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Drei-Wetter-Engel

von

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Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung


 

„Sicher, dass du so herumlaufen möchtest?“, fragte Castiel nun zum dritten Mal und wieder schüttelte Dean entschlossen den Kopf.

„Ja, Cass, ich bin mir ganz sicher, zum dritten Mal.“

Dabei ignorierte er die Tatsache, dass er den Umschwung vom Sommer zum Herbst unterschätzt hatte. Dass die Luft trotz Sonnenschein deutlich abgekühlter war, als noch zwei Wochen zuvor. Dass sein dünnes Shirt ihm nun gar nichts brachte. Dass er die frische Luft auf seinen Armen spürte.

Aber das würde er nicht zugeben. Im Leben nicht.

„Du bist sturer als ein Esel“, sagte Castiel und legte ihm den Trenchcoat um die Schultern.
 

Tornardowarnung


 

Im ersten Augenblick sah alles noch gut und normal aus. Doch nur wenige Minuten später hatte sich ein roter Filter auf den Himmel gelegt, ein düsteres Zeichen, eins, das Dean sehr gut kannte. Eins, das ihm sein Vater schon in frühen Jahren eingeprägt hatte. Denn nicht nur Monster und die Dunkelheit konnten eine Bedrohung sein, die starken Wetterverhältnisse ebenfalls. Dean gefiel das überhaupt nicht.

Sofort, ohne ein Wort zu erklären, drehte Dean den Wagen mitten auf der Straße und fuhr auf der Gegenspur wieder weg.

„Tja, sieht so aus, als müssten wir wieder zurück. Da fahre ich nicht hin, nein.“
 

Donnergrollen


 

Als sie durch das verlassende Gebäude schlichen, war ein lautes, dunkles Grollen zu hören.

„Was war das?“, fragte Sam irritiert und blickte die anderen an. „Das könnte ein Werwolf sein, oder was denkt ihr?“

„Nein, die arbeiten nicht mit Vampiren zusammen. Ist bestimmt nur ein Gewitter draußen, das näherkommt“, erwiderte Dean und gab den anderen ein Zeichen, weiter den Flur entlangzugehen. Die Vampire erledigten sich nicht von allein.

Castiel beobachtete Dean und beschloss, seine Beobachtung in Worte zu formen.

„Das Geräusch kam aus deinem Magen, Dean“, sagte er unverblümt.

„Halt die Klappe“, sagte Dean und ging mit verschämten Gesichtsausdruck weiter.
 

Hundstage


 

„Es ist so heiß…“, jammerte Dean vor sich hin, während er mit geschlossenen Augen auf der Liege lag.

„Warum sind wir nicht im Motel geblieben? Da haben wir eine Klimaanlage und kalte Cola und…“

Sam sagte dazu nichts. Dean wusste, der Ausflug zum Strand war seine eigene Idee gewesen. Was für eine dumme Idee.

„Hier, Dean“, sprach Castiel ihn von der Seite an, und drückte ihm eine kalte Cola in die Hand. Nur er, seine helle Haut und die Badeshorts, die sie ihm extra gekauft hatten. Da hatte Dean seine Antwort.

„Danke, Cass“, sagte er und öffnete murmelnd die Dose.
 

Staubteufel

Erstaunt darüber, wie viel Staub sich in einem Raum ansammeln konnte, in welchem seit Jahrzehnten kein Mensch mehr gewesen war, betrachteten Sam wie auch Castiel die Menge an Arbeit, die vor ihnen lag. Dean hatte sich mit einer anderen Aufgabe, dem Reinigen des Bads, elegant aus der Affäre gezogen.
 

„Damals, als wir Kinder waren, hat Dean zu mir immer gesagt: Das ist das Werk des Staubteufels.“

Irritiert blickte Castiel ihn an, bevor er seine Augen zusammenkniff.

„Ich denke nicht, dass das die Machenschaft meines Bruder ist.“

Sam blickte ihn verwirrt an, bevor er mit einem amüsierten Ausdruck zu Lachen begann.
 

