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Der Weg zum Stein der Weisen

von

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Raum 1 - Fluffy, der dreiköpfige Hund

Beitrag für: [Wettbewerb] Der Stein der Weisen [Harry Potter](FanFiktion.de)
 

Vorgaben

Mindestwortzahl: 1000 Wörter

Hauptcharakter: Fred Weasley, Bellatrix Lestrange oder Filius Flitwick

Ort des Geschehens: der verbotene Wald, an einem See oder die Winkelgasse

Tierwesen: Donnervogel, Erumpent oder Graphorn

Kreative Aufgabe: Fluffy ließ sich durch ein Flötenspiel beruhigen. Wie schafft es also euer Charakter das jeweilige Tierwesen auf kreative Art zu zähmen?
 

~*~


 

Es war ein angenehm warmer Spätsommertag, als Fred sich auf den Weg in den Verbotenen Wald machte. Er war einer der wenigen, die seit Jahren regelmäßig in diesen gingen, um mit den Zentauren Handel zu betreiben.
 

Wenige Tage nach dem endgültigen Sieg über den Unnennbaren war ein Zentaur namens Ronan nach Hogwarts gekommen und hatte um Hilfe für seine Herde gebeten. Er selber hatte davon nichts mitbekommen, da er schwerverletzt im St.-Mungo zu der Zeit lag. George hatte es ihm dann bei einem späteren Besuch erzählt, da dieser immer wieder in Hogwarts half, um nicht permanent an seinem Krankenbett zu sitzen.
 

Ronan hatte ihnen damals berichtet, dass einer der Ältesten aus der Herde in der Nacht nach dem Sieg aus den Sternen gelesen hatte, dass der Herde ein Jahrzehnt voller Entbehrungen und Hungersnöte bevor stand, da zu viel im Verbotenen Wald geschehen war. Und nachdem sich die Herde ein paar Tage beraten hatte, war man eben zu dem Entschluss gekommen, dass man auf die Menschen zugehen und um Hilfe bitten musste, wenn man eine Zukunft haben wollte. Aus diesem Grund war Ronan nach Hogwarts geschickt worden. Als er das erfahren hatte, hatte er sofort zugestimmt, der Herde zu helfen.
 

Fred musste bei diesem Gedanken den Kopf schütteln. Das Ganze war jetzt schon fast fünf Jahre her und seit dieser Zeit ging er regelmäßig in den Verbotenen Wald, um der Herde Lebensmittel zu bringen und von diesen allerlei Dinge zu bekommen, die er gewinnbringend verkaufte. Manchmal waren es kleine Schnitzereien aus Holz oder dekorative Dinge aus Federn. Doch heute würde er sich Acromantula Fäden holen. Denn Acromantulas gab es, im Gegensatz zu Futtertieren, immer noch reichlich im Verbotenen Wald und sie machten immer noch Ärger, weshalb die Herde diese jagte und die Bestandteile ebenfalls handelte. Denn nahrhaft waren Acromantula nicht wirklich, so dass die Zentauren deren Fleisch nur im äußersten Notfall essen würden. Das hatte ihm jedenfalls Firenze einmal erzählt.
 

Und jetzt in der Zeit kurz vor dem Halloween Geschäft brauchte er besonders viele Acromantula Fäden, da er diese für ihr mit Abstand beliebtestes Scherzprodukt brauchte. Spinneneier zum Werfen. Diese bestanden aus hauchdünnem Papier, in welchem sich die Fäden befanden. Sobald man diese Eier warf, platzten diese auf und hinterließen hübsche Spinnweben, mit Mustern darauf. Dabei konnte wirklich alles dabei sein. Von einer gruseligen Fratze, über die Gestalt eines Todessers bis hin zu einer Fledermaus. George und er hatten mit vielen Materialien experimentiert, doch Acromantula Fäden waren einfach das beste Ausgangsmaterial dafür gewesen. Was war auch besser als Spinnweben geeignet, als die echten Fäden einer Spinne? Und da die Zentauren mit diesen nichts anfangen konnten, nahm er ihnen diese gerne ab.
 

So ging Fred immer tiefer in den Verbotenen Wald, den Weg schon im Schlaf kennend. Doch auch wenn er diesen Weg seit Jahren regelmäßig entlang ging, blieb er dennoch wachsam und lauschte auf jedes kleine Geräusch. Schließlich konnte es passieren, dass eine Acromantula aus ihrem ursprünglichen Territorium herauskam und sich auf den Weg Richtung Hogwarts machen wollte, weil auch für sie die Nahrung knapp war. Schließlich litten nicht nur die Zentauren unter der Nahrungsknappheit, wobei sich diese eben auch etwas mit Beeren und Wurzeln behelfen konnten. Etwas, was Acromantulas nicht tun konnten.
 

Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht, hörte Fred aus der Entfernung ein leises Rascheln, was ihn sofort in Alarmbereitschaft versetzte und dazu veranlasste, seinen Zauberstab zu ziehen.
 

Das Rascheln wurde schnell lauter, wuchs zu einem Knacken von Ästen und dann zu einem Brechen von Bäumen heran, ehe der Boden unter seinen Füßen anfing zu vibrieren und ein riesiges Graphorn aus dem Unterholz hervor kam. Und das nur etwa zwanzig Meter vor ihm. Er konnte das Tierwesen ganz deutlich zwischen den Bäumen erkennen.
 

Bei Merlin, was machte so ein Wesen hier? Normalerweise lebten diese doch in bergigen Regionen und nicht mitten in einem Wald!
 

Panisch sah sich Fred nach einem Fluchtweg um. Noch hatte das Graphorn ihn nicht bemerkt, weshalb er so langsam und so leise wie möglich versuchte, sich rückwärts von diesem zu entfernen. Er sollte wohl lieber an einem anderen Tag wiederkommen und jetzt am besten den Rückzug antreten, solange das Tierwesen ihn noch nicht bemerkt hatte. Denn eine Entfernung von nur knapp zwanzig Metern war für so ein riesiges Wesen doch ein Katzensprung. Leider war das Glück nicht auf seiner Seite, weshalb er schon nach wenigen Schritten auf einen trockenen Ast trat, welcher mit einem für ihn ohrenbetäubenden Knacken zerbrach und die Aufmerksamkeit des Graphorn nun auf ihn lenkte.
 

Mit einem lauten Schnauben senkte das Graphorn bedrohlich seinen Kopf, so dass Fred die riesigen Hörner sehr gut erkennen konnte und scharrte mit einem Vorderfuß über den Waldboden, bereit jeden Moment anzugreifen.
 

Verdammt, was sollte er jetzt machen? Er war sicher nicht schnell genug, um vor einem Graphorn wegzulaufen. Auch wenn dieses hier im Wald sicher langsamer war, als auf einer freien Ebene. Dennoch war ein Mensch nicht schneller, als so ein Tierwesen. Sich verteidigen fiel aber leider auch weg, denn er wusste ganz genau, dass die Haut eines Graphorn noch dicker war, als die eines Drachen. Das hatte ihm Charlie mal erzählt.
 

Bevor sich Fred noch weitere Gedanken über das weitere Vorgehen machen konnte, stieß das Graphorn einen wütenden Laut aus, ehe es sich in Bewegung setzte und auf ihn zuhielt.
 

Er hatte doch geahnt, dass das Graphorn trotz seiner Masse extrem schnell war.
 

In seiner Panik riss Fred seinen Zauberstab nach oben und warf dem Graphorn den erstbesten Zauberspruch entgegen, der ihm einfiel.
 

„Expecto Patronum“, rief er laut und fragte sich im nächsten Moment, wie er auf die irrsinnige Idee kam, dass ein Patronus ein Graphorn aufhalten konnte.
 

Doch bevor er diesen Zauber beenden konnte, geschah etwas Überraschendes. Das Graphorn blieb wenige Meter vor ihm stehen und sah fasziniert dabei zu, wie seine silbrige Elster ihre Kreise zog.
 

War das seine Chance, fliehen zu können? Fred konzentrierte sich weiter auf seine glückliche Erinnerung, während seine Elster über dem Kopf des Graphorn ihre Kreise zog und dieses ihr mit den Blicken folgte, bevor es hochsprang und nach der Elster schnappte, die Fred aber zum Glück rechtzeitig nach oben fliegen ließ, so dass dieser Angriff erfolglos blieb. Dabei musste er sich auch noch auf sein Gleichgewicht konzentrieren, da der Sprung des Graphorn den Boden zum Beben gebracht hatte.
 

Angestrengt ließ Fred seinen Patronus weiter von sich weg fliegen und atmete erleichtert auf, als das Graphorn ihm auch wirklich folgte.
 

Jetzt musste er nur noch den richtigen Moment abwarten, um sich dann schnell aus dem Staub zu machen. Er war zum Glück nicht weit von der Grenze entfernt, von der aus er auch innerhalb des Verbotenen Waldes apparieren konnte. Aber noch lag zwischen ihm und dieser Grenze ein tonnenschweres Tierwesen, was immer noch mit seinem Patronus beschäftigt war.
 

