1.1. Krähenschwarm
Über ihm krächzte es in den Ästen. Dann gesellten sich flatternd neue Botschafter seiner Schwester dazu. Das Krächzen wurde einen Moment lauter als sich alle durcheinander begrüßten und Neuigkeiten austauschten.
Beo seufzte. Angeblich redete er selbst viel, aber eindeutig redete er nicht so viel wie die Tiere seiner Schwester.
Er wollte sich gerade an sie wenden und um Ruhe bitten, da kam eine laute Warnung. Es knackte neben ihm und alle Vögel folgen auf.
"Wow, krass, hast du 'nen Schwarm?", fragte sein Findeljunge. Er wurde immer sicherer im Wald stellte Beo erfreut fest.
Schmunzelnd drehte er sich zu Nik um.
1.2. Versuchskaninchen
Nik zuckte neben ihm zusammen. Beo hatte keine Ahnung, was nun der Grund dafür gewesen war, aber er musste lächeln. Immer wenn er Nik ansah, kam ihm der Vergleich mit einem scheuen Tier. Jede Kleinigkeit ließ ihn zucken oder herumfahren, ständig wanderten seine Augen ruhelos durch die Gegend. Gerade reizte es Beo sehr auszutesten, ob er Nik an sich gewöhnen konnte. Immerhin war der Junge freiwillig wiedergekommen.
Beo lachte leise in sich hinein. Wie erwartet zuckte Nik sofort zu ihm herum und brachte Beo damit noch mehr zum Lachen. Die großen Augen schauten ihn misstrauisch an, bevor er sich entspannte.
1.3. Alpakaflausch
"Ein Altuka!" Ein Tier mit schwarzen Glubschaugen kam genau auf ihn zu. Und im Gegensatz zu den ganzen anderen Tieren hier, wusste Nik endlich mal einen Namen. Davon hatte er sogar ein Kuscheltier.
"Unsere Alpakas sind sehr handzahm, aber fassen Sie sie bitte nur an, wenn sie auf Sie zukommen", erklärte der Langweiler, der die Führung machte. Nik streckte die Hand aus, während der Kerl weiteres langweiliges Zeug laberte. Irgendwas über Kamele.
Mit einem Mal drängte sich das Tier an ihn, den ganzen langen Hals und Kopf legte es an Niks Körper. Es war heftig stark, aber auch super weich!
1.4. Spürnase
Nik sah sich um, hier gab es immer noch heftig viel zu sehen. Und es war viel wärmer als man denken würde. Er checkte nicht, wie das sein konnte.
Etwas stieß an sein Bein. Als er runter sah, war da schon wieder dieser Bär! Nik wäre am liebsten sofort weg gesprungen, aber Andy hatte ihm erklärt, das man bei Bären langsam sein musste, sonst fraßen sie dich vielleicht noch.
Der Bär brummte und stieß seine nasse Nase nochmal gegen ihn, widerlich.
"Du sollst ihm Raum geben, vielleicht teilt er dann ja mit dir, was in seinen Taschen ist", sagte Beo.
1.5. schwarzes Schaf
Du solltest zur nächsten Versammlung kommen, wenn du nicht für immer den Ruf des schwarzen Schafs der Familie haben willst, Brüderchen. Vater war letztes Mal so erbost, er hat mir dieses Mal aufgetragen dich so lange daran zu erinnern, bis du kommst. Also versteck dich nicht ständig, du Nervensäge. Das macht es auch nicht besser.
Küsschen deine Schwesti
Beo seufzte innerlich. Seine Schwester verstand genau wie der Rest der Familie nicht, wie rücksichtslos sie waren mit ihren Forderungen. Immerzu setzten sie die Treffen an, wenn er seine Aufgaben erledigen musste oder schlief. Und bei den anderen schimpften sie ihn dafür.
1.6. Eisbär
"Also, dann kommen auch Eisbären?", fragte Nik und sah ihn mit großen Augen erwartungsvoll an. Beo bereute ein wenig, den Jungen ins Vertrauen gezogen zu haben. Es erwies sich als schwieriger zu erklären, als gedacht. Und woher kamen diese Gedankensprünge?