Sturmfront


 

„Hey, wie sieht es aus an der Sturmfront?“, sagte Dean und setzte ich mit mehreren Hotdogs bewaffnet neben Castiel ins Gebüsch. Dieser sagte für ein paar Sekunden nichts, bevor Dean in Richtung Sam nickte. Welcher soeben Eileen eine Waffel mit zwei Eiskugeln spendiert hatte.

„Na, die Sturmfront da vorne“, sagte Dean und Castiel blickte nun noch irritierter.

„Es ist sehr deutlich, dass zwischen den beiden eine starke chemische Anziehung vorhanden ist. Er umgarnt sie, ein Balzverhalten wie unter Tauben.“

Amüsiert sah Dean ihn an.

„Hättest du wohl auch gerne“, sagte Dean, worauf Castiel nur mit einem schlichten „Ja, vielleicht“ erwiderte.
 

Petrichor


 

Er roch immer nach Erde, Holz und Federn, zu jeder Zeit. Ein Geruch, der sich in seiner Nase eingenistet und ihn geprägt hatte. Doch Dean hatte keine Ahnung, dass sich das noch steigern ließ.

Als sie nebeneinanderstanden, unter einer Brücke, vom Regen überrascht, rubbelte sich Castiel behelfsmäßig über die feuchten Haare. Dass seine Haare nun nach nasser Erde rochen, nach nassem Holz, war nicht hilfreich. Genauso auch die Tatsache, dass der Engel so verdammt nahe an ihm stand, seine Nähe suchte.

Wie sollte er da anders können, als seine Arme um den Engel legen und in dessen Haaren zu versinken?
 

Pfützenwetter

Sie waren auf dem Rückweg vom Kiosk, einen der seltenen Ausflüge, die ihnen ihr Dad erlaubte, als Sam mit einem Mal stehen blieb.
 

„Hey, Sammy, was machst du denn, hast du was verloren?“, fragte Dean, als er sich zu seinem kleinen Bruder umdrehte. Dieser starrte eine Pfütze an.

„Sieh mal, Dean, die Pfütze sieht aus wie ein Spiegel!“

Allein der begeisterte Ton des kleinen Jungen ließen sämtliche Widerworte in Dean absterben. Sam war eben noch ein Kind und das sollte er so lange wie möglich bleiben können.

„Hey, dann hab ich ja jetzt zwei coole kleine Brüder“, sagte Dean lächelnd.
 

Aprilwetter

„Dean, warum regnet es jetzt? Der Wetterdienst hatte doch gesagt, dass heute die Sonne scheint. Und Dad erlaubt mir nicht, rauszugehen“, jammerte Sam. Dabei drückte er sich seine kleine Nase an der Scheibe platt.
 

„Das ist nun mal der April, der macht, was er will.“

Tröstend legte Dean seinem kleinen Bruder einen Arm um die Schultern. Sein Bruder hatte sich so darauf gefreut, nach über einer Woche Erkältung endlich das Motelzimmer verlassen zu können. Daraus wurde dann nichts.

„Der Mai ist sowieso viel besser“, sagte Dean voller Überzeugung.

„Warum?“, wollte Sam wissen.

„Ganz einfach, weil du im Mai Geburtstag hast!“
 

Zuwarmi


 

„Nein, Cass, komm nicht näher“, murmelte Dean an einem warmen Sommermorgen. Die Nacht war kaum kühl genug geblieben und schon jetzt zeigte sich der neue Tag von seiner heißen Seite.

„Warum nicht?“, fragte Castiel verwundert, aber ebenfalls leicht verschwitzt. Nur, dass es ihm egal war.

„Weil es viel zu warm zum Kuscheln ist.“

Dann öffnete Dean seine Augen, und er merkte schnell, dass sich das als ein großer Fehler herausstellte. Denn diese suchenden, blauen Augen, die Sehnsucht darin packte ihn sofort. Schlimmer als Sams Welpenblick.

„Ok, Cass, komm her“, sagte er seufzend und zog den Engel näher an sich heran.
 

Wolkenlos


 

Manchmal braucht es nicht viel, um einen schönen Moment teilen zu können. Manchmal war es vollkommen genug, mit dem Auto in die Natur zu fahren, weit weg von jeglicher Zivilisation, in eine Gegend, in der sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen würden. Wenn sie denn sprechen könnten. Doch das konnten sie nicht, das hatte Castiel ihm ausreichend versichert.