Langsam, darauf achtend das seine Elster immer im Blickfeld des Graphorn war, machte sich Fred auf den Weg zu dieser Grenze innerhalb des Waldes. Er musste es schaffen, das Graphorn solange mit seiner Elster abzulenken, bis er apparieren konnte. Vorher durfte er den Patronus nicht beenden.
 

Mit diesem Gedanken ging Fred langsam weiter, während das Graphorn immer wieder Laute ausstieß und versuchte, die Elster zu fangen, was ihm aber nicht gelang. Dennoch ließ es nicht von ihr ab und es sah fast schon danach aus, als wenn es nur spielen wollte.
 

Wäre die Situation nicht so verdammt ernst, hätte Fred das Ganze wirklich sehr amüsant gefunden. Doch so musste er sich konzentrieren, um seinen Patronus aufrecht zu erhalten und nicht wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er hatte den verdammten Krieg schließlich nicht überlebt, um jetzt, Jahre später, von einem Graphorn getötet zu werden, was sich in den Verbotenen Wald verirrt hatte! Oder was hier versteckt worden war. So genau konnte er es ja auch nicht wissen und er sollte sich auch nicht an solchen Überlegungen aufhalten, wenn er seinen Patronus nicht verlieren wollte.
 

Mit zusammengebissenen Zähnen ging Fred weiter. Es war extrem anstrengend den glücklichen Gedanken festzuhalten und damit seinen Patronus aufrecht zu erhalten, wenn man einer potentiell tödlichen Gefahr gegenüberstand.
 

So war es auch nicht verwunderlich, dass ihm doch allmählich die Konzentration schwand und sich seine Elster in Luft auflöste, was das Graphorn sofort mit einem wütenden Schrei quittierte, ehe es sich wieder ihm zuwandte und zum Angriff ansetzte.
 

Doch dieses Mal rief Fred seinen Patronus nicht erneut, sondern nahm die Beine in die Hand und rannte so schnell es ging davon, seinen Zauberstab fest umklammert, während er das wütende Brüllen hörte und das donnernde Grollen der Füße den Boden erbeben ließ.
 

Mit einem beherzten Satz sprang Fred nach vorne und apparierte in letzter Sekunde, bevor das Graphorn ihn erwischen konnte.
 

„Fred, was ist passiert?“, wollte George erschrocken wissen, als sein Zwillingsbruder plötzlich vor seinen Füßen auftauchte und schwer atmend in die Knie ging.
 

„Ein Graphorn. Im Verbotenem Wald“, brachte Fred keuchend heraus, während er versuchte wieder zu Atem zu kommen. Es war verdammt knapp gewesen und das war ihm nur allzu bewusst.
 

„Was? Wie kommt das dahin?“, brachte George entsetzt heraus, während sich Fred langsam beruhigte und wieder aufrichtete.
 

„Ich habe keine Ahnung. Aber wegen dem Vieh konnte ich nicht zur Herde. Wir sollten am besten Ron Bescheid sagen. Ein Graphorn im Verbotenem Wald ist eine noch größere Gefahr, als die ganzen Acromantulas“, meinte er ernst, was George nicken ließ.
 

„Ich schicke ihm eine Nachricht und du ruhst dich aus. Und ich werde dich beim nächsten Mal begleiten. Nicht das das Ministerium es nicht fangen kann oder da noch etwas anderes lauert“, meinte George, was Fred wieder nicken ließ.
 

„Danke, aber ich hoffe doch, dass das Ministerium es fangen kann und da nichts anderes mehr ist. Abenteuer sind definitiv etwas für Harry und nicht für mich. Auch wenn es schon irgendwie lustig war, wie das Graphorn hinter meiner Elster hergelaufen ist“, gab Fred schmunzelnd zurück, als allmählich die Anspannung wich und er sich bewusst wurde, dass er in Sicherheit war.
 

„Was?“ George war komplett verwirrt von der Aussage seines Zwillings, weshalb er diesen einfach nur anstarrte.
 

„Ich hatte Panik und der erstbeste Zauber, der mir einfiel, war der Patronus. Dem Graphorn hat es zum Glück gefallen“, gab Fred schulterzuckend von sich und grinste schief. „Ich lege mich etwas hin. Das war definitiv genug Abenteuer für mich“, fügte er noch hinzu, bevor er sich auf den Weg in ihre Wohnung machte und George kopfschüttelnd zurück blieb. Er konnte seinen Zwillingsbruder verstehen. Dieser war, nachdem er fast getötet worden war, sicher froh, wenn er nicht mehr in lebensgefährliche Situationen verwickelt wurde.

Raum 2 - Die Teufelsschlinge

Vorgaben

Wortanzahl: min. 1000, max. 3000 (1708 laut Zeichenzähler)

Pflanze: Sucht euch eine harmlose Pflanze (z.B. Gänseblümchen) aus dem Potter-Universum aus und verwandelt sie in eine Gefahr. Ob sie wie die Teufelsschlinge erwürgt, Gift verspritzt oder jemanden zu Tode quietscht ist euch überlassen (quietschendes Gänseblümchen)

Charaktere: 2 Charaktere eurer Wahl müssen auf diese Pflanze treffen, ob gemeinsam oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten ist euch überlassen und müssen auf zwei unterschiedliche Arten die Pflanze bezwingen. Dabei soll es eine magische und eine nicht magische Möglichkeit geben (Hermione Granger = nicht magische Möglichkeit; Draco Malfoy = magische Möglichkeit)

Zusatz: Kreativität
 

~*~
 

„Guten Morgen, zusammen. Wie Ihnen Professor Dumbledore schon mitgeteilt hatte, ist mein Name Professor Tofty und ich komme im Auftrag des Ministeriums, um Ihre Prüfungen zu überwachen. Daher heiße ich Sie alle herzlich zu Ihrer praktischen Abschlussprüfung im UTZ Kurs Kräuterkunde willkommen“, mit diesen Worten wurde der Jahrgang um Harry Potter an diesem Morgen von dem alten, weißhaarigen Professor vor einem der Gewächshäuser begrüßt, dessen Scheiben matt gezaubert waren, damit niemand hineinsehen konnte.
 

„Sie werden gleich einzeln von Professor Sprout aufgerufen und dürfen dann das Gewächshaus betreten. Im Inneren werden Sie einen Tisch mit Hilfsmitteln und eine Pflanze vorfinden, die Sie mit Hilfe der Hilfsmittel auf die Ernte vorbereiten sollen. Sobald Sie damit fertig sind, erhalten Sie Ihre Note und dürfen danach wieder in Ihren Gemeinschaftsraum gehen. Ich muss Sie jedoch bitten, nicht mit Ihren noch wartenden Mitschülern über die Prüfung zu sprechen. Nun wünsche ich Ihnen allen viel Erfolg bei dieser Prüfung.“ Professor Tofty lächelte die Jugendlichen aufmunternd an, ehe er selber im Gewächshaus verschwand.
 

„Ich bin wirklich gespannt, was für eine Pflanze ausgewählt wurde“, sagte Neville leise und sprach dabei eher zu sich selber, auch wenn die umstehenden Schüler und Schülerinnen ihn dennoch hörten. Kräuterkunde war zwar sein bestes Fach in Hogwarts, dennoch war er vor dieser Prüfung ein wenig nervös. Schließlich war es die UTZ Prüfung des siebten Jahres und sie alle über Hogwarts schon bald verlassen.
 

„Wahrscheinlich müssen wir einfach Diptam ernten. Und dafür wird so ein Aufriss betrieben. Irgendwie erbärmlich für die endgültige Abschlussprüfung“, gab Draco schnaubend von sich und verschränkte die Arme vor der Brust, was vor allem die anwesenden Gryffindors dazu brachte, die Augen zu verdrehen. Malfoy war einfach unverbesserlich und arrogant. Irgendwann würde er sicher noch einmal böse auf die Nase fallen, da waren sie sich alle sicher.
 

Einen Moment später öffnete sich die Tür zum Gewächshaus, so dass die Schüler hineinsehen konnten und frustriert feststellten, dass man nicht hineinsehen konnte, weil eine schimmernde, matte Barriere errichtet wurde.
 

„Miss Granger, Sie sind die Erste“, hörten Sie die Stimme von Professor Sprout sagen, woraufhin Hermione tief durchatmete.
 

„Du schaffst das schon, Hermione“, sagte Ron aufmunternd, was sie leicht lächeln ließ, ehe sie sich in Bewegung setzte und das Gewächshaus betrat. Sie glaubte nicht daran, dass es so etwas Einfaches wie das Ernten von Diptam sein würde. Dafür würden die Professoren nicht so einen Aufwand betreiben, um den Inhalt der Prüfung geheim zu halten.
 

Das sie mit ihrer Vermutung recht behalten sollte, bemerkte Hermione in dem Moment, wo sie die Tür hinter sich schloss und durch die Barriere getreten war. Denn kaum hatte sie das getan, hörte sie ein hohes Quietschen, woraufhin sie schnell ihre Ohren mit beiden Händen verdeckte und sich suchend nach der Quelle dieses Quietschens umsah.
 

