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Ein richtiger Mann

von

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Prolog - Unerträglich Unmännlich

Herzlich Willkommen liebe Leser und Leserinnen zu meiner neuen Geschichte.

Sie ist Fertig geschrieben und wöchentlich wird ein neues Kapitel hochgeladen.
 

Zur Story

Die Einzelnen Kapitel sind nicht sehr lang, aber am Ende fasst die Story gute 18.000 Worte. Es wird meistens humorvoll sein. Am Ende vielleicht ein bisschen nachdenklich, denn was ist eigentlich ein "Richtiger Mann?"

Zorro denkt es zu wissen und will Sanji davon überzeugen. Ob das gelingt, lest ihr hier.

Viel Spaß und ich freue mich sehr über Feedback.
 

*+*+*
 

Zorro konnte ihn hören, noch bevor er ihn sah. Schritte - gleichmäßig, fast tänzerisch – wie jemand, der nie zu stolpern scheint. Dann das leise Klicken eines Feuerzeugs. Ein Kratzen, ein Zischen. Und schließlich der unverkennbare Duft von Zigarettenrauch, gemischt mit… Rosmarin? Lavendel? Zitrone?

Zorro verzog das Gesicht. Er lag mit verschränkten Armen auf dem Deck der Sunny, sein Kopf ruhte an einem seiner Schwerter, das andere lag quer über seiner Brust.Das dritte neben Ihm.

Er hatte gehofft, seine Ruhe zu haben, vielleicht sogar ein kleines Nickerchen. Stattdessen näherte sich das wandelnde Parfümfläschchen schon wieder.

Sanji.

Der Smutje.

Kringelbraue, Schnitzelklopfer, Spargelschäler, Fischstäbchen, Dartscheibe, Lachsröllchen… Zorro musste fast schmunzeln, als er sich einige seiner Kosenamen für den Idioten ins Gedächtnis rief.
 

„Das Mittagessen ist fertig, Marimo“, sagte der Blonde wie immer mit einem spöttischen Unterton, während er sich mit perfekter Haltung über das Geländer lehnte. Der Rauch kräuselte sich wie kunstvoll gezeichnete Linien um sein Gesicht.

Elegant. Gepflegt. Unerträglich.

Zorro blinzelte gegen das Licht. Sanji trug wie immer seinen schwarzen Anzug, der – und das ärgerte Zorro am meisten – absolut fleckenfrei war, obwohl er nur wenige Minuten zuvor noch in der Kombüse hantiert hatte. Seine Haare fielen ihm perfekt über ein Auge, die Hände steckten locker in den Hosentaschen.

„Ich hab keinen Hunger.“

„Tja, dein Magen sagt was anderes. Der knurrt lauter als du schnarchst.“

Zorro grummelte etwas Unverständliches. Er setzte sich auf, knirschte mit den Zähnen. Und musterte ihn, diesen… Mann, der nicht nach einem Mann aussah – zumindest nicht nach dem, was Zorro als einen echten Mann ansah.

Sanji war zu sauber. Zu kontrolliert. Zu charmant mit den Frauen – was bei Nami und Robin zwar nicht wirklich funktionierte, aber bei manch anderen Frauen für kleine entzückte Seufzer sorgte. Während Zorro sich nur fragte, wie man so uneffektiv mit seiner Kraft umgehen konnte.

Er kochte. Er putzte. Er nähte. Er räumte auf.

Zorro verstand es nicht.

In seiner Welt bedeutete Stärke: sich beweisen. Schweiß. Blut. Training. Und vielleicht ein guter Kampf, bei dem man ein paar Zähne verlor.

Aber Sanji… Sanji tat all das nicht. Stattdessen faltete er Servietten zu kleinen Vögeln.
 

„Warum trägst du eigentlich immer diesen verdammten Anzug?“ fragte Zorro schließlich.

Sanji warf ihm einen Seitenblick zu, blies langsam Rauch aus. „Weil ich Geschmack habe, Marimo.“

Zorro schnaubte. „Du siehst aus, als wärst du auf dem Weg zu einer Beerdigung. Vielleicht deiner eigenen, wenn du noch einmal ’Marimo‘ sagst.“

Sanji grinste, doch es war kein herausforderndes Grinsen. Es war… freundlich. Fast mitfühlend. Und genau das machte Zorro noch wütender. Er war ein Schwertkämpfer, verdammt. Er kannte sich mit Provokationen aus. Aber bei Sanji fühlte sich jeder verbale Schlag ins Leere an. Als würde er gegen Seide kämpfen.

"Ich hab keine Lust heute auf Streit, also mach was du willst" zuckte der Smutje mit den Schultern, als er sich abwand.

Er beobachtete, wie Sanji sich umdrehte und langsam zur Küche zurückging. Aufrecht. Stolz. Und trotzdem irgendwie weich. Nicht gefährlich. Nicht laut. Nicht… männlich?

Zorro runzelte die Stirn.

Vielleicht war es genau das, was ihn störte. Dass Sanji kein Krieger war – und trotzdem ein verdammt guter Kämpfer.

Dass er sich lieber schützend vor jemand anderen stellte, als Ruhm zu suchen. Dass seine Kraft nicht im Schwert lag, sondern in der Fürsorge.

Zorro sah ihm nach. Und in seinem Magen grummelte es.

„Verdammter Koch“, murmelte er, stand auf, griff nach Wado Ichi Monji und den anderen beiden Schwertern – nur zur Sicherheit – und trottete in Richtung Kombüse. Vielleicht… nur vielleicht… war Sanji nicht so männlich, aber dafür halt gefährlich. Und intelligent.

Und nervig. Sehr nervig.

Und vielleicht müsste Zorro Sanji einfach zeigen, was es hieß ein echter Mann zu sein!

Lektion 1 - Der männliche Gang

Nach dem Prolog kommt heute schon das erste Kapitel. Und dann geht es im Wochen-Rythmus weiter.

Viel Spaß beim Lesen :)
 

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Lektion 1: Der männliche Gang
 

Die Sonne stand hoch über dem Meer, warf flimmerndes Licht auf das Deck der Thousand Sunny. Möwen kreischten in der Ferne, und eine warme Brise ließ das Segel leise knarzen. Alles hätte so friedlich sein können.

Doch in der Kombüse brodelte es – und diesmal war es nicht nur der Eintopf auf dem Herd.

Sanji stand am Herd, ein Kochlöffel in der einen, seine Zigarette in der anderen Hand, als er hinter sich ein verdächtiges Geräusch hörte. Eine Art… stampfendes Trampeln. Schwer, übertrieben, fast theatralisch.

Er drehte sich um und sah… Zorro.
 

Der Schwertkämpfer hatte die Stirn gerunzelt, die Arme demonstrativ seitlich weggestreckt, als hätte er eines seiner Schwerter unter seinen Achseln. Brust raus, Beine weit auseinander. Mit steifen, überbetonten Schritten marschierte er durch den Raum, als hätte ihm ein Gorilla das Laufen beigebracht.

„Was. Zum. Teufel. MACHST du da?“ Sanji blinzelte, als müsste er überprüfen, ob das, was er da sah, real war.

Zorro blieb stehen, drehte sich halb zu ihm und nickte ernst. „Lektion Eins: Gehen wie ein Mann. Du bewegst dich wie ein verdammter Schwan auf einem Maskenball.“

Sanji starrte ihn an. Einen Moment lang war es still – abgesehen vom Brodeln und Blubbern der Suppe. Dann ließ er langsam den Kochlöffel sinken.

„Sag mal, bist du auf den Kopf gefallen?“

„Ich versuche, dir zu helfen“, erwiderte Zorro, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. „Du bist… wie soll ich’s sagen… zu geschmeidig. Männer stampfen. Sie treten auf, zeigen Präsenz. Du schwebst. Das ist nicht männlich, das ist –“

„Eleganz, du kulturloser Fleischberg!“ Sanji trat einen Schritt auf ihn zu, das Auge unter seinem Pony blitzte. „Nur weil du über jedes verdammte Deck trampelst wie ein wildgewordenes Rind, heißt das nicht, dass das der Maßstab ist!“

„Das ist keine Eleganz, das ist ballettartiges Herumgetanze. Männer stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden. So.“ Zorro stampfte noch einmal demonstrativ mit dem Fuß auf.
 

Sanji starrte ihn an. Und dann – mit einer beängstigenden Ruhe – blies er den Rauch seiner Zigarette langsam aus. „Ehrlich Marimo. Anscheinend sind dir jetzt tatsächlich auch die letzten beiden deiner Gehirnzellen abhanden gekommen, denn ich habe keine Ahnung, was in dich gefahren ist. Aber du haust lieber ab, bevor ich mich gründlich vergesse. Raus!“

„Ich bin noch nicht fertig mit der Lektion! Du musst mehr Präsenz in deinem Gang zeigen!“, sagte Zorro unbeirrt, jetzt den rechten Fuß hebend wie zur Demonstration eines besonders überzeugenden Männlichkeits-Marsches.

„ICH GEB DIR GLEICH PRÄSENZ!! RAUS!!“

Ein wütender Aufschrei und dann ein Fußtritt, so präzise und schnell, dass Zorro kaum Zeit hatte, zu reagieren – und schon flog er rückwärts aus der Kombüse, landete mit einem lauten Rumms auf dem Flur.

„DU LÄUFST WIE EIN GORILLA MIT RÜCKENSCHMERZEN!“ brüllte Sanji ihm hinterher, ehe die Tür nach Zorros Rausflug wieder zuflog „UND WENN DU NOCH EINMAL VERSUCHST, MIR BEIZUBRINGEN, WAS ANGEBLICH EIN MANN IST, KOCH ICH DIR DEIN SCHWERT ZUM MITTAGESSEN!“

Zorro rappelte sich auf, rieb sich den Rücken und knurrte. „Empfindlich wie ein Mädchen im Frühling.“

Die Tür der Kombüse flog wieder auf und Sanji streckte den Kopf heraus. „HAST DU GERADE MÄDCHEN GESAGT?!“

Zorro hob abwehrend die Hände. „Schon gut, schon gut!“

Die Tür knallte zu.

Zorro blieb kurz sitzen, dann grinste er leise in sich hinein.
 

Er wusste selbst nicht genau, warum er das alles machte. Warum er versuchte, Sanji… zu ändern? Oder ihm irgendwas beizubringen. Es war nicht so, dass er den Koch nicht respektierte – das tat er. Eben auf seine Weise. Der Typ konnte kämpfen. Nicht wie ein Schwertkämpfer, aber mit Feuer in den Beinen, Mut im Herzen und Ernst im Blick. Und trotzdem… irgendetwas an ihm passte nicht in Zorros Weltbild.
 

Vielleicht war es die Art, wie Sanji sich nie schmutzig machte, wie er nie den Drang verspürte, sich mit dem stärksten Gegner zu messen, sondern lieber seine Energie in Soßen und Servietten steckte. Vielleicht störte ihn, dass der Blonde irgendwie – trotz all dieser für Zorro unmännlichen Eigenschaften – mehr Respekt auf dem Schiff oder sogar außerhalb dieser Reling genoss, als viele andere Männer, die auf Kraft und Lautstärke setzten.

Oder vielleicht… vielleicht ging es gar nicht darum, Sanji zu ändern. Vielleicht wollte Zorro nur verstehen, wie jemand, der so anders war, trotzdem so stark sein konnte.

Er stand auf, klopfte sich den Staub von der Hose.

Lektion Zwei würde warten müssen.

Aber sie würde kommen.

Und Sanji würde schon noch etwas von Ihm lernen können. Da war sich Zorro ganz sicher!

Lektion 2 - Männer lösen Probleme mit den Fäusten

Lektion 2: Männer lösen Probleme mit den Fäusten
 

Sanji saß auf dem unteren Geländer der Sunny, ein Bein lässig über das andere geschlagen, eine Zigarette im Mundwinkel, während er gedankenverloren in den Ozean starrte.

Am Morgen hatten sie erst von einer kleinen Insel abgelegt. Sanji war nicht böse gewesen. Die Leute auf der Insel waren mehr als unfreundlich gewesen. Gerade eben weil sie Piraten waren.

Er hatte eine rege Diskussion mit einem Fischhändler hinter sich gehabt, welcher den Smutje böse beleidigt hatte. Am liebsten hätte der Koch zugetreten, aber stattdessen hat er ihn mit Worten und Blicken recht schnell zum Schweigen gebracht.

Na hatte es eine kurze Diskussion mit dem Schwertidioten gegeben. Dieser hatte sich aber tatsächlich relativ schnell umgedreht.

Sanji war es egal. Er war froh, dass jetzt endlich Ruhe herrschte.

Die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser, Möwen zogen ihre Kreise. Es hätte ein ruhiger, fast poetischer Moment sein können.
 

Hätte.
 

Denn dann hörte er das unheilvolle Klong eines Schwertgriffs gegen Holz. Wiederholtes, absichtliches Klong. 
 

Zorro näherte sich – mit dieser unbeirrbaren, dumpfen Präsenz, die so gar nicht zu dem Moment passen wollte.
 

Sanji seufzte schon, bevor der Schwertkämpfer überhaupt den Mund aufmachte.
 

„Lektion Zwei“, begann Zorro mit einer Stimme, die zu wichtig klang, um ernst genommen zu werden. „Ein echter Mann löst Probleme mit den Fäusten.“
 

Sanji drehte sich langsam zu ihm um. Die Zigarette glühte kurz auf. Dann blies er den Rauch gemächlich aus.

Jetzt war ihm auch klar, warum der Marimo auf dem Markt so schnell abgedreht ist. Er hatte vermutlich seine neue Männlichkeitslektion überdenken müssen.

Was den Schwertkämpfer überhaupt ritt, dass er dauernd mit diesem Quatsch ankam, würde der Smutje wohl eh nie verstehen.

Wer konnte schon die Gedankengänge einer Kugelalge nachvollziehen?
 

„Du willst mir sagen, dass Gewalt die Lösung ist? Wow. Bravo. Was kommt als Nächstes? ‘Ein echter Mann pinkelt gegen den Wind‘?“
 

Zorro ließ sich nicht beirren. „Ich meine nicht blinde Gewalt. Ich meine: Entschlossenheit. Konfrontation. Keine Diskussionen, kein Herumgedruckse. Wenn ein Problem da ist – zack, Faust drauf.“ Wie zur Verdeutlichung schlug er mit seiner Faust auf seine Handfläche.
 

Sanji starrte ihn an.
 

„Ok. Da du anscheinend den Drang verspürst eine von mir gepfeffert zu bekommen, frage ich dich dennoch vorher: Willst du mir jetzt ernsthaft beibringen, wie man Streit anfängt? Ich prügel mich regelmäßig mit Piraten, Marineoffizieren und mit dir, du wandelnde Muskelansammlung. Was, glaubst du, mach ich eigentlich den ganzen Tag, während du auf dem Deck liegst und pennst?“
 

Zorro hob eine Augenbraue. „Du weichst oft aus. Redest dich raus. Grade heute wieder mit diesem Fischer. Der ist frech geworden. Aber statt dem eine rein zu hauen, oder in deinem Fall zu treten, lässt du dich auf eine Diskussion ein. Das machst du immer. Oder du setzt ein Lächeln auf. Männer stellen sich den Dingen direkt! Männer diskutieren nicht.“
 

Sanji schnaubte, sprang vom Geländer und trat so nah an Zorro heran, dass ihre Nasen sich fast berührten. „Ich löse Probleme nicht, indem ich wie ein Neandertaler einfach draufhaue, Schwertschinger. Manchmal hilft ein Plan. Manchmal hilft Diplomatie. Und manchmal hilft ein Tritt genau gegen deine dämliche, uneinsichtige, hohle Stirn!“
 

„Aha“, sagte Zorro nur und grinste leicht. „Du bist wütend. Sehr männlich.“
 

Sanji blinzelte. Dann lachte er – trocken, ungläubig. „Du hast sie nicht mehr alle.“
 

„Doch. Und ich werde dir zeigen, was ich meine!“
 

„Oh nein“ wehrte der Blonde mit erhobenen Händen ab. „Ich hab keinen Bock, deine toxische Testosterontherapie mitzumachen. Ich weiß, wer ich bin. Ich bin ein Mann. Ein verdammt guter. Ich koche, ja. Ich diskutiere auch, denn ich teile meine Ressourcen ein und lass sie nicht blindlings alles um mich auslöschen. Ich kann sogar Unterscheiden, wer einen Tritt verdient und wem ich einfach nur einen Blick zuwerfen muss, damit derjenige schweigt. Und ich könnte sogar ein Kleid nähen, während ich dir gleichzeitig das Gesicht poliere. Und weißt du was? Ich bin immer noch gefährlicher als du mit all deinen Schwertern.“
 

Zorro schien kurz zu überlegen. Dann nickte er anerkennend. „Das war fast männlich. Wir nähern uns.“
 

Sanji holte tief Luft, warf die Zigarette auf den Boden, trat sie aus – mit einem unnötig eleganten Schwung.
 

„Noch ein Wort. Ein einziges Wort. Und ich schwöre bei allen Rezepten dieser Welt, ich serviere dir dein eigenes Ego auf einem Silbertablett – flambiert.“
 

Zorro zuckte mit den Schultern, wandte sich ab und ging.
 

Aber er grinste.
 

Nicht weil er gewonnen hatte. Sondern weil Sanji so herrlich aus der Fassung geriet – und gleichzeitig so unerschütterlich bei sich blieb. Irgendwas daran faszinierte ihn. Er konnte es nicht erklären. Er wollte ihn nicht ändern, um ihn schlechter zu machen. Nur um… zu prüfen, ob der Mann hinter dem Anzug vielleicht doch ein bisschen Zorro in sich trug.
 

Sanji hingegen starrte ihm nach, raufte sich die Haare und murmelte: „Ich hab’s mit einem Höhlenmenschen zu tun…“
 

Lektion Drei war unausweichlich. Und Sanji wusste das.
 

Leider.

Lektion 3 - Sitzen wie ein Mann

Lektion 3: Sitzen wie ein Mann
 

Die Sonne war untergegangen, tauchte das Deck der Sunny in warmes Gold und sanftes Orange. Robin las in einer Ecke, Lysop bastelte an einem merkwürdig klappernden Apparat, und Franky tat, was Franky eben tat...in Unterhosen irgendetwas reparieren , was wahrscheinlich gar nicht kaputt war, sondern nur verbessert wurde.

Alles schien ruhig.
 

Doch auf der Bank am Bug der Sunny saß Sanji – ein Bein elegant über das andere geschlagen, Ellenbogen locker auf der Rückenlehne, Zigarette lässig zwischen zwei Fingern. Die Meeresbrise spielte mit seinem Haar, während er gedankenverloren dem Horizont nachsah.
 

