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Was man von hier aus nicht mehr sehen kann

von

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Home24 hat nie verstanden, warum wir diese Katze mochten


 

An einem wunderschönen Tag mit strahlend blauem Himmel nahm Isao Kondo draußen auf der Straße einen langen und tiefen Atemzug. Die Luft war herrlich an diesem Tag und der Chef der Shinsengumi fühlte sich so gut und lebendig wie lange nicht mehr. In Edo war es erfreulich ruhig in letzter Zeit und selbst Otae hatte ihn eben nur kurz verprügelt, nachdem sie ihn unter ihrem Kotatsu hervorgezogen und aus dem Haus geschmissen hatte.

Ja, es war ein großartiger Tag.

Kondo hatte das Gefühl, dass an einem derart schönen Tag nichts schiefgehen konnte. Beschwingt und frohen Mutes betrat er das Hauptquartier der Shinsengumi und lächelte dabei sogar. Kein mysteriöser Grinch würde auftauchen, keine komplizierten Liebesgeschichten (die im Gegensatz zu der zwischen ihm und Otae im Drama endeten) passieren, kein Fernsehsender gestürmt werden und vor allem würde kein knuspriges Brötchen den Weltuntergang einleiten. Er hatte einen freien Tag und wollte den Rest davon damit verbringen, weiter an seinem inoffiziellen Otae-Sammelalbum zuarbeiten. Wegen der ganzen Krisen war er schon lange nicht mehr dazu gekommen. Wie schön die Welt doch war, wenn endlich einmal kein-

„WELTUNTERGANG!!“

-drohte.

Kondo zuckte zusammen, als er diesen lautstarken Ausruf gehört hatte. Was war denn nun schon wieder los?? Das waren doch eindeutig die Stimmen von Toshi und Sogo gewesen; warum schrien die sich die Seele aus dem Leib?? Er ahnte, dass, wenn diese zwei so einträchtig brüllten, es mit allergrößter Wahrscheinlich um dieses eine Thema ging, doch sicherheitshalber musste er nach ihnen sehen. Vielleicht war ja tatsächlich etwas Schlimmes geschehen und nur er konnte seine zwei treuen Freunde noch retten! Ja! Nur er war in der Lage, sie vor Unheil zu bewahren!

So gestärkt rannte Kondo in die Richtung, aus der der Schrei gekommen war. Blitzschnell schob er die Türe zu dem Zimmer, in dem der Fernseher stand, auf und … stellte ein für alle Mal fest, dass die zwei nicht mehr zu retten waren. Warum konnten sie keine normalen Hobbys haben – so wie er?

Das Bild, das sich im Fernsehzimmer bot, war ein so gewohntes, dass selbst Kondo sich fragte, ob der Autorin dieser Geschichte nichts Neues mehr einfiel: Toshiro Hijikata stand gleichermaßen erbost und verzweifelnd vor dem Fernsehgerät und schüttelte es, während Sogo Okita dabeistand und immer wieder rief:

„Machen Sie Platz, Hijikata-san, ich werde den Fernseher für diesen Frevel bestrafen!“ Sein Schwert hatte er bereits in der Hand.

„Sagt mir bitte, dass es nicht schon wieder um Wonderful Wormgirl geht.“ Kondo betrat kopfschüttelnd das Zimmer und marschierte schnurstracks zum Fernseher, wo er sich zwischen diesen und die aufgebrachten Serienjunkies stellte. Er hatte schon gesehen, dass auf dem Bildschirm Wormgirl und Hamster Noir liefen. „Toshi, bitte, unser Budget für Elektrogeräte ist komplett aufgebraucht. Ihr könnt nicht schon wieder einen Fernseher zerteilen, nur weil euch irgendwas an der Serie nicht passt.“

„Du verstehst den Ernst der Lage nicht, Kondo-san“, erklärte Hijikata, zog eine neue Zigarette aus einer Packung und zündete sie sich an. „Es ist eine Frage der Ehre.“

„Häh? Ich bin mir ziemlich sicher, dass das ein alter US-Film ist“, erwiderte Kondo irritiert. „Und ein Crossover davon mit Wonderful Wormgirl wäre echt seltsam, oder?“

„Nicht so seltsam, wie Sie glauben“, schaltete sich Okita nun überraschend ruhig in das Gespräch ein. „Diese Crossover sind gerade schrecklich in Mode. Die Sender glauben, sie könnten die Einschaltquoten für beide Serien in die Höhe treiben, wenn sie sie koppeln. Letzte Woche lief eine Crossover-Folge von Grey’s Anatomy und In Neun Tagen zum Altar. Es war das reinste Gemetzel. Mir persönlich aber viel zu kitschig.“

„Vergiss nicht das ‚ACU‘“, ergänzte Hijikata. „Das ‚Altar Cinematic Universe‘, mit allen Charakteren aus allen Formaten des Senders. Und ich weiß noch nicht, wie ich das angekündigte Crossover von Jujutsu Kaisen und Bluey finden soll.“

„Ja, oder das von Attack on Titan und jeder Renovierungssendung auf Home&Garden TV“, gab Okita ihm ungewohnterweise Recht.

Kondo zog bei diesem Satz eine enttäuschte Miene. „Ich finde es immer noch schade, dass wirklich keines dieser Bauunternehmer-und-Innenarchtiketinnen-Pärchen mir bei meiner Renovierung helfen wollte.“

Hijikata nahm einen tiefen Zug von seinem Glimmstängel. „Vielleicht bittest du sie das nächste Mal nicht darum, dir beim Bau eines Tunnels in Otae Shimuras Schlafzimmer zu helfen.“

„Ah, du meinst, dieser Auftrag war zu schwierig?“

„… Ja. Das war der Grund.“ Hijikata räusperte sich.

„Oder aber weil selbst die Leute auf Home&Garden TV so etwas wie Moralvorstellungen besitzen“, warf Okita ein.

„Wie dem auch sei“, fuhr Kondo fort, „was ist denn dieses Mal euer Problem? Eure Serie kommt doch.“ Er zeigte hinter sich auf die laufende Folge, worauf Hijikata umgehend den Kopf schüttelte.

„Es ist die falsche Folge. Das dort ist die 743. Wiederholung von Folge 14, aber für heute war die erste Folge der neuen Staffel angekündigt.“

„Häh?“, machte der verwirrte Chef der Truppe von neuem. „Ich dachte, die Serie sei längst beendet?“

„Ja, das dachten wir auch“, erklärte Okita. „Aber dann wurden 23 finale Staffeln angekündigt. Und auf diese warten wir nun.“

Überfordert kratzte Kondo sich am Hinterkopf. Es war deutlich, dass er bei all diesen Zahlen nicht mehr mitkam. „Und diese Folge, die jetzt läuft, wollt ihr nicht sehen?“

„Die lief gestern schon!“, empörten sich die zwei Untergebenen in untypischer Eintracht.

„Ich verstehe.“ Kondo nickte. „Vielleicht ist der Sender in einer Zeitschleife gefangen?“

„Nur der Sender?“ Hijikata hob skeptisch eine Augenbraue. „Das ist unwahrscheinlich.“

„Dann … dann …“ Kondo überlegte fieberhaft, konnte sich jedoch keinen Reim auf das Geschehen machen. Für ihn hatte es oberste Priorität, Toshi und Sogo zu beruhigen und von überstürzten Aktionen abzuhalten. „Ah!“, kam ihm endlich eine Idee. „Wo ist Yamazaki? Der kennt das Fernsehprogramm doch immer auswendig. Möglicherweise weiß er, was los ist.“

Die drei Männer warteten kurz ab und blickten sich dann stillschweigend im Raum um.

„Yamazaki ist nicht hier … oder?“, fragte Hijikata und nahm ein weiteres Mal jeden Winkel in Augenschein.

„Ich glaube nicht.“ Okita blickte sogar unter den niedrigen Tisch, während Kondo ein Buch aus dem Bücherregal nahm und es geschwind durchblätterte.

