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This will be too colorful

Wichtelgeschichte für Natsumi_Ann
von

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Betrayal, tears and blood


 

I

m Tempel, der abseits auf einem Hügel thronte und in den letzten tausenden Jahren an Farbe verlor, ertönte ein Schrei aus tiefsitzendem Schmerz. Megara stand wie eine Salzstatue da, von Hass gefeuert und von Hoffnungslosigkeit begraben, spürte sie die Klinge durch ihr Fleisch schneiden. Erst kritzelte die Kälte des Stahls ihre Haut, dann brannte die Hitze, von Blut befleckt. In dieser einen Sekunde stürmten viele Emotionen durch ihren Körper und Geist.

»Dich brauche ich nicht mehr«, sagte der Mann ungeniert, als es draußen um den Tempel zu dunkeln begann und seine Stimme durch den Saal dröhnte, die schließlich zitternd durch ihre Knochen eindrang. »Endlich habe ich es geschafft.«

Es zerbrach nicht nur ihr Herz, auch ihr Vertrauen versank in der Finsternis. Megaras Blick löste sich von Elias Gesicht, folgte seinem Arm direkt zum Dolch in seiner Hand, der den Schmerz verursachte. Tropfen für Tropfen landete das Blut auf den weißen Platten.

»Rot steht dir nicht. Du siehst nicht mehr reizvoll aus.«

Sein ganzes Wesen wandelt sich rasant. Die einst so helle Stimme verdunkelte sich wie ein Sommertag mit Regenwolken. Das charmante Lächeln entstellte sich zu einer boshaften Grimasse und das süße Kichern wuchs zu einem herzlosen Lachen.

»W-Wieso?«, fiel Megara keuchend zu Boden und hielt sich den bluteten Bauch, als er den Dolch aus der Wunde herauszog. »Elias, wieso hast du das getan?«

Ihr Freund verdrehte die Augen. In seiner linken Hand hielt er die in Blut getränkte Waffe und in der anderen umklammerte er den ersten Liebesbrief von Megara, der beinahe zerrissen wurde, nachdem er es ihr aus den Händen entwendet hatte.

»Bist du taub, du kleines Miststück? Ich sagte, ich brauche dich nicht mehr!«

Tränen glitzerten in den lilafarbenen Augen, die langsam anschwollen. Die Stichwunde biss sich buchstäblich in das Fleisch. Hilflos lag sie am Boden des Tempels, der aus weißem Marmorboden und kunstvollen Säulen erbaut wurde. Sie kämpfte gegen die Ohnmacht an, doch sie fixierte die offene Bauchwunde. Leider hinterließ die Klinge einen tiefen Schnitt auf ihrer Haut und scharlachrotes Blut quoll hervor. Mit der rechten Hand drückte sie den Stoff als Verband auf die Verletzung und mit dem linken Ellenbogen stützte sie sich ab.

»Aber…ich…liebe…dich«, flüsterte sie mit zusammengebissenen Zähnen und Empörung preschte zwischen ihren Lippen hervor. »War … alles eine … Lüge?«

»Oh, bitte nicht! Jetzt muss ich in deiner letzten Minute alles erzählen?«

»J-Ja!«

Elias tippte mehrfach mit dem Knauf des Dolches gegen die eigene Stirn und überlegte sich, ob sie es wert war, noch die anderen Details seines Planes zu erfahren. Es gefiel ihm, ihren letzten Moment zu ruinieren. Er ging in die Hocke und spielte mit Megaras Haarlocke.

Kraftlos, aber nicht entmutigt, versuchte sie, seinem Griff auszuweichen. Derzeit konnte sie ihn ertragen, und dann dämmerte es bei ihr, wie schamlos sie von ihrer ersten großen Liebe verraten wurde. Dieses Grinsen zerschmetterte ihre Seele in tausend Scherben.

»Elias!?«, zischte Megara, als er sie an den Haaren hochzog.

»Sei still und hör mir zu!«, befahl Elias hartherzig und spuckte sie an. »Du warst nur eine Marionette, um die adligen Schönheiten eifersüchtig zu machen. Hast du das verstanden?«

Wut erstickte Megaras Stimme in der Kehle, um nicht zu schreien, und Ekel benebelte ihren Verstand, bis der Schmerz sie aus der Starre holte. Endlich flossen die ersten Tränen über ihr Gesicht, erleichterten das Herz um ein paar Tropfen des Verderbens.

»Wie konnte ich dir nur vertrauen? Wie konnte ich nur so blind sein? Blind vor Liebe!«

Erneut brach Elias ihn höhnisches Gelächter aus.

»Jungfrauen in Nöten werfen sich jedem Helden um den Hals. Wie erbärmlich von dir.«

»D-Du bist e-ein Monster!«

Jeder Herzschlag hämmerte gegen die Rippen und rauschte als Echo durch ihr Blut. Hass, nichts als Hass, erklomm ihren Körper und vergiftete ihren Geist. Bis dahin nahm sie einen metallischen Geschmack im Mund wahr. Blut sammelte sich auf der Zunge und quoll als Rinnsal über die Lippen.

Elias hob eine Augenbraue hoch. Nachdem seine Ex-Freundin nichts mehr dazu sagte, verlor er das Interesse an ihr und ließ sie an der Haarlocke los, wobei sie stöhnend zu Boden fiel.

»Dann bin ich fertig mit dir. Lebe wohl und sterbe für mich, meine Jungfrau«, grunzte er abfällig.

»Hgn!«

Megara zwang ihr Herzpochen, ruhiger zu werden, indem sie die Hände zu Fäusten ballte und gegen den Schmerz im Bauch entgegentrat. Mit kaltem Schweiß im Gesicht blickte sie wieder zur Stichwunde. Leider verlor sie immer mehr Blut und hatte dementsprechend nicht mehr viel Zeit.

»W-Warte…!«

»Fass mich nicht an!«

Angewidert verzog Elias das Gesicht und trat gegen ihre Hand, die sich um seinen Fußknöchel geklammert hatte. Weder Lust noch Zeit hatte er für diesen Unsinn. Seine neue Flamme wartete bereits auf ihn. Niemand konnte ihn aufhalten. Er fuhr sich durch das blonde Haar und grinste zufrieden.

Unter den langen, dunkelkastanienbraunen Haaren huschte ein trauriges, aber beherztes Lächeln. Megara hatte es fast geschafft, als Schwindel ihre Kraft beraubte. Die Bewegung verlief vielmehr benommen, aber der eiserne Wille zielte direkt auf den Punkt.

»Stirb!«, fauchte sie.

Auf einmal riss Elias die Augen weit auf. Ein Ruck ging durch seinen Körper von Fuß bis zum Kopf. Bevor er qualvoll aufschrie, senkte er den Kopf und erkannte, wie sein rechtes Bein zitterte. Blut spritzte und rann über die Haut auf den Marmorboden. Eine Haarnadel, die von Megara aus den Haaren gezogen wurde, durchbohrte seinen Knöchel.

»Du Miststück!«, beleidigte Elias sie mit unterdrückten Schmerzen. »Dafür wirst du büßen.«

Erst kam er leicht ins Wanken, doch dann stützte er sein ganzes Gewicht auf das andere Bein und zog die Haarnadel aus seinem Knöchel. Als er ihre Schadenfreude entdeckte, kochte er vor Wut und setzte seinen verletzten Fuß zum Treten aus.

Zufrieden schloss Megara die Augen. Mittlerweile hatte sie keine Kraft mehr, ihr Körper fühlte sich sowohl heiß als auch kalt an. Das Herz pulsierte bis in ihren Kopf hinein, es fiel ihr schwer zu atmen. Selbst die Stichwunde im Bauch hinterließ nur ein taubes Gefühl.
 

Theater for idiots explained


 

D

ie ganze Welt ist eine Bühne.

»WER WAGT ES, HIER EINZUDRINGEN UND ALLES MIT BLUT ZU BESUDELN?«

Elias zuckte zusammen und erstarrte in seiner Bewegung. Schweiß bildete sich auf seiner Haut. Das Gesicht wurde kreidebleich, ihm entglitten alle Gesichtszüge. Nur wenige Meter vor ihm erkannte er zwei Schlangen, die ihn bedrohlich anzischten.

Dazwischen lag Megara, die keinen Muskel rührte und rasselnd atmete, aber mit halbem Bewusstsein zuhören konnte.

»Was sind das für hässliche Kreaturen?«, japste Elias erschrocken und rümpfte die Nase. »Und die stinken!«

Plötzlich herrschte eine bedrückende Stille im Tempel. Die Schlangen verstummten und schauten sich an. Mehrmals tauschten beide ein verwirrtes Blinzeln aus und beschnüffelten sich, bis sie bemerkten, dass sie gerade von diesem Mann beleidigt wurden. Empörung stieg bei ihnen auf.

»Was fällt dir ein, du Wurm! Wir sind nicht hässlich oder stinken wie du! Willst du jetzt schon sterben? Ist das dein Wunsch?«

»Wie blindlings kann man sein, uns bloßzustellen? Brot kann jedenfalls schimmeln und was kannst du?«

Dampf schoss aus ihren Kopfseiten. Zischend schlängelten sie auf Elias zu und ignorierten Megara am Boden. Ihr Ziel war Elias, der begriff, welchen Fehler er begann, und brachte die Schlangen zum Kichern, dunkel und unterhalten, wie der Mann vor Angst erschauderte.

»Bei den Göttern! Ich will nicht sterben«, prozessierte er über sein Unglück und fuchtelte mit dem Dolch herum. »Bleibt weg von mir, ihr Monster!«

Beleidigtes Zischen ließen ihn zum zweiten Mal erstarren.

»Deine Gebete werden nicht erhört. Niemand wird kommen und dich retten.«

Die blaue Schlange näherte sich ihm, Stück für Stück, bis nur noch zwei Meter übrigblieben.

Das andere Reptil, das mit purpurroten Schuppen, stimmte nickend zu.