Ein Bild wie aus einem verdammten Hochglanzmagazin.
 

Natürlich ließ Zorro das nicht auf sich sitzen.

Im wahrsten Sinne des Wortes.
 

Er trat mit einem lauten Schritt neben die Bank, warf einen Blick auf Sanji – und verzog das Gesicht, als hätte er einen schlechten Geruch gerochen.
 

„Wir müssen reden.“
 

Sanji seufzte ohne den Blick abzuwenden. „Bitte sag mir, dass du einen inneren Erleuchtungsmoment hattest und jetzt als schweigender Mönch leben willst.“
 

Zorro ignorierte den Kommentar. „Lektion Drei: Sitzen wie ein Mann.“
 

Sanji drehte langsam den Kopf zu ihm, blinzelte. „Ich schwöre dir, du bist nur noch ein leerer Tank voller Testosteron.“
 

„Männer“, sagte Zorro, während er sich demonstrativ neben Sanji auf die Bank plumpsen ließ, „sitzen mit breiten Beinen. Raum einnehmen. Präsenz zeigen. Keine verschränkten Beinchen, als würdest du gleich höflich nach dem Weinkeller fragen.“
 

Er lehnte sich zurück, die Beine so breit, dass er fast die gesamte Sitzfläche einnahm.
 

Sanji sah ihn an. Einen langen Moment sagte er nichts. Dann hob er die Augenbraue.
 

„Du weißt schon, dass du gerade nicht aussiehst wie ein Mann, sondern wie ein Vollidiot, der glaubt, ‘Männlichkeit‘ bedeutet, alles zu besetzen, was nicht festgeschraubt ist?“
 

Zorro verzog keine Miene. „Du siehst aus, als würdest du gleich erzählen, wie sehr du Gefühle schätzt oder anfangen ein Teedeckchen zu häkeln.“
 

Sanji legte den Kopf leicht schief, ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen. „Und du siehst aus, als würdest du gleich dein Revier markieren.“
 

„Das gehört dazu“, sagte Zorro ernst und nickte.
 

Sanji starrte ihn an, dann lachte er laut auf. „Du meinst das wirklich ernst! Du willst mir ernsthaft beibringen, wie man – deiner Meinung nach - sitzt?“
 

„Es ist ein Ausdruck von Haltung. Selbstbewusstsein. Kraft.“
 

„Es ist ein Ausdruck von Rückenschmerzen, wenn man dabei noch normal atmen will“, konterte Sanji. „Was ist bloß los mit dir, dass du dauernd mit diesem Männlichkeitsgedöns ankommst? Was kommt als nächstes? Lektion Vier: Ein echter Mann rülpst nach dem Essen, um Dominanz zu zeigen?“
 

Zorro ignorierte den Sarkasmus. Stattdessen warf er einen Blick auf Sanjis eleganten Sitzstil – und musste zugeben: Irgendwie… sah das nicht schwach aus. Es sah bequem aus. Elegant. Kontrolliert.
 

Verdammt.
 

Sanji ließ sein Bein langsam sinken, stellte beide Füße nebeneinander auf den Boden, aber ohne sie zu spreizen wie ein Cowboy im Saloon. Er beugte sich leicht nach vorn, stützte die Ellbogen auf die Knie und blies den Rauch langsam aus.
 

„Marimo… du willst mir zeigen, wie man ein Mann ist, aber du merkst nicht, dass du selbst nur einem Bild nachjagst, dass du nie hinterfragt hast.“
 

Zorro war kurz still. Die Worte hingen zwischen ihnen wie der Rauch der Zigarette.
 

Sanji sah ihn ruhig an. „Wirklich. Ich habe keine Ahnung, was du dir in deinem Schädel da zusammen reimst. Ich bin ein Mann und brauche keine Nachhilfe von dir, wie man als Mann zu sitzen hat, verstanden? Ich sitze lieber elegant da, als so dämlich klischeehaft männlich, wie du das so denkst. Ich bin Ich und ich gefalle mir so.“

Damit endete Sanjis kleiner Monolog. Die Worte hingen stumm zwischen ihnen.
 

Zorro brummte zur Antwort nur. Dann verschränkte er die Arme hinter dem Kopf und starrte in den Himmel.
 

„Du bist echt verdammt nervig, weißt du das?“
 

Sanji lächelte nun wieder und lehnte sich auch zurück. „Du auch. Und trotzdem sitze ich noch hier.“
 

Sie schwiegen eine Weile. Irgendwo lachte Chopper über irgendetwas, das Lysop gesagt hatte. Die Welt drehte sich weiter.
 

Zorro warf einen kurzen Seitenblick auf Sanji, der sich wieder zurückgelehnt hatte – Beine dieses Mal nicht übereinandergeschlagen. Einfach locker, aufrecht, gelassen.
 

Zorro sagte nichts. Aber in seinem Blick lag ein stilles Eingeständnis.

Sanji steckte sich eine neue Zigarette an, schlug die Beine nun wieder übereinander und rauchte gemütlich vor sich hin.
 

Und Zorro rückte sich auch etwas zurecht. Die Beine zwar nicht zusammen, aber auch nicht mehr so breit, als müssten drei Mann dazwischen passen. Irgendwie war das tatsächlich bequemer.

Innerlich brummte Zorro erneut.

Sanji nahm den Sitzwechsel grinsend zur Kenntnis und Zorro wollte ihn dafür schlagen. Aber nicht jetzt.
 

Lektion Vier würde kommen.
 

Aber vielleicht… würde er sich ein bisschen mehr Mühe geben, bevor er sie erteilte.

Schließlich wollte er auch mal gewinnen.

Lektion 4 - Ein echter Mann weint nicht

Lektion 4 - Ein echter Mann weint nicht
 

Am Morgen ein paar Tage nach der letzten Lektion war das Wetter grau. Das Meer still. Eine dieser seltenen, fast ehrfürchtigen Stimmungen, bei denen selbst Ruffy sich etwas langsamer bewegte – für seine Verhältnisse. Die Crew war verteilt, beschäftigt mit kleinen Dingen: Nami studierte Karten, Franky ölte ein Zahnrad, Chopper und Lysop sortierten irgendwelche kleinen Erfindungen. Alles war irgendwie zu ruhig. Aber einem war das ganz Recht so, denn er musste nachdenken.
 

Zorro stand am Rand des Decks, die Hände in den Taschen, das Gesicht ernst. Er hatte lange über die nächste Lektion nachgedacht. Vielleicht zu lange.
 

Der gestrige Abend ließ ihn nicht los. Er war zufällig an der Kombüse vorbeigelaufen – eigentlich auf der Suche nach einem Snack oder einem guten Schluck Sake – als er Stimmen gehört hatte. Robin hatte ruhig gesprochen, einfühlsam. Und Sanji... hatte geantwortet, mit brüchiger Stimme. Zorro hatte keine Worte verstanden, nur das Zittern, das tiefe Atmen, dann das leise Schluchzen, das selbst durch die geschlossene Tür zu hören war.
 

Er war sofort weitergegangen. Nicht weil es ihn nicht interessiert hätte. Sondern weil er nicht wusste, was man in so einem Moment tun sollte.
 

Jetzt, an diesem stillen Morgen, sah er Sanji aus der Kombüse treten. Diesem sah man nicht an. dass er letzte Nacht anscheinend geweint hatte. Oder zumindest kurz davor gewesen war.
 

Zorro war Sanji dann gestern aus dem Weg gegangen. Es war das Gefühl, nicht zu wissen, wie er damit oder besser - mit IHM - umgehen sollte. Und wie immer, wenn Zorro mit Gefühlen überfordert war, flüchtete er sich in das, was er am besten konnte: Prinzipien. Lektionen. Klarheit in einer Welt, die selten klar war. Und so hatte er heute eine neue Lektion für Sanji. Er hatte lange darüber nachgedacht und war sich einhundert Prozent sicher, dass er dieses Mal Sanji eine Lektion beibringen konnte, welche dieser nicht einfach zerreden würde.
 

Als Sanji nun Zorro sah, welcher Ihn irgendwie erwartungsvoll ansah, hielt er inne, seufzte hörbar und drehte sich halb um, als wollte er einfach wieder zurück in die Küche verschwinden.
 

„Bleib da,“ sagte Zorro.
 

Sanji stöhnte hörbar „Ich hab ein schlechtes Gefühl.“
 

„Lektion Vier.“
 

Sanji drehte sich langsam um und hob seine Hand. „Nein. Hör auf. Ich will sie nicht hören. Ich hab keinen Nerv, keine Geduld und ehrlich gesagt keine Hoffnung mehr, dass aus dieser Lehrveranstaltung etwas anderes wird als akute Hirnverknotung.“
 

Zorro ignorierte ihn und sagte ruhig und klar „Lektion Vier: Ein Mann weint nicht.“
 

Sanji blinzelte. „Was?“
 

„Ein Mann hält durch. Kein Geheule. Kein Sentimentalitätsquatsch. Keine Tränen. Schmerz hält man aus, egal ob körperlichen oder seelischen Schmerz. Verluste verarbeitet man in der Stille. Ein Mann bleibt hart.“
 

Sanji starrte ihn an. Der Wind zerrte leicht an seinem Mantel. Dann schnaubte er.
 

„Du bist wirklich ein Relikt, oder? Ein laufender Felsen mit einem Schwertgürtel. Sag mal, hast du dir das alles irgendwo abgeschaut? In einer dieser billigen Männlichkeits-Bibeln aus dem Hafen?“
 

Zorro verschränkte die Arme. „Ich hab’s erlebt. Wenn du schwach wirkst, wirst du zerdrückt. Also reißt man sich zusammen.“
 

Sanji trat näher, sah ihn ernst an. Nicht spöttisch diesmal. Kein Grinsen.
 

„Und wann hast du das letzte Mal geweint, Zorro?“
 

Zorro schwieg. Der Wind wurde stärker. Die Melodie der Wellen gegen den Bug verlor sich im Hintergrund.
 

„Vielleicht um deine Eltern? Deine Ehre? Als Kuina gestorben ist?“ fragte Sanji ruhig. „Oder als du gegen Mihawk verloren hast?“
 

Zorros Kiefer spannte sich an. Er sah weg.
 

Sanji nahm einen Zug von seiner Zigarette, dann sprach er weiter – leise, aber eindringlich. „ Ich kann mir schon denken, wie du auf diese Lektion gekommen bist. Weißt du, warum ich gestern geweint hab? Robin hat mir einfach nur eine Frage gestellt. Ob ich manchmal noch an Jeff denke, an damals, an die Jahre in der Küche. Ich weiß nicht warum, aber es hat mich einfach überrollt. Vielleicht weil es zu still war. Vielleicht weil ich vergessen hatte, wie sehr mir dieser verdammte alte Mann fehlt. Und wie viel er mir gegeben hat.“
 

Zorro sagte nichts.
 

Sanji fuhr fort. „Weißt du, was wirklich männlich ist? Die Größe zu haben, zu fühlen. Zu trauern. Schwäche zuzulassen, weil man weiß, dass sie kein Zeichen von Niederlage ist, sondern von Menschlichkeit.“
 

Zorro runzelte die Stirn. „Ich hab nicht gesagt, dass man keine Gefühle haben darf. Ich sag nur—“
 

„Dass man sie nicht zeigen soll. Und genau da liegt das Problem.“
 

Sanji war jetzt nah bei ihm. Der Wind trug den Rauch seiner Zigarette fort, ließ die Luft zwischen ihnen frei werden. Klar. Ungeschützt.
 

„Ich hab geweint. Mehrmals. Wegen meiner Familie. Für Jeff. Für meine Freunde. Für Menschen, die ich retten wollte. Ich hab Tränen gelassen – und ich hab danach immer noch kämpfen können. Vielleicht gerade deswegen.“
 

Zorro schwieg.
 

Sanji sah ihm in die Augen. Nicht herausfordernd. Nicht provozierend.
 

Ehrlich.
 

„Ein Mann, Zorro… ist nicht das, was du dir zusammenreimst, wenn du zwischen Schwerttraining und Nickerchen liegst. Ein Mann ist jemand, der sich selbst kennt. Auch in den Momenten, in denen er sich am wenigsten stark fühlt. Ein echter Mann lässt seine Gefühle zu. Alle. Die Guten und auch die Schlechten. Ein echter Mann fühlt Wut, Trauer, Liebe, Freude, Mitleid, Respekt und Ehrfurcht. Keines dieser Gefühle sollte man verleugnen, denn diese machen einen echten Mann erst aus!“
 

Zorro senkte den Blick nur für den Bruchteil einer Sekunde. Dann sah er aufs Meer. Und sagte leise:
 

„Du bist verdammt anstrengend, weißt du das?“
 

Sanji grinste schwach. „Du auch. Aber wenigstens weine ich nicht heimlich nachts wegen deinen Lektionen.“
 

„Ich auch nicht“, knurrte Zorro.
 

Sanji schnaufte leicht durch die Nase und sagte dann leicht gereizt „Lektion Vier beendet?“
 

Zorro grummelte etwas Unverständliches und drehte sich um. Er ging in Richtung seines Trainingsbereichs, langsam, nachdenklich. Vielleicht war diese Lektion doch nicht eine, die er Sanji beibringen sollte.
 

Vielleicht war es eine, die Sanji gerade ihm beigebracht hatte.
 

Lektion Fünf würde kommen.

Auch wenn Zorro langsam das Gefühl bekam gegen Windmühlen zu kämpfen.

Lektion 5 - Ein Mann isst wie ein Mann

Heute gibt es bereits das nächste Kapitel, weil es eines meiner Lieblingskapitel ist und ich einfach gute Laune habe und euch was davon abgeben möchte^^

Viel Spaß!
 

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Lektion 5: Ein Mann isst wie ein Mann

(Mit freundlicher Unterstützung von Monkey D. Ruffy)
 

Zorro war frustriert.

Nicht wütend – das wäre zu einfach gewesen. Auch nicht beleidigt – so etwas lag ihm fern. Es war eher dieses dumpfe Gefühl in der Magengegend, als hätte man einen Kampf begonnen, bei dem man nicht sicher war, wer eigentlich der Gegner war. Oder warum man ihn überhaupt angefangen hatte.

Oder ob man Ihn gewinnen konnte…

Sanji war… Sanji. Charmant, nervtötend, verdammt effektiv in allem, was er tat – und absolut resistent gegen jede Form von Zorros Nachhilfe in Sachen "echte Männlichkeit". Statt sich belehren zu lassen, hatte der blöde Koch mit jeder Lektion nur noch mehr Konterpunkte gefunden. Und das Schlimmste? Einige davon hatten gesessen.

Zorro hasste es, wenn Sanji recht hatte.

Aber er hatte sich nun mal etwas in den Kopf gesetzt. Und ein Mann gibt nicht auf.

Erstrecht kein Mann wie Lorenor Zorro!

Und er war ja auch nicht allein.

„Ruffy“, sagte Zorro und beugte sich zu dem Kapitän hinab, der sich gerade mit offenem Mund ein gigantisches Stück Fleisch in selbigen stopfte.

„Hmm?“ murmelte Ruffy kauend.

„Ich brauch deine Hilfe.“

Ruffy hielt inne. Das war selten. Ruffy war kein Meister der Aufmerksamkeit, aber das Wort „Hilfe“ ließ ihn innehalten. Er schluckte und sah Zorro neugierig an. „Wobei? Geht’s um ein Monster? Oder ’ne Falle? Oder ’nen geheimer Schatz?“

„Schlimmer.“ Zorro seufzte. „Sanji.“

Ruffy verzog das Gesicht. „Hat er dir auch keine Extraportion gegeben?“

„Nein, ich versuche ihm beizubringen, was es heißt, ein Mann zu sein. Aber er kontert alles. Mit... Worten und Nachdenken und Argumenten.“

Ruffy runzelte die Stirn. „Das klingt kompliziert.“

„Ist es.“

Ruffy überlegte. Dann hellte sich sein Gesicht auf. „Was ist mit Essen? Sanji isst doch wie so’n... höflicher Kellner. Vielleicht ist das die nächste Lektion!“

Zorro nickte. Zum ersten Mal heute fühlte sich etwas richtig an. „Ja!“ Er schlug seine Faust in die Handfläche „Lektion 5: Ein Mann isst wie ein Mann!“
 

*+*+*
 

Sanji trat nichtsahnend auf das Deck, nachdem er noch die Küche nach dem Kochen aufgeräumt hatte. Die Sonne stand im Zenit, die Crew war noch nicht versammelt, aber bei diesem herrlichen Wetter wollten sie draußen dinieren. Er hatte schon alles vorbereitet und wollte jetzt eigentlich die Crew zum Essen rufen, als er inne hielt.

Vor ihm stand der lange Tisch, schon voll beladen mit Fleisch, Gemüse, Soßen, Reisbergen und glänzenden Schüsseln. Doch in der Mitte davor standen nun: Ruffy und Zorro, beide grinsend.

Sanji sah sich um, zog skeptisch eine Augenbraue nach oben. „Was... wird das hier?“

Zorro trat vor. „Lektion 5. Ein Mann isst wie ein Mann.“

Sanji stöhnte und runzelte die Stirn. „Ich ahne Schlimmes.“

„Ein Mann“, begann Zorro mit ernster Stimme, „isst mit Appetit. Ohne Rücksicht auf Manieren. Er genießt das Essen, als wäre es sein letzter Tag. Kein Herumgestochere. Kein fein säuberliches Schneiden. Keine Serviette auf dem Schoß.“

Ruffy nickte eifrig und sprang seinem Vizen bei. „Genau! Man muss sich das Essen nehmen, als wär’s ein Schatz, der sonst verschwindet!“

Sanji sah zwischen den beiden hin und her. Dann lachte er trocken. „Das ist doch keine Lektion. Das ist eine Ausrede, um zu fressen wie zwei verwahrloste Wölfe in einer Imbissbude nach Mitternacht.“

„Ja!“ rief Ruffy begeistert und schnappte sich schon eine Keule vom Tisch, welche rasch in seinem Mund verschwand.

Doch ehe sich der Smutje darüber empören konnte, unterbrach ihn der Schwertkämpfer.

„Du isst wie eine feine Dame auf einer Teeparty“, warf Zorro ein.

Sanji ignorierte Ruffy und drehte sich zu Zorro „Ich kaue einfach. Und schlucke nicht wie eine Ente, die gerade versucht, einen Felsbrocken zu verschlingen.“

„Beweis das Gegenteil. Setz dich hin. Iss wie ein Mann.“

Sanji sah Zorro noch kurz an, dann trat er näher, musterte den Tisch und dann die beiden selbsternannten Esstaktiker. Dann schüttelte er langsam den Kopf.