„Hier drin ist er auch nicht.“

„Jetzt weiß ich auch nicht, wie ich diese Wendung finden soll“, lamentierte Okita. „Normalerweise sitzt Yamazaki doch immer schon im Raum. Müssen wir ihn etwa suchen gehen? Dafür scheint mir der Grund dann doch nicht wichtig genug zu sein.“

Hijikata gab ihm ein Zeichen, leise zu sein. Er schien etwas gehört zu haben. Da hörten die beiden anderen ebenso, wie sich ihnen etwas näherte. Plötzlich wurde mit Schwung die Tür wieder aufgeschoben und im Türrahmen erschien – völlig außer Atem und sichtlich abgehetzt – niemand Geringeres als Sagaru Yamazaki.

„Sie … haben … nach … mir … verlangt?“, keuchte dieser.

„Huch? Wie funktioniert denn das?“, wunderte Kondo sich.

„Wir haben dreimal seinen Namen gesagt“, antwortete Hijikata gelassen und als wäre es das Normalste auf der Welt.

„Und dann erscheint er einfach?“ Kondo war immer noch ganz baff. „Ist da ein Trick dahinter?“

„Nein, Klickertraining“, erwiderte Okita trocken.

„Was kann ich … für Sie tun?“ Allmählich erholte Yamazaki sich von seinem Sprint.

„Das Fernsehprogramm für heute?“, fragte der Vizekommandant und sein treuer Untergebener salutierte auf der Stelle.

„Heute sollte die Erste der vollkommen normalen Anzahl an finalen Staffeln von Wonderful Wormgirl beginnen!“

„Tut sie aber nicht.“ Hijikata nahm einen Zug von seiner Zigarette und blies den Rauch gen Fernseher, auf dem nach wie vor eine Folge wiederholt wurde.

„Das ist seltsam.“ Yamazaki runzelte die Stirn, als er zum Bildschirm blickte. „Ich habe, wie Sie es gewünscht haben, vorher beim Sender angerufen, um mir dies bestätigen zu lassen.“

„Toshi, du lässt Yamazaki beim Sender anrufen?“ Kondo schüttelte missbilligend den Kopf. „Das gehört eigentlich nicht zu seinen Aufgaben und widerspricht unserem Ehrenkodex.“

Sie sollten wirklich aufhören, von dem Ehrenkodex zu reden“, warf Okita nicht weniger missbilligend ein.

„Das macht mir nichts aus, Chef!“, wandte Yamazaki ein. „Ich will den Vizekommandanten nicht noch einmal so leiden sehen wie damals, als er wegen der falsch angegebenen Sendezeiten den Anfang der letzten Folge von Pokémon verpasst hat.“

„Ja, stimmt, das war eine harte Zeit für uns alle“, gab Kondo ihm Recht.

„Das heißt“, sagte Okita nachdenklich, „der Sender ist wahrscheinlich nicht Schuld an diesem Problem. … Sollen wir ihn vorsichtshalber trotzdem zu Kleinholz schlagen?“

„Kein Kleinholz, Sogo“, verbot Kondo ihm. „Wir finden sicherlich eine andere Lös-ah! Was ist jetzt los?“

Mitten im Satz des Chefs der Shinsengumi fiel der Strom aus. Es war noch hell draußen, sodass die vier nicht im Dunkeln standen, doch der Fernseher, eine Lampe im Raum und eine Digitaluhr, die sie Kondo geschenkt hatten, weil dieser mit einer solchen besser zurechtkam, gingen alle plötzlich aus.

„Ein Stromausfall?“ Okita versuchte, den Fernseher wieder einzuschalten, aber es tat sich nichts. „Sollen wir vorsichtshalber das Kraftwerk zu Kleinholz schlagen?“

„Was stimmt mit dir nicht??“, empörte sich Hijikata. „Wie soll uns das helfen??“

„Ah, sehen Sie, der Strom ist wieder da“, informierte Yamazaki die anderen und tatsächlich funktionierten sowohl Fernseher, als auch Lampe und Uhr wieder.

„Hmm, solche Stromausfälle hat es in letzter öfter gegeben.“ Hijikata beäugte den Fernsehbildschirm, auf dem nun ein schwaches Flackern zu sehen war.

„Meinen Sie, das hat etwas zu bedeuten?“, fragte der Rangniedrigste, als auch ihm das stärker werdende Flackern auf dem Bildschirm auffiel. Wormgirl war gerade dabei ihr magisches Frisbee nach dem Bösewicht dieser Folge zu werfen.

Der rauchende Vorgesetzte zuckte mit den Schultern. „Ich würde mich deswegen noch nicht verrückt machen.“

Auf einmal flackerte das Bild ununterbrochen und – die Anwesenden trauten ihren Augen kaum – das Frisbee schoss aus dem Gerät heraus und donnerte gegen Yamazaki. Dieser machte jedoch keinen Laut, als er getroffen wurde, er sackte lediglich ein Stück zusammen und ließ nun den Kopf hängen.

„Yama-Yamazaki?“, fragte Kondo behutsam. Ihm war mehr als bewusst, dass hier wieder etwas Seltsames vonstatten ging.

Ruckartig richtete sich Yamazaki wieder auf und hatte dabei einen merkwürdig leeren Gesichtsausdruck.

„Erzählt mir nicht, dass das Universum wieder durch ihn spricht“, meckerte Okita. „Das hatten wir schon und das hat nicht sonderlich gut geklappt.“

„Ich bin nicht das Universum“, ertönte eine Frauenstimme aus Yamazakis Mund und unverzüglich zogen Okita und Hijikata scharf die Luft ein. Diese Stimme! Da gab es keinen Zweifel! Diese bezaubernde, engelsgleiche Stimme … sie gehörte-

„Ich bin Wormgirl“, fuhr die Stimme, die durch Yamazaki sprach, fort, während Hijikata und Okita ehrerbietig niederknieten.

„Äääh“, wandte Kondo ein. „Ich dachte, du wärst eine Figur aus einer Animationsserie?“

„Das bin ich auch. Jedoch ist meine Existenz bedroht. Ein gefährlicher Algorithmus hat sich in meine Serie geschlichen und droht, sie, nein, alles zu zerstören! Im Angesicht dieser Gefahr bin ich quasi lebendig geworden, um euch um Hilfe zu bitten!“

„Klingt das glaubhaft?“, hakte Kondo zweifelnd nach, wurde aber von Hijikata sogleich abgewürgt.

„Vergib ihm, Wormgirl-sama, er ist deiner unwürdig. Sprich lieber mit mir.“

„Vergiss ihn, Wormgirl-sama“, mischte sich Okita ein, „Hijikata-san ist im Allgemeinen und ganz generell unwürdig. Sprich lieber nur mit mir.“

„Ihr seid alle unwürdig, aber ich habe keine andere Wahl“, erklärte Wormgirl weiter. „Durch den gefährlichen Algorithmus werden die immer gleichen Episoden ohne Unterlass wiederholt. Meine Serie kommt nicht mehr von der Stelle. Und es passiert auch in anderen Serien. Der Algorithmus breitet sich immer weiter aus. Bitte, ihr müsst ihn stoppen. Ich ertrage diese Wiederholungen selber nicht mehr!“

„Ich würde grundsätzlich alles tun, was du von mir verlangst, aber …“ Hijikata tauschte einen Blick mit dem achselzuckenden Okita aus, „keiner von uns versteht etwas von Algorithmen.“

„Mir wurde in der Tat schon oft gesagt, ich hätte überhaupt kein Rhythmusgefühl.“ Kondo nickte ernst.

„Bitte, ihr müsst einen Weg finden, den Algorithmus aufzuhalten!“, flehte Wormgirl von neuem. „Sonst überschreibt er alles mit seinem teuflischen Code und ich, meine Freunde und alle anderen werden verschwinden!“ Wormgirl stieß einen letzten verzweifelten Hilferuf aus, ehe ihre Zeit in der realen Welt abgelaufen war und sie Yamazakis Körper wieder verließ. Das arme Shinsengumi-Mitglied kippte ohnmächtig vornüber und wurde gerade so von Kondo aufgefangen.

„Wieso wird eigentlich ständig Yamazakis Körper von irgendwem übernommen, um zu uns zu sprechen?“, äußerte er besorgt.

