Zum Inhalt der Seite

Bound by Heart

von

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Chapter 1

Die Morgensonne lugte scheu über die Dächer von Domino City und warf lange Schatten auf die Straße, in der Yugi Muto und Atemu Sennen wohnten. Es war ein ganz besonderer Morgen, denn heute war Atemu's erster Schultag, und der ein Jahr jüngere Yugi begleitete ihn. Aufgeregt zupfte Yugi an seinem Pyjama. Seine großen, amethystfarbenen Augen blickten zu Atemus Haus gegenüber, wo bereits Licht brannte. Die Sommerferien waren vorbei, und Yugi konnte es kaum erwarten, das neue Schuljahr mit seinem besten Freund zu beginnen.
 

„Aibou! Bist du fertig?“, rief Atemu, dessen wache Augen aus dem Fenster lugten. Atemu war sieben Jahre alt und so mutig, als könnte ihm nichts anhaben. Sein bester Freund, der sechsjährige Yugi, war klein und zart; manchmal schien es, als würde ein starker Windstoß ausreichen, um ihn wegzublasen.

„Gleich!“, rief Yugi verschlafen zurück. Dann ging er in die Küche und begrüßte seine Mutter und seinen Großvater, die bereits am Tisch saßen. Er frühstückte seine Sternen-Cornflakes, machte sich im Bad fertig und zog sich an. Dann wandte er sich seiner Mutter zu, die gerade ihren Kaffee trank. „Mama, ich darf Atemu doch heute begleiten, oder?“ Yugis Mutter lächelte und strich ihm über den Kopf. „Natürlich, mein Kleiner. Atemu kommt bestimmt gleich rüber.“ Sie wusste, wie wichtig Atemu für ihren manchmal etwas ängstlichen Sohn war. Atemu war wie ein kleiner Schutzengel für Yugi, der ihn immer aufmunterte, wenn Tränen in seine Augen stiegen. Sein Großvater, Solomon Muto, lächelte.
 

Kaum hatte Yugi seine Jacke angezogen, klingelte es auch schon. Sein Großvater öffnete die Tür. Da stand Atemu, mit seinem neuen Ranzen auf dem Rücken, der fast so groß war wie er selbst. Sein Vater, Aknamkanon Sennen, ein großer Mann mit einem freundlichen Lächeln, stand hinter ihm. Aknamkanon war ein alter Freund von Yugis Großvater. Ihre Freundschaft reichte viele Jahre zurück – Aknamkanon und Solomon Muto hatten sich in Ägypten kennengelernt, als Yugis Großvater für einen Auftrag dorthin geflogen war. So war es selbstverständlich, dass die Familien Muto und Sennen eng miteinander verbunden waren. Es war Aknamkanon, der Yugis Großvater gebeten hatte, Atemu auf dieselbe Schule wie Yugi gehen zu lassen, da Atemus Familie erst vor Kurzem nach Domino City gezogen war. Um in Yugis Klasse aufgenommen zu werden, musste Atemu den Japanischkurs bestehen.

So wurde Atemu nach den Ferien in Yugis Klasse eingeschult, um sicherzustellen, dass die beiden Freunde auch weiterhin viel Zeit miteinander verbringen konnten.
 

„Mou Hitori no Boku! Ich bin bereit für unser Abenteuer Schule! Du auch?“, fragte Yugi. Atemu nickte eifrig und streckte ihm seine Hand entgegen, die Yugi fest ergriff. Ihre Hände passten perfekt zusammen –Atemus Finger waren etwas länger und stärker, während Yugis klein und zart waren. Zusammen liefen sie los, die kurze Strecke zur Schule, die ganz in der Nähe war. Atemu erzählte aufgeregt, was er alles in der Schule lernen wollte, und Yugi hörte gebannt zu.
 

Als sie auf dem Schulhof ankamen, war dieser schon voller Kinder. Manche spielten Fangen, andere saßen auf Bänken und tuschelten. Yugi drückte Atemus Hand noch fester. Auch Atemu schluckte. So viele fremde Gesichter! Ein paar größere Jungs standen zusammen und lachten laut. Einer von ihnen, der einen frechen Grinseblick hatte und spitzfindig wirkte, zeigte auf Yugi. „Schaut mal, der Zwerg mit den verrückten Haaren! Der sieht aus, als würde er gleich weinen!“

In diesem Moment füllten sich Yugis Augen mit Tränen. Sein Kopf sank nach unten, und er wollte am liebsten im Erdboden versinken. Doch bevor er auch nur einen Ton von sich geben konnte, spürte er, wie Atemus Hand seine noch fester drückte. Atemu stellte sich schützend vor Yugi und blickte den größeren Jungen mit seinen scharfen Augen fest an. „Lasst ihn in Ruhe! Er ist mein Freund! Und wenn ihr ihn ärgert, dann bekommt ihr es mit mir zu tun!“
 

Der Junge zuckte mit den Schultern und drehte sich murrend um. Atemu war nicht nur mutig, er hatte auch eine solche Ausstrahlung, dass selbst die größeren Kinder sich nicht trauten, sich mit ihm anzulegen. Yugi blickte zu Atemu auf, seine Augen immer noch feucht, aber ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht. Atemu war wirklich sein Schutzengel. Er liebte Atemu sehr, und Atemu liebte ihn auch. Das wusste er.
 

„Alles gut, Aibou.“, flüsterte Atemu und lächelte Yugi sanft an. „Ich bin immer für dich da“. Nach dem Yugi's Tränen getrocknet waren, gingen sie gemeinsam ins Klassenzimmer. Yugis Ranzen wippte bei jedem Schritt. Er konnte es kaum erwarten, mit Atemu all die Abenteuer zu erleben, die die Schule bereithalten würde. Mit Atemu an seiner Seite wusste Yugi, dass er alles schaffen konnte.

Chapter 2

Im Klassenzimmer saßen Atemu und Yugi in der ersten Reihe. Ihre Ranzen standen ordentlich neben ihren Stühlen. Yugis Herz klopfte schnell – er war aufgeregt und ängstlich zugleich. Da spürte er, wie Atemus Hand sanft seine eigene umschloss. Er blickte zu Atemu, der ihm ein mutmachendes Lächeln schenkte. Yugi atmete tief durch, und in diesem Moment wusste er, dass seine Sorgen unbegründet waren, denn sein bester Freund war stets an seiner Seite.
 