„Ihr habt keine Ahnung von Essen. Wirklich nicht.“

Langsam setzte er sich vor einem der leeren Teller auf die Bank, nahm sich ein sauberes Messer, welches neben dem Teller lag, wählte sich mit elegantem Schwung ein Stück Fleisch aus, schnitt es mit chirurgischer Präzision, tupfte eine Soße auf den Teller, roch daran – und kaute. Ruhig. Mit geschlossenen Augen.

Dann schluckte er leise und öffnete die Augen wieder. Ernst sag er die beiden Idioten an.

Ruffy starrte. Sogar Zorro hielt inne.

„Ihr stopft euch den Magen voll, ohne zu schmecken. Ohne Respekt fürs Essen. Ohne Anerkennung für denjenigen, welcher es zubereitet hat! Für mich“, sagte Sanji, „ist das nicht männlich. Es ist kindisch.“

Zorro verschränkte die Arme. „Und für dich ist Schneiden mit Goldbesteck männlich?“

„Nein. Für mich ist es männlich, mit Respekt zu genießen. Ich habe das Essen gemacht. Ich kenne jede Zutat. Ich weiß, wie viel Arbeit darin steckt. Und ich ehre es, indem ich nicht esse wie ein verdammter Bulldozer mit Kauleiste! Essen sollte immer wertgeschätzt werden!“

Ruffy sah betroffen auf seine Hände. „Aber... ich hab’s doch auch lieb...“

„Ich weiß, Ruffy“, seufzte Sanji sanft. „Du darfst essen, wie du willst.“

Dann blickte er zu Zorro.

„Du nicht.“

Zorro zog eine Augenbraue hoch, lies sich gegenüber Sanji auf die Bank fallen, schnappte sich eine Gabel – und begann langsam, sehr demonstrativ zu essen. Ein wenig zu manierlich. Ein wenig zu übertrieben.

Sanji verdrehte die Augen. „Jetzt verarschst du mich.“

„Vielleicht.“

Sie saßen sich gegenüber. Sanji hatte die Beine wieder überschlagen und die Arme ordentlich auf dem Tisch vor sich gefaltet, während er zu seinem Gegenüber sah.

Und irgendwie – zwischen chaotischem Gekrümel und disziplinierter Esskultur – schien es so, als hätte auch diese Lektion nichts geändert.

Oder vielleicht doch.

Denn Zorro, der selten etwas lobte, murmelte nach dem zweiten Bissen:

„Schmeckt gut, das Zeug.“

Sanji grinste.

„Ich weiß.“

Lektion 6 - Ein Mann trägt kein Rosa

Ich freue mich sehr, dass immer mehr Leser sich zu Wort melden. Vielen vielen Dank dafür! Ich freue mich wie ein Schnitzel, wenn ich eure Kommentare lese! Ganz ehrlich. Also vielen Dank dafür!! ^^

Viel Spaß beim heutigen Kapitel!
 

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Lektion 6: Ein Mann trägt kein Rosa
 

Es war Samstag. Es war warm. Es war sonnig.

Sie näherten sich einer Frühlingsinsel und die Luft war frisch. Nach dem reichlichen Festmahl vom gestrigen Tag, welches sie dann - nach abgeschlossener Lektion 5 - draußen genossen hatten, einem spontanen Fest voller Alkohol und Kartenspiele, war die Crew dann in die Kojen gefallen.
 

Der Tag heute war noch jung, als Sanji elegant aus der Kombüse trat, die Hände in den Hosentaschen, ein frisches, hellrosa-farbenes Hemd locker über die Schulter fallend und den Kragen leicht aufgeknöpft. Ein sanfter Wind trug den Duft von Kaffee und Kardamom mit sich, während das Licht des Vormittags seine Silhouette glänzen ließ wie in einem Werbespot für sündhaft teures Parfüm.

Zorro saß auf einem Fass und war gerade dabei seine Schwerter zu polieren. Das Wado lag locker auf dem Schoß. Als er die Schritte hörte, sah er auf und als er Sanji sah, verfinsterte sich sein Blick sofort.

„Was ist das?“ fragte er und deutete auf Sanjis Hemd.

Sanji drehte sich zu Ihm und zog eine Augenbraue hoch. „Ein Hemd. Vielleicht schon mal gesehen? Kleidungsstück. Hält warm, sieht gut aus.“

„Ich meine die Farbe.“ Zorro verzog das Gesicht, als hätte man ihm eine rohe Aubergine als Snack angeboten.

„Rosa“, antwortete Sanji stolz. „Frisch gebügelt. Baumwolle. Angenehm atmungsaktiv. Stilvoll.“

Zorro stand langsam auf. „Lektion sechs.“

Sanji stöhnte sofort. „Geh weg.“

Zorro ignorierte das wie immer. „Ein Mann trägt kein Rosa.“

„Willst du mich verarschen?“

„Ich mein’s ernst. Rosa ist... weich. Kindisch. Mädchenhaft. Ein echter Mann trägt dunkle Farben. Farben, die sagen: Ich bin bereit für den Kampf. Nicht: Ich bin bereit für die Gartenparty bei Oma.“

Sanji sah ihn einige Sekunden schweigend an. Dann lachte er – leise, aber mit wachsendem Sarkasmus.

„Du läufst jeden Tag in einem weißen Hemd rum, Marimo. Mit einem grünen Bandana um den Bauch. Wie ein wandelnder Reisbällchen-Bandit siehst du aus! Und du sagst MIR was über Stil?“

„Grün ist stark. Natürlich. Erdverbunden.“

„Grün ist ‘Ich bin versehentlich ins Gras gefallen und trage jetzt die Farbe als Lebensphilosophie’.“

Zorro trat näher, die Augen schmal. „Rosa ist keine Farbe für Männer.“

„Sag das nochmal und Nami tritt dir die Wirbelsäule in die Nase.“

„Nami ist kein Mann.“

„Sie hat mir das Hemd aber von der letzten Inseltour mitgebracht. Und du bist kein Designer, also halt dich raus.“

Zorro griff an sein Schwert, aber nicht um es zu ziehen – nur eine Geste. Eine typische, sture Geste. „Männer müssen Autorität ausstrahlen.“

Sanji konterte sofort: „Autorität kommt nicht von der Farbe deiner Kleidung, sondern von dem, was du tust. Ich könnte in einem pinken Tutu gegen dich kämpfen und dir trotzdem beide Ohren langziehen, Schwertheini.“

„Dann versuch’s doch!“

„Jetzt sofort? Ich hab gerade Kaffee gemacht!“

„Dann nach dem Kaffee!“

"Gerne Grünspahn! Ich trete dich ins Gras zurück, wo du hingehörst Kugelalge!"

Zorro holte gerade zum verbalen Gegenschlag aus, als in dem Moment Robin am Rand des Decks erschien.

Sie betrachtete die beiden mit einem dieser wissenden Blicke. „Worüber streitet ihr euch diesmal?“

Sanji antwortete noch bevor Zorro den Mund öffnen konnte: „Er meint, rosa Hemden machen mich unmännlich.“

Robin lächelte. „Ich finde, du siehst bezaubernd aus, Sanji.“

„oooh… Dankeschööön Robinchen, mein Engel!“ flötete Sanji sofort auf dieses Kompliment.

Zorro brummte etwas, das nach „Verrückte Geschmäcker“ klang. Machte sich auch innerlich schon Notizen für die nächte Lektion. Immer dieses Rumgehampel. Wie unmännlich!

Sanji drehte sich triumphierend zu ihm. „Hör auf, deine Unsicherheit als Philosophie zu tarnen, Moosschädel. Wahre Männlichkeit hat nichts mit Stofffarben zu tun.“

Zorro grummelte. „Das sagst du jetzt, bis dir jemand ein Babyblaues Hemd aufdrängt.“

„Wenn es gut geschnitten ist, trag ich’s mit Stolz.“

Pause.

Zorro musterte ihn – dann, mit widerwilliger Anerkennung: „Du bist ein hoffnungsloser Fall.“

Sanji grinste. „Du meinst: ein Mann mit Stil.“

Zorro setzte sich wieder auf das Fass, den Blick aufs Meer gerichtet. „Ich geb dir keine weiteren Modelektionen. Das ist verlorene Zeit.“

„Na endlich.“

Kurze Stille.

Dann Zorro, leise murmelnd:

„Aber ein rosa Stirnband wäre trotzdem daneben.“

Sanji wand sich grinsend ab „Ich bring dir mal ein paar Stoffproben. Vielleicht heil ich deine Modeblindheit.“

Zorro schnaubte und sah Sanji hinterher.

Das rosa Hemd fiel weich über seine Schultern. Seine Schulterblätter und Muskeln zeichneten sich leicht unter dem Stoff ab, als er ging. Das Hemd steckte in seiner schwarzen Hose und betone die schmale Taille des Smutjes.

Zorro grummelte und wandte sich ab.

Lektion 6 war damit offiziell beendet – mit einem Unentschieden.

Und einem Hemd, das schöner war als alles, was Zorro je besessen hatte.

Lektion 7 - Ein Mann benimmt sich nicht...SO

**ACHTUNG: Dieses Kapitel enthält leichte Spoiler zu Sanjis Vergangenheit vor seinem Zusammentreffen mit Jeff**
 

Lektion 7: Ein Mann benimmt sich nicht…SO!
 

Es war am Nachmittag desselben Tages. Die Strohhutbande genoss die Ruhe. Nami und Robin lagen entspannt auf Sonnenliegen, sonnten sich in knappen Outfits und während Robin wie üblich ein Buch in der Hand hielt und Ihre Liege unter den Sonnenschirm stehen hatte, hatte sich Nami zurück gelehnt und ließ sich von der Sonne bräunen.

Ruffy, Franky, Chopper und Lysop spielten auf dem Vorderdeck. Zorro lehnte an der Reling und versuchte zu schlafen, aber Sanji…ja Sanji…

Der hatte auf Namis Bitte hin, die Liegestühle für die Damen fertig gemacht, war dann für ein paar Minuten in der Kombüse verschwunden und tänzelte nun mit einem Tablett mit zwei Gläsern zu den beiden Frauen der Strohhutpiraten. Seine Stimme hatte längst diesen butterweichen, honigsüßen Klang angenommen, den Zorro nur „Hormon-Schleim-Modus“ nannte.

„Oh Robinchen! Darf ich dir ein eisgekühltes Getränk bringen? Etwas mit Minze? Oder lieber was Exotisches?“

Robin hob kaum den Blick. „Gerne, Herr Koch. Danke.“

„Natürlich! Nur Beste für dich, meine Göttin der Literatur!“ übertrieben unterwürfig reichte er der Schwarzhaarigen das Getränk.

Zorro beobachtete die Szene mit verschränkten Armen und zusammengekniffenen Augen. Es war garantiert nicht das erste Mal, dass Sanji sich so benahm. Aber Zorro störte es heute wirklich ungemein. Als Sanji dann auch noch zu Nami schlenderte, das Tablett wie ein Butler balancierend, und mit übertriebener Anmut einen Eistee präsentierte – inklusive Knicks –, war es genug.

„Koch!“

Der Koch zuckte zusammen, drehte sich um. „Was ist, Spinatschädel? Ich bin im Dienst der Damen!“

Zorro stand auf und kam langsam näher. „Lektion Sieben!“

Sanji stöhnte hörbar. „Nicht jetzt. Ich bin beschäftigt.“

„Ein echter Mann benimmt sich nicht…“ und da ihm irgendwie kein Wort einfiel machte er eine Geste Richtung Sanji „..SO!“

Sanji blinzelte. „…Was?!“

„Na SO eben! Dieses ganze Gesäusel, das Gestöhne, die Verneigungen… deine Stimme wird dabei drei Oktaven höher. Man könnte meinen, du mutierst zur Teekanne.“

Sanji sah ihn empört an. „Ich zeige Hingabe! Liebe zur Schönheit! Was weißt du denn schon davon, du Fels in Menschengestalt?!“

Zorro schnaufte. „Du übertreibst. Jedes verdammte Mal. Du fliegst fast auseinander, sobald eine Frau mal ihr Haar zusammenbindet.“

„Und? Was ist so falsch daran, Gefühle zu zeigen?“

„Nichts. Aber zwischen 'Gefühle zeigen' und 'den Boden anhimmeln, auf dem jemand geht' liegen Welten. Du benimmst dich einfach wie ein Clown!“

„Was soll das denn heißen?!“ Sanji fauchte. „Ich zeige Respekt! Ich ehre die Damen, denn Sie haben das verdient! Das nennt man galant sein, du schwertfuchtelnde Holzskulptur!“

Zorro machte einen Schritt näher, seine Augen blitzten leicht. „Galant ist, wenn man höflich ist. Was du machst, ist eine Mischung aus Operndrama und Herzinfarkt im Endstadium.“

Sanji riss die Arme hoch. „Oh, verzeih mir, dass ich mich nicht wie ein wortkarger Höhlenbewohner benehme, der lieber mit seinen Schwertern spricht als mit Menschen!“

„Als ob das was zur Sache tut! Du redest wie ein hirnloses, sabberndes Weichei! Du bist einfach nur peinlich! Da bekommt man einen Würgereflex gratis, wenn man sich dieses Gesabbel anhört! Du…Argh“ ZACK. Da hatte Nami den Streit schlicht mit zwei Kopfnüssen beendet, welche die Kontrahenten sauber auf die Planken geschickt hatte.

„RUHE IHR IDIOTEN! So ein Theater!“ schnaufte die Navigatorin. Eigentlich wollte sie noch mehr sagen, aber Sanji stand einfach auf, schnappte sich das leere Tablett, welches ebenfalls zu Boden gegangen war und stapfte in die Kombüse. Das laute Türknallen war dann nur noch das Tüpfelchen auf dem i.
 

Nami sah Ihm überrascht hinterher. Ebenso wie Zorro, welcher sich aufgesetzt hatte und grummelnd den Kopf rieb.

„Ich denke, dass hat Herrn Koch ziemlich verletzt“ meinte eine ruhige Stimme. Robin hatte noch nicht einmal von Ihrem Buch aufgesehen.

Zorro schwieg. Er wusste, dass Robin nicht die Kopfnuss meinte.
 

*+*
 

Sanji schnitt wütend die Karotten fürs Abendessen klein. Was fiel diesem mit Testosteron überschäumenden Schwachkopf eigentlich ein?

Ihn derart vorzuführen. Derart zu Beleidigen. Das ging schon über Ihre sonstigen Streitereien hinaus. Er verehrte die Frauenwelt nun einmal. Wer konnte es ihm verübeln, wo es doch in seiner Kindheit nur seine Mutter und seine Schwester waren, welche überhaupt geschätzt hatten, dass er am Leben war?

Frauen waren nie wirklich böse zu ihm gewesen im Gegensatz zu Männern.

Daher verehrte er Sie. Trug sie auf Händen…aber… war es nicht noch mehr?

‚Ist es vielleicht wirklich so schlimm?‘ überlegte der Blonde. Er hielt beim Schneiden inne und sah stumm auf seine Hände, während seine Gedanken wanderten.

Natürlich merkte er selbst, dass er oft ziemlich drüber war. Und er merkte natürlich auch, dass es den Frauen nicht immer gefiel. Schließlich war er nicht blöd. Aber er konnte das manchmal gar nicht kontrollieren. Er sachte, dass seine Freunde Ihn so akzeptierten, aber dass es Zorro derart störte?

Lag darin vielleicht sogar der Sinn dieses ganzen Männlichkeitslektionen-Quatsches? Dass er Zorro Peinlich war?
 

„Koch?“

Erschrocken zuckte der Blonde zusammen und wirbelte herum. Er hatte überhaupt nicht bemerkt, dass jemand hereingekommen war.

„Marimo“ atmete Sanji und legte das Messer weg. Er war noch wütend, aber mehr noch etwas enttäuscht. Und nicht nur über Zorro…auch über sich selbst.

Die beiden Streithähne standen sich schweigend gegenüber. Keiner wusste so richtig, wo er anfangen sollte.

„Weißt du,“ begann Sanji langsam „ich weiß, dass ich manchmal… etwas zu viel bin. Ich kann nicht anders. Ich liebe schöne Dinge. Und Menschen. Und ich bin nun mal Koch – es liegt in meiner Natur, zu geben, zu verwöhnen.“

Zorro nickte leicht „Geben ist eine gute Sache. Aber manchmal gibst du zu viel.“

Sanji schnaubte. „Und du redest manchmal zu viel.“

„Ja das stimmt.“ Zorro kratzte sich verlegen am Kopf „entschuldige wegen eben. Manche Anschuldigungen, waren unter der Gürtellinie“

Der Koch schwieg einen Moment. Dann seufzte er. „Du hast gesagt, was du sagen wolltest.“

„NEIN!“ rief Zorro aus „Das… das war nicht was ich sagen wollte. Ich weiß doch, dass du so bist. Aber manchmal... ist es einfach zu viel. Ich weiß, dass du nett sein willst, aber wenn du jedes Mal so übertreibst? Das hast du doch gar nicht nötig, dich so zum Hampelmann zu machen. Die meisten Frauen schreckt das eher ab.“

‚Und warum willst du dann, dass er dieses Verhalten aufgibt?‘ raste plötzlich ein Gedanke durch Zorros Kopf. Dieser riss die Augen auf und schüttelte hastig den Kopf. Wo kam das denn her?

Für einen Moment herrschte Stille, dann meinte Sanji, „Du hast keine Ahnung, wie es ist, zu fühlen wie ich. Wenn ich jemanden mag, dann will…dann muss ich das zeigen. Ich habe früher nicht fühlen dürfen. Ich glaube deswegen manchmal, dass jetzt alles auf einmal raus muss. Besonders eben bei Frauen“ murmelte Sanji und irgendwie hatte Zorro das Gefühl, dass Sanji noch nie so ehrlich zu ihm gewesen war.
 

Dann nickte er und trat einen Schritt näher „Zeig deine Gefühle, Smutje. Aber du musst nicht schreien, um gehört zu werden.“

Sanji sah ihn lange an.

„Wow… das war tatsächlich mal echte Weisheit von dir, Marimo“

„Davon hab ich mehr auf Lager. Nicht umsonst gibt es schließlich die ganzen Lektionen. Du musst dich nur mal auf die einlassen“

Sanji schmunzelte „Naja, bisher hab ja eher Ich DIR Lektionen beigebracht“

Sie schauten sich an, und für den Bruchteil eines Moments war da etwas in Sanjis Blick. Etwas zwischen Anerkennung und Zuneigung. Zorros Brust zog sich zusammen.

