Kapitel 1
Nachdem Tony Stark, in einem Hydra Bunker in Sibirien, auf einer alten Aufzeichnung, mitansehen müsste, wie der Winter Soldier seine Eltern getötet hatte, fragt er seinen besten Freund Steve Rogers. „Wusstest du davon?“
Steve konnte ihm nicht in die Augen sehen, sah stattdessen zu Boden und versuchte sich heraus zu reden und antwortete nur. „Nicht mit Gewissheit.“
Tony war darüber so erbost, dass er auf seinen Freund los gehen und zu Schlag ausholen wollte, allerdings ging Bucky geistesgegenwärtig dazwischen und warf sich vor Tony auf die Knie. „Tu das nicht, es ist alles meine Schuld. Ich erinnere mich daran und auch wenn ich es nicht gewollt habe, sind sie doch wegen mir Tod. Lass deine Wut einfach an mir aus und wenn es dich tröstet, dann töte mich. Es wäre ohnehin besser so. Ich habe kaum Kontrolle über mich selbst. Ein falsches Wort und ich könnte sofort wieder Amok laufen!“
Tony holte aus, er wollte den Winter Soldier wutentbrannt töten, allerdings konnte er es nicht, um den Tod seiner Eltern zu rächen, reichte es ihm nicht, den gebrochene Mann, der vor ihm kniete zu töten, er wollte die Männer hinter dem Winter Soldier, der nur eine Marionette, war, ausschalten.
Iron Man wandte sich von ihm ab. „Eigentlich mache dir keine Vorwürfe. Aber deinen Auftraggebern, schon. Sag mir bitte wer es war, der den Tod meiner Eltern wollte und dich dazu manipulierte, sie zu ermorden und dann sehen wir weiter.“
Bucky, der schon vor Jahren von der Organisation, die ihn gehirngewaschen hatte, geflohen war, versuchte sich verzweifelt, an den letzten Standort zu erinnern und gab diesen an den Mann aus Eisen weiter.
Tony verabschiedete sich, mit den neuen Informationen und mit den Worten. „Ihr wartet hier, bis ich wieder da bin!“, und Flog so schnell, er konnte seinem Ziel entgegen.
Steve und Bucky sahen ihm einfach nur hinterher bis Captain America das Wort ergriff. „Warum hast du das getan? Warum hast du ihm das alles erzählt und ihm angeboten, dich zu töten?“
Bucky erschrak über die ehrlichen Worte, seines Freundes. „Ich bin doch wirklich Schuld, an ihrem Tod, außerdem hatte er das Recht die Wahrheit zu erfahren und den Tod habe ich schon lange verdient. Desweiteren wollte ich eure Freundschaft nicht zerstören. Ihr wart im Begriff aufeinander loszugehen und miteinander zu kämpfen. Das wäre aber niemals in meinem Sinne gewesen. Steve, du darfst mich nicht beschützen. Du musst mich vergessen und glücklich werden.“
Steve fluchte vor sich hin und tigerte rastlos in der Nähe von Bucky umher. „Wie kannst du nur so etwas sagen? Das will ich nie wieder hören. Ich mache mir gerade einfach nur Gedanken, was ist, wenn wir jetzt hier auf ihn warten und er dich dann wirklich töten will?“
Bucky wurde ganz ruhig. „Dann ist es so. Ich habe so viele Menschen im Laufe der Zeit getötet und habe den Tod wirklich verdient. Ich bitte dich erneut inständig nicht Partei für mich zu ergreifen.“
Steve konnte darauf nichts mehr sagen, er wusste nur, dass er seinen Freund unter Einsatz seines Lebens beschützen würde und so verstummt die beiden Männer daraufhin, festgefahren und hatten ihre jeweiligen Entscheidungen getroffen.
Steve und Bucky, mussten fast eine Stunde warten, bis Toni nach gefühlten Stunden wieder auftauchte.
Nachdem er vor den beiden anderen Männern gelandet war, mussten diese feststellen, dass seine Rüstung Blut besudelt war und auch wenn er nicht darüber sprechen wollte, wussten doch alle im Raum, dass er seine Rache bekommen hatte.