Auf einmal öffnete sich die Türe und ein Mann trat herein, dessen Gestalt sofort die ganze Klasse in den Bann zog. Er war groß und schlank, und auf seinem Gesicht lag ein ruhiger, fast weiser Ausdruck. Seine dunklen Augen strahlten eine ungewöhnliche Freundlichkeit aus, und ein sanftes Lächeln spielte auf seinen Lippen. „Guten Morgen, liebe Kinder!“, sagte er mit einer tiefen, beruhigenden Stimme. „Willkommen in der Schule. Mein Name ist Herr Mahad, und ich werde euer Klassenlehrer sein.“

Herr Mahad stellte seine Tasche auf den Lehrertisch und blickte in die aufgeregten und leicht nervösen Gesichter der Kinder. Seine Augen wanderten durch die Reihen, verweilten kurz auf jedem Kind, als wollte er jeden Einzelnen persönlich begrüßen. Als sein Blick auf Atemu und Yugi fiel, die immer noch Händchen hielten, zog ein kaum merkliches Schmunzeln über sein Gesicht. Er bemerkte die leichte Nervosität in Yugis Augen und wie Atemus fester Griff ihm Sicherheit schenkte. Es war eine stumme, aber doch so deutliche Geste der Unterstützung. Dann fuhr er fort: „Ich freue mich riesig, euch alle kennenzulernen! Das hier ist ein neuer Anfang für uns alle. Wir werden gemeinsam viel lernen, spielen und entdecken. Aber das Wichtigste – wir werden eine Gemeinschaft sein, in der jeder auf den anderen achtet und sich gegenseitig hilft.“
 

Atemu nickte entschlossen, als er Herrn Mahads Worten lauschte – er würde immer auf Yugi achten und ihn beschützen.
 

Während Herr Mahad sprach, beobachtete er Atemu und Yugi genauer. Er sah, wie Yugi sich sichtlich entspannte, sobald Atemu seine Hand drückte. Außerdem bemerkte er, wie Yugi immer wieder einen Blick zu Atemu warf, als würde er dort Bestätigung suchen, und wie Atemu diese Blicke mit ruhiger Präsenz erwiderte. Es war offensichtlich, dass diese beiden eine ganz besondere Verbindung hatten. Herr Mahad hatte schon viele Kinder eingeschult, aber eine solch tiefe und offene Zuneigung zwischen zwei so jungen Jungen sah man selten. Es war, als würden sie sich ohne Worte verstehen und sich gegenseitig Sicherheit geben.
 

„Bevor wir beginnen.“, setzte Herr Mahad an und trat vor die Tafel, auf der er seinen Namen schrieb. „Bitte ich darum, dass ihr euch alle kurz vorstellt und ein wenig über euch erzählt. Wer möchte anfangen?“ Ein paar Hände schossen sofort in die Höhe, nur Atemu und Yugi blieben ruhig sitzen, die Hände immer noch fest miteinander verschränkt. Herr Mahad nickte dem Mädchen in der dritten Reihe zu, das zuerst die Hand gehoben hatte.
 

Während sie nach vorne ging, warf Mahad noch einen letzten Blick auf Yugi und Atemu. „Das wird ein interessantes Schuljahr mit diesen beiden jungen Freunden.“, dachte er und lächelte. Er spürte, dass ihre Freundschaft nicht nur für sie selbst, sondern vielleicht auch für die ganze Klasse eine wichtige Rolle spielen würde.

Chapter 3

Ein Kind nach dem anderen stellte sich vor. Herr Mahad hatte jedem aufmerksam zugehört und ab und zu eine freundliche Frage gestellt. Nun war die Reihe fast bei Atemu und Yugi. Yugi spürte, wie sein Herz erneut schneller zu schlagen begann. Seine Hand wurde feucht in Atemus Griff, und seine Augen füllten sich mit den vertrauten Tränen, die sich immer sammelten, wenn er Angst bekam. Er sah zu Boden, seine Schultern sackten leicht herab.
 

Atemu bemerkte sofort Yugis Verzweiflung. Doch er wusste genau, was zu tun war. Statt Yugis Hand zu drücken, tat er etwas anderes: Er ballte Yugis kleine Hand zu einer festen Faust, so wie er es bei sich selbst tat, wenn er besonders mutig sein wollte.

„Du schaffst das, Aibou!“, flüsterte er ihm mit selbstbewusster, aber leiser Stimme zu. Seine Augen strahlten eine solche Überzeugung aus, dass Yugi einen kleinen Schauer verspürte. Der Jüngere blinzelte ein paar Mal, um die Tränen zurückzuhalten. Er sah auf seine geballte Faust und dann zu Atemus entschlossenem Gesicht. Er nahm einen tiefen Atemzug, dann hob er langsam den Kopf und richtete seinen Blick auf seine Mitschüler.
 

„Ich... ich bin Yugi.“, sagte er, seine Stimme war ein leises Flüstern, das kaum zu hören war. Er sah zu Herrn Mahad auf, der ihn mit einem freundlichen, aufmunternden Lächeln ansah. Das gab Yugi einen kleinen Schub. „Ich bin sechs Jahre alt.“, fuhr er etwas lauter fort, und ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht, als er wieder zu Atemu blickte. „Und ich freue mich hier zu sein... mit Atemu!“

Die letzten Worte sprudelten fast schon mutig heraus. Die Klasse murmelte leise, und Herr Mahad nickte ihm ermutigend zu. „Sehr schön, Yugi“, sagte er sanft. „Das hast du gut gemacht.“ Während er sprach, wanderten seine Augen zu Atemu. Es war ihm nicht entgangen, wie Atemu Yugis Hand zu einer Faust geformt und ihn mit seinem Blick ermutigt hatte. Dieser kleine, unauffällige Akt des Beistands sprach Bände – es war nicht nur ein einfacher Trost, sondern eine Aufforderung zur Stärke, die Yugi auf wundersame Weise angenommen hatte. Herr Mahad sah, wie Yugi nach seiner Vorstellung Atemu zugewandt war und wie ein leises, stolzes Lächeln auf Atemus Lippen lag.
 

„Und wer bist du?“, fragte Herr Mahad, als er zu Atemu blickte.
 

Atemu richtete sich auf, seine Augen leuchteten. „Ich bin Atemu!“, sagte er mit fester Stimme. „Ich bin sieben Jahre alt und Yugis bester Freund!“ Er strahlte Herrn Mahad an, als wollte er sicherstellen, dass jeder in der Klasse diese wichtige Information verstand. Herr Mahad konnte sich ein kleines Lächeln nicht unterdrücken. Diese beiden waren wirklich ein einzigartiges Duo. Es war beeindruckend zu sehen, wie Atemu nicht nur Yugi beschützte, sondern ihn auch aktiv dazu ermutigte, über sich hinauszuwachsen. Diese Art von Unterstützung war selten und kostbar. Er war sich sicher, dass ihre Freundschaft eine Besonderheit in seiner Klasse sein würde, vielleicht sogar ein Beispiel für die anderen Kinder.
 

