27. Knochensammler
Da war eine leise Stimme in seinem Kopf. Nicht oft und nur ganz leise, zweifelte sie daran, ob er wirklich richtig war in der Zaubererwelt. Gerade hörte er sie schon wieder, obwohl das hier eine ganz normale Situation für ihn sein sollte. Draco versuchte die Stimme zu verdrängen und erinnerte sich lieber an den Weg, den sie gegangen waren, damit er im Zweifel schnell zurück auf die helle Winkelgasse kam.
„Gute Knochen“, murmelte der zwielichtige Kerl vor ihnen und musterte Draco unverhohlen. Sein Blick war eklig, aber Draco richtete sich neben seinem Vater weiter auf. Ein Malfoy hatte keine Angst.
32. Mathe
„Mathe“, stöhnte Luna. Irgendwo neben ihr stöhnte noch jemand. Sie versuchte nicht herauszufinden, wer es war, denn wenn sie sich nicht konzentrierte, dann verschwammen die Zahlen auf ihrem Blatt. Es war, als wären die Aufgaben verzaubert worden mit einem Zauberspruch, der sie beweglich machte wie die Fotos in der Zeitung. Sie konnten sich nicht vom Blatt lösen, aber sie huschten munter darüber sobald der Schüler abgelenkt war. Sogar ihre selbstgeschriebenen Zahlen machten mit und es war quasi unmöglich zu verstehen, was sie schon geschrieben hatte. Warum mussten sie überhaupt Mathe können?
Mit Herzklopfen wachte Luna auf. Sie hatte nur geträumt.
39. Insektenplage
Neville stand im Gewächshaus und sah sich verzweifelt um. Er konnte das, sagte er sich.
Aber es sah verheerend aus. Überall waren Insekten auf den Pflanzen und er hatte das Gefühle, er hätte mal wieder etwas wirklich wichtiges vergessen. Er wusste nur nicht mehr was.
Die Insekten fraßen ungestört ein Blatt nach dem anderen vor seinen Augen. Die ganze Ernte drohte vernichtet zu werden.
Panisch fing Neville an die Tiere von den Pflanzen zu pflücken um sie zu retten.
„Mr. Longbottom, was machen Sie da?“ Professor Sprouts schnitt durch das Chaos, Neville drehte sich mit Tränen in den Augen um.
41. Voodoo-Puppen
Draco sah die Lumpen auf dem Tisch vor ihnen kritisch an. Dieser Unterricht beinhaltete doch nicht etwa, das sie nähen mussten? Dafür gab es doch Hauselfen.
Gerade als er sich beschweren wollte, sagte ein anderer genau das. Draco wusste nicht wer, aber er stimmte ihm zu.
Snape klatschte in die Hände, „Meine Herren, die Zeit in dieser Vertretungsstunde reicht nicht, um Ihnen den Wert von selbstgefertigten Utensilien näher zu bringen. Auch wenn Miss Granger das sicher liebend gern übernehmen würde. Also fangen Sie an.“
„Was sollen wir eigentlich machen?“, flüsterte Goyle. „Voodoo-Puppen von Potter“, flüsterte Zabini zurück.
Draco musste lachen.
45. Interview mit einem Vampir
Luna drehte den Brief in ihren Händen ein wenig hin und her. Dann öffnete sie ihn erneut und las ihn ein weiteres Mal. Aber an den Worten ihres Vaters hatte sich nichts geändert. Er bat sie, für einen Artikel ein Interview mit einem Vampir zu führen. Luna fragte sich, wie sie seiner Bitte in Hogwarts nachkommen sollte. Wahrscheinlich hatte er wieder vergessen, wo sie war. Natürlich wollte sie ihm bei der Arbeit helfen, aber diese Bitte war unmöglich.
Jemand grüßte sie und sie faltete den Brief schnell wieder zusammen bevor sie aufsah.
Es war Ginny Weasley, die sie gegrüßt hatte.