»Oh, ich liebe diesen Akt!«

»Halt die Klappe, Pain. Das ist mein Auftritt und nicht deiner.«

»Seit wann bist du eine Dramaqueen? Es ist UNSER Auftritt, Panic!«

»Hast du nicht unser Skript gelesen? Wenn ja, dann bin ich jetzt an der Reihe und du bist heute der Nebendarsteller.«

»Du bist ein Idiot und nutzlos. Du gehst immer mit schlechtem Beispiel voran.«

»Findest du dich selbst eigentlich auch so langweilig?«

Hades Diener bekamen sich in die Wolle und lieferten sich einen Wettbewerb im Anstarren, der nach dem ersten Blinzeln endete und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Pain trat zuerst in Aktion. Er verpasste Panic eine Kopfnuss, ein lautes Knacken war zu hören. Allerdings steckte Panic den Angriff gut weg, dann übte er den Würgegriff an Pain aus und stieß auf Widerstand, indem Pain das Gleiche tat. Sie stritten und wetterten ununterbrochen.

Elias konnte seinen Augen und Ohren nicht trauen. Sein Unglück verwandelte sich in pures Glück. Als sich Zuversicht auf sein Gesicht stahl, war er glücklich darum, dass diese Bestien es nicht sehen konnten. Der Mann setzte gerade dazu an, endlich von hier zu fliehen, als plötzlich ein Schmerz ihn an sein Befinden erinnerte.

»Jetzt oder nie!«, raunte er und humpelte davon. »Sollen die Götter mir beistehen und mich segnen.«

Hinter seinem Rücken schallten die Kämpfe der Schlangen in der Halle wider. Inzwischen hatte Pain zwei Veilchen-Augen und Panic eine pochende Beule auf dem Kopf. Kurz legten beide eine Pause ein, standen sich verschwitzt und schnaufend gegenüber, keiner sagte etwas oder dachte daran, klein beizugeben. Doch in der nächsten Sekunde bemerkten sie ihre Unachtsamkeit.

»Oh, scheiße. Der Wurm will wegkriechen.«

»Das erkenne ich auch, Panic. Ich habe keine Tomaten auf den Augen.«

»Und warum lassen wir ihn entkommen?«

»Welchen Unsinn redest du da? Wir werden ihn umbringen, ganz einfach.«

»Wenn wir es jetzt tun! Aber wir unternehmen nichts.«

Endlich ratterte es wieder in Pains Kopf, die Gedanken kamen zum Fließen. Es rasselte, klapperte und quietschte laut, es wurde alles entstaubt. Nachdem alles gründlich gereinigt wurde, kehrte eine Erinnerung zurück, die ihm durchs Mark und Bein ging. Dabei handelte es sich um einen Befehl Hades, dass sie nichts vermasseln sollten, sonst drohte ihnen mehr als ewige Qual.

»Warum siehst du so blass aus? Leidest du wieder unter Verstopfung?«, fragte Panic.

Doch statt Schmerzen erkannte er pure Angst in seinen Augen.

»Nein«, schnaufte er und erschauderte. »Um ihn können wir uns später kümmern.«

»Nicht dein Ernst? Er hat uns beleidigt.«

Panic runzelte die Stirn, als sein bester Freund zu der Dame schlängelte und seine Unzufriedenheit mit einem Schnauben empörte. Mit sich im Zwiespalt blickte er zu dem Knaben hinüber, der erst die Treppe herunter humpelte, dann bei einem Fehltritt die Stufen hinunterstürzte und seufzte, weil er letztendlich Pain vertraute und ihm folgte.

»Der Weg führt sie zu Hades.«

Panic nickte zwanglos, bis er einen verwirrten Laut von sich gab.

»Was? Wie kommst du auf diesen Unsinn?«

Neben der jungen Frau blieb er stehen und verwandelte sich in den dicken, purpurroten Kobold zurück. Angst trat in seine Gesichtszüge, während sein Blick auf Panic lag.

»Das war ein Befehl von Meister Hades, wenn sie im Sterben liegt. Schon vergessen?«

Wie von der Tarantel gestochen, stand Panic mit einem »Puff!« in seiner dünnen blau-grünen, Koboldgestalt kerzengerade auf und schwitzte nervös bei dieser Tatsache.

»Jetzt erinnere ich mich. Das ist das Grauen.«

»Wenn es das Grauen ist, dann handelt es sich bei dem Horror von uns belanglosen Würmern.«

Beide starrten sich verängstigt an, zitterten synchron wie Espenlaub und verbeugten sich mehrfach in der Form von zwei hässlichen, bemitleidenswerten Würmern.

»Wir sind zwei Würmer, nichts weiter als dumme Würmer«, jammerten die Kobolde.

Plötzlich ertönte ein Röcheln.

Hades’ Diener hielten rasch inne, ihre Körper angespannt, die Blicke auf die Frau gerichtet, blinzelnd vor Schreck. Ein kurzer Blickwechsel folgte.

»Sie lebt?«

»Ja, sie lebt noch.«

»Sie lebt!«, riefen sie befreit, das Lachen im Hals und Tränen in den Augen, während sie sich in die Arme fielen.

Ihre Stimmen erreichten das Herz des anderen. Die Zeit drängte leider, ein Zögern konnte fatale Folgen haben. Ohne eine Silbe lösten sie ihre Umarmung, tauschten einen forschen Blick aus und gingen ans Werk. Pain schnippte mit den Fingern, ein leiser Impuls, der ein magisches Tuch heraufbeschwor. Gleichzeitig materialisierte sich in Panics Händen ein kleiner, runder Spiegel, eingefasst in einem Muster aus pechschwarzen Stacheln.

Ein nervöser Kloß bildete sich in seiner Kehle. Er atmete tief ein, dann verließ die erste Silbe einer fremden Sprache seine Lippen.

Zaghaft legte Pain Megara auf den Rücken, dabei stöhnte sie benommen auf, bedeckte die blutende Stelle mit einem aus Einhornhaar gewebten Tuch. Es leuchtete auf, trank das Blut gierig auf, bis selbst der Boden rein war. Der Plan entfaltete seine Wirkung, und ein Lächeln, so breit wie seine Genugtuung, legte sich auf sein Gesicht.

Statt eines hellen Blaus loderten dunkle Flammen um den Spiegel. In Panics Kopf schrillten die Alarmglocken. Das durfte nicht wahr sein.

»Wenn ich richtig liege, dann liege ich falsch, dass wir uns bei Hades entschuldigen sollten.«

»So ist es!«, pflichtete Pain bei, bis seine Stirn sich wie Wasser im Wind kräuselte. »Wenn ich richtig gehört habe, stecken wir in Schwierigkeiten. Schon wieder?«

»Das ist nicht meine Schuld. Ich kann nichts dafür, wenn zwei Wörter sich fast gleichen.«

Er zuckte mit den Schultern und legte die Hände ineinander und schwieg, denn er hatte keine Lust, über die Zukunft zu reden. Ein Hauch des Grauens glitt ihm den Nacken hinunter. Dann begann Pain, sich nervös am Hals zu kratzen, und verfiel in tiefes Nachdenken.

Panic hingegen zeigte ein aggressives Verhalten, indem er deprimiert knurrte und heftige Armbewegungen fabrizierte. Hades würde die beiden mit Sicherheit bestrafen, weshalb sie dringend eine Lösung für das Problem benötigten.

»Das ist alles? Mehr hast du nicht dazu zu sagen?«

»Halt die Klappe! Ich denke gerade nach.«

»Bitte beschleunige deine Überlegungen, da die Situation für uns lebensbedrohlich ist«, flehte Panic ihn an.

Während beide Kobolde völlig die Nerven verloren und sich verrenkten, als hätten sie akute Verdauungsprobleme, meldete sich der magische Spiegel zu Wort. Beide gerieten in eine Schockstarre. Denn aus den blauen Flammen entstand ein finsteres Gesicht mit gelben, bedrohlich wirkenden Augen.

»Ist es zu viel verlangt, ungestört eine Zigarre zu rauchen? Warum stört ihr mich?«

Pain hatte ein unangenehmes Druckgefühl im Hals. Panic war am ganzen Leib sichtbar angespannt und grinste voller Ehrfurcht.

»Wir befinden uns in der Situation, auf die Sie, oh mächtiger Herrscher der Unterwelt, lange gewartet haben«, erklärte Pain stotternd.

»Alles ist für den Deal vorbereitet, Meister«, fügte Panic fieberhaft hinzu, seine Haltung schwankte zwischen Furcht und Stolz.

Eine kurze Pause trat ein, während die Spannung förmlich zum Greifen war. Hades machte eine hochgezogene Augenbraue. Er schien die Worte der beiden Diener zu überdenken, bevor ihn eine unerwartete Einsicht durchfuhr. Sein Gesichtsausdruck spiegelte Freude und gute Laune wider. Mit bedrohlicher Haltung bewegte er sich auf die beiden zu, aus seinem Mund stieg ein blauer Rauchkreis auf, begleitet von einem barschen Kichern.

Die Diener blinzelten unruhig und wischten sich die tränenden Augen, die durch die kalten Rauchringe gereizt wurden und wegen mangelndem Schlaf besonders empfindlich waren.

»Die Störung hat sich somit als sehr sinnvoll erwiesen.«

Demnach wurden Pain und Panic nicht bestraft und konnten zunächst durchatmen.

Die Beklemmung in Panis Brust verschwand, begleitet von einem Gefühl der Erleichterung, das ihn fast benommen machte. Neben sich konnte er seinen besten Freund durchatmen hören.

»Bringt sie unverzüglich zu mir, ohne Verzögerung! Haben wir uns verstanden!«, drohte Hades arrogant.

»In der Tat, eure Grausamkeit«, stießen beide synchron ängstliche Geräusche aus und verbeugten sich ehrfürchtig. »Wir werden uns, auf Euren Befehl hin, beeilen.«
 

Deal or no deal


 

M

att vor Schmerzen lag Megara auf dem rauen Steinboden des Thronsaals. Obwohl jeder Knochen unter dem Fleisch brannte, richtete sie sich auf. Ihr Körper fühlte sich an wie eine einzige Brandwunde, selbst die Berührung ihres Kleides darauf schmerzte. Auf einmal verspürte sie Kopfschmerzen und Übelkeit, als würde ein Druck auf ihrem Magen lasten.

