Ausnüchterungszelle [Dean]
Der Gestank nach kaltem Schweiß, Desinfektionsmittel und billigem Bourbon hing noch in der Luft. Dean Winchester blinzelte gegen das grelle Neonlicht, während ein dumpfer Schmerz in seinem Schädel hämmerte. „Wieder hier, Winchester?“ Der Sheriff grinste, als er den Becher Wasser für ihn hinstellte. Dean verzog das Gesicht, setzte sich langsam auf und spürte das vertraute Ziehen in seiner Schulter. „Dienstag, huh? Muss wohl Tradition sein.“ Ein schiefes Lächeln, das kaum seine Müdigkeit verbarg. Kein Dämon, kein Engel – nur seine eigenen Entscheidungen. Er nahm einen Schluck, starrte an die Wand und murmelte: „Sam bringt mich um, wenn er mich hier wiederfindet.“
Gewächshaus [Sam]
Das Gewächshaus roch nach feuchter Erde und Leben – ein seltener Duft in Sams Welt aus Salz und Blut. Sonnenlicht brach durch das Glas und zeichnete Muster auf seine Hände, während er die zerbrochene Tontopfkante betrachtete. Irgendjemand hatte hier gelebt, etwas gepflegt, bevor das Böse kam. Sam kniete sich hin, fuhr über die Erde, spürte das leise Pochen einer fremden Präsenz darunter. Kein Monster. Nur Schmerz, alt und tief. Er seufzte, stand auf und blickte durch das Glasdach in den Himmel. Für einen Moment stellte er sich vor, das Jagen aufzugeben. Doch der Wind flüsterte seinen Namen – und rief ihn zurück.
Feenkreis [Dean & Sam]
„Ich sag’s dir, Sammy, das ist ein Feenkreis!“ Dean deutete auf die leuchtenden Pilze im feuchten Gras. Sam seufzte, die Taschenlampe in der Hand. „Feen existieren nicht so, Dean.“ – „Oh, bitte! Nach allem, was wir gesehen haben?“ Dean grinste und trat einen Schritt näher. „Tritt da bloß nicht rein,“ warnte Sam ihn, doch zu spät – Dean stand schon mittendrin. Nichts passierte. Nur Grillenzirpen. „Wow,“ spottete Sam, „magische Erfahrung, huh?“ Dean blinzelte. „Vielleicht musst du erst tanzen, Cinderella.“ Sam schnaubte und knipste das Licht aus. „Wenn du morgen Flügel hast, fahr ich dich nicht.“ Dean lachte. „Dann flieg ich eben, Sammy.“
Wartezimmer [Dean & Sam]
Dean trommelte ungeduldig mit den Fingern auf dem Plastikstuhl. „Also echt, Sammy, von all den Orten, an denen wir recherchieren könnten … ne Samenbank?“ Sam rieb sich die Schläfen. „Die Angestellte verschwand hier, Dean. Dämonische Aktivität. Fokus.“ Dean grinste schief. „Klar, Fokus. Aber komm schon, das ist Comedy-Gold! Stell dir vor, sie fragen nach Spenderproben —“ „Dean.“ Ein warnender Blick. Dean hob abwehrend die Hände und grinste breiter. Eine Frau trat hinaus, sah sie fragend an. „Mr. Smith?“ – „Welcher von uns?“ Dean zwinkerte. Sam verdrehte die Augen. „Ich schwöre, wenn du wieder flirtest, geh ich allein rein.“ Dean grinste nur.
Parkplatz [Jo]
Die Nachtluft roch nach Benzin und Regen, als Jo Harvelle auf dem leeren Parkplatz stand. Die Neonlichter flackerten über den nassen Asphalt und spiegelten sich in der Klinge ihres Messers. Irgendwo in der Dunkelheit raschelte es – zu schwer für Wind, zu leicht für ein Tier. Sie atmete tief ein, spürte das Adrenalin, das vertraute Kribbeln vor einem Kampf. Kein Backup. Kein Dean, kein Ellen. Nur sie. „Komm schon“, murmelte Jo, den Blick auf die Schatten gerichtet. Ein Schrei, kurz und fern. Sie spannte die Schultern, trat vor. Allein. Stark. Harvelle. Und das Monster hatte keine Ahnung, was es gleich traf.