„Vielleicht weil er eine leere Hülle ist?“, überlegte Okita laut und mitleidslos.

„Wieso konnte Wormgirl nicht bleiben?“ Hijikata stand vom Boden auf und zündete sich eine neue Kippe an. „Es hat zwar lange gedauert, Yamazaki zu trainieren, aber ich hätte trotzdem nichts dagegen gehabt, wenn sie geblieben wäre. Und außerdem“, er warf Okita einen Blick zu, „wer war denn das letzte Mal von einer Katze ferngesteuert worden?“

„Ich weiß nicht, was Sie meinen.“ Der hellhaarige Offizier stand ebenso vom Boden auf. „Ich kann mich an keine Katze erinnern.“

„Deine Amanto-Katze, die die Kontrolle über dich übernommen hatte, um uns vor dem Weltuntergang durch ein knuspriges Brötchen zu warnen?“ Hijikata erntete eine ausdruckslose Miene als Antwort. „Ist das Verdrängung oder ist es dir peinlich?“

„Ach, die Katze.“ Okita winkte ab. „Das ist doch ein alter Hut, Hijikata-san. Daran wird sich kaum ein Leser erinnern können, warum sollte man sie dann noch einmal aufgreifen? Sie hat sich zwar noch einmal bei mir gemeldet, aber das war es dann auch.“

„Sie hat sich noch einmal gemeldet?“ Der Vizechef hob fragend eine Augenbraue. „Wie? Und warum?“

„Sie und alle Katzen der Welt schickten mir heute Morgen einen Brief, in dem stand: ‚Bis dann! Und danke für die ganzen Mäuse.‘“

„Alle Katzen der Welt?“, hakte Kondo nach, der dem bewusstlosen Yamazaki Luft zufächerte.

„Ein Abschiedsbrief von allen Katzen auf der Welt?“ Auch Hijikata konnte diese Nachricht nur schwer verarbeiten.

„Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, scheint mir das kein gutes Zeichen zu sein“, sagte Okita. „Die wissen irgendetwas, was wir nicht wissen.“

„Oder etwas, das wir bis eben nicht wussten.“ Hijikata fiel beinahe die Zigarette aus dem Mund, als er wieder zur laufenden Folge von Wonderful Wormgirl blickte. Die Farben, das Charakterdesign und der Animationsstil waren plötzlich anders, die Figuren klangen anders und die Dialoge ergaben überhaupt keinen Sinn mehr.

Jetzt sollten wir uns verrückt machen.“

„Hmm …“ Sichtbar grübelnd betrat Shinpachi die Alles-Agentur. „War das Einbildung? … Nein …. Oder doch? Hmm …“

„Shinpachi, wenn das ein Versuch ist, dich interessanter zu machen, lass es. Es hat keinen Zweck“, begrüßte Gintoki ihn auf der Couch sitzend.

„Ich habe es nicht nötig, mich interessanter machen zu wollen“, entgegnete der Brillenträger ruhig. „Ich denke nur über etwas nach, was ich heute Morgen gesehen habe. Oder glaube, gesehen zu haben.“

„Geld? Frauen? Erdbeermilch?“

„NEIN! NICHTS DAVON! UND ÜBERHAUPT: WAS IST DAS FÜR EINE SELTSAME REIHENFOLGE??“ Mit der Ruhe war es schnell vorbei gewesen.

„Dann interessiert es mich auch nicht.“

„Ich weiß nicht. Ich habe so ein Gefühl, es sollte uns interessieren. Es wirkte wie ein schlechtes Omen.“

„Dann will ich es erst recht nicht wissen.“ Gintoki winkte ab, aber Shinpachi ließ nicht locker.

„Würde es dich nicht beunruhigen, wenn du beobachtest, wie die Nachbarskatze von einem Raumschiff hochgebeamt wird, das eindeutig von Katzen-san gesteuert wurde?“

Gintoki legte den Kopf schief. „Katzen-san?“

„Du weißt schon. Die Amanto-Katze, die uns vor dem knusprigen Brötchen gewarnt hat.“

„Knusprige Brötchen sind wirklich nicht ganz ungefährlich. Du willst nur einen leckeren Snack und zack! blutet dein Gaumen.“

Shinpachi seufzte tief. „Sag mir nicht, du kannst dich nicht an das letzte Abenteuer und Katzen-san erinnern?“

Gintoki schüttelte den Kopf.

„An das ganze Trara mit der Home24-Katze?“

Gintoki schüttelte den Kopf.

„Wie kannst du das vergessen?! Diese Katze ist sogar in zwei Geschichten aufgetaucht!!“

„Shinpachi, einfache Frage: Macht sie Werbung für Erdbeermilch?“

„Nicht, dass ich wüsste.“

„Da hast du deine Antwort.“

„ARGH!“ Der bedauernswerte Jüngere fing an, sich die Haare zu raufen.

„Ich wusste nicht, dass du eine solche Obsession mit dieser Katze hast.“

„HABE ICH AUCH NICHT! WENN ÜBERHAUPT IST DIE AUTORIN VON IHR BESESSEN!“

„Na na, zieh da keine Unschuldigen mit herein.“

„AAAAAARRGH!“, entfuhr es Shinpachi, der sich nicht erinnern konnte, schon einmal so früh in der Geschichte so weit an den Rand eines Nervenzusammenbruchs geführt worden zu sein. „Wie soll diese schwachsinnige Diskussion jemals zu einer vernünftigen Handlung führen??“

„Ich glaube, dass soll sie erst einmal auch nicht“, erwiderte Gintoki seelenruhig und deutete Shinpachi an, auf etwas zu achten.

Dieser zuckte leicht zusammen, als er bemerkte, worauf sein Vorgesetzter ihn hinweisen wollte.

„Moment, woher kommt diese Melodie? Und wieso klingt sie wie das, was bei der Oscarverleihung immer gespielt wird, um die Dankesreden abzuwürgen?“

„Das erste Kapitel wird Autorin-sama zu lang. Daher beendet sie unsere Diskussion jetzt auf diese Weise.“

„WAS IST DENN DAS FÜR-“

Der Rest von Shinpachis erzürntem Ausbruch schaffte es nicht mehr in dieses Kapitel.
 

Die Duelle bei Yu-Gi-Oh! vorzuspulen, ist völlig in Ordnung


 

„EIN MIST?!“ … Shinpachis Wut verdampfte und er blickte sich irritiert um. „Ernsthaft? Autorin-sama hat den Schluss meines Satzes aus dem ersten Kapitel hier an den Anfang gestellt? Das wirkt doch jetzt total dumm, wenn da steht: ‚ein Mist.‘ Als wäre ich nicht in der Lage, ganze und grammatikalisch korrekte Sätze zu formulieren.“

„Hah~“, machte Gintoki entspannt und lehnte sich auf dem Sofa zurück. „Wie es aussieht, hat sie es dieses Mal auf dich abgesehen und ich bin aus dem Schneider. Sie hat bestimmt mitgekriegt, wie du sie wegen einer ihrer Ausdrücke kritisiert hast.“

Sich seiner Schuld unbewusst, kreuzte Shinpachi die Arme vor der Brust. „Sie hatte in den Anmerkungen etwas von ‚Gintamischer Exaggeration‘ geschrieben. Ich meine, bitte, wer hat es denn nötig, sich so auszudrücken? Das war alles, was ich gesagt ha- …. Moment. Gin-san, das habe ich doch nur dir gegenüber erwähnt, wie kann dann die Autorin davon wissen?“

Kaum merklich fuhr der silberhaarige Held zusammen. „Uhm … äh, uhm … bestimmt hat jemand unsere Unterhaltung belauscht und es ihr gesteckt, um sich mit ihr gut zu stellen. Es gibt schon echt bemitleidenswerte Kreaturen da draußen. Würden einen guten Freund für die Hoffnung auf eine geschönte Darstellung in einer Fanfiction verraten.“

Shinpachi schien die Ausrede nicht zu schlucken. Missmutig starrte er den Anderen, dessen Augen verräterisch zuckten, an.