»W-Was ist p-passiert?«, flüsterte sie heiser, während sie sich die pochenden Schläfen rieb und sich benommen umblickte, als würde sich alles um sie drehen. »Und … wo bin ich?«

Erneut zuckte ein stechender Schmerz durch ihren Kopf. Megaras Augen weiteten sich, ihre Lippen begannen zu beben. Allmählich dämmerte ihr, was sich in den letzten Augenblicken ereignet hatte. Frustriert stieß sie einen Seufzer aus, ihr Ausdruck spiegelte unterdessen Erschöpfung und Zorn wider.

»Perfekt, ich bin in der Hölle gelandet. Ein Hoch auf die allmächtigen Männer und Götter, die das möglich gemacht haben!«

Vorsichtig stützte sie sich mit dem rechten Arm ab, zischte vor Schmerz und übte Druck auf die Oberschenkel aus, während sie sich beim Aufsetzen leicht drehte, um mit gekrümmtem Rücken zu sitzen. Ehrlich gesagt, zögerte sie, den Rücken zu strecken, als ihr Blick auf ihren verbundenen Bauch fiel. Mit einem verwirrten Blick zog sie die Stirn kraus. Wer war es, der bei ihr Erste Hilfe geleistet hatte?

»Willkommen in der Hölle, meine Blume! Setz dich, mach’s dir gemütlich. Hier unten gibt’s keine Happy Ends, nur heiße Deals. Also, was führt dich in mein Reich?«

Für einen kurzen Moment blieb Megara regungslos, als die tiefe Stimme wie ein Echo durch die Hölle und in ihrem Kopf widerhallte. Ihr Blick fiel nach vorne auf den Gott des Todes, der mit hochmütiger Haltung auf einem Thron aus schwarzem Gestein und silberglänzenden Knochen thronte, dessen Präsenz die Luft um ihn herum fast zu ersticken schien.

»Na, du musst wohl der große Herrscher der Unterwelt sein. Schön, dich kennenzulernen, oder auch nicht.«

Für Respekt war kein Raum. Hass loderte in ihren Augen, denn erneut stand ein Mann vor ihr, der mehr von ihr verlangte, als sie vielleicht geben konnte.

Hades reagierte sichtlich verärgert auf die Begrüßung. Sein Unmut war unverkennbar, und tief in seinem Blick lag eine Last, die ihn spürbar bedrückte. Mit einem Lachen überflog er die Szene und schlug dann begeistert in die Hände.

»Wie charmant, meine Begrüßung zu ignorieren und nicht auf meine Frage einzugehen.«

»Ich bin momentan geistig und körperlich nicht in der Lage, deine Launen zu ertragen!«

Ein spöttisches, halbherziges Lächeln spielte um seine Lippen und verriet, dass er den Widerspruch keineswegs ernst nahm. Im Gegensatz zu den Seelen, die nur jammerten und beteten, schätzte er ihre mutige und einfallsreiche Art, ihm die Stirn zu bieten.

»Ach, wirklich? Und hier dachte ich, ich wäre der Boss hier unten. Danke für die Aufklärung!«

Daraufhin klimperte sie abfällig mit den Wimpern und musterte ihn genauer von oben bis unten. Ein schwarzes Gewand mit einem Totenkopfknopf umhüllte seinen Körper, und Flammen, die von hellem Eisblau bis zum tiefen Dunkelblau reichten, loderten auf seinem Kopf. Zwei tiefliegende gelbe Augen und scharfe Zähne prägten sein Gesicht mit dem langen, vorspringenden Kinn. Sie ließ ein beherztes Lächeln über ihr Gesicht huschen.

»Ich dachte, der Herr der Unterwelt hätte volles, prächtiges Haar, wie es in den Geschichten beschrieben wird. Aber nein, ich wurde enttäuscht.«

Der Todesgott fror mitten in der Bewegung ein, hob seinen rechten Arm, die leicht vor angestauter Wut zitterte, aber zwang sich zur Ruhe, die leider nicht lange anhielt. Die Flammen auf seinem Kopf schossen explosionsartig in grelles Rot und Orange. Er ruderte wild mit den Armen, stieß die Hände nach vorn, als würde er gleich alles niederbrennen. Sein Oberkörper beugte sich aggressiv nach vorn, während er brüllte.

»Ich bin nicht kahl! Meine Haare sind Flammen!«

Megaras Pupillen weiteten sich schlagartig vor Schreck, doch die stechenden Schmerzen in ihrem Körper rissen sie aus der Starre. Langsam zogen sich die schwarzen Kreise wieder zusammen, während der Schock allmählich wich. Sie ließ ihre Augen so beiläufig kreisen, als wollte sie sagen: »Ernsthaft?«

»Ich meine es todernst, Megara! Spiel nicht mit Feuer, sonst verbrennst du dich mit deinen zarten, kleinen Fingern«, knurrte Hades aggressiv.

»Ach, ist Verbrennen etwa schlimmer, als erstochen zu werden und langsam zu verbluten, verehrter Gott? Was für eine charmante Alternative!«, konterte sie provokant.

Das linke Augen von Hades zuckte gefährlich und die Flammen loderten heißer über sein von Zorn erfülltes, rotglühendes Gesicht. Ein Knurren dröhnte aus seiner Kehle.

»Aber«, flüsterte sie, während sie kurz schnaufte. »Du gibst mir wenigstens ein wenig Spielraum, bevor du mein Leben endgültig ruinierst.«

Ihr Blick senkte sich, die Augen verloren ihren Glanz. Sie atmete schwer, rieb sich unsicher den Oberarm, unterdrückte dabei die Qualen und zog die Schultern leicht nach oben.

Nach dem Wutanfall ließ er die Flammen auf seinem Kopf langsam von grellrot zu einem ruhigen Blau übergehen. Sein Blick wurde etwas sanfter, die Augen halb geschlossen, als wollte er kontrollieren, dass seine Emotionen nicht überschwappten.

»Okay, okay, ich geb’s ja zu, vielleicht war ich diesmal ein bisschen… na ja, überhitzt.«

Mit einem trockenen Schnauben neigte Megara den Kopf zu Hades und musterte ihn misstrauisch angesichts seines unerwarteten Stimmungsumschwungs.

Er strich sich durch das Flammenhaar, um sich zu sammeln. Dann macht er eine einladende Geste für Megara und schenkte ihr ein schiefes, fast schon charmantes Lächeln.

»Aber hey, du weißt doch, ich bin nicht der Typ für Blumenstrauß-Entschuldigungen«, meinte er aufrichtig. »Ich hatte mehr Mut von dir erwartet.«

Der skeptische Blick wich einem kurzen, nachdenklichen Stirnrunzeln. Die Augen wurden größer, als etwas ihre Aufmerksamkeit fesselte.

»Warte! Du willst mich nicht töten? Nicht mal bestrafen oder erniedrigen?! Und stattdessen soll ich jetzt wirklich deine peinliche, aber ehrliche Entschuldigung akzeptieren!?«

Hades öffnete den Mund, doch seine Stimme versagte ihm den Dienst. Stattdessen brummte er nur ein überraschtes »Ähm, ja?« heraus und zeigte ihr ein schiefes Daumen-hoch, als hätte er gerade den peinlichsten Moment seines Lebens.

»Du bist … arggh!«, stöhnte Megara, ihre Stimme bebte vor Schmerz, während sie sich den Bauch hielt, wo das Tuch sich unaufhaltsam blutrot verfärbte. »Wann hört das endlich auf?!«

Als Megara ihren Blick abwandte, streckte er ihr beinahe flehend die Hand entgegen, als wollte er ihr den Schmerz entreißen. Doch dann zuckte er zurück, schüttelte den Kopf, verbarg sein Zögern hinter kühler Fassade und richtete sich stolz auf.

»Sieht so aus, als bräuchte hier jemand meine glorreiche Hilfe!«, verkündete Hades mit überspitzter Fürsorge, schnappte sich einen Schädel und zerlegte ihn mit theatralischem Schwung in Einzelteile. »Keine Sorge, ich bin ein Experte darin, meistens jedenfalls.«

Humorlos lachte sie ihn aus, keuchte und presste die Kiefer zusammen. Schon wieder trat ein Mann auf, der sich als Retter inszenierte, süße Versprechen auf seinen Lippen, nur um sie später als eine Marionette für finstere Zwecke zu verraten, bereit, sie sogar dem Tod auszuliefern. Die Wut schnitt scharfe Linien in ihre Züge.

»Ihr Männer seid doch alle gleich! Lieber fühl ich gar nichts mehr, als mich jedes verdammte Mal von meinen Gefühlen zerreißen zu lassen!«

Der Todesgott schnalzte mit der Zunge. Kaum traf er bei ihr einen wunden Punkt, flammte Hass in ihren Augen auf, doch so sehr er sich auch sträubte, ihre Lage war ihm näher, als er je zugeben wollte. Immer wieder spürte er den Verrat der anderen Götter, doch der Schmerz saß am tiefsten, wenn es von seinem eigenen kleinen Bruder kam, dem er damals blind vertraut hatte. Ein scharfer, flammender Schmerz durchfuhr ihn bis ins Mark, ließ seinen Körper erbeben, aber Hades zwang sich, den quälenden Gedanken mit kalter Härte aus seinem Geist zu verbannen. Seine Finger kreisten langsam über der Nasenwurzel.

»Du machst es mir schwer, das zu sagen. Aber wenn du meine Hilfe ablehnst, wirst du den Schmerz für immer tragen. Dieses Gefühl wird dich bis ans Ende verfolgen.«

Ihr Blick wurde unerwartet mild, während sie verzweifelt in Hades’ Gesicht nach einer Lüge suchte. Wo sie eine Ausrede erwartet hatte, erkannte sie stattdessen den düsteren Schleier einer Vergangenheit, die ihn unerbittlich verfolgte und seine Seele zu zerreißen drohte.