Steve sah ihn mit Abscheu in den Augen an. „Fühlst du dich nun besser, nachdem du zum kaltblütigen Mörder geworden bist?“
Tony versuchte sich nichts anmerken zu lassen und sich wie immer zu geben. „Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Ich kann es nicht genau sagen, aber es hilft definitiv und verhindert, dass ich ein weiteres Opfer in dieser Geschichte heute zum alleinigen Sündenbock mache.“
Steve lächelte kurz als er das hörte. „Und was hast du jetzt vor? Auch wenn ich Bucky, wie einen Bruder liebe, können wir ihn nicht in der Welt alleine herumstreifen lassen. Wir müssen...“
Bevor sein Freund den Gedanken zu Ende spinnen konnte, war es James, der sich einmischte. „Ihr müsst mich töten. Ich mag zwar nicht der Hauptschuldige, in dieser Geschichte sein, sondern mehr ein Werkzeug, aber ich bin ein gefährliches Werkzeug und wenn man, nur ein falsches Wort zu mir sagt, würde ich jeden einzelnen von euch sofort ohne mit der Wimper zu zucken töten.“
Steve schluckte schwer, etwas ähnliches hatte seinen Freund ihm zwar schon gesagt, als sie unter sich waren, aber dass er dies noch einmal vor Tony aussprach, machte, ihm zu schaffen, was würde Iron Man über das erneute Angebot denken?
Tony allerdings, hatte sich mittlerweile mit seiner Rache abgefunden und wollte dem anderen Mann nichts Böses. „Du kommst einfach mit in die Basis, dort werden wir dich im Keller einsperren und versuchen, die Programmierung von dir zu nehmen. Ich muss dir sagen, ich will nicht, dass du so einfach stirbst, ich will, dass du dich wieder deiner selbst entsinnst und versuchst die Taten, die du unter Zwang getan hast, wieder gut zu machen.“
Der Winter Soldier, sah beschämt auf seine Hände, auch wenn sie gerade einmal nicht blutig waren, sah er sie immer rot getränkt vor sich. „Gibt es denn Wiedergutmachung für die Taten die ich begangen habe?“
Antonie stark überlegte kurz. „Ich denke, dass das die Zeit zeigen wird. Allerdings bitte ich dich keine Schwierigkeiten zu machen, wenn wir dich hier wegbringen, sonst muss ich Gewalt anwenden.“
James nickte. „Ich werde keine Schwierigkeiten machen. Ich verspreche es. Bitte sperrt mich irgendwo ein. Wo keiner zu mir Zugang hat, der irgendwie auf meine Programmierung Auswirkungen nehmen kann.“
Sowohl Tony als auch Steve stimmten James zu, während sie einigen Stunden später, schließlich im Avengerkomplex angekommen waren und Bucky in einer der Zelle, im Keller eingesperrt hatten.
Kapitel 2
Seit dem Vorfall in Sibirien waren mittlerweile einige Tage vergangen, in denen der Winter Soldier wie ein Einsiedler im Keller lebte und als einzige Gesellschaft nur Tony und Steve hatte.
Die Männer versuchten bei jedem Besuch, die Programmierung des Winter Soldiers von dem sanftmütigen Bucky Barnes zu lösen.
Anfangs tat Tony es nur, um seinem Freund Steve einen Gefallen zu tun. Doch nachdem er einige tiefgründige Gespräche mit James geführt hatte und dieser am Ende jedes einzelnen leise sagte: „Es tut mir leid, dass ich deine Eltern getötet habe. Auch wenn ich es mit meiner Entschuldigung niemals wiedergutmachen kann, werde ich sie niemals vergessen. Sie verfolgen mich in meinen Träumen. Aber das ist auch gut so, denn ich darf niemals vergessen, was ich getan habe“, änderte sich alles.
Als Iron Man diese Worte zum ersten Mal hörte, war es um ihn geschehen. Der Milliardär hatte eigentlich nie wirklich Interesse an Männern gehegt, doch seit Pepper ihn verlassen und das Land gewechselt hatte, um ihn endgültig zu vergessen, hatte er sein Leben völlig überdacht. Das führte schließlich dazu, dass er abstinent lebte und dem Alkohol vollständig entsagte.
Nachdem sie drei Tage später weitere Erfolge beim Brechen der Manipulation erzielt hatten, begann Tony, für den Winter Soldier einen neuen Arm zu bauen. Steve stellte dafür sein Schild als Ausgangsmaterial zur Verfügung, sodass sein Kindheitsfreund nun einen Arm aus reinem Vibranium erhielt – in den legendären Farben, die Captain America sein Leben lang getragen hatte.