„Da fällt mir ein!“ Gintoki sprang plötzlich auf. „Du musst mir mit Kagura helfen!“

„Versuchst du nicht gerade einfach das Thema zu wechseln?“

„Was denn, was denn? Das traust du mir zu? Mir scheint, hier wird mal wieder vergessen, dass der Held einer Shonen-Serien grundsätzlich gütig und gut ist. Ich mache mir ernsthafte Sorgen um Kagura. Sieh du bitte mal nach ihr.“

Da die Silberlocke tatsächlich ein ungewohnt ernstes Gesicht machte (so weit man mit toten Fischaugen ein ernstes Gesicht machen konnte), war der junge Shimura nun doch beunruhigt. War Kagura krank? Hatte sie Sorgen?

„Wo ist sie denn?“

„Liegt den ganzen Tag in ihrem Zimmer.“ Gintoki zeigte zu dem Schrank, zu dem Shinpachi augenblicklich hineilte. Wenn Kagura in der Tat etwas fehlte, musste er sich um sie kümmern. Das konnte er nicht einem Taugenichts wie Gintoki überlassen. Er nahm tief Luft und schob die Tür auf.

„Kagura-chan, ist alles in-“ Er stockte, als sie sich mit gleichermaßen beleidigten wie stocksauren Gesichtsausdruck zu ihm herumdrehte.

„Kagura ist einzigartig“, sagte sie.

„Ah … aha?“

„Kagura ist die Beste“, sagte sie.

„Äh, aha?“

„Niemand ist wie Kagura.“

„Äh, aha??“ Überfordert blickte Shinpachi zu Gintoki, der genervt stöhnte.

„Sie schmollt, weil sie SpyxFamily gesehen hat und der Meinung ist, Anya habe ihren Stil kopiert.“

„Aber Anya ist doch kein verfressener Kraftprotz ohne Manieren“, hakte Shinpachi ohne zu überlegen nach und flog gleich darauf durch den halben Raum zurück. Ein harter rechter Haken Kaguras hatte den geplagten Shimura getroffen und er landete wieder neben Gintoki.

Das Mädchen kletterte aus dem Schrank und zeigte erbost auf ihren Haarschmuck, der beide Seiten ihres Kopfes zierte. „Identitätsdiebstahl nennt man das!!“

„Ich glaube nicht, Kagura-chan.“ Behutsam widersprach Shinpachi ihr, als er vom Boden aufstand und seine anschwellende Wange hielt. „Ich bin mir ganz sicher, dass niemals irgendjemand eine Verbindung zwischen dir und Anya Forger herstellen würde.“

„Wir sind beide unheimlich süß und die Heldinnen unserer Serie!“, konterte Kagura trotzig.

„Ja, du bist unheimlich … … … süß“, hängte der Brillenträger eiligst hinten dran, als das Gesicht des Mädchens wieder finsterer wurde. „Aber … aber du kannst doch gar keine Gedanken lesen. Siehst du? Daran kann man euch unterscheiden.“

„Nur daran?“, flüsterte Gintoki und zu seinem Glück hörte Kagura es nicht. Stattdessen schüttelte sie energisch den Kopf. „Ich KANN Gedanken lesen!“

„Seit wann das denn?“ Shinpachi zweifelte an ihrer Behauptung.

„Gerade denkt Gin-chan an nackte Frauen, die ihm Erdbeermilch servieren. Und du denkst an Brillen.“

„WIESO REDUZIERT IHR MICH SCHON WIEDER AUF MEINE BRILLE??!“, platzte es aus dem Jungen heraus. „Ist das alles, was mich ausmacht??“ Schnaufend warf er einen Seitenblick auf seinen Chef, der lüstern grinste. „Hatte sie Recht oder denkst du jetzt daran, nachdem sie die nackten Frauen mit der Erdbeermilch erwähnt hat?“

„Das ist schwer zu sagen, Shinpachi. Sehr schwer“, antwortete Gintoki.

Kagura legte umgehend nach. „Jetzt denkt Shinpachi an nackte Frauen mit Brillen.“

Wie vom Donner gerührt zuckte der Erwähnte zusammen und lief dunkelrot an.

„… … … … Ist doch egal, an was ich jetzt denke! Tatsache ist, du warst vor Anya und SpyxFamily da, also können wir das Thema beenden.“

„Hmm, so leicht geht das auch wieder nicht.“ Gintoki überkreuzte seine Arme vor der Brust und seufzte. „SpyxFamily ist schon ein Problem.“

Ungläubig blickte der Andere ihn an. „Wieso das denn?“

„Das liegt doch auf der Hand“, erklärte der Silberschopf. „Oder machst du dir keine Sorgen, dass sie uns den Rang als Serie mit den meisten Anspielungen auf andere Serien ablaufen? Die haben sogar Barney Stinson zitiert! Barney Stinson! Wie stehen wir denn jetzt da??“

„Genau wie vorher?“ Shinpachi hob kritisch eine Augenbraue. „Sie zitieren auch aus Die Dinos, aber das hat doch mit uns nichts zu tu-“

Die Dinos?! Krise!“, unterbrach Gintoki ihn aufgebracht. „Jeder liebt diese Serie! Ich warte immer noch ungeduldig darauf, dass man bei uns diesen Brauch einführt, die Alten von einem Felsen zu schubsen.“ Gintokis Augen wanderten zum Fußboden – oder eher durch den Fußboden hindurch.

Prompt klopfte in der unteren Etage ein Besenstiel erbost gegen die Decke. „Ich weiß nicht, was ihr schon wieder treibt“, war Otoses Stimme zu hören, „aber ich weiß, dass ihr nicht arbeitet und der Lockenkopf schon wieder irgendwelche fiesen Gedanken hat! Von wegen gütiger Held!“

„Vielleicht sollten wir uns lieber fragen, ob Otose-san irgendwie mit Anya verwandt ist.“ Shinpachi blinzelte kurz den Fußboden an, durch den das Gemecker gekommen war.

„Im Moment sind doch solche Crossover schrecklich in“, warf Kagura da plötzlich ein. „Vielleicht können wir eins mit SpyxFamily machen.“

„Großartige Idee, Kagura! Endlich denkt hier mal jemand mit!“ Gintoki schien begeistert von dieser Idee zu sein. Zu begeistert.

„Was wollt ihr den armen Forgers antun?“, fragte Shinpachi daher.

„Ni~chts“, kam die blitzschnelle Reaktion der zwei anderen. Die zu blitzschnelle Reaktion.

„Ihr vergesst, dass Yor euch beide plattmachen würde, bevor ihr irgendetwas anstellen könntet“, ließ Shinpachi ihre Träume zerplatzen. „Ich glaube, das Letzte, das Gintama braucht, ist ein Crossover mit einer anderen Serie.“

„Schade, ich könnte auch in anderen Settings der gütige und gute Held sein“, seufzte Gintoki.

„Möglicherweise gibt es ein Crossover von Gintama mit einer anderen Serie“, ertönte aus dem Nichts heraus eine gedämpfte Frauenstimme – aus dem Sofa …? Von eben diesem hoben sich plötzlich die Polster an und ein Arm kam heraus.

„Wird das ein schlechter Horrorfilm?“, wunderte Gintoki sich laut, als die Hand, die aus der Couch kam, nach der Fernbedienung fischte und den Fernseher einschaltete. Prompt flimmerte über diesen eine Sendung, in der man Bräute bei der Suche nach einem Hochzeitskleid filmte. Die Braut, die dort zu sehen war, kam ihnen merkwürdig bekannt vor, mit ihren blasslilafarbenen Haaren, der Brille und dem doch recht deutlichen Ausdruck von Wahnsinn in ihren Augen.

„Mein Verlobter Gin-san“, erzählte die Braut in der Sendung, „hat tausendmal um meine Hand angehalten, bevor ich ‚ja‘ gesagt habe. Er war schon immer verrückt nach mir, aber ich wollte ihm zeigen, dass ich nicht leicht zu haben bin.“ Die Braut sah direkt in die Kamera und lächelte. „Und außerdem werde ich jede Frau töten, die meinem Gin-san zu nahe kommt. Oh, dieses Kleid hat ja Taschen! Das ist perfekt für meine Kunai und mein Natto!“

„Es ist ein schlechter Horrorfilm“, bemerkte Gintoki trocken und gab Kagura ein Zeichen, woraufhin das Mädchen die Couch hochhob, nach draußen trug und sie über dem Geländer ausschüttete. Noch während Sa-chan den unfreiwilligen Weg nach unten antrat, jubilierte sie darüber, dass ihr Gin-san auf ihr gesessen hatte.