Diese Quelle entdeckte sie nur knapp zwei Meter vor sich. Dort auf einem Tisch stand ein Blumentopf mit einem Gänseblümchen, welches dieses hohe Quietschen von sich gab und sich dabei hin und her bewegte, obwohl keinerlei Wind durch das Gewächshaus wehte.
 

Im ersten Moment wollte Hermione schon nach ihrem Zauberstab greifen, doch sie konnte sich noch rechtzeitig davon abhalten und erinnerte sich wieder an die Aufgabenstellung. Sie sollten das quietschende Gänseblümchen mit Hilfe der Hilfsmittel vorbereiten und nicht mit einem Zauber.
 

So sah sich Hermione noch einmal um, während sie weiter ihre Ohren mit den Händen vor dem hohen Quietschen schützte.
 

Quietschende Gänseblümchen waren zwar nicht sofort tödlich, wie eine Alraune, aber wenn man das Quietschen über einen längeren Zeitraum hörte, würde es auch zum Tode führen. Sie musste also schnell die Hilfsmittel finden und das richtige auswählen.
 

Nachdem sie sich einmal gedreht hatte, entdeckte Hermione neben der Tür einen weiteren Tisch, auf dem etliche Hilfsmittel und ein paar Ohrenschützer lagen, welche sie sich sogleich schnappte und erleichtert aufatmete, als das Quietschen nun fast nicht mehr zu hören war. Jetzt konnte sie sich auf die anderen Hilfsmittel konzentrieren, welche sie sich genau ansah.
 

Dabei waren verschieden große Glasgefäße, ein Keramiktopf und ein Quidditch Schläger. Was wäre wohl das beste Hilfsmittel für ein quietschendes Gänseblümchen?
 

Quietschende Gänseblümchen … Quietschende Gänseblümchen … Quietschen klingt wie quetschen. Das quietschende Gänseblümchen quetscht sich gerne in enge, finstere Räume, überlegte Hermione im Stillen, ehe sie sich den Keramiktopf nahm und damit zu dem quietschenden Gänseblümchen ging, um diesen über die Pflanze und deren Blumentopf zu stülpen. Fast sofort verschwand das Quietschen und es breitete sich eine herrliche Stille im Gewächshaus aus, so dass Hermione die Ohrenschützer abnahm und sich zu den beiden Professoren umdrehte, die nun ebenfalls ihre Ohrenschützer abnahmen, welche sie vorher gar nicht bemerkt hatte.
 

„Miss Granger, erklären Sie uns doch bitte, warum Sie den Keramiktopf gewählt haben und nicht das Glasgefäß, welches die gleiche Größe hatte“, bat Professor Sprout, neben der eine magische Feder und ein Pergament schwebten, welche den Ablauf der Prüfung wohl aufzeichneten.
 

„Quietschende Gänseblümchen wachsen in freier Natur überwiegend in dunklen Höhlen und dort in den engsten Spalten. Sie mögen Licht und weite Räume nicht. Daher war der Keramiktopf die logische Schlussfolgerung. Das Glasgefäß hätte zwar auch den Raum um das Gänseblümchen verkleinert, aber immer noch Licht durchgelassen“, erklärte Hermione ruhig, woraufhin sich die Schreibfeder über das Pergament bewegte und Professor Sprout nickte.
 

„Wie würden Sie nun die Ernte durchführen? Beschreiben Sie dies bitte nur mündlich und führen diese nicht praktisch durch“, verlangte Professor Tofty, woraufhin Hermione diesen direkt ansah.
 

„Ich würde die Kopfhörer wieder aufsetzen, danach den Keramiktopf mit einem Wingardium Leviosa gerade so weit schweben lassen, dass er knapp über die Erde im Topf reicht, so dass ich an den unteren Teil des Stängels komme. Dann nehme ich mir ein Messer aus Obsidian und führen einen sauberen Schnitt etwa einen halben Zentimeter über der Erde durch“, erklärte Hermione weiter, was beide Professoren nicken ließ.
 

„Warum benutzen Sie ein Messer aus Obsidian und nicht aus einem anderen Material?“, hakte Professor Sprout nach.
 

„Weil jedes andere Material die Wirkung des quietschenden Gänseblümchens beeinträchtigen oder gänzlich zerstören würde. Ein Messer aus Silber würde beispielsweise dafür sorgen, dass das quietschende Gänseblümchen für keinen Zaubertrank mehr zu gebrauchen wäre.“
 

„Sehr gut, Miss Granger. Damit haben Sie die Prüfung bestanden und erhalten ein Ohnegleichen. Sie dürfen jetzt gehen“, sagte Professor Tofty lächelnd, was Hermione auch lächeln ließ, ehe sie das Gewächshaus verließ und die Tür hinter sich schloss. Sie war unendlich erleichtert, dass die Prüfung so gut gelaufen war und sie bestanden hatte. Jetzt konnte sie sich auf die nächste Prüfung vorbereiten.
 

„Und? Wie ist es gelaufen?“, wollte Neville sogleich wissen und musterte Hermione, auch wenn ihr Gesichtsausdruck schon sehr eindeutig war und niemand daran zweifelte, dass sie die Prüfung bestanden hatte.
 

„Wir treffen uns nachher im Gemeinschaftsraum. Du weißt doch, dass wir nicht darüber sprechen dürfen“, gab Hermione pflichtbewusst von sich, was Neville schmunzeln ließ, während sich Hermione auf den Weg zum Gemeinschaftsraum von Gryffindor. Kurz darauf wurde die Tür des Gewächshauses wieder von Innen geöffnet.
 

„Mr. Malfoy, Sie sind als Nächstes dran“, drang die Stimme von Professor Sprout aus dem Inneren, woraufhin sich Draco hocherhobenen Hauptes auf den Weg machte und die Tür hinter sich schloss, woraufhin das hohe Quietschen erklang. Dieses veranlasste ihn sich abrupt umzudrehen und seinen Zauberstab zu ziehen.
 

„Aguamenti!“, rief er laut und richtete den Wasserstrahl auf den Blumentopf, so dass sich bald eine Pfütze auf der Erde im Blumentopf bildete und das quietschende Gänseblümchen verstummte.
 

„Mr. Malfoy, weshalb haben Sie diesen Zauber gewählt?“, wollte Professor Sprout nach außen vollkommen ruhig wissen.
 

„Weil quietschende Gänseblümchen ruhig werden, wenn ihre Wurzeln vollständig unter Wasser stehen“, erwiderte Draco und steckte seinen Zauberstab ein, während er sich zu den beiden Professoren umdrehte.
 

„Wie würden Sie nun die Ernte durchführen? Bitte beschreiben Sie dies nur mündlich“, bat Professor Tofty, welchem man auch nicht ansehen konnte, dass er über diese Aktion alles andere als erfreut war.
 

„Ich würde ein Messer aus Obsidian nehmen und kurz über der Erde den Stängel durchtrennen“, meinte Draco und fragte sich dabei, warum er diese Fragen auch noch beantworten musste. Der mündliche Teil der Prüfung war doch schon letzte Woche gewesen! Professor Sprout und Professor Tofty konnte die Gedanken von Draco anhand von dessen Gesichtsausdruck gut erahnen, was sie dazu veranlasste, innerlich den Kopf zu schütteln.
 

„Eine letzte Frage noch. Warum muss das Messer aus Obsidian sein?“, wollte Professor Sprout wissen, während ihre Schreibfeder immer wieder Notizen machte.
 

„Weil das quietschende Gänseblümchen sonst nicht mehr für Zaubertränke geeignet ist. Warum fragen Sie das alles? Ich dachte, die mündliche Prüfung wäre letzte Woche gewesen und dies hier wäre die praktische Prüfung?“, wollte Draco sogleich wissen und sah die beiden Professoren leicht genervt an.
 

Diese warfen sich einen kurzen Blick zu, ehe sie fast synchron die Köpfe schüttelten und sich wieder Draco zuwandten.
 

„Auch bei einer praktischen Prüfung werden Fragen gestellt, Mr. Malfoy. Das werden Sie im Laufe der Woche noch öfters erleben. Kommen wir nun zu Ihrer Note. Sie sind durchgefallen, mit einem Mies. Es tut mir leid, Mr. Malfoy.“
 

Draco starrte fassungslos den alten Professor an, welcher ihn mit einem neutralen Gesichtsausdruck ansah.
 

„Was? Das kann nicht sein! Ich habe die Pflanze zum Schweigen gebracht und damit auf die Ernte vorbereitet!“, rief Draco sogleich aus.
 

„Nun, Mr. Malfoy, Sie haben die Aufgabenstellung wohl nicht ganz verstanden. Sie hätten eines der Hilfsmittel auf dem Tisch neben Ihnen verwenden sollen, um die Pflanze auf die Ernte vorzubereiten und keinen Zauber. Natürlich ist dieser Zauber auch eine Möglichkeit, um das quietschende Gänseblümchen zu beruhigen, aber es war eben nicht die Aufgabe dieser Prüfung. Daher haben Sie diese Prüfung nicht bestanden. Sie können jetzt gehen“, erklärte Professor Tofty so ruhig wie möglich, was Draco dazu veranlasste seine Fäuste zu ballen und diesen wütend anzustarren.
 

„Das wird Ihnen noch leid tun! Mein Vater wird davon erfahren, verlassen Sie sich darauf!“, spie Draco wütend aus, ehe er aus dem Gewächshaus rauschte und die Tür hinter sich zuknallte, um dann immer noch wütend an den anderen Schülern vorbei zu stürmen.
 

Diese sahen ihm verwundert nach und fragten sich, was im Gewächshaus vorgefallen sein könnte. Hatte Malfoy die Prüfung nicht bestanden oder hatte er einfach nicht die Note bekommen, die er erwartet hatte?
 

Egal was es auch war, die meisten von ihnen würden es wohl nie erfahren. Denn die wenigen, mit denen Draco darüber sprechen würde, würden es wohl niemals jemandem erzählen, um nicht dessen Zorn auf sich zu ziehen.

Raum 3 - Die fliegenden Schlüssel

Vorgaben

Mindestwortzahl: 2000 (2843 laut Zähler)

Hauptvorgabe: Ein beliebiger Charakter eurer Wahl aus dem Harry Potter Universum findet einen Schlüssel und soll herausfinden in welches Schloss dieser passt und was hinter der vorher verschlossenen Tür liegt.

Schlüssel:

C: Der vordere Teil des Schlüssels ist uninteressant, einfach gehalten, jedoch bildet der Schlüsselkopf eine kleine Krone, in der kleine Edelsteine funkeln.

Verborgene Vorgabe: Die Krone ... wem gehört wohl diese Krone? Hinter dem Schlüssel oder auch dem, was hinter der Tür liegt, zu dem der Schlüssel gehört, verbirgt sich eine uralte Geschichte. Welche das ist und was es mit der Krone genau auf sich hat, das entscheidest du.

Zusätzliche Aufgabe: Kreativität

 
 

~*~
 

Den Kopf schüttelnd verkleinerte Severus das nächste Objekt und ließ es in die große Truhe schweben. Er fragte sich wirklich, wie seine Mutter all diese Sachen über die Jahre hatte ansammeln können?
 

Er war schon seit rund zwei Stunden beschäftigt und hatte erst rund die Hälfte des Zimmers durch. Und seine Mutter hatte zuletzt in einer Dreizimmerwohnung gelebt! Er würde also den ganzen Tag brauchen, um all ihre Sachen durchzusehen. Die magischen, von den nicht-magischen zu trennen und alles, was er nicht behalten wollte, zu entsorgen. Und das, obwohl er ein Zauberer war.
 

Natürlich hätte er die Sachen auch alle verkleinern und mitnehmen können. Aber warum sollte er sich mit all ihren Sachen belasten, wenn er vielleicht nur ein Zehntel davon letztendlich behalten wollte?
 

Mit diesem Gedanken öffnete Severus das nächste Fach des großen Wohnzimmerschrankes und ließ mehrere Stapel mit Tischwäsche heraus schweben. Bei Merlin, das war schon das dritte Fach, in dem sich nur Tischdecken, Platzdeckchen und Tischläufer befanden. Dabei hatte seine Mutter gerade einmal ein Tisch, auf dem man eine Tischdecke legen musste und einen Esstisch.
 

Sich weiterhin wundernd, warum seine Mutter das alles angeschafft hatte, faltete er jede Tischdecke auseinander, ehe er sie einfach auf einen Haufen warf, welchen er später verkleinern würde. Er brauchte keine Tischdecken und schon gar nicht welche aus hässlichen, grauem Stoff mit aufgesticktem Blümchen.
 

So machte er weiter, bis er mit einmal ein Klimpern hörte und sich sein Blick auf den Fußboden richtete. Zwischen einer der Tischdecken hatte anscheinend ein Schlüssel gelegen. Wie auch immer dieser da hingekommen war. Neugierig beugte er sich hinunter und hob diesen auf.
 

Im ersten Moment wirkte dieser wenig beeindruckend, doch als sich sein Blick auf den Kopf des Schlüssel richtete, stellte er fest, dass dieser wirklich aufwendig gearbeitet war. Der Schlüsselkopf hatte die Form einer Krone, die mit mehreren Edelsteinen besetzt waren. Jedenfalls wirkten die Steine wie Edelsteine. Es konnten aber natürlich auch einfache Glassteine sein.
 

Er fragte sich nur, zu welchem Schloss dieser Schlüssel gehören könnte? Dieser war definitiv zu groß für eine Kiste oder eine Truhe. Er musste zu einer Tür gehören. Doch zu welcher? Hier in der Wohnung gab es kein Schloss, was zu diesem Schlüssel passen würde und auch in seinem Elternhaus gab es keine Tür, die einen solchen Schlüssel bräuchte. Zudem kannte er jede Tür und hatte zu jeder einzelnen mindestens einen Schlüssel.
 

Severus beschloss, dem Geheimnis definitiv auf den Grund zu gehen. Doch jetzt sollte er sich erst einmal wieder dem Ausräumen der Wohnung widmen, sonst würde er morgen noch daran sitzen!
 

~*~
 

Am nächsten Morgen und mit etlichen Kisten mehr auf dem Dachboden und im Keller, saß Severus in seinem Elternhaus auf dem Sessel und genoss die Tasse Kaffee, nachdem er erst vor einer knappen Stunde wieder nach Hause gekommen war. Am Ende war es ihm doch zu viel geworden und er hatte die restlichen Sachen einfach verkleinert und mit hier her genommen, um diese in aller Ruhe aussortieren zu können. Denn leider hatte ihm der Vermieter seiner Mutter eine extrem knappe Frist gesetzt und da es keine festgelegte Kündigungsfrist in der magischen Welt gab, hatte er auch nichts dagegen tun können. Aber wer erwartete auch, dass es bei einem Zauberer so extrem lange dauern würde? Wäre er ein Muggel, hätte er wahrscheinlich ein halbes Jahr oder länger gebraucht.
 

Den Kopf bei diesem Gedanken schüttelnd, richtete sich Severus’ Blick auf den kleinen Beistelltisch, auf welchem der geheimnisvolle Schlüssel lag, welcher seine Neugier immer mehr weckte. Er hatte, obwohl er es besser wusste, diesen an jeder Tür und an jeder Truhe hier im Haus ausprobiert und wie er es sich schon dachte, hatte dieser natürlich nirgendwo gepasst.
 

Danach hatte er intensiv nachgedacht, wo dieser Schlüssel hergekommen sein könnte und warum ihn seine Mutter zwischen den Tischdecken versteckt hatte. Denn eine andere Erklärung, als das sie diesen verstecken wollte, konnte es für diesen Ort einfach nicht geben. Denn seine Mutter war bis zum Schluss vollkommen klar im Kopf gewesen, weshalb er ein versehentliches Ablegen ausschloss.
 

Am Ende war er zu der Überlegung gekommen, dass es sich vielleicht um einen altmodischen Schlüssel eines Verlieses handelte, weshalb er mit diesem auf jeden Fall zu Gringotts gehen würde. Vielleicht gehörte dieser wirklich zu einem Verlies, auch wenn er ganz anders aussah, als sein eigener Schlüssel. Aber wenn er es nicht ausprobieren würde, würde er es auch nie erfahren.
 

Mit diesem Gedanken trank Severus seinen Kaffee aus, ehe er die Tasse abstellte, den Schlüssel einsteckte und sich auf den Weg zu Gringotts machte. Es war sowieso schon so spät am Vormittag, dass es sich nicht mehr lohnte, sich schlafen zu legen. Und da er eh nicht so viel Schlaf brauchte, konnte er auch jetzt schon zur Bank und seine Überlegung testen.
 

Sollte der Schlüssel jedoch nicht zu einem Verlies gehören, wusste er im Moment auch nicht, wie er das richtige Schloss finden sollte.
 

~*~
 

Ein paar Minuten später betrat Severus Gringotts und ging zielstrebig auf einen der Kobolde zu, die wie immer geschäftig mit Dokumenten und Münzen hantierten und ihn im ersten Moment gar nicht beachteten.
 

„Ich würde gerne überprüfen lassen, ob dieser Schlüssel zu einem Verlies hier gehört“, sagte Severus ohne Begrüßung, nachdem er einige Augenblicke vor einem der Schalter stand und der dazugehörige Kobold keine Anstalten gemacht hatte, ihn anzusprechen.
 

Eben dieser Kobold sah nun auf und beugte sich über seinen Tisch, um Severus herablassend anzusehen.
 

„Dann zeigen Sie Ihren Schlüssel her“, verlangte der Kobold und streckte Severus seine Hand entgegen, in welche dieser den Schlüssel mit der Krone legte.
 

Einen Moment betrachtete der Kobold den Schlüssel, ehe er wieder zu Severus sah und diesen eingehend musterte.
 

„Woher haben Sie diesen Schlüssel?“, wollte dieser sogleich wissen, was Severus dazu veranlasste eine Augenbraue zu heben. Anscheinend gehörte dieser Schlüssel wirklich zu einem Verlies, auch wenn er ganz anders aussah, als die üblichen Schlüssel. Sonst hätte der Kobold sicher nicht gefragt, woher er ihn hatte-
 

„Ich habe ihn von meiner Mutter, Eileen Snape, geb. Prince, geerbt“, gab Severus die gewünschte Auskunft, woraufhin zu seiner Überraschung der Kobold hinter seinem Schalter hervorkam.
 

„Folgen Sie mir“, sagte dieser schlicht, ehe er sich auf den Weg zu den Wagen machte und Severus diesem schnell folgte.
 

„Also gehört er zu einem Verlies? Meine Mutter hat mir keinerlei Informationen dazu hinterlassen“, erklärte Severus und stieg zusammen mit dem Kobold in einen der Wagen, woraufhin die haarsträubende Fahrt durch die Unterwelt von Gringotts begann.
 

„Dieser Schlüssel gehört zu einem der ältesten Verliese dieser Bank. Wir Kobolde waren schon davon ausgegangen, dass er über die Jahrhunderte verlorengegangen sei“, erklärte der Kobold, während die Fahrt immer tiefer unter die Erde ging und Severus sich schüttelte, als sie durch einen der vielen Wasserfälle fuhren, die diese alten Verliese vor Hochstaplern schützten.
 

Nach einer ganzen Weile, Severus kam es so vor, als wenn sie über eine Stunde gefahren waren, hielt der Wagen vor einem riesigen Verlies, auf dessen Tür die gleiche Krone abgebildet war, wie auf seinem Schlüssel.
 

„Kommen Sie. Um dieses Verlies zu öffnen braucht es mehr als den richtigen Schlüssel“, sagte der Kobold, welcher schon voran ging und zwei Fackeln neben der Tür entzündete, deren Licht die Edelsteine funkeln ließen.
 

Mit einem komischen Gefühl in der Magengegend folgte ihm Severus und blieb vor der Tür stehen. In diesem Moment steckte der Kobold den Schlüssel ins Schloss und drehte diesen einmal um, woraufhin sich ein Fach öffnete.
 

„Sie müssen einmal Ihre flache Hand hineinstecken. Dieses Verlies ist mit Blut geschützt“, erklärte der Kobold, was Severus misstrauisch schauen ließ.
 

Was hatte seine Mutter bitte mit so einem alten und gut geschützten Verlies zu tun?
 

„Wem gehörte dieses Verlies eigentlich? Und was haben meine Mutter und ich damit zu tun? Ich werde meine Hand garantiert nicht irgendwo reinstecken, wenn ich nicht weiß, was mich erwartet“, erwiderte Severus und verschränkte die Arme vor der Brust, während er den Kobold ernst ansah.
 

„Das Verlies wurde 1475 von Ihrem Vorfahren, Everett Prince, angelegt. Doch das, was sich im Inneren befindet, ist noch viel älter. Da Sie und Ihre Mutter der Familie Prince angehören und Ihre Mutter verstorben ist, sind Sie der alleinige Erbe des Verlieses und seines Inhaltes“, erklärte der Kobold und wirkte dabei, für die Verhältnisse von Kobolden, ungewöhnlich ruhig und freundlich.
 

Nun gut, damals war es wirklich üblich, dass Verliese so extrem geschützt wurden. Jedenfalls wenn es sich um die Verliese, von wohlhabenden und reinblütigen Familien handelte. Auch das älteste Verlies der Familie Malfoy war mit Blut geschützt. Und wenn er den Erzählungen seiner Mutter glauben konnte, war auch die Familie Prince einmal recht wohlhabend gewesen. Aber das war schon sehr lange her.
 

Den Kobold noch einmal ernst ansehend, wandte sich Severus der Tür zu und steckte nach kurzem Zögern seine Hand in das Fach, woraufhin er einen kurzen Stich spürte und diese gleich wieder zurückzog. Doch anscheinend hatte dieser kurze Stich ausgereicht, denn die Tür gab ein lautes Knarzen von sich, ehe sie langsam aufschwang und er zur Seite treten musste, damit sie sich ganz öffnete.
 

Kaum das die Tür ganz geöffnet war, entzündeten sich scheinbar unendlich viele Fackeln zu beiden Seiten eines langen Ganges, welcher sich hinter dieser Tür befand.
 

„Gehen Sie hinein. Das eigentliche Verlies befindet sich am Ende des Ganges“, sagte der Kobold und nickte Severus auffordernd zu, woraufhin dieser das Verlies oder besser gesagt den Gang betrat, welcher zu diesem führen sollte.
 

Je weiter er ging, umso mehr Fackeln leuchteten auf und umso mehr spürte Severus eine starke Magie, die diesen Ort umgab. Gerade als er sich zu dem Kobold umdrehen wollte und diesen nach dem Grund für diese Magie fragen wollte, stellte er verwundert fest, dass er am eigentlichen Verlies angekommen sein musste, denn vor ihm erstreckte sich ein riesiger, kreisrunder Raum, sicherlich 20m im Durchmesser und so hoch, dass er schon fast schätzte, dass dieser an den Fußboden der Eingangshalle grenzte. Natürlich konnte das alles auch täuschen und der Raum war magisch vergrößert, aber er war trotzdem beeindruckend.
 

An den Wänden hingen mehrere lebensgroße Porträts, die alle Hexen und Zauberer in edlen, altertümlichen Kleidern zeigten.
 

Eben diese Porträts schienen zum Leben zu erwachen, als er diesen Raum - wobei man schon eher Halle sagen musste - betrat.
 

„Willkommen Nachfahre. Es freut uns sehr, dass uns ein Nachfahre nach so langer Zeit besucht. Nenne uns doch deinen Namen“, sagte eine Hexe, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Porträts sicher schon jenseits der 150 gewesen sein musste.
 

„Mein Name ist Severus Snape. Ich bin Sohn von Eileen Snape, geb. Prince“, gab Severus seinen Namen und seine Abstammung bekannt, bevor diese Porträts noch dachten, dass er unrechtmäßig hier war.
 

„Es freut mich, Severus. Mein Name ist Eleanor Prince. Sag, welches Jahr haben wir?“, wollte Eleanor wissen, während die anderen fünf Porträts Severus einfach nur ansahen.
 

„1980. Warum genau sind eure Porträts hier? Und warum werden diese so stark geschützt?“, wollte Severus im Gegenzug wissen und sah sich die Porträts noch einmal genau an. Es waren zwei Hexen und vier Zauberer, wobei der Jüngste von ihnen mit etwa 50 Jahren abgebildet worden war. Er verstand nicht so ganz, weshalb man so viel Aufwand betrieb, um sechs Porträts zu lagern. Selbst wenn diese lebensgroß waren.
 

„So viel Zeit ist vergangen. Unser Nachkomme Everett brachte uns einst hier her. Er hielt es im Schloss nicht mehr für sicher. Und wenn wir weiter unseren Nachfahren beim Regieren der magischen Welt helfen sollen, brauchen wir einen sicheren und ruhigen Ort, wo wir mit diesen sprechen können“, erklärte Eleanor, was Severus dazu veranlasste eine Augenbraue zu heben.
 

Wovon redete seine Vorfahrin bitte? Waren seine Vorfahren einst Minister für Zauberei gewesen? Und von was für einem Schloss sprach sie?
 

„Entschuldige bitte, wenn ich nicht wirklich verstehe, wovon du gerade sprichst. Von was für einem Schloss redest du? Und wart ihr alle Minister oder Ministerin für Zauberei?“, wollte Severus wissen und sah die Porträts reihum an, welche sich bei seinen Fragen einen seltsamen Blick zuwarfen.
 

„Eleanor spricht von unserem Schloss. Dem Stammsitz der Familie Prince, der Königsfamilie. Bist du nicht der amtierende König der magischen Welt?“, wollte der Zauberer mittleren Alters wissen, was Severus dazu veranlasste auch seine zweite Augenbraue zu heben.
 

Wie kamen diese Porträts auf diesen Gedanken? War das hier alles nur ein Scherz seiner Mutter?
 

„Die magische Welt hatte noch nie eine Königsfamilie. Es gab einst den magischen Rat und danach das Ministerium, welches heute noch besteht. Und ein Schloss besaß meine Familie auch nie“, sagte Severus so ruhig wie möglich, was ihm mehr als einen entsetzten Blick einbrachte.
 

„Das darf doch nicht wahr sein! Unsere Familie hat die magische Welt seit 773 regiert!“, rief der augenscheinlich älteste Zauberer aus.
 

„Davon weiß ich leider nichts. In den Geschichtsbüchern wird nur der magische Rat erwähnt, welcher ab dem 13ten Jahrhundert etwa tätig war und ab dem 18ten Jahrhundert ging daraus das Ministerium hervor. Wobei der Minister für Zauberei gewählt wird. Es ist kein Geburtsrecht, wie in einer Monarchie“, erklärte Severus weiter, was seine Vorfahren noch mehr erschütterte.
 

„Hrothgar, beruhige dich. Wir selber können daran nichts mehr ändern. Darum hat uns Everett hier her gebracht. Unser Schloss wird wahrscheinlich gar nicht mehr existieren. Wie schrecklich. Severus, wie sieht es in der magischen Welt aus? Wie kam diese mit der Abschaffung der Monarchie klar?“, wollte Eleanor wissen, woraufhin Severus ernst wurde.
 

„Sie kennt es nicht anders. Niemand, der aktuell lebt, hat eine Monarchie miterlebt. Wobei … Nein, auch er ist nicht alt genug dafür. Aber ich gebe zu, dass das Ministerium oder besser gesagt die Minister sehr käuflich sind und dadurch die Regierung nicht immer fähig, sich richtig um die Belange der magischen Bevölkerung zu kümmern“, meinte Severus.
 

Nein, das Ministerium war wirklich unfähig und viel zu korrupt, um wirklich etwas auf die Reihe zu bekommen. Er ging sowieso davon aus, dass der amtierende Minister seinen Posten nicht durch Stimmen, sondern durch Geld erhalten hatte.
 

„Du könntest das ändern, Severus. Es ist dein Geburtsrecht“, sagte sein jüngster Vorfahr, was Severus skeptisch schauen ließ.
 

„Selbst wenn es das wäre. Es gibt keinerlei Beweise dafür und ohne diese würde man mich für verrückt erklären“, gab er sofort zurück.
 

„Es gibt unsere Familienchronik. Sie liegt in der Truhe unter meinem Portrait. Severus, die magische Welt braucht dich“, sagte Eleanor, was Severus das Gesicht verziehen ließ.
 

Das war nicht unbedingt das, was er hören wollte. Es war keine schöne Vorstellung, dass die magische Welt ihn brauchte. Von ihm aus, konnte diese sich ruhig zu Grunde richten. Er konnte überall auf der Welt mit seinem Talent im Tränke brauen sesshaft werden.
 

„Es klingt nicht gerade verlockend der Retter der magischen Welt zu sein. Und schon gar nicht ihr König“, gab er ehrlich zu, was Eleanor lächeln ließ.
 

„So klang auch einst mein Sohn, Aldon. Und er regierte die magische Welt über einhundert Jahre und brachte ihr den Frieden. Nimm die Chronik an dich und lese sie dir durch. Es ist auch deine Geschichte, Severus. Man sollte immer seine eigene Geschichte kennen, vor allem, wenn sie so alt und so fest mit etwas verbunden ist“, meinte Eleanor und sah ihn mit einem warmen Blick an, welcher Severus seufzen ließ.
 

Blieb ihm eigentlich eine andere Wahl? Gut, er könnte einfach das Verlies verlassen und die ganze Sache vergessen, aber auf der anderen Seite war er auch neugierig auf seine Familiengeschichte, von der seine Mutter anscheinend nichts gewusst hatte oder, wenn er so darüber nachdachte, sie verheimlicht hatte. Warum hätte sie sonst den Schlüssel im Wohnzimmerschrank zwischen den Tischdecken versteckt?
 

„Ich kann euch nichts versprechen, aber ich werde mir unsere Chronik durchlesen und werde dann entscheiden, ob ich auf mein Geburtsrecht bestehen werde oder nicht“, sagte er nach einer kurzen Bedenkzeit, ehe er an die Truhe herantrat und ein dickes Buch daraus heraus nahm, welches er verkleinerte und in die Tasche seiner Robe steckte. Das Buch sah wirklich sehr alt aus, weshalb er diese Geschichte immer mehr glaubte. Es wirkte alles zu real, um als Scherz von seiner Mutter durchzugehen.
 

„Tu das, Severus. Und wenn du Fragen hast, kannst du jederzeit zu uns kommen“, sagte Eleanor und auch die anderen Porträts nickten zustimmend, woraufhin auch Severus nickte, ehe er das Verlies verließ und mit dem Kobold schweigend wieder nach oben fuhr.
 

Er wusste nicht wirklich, was er von dieser Offenbarung halten sollte. Er hatte zwar gewusst, dass seine Familie vor vielen Generationen wohlhabend gewesen war, aber das er der ehemaligen Königsfamilie angehörte … damit hatte er wirklich nicht gerechnet.
 

Und er wusste auch nicht, ob er auf sein Geburtsrecht bestehen sollte. Momentan spielte er eher mit dem Gedanken, das Land zu verlassen und es sich selber zu überlassen. Aber wer wusste schon, was die Chronik an seiner Einstellung ändern konnte. Vielleicht würde er das Ministerium doch zerschlagen und damit eine ganz neue Zeit für die magische Welt einläuten.
 

Doch das würde sich erst in einigen Wochen zeigen, denn wenn er sich das Buch noch einmal vor Augen rief, hatte dieses sicher über tausend Seiten und das war selbst für einen leidenschaftlichen Leser wie ihn eine gewaltige Aufgabe. Aber er vermutete, dass er mit seiner Schätzung richtig lag. Vor allem, wenn man bedachte, dass seine Familie wohl seit über 600 Jahren regiert hatte.

Raum 4 - Das Schachspiel

Wortvorgabe: 2500 - 3500 (2752 laut Zähler)
 

Hauptvorgabe: Zu jeder Schachfigur gibt es dieses Mal eine eigene kleine Vorgabe und ihr dürft/ müsst euch drei davon aussuchen, die ihr umsetzen wollt.
 

Schachfiguren:

König: Der König ist in einem Schachspiel zu Beginn sehr verwundbar und muss geschützt werden, zum Ende hin spielt das immer weniger Bedeutung und er kann zu einer wichtigen Figur werden. Genau soll auch euer Charakter im Verlauf eures Kapitels sich wenden.

Läufer: Läufer sind Taktikfiguren. Sie können gut eingesetzt werden um den Gegner in Bedrängnis zu bringen. Auch euer Charakter soll sich mit Taktik und Wissen voran bringen.

Turm: Türme ziehen ausschließlich gradlinig im Spiel und so ist auch euer Charakter. Er hat Prinzipien und Werte und die vertritt er immer und konsequent.
 

Weitere Vorgaben:

- Ob nun ein, zwei oder mehr Charaktere dies passiert, das ist euch überlassen. Wichtig ist nur, dass sie alle aus dem HP- Universum stammen.

- Einer eurer Charaktere muss in der Geschichte etwas mit einer Schachfigur machen oder über Schach reden. Er muss kein Schach spielen, aber ob er eine Schachfigur findet oder nur einen Vergleich zieht, dass dürft ihr entscheiden.

 
 

~*~*~*~
 

„Gib mir den Bengel und ich lasse dir dein Leben.“ Der Dunkle Lord stand mit erhobenem Zauberstab Lily gegenüber, welche sich schützend vor das Bett ihres Sohnes gestellt hatte.
 

„Niemals! Ich werde niemals mein Leben über das meines Kindes stellen“, sagte sie mit fester Stimme, auch wenn ihr klar war, dass sie ohne ihren Zauberstab keine Chance hatte und es für sie keinen Ausweg gab.
 

„Wie du willst. Avada Kedavra!“, sagte der Dunkle Lord teilnahmslos und sah zu, wie der Todesfluch Lily direkt in die Brust traf und diese tot zu Boden sackte. Ohne ihr einen weiteren Blick zuzuwerfen, stieg er über ihre Leiche und blieb direkt vor dem Kinderbett stehen, in welchem der weinende Harry saß und nicht verstand, was gerade vor sich ging. Dieser war durch den Lärm im Haus aufgewacht und realisierte gar nicht, in was für einer Gefahr er schwebte.
 

Erneut hob der Dunkle Lord seinen Zauberstab, den Todesfluch schon auf den Lippen, doch dann hielt er inne und betrachtete das verweinte Kleinkind vor sich.
 

Laut Severus sollte es dieser Bengel sein, der die Macht besäße, ihn zu besiegen. Doch was war, wenn er die Prophezeiung einfach zu seinen Gunsten auslegte? Auf den schmalen Lippen des Dunklen Lords bildete sich ein teuflisches Grinsen, während er seinen Zauberstab senkte und stattdessen Harry auf seinen Arm hob, um mit diesem im nächsten Moment zu verschwinden. Zurück blieben ein leeres Kinderbett und die Leichen von Lily und James Potter.
 

Zurück in seinem Anwesen, machte sich Tom umgehend auf den Weg zu seinen Gemächern, wo er ein Kissen in ein provisorisches Gitterbett verwandelte und Harry dort hineinsetzte.
 

„Wag es ja nicht abzuhauen! Dann blüht dir was!“, befahl er diesem kalt, auch wenn ihm klar war, dass Harry noch gar nicht in dem Alter war, um den Sinn hinter seinen Worten zu verstehen. Aber sicher würde es nicht lange dauern, bis er ihn verstehen und gehorchen würde.
 

Mit diesem Gedanken machte sich Tom auf den Weg zum kleinen Saal, in welchem er immer seine treuesten Todesser empfing und die neusten Aufträge verteilte. Auf dem Weg dorthin rief er nach seinen zwei treuesten Todessern und ließ sich anschließend auf dem thronartigen Stuhl nieder, um auf diese zu warten.
 

„MyLord? Hat euer Plan wie gewünscht funktioniert?“, wollte Lucius wissen, als er zusammen mit Severus den kleinen Saal betrat und sie sich ehrfürchtig vor diesem verneigten.
 

„Hast du etwa an meinem Plan gezweifelt, Lucius? Bist du davon ausgegangen, dass ich scheitern würde?“, wollte Tom zischend wissen, ehe er den Cruciatus auf Lucius sprach und dieser schreiend zu Boden ging. Er hielt den Fluch nicht lange aufrecht, dennoch war es eine eindeutige Warnung an Lucius, welcher sich innerlich eine Ohrfeige für seine unangebrachten Fragen gab.
 

„Natürlich nicht, MyLord! Leider kamen uns in letzter Zeit aber auch immer wieder die Mitglieder von Dumbledores Orden in die Quere. Deshalb meine unangebrachten Fragen. Verzeiht“, sagte Lucius schnell, nachdem er wieder zu Atem gekommen und auf die Knie gesunken war.
 

„Das will ich dir auch geraten haben, Lucius! Leider muss ich dir zustimmen, dass uns Albus und seine Leute immer wieder Schwierigkeiten bereitet haben. Doch dies wird sich ab heute ändern! Denn wir haben ab heute Nacht etwas in unserem Besitz, mit dem Albus nicht rechnen und was ihn am Ende vernichten wird“, erklärte Tom mit einem diabolischen Grinsen auf den Lippen, was Lucius und Severus dazu brachte, sich verwirrt anzusehen.
 

Was genau wollte ihr Lord damit sagen? Hatte er ein besonderes, magisches Artefakt in seinen Besitz gebracht, welches ihnen im Kampf gegen Dumbledore und dessen Orden helfen würde?
 

„MyLord, würdet ihr das bitte genauer ausführen?“, wollte Severus vorsichtig wissen. Er hatte kein Interesse daran, ebenfalls mit dem Cruciatus Bekanntschaft zu machen, weshalb er seine Frage so vorsichtig wie möglich formuliert hatte.
 

„Aus diesem Grund habe ich euch hergerufen! Ab heute wird Harry James Potter von uns aufgezogen! Denn wenn wir ihn aufziehen, wird er mit dem Wissen aufwachsen, dass es sich bei Albus um den Dunklen Lord handelt und er wird uns dabei helfen, diesen endgültig zu vernichten. Lucius, du wirst mir deshalb eine Hauselfe zur Verfügung stellen, die sich in den ersten Jahren um ihn kümmert und sobald er alt genug ist, wirst du einer seiner Lehrer werden“, erklärte Tom und sah Lucius streng an, was diesen schnell nicken ließ.
 

„Wie ihr wünscht, MyLord“, sagte Lucius unterwürfig und neigte den Kopf noch weiter.
 

„Gut. Geh und schick mir diese Hauselfe zusammen mit allen Sachen, die ein Kind im Alter deines Sohnes benötigt“, befahl Tom, woraufhin sich Lucius erhob und den Saal verließ, während Severus auf seinem Platz stehen blieb und seinen Lord abwartend ansah.
 

„Für dich habe ich eine andere Aufgabe, Severus. Dich schicke ich zu Albus als Spion und ich erwarte, dass du ausgezeichnete Arbeit leistest“, sagte Tom, was Severus eine Augenbraue heben ließ.
 

„Natürlich, MyLord. Erlaubt mir nur die Frage, wie ich Dumbledore meinen Sinneswandel erklären soll? Es ist allgemein bekannt, dass ich euch diene“, sagte Severus ruhig, was Tom noch breiter grinsen ließ.
 

„Du wirst ihm die Wahrheit sagen. Das du ihn und die verrückte Trelawney dabei belauscht hast, als sie über die Prophezeiung sprachen und das du es nun bereust, diese an mich weitergegeben zu haben. Schließlich habe das zum Tod deiner einstigen Jugendliebe geführt.“
 

Severus lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, als er die Worte seines Lords hörte. Er hatte diesen schließlich darum gebeten, Lily zu verschonen und dieser hatte ihm zugesichert, es zu tun.
 

„Ich stellte sie vor die Wahl. Ihr Leben, gegen das ihres Sohnes. Sie machte deutlich, dass sie ihr Leben niemals über das ihres Sohnes stellen würde. Es war ihre Entscheidung“, gab Tom von sich, als er Severus’ geschocktes Gesicht sah. Er konnte nicht wirklich verstehen, was diesem immer noch mit diesem Schlammblut verband, wo sie ihn doch hatte abblitzen lassen.
 

„Ich verstehe, MyLord. Wann soll ich zu Dumbledore gehen?“, wollte Severus wissen, nachdem er einen Moment gebraucht hatte, um das Ganze zu verstehen.
 

„Sobald die Nachricht die Runde gemacht hat, was sicherlich nicht allzu lange dauern wird. Nun geh und bereite dich auf deine Tätigkeit als Spion vor! Ich erwarte wöchentliche Berichte, was Albus und seinen Orden angeht“, befahl Tom, woraufhin sich Severus verneigte und das Anwesen des Dunklen Lord verließ.
 

Ihm hätte klar sein müssen, dass Lily nicht einfach ihr Leben wählen würde, wenn da noch ein Kind war, welches sie beschützen wollte. Wütend ballte Severus die Hände und presste fest die Kiefer aufeinander. Wenn es diesen Bengel nicht geben würde, wäre Lily noch am Leben. Aber nein, so hatte sie sterben müssen und ihr Lord hatte beschlossen, den Bengel aufzuziehen. Noch verstand er nicht, was das für einen Sinn ergab, aber er würde die Entscheidung seines Lords niemals in Frage stellen.
 

~*~
 

Die Jahre vergingen und Harry wuchs zu einem talentierten, jungen Zauberer heran, während Severus seine Rolle als Spion mehr als perfekt spielte. Er war von Albus persönlich vor dem Wizengamot verteidigt wurden, nachdem er zwei Tage nach dem Angriff auf die Potters bei diesem aufgetaucht war und seine Reue bezeugte. Natürlich hatte ihm dieser gefühlsduselige Kerl geglaubt, dass er seine Tat wirklich bereute, da er davon ausging, dass sein Herz immer noch an Lily hing. Wie naiv konnte ein Mensch bitte sein? Er hatte zu Lily seit ihrem sechsten Schuljahr keinen Kontakt mehr gehabt und dennoch glaubte Albus, dass er sie immer noch liebte und deshalb auf Knien bei ihm an gekrochen gekommen war und bitterlich geweint hatte.
 

Severus musste über diese Naivität den Kopf schütteln, ehe er seinen Geist wieder verschloss, als er das Haus der Familie Black betrat und in die Küche ging, wo schon die anderen Mitglieder des Ordens saßen und anscheinend nur auf ihn gewartet hatten.
 

„Severus, komm und setzt dich. Da wir nun vollzählig sind, komme ich gleich zum Grund dieses Treffens. In Zukunft werden wir unsere Treffen ausschließlich hier abhalten. Es ist einfach zu riskant geworden, dass wir den Standort immer wieder wechseln. Daher hat Sirius sein Elternhaus zur Verfügung gestellt, weil es in einer Muggelgegend steht und ich davon ausgehe, dass uns Todesser hier niemals vermuten würden“, erklärte Albus, nachdem sich Severus gesetzt hatte.
 

„Wie großzügig von dir, Black“, gab Severus sarkastisch von sich. Er war noch nie ein Freund von Sirius gewesen und er hatte damit auch nicht angefangen, als er die Tätigkeit als Spion aufgenommen hatte. Darum sah er auch nicht ein, freundlich zu diesem zu sein, auch wenn sie vermeintlich auf der gleichen Seite standen.
 

„Halt die Klappe, Schniefelus. Du hättest den Vorschlag auch machen können. Soweit ich weiß, steht dein Elternhaus auch in einer Muggelgegend“, keifte Sirius sofort zurück und funkelte Severus herausfordernd an, was diesen verächtlich schnauben ließ.
 

„Falls es dir entfallen sein sollte, ist mein Elternhaus leider in falschen Kreisen bekannt, weshalb ich schon seit Jahren nicht mehr dorthin zurückkehren konnte“, entgegnete Severus bissig.
 

„Hättest dich eben nicht mit diesem Abschaum von Todessern einlassen dürfen, du …!“
 

„Sirius, Severus! Jetzt beruhigt euch doch bitte! Es bringt wirklich nichts, wenn ihr euch streitet. Sirius, du weißt ganz genau, dass Severus diesen Schritt bereut und sich deshalb an mich gewandt hat und das er den Zugang zu seinem Elternhaus wegen dieser Fehlentscheidung verloren hat“, sagte Albus und sah die beiden Streithähne großväterlich an, woraufhin diese schwiegen und sich nur noch mit Blicken duellierten.
 

„Albus, hältst du das wirklich für eine gute Idee? Ein immer wieder wechselnder Standort ist in meinen Augen die wesentlich sichere Möglichkeit, um die Treffen abzuhalten“, warf Alastor besorgt ein. Er hielt nicht viel von einem festen Treffpunkt. Dieser könnte einfach zu schnell entdeckt werden.
 

„Mach dir keine Gedanken, Alastor. Ich habe den Fidelius über das Haus gelegt. Aus diesem Grund hatte ich euch allen ja auch ein kurzes Schreiben zukommen lassen, in welchem ich das angekündigt habe“, meinte Albus beruhigend, wobei Alastor weiterhin misstrauisch blieb und einmal in die Runde sah.
 

„Hoffentlich haben auch alle ihr Schreiben nach dem Lesen vernichtet?“ Die Frage war mehr in den Raum geworfen, als an jemanden persönlich gestellt, dennoch nickten alle sofort.
 

„Alastor, du glaubst doch nicht wirklich, dass hier irgendjemand ungebetene Gäste mitbringen wollen würde?“, wollte Albus wissen und schüttelte dann den Kopf. „Severus, kannst du uns neue Informationen liefern?“, mit diesen Worten wandte er sich an Severus, welcher mittlerweile das Blickduell mit Sirius beendet hatte.
 

Die Frage ließ Severus ernst nicken. „Der Lord plant einen Angriff auf Portánshire, am Tag, nachdem die Sommerferien begonnen haben. Er geht davon aus, dass dort viele Familien leben, die gegen ihn sind und diese will er dezimieren“, erklärte Severus ruhig. Natürlich stimmte das nicht wirklich. Es war eine Falle seines Lords und dieser hoffte, dass sie dadurch etliche Auroren ausschalten konnten.
 

„Ich werde das Ministerium später umgehend informieren, damit sie an dem betreffenden Tag Auroren schicken, um die Todesser zu stellen“, nickte Albus und wandte sich dann den anderen zu, so dass sich Severus etwas zurücklehnen und einfach zuhören konnte. Doch so wirklich interessierten ihn die Informationen und Gespräche nicht mehr. Albus hatte mit seiner heutigen Handlung einen Fehler begangen und diesen würde er auch schon bald zu spüren bekommen.
 


 

„Wir treffen uns in drei Tagen wieder hier und besprechen, wie wir mit den Informationen von Remus fortfahren sollen. Das Treffen beginnt um 18Uhr“, die Worte von Albus ließen Severus aufsehen und kurz darauf aufstehen.
 

Niemand hielt ihn auf, als er die Küche und anschließend das Haus verließ. Sie alle wussten, dass er nie länger als nötig bei den Treffen blieb und sich dann lieber in sein Labor in Hogwarts zurückzog, sobald er die Gelegenheit dazu hatte. Auch wenn das seine Ausrede dafür war und er stattdessen seinen Lord aufsuchte, um diesen sofort von dem neusten Treffen zu berichten.
 

So auch heute, weshalb Severus nur wenig später auf dem Kiesweg vor dessen Anwesen landete und dem Tor sein Dunkles Mal präsentierte, woraufhin er einfach hindurch schreiten konnte. Sein Lord würde sich sicher über diese wichtige Information freuen und vielleicht würde dieser schon bald über die magische Welt herrschen.
 

Sein Weg führte ihn direkt in den kleinen Saal, wo er nach kurzem Anklopfen eintrat und kurz darauf stehen blieb, als er sah, dass er wohl ungelegen kam. Denn sein Lord und dessen … Ziehsohn … saßen über ein Schachspiel gebeugt und schienen ihn noch nicht bemerkt zu haben, weshalb er es vorzog neben der Tür zu warten. Schließlich hasste es sein Lord, wenn er bei etwas unterbrochen wurde.
 

„Wie lange willst du da noch stehen, Severus? Komm her und berichte von dem Treffen“, hörte er mit einem Mal die kalte Stimme von Harry, was ihn innerlich zusammenzucken ließ, ehe er sich in Bewegung setzte und vor dem Tisch zum Stehen kam, sich tief verbeugend.
 

„Verzeiht, ich wollte euch nicht stören“, sagte er schnell und sah dann auf, in das breit grinsende Gesicht von Harry, welcher erschreckende Ähnlichkeit zu seinem Lord hatte, auch wenn sie nicht blutsverwandt waren.
 

„Wenn du von einem Treffen mit Dumbledore kommst, störst du nicht. Vater und ich warten schon sehnsüchtig auf neue Informationen“, erklärte Harry und ließ nebenbei eine weitere Schachfigur über das Spielfeld springen.
 

„In der Tat. Severus, berichte“, mischte sich nun auch Tom ein, ohne aufzusehen.
 

„Ich habe Dumbledore von dem geplanten Angriff auf Portánshire erzählt. Er will das Ministerium informieren, damit wie geplant Auroren dorthin geschickt werden. Zudem teilte er uns mit, dass die Treffen zukünftig an ein und demselben Ort stattfinden werden. Im Elternhaus von Sirius Black“, teilte Severus kurz die wichtigsten Erkenntnisse mit, was Tom nun doch aufsehen ließ.
 

„Gut gemacht. Kannst du mir auch sagen, wo das Elternhaus von Black liegt? Damit wir Albus so schnell wie möglich einen Besuch abstatten können.“ Über Toms Gesicht huschte ein teuflischer Ausdruck, der jeden anderen in die Flucht geschlagen hätte. Doch Severus blieb, auch wenn ihm erneut ein kalter Schauer über den Rücken lief. Er war wirklich froh, dass er den Spion nur spielte und er immer dafür sorgte, dass sein Lord keinen Grund hatte, sauer auf ihn zu sein.
 

„Ich kann es euch nicht sagen. Ihr musst es selber lesen. Das Haus steht unter dem Fidelius“, sagte Severus und reichte seinem Lord das Schreiben von Albus, in welchem dieser den Standort des Hauses preisgab. „Das nächste Treffen soll in drei Tagen, ab 18Uhr stattfinden“, fügte Severus noch hinzu, als sich ein teuflisches Grinsen auf die Lippen von Tom legte.
 

„Albus hat gerade seinen eigenen Untergang eingeläutet. Mein Sohn, weißt du, was das bedeutet?“, wollte Tom wissen und sah Harry direkt an, welcher sich nun ebenfalls das Schreiben schnappte, es durchlas und einen ähnlichen Gesichtsausdruck wie sein Ziehvater bekam.
 

„Natürlich weiß ich das. Schach matt für den schwarzen König. Der weiße König wird zerstört und das Spiel gewinnt schwarz“, erklärte Harry und bewegte einmal die Hand, um seinen schwarzen König direkt auf den weißen König loszulassen, auch wenn dies kein legitimer Zug war. Doch er verdeutliche seine Aussage, als der weiße König, symbolisch für Albus, in seine Einzelteile zerfiel und die schwarzen Schachfiguren anfingen zu jubeln.
 

„Ganz genau und da du deinen letzten Test mit Bravour bestanden hast, darfst du an meiner Seite bei diesem Überfall mitkämpfen“, sagte Tom nickend und wandte sich dann wieder Severus zu. „Severus, ich gebe zu, ich habe zwischenzeitlich an deiner Loyalität gezweifelt. Gerade nach der Sache mit dieser Lily. Aber ich sehe, dass du dem rechten Weg weiterhin folgst“, sagte er, was Severus demütig den Kopf senken ließ.
 

„Egal was in der Vergangenheit auch geschehen sein mag, MyLord. Ich habe nie aufgehört an euch zu glauben und euch treu zu dienen. Und die Sache mit Lily … Ich habe früh meinen Weg gewählt und sie den ihren. Wie ihr damals schon sagtet, es war ihre Entscheidung“, erklärte Severus ruhig, ehe er wieder aufsah und Tom zustimmend nickte.
 

„Wie wahr. Und da du mir immer so treu gedient und uns mit Informationen versorgt hast, schenke ich dir Black und Lupin. Mach mit ihnen was du willst“, sagte Tom großzügig, woraufhin Severus’ Augen anfingen zu leuchten und er ein böses Lächeln aufsetzte.
 

„Ich danke euch, MyLord. Wie wollt ihr nun weiter vorgehen?“, wollte Severus wissen, nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte.
 

„Du wirst an diesem Tag wie gewohnt zum Treffen gehen, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Eine Viertelstunde später werden Harry und ich mit zwanzig weiteren Todessern angreifen. Dies wird das Ende von Albus Dumbledore und dem Orden des Phönix sein! Und der Beginn einer neuen Weltordnung!“
 

Das kalte Lachen von Tom und Harry hallte durch den Saal, während es Severus einfach vorzog, böse und vorfreudig zu grinsen. Die Zukunft versprach wirklich gut zu werden und all die Jahre der Demütigung als Spion würden sich endlich bezahlt machen.



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Kommentare zu dieser Fanfic (1)

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Von:  Ayaka-Higurashi
2025-09-23T11:17:47+00:00 23.09.2025 13:17
Eine echt schöne Geschichte. Vorallem da ich auch die Weasley Zwillinge echt gern mocht und daher noch schöner das du Fred hast überleben lassen.


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