51. Stimmen in der Wand
Da war es wieder!
Neville drehte sich um herauszufinden, wer da sprach. Aber er war allein im Gemeinschaftsraum. Sogar die Portraits waren leer. Logisch, eigentlich sollte er schon, wie alle anderen, schlafen. Würde er auch, sobald er sein blödes Erinnermich wiedergefunden hatte. Eigentlich brauchte er es nicht mehr, immerhin erinnerte er sich gerade auch daran, das er es verlegt hatte. Aber seine Großmutter würde ihn dafür wieder ausschimpfen.
„Hier lang“, flüsterte plötzlich eine Stimme. Neville gab die Suche auf und folgte ihr.
Sie lotste ihn deutlich, solange er an den Wänden blieb. Die seltsamen Stimmen führten ihn zu seinem Erinnermich.
53. Schrumpfköpfe
Draco versuchte entspannt zu bleiben bevor er die Tür öffnete. Er wusste ja, was ihn dahinter erwartete und er war eindeutig zu alt um sich noch zu fürchten. Aber es gab einfach Dinge, die er nicht leiden konnte. Du wirst ihn nicht enttäuschen, also einfach Kopf hoch, gerade gehen und die Augen auf das Ziel gerichtet, wie beim Quidditch, sagte er sich. Zum Glück hatte heute kein anderer Schüler Ausgang.
Die Schrumpfköpfe plärrten los, sobald Draco die Tür öffnete, widerlich.
„Klappe, ich habe hier etwas zu tun“, wies er sie zurecht, während er an ihnen vorbei in den Schankraum lief.
54. die Metamorphose
Luna beugte sich fasziniert weiter vor. Es sah tatsächlich so aus, also ob ein mattes Feuerwerk unter der kleinen starren Hülle stattfand. Dann brach plötzlich die Hülle auf, Luna zuckte erschrocken zurück, aber mehr passierte für eine ganze Weile nicht. Erst dann bemerkte sie langsam, wie sich nach und nach ein Körper durch den Spalt zwängte. Irgendwann war ein fast fertiger Schmetterling, der deutlich größer war als die Hülle, zu sehen.
„Hier bist du, Luna. Ginny hat dich gesucht.“ Die Stimme durchbrach den Bann, Luna blinzelte.
„Oh, ich gehe gleich zu ihr, danke“, antwortete sie. Nevilles Tipp war wunderbar gewesen.
3.10. auf dem Dach
Luna öffnete vorsichtig die Luke. Sie wusste nicht, was genau sie hergeführt hatte. Aber sie war dem aufgeregten Kribbeln in ihrem Bauch neugierig gefolgt. Meist war das nichts schlechtes.
Hinter der Luke blickte sie in das überraschte Gesicht von Neville Longbottom. Oh, machte er. Offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet, hier oben jemandem zu begegnen. Sie auch nicht.
Trotzdem lächelte sie und grüßte ihn.
"Hallo Luna, warum bist du hier oben?" Eine gute Frage.
Sie zuckte mit den Schultern, gab sie an ihn zurück.
"Auf dem Dach ist es manchmal ...", setzte er an und stockte. Aber der Gedanke kam an.
3.12. Sternentor
Draco konnte nicht fassen, was er hier tat. Es klang so kindisch, eigentlich hätte er es als lächerlich abgetan. Und sich keine weiteren Gedanken dazu gemacht.
Er hob den Blick zum Türbogen. Das war der Grund, warum er sich hier befand und nicht im gemütlichen Gemeinschaftsraum bei seinen Freunden. Auf keinen Fall war er freiwillig, oder sogar aus Neugierde, hier. Nein, er war in seiner Funktion als Vertrauensschüler hier. Er musste das Getuschel unter den Schülern beenden. Bevor sich die ganze Schule hier nachts herumtrieb. Das redete er sich zumindest selbst ein.
