Sag das Zauberwort [Dr. Strange]
Stephen Strange hasste zwei Dinge: Zeitverschwendung und Menschen, die glaubten, Magie funktioniere wie in Kinderbüchern. Als der junge Mann vor ihm nervös die Hände rang, seufzte er leise. „Also, Doktor, was ist das Zauberwort?“ fragte dieser hoffnungsvoll. Strange hob eine Augenbraue, das Cape raschelte missbilligend. „Disziplin“, antwortete er trocken. Der Mann blinzelte. „Nein, ich meine… bitte?“ Strange schnippte mit den Fingern, ein Portal öffnete sich und verschluckte die aufgestapelten Bücher. „Magie“, sagte er kühl, „reagiert nicht auf Höflichkeit, sondern auf Kontrolle.“ Ein winziges Lächeln zuckte über sein Gesicht. „Aber versuchen Sie es ruhig nochmal. Es unterhält mich.“ auf erstaunliche Weise.
Leb deinen Traum [Peter / Spider-Man]
Peter Parker stand auf dem Dach eines Hochhauses, die Maske halb in der Hand. Unten rauschte New York, laut, lebendig, unaufhaltsam. Früher hatte er geglaubt, Träume seien etwas für andere Menschen. Für die, die nicht ständig versagten. Doch dann erinnerte er sich an Onkel Bens Stimme, leise, aber unerschütterlich. „Du kannst mehr, als du denkst.“ Peter zog die Maske über, atmete tief ein und sprang. Der Wind fing ihn auf, als würde die Stadt selbst ihn tragen. Vielleicht war genau das der Traum: nicht keine Angst zu haben, sondern trotzdem weiterzugehen, immer wieder, immer höher. Und diesmal fiel er nicht.
1000 und 1 Nacht [Loki & Sylvie]
Die Nacht dehnte sich wie ein Versprechen, tausendfach gefaltet zwischen Sternen, die nicht existieren sollten. Loki ließ eine Illusion aufblühen, goldene Paläste, flackernde Laternen, Geschichten in Licht gewoben. „Tausend und eine Nacht“, murmelte er, halb spöttisch, halb ehrfürchtig. Sylvie trat neben ihn, musterte die flimmernde Welt ohne sich täuschen zu lassen. „Du versteckst dich gern in Märchen.“ Loki lächelte schief. „Und du zerstörst sie gern.“ Für einen Moment schwieg sie, dann griff sie nach seiner Hand, unerwartet, echt. Die Illusion flackerte, wurde weicher. „Vielleicht“, sagte sie leise, „muss nicht jede Geschichte enden.“ Loki sah sie an, und ließ die Nacht bleiben.
Letter to Dana [Steve]
Steve Rogers saß am kleinen Tisch in seiner Wohnung, ein Blatt Papier vor sich. Der Stift lag schwer in seiner Hand, als würde jede Bewegung etwas unwiderruflich machen. „Dear Dana,“ schrieb er, hielt inne. Worte waren früher leichter gewesen, vor dem Krieg, vor der Zeit, die alles nahm. Er erzählte von verlorenen Jahren, von Freunden, die nicht zurückkamen, und von einem Leben, das sich falsch anfühlte. Schließlich legte er den Stift weg. Manche Briefe erreichten ihre Empfänger nie, und vielleicht war genau das die Wahrheit, die blieb. Er faltete das Papier langsam zusammen, als könnte er damit die Vergangenheit bewahren.
Never gonna give you up [Tony & Liah]
Tony Stark hasste Krankenhäuser, doch diesmal wich er nicht von ihrer Seite. Liah lag still, zu still, Monitore zeichneten ein Leben, das ihm entgleiten konnte. „Hey,“ murmelte er, versuchte Lächeln, „ich habe schon schlimmere Präsentationen überstanden.“ Keine Reaktion. Seine Stimme brach leise. „Ich verliere ständig Dinge. Firmen, Waffen, meinen verdammten Schlaf. Aber dich?“ Er schüttelte den Kopf, griff vorsichtig nach ihrer Hand. „Never gonna give you up, hörst du? Nicht dieses Mal.“ Seine Stirn sank gegen ihre Finger. Zum ersten Mal seit Jahren klang Tony nicht wie ein Genie, sondern wie ein Mann, der Angst hatte, alles zu verlieren könnte.
Bella Ciao [Natasha & Yelena]
Natasha erinnerte sich an das Lied, das sie ihnen beigebracht hatten, um sie zu brechen, nicht um sie zu retten. Bella Ciao, flüsterte Yelena jetzt, halb spöttisch, halb bitter, während sie Seite an Seite standen. Rauch lag in der Luft, und irgendwo brannte etwas, das einmal Kontrolle gewesen war. „Wir tanzen nicht mehr nach ihren Regeln,“ sagte Natasha leise. Yelena grinste schief. „Haben wir je?“ Ein kurzer Blick, mehr als Worte. Dann bewegten sie sich, lautlos, tödlich, frei. Und das Lied klang nicht mehr wie ein Befehl, sondern wie ein Abschied. Für sie bedeutete es endlich wählen zu können selbst.
Welcome to the Black Parade [Bucky]
Der Lärm kam zuerst, dumpf, marschierend, wie Schritte aus einer Zeit, die Bucky nie wirklich verlassen hatte. Er saß im Halbdunkel, Metallfinger gegen die Schläfe gepresst, als könnte er die Stimmen so zum Schweigen bringen. Befehle. Namen. Schreie. „Welcome to the Black Parade“, murmelte er bitter, als wäre sein Leben ein endloser Zug aus Geistern, die ihn nie ziehen ließen. Gesichter flackerten auf, verschwanden wieder. Nicht alle waren Feinde gewesen. Das war das Schlimmste. Bucky atmete schwer, zwang sich aufzustehen. Er war nicht mehr der Winter Soldier. Zumindest sagte man ihm das. Aber manche Paraden endeten nie wirklich.
Rattenfänger [Loki]
Loki liebte es, wenn Menschen dachten, sie hätten eine Wahl. Er stand im Schatten, ein leises Lächeln auf den Lippen, während sich die Menge wie von selbst bewegte, geführt von Worten, die kaum mehr als ein Flüstern waren. „Freiheit“, versprach er, und sie folgten. Immer. Wie Kinder einer Melodie, die nur er hören konnte. Der Rattenfänger, dachte er amüsiert, doch seine Pfeife war keine Musik, sondern Lüge, Sehnsucht, Wahrheit in falscher Form. Ein Mann zögerte, blieb stehen. Loki neigte den Kopf, trat näher. „Du willst doch auch dazugehören?“ fragte er sanft. Der Zweifel brach. Und wieder folgten sie ihm blind.
The Emptiness Machine [Wanda]
Wanda stand im Zentrum der Stille, und sie war laut. Nicht wie Schreie, sondern wie das Fehlen davon. Alles, was einmal gewesen war, vibrierte noch in ihr nach, als würde ihr Herz versuchen, Erinnerungen zu pumpen, die längst verschwunden waren. The Emptiness Machine, dachte sie bitter, weil genau das sie geworden war: ein Körper, der weiter funktionierte, während innen nichts blieb. Vision. Pietro. Ein Leben, das sie nie behalten durfte. Ihre Finger zuckten, Magie flackerte, instabil, hungrig. Für einen Moment glaubte sie, etwas zurückholen zu können. Doch die Leere fraß alles. Und ließ sie zurück. Immer wieder.
Empty Chairs at Empty Tables [Clint]
Clint saß allein am Küchentisch, die Stühle um ihn herum zu ordentlich, zu still. Früher war hier Lachen gewesen, Stimmen, Chaos. Jetzt blieb nur das leise Ticken der Uhr, das jede Sekunde zählte, die er verloren hatte. Empty chairs at empty tables, dachte er, während sein Blick über die Plätze glitt, als könnten sie sich wieder füllen, wenn er nur lange genug wartete. Er wusste es besser. Seine Hände lagen ruhig, doch innerlich zerriss es ihn. Er hatte überlebt. Wieder. Und genau das war das Problem. Clint schloss die Augen. Manche Siege fühlten sich an wie endgültige Niederlagen.
Monster [Bruce/Hulk]
Bruce Banner kannte das Wort, bevor andere es flüsterten. Monster. Es lag in jedem Blick, der zu lange blieb, in jeder Hand, die sich unbewusst zurückzog. Er atmete langsam, zählte, hielt sich fest an Zahlen, an Logik, an alles, was nicht grün und unkontrollierbar war. Doch irgendwo unter der Haut lauerte es, wartend, geduldig. „Ich bin nicht er,“ murmelte Bruce, mehr Gebet als Wahrheit. Ein Zittern durchlief ihn. Der Puls stieg. Knochen knirschten leise. Hulk hörte das auch. Immer. Ein Teil von ihm, der nicht verschwinden wollte. Und Bruce wusste, dass Monster nicht verschwanden. Sie warteten nur, bis er schwächer wurde.
Die Nacht von Freitag auf Montag [Sam & Bucky]
Es begann an einem Freitag, als Sam nur „kurz“ vorbeischauen wollte. Bucky öffnete die Tür, sah ihn an, sagte nichts und reichte ihm wortlos ein Bier. Stunden später lagen Werkzeug, ein halbfertiger Vibranium-Arm und zwei völlig unterschiedliche Musikgeschmäcker im Raum verteilt. „Das ist kein Plan,“ stellte Sam irgendwann fest. „War es nie,“ murmelte Bucky. Irgendwo zwischen Diskussionen, kaputten Teilen und zu wenig Schlaf vergaßen sie die Zeit. Als Sam am Montagmorgen aufwachte, blinzelte er in das Chaos. „Sag mir nicht, wir haben das ganze Wochenende durchgemacht.“ Bucky zuckte mit den Schultern. „Du wolltest doch bleiben.“
Geboren um zu leben [Steve]
Steve Rogers hatte oft gehört, dass er Glück gehabt hatte. Das Serum, der Krieg, das Überleben. Doch Glück fühlte sich anders an als das hier. Es war kein Zufall gewesen, sondern Entscheidung, immer wieder aufzustehen, egal wie oft er fiel. Geboren um zu leben, dachte er nicht im Sinne von leicht, sondern von notwendig. Für die, die nicht mehr konnten. Für die, die niemand beschützte. Er zog die Handschuhe fester, der Schild schwer und vertraut an seinem Arm. Schmerz war nichts Neues. Zweifel auch nicht. Aber Aufgeben? Das war nie eine Option gewesen. Und würde es auch niemals sein.
Straßenbahn des Todes [Spider-Man/Peter]
Die Straßenbahn raste ungebremst durch Manhattan, Funken sprühten, Metall kreischte. Peter hing außen, Hände klebend, Herz hämmernd gegen seine Rippen. „Okay, Parker, kein Druck,“ murmelte er, während er ein weiteres Netz schoss, das sofort unter der Spannung zitterte. Drinnen schrien Menschen, klammerten sich fest, vertrauten blind darauf, dass jemand sie rettete. Verantwortung wog schwerer als Stahl. Er zog, spürte, wie seine Muskeln nachgaben. Zu viele. Zu schnell. Zu spät? „Nicht heute,“ presste er hervor. Die Bahn ruckte, verlangsamte sich. Für einen Moment stand alles still. Peter atmete aus. Und wusste, dass es nie leichter werden würde.
Anxiety [Tony]
Tony lag wach, die Decke zu schwer, die Stille zu laut. Sein Herz raste, als würde es versuchen, aus seiner Brust zu fliehen. „Alles gut,“ murmelte er, doch die Worte klangen falsch, hohl. Bilder flackerten hinter seinen Augen auf: Feuer, Metall, der endlose Himmel. Er zählte Atemzüge, scheiterte bei drei. Anxiety war kein Wort, sondern ein Zustand, ein ständiges Vibrieren unter der Haut. Er setzte sich abrupt auf, riss sich das Shirt vom Körper, als könnte er so entkommen. „Ich hab die Kontrolle,“ sagte er lauter, verzweifelt. Doch irgendwo wusste er, dass Kontrolle nur eine weitere Illusion war, die er sich selbst verkaufte.
Paper Rings [Tony & Liah]
Tony hatte schon Ringe gebaut, die ganze Welten kosteten, aus seltensten Metallen, perfekt berechnet. Dieser hier war aus Papier. Schief, zu klein, eindeutig nicht seine Liga. „Du willst mich veräppeln,“ sagte Liah trocken, hob eine Augenbraue, doch ihre Finger hielten ihn vorsichtig. Tony zuckte mit den Schultern, ungewohnt nervös. „Prototyp. Günstig, flexibel, emotional hochriskant.“ Sie lachte leise, dieses echte, das ihn jedes Mal traf. „Und was soll das heißen?“ Tony sah sie an, diesmal ohne Ironie. „Dass ich nichts brauche außer dir.“ Einen Moment schwieg sie, dann steckte sie sich den Ring an. „Gefährlich,“ murmelte sie, „ich behalte ihn.“ Für immer vielleicht.
Mann muss [Thor]
Thor verschränkte die Arme und starrte auf den zerbrochenen Krug, dann auf die erwartungsvollen Gesichter um ihn herum. „Ein König muss würdig sein“, zitierte er und verzog das Gesicht. „Und offensichtlich auch gut im Tragen zerbrechlicher Dinge.“
Ein leises Kichern ging durch den Raum. Thor seufzte schwer, fuhr sich durch die Haare. Erwartungen wogen mehr als jeder Hammer. „Man muss vieles“, murmelte er, „aber manchmal …“ Er hob den Blick mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen. „… muss man einfach neu anfangen.“ Ein Donnergrollen folgte und für einen Moment fühlte sich selbst die Pflicht nicht ganz so erdrückend an.
Once Upon A Time in New York City [Daredevil / Matt]
Nachts gehörte New York anderen Regeln an und Matt Murdock kannte jede einzelne davon. Geräusche zeichneten die Stadt für ihn: Herzschläge, Schritte, Lügen in Stimmen, die im Dunkeln lauter wurden.
Once upon a time, dachte er flüchtig, als wäre diese Stadt ein Märchen gewesen, bevor sie ihn geformt hatte. Jetzt war die Stadt etwas anderes. Er stand auf dem Dach, der Wind strich über sein Gesicht, trug Geschichten mit sich, die niemand hören wollte. Unten bewegte sich etwas falsch. Matt spannte sich an, ein Atemzug, dann sprang er.
Manche Geschichten brauchten keinen Erzähler. Nur jemanden, der eingriff, bevor sie endeten.
Survivor Guilt [Bucky]
Bucky zählte die Namen nicht mehr laut aber sie waren da, wie ein Echo das nicht verstummte. Gesichter, Stimmen, Leben die endeten, während er weiterging.
Survivor Guilt, hatte man es genannt als wäre es etwas Klinisches, etwas das man behandeln konnte. Er wusste es besser. Es war kein Begriff sondern Gewicht. In seinen Händen, in seinem Kopf, in jedem verdammten Atemzug.
„Warum ich?“, flüsterte er ins Nichts und bekam keine Antwort.
Er ballte die metallene Faust und zwang sich aufzustehen. Weitergehen fühlte sich falsch an. Aber stehen bleiben war keine Option. Also ging er mit all dem, was ihn nie losließ.
Amerika [Steve & Sam]
Steve lehnte am Geländer, den Blick auf eine Stadt gerichtet, die sich ständig veränderte. „Was ist Amerika für dich?“ fragte Sam neben ihm, ruhig, ehrlich. Steve schwieg einen Moment. Früher hätte er sofort geantwortet. Jetzt nicht mehr. „Nicht das, was es war,“ sagte er schließlich. Sam nickte leicht. „Für mich war es nie perfekt.“ Ein Windzug strich vorbei, trug Stimmen, Hoffnung und Zweifel zugleich. Steve sah zu ihm. „Vielleicht geht es nicht darum, was es ist, sondern was es sein kann.“ Sam lächelte schief. „Dann haben wir noch Arbeit vor uns.“ Steve erwiderte das Lächeln. „Das hatten wir schon immer.“
Wake me up when september ends [Wanda]
Der September roch nach etwas, das Wanda nicht benennen konnte. Vielleicht war es Erinnerung. Vielleicht Verlust. Die Blätter färbten sich, als würde selbst die Welt langsam aufgeben, und sie stand mitten darin, unfähig weiterzugehen. „Wake me up,“ flüsterte sie leise, doch niemand antwortete. Vision war fort. Pietro war fort. Alles, was geblieben war, waren Fragmente, die sich nicht zusammensetzen ließen. Ihre Magie zuckte, schwach, als würde selbst sie trauern. Zeit verging trotzdem, unerbittlich. Wanda schloss die Augen, hielt den Atem an. Vielleicht würde es leichter werden. Irgendwann. Aber nicht heute. Heute fühlte sich alles noch viel zu real an.
Alles nur geklaut [Scott / Ant-Man]
Scott Lang hob die Hände, grinste schief und versuchte möglichst harmlos auszusehen. „Technisch gesehen ist es nicht geklaut, wenn man es zurückholt,“ erklärte er während hinter ihm ein Alarm losging.
„Das ist buchstäblich Diebstahl“, kam es trocken aus dem Kommunikator.
„Details“, erklärte er seufzend und schrumpfte, huschte unter einer Tür durch und tauchte auf der anderen Seite wieder auf, das Ziel fest in der Hand.
Alles nur geklaut, dachte er amüsiert, während er sich zurückvergrößerte.
Früher hätte er es für Geld getan. Jetzt? Vielleicht für etwas Besseres. Oder zumindest für weniger Ärger. „Okay“, murmelte er, „vielleicht ein kleines bisschen Ärger.“
Tauben aus Porzellan [Natasha]
Natasha hielt die kleine Figur zwischen den Fingern, eine Taube aus Porzellan: glatt, makellos und zerbrechlich. Sie wusste, wie leicht so etwas zerbrach. Ein falscher Druck, ein Moment Unachtsamkeit und es blieb nur Staub.
Früher hatte man ihr beigebracht genau so zu sein: schön, still und kontrolliert. Nie echt.
Sie stellte die Taube zurück, vorsichtig als würde sie etwas bewahren das sie selbst nie hatte. Ihr Blick blieb einen Moment länger darauf liegen. Zerbrechlichkeit war kein Fehler, hatte sie gelernt. Nur etwas das sie sich nie hatte leisten dürfen.
Natasha wandte sich ab lautlos wie immer und ließ das Porzellan zurück.
I'm still Standig [Tony & Liah]
Tony stand vor dem Spiegel und musterte die Narben, die keiner seiner Anzüge verbergen konnte. „Ich sehe fantastisch aus“, murmelte er trocken.
Liah lehnte im Türrahmen, verschränkte die Arme und hob eine Augenbraue. „Du siehst aus als hättest du verloren.“
„Hab ich nicht“, erwiderte Tony schnaubend.
Einen Moment war alles still. Dann trat sie näher und legte ihre Hand gegen seine Brust genau dort, wo es am meisten zählte. „Dann steh auch so da.“ Ihr Blick war ruhig.
Tony atmete ein und richtete sich auf. „I’m still standing“, sagte er leise.
„Ich weiß“, erwidert Liah nickend und blieb bei ihm.
Carry on Wayward Son [Avengers Team]
Stille legte sich über den Raum, stärker als gewöhnlich und doch war der Raum nicht Menschenleer.
Tony stand am Fenster.
Natasha hockte auf der Lehne eines Sessels.
Clint spielte gedankenverloren mit einem Pfeil.
Steve hatte die Arme vor der Brust verschränkt.
Thor atmete leise, wie ein Gewitter vor dem Ausbruch.
Bruce blieb im Hintergrund, vor sich hin grübelnd.
„Wir machen weiter“, sagte Steve, nicht als Befehl – sondern als ein Versprechen.
‚Carry on‘, sagte zwar keiner laut, aber sie dachten es alle. Verluste haben jeden von ihnen geformt, nicht gebrochen.
„Na schön“, sagte Tony, „dann retten wir wieder einmal die Welt.“
Ganz Paris ist ein Theater [Loki]
Loki liebte die Bühnen, selbst wenn sie aus Straßen bestanden und das Publikum nichts von seiner Rolle wusste. Paris lag ihm zu Füßen, Lichter wie Applaus, Menschen wie Statisten in einem Stück, das nur er verstand.
„Ganz Paris ist ein Theater,“ murmelte er amüsiert, während er eine Illusion erschuf.
Ein falsches Lächeln hier, ein geflüstertes Versprechen dort und schon veränderte sich die Handlung. Wahrheit war überbewertet. Wirkung zählte.
Er trat aus dem Schatten, perfekt inszeniert und jede Bewegung berechnet. Für einen Moment gehörte ihm alles. Und wie jeder gute Schauspieler wusste Loki genau, wann er verschwinden musste: Bevor der Vorhang fiel.
Zombie [Bucky]
Bucky bewegte sich durch die Stadt, Schritte ruhig, der Blick leer, um niemanden anzuziehen. Früher hatten sie ihm einen anderen Namen gegeben. Winter Soldier. Jetzt war es etwas anderes.
Zombie, dachte er bitter, weil es sich ähnlich anfühlte: funktionieren ohne zu fühlen und handeln ohne zu wollen.
Er kannte die Liste in seiner Tasche, die Namen die er abarbeitete als wäre Wiedergutmachung messbar – war sie nicht.
Er blieb stehen und sah seine Spiegelung in einem Schaufenster. Ein Mann, sagten sie. Kein Monster mehr. Bucky wusste nicht, ob er ihnen glauben konnte. Aber er ging weiter. Weil Stillstand keine Option war.
Where is my husband? [Liah & Tony]
Liah stand mitten im Chaos, Sirenen und Stimmen, alles zu laut und zu weit weg.
„Where is my husband?“, fragte sie ruhig genug dass es gefährlich wurde.
Niemand antwortete sofort – ein Fehler. Ihr Blick wurde schärfer, kontrolliert, wie immer, wenn sie drohte zu zerbrechen.
„Stark“, präzisierte sie als bräuchte die Welt Erinnerung.
Sekunden dehnten sich, dann Bewegung. Ein Sanitäter wich zur Seite und da war er. Lebendig. Verdammt nochmal lebendig.
„Ich war kurz beschäftigt“, antwortete Tony mit schwachen grinsen.
Liah atmete aus, trat näher, ihre Hand zitterte kaum merklich. „Du schuldest mir eine bessere Ausrede.“ Ihre Stimme war leise aber sie blieb.
von hier an blind [Daredevil / Matt]
Matt stand am Rand des Dachs, die Stadt unter ihm ein Netz aus Geräuschen, das nur er lesen konnte. Schritte, Atem, ferne Sirenen – alles formte ein Bild, schärfer als jedes Licht.
„Von hier an blind“, hatte man ihm einmal gesagt als wäre es ein Ende gewesen. Für ihn war es ein Anfang.
Er trat vor, ließ sich fallen, vertraute dem, was andere nie verstehen würden. Der Wind trug ihn, seine Sinne führten ihn sicher durch die Dunkelheit. Blind war er nie gewesen. Nur anders sehend. Und vielleicht war genau das der Grund, warum er die Dinge erkannte, die andere übersahen.
Berliner Luft [Peter & Avengers]
Peter hing kopfüber von einem Berliner Altbau, atmete tief ein und grinste unter der Maske. „Okay, die Luft hier ist irgendwie … anders“, murmelte er.
„Das nennt man Geschichte“, kam es trocken von oben. Tony stand am Fenster, Kaffee in der Hand „Und wahrscheinlich Feinstaub.“
Sam lachte leise, während Clint den Blick über die Stadt schweifen ließ.
„Gefällt mir“, sagte Clint „Hat Charakter.“
Peter schwang sich hoch, landete leicht neben ihnen. Freiheit fühlte sich hier seltsam greifbar an, zwischen alten Mauern und neuen Geschichten.
„Also“, grinste Peter, „wer rettet heute Berlin?“
„Kid, wir fangen klein an“, antwortete Tony mit gehobener Augenbraue.
Replica [Vision]
Vision betrachtete seine Spiegelung, obwohl er wusste, dass sie keine Bedeutung haben sollte. Ein Abbild eines Abbilds, konstruiert aus Erinnerung und Code.
Replica, dachte er, nicht mit Bitterkeit sondern mit Neugier.
War er weniger echt, nur weil sein Ursprung künstlich war? Seine Gedanken fühlten sich wahr an. Sein Schmerz ebenso. Wanda hatte ihm einmal gesagt, dass Existenz nicht davon abhängt, wie man entsteht sondern was man daraus macht.
Vision hob die Hand und berührte die Oberfläche die ihn widerspiegelte. Vielleicht war er eine Kopie. Doch selbst Kopien konnten wählen. Und vielleicht lag genau darin etwas, das man Seele nennen konnte.
Durch den Monsun [Thor]
Der Regen fiel nicht, er schlug zu als hätte der Himmel beschlossen die Welt zu prüfen. Thor stand mitten im Sturm, ließ den Monsun gegen sich prallen, spürte jede Böe wie einen Ruf.
„Mehr“, murmelte er, die Stimme getragen vom Donner der ihm antwortete.
Blitze zuckten, wild, ungezähmt, doch in ihnen lag keine Zerstörung allein, sondern Kraft, die geformt werden wollte. Durch den Monsun zu gehen bedeutete nicht ihm zu widerstehen sondern ihn zu verstehen.
Thor hob Mjolnir, leitete die Energie, ließ sie durch sich fließen. Für einen Moment war er nicht Teil des Sturms. Er war der Sturm selbst geworden.
Kein schöner Land [Steve]
Steve stand auf einer Straße die er einmal gekannt hatte und erkannte nichts wieder. Die Gebäude waren höher, die Stimmen fremder, selbst die Luft schien anders zu atmen.
„Kein schöner Land“, murmelte er leise, nicht als Urteil sondern als Feststellung.
Heimat war kein Ort mehr sondern Erinnerung, flüchtig wie ein Lied das niemand mehr sang.
Er strich mit den Fingern über den Schild, suchte Halt in etwas, das geblieben war. Menschen gingen an ihm vorbei, ohne ihn zu sehen. Vielleicht war das in Ordnung. Steve atmete tief ein. Wenn er kein Zuhause mehr hatte, dann würde er eines beschützen. Egal wo.
Ich liebe dich [Tony & Liah]
Tony hatte Raketen gebaut, Systeme entworfen, die die Welt veränderten, doch drei Worte brachten ihn ins Stocken.
Liah stand vor ihm, ruhig, wartend als würde sie jede seiner Ausreden schon kennen.
„Ich kann das besser zeigen“, begann er, halb ironisch.
„Tony“, sagte Liah und hob eine Augenbraue.
Mehr brauchte es nicht. Er atmete aus, ehrlich, ungefiltert. „Ich liebe dich.“
Die Worte klangen ungewohnt, aber richtig. Liah sah ihn einen Moment lang an, dann trat sie näher, legte ihre Stirn gegen seine. „Ich weiß“, flüsterte sie. Und dieses Mal war es keine Unsicherheit, die blieb, sondern etwas, das sich verdammt nach Zuhause anfühlte.
Abenteuerland [Guardians of the Galaxy]
„Also“, begann Star-Lord, während das Schiff ruckelte, „willkommen im Abenteuerland.“
„Du hast das Ding doch nur so genannt, weil du keinen Plan hast“, erwiderte Rocket, während er die Augen verdrehte.
Groot machte ein zustimmendes Geräusch.
„Abenteuer bedeutet Kampf. Ich bin bereit“, Drax nickte völlig ernst.
„Du bist immer bereit“, fügte Gamora mit verschränkten Armen hinzu.
Ein lauter Knall erschütterte die Milano und irgendetwas Unbekanntes näherte sich viel zu schnell.
„Seht ihr? Timing.“ Peter grinste Trotz allem.
„Wenn wir sterben, gebe ich dir die Schuld", sagte Rocket mit einem griff zu den Waffen.
„Fair.“
Und dann wurde es erst richtig chaotisch.
L’isola che non c’è [Loki]
Loki erschuf Welten, die nicht existierten und doch fühlten sie sich echter an als vieles, was war. Inseln aus Licht, schwebend zwischen Realität und Wunsch, ein Ort ohne Verlust, ohne Konsequenzen.
L’isola che non c’è, murmelte er beinahe leise als würde schon der Name die Illusion zerbrechen.
Für einen Moment blieb er stehen und ließ die perfekte Ruhe auf sich wirken. Kein Thron, keine Erwartungen und kein Bruder, der ihn zurückzog. Nur er. Es hätte genügen können. Vielleicht.
Loki lächelte schief und ließ die Welt verschwinden. Dinge, die nicht existierten, konnte man nicht verlieren. Und genau das machte sie gefährlich.