Fußballfeld [Dean & Castiel]
Dean fluchte leise, als er durch den matschigen Rasen stapfte. „Europa, Cas. Und was finden wir? Geisterkinder auf einem verdammten Fußballfeld.“ Castiel nickte ernst. „Ein merkwürdiger Ort für ein Ritual.“ – „Sag das den Briten.“ Dean blinzelte, als plötzlich ein Ball über den Platz flog – direkt in Castiels Gesicht. Ein dumpfer Aufprall. Stille. Dann: „…Das war schmerzhaft.“ Dean prustete los, hielt sich den Bauch. „Cas, du kannst nicht einfach mitten durchs Spiel laufen!“ Castiel richtete sich würdevoll auf. „Ich wusste nicht, dass Bälle aggressiv sind.“ Dean grinste breit. „Willkommen in Europa, Kumpel. Hier fliegt dir alles ins Gesicht – selbst der Spaß.“
Spielwarenabteilung [Castiel]
Castiel stand mitten in der Spielwarenabteilung und starrte auf ein Regal voller bunter Plüschtiere. Ihre Knopfaugen blickten ihn an – leer, aber friedlich. Kinderlachen hallte irgendwo zwischen den Puppenhäusern und Modellautos, und für einen Moment fühlte er sich fehl am Platz, ein Engel zwischen Welten aus Plastik und Staub. Er hob eine kleine Lokomotive hoch, drehte sie prüfend. „Sie fährt nur, wenn man sie aufzieht“, erklärte ein Kind neben ihm stolz. Castiel nickte ehrfürchtig. „Wie bemerkenswert.“ Das Kind grinste und rannte davon. Castiel legte die Lok zurück, spürte ein sanftes Ziehen im Herzen. Menschen bauten sich Wunder – selbst aus bloßem Spielzeug.
Hundestrand [Dean & Jo]
Jo lachte, als ein nasser Golden Retriever ihr gegen das Bein sprang. „Ich dachte, du magst Hunde, Dean?“ – „Ich mag Autos. Und Whisky. Und Frauen, die mich nicht ansabbern.“ Jo grinste. „Dann solltest du Abstand halten, er scheint dich zu mögen.“ Dean funkelte sie an und wischte sich das Salzwasser von der Jacke. Der Wind roch nach Meer, irgendwo kläfften mehr Hunde. Jo blickte hinaus auf die Wellen, ernst werdend. „Komisch, oder? Einmal kein Dämon, kein Blut. Nur Sonne.“ Dean sah sie an, dann den Hund. „Ja… fast unheimlich friedlich.“ Der Retriever bellte – und klaute Deans Hotdog. Jo lachte daraufhin.
U-Bahn Tunnel [Luzifer]
Das Flackern der Neonröhren war das Einzige, was die Dunkelheit im Tunnel durchbrach. Luzifer ging langsam über die Schienen, die Hände in den Taschen, ein kaum hörbares Pfeifen auf den Lippen. Der Geruch von Rost, Öl und Angst hing in der Luft – köstlich vertraut. „So viel Mühe, der Menschheit Licht zu bringen,“ murmelte er, „und am Ende leben sie freiwillig unter der Erde.“ Ein Zug rumpelte in der Ferne, ein ferner Donner. Sein Spiegelbild huschte über die Tunnelwand – charmant, gefährlich, gelangweilt. Luzifer lächelte. „Vielleicht sollte ich wieder etwas Bewegung in diese Welt bringen.“ Dann erlosch das Licht. Aber Dunkelheit blieb.
Baumhaus [Dean & Sam]
Das Baumhaus ächzte im Wind, alt und verlassen. Dean starrte hinauf, die Taschenlampe im Anschlag. „Na super. Kindergeister. Meine Lieblingssorte.“
Sam seufzte. „Laut EMF ist da oben was vom Opfer. Wir müssen rein.“
Dean grinste schief. „Wir? Oder du?“
Sam verschränkte die Arme vor der Brust. „Schere, Stein, Papier?“
„Klar.“
Drei schnelle Bewegungen. Sam: Papier. Dean: Stein.