Beo schüttelte den Kopf. "Nein, Eisbären halten zwar auch Winterschlaf, aber sie fühlen sich aus irgendeinem Grund hier nicht wohl. Deswegen kommen keine Eisbären hierher."
"Bestimmt wegen der Bäume! Die kennen ja keinen Wald", plapperte Nik sofort eine Antwort, die Beo schmunzeln ließ. Seit er ihrem ersten Treffen war Nik deutlich redseliger geworden, aber er hatte noch viel zu lernen.
1.7. Bienenstich
"Niklas, ich mag den Kuchen auch nicht und esse ihn deiner Oma zuliebe trotzdem", flüsterte seine Mutter voll nervig. Seinen ganzen Namen zu nutzen war ein Foul. Das machte sie sonst nie. Nich' mal, wenn er Scheiße in der Schule gebaut hatte.
"Schätzchen, Bienenstich magst du doch gerne. Ich habe ihn nur für dich gebacken", flötete Oma happy und lud ihm einfach einen Löffel voll auf den Teller. Die Pampe sah nicht aus als wäre sie essbar. "Hier, noch ein paar Mandeln", meinte sie und schüttete ernsthaft Mandeln aus einer Tüte über den flüssigen Puddingmatsch. Oma wurde verrückt, ohne scheiß.
1.8. Kater
Sein Kopf war schwer und irgendwie wollten sich seine Augen nicht öffnen. Was hatte er gestern Abend getrunken? Eigentlich trank er nicht mehr seit er mit Felix abgestürzt war. Das war ein krasses Erlebnis gewesen, auch wenn sie sich nicht mehr an alles erinnerten. - Vielleicht besser so nach den Filmchen, die er gesehen hatte.
Er wühlte seine Hand aus den Decken um sich über das Gesicht zu reiben. Es fühlte sich haarig an und eklig schwabbelig.
"Runter da!", brummte eine Stimme, plötzlich war sein Kopf viel leichter und kälter. Nik öffnete die Augen um einen dicken, orangen Kater zu sehen.
1.9. Einsiedlerkrebs
Nik glotzte ihn an, obwohl er nicht wollte. Aber Beo hatte gerade etwas krasses gedroppt. #HeftigerScheiß Der Kerl war anscheinend so 'was wie ein Einsiedlerkrebs oder eine Hausschnecke, lebte ständig woanders, hatte sein Zeug immer dabei und war immer allein. Das könnte er nich'. Er brauchte Leute um sich herum und hatte eine Menge Kram.
Beos Bart verzog sich als er lachte. "Du stellst es dir gerade ganz anders vor als es ist. Das sagt mir dein Gesicht. Wenn du deine Gedanken mit mir teilst, dann kann ich dir helfen ein besseres Bild zu bekommen." Nik wusste nicht womit anfangen.
1.10. Brieftaube
Beo beobachtete wie der schwarze Schwarm empört davon flog. Endlich ließen sie ihn in Ruhe, nachdem er einen ernsthaften Versuch gemacht hatte, das frechste Tier in eine kleine Zwischenmahlzeit zu verwandeln. Er hätte auch mit den anderen Tieren geteilt. Hoffentlich würden sie daraus lernen. Aber wahrscheinlich kamen sie schon bald wieder, mit einer empörten Nachricht seiner Schwester im Gepäck. Sie hatte die freie Wahl und schickte trotzdem keine einfache Brieftaube, sondern immer diese dreisten Gesellen, die ständig nach Futter bettelten und zu allem eine Meinung hatten. Und sie kamen gerne in Gruppen, obwohl es nur ein Tier als Überbringer bräuchte.
1.11. bärenstark
Nik guckte verzweifelt zu Beo hoch. Er hatte keinen Plan, wie er jetzt schon wieder in so 'ner peinlichen Situation gelandet war. Das konnte er seinen Freunden nich' erzählen. #Obertrottel #Kannnix #Schonwiedernass Wenn Beo jetzt lachte, würde er heulen.
Aber Beo war bester Mann. Nur mit einer Hand zog er ihn aus dem Eis und den Abhang hoch, schneller als Nik gucken konnte. Das nannte man wohl bärenstark. Mehr als nur ein Flexer.