»Du kennst diesen Fluch auch?«, entfuhr es Megara überrascht, sie blinzelte verwirrt über ihre eigene Frage und biss sich auf die Unterlippe.

»Länger als du denkst und tiefer als du vermuten kannst«, antwortete Hades verbittert. »Ich spreche ungern darüber, doch für dich mache ich eine Ausnahme. Aber sei gewarnt, es ist eine Geschichte, die nicht leicht zu tragen ist, vor allem, weil du ihren bitteren Geschmack selbst erfahren hast und deine Zeit läuft ab, meine Blume.«

»Ein Gott, der von anderen Göttern hinters Licht geführt wurde. Ihr seid nicht besser als wir Menschen. Aber glaubt ja nicht, dass ich nicht selbst entscheide, wann ich ins Gras beiße.«

Hades kehrte zu seinem Thron zurück und lehnte sich lässig gegen den Stein, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Einen Moment lang beobachtete er die spannende Szene mit hochgezogener Braue, ein schelmisches Lächeln spielte um seine Lippen.

»Nicht schlecht!«

Kaum hatte er die Anerkennung ausgesprochen, wandelte sich sein Gesicht zu einem spöttischen Grinsen. Ungeduldig schnippte er mit den Fingern und fuhr fort, schließlich war er hier der Herrscher.

»Aber verschwende nicht meine Zeit. Ich habe besseres zu tun, also lass uns diesen Deal endlich zum Abschluss bringen.«

Megara kräuselte skeptisch die Stirn, ihre Augen fixierten ihn prüfend.

Ein Kichern rollte über Hades Zunge. Mit einer theatralischen Geste streckte er die Hand aus, sein Blick funkelte herablassend und fordernd zugleich.

»Also, was sagst du?«

»Warum sollte ich dir überhaupt glauben?«

Ihre Stimme klang scharf, doch als sie kurz die Lippen aufeinanderpresste, schimmerte eine verletzliche Unsicherheit durch. Nachdenklich spielte sie mit der Unterlippe zwischen den Zähnen und sah kurz weg, als wollte sie die Zweifel für einen Moment verdrängen.

»Meine Sehnsucht nach Rache gleicht der deinen, doch wir sind im Abgrund gefesselt, ohne Verbündete, die uns beistehen. Verlassen und machtlos stehen wir der Welt entgegen«, sagte Hades mit Nachdruck. »Verdient Elias es, in Frieden zu leben, nachdem er versucht hat, dir alles zu nehmen? Ist das das Vermächtnis, dass du am Ende tragen willst?«

Geschwächt und am Rande der Verzweiflung rang sie mit ihrem letzten Funken Verstand, während sie den Knoten im Magen und die eisige Kälte in ihrer Brust verdrängte sowie die Stimme, die ihr zuflüsterte, dass Hades die Wahrheit sagte. Leider trübten der Schmerz und die überwältigende Gefühlslage ihre Fähigkeit, klar zu urteilen.

»Elias!«

Schon ein kleines Wort, ein einziger Name voller Schmerz, reichte aus, um sie wie von unsichtbaren Fäden gezogen in Hades’ Arme zu stoßen. Obwohl es nur poetisch gemeint war, wurde ihr Blick starr und kalt, als die Erinnerungen an Elias sie überwältigten. Mit einer Stimme, die vor Wut bebte, fuhr sie Hades scharf an.

»Na gut, ich nehme deinen Deal an! Nicht, weil ich dir traue, sondern, weil ich keine Wahl habe. Aber vergiss nicht, ich spiele nicht nur nach deinen Regeln, und ich werde demnach meinen eigenen Weg gehen.«

Hades nickte zufrieden, während sein Blick auf ihre Faust fiel, die sich entkrampfte, dann packte sie seine Hand mit einem festen, entschlossenen Druck.

»Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. In diesem Tanz aus Wagnis und Hoffnung offenbart sich unser wahres Sein«, zitierte er theatralisch und besiegelte den Handel zwischen ihnen.

Aus dem Handschlag stiegen lebendige Funken empor, die sich zu einem glühenden Feuerball formten, dessen warmes, flackerndes Licht in Megaras Augen einen tiefen, reinen Blauton entfachte. Es endete schneller als gedacht. Seine Macht erlosch abrupt, wie eine Kerze, die vom Wind ausgeblasen wurde. Noch schwebte ein magisches Summen durch die Luft, die Wände des Thronsaals glühten in lebendigen Blautönen und die Atmosphäre vibrierte wie der Nachhall eines gesungenen Liedes. Doch plötzlich schrumpften die Flammen zu winzigen Funken zusammen und verschwanden lautlos im Nichts, als hätte die Magie selbst den Atem angehalten. Die Hände lösten sich voneinander.

»Das war alles? Ich habe mehr erwartet … arggh«, raunte sie enttäuscht und starrte auf ihre Hand, bis ein stechender Schmerz sie zu Boden zwang. »Wie kann das sein?«

»Oh, das habe ich beinahe vergessen. Du muss das hier trinken, meine Blume

In Hades’ Hand glimmerte eine kleine, runde Glasflasche, gefüllt mit giftgrüner Substanz, die unheilvoll darin pulsierte. Er wackelte mit den Augenbrauen, spielte gelassen und still mit dem Fläschchen zwischen den Fingern.

»Das war so klar.«

Megara schnaubte erbost, doch in ihrem Zustand hatte es keinen Sinn, Hades jetzt mit Flüchen oder Schlägen zu bestrafen. Stattdessen nickte sie nur zaghaft, die Lippen fest aufeinandergepresst.

»Wie Musik in meinen Ohren«, summte Hades erfreut und gab ihr die Flasche. »Dieser Idiot war unter deinem Niveau.«

So sehr es ihr auch missfiel, Hades hatte Recht.

Das Getränk schmeckte bitter und schwer auf Megaras Zunge, brannte wie flüssiges Feuer in ihrem Hals bis tief in die Lunge und ließ ihren Brustkorb qualvoll glühen. Doch mit einem kalten Entschluss kippte sie den Trunk in einem Zug hinunter, getrieben von einer Rache, die lauter pulsierte als ihr Ekel und in diesem Moment erwachte neuer Lebensmut in ihr.

»Wie widerlich«, würgte sie hervor und nach einem Atemzug ließ der Schmerz im Bauch nach. »Aber das ist viel besser.«

Müde und erleichtert, frei von den Schmerzen, blickte sie auf. Megara schenkte ihm ein warmes, zartes Lächeln und hauchte etwas, das ihm verborgen blieb. Sanft sanken ihre Lider nach unten, während eine einsame Träne still über ihre Wange rollte.

Ein Schauer lief Hades über den Rücken und er errötete verlegen, was er hastig mit einem gespielten Wutanfall zu verbergen suchte. Doch sein Plan ging auf: Er hatte ihre Seele an sich gebunden, um sie fortan zu schützen und um sie wirklich kennenzulernen.

Unerwartet hallten eifriges Händeklatschen und jubelnde Stimmen durch den Raum. Hades ahnte sofort, wer dahintersteckte, und stieß einen genervten Seufzer aus, während er die Augen verdrehte.

»Fantastisch. Genau, was ich gebraucht hab: die zwei wandelnden Katastrophen«, stieß er unwirsch hervor und warf einen mürrischen Blick nach rechts, als zwei Gestalten hastig auf ihn zugestürmt kamen. »Natürlich … wer auch sonst?«

Kaum zu bremsen, schoss Panic mit riesigen Augen auf Hades zu, schwenkte die Arme wild hin und her und quasselte ununterbrochen.

»Oh, großartiger, glorreicher Herr der Unterwelt! Ihr genialer Plan war sooo… ähm genial!«

Pain hingegen klammerte sich begeistert an Hades’ Mantelzipfel, fast so, als wollte er ihn zerreißen, und lobte ihn mit schleimiger Stimme bis unter die Decke.

»Ja, absolut genial! Sie sind der Klügste, der Mächtigste, der… äh… ja, Sie wissen schon!«

Hades verdrehte die Augen so heftig, dass die Flammen, um seinen Kopf kurz zu flackern begannen. Seine Nerven lagen blank, doch auf eine Strafrunde hatte er plötzlich richtig Lust.

»Ach, ihr zwei wandelnden Desaster, ihr bringt mich echt noch um den Verstand!«

»Äh… wir wollten doch nur helfen!«, kicherte Pain nervös.

»Ja, total hilfreich! Und außerdem, du hast uns doch eine wichtige Aufgabe anvertraut«, piepste Panic ahnungslos.

Die Atmosphäre um Hades war von düsterer Schwere erfüllt, ein unsichtbares, scharfes Schwert schnitt durch die Luft und erstickte jede Regung von Freude.

»Vertrauen? Ihr seid der Grund, warum ich mir nie die eigenen Haare raufen kann.«

Nervös schluckend, versuchte Pain mit einem schiefen Grinsen seine Angst zu verbergen.

»Das war doch nur ein kleines Malheur… mit dem ganzen Zaubertrank für Haare und so.«

Panic gab ein zustimmendes Nicken von sich.

»Richtig! Die Nymphen haben uns übers Ohr gehauen.«

Ein humorloses, bitteres Lachen entfuhr Hades, das abrupt verstummte, als die Wut in ihm erneut hochkochte. Sein Gesicht formte sich zu einer finsteren, fast teuflischen Grimasse. Die Augen werden schmal und funkelten bedrohlich, fast zu einem intensiven Gelb. Seine Mundwinkel krümmten sich zu einem düsteren Grinsen, die Zähne blitzten scharf wie Dolche auf, bereit, jeden Widerstand zu zerreißen. Mit einem lauten Knurren ballte er die Hände zu Fäusten, die so fest waren, dass seine Fingernägel in die Handflächen schnitten. Schließlich entlud sich seine Wut wie ein blutoranger Vulkanausbruch, der alles in Flammen setzte.