Nein, viel brauchte Dean nicht. Nur seinen Bruder, sein Auto, seinen Partner, und eine kühle Flasche Bier, um ein weiteres Mal schweigend den Sternenhimmel zu genießen. Ohne Wolken, die irgendwas verdeckten. Eine vollkommen reine Aussicht auf den Mond und die Sterne.
 

Vom Regen in die Traufe


 

„Was für ein ekelhaftes Wetter!“

Mit schnellen Schritten liefen die beiden den Gehweg entlang, sie wollten so schnell wie möglich zu ihrem Wagen zurückkehren. Die 20%ige Regenwahrscheinlichkeit, die Sam am Morgen in seiner App gesehen hatte, hatte sich als 100%iger Wolkenbruch herausgestellt.

Dean beschloss, eine Abkürzung über die Straße zu nehmen, vorbei an diversen gefüllten Schlaglöchern.

„Dean, pass auf, ich habe gehört, in dieser Gegend…“

Doch es war bereits zu spät. Kaum hatte Dean den Schritt in ein solches Schlagloch gesetzt, versank er bis zur Hüfte in einem tiefen Wasserloch.

„Die Schlaglöcher sollen hier sehr tief sein“, sagte Sam mitleidig.
 

Nebelhorn

Müde rieb er sich seine Augen. Kaffee, er braucht jetzt ganz, ganz dringend Kaffee. Sein Schlaf war ausnahmsweise mal schön gewesen. Tief, sogar mit einem angenehmen Traum, den er allerdings in der Sekunde fast komplett wieder vergessen hatte, als er aus dem Schlaf gerissen worden war. Als sein Handywecker ihm fast aus dem Bett hatte springen lassen.
 

„Verzeihung, Dean, ich habe wohl die Lautstärke deines Geräts unterschätzt“, entschuldigte sich Castiel, der ihm am Vorabend einen kleinen Gefallen tun wollte. Als er sich angeboten hatte, für Dean den Wecker einzustellen.

„Lautstärke Nebelhorn ist einfach zu viel des Guten“, sagte Dean gähnenderweise.
 

Durch den Monsun


 

„Was trinkst du da bitte?“, fragte Dean mit hochgezogener Augenbraue, als er das Glas betrachtete, das vor seinem Bruder auf dem Tisch stand. Dieser sah von dem Mann mit der Posaune weg, drehte seinen Kopf zurück zu Dean.

„Das ist ein Cocktail. Nennt sich Tropical Monsoon. Willst du mal probieren? Die Schärfe und die Süße decken sich wunderbar ab.“

Doch Dean schüttelte nur energisch mit seinem Kopf, bevor sich seinem Bier widmete.

„Danke, nein, das muss nicht sein. Besonders nicht, wenn es alkoholfrei ist.“

Sam musterte ihn scharf von der Seite.

„Du weißt schon, dass ich nachher fahre, nicht wahr?“
 

Herbstsonne

Warm leuchtete die Sonne durch die Allee, als Dean gemütlich zwischen den Bäumen entlangspazierte. Wie er sowohl die Gegend im Auge behielt, wie auch seinen kleinen Bruder. Dieser war noch jung genug, um sich austoben zu wollen. Zwischen den vielen bunten Blättern umherzulaufen, und die warme Sonne auf seiner Haut zu spüren.
 

Etwas, das ihm selbst nie wirklich vergönnt worden war. Bis plötzlich Sam auf ihn zulief, und ihn an der Hand nahm. Sein Bruder musste nicht viel sagen, allein für diese Geste würde Dean sich überallhin mitziehen lassen.

So ließ er sich von Sam zum größten aller Blätterstapel ziehen.
 

Verhagelt

„Nein… nein nein nein! Das kann doch nicht sein … mein Baby!“
 

Entsetzt starrte Dean auf das, was der letzte Hagel von seinem Auto zurückgelassen hatte: Etliche Dellen im Lack, kaputte Fensterscheiben und eine dicke Schicht an Hagelkörnern auf den Sitzbänken, die langsam vor sich hinschmolzen. Das durfte nicht sein!