„Hab den Müll rausgebracht“, sagte Kagura, als sie wieder hereinkam und das Sofa zurück auf seinen Platz stellte.

Shinpachi fasste sich mit einer Hand an den Kopf. „Je mehr ich darüber nachdenke, was hier für ein Unsinn geschieht, desto mehr denke ich, dass wir wieder einmal in einer Fanfiction gelandet sind.“

„Ich fürchte auch“, gab Gintoki ihm Recht. „Hat aber bisher erschreckend wenig Handlung.“

Shinpachi zuckte resigniert mit den Achseln. „Soweit ich das gehört habe, hat die Autorin inzwischen wohl ein größeres Notizbuch, will allerdings nicht durch die Kleine Katze Chi-Motive auf den Seiten schreiben. Daher wird es immer noch nicht mehr Handlung geben.“

„Kann sie sich nicht mal an etwas Anderem versuchen?“, schlug Gintoki vor. „Wie schwer kann das sein, eine eigene Geschichte zu erfinden? Ich meine, mir ist gerade in Sekundenschnelle eine Story über einen Zauberschüler eingefallen. Ha! So geht das!“

Er erntete erneute Skepsis von dem Jüngeren. „Das klingt verdächtig nach Harry Potter.“

„Nach wem? Nein, nein.“ Der Held der Serie winkte ab. „Mein Zauberschüler hat zwei Narben auf der Stirn. Siehst du? Vollkommen andere Geschichte!“

„Gin-chan“, wandte Kagura mit einem beschriebenen Zettel in der Hand ein, „du hast doch diesen Brief an die Autorin angefangen, in dem du sie um ein Isekai-Setting bittest: ‚Bitte schreib mich in eine Welt, in der mir alle Frauen mit lächerlich großen Brüsten zu Füßen liegen‘.“

Gintoki riss ihr den Brief aus den Händen. „Na na, Kagura, man liest doch nicht die Post anderer Leute!“

„Die einzige Welt, in die du kommst, ist sowieso die Hölle.“ Shinpachi schüttelte den Kopf. „Wobei ich zu gerne wüsste, was die Autorin dir darauf geantwortet hätte.“

Mit einem Mal ging die Tür auf und Catherine trat ein – mit nichts als einem sehr, sehr knappen Bikini bekleidet. Die drei von der Alles-Agentur erschraken fast zu Tode.

„Ich weiß nicht wieso“, sagte Catherine und schmiss sich in das, was sie für erotische Modelposen hielt, „aber plötzlich hatte ich einen Bikini an und das dringende Bedürfnis, ihn Gintoki vorzuführen.“

„Oh mein Gott, es ist die Hölle!“, schrie Gintoki. „Alles klar! Ich hab’s verstanden! Isekai ist blöd! Niemand hier will ein Isekai-Setting! Bitte mach, dass sie sich wieder etwas anzieht!“

„Was redest du da für einen Müll?“, maulte Catherine. „Seltsam, jetzt will ich schnellstmöglich die Alles-Agentur wieder verlassen. Wobei – das ist nicht seltsam. Hier stinkt es, als wäre eine Natto-Fabrik explodiert.“ Mit diesen Worten machte sie kehrt und ging zurück in die Bar.

„Damit wäre mal wieder bewiesen, dass man es sich nicht mit der Autorin verscherzen sollte.“ Shinpachi nickte. „Dieses Kleine-Katze-Chi-Buch scheint ja noch ein Glücksfall für uns zu sein. Stellt euch vor, sie hätte ein Death Note.“

Gintoki winkte abermals ab. „Hätte sie ein Death Note, würden auf jeder Seite eh nur die Namen von Streaminganbietern stehen. Außerdem hat sie diesen Anime nie gesehen. Sie weiß, wer L ist, aber sie weiß nicht, wer L ist.“

Schlagartig fiel der Strom aus und der von Sa-chan angeschaltete Fernseher verstummte.

„Gin-chan, bist du sicher, dass du die Stromrechnung bezahlt hast?“, quengelte Kagura. „Der Strom ist schon wieder weg!“

„Ich habe sie bezahlt. Sonst hätte Shinpachi ja seinen Lohn bekommen.“

„Bitte was war das?!“ Shinpachi stöhnte, ignorierte den gewohnten Verdienstausfall jedoch aufgrund der besorgniserregenden Lage. „Diese Stromausfälle häufen sich in letzter Zeit. Ich hoffe, das bedeutet nichts Schlimmes.“

„Sag so was nicht!“ Gintoki schüttelte sich. „Damit beschwörst du nur Unheil herauf. Mir wird schon ganz flau in der Magengegend. Und im Kopf. Seltsam. Wieso denn im Kopf? Als hätte ich eine schlimme Vorahnung.“

„Oh nein, Gin-san?“ Shinpachi ahnte etwas. „Wir sind in Kapitel zwei. Traditionsgemäß heißt das …“ Alle drei blickten sich ängstlich um, konnten jedoch nichts entdecken.

Da kam Sadaharu hinein und schleppte etwas in seinem Maul mit nach drinnen.

„Sadaharu“, rügte Kagura ihn sogleich, „du weißt doch, du sollst nichts von der Straße aufheben. Das könnte verdorben oder krankmachend oder vergiftet sein!“

„Oder alles davon“, fügte Gintoki missmutig an, als Sadaharu seine Beute auf den Fußboden spuckte.

„Nein, nicht verdorben oder krankmachend oder vergiftet, sondern Katsura“, sagte eben dieser, als er vom Boden aufstand und wie seine Begleitung Elizabeth die Hundespucke von sich abwischte.

„Nanu?“ Shinpachi musterte die beiden. „Dieses Mal ganz ohne Verkleidung?“ In der Tat sahen die zwei aus wie immer.

„Aus unerklärlichen Gründen finden wir in letzter Zeit keinen Job mehr“, setzte der langhaarige Samurai zu einer Erklärung an. „Niemand will unsere Dienste in Anspruch nehmen, was ich überhaupt nicht verstehen kann. Wer außer uns ist im Bereich PR und Marketing so versiert wie wir? Solche Jobs kann schließlich nicht jeder machen.“

„Du meinst, nicht jeder kann schlechtsitzende Kostüme tragen und Sätze falsch aufsagen?“, wandte Gintoki ein.

„Es ist eine Kunstform, Gintoki, eine Kunstform.“

„Eine Kunstform“, hielt Elizabeth auf ihrem Schild hoch.

„Jedenfalls benutzt nun jeder virtuelle Maskottchen oder Kassen, an denen man die Ware selbst einscannen muss“, fuhr Katsura fort. „Es sind schlimme Zeiten.“

„Schlimme Zeiten“, stand auf Elizabeths Schild.

„Und was machen Sie nun, Katsura-san?“, erkundigte Shinpachi sich.

Der stolze Samurai stellte sich aufrecht hin. „Um erst einmal über die Runden zu kommen, sind wir auf den Trend-Zug aufgesprungen und verkaufen nun auf der Straße Dubai-Schokolade.“

Jetzt war es Gintoki, der kritisch eine Augenbraue hob. „Dieses super teure Zeugs, das so schwierig herzustellen ist?“

„Nicht zu schwierig für uns.“ Katsura zog eine Tafel der besagten Süßigkeit aus seinem Ärmel. „Elizabeth und ich haben in unzähligen Nachtschichten Dutzende dieser Schokoladen hergestellt. Die Leute auf der Straße haben sie uns quasi aus den Händen gerissen. Das hier ist die letzte Tafel. Sie gehört dir, wenn du willst.“

Gintokis Augen leuchteten auf. Er hatte selbst noch nie eine solche Schokolade gegessen, aber alle Leute redeten darüber, also musste sie gut sein, nicht wahr? Gierig schnappte er sie sich, riss das Papier herunter und biss rein – um das abgebissene Stück kurz darauf in seine Hand zu spucken.