Dean starrte auf seine Faust. „Verdammt.“
Sam grinste. „Regeln sind Regeln.“
Dean fluchte leise, kletterte die knarrende Leiter hinauf. Ein Kinderlachen hallte aus der Dunkelheit. „Ich schwöre, Sammy,“ murmelte Dean, „das nächste Mal spukst du selbst.“
„Viel Spaß, großer Bruder.“
„Ich hasse dich.“
auf dem Kopierer [Castiel]
Castiel starrte auf den Kopierer, als wäre es ein uraltes Relikt – aus längst vergangen Zeit. Das Gerät surrte, blinkte, machte Geräusche, die verdächtig nach Besessenheit klangen. Dean hatte gesagt, er solle „ein paar Kopien“ machen. Einfach. Harmlos. Und doch stand Castiel nun davor, beobachtete, wie das Licht unter der Glasplatte entlangzog. Vorsichtig legte er seine Hand darauf – ein Test. Zzzzt. Das grelle Blitzen ließ ihn zurückzucken. Sekunden später spuckte das Gerät ein Blatt Papier aus. Castiel hob es an, blinzelte. Ein perfektes Abbild seiner Handfläche. Er betrachtete es lange, fast ehrfürchtig, und murmelte: „Menschen erschaffen wirklich seltsame Formen von Magie.“
Latrine [Dean & Jo]
„Sag mir bitte, dass du Witze machst.“ Jo hielt sich die Nase zu, während sie auf das verlassene Armeelager starrte. Der Geruch war… unbeschreiblich. Dean grinste breit. „Dämonische Aktivität, hier unten. Direkt in der Latrine.“ Jo funkelte ihn an. „Natürlich. Warum auch irgendwo, wo’s nicht stinkt?“ Dean zuckte mit den Schultern. „Hey, Geister haben Humor.“ Er zog den EMF aus der Jacke, der sofort aufheulte. Jo seufzte tief, trat näher. „Wenn du mich rein schubst, Winchester, schwör ich—“ „Ich würd nie.“ Er grinste. Sie trat ein, knöcheltief im Gestank. „Nächstes Mal,“ murmelte Jo, „such du dir deinen Mist allein.“
Beichtstuhl [Sam & Luzifer]
Der Beichtstuhl roch nach altem Holz und Weihrauch, nach Schuld und falscher Hoffnung. Sam saß in der Dunkelheit, die Hände gefaltet, als würde das noch irgendetwas bedeuten.
„Lange nicht gesehen, Sammy.“ Luzifers Stimme schnitt durch die Stille – schmeichelnd, spöttisch.
Sam atmete schwer. „Ich bete nicht zu dir.“
„Und doch redest du mit mir.“ Ein leises Lachen. „Das hier ist fast nostalgisch, findest du nicht? Du, ich, Schuldgefühle.“
Sam presste die Augen zusammen. „Verschwinde.“
Luzifer seufzte. „Ich bin immer hier, Sam. Besonders, wenn du bereust.“
Dann Stille. Sam blieb zurück und fragte sich, ob Gott je zuhörte, warum immer er selbst.
Bibliothek [Dean & Jo]
Zwischen staubigen Regalen und vergilbten Seiten roch es nach Geschichte und Gefahr. Dean und Jo standen dicht beieinander, der schwache Lichtschein ihrer Taschenlampe tanzte über die alten Bücher.
„Also hier soll das Ritual versteckt sein?“ flüsterte Jo.
Dean nickte, doch seine Augen lagen längst auf ihr, nicht auf den Regalen oder Büchern.
„Wir sollten leiser sein,“ hauchte sie.
„Schwer, wenn du so nah stehst,“ murmelte er zurück.
Einen Herzschlag lang Stille. Dann küsste er sie – rau, echt, hungrig nach allem, was das Leben ihnen sonst verweigerte.