Die drei arbeiteten so akribisch und ausdauernd, dass der Winter Soldier binnen drei Monaten endlich wieder zu sich selbst fand. Als James Barnes kehrte er in die oberen Etagen des Avenger-Komplexes zurück und nahm seine neue Aufgabe als Avenger an der Seite von Tony und Steve auf.
Neu programmiert und voller Tatendrang zog der neue Winter Soldier mit seinen Kameraden los.
Er versuchte, seine Vergangenheit als Auftragskiller zu verleugnen und sich als strahlender Held unter die anderen zu mischen. Zunächst gelang ihm das mit Bravour. Doch nachdem der Feind besiegt war und die Überlebenden jubelten, wurde er von einem Passanten erkannt und als der Killer entlarvt, der er einst gewesen war.
Dieses Ereignis ließ ihn erneut in den Keller zurückkehren, wo er sich wieder in einer der Zellen einquartierte.
Steve versuchte jeden Tag, seinem Freund Mut zu machen, doch nichts half. Der Mann, der neunzig Jahre lang unter russischer Kontrolle gestanden hatte, wollte sich nicht weiter mit seinen Taten konfrontieren lassen. Er war zwar bereit, sie wiedergutzumachen, doch er konnte es nicht ertragen, weiterhin als Mörder angesehen zu werden.
Schließlich war es Tony, der ihm neuen Mut machte, nachdem Steve beinahe aufgegeben hatte.
Gegen seinen eigenen Willen betrat der Mann, diesmal nicht als Iron Man sondern als Tony Stark, die Zelle und setzte sich neben den anderen auf die schmale Pritsche.
Der ehemalige Soldat ließ ihn gewähren, sagte jedoch kein Wort, was der Milliardär nutzte, um selbst zu sprechen. „Anfangs habe ich dich mehr als alles andere gehasst und mich über deine innere Zerrissenheit gefreut. Aber jetzt ist alles anders. Ich habe eingesehen, dass du keine Schuld an dem trägst, was meinen Eltern widerfahren ist. Und ich war erleichtert, als du gesagt hast, dass du sie niemals vergessen wirst – denn auch ich werde sie nie vergessen. Aber weißt du was? Ich bin unglücklich, wenn du unglücklich bist. Du hast es nicht verdient, so behandelt zu werden. Du bist auch nur ein Opfer in dieser Geschichte.“
Der Winter Soldier schüttelte heftig den Kopf.„Ich bin kein Opfer. Ich bin das Monster in dieser Geschichte. Es schmeichelt mir, dass du mich nicht mehr hasst, aber zugleich schäme ich mich dafür. Früher war ich anders. Ich glaube, du hättest mein früheres Ich gemocht. Vielleicht wären wir damals sogar die besten Freunde geworden.“
Tony war so gerührt, dass er etwas tat, ohne vorher darüber nachzudenken. Er berührte die Hand des anderen und sagte leise: „Vielleicht. Aber ich mag dich jetzt genauso, wie du bist.“
Die beiden sahen sich lange an, ohne ein weiteres Wort zu wechseln. Schließlich ließ Tony seine Hand los und verließ die Zelle – diesmal jedoch, ohne sie abzuschließen. „Wenn du so weit bist, kannst du jederzeit wieder hochkommen, aber solange du dich hier unten verkriechst, werde ich jeden Tag nach dir sehen.“
Eine Woche lang ging das so, bis Iron Man den Winter Soldier, der verzweifelt nach einem neuen Namen suchte, unter dem er als Held auftreten konnte, zumindest dazu überredet hatte, den Keller zu verlassen.
Noch war der über hundertjährige Mann jedoch nicht bereit, wieder mit den Avengers auf Mission zu gehen. Stattdessen trainierte er mit den jungen Avengers und bezog erneut das Zimmer, das Tony ihm zur Verfügung gestellt hatte.
Weitere Wochen vergingen, in denen sich der Winter Soldier zunehmend zurückzog und fast vollständig in seinen Albträumen versank, bis Tony ihn schließlich zu einer Feier einlud, um die Taten der Avengers zu ehren.