Pain und Panic tauschen ängstliche Blicke, bevor sie um ihr Leben rannten.

»ICH WERDE EUCH UMBRINGEN!«, donnerte der finstere Herrscher der Toten vor Zorn.

Female sarcasm and godly pride


 

M

egara wollte es nicht wahrhaben, obwohl der Deal mit Hades schon vor einigen Tagen besiegelt worden war. Das Wissen, dass sie nun keine freie Blume mehr war, schnürte ihr das Herz zu. Ihr Gemüt schwebte wie eine dunkle Gewitterwolke in der Luft, als wäre da nichts mehr in ihrer Brust, nur die bittere Erkenntnis von Verrat lag ihr auf der Zunge. Noch immer kämpfte sie damit, den Verlust ihrer Freiheit zu akzeptieren.

»Männer!«, dachte sie hasserfüllt nach und biss sich auf die Unterlippe. »Nichts als Verräter!«

Keine einzige Träne rann über ihre Wange, denn sie hatte fest vor, sich von solchen Mistkerlen nicht als hilflose Jungfrau bezwingen zu lassen. Ständig wurde sie so betitelt und behandelt, aber damit war endgültig Schluss. Ohne Männer gab es für sie keine Liebe und folglich auch keinen Verrat.

»Dieser Idiot war unter deinem Niveau.«

Hades Stimme hallte durch ihren Kopf. Der mächtige Gott der Unterwelt tauchte wie aus dem Nichts auf und reichte ihr die Hand, als sie an der Schwelle des Todes stand. Ihre Hand wanderte gedankenverloren zur linken Brust, dort, wo das Herz unruhig pochte. Ein schmerzvoller Krampf zerdrückte ihr die Rippen, als der Verrat wie ein dunkler Schatten aufstieg. Dieser Schmerz war unauslöschlich, ein ständiger Begleiter ihrer Seele.

»Obwohl die Wunde längst verheilt ist, spüre ich den Schmerz noch immer.«

Ihr Blick verlor sich in der Ferne. Es war still in der Unterwelt. Weder Tiergeister noch üppige Vegetation noch Menschenseelen durchbrachen die düstere Einsamkeit dieses kolossalen Höhlensystems, dessen unheimlich geformte Steinebenen und heimtückischen Gewässer von einer tödlichen Stille durchdrungen waren. Doch die Hölle machte ihr keine Angst. Etwas anderes umfasste ihren Körper und Geist wie eine kalte Faust. Mit einem tiefen, klagenden Seufzer wandte sie sich um, als zwei nervtötende Stimmen ihre Aufmerksamkeit erregten.

»Welches Theater inszenieren diese hässlichen, unzuverlässigen Kreaturen jetzt schon wieder?«

Megara sprang von dem Felsvorsprung und versteckte sich hinter einem Steinbrocken, um den Streit zu beobachten. Zwei kurz geratene Handlager von Hades gerieten aus einem bestimmten Grund in Panik. Für sie war das eine willkommene Abwechslung, und ein freches Grinsen blitzte auf ihren Lippen auf, als wäre es ihr kleines, heimliches Vergnügen.

»Das ist schlecht, richtig schlecht!“, klagte Pain. „Gibt es denn überhaupt einen Ausweg?«

Der dicke, purpurrote Kobold lief nervös im Kreis herum.

»Warum schiebst du das auf mich? Ich habe doch neulich schon einen Plan gehabt!«, brummte Panic. »Jetzt bist du dran, also ran an die Birne, bevor Hades uns kalt macht.«

Am Ende ließ der dünne, grün-blaue Kobold ein kreischendes Konzert seiner Angst los, das so schief war, dass selbst die Monsterfledermäuse sich die Ohren zuhielten.

Pain blieb mit einem lauten »Oh!« stehen und kratzte sich an seinen kleinen Hörnern.

»Falls meine zukünftige Idee besser ist als deine vergangene Idee, bekommst du dann den meisten Ärger von Hades ab?«, würfelte Pain seine Hoffnung auf Gnade zusammen. »Oder etwa nicht?«

Entsetzen formte Panics Gesicht.

»Ist das dein Ernst, Pain? Willst du mir alles in die Schuhe schieben? Alles?«, zeterte Panic und stampfte wütend mit den Füßen. »Falls ich untergehe, dann nehme ich dich mit.«

Erst zuckte Pain mit den Schultern, dann schüttelte er den Kopf.

»Ich bezeichne es als eine Überlebensstrategie«, rechtfertigte sich Pain und grinste dreist. »Also bin ich im Unrecht und du im Recht

Soeben öffnete Panic den Mund, doch kein Laut kam heraus. Erst runzelte er die Stirn und dann legte er Daumen und Zeigefinger an das Kinn. Hatte Pain ihm unbewusst Recht gegeben? In seinem Kopf drehten sich die Zahnräder und es machte Klick bei ihm.

»Na gut! Ich stimme dir zu, Panic«, spielte er niedergeschlagen und lächelte hinter der linken Hand. »Dann erkläre mir deine zweite Überlebensstrategie!«

Panic nickte stolz, als er endlich Anerkennung verdiente, auch wenn es nicht von seinem König Hades stammte. Selten lobte sein Freund Pain ihn, daher fuhr er hochgemut fort.

»Hades hat uns beauftragt, als seine treuen Diener, das Wohl der Wildblume zu sichern.«

Plötzlich flog ein Stein auf Panic zu und traf ihn genau an dem Kopf. Für einen kurzen Augenblick war alles schwarz, Sternchen tanzten einen wilden Reigen und dann fiel er um, als hätte ihn ein unsichtbarer Hammer erwischt.

„Was zum Hades geht hier ab? Wir werden angegriffen!“, kreischte Pain und drehte panisch Runden im Kreis.

Besser als erwartet lachte Megara herzlich und verfolgte die skurrile Szene mit großer Freude. Doch ihre Schadenfreude war nur von kurzer Dauer. Bald verließ sie ihr Versteck und ging mit einem selbstbewussten Grinsen auf die beiden Trottel zu.

»Na, was für ein Chaos haben wir denn hier?«

Plötzlich stolperte Pain über einen Stein, fiel auf die Nase und fluchte laut: »Autsch! Was für ein Mist!« Als er sich mühsam aufrappelte und Megara erblickte, zeigte er schnippisch mit dem Finger auf sie.

»Wow, erwischt! Hundert Punkte für diese kleine Schmeißfliege.«

»Das ist nicht witzig! Das hat wehgetan, du freche Göre!«

Megara zuckte frech mit den Schultern und schnippte ihm provokant die Zunge heraus, als wolle sie sagen - »Was willst du dagegen tun?«

Qualm schoss aus Pains Ohren und er schimpfte laut.

»Wir müssen dich schützen, also mach es uns nicht unnötig schwer.«

»Blablabla! Was soll das? Ich passe auf mich selbst auf, danke sehr!«, zischte sie feindlich und verschränkte die Arme vor der Brust.

»Ähm … ich brauche Hilfe«, meldete sich Panic zu Wort.

Mit einer schroffen, wegwerfenden Geste strich sie sich gereizt über die Stirn, ihre Finger zitterten leicht vor unterdrücktem Ärger. Ein tiefer, schwerer Atemzug entwich ihr, während sich in ihrem Blick ein müder Funken Wut und Resignation mischte. Schon wieder diese verdammten Würmer, die ihr keine Ruhe ließen.

»Zeig etwas mehr Respekt. Oder ich beiße dich«, knurrte Pain bedrohlich, während er sich in die Gestalt eines Wolfes verwandelte.

Gleichgültig warf sie den Kopf in den Nacken und lachte laut auf, ohne die Spur von Angst.

»Dann verpetzte ich dich bei Hades, du Stinktier.«

Das drohende Knurren verstummte abrupt und ein schwaches Wimmern durchbrach die Stille, gequält von diesen düsteren Gedanken.

»Hallo! Ich brauche wirklich Hilfe!«, flehte der Kobold verzweifelt vom Boden aus und winkte hektisch mit der Hand.

»Halt die Klappe, du nervst uns«, schnauzten Megara und Pain ihn an.

Megara stemmte die Hände in die Hüfte und schnaubte entrüstet, während Pain die Augen zusammenkniff und spöttisch die Schultern zuckte. Mit einem aufgebrachten Seitenblick begegneten sie sich, als wollten sie damit anspielen: »Das nervt wirklich.«

»Ach Menno, warum bin ich eigentlich immer der Pechvogel? Das Universum hat echt ’nen schlechten Humor.«

 

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Nachdenklich lief Hades zurück zu seinem Thron, die Hände hinter dem Rücken, die Stirn in Falten gelegt. Seine zögerlichen Schritte hallten im Saal wider, kaum hörbar unter dem wirren Geflüster in den Wänden. Die Schatten verfinsterten jeden hellen Fleck. Um ihr Herz zu öffnen und sie glücklich zu machen, brauchte er eine Entscheidung - eine, die in der trostlosen Unterwelt besonders schwer zu treffen war.

»Oh, super, zwei fantastische Optionen, beide absolut schrecklich. Welcher Albtraum soll’s für die Wildblume denn sein?«

Mit grimmigem Blick setzte er sich auf den Thron und stützte den Kopf abwesend auf die Hand, als trüge er die Last der Welt auf seinen Schultern. Was hier in der Unterwelt wahr war, schmerzte ihn bis ins Mark. Dieses Gefühl hasste er mit jeder Faser seines Seins. Niemals hatte er den Wunsch verspürt, der König der Unterwelt zu sein. Viel lieber hätte er Seite an Seite mit Zeus gestanden, einem Gott, den er vor seinem Verrat aufrichtig respektiert hatte und gemeinsam den Olymp regiert. Doch stattdessen war er bitter verraten worden, von Zeus selbst und seinen verbündeten Intriganten.

Ganz ehrlich, dieser Geruch hier toppt echt alles, sogar den Rest der Hölle. »Habt ihr keine Duftkerze? Oder wenigstens ein paar Räucherstäbchen, um das hier etwas aufzupeppen? «, beschwerte sich Megara und schlenderte seelenruhig vorbei an den zwei Skelettwachen.

Kurz musterte sie mit einem halb belustigten, halb neugierigen Blick deren blutrote Augen und die beschädigten Kriegsäxte, als wären es nichts weiter als schmuddelige Ware aus dem letzten Jahrhundert.

Hades’ gelben Augen weiteten sich leicht, doch sein Gesicht verzog sich schnell zu einem schelmischen Schmunzeln. Mit einer zwanglosen Bewegung ließ er sich auf dem Thron zurückfallen, verschränkte die langen, blassblauen Finger unter seinem Kinn und sein spöttisches Raunen verriet, dass er weder ärgerte noch überrascht reagierte, eher amüsiert über die unerwartete Störung in seiner Pause.

»Was kann ich für dich tun?«

»Bei diesem Gestank fällt es mir schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Ich muss noch überlegen.«

»Herzallerliebst, wie immer«, seufzte Hades und trommelte genervt mit den Fingern auf die Lehnen seines Thrones. »Tod und Qualen riechen eben nicht nach einer Frühlingswiese. Wer hätte das gedacht?«

»Ich hätte schwören können, du bist der Grund.«

Mit einem reizvollen, doch tückischen Lächeln klimperte sie verführerisch mit den Wimpern, ohne ihre sarkastische Art zu verbergen.

Hades funkelte entrüstet, doch dann atmete er tief durch und ließ die Anspannung von sich fallen. Er gönnte sich nur selten Pausen und wollte es auch dabei belassen. Dann blitzte eine Idee in seinem Kopf auf, und voller Schadenfreude rieb er sich die Hände.

»Schon lange her, dass du dich mal richtig frisch gemacht hast, oder?«

Megara spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde, als Hades sie plötzlich in die Enge trieb. Für einen kurzen Moment senkte sie den Blick, fühlte die prickelnde Scham auf ihrer Haut und schnalzte verlegen mit der Zunge. Doch statt sich geschlagen zu geben, verzog sie die Lippen zu einem spitzbübischen, ironischen Lächeln, das ihre Unsicherheit geschickt hinter einer Fassade aus Selbstbewusstsein verbarg.

»Es ist deine Schuld, dass es hier keine heißen Quellen oder Bäder gibt. Du lebst nun mal im letzten oder ersten Jahrhundert.«

»Luxus? Viel zu überschätzt, wenn du mich fragst«, keifte Hades sie an.

Die Frau legte den Kopf leicht schief.

»In einem Satz: Du bist bankrott.«

»Falsch, falsch und wieder falsch! Ich jage nicht Geld hinterher, ich schließe Deals ab.«

Hades prahlte lautstark mit seinem genialen Plan, seine Stimme schwoll vor Stolz an.

Die junge Frau lehnte sich ungeniert gegen eine Säule, legte locker die Arme vor der Brust übereinander und warf ihm einen kühlen Blick zu.

»Oh, wow«, murmelte sie trocken, ein spöttisches Lächeln auf den Lippen. »Das klingt wirklich beeindruckend, wenn man kein Gehirn besitzt.«

»Dann wird es wohl Zeit für Plan C«, wisperte er aufreget, räusperte sich und legte einen herablassenden Tonfall auf. »Glaubst du etwa, du bist stressresistent genug dafür?«

In ihrem Gesicht huschte ein flüchtiger Ausdruck vorbei. Megara spannte die Schultern an und stieß sich von der Säule ab. Ein schelmisches Grinsen zierte ihre Lippen, während sie eine Augenbraue hochzog und leise kicherte.

»Na, das klingt ja fast zu verrückt, um wahr zu sein. Oder willst du mich einfach nur verarschen?«

»Also gut, du willst Resultate, keine leeren Versprechen.«

Der Gott der Unterwelt schnipste mit den Fingern und beschwor eine Leiche. Seine Haut war blass und pergamentartig, an einigen Stellen zogen sich Risse wie getrocknete Flussbetten, durch die ein fahles, grünes Licht schimmerte. Augenhöhlen, tief und leer, glühten mit einem unheimlichen blauen Feuer, das gleichzeitig kalt und durchdringend wirkte. Seine Bewegungen waren langsam und ruckartig, als hätte die Zeit selbst an seinen Gelenken gezehrt. Aus dem zerfetzten Umhang, der seinen Körper halb verhüllte, wehte ein muffiger Geruch von Verwesung und altem Rauch. Doch trotz seiner düsteren Erscheinung war da etwas Lebendiges in ihm, ein Funke finsterer Magie, der ihn antrieb.

Angewidert rümpfte sie die Nase und wich ein Schritt nach hinten aus.

»Was soll das Ganze? Das ist einfach nur zum Kotzen.«

»Wenn du dich bewährst, erwartet dich eine großzügige Belohnung.«

Plötzlich begann Hades, genüsslich Popcorn zu knabbern, und ließ sich gemütlich auf seinem Thron nieder, ganz wie ein Zuschauer bei einem Sportevent.

»Du Mistkerl, ich zeig dir sofort, wer hier das Sagen hat!«, knurrte Megara scharf, während ihr Blick hart auf die keuchende Kreatur gerichtet war, das langsam auf sie zulief. »Glaub ja nicht, du kommst hier einfach so davon!«

Das Monster ließ seine Knochen klappern, und blinzeln könnte es, wenn es Augen besäße. Wie aus dem Nichts schlug Megaras Faust zu und traf ihn direkt am Mund, mit solcher Wucht, dass Zähne durch die Luft flogen und sein Unterkiefer halb herausgerissen wurde.

»Ein Volltreffer«, jubelte Hades, während er die Popcorn-Tüte leerte und gespannt zusah.

Sie schmeckte Blut, heiß wie Kupfer, als sie sich versehentlich zu fest auf die Zunge biss. Ihre Finger pulsierten vor Schmerz, doch das Gefühl war auf eine seltsame Weise angenehm. Zum ersten Mal wurde sie fair behandelt und nicht mit Samthandschuhen angefasst. Der übliche Groll war verschwunden, stattdessen blickte sie den Gott neugierig an. Plötzlich hörte Megara das Blut in den Ohren rauschen. Es spielte wie eine zarte Melodie ab, die langsam lauter wurde und das Herz in einem hohen Takt schlagen ließ.

»Du hast ihn extra für mich schwach gemacht, oder?«, versuchte Megara die aufsteigende Emotion zu unterdrücken.

Er nickte hastig, beide Daumen nach oben, während sein voller Mund, in dem er gerade die zweite Tüte Popcorn futterte, kaum Platz für Worte ließ. Die Begeisterung wirkte etwas übertrieben. Dann schluckte er schnell alles herunter.

»Als fairer Gott lasse ich Anfänger auf der niedrigsten Stufe beginnen.«

Gedankenverloren ließ sie ihre Finger sanft durch das Haar gleiten, als würde sie darin nach Antworten suchen. Langsam formte sich in ihrem Blick eine stille Entschlossenheit und schließlich fiel ihre Wahl, klar und unmissverständlich.

»Wie edel von dir, aber spare dir die Erklärungen. Sag mir lieber, was ich gewonnen habe. Du wirkst ja ganz schön aus dem Häuschen.«

Ein amüsiertes Lachen entfuhr Hades, als er sich elegant zu ihr teleportierte und sanft die Schulter berührte. Sein Blick wurde weicher, während er unauffällig ihren Duft einatmete, berauschend wie eine wilde Rose voller Dornen, unverfälscht und natürlich, genau wie sie selbst. Ein sanftes, zufriedenes Summen entwich ihm, begleitet von einem schiefen Lächeln, das Wärme und stille Zufriedenheit ausstrahlte. Sein Blick wurde weicher, als wäre für einen Moment die ganze Welt stillgestanden.

Megara wedelte verwirrt mit der Hand vor seinem Gesicht, als könne sie so die Unklarheit verscheuchen.

»Na, hast du einen Anfall oder willst du mich einfach nur erschrecken? Falls ja, Glückwunsch – es funktioniert!«, entgegnete sie spöttisch, doch innerlich kämpfte sie damit, sich an seinen Ausdruck zu gewöhnen. »Was ist nun mit meiner Belohnung?«

Hades schüttelte den Kopf und streckte die Arme zu einer imposanten Pose aus.

»Du hast recht, mein Fehler. Auf geht’s, meine Blume.«

Ohne einen Moment zu verlieren, legte er seinen Arm um Megaras und teleportierte sie ans Ziel. Gerade noch bevor beide in Flammen aufgingen, presste Megara sich die Hand vor den Mund und fühlte sich nicht wohl dabei.

Spring magic in the underworld


 

N

och ehe sie protestieren konnte, verzerrte sich die Luft um sie, und im nächsten Moment wurden sie beide in einem grellen, blauen Blitz aus dem Thronsaal gerissen. Schwerelos und ohne Orientierung raste Megara durch ein schwindelerregendes Wirbeln aus Farben und Schatten, bis sie abrupt am Zielort landeten.

»Scheiße, echt jetzt?«

Megara wankte, die Hände auf die Knie gestützt. Ihr Gesicht lief aschfahl an, ihre Augen flackerten unruhig und sie rang nach Luft. Dann überkam sie eine Übelkeit, so heftig, dass sie sich nicht zurückhalten konnte. Ein Schwall von Regenbogenfarben, glitzernd wie ein irrer Zauber, schoss aus ihrem Mund und klatschte auf den Boden. Das unnatürlich bunte Erbrochene funkelte noch kurz, bevor es langsam verblasste.

Zunächst brach Hades in schallendes Gelächter aus, seine Flammenhaare zuckten vor Freude, dann jedoch verstummte er schlagartig. Sein höhnisches Lächeln gefror, als er den schmerzverzerrten Ausdruck in ihrem Gesicht sah. Besorgt verengten sich seine leuchtend gelben Augen, während er einen Schritt auf sie zumachte und ihre Schulter mit kühler Hand berührte.