Er legte Nik schon wieder seinen Mantel um und brummte: "Du hast echt Pech, was? Dann bringen wir dich mal schnell ins Warme, bevor du dich verkühlst."
1.12. Schmetterling
Ein sanftes Kitzeln an seiner Nase weckte Beo. Es war nicht so stark um ihn zum Niesen zu bringen, aber es störte seinen gemütlichen Mittagsschlaf. Widerwillig blinzelnd zwang er seine Augen auf. Ein sich träge bewegendes, buntes Flügelpaar versperrte ihm die Sicht über seine Nase hinaus.
"Was soll das?", fragte er verschlafen. Seine Stimme war auch noch nicht wieder wach.
Statt einer Antwort flog der Falter kichernd auf. Beo rieb sich die Nase um das kribbelnde Gefühl zu vertreiben und richtete sich auf. Jetzt war er wieder wach.
Um ihn herum flog nicht nur ein frecher Schmetterling, es waren viele.
1.13. Nachteule
Nik war wach. Obwohl heute wieder ein total anstrengender Tag gewesen war, an dem er sich ausgepowert hatte. Aber da war noch so viel in seinem Kopf, damit konnte er nicht schlafen.
Er stand auf und sah sich um. Beo hatte ein kleines Licht angelassen, deswegen konnte er noch was sehen, obwohl es hier nachts echt dunkel wurde. Er hätte nicht gedacht, dass es irgendwo so heftig dunkel werden konnte. Aber bei Beo gingen ja die krassesten Sachen ab.
Etwas raschelte und erschreckten ihn total. Bis er sah, das es nur ein Tier war, das hier durch die Gegend flog.
1.14. Katze im Sack
Beo besah sich den zappelnden Sack skeptisch. Nichts gutes zappelte in einem Sack, sagte das nicht sogar ein Sprichwort?
"Boah, was ist da drin?", fragte Nik neben ihm. Er schien neugierig und kein bisschen skeptisch zu sein. Vielleicht fehlte ihm einfach die natürliche Vorsicht, überlegte Beo und erinnerte sich an mittlerweile einige Vorfälle, in denen er Nik nun schon zur Hilfe kommen musste. Oder seine Neugierde war größer als die Warnungen. "Kann ich?", fragte Nik.
Beo überlegte einen Moment und reichte den Sack dann an Nik weiter. Die Flüche daraus waren wahrlich nicht feierlich, aber Nik verstand sie ja nicht.
1.15. Kalter Hund
Ein schwarzer Stein lag auf dem Tisch. Nik checkte nicht, was daran so toll sein sollte wie Beo behauptete. Das Ding essen? Es sah aus als hätte der Kerl mit Scheiße gespielt. No way würde Nik das essen, er musste an seine Zukunft denken.
Jetzt hatte Beo auch noch so 'n Riesenmesser in der Hand! Warum war Nik wiedergekommen?! Andy hatte ihn gewarnt.
"Magst du lieber Löffel oder kleine Gabeln?", fragte Beo mit dem Messer an dem Stein hantierend. Schien echt hart zu sein.
Der Stein kämpfte lautstark und fiel dann doch auseinander. Ey, das war eine astreine Kalte Schnauze!
1.16. Ferkel
"Du Ferkel!", fluchte seine Tante und Nik musste lachen. Sie hatte das einfach nicht drauf. Obwohl sie sogar ein paar Wörter von ihm gelernt hatte.
Sie guckte ihn nun an als wollte sie ihn killen. "Junger Mann, das ist nicht lustig!", drohte sie, aber Nik lachte einfach noch mehr. Er konnte nicht aufhören.
"Dieses Tier ist absolut unerzogen! So etwas sollte man nicht so frei herumlaufen lassen."
"Also bitte -", mischte sich Mama ein, "Au!" Das Tier biss sie ins Bein. Krass, was so ein rosa Tierchen drauf hatte. Voll kein Respekt, Alter!