Tony wollte, dass James daran teilnahm und sich amüsierte. Doch dieser scheiterte, mit seiner Einladung schon nach wenigen Sekunden. James schüttelte nämlich den Kopf, ohne Tony anzusehen. „Ohne mich. Feiert bitte allein. Mir geht es in letzter Zeit nicht gut und so wie ich gerade bin, wäre ich keine gute Geschellschaft.“
Das ließ den Milliardär hellhörig werden. Er trat ins Zimmer, obwohl er das Gespräch eigentlich nur zwischen Tür und Angel führen wollte. „Was meinst du damit? Dir geht es nicht gut, hast du etwa schmerzen?“
James schüttelte erneut den Kopf. „Ich habe keine Schmerzen in dem Sinne. Ich träume einfach nur schlecht.“
Tony sah ihn skeptisch an. „Albträume?“
Der Winter Soldier nickte betrübt. „Ja. Ich träume von den vielen Menschen, die ich getötet habe. Jetzt, wo ich wieder klar bin und nach den Anfeindungen bei unserer letzten Mission, ist mir mehr als einmal bewusst geworden, dass ich das, was ich getan habe, nie wiedergutmachen kann.“
Tony wandte kurz den Blick ab und dachte an das Schicksal seiner Eltern, schüttelte diese Gedanken aber ab. James war kein Mörder, er war nur ein Werkzeug gewesen, niemand beschuldigte bei schlimmen Taten schließlich die Waffe selbst.
Er versuchte, das Thema zu wechseln. „Mach dir darüber keine Gedanken. Heute ist ein Fest, und ich habe dich als meine Begleitung ausgewählt.“
Bucky sah ihn skeptisch an. „Ich werde keine gute Begleitung sein. Such dir lieber jemand anderen, der besser zu dir passt. Ich bleibe hier und sehe fern.“
Tony trat wütend näher, ergriff ihn am Kinn und zwang ihn, ihn anzusehen. „Nein. Du bleibst nicht hier. Du hast meine Eltern getötet und wenn ich will, dass du mich heute begleitest, dann wirst du das tun.“
Kaum hatte er es ausgesprochen, erschrak Tony Stark über sich selbst. Doch bevor er sich entschuldigen konnte, stand James auf. „Ich werde dich begleiten, wenn du das willst. Und ich werde versuchen, die perfekte Begleitung zu sein, die du verdienst.“
Tony wollte sich, für seinen Ausbruch entschuldigen, doch er ließ es dabei bewenden. „Okay. Ich hole dich in einer Stunde ab. Zieh dir etwas Hübsches an und mach etwas mit deinen Haaren, die sehen echt schrecklich aus außerdem, verdecken sie nur dein schönes Gesicht.“
Kapitel 3
Eine Stunde später stand Tony in einem gut geschnittenen, gestreiften Anzug erneut vor dem Zimmer des Anderen und genierte sich etwas an die fremde Tür anzuklopfen, weil er sich noch immer, für die Worte schämte, mit denen er James, nicht nur gezwungen sondern auch verletzt hatte, allerdings wäre er nicht Tony Stark wenn er in Selbstmitleid oder Reue verging und so öffnete er ohne zu klopfen die Tür, wo seine Begleitung schon auf dem Bett saß und auf ihn wartete.
Der 100-jährige, der sich mittlerweile seine Haare kurz geschnitten hatte, trug eine schwarze Hose und einen Blazer in der gleichen Farbe, hatte aber statt einem weißen Hemd, einfach ein weißes T-Shirt gewählt, was ihm in der gemeinsamen Kombi wirklich außerordentlich gut stand.
Anthony sah ihn, mit großen Augen an und machte ihm sofort ein Kompliment, über die Veränderung. „Oh mein Gott, ich hätte dich fast nicht wieder erkannt.“
James sah seinen Gegenüber nun auch an. „So schlimm. Ich habe mir die Haare selbst geschnitten, mit einer Schere, die eigentlich zu einem Verbandskasten gehört und für Verbände vorgesehen ist.“
Der Milliardär schüttelte sofort mit dem Kopf. „Nein, deine Frisur und dein Outfit sehen einfach nur klasse aus. Ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass unter dieser Mähne ein so schöner Mann stecken würde.“
James lächelte kurz, allerdings wusste er nichts weiter darauf zu sagen, er wollte sich nicht dafür bedanken, weil er es in seinen Augen nicht verdient hatte, so ein Kompliment zu erhalten, ebenfalls war er nicht in der Lage dem anderen Mann ein Kompliment zu machen, da er schon seit vielen Jahrzehnten keine Verabredung mehr gehabt hatte.
Allerdings zwang er sich, nach einigen Sekunden, doch dazu etwas, zu dem anderen Mann zu sagen. „Du siehst auch gut aus, verzeih, wenn es etwas plump klingt, aber mein letztes Date hatte ich, bevor ich in den zweiten Weltkrieg gezogen bin.“
Tony lächelte mitleidig. „Mach dir keine Gedanken, ich habe außerordentlich viel Erfahrung im Daten und werde die Zügel in die Hand nehmen und der perfekte Begleiter sein.“
Bucky, war damit so überfordert, dass er erneut nicht wusste, was er sagen sollte, doch diesmal sagte er wirklich nichts und ließ sich von dem anderen Mann an der Hand ergreifen und in das Partygeschehen schleifen.
Die Veranstaltung der Avengers wurde ein völliger Erfolg und Tony Stark war, wie er es versprochen hatte, die perfekte Begleitung, beschützte James vor eventuell aufkeimenden Anfeindungen und ließ ihn ebenfalls nie alleine, nicht einmal als Steve sich zu ihnen gesellte.
Stunden später, verließ Tony, so nüchtern, wie er es noch nie bei einer Veranstaltung gewesen war, mit seiner Begleitung zusammen die Feier wieder.
Der Milliardär, war so ein Gentleman, dass er sogar seine Begleitung zurück auf sein Zimmer begleidete, sich auf die Zehenspitzen stellte und ihn einen sanften Kuss auf die Lippen gab.
Diese Liebesbekundung, wurde von dem anderen Mann überhaupt nicht erwidert, da er weder damit gerechnet hatte und auch völlig aus der Übung war.
Nachdem Tony das bemerkte, wurde er unsicher und entschuldigte er sich sofort, den anderen so überrumpelt zu haben.
James winkte, allerdings ab. „Mach dir keine Gedanken. Ich war nur im Moment so überfordert, dass ich nichts erwidern konnte.“
Tony lächelte, süffisant. „Stimmt, du hast mir schon gesagt, dass du seit beginn des Krieges kein Date mehr gehabt hattest. Dann will ich dich morgen noch einmal zu einem richtigen Date ausführen, damit du gleich mehr Routine bekommst.“
Der Winter Soldier starrte ihn an. „Bist du sicher, dass du das alles willst. Ich meine mit mir zusammen rausgehen, was ist wenn man mich wiedererkennt und auch dich schneidet. Willst du nicht...?“
Der Mann unterbrach ihn. „Ich kann mir schon vorstellen, was du weiter sagen willst, aber ich habe es für mich so entschieden. Wenn du mit mir morgen noch einmal ein Date vollbringen willst, werden wir zusammen in die Stadt gehen. So wie du jetzt aussiehst, werden dich bestimmt, die meisten Menschen nicht wieder erkennen. Außerdem, als Abschluss für unser erstes Date, wollte ich dir mitteilen, dass ich an einer Begnadigung für dich arbeite und kurz davor bin, diese zu bekommen. Der oberste Gerichtshof stimmt mit mir überein, dass du auch nur ein Opfer von Hydra bist.“
James erstarrte. „Eine Begnadigung für meine Taten. Das Habe ich nicht verdient. Eigentlich sollte ich für den Rest meiner Tage in einem Gefängnis, vor mich hin vegetieren und meine Zeit damit verbringen darüber nachzudenken was ich getan habe.“
Tony schüttelte mit dem Kopf. „Du musst immer alles mies reden. Außerdem denkst du doch schon genug über deine Taten nach. Sie verfolgen dich sogar bis in deine Träume, da brauchst du doch kein Gefängnis.“
James sagte darauf nichts mehr und auch Tony erwiderte nur. „Relax jetzt erst einmal und mach dich bereit, morgen das schönste Date deines Lebens zu haben. Ich werde dich um 10 Uhr abholen. Zieh dir etwas hübsches an und überlass mir den Rest.“
Die nächsten Stunden dachte der junge Mann, der eigentlich schon über 100 Jahre alt war, darüber nach, was die letzten Stunden geschehen war und dass Tony ihn einen Kuss gegeben hatte. Wehmütig dachte er an die Vergangenheit zurück und dass es zu seiner Zeit, unter Strafe verboten war, an einen Mann auch nur mit romantischen Gefühlen zu denken.
Allerdings hatte er schon festgestellt, dass es in dieser Zeit anders war und so überlegte er, ob er überhaupt mit einen Mann etwas anfangen wollte.
Er dachte mit hochrotem Kopf an den Kuss, den die beiden vor einigen Minuten miteinander geteilt hatten zurück und kam zu dem Entschluss, dass er wohl eher bisexuell war, denn wenn er, an seine weiblichen Bekanntschaften dachte, wurde ihm genauso heiß.
Zumindest hatte er diesen Begriff in Bezug auf eine zwiegespalten sexuelle Orientierung aufgeschnappt.
James grübelt weiter und kam zu dem Entschluss, dass er eigentlich überhaupt kein glückliches Leben, mit einem geliebten Menschen an seiner Seite verdient hatte, aber andererseits konnte er doch nicht, wenn Tony, so glücklich mit ihm war, sich völlig dagegenstellen und ihn somit unglücklich machen.
Der ehemalige Winter Solider raufte sich frustriert die Haare und versucht verzweifelt auf einen Nenner zu kommen, allerdings lies er das Thema nach einem Blick auf die Uhr und nach der Feststellung, dass es schon 4 Uhr morgens war, fallen, legte sich in seinem Bett und schlief einige Minuten später auch sofort ein.
Vier Stunden später stand der Mann wieder auf, duschte sich und zog genau die gleichen Sachen wie vom Vortag an, um dann eine weitere Stunde auf Tony zu warten.
Der Mann mittleren Alters, kam wieder, wie selbstverständlich ohne anzuklopfen, in das Zimmer des anderen Mannes und gab ihm einen Kuss auf die Lippen.
Die beiden Männer zogen, nach einer kurzen Umarmung, gemeinsam in einer Limousine los und gingen die nächsten Stunden zusammen ins Kino, Essen und verbrachten schließlich, nachdem sie wieder im Anwesen der Avengers waren, die ganze Nacht miteinander.
Eigentlich war das James äußerst unangenehm, aber wie es die letzten Tage auch schon war, wollte Tony es und bekam wie immer seinen Willen.
Kapitel 4
So ging die nächsten Tage ins Land und wenn Tony nicht gerade mit den Avengers unterwegs war, war er mit James unterwegs und versucht ihn völlig für sich zu vereinnahmen.
Was auch immer mehr geklappt, da James sich mittlerweile auch in den anderen Mann verliebt hatte und ihm sein Rat, lieb und teuer war.
Allerdings führte dieser Aspekt, bei ihm nur dazu, dass er sich noch größere Gedanken machte, nicht nur um seine Zukunft, sondern auch, ob er es überhaupt wert war, jetzt so glücklich zu sein und derartig umsorgt zu werden.
Obwohl sich der zweite Gedanke recht schnell für ihn beantwortete, da der andere Mann sich wirklich so sehr in ihn verliebt hatte, dass er selbst, wenn er mit den Avengers in gefährlichen Situationen unterwegs war, ihn täglich mit Nachrichten und Anrufen bombardierte, wenn er sich also gegen Toni stellen würde, wäre dieser unglücklich und das konnte er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren.
Schließlich hatte er sich vorgenommen, seine Taten wieder gut zu machen, auch wenn er diesbezüglich gerade nicht sonderlich viel Tat, als den einen glücklich zu machen, dem er im jugendlichen Alter die Eltern geraubt hatte und seine anderen Opfer aufzulisten.
Die Antwort auf den erste Gedanken, kam ihn, nur wenige Tage später, als er mit Tony im Bett lag, wo sie sich leidenschaftlich küssten und James verzweifelt versuchte den anderen Mann von seinen intimen Stellen fernzuhalten, da dieser endlich mehr wollte, platzte es plötzlich aus ihm heraus. „Ich möchte kein Avengers mehr sein.“
Tony der völlig erhitzt von ihrem Liebesspiel war, erwiderte. „Und das fällt dir jetzt ein. Während ich verzweifelt versuche dich zu vernaschen und dazu zu kriegen, dich mir endlich weiter zu öffnen?“
James lächelt gequält. „Was soll ich sagen? Seit Tagen beschäftigt mich nun einmal nur dieses eine Thema, indem ich überlege, was ich mit meiner Zukunft anfangen soll.“
Tony sah ihn verständnislos aus großen Augen an. „Aber, du bleibst natürlich an meiner Seite, da gibt es kein, wenn und aber?!“
James nickte. „Natürlich werde ich, so lange bei dir bleiben, wie du es wünschst. Aber was mache ich, wenn du beschäftigt bist, darüber denke ich schon die ganze Zeit nach und deswegen habe ich mich dazu entschieden, kein Avengers zu werden. Ich möchte einfach nur Wiedergutmachung leisten. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich das anstellen soll, aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass der Superhelden Part, nicht das richtige für mich und viel zu schmerzhaft für meine Opfer ist. Niemand wird mir jemals abnehmen, dass ich soweit auf der Seite des Guten stehe, dass ich für die Menschen kämpfe.“
Toni nickte. „Alles was du willst, Baby, wenn dich das glücklich macht. Deine Begnadigung ist übrigens auch durch, schon seit Tagen. Ich wollte es dir immer wieder sagen, aber ich hatte Angst, dass du dich vielleicht für jemand anderen entscheiden könntest. Wenn du weißt, dass ich nicht mehr deine einzige Chance auf Freiheit und Leben bin.“
James sah ihn nun wiederum verständnislos an. „Was meinst du damit? Ich mag niemand anderen außer dir... So....“
Tony richtet sich, überglücklich aus dem Bett auf und holte sich einige Küsse von seinem Geliebten, bis er weitersprach. „Oh mein Gott und ich Vollidiot habe mir unheimlich wieder Gedanken gemacht, dass du dich eventuell, Steve zuwenden könntest, wenn deine Begnadigung durch ist.“
James schüttelte weiter überrascht mit dem Kopf. „Warum sollte ich das? Wir sind seit Kindertagen die besten Freunde. Außerdem ist Steve gerade mit anderen Dingen beschäftigt, die er mir nicht sagen will, er hat also mit sich genug zu tun und kann mich nicht in seinem Leben gebrauchen.“
Tony nickte wohl wissend und etwas schuldbewusst, schließlich war er es der Steve von morgens bis abends beschäftigte, um ihn von James fern zu halten. „Mach dir deswegen keine Gedanken. Ich habe genug Zeit für uns beide.“
Mit diesen Worten küsste er den anderen Mann und versuchte sich abermals in dessen Hose zu schleichen. James allerdings verhinderte dies erneut. „Verzeih mir, aber ich bin wirklich noch nicht so weit, ich weiß, was du willst und ich bin auch bereit, dich gewähren zu lassen, aber noch nicht sofort. Ich muss mich vorerst damit anfreunden, jetzt mit einem Mann zusammen zu sein und mich ein wenig über das Internet informieren, wie das eigentlich zwischen Männern... so... geht.“
Tony lächelte den anderen Mann an. „Wenn du magst, können wir uns morgen Abend gerne zusammen informieren. Ich besorge uns auch ein paar anregende Filme.“
James lief rot an und nickte nur was Tony, dazu brachte, das Gespräch erneut an sich zu reißen. „Und was dein Ziel betrifft, wir werden zusammen versuchen die Taten die du begangen hast wieder gut zu machen. Wir suchen zunächst, weiter die Leute raus, an die du dich erinnerst und dass ist, denke ich ein guter Anfang, sich bei all den Menschen zu entschuldigen. Wie wir, das aber genau anstellen, müssen wir noch überlegen. Ich möchte niemanden der einen üblen Rachefeldzug vom Stapel bricht und dann hier auftaucht, um uns zu töten.“
James nickte schuldbewusst. „Wenn du mir hilfst, werde ich in einigen Jahren vielleicht von diesen Schuldgefühlen befreit sein und vielleicht gelingt es mir auch irgendwann wirklich meine Taten wieder gut zu machen.“
Mit diesen Worten schliefen die beiden gemeinsam und eng umschlungen ein und waren sich sicher, ihre Zukunft schon irgendwie gemeinsam zu gestalten.