 

Ruckartig fuhr Dean aus dem Schlaf, schwer atmend versuchte er zu verarbeiten, was er bis soeben gesehen hatte. Alarmiert, aber auch irritiert, setzte sich Castiel ebenfalls auf, legte einen Arm um ihn.

„Dean, beruhige dich. Was auch immer du gesehen hast, es war nur ein Albtraum. Es war nicht real!“
 

Gummistiefel


 

a„Ihr könnt mir sagen, was ihr möchtet. Aber es wird niemals gutaussehende Gummistiefel geben. Lieber laufe ich den halben Tag mit nassen Socken herum, als mich in solchen Dingern sehen zu lassen.“

Entschlossen schüttelte Dean den Kopf, während sich Sam und Castiel gegenseitig ansahen. Dann holte letzterer eine Tüte hinter seinem Rücken hervor.

„Auch nicht, wenn sie so aussehen?“, sagte er, als er Dean die Tüte reichte.

„Pfft, was soll an denen bitte besonders sein?“

Dann öffnete er die Tüte und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

„Ja, Dean. Gummistiefel, die wieder Cowboystiefel aussehen, genau das Richtige für dich!“
 

Nebelschwaden


 

„Brr, Sammy, ich mag diesen dichten Nebel gar nicht. Erinnert mich an dieses Spiel, das wir letztens ausprobiert haben“, sagte Dean, und hielt seine Schrotflinte an sich gedrückt. Bereit, diese sofort auf den nächsten Gegner zu zielen und abzufeuern.

„Du meinst Silent Hill 2? Das ist aber nicht echt, im Gegensatz zu dieser verlassenen Stadt. DAS gefällt mir nicht.“

Dean verdrehte die Augen über Sams Kommentar und bewegte sich langsam mit seinem Bruder durch die Gassen der verlassenen Stadt. Nicht eine Person war zu sehen.

„Hey… Sam, hörst du das auch?“

„Nein, was denn?“

„Na, dieses Rauschen aus dem Radio…“
 

Laubwirbel


 

Nur noch wenige Blätter, nur noch wenige Male musste Dean die Harke über den Rasen ziehen, bis der Garten wieder einigermaßen ansehnlich aussah. Dank des fortgeschrittenen Herbstes hatten sich eine Menge bunter Blätter in seinem Garten angesammelt, nun konnte es das zeitweilige Zuhause für einen Igel sein. Stolz betrachtete Dean den großen Blätterberg in seinem Garten.

Bis Castiel sich genau in diesen hineinteleportierte.

Als er mit seinen großen, unsichtbaren Flügeln alles durcheinanderwirbelte, und sich dreiviertel des Stapels wieder auf dem gesamten Rasen verteilten.

Und er hatte natürlich keine Ahnung, was er angerichtet hatte.

Dean sah ihn genervt an.

„Dein Ernst?!“
 

Eisheilige


 

„Was denkst du? Wasser oder Luft?“

Während Deans Blick auf der Straße blieb, stellte er seinem Bruder diese Frage, welcher darüber nachzudenken schien.

„Rein optisch würde ich eher zu Erde tendieren. Aber vom Kampfstil her könnte ich mir Wasser am besten vorstellen.“

„Stell dir die Möglichkeiten vor! Er könnte Weihwasser nach seinem Willen lenken und einfrieren. Wäre das dann heiliges Eis? Wäre er dann ein Eisheiliger?“

Währenddessen blickte Castiel seine Freunde mehr als irritiert an. Er hatte keine Ahnung, worüber die zwei Brüder redeten. Er hatte nur verstanden, dass es um ihn ging.

„Ihr wisst, dass ich euch hören kann?“
 

(kein) Regenschirm


 

Der Regen prasselte auf den Schirm, welchen Castiel über ihnen aufgespannt hatte. Welchen er zwischen ihnen hielt, damit sie beide nicht nass wurden. Er hatte darauf bestanden, dass sie sich beide einen teilten, obwohl Dean keinerlei Anstalten machen wollte, sich dagegen zu wehren. Wozu auch, wenn die Alternative war klitschnass zu werden?