Dann war es endlich so weit: Mit einem lauten Gong begann die erste Pause! Mit einem Freudenschrei stürmten aus dem Klassenzimmer. Atemu und Yugi schnappten sich ihre Brotdosen und suchten sich ein ruhiges Plätzchen auf einer Bank im Schulhof. Während sie schweigend ihre Brote aßen, genoss Yugi die warme Sonne und die entspannte Atmosphäre. Er blickte zu Atemu, der ganz konzentriert in sein Pausenbrot biss. Ein warmes, dankbares Gefühl breitete sich in Yugis Brust aus. „Danke, Mou Hitori no Boku“, sagte Yugi. „Dass du immer da bist. Ohne dich hätte ich das nicht geschafft“. Atemu sah auf, wischte sich ein paar Krümel vom Mund und lächelte seinen besten Freund an. „Kein Problem, Aibou! Ich lasse dich nicht alleine, niemals.“

Chapter 4

Nach der Pause kehrten die Kinder, belebt von der frischen Luft und dem Herumtoben, ins Klassenzimmer zurück. Herr Mahad, der die Dynamik zwischen Atemu und Yugi aufmerksam beobachtet hat, sah dies als eine perfekte Gelegenheit, die Gemeinschaft in der Klasse zu stärken.
 

„So meine Lieben.“, begann Mahad mit seinem typisch warmen Lächeln, als alle wieder auf ihren Plätzen saßen. Seine ruhige Stimme füllte den Raum und fing die Unruhe die wegen der Pause noch herrschte, ein. „Wir haben uns heute Morgen schon ein bisschen vorgestellt. Aber jetzt möchte ich, dass wir ein Spiel spielen, bei dem wir herausfinden, was uns verbindet.“ Er sieht, wie die anfängliche Aufregung in gespannte Erwartung umschlägt. Er erklärt das Spiel mit einfachen Worten, untermauert von Gesten, die die Kinder leicht verstehen : Jedes Kind soll reihum eine Sache über sich erzählen, die es mag oder die es gerne tut. Wenn jemand anderes dieselbe Sache mag, sollen sie aufstehen. Das Ziel ist, zu sehen, wie viele Gemeinsamkeiten sie finden können. „Es geht darum, herauszufinden, wie viele unsichtbare Fäden uns schon jetzt miteinander verbinden.“, fügt er hinzu und zwinkert, wodurch die Kinder anfingen zu kichern.
 

Sie waren sofort begeistert. Kleine Hände schossen in die Höhe und jeder wollte der Erste sein. Herr Mahad wählte Yuki, ein Mädchen mit leuchtend roten Haaren, die ganz vorne saß. „Ich mag Tiere, besonders Katzen!“, sagte sie strahlend. Sofort stehen mehrere Kinder auf, darunter auch Yugi und Atemu, der ein breites Lächeln auf den Lippen hat und kurz zu Atemu schielt. Eine kleine Welle der Freude geht durch die Klasse. Dann ist Leo an der Reihe, ein Junge mit einer Sporttasche neben seinem Stuhl. „Ich spiele am liebsten Fußball!“, ruft er enthusiastisch. Fast die Hälfte der Jungen und sogar ein paar Mädchen springen auf, einige imitieren sogar Jubelschreie. Herr Mahad lächelt zufrieden - die Wirkung des Spiels ist unübersehbar.
 

Als Atemu an der Reihe ist, richtet er sich auf. Ein selbstbewusstes Lächeln spielt um seine Lippen. „Ich spiele am liebsten Videospiele mit Yugi!“, verkündet er und grinst seinen besten Freund an. Yugi wurde rot, aber sein Lächeln war breit und stolz. Die Reaktion ihrer Mitschüler ist groß: Mehrere Jungen nicken eifrig bei der Erwähnung der Videospiele. Herr Mahad bemerkt, wie ein paar andere Kinder aufgeregt tuscheln und sich gegenseitig anstupsen. Er war beeindruckt, wie Atemus offene und ehrliche Aussage nicht nur ihre Freundschaft hervorhebt, sondern auch eine Brücke zu anderen Kindern schlägt, die ähnliche Interessen teilen. Die anfängliche Scheu vieler Kinder schwindet zusehends. Die Kinder kicherten, riefen und zeigten aufgeregt auf ihre Klassenkameraden, wenn sie eine Gemeinsamkeit entdeckten.
 

Herr Mahad stellte sicher, dass auch ruhigere Kinder wie Yugi ermutigt werden, ihre Vorlieben zu teilen. Als Yugi an der Reihe ist, flüstert er zuerst schüchtern: „Ich male gerne.“ Nur ein Mädchen steht auf, aber Herr Mahad fragt sofort nach: „Was malst du denn am liebsten, Yugi? Und wie fühlst du dich, wenn du malst?“ Yugi überlegt kurz und sagt dann etwas lauter: „Am liebsten male ich Duel-Monster Figuren. Dabei fühle ich mich ruhig, frei und konzentriert. Und natürlich liebe ich Videospiele spielen mit Atemu!“ Die Klassenkameradin, die aufgestanden war, strahlt ihn an und nickt eifrig. Ein paar andere Kinder hörten aufmerksam zu. Herr Mahad achtet darauf, dass die Aktivität nicht nur auf Oberflächlichkeiten beschränkt bleibt. Er fragt ab und zu nach, warum jemand etwas mag, oder wie sie sich dabei fühlen. So lernen die Kinder nicht nur, was dem anderen gefällt, sondern auch ein wenig die Persönlichkeiten dahinter, die Emotionen und Gedanken, die hinter den Vorlieben stecken. Eine Gemeinsamkeit ist nicht nur ein geteiltes Hobby, sondern auch ein Fenster zur Seele des anderen. Er ermutigt sie, über ihre Gefühle zu sprechen, wenn sie ihre Hobbys ausüben, und schafft so eine Atmosphäre des Vertrauens und der Offenheit.

Zum Abschluss der Stunde sammelt Herr Mahad die Kinder um sich, die nun eng beieinander sitzen, ihre Augen voller Neugier und Verständnis. „Seht ihr, wie viele tolle Dinge wir gemeinsam haben?“, beginnt er mit einer warmen, aber nachdenklichen Stimme. „Wir sind alle unterschiedlich, ja. Jeder von euch ist einzigartig und wunderbar, so wie er ist. Aber trotz all unserer Unterschiede gibt es so viel, das uns verbindet. Und genau das macht eine Klasse stark: Wenn wir uns kennenlernen, uns gegenseitig verstehen und uns gegenseitig unterstützen“.
 

Er blickte dabei kurz zu Atemu und Yugi, die nebeneinander saßen und sich zufrieden anlächelten. Ihre Freundschaft war der Funke, der diese Stunde entzündete, und sie ist nun ein leuchtendes Beispiel für alle. Ohne es explizit zu erwähnen, verdeutlicht er durch seine Worte die Bedeutung ihrer Freundschaft als Vorbild für die gesamte Klassengemeinschaft. Er sieht in ihren Augen die Erkenntnis, dass ihre Verbindung etwas Besonderes ist und dass sie andere inspirieren kann.