»Alles okay, meine Blume?«

Die Stimme klang ungewohnt sanft, fast warm, während er einen Anflug echter Sorge nicht verbergen konnte. Mit einem Schnippen seiner Finger ließ er eine kleine, flirrende Flamme erscheinen, die den Raum erhellte und eine angenehme Wärme spendete.

»Warum war das Zeug bunt?«, murmelte sie verwirrt, während die sanfte Wärme wie ein Balsam auf Körper und Geist lag.

»Ach, das! Ich habe daraus eine jugendfreie Szene gemacht, ganz ohne Feuer, Blut oder Einhörner mit Tattoos!«, erklärte Hades ungeniert.

»Das war komplett unnötig! Wieso hast du die Teleportation nicht so gestaltet, dass sie wenigstens bequem funktioniert?«

Sie stand noch mit blassem, erschöpftem Gesicht da, die Augen halb geschlossen und trüb vom Unwohlsein. Nach einigen tiefen Atemzügen beruhigte sich ihr Körper allmählich und sie erhob sich mit zittrigen Bewegungen.

»Was für eine Dramaqueen«, brummte Hades genervt.

»Wie war das?«, fragte Megara mit zynischem Ton und schoss ihm einen strengen Blick zu.

»Nichts. Vielleicht liegt’s daran, dass du einfach blind bist für Schönheit?«

Zwischen den grauen, trostlosen Felsen spannte sich ein weitläufiges Blumenfeld aus, das trotz der deprimierten Umgebung in leuchtenden Farben erstrahlte. Die Blumen waren exotisch und ungewöhnlich. Scharlachrote Kronblätter schimmerten im schwachen Licht, dazu gesellten sich herzförmige oder spitze Blüten in veilchenblauen, gelben und smaragdgrünen Tönen. Manche Blätter glänzten fast durchsichtig wie Glas, andere hatten eine flauschige, beinahe samtartige Oberfläche.

Die reizvolle Aussicht mitten in der unheimlichen Unterwelt raubte Megara den Atem, ihre Kinnlade fiel ungläubig herunter, kein Laut kam über ihre Lippen. Wie von selbst war ihr Blick zu Boden gerichtet.

Der Boden war dunkel und mit einem feinen Schimmer von glühender Asche bedeckt, aus der vereinzelt zarte Ranken emporwuchsen. Ein silberner Nebel lag über dem Feld und verlieh den Farben einen geheimnisvollen Glanz, während kleine, schwebende Lichtpunkte wie Glühwürmchen für einen zarten, magischen Effekt sorgen.

»War das dein Plan? Hast du all diese Blumen nur für mich herbeigezaubert?«

»Für mich als Gott ist das ein Kinderspiel«, sagte er stolz und hob das Kinn.
 

Megara trat langsam vor und ihr Blick blieb sofort an dem farbenprächtigen Blumenparadies hängen. Ein seltenes, herzliches Lächeln spielte um ihre Lippen und für einen Moment blitzte echte Freude in ihren Augen auf.

»Das ist wirklich traumhaft«, murmelte sie leise, fast überrascht von ihren eigenen Gefühlen.

Sie streckte die Hand aus, um sanft über die Blüten zu fahren und ein Hauch von Staunen durchzog ihre Stimme.

»Ich hätte nie gedacht, dass du so etwas für mich tun würdest.«

Ihr sonst so sarkastischer Ton war weich und ehrlich, und für einen kurzen Augenblick schien die harte Fassade zu bröckeln. Zum ersten Mal seit Elias’ Verrat und dem Versuch, sie zu töten, fühlte Megara sich wieder glücklich und unbeschwert.

Für einen Moment war Hades vollkommen gefesselt von ihrer freudigen Ausstrahlung. Es war, als würde ihr Lächeln die Dunkelheit um sie herum vertreiben und ein warmes Licht in ihm entzünden, dass er längst verloren geglaubt hatte. Ihr Lächeln berührte ihn tiefer, als er es je zugegeben hätte, und ließ ihn für einen Herzschlag lang vergessen, wer er war und welche Rolle er spielte.

»Na schön, na schön, du bist ja ganz gerührt. War nicht so schwer, das Blumenfeld zu zaubern, denn ein bisschen Show gehört halt dazu«, gestand er leise, sichtlich verlegen.

Sie zuckte zusammen, ihre violetten Augen weiteten sich und spiegelten eine Mischung aus tiefer Dankbarkeit und ungläubigem Staunen, als sie Hades anstarrte. Ein flackerndes Leuchten huschte über ihren Blick, während sich ihre Lippen zu einem schmalen Strich verzogen und unruhig bebten, weil sie nach Worten suchte, um ihre Gefühle zu zeigen.

»Stimmt, ich war nur kurz überrascht«, räusperte sich Megara und zupfte eine Blume ab, die sie verträumt zwischen den Fingern drehte. »Ich bevorzuge nämlich eher weiße Blumen.«

»Tchz, weiß? Das ist ja so spannend wie trockene Farbe beim Trocknen zuzusehen.«

»Kunst ist nicht dein Ding, oder? Du hast nur mit deiner begrenzten Fantasie einen Trick der Natur nachgemalt.«

»Der Gedanke zählt!«, konterte Hades mit spitzem Ton und sichtlich beleidigt.

Mürrisch kratzte er sich am Hinterkopf und wich ihrem frechen Blick aus. Seine Stirn zog sich zusammen, doch ein zögerndes, fast siegreiches Lächeln kräuselte seine Lippen, welches er schnell wieder verbarg. Trotz allem schien dieser kleine Moment des Unbehagens mehr zu bedeuten, als er zugeben wollte. In diesem Moment überkam ihn ein dunkler Impuls, jemanden mit unbändiger Lust und gnadenloser Härte zu quälen.

»Ach, diese armen Seelen bekommen genau das, was sie verdienen – das ist mein Job, nicht wahr? Manchmal frage ich mich, ob sie überhaupt verstehen, wie gut sie’s haben, so richtig schön in der Unterwelt schmoren zu dürfen. Klar, es ist nicht immer glamourös, aber hey, wer will schon in der Oberwelt bleiben?«

»Danke schön.«

»Gesundheit«, murmelte Hades unaufmerksam, bis der Groschen fiel und er sie konfus anblinzelte. »Moment mal, war das etwa ein Danke? Von dir?«

Mit einem genervten Augenrollen warf Megara die Blume direkt in Hades’ Gesicht, die er locker auffing, als wäre das ein Kinderspiel für ihn. Schmollend wandte sie ihm den Rücken zu, doch ihr leises, freches Kichern verriet ihre zufriedene Stimmung.

»Männer bleiben, wie sie sind – unverbesserlich.«

Mit einem schnellen Ruck drehte sie sich um und reckte entschlossen das Kinn nach vorne.

»Ich bin ein Gott, kein gewöhnlicher sterblicher Mann. Also tu mir den Gefallen und stell mich nicht in einen Topf mit ihnen«, meinte er charmant und zwinkerte.

»Das steht dir wirklich nicht. Hör besser damit auf.«

Die Flammen auf seinem Kopf loderten in einem grellen, fast elektrisierenden Grün und zuckten unvorhersehbar im wilden Zickzackmustern.

»Warum stößt du mich so von dir? Ich verstehe es nicht.«

»Ganz einfach! Ich mag diese aufgesetzte Art von dir nicht. Reagiere lieber gereizt, aber bleib fair zu mir. Erstmal will ich nicht mehr fordern.«

»Wenn es das ist, was du willst, dann gut. Ihr Frauen seid mir ein Rätsel«, gab Hades frustriert nach und schüttelte den Kopf.

»Du bist ein schlechter Verlierer und vielleicht liegt genau darin der Grund, warum ich auf gewisse Art Freude daran finde«, lächelte Megara beherzt.

»Ganz schön sadistisch von dir«, betonte Hades vergnügt und pflanzte die Blume zurück in die Erde ein. »Wir halten trotzdem an meinem Racheplan gegen Elias fest. Deiner ist viel zu simpel und zu eindimensional.«

Megara zog die Arme schützend an sich und funkelte Hades mit einem scharfen Blick an.

»Ach ja? Und was genau soll an deinem Plan so besonders sein?«, fragte sie trocken, ihre Stimme schwankte zwischen Unmut und einem kaum verhohlenen Schmunzeln, begleitet von einem leisen Seufzer. »Weißt du, manchmal frage ich mich wirklich, ob du überhaupt weißt, was du tust oder ob du nur so tust. Ich will ihn nur umbringen.«

Der Todesgott hob herausfordernd eine Augenbraue und grinste erfahren, doch Megara ließ sich nicht beeindrucken.

»Also, wenn du Hilfe brauchst, sag einfach Bescheid. Aber erwarte nicht, dass ich deine Fehler ausbügle.«

Aus seiner Perspektive ging Megara einen Deal mit offenem Geist und Risikobereitschaft ein. Sie traf die Entscheidung aus freien Stücken und bestimmte die Spielregeln.

»Bereit für einen neuen Deal, meine Blume?«

»Ohne Wenn oder Aber, du lästiger Gott! Aber ganz ehrlich, das bringt auch ein bisschen Freude ins Spiel.«

Mit einem kräftigen Händedruck erfüllte ein lautes „Puff“ die Luft, während blaue Flammen um ihn herum aufloderten.

Ein Schmunzeln, federleicht und unabhängig, bogen ihre Mundwickeln nach oben. Mit angespannten Muskeln stellte sie sich auf die Zehenspitzen und hauchte Hades einen Kuss auf die rechte Wange. Danach senkte sie sich wieder, fuhr mit den Fingern sanft über ihre Lippen und ein Rotschimmer breitete sich über ihre Wangen aus.