Sein Blick wanderte in der Gegend herum, als er schließlich auf den Engel neben sich fiel, auf dessen Trenchcoat. Dean seufzte, zog den Engel mit seinem Arm enger an sich heran.

„Was machst du denn? Sag doch was, dass der Schirm nicht groß genug für uns beide ist!“
 

Sintflut


 

„Sammy, ich habe gekocht, du machst das Geschirr, so wie abgemacht“, sagte Dean, legte das Geschirrtuch weg und verließ das Besprechungszimmer mit eiligen Schritten.

„Ja ja, Dean, wie abgemacht.“

Er schnappte sich sämtliches Geschirr, welches sie für das Abendessen benutzt hatten und ging in die Küche, um seinen Teil des Deals zu erfüllen. Nur um dann von Bergen von Kochtöpfen, Pfannen, Küchenbesteck und einer sehr benutzten Küchenzeile begrüßt zu werden.

„What the fuck, Dean? Erst kochen und dann ein Schlachtfeld hinterlassen, Hauptsache, nach mir die Sinnflut?“

Frustriert ließ Sam das Wasser ins Waschbecken und fing mit der ersten Pfanne an.
 

Staubtrocken

„Wow, ist meine Kehle trocken, ich könnte jetzt echt ein verdammt kühles Getränk gebrauchen“, sagte Dean, kaum hatte er das Buch vor sich auf dem Tisch geschlossen. Es war bereits das zehnte, welches er nach Hinweisen zu Amara durchsucht hatte. Ohne Erfolg.
 

Schweigend stand Castiel von seinem Stuhl auf, ging zum kleinen Minikühlschrank, den Dean im Besprechungszimmer aufgestellt hatte und holte etwas heraus. Er reichte Dean eine Flasche, dieser nahm sie, ohne hinzusehen. Bis er es doch tat.

„Wasser? Ernsthaft?“, fragte Dean leicht genervt.

„Das Bier ist alle, Dean“, sagte Castiel und öffnete die Tür, um es ihm zu beweisen.
 

Falsche Jahreszeit


 

„Dean… kann ich bitte ein paar Erdbeeren haben?“

Dean sah seinen kleinen Bruder an und seufzte. Nicht, weil er nicht das Geld dafür hätte. Nicht, dass er seinem Bruder die Erdbeeren nicht gönnen würde. Nicht, dass sein Vater ihm verboten hätte, das Motelzimmer zu verlassen.

Doch so niedlich Sam auch schaute, so lieb und höflich er auch fragte, Dean konnte ihm diesen Wunsch nicht erfüllen.

„Sorry, Sammy, aber im Winter gibt es keine Erdbeeren.“

„Oh.“

Dieses einzelne Wort voller Enttäuschung brach Dean das Herz, wie gerne würde er die Zeit für Sammy nach vorne drehen. Doch das konnte er nicht.
 

Ruhe vor dem Sturm

„Cass wird nicht sehr begeistert sein, wenn er davon hört“, sagte Sam mitleidslos. Dean fuhr sich mit den Händen durch die Haare, blickte dabei auf das Mal an seinem Arm.
 

„Denkst du, ich weiß das nicht? Ich kann mir jetzt schon ausmalen, wie er mit mir den Boden wischen wird.“

Die erste Klinge lang schwer und gleichzeitig leicht in seiner Hand. Sie sprach zu ihm, weckte ein tiefes, primitives Bedürfnis in ihm und… Dean legte die Waffe weg. Nein. Das gefiel ihm überhaupt nicht.

„Ich werde es ihm sagen, okay? Es ist besser, wenn er es von mir persönlich hört.“
 

Pfützenmosaik


 

Skeptisch betrachtete Dean das bunte, unförmige Mosaik, welches eine unbekannte Person in den Boden vor ihm eingelassen hatte, in das unförmige Schlagloch im Gehweg.

„Davon habe ich gehört, ein Trend aus Europa, nennt sich flacking. Hat in Frankreich angefangen, andere in Europa haben es dann nachgemacht und jetzt offenbar auch jemand hier in Kansas.“

Noch immer skeptisch hob Dean die Augenbraue, doch er konnte nicht umhin die Absicht dahinter zu erkennen.