Als der zweite Gong des Tages ertönt und das Ende des Schultags ankündigt, sind die Kinder nicht mehr die schüchternen Erstklässler von heute Morgen. Sie verließen das Klassenzimmer mit einem Gefühl der Verbundenheit und der Vorfreude auf die kommenden Tage, wissend, dass sie in dieser Klasse nicht allein sind, sondern Teil einer wachsenden, unterstützenden Gemeinschaft. Ein leises Summen von Unterhaltungen erfüllt den Flur, während sie über die neu entdeckten Gemeinsamkeiten plaudern und schon Pläne für die Pause am nächsten Tag schmiedeten.

Chapter 5

Gemeinsam, Hand in Hand, verließen Yugi und Atemu die Schule. Die tief stehende Sonne tauchte die Straßen in ein warmes, goldenes Licht. Yugi strahlte Atemu an. „Das war ein toller Tag, Mou Hitori no Boku! Erst war ich so ängstlich, aber dann...“ „Aber dann warst du super mutig, Aibou!“, vollendete Atemu seinen Satz und drückte Yugis Hand fester. „Ich wusste, dass du das schaffst. Herr Mahad hat auch gesagt, dass du das gut gemacht hast“.
 

Yugi nickte eifrig. „Ja! Und das Spiel von Herrn Mahad war auch toll! Ich wusste gar nicht, dass so viele andere auch Katzen mögen.“ Er dachte kurz nach. „Und du magst Videospiele mit mir!“ Er kicherte.

Atemu grinste. „Klar, das ist das Beste! Welche Spiele wollen wir heute spielen, wenn wir zu Hause sind?“

„Wir könnten... ähm.“ Yugi überlegte, während sie eine belebte Straße überquerten. „Wir könnten Super Smash Bros. spielen! Ich übe jetzt so lange, bis ich dich mal besiege!“

Atemu lachte. „Das wird schwer, Aibou, aber du kannst es versuchen! Und was war noch gut heute? Hat dir das Mittagessen geschmeckt?“
 

„Ja, Mama hatte leckere Brote gemacht.“, sagte Yugi. „Und die Pause war auch schön. Einfach nur draußen sitzen und die Sonne genießen. Aber am besten ist, dass ich dich habe.“ Yugi sah zu Boden, seine Wangen wurden leicht rot.
 

Atemu blieb stehen und zog Yugi sanft zu sich. Er beugte sich etwas herunter, sodass ihre Augen auf gleicher Höhe waren. „Ich bin auch froh, dass ich dich habe, Aibou.“, sagte er ernst, seine Augen leuchteten. Ein warmes Gefühl breitete sich in Yugis Brust aus. Er drückte Atemus Hand fester, und gemeinsam setzten sie ihren Weg nach Hause fort, bereit für neue Abenteuer – ob vor der Konsole oder im echten Leben.
 

Als sie die Haustür erreichten, riss Yugi sie auf und rief aufgeregt in den Flur: „Mama! Großvater! Ich bin da! Und ich hab Atemu mitgebracht!“ Obwohl Atemu fast jeden Tag bei ihnen war, gehörte dieser Satz für Yugi einfach dazu, fast wie ein kleines Ritual, das den Tag besiegelte. Aus der Küche wehte der Duft von frischem Essen. „Willkommen zurück, meine Lieben!“, rief Yugis Mutter und erschien kurz darauf lächelnd im Türrahmen. Großvater Muto kam ebenfalls hinzu, ein warmes Lächeln auf seinem Gesicht. „Da seid ihr ja endlich! Das Mittagessen ist fertig. Setzt euch, ihr müsst sicher hungrig sein.“
 

Am Küchentisch erzählten Yugi und Atemu begeistert von ihrem ersten Schultag. Yugi sprudelte fast über. „Und Atemu war so lieb, Mama! Als ich Angst hatte, hat er meine Hand ganz fest gedrückt und gesagt, ich schaffe das! Herr Mahad hat mich auch gelobt!“ Er sah stolz zu Atemu, der neben ihm saß und sich unter Yugis begeistertem Bericht leicht verlegen räusperte.

Atemu lächelte sanft und hob beschwichtigend die Hände. „Yugi hat das ganz allein geschafft, Frau Muto. Er war sehr mutig, als er sich vorgestellt hat. Und er hat auch schon neue Freunde gefunden, die Katzen mögen!“
 

Yugis Mutter und sein Großvater nickten sich stolz zu. „Das freut uns sehr zu hören, Yugi.“, sagte seine Mutter mit warmer Stimme. „Du hast das wirklich toll gemacht. Und du, Atemu, bist ein wahrer Freund. Wir sind sehr stolz auf euch beide.“ Nachdem sie ihre Teller leer gegessen hatten, bedankte sich Atemu höflich für das leckere Essen. „Es war wie immer sehr gut, Frau Muto. Großvater!“

„Gerne, mein Junge.“, erwiderte der Großvater. „Und jetzt huscht, spielt ein bisschen. Ihr habt es euch verdient nach so einem aufregenden Tag“.
 

Mit einem zufriedenen Grinsen rannten Yugi und Atemu in Yugis Zimmer. Kaum waren sie drinnen, stürmten sie auch schon auf Yugis Spielkonsole zu. Die Schulranzen landeten achtlos in einer Ecke, denn jetzt war Zeit für die wahren Abenteuer – die in der digitalen Welt, die sie gemeinsam erobern würden.

Die Konsole summte leise, während auf dem Bildschirm ein wildes Chaos aus bunten Charakteren und Spezialeffekten tobte. „Nimm das, Atemu!“, rief Yugi triumphierend, als er einen besonders effektiven Schlag landete.
 

Atemu lachte und wich geschickt aus. „Nicht schlecht, Aibou, aber das reicht noch nicht!“ Seine Finger flogen über den Controller, und mit einer schnellen Kombination drehte er das Blatt. Yugi stöhnte theatralisch. „Nein! Das ist unfair!“ Doch ein breites Grinsen huschte über sein Gesicht. Er liebte es, mit Atemu zu spielen, selbst wenn er verlor. Es war nie wirklich wichtig, wer gewann. Wichtig war nur, dass sie es zusammen taten.
 

Die Zeit verging wie im Flug, gefüllt mit Lachen, freundschaftlichen Sticheleien und der gemeinsamen Freude am Spiel. Die Nachmittagssonne malte lange Schatten in Yugis Zimmer, aber die beiden bemerkten es kaum. Sie waren vollkommen versunken in ihre digitale Welt, Seite an Seite, die Schulmüdigkeit längst vergessen. Ihre Köpfe lehnten manchmal fast aneinander, die Konzentration auf dem Bildschirm, aber ihre Nähe zueinander war eine ständige, beruhigende Präsenz.
 

Atemu lehnte sich nach einem gewonnenen Match zurück und seufzte zufrieden. „Das war gut, Aibou. Fast so gut wie der ganze Tag heute“. Er sah zu Yugi, dessen Augen immer noch leuchteten. Er nickte und schmiegte sich unbewusst ein wenig näher an Atemu. „Ja, stimmt. Danke, dass du immer für mich da bist, Mou Hitori no Boku. Du machst alles besser.“ Seine Stimme war leise, fast ein Flüstern.