Als sie sich lösten, keuchte Jo leise. „Dean…“
Er grinste. „Forschung war nie spannender.“
Burggraben [Crowley]
Crowley stand am Rand des Burggrabens und sah hinab in das trübe, grün schimmernde Wasser. „Romantisch“, murmelte er trocken. „Fehlt nur noch ein Drache und ein königliches Bankett.“ Der Wind zerrte an seinem Mantel, während unten im Wasser etwas Blasen warf. Er zog eine Augenbraue hoch. „Na los, zeig dich endlich. Ich habe nicht ewig Zeit – oh, Moment.“ Ein geisterhaftes Fauchen, dann Stille. Crowley seufzte und zog eine silberne Münze aus der Tasche und warf sie ins Wasser. „Für deine Bemühungen. Kauf dir was Schönes in der Hölle.“ Das Fauchen verstummte. Crowley lächelte dünn. „Wenigstens hat jemand hier noch Manieren.“
Hotelbar [Dean, Sam & Castiel]
Die Hotelbar roch nach Whiskey, altem Holz und zu viel Hoffnung. Dean nippte an seinem Glas, sah zu, wie Castiel steif neben ihm saß – Kragen offen, aber immer noch irgendwie zu aufrecht. Sam tippte auf dem Laptop, ignorierte sie halb.
„Cas, du musst entspannen,“ murmelte Dean. „Das ist Freizeit.“
Castiel sah auf sein Bier. „Es schmeckt nach vergorener Traurigkeit.“
Dean grinste. „Genau mein Ding.“
Sam seufzte. „Wir sind hier, um zu recherchieren, nicht zu trinken.“
Dean prostete ihm zu. „Man kann beides, Sammy.“
Castiel hob sein Glas unbeholfen. „Auf vergorene Traurigkeit?“
Dean nickte. „Und auf Familie.“ Und prostete beiden zu.
Skatepark [Dean & Sam]
„Ich sag es dir, Sammy, das ist Physik!“ Dean stand am Rand der Rampe, das alte Skateboard unter dem Arm, Grinsen so breit wie früher.
Sam verschränkte jedoch die Arme. „Das ist eine Midlife-Crisis.“
„Das ist Kunst!“ Dean stieß sich ab, rollte los – wacklig, aber entschlossen. Für genau drei Sekunden sah er aus wie sechzehn, bevor das Board nachgab und er unsanft landete.
Sam rannte hin und versuchte nicht zu lachen. „Alles okay?“
Dean stöhnte und richtete sich mühsam auf. „Klar. Wollt nur testen, ob der Boden sicher ist.“
Sam grinste. „Und?“
Dean rieb sich den Rücken. „Stabil. Schmerzhaft stabil.“
Schrein [Dean]
Der Schrein war klein und fast unscheinbar – zwischen Moos, Stein und Stille. Dean blieb stehen, die Hände tief in den Taschen, während der Wind durch die Bäume strich. Ein paar Münzen lagen dort, Opfergaben, Gebete. Er hatte keine Münze, keine Worte. Nur dieses Ziehen in der Brust. Für all die, die sie verloren hatten. Für alles, was nie wiederkam. „Ich bin kein Betender,“ murmelte er, fast entschuldigend. Doch er neigte den Kopf, kurz, ehrlich. Ein Blatt löste sich und fiel lautlos neben ihn. Dean atmete tief ein, sah zum Himmel und flüsterte: „Passt auf Sam auf. Auf alle.“ Er ging.
Am Ende des Regenbogens [Dean & Sam]
„Also, lass mich das klarstellen,“ begann Dean, stapfte durchs nasse Gras. „Wir jagen einen Leprechaun. Am Ende des Regenbogens.“
Sam seufzte. „Es ist kein Leprechaun. Laut Zeugen ein trickreiches Feenwesen.“
„Klingt nach einem Leprechaun.“ Dean blieb stehen, starrte auf den Himmel, wo ein greller Regenbogen endete – direkt bei einem alten Pub.