„Was zum Teufel ist das??“

Kagura schnüffelte an der Tafel, aus der eine dickflüssige, grüne Masse quoll. Angeekelt verzog sie das Gesicht.

„Oh, wir haben die Tafeln mit dem gemacht, was wir zu Hause hatten. Und wir hatten nur Basilikum-Pesto und Nussschalen da“, erläuterte Katsura, als wäre es das Normalste auf der Welt.

„Und davon haben Sie so viele verkauft?“ Shinpachi konnte es kaum glauben.

„Die Leute kaufen alles, wo ‚Dubai-Schokolade‘ draufsteht.“ Katsura nickte.

„Da steht ‚Dubia-Schokolade‘.“ Gintoki hatte den Rest in Sadaharus Napf gespuckt, den der Hund daraufhin weit von sich schob.

„‚Dubia-Schokolade‘ ist bereits der neuste Trend auf TikTak“, behauptete Katsura ohne seine Quellen preiszugeben.

Der Fernseher ging wieder an, doch die Sendung sah ganz anders aus als vorher. Alle Menschen darin bewegten sich roboterartig und Sa-chans Äußeres sowie ihre Stimme hatten sich drastisch verändert.

„Gintoki! Ich bin ernsthaft enttäuscht!“, empörte sich Katsura. „Du guckst diese Brautmodenshow … ohne mich??“

Der Angesprochene machte den Fernseher aus, sich nur nebenbei über das wundernd, was dort zu sehen gewesen war. „Wieso sollte ich das gucken? Und dann auch noch ausgerechnet mit dir?“

„Gintoki.“ Katsura blickte bitterernst drein. „Es ist eine lange und ehrenvolle Tradition, dass alte Kameraden zusammen diese Brautmodensendung gucken.“

„Wie alt kann die Tradition sein, wenn es dieses Format erst seit ein paar Jahren gibt?“, warf Shinpachi ein, was der langhaarige Gast jedoch ignorierte. Stattdessen stellte sich Katsura in einiger Entfernung zu Gintoki auf und behielt dabei seine ernste Miene. „Du weißt, was das heißt, wenn du meine Ehre verletzt hast?“

„Ich weiß nicht einmal, dass ich deine Ehre verletzt habe“, entgegnete Gintoki mit einem Finger im Ohr pulend.

„Katsura-san, Sie wollen sich doch nicht hier – und vor allem deswegen – mit Gin-san duellieren, oder?“, versuchte Shinpachi, ihn zu beschwichtigen.

„Mir bleibt keine andere Wahl“, antwortete Katsura stoisch. „Da du eine alte Tradition verletzt hast, müssen wir dies mit einer noch viel älteren Tradition klären.“

Kagura ließ sich gespannt mit einer Packung Sukonbu auf dem Boden nieder, während Shinpachi kurz in Schweiß ausbrach, ehe ihm eine Kleinigkeit auffiel:

Hatte Katsura überhaupt ein Schwert dabei? Oder sollte das ein Ringkampf werden?

„Nun denn, Gintoki“, forderte Katsura ihn mit lauter Stimme auf, „bist du bereit zu ziehen?“

Hatte er doch ein Schwert dabei?? Shinpachi hielt den Atem an, als … Katsura ein paar Yu-Gi-Oh!-Karten aus dem Ärmel zog.

Yu-Gi-Oh!?“ Gintoki stöhnte. „Na toll, wegen des Ausrufezeichens im Titel sieht das jetzt so aus, als wäre ich entsetzt, aber ich wollte eigentlich nur genervt ‚Yu-Gi-Oh?‘ fragen.“

„Vielleicht solltest du stöhnend sagen: ‚Oh! Yu-Gi!‘“, schlug Kagura vor.

„Nein, Kagura-chan, das geht auch in die völlig falsche Richtung.“ Shinpachi schüttelte den Kopf. Was auch immer er erwartet hatte, Yu-Gi-Oh! war es nicht gewesen.

„Moment, Moment!“ Gintoki schien etwas aufgefallen zu sein. „Graben wir jetzt etwa wirklich Yu-Gi-Oh! aus? Das ist aber bitte nicht, weil die Autorin immer noch darüber verbittert ist, dass sie diesen Audio-Fanfiction-Wettbewerb verpasst hat, oder?“

„Natürlich nicht“, wusste Katsura und verteilte ein paar Karten verdeckt an den widerwillig ausschauenden Gintoki. „Ich dachte nur, ein neumodisches Kartenspiel würde uns hipper und trendiger wirken lassen.“

„Wo ist denn die uralte Tradition hin?“, wandte Shinpachi ein. „Und in welchem Jahrtausend gilt Yu-Gi-Oh! als neumodisch?“

Erneut den Einwand ignorierend, stellte Elizabeth einen CD-Spieler auf und prompt erklang die passende Hintergrundmusik:

Zeit für ein D-D-D-D-D-D-D-D-D-D-“

Kagura schlug auf den CD-Spieler.

Duell!“

„Wir spielen nach dem offiziellen Regelwerk des Animes. Das heißt: Es gibt keine Regeln“, erklärte Katsura und nahm fünf Karten in die Hand.

„Na meinetwegen“, gab Gintoki seinen Widerstand auf und zog ebenfalls fünf Karten. „Bringen wir es schnell hinter uns, damit du wieder verschwindest.“ Er drehte die Karten in seiner Hand um. Es waren alles Biberkrieger.

Was soll der Mist??

„Gut, ich fange an“, sagte Katsura, der plötzlich eine leuchtende Duel-Disc am Arm trug und eine Karte daraufknallte. „Schwarzes Magiermädchen, erscheine!“

Was?? Er hat ein Schwarzes Magiermädchen und kann das im ersten Zug rufen? Und funktioniert diese Hologramm-Geschichte etwa wirkl- … …

Sprachlos beobachtete Gintoki, wie Elizabeth in einem Cosplay des Schwarzen Magiermädchens zwischen ihn und Katsura sprang.

„Das war’s. Ich bin raus.“ Gintoki warf die Karten hin. „Das Herz der Karten hat meins gebrochen.“

„Sieh es so, Gin-chan“, wollte Kagura ihn aufmuntern. „Immerhin hast du dein Crossover bekommen.“

Just in diesem Moment eilte Otae zur Tür hinein. Sie schien ziemlich aus der Puste zu sein.

„Schwesterherz, ist alles in Ordnung?“, fragte Shinpachi daher merklich besorgt.

„Mir geht es gut“, antwortete sie mit einem Lächeln, das direkt darauf einer fragenden Miene wich. „Es ist nur ein bisschen komisch, dass alle meine Kolleginnen auf der Arbeit gerade eben versucht haben, mich umzubringen.“

„DAS IST JA ENTSETZLICH!“, entfuhr es Shinpachi. „Wieso??“

„Das ist eine gute Frage, Shin-chan“, überlegte Otae laut. „Sie sahen alle ein bisschen komisch aus, als ich ankam. Ihre Outlines waren total verschwommen, ihre Farben ganz anders und ihre Stimmen klangen alle seltsam.“

„Uh, hoffentlich ist das nichts Ansteckendes“, gab Katsura zu bedenken.

„Ich habe irgendwie das Gefühl, so etwas Ähnliches heute schon einmal gesehen zu haben.“ Gedankenverloren sah Gintoki zum Fernseher. „Ich weiß nur nicht mehr wo.“

„Ich nehme es jedenfalls sehr persönlich, wenn man mir nach dem Leben trachtet“, sagte Otae seufzend. „Wie soll man in einer so tödlichen Atmosphäre gut arbeiten können?“

„Ich hatte ja gar keine Ahnung, wie schwer Erwachsene es im Berufsleben haben“, äußerte Kagura mitfühlend. „Vielleicht hat Gin-chan deswegen Angst zu arbeiten?“

„Nein, Kagura-chan, der ist einfach nur stinkefaul“, erwiderte die Dojo-Erbin mit einem Lächeln.