Atemu blickte Yugi tief in die Augen, ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Es gab keine Worte, die ausdrücken konnten, wie viel Yugi ihm bedeutete. Die kleine Hand, die Yugi unbewusst auf seinen Oberschenkel gelegt hatte, war mehr als genug. Es war das Wissen, dass sie gemeinsam waren, dass sie einander hatten, und dass sie, egal was kam, es zusammen meistern würden. Für sie war dieser Nachmittag, dieses gemeinsame Spiel, diese ungestörte Zweisamkeit das perfekte Ende eines aufregenden Schultages.

Chapter 6

Plötzlich wurden die Geräusche des Videospiels von einem Klingeln an der Haustür unterbrochen. Yugi und Atemu sahen sich überrascht an. Kurz darauf hörten sie eine tiefe, freundliche Stimme, die Atemu sofort erkannte. „Guten Tag, Frau Muto. Ich hoffe, ich störe nicht. Ich wollte nur Atemu abholen."
 

Atemus Augen weiteten sich leicht. Sein Vater, Aknamkanon, war da. Er arbeitete im Museum und war oft bis spät abends beschäftigt. Dass er so früh erschien um ihn abzuholen, war ungewöhnlich, und Atemu freute sich, seinen Vater zu sehen, besonders wenn er früher Feierabend hatte.
 

Yugis Großvater Solomon betrat ebenfalls den Flur, seine Augen leuchteten neugierig, als er Aknamkanon sah. „Aknamkanon! Schön, dich zu sehen. Bist du heute früher fertig geworden im Museum?"

Aknamkanon lächelte. „Ja, Solomon. Heute war es ausnahmsweise etwas ruhiger. Da dachte ich, ich hole Atemu persönlich ab." Sein Blick wanderte zu Yugis Zimmer, wo er die leisen Geräusche des Videospiels hörte. „Die beiden sind wohl in ihrem Element, wie ich höre."
 

Yugi und Atemu hatten das Spiel pausiert und schlichen zur Türe, um zu lauschen. Als Atemu seinen Vater sah, huschte ein kleines Lächeln über sein Gesicht. Großvater Solomon, der schon immer eine Faszination für alte Dinge und Geschichte hatte, nutzte die Gelegenheit. „Ich habe neulich einen Bericht über eine neue Ausstellung über alte ägyptische Artefakte gesehen. Ist das etwas, woran du gearbeitet hast?"

Aknamkanon nickte. „Tatsächlich, Solomon. Wir haben einige spannende neue Funde, die wir bald präsentieren werden. Es ist faszinierend, wie viel wir noch über die alten Kulturen lernen können.“ Er begann, mit leiser, aber begeisterter Stimme über die Arbeit im Museum zu erzählen, während Yugis Großvater aufmerksam zuhörte und immer wieder zustimmend nickte.
 

Yugi und Atemu standen immer noch in der Tür von Yugis Zimmer, Hand in Hand. Während die Erwachsenen sich unterhielten, blickte Atemu zu Yugi. Er drückte leicht Yugis Hand, ein kleines, fast unmerkliches Zeichen der Verbundenheit. Yugi sah zu ihm auf, seine Augen trafen Atemus. In diesem Blick lag wieder diese tiefe, unausgesprochene Zuneigung, die nur sie miteinander teilten. Es war ein Moment der Ruhe inmitten des Gesprächs der Erwachsenen, ein kleiner Kokon ihrer eigenen Welt.
 

Aknamkanon beendete seine Ausführungen. „Aber ich will dich nicht länger mit meinen Arbeitsgeschichten langweilen. Atemu, bereit zu gehen?", Atemu nickte und löste widerwillig seine Hand von Yugis. „Ja, Vater.“ Atemu nickte und löste widerwillig seine Hand von Yugis. „Ja, Vater.“ Er sah Yugi an. „Wir spielen morgen weiter, Aibou“. Yugi lächelte. „Okay! Bis morgen, Mou Hitori no Boku“.
 

Atemu verabschiedete sich höflich von Yugis Mutter und Großvater Solomon. Während Aknamkanon und Atemu die Tür hinausgingen, drehte sich Atemu noch einmal um. Yugi winkte, ein warmes Gefühl in seiner Brust. Er konnte es kaum erwarten wieder Zeit mit seinem besten Freund zu verbringen.

Chapter 7

Der nächste Morgen brach an, gefüllt mit der Vorfreude auf einen neuen Schultag. Yugi und Atemu liefen wieder Hand in Hand zur Schule, ihre Gespräche waren lebhaft und unbeschwert. Yugi fühlte sich schon viel sicherer als gestern, und Atemus stetige Präsenz an seiner Seite gab ihm zusätzliche Zuversicht.
 

In der Klasse angekommen, begrüßte Herr Mahad seine Schüler mit einem strahlenden Lächeln. „Guten Morgen, meine kleinen Entdecker!“, sagte er. „Ich hoffe seid bereit für einen neuen, spannenden Tag.“
 

Nach dem Morgenkreis, in dem die Kinder von ihren ersten Eindrücken des Schultages erzählten und was sie heute lernen wollten, bat Herr Mahad sie, aufmerksam zuzuhören. „Heute möchte ich testen, wie gut ihr das Alphabet kennt. Keine Sorge, das ist nur, damit ich weiß, wie ich euch am besten helfen kann.“
 

Einige Kinder sahen etwas nervös aus, aber Yugi und Atemu blieben ruhig. Dank ihrer vielen Videospiele, die oft Text und Untertitel enthielten, hatten sie schon früh angefangen, Buchstaben zu erkennen und zu lesen. Es war mehr ein Hobby als eine Pflicht gewesen, und es hatte ihnen geholfen, spielerisch das Alphabet zu lernen.
 

Herr Mahad rief die Kinder einzeln nach vorne. Eines nach dem anderen sagten sie das ABC auf, manche zögerlich, andere flüssiger. Als Yugi an der Reihe war, stand er auf und ging mit festeren Schritten als gestern nach vorne. Er atmete tief durch und begann: „A, B, C, D, E, F, G...“, seine Stimme war klar und deutlich, und er sprach das gesamte Alphabet fehlerfrei auf. Herr Mahad nickte ihm anerkennend zu. Yugi warf einen schnellen Blick zu Atemu, der ihm einen ermutigenden Daumen hoch gab.
 

Dann war Atemu dran. Er stand selbstbewusst auf und sprach das Alphabet mit fester, klarer Stimme auf, ohne auch nur einen Moment zu zögern. Er konnte es nicht nur aufsagen, sondern auch mühelos die Buchstaben erkennen und kleine Wörter lesen. Für ihn war das eine Leichtigkeit.
 

Herr Mahad lächelte beide an, als sie wieder auf ihren Plätzen saßen. Es war ihm nicht entgangen, wie leicht es ihnen gefallen war. Diese beiden Jungen waren wirklich besonders. Er hatte bemerkt, dass sie nicht nur das Alphabet kannten, sondern auch schon die Fähigkeit besaßen, Worte zu entschlüsseln – eine Fähigkeit, die in diesem Alter nicht selbstverständlich war. Er war beeindruckt von ihrer natürlichen Lernbereitschaft und der Art, wie sie sich gegenseitig unterstützten.
 

„Sehr gut gemacht, Kinder!“, lobte Herr Mahad die ganze Klasse. „Ich sehe, wir haben viele kluge Köpfe hier.“ Sein Blick ruhte einen Moment länger auf Yugi und Atemu, die sich zufrieden ansahen. Er konnte förmlich spüren, wie ihre Verbindung ihnen auch in schulischen Dingen einen unschätzbaren Vorteil verschaffte. Sie waren einander nicht nur emotional, sondern auch intellektuell eine Stütze.
 

Nachdem alle Kinder das Alphabet aufgesagt hatten, klatschte Herr Mahad in die Hände und bat sie, wieder aufmerksam zu sein. „Sehr schön gemacht!“, sagte er mit einem warmen Lächeln. „Jetzt haben wir über Buchstaben gesprochen, aber ich möchte heute auch noch über etwas anderes Wichtiges reden“. Er sah in die Runde, sein Blick blieb kurz auf Atemu und Yugi hängen.
 

„Gestern und heute habe ich gesehen, wie gut ihr schon miteinander umgeht. Ihr helft euch, ihr lacht zusammen. Das erinnert mich an etwas sehr Besonderes“. Herr Mahad setzte sich auf den Rand seines Schreibtisches und sah die Kinder erwartungsvoll an. „Und meine Frage heute lautet : Was bedeutet Freundschaft für euch?"
 

Einige Kinder sahen sich unsicher an. Andere hoben zögernd die Hand. Ein Mädchen namens Rosie meldete sich zuerst. "Freundschaft ist, wenn man zusammen spielen kann und sich nicht streitet!" Auf einmal rief ein Junge namens Joey dazwischen: „Und wenn man Süßigkeiten teilt!“, woraufhin die Klasse zu kichern begann.
 

Herr Mahad nickte. „Das stimmt alles. Was noch?“
 

Yugi spürte, wie Atemu seine Hand unter dem Tisch leicht drückte, eine kleine, unbewusste Geste der Unterstützung. Yugi nahm all seinen Mut zusammen und meldete sich. „Freundschaft ist, wenn man nicht mehr so viel Angst hat“. Er sah kurz zu Atemu, der ihn sanft anlächelte. „Und wenn jemand immer da ist, wenn man ihn braucht“. Seine Stimme wurde am Ende etwas fester.

Herr Mahad sah Yugi ermutigend an. „Das ist eine sehr schöne Antwort, Yugi. Kannst du das vielleicht noch genauer erklären?“

Yugi überlegte kurz. „Nun.“, begann er schüchtern, "wenn... wenn man zusammen ist, dann ist man nicht so allein. Und wenn man mutig sein muss, dann hilft der Freund einem."

Atemu, der Yugi genau zugehört hatte, hob nun auch seine Hand. „Bitte, Atemu.“, sagte Herr Mahad. „Freundschaft ist, wenn man sich vertrauen kann.“, sagte er mit fester Stimme. „Und wenn man füreinander da ist, egal was passiert. Man beschützt sich gegenseitig." Er blickte dabei direkt Yugi an, und in seinen Augen lag eine tiefe Ernsthaftigkeit.
 

Herr Mahad lächelte warm. Die Antworten von Yugi und Atemu waren tiefgründiger, als man es von Erstklässlern erwarten würde. Es war offensichtlich, dass die beiden einander mehr als nur Freunde waren – sie waren einander eine feste Stütze.
 

„Das sind alles wunderbare Antworten!“, sagte Herr Mahad. „Freundschaft ist wirklich etwas Wertvolles. Es ist, wenn man sich umeinander kümmert, sich hilft und sich beschützt. Und ich sehe schon, dass ihr in dieser Klasse viele gute Freunde finden werdet." Er wusste, dass Yugi und Atemu bereits ein leuchtendes Beispiel dafür waren.

Chapter 8

Nachdem das Thema „Freundschaft“ besprochen wurde, kehrte eine leichte, zufriedene Stille im Klassenzimmer ein. Herr Mahad lächelte. Er hatte den Eindruck, dass seine Worte, und vor allem die Antworten der Kinder, wirklich etwas bewegt hatten. Er beobachtete Yugi und Atemu dabei, wie sie sich verstohlen anlächelten – ein stilles Einverständnis, das ihren besonderen Bund unterstrich. Es war offensichtlich, dass die Lektion über Freundschaft für sie keine neue Erkenntnis war, sondern eine Bestätigung dessen, was sie bereits lebten.
 

„Gut, Kinder.“, sagte Herr Mahad und klatschte leise in die Hände, um die Aufmerksamkeit wieder ganz auf sich zu ziehen. „Ich sehe, ihr seid alle bereit für etwas Neues“. Er ging zu einer großen, leeren Pinnwand an der Seite des Klassenzimmers. Daneben lagen bunte Zettel und dicke Filzstifte. „Das wird unsere Wunsch-Pinnwand für dieses Schuljahr.“, erklärte er. „Jeder von euch darf sich einen Zettel nehmen und darauf malen oder schreiben, was er sich für dieses Schuljahr wünscht - das kann etwas für die Schule sein, etwas, das ihr lernen wollt, oder auch etwas, das ihr euch für unsere Klasse wünscht. Sollten beim Schreiben Schwierigkeiten auftreten, stehe ich euch selbstverständlich unterstützend zur Seite.“
 

Yugi und Atemu sahen sich an. Für sie war das Schreiben, dank der Videospiele, schon recht vertraut. Sie nahmen sich beide einen bunten Zettel und einen Stift.
 

Während Yugi darüber nachdachte, was er sich am meisten wünschte, fiel sein Blick auf Atemu, der ebenfalls ganz in seine Gedanken versunken auf seinen Zettel starrte. Ein warmes Gefühl breitete sich in Yugis Brust aus. Er lächelte leicht, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder dem eigenen Zettel widmete. Dann schrieb er mit etwas Mühe in großen, noch etwas wackeligen Buchstaben : „ICH MÖCHTE MUTIG SEIN UND MIT ATEMU VIELE NEUE SACHEN LERNEN UND ERLEBEN“, Er malte noch ein kleines Bild von sich und Atemu, die Hand in Hand zur Schule gingen und ein Herz.
 

Atemu schrieb mit sichererer Hand auf seinen Zettel: „ICH MÖCHTE YUGI HELFEN, BESCHÜTZEN UND VIELE ABENDTEUER MIT IHM ERLEBEN“. Er zeichnete daneben einen Controller und ein kleines Herz.
 

Nach dem alle Kinder ihre Zettel fertig hatten, half Herr Mahad ihnen, diese an die Pinnwand zu heften. Die Wand füllte sich schnell mit bunten Bildern von Tieren, Spielplätzen, Büchern und einigen Worten. Herr Mahad ging von Zettel zu Zettel und lobte die Kinder für ihre Kreativität und ihre Gedanken. Er las laut vor, was die Kinder geschrieben oder gemalt hatten und half, die Bedeutungen zu entschlüsseln.
 

Herr Mahads Lächeln wurde besonders warm, als er Atemus und Yugis Zettel sah. Er laß Yugis Wunsch vor und dann Atemus. „Das sind wunderbare Wünsche!“, sagte er und blickte die beiden Jungen an. „Es ist toll zu sehen, wie sehr ihr euch gegenseitig unterstützt und wie viel ihr gemeinsam erleben wollt. Ich bin mir sicher, dieses Schuljahr wird voller Abenteuer für euch alle sein“.

Die Pinnwand strahlte eine positive Energie aus, eine Sammlung von Hoffnungen und Träumen, die sie als Klasse teilen würden. Yugi und Atemu sahen ihre Zettel nebeneinander hängen zusammen mit ihren Wünschen, welche so eng miteinander verbunden waren, wie sie selbst.

Chapter 9

Als die Wunsch-Pinnwand fertig war und das Klassenzimmer eine fröhliche Atmosphäre angenommen hatte, läutete es zur großen Pause. Mit einem Freudenschrei stürmten die Kinder hinaus, befreit von den ersten Konzentrationsphasen des Tages. Yugi und Atemu schnappten sich einen Ball und begannen, sich mit spielerischer Leichtigkeit zuzuspielen, ihre Bewegungen fließend und perfekt aufeinander abgestimmt. Schon bald versammelten sich andere Kinder um sie, bestaunten ihre Geschicklichkeit und feuerten sie begeistert an. Erneut waren sie die „Stars“ des Schulhofes und als Yugi Atemus strahlendes Lächeln sah, durchströmte ihn wieder dieses warme, vertraute Gefühl der Verbundenheit.
 

Nach der Pause setzten sich die Kinder frisch und munter zurück auf ihre Plätze. Herr Mahad lächelte munter in die Runde. „So, meine kleinen Künstler und Geschichtenerzähler! Für heute habe ich noch eine kleine Aufgabe für euch, die ihr zu Hause erledigen könnt.“
 

Einige Kinder sahen gespannt, andere ein wenig besorgt aus. Hausaufgaben am zweiten Schultag?
 

„Oh – ihr braucht euch keine Sorgen zu machen!", beruhigte Herr Mahad sie mit einem Augenzwinkern. „Es ist nichts Schweres. Ich möchte, dass ihr ein Bild malt. Und zwar ein Bild von jemandem, der euch wichtig ist. Das kann eure Familie sein, ein Haustier oder ein Freund.“ Er blickte kurz zu Yugi und Atemu, die sich schon vielsagend ansahen. „Und wenn ihr mögt und ihr euch traut, ein paar Buchstaben zu schreiben, könnt ihr auch einen Namen dazuschreiben oder ein kleines Wort, das zu eurem Bild passt“. „Bringt eure Zeichnungen morgen mit in die Schule. Dann könnt ihr sie der Klasse zeigen und uns vielleicht erzählen, wen oder was ihr gemalt habt und warum diese Person oder dieses Tier euch wichtig ist“.

Yugi kribbelte es schon in den Fingern. Er wusste genau, wen er malen würde. Er sah Atemu an und ein warmes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Atemu erwiderte den Blick mit einer solchen Wärme, dass Yugi spürte, wie seine Wangen leicht rot wurden. Atemu würde wohl genau dasselbe malen. Die unausgesprochene Übereinkunft lag wie ein kleines Geheimnis zwischen ihnen in der Luft.

Die Kinder begannen sofort, voller Eifer Pläne für ihre Bilder zu schmieden, einige tuschelten aufgeregt miteinander. Herr Mahad ging zwischen den Reihen umher und beantwortete Fragen, seine Präsenz beruhigend und ermutigend. Die erste Hausaufgabe schien kein Grund zur Sorge zu sein, sondern eher eine spannende Möglichkeit, sich auszudrücken und ein bisschen von sich selbst zu erzählen.

Auf dem Heimweg waren Yugi und Atemu immer noch voller Tatendrang. Sie sprachen lebhaft über die Hausaufgabe – ein Bild von jemandem, der ihnen wichtig war.

„Ich weiß genau, was ich malen werde!“, rief Yugi aufgeregt, während sie den Gehweg überquerten.

Atemu grinste. „Ich auch! Ich bin gespannt, was du malst, Aibou!" Er sah Yugi mit leuchtenden Augen an.

„Du wirst es erst morgen sehen!“, zwinkerte Yugi. Er wollte Atemu wirklich überraschen. Ein kleines Dankeschön dafür, dass Atemu immer für ihn da war - vor allem am ersten Schultag. Yugi war fest entschlossen, etwas ganz besonderes Bild für seinen besten Freund zu malen.

Atemu bemerkte Yugis plötzliche Entschlossenheit und verstand sofort das Yugi etwas Besonderes vorhatte. Er würde sich ebenfalls ganz viel Mühe geben, um Yugi zu überraschen.
 

Als Yugi zu Hause angekommen war, schnappte er sich seine Stifte und ein frisches Blatt Papier und verschwand an seinen Schreibtisch in seinem Zimmer. Seine kleine Stirn war in Falten gelegt, als er konzentriert zu malen begann. Er dachte an all die Male, in denen Atemu ihm Mut gemacht hatte. Er erinnerte sich an ein Gespräch, als er Atemu einmal gefragt hatte, warum er immer so mutig und beschützend sei. Atemu hatte damals gesagt, dass ihm der Schwarze Magier Kraft gäbe – diese eine, besondere Karte, die ihm so viel bedeutete. Mit sorgfältigen Strichen begann Yugi nun, die majestätische Gestalt des Schwarzen Magiers aufs Papier zu bringen – Atemus ikonische Karte, ein Symbol für Macht und Loyalität. Er achtete auf jedes Detail, die Robe, den Stab, die entschlossene Haltung. Es sollte ein Bild sein, das Atemu zeigte, wie er ihn sah: seinen Beschützer, seinen besten Freund, seinen Mou Hitori no Boku, verkörpert in der Karte, die Atemu am liebsten spielte und die ihm selbst Stärke verlieh.
 

Während Yugi mit seinen Stiften raschelte, war Atemu zu Hause in seinem eigenen Zimmer. Auch er war tief in seine Zeichnung versunken. Er dachte an Yugi, an seine sanfte Art, seine innere Stärke und seine Fähigkeit, über sich hinauszuwachsen. Er wollte etwas malen, das Yugis einzigartige Magie und sein Potenzial einfing. Er begann, die elegante Form des Stillen Magiers zu zeichnen – Yugis eigene, besondere Karte, die mit jedem Zug stärker wurde und seine stille Entschlossenheit widerspiegelte. Er malte den Stillen Magier in hellen, warmen Farben, um Yugis Freundlichkeit und seine zarte Stärke hervorzuheben. Sein Bild sollte Yugi zeigen, wie er ihn sah: seinen Aibou, den kleinen, tapferen Freund, den er für immer beschützen wollte, repräsentiert durch seine eigene, wachsende Kraft.

Beide arbeiteten mit einer ungewöhnlichen Ernsthaftigkeit und großer Freude an ihren Bildern, jedes Detail sorgfältig bedacht. Es war mehr als nur eine Hausaufgabe : es war eine stille Liebeserklärung an ihren besten Freund, verpackt in Stifte und Papier. Sie waren entschlossen, den anderen am nächsten Tag zu überraschen – und konnten es kaum erwarten!

Chapter 10

Der Freitag brach an, und mit ihm die Aufregung, die gemalten Hausaufgaben zu präsentieren. Yugi und Atemu liefen wie gewohnt Hand in Hand zur Schule, ihre Bilder sorgfältig in ihren Ranzen verstaut. Sie bewahrten die Überraschung auf, bis sie das Schulgebäude betreten hatten.

Im Klassenzimmer herrschte eine lebhafte Stimmung. Herr Mahad lächelte, als er die Kinder begrüßte. „Guten Morgen, meine kleinen Künstler! Ich bin schon sehr gespannt auf eure Meisterwerke. Aber bevor wir anfangen, singen wir ein Lied, damit wir wach werden“. Gemeinsam mit Herr Mahad sangen die Kinder ein fröhliches Begrüßungslied, das den Raum mit einer warmen und einladenden Atmosphäre erfüllte. Danach las Herr Mahad noch eine kurze, lustige Geschichte vor, die alle zum Lachen brachte und die letzten Spuren von Morgenmüdigkeit vertrieb.
 

„Sehr Gut. Wer möchte uns nun als Erster sein Bild zeigen und erzählen, warum diese Person oder dieses Tier euch wichtig ist?", sprach Herr Mahad und blickte in die Runde.

Ein Kind nach dem anderen trat nach vorne. Sie zeigten Bilder ihrer Eltern, Geschwister oder geliebter Haustiere und erzählten mit leuchtenden Augen, warum diese ihnen so viel bedeuteten. Herr Mahad hörte aufmerksam zu, lobte jeden und stellte freundliche Fragen.
 

Dann war Yugi an der Reihe. Mit seinem Bild in der Hand ging er nach vorne, seine Wangen waren leicht gerötet. Er hielt das Blatt hoch, auf dem der Schwarze Magier in all seiner Pracht zu sehen war. Die Klasse murmelte anerkennend.

„Ich... ich habe den Schwarzen Magier gemalt.“, begann Yugi leise, aber mit fester werdender Stimme. Er sah zu Atemu, der ihn mit einem warmen Lächeln ermutigte. „Atemu hat mir mal erzählt, dass diese Karte ihm Mut gibt. Und... und er ist immer so mutig und beschützt mich immer. Deswegen habe ich ihn gemalt, weil er mir auch Mut macht und immer für mich da ist.“ Yugi drückte das Bild leicht an sich, seine Augen trafen Atemus. In diesem Blick lag eine tiefe Dankbarkeit und Zuneigung, die mehr sagte als Worte.
 

Herr Mahad nickte langsam, seine Augen weiteten sich leicht. Er hatte die besondere Verbindung zwischen den beiden Jungen schon bemerkt, aber Yugis Erklärung war tiefgründiger, als er erwartet hatte.
 

Nun war Atemu an der Reihe. Er trat selbstbewusst nach vorne und hielt sein Bild hoch. Darauf war der Stille Magier zu sehen, elegant und voller Potenzial.
 

„Ich habe den Stillen Magier gemalt.“, sagte Atemu mit klarer Stimme. Er sah direkt zu Yugi, und sein Blick war voller Zärtlichkeit. „Diese Karte ist wie Yugi. Sie wird immer stärker und ist ganz besonders. Yugi ist manchmal still, aber er ist auch sehr mutig und hat eine große Kraft in sich. Und ich möchte ihn immer beschützen und ihm helfen, dass er noch stärker wird." Atemus Worte waren einfach, aber sie trugen eine solche Überzeugung und Hingabe, dass es im Raum fast still wurde.
 

Herr Mahad war sprachlos. Er blickte von Atemu zu Yugi und zurück. Die Tiefe der Bindung, die in diesen kindlichen Worten und Bildern zum Ausdruck kam, war außergewöhnlich. Es war nicht nur Freundschaft, es war eine unerschütterliche Loyalität und eine gegenseitige Bewunderung, die in diesem Alter selten zu finden war. Atemus Erklärung, wie er Yugi sah und beschützen wollte, traf Herrn Mahad besonders.
 

Nachdem alle Kinder ihre Bilder gezeigt hatten, läutete es zur großen Pause. Die Kinder sprangen auf, aber Herr Mahad hob eine Hand. „Kinder, ihr könnt jetzt in die Pause gehen. Atemu, könntest du bitte noch einen Moment bei mir bleiben? Yugi, du kannst im Flur auf Atemu warten.“
 

Yugis Augen weiteten sich vor Schreck. Die große Pause ohne Atemu? Das war unmöglich! Eine kleine Welle der Angst stieg in ihm auf, aber er sah Atemu an, der ihm einen beruhigenden Blick zuwarf. Atemu nickte ihm kaum merklich zu, als wollte er sagen - „Keine Sorge, Aibou, ich bin gleich bei Dir.“ Yugi schluckte und ging langsam in den Flur, wo er sich an die Wand lehnte und auf Atemu wartete, sein Herz klopfte ein wenig schneller als sonst.
 

Im Klassenzimmer schloss Herr Mahad die Tür und wandte sich Atemu zu. Sein Gesicht war ernst, aber freundlich. „Atemu, das, was du und Yugi heute gesagt habt... das war sehr besonders. Ich möchte gerne mit dir darüber sprechen.“



Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu dieser Fanfic (2)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Kuro-cos
2025-12-17T00:18:51+00:00 17.12.2025 01:18
Hallo ich habe die ultra süüüße story grade entdeckt und finde sie einfach so cute das ich nicht aufhören konnte zu lesen. Bin so voller Freude wenn es weiter geht zu lesen wie sich die zwei weiter entwickeln ^^ <3

Liebe Grüße
Kuro
Von:  Yuugi_Mutou
2025-07-26T13:36:13+00:00 26.07.2025 15:36
Sooooo schön geschrieben und ich gespannt wie sie sich weiter entwickeln und natürlich zusammen hihi
Antwort von:  CosmicMoonLady
29.07.2025 02:32
Vielen, vielen lieben Dank!! ♥ Es geht bald weiter ^_^


Zurück