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Daily Drabble

Schreibaktion im November
von

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Ausnüchterungszelle

Diana wimmerte. Sie hasste sich und alles, was überhaupt passierte. Die Party war mehr als ein Flop.

Jemand kam rein und brachte ihr einen Becher. Ihr Arm wurde verbunden und auf sie eingeredet.

Diana wimmerte wieder und konnte ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.
 

Die Krankenschwester hörte ihr zu. Sie war stolz auf das Mädchen, was sie ihr auch sagte.

Sich in diesem Alter gegen die Freunde zu stellen, war mutig. Natürlich war es nicht klug, sich danach zu betrinken. Zum Glück wurde Diana von einer Streife ins Krankenhaus gebracht.
 

Das Mädchen legte sich auf die Pritsche und döste irgendwann ein.

Gewächshaus

Vorsichtig zupfte Werner die welken Blätter der Rosen ab. Ohne Handschuhe, lieber liess er sich piksen. Sein Smartphone läutete und mit dem Sprachbefehl nahm er den Anruf an.

„Hey, Green W! Alles klar?“, ertönte die Stimme seines besten Freundes.

Sie sprachen davon, Mädels abzuschleppen und vielleicht die Eine fürs Leben zu finden.

 

„Green W, brauchst du ’nen Dummen? Melde mich dafür.“

Werner lachte laut und nahm das Angebot an.

Er liebte das Gewächshaus, das er von seiner Tante erbte.

Trotzdem wurde es für ihn manchmal zu viel. Zum Glück würde sein bester Freund ihn niemals im Stich lassen.

Feenkreis

Jan winkte seinen Ehemann zu sich. Zeigte auf die Pilze, die im Kreis gewachsen waren.

Jan war so aufgeregt, dass er fast die Honigbonbons verlor, die er in der Hand trug.

„Sind Feen nicht gefährlich und mögen es nicht, gestört zu werden?“

Jan wollte gerade anfangen, einen Vortrag zu halten, aber ein Schwarm Schmetterlinge lenkte ihn ab.

Jan legte das Bonbon in den Feenkreis, kniete sich hin. Zitierte ein altes Gedicht.
 

Sein Ehemann sah ihm zu. Er liebte Jan über alles, mit aus seinem tiefsten Herzen.

„Jan, ich bin stets an deiner Seite.“

Ein Schmetterling setzte sich auf seine Schulter.

Wartezimmer

Frau Pankin, Sie sind die Nächste.“

Der Arzthelfer führte die Patientin aus dem Wartezimmer. Ihre Nichte verdrehte die Augen. Ihr Smartphone hatte keine Energie mehr und sie hatte das Ladekabel vergessen.

Sie hatte keine Lust, sich mit den dämlichen Heftchen der Regenbogenpresse zu beschäftigen oder sich die Bilder anzuschauen, die an der cremefarbenen Wand hingen.

 

Grummelig starrte sie die Kaffeemaschine und die Wasserflaschen an, an denen man sich bedienen konnte. Dachte daran, was sie alles verpasste.

Als der Arzthelfer sie holte, war sie immer noch schlecht gelaunt.

Doch ein Satz von ihrer Tante veränderte alles.

„Ich bin gesund“, flüsterte sie.

 

Parkplatz

Das machst du jetzt nicht!“

Rita sah ihre Liebste an, die aus dem Auto stieg.

„Wir machen hier ein Picknick. Hier kommt eh niemand vorbei.“

Tina bereitete alles vor. Sogar einen Sonnenschirm stellte sie auf.

Rita musste über sie staunen. Immer wieder kam sie auf Ideen, die anderes waren. Deswegen liebte sie Tina so sehr.
 

„Willst du mit mir einen Ausflug nach Spanien unternehmen? Für, sagen wir, drei Monate?“

Rita lachte. Tina bleibt eben Tina.

„Du hast alles vorbereitet?“, flüsterte Rita und fiel ihrer Freundin um den Hals.

Sie küssten sich, kümmerten sich nicht um die gaffenden Leute, die paktierten.

Fussballfeld

Es war natürlich, dass es den Eltern nicht gefiel. 

Doch als eine Mutter wütend auf ihn zustürmte, hätte er fast vergessen, dass die Mannschaft aus Kindern bestand. Sie bespuckte ihn, schrie ihn an.

Der Schiedsrichter hob die Arme, um sein Gesicht zu schützen. Zum Glück kamen ihn einige der Zuschauer zur Hilfe.
 

Die Kinder beider Mannschaften sahen sich verwundert an, das Kind der wütenden Mutter blickte beschämt zum Boden.

Dann ergriff es das Wort: „Mom, chill. Der Schiri ist ein Ehrenmann.“

Die anderen Kinder stimmten zu.

Der Schiedsrichter streckte die Faust hoch, rief: „Und ihr seid alle Ehrenmänner und Ehrenfrauen!“

Spielwarenabteilung

Es blinkte. Es gab Geräusche vor sich.

Der Mann packte es in seinen Einkaufswagen.

Bei den Plüschtieren nahm er den grössten Teddybären hinunter rief eine Angestellte zu sich.

„Bitte reservieren. Ich hole ihn nach meinem Einkauf ab“, die Angestellte nickte und konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen.

„Verwöhnen ist ein zu hartes Wort“, gab der Mann zur Antwort.
 

Weitere Dinge landeten in seinem Einkaufswagen.

Barbies. Sammelkartenpacks. Puzzles.

Kinder waren begeistert, Erwachsene schüttelten den Kopf.
 

Bei der Kasse zahlte er, schob den Wagen zum Aufzug.

Da sprach ihn eine ältere Frau an, die er sofort erkannte.

Fräulein Rosenstolz, ehemalige Leiterin des Waisenhauses.

 

 

Hundestrand

Unsicher blickte die Frau zu ihrem Betreuer. Der führte sie zu einer Bank und setzte sie hin.

„Siehst du die vielen Hunde?“

Die Frau nickte.

„Wir holen dir einen Hund, der noch mehr kann, als diese hier.“
 

Einige Leute sahen die Frau skeptisch an. Was machte so eine hier?

Mit ihrem komischen Körper und Verhalten. Machten sich über sie lustig.

Ein älteres Ehepaar konnte sich das nicht ansehen. Sie liefen mit ihrem Pudel zu den zwei und luden sie ein, am Meer zu planschen.
 

„Hund sehr lieb“, flüsterte die Frau nach einigen Minuten. Der Betreuer konnte seine Freude nicht verbergen.

U-Bahn-Tunnel

Sie fühlte die Blicke der anderen auf sich. Susanna versuchte, den Blicken der anderen auszuweichen.

Doch dann bekam sie Panik und rannte auf die Schiene. Die Schreie und Rufe der Anwesenden konnte sie nicht wahrnehmen.

Zum Glück passierte ihr nichts. Unbewusst lief sie die sicheren Pfade, bis sie zu einer Sackgasse kam.
 

Susanna atmete tief durch und versuchte sich zu beruhigen. Hier ging es ihr gut.

Schritte näherten sich. Zwei Personen kamen langsam näher.

„Nicht erschrecken. Wir bleiben hier stehen, ist das Ok?“

Susanna nickte, sah nicht auf.

Die beiden Personen sprachen sanft mit ihr, bis sie bereit war, aufzustehen.

 

Baumhaus

Willkommen im Baumhaus.“

Der Junge lächelte schüchtern, sah zu seinem Button, der ihm angepinnt wurde.

„Unser Club hat drei Regeln:

1. Sei zu jedem nett, versuch zu helfen.

2. Sei immer du selbst. Du bist grossartig, wie du bist.

3. Wir lachen niemanden aus. Wer das tut, ist dumm.“

Wieder lächelte der Junge, dieses Mal mutiger.

Die Anführerin klatschte in die Hände. Ihr Helfer kam und überreichte ihr einen Keks mit Streuseln.

„Wenn du wirklich ein Mitglied werden willst, iss den Keks der Freundschaft“, verkündete das Mädchen feierlich.
 

Der Neue ass ihn.

Endlich hatte er Freunde gefunden, die ihn akzeptierten.

Auf dem Kopierer

Die Hauswartstechnikerin raunzte jeden im Büro zusammen. Ihre Warnung war klar: Wenn sie nochmals wegen des Kopierers kommen musste, würde sie jeden einen Kopf kürzer machen.
 

Die Praktikantin hatte eine Idee: Eine Kamera mit einem Bewegungsmelder.

So würde man den Übeltäter erwischen. Jeder im Büro fragte sich, wer was war.

Theorien, Verdächtigungen. Sogar von Geistern war die Rede.
 

 

Doch die Auflösung überraschte jeden. Alle lachten, als sie das Video sahen.

Ein Waschbär tollte auf dem Kopierer herum. Drückte Köpfe, spielte mit dem Papier.

Benutzte den Deckel als Nussknacker.

Dann kam ein Zweiter dazu, der seine Ärmchen in die Fächer steckte.

Latrine

Hast du davon gehört?“

Der Soldat rief laut ja, wischte sich den Hintern ab, ein anderer gab Grunzgeräusche von sich.

„Sie hat ihn vorgeführt. Der Arsch hat geglotzt und vor Wut geschäumt“, lachte der Dritte.

Wieder grunzte der andere.

„Vici ist zäher als wir alle. Sie lebt für den Wehrdienst“, sprach die Plaudertasche weiter.

Der andere sass immer noch auf der Latrine, gab undefinierbare Geräusche von sich.
 

„Die Freundin von Vici ist ’ne süsse Maus. Schickt ihr Pakete.“

Der andere Soldat wusch sich die Hände, schnalzte mit der Zunge.

„Hast du Buchstabensuppe gefressen oder warum laberst du die ganze Zeit?“

Beichtstuhl

Segne mich, Vater, denn ich habe gesündigt.“

Die Frau hatte noch nie gebeichtet. Sie glaubte nicht an irgendeine Religion, aber sie hatte keine Idee mehr, was ihr helfen könnte.

Ihr kamen die Tränen, murmelte Scheisse.

Die Stimme des alten Priesters war ruhig und führte sie geduldig durch die Beichte.Liess ihr die Zeit, die sie brauchte.

 

Als die Beichte beendet war, blieb sie noch in der Kirche. Zündete eine Kerze an.

Das Vibrieren ihres Handys ignorierte sie. Sie musste einen Schlussstrich ziehen.

Als neuer Mensch verliess sie die Kirche.

Der Priester wartete weiterhin im Beichtstuhl auf weitere Menschen, die Rat suchten.

Bibliothek

Der junge Mann sah auf sein Handy. Runzelte die Stirn. In seinem Körbchen schon drei Bücher, jedoch suchte er was Bestimmtes.

Die Aushilfe sah ihn mürrisch an, weil sie seinetwegen nicht früher gehen konnte. Der Bibliothekar machte seine Arbeit am Computer, blickte ab und zu auf.

Der Mann ging hoch und runter, suchte jedes Stockwerk ab. Irgendwann getraute er sich zum Infostand und sprach leise mit dem Bibliothekar.
 

„Und?“, fragte die Aushilfe genervt.

„Herr Rahman fragte nach Aufklärungsbüchern für Mädchen. Für seine Nichten. Und schöne Bücher und Comics für Mädchen, mit positiven Vorbildern.“

Die Aushilfe blinzelte, verzog überrascht das Gesicht.

Burggraben

Ich habe nur eine Frage: wie?“

„Zum Glück hatte es keine Haie drin!“

Die Mutter betrachtete ihren Sohn, der von oben bis unten nass und voller Schlamm war.

„Erzählst du mir, was passiert ist?“, fragte die Mutter, während sich ein Lächeln auf ihr Gesicht schlich.

 

„Ach, komm! Ich will dir nur helfen!“

David steckte sich, versuchte den Hasen den Ast hinzustrecken. Das Tier versank immer mehr in den Schlamm, der sich im fast ausgetrockneten Burggraben gebildet hatte.

Als das nicht half, sprang er hinein. Schnappte sich das Tier und wartete an einem sicheren Ort ab, bis das Tier sich beruhigte.

Hotelbar

Das sind die schlechtesten Erdnüsse, die ich je gegessen habe! Bäh, ist das Asche?

Mir wurde wieder einmal bewusst, dass ich solche Orte hasste. Es stank nach Alkohol und Leid.

Aber ich habe versprochen zu bleiben, und das tat ich.
 

Trixie, meine beste und älteste Freundin, war wundervoll. Schenkte Getränke ein, hörte zu, tröstete.

Sie war dafür geboren.

Und ich war glücklich, dass sie endlich ihren Weg gefunden hatte.

Ob Mann oder Frau, Bankangestellter oder Barkeeperin: Trixie würde ihren Weg finden.
 

Ihr Chef kam auf mich zu. Wir plauderten ein wenig.

Ich war stolz, als er nur positive Worte verlor.

Skatepark

Cool standen die Jungs an der Wand. Die Mädels schmachteten offensichtlich einen talentierten Skater an, der einen Trick nach dem anderen zeigte. Ältere Skater gaben jüngeren Tipps.

Es wurde getrunken, geraucht, gescherzt.

Die Stimmung veränderte sich, als ein Mädchen im Rollstuhl von ihrem Bruder in den Park geschoben wurde.
 

Fasziniert blickte sich das Mädchen um, wippte mit dem Kopf.

Eines der Mädels kam näher, plauderte mit dem Bruder. Sie rief die Jungs zu sich, die begeistert zur Hand gingen.
 

Eines der Mädels stand mit der jüngeren auf einem Skateboard, gestützt von zwei Jungs. Alle im Park klatschten und pfiffen begeistert.

 

Schrein

Zuerst freute sie sich riesig. Japan!

Schuluniformen, Traditionen, Essen in niedlichen Formen. Viel Nerdzeug und süsse Jungs.

Das war nur ein Teil der Wahrheit.
 

Nicht einmal durfte sie überall Selfies machen. Knurrend sass das Mädchen auf einer Bank, starrte ins Nichts. Hier gab es nicht einmal WLAN!

Die anderen der Gruppe liessen sich den Schrein erklären.

Sie bemerkte nicht, wie einer der Tempelhelfer sie die ganze Zeit beobachtete.
 

Als es anfing zu regnen, brachte er ihr einen Regenschirm.

Die junge Frau sah hoch. Missmutig nahm sie den Schirm. Doch dann murmelte sie ein Dankschön.

Vielleicht musste sie ihre Erwartung anpassen.

Am Ende des Regenbogens

Der Junge hüpfte die Wiese entlang. Seine Mutter rief ihm nach, dass er nicht zu weit alleine vorlaufen sollte.

Der Vater hielt die Hand seiner und ihrer neuen Ehefrau, die ihr neugeborenes Baby in einem Tragetuch trug.

Ein Familienbund, der zusammenhielt. Denen es gleich war, was andere von ihnen dachten.
 

„Mama, Mutti, Papa! Da endet der Regenbogen“, rief der Junge übermütig und rannte los.

Der Vater rannte ihm nach, da er teilweise zu mutig war.

Die Frauen nahmen gemütlich die Verfolgung auf.

Sie fanden am Ende zwar keinen Topf voll Gold, aber einen schönen Platz, um eine kleine Pause einzulegen.

Sonnenblumenfeld

Sommer, Sonne, Sonnenschein.

Karin liebte diese Jahreszeit. Deswegen pflegte sie freiwillig das Sonnenblumenfeld.

Summend kümmerte sich Karin um die Setzlinge. Knipste die faulen Blätter ab, sammelte die niedergetrampelten Blumen auf.

Immerhin wollte sie etwas tun, trotz ihrer Krankheit. Und Blumen verurteilten einen nicht.

 

Die Leute kamen, die meisten kannten sie. Lächelten ihr zu, plauderten.

Karin war dankbar, für das, was der Besitzer des Blumenfeldes für sie tat. Er liess sie machen und vertraute ihr.

Karin erhob sich von ihrem Stuhl und setzte sich nun an den Rand des Feldes.

Sanft bewegten sich die Blumenköpfe, als würden sie Karin Trost spenden.

 

Hinten links

Oben. Das war die Beschreibung des Chefs.

Obwohl David seit Jahren in der Firma arbeitete, war er noch nie im Lager auf dem Dachboden.

So schwierig sollte es nicht sein.

 

David lehnte sich an die Wand. War er blöd? Warum fand er es nicht?

Zum Glück kam Birgit vorbei. Sie war gefühlt ewig in dieser Firma angestellt und kannte alles.

Mit einem Blick erkannte sie, was los war.

„Was suchst du?“, fragte sie mit ihrem typischen Dialekt.

David erklärte, was er suchte und wo es sein sollte.

„Leo hat, wie immer, wirklich keine Ahnung. Es liegt hinten links im Keller.“



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Kommentare zu dieser Fanfic (5)

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Von: Naturespirit
2025-11-19T14:37:37+00:00 19.11.2025 15:37
Ich liebe so kleine Familienmomente - schön eingefangen. (Und wer braucht da schon noch nen Topf mit Gold. xD)
Von:  laila86
2025-11-18T10:46:49+00:00 18.11.2025 11:46
Der war gut. Ich habe richtig gelacht. Das Ende trifft es gut:)
Von: Naturespirit
2025-11-17T15:45:24+00:00 17.11.2025 16:45
... und wieder schaffst du es aus einer eigentlich alltäglichen Szene etwas ganz Besonderes zu machen. <33333
Von: Naturespirit
2025-11-10T13:14:22+00:00 10.11.2025 14:14
Wenn die Welt nur immer so sein könnte. <3
Antwort von: Lupus-in-Fabula
11.11.2025 11:16
Manchmal braucht es etwas Kitsch und pure kindliche Freude, um der grauen Welt entgegenzuwirken.

Danke für den lieben Kommentar :)
Von: Naturespirit
2025-11-04T10:32:18+00:00 04.11.2025 11:32
So wenig Worte und doch so viel für's Herz darin. <33333
Antwort von: Lupus-in-Fabula
04.11.2025 18:15
Vielen Dank für deine lieben Worte.
Habe mich riesig darüber gefreut.


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