Jetzt lief es fröhlich auf Nik zu. #Weghier
1.17. Kuhwaschtag
"Mach hinne, Nik!" Nik ignorierte die Rufe und checkte lieber nochmal die Hülle von seinem neuen Handy. Die hatte er für heute extra gekauft und sogar getestet, bevor er sich getraut hatte sein Handy heute wirklich mitzunehmen. Was Mist war, weil er es brauchte, sonst hätte er nicht kommen müssen. Bilder von dieser Aktion waren gerade total im Trend, das konnte er nicht auslassen. Andy machte sogar extra mit.
"Los, Kleiner. Die Kühe waschen sich nicht von alleine", meinte plötzlich eine Frau hinter ihm. Alter, die hatte ihn total erschreckt!
Sie ging an ihm vorbei, in Schürze und mit Kopftuch.
1.18. Brummbär
Da! Beo machte es schon wieder! Nik war sich sicher, dass das Geräusch von ihm kam. Erst nicht, aber jetzt schon.
Beo lief ein paar Schritte und als er stehen blieb, machte er es schon wieder. Er brummte! Der Kerl sah nicht nur so aus wie ein haariger Baum, er machte auch noch funny Geräusche.
Es war zu lustig, Nik musste einfach lachen. Beo guckte ihn deswegen verwundert an.
"Du machst ständig brumm brumm", lachte Nik. Seine Imitation klang leider nicht so geil wie Beo.
Der machte das schon wieder, während er mit den Schultern zuckte. "Ich bin ein Brummbär."
1.19. Quietschtier
Nik hatte im Schnee Müll gefunden. Zumindest wenn es nach Beo ging, aber er hatte dem Jungen das Ding trotzdem getrocknet. Es war unerwartet, er hätte Nik nicht für einen Kuscheltierliebhaber gehalten, aber das Strahlen auf seinem Gesicht hatte eine andere Sprache gesprochen.
Jetzt saß er mit dem Ding im Arm auf einem Hocker gedankenverloren auf die Wand starrend. Das war eine seiner Lieblingsbeschäftigungen, wenn er hier war. Oder er starrte den Alten an. Nun, manchmal starrte der auch ihn an, darin waren sie sich wohl ähnlich.
Plötzlich unterbrach ein Quietschen seine Gedanken. Nik hatte mit dem Arm fest zugedrückt.
1.20. Bergziege
Beo staunte nicht schlecht. Nik sprang neben ihm hin und her und kletterte scheinbar problemlos immer weiter den Berg hinauf. Sonst war der junge Mann tollpatschig und geriet unfreiwillig in seltsame oder gefährliche Situationen. Scheinbar hatte er auch ein verstecktes Talent.
"Du bist ja eine halbe Bergziege, das hättest du ruhig erwähnen können. Dann hätte ich mir weniger Sorgen um dich gemacht und dich schon früher hierher mitgenommen", schmunzelte Beo und kratzte belustigt seinen Bart.
"Nein, Mann, das ist mein erstes Mal", erwiderte Nik flapsig wie so oft. Immerhin nutzte er gerade Wörter, die Beo verstand. "Das macht echt fun!"
1.21. bunter Vogel
Beo hatte ihn sitzen lassen, also so richtig. Wie ein kleines Kind auf einem hohen Stuhl. Nicht wie die Ollen in den Filmen seiner Mutter, die heulten, das sie sitzen gelassen wurden. Nik war nicht mad, weil er hier saß und nicht mit konnte.
Hier war es krass sonnig und voll hübsch für Winter und Wald. Das hätte er früher nie gedacht, aber jetzt checkte er. Es gab trotzdem noch total viel zu sehen. Er konnte nur keine Fotos davon machen. Seine Cam war mies, obwohl sie eigentlich super mega war. Aber zum Beispiel dieser bunten Vogel war zu klein.
1.22. Herdentier
Menschen waren Herdentiere, dachte Beo.
Er beobachtete die Gruppe aus der Ferne und verspürte keinerlei Bedürfnis sich ihnen zu nähern oder sich sogar unter sie zu mischen. Er verstand den Reiz daran nicht, zu so vielen unterwegs zu sein. Sie schienen tatsächlich den Wald im Winter sehen zu wollen mit seinen Bewohnern. Aber sie waren zu laut um die größeren Tiere zu beobachten und zu schnell um die kleineren zu würdigen. Deswegen waren Menschen dumme Herdentiere. Sie hätten in kleineren Gruppen mit Abstand gehen können. Sie könnten langsamer und leiser sein. Aber sie konnten sich nicht aus ihrer Herde lösen.
