Nase entweichen.
„Du meinst also morgen.“

„Ich meine“, korrigierte Seto ruhig, „dass ich es am Montag testen will.“

Da war sie.
Die eigentliche Aussage.
 

„Dann ist morgen meine Deadline“, murmelte er mehr zu sich selbst.
„Wenn du es so nennen willst. Ich nenne es Planung“ Setos Worte waren wieder so eiskalt und berechnend wie ein Computer.

Der CEO verliess den kleinen Laden und ging seine Wege.
 

Yugi schnaubte leise, diesmal mit einem Hauch von Humor.
„Klar. Deine.“ Er wusste, dass der Andere die Worte längst nicht mehr hörte. Da ihm nun nicht mehr viel Zeit blieb, hatte er keine andere Wahl als die Nacht durchzumachen. Sonst schaffte er es nie bis Montag das Ganze einigermassen präsentabel hinzukriegen.
 

„…Montag“, murmelte er leise, während er sich wieder auf den Stuhl und machte sich direkt an die Arbeit. 
„Na super. Und heute wollte ich mal ausnahmsweise früher ins Bett.“
 

Einmal machte er dann kurz Pause, da sein Grossvater ihn zum Abendessen rief. Er genoss die Pause und redete mit seinem Opa über den vergangenen Tag. Dabei kamen natürlich auch die zwei Männer zur Sprache, aber nur weil sein Opa es nicht umkommentiert lassen konnte. 

„Der junge Mann mit den Rot-Violetten Augen, ich glaube der mag dich.“, stellte Salomon mampfend fest und machte dabei keine Pause beim Essen.


„Mich hast du immer zusammengestaucht, wenn ich mit vollem Mund geredet habe.“ 
„Lenk jetzt nicht ab, junger Mann.“ Der alte Mann lachte laut auf, mochte er es doch seinen Enkel zu ärgern. „Opa, er ist einfach ein Kunde, der auf der Suche nach guten Spielen ist. Das ist alles.“
„Und deswegen kommt er extra hierhin um dir zu sagen, dass deine Wahl gut war?“ Salomon hatte nun einen etwas ernsthafteren Ton in seiner Stimme. 
Er sah seinem Enkel in die Augen, suchte darin nach den Antworten, die er hören wollte. 
Yugi schnaubte leise. 

„Was ist daran denn so besonders? Ist doch nett.“
 

„Nett? Und wie viele Kunden kamen bisher hier rein nach einem Kauf, nur um zu sagen wie gut deine Auswahl war? Wenn dann haben sie es durchgespielt und wollten eine neue Empfehlung. Aber dieser junger Mann ist ja noch nicht mal fertig und war trotzdem nur deswegen da. Ich sag's ja nur.“, brummte Yugis Opa. 
Das brachte Yugi kurz zum nachdenken. 


„Na und? Egal was seine Gründe sind, er ist mein Kunde. Mehr nicht.“ Yugi räumte seinen Teller in die Spüle und sagte dann seinem Opa Gute Nacht um weiterzuarbeiten. Er war nicht sauer, aber er wollte auch nicht tiefer in solche Themen eintauchen. 
Salomon hingegen konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen.
 

Natürlich waren Yugi die Blicke aufgefallen. Aber das waren ja nur Blicke. Nichts tieferes und selbst wenn, ist das nicht sein Problem. Er half im Muto’s Games aus, weil er es gerne tat und er seinem Grossvater so auch immer die neusten Spiele, die noch nicht offiziell auf dem Markt waren, geben konnte. Er war nicht zum flirten da. 



„Dann guckt er mich halt an. Ist ja nicht der Erste“, murmelte Yugi sich zu und schnappte sich sich seinen Laptop mit den Kopfhörern dazu. Entspannt lief er durch die Räumlichkeiten, zuerst durch den Wäscheraum, welcher mit einer Tür zu ihrem Flur verbunden war und von da aus Richtung Eingangstür, da direkt daneben dann das Wohnzimmer angrenzte. Er schob die Tür auf, die auf die Terrasse und den Garten führte. 
Die gemütliche Lounge lud ihn förmlich ein, da weiterzuarbeiten.
 

Kopfhörer an, Welt aus.
 

Sein Blick war wieder fokussiert und auf den Bildschirm gerichtet, wo er nun die weiteren Details ausarbeitete, die Seto unbedingt wollte. 
Es herrschte absolute Stille.

Nur das leise Klicken der Tastatur und das Geräusch, wenn er den Controller minimal fester griff als nötig war zu hören. Man hörte ganz leise einen kleinen Fluss im Hintergrund. 
Lange sass er da und arbeitete.
 

Irgendwann fiel sein Blick auf die Uhr. 
Spät.
Egal.

Ein neuer Testlauf wurde gestartet. Dieses mal ließ er die Sequenz länger laufen.

„Zu weich…“, murmelte er.
„Das fühlt sich schwammig an.“
 

Da erklangen erneut die Tastenanschläge, es gab nichts was ihn jetzt noch stören konnte. 
Er ging die Soundtracks durch, die er bisher erstellt und komponiert hatte. Sortierte aus welche geeignet waren und welche er wieder in die Tonne kloppen konnte. 
Yugi lehnte sich kurz zurück, fuhr sich durch die Haare.
Ein leises Ausatmen.
Dann griff er nach einer Flasche neben sich, nahm einen Schluck, stellte sie wieder ab.
 

Sein Blick wanderte über den kleinen Garten, den kleinen, niedlichen Teich, welcher sein Vater, als er noch klein war, selber ausgebuddelt hatte. Direkt daneben ein alter Sakura Baum, der über die Jahre ziemlich gewachsen ist. Seine Mutter hatte den damals gepflanzt. Es war ein sehr harmonisches Bild. Deswegen war er so gerne hier. 
Hier spürte er ihre Präsenz, auch wenn sie eigentlich nicht mehr da waren. 

Einen Moment lang genoss er einfach nur den Moment. 
Dann wandte er sich aber wieder dem Spiel zu. Liess die Gedanken an vorhin verschwinden. 
Er machte ziemliche Fortschritte, das Spiel sah immer wie mehr ‚fertig‘ aus.
 

Yugis Handy leuchtete auf. Sein Blick fiel darauf und lass die Nachricht, die gerade reinkam.
 

Status?“
 

Yugi schnaubte leise. Schlief der Mann eigentlich nie?
Er tippte zurück:„Stabil. Nicht final.“

Ein paar Sekunden vergingen.
 

Zeit.“
 

Yugi sah auf den Bildschirm, dann zurück aufs Handy. Ein leises Stöhnen entwich ihm.

„Wie geplant. Montag hast du’s.“
 

Gut.“
 

Yugi hielt kurz inne, dann ein kleines, müdes, aber echtes Lächeln.

„…heftig“, murmelte er leise und legte das Handy wieder weg.

Es war längst nach Mitternacht, doch Yugi sass immer noch auf seinem Platz mit dem Laptop vor der Nase.
 

Und irgendwann…

Verstummten die Geräusche vom Tippen und von den Bewegungen auf dem Controller. 
Nur ein leises Dösen konnte man hören. Und die leisen Schritte eines alten Mannes, welcher nach seinem Enkel sehen wollte und nun mit einer Decke den jungen Mann zudeckte. Jener kuschelte sich direkt in den weichen Stoff.
 

Ein leises, belustigtes Seufzen erklang, während Salomon sich wieder in sein Bett begab.

Zwischen zwei Versionen

In einem anderen Viertel von Domino City, war an Schlaf gar nicht zu denken.

Die Nacht überzog die Stadt längst mit Neonlichtern, als sich vor dem Nachtclub Yoru viele junge Menschen zusammenfanden um die Nacht zu feiern.

Dumpfe Bässe vibrierten durch die Wände des Clubs, Stimmen vermischten sich mit Musik und irgendwo lachte jemand bereits viel zu laut.
 

Und mitten darin stand Yami, ruhig wie immer. Eine Hand locker in der Hosentasche, sein schwarzes Hemd, zeichnete seine Konturen perfekt nach. Sein Blick wanderte langsam über den Eingangsbereich.
 

„Der Typ hat eindeutig zu viel getrunken“, murmelte jemand leise hinter ihm. Bakura gesellte sich zu Yami und deutete leicht Richtung Eingang, wo ein Gast gerade versuchte mit dem Türpersonal zu diskutieren.
 

Yami betrachtete die Szene und sagte dann trocken: „Und trotzdem diskutiert er mit erstaunlichem Selbstvertrauen.“

„Alkohol macht vieles möglich“, lachte ihm sein Freund und Arbeitskollege entgegen. Ja, Arbeitskollege, er dufte den Anderen so ziemlich rund um die Uhr ertragen. Durfte…

„Leider.“ Das Wort sprach er mit einem Seufzer aus als erinnerte er sich daran, wie der Weisshaarige auf Alkohol reagierte.
 

Der grinste nur leicht und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter.
 

Bakura trug heute ebenfalls komplett schwarz, auch wenn seine lockere Haltung im starken Kontrast zu Yamis kontrollierter Ruhe stand. Er begab sich hinter die Bar und schnappte sich ein Tuch um die nassen Gläser zu trocken und polieren. Dabei musterte er den Stachelkopf, welcher immer noch die Szene beobachtete.
 

„Du wirkst genervt.“
 

„Bin ich nicht.“
 

„Du hast seit zehn Minuten denselben Gesichtsausdruck“, sagte der Weisshaarige und räumte die Gläser ins Regal ein, nur um dann die ersten Bestellungen entgegenzunehmen. Yami ignorierte den Kommentar konsequent und trat stattdessen nun ebenfalls hinter die Bar und unterstützte seinen Arbeitskollegen.
 

Sofort veränderte sich die Atmosphäre leicht. Sie waren wie ein eingespieltes Team, als würden sie das schon Ewig machen, was eigentlich auch der Tatsache entsprach. Yoru haben sie damals gemeinsam gegründet, als sie beide nicht so genau wussten, was sie vom Leben wollten. Da sie gute Musik, starke Drinks und lange Nächte ziemlich gerne mochten, war daraus irgendwann ihre wohl dümmste und gleichzeitig beste Idee entstanden.
 

Das Leben schenkte ihnen Zitronen…

Sie hielten nichts von Limonade…

Also machten sie daraus Tequila, schlechte Entscheidungen und irgendwann Yoru.
 

Und irgendwie funktionierte es. Verdammt gut sogar.

Yami stellte gerade zwei Drinks auf die Theke, als Bakura neben ihm auftauchte und sich mit einem Arm locker dagegen lehnte.
 

„Die Frau da drüben schaut dich jetzt seit zehn Minuten an.“ Das freche Grinsen reichte von einem Ohr zum Nächsten. Yami sah ihn nicht einmal an und bearbeite die nächste Getränkebestellung.
 

„Mhm“, entkam ihm unbeeindruckt.
 

„Das war keine Information zum Ignorieren.“
 

„Ist mir doch egal. Ich werde ständig angeglotzt.“
 

Seine Bewegungen waren ruhig, routiniert und präzise. Genau das mochten die Leute an ihm. Keine übertriebene Freundlichkeit. Kein falsches Lächeln. Einfach er.

Bakura liess nicht locker und stichelte ganz munter weiter.
 

„Du denkst wieder an irgendwas.“

Diesmal reagierte Yami nicht sofort. Ein Fehler, wie ihm augenblicklich bewusst wurde, doch bevor er noch was sagen konnte, sah er das fette Grinsen seines besten Freundes.
 

„Oh nein. Ich hab getroffen!“ Bakura kam ihm ein ganzes Stück näher und versuchte den Anderen zu lesen, was wohl in dessen Kopf genau abging.

Yami schnaubte leise, stellte die nächsten Drinks auf die Theke und nahm das Geld entgegen.
 

„Fang nicht an.“ Die Worte waren leise, aber sehr giftig, was dem Anderen aber nur ein belustigtes Grunzen entlockte.
 

„Du denkst an den Verkäufer.“
 

„Tue ich nicht.“
 

„Du hast gerade nicht mal überzeugend gelogen.“
 

„Lass das.“
 

„Du magst ihn.“
 

Yami hielt kurz inne, das Glas in der einen und den Whisky in der anderen Hand. Dann füllte er etwas von der brennenden Flüssigkeit ein und gab sie einem jungen Mann in die Hand.
 

„Interessant. Kein Wunder ist dir die Lady egal“, murmelte Bakura und beobachtete Yami mit allergrösster Neugier.

„Halt den Mund.“ Yami klang nun etwas gereizter, als hätte man einem getroffenen Hund in die Wunde getreten.
 

„Ich hab also recht.“
 

„Ich kenne ihn kaum. Lass deine Spielchen.“
 

„Und trotzdem denkst du die ganze Zeit an ihn.

Yami stellte die Tequila Flasche etwas fester ab als notwendig. Nicht aggressiv, aber genug, dass Bakura sichtbar Spaß daran hatte.
 

„Tu ich nicht. Ich denke über das Spiel nach“, verteidigte Yami sich und drängte sich an seinem Kollegen vorbei um kurz die Hände zu waschen. Doch der Andere liess nicht locker und lief ihm vergnügt hinter her. „Die Entscheidungsstruktur ist ungewöhnlich aufgebaut, das Spiel ist gut. Die Storyline ist interessant.“

„Mhm.“ Bakura nickte gespielt verständnisvoll. „Natürlich. Und die grossen violetten Augen kommen rein zufällig auch darin vor?“
 

Yami warf ihm einen langen Blick zu, schnappte sich dabei ein Tablett und drückte es dem Anderen bewusst etwas fester im die Hände.

„Willst du heute noch arbeiten oder nur nerven?“

„Beides“, lachte Bakura und verschwand mit dem Tablett in der Hand zwischen den Gästen.
 

Yami atmete leise durch die Nase aus.

Dann konzentrierte er sich wieder auf die Bar, zumindest versuchte er es, denn leider hatte Bakura nicht ganz unrecht.
 

Immer wieder dachte er an Muto’s Games zurück. An diese ruhige Atmosphäre dort. An Yugis Art über Spiele zu sprechen, als wären sie etwas Persönliches und nicht einfach nur Produkte.

Und daran, wie aufmerksam dieser eigentlich war.

Die meisten Menschen hörten nur oberflächlich zu.
 

Yugi nicht.
 

Er analysierte ständig. Ruhig. Unaufdringlich. Aber präzise.

Fast wie seine Spiele.
 

„Chef.“
 

Yami blickte auf. Einer der Mitarbeiter stand neben ihm.
 

„Tisch 7 beschwert sich wegen der Reservierung.“
 

Yami seufzte leise, während er die Zitrone noch zu Ende schnitt.

„Wer sitzt dort?“
 

„Ein Typ, der behauptet, er kenne den Besitzer.“
 

Bakura erschien aus der Menschenmenge mit einem vollen Tablett leerer Gläser und sonstigem Müll, den die Kunden daliessen. Er stellte es auf der Bar ab und begutachtete dann besagten Tisch 7.
 

„Oh, einer von denen. Witzig, dich kennen ja so viele Leute, Wahnsinn.“ Mit einem kleinen Schmunzeln räumte Bakura das dreckige Geschirr in die Spüle ein.

Yami schmiss die Zitronenschnitze in einen Behälter und trat dann hinter der Bar hervor.
 

„Ich regle das.“ Sein Mitarbeiter löste in für die Zeit an der Bar ab, damit es zu keinen Wartezeiten kam.
 

Er trat ruhig durch den Club, während die Musik mit jedem Schritt dumpfer gegen seinen Brustkorb vibrierte. Entschuldigend lief er durch die Grüppchen, die sich immer wieder aus lauter fremden Menschen bildeten.

Am betreffenden Tisch stand ein Mann, Mitte dreissig mit sichtbar schlechter Laune und eindeutig zu viel Alkohol im Blut. Am Tisch sassen noch zwei junge Damen, die sich aber nicht von dem genervten Mann abschrecken liessen.
 

Yami trat vor ihm, kreuzte die Arme vor der Brust.

„Problem?“, fragte Yami ruhig.
 

Der Mann hob sofort den Blick.

„Ja. Eure Reservierungen sind scheisse organisiert.“
 

„Mhm.“ Sichtlich unbeeindruckt hob Yami die Augenbraue.
 

„Ich hab gesagt, ich kenne den Besitzer“, zischte der Mann sichtlich angepisst und tippte ungeduldig mit dem Finger auf dem Tisch. Die Damen rollten genervt mit den Augen und nippten an ihren halsvollen Drinks.
 

„Jetzt tust du es.“
 

Der Mann verschluckte beinahe die Zunge und war mit der Situation sichtlich überfordert.

„Dein Tisch ist in 10 Minuten frei, bis dahin dürfen die Damen in Ruhe ihre Getränke geniessen. Setz dich doch kurz an die Bar, dein erster Drink geht aufs Haus. Wir sind ein Nachtclub, da sind Verzögerungen normal.“
 

Er drückte dem Mann etwas in die Hand. Die Anspannung des Mannes löste sich augenblicklich. Er nickte nur stumm und begab sich dann an die Bar.

Entschuldigend wandte sich Yami kurz den Frauen zu und gab Ihnen auch jeweils einen Yoru Jeton in die Hand. Er war schlicht in schwarz gehalten mit einer silbernen Aufschrift, worauf man das Yoru Zeichen erkennen konnte. „Gebt den an der Bar ab. Die nächste Runde geht aufs Haus“, zwinkerte er den jungen Damen zu, die leise kicherten und ihm noch nachsahen.
 

Damit löste er die meisten Probleme, wer sagte schon nein zu einem gratis Drink?

Als er zurück zur Bar lief, fing Bakura ihn bereits grinsend ab.
 

„Du bist manchmal erschreckend gut darin.“

„Menschen wollen meistens nur ernst genommen werden.“

„Oder eingeschüchtert.“

„Das funktioniert auch.“
 

Bakura lachte leise, dann musterte er ihn kurz von der Seite.
 

„Du solltest wieder in den Laden gehen.“
 

Etwas irritiert vom Themenwechsel, hob Yami leicht eine Augenbraue.

„Warum?“
 

„Weil du seit Wochen zum ersten Mal wieder aussiehst, als würde dich etwas wirklich interessieren.“ Die Worte waren dieses Mal nicht von Belustigung oder Spott begleitet, sondern Bakura meinte es ernst. Wirklich ernst.

Und genau deswegen wusste Yami nicht sofort wie er reagieren sollte.
 

Sein bester Freund grinste nur leicht vor sich hin und verschwand dann wieder Richtung Tanzfläche.

Yami sah ihm nach, blieb einen Moment lang vor der Bar stehen.

Dann schüttelte er den Kopf und begab sich wieder dahinter und schnappte sich ein Glas.
 

Doch selbst Stunden später, zwischen Musik, Stimmen und Neonlicht, fiel ihm immer wieder dieses kleine freche Funkeln in violetten Augen ein.
 

Und langsam wurde das wirklich problematisch…
 

Der nächste Morgen begann spät für Yami. Seine verschlafenen Augen blinzelten mehrmals um sich an das grelle Licht zu gewöhnen. Er hatte vergessen die Vorhänge zuzuziehen vor dem Schlafen gehen. Er seufzte und erhob sich dann von seinem Bett.
 

Er lief Richtung Küche zu seiner Kaffeemaschine und startete diese als erstes. Kaffee… Erstmal Kaffee. Wenige Minuten später stand er mit einer Tasse am Fenster und blickte schweigend über die Stadt. Er wohnte in einem höheren Stockwerk und hatte somit einen atemberaubenden Blick über Domino. Sein Blick wanderte in ein Viertel wo sich der Laden befinden müsste, seiner Einschätzung nach. Man konnte ihn nicht sehen, aber irgendwo dort würde gerade ein junger Verkäufer in seinen Sonntag starten, wenn er denn nicht schon längst wach war und jede Sekunde zum Arbeiten ausnutzen würde.

Zumindest vermutete Yami das. Yugi wirkte auf ihn sehr ehrgeizig. Arbeitete bei Kaiba als Spielentwickler, half seinem Grossvater im Laden aus, nutzte sogar die kurzen Momente dort um dann wieder an einem Spiel zu arbeiten. Es kam ihm vor als würde jener rund um die Uhr arbeiten, aber er wirkte dabei so… friedlich. Er schien es gerne zu machen.
 

Er sah nun zu seiner Konsole. Das Spiel, dass ihm Yugi verkauft hatte.

Sein Blick wurde etwas schärfer.
 

„Es zeigt also wer ich bin… Ich werd’ dir noch beweisen, dass ich auch anders sein kann,“ murmelte Yami und lief nun zielstrebig auf die Couch zu um das Spiel zu starten.

Es war für ihn fast eine Herausforderung nun.

Als hätte Yugi ihm den Kampf angesagt. Er wollte beweisen, dass er sich auch Zeit nehmen konnte und nicht voreilige Schlüsse zog, wer wichtig war und wer nicht.
 

Die Figur stand in einer kleinen Zwischenstation irgendwo unterhalb der Hauptstadt. Da befanden sich weniger NPC - Figuren, die Geräusche waren hier leiser. Der Regen prasselte leise gegen die metallen Dächer in der engen Gasse.
 

Eigentlich gab es hier nichts Wichtiges.
 

Eine ältere NPC-Figur sass unter einem Vordach auf einer schmalen Holzbank. Kein Questzeichen, kein Name über dem Kopf.

Nur ein Mann mit einer Tasse in der Hand.
 

Yami wollte zuerst vorbeigehen, doch dann hielt er kurz inne.
 

„…du hast schnell entschieden, dass eine Nebenfigur unwichtig ist. Das sagt viel über dich aus.“ Yugis Stimme erklang in seinem Kopf. Sogar das freche Grinsen, konnte er aus dem Satz noch raushören.
 

„Sei ruhig“, sagte er nun zu sich selbst, als würde das die Stimme verstummen lassen.
 

Er ging nun auf den NPC zu und sprach ihn an. Der Mann hob leicht den Blick und begann zu sprechen.
 

„Du wirkst beschäftigt.“
 

Drei Antwortmöglichkeiten erschienen.
 

Ich hab wichtigeres zu tun.

Kommt drauf an.

Warum interessiert dich das?
 

Yami betrachtete die Optionen länger als nötig. „Hmm…“

Keine war offensichtlich richtig.

Keine hatte ein Symbol. Nicht die leiseste Andeutung ob die Antworten freundlich oder kalt waren.

Nur Worte.

Dann wählte er…
 

„Kommt drauf an.“
 

Ein langsames Nicken kam nun von dem alten Mann. Der NPC begann wieder zu sprechen.

„Dann bist du jemand, der Türen offen lässt.“ Der Mann senkte wieder seinen Kopf als wäre das Gespräch beendet.

Verwirrt betrachtete Yami den Bildschirm. Keine Quest startete, kein Fortschritt. Gar nichts.

Nur dieser Satz. Er runzelte leicht die Stirn. „Was soll das denn jetzt bedeuten…“
 

Er wollte seinen Charakter bewegen um wegzugehen, doch der NPC sprach erneut.
 

„Und?“
 

Es erschienen wieder drei neue Optionen.
 

Und was?

Ist das schlecht?

Besser als sie zu schliessen.
 

Yami atmete leise durch. Das Spiel schien ihn wieder zu beurteilen in seinen Entscheidungen.

Es zwang ihn, Dinge zu beantworten, die nicht wie Spielentscheidungen wirkten. Man würde eigentlich meinen das wäre ein normales Gespräch mit einem NPC, das nicht Storyentscheidend wäre. Doch was ist, wenn es doch entscheidend war?

 

„Das ist ja das spannende daran, dass dir als Spieler nicht bewusst ist, welche Entscheidungen die Handlung beeinflussen und welche nicht.“

Wieder diese Stimme, die sich in seinem Kopf festgesetzt hatte. Als würde es nicht reichen, dass er schon ständig an Yugi dachte, nun musste dieser ihn auch noch Zuhause in seinen Gedanken verhöhnen.
 

Er wählte die dritte Antwortmöglichkeit.

Der Regen wurde im Hintergrund nun lauter, während der Mann ihn einfach nur ansah. Die Bewegungen des NPC waren so gut gemacht, das Spiel war grafisch einfach ein Meisterwerk.
 

„Menschen wie du glauben oft, dass sie vorsichtig sind.“ Yami hob leicht eine Augenbraue. Der Satz ging weiter.„Dabei haben sie nur Angst sich festzulegen.“
 

Eine Stille entstand. Yami lehnte sich etwas zurück. „Das war unnötig persönlich“, meinte er nun etwas beleidigt. Doch das Spiel war noch nicht fertig.

Der Mann hob die Tasse leicht an und sagte: „Wenn du ständig mehrere Wege offen hältst… entscheidest du dich irgendwann für gar keinen.“
 

Der Dialog endete einfach. Der NPC ging wieder zurück in seine Ursprungsposition bevor sie das Gespräch hatten. Auch jetzt kam keine Quest zum Vorschein, auch keine Belohnung. Nichts.

Yami starte den Bildschirm einige Sekunden an.

Keine neuen Informationen zu der Story, das war eher eine Frage an ihn selbst. Das schlimmste daran…

Er wusste nicht einmal, ob diese Szene später überhaupt wichtig werden würde. Ob sie irgendeinen Verlauf verändert hatte.

Oder ob das Spiel einfach nur wissen wollte, wer er war.

Er hoffte nur, dass er sich nichts verbaut hatte…
 

Der Sonntagmorgen bei der Familie Muto begann dagegen um einiges früher als bei Yami.

Ein ziemlich zerzauster Yugi ächzte schwerfällig und versuchte sich etwas zu strecken. Die Lounge war nicht dafür gemacht darauf einzupennen und die ganze Nacht da zu verbringen. Er bemerkte die Decke, die nun von ihm rutschte. „Huh? Hat Opa mich zugedeckt?“ Das erklärte warum ihm nicht so kalt war die Nacht, so war es doch relativ frisch draussen.
 

„Guten Morgen, mein Junge. Hier das wird dir gut tun“, erklang die alte, freundliche Stimme seines Grossvaters, in der Hand eine Tasse mit einer dampfenden Flüssigkeit darin. Dankbar nahm der Jüngere sie an und nippte sogleich daran. Der heisse Kaffee belebte seinen Kopf auf einen Schlag.

Zufrieden seufzte Yugi.
 

„Wann hast du mir die Decke gegeben? Du müsstest ja längstens im Bett gewesen sein als ich noch am Spiel gearbeitet habe?“
 

Salomon lächelte ihn warm an, strich ihm dabei sanft über den Rücken.

„Ach, du weisst doch, wie schrecklich durstig ich nachts werde. Ich hab meine Trinkflasche unten vergessen und wollte sie mir holen in der Nacht. Da hab ich dich gesehen. Du sahst aus als wäre dir kalt, aber ich wollte dich nicht wecken. Deswegen die Decke. Scheint ja geholfen zu haben.“

Nun lachte der alte Mann vergnügt auf und kehrte ihm dann den Rücken zu.
 

„Ich schliesse nun den Laden auf, falls du mich brauchst.“ Mit diesen Worten verschwand Salomon.
 

Yugi erhob sich und wollte sich zuerst etwas frisch machen, bevor er sich wieder seiner Arbeit widmete. Er stand vor seinem Kleiderschrank und betrachtete die Menge an unterschiedlichen Kleidungsstilen.
 

Der linke Stapel war für die Arbeit in der Kaiba Corporation, da musste man einfach darauf achten, dass man sich von der besten Seite zeigte. Lauter schöne Hemden und Langarmshirts in allerlei dunklen Farbtönen. In der Mitte befanden sich viele helle Langarmshirts in verschiedenen zarten Farben, darunter auch Pullunder die er ganz gerne dazu kombinierte. Den Stapel mochte er ganz gerne um im Laden auszuhelfen oder mal auswärts gemütlich unterwegs zu sein. Und rechts waren ein Haufen sehr dunkler, rockiger Outfits. Die kamen sehr gerne zum Einsatz, wenn Yugi sich mal wieder mit seinen Freunden traf, feiern ging oder auch für Dates. Letzteres kamen aber eher selten bis nie zum Stande.

Er nahm sich einfach nicht die Zeit dafür, aber er sollte definitiv wieder mal mit seinen Freunden raus.
 

Yugi öffnete eine Schublade, in welcher sich dann ganz gewöhnliche Hoodies befanden. Heute war Sonntag, also wozu sich schick anziehen. Er zog sich einen hellen Hoodie über und eine bequeme Hose. Nun machte er sich wieder auf den Weg zur Terrasse um sich seiner Arbeit zu widmen. So hatte er nicht mehr viel Zeit bis Morgen um damit fertig zu werden. Dabei lief er an seinem Opa vorbei, der gerade in den Laden huschte als die Türglocke erklang. Yugi schloss die Verbindungstür, die sein Grossvater in der Eile vergass zu schliessen. Nicht das plötzlich noch ein Kunde in der Wohnung stand. Wäre nicht das erste Mal…
 

Yugi sass wieder an seinem Laptop und arbeitete ziemlich lange an den ganzen Problemen, die er noch lösen musste bis zur Präsentation.

Eine Weile ging das ganz gut.
 

Doch dann…
 

…herrschte völliges Chaos.
 

Zumindest technisches…
 

„Nein, nein, nein! Warum jetzt?!“
 

Yugi starrte entsetzt auf seinen Bildschirm, während die Spielfigur plötzlich halb im Boden festhing. Direkt danach flackerte eine Animation völlig falsch auf und die Kamera drehte sich einmal aggressiv gegen eine Wand.

Der Laptop stand auf dem Tisch vor ihm, mehrere Fenster gleichzeitig geöffnet. Codes. Animationseinstellungen. Sounds. Notizen.
 

Morgen wollte Seto das Spiel testen. Er wollte eine Präsentation.

Und morgen bedeutete in Seto-Sprache eigentlich: „Das Ding muss heute Nacht fertig sein.“

Yugi zog sich die Kopfhörer kurz vom Kopf und fuhr sich gestresst durchs Haar.
 

„Wieso funktioniert es erst und explodiert dann plötzlich…“
 

Er klickte sich erneut durch die Einstellungen, änderte Codes, stellte die Grafik nochmal ein.

Dann ein Testlauf.

Die Figur sprang, lief, dann blieb sie plötzlich mitten in einer Drehanimation hängen.
 

Yugi starrte den Bildschirm einfach nur an.

Er setzte die Kopfhörer wieder auf. Aufgeben war keine Option.

Seine Finger tippten wieder schneller über die Tastatur.
 

Nebenbei lief leise Musik über seine Kopfhörer, irgendein unfertiger Soundtrack, an dem er selbst noch arbeitete. Zwischendurch stoppte er einzelne Sequenzen, änderte Kleinigkeiten und ließ den Testlauf erneut starten.
 

Wieder.
 

Und wieder.
 

Und wieder.
 

Die Sonne wanderte langsam höher, während Yugi immer tiefer in seiner Arbeit verschwand.

Er bemerkte kaum noch die Zeit. Nicht mal, dass Salomon irgendwann leise die Terrassentür öffnete und ihn einen Moment einfach nur beobachtete. Der alte Mann sagte zuerst nichts.

Sein Enkel sass auf der Lounge, völlig fokussiert auf den Bildschirm, während er sich leicht auf die Unterlippe biss, etwas das er immer tat, wenn er konzentriert nachdachte. Salomons Blick wurde weich. Yugi sah seinem Vater wirklich immer ähnlicher.
 

„Mein Junge.“
 

Yugi zuckte leicht zusammen und zog einen Kopfhörer herunter. Seine grossen Augen musterten ihn fragend. „Hm?“
 

„Frühstück.“
 

Yugi verengte die Augen etwas und begann dann wieder am Laptop zu tippe.

„Später.“
 

Salomon liess sich davon nicht beirren. „Du musst etwas essen.“
 

„Opa, das hier ist wirklich wichtig, ich muss das fertig kriegen. Essen kann ich auch später“, sagte Yugi etwas gestresst und schien kein bisschen locker zu lassen.
 

Salomon begann leise zu lachen.
 

„Du bist furchtbar.“
 

„Seto ist furchtbar. Ich bin nur die Konsequenz davon.“
 

Das brachte seinem Großvater direkt ein deutlich lauteres Lachen heraus. Yugi schmunzelte leicht, während er weiterhin den Bildschirm betrachtete. „Trotzdem hast du ihn gern“, murmelte Salomon vergnügt. Sein Enkel lächelte nun etwas breiter. „Natürlich, wir kennen uns seit der Schule. Und irgendwie hat Seto damals beschlossen, ständig ein Auge auf mich zu haben.“
 

„Wie ein großer Bruder.“
 

„Ein ziemlich einschüchternder großer Bruder, ja.“ Yugi ließ ein leises Lachen hören. „Aber er meint es nicht böse. Meistens zumindest.“

Salomon schmunzelte vor sich hin. „Früher war er dafür öfter hier. Vor allem wenn es Essen gab.“

„Das war nicht wegen dem Essen“, meinte Yugi trocken. „Er wollte kontrollieren, ob ich wirklich meine Hausaufgaben gemacht habe.“
 

„Natürlich.“
 

„Ich mein das ernst. Der hat sich damals teilweise neben mich gesetzt, als wäre er mein persönlicher Aufpasser.“
 

Salomon lachte erneut leise. „Und heute sitzt du freiwillig Sonntags hier wegen ihm am Laptop.“
 

„Tja. Manche Probleme wird man nie los“, sagte Yugi lachend, dann lehnte er sich etwas zurück. „Timing passt jetzt wenigstens.“
 

„Mhm.“
 

„Dafür spinnt jetzt die Kamera.“
 

„Mhm.“
 

„Und die Lichtreflexionen.“
 

„Mhm.“
 

Yugi sah langsam zu seinem Großvater hoch, hob eine Augenbraue kritisch nach oben.

„Du hörst mir gar nicht zu.“ Doch Salomon schüttelte den Kopf und klopfte seinem Enkel auf die Schultern.
 

„Natürlich höre ich zu.“ Salomon grinste breit. „Ich verstehe nur absolut nichts.“
 

Ein leises Schnauben entkam Yugi, dann sah er wieder auf den Bildschirm. Sein Opa wandte sich wieder ab, da die Türglocke erneuet klingelte.

Die Spielfigur lief diesmal sauber über die Brücke der kleinen Stadt.

Keine Bugs.

Keine Glitches.

Die Kamera blieb stabil.
 

Einen Moment lang hielt Yugi inne. Dann leuchteten seine Augen plötzlich auf.
 

„Oh“, entkam es ihm, dabei setzte er sich sofort gerade hin, seine Finger flogen förmlich über die Tasten. Er machte ein paar kleine Änderungen im Einstellungsfenster und testete dann nochmal den ganzen Ablauf.
 

Und…
 

…es funktionierte.
 

Yugi starrte einige Sekunden schweigend auf den Bildschirm. Dann erschien langsam dieses kleine, ehrliche Lächeln auf seinem Gesicht.

„Das ist gut.“
 

Der Sonntag neigte sich einem Ende zu, doch Yugi war nicht bereit mit der Arbeit aufzuhören. Es sah aus als ob der junge Mann auch diese Nacht grösstenteils durcharbeiten würde…
 


 

Und so erwachte der Montag Morgen.

Yugi begann seine Morgen Routine fast schon automatisch. Vor dem Schrank griff er nach dem linken Stapel und suchte sich ein passendes Outfit zusammen.

In der Küche hatte er sich dann einen Kaffee gemacht, stark wie immer. Der erste Schluck war wie ein kleiner Schalter, der sich umlegte. Die Müdigkeit blieb irgendwo im Hintergrund, aber sie bekam keinen Raum mehr nach vorne.
 

Er zog sich seinen Mantel über und begab sich dann nach draussen. In der einen Hand hielt er sein Tablet, die andere war in seiner Manteltasche vergraben.

Die Luft fühlte sich frischer an als erwartet und genau das half ihm ein bisschen dabei, richtig wach zu werden. Die Strassen glänzten leicht vom nächtlichen Regen, an manchen Stellen waren noch grössere Pfützen vorhanden.
 

Er war etwas nervös, das war er immer vor einer Präsentation. Selbst wenn er wusste, dass es gut war, konnte er sie nicht abschütteln.
 

Draußen war die Stadt schon wach, aber noch nicht laut genug, um zu stören. Der Weg zur Kaiba Corporation war kurz, aber genau richtig, um den Kopf zu sortieren.
 

Vor der Kaiba Corporation herrschte bereits Betrieb. Mitarbeiter liefen mit Kaffeebechern und Tablets über den Vorplatz, automatische Türen öffneten und schlossen sich beinahe pausenlos und über allem thronte das riesige Firmengebäude mit seiner typischen, beinahe einschüchternden Präsenz.
 

Schnellen Schrittes bewegte er sich über den Vorplatz, während sein Blick immer wieder auf das Tablet in seiner Hand fiel. Seine Finger glitten routiniert über den Bildschirm, änderten hier und da noch Kleinigkeiten und kontrollierten zum vermutlich hundertsten Mal irgendwelche Werte.
 

Man sah sofort, dass er gedanklich längst bei seiner Präsentation war.
 

„Morgen, Muto“, begrüsste ihn ein Kollege beim Vorbeigehen und winkte ihm kurz zu. Yugi sah auf und grüsste denjenigen zurück, ehe er sich wieder seinem Tablet widmete.

Dann erklang hinter ihm das tiefe Geräusch eines Motors. Ein schwarzer Wagen bog auf den Vorplatz ein und hielt beinahe direkt neben ihm.
 

Yugi blieb stehen und sah von seinem Tablet auf. Die Tür öffnete sich. Seto kam aus dem Auto, während sein Blick direkt auf Yugi haften blieb.
 

„Du läufst und arbeitest gleichzeitig.“
 

„Nennt sich Effizienz.“
 

„Nennt sich unnötiges Risiko kurz vor einer Präsentation.“
 

„Dir auch einen Guten Morgen, Seto“, entgegnete Yugi mit einem belustigten Lächeln.
 

Seto schloss die Tür seines Wagens und blieb direkt neben ihm stehen, eine Hand bereits wieder in seiner Manteltasche vergraben, ignorierte die kleinen Sticheleien seines Angestellten. Dabei strahlte er eine solche Autorität und Kälte aus, dass die meisten Menschen einen grossen Bogen um ihn machten.

Seine Gesichtszüge waren meist emotionslos, arrogant und eisig. Nur manchmal konnte man durch diese Maske hindurchsehen.
 

„Du hast die Übergänge überprüft?“
 

„Dreimal.“
 

„Die Reaktionszeiten?“
 

„Viermal.“
 

„Und trotzdem siehst du aus, als würdest du gleich noch ein fünftes Mal kontrollieren“, sagte Seto neckend und konnte es kleines, eingebildetes Grinsen nicht ganz verhindern.

Jetzt schnaubte Yugi leise durch die Nase, kreuzte etwas beleidigt die Arme. Sein Chef konnte froh sein, dass er es in der kurzen Zeit geschafft hatte die meisten Probleme zu lösen.
 

„Du machst halt mich nervös“
 

„Gut.“
 

„Seto.“
 

„Wenn du entspannt bist, wirst du nachlässig.“
 

Yugis Augen verengten sich minimal, Seto dagegen grinste triumphierend.
 

„Ich hasse es, wenn du so hochnäsig wirst.“
 

„Nein. Du hasst nur, dass ich recht habe.“
 

Da war es wieder. Dieses kleine echte Schmunzeln auf Yugis Lippen, sein Gesicht wirkte um einiges weicher.

Einen Moment lang musterte ihn Seto gründlich, als würde er nach dem Haar in der Suppe suchen. Ein leises Schnauben entwich ihm, während er sich leicht zu mir beugte um mir in die Augen zu sehen.
 

„Hast du wenigstens geschlafen?“
 

Yugi öffnete den Mund, doch dann schloss er ihn wieder. Fühlte er sich nun doch etwas dabei ertappt, dass er grösstenteils auf seinen Schlaf verzichtete, weil er sonst nicht fertig geworden wäre.

Er kratzte sich verlegen den Kopf.

Seto seufzte leise.
 

„Also nein“, sagte der CEO mit einer etwas genervten Stimme und hatte diesen strengen, bösen Blick wieder aufgesetzt.

„Zwei Stunden zählen auch als Schlaf“, verteidigte sich der Kleinere und fand seine Stimme wieder. Doch Setos Blick wurde nicht weicher, im Gegenteil. „Du wolltest ja die Ergebnisse vollständig, das erfordert nunmal Opfer“, fügte Yugi schnell hinzu.
 

„Muss ich dir jetzt auch noch erklären, wann du ins Bett gehen solltest?“
 

Yugi musste lachen, schüttelte dabei den Kopf und hakte sich dann bei Seto ein, welcher dies mit einem leisen grummeln widerwillig akzeptierte. Er war einfach nicht der Mensch, der viel Nähe suchte und zuliess. Doch bei Yugi machte er immer eine Ausnahme.

Das Tablet hielt er locker mit der anderen Hand fest, während Seto ihn mit diesem typisch unbeeindruckten Blick ansah.
 

„Du bist heute besonders grimmig“, grinste Yugi den Grösseren frech an. Der verdrehte nur die Augen und lief mit ihm Richtung Eingang.
 

„Und du besonders anhänglich“
 

„Das nennt man emotionale Unterstützung.“
 

„Das nennt man Gleichgewichtsgefährdung.“
 

„Komm schon, Seto. Du brauchst mich heute noch.“
 

„Bedauerlicherweise.“
 

„Autsch.“
 

„Lauf einfach weiter.“
 

Yugi grinste nur breiter und betrat nun das Gebäude zusammen mit seinem alten Schulkameraden.

Was Yugi nicht wusste, dass zwei junge Männer die Szene beobachteten und zwar mit dem grössten Interesse.
 

Direkt gegenüber der Kaiba Corporation lag ein modernes Café mit großen Glasfenstern Richtung Vorplatz. Hier verbrachten viele Angestellte, die in den umgebenen Firmen arbeiteten oft ihre Pausen oder arbeiteten an ihren Laptops und sonstigen Bürokram.
 

Bakura hatte mittlerweile mehrere Listen vor sich verteilt und wirkte bereits jetzt genervt von der Existenz sämtlicher Eventplanungen. Er raufte sich durch die wilde, weisse Mähne und kritzelte den nächsten Punkt an auf der Liste.
 

„Warum brauchen wir plötzlich noch eine zweite Nebelmaschine?“, fragte er mit sichtlicher Irritation und musterte seinen Geschäftspartner, welcher ihm gegenüber sass. Yami scrollte ruhig durch die Budgetübersicht des Yoru.
 

„Weil du letztes Mal meintest, dass die Bühne zu wenig Atmosphäre hatte“, erklärte Yami ihm sachlich, doch Bakura verdrehte leicht die Augen. „Damit meinte ich nicht zu wenig Nebel, sondern zu wenig Farbwechsel in unseren Lichtanlagen.“
 

„Dann pack stattdessen eine neue Lichtanlage drauf. Besser?“
 

Der Weisshaarige grinste zufrieden und strich die Nebelmaschine durch.

„Okay, also neue Lichtanlagen, einer dieser LED-Tunnel für den Eingang—“
 

„Zu teuer“, unterbrach in Yami abrupt, funkelte seinen Gegenüber mit verengten Augen an. „Das hab ich dir schon letztes Mal gesagt. Das ist völliger Quatsch.“
 

„Wir haben aber das Budget“, diskutierte Bakura weiter. Er wollte unbedingt auch so einen LED Tunnel wie die anderen Clubs haben, doch Yami spielte immer wieder den Vernünftigen und gönnte einem gar keinen Spass.
 

„Damit wir dann genau gleich wie alle anderen Clubs sind? Nein, danke. Wir haben Klasse.“
 

„Nein, du bist einfach langweilig“, stichelte Bakura weiter, welcher soeben mit einer Serviette abgeworfen wurde.
 

„Ich bin verantwortlich… Schreib noch eine zusätzliche Security auf.“ Yami lehnte sich in die Bank zurück und nahm einen Schluck von seinem schwarzen Kaffee. Etwas missmutig beobachtete Bakura das dunkle Gebräu. Zumindest etwas Milch brauchte er schon in seinem Kaffee, doch Yami hatte ja sowieso keinen Geschmack, wenn er schon die LED Säule nicht wollte.
 

„Noch einer?“, fragte der Weisshaarige nun doch verwirrt nach, als er sich die Worte nochmal durch den Kopf gehen liess. Yami hob eine Augenbraue an und betrachtete seinen Freund mit einem etwas genervten Blick.
 

„Letztes Mal hat jemand versucht die DJ-Kabine hochzuklettern. Das können wir uns Versicherungstechnisch nicht erlauben, dass dann ein anderer Idiot sich noch das Bein bricht bei uns.“

Bakura entwich ein vergnügtes Lachen als er sich wieder an besagten Abend zurückerinnerte.

„Er hatte Ambitionen“, klopfte er auf den Tisch, feierte den Kerl in die höchsten Töne.

Doch Yami war nicht ganz so begeistert davon.
 

„Er hatte acht Tequila.“, sagte er kurz und knapp, widmete sich wieder dem Budgetplan und machte einige kleine Abänderungen. „Wir brauchen auch neue Getränkehalter für die VIP-Lounge.“, murmelte er noch ergänzend.
 

„Wie zerstört man Getränkehalter?“ Fassungslos kritzelte Bakura den Punkt auf, schüttelte irritiert den Kopf.

„Frag den Idioten, der dich letztes Mal zu…“ Yami unterbrach sich selbst als er bemerkte, dass Bakura aus dem Fenster schaute und wohl irgendwas interessantes entdeckt hatte.
 

„Da vorne“, murmelte der Grössere und zeigte mit dem Finger in die Richtung, wo sein Blick hängen blieb. Yami sah nun auch hinaus und da…
 

Sah er ihn…
 

Yugi.
 

Für einen Moment erkannte er ihn beinahe nicht wieder.

Nicht sofort.
 

Nicht der Verkäufer aus Muto’s Games, der zwischen Spielregalen stand mit hellen Farben, weichen Stoffen und diesem ruhigen, beinahe sanften Auftreten.
 

Dieser Yugi hier war etwas völlig anderes.
 

Der dunkle Mantel reichte ihm bis über die Knie und bewegte sich leicht im Morgenwind, die hellen Langarmshirts und Pullunder wurden durch ein dunkles Hemd ersetzt, welches seine schmale Figur elegant nachzeichnete.

Der sonst so weiche und warme Blick hatte kühlere Züge angenommen.

Man sah ihm an wohin er in diesem Firmenviertel gehörte. Er wirkte scharfkantiger. Erwachsener.
 

Das hier war der Entwickler.
 

Derjenige, der Nächte durcharbeitete.

Der mit Seto Kaiba diskutierte.

Der Systeme erschuf, Entscheidungen plante und Welten zusammensetzte.

Und trotzdem war es derselbe Mensch.
 

Yami bemerkte, wie absurd dieser Kontrast eigentlich war. Fast so, als hätte Yugi verschiedene Versionen von sich selbst, abhängig davon, wo man ihm begegnete.
 

Er beobachtete wie Yugi etwas auf seinem Tablet tippe, schien ganz vertieft in irgendwelche Daten zu sein. Dann hielt auf einmal neben ihm ein schwarzes Auto, woraus der CEO der Kaiba Corporation hinaustrat.

Die beiden blieben zunächst nebeneinander stehen und begannen sofort miteinander zu diskutieren, während Yugi nebenbei immer noch sein Tablet überprüfte
 

„Er gefällt dir“, unterbrach die Stimme Bakuras kurz Yamis Gedanken. Er nahm einen weiteren Schluck seines Kaffees und ignoriert seinen besten Freund. Jener grinste nun noch breiter, ihm entwich ein leises Lachen.
 

Yami ließ den Blick wieder über den dunklen Mantel gleiten, über die elegante Silhouette, die ruhige Haltung, dieses kontrollierte Auftreten.
 

Dann dachte er wieder an den Verkäufer hinter dem Tresen.

An die violetten Augen zwischen den warmen Lichtern des kleinen Ladens.

An dieses freche Grinsen, wenn Yugi wusste, dass er jemanden durchschaut hatte.
 

Obwohl Yugi gerade so distanziert wirkte, reichte ein einziges kleines Schmunzeln, dass er Seto schenkte und plötzlich war da wieder derselbe warme Ausdruck aus dem Laden.

Es veränderte sofort sein ganzes Gesicht…

Und dann hakte Yugi sich plötzlich einfach bei Seto ein.
 

Bakura blinzelte, sah noch einmal nach draußen und zog dann langsam eine Augenbraue hoch.

„…soll ich mich zukünftig auch so bei dir einhaken, Boss?“
 

Yamis Blick ging nur kurz zu ihm rüber, versuchte ihn mit seinen Blicken zu töten.
 

„Nein.“
 

„Schade.“
 

Bakura lehnte sich zurück, grinste aber schon.

Draußen lief Yugi völlig selbstverständlich neben Seto Kaiba her, eingehakt, als wäre das nichts besonderes. Kaiba wirkte genervt, aber ließ es trotzdem zu.
 

Bakura pfiff leise durch die Zähne. „Das sieht schon ziemlich… vertraut aus.“
 

„Halt die Klappe!“
 

„Ah.“ Bakura grinste breiter. „Eifersüchtig?“
 

„Nein.“
 

„Klingt aber so.“
 

Yami ließ den Blick noch einen Moment draußen hängen, sah wie nun die beiden in dem grossen Gebäude verschwanden. Langsam fragte er sich immer mehr, wie Yugi wohl war, wenn gar keine Arbeit mehr zwischen ihm und der Welt stand.
 

Nicht als Verkäufer.
 

Nicht als Entwickler.
 

Einfach nur privat.
 

Wie sprach er zuhause? Wie verhielt er sich mit engen Freunden? Die Vorstellung fühlte sich plötzlich viel zu interessant an.
 

„Also, wenn wir die neuen Lichtanlagen nehmen, müssen wir beim Dekobudget runter.“ Bakura widmete sich wieder der Einkaufsliste um Yami auf andere Gedanken zu bringen.
 

„Mach das.“
 

„Und die Spezialeffekte?“
 

„Nur für Mitternacht.“
 

Yami antwortete fast automatisch, während er immer noch nach draussen sah. Bakura seufzte und schrieb alles nieder. Das konnte ja noch was werden.
 


 

Die Tage vergingen und der Samstag kam schneller, als die Woche sich angefühlt hatte.

Yami stand vor Muto’s Games, die eine Hand locker in der Tasche, den Kaffeebecher noch warm in der anderen Hand. Für einen Moment blieb er einfach stehen, bevor er überhaupt hineinging. Als würde er sich selbst kurz fragen, warum genau er eigentlich früher da war als nötig.
 

Die Türglocke klingelte leise, als er eintrat.
 

Und diesmal war es anders.
 

Nicht, weil sich der Laden verändert hatte, sondern weil er ihn zum ersten Mal wirklich sah und nicht nur grob überflog wie die letzten Male.
 

Die Verkaufstheke zog sofort seinen Blick auf sich. In sie war eine kleine Vitrine eingelassen, sauber beleuchtet, darin lagen sorgfältig ausgewählte, offensichtlich wertvolle Karten. Nicht einfach Dekoration, sondern fast wie eine kleine Ausstellung dessen, was hier wichtig war. Darauf stand ein kleines Regal mit ordentlich sortierten Boosterpacks, damit man wohl vor dem endgültigen Kauf noch verlockt war ein solches Päckchen zu kaufen.
 

Hinter der Theke selbst standen weitere Regale, ebenfalls gefüllt mit Packs, sortiert nach Reihen, Farben und Editionen. Sehr gründlich.
 

Neben der Kasse stand eine kleine Tasse mit dem Muto’s Games Logo, gefüllt mit Kugelschreibern, alle mit dem gleichen Branding. Nerdige Kugelschreiber, wie Yami es innerlich unwillkürlich nannte.

Über allem hing ein Schild an der Rückwand.
 

Muto’s Games
 

Darunter ein schlichtes Drachen-Logo, stilisiert, freundlich, aber trotzdem mit dieser gewissen Stärke, die man nicht übersehen konnte. Im Laden sind lauter kleine Dinge verteilt, die fast beiläufig wirkten: Plüschfiguren aus bekannten Spielen, auf Regalen platziert, als hätten sie hier genauso ihren Platz wie die Karten selbst.
 

Der Laden war nicht nur ein Geschäft.

Er war… Persönlichkeit.

Man merkte die Liebe zum Detail hier drinnen besonders stark. Wie konnte ihm das alles vorher nicht aufgefallen sein? Oder hatte die Aussage, dass er nicht alles gründlich prüfte im Spiel auch eine Wahrheit in der Wirklichkeit?

Er schüttelte den Gedanken ab und sah dann zu ihm.
 

Hinter dem Tresen, gerade mit irgendeiner Liste beschäftigt.
 

Diesmal trug er ein weisses Langarmshirt, sauber und schlicht, darüber einen dezenten Pullunder in einem Fliederton, der ihn besonders warmherzig aussehen liess. An seinen Handgelenken lagen feine Armbänder, unaufdringlich, aber bewusst gewählt. Die kleine Kette an seinem Hals bewegte sich leicht, wenn er sich umdrehte. Sie hatte etwas besonderes an sich, als wäre es nicht nur irgendein Schmuckstück.

Und dann fiel sein Blick auf das kleine Detail an seinem Gürtel.
 

Ein kleiner flauschiger Anhänger, ein Kuriboh, weich wirkend und fast absurd niedlich im Kontrast zu allem anderen. Er hing dort, als wäre er einfach Teil von ihm geworden.
 

Sein Blick wanderte zu Yugis Brust. Da war ein kleines Namensschild dran befestigt, das war neu.
 

Yugi Muto
 

Sauber gedruckt, daneben ein kleines Tiermotiv, freundlich gestaltet, fast verspielt, als würde es perfekt zu ihm passen.

Yugi hob den Blick und lächelte leicht, als er ihn bemerkte.
 

„Du bist früh.“
 

Yami trat näher an den Tresen und stellte seinen Kaffee darauf ab.

„Ich brauche deine Hilfe.“


Nachwort zu diesem Kapitel:
Und? Wie hat euch das erste Kapitel gefallen?
Wie geht es wohl weiter mit den beiden?
Nach 10 Jahren habe ich mal wieder mich an den Laptop gesetzt und der Kreativität
Freien Lauf gegeben.

Hinterlasst gerne ein Review. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Und wie fandet ihr das zweite Kapitel?
Es ist so schön wieder zu schreiben. 10 Jahre kam hier nichts mehr von mir, das muss ein Zeichen sein.
Nie habe ich einer meiner Fanfictions beendet damals. Das ist heute anders. Speicher & Laden wird meine erste fertige Geschichte sein, denn die Kapitel sind alle grob geschrieben. Ich muss sie nur noch ausbessern. Von daher keine Sorge. Ihr werdet auf dieser Reise bis zum Ende mit dabei sein.
Und ich danke jedem, der sich die Zeit nimmt und meine Geschichte liest.
Ich freue mich wirklich sehr zu sehen, dass bereits 3 es in ihren Favos haben und auf Fanfiction.de auch schon 2. Für euch werde ich das alles bis zum Ende durchziehen. Danke <3 Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Ein bisschen länger das Kapitel. Konnte nicht mehr aufhören zu schreiben 😂
Dafür einen tieferen Einblick in Yugis Leben. Im nächsten Kapitel dürft ihr mehr bei Yami reinschnuppern 🥰🫶🏻🌸 Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (2)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Yuugi_Mutou
2026-04-27T16:44:28+00:00 27.04.2026 18:44
Das ließt sich immer noch so schön :)
Und ich bleibe bis zum Ende dabei! Puzzleshipping! <3
Antwort von:  Nanbi
27.04.2026 19:06
Ahh das freut mich so :) Dankeschön. Puzzleshipping <3
Von:  Yuugi_Mutou
2026-04-26T16:42:48+00:00 26.04.2026 18:42
Es ließt sich wirklich gut und ich will mehr davon! Also weiter schreiben!… bitte <3
Antwort von:  Nanbi
26.04.2026 20:23
Awww Dankeschön, das freut mich riesig. <3 Keine Sorge, die Kapitel werden in schnellen Abständen folgen ^^


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