„Nun. Vielleicht kann ich etwas an mir arbeiten“ zuckte Sanji mit den Schultern.

„Aber verwöhnen werde ich die Damen trotzdem!“

„Kannst du ja“ murrte Zorro und kratzte sich am Kopf „will dich ja auch nicht wirklich anders haben“ murmelte er leise, wahrscheinlich eher zu sich selbst.

Sanji sah erstaunt zu seinem Gegenüber und machte den Mund auf, doch ehe er etwas sagen konnte – zum Beispiel warum Zorro ihm dann diese ganzen Lektionen aufs Auge drückte – färbten sich dessen Wangen leicht rötlich und schon war er mit einem lauten

„muss noch trainieren“ nach draußen marschiert.

Und auch wenn der Schwertkämpfer nicht wusste, warum sein Herz so laut schlug, so wusste er doch eines: Endlich hatte eine Lektion gefruchtet!

Lektion 8 - Ein echter Mann kennt seinen Weg

Es ist noch Sonntag^^

Also gerade noch geschafft, das Kapitel diese Woche hochzuladen...

Entschuldigt die Wartezeit. Diese Woche war viel los.

Und nun Lets Go. Dieses mal wieder ein etwas tiefgründiges Kapitel.
 

Lektion 8: Ein echter Mann kennt seinen Weg
 

Die Nacht war hereingebrochen, und der Himmel spannte sich wie ein tiefblauer Ozean über die Thousand Sunny. Die Sterne glitzerten über dem Mast wie die letzten Glutpunkte eines längst verglühten Feuers. Das Schiff glitt ruhig durchs Wasser, das nur vom gelegentlichen Knarren des Holzes und dem Schlagen der Wellen durchbrochen wurde.

Zorro saß wie so oft auf dem oberen Deck, in Gedanken versunken, drei Schwerter an seiner Seite, die Stirn gerunzelt. Die heutige Nachwache hatte er übernommen. Aber er wusste, dass noch nicht alle seine Nakama schliefen.

In der Kombüse brannte noch Licht. Der Koch räumte noch auf und würde sich bald zur Nachtruhe verabschieden.
 

Zorro seufzte. Seine Lektion 7 war die erste, welche der Smutje sich tatsächlich einmal zu Herzen genommen hatte. Er umschwärmte die Frauen noch, aber es war… angenehmer. Gesitteter. Erträglicher.

Zorro nickte sich selbst zu und sah dann wieder auf seine Hand. In seiner Hand hielt er ein selbst zusammengefaltetes Stück Papier – eine grobe Skizze von irgendetwas. Von einem Plan, der so wahrscheinlich nie umgesetzt werden konnte.

In dem Moment trat Sanji leise aus der Kombüse, stellte das Tablett mit Sake und Sandwiches neben ihn und lehnte sich an das Geländer um noch eine zu rauchen, wie Zorro wusste.

Der Koch stellte jedem, der Nachtwache hatte noch ein bisschen Proviant hin. Sanji zündete sich die Zigarette an und sah kurz auf das Papier.

„Was hast du da?“

Zorro faltete das Papier langsam zusammen und schob es weg. „Lektion neun.“

Sanji seufzte und rieb sich die Schläfen. „Ich ahne schon Böses.“

Zorro blickte geradeaus ins Dunkel. „Ein echter Mann kennt seinen Weg. Er braucht keine Navigation, keinen Kompass, keinen Plan. Er weiß, wo es langgeht.“

Sanji hob eine Augenbraue. „Du? Lorenor Zorro? Der Mann, der sich bei einer geraden Straße verläuft? Der Mann, der die Kombüse auf dem neuen Schiff nur gefunden hat, nachdem Franky eine grellrote Linie auf die Sunny gemalt hat? Dieser Mann predigt mir jetzt Orientierung?“

Zorro grummelte kurz und wollte schon auf die Provokation eingehen. Ein Schwertkämpfer verlief sich schließlich nie! Aber er besann sich und antwortete, wenn auch mit leicht verbissener Miene „Ich spreche nicht von Richtungen. Ich meine seinen Weg. Den Weg eines Mannes. Seine Bestimmung. Seine Linie. Was ihn antreibt.“

Sanji wurde einen Moment still. Dann sagte er: „Und dein Weg ist... was genau?“

Zorro antwortete leise: „Der beste Schwertkämpfer der Welt zu werden. Mein Versprechen zu erfüllen. Stärke. Ehre.“

„Und du glaubst, das reicht?“

Verwundert hielt Zorro inne „Wie meinst du das?“

Sanji sah zu den Sternen. „Weißt du, ich glaube nicht, dass ein Mann seinen Weg immer kennen muss. Ich glaube, er muss nur bereit sein, ihn zu gehen, auch wenn er ihn noch nicht ganz sieht.“

Zorro sah ihn lange an. Studierte das ebene Gesicht. „Du hast deinen gefunden?“

„Nicht sicher. Ich weiß nur, dass ich meine Hände zwar nicht verletzen, aber für andere dreckig machen will. Dass ich meine Kraft dafür einsetze, dass niemand hungern muss. Das ich alles versuchen möchte, um den All Blue zu finden. Und dass ich nicht aufhören werde, nach vorn zu gehen – auch wenn ich zwischendurch nicht weiß, warum genau.“

Zorro schwieg. Der Wind fuhr leicht durch sein Haar.

„Manchmal“, fuhr Sanji fort, „ist der Weg nicht gerade. Manchmal verlierst du dich. Und manchmal... musst du dich selbst neu finden.“

„Aber das ist doch Schwäche“, murmelte Zorro.

Sanji sah ihn scharf an. „Nein. Das ist Mut. Mut, zuzugeben, dass man nicht alles weiß. Dass man irren kann. Dass man manchmal stehen bleiben muss, um wieder geradeaus zu gehen.“

Zorro antwortete nicht sofort. Stattdessen öffnete er langsam das Papier in seiner Hand. Es war keine Karte, nur ein Papier mit einem einzigen Wort, einem Namen. In einer krakeligen, fehlerhaften, eckigen Handschrift.
 

Kuina.
 

Sanji sah den Zettel nicht direkt an, aber er sah es. Und er schwieg.

Kuina war Zorros Ziel. Sein Weg. Sein Anreiz. Der Grund, für seinen Traum. Sanji wusste, dass es dafür keine Worte brauchte.

Zorro faltete das Papier wieder zusammen. Vorsichtig. Fast ehrfürchtig.

„Vielleicht hast du recht“, sagte er leise. „Vielleicht ist der Weg nicht nur das Ziel. Vielleicht ist es auch der Kampf, ihn überhaupt zu finden.“

Sanji lächelte. „Das war jetzt fast schon tiefsinnig, Marimo.“

Zorro brummte. „Ich hasse es, wenn du recht hast.“

„Man sollte meinen, du hättest dich schon daran gewöhnt. Passiert schließlich öfter, als du glaubst.“

Zorro schloss die Augen. „Du bist furchtbar.“

Sanji drückte die Zigarette aus und lachte leise.

„Ich bin Teil dieser Crew. Komm damit klar.“ Damit verschwand er unter Deck.

Und Zorro kam damit klar. Irgendwie.
 

Er schloss die Augen und atmete tief ein. Dann sagte er mit einem Hauch von Wärme in der Stimme und einem Blick gen Sternenhimmel:

„Ja. Seinen Weg muss man alleine finden. Aber wenigstens geh ich meinen Weg nicht allein.“
 

Und er dachte sich, dass es doch Sinn machen würde aus seinen Lektionen vielleicht für sich selbst auch mal ein Fazit zu ziehen.
 

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Fazit von Lektion 08:

Ein echter Mann kennt seinen Weg?

Vielleicht nicht immer. Aber ein wahrer Mann geht ihn trotzdem.

Schritt für Schritt.

Und manchmal…

…mit jemandem an seiner Seite.

Lektion 9 - Ein echter Mann muss stinken

Lektion 09: Ein echter Mann muss stinken
 

Es war früher Nachmittag, die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel. Die Crew der Thousand Sunny hatte sich zerstreut: Nami und Robin saßen im Schatten und lasen, Franky werkelte an irgendwas, das verdächtig zischte, und Lysop erzählte Chopper eine Geschichte über die Schönheit toter Blumen.

Und dann kam er.

Lorenor Zorro.

Verschwitzt, staubig, das T-Shirt auf Halbmast, der Schweiß klebte ihm am Körper, als hätte er mit dem Sonnenlicht selbst gerungen. Er roch wie jemand, der seit Tagen eine Mischung aus Metall, Testosteron und... Abenteuer mit sich herumtrug. Und Zorro? Er war stolz darauf.

Er hatte bis eben noch hart Trainiert. Selbst die Sonne machte Ihm da keinen Strich durch die Rechnung.

Denn Lorenor Zorro war ein echter Mann und als Lysop kurz von seiner Geschichte aufsah und zu ihm "Mensch, Zorro. Siehst aber echt verschwitzt aus" sagte, brachte dies Zorro zu seiner nächsten - eigentlich ungeplanten - Lektion.

Und als er Sanji sah, welcher gerade das Deck betrat nahm er all seine Männlichkeit zusammen.

Er stellte sich mitten auf das Deck, reckte sich und verkündete:

„Lektion zehn! Ein echter Mann muss stinken!“

Ruffy war der Einzige der laut lachend zustimmte. Die Reaktionen der Anderen bestand eher aus Ignorieren, Schnaufen, Augen verdrehen und abwinken.

Sanji, der gerade mit frisch gebügeltem weißem Hemd und einem Hauch Lavendelduft aus der Dusche kam, hielt mitten in der Bewegung inne. Die Zigarette baumelte ihm halb aus dem Mund.

„Bitte was?“

Zorro deutete auf sich. „Das hier. Das ist der Geruch von Arbeit, Kampfgeist, Männlichkeit! Wenn du nicht nach Schweiß, Eisen und dem Tod deiner Feinde riechst, hast du nicht gelebt!“

Sanji blinzelte langsam, als müsse er das Gesagte innerlich übersetzen. Dann:

„Du riechst wie ein nasser Sattel. Aus der Hölle.“

„Danke.“

„Das war kein Kompliment.“

Zorro verschränkte die Arme. „Du mit deinem Parfüm, dem weich gespülten Hemd, und diesem seifigen Haarglanz – das ist nicht männlich, das ist... äh… billiges WischiWaschi für sentimentale Trottel!“

Sanji zog die Augenbraue hoch. „Ich dusche, weil ich Rücksicht nehme. Ich wasche meine Kleidung, weil ich Stil habe. Ich benutze Aftershave, weil ich nicht wie ein vergessener Keiler aus dem Wald riechen will.“

Zorro schnaufte. „Ein echter Mann hat keine Zeit zum Duschen. Er lebt. Und der Schweiß erzählt Geschichten.“

Sanji nickte „Ja, und jede davon schreit: Ich hab den Seifenhalter seit drei Tagen nicht gefunden!“
 

In diesem Moment kam Chopper vorbei, blieb abrupt stehen und rümpfte die Nase.

„Zorro… du riechst… wow. Wie ein nasser Hund mit Persönlichkeitsstörung.“

Zorro grinste. „Das ist männliche Ausdünstung, mein Freund.“

Sanji seufzte, rieb sich die Schläfen. „Weißt du, es ist ein Wunder, dass dein Schwert nicht zurück in die Scheide kriecht und 'bitte wasch dich' winselt.“

„Hör zu, Kringelbraue“, sagte Zorro ruhig, „Was willst du damit sagen? Dass man sich ständig waschen soll, um ein richtiger Mann zu sein?“

„Nein“, erwiderte Sanji, „ich sage, ein echter Mann achtet darauf, nicht wie ein wildgewordener Grillunfall zu riechen.“
 

Franky lugte um die Ecke. „Zorro, Bruder… was du brauchst, ist kein Schwertkampf. Du brauchst ein Vollbad. Mit Desinfektionsmittel.“

Zorro stemmte die Hände in die Hüften. „Ich dusche, wenn es geregnet hat. Ein richtiger Mann MUSS stinken. Lektion zehn!“

Sanji seufzte tief. „Ich bin fast beeindruckt, dass du schon bis zehn zählen kannst, aber zuerst einmal ist dies Lektion 9...wenn man diese dämlichen Machosprüche überhaupt 'Lektionen' nennen kann - aber mal ehrlich…Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen muss, aber: Es ist kein Beweis von Stärke, zu riechen, als hätte man sich mit einem verwesenden Zombie geprügelt und verloren.“

Zorro knurrte.

Nami erschien, schnupperte – und drehte sich auf dem Absatz wieder um. „Ich weigere mich, in einer Konversation mitzumachen, die sich wie ein feuchter Turnbeutel anfühlt.“

Nun kam auch Ruffy näher an seine Kameraden heran. Mit offenem Mund sah er zu seinem Vizen „Boah, Zorro… du riechst wie... Abenteuer… und alter Fisch! Cool!“

Sanji fasste sich an die Stirn. „Ich geb auf. Wenn das Männlichkeit ist, dann bleib ich lieber gepflegt und zivilisiert.“

Zorro grinste zufrieden. „Dann hast du die Lektion nicht verstanden.“

Sanji trat näher, beugte sich vor und flüsterte:

„Und du wirst nie wieder in meine Küche gelassen, wenn du so reinmarschierst. Verstanden? So einen ekelhaften Gestank will ich nicht in meiner Kombüse. Da verdirbt jedes Essen! Also kannst du dir auch deinen Sake abschminken!“

Stille.

Zorro wirkte getroffen. Tief getroffen.

Dann:

„Ich… geh duschen.“

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Fazit von Lektion 10... nein 09..ach verdammt:

Ein echter Mann muss nicht stinken.

Ein echter Mann erkennt, wann sein Schweiß eine Geschichte erzählt –

und wann er einfach nur ein olfaktorisches Verbrechen begeht.

Lektion 10 - Ein echter Mann macht keine Hausarbeit

Lektion 10: Ein echter Mann macht keine Hausarbeit.
 

Der nächste Tag begann sonnig. Die Möwen kreischten über der Thousand Sunny, die Wellen plätscherten friedlich gegen den Rumpf des Schiffes – und in der Kombüse roch es nach frischem Zitronenreiniger, Mehl und ein wenig Stolz.
 

Sanji hatte schon vor Sonnenaufgang angefangen, zu putzen. Nicht, weil es jemand von ihm erwartete – sondern weil es ihm etwas gab. Ordnung, Kontrolle, ein Gefühl von Zuhause inmitten der wirren, chaotischen Welt da draußen.
 

Er hatte das Besteck poliert, das Geschirr in geraden Linien aufgestellt, den Boden so sauber geschrubbt, dass er im Sonnenlicht glänzte. Der Brotkorb war frisch bestückt. Die Kräuter ordentlich beschriftet. Die Messer lagen wie in einer Ausstellung – und die Kaffeemaschine summte einladend.
 

Und dann kam Zorro.
 

Tür auf. Schlurfender Gang. Apfel in der Hand. Barfuß.
 

Und ohne den geringsten Blick für das strahlende Werk vor ihm trampelte er mitten über den frisch gewischten Boden, ließ sich auf die Bank fallen, die noch nass glänzte, schob mit dem Ellenbogen den gefüllten Brotkorb zur Seite und legte seine verschwitzte Stirnbinde mitten auf den blitzblanken Tisch.
 

Sanji stand da mit dem Küchentuch in der Hand, den Lippen fest zusammengepresst, als hätte ihm jemand eine Zitrone ins Herz gedrückt.
 

„Was?“, fragte Zorro mit unschuldigem Blick, während er in seinen Apfel biss. Der Saft des Apfels hinterließ kleine Sprenkel auf dem poliertem Holz.
 

„Was?!“ Sanjis Stimme war eine Mischung aus Entsetzen, Empörung und einem ganz leichten Zittern. „Du bist gerade in diesen Bereich getrampelt, den ich eine halbe Stunde geschrubbt habe! Mit dreckigen Füßen! Und deine stinkende Stirnbinde liegt jetzt da, wo das Brot stehen sollte! Und dein Apfel tropft auf den sauberen Tisch!“
 

Zorro kaute seelenruhig weiter. Achtete kaum auf den wütenden Tonfall. „Lektion zehn: Ein echter Mann räumt nicht auf. Der lebt einfach.“
 

Sanji ließ die Zigarette sinken, die er sich gerade zur Beruhigung anzünden wollte. „Du… hast dir das jetzt nicht ernsthaft ausgedacht, oder?“
 

Zorro nickte. „Klar. Aufräumen ist wie… äh… sich selbst verleugnen. Ein echter Mann steht zu seinem Chaos. Er muss sich nicht hübsch machen für die Welt. Er ist einfach, wie er ist.“
 

„Also ist Faulheit jetzt Männlichkeit?“ Sanji stemmte die Hände in die Hüften.
 

„Lektion zehn“, wiederholte Zorro gelassen „Ein echter Mann macht keine Hausarbeit. Ein echter Mann putzt nicht und räumt nicht auf“
 

Sanji sog hörbar Luft ein. „Ich sorge dafür, dass diese Crew nicht an Lebensmittelvergiftung stirbt, ich repariere zerrissene Kleidung, ich sorge für Ordnung! Ich räume auf, damit wir hier nicht im Müll und Dreck ersticken!“
 

„Und trotzdem“, entgegnete Zorro und ließ seinen Blick abschätzend über seinen Gegenüber gleiten „sieht es nicht aus wie etwas, das ein richtiger Mann tun würde.“
 

Sanji stand kurz vor der Explosion „Was ist dein verdammtes Problem, huh?! Dass ich die Küche sauber halte? Dass ich weiß, wie eine Waschmaschine funktioniert? Dass ich nähen kann? Ist dir schon mal in den Kopf gekommen, dass Verantwortung nichts mit deinem männlichen Ego zu tun hat?!“
 

„Was du tust, ist… weich“, murmelte Zorro, biss noch einmal herzhaft in seinen Apfel und warf den Strunk dann einfach hinter sich.
 

Sanji schnappte nach Luft. „Du hast keine Ahnung, wie sehr ich dich in diesem Moment hasse.“
 

Zorro zuckte die Schultern und grinste. „Du putzt doch sowieso gerne. Ich geb dir nur Gelegenheit, deine Leidenschaft auszuleben.“
 

Ein Moment der völligen Stille.
 

Eigentlich erwartete der Grünhaarige eine Explosion, aber diese kam nicht.
 

Sanji stand bebend da. Die Hände zur Faust geballt und zitternd, den Blick gesenkt. Dann hob er plötzlich ruhig den Kopf. Der Blick eiskalt. Er griff zur Schürze, band sie ab – langsam, sehr langsam – und warf sie mit einer Bewegung, die dramatischer war als jede Oper, mitten auf den Tisch. Die Stirnbinde flog im hohen Bogen runter.
 

„Ich bin raus. Ich räum nichts mehr auf, bis du dich entschuldigst. Mal sehen, wie lange du in deinem Chaos leben kannst. Vielleicht schätzt du dann, was ich täglich mache.“
 

Zorro grinste. „Herausforderung angenommen!“
 


 

Vier Tage später.
 

Die Kombüse war ein Ort des Grauens.
 

Auf dem Boden klebte eingetrocknete Sauce. Teller stapelten sich in wackeligen Türmen, an denen Fliegen Interesse zeigten. Leere Flaschen lagen herum. In einer Ecke wuchs – so vermutete Chopper – ein lebendiger Hefepilz. Die anderen kamen gar nicht mehr hier rein. Auch die Jungenkajüte sah aus wie ein Schlachtfeld. Aber dort war es nicht so eklig wie hier in der Kombüse. Anscheinend hatte Sanji auch dort immer für Ordnung gesorgt, ohne das die Jungs das wirklich gemerkt hatten.
 

Die anderen waren entsetzt gewesen und hatten Zorro bedrängt sich zu entschuldigen und Sanji mehr zu achten, aber Zorro hatte es abgetan.

Ruffy hatte dann ein Machtwort gesprochen. Die beiden sollten das unter sich ausmachen.

Zorro hatte dies nickend zu Kenntnis genommen. Sicher, dass aufräumen und Hausarbeit sich schon irgendwie von selbst erledigten.

Aber da war die Küche auch noch nicht vier Tage ungesäubert gewesen...
 

Zorro stand mittendrin. Der Apfelrest von vor vier Tagen lag immer noch auf dem Boden. Er rieb sich die Stirn. Seine innere Stimme sagte: „Ist doch nicht so schlimm.“ Aber sein Magen sagte: „Wenn du hier isst, stirbst du.“
 

Sanji stand mit verschränkten Armen in der Tür. In gebügeltem Hemd, frisch geduscht, eine Kaffeetasse in der Hand, die leicht dampfte. Das Lächeln auf seinen Lippen war höflich. Höflich, wie ein Sturm, der noch nicht losgebrochen ist.
 

„Na?“ fragte er.
 

Zorro kratzte sich am Nacken. „Ich, äh… ich wollte nur…“
 

„Ja?“
 

„Ich nehme… Lektion zehn zurück.“
 

„Aha?“ Sanji zog eine Augenbraue hoch.
 

„Ein echter Mann… darf aufräumen. Wenn er will.“
 

„Sag’s deutlicher.“
 

Zorro verdrehte die Augen. „Ein echter Mann darf aufräumen, weil es Stärke zeigt, wenn man Verantwortung übernimmt. Und weil man nicht immer alles selber kann. Und weil Sauberkeit... irgendwie auch cool ist.“
 

Und weil Sanji ihn immer noch ansah. „Und ich entschuldige mich bei dir, dass ich deine Arbeit nicht geschätzt habe. Danke, dass du immer aufräumst und sauber machst.“ lies er noch leise verlauten. Und reumütig. Sehr reumütig.
 

Sanji grinste. „Sehr gut. Dann fang mit dem da an.“ Er deutete auf eine Schüssel, in der sich etwas entwickelt hatte, das mit bloßem Auge langsam Form annahm.
 

Zorro nahm einen Lappen. Und ein Tuch vor den Mund. Und dann begann er zu schrubben.
 

Sanji trat ganz ein, stellte sich hinter ihn und reichte ihm kommentarlos einen frischen Schwamm.
 

Zorro nahm ihn.
 

Keine weiteren Worte. Aber das Grinsen, das Sanji dabei nicht verbergen konnte, sagte alles.
 

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Fazit von Lektion 10:

Ein echter Mann lebt nicht im Dreck –

er zeigt wahre Größe, wenn er einen Lappen in die Hand nimmt

und sich den Folgen seines eigenen Chaos stellt.

Mit Würde.

Oder wenigstens mit Handschuhen.

Lektion 11 - Ein echter Mann näht nicht

Huhu,

wir nähern uns nun gaaanz langsam dem Ende. Es folgen noch ein paar Kapitel, aber über die Hälfte ist geschafft. Ich hoffe es gefällt euch noch immer und ihr habt Spaß beim Lesen?

Viel Spaß mit dem heutigen Kapitel...
 

Lektion 11: Ein echter Mann näht nicht
 

"Dreckskerl!" rief Zorro, ehe er sein Schwert heftig gegen den Marineoffizier schwang. Die Thousand Sunny war natürlich frontal auf zwei Schiffe der Marine zugesteuert und die Strohhutpiraten hatte sich entscheiden müssen. Kämpfen oder fliehen. Schwer zu erraten, für was sich der hitzköpfige Kapitän entschieden hatte.

Als sein Gegner im hohen Bogen davon flog, schnaufte Zorro einmal. Nahm das Wado aus dem Mund und steckte alle drei Schwerter an seinen Haramaki.

Als er sich umsah, konnte er sehen, dass auch alle anderen Ihre Gegner besiegt hatten. Sein Blick blieb etwas länger als nötig an dem blonden Koch hängen, welcher sich gerade elegant nach hinten fallen ließ und drei Marinesoldaten über Bord kickte.

Was war der Kerl aber auch gelenkig.

Zorros Augen weiteten sich und er wand schnell den Blick wieder ab. Er würde gerne sagen, dass diese Marineheinis absolute Schlaffis gewesen waren, aber dieser Offizier hatte ihn tatsächlich mit seiner Klinge an der Schulter erwischt. Die Wunde war nicht schlimm, aber gerade heute hatte er sein Lieblingsshirt angezogen. Und in diesem klaffte nun ein breiter Riss.
 

Nach diesem Kampf kehrten die Strohhüte wieder auf Ihr Schiff zurück und verbrachten einen mehr oder weniger ruhigen Nachmittag an Bord der Thousand Sunny. Franky war in seiner Werkstatt, Nami und Robin lasen entspannt auf dem Oberdeck, während Chopper, Ruffy und Lysop ein neues Spiel ausprobierten, das zweifellos irgendwann explodieren würde. Und Zorro… suchte jemanden.

In der Hand hielt er sein Lieblingsshirt. Er hatte es grob gewaschen und trottete nun schwerfällig zu den beiden Frauen.

"He. Könnt Ihr das Flicken?" murrte er und hielt den beiden sein Shirt entgegen.

Robin schüttelte als erstes den Kopf.

"Tut mir leid, Herr Schwertkämpfer. Ich kann nicht nähen"

Nami hob eine Augenbraue "Musst du immer alles kaputt machen? Du bekommst kein Geld für ein neues Shirt"

"Will ich ja auch nicht du geldgeile Ziege! Ich brauch jemanden der es näht!"

"Dann geh zu Sanji. Der kann nähen"

"Was?" ok. Das war neu für Zorro. Die Kringelbraue konnte nähen? Er dachte eigentlich, dass immer Nami bisher die Klamotten der Crew repariert hatte.

"Und du kannst das nicht?"

"Nein. Frag Sanji. Der kann das gut" meinte die Orangehaarige und erhob sich leichtfüßig von ihrem Liegestuhl.

ZACK "ARGH!"

"UND NENN MICH NIE WIEDER GELDGEILE ZIEGE!"
 

Mit schmerzverzerrtem Gesicht rieb sich Zorro seinen Kopf und ertastete die Beule.

Murrend drehte er sich um und stapfte unter Deck. Ganz sicher würde er nicht zu dem Smutje gehen. Gab ja noch andere hier an Deck.

Nach einigem Suchen, fand er endlich Frankys Werkstatt. Ohne zu klopfen trat er ein.

"Franky. Kannst du nähen?"

Franky, gerade dabei irgendwas zu schweißen, schob die Schweißerbrille etwas nach oben.

"Sorry Bro. Das bekomme ich nicht hin. Frag mal die Augenbraue. Der hat mein Hemd zuletzt genäht.

Damit drehte er sich wieder um und Zorro knirschte mit den Zähnen.
 

Nun nur noch wenig hoffnungsvoll trat er wieder an Deck zu den drei Spielkindern, welche man schon über das Deck lachen hörte.

"Chopper? Lysop? Könnt Ihr mein Shirt reparieren?" Das er Ruffy gar nicht erst fragen brauchte, verstand sich wohl von selbst.

Die angesprochenen sahen auch von Ihrem Spiel auf.

"Zeig mal" forderte Lysop und nahm das weiße Hemd entgegen.

"Ui.. das ist ja richtig zerrissen." meinte Chopper und besah sich die Schulterpartie und den zerfetzten weißen Stoff. "Also ich kann zwar nähen. Aber nur Wunden und so. Stoff nicht. Aber frag doch mal Sanji. Der kann das. Der näht gerade meinen Kittel. Da ist mir heute früh doch die Tasche abgerissen" Ein Aufstöhnen unterdrückend sah Zorro jetzt von Chopper zu seiner letzten Hoffnung - Lysop.

"Ne, sorry. Das ist mir zu heikel. Wenn ich mir in den Finger steche, dann blute ich sicherlich eine ganze Badewanne voll."

"So ein Quatsch, Lysop" lachte Ruffy, aber Lysop ließ sich nicht beirren" Nein, wirklich! Ich hatte mal einen Mückenstich! Der hat so sehr geblutet, dass ein ganzer See vollgelaufen ist. Die Dorfbewohner dachten schon eine Plage sei ausgebrochen, aber ich habe natürlich alles auflösen können und wurde dann Blutgott genannt, weil sie mit meinem reinen und überaus mächtigem Blut Ihre Felder gedeihen lassen konnten"

"Ui..wirklich?"

Zorro riss Lysop sein Shirt aus der Hand und marschierte wütend davon. Warum konnte er nicht mal eine Tag ohne den Smutje sein?
 

Er fand Sanji wie so oft in der Kombüse. Doch statt Töpfen oder Pfannen hatte der Koch diesmal Nadel und Faden in der Hand. Als ob er nur auf Zorro gewartet hätte! Choppers Arztkittel lag in seinem Schoß und er nähte die kleine Tasche mit einer Seelenruhe wieder fest, die Zorro direkt provozierte.

Er lehnte sich gegen den Türrahmen, die Arme verschränkt, das kaputte Shirt über der Schulter. Und dann, mit seinem typisch nasalen Spottton:

„Lektion elf: Ein echter Mann näht nicht.“

Sanji schaute nicht mal hoch. „Hatten wir das Thema nicht erst vor ein paar Tagen, Algenhirn?“ Er schnitt seelenruhig den Faden ab und setzte die Nadel, wieder an der nächsten Ecke an.

"Gar nichts hatten wir vor ein paar Tagen!"

"Doch. Als du schon wegen dem Aufräumen rumgemotzt hast. Und Aufräumen und nähen hat für mich beides mit meiner Fürsorge euch gegenüber zu tun" meinte der Smutje und setzte die nächsten Stiche ruhig, präzise und irgendwie so einlullend, dass Zorro rasch den Kopf schüttelte.

"Das ist Weiberkram! Welcher Mann kann schon nähen?!"

"Die Damen belästige ich sicher nicht damit, wenn mir mal ein Knopf vom Jackett abgeht. Also musste ich es lernen, du Spinner. Und was willst du jetzt? Soll ich was nähen für dich?" dabei warf er einen Blick zu Zorros Schulter, wo sein kaputtes Shirt hing.

"Ich lasse dich sicher nicht an meine Sachen!" knurrte der Grünhaarige.

„Dann erklär mir mal, wie du gedenkst, nicht nackt rumzulaufen, wenn deine Sachen ständig zerfetzt sind. Willst du sie mit deinem Ehrenkodex und deiner übertriebenen Männlichkeit zusammenheften?“

„Ich finde schon jemanden, der’s für mich macht!“

Sanji hob langsam den Blick. „Du hast jemanden, der’s für dich macht. Mich. Und weißt du was? Ich mach’s, weil ich’s kann. Weil ich will, dass du nicht rumläufst wie ein zerrupftes Wildschwein.“

Er setzte den Faden wieder an, während seine Stimme leise blieb – aber schneidend. „Und weil jemand, der blutet, schwitzt und kämpft, auch verdient hat, dass man sich um das kümmert, was er trägt. Das ist keine Schande. Das ist Fürsorge. Und Handwerk.“

Zorro trat näher, schnaufte und warf das Shirt wortlos auf die Arbeitsfläche.

Sanji sah es an, dann wieder zu ihm. „Soll ich’s flicken, oder willst du deinem Schwert beibringen, wie man näht?“

Einen Moment war es still.

Zorro hatte langsam wirklich das Gefühl gegen einen Sturm zu kämpfen. Mit nichts als einem Taschentuch als Waffe.

Wie konnte jemand wie Sanji nur gegen ALLES ein Argument haben? Wieso konnte der Kerl auch einfach ALLES?

"Wann hast du das gelernt?" fragte Zorro und sah zu, wie Sanji die letzten Stiche an der Tasche setzte. Er schnitt den Faden ab, vernähte Ihn und legte den Kittel dann ordentlich gefaltet neben sich.

"Auf dem Baratie gab es niemanden, der nähen konnte. Und da wir auch selten an Land kamen, habe ich es eben selbst gelernt" antwortete Sanji ruhig und zog sich dann wortlos das Shirt von Zorro auf den Schoss. Skeptisch begutachtete er den Riss, dann zuckte er die Schultern und warf es dem perplexen Zorro einfach wieder entgegen.

"HE! Was soll das?"

"Was denn?" zuckte Sanji mit den Schultern.

"Ich denke du willst nicht, dass ich deine Sachen anfasse? Also näh es halt selbst"

„Ich hab keine Ahnung, wie man das macht!“

Ein Moment Stille. Dann reichte Sanji ihm Nadel und Faden.

Zorro sah ihn an, verwirrt. „Was soll das?“

Sanji grinste leicht. „Du willst ein echter Mann sein, oder? Dann lern’s. Ich zeig dir, wie’s geht. “

Zorro starrte auf die Nadel, als sei sie ein feindliches Mini-Schwert.

„Feinmotorik ist nicht deine Stärke, was?“, neckte Sanji.

„Ich kann einen Feind in fünf Sekunden aufschlitzen.“

„Aber ein Loch in fünf Minuten flicken – DAS ist die wahre Kunst.“

Zorro schnaubte, nahm die Nadel – und stach sich beim ersten Versuch direkt in den Daumen. „Verdammter Mist!“

Sanji lachte, leise, aber mit Wärme. „Ein echter Mann kennt seinen Schmerz. Und er lernt. Selbst wenn’s nur ein blöder Faden ist.“

Dann nahm er Zorros Hand in seine und führte die Nadel.

Und Zorro?

Der sagte ausnahmsweise gar nichts mehr.
 

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Fazit von Lektion 11:

Ein echter Mann näht vielleicht nicht oft –

aber wenn er es tut, ist es kein Zeichen von Schwäche.

Sondern von Demut.

Und manchmal… auch von Zuneigung.

Denn was man selbst flickt, wirft man nicht so leicht weg.

Lektion 12 - Ein echter Mann trägt seine Narben mit Stolz

*Spoilerwarnung: Leichte Andeutungen an Sanjis Kindheit vor seinem Zusammentreffen mit Jeff*

Die Kapitel werden jetzt etwas tiefgründiger.

Vielen Dank wieder für eure Kommentare!
 


 

Lektion 13: Ein echter Mann trägt seine Narben mit Stolz
 

Ein normaler Tag, ein normaler Morgen. Das Frühstück war gerade vorbei. Die Strohhüte verstreut.

Die Tür des Bades war nicht richtig verschlossen. Das warme Licht fiel diffus durch den Spalt und tauchte den Flur in einen goldenen Schimmer. Wasserdampf kroch durch die Ritzen, begleitete das leise Plätschern des Wassers und das leise Klirren von Porzellan – vielleicht Seifenschale, vielleicht Rasierer. Zorro wusste, wer gerade im Bad war.

Der Schwertkämpfer, welcher eigentlich nur nach einem Handtuch für sein Schwertgriff-Trocknen gesucht hatte, schob die Tür auf – nicht polternd, aber auch nicht zaghaft. Er war nicht der Typ, der anklopfte.

„Sanji? Ich brauch…“
 

Er hielt inne.
 

Sanji stand vor dem Spiegel, nackt bis zur Taille, das Handtuch noch halb über der Hüfte. Im Moment der Überraschung zuckte er zusammen, seine Haltung verkrampfte sich schlagartig. Blitzschnell zog er das Handtuch hoch, verdeckte seinen Bauch, seine Brust, als hätte ihn ein Dolch getroffen. Seine Augen weiteten sich, als ob er erwischt worden wäre – nicht beim Rauchen, Trinken oder Flirten… sondern bei etwas viel Intimerem.

Zorro blieb wie angewurzelt stehen.

Für einen Moment war alles still. Selbst das Wasser im Waschbecken schien zu schweigen.

Er hatte sie gesehen.

Die Narben.

Sie waren nicht wie seine eigenen. Zorro hatte Narben von Schwerter. Von Kämpfen. Gerade, Fein.

Sanjis narben waren anders. Sie waren unregelmäßig, manche flach, andere eingedellt. Verbranntes Gewebe. Dünne Linien wie von Riemen. Flecken, die nicht mehr weggingen.

Sie waren alt. Und sie waren nicht aus dem Kampf.

„Scheiße…“, flüsterte Sanji, drehte sich halb weg, wie ertappt.

„Hau ab, Zorro!“ Und wie immer, wenn es ernst war, sprachen Sie sich mit dem Namen an.

Doch Zorro trat nicht zurück.

Er sah ihn einfach nur an. Nicht mit Spott. Nicht mit Mitleid. Sondern mit einer Stille, die selten zwischen ihnen herrschte.
 

Zorros Gedanken rasten. Sanji lief meistens zugeknöpft herum. En langes Hemd, ein Anzug. Gerade das, was ihn immer ein wenig gestört hatte. Gestriegelt, gebügelt.

Er hätte niemals vermutet, dass der Grund dafür nicht bloße Eitelkeit war. Sondern etwas, das er selbst vielleicht nicht einmal annähernd nachvollziehen konnte.

Das Sanji Dinge vor Ihnen, vor der Welt verbergen wollte. Darauf wäre Zorro nicht gekommen.

Und so sagte er mehr im Reflex, als dass er tatsächlich genauer darüber nachgedacht hätte:

„Lektion zwölf… Ein echter Mann trägt seine Narben mit Stolz.“

Sanji schnaubte bitter. „Nicht diese.“

Zorro sagte nichts. Noch nicht.

Sanji senkte den Kopf. Fummelte kurz das Handtuch etwas höhe, sodass es alle Narben soweit verdeckte.

„Das sind keine Heldengeschichten. Die hat mir kein Feind zugefügt. Die kommen nicht von Schlachten, die ich gewonnen hab. Die… die kommen von Leuten, denen ich hätte etwas bedeuten sollen, es aber nicht tat.“

Seine Stimme brach nicht, aber sie wurde hohl.

„Ich war nicht stark genug. Nicht schnell genug. Nicht wie sie. Und das haben sie mir gezeigt. Wieder und wieder.“

Zorro trat einen Schritt näher, leise.

„Aber du hast überlebt.“

Sanji lachte leise, aber da war nichts Fröhliches daran. „Das ist alles, was ich getan hab. Überlebt.“

Zorro blickte kurz zur Seite, dann sah er ihn direkt an. „Manche Narben… kriegst du, wenn du kämpfst. Andere, wenn du durchhältst. Die meisten Leute verstehen den Unterschied nicht. Aber ich schon.“

Sanji schwieg.

Zorro fuhr fort, leise, aber fest:

„Ich trag meine Narben auf der Haut. Du trägst sie tiefer. Beide sind echt.“

Sanji schluckte. Er sah in den Spiegel, dann auf seine Hände. „Ich hasse sie, Zorro. Ich will nicht, dass sie gesehen werden.“

Zorro trat an ihm vorbei, griff nach dem Handtuch, das er ursprünglich holen wollte – doch bevor er ging, blieb er stehen.

„Du musst sie nicht lieben, Koch. Aber du musst dich für sie auch nicht schämen. Sie beweisen, dass du aufrecht geblieben bist, als andere dich brechen wollten.“

Ein Moment lang herrschte Stille zwischen ihnen. Dann ging Zorro zur Tür – hielt inne – und sagte, ohne sich umzudrehen:

„Du bist vielleicht kein Krieger mit Narben aus der Schlacht. Aber du bist einer, der seinen eigenen Krieg überlebt hat. Und das macht dich verdammt nochmal stark.“ Zorro sah ihn an. Mit diesem feurigen Blick, den er sonst nur in ernsten Kämpfen zeigte. Er meinte das so ernst wie kaum etwas bisher. Dann klopfte er Sanji kurz auf die Hand, welche das Handtuch hielt, drehte sich wortlos um und verschwand aus dem Bad.

Sanji sah ihm nach, das Handtuch immer noch in der Hand – aber es hing nun lockerer.
 

Er atmete tief durch und schloss die Tür hinter seinem Nakama. Schwach lehnte er sich dagegen und ließ das Handtuch fallen.

So trat er wieder nackt vor den Spiegel und betrachtete sich selbst. Seine Narben.
 

Zorro wusste nichts von seiner Vergangenheit, nicht seinen wirklichen Namen oder von seiner Kindheit. Nichts von seiner Zeit vor der Orbit. Vor Jeff. Aber er fragte auch nicht nach. Der Schwertkämpfer hatte ungewohnte Pietät bewiesen.
 

"Diese dämlichen Lektionen" murmelte Sanji und strich langsam eine besonders tiefe Narbe nach.
 

Du bist einer, der seinen eigenen Krieg überlebt hat. Und das macht dich verdammt nochmal stark.
 

Er sah auf seine Narben, diesmal etwas länger. Nicht mit Stolz. Noch nicht.

Aber vielleicht mit ein bisschen weniger Scham.
 

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Fazit von Lektion 13:

Ein echter Mann trägt seine Narben mit Stolz?

Nicht immer.

Aber ein wahrer Mann weiß, dass jede Narbe – ob sichtbar oder nicht – ein Zeugnis ist.

Nicht von Schwäche.

Sondern davon, dass er nie aufgegeben hat.

Lektion 13 - Ein echter Mann hat keine Angst

Hallo in die Runde,

es tut mir so leid. Das Reallife kam letzte Woche dazwischen. Dafür gibt es diese Woche zwei Kapitel zum Trost.

Viel Spaß!
 

PS.: sooo eine volle Favo-Liste, aber soo wenig Kommis ;) Meldet euch gerne mal. Würde mich freuen ^^
 

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Lektion 13 - Ein echter Mann hat keine Angst
 

Die Thousand Sunny hatte vor einer Insel angelegt. Ruffy war nicht zu halten gewesen, hatte Namis mahnende Worte schlichtweg ignoriert, war von Bord gesprungen und innerhalb von Sekunden im Dickicht der Insel verschwunden.

"DIESER VOLLIDIOT!" Nami war nicht begeistert gewesen. Nein, wirklich nicht.

"Der Lockport braucht nur eine halbe Stunde zum aufladen und wir wollen weiter! Sucht Ihn gefälligst!"

Tja... und da sie dabei auf die Männer der Mannschaft zeigte war klar, dass Nami nicht selbst suchen würde.

Und nun liefen Sie alle getrennt über dieses unbewohnte Stückchen Erde und versuchten Ihren Kapitän zu finden.

Zorro war direkt abhanden gekommen, Franky hörte man noch in einem Kilometer Entfernung lauthals singen, Chopper war mit Lysop losgezogen und so spazierte Sanji alleine durch den Dschungel.
 

Wirklich suchen tat der Koch ihren Kapitän nicht. Er bräuchte schließlich nur rufen, dass das Essen fertig wäre und Ruffy würde angesaust kommen.

Aber Sanji gefiel die Insel. Das Wetter war angenehm und es gab einige exotische Früchte, welche der Koch neugierig inspizierte und sich einige davon in seinen - in Weiser Voraussicht mitgenommenen - Rucksack steckte.
 

Gerade pflückte er eine gelbliche, runde Frucht von einem Baum, als er ein Kitzeln auf der Hand spürte. Verwundert drehte er seine Hand, nur um eine riesige schwarze Spinne auf ebendieser sitzen zu sehen.

Panisch schüttelte der Smutje seine Hand, drehte sich hastig und hatte plötzlich im ganzen Gesicht Spinnweben, als er durch eines der Netze lief, welches zwischen zwei Bäumen gespannt war.
 

Er riss die Augen auf, nur um vor seinem Gesicht eine zweite Spinne zu finden.
 

"WAAAAAHHHAAA"
 

+*+
 

"WAAAAAHHHAAA"

"Hm?" verwundert drehte sich der Schwertkämpfer um, als er den Schrei hörte.

Wenn ihn nicht alles täuschte, war das doch der Smutje?

Zorro packte seine Schwerter fester und sprintete in die Richtung aus der der Schrei gekommen war. Doch weit musste er gar nicht laufen.
 

"Was zum..?!" verwirrt stolperte er nach hinten und landete unsanft auf seinem Hintern. Die arme voll mit blondem Koch starrte er verwundert auf seinen Nakama hinunter.
 

"Smutje? Was ist los?"

Sanji atmete noch hektisch und sah erschrocken, wem er hier praktisch in die Arme gelaufen war.

"Marimo" hektisch strich sich der Blonde über sein Gesicht, sprang auf und schüttelte sich nochmal.

Einzelne Spinnenfäden zog er rasch von seiner Kleidung und als er sicher war, dass alle weg waren, schüttelte er sich angeekelt.

Zorro hatte dieses ganze Spektakel verwundert betrachtet.
 

"Sag mal.. hast du Angst vor Spinnen oder was?"

"Quatsch nicht, Spinathirn!" brummte Sanji und tastete fahrig nach seinen Zigaretten. Doch diese waren in dem Rucksack. Und dieser lag noch bei diesen...Spinnenbaum. Verdammt.
 

Zorro sah ihm zu, blinzelte und dann – zu Sanjis Entsetzen – grinste er breit. „Das ist also dein Feind? Ein Käfer mit acht Beinen?“
 

"Red keinen Bullshit Marimo! Ich hab keine Angst!"

"Du hast gekreischt wie ein Mädchen"

"Hab ich nicht!"

Oh doch, und das bringt mich doch direkt zu einer neuen Lektion" Zorros Grinsen wurde noch breiter, was Sanjis Blick noch dunkler werden ließ. Er ahnte schon, was jetzt kam.
 

„Lektion dreizehn: Ein echter Mann hat keine Angst.“
 

Sanji stöhnte, winkte ab und drehte sich wieder in die Richtung aus die er gekommen war. „Oh nein. Nicht DIE Lektion.“
 

„Wieso?“ fragte Zorro, ohne mit der Wimper zu zucken.
 

„Weil sie dämlich ist.“ und damit marschierte er los, um seinen Rucksack zu suchen.
 

Zorro runzelte die Stirn, stemmte sich hoch und ging ihm hinterher. „Angst ist ein Zeichen von Schwäche. Sie lähmt dich. Sie macht dich langsamer. Fehleranfälliger.“
 

Sanji fuhr herum „Ach, halt die Klappe, Mooskopf. Weißt du überhaupt, warum Menschen Angst haben? Weil es Sinn macht. Angst hält dich am Leben. Angst sorgt dafür, dass du nicht blind in deinen Tod rennst.“
 

„Oder sie sorgt dafür, dass du wie ein Idiot kreischend durch den Wald rennst“ erwiderte Zorro trocken.
 

„Sehr witzig.“ Sanji schnaubte. Dann aber wurde sein Blick ernster. Er straffte die Schultern und sah Zorro direkt an „Ja, ich hab Angst vor Spinnen. Sie ekeln mich an, sie lassen mich Gänsehaut kriegen. Als Kind wurde ich von einer Spinne gebissen und hatte ekelhaften Ausschlag bekommen. Daher fürchte ich mich vor Ihnen. Aber weißt du was? Das macht mich nicht schwach. Es macht mich menschlich.“
 

Zorro hob eine Augenbraue. „Menschlich vielleicht. Aber nicht männlich.“
 

Sanji trat näher, sein Gesicht jetzt im Halbschatten einer Palme. Seine Stimme war leiser, aber eindringlicher. „Da irrst du dich. Ein Mann, der vorgibt, keine Angst zu haben, lügt sich selbst an. Mut ist nicht, keine Angst zu kennen. Mut ist, sie anzuerkennen – und trotzdem zu handeln.“
 

Damit drehte er sich um und lief sicheren Schrittes wieder den Weg, zurück. Zorro lief stumm hinterher.

Als sie an eine kleine Lichtung kamen, blieben sie stehen. Der Rucksack stand dort unter dem Baum. Man konnte tatsächlich einige Spinnennetze erkennen, welche in dem Wipfel des Baumes und an den umliegenden Bäumen waren.
 

Sanji atmete hörbar durch die Nase. Trat mutig nach vorn und schnappte sich den Rucksack. Zur Sicherheit schüttelte er ihn nochmal kräftig und trat dann wieder auf Zorro zu.

Der Schwertkämpfer sah ihm ins Gesicht. Erkannte die zusammengebissenen Zähne und die angespannten Wangenknochen.
 

„Du hast wirklich Angst?“ fragte er schließlich, leise.
 

Sanji lief wortlos an Ihm vorbei.

Nach ein paar Schritten rief er laut

"RUFFY! AUF DEM SCHIFF BRATE ICH DIR FLEEEIIIISCH!!"
 

"FLEISCH!!" dröhnte es fast unverzüglich und man hörte einige Äste brechen, ehe Ruffy aus einem der Büsche spurtete, von Sanji am Kragen gepackt und auf die Sunny zurückgebracht wurde.
 

Zorro kratzte sich am Kopf, sah noch kurz zu der Lichtung und folgte dann Stumm seinen Kameraden.
 

+*+

Am Abend, nachdem alle gesättigt waren, war Zorro freiwillig zum Spüldienst angetreten. Er wollte nochmal mit Sanji reden. Schließlich hatte seine Lektion nicht so richtig einen Abschluss gefunden bisher.
 

Er nahm dem Koch einen sauberen Teller ab und trocknete ihn mit dem Küchentuch.

"Also... nochmal Lektion dreizehn. Ein echter Mann hat keine Angst. Der Meinung bin ich immer noch. Wo soll denn eine Angst vor Spinnen dich hinführen?"
 

"Sie führt mich nirgendwo hin. So funktioniert Angst nicht. Keine Angst"

"Also hast du noch mehr Ängste?"
 

Sanji lachte leise. Nicht sarkastisch – eher… müde. „Klar. Immer mal wieder. Vor Verlust. Vor dem Tod. Vor dem Versagen.“

Zorro verschränkte die Arme. „Ich hatte nie Angst vor dem Tod.“

„Weil du nichts zu verlieren hattest“, sagte Sanji, und seine Stimme war nicht provokant. Sie war fast… mitfühlend. „Früher war ich genauso. Da dachte ich, wenn ich allein bin, kann mir nichts weh tun. Keine Angst, keine Schwäche. Nur ich und meine Ziele.“

Zorro sah ihn schweigend an.

„Aber dann kam Jeff, dann die anderen Köche des Baratie… und dann kam die Crew“, fuhr Sanji fort. „Ruffy. Nami. Lysop, Chopper. Robin. Franky… Du.“

Er hielt inne.

„Und plötzlich hatte ich Angst. Nicht vor Gegnern. Sondern davor, sie zu verlieren. Euch zu verlieren.“
 

Sanji schwieg kurz, wusch einen Teller und reichte ihn Zorro, ehe er nickte. „Willst du wissen, wovor ich die größte Angst habe?“
 

Zorro sah ihn wortlos an und nickte.
 

„Dass ich nicht da bin, wenn jemand mich braucht. Dass ich zu spät bin. Dass ich euch nicht beschützen kann.“
 

Zorros Blick verfinsterte sich, doch nicht in Spott. Er dachte an Kuina. An seinen Kampf gegen Falkenauge. Da hatte er Angst gehabt. Nicht vor dem Sterben. Sondern davor, dass er nicht genug sein könnte.

Er hatte Angst gehabt, dass er sein Versprechen gegenüber Kuina nicht würde halten können.
 

„Ich… hatte Angst, als ich mein Versprechen an Kuina gemacht hab,“ gab er nach einer langen Pause zu. „Nicht, weil ich’s nicht halten wollte. Sondern weil ich wusste, wie leicht es wäre, zu scheitern. Und dass ich’s mir nie verzeihen könnte.“
 

Sanji hob den Kopf, überrascht von dieser Offenheit. Zum ersten Mal trafen sich ihre Blicke nicht im Spott, nicht in der Rivalität, sondern in einem stillen Verständnis.
 

"Und du hast Recht. Ich...ich könnte es auch nicht ertragen jemanden der Crew zu verlieren"
 

„Dann war das hier vielleicht deine Lektion, Marimo,“ murmelte Sanji schließlich, fast ein wenig sanft.
 

Zorro lächelte schief, kaum merklich. „Scheint so.“
 

"Und wenn ich ehrlich bin...mag ich Spinnen auch nicht so wirklich" brummte der Schwertkämpfer und genoss sein schneller schlagendes Herz, als Sanji daraufhin lauthals lachte.
 

Über ihnen donnerte es, das Schiff bebte leicht unter dem nächsten Wellenschlag. Aber in der Küche herrschte für einen Moment eine andere Ruhe – die von zwei Männern, die ihre Ängste teilten und sie dadurch ein Stück kleiner machten.
 

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Fazit von Lektion 13:

Ein echter Mann hat keine Angst?

Falsch.

Ein wahrer Mann kennt die Angst –

und entscheidet sich trotzdem, weiterzugehen.

Denn Mut ist nicht das Fehlen von Angst.

Lektion 14 - Ein echter Mann verliebt sich nicht

Und wie versprochen, gibt es diese Woche zwei Kapitel, weil ich letzte Woche so unzuverlässig war.
 

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Lektion 14 - Ein echter Mann verliebt sich nicht
 

Es war später Abend. Die Thousand Sunny lag ruhig auf der See, der Himmel getönt in dunklem Blau, durchzogen von einem letzten Streifen Gold. Nur vereinzeltes Lachen und das Klirren von Geschirr hallten leise über das Deck. Der Tag war ruhig verlaufen – vielleicht zu ruhig. Und genau das machte Zorro nervös. Er konnte nicht erklären, warum er so nervös war. Sein Herz flatterte und sein Magen drückte.

Und da es so ruhig war, hatte er noch mehr Zeit zum Nachdenken gehabt.

Und er war zu dem Schluss gekommen, dass er diese Gefühl hasste!

Er hasste es. Diese Unruhe, die ihn seit Tagen verfolgte und wo er nicht recht wusste, woher Sie kam. Besonders schlimm war es in Sanjis Nähe.
 

Verdammt.
 

Immer, wenn Sanji sprach, wenn er grinste, wenn er mit schiefer Stimme die Frauen ansäuselte – oder noch schlimmer, wenn er einfach schwieg und in Gedanken versank – war da dieses Flattern in Zorros Brust. Wie ein Schlag, den er nicht parieren konnte. Wie eine Wunde, die er nicht schließen konnte.
 

Und er war es leid, dass ihn das schwach fühlen ließ!

Diese Gefühle waren eine einzige Schwäche!

Und Zorro war sich sicher, dass er bereit war für die nächste Lektion.
 

+*+
 

Sanji saß allein auf der Reling, eine Zigarette glomm zwischen seinen Fingern. Der Wind fuhr ihm durch das Haar, und seine Augen ruhten auf dem Horizont – still, fast verletzlich. Zorro erkannte diesen Blick. Das war kein "Ich-denk-an-das-Abendessen"-Blick. Das war etwas Tieferes. Etwas, das ihm unangenehm vertraut war.

Er trat zu ihm.

„Schnitzelklopfer.“

„Marimo.“

„Ich hab über die nächste Lektion nachgedacht.“

Sanji blies den Rauch aus, ohne sich umzudrehen. „Du meinst, was du mir diesmal wieder beibringen willst, obwohl ich nie drum gebeten hab?“

Zorro ignorierte den Kommentar. „Lektion sechzehn: Ein echter Mann verliebt sich nicht.“

Das Lächeln, das sich bei Sanji auf die Lippen stahl, war dünn und müde. „Natürlich nicht.“

„Verliebtheit macht schwach“, fuhr Zorro fort, seine Stimme fest. „Sie lenkt ab. Bringt dich aus dem Gleichgewicht. Du kämpfst nicht mehr klar. Dein Herz gehört jemand anderem. Und das – das ist gefährlich.“

Sanji sah nun doch zu ihm. Seine Augen waren nicht wütend. Nur… müde. „Du redest über Gefühle wie über Schwerter, die man verliert.“

„Sind sie auch.“

„Oder vielleicht sind’s eher Wunden, die man sich erlaubt.“

Zorro schwieg.

Sanji wandte den Blick wieder ab, sah zurück auf den Horizont. Dann sagte er ruhig: „Ich hab mich verliebt. Mehr als einmal. Und ja – es hat wehgetan. Es war dumm, kindisch, voller Illusionen. Aber es hat mich auch erinnert, dass ich Mensch bin. Nicht nur Koch. Nicht nur Kämpfer.“

Zorro runzelte die Stirn. „Und was bringt dir das? Dein Rumgesülze mit den Frauen?“

Sanji schloss die Augen, als ob er in sich hineinhörte. „Ich verliebe mich nicht in alle Frauen, denen ich Komplimente mache, aber egal wie meine Gefühle tatsächlich aussehen... Es bringt mir Wärme, Marimo. Ein Gefühl, für das es sich lohnt, am Leben zu bleiben. Ein Lächeln, das stärker heilt als jeder Arzt. Und einen Grund, mit dem Kochen und Komplimente machen nie aufzuhören.“

Zorro sah ihn schweigend an.

„Du willst sagen, das macht dich stark?“

„Nein“, erwiderte Sanji. „Es macht mich verwundbar. Aber genau DAS ist Stärke. Vielleicht erinnerst du dich an deine Lektion 4?“

"Lektion 4?" Der Schwertkämpfer runzelte kurz überlegend die Stirn.

"'Deine Lektion 4: Ein echter Mann weint nicht'. Verliebtheit hat auch oft etwas mit Traurigkeit gemeinsam. Aber alle diese Gefühle bringen uns Stärke. Sie behindern uns nicht, sondern machen uns menschlich. Wer Sie zulässt ist ein guter Mensch. Ein guter Mann. Denn nur ein echter Mann, kann sich seinen Gefühlen stellen, diese zulassen und im besten Fall auch ausleben."

Der Schwertkämpfer setzte sich neben ihn, ließ die Beine über die Reling baumeln. Der Wind war frisch, aber nicht unangenehm. Sie saßen eine Weile schweigend da.

Dann sagte Zorro leise:

„Ich hab mich nie verliebt. Nicht wirklich. Vielleicht, weil ich Angst hab, jemanden zu enttäuschen. Oder mich zu verlieren.“

Ein Windstoß wehte über das Deck. Sanji zog an seiner Zigarette, blies langsam aus.

„Du kannst kämpfen, du kannst töten, du kannst tausend Wunden überstehen. Aber erst, wenn du jemanden liebst – richtig liebst – merkst du, wie sehr du verletzlich bist. Und wie viel Mut das eigentlich braucht.“

Zorro senkte den Blick. Und zum ersten Mal klang seine Stimme nicht belehrend. Nicht sicher.

Nur ehrlich.

„Das… ist beängstigender als jede Schlacht.“

Und Sanji nickte.

"Ja... das ist es"
 

________________________________________
 

Fazit von Lektion 14:

Ein echter Mann verliebt sich nicht?

Falsch.

Ein wahrer Mann liebt – auch wenn es wehtut.

Weil es Mut braucht, sein Herz zu öffnen.

Und noch mehr Mut, es nicht wieder zu verschließen.

Lektion 0 - Zorro: Lieben wie ein Mann

Lektion 0 – Zorro: Lieben wie ein Mann
 

Die Sonne war längst untergegangen, aber der Himmel über dem Meer trug noch einen schwachen Glanz von Kupfer und Violett, als Zorro alleine an Deck saß. Die anderen schliefen oder beschäftigten sich irgendwo unter Deck, während eine kühle Brise über das Holz der Thousand Sunny strich.

Er lehnte sich zurück, seine Schwerter neben sich gelegt, die Arme locker über der Brust verschränkt. Der Mond spiegelte sich in der ruhigen See, und in seinem Kopf flackerten die Bilder der letzten Tage auf – oder Wochen? Wie lange hatte er diesen Unsinn schon durchgezogen?

Lektion 1: Gehen wie ein Mann.

Zorros Lächeln war müde. Sanji hatte ihn mit einem Tritt aus der Kombüse befördert.

Lektion 2: Männer lösen Probleme mit den Fäusten

Sanji hatte ihm Nahe gebracht, dass man Probleme auch mit Diplomatie lösen kann

Lektion 3: Sitzen wie ein Mann.

Sanji hatte eleganter dagesessen, als Zorro es je könnte.

Lektion 4: Ein echter Mann weint nicht.

Der Idiot hatte ihm eine Rede gehalten, dass Tränen auch ein Ausdruck von Stärke sein können

Lektion 5: Ein Mann isst wie ein Mann

Der Koch hatte sowohl Ruffy, als auch Ihm gezeigt, dass Essen geschätzt werden muss. Und Zorro hatte zum ersten Mal richtig bewusst gegessen. So gut hatte es ihm bis dahin noch nie geschmeckt.

Lektion 6: Ein Mann trägt kein Rosa

Doch… ein Mann wie Sanji konnte wirklich alles tragen. Und es stand Ihm verdammt gut.

Lektion 7: Ein Mann benimmt sich nicht…SO

Das war wohl sein erster, kleiner, richtiger Sieg gewesen. Sanji war seitdem tatsächlich etwas ruhiger. Zwar säuselte er immer noch Komplimente an die holde Damenwelt, aber er machte sich nicht mehr so zu Affen.

Lektion 8: Ein echter Mann kennt seinen Weg

Ja.. ohne Worte

Lektion 9: Ein echter Mann muss stinken.

Da hatte der Koch ihn fast in die Dusche geprügelt.

Lektion 10: Ein echter Mann macht keine Hausarbeit.

Zorro hat sich fast eine Lebensmittelvergiftung zugezogen. Und als dann endlich alles wieder sauber gewesen war, hatte er sich so wohl wie lange nicht gefühlt. Verdammt.

Lektion 11: Ein echter Mann näht nicht

Zorro fasste sich bei dem Gedanken an die Schulter. Dort, wo seine Finger das Gewebe seines Shirts streichelten, ertastete der die feine Naht. Sanji hatte sein Lieblingstrainingshemd nach dieser Lektion noch genäht, nachdem Zorro sich zum vierten Mal in den Finger gestochen hatte. Aber der Moment, als Sanji seine Hand auf seine eigene gelegt hatte, war die Stiche sowas von wert gewesen.

Lektion 12: Ein echter Mann trägt seine Narben mit Stolz

Zorro seufzte schwer. Da hatte es geknackt. Nicht bei Sanji – bei ihm selbst.

Denn was hatte er da gesehen? Nicht Schwäche. Nicht Weichheit. Sondern Stärke. Die Art von Stärke, die man nicht mit Schwert und Muskel zeigt, sondern mit Narben, die man nicht gewählt hatte – und trotzdem trägt.

Lektion 13: Ein echter Mann hat keine Angst

Angst konnte man vor so vielen Dingen haben und eigentlich war keine Angst eine Schande.

Lektion 14….

Zorro seufzte laut auf und lehnte sich an der Reling zurück.

Er war mit dem festen Vorsatz angetreten, Sanji zu ändern. Ihm „Männlichkeit“ beibringen zu wollen, wie er sie verstand: schweigsam, stark, schroff, kontrolliert.

Aber jetzt, da er allein mit seinen Gedanken war, musste er sich selbst eingestehen: Sanji hatte ihm mehr beigebracht, als er je für möglich gehalten hätte.

Sanji war leidenschaftlich. Zärtlich. Chaotisch, ja – aber auch fürsorglich. Er kochte mit der gleichen Entschlossenheit, mit der er kämpfte. Er beschützte andere, weil er wusste, wie es war, nicht beschützt zu werden. Er war empfindsam – nicht trotz seiner Stärke, sondern wegen ihr.

Und Zorro?

Zorro hatte sich selbst betrogen.

Er hatte versucht, Sanji in ein Bild zu pressen, das nie zu ihm gepasst hatte. Nicht, weil es falsch war – sondern weil es ihn selbst beunruhigte. Sanji war all das, was Zorro nie sein konnte. Nie sein wollte. Und trotzdem... war da dieses Ziehen in der Brust, das Kribbeln unter der Haut, wenn sie stritten. Wenn Sanji lachte. Wenn er sich wütend abwandte oder heimlich ein Fläschchen Sake neben seine Decke stellte, wenn Zorro Nachtwache hatte.

Warum wollte ich ihn ändern?

Zorro senkte den Blick.

Weil ich nicht wusste, wohin mit dem Gefühl.

Weil ich mir eingeredet habe, dass ich ihn erträglicher mache –

obwohl ich ihn genau so…so brauchte.

Sanji war das Feuer, das Zorro wärmen – und manchmal verbrennen konnte. Aber das Feuer fehlte, wenn es nicht da war.

„Verdammt“, murmelte er und schloss die Augen. „Ich hab keine Lektionen mehr.“

Denn er hatte die wichtigste gebrochen.

Lektion 14: Ein echter Mann verliebt sich nicht.

Zorro lachte leise. Und es klang zum ersten Mal nicht hart, nicht spöttisch – sondern frei.

„Ich bin so ein Idiot.“

Aber diesmal störte es ihn nicht.

Denn vielleicht… war das seine Lektion.
 

Zorro – Lektion 0:
 

Ein echter Mann erkennt, wenn er aufhören muss, andere zu ändern –

und sich selbst zu verstehen beginnt.

Ein echter Mann denkt über sein Handeln und über seine Gefühle nach.

Und manchmal…

bedeutet das auch, dass man sich erlaubt, seine eigene Lektion zu brechen.

Manchmal… bedeutet es sich zu verlieben.

Lektion 0 - Sanji: Der Schüler stellt den Lehrer

Lektion 0 - Sanji: Der Schüler stellt den Lehrer
 

Sanji war misstrauisch.

Seit Tagen war es still geworden. Keine Lektionen mehr. Kein herablassendes "Du gehst wie ein Mädchen", kein "Beim Sitzen Beine breit, Blondie!" und auch kein "Du musst das Essen mit beiden Händen in den Mund schaufeln!" Stattdessen: Funkstille.

Und das machte ihn nervös.

Er hatte es zuerst genossen. Die Ruhe. Den Frieden. Keine ständigen Bevormundungen, kein selbsternannter Männlichkeitslehrer, der ihn beim Abwasch störte. Doch dann hatte er gemerkt – Zorro war... zu still. Zu nachdenklich. Und er wich ihm aus. Nicht auf eine dramatische Art. Auf eine verlegene.

Und das konnte Sanji nicht leiden!

Der blonde Schiffskoch konnte bisher mit jeglicher Gefühlswankung dieses Moosschädels umgehen, aber dieses verlegene Rumgedruckse. Das war wirklich neu.

Es war wie so oft: Man merkt erst, dass etwas fehlt, wenn man es nicht mehr hat.

Und egal wie oft Sanji dies vor sich selbst abstreiten wollte.

Er vermisste Zorro.

Nicht körperlich. Da war er ja anwesend. Aber emotional.

Diese albernen Männlichkeitslektionen waren nichts weiter gewesen als eine toxische Testosterontherapie, aber dennoch… Sanji hatte immer wieder Zorros Aufmerksamkeit bekommen. Zorro hatte Ihn gesehen, beobachtet, analysiert.

Und er hatte seine Konter zu diesen Lektionen tatsächlich angenommen.

Sanjis Herz schlug schneller und er streichelte sich unbewusst über Brust und Bauch als er an Lektion 12 dachte. Zorro hatte die Narben seiner Kindheit gesehen. War nicht verschreckt oder angeekelt gewesen, sondern hatte sich dazu höchst sensibel geäußert.
 

Sanji würde nicht hinnehmen, dass Zorro sich jetzt zurückzog!

Aus welchem Grund auch immer!
 

Also fand er ihn an Deck, wie so oft. Zorro lag ausgestreckt in seinem Lieblingsplatz im Schatten des Mastes, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, die Augen geschlossen.

Aber Sanji wusste: er tat nur so. Seine Kiefermuskeln waren zu angespannt. Er schlief nicht.

„Hey, Schwertheini.“

Zorro brummte.

„Keine Lektion 15? Keine Weisheit darüber, dass ein echter Mann nur mit Moos auf dem Kopf erfolgreich ist?“

Ein schräges Grinsen begleitete die Worte, aber sein Ton war ernster, als er wollte. Zorro öffnete ein Auge, blinzelte gegen die Sonne.

„Nein.“

„Nein?“ Sanji trat näher. „Wirklich? Das war’s? Einfach so?“

„Ich bin fertig mit dem Unterricht.“

„Seit wann gibst du freiwillig auf?“, fragte Sanji scharf.

Zorro setzte sich auf, sah ihn an. Der Blick war ruhig. Klar. Ehrlich.

„Seit ich begriffen hab, dass ich die Lektionen, die ich dir geben wollte, eigentlich für mich selbst gebraucht hab.“

Sanji stockte. „Was meinst du damit?“

Zorro stand nun ganz, trat langsam näher. Und zum ersten Mal sah Sanji etwas in seinen Augen, das keine Provokation war. Kein Spott. Kein Ärger.

Es war Unsicherheit. Und Mut zugleich. Sein Herz schlug plötzlich in dreifacher Geschwindigkeit und Sanjis Hände wurden feucht.

„Ich hab dich ändern wollen, weil du mich verunsichert hast. Weil du so... anders bist. Nicht schlechter. Im Gegenteil. Alles, was ich ändern wollte, waren die Dinge, die ich eigentlich...“ Er schluckte. „...die ich nicht verlieren will.“

Sanji sah ihn stumm an, schluckte kurz.

Zorro fuhr fort, seine Stimme fester: „Ich hab versucht, das wegzudrücken. Hab's in dummen Regeln verpackt, in Kämpfe, in Macho-Gelaber. Aber die Wahrheit ist... ich hab dich nicht ändern wollen, weil du falsch bist.“

Ein Atemzug. Ein Herzschlag.

„Sondern…“ er stockte. Doch dann dachte er an Lektion 13…Ein echter Mann hat keine Angst „…weil ich gemerkt hab, dass ich mich in dich verliebt hab.“

Es war still. Nur das leise Flattern der Segel war auf dem Deck zu hören. Das Gluckern der Wellen gegen den Bug.

Sanji sah Zorro an wie eine Erscheinung.

Weil ich mich in dich verliebt hab

Scheiße.

Sanji spürte wie seine Beine, die ihn doch immer so zuverlässig getragen hatten, plötzlich weich wurden. Sein Herz flatterte und seine Kehle wurde eng.

Und dann… fühlte er sich plötzlich ganz leicht. Ein Klick in seinem Kopf brachte ihm Erleuchtung und Gewissheit.
 

Zorro sah leicht beunruhigt zu Sanji. Warum sagte der nichts?

Doch gerade als Zorro sich abdrehen wollte – er würde seine Worte nicht zurück nehmen! – brachte ein Geräusch ihn zum Innehalten.

Sanji lachte.

Zorro blinzelte, überrascht. „Was—“

Sanjis Lachen klang so herrlich befreit und schön, dass es Zorro beinahe wehtat.

Der Smutje schüttelte den Kopf, trat näher. Nicht spöttisch, nicht abwehrend – weich. Fast zärtlich.

„Du Vollidiot. Vielleicht wäre uns einiges erspart geblieben, wenn du mir nur eine Lektion ernsthaft hättest beibringen wollen.“

Zorro runzelte die Stirn. „Welche?“

Sanji lächelte, trat nach vorne und nahm Zorros Hände in seine eigenen. Dann lehnte er sich zu seinem Ohr und flüsterte

„Lektion 15: Ein echter Mann liebt.“

Zorro lächelte – zum ersten Mal ohne Widerstand.
 

Ihr erster Kuss war zärtlich. Nicht stürmisch, nicht leidenschaftlich, nicht übertrieben männlich.

Er war süß. Mit einem leichten Geschmack nach Sake und Honig.

Sanjis Hand ruhte an Zorros Wange, während dieser seine Arme locker auf Sanjis Hüften hatte.

Als Sanji sich langsam löste, sah Zorro ihn an.

„Du kannst gut küssen“

Sanji grinste „Wie ein Mann?“

Zorro nickte „Wie ein Mann“
 

Und der Lehrer verneigte sich vor dem Schüler.
 

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Ihr Lieben.

Jetzt ist diese Geschichte fast zu Ende. Es folgt noch der Epilog und ein kleines Bonuskapitel.

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen.

Eure Dragon

Epilog - Der Geschmack von Ruhe

Epilog – Der Geschmack von Ruhe
 

Die Sonne hing tief über dem Horizont, als würde sie zögern, den Tag gehen zu lassen. An Deck der Thousand Sunny war es still. Die Crew war verteilt – einige schliefen, andere lasen oder dösten irgendwo zwischen Hängematten, Seilen und Schatten. Nur zwei Gestalten saßen nebeneinander auf einer der breiten Sitzbänke am Heck, schweigend, aber nicht stumm.

Zorro nippte an einem Glas Sake, langsam, ohne Eile. Neben ihm saß Sanji, eine Zigarette zwischen den Lippen, aber sie war längst erloschen. Er hielt sie nur, wie eine Art Gewohnheit – eine letzte Verteidigung gegen die Ruhe, die sich zwischen ihnen gelegt hatte.

Es war kein unangenehmes Schweigen. Eher eins, das aus Reden geboren worden war.

„Weißt du,“ murmelte Sanji schließlich, „du bist der schlechteste Lehrer, den ich je hatte.“

Zorro schnaubte.

„Und trotzdem hab ich was gelernt.“

„Tatsächlich?“ Zorro warf ihm einen Seitenblick zu.

„Ja.“ Sanji lächelte leicht. „Dass Stärke nicht immer mit Härte kommt. Dass man jemanden lieben kann, ohne sich zu verlieren. Und dass selbst der sturste Schwertidiot irgendwann merkt, was er wirklich will.“

Zorro sah auf den Ozean. „Hmpf.“

„Und du?“

„Ich?“ Zorro lehnte sich zurück. „Ich hab gelernt, dass Männer, die kochen, putzen, nähen, sich sorgen und gut riechen, trotzdem gefährlich gut zuhauen können.“

Sanji grinste. „Du meinst also männlich?“

Zorro sah ihn an. Lange. Still.

Dann legte er seine Hand auf Sanjis – fest, ohne Zögern und lehnte sich vor.

Zwischen zwei sanften Küssen murmelte er „Ich meine, genau richtig.“
 

Und während die Sonne langsam ins Meer tauchte, blieb das Schweigen bestehen – nicht mehr aus Unsicherheit, nicht mehr aus Unausgesprochenem.

Sondern weil alles gesagt war. Und der Rest keine Worte brauchte.

Zusatzlektion

Zusatzlektion: Ein echter Mann liegt nicht unten
 

Die Thousand Sunny lag still in der Nacht. Die Wellen schlugen sanft gegen den Rumpf, das Mondlicht glitzerte auf dem Wasser, und durch ein offenes Fenster wehte salzige, warme Seeluft.

Im Inneren war es jetzt still, nachdem der Raum kurz vorher noch erfüllt war von leisem Keuchen und Stöhnen. Jetzt gab es nur leises Atmen, das sich mischte mit dem gelegentlichen Knarren von Holz.

Zorro lag da, Arme hinter dem Kopf verschränkt, entspannt, aber wach. Neben ihm lag Sanji – Haare wirr, Zigarette halb angezündet in den Lippen, gedankenverloren zur Decke starrend.

Acht Monate waren seit Ihrem ersten Kuss vergangen. Die Leben danach war geprägt gewesen von Abenteuern in Ruffys Crew, von Küssen und Streitereien. Die Crew hatte Ihre Liebe erstaunlich gut aufgenommen.

Nur, dass Nami heulend ein paar Berrys an Robin weiterreichte, war dann doch etwas seltsam. Wer ahnte denn da schon eine Wette?

Doch das alles war es nicht, was Sanji seit einigen Tagen Kopfzerbrechen bereitete.

„Hey, Marimo“, sagte Sanji leise.

„Hm?“

„Ich hab... mal über was nachgedacht.“

„Das klingt gefährlich.“

Sanji stieß ihm mit dem Ellenbogen in die Seite. „Hör auf. Ich mein das ernst.“

Zorro drehte den Kopf halb zu ihm, sagte aber nichts.

Sanji nahm die Zigarette aus dem Mund, drehte sie zwischen den Fingern. „Also... in unseren Nächten...“

Zorro blinzelte. „Was ist damit?“

Sanji drehte leicht den Kopf, ohne seinen Blick von der Decke zu nehmen. „Na du weißt schon. In unseren Nächten. Du bist immer oben. Immer derjenige, der… führt. Vielleicht könnten wir auch mal tauschen?“

Stille.

Zorro sah ihn an. Regungslos. Ein langes, schweres Blinzeln.

Dann: „Neue Lektion“, sagte er mit scharfer, tiefer und ruhiger Stimme, „ein echter Mann liegt nicht unten beim Sex.“

Sanji sah ihn an wie jemand, der gerade einen besonders schlechten Witz gehört hatte. „Ernsthaft jetzt?“

Zorro zog eine Augenbraue hoch. Dann kam es wie aus der Pistole geschossen:

„Natürlich. Ein echter Mann würde sowas nicht machen. Echte Männer liegen nicht unten“

Eiskalte Stille.

Sanji drehte sich nun vollständig zu ihm um, langsam, und sah ihn mit einem Ausdruck an, der zwischen Ungläubigkeit und schwelender Wut schwankte.

„Du fängst tatsächlich WIEDER mit diesem Mist an? Und du willst mir ernsthaft gerade sagen, ich bin kein echter Mann, weil ich bei dir unten liege?“

Zorro runzelte die Stirn, als hätte er sich nicht überlegt, was seine Worte eigentlich bedeuteten. „Das hab ich nicht… also, ich meinte nur—“

„Oh, du hast es genau so gemeint“, fauchte Sanji, setzte sich auf und zog das Laken fester um seine Hüften. „Weißt du, Zorro, ich hab viele Dinge von dir ausgehalten. Deine Steinzeit-Lektionen. Dein verkrampftes Gehabe. Deine Obsession mit 'echter Männlichkeit'. Aber das hier—?“

Zorro richtete sich halb auf. „Ich meinte nicht, dass du kein Mann bist. Ich—“

„Doch, genau das hast du“, unterbrach ihn Sanji scharf. „Du hast gerade mit einem einzigen Satz alles, was wir teilen, in Frage gestellt. Als wär ich weniger. Als wär das, was ich dir gebe, was ich zulasse, ein Makel, kein Beweis von Vertrauen. Du weißt nicht, was es bedeutet, sich so zu öffnen. Du siehst nur, wer oben ist. Wer 'führt'. Und das macht dich nicht stark, Zorro. Das macht dich engstirnig du Scheißkerl!.“

Zorro senkte den Blick. Seine Fäuste ballten sich auf dem Laken, aber nicht aus Wut – eher aus Unbehagen. Als ob er selbst zum ersten Mal wirklich zuhörte.

„Nein…das…“ fing er an, doch Sanji wollte das nicht hören. Erbost schnappte er sich die Decke, raffte sie noch fester und sprang auf. Zorro bekam ihn gerade noch am Handgelenk zu fassen.

„Bitte!“ rief er fast ängstlich. Im vollen Bewusstsein, dass er gerade wirklich einen enormen Fehler gemacht hatte.

„Bitte geh nicht! Bitte!“ flehte er ganz untypisch und…ja…auch unmännlich.

Sanji atmete tief durch, ließ sich wieder auf die Matratze sinken, aber mit spürbarem Abstand.

„Weißt du... ein echter Mann trägt keine Maske aus Dominanz. Ein echter Mann weiß, was Nähe bedeutet. Und dass Liebe nichts mit Oben oder Unten zu tun hat.“

Lange herrschte Stille.

Dann murmelte Zorro leise, reumütig:

„Ich hab's nicht so gemeint. Ich bin einfach... nicht gut mit dem, was ich fühle. Wenn du unten liegst, denk ich nicht, dass du schwächer bist. Im Gegenteil. Wahrscheinlich bewundere ich dich eher, dass du die Stärke hast. Ich… hab nur Angst, etwas abzugeben. Die Kontrolle. Mich.“

Sanji sah ihn an – ein Blick, der nicht mehr wütend war, sondern verletzter, als Zorro es sich je eingestanden hätte.

„Dann lern’s, Schwertheld. Denn solange du meinst, ich müsste dir etwas beweisen, kannst du nicht erwarten, dass ich mich bei dir sicher fühle.“

Zorro nickte. Still. Schuldbewusst.
 

Fazit der Zusatzlektion:

Ein echter Mann liegt vielleicht oben –

aber ein wirklich starker Mann weiß,

dass sich fallen lassen keine Schwäche ist.

Und dass es mutiger ist, ein Herz zu öffnen,

als jedes Schwert zu führen.
 

+*+*+*+*+*+
 

Keine Lektion mehr
 

Der nächste Morgen auf der Thousand Sunny war ungewöhnlich ruhig.

Sanji stand früh auf, viel früher als sonst. Kein Pfeifen, kein Duft nach frischen Croissants. Nur das gleichmäßige Geräusch des Schneidens von Gemüse in der Kombüse, scharf, schnell, fast schon wütend. Die Zigarettenglut in seinem Mund glühte heller als sonst, seine Schultern wirkten steifer, als würde er ein Gewicht tragen, das nicht von Einkaufskisten oder Kochtöpfen stammte.

Zorro kam später. Barfuß, mit den Katana am Haramaki, wie immer. Aber als er die Kombüse betrat, stockte er kurz.

Sanji sah nicht auf. „Frühstück ist fertig. Kannst dir was nehmen.“ Sagte er fast emotionslos, aber Zorro hörte den Unterton heraus.

Er trat näher, stellte sich in die Tür, sagte nichts. Beobachtete nur, wie Sanji mit übertriebener Präzision Karotten in perfekte Scheiben schnitt. Wie er ihm den Rücken zudrehte.

„Hör zu…“, begann Zorro.

„Du musst keine neue Lektion bringen“, sagte Sanji, ruhig, aber angespannt. „Ich hab’s kapiert.“

Zorro trat ein paar Schritte näher, dann blieb er stehen. „Ich bring keine neue Lektion.“

Stille.

„Ich wollte nur sagen… du hattest recht.“

Sanji hörte auf zu schneiden, langsam. Sah aber noch immer nicht auf.

„Ich hab immer geglaubt, ich müsste stark sein. Hart. Unnachgiebig. Immer kämpfen, immer gewinnen, immer oben. Aber als du mich gestern angesehen hast… da hab ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich mit all dem eher davonlaufe.“

Sanji drehte sich jetzt langsam um. Seine Augen wirkten müde, aber offen.

„Du bist mutiger als ich, Sanji. Weil du zulässt. Weil du gibst. Weil du dich nicht schämst für deine Nähe, deine Wärme. Und… ich hab dich dafür kleiner gemacht. Dabei ist es genau das, was ich… was ich liebe.“

Sanji blinzelte. Ein Atemzug blieb ihm im Hals stecken.

Zorro trat ganz nah an ihn heran. Kein Schwert, keine Pose. Nur Zorro. Unbewaffnet im Innersten.

„Ich liebe dich“, sagte er schlicht. „Und ich will nicht, dass du dich bei mir je wieder fragst, ob du 'echter Mann' genug bist. Denn du bist mehr Mann, als ich’s je sein könnte.“

Sanji sah ihn lange an. Dann, ohne ein Wort, legte er Stirn an Stirn. Lehnte sich gegen ihn, ließ den Dampf, den Schmerz, die Wut und das verletzte Ego los – einfach so. Zorro schloss die Augen, stand erst ganz still, ehe er seine Arme beinahe verzweifelt um Sanjis schlanke Taille schlang.

Sanji atmete tief  durch und legte seine Hände auf Zorros Rücken. Nicht fest, aber doch präsent.

„Idiot“

„Ich weiß. Es tut mir leid. Wirklich“

„Du liebst mich?“

„Ja“

„Ist ziemlich unmännlich, wie du jetzt hier in meinen Armen liegst und mir ein Liebesgeständnis machst“

„Ich weiß, aber das ist mir egal. Einen richtigen Mann wie dich, werde ich wohl eh nie erreichen.“

Sanji schmunzelte leicht und drückte Zorro fester.

„Wer weiß, Marimo… vielleicht kann ich DIR ja noch ein paar Lektionen beibringen“.

Zorro nickte stumm und hielt sich fest. So standen Sie einfach beieinander. Zorro ließ sich halten. Ohne zu führen. Ohne zu beweisen. Ohne oben zu sein.

Es war keine Lektion.

Es war ein Schritt. Vielleicht der erste echte.

"Ich liebe dich" murmelte Zorro erneut.

"Ich liebe dich auch"
 

Fazit:

Manchmal beginnt Stärke da, wo man aufhört, sie beweisen zu wollen.

Und manchmal endet eine Reihe von Lektionen –

weil das Herz endlich gelernt hat, still zu sprechen.
 

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So ihr Lieben,

das war es jetzt endgültig. "Ein richtiger Mann" ist beendet. Diese Geschichte liegt mir sehr am Herzen, weil es tatsächlich meine erste längere Geschichte ist, welche ich hier hochgeladen und beendet habe.

Ich bedanke mich wirklich aus tiefstem Herzen für alle Empfehlungen, Favoriten-Einträge und besonders bei den Kommentarschreiberlingen.

Ich habe noch einige Geschichten auf meinem Rechner, aber da von denen noch keine abgeschlossen ist, wird es mit dem Hochladen noch dauern.
 

Vielen Dank und ein tolles Wochenende wünsche ich euch!

Eure Dragon



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Kommentare zu dieser Fanfic (22)
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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Chaoskid
2026-01-05T21:14:35+00:00 05.01.2026 22:14
Ich bin ja bekennender Fan von Sanji.
In 90 Prozent aller Storys ist er der weiblichere Part der Beziehung zwischen den Beiden.
Ich hab selten Storys gelesen die so wunderbar meine Einschätzung zu Sanji auf den Punkt gebracht haben. Nämlich die, dass er eigentlich die deutlich gefestigtere Persönlichkeit ist.
Die Dialoge in deiner Geschichte sind herrlich.
Es ist witzig und gleichzeitig zum Nachdenken.
Ich mag deinen Stil.
Werde jetzt weiter in deinen Storys stöbern.

Lg Chaos
Antwort von:  Dragon1
22.01.2026 11:14
Hallo Chaoskid,

endlich finde ich die Zeit auf deinen lieben Kommentar zu antworten. Vielen Dank, dass du die Geschichte gelesen hast und sie dir Freude bereiten konnte.

Ich habe mich wirklich sehr über deinen Kommentar gefreut.
Ich kann nicht leugnen, dass mir auch manchmal der schüchterne/devote Sanji gefällt, aber gerade da er im Anime langsam so...nun...ich nenne es mal "verunstaltet" wird von Toej - wollte ich einen Sanji in meine Geschichte bringen, so wie ich ihn mir auch im Anime wünschen würde.
Sanji ist und war der einzige Grund für mich tatsächlich OnePiece zu sehen und ich freue mich so viele Gleichgesinnte in diesem Genre zu finden.
Also nochmals vielen Dank für deinen Kommentar und bis bald^^

Dragon
Von:  Hito
2026-01-02T11:04:38+00:00 02.01.2026 12:04
Vielen Dank für diese kreative, lustige und zugleich nachdenklich stimmende FF! Ich habe sie sehr genossen!
Antwort von:  Dragon1
22.01.2026 11:10
Liebe Hito,

endlich finde ich die Zeit auf deine lieben Kommentare zu antworten. Vielen Dank, dass du die Geschichte gelesen hast und sie dir Freude bereiten konnte.
Ich habe mich mega über die vielen nachträglichen Kommentare zu den Kapiteln gefreut. Gerade, wenn eine Story abgeschlossen ist, denkt man ja auch als Autor: Tja, dass wars dann.
Aber umso schöner, wenn sich dann doch noch Leser zu Wort melden.
Vielen Dank dafür!
Dragon
Von:  Hito
2026-01-02T10:57:59+00:00 02.01.2026 11:57
Ich habe mich bei >>„Keine Lektion 15? Keine Weisheit darüber, dass ein echter Mann nur mit Moos auf dem Kopf erfolgreich ist?“<< weggeworfen!
Tolle Lektionen und super Gedankengänge!
Von:  Hito
2026-01-02T10:53:31+00:00 02.01.2026 11:53
Wie du Zorros Gedanken- und Gefühlswelt dargestellt hast, gefällt mir sehr gut! ich bin auf Sanjis Sicht gespannt.
Von:  Hito
2026-01-02T10:46:27+00:00 02.01.2026 11:46
Und nun bin ich endlich dazu gekommen deine tolle FF weiterzulesen! Eine tolle lektion, die einen selbst (wie auch zuvor) zum Nachdenken anregt. Toll geschrieben!
Von:  CharlieBlade1901
2025-10-10T20:37:02+00:00 10.10.2025 22:37
Das.... Ist so unfassbar süß. Ich glaub du solltest ein Dusclaimer in dieses Kapitel einfügen. Warnung möglich Diabetes Gefahr. Aber wirklich das ist das perfekte Ende, mega süß. Wirklich.
Antwort von:  Dragon1
22.01.2026 11:09
Liebe CharlieBlade,

endlich finde ich die Zeit auf deine lieben Kommentare zu antworten. Vielen Dank, dass du die Geschichte gelesen hast und sie dir Freude bereiten konnte.

Ohje... und das obwohl ich gar keinen Zucker essen darf^^ Dann das nächste Mal mit einer Warnung. ^^
Wie schön, dass dir das Ende gefallen hat! Ich freue mich sehr über deinen Abschlusskommentar!
Vielen Dank nochmal und bis bald wieder!

Dragon
Von:  Akuma13
2025-10-10T13:37:40+00:00 10.10.2025 15:37
als ich den Titel des Kapitels gelesen habe, musste ich grinsen und dachte: da werden die Fetzen fliegen.
Ich liebe dieses Kapitel und vor allem auch Deinen Schreibstil. Zorro und Sanji die sich zoffen und dann zusammen kommen... ein alter Hut. Aber Deine Geschichte war erfrischend und ich habe natürlich schon längst Deine andere Zorro-Sanji-Fanfic gelesen und werde geduldig wartend die Augen offen halten, bis von Dir etwas Neues kommt.
Mach weiter so.❤️
Antwort von:  Dragon1
22.01.2026 11:07
Liebe Akuma,

endlich finde ich die Zeit auf deine lieben Kommentare zu antworten. Vielen Dank, dass du die Geschichte gelesen hast und sie dir Freude bereiten konnte.

Ich habe mich lange gefragt, ob das eine Geschichte wäre, die überhaupt Anklang finden würde. Aber umso mehr freue ich mich, dass so viele Leser sich gemeldet haben und die Geschichte toll fanden.
Vielen Dank nochmal und bis bald wieder!

Dragon
Von:  Akuma13
2025-10-10T13:23:02+00:00 10.10.2025 15:23
eigentlich braucht dieses Kapitel als Kommentar auch keine Worte... einfach nur *seufz* *schmacht* und *hach* und natürlich ganz viel ❤️❤️❤️❤️

Von:  CharlieBlade1901
2025-10-05T19:37:15+00:00 05.10.2025 21:37
Punkt nummer 1 hast dir echt lange zeit gelassen, bis du postest. Und ich schau und schau und schau jeden Tag. Und nichts. Kein Kapitel, bis jetzt.


Also zum Kapitel:
Aaaaaaaawwwwwww😍😍😍😍
Antwort von:  Akuma13
06.10.2025 17:03
ich schließe mich zu 100% an und krieg das Grausen, wenn ich dran denke, dass nur noch 2 Kapitel kommen 😱😭
Antwort von:  Dragon1
10.10.2025 10:35
Hallo Ihr Beiden. Vielen Dank für euren Kommentar.
Ja, alles hat mal ein Ende und ich hoffe ich konnte euch mit dem Epilog und dem Zusatzkapitel noch eine Freude machen. Ich habe beides heute hochgeladen und die Geschichte ist somit beendet. Ich hoffe es hat euch gefallen. Vielleicht bekomme ich ja noch einen Abschlusskommentar. Würde mich freuen^^ Vielen Dank nochmal und alles Gute für euch!
Von:  CharlieBlade1901
2025-09-24T12:33:48+00:00 24.09.2025 14:33
Aaawww bitte sag, dass Sanji auch so fühlt.
Antwort von:  Dragon1
24.09.2025 17:47
Da musst du dich wohl oder übel. Bis nächste Woche gedulden...hihi
XD
Antwort von:  CharlieBlade1901
24.09.2025 18:49
BIS NÄCHSTE WOCHE? Willst du mich umbringen?😱😱😱
Antwort von:  Dragon1
24.09.2025 21:06
Na, ich muss doch die Spannung ein bisschen hochhalten. XD
Aber vielleicht melden sich ja noch ein, zwei Leser. Dann würde ich mich auch breitschlagen lassen, das Kapitel eher hochzuladen *smile*


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