1.23. Katzenjammer
Die kleine schwarz-weiße Katze stand vor ihm und glotzte zu ihm hoch. Ohne Scheiß. Die zwinkerte nicht mal. #zuvieleHorrorfilme Sonst wäre sie ganz cute.
Nik überwand seinen Schiss, war ja nur 'ne kleine Katze, und holte sein Handy raus um ein Foto für seine Story zu machen. Die Follower würden es lieben.
Plötzlich schrie das Tier los! Nik hätte fast sein Handy fallen lassen so plötzlich kam das. #SchreckdesLebens #Krasslaut #NeverevereineKatze
Und sie machte weiter! Schnell stellte Nik auf Video um. Das glaubte ihm keiner.
Als er auf Play drückte schmiss sie sich an seine Beine und war still. #Verarsche
1.24. Hummeln im Hintern
Nik stand zum zehnten Mal auf um sich an einen anderen Platz zusetzen. Ohne, dass es dafür einen offensichtlichen Grund gab. Er machte Beo damit langsam verrückt. Wie sollte man so seinen Mittagsschlaf halten? Was hatte er überhaupt?
"Was ist los? Hast du Hummeln im Hintern?", raffte er sich schließlich doch auf zu fragen, als Nik sich nicht, wie erwartet, nach ein paar Schritten wieder setzte.
Nik sah ihn kurz panisch an und drehte sich um sich selbst. "Hummeln in meinem Hintern?!" Es wäre lustig, wenn Beo nicht so müde wäre.
Er hob seine Decke an und klopfte neben sich.
1.25. toller Hecht
Nik war begeistert. Er hatte die perfekte Idee! #Macher #Superhirn
"Lass uns in den Wald gehen. Jetzt mit dem Schnee sieht das bestimmt geil aus", schlug er Beo vor. Er konnte nicht verpassen, ein paar Fotos als Content zu machen. Und er würde super gerne sehen, wie Beo sich durch den Schnee schob. Vielleicht konnte er davon auch ein Foto machen. Bis jetzt hatte Beo es geschafft jedes Foto zu dodgen. #Ninjaoderso?
Beo schüttelte den Kopf. Sogar sein Bart wackelte dieses Mal. "Du hältst dich wohl für einen besonders tollen Hecht. Es ist dunkel und wir sind schon längst eingeschneit."
1.26. sturer Esel
"Du sturer Esel!", rief Nik und stampfte mit dem Fuß auf. Was Beo allerdings nur zum Lachen brachte. Er hatte nicht gewusst, das Nik solch ein Schimpfwort kannte und nutzte. Es passte nicht zu dem jungen Mann, der sonst ganz andere Worte nutzte. Und das Stampfen mit dem Fuß ließ ihn unbeabsichtigt wieder jünger erscheinen. Nein, so konnte er ihn beim besten Willen nicht ernst nehmen.
"Was lachst du so?! Checkst du nich' wie ernst ich das mein'?", regte Nik sich weiter auf. So klang er viel mehr nach sich selbst. Es vertrieb das Bedürfnis ihm den Kopf zu streicheln.
1.27. des Pudels Kern
Nik chillte auf dem Teppich. Die Decke war langweilig, aber ohne Handy bockte halt nichts richtig. Seine Mutter hatte ihn zum shoppen gezwungen, als Andy ihr das gesteckt hatte. Shoppen mit Ma war Hölle. Aber das checkte Andy nicht. Andy mochte seine Mutter. Hätte er doch selbst gehen können.
"Total boring!", erklärte er der Decke.
"Ich könnte dir dagegen helfen, Nik." Ma tauchte aus dem Nichts über ihm auf. #Jumpscare #Scary
Er protestierte, aber sie lachte nur. Ihre Ideen waren in letzter Zeit immer krass langweilig gewesen. "Ernsthaft, Ma. Das crazy."
"Nein, Sohn, das ist wohl eher des Pudels Kern."