»Hm, ich habe es wirklich getan«, dachte sie laut nach und klang nicht überzeugt, aber auch nicht abgeneigt. »Ich will dann allein hier sein. Okay?«

»Ähm«, nuschelte Hades unwillkürlich, während der warme, feuchte Kuss noch auf seiner Wange prickelte. »Ähm.«

Sie lachte vergnügt und genoss die Situation sichtlich.

Von Scham und Zorn erfüllt, brannte er innerlich wie glühende Kohlen. Doch anstatt die Kontrolle zu verlieren, sprach er seinen Fluch mit unheilvollem, fast freudigem Unterton aus.

»Geh mir nicht auf die Nerven und genieße dein Geschenk von mir. Mehr verlange ich nicht. Ich komme später vorbei, um dich zu besuchen.«

Daraufhin teleportierte er sich weg.

Allein zwischen den blühenden, magischen Blumen stand Megara da und rang mit den widersprüchlichen Gefühlen in ihrem Inneren.

»Das hier darf nicht sein Ende sein. Ich werde nicht zulassen, dass er triumphiert!«

Angst spannte sich wie ein eisiges Netz um ihr Herz, jedes Mal, wenn sie daran dachte, Elias wiederzusehen und seine bittere Stimme zu hören. Wut und Schmerz verhedderten sich zu einem Knoten, der ihr den Atem raubte. Die Gedanken an Elias, seine verräterischen Worte und sein boshaftes Lachen, hallten endlos in ihrem Kopf wider. Sie wollte schreien, wollte fliehen, doch sie war in diesem Moment gefangen, allein mit dieser Hilflosigkeit.

»Warum?«, flüsterte sie so leise, dass nur die Schatten es hören konnten.

Die Tränen brachen aus uns flossen weiter, doch mit jedem Tropfen spürte sie auch einen Funken Entschlossenheit wachsen. Denn in dieser Dunkelheit, so schien es ihr, konnte auch eine Kraft wohnen, die Kraft, sich zu erheben und zurückzuschlagen.

»Hades hält sein Versprechen.«

Mit einem Anflug von einem Lächeln richtete sie sich auf und vertrieb die finsteren Gedanken, die ihren Geist trübten. Um sie herum blühten die Blumen in voller Pracht. 

What happened to the worms?


 

D

ie Hitze der Unterwelt brannte gnadenlos auf den Boden der Grube herab, in die Megara sie mit einem gezielten Stoß geworfen hatte, nachdem beide sie verfolgt und beleidigt hatten. Pain lag flach auf dem Rücken, während Panic hektisch wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her lief, die ersehnte Erlösung des Lebens knapp entgleitend.

»Warum müssen wir immer die Dummen sein? Ich sag’s dir, wir sind sowas von erledigt!«

Pain versuchte sich aufzusetzen und schielte misstrauisch zur Grubenwand.

Der andere Kobold zischte ihn an, woraufhin er frustriert gähnte.

»Beruhig dich, Panic. Irgendwas wird uns schon einfallen. Vielleicht klettern wir hoch – oder wir warten, bis jemand kommt und uns rettet«

»Warten? Nein, nein, nein! Das ist keine Option. Was, wenn wir hier verfaulen oder von irgendwas Gefräßigem gefressen werden?«

Sein bester Freund warf ihm ein schelmisches Grinsen zu. Da war sofort klar: Er hatte etwas ausgeheckt.

»Hey, vielleicht bist du ja genau das, was sich irgendwas Gefräßiges wünscht.«

Ein tiefes Einatmen, gefolgt von hektischem Ausatmen, löste bei Panic ein Schwindelgefühl aus, während er nervös am ganzen Körper zitterte.

»Oh, du bist derjenige, der uns hier reingeritten hat!«

»Halt die Klappe!«

Pain dachte lange nach und begann schließlich, mit den Händen kleine Steine aus dem losen Erdreich zu graben, um einen Turm bis zum Rand der Grube zu stapeln.

„Wir retten Megara das Leben und was kriegen wir? Einen hinterhältigen Arschtritt direkt ins Verderben!“, beklagte Panic und verzog das Gesicht vor Ärger.

Pain verdrehte genervt die Augen, während er sich wieder an seinen wackeligen Steinturm machte. Mit mühsamen Bewegungen sammelte er kleine Kiesel auf und schichtete sie vorsichtig übereinander, immer darauf bedacht, dass das fragile Konstrukt nicht einstürzte. Jeder Stein fühlte sich schwerer an als der vorherige, doch Pain ließ sich nicht entmutigen.

»Gleich geschafft!«

Plötzlich begann die Erde unter ihnen leicht zu beben. Ein dumpfes Grollen drang aus der Tiefe, und bevor Pain reagieren konnte, zerbrach das instabile Gerüst mit einem lauten Krachen. Die Steine purzelten in alle Richtungen davon und Pain fiel mit einem dumpfen Plumps auf den staubigen Boden der Grube. Frustriert sprang er auf, ballte die Fäuste und starrte wütend auf die zerstreuten Steine.

»Verdammt nochmal!«, rief er aus und begann, einen Stein nach dem anderen mit voller Kraft gegen die raue Felswand zu kicken. Mit jedem Tritt hallte ein dumpfer Schlag durch die Grube.

Panic, der neben ihm hektisch hin und her lief, blickte erschrocken zu ihm.

»Hey, hey! Ruhig, Pain! Wir brauchen doch noch deine Steine!«

Pain schnaubte nur und funkelte seinen Freund finster an.

»Wenn das so weitergeht, können wir uns gleich eine gemütliche Ecke suchen und auf unser Schicksal warten!«

Panic nickte nervös, doch ein schiefes Grinsen huschte über sein Gesicht.

»Tja, wenigstens sorgt das für Action… und ‘ne Menge Staub!«

Plötzlich meldeten sich ihre Mägen mit einem lauten Knurren, das selbst die Stille der Unterwelt durchbrach. Sofort hatten beide Bilder von knusprigen Grillspießen und eisgekühlten, süßen Getränken vor Augen, ein köstlicher Traum, der sie beinahe den düsteren Grubenkampf vergessen ließ.

»Lass uns später über eine Lösung nachdenken und erstmal was essen«, meinte Pain grinsend, bevor er sich plötzlich in einen Vogel verwandelte und neugierig umherschaute.

»Das musst du mir nicht zweimal sagen, ich bin sowas von dabei!«, rief Panic begeistert und verwandelte sich ebenfalls in einen kleinen Vogel. »Und wer zuerst zurück ist, darf sich das letzte saftige Stück für sich beanspruchen!«

»Hey, warte auf mich!«



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Kommentare zu dieser Fanfic (4)

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Von:  _Natsumi_Ann_
2025-09-13T20:51:04+00:00 13.09.2025 22:51
Name: This will be too colorful
Pairing: Megara x Hades

Liebe Wichtelmama,

erstmal ein ganz herzliches Dankeschön für deine Mühe – ich habe mich wirklich über deine Geschichte gefreut! 🥰

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Pain und Panic erst nochmal im Wiki nachschlagen musste – aber danach haben mich die beiden richtig gut unterhalten. Ihre chaotische Art hast du super getroffen und sie haben mich oft zum Lachen gebracht 😄

Megaras Ex-Freund ist wirklich ein Arschloch wie er im Buche steht – aber das sollte er wohl auch sein, haha. Ich fand es schön zu sehen, dass sie trotz allem trauert, aber dann ihren eigenen Weg geht und das Beste aus ihrer Lage macht. Das passt total zu ihr 💪

Übrigens: Megara ist im Original 10 Jahre älter als Herkules – das wusste ich gar nicht! Aber es erklärt total, warum sie ihn anfangs eher abgewiesen hat 😅

Hades gehört zu meinen Lieblings-Bösewichten im Disney-Universum – deshalb habe ich mich besonders über seinen typischen, schrägen Humor in deiner Geschichte gefreut. Du hast ihn wunderbar eingefangen! 😄

Sag mal, nennt Hades Megara im Film eigentlich „Blume“? Ich war mir unsicher, aber es klang so sehr nach ihm, dass es für mich total stimmig war. Würde absolut in sein Repertoire passen 😆

Auch das Design deiner FF fand ich sehr schön und stimmig. Was die Steckbriefe betrifft: Du konntest das vielleicht nicht wissen, aber ich mag es tatsächlich lieber, wenn reale Personen als Vorlage genommen werden. Trotzdem fand ich es, wie z. B. bei Nephrite und Zoisite, sehr cool, dass du dir Mühe gegeben hast, etwas Passendes zu finden – das hat mir gefallen 💖

Und dieser Absatz war einfach zuckersüß:

»War das dein Plan? Hast du all diese Blumen nur für mich herbeigezaubert?«
»Für mich als Gott ist das ein Kinderspiel«, sagte er stolz und hob das Kinn.

Awwww! 🥹💐

Insgesamt war es eine sehr schöne Geschichte, auch wenn mir unsere zwei kleinen Kobolde manchmal fast ein bisschen zu sehr im Mittelpunkt standen 😜 – aber hey, sie machen ihrem Namen alle Ehre!

Vielen lieben Dank nochmal für deine Geschichte – ich habe mich wirklich gefreut! 💙
Von:  _Natsumi_Ann_
2025-09-05T11:41:25+00:00 05.09.2025 13:41
♥ uh der Epilog ist endlich da ♥
Dann mache ich mich die Tage mal an den etwas längeren Kommi ran <3
Antwort von:  Sturmdrache
05.09.2025 13:44
Hallo liebe _Natsumi_Ann_,

tut mir leid für die Wartezeit. Aber jetzt kannst du mich nach Herzenslust kritisieren XD

Viele Grüße
Sturmdrache^^
Antwort von:  _Natsumi_Ann_
07.09.2025 18:49
Ach quatsch soviel hab ich hier gar nicht zu meckern keine Sorge :3 <3
Werde nur alt und muss nochmal drüber lesen und mich erinnern, was ich alles schreiben wollte XD
Von:  _Natsumi_Ann_
2025-07-27T16:26:50+00:00 27.07.2025 18:26
MEINS!
Ausführlicher Kommentar folgt noch^^

danke schonmal <3


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