„Egal, wie es am Ende aussieht, Hauptsache, ich muss mein armes Baby weniger durch Schlaglöcher fahren lassen“, sagte er, während Sam für sich selbst ein Foto vom Gehweg machte.
 

Wüstenstaub


 

„Nein, komm schon, ernsthaft? Ich war doch erst gestern mit Baby in der Waschanlage, und jetzt ist sie voller Staub und Dreck.“

Resigniert starrte Dean auf seinen Impala, sein Eigentum, sein ganzer Stolz. Erst gestern hatte er den Wagen gereinigt, eine teure Politur verwendet und viel von seiner Zeit vom Vortag.

„Hilft wohl nichts, da musst du wohl wieder ran“, stellte Sam fast und legte ihm eine Hand auf die Schulter.

„Lass uns dir dieses Mal helfen, dann geht es schneller. Zu dritt schaffen wir das mit links.“

„Ja, ok, von mir aus“, sagte er und setzte sich ans Steuer.
 

Der letzte Tropfen


 

„Moment, was soll das denn werden?“, fragte Dean und hielt seinen kleinen Bruder am Arm fest. Dieser sah ihn mit ungeduldigen Augen an.

„Na, ich will zum Strand gehen, Dean.“

Dieser verdrehte die Augen.

„Erst kommt die Sonnencreme drauf. Sonst meckert Dad wieder, weil du wegen mir ‚nen Sonnenbrand bekommen hast.“

Widerwillig wollte sich Sam von seinem großen Bruder einreiben lassen, doch alles, was aus der Tube herauskam, war ein einzelner, letzter Tropfen. Beide sahen ihn sprachlos an.

„Tja, dann wirst du wohl warten müssen, bis ich eine neue Sonnencreme gekauft habe“, sprach Dean aus, was Sam nicht hören wollte.
 

Umschwung


 

„Vielleicht sollte ich mit ihm reden, versuchen, es ihm zu erklären. Versuchen, mich zu erklären“, sagte Castiel, kurz bevor ihn Sam an der Schulter festhielt.

„An deiner Stelle würde ich ihn lieber noch eine Weile toben lassen. Er war ziemlich angepisst, als er vorhin die Treppe herunterkam.“

Castiel stoppte und wusste, er würde eine gute Strategie brauchen. Etwas, das Dean genug ablenken würde, damit der Jäger ihm zuhören konnte. Doch wie sollte er das anstellen? Dann kam ihm eine Idee.

„Sam, ich mache einen Strategiewechsel. Dafür brauche ich Geld.“

„Für was?“, wollte Sam von ihm wissen.

„Um Kuchen zu kaufen.“
 

Regenbogen


 

„Cass? Wo zum Hecker steckst du?“, rief Dean nun mittlerweile verzweifelt in die leere Umgebung hinein. Um sich herum sah er nur weiße, leere, makellose Gänge, mit viel zu viel Licht an den Wänden. Er mochte es überhaupt nicht, hier oben im Himmel zu sein.

„Cass, verdammt, lass mich jetzt hier nicht allein, du …“

Dass sein Bein blutete, wie auch sein Bauch, ignorierte der zornige Jäger großzügig.

Auf einmal packten ihn von hinten zwei Arme, zwei Flügelpaare legten sich um seinen geschundenen Körper. Als würde ihn ein Regenbogen festhalten.

„Ich habe dich“, sagte Castiel und heilte sanft Deans Wunden.
 


Nachwort zu diesem Kapitel:
Achja, mit dem Cocktail ist dieser hier gemeint: https://www.palaisdesthes.com/de/gastronomie/cocktails/tropical-monsoon/ Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Als ich mal aus Neugierde nach "Pfützenmosaik" gegoogelt hatte, aus Gründen, die ich nicht verstehe, bin ich über die Googlebilder auf das hier dann gestoßen: https://de.wikipedia.org/wiki/Ememem
Kannte ich auch noch nicht, aber ich finds cool. Wäre schön, wenn er das hier in Deutschland auch machen würde. Auch wenn es da vermutlich zig Gesetze dagegen gibt^^° Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (15)
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Von:  loire
2025-10-13T16:09:24+00:00 13.10.2025 18:09
Alkoholfrei würde ich nehmen, aber der Mix klingt so fruchtbar, ich wäre beim Bier mit Dean. ^^'
Antwort von:  KiraNear
14.10.2025 11:18
Persönlich würde ich auch lieber alkoholfrei oder ein Radler bevorzugen XD
Von:  loire
2025-10-13T15:37:12+00:00 13.10.2025 17:37
Das ist doch kein Schlagloch mehr! Das ist ein Teich und in einer Straße hat der nichts zu suchen! Wenn die ganzen ein einhalb Meter Dean darin verschwinden.
Antwort von:  KiraNear
14.10.2025 11:19
Das scheint die Stadt wohl nicht zu stören XDD
Von:  loire
2025-09-20T19:03:29+00:00 20.09.2025 21:03
Wenn man nicht schmelzen will, rührt man sich besser nicht. Auch nicht die Augenlider. Wieder was gelernt.

Oder anders gesagt, awww, wie süß!
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 22:31
Tja, das hat er davon, dass er die Augen aufgemacht hat :3
Von:  loire
2025-09-20T18:40:10+00:00 20.09.2025 20:40
"hast du was verloren" statt "was du was", müsste es heißen.

Dieser kleine Ausflug in ihre Kindheit ist süß. Big brother Dean ist süß. Ah, halt. Cool, natürlich. Dean ist cool. XD
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 22:31
Oh, danke für den Hinweis, dann ändere ich das gleich mal!

Wir wissen doch, dass er beides ist - auch wenn er es nie zugeben würde ;-)
Von:  loire
2025-09-20T18:33:58+00:00 20.09.2025 20:33
Hier, ich. Ich habe vollstes Verständnis. Das ist zu verführerisch.
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 22:30
Ich kann es auch absolut verstehen, ganz ehrlich D:
Von:  loire
2025-09-20T18:27:33+00:00 20.09.2025 20:27
Oh oh, ist da eine Sturmfront namens Castiel im Anmarsch?
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 22:30
Ja, das könnte sein XDD
Von:  loire
2025-09-20T12:36:19+00:00 20.09.2025 14:36
Für mehr Taktgefühl würde ich, ähm, einen Postboten zum Vorbild nehmen, oder so.
Ich mag Castiels direkte Art, aber es ist nicht immer einfach mit so einer Person zusammen zu arbeiten.
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 17:23
War bestimmt keine Absicht von dir, aber ich habe ja ne AU geschrieben, in welcher Castiel ein Postbote ist XD
Stelle ich mir auch nicht immer so einfach vor, aber vllt gewöhnt man sich irgendwann auch daran.
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 17:23
Achja und danke dir fürs Kommentieren :3
Von:  loire
2025-09-20T12:28:26+00:00 20.09.2025 14:28
Cass zieht sich aus, können wir das bitte in den Vordergrund schieben?
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 17:21
Natürlich können wir das XDD
Von:  Ayaka-Higurashi
2025-09-20T08:59:19+00:00 20.09.2025 10:59
Schade wäre einfacher zu sagen, der Staubteufel war es, als zu sagen man hat einfach keine Lust auf Saugen^^.
Ne glaub nicht^^.
Also ich kenne es von anderen Seite, dass es schön ist wenn man Kommentiert. Daher leg ich doch einfach mal los dachte ich.
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 17:22
Och, ich denke, es gäbe bestimmt eine Menge Leute, die es cool finden würden, wenn man es einfach einem Staubteufel zuschieben könnte ;-)
Awww, das ist echt lieb :3
Und ja, ist auch einer der Gründe warum ich selbst auch gerne kommentiere, wenn ich mal wieder ne FF lese.
Von:  Ayaka-Higurashi
2025-09-20T06:47:51+00:00 20.09.2025 08:47
ich find es eine echt gute idee, dass du immer die selben charas nimmst und dann kleine Einblicke.
Antwort von:  KiraNear
20.09.2025 10:01
Danke :3
Dass ich die Drabbles auf die drei limitiere, aber ein wenig herumspiele, wer grad mit wem alles interagiert, war auch von Anfang an meine Absicht^^


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