„Natürlich.“ Sam zog die Augenbraue hoch. „Du willst da rein, oder?“
Dean grinste. „Wenn ich sterbe, dann mit einem Bier in der einen Hand und einem Goldtopf in der anderen.“
Sam stöhnte. „Du stirbst wegen deiner Dummheit.“
Dean grinste breiter. „Oder wegen Glück. Komm schon, Sammy – wir jagen Märchen.“
Sonnenblumenfeld [Dean & Jo]
Das Sonnenblumenfeld glühte golden im Abendlicht, als Jo lachte und Dean hinter ihr herging. Die Blüten ragten hoch, schirmten sie ab von der Welt. Ein verstecktes Universum aus Wärme und flüsterndem Wind. Dean blieb stehen, sah, wie ihr Haar das Licht fing. „Was?“ fragte sie leise. Er trat näher, so nah, dass ihr Atem seinen streifte. „Nichts… du siehst nur verdammt schön aus.“ Ihre Finger fanden seine, zaghaft erst, dann sicherer. Zwischen den Sonnenblumen zog er sie an sich, küsste sie – weich, langsam, ehrlich. Für einen Moment gab es keine Dämonen, keine Jagd. Nur Sonne. Haut. Und Atem, der zitterte.
hinten links [Dean & Castiel]
Castiel stand vor dem alten Impala, den Blick prüfend über das glänzende Schwarze Auto wandernd. Dean hatte gesagt: „Hinten links.“ Mehr nicht. Also umrundete er das Auto, sah die Rücklichter, fand schließlich die leicht verbeulte Tür, öffnete sie vorsichtig.
Auf dem Sitz lag eine braune Papiertüte. Castiel beugte sich vor, schnupperte – Burger. Noch warm. Er runzelte die Stirn. „Ich verstehe nicht.“ Dean rief vom Motelzimmer herüber: „Cas! Den Burger! Nicht das Auto!“ Castiel nahm die Tüte, schloss bedächtig die Tür und murmelte: „Präzision in der Kommunikation wäre hilfreich.“ Dann trat er ein – mit heiligem Ernst und einem Cheeseburger hinten links.
Orchestergraben [Luzifer & Gabriel]
Der Orchestergraben lag in Staub und Dunkelheit, alte Instrumente schimmerten wie vergessene Relikte. Luzifer saß auf dem Dirigentenpult, lässig und elegant. „Weißt du, Bruder,“ begann er, „Musik ist wie die Schöpfung – schön, bis jemand falsch spielt.“ Gabriel lehnte an einer Harfe, ein Stück Schokolade zwischen den Fingern. „Du meinst, bis du eingreifst?“ Luzifer lächelte dünn. „Ich verbessere nur die Harmonie.“ Gabriel lachte leise, bitter. „Du nennst Apokalypse also ’ne Sinfonie?“ – „Natürlich. Und du? Immer noch Clown der Engel?“ Gabriel sah ihn an, traurig und trotzig zugleich. „Lieber Clown als Dissonanz.“ Der Dirigent schlug an. Der Himmel hielt den Atem an.
Haus der Schwiegereltern [Dean, Sam, Ellen, Bobby & Jo]
Dean lehnte am Impala und seufzte tief. „Also, Sammy… Haus der Schwiegereltern. Bereit?“
Sam schnaubte. „Das ist Bobby, nicht Ellen.“
„Gleiches Prinzip: starke Frau, laute Stimme, drohende Bratpfanne.“
Sie gingen zur Tür, kaum klopften sie, flog sie schon auf.
„Ihr seid spät!“ Ellen stemmte die Hände in die Hüften.
„Verkehr,“ murmelte Dean.
„Lügen,“ kam Jo grinsend aus der Küche.
Bobby tauchte hinter ihr auf, ölverschmiert. „Ihr zwei helft beim Grill.“
Sam nickte ergeben, Dean flüsterte: „Ich fühl mich wie beim Familientreffen aus der Hölle.“
Jo lachte. „Passt doch perfekt zu euch Winchesters.“
Dean grinste. „Na dann, Prost auf die Schwiegerhölle.“
Umkleidekabine [Dean & Sam]
Dean riss den Vorhang der Umkleidekabine auf – Spiegel. Nur Spiegel. Und irgendwo darin: das Ding. „Sam! Er ist hier drin!“ Sam kam angerannt, die Waffe im Anschlag. Plötzlich bewegte sich das Spiegelbild – nicht Deans, sondern seines. „Verdammt,“ murmelte Sam. Der Gestaltwandler grinste aus dem Glas, trat hervor, Haut flackernd wie flüssiges Quecksilber. Dean feuerte und traf – Splitter, kein Blut. „Täuschung!“ rief Sam, drehte sich, doch Dean war schon gesprungen, riss das Wesen zu Boden. Ein Knall, dann Stille. Schweiß, Atem, Staub. Dean keuchte. „Ich hasse Kaufhäuser.“ Sam sah ihn an, trocken: „Nächstes Mal such ich mir den Anzug online aus.“
Café [Dean & Jo]
Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee lag in der Luft, vermischt mit Regen und Erinnerung. Jo saß am Fenster, rührte gedankenverloren in ihrer Tasse, als Dean hereinkam. Lederjacke, schiefes Grinsen, derselbe Blick wie früher – einer, der zu viel erlebt hatte. „Du trinkst Kaffee?“ fragte er und setzte sich. „Lern ich grad,“ erwiderte sie, leise. Ein Moment Schweigen, nur die Tropfen des Regens durchbrachen die Stille. „Ich dachte, du bist tot,“ sagte Dean schließlich. Jo lächelte traurig. „Ich dachte, du hörst irgendwann auf zu jagen.“ Beide wussten, dass keins davon stimmte. Ihre Finger berührten sich über dem Tisch – flüchtig, echt, genug.
Marktplatz [Dean & Castiel]
Dean schlenderte über den kleinen Marktplatz, wo zwischen Gemüse und Antiquitäten ein Chaos herrschte. Castiel folgte ihm, Stirn gerunzelt, einen Korb in der Hand. „Dean, warum sammeln wir Knoblauch?“ – „Weil’s Vampirwoche ist, Cas.“ Castiel sah misstrauisch auf die Knollen. „Aber die Verkäuferin sagte, es sei Deko.“ – „Dann haben wir eben stilvolle Sicherheit.“ Eine ältere Dame zwinkerte Castiel zu. „Für Ihre Frau?“ Dean prustete los, Cas errötete. „Ich… bin kein—“ Dean fiel ihm ins Wort: „Oh doch, der Beste, den man haben kann!“ Als sie weitergingen, murmelte Cas: „Ich verstehe Humor immer noch nicht.“ Dean grinste. „Darum lieb ich dich, Cas.“
Terasse [Bobby]
Die Terrasse roch nach Motoröl, Kaffee und altem Holz – genau wie Bobby Singer selbst. Er saß in seinem klapprigen Stuhl, die Füße auf dem Geländer, ein Buch in der einen, einen Drink in der anderen Hand. Der Wind trug Grillenzirpen und ferne Stille. Kein Dämon, kein Winchester in Sicht. „Wunder geschehen wohl doch,“ murmelte er und nahm einen kräftigen Schluck vom Bier. Drinnen klingelte das Telefon. Er ignorierte es. Zweimal. Dreimal. Seufzend stellte er das Glas ab, griff zum Hörer. „Ja, Jungs?“ Pause. Augenrollen. „Natürlich brennt’s. Ich komm ja schon.“ Er legte auf, grinste müde. „Terrassenruhe, fünf Minuten. Neuer Rekord.“
im Kleiderschrank [Luzifer]
Luzifer saß im Kleiderschrank, zwischen Mänteln, Schuhen und dem schwachen Duft von Lavendel. „Verstecken spielen,“ murmelte er, „wie kindisch.“ Er strich über den Stoff eines alten Mantels und runzelte die Stirn. „So viele Menschen, die glauben, die Monster leben hier drin… und ausnahmsweise haben sie recht.“
Ein Kind tappte ins Zimmer, blieb stehen und starrte auf die Tür. „Mama sagt, du bist nicht echt.“
Luzifer lächelte sanft und gefährlich. „Mütter sagen vieles, mein Kind.“ Ein Finger schnippte und das Licht flackerte.
Das Kind rannte schreiend davon.
Luzifer seufzte, lehnte sich zurück. „Und wieder ein Atheist weniger.“ Der Schrank knarrte zustimmend.
im Beet [Dean & Castiel]
Castiel kniete im Beet hinter dem Bunker und die Hände tief in der Erde. Dean hatte gesagt, „Gartenarbeit entspannt“. Also grub er – gewissenhaft, konzentriert, fast andächtig. Regenwürmer wanden sich zwischen seinen Fingern, doch Castiel betrachtete sie ehrfürchtig. „Ihr seid erstaunliche Geschöpfe,“ murmelte er.
Eine Weile später kam Dean raus, sah ihn an – dreckverschmiert, Stirn voller Erde. „Cas… das sind Unkräuter.“
Castiel blinzelte, hielt eine Handvoll hoch. „Sie wachsen trotzdem. Ist das nicht bewundernswert?“
Dean seufzte, grinste dann. „Na ja, du bist eben kein Engel des grünen Daumens.“
Castiel nickte ernst. „Aber ich bemühe mich.“
Dean lachte. „Das tust du, Cas.“
Raumstation [Dean, Sam & Gabriel]
Dean riss die Augen auf – Schwerelosigkeit. Sterne vor dem Fenster. „Verdammt, Sammy, wir sind… im All?“
Sam trieb langsam an ihm vorbei, genervt. „Gabriel!“
Ein bekanntes Kichern hallte durch die Raumstation. „Na los, Brüderchen, ein kleiner Ausflug ins Sci-Fi-Programm! Winchesters in Space!“
Dean griff nach einer schwebenden Kaffeetasse. „Ich hasse das.“
„Komm schon,“ tönte Gabriel unsichtbar, „einmal Held, immer Held.“
Plötzlich flackerte ein rotes Licht: Sauerstoff kritisch.
Sam stöhnte. „Wirklich, Dean?“
„Was? Ich hab doch nur den Knopf gedrückt!“
Gabriel lachte. „Bestes Reality-TV überhaupt.“
Als Dean plötzlich brüllte: „Ich schwör, ich bring dich um – im Orbit!“ Worte, die zu erwarten waren.
Wüste [Dean & Sam]
Die Sonne brannte gnadenlos, Sand knirschte in Deans Stiefeln. „Super Idee, Sammy. Lass uns der Spur in die Wüste folgen.“
Sam wischte sich den Schweiß ab. „Die EMF-Werte waren eindeutig.“
„Ja, eindeutig tödlich heiß!“ Dean blieb stehen, schnaufte. „Wenn hier kein Monster ist, sondern nur Hitze, erschieß ich dich.“
Sam grinste. „Dann findest du nie zurück.“
Dean knurrte, trat gegen einen Kaktus – und fluchte, als Stacheln seine Jeans durchbohrten.
Sam prustete los. „Sehr jagderfahren.“
Dean fauchte. „Sag EIN Wort und ich vergrabe dich im Sand.“
Sam hob die Hände. „Schon gut. Der Kaktus gewinnt.“
Dean fluchte leise vor sich hin.
stillgelegtes Sanatorium [Dean & Sam]
Das stillgelegte Sanatorium roch nach Moder, Staub und sehr schlechten Entscheidungen.
Dean leuchtete mit der Taschenlampe durch den langen Flur. „Perfekt, Sammy. Genau der Ort, an dem ich meinen Urlaub verbringen wollte.“
Sam ignorierte ihn, studierte die EMF-Anzeige. „Hier spukt etwas. Hörst du das Klopfen?“
Dean blieb stehen. Klopf. Klopf. „Ja. Klingt wie ‚Geht weg‘.“
„Dean, das warst du.“
„War ich nicht!“
Ein Rollstuhl setzte sich plötzlich in Bewegung, quietschte langsam auf sie zu.
Dean sprang zurück. „Verdammt!“
Sam seufzte. „Nur Wind.“
Der Rollstuhl stoppte direkt vor ihnen.
Dean flüsterte: „Sam… Wind trägt keine Patientenakten.“
Eine Akte auf dem Rollstuhl.
Stall [Dean & Sam]
Der Stall roch nach Heu, Mist und schlechter Laune.
Dean hielt sich die Nase zu. „Super, Sammy. Dämonen jagen im Pferdehotel.“
Sam leuchtete in die Boxen. „Hier wurde das Opfer zuletzt gesehen.“
Ein Pferd schnaubte laut, und Dean fuhr erschrocken zurück. „Sag dem Vieh, es soll mich nicht anstarren.“
Sam grinste. „Es mag dich.“
„Ich bin kein Snack!“, protestierte Dean sofort.
Ein Schatten huschte über den Boden. Beide erstarrten.
Sam hob die Waffe. „Da!“
Dean sprang vor, trat aus – und stolperte in einen Heuhaufen.
Sam prustete los. „Sehr heldenhaft.“
Dean spuckte Stroh aus. „Sag EIN Wort und ich sattel DICH.“
Tante-Emma-Laden [Dean & Sam]
Der Tante-Emma-Laden war klein, überfüllt und roch nach Süßigkeiten. Dean schob sich durch die Gänge.
„Sammy, warum jagen wir ein Monster zwischen Konservendosen?“
am prüfte den EMF. „Weil es hier zuletzt zugeschlagen hat.“
Dean griff nach einer Packung Donuts. „Vielleicht wird es vom Zucker angelockt.“ Und kaute genüsslich.
„Dean, konzentrier dich.“
Ein Glasregal vibrierte, Dosen klapperten.
Dean hob eine Augenbraue. „Warst du das?“
„Nein.“
Eine Dose rollte plötzlich direkt auf sie zu. Dean trat sie reflexartig weg – sie traf einen Aufsteller, der laut scheppernd umfiel. Die Verkäuferin starrte sie an.
Sam flüsterte: „Unauffällig, hast du gesagt.“
Dean seufzte. „Wir verschwinden.“
Siebter Kreis der Hölle [Dean & Sam]
Hitze waberte wie lebendiges Feuer, der Boden war schwarz und glühend.
Dean wischte sich über die Stirn. „Sammy… willkommen im siebten Kreis der Hölle. Und nein, ich meine nicht dein Gemüse-Smoothie.“
Sam ignorierte ihn, studierte die Karte, die Gabriel ihnen hinterlassen hatte. „Hier soll das Wesen sein.“
Dean schnaufte. „Wer baut Monsterverstecke bitte hier?“
Ein Lavafunken spritzte hoch, Dean sprang zurück. „Verdammt! Ich grille sonst Leute, nicht umgekehrt!“
Sam grinste. „Vielleicht mögen sie dich nicht.“
„ICH mag mich hier nicht!“
Ein Schatten bewegte sich. Beide hoben die Waffen.
Dean murmelte: „Wenn wir sterben, blamiere ich absolut dich.“
Sam nickte. „Gewohnt.“
Krankenhaus [Dean & Sam]
Der Geruch nach Desinfektionsmittel machte Dean nervös. „Ich hasse Krankenhäuser,“ murmelte er, während Sam zielstrebig den Flur entlangging. „Der Shapeshifter hat sich hier versteckt. Reiß dich zusammen.“
Dean deutete auf ein Zimmer. „Da drin? Da steht Gynäkologie, Sammy!“
„Er versteckt sich da bestimmt nicht.“
Ein Schrei hallte durch den Gang. Beide erstarrten.
„Sag ich doch,“ flüsterte Dean.
Als sie weitergingen, öffnete sich plötzlich eine Tür – eine Krankenschwester starrte sie misstrauisch an. „Was suchen Sie zwei hier? Haben Sie sich Verirrt?“
Dean grinste und antwortete: „Routinecheck.“
Sam zog ihn davon. „Routinecheck?“
Dean zuckte mit den Schultern. „Besser als ‚Wir jagen Monster‘.“