Die Sterne über der Tür funkelten. Es sah anders aus als der Himmel in der Großen Halle, aber nicht weniger beeindruckend. Selbst er verstand, warum sie die Tür das Sternentor nannten. Obwohl es sicher nur eine weitere billige Illusion in diesem Schloss war. Das die Sterne tagsüber tatsächlich kaum sichtbar waren, hatte sicher mehr zu den Gerüchten beigetragen. Dieses Detail hatte er heute Mittag schon überprüft. Jetzt musste er nur noch den Rest entkräften. Der besagte, wenn man um diese Zeit hindurch schritt, sollte man der Person begegnen, mit deren Leben man verbunden war. Die einen schicksalshaften Einfluss auf sein Leben hatte.
Draco öffnete die Tür und erstarrte.
3.14. grüner Nebel
Neville starrte angestrengt auf sein Erinnermich. Eigentlich brauchte er das Geschenk seiner Großmutter nicht mehr. Mittlerweile kam er ganz gut ohne aus. Er trug es nur noch aus Gewohnheit bei sich. Wenn er es nicht vergaß. Was immer noch vorkam. Also, vielleicht brauchte er es doch noch.
Grüner Nebel waberte in der kleinen Kugel herum. Das hatte es noch nie gemacht. Das war nicht die Farbe seines Erinnermichs. Und Neville hatte keine Ahnung, warum die Farbe plötzlich eine andere war. Er versuchte wirklich, sich an einen Grund zu erinnern.
"Ah, da ist ja mein Erinnermich! Danke!", sagte plötzlich ein Junge.
3.17. Kann man/mich das essen?
Draco schaute sich das Ding vor ihm skeptisch an. Es war der beste Beweis, warum diese Schule dringend den Unterricht verbessern musste. Zumindest in einigen Bereichen. Niemals hätte sein Vater zugelassen, dass er sich in diese Situation hätte begeben müssen.
"Und nun, Kinder, trennt ein Stück von den großen Blättern ab. Gebt schön acht, wir wollen die Pflanze ernten und essen, aber auch erhalten", ermahnte sie Professor Sprout.
Diese dicken Knollen hätte Draco nicht als Blätter bezeichnet. Ganz sicher würde er sie nicht einmal anfassen.
Sie wabbelte auf seine Hände zu. "Ach, und passt auf das ihr nicht gegessen werdet."
3.21. auf zu unerklärlichen Orten
Luna stand nervös am Gleis. Sie hatte schon viel von Hogwarts gehört. Es klang wie ein wunderbarer Ort, an dem sie viele Freunde finden würde. Aber auch wie ein Ort, an dem unerklärliche Dinge passierten für die selbst ihr Vater keine Worte fand. Und der hatte eigentlich für alles eine Erklärung. Sie wusste nicht, ob sie wirklich an einen solchen Ort wollte. Aber es klang auch sehr schön.
Neben ihnen schnatterte eine aufgeregte Familie während sie sich verabschiedeten. Das Mädchen ihn ihrem Alter schien überhaupt keine Angst zu haben, als sie ihr zunickte. Vielleicht begannen die unerklärlichen Dinge schon hier.
6.1. hoffnungsvoll
Luna ließ den Blick über die versammelten Schüler schweifen. Seit dem ersten Treffen waren sie immer mehr geworden, die sich im Raum der Wünsche trafen. In einigen Gesichtern las sie zögerliche Neugier, andere waren offensichtlich nervös. Das traf auch auf den älteren Jungen neben ihr zu. Obwohl Neville ein Mitglied der ersten Stunde war, sah er seltsamerweise vor jedem Treffen so aus.
Beruhigend legte sie ihm eine Hand auf den Arm. "Keine Sorge, du schaffst das."
"Ich hoffe es, Luna. Ich hoffe es", murmelte er zurück.
Das brachte sie leicht zum lächeln. Es war sicher Hoffnung, die sie alle verband.