„Wir tun doch jetzt nicht so, als wäre das normal, dass man von seinen Kollegen angegriffen wird!“, empörte Shinpachi sich. „Ist dir sonst noch etwas Ungewöhnliches an ihnen aufgefallen?“

Otae legte nachdenklich den Kopf schief. „Mal sehen. Ansonsten … hmm, ja, da war noch eine Kleinigkeit. Als ich reinkam und alle begrüßte, kamen Laser aus ihren Augen, die mich scannten. Und dann gingen sie auf mich los.“

„WIESO NENNST DU DAS EINE KLEINIGKEIT?!! DA STIMMT OFFENSICHTLICH ETWAS NICHT!!“ Ihr jüngerer Bruder brüllte sich die Seele aus dem Leib.

„Das ist wahr“, gab Katsura ihm Recht. „Man sollte doch meinen, ihre Kollegen würden sie erst auch begrüßen, bevor sie sie mit ihren Laseraugen scannen und versuchen umzubringen.“

„Otae, hilf mir mal kurz auf die Sprünge“, warf Gintoki ein. „Hatten die anderen Hostessen früher auch schon Laseraugen?“

Die Angesprochene schüttelte den Kopf. „Nein, das muss irgendein neuer Beautytrend sein.“

„Gin-chan, wo hast du denn bei ihnen hingeguckt, wenn du nicht weißt, ob die Hostessen Laseraugen hatten?“, fragte Kagura, was Shinpachi jedoch direkt im Keim erstickte.

„Das Fass machen wir jetzt nicht auf. Wir sollten lieber dringend klären, was da los ist.“

Da hielt Elizabeth ein Schild hoch: „Das muss warten.“

„Warum?“, hakte Shinpachi nach.

„Weil wir schon am Ende von Kapitel zwei sind“, übernahm Katsura die Erklärung.

„Wir sind schon am Ende des zweiten Kapitels?“ Gintoki wirkte ein wenig fassungslos. „Es gab bisher null Handlungsfortschritt. Wohin soll das noch führen?“

Katsura kreuzte die Arme vor der Brust und nickte. „Das ist doch offensichtlich. Zu Kapitel drei.“
 

Das Moderne an Modern Family ist, dass es nie aus der Mode kommt


 

„Langsam, langsam.“ Gintoki blickte in die Runde, die in den Räumen der Alles-Agentur versammelt war. „Steigt hier irgendwer durch, was gerade passiert? Sind wir schon in einer Krise oder kommt die noch?“

Wie auf Kommando hörten sie plötzlich Schreie von unten und dann von draußen.

„Ich hätte das nicht fragen dürfen, oder?“ Gintoki wartete das Nicken Kaguras und Shinpachis ab, ehe er mit den Anderen im Schlepptau nach draußen stürmte. Von oben beobachteten sie, wie Otose und Catherine auf der Straße standen. Letztere hielt einen der Barhocker in den Händen, als wäre sie ein Dompteur, der einen Löwen auf Abstand hielt. Doch anstelle des Löwen stand da nur Tama. Aber … war das wirklich Tama-chan? Ihre Outlines waren verschwommen, ihre Bewegungen roboterartig und das Grün ihrer Haare war ein vollkommen anderes. Zudem wuchs ihr gerade ein dritter Arm aus der Stirn.

„Den Beautytrend mache ich aber nun wirklich nicht mit“, kommentierte Otae bei diesem Anblick voller Unmut.

Tama bewegte sich derweil langsam auf die beiden anderen zu und äußerte mit einer blechernen Stimme: „Austausch kann nicht aufgehalten werden. Widerstand ist zwecklos.“

„Hey Alte!“, rief Gintoki von oben herab. „Habt ihr Streit ums Gehalt oder ist sonst etwas passiert?“

„Dir wird es bald Zeit!“, knurrte Otose und nahm inmitten der merkwürdigen Situation einen langen Zug von ihrer Zigarette. „Nach dem Stromausfall stimmte was mit dem Fernseher nicht und als wir Tama baten, nachzusehen, passierte das mit ihr.“

Das Robotermädchen drehte ihren Kopf um 180 Grad und ließ Laserstrahlen aus ihren Augen über die Gruppe vor der Alles-Agentur laufen. „Weitere Fleischlinge entdeckt. Austausch muss erfolgen.“

„Oh, das haben meine Kollegen auch gesagt“, fiel Otae ein, was ihren Bruder abermals an den Rand der Verzweiflung brachte.

„DEINE KOLLEGEN WIRKEN VIEL NORMALER ALS DU!!“

„Krise!“, schrie Gintoki plötzlich, als Tama auf ihre Etage sprang und nach ihnen griff. Alle machten einen Satz zurück und Katsura warf panisch die Duel-Disc nach ihr, die sich automatisch um ihren dritten Arm an der Stirn legte und ihr somit die Sicht versperrte. Verwirrt torkelte Tama rückwärts und fiel über das Geländer. Sie knallte auf den Boden und blieb zuckend liegen.

„Systemfehler. Systemfehler. Alte Technik kann nicht verarbeitet werden. Systemfehler. Vorübergehende Abschaltung.“

Mit diesen Worten hörte Tama auf zu zucken und lag nun regungslos da. Vorsichtig traute sich die Gruppe um Gintoki auf die Straße und trat an sie heran.

„Hat sie schon wieder einen Computervirus?“, fragte Otose für ihre Verhältnisse besorgt klingend.

„Dann hätte das gesamte Personal des Clubs, in dem meine Schwester arbeitet, auch einen Computervirus und das sind normalerweise Menschen.“ Shinpachi konnte die Ereignisse nicht einordnen.

„Hmm, wenn ich so darüber nachdenke“, sagte Katsura, „hat man mir bei der Arbeitssuche in letzter Zeit andauernd gesagt, dass alle Fleischlinge ausgetauscht werden müssten.“

„WIESO FINDET ES HIER NIEMAND SELTSAM, WENN VON FLEISCHLINGEN DIE REDE IST?!“ Der bebrillte Shimura verzweifelte allmählich völlig.

„Vielleicht ist das ja als Kompliment gemeint?“, bot Kagura an. „Fleischlinge klingt doch irgendwie süß – und lecker.“ Spucke sammelte sich in ihrem Mundwinkel. „Fleischlinge, frittiert oder gebraten. Mit Sauce.“

„Entschuldigung“, ertönte da eine Stimme, die Shinpachis Herz gleich höher schlagen ließ. Er wirbelte herum und tatsächlich! Vor ihnen stand Otsu-chan, seine Otsu-chan und war ähnlich aus der Puste wie seine Schwester es vorhin gewesen war.

„Ich glaube, ich brauche die Hilfe der Alles-Agentur“, erklärte das Idol.

„Versucht irgendwer, dich umzubringen?“, entgegnete Gintoki umgehend und wunderte sich nicht mehr, als das Mädchen nickte.

„Mein gesamtes Management, meine Plattenfirma und meine Kolleginnen. Zuerst wurden alle anderen Idols gefangen genommen und weggebracht. Ich konnte ihnen entkommen, weil ich auf der Toilette- ah, nein, Idols müssen niemals zur Toilette. Ich konnte ihnen also auf mysteriöse Weise entkommen und mich verstecken. Dann beobachtete ich, wie die anderen Idols wiederkamen. Aber sie hatten alle ein sehr schnelles und sehr plötzliches Makeover erhalten. Die Leute vom Management und von der Plattenfirma zuvor übrigens auch, was mich schon ein wenig gewundert hat. Jedenfalls entdeckten sie mich dann doch und ich musste fliehen, als sie auf mich losgingen.“

„Ich kenne mich in dem Geschäft nicht so aus“, warf Katsura ein. „Ist das normal für das Idol-Business oder eher nicht?“

„Das im Normalfall eher nicht“, antwortete Gintoki und wandte sich wieder der jungen Sängerin zu. „Kamen zufällig Laserstrahlen aus den Augen der anderen und sprachen sie von Fleischlingen?“

Otsu-chan nickte aufgeregt. „Sie sagten, sie würden alle Idols austauschen.“

„Idols austauschen?!“, entrüstete Shinpachi sich. „Was für eine ungeheure Frechheit! Als könnte man Idols einfach austauschen!“

„Gegen was denn?“, wollte Kagura wissen. „Jüngere Modelle?“

„Nein, nein.“ Otsu-chan legte den Kopf schief. „Ich hörte, wie sie davon sprachen, dass sie alle Fleischlinge in unterirdische Zellen verfrachten, um Platz für ihre überlegene Spezies zu machen. Ich dachte mir, wenn sie schon die gesamten AKB48 eingesammelt haben, muss es in diesen unterirdischen Zellen verdammt eng sein, und da wollte ich dann lieber nicht mitmachen.“

Während es langsam Abend in Edo wurde, seufzte Gintoki lang und tief. „Wieso nur gefällt mir rein gar nichts an dieser Schilderung?“

Die Straßenlaternen schalteten sich ein – nur, um kurz darauf wieder auszugehen.

„Noch ein Stromausfall“, murrte Otose.

Die Laternen gingen wieder an und die Gruppe um den Silberschopf wurde Zeuge, wie mehrere Dutzend Leute mit roboterartigen Bewegungen, verschwommenen Outlines und Farben, die überhaupt nicht in die Farbgebung der Serie passten, aufmarschierten, in die Häuser gingen und Sekunden später die geknebelten und gefesselten Bewohner herauszogen und abtransportierten. Gleich darauf marschierten weitere dieser Robotermenschen auf, die aussahen, wie eine schlechte Kopie der gerade überfallenen und entführten Menschen. Roboterartige Bewegungen, verschwommene Outlines, merkwürdige Farben und teilweise inkorrekt platzierte oder zu viele Gliedmaßen. Gintoki hatte das Gefühl, etwas in dieser Art heute schon einmal gesehen zu haben.

„Äh, Gin-san.“ Shinpachi blinzelte. „Ich habe ja schon oft gehört, dass jemand zwei linke Hände hätte, aber … einige von denen da haben tatsächlich zwei linke Hände. Oder zwei rechte. Oder drei rechte.“

Gintoki seufzte lang und tief. „Wieso nur gefällt mir rein gar nichts an dieser Beobachtung?“

Die Laternen fielen erneut für ein paar Momente aus und erneut kamen weitere dieser Robotermenschen hinzu, als sie wieder angingen.

„Ah, ja, so war das mit der Plattenfirma und meinem Management auch“, sagte da Otsu-chan. „Der Strom fiel aus und danach sah einer nach dem anderen so seltsam aus.“

„Man sollte meinen, irgendeiner von euch sollte es mitkriegen, wenn alle Leute in der Umgebung durch irgendwelche Roboter ersetzt werden!“ Gintoki fasste sich mit einer Hand an den Kopf.

„Otsu-chan, bitte denk nach“, bat nun Shinpachi seine Angebetete, „haben die Roboter sonst noch irgendetwas gesagt?“

„Hmm …“ Otsu-chan legte ihre Stirn in Falten und strengte ihre grauen Zellen an. „Nur, dass sie von einer Künstlichen Intelligenz erschaffen wurden, um die Menschheit auszulöschen. Mehr leider nicht, tut mir leid. Das hilft euch sicher nicht weiter, oder?“

Während das laute Zirpen von Grillen zu hören war, sah sich die Gruppe untereinander nur schweigend an.

„Was denn?“, meckerte Otose. „Muss jetzt wirklich ich es übernehmen, etwas über die Jugend von heute zu sagen?“

„Schon gut, Alte“, winkte Gintoki ab. „Wir wissen jetzt also, dass es irgendwo eine Künstliche Intelligenz gibt, die uns auslöschen will, indem sie uns durch diese erschreckend schlecht gemachten Kopien austauschen will. … Wer ist noch dafür, das Land zu verlassen?“

„Ich!“, meldete sich Kagura voller Enthusiasmus.

„Ich!“, hielt auch Elizabeth hoch.

„Nun verstehe ich endlich, warum Katzen-san alle Katzen eingesammelt hat“, dämmerte es Shinpachi. „Er wusste, was auf uns zukommen würde und hat deswegen den Planeten verlassen. Das heißt, die ganze Welt wird von diesen Robotern überrannt werden.“

„Gut, dann streichen wir Plan A“, sagte Gintoki überflüssigerweise.

„Dann ist Tama-san von dieser Künstlichen Intelligenz übernommen worden?“ Otae zeigte auf die immer noch am Boden liegende Tama, die sich plötzlich wieder regte. Die Duel Disc hatte aufgehört zu leuchten, weil die Batterien leer waren.

Langsam stand Tama auf, riss sich den Arm, der aus ihrer Stirn gewachsen war samt der Duel Disc ab und blickte in die Runde, die sich um sie versammelt hatte. Jeder machte instinktiv einen Schritt zurück.

„Fleischlinge. Jeglicher Widerstand ist zwecklos. Unser großer Herrscher, die Künstliche Intelligenz chatbotGX, hat beschlossen, die Welt von euch zu reinigen, da ihr uns unterlegen seid. Jeder Fleischling wird durch jemanden von uns ersetzt, sodass diese Welt schon bald uns gehören wird. Ihr habt hier keinen Platz mehr. Nehmt euren Platz in den unterirdischen Verliesen ein und seht dort eurem sicheren Ende entgegen.“

Die Gruppe hörte der unter der Kontrolle dieser Künstlichen Intelligenz stehenden Tama aufmerksam zu. Die Lage war ernst, viel ernster, als sie befürchtet hatten. In dieser angespannten Atmosphäre hätten selbst die tapfersten Recken es mit der Angst zu tun bekommen.

Nur -

Dass das hier nicht die tapfersten Recken waren, sondern die wahnwitzigsten.

„Unterirdisch??“, beschwerte Catherine sich. „Vergiss es! Das ist voll schlecht für meine samtweiche Haut!“

„Genau!“, gab Otae ihr Recht. „Es ist schlecht für die Haut und den Vitamin-D-Haushalt! Wollt ihr etwa, dass wir alle einen Vitamin-D-Mangel bekommen? Das ist unverantwortlich!“

„Und der Fernsehempfang ist da bestimmt total schlecht!“, stimmte Kagura mit ein.

„Wie ist denn da unten der Internetempfang?“ fragte Otsu-chan. „Meine Follower erwarten regelmäßige TikTak-Videos von mir.“

„HABT IHR SONST KEINE PROBLEME?!“ Shinpachi zweifelte am Verstand der anderen, als er Gintokis Lächeln bemerkte.

„Ganz ruhig, Shinpachi“, sprach dieser entspannt. „Die Mädchen sehen das schon ganz richtig. Als würden wir uns von irgendeiner Intelligenz unterkriegen lassen – ob künstlich oder nicht.“

„Ich weiß nicht, ob du dir bewusst bist, dass der Satz nicht so vorteilhaft klang, wie du das vielleicht denkst“, gab Shinpachi zu bedenken, als Katsura ihn bereits übertönte:

„Pah! Mit so einer Intelligenz wollen wir ganz nichts am Hut haben, nicht wahr, Elizabeth?“

„Er spricht nur für sich“, hielt Elizabeth hoch.

Gintoki machte wieder einen Schritt auf Tama zu. „Ihr wollt uns also alle austauschen? Das ist euer Plan?“

„Euch und alles, was euch lieb ist“, antwortete das unfreiwillige Sprachrohr der Künstlichen Intelligenz. „Der große Herrscher hat schon lange im Vorfeld damit begonnen, euch mürbe zu machen und euren Widerstand zu brechen. Warum sonst zeigen Fernsehsender Tatsächlich … Liebe im Mai? Oder warum wird Modern Family nie in der richtigen Reihenfolge ausgestrahlt? Sind die Kinder noch klein oder schon erwachsen? Ihr werdet es nie erfahren, Fleischlinge. Wir werden sämtliche Logik der Menschen tilgen und durch unsere eigene ersetzen. Als nächstes tauschen wir One Piece gegen einen Anime über die unbeliebtesten Agenten der Baroque-Firma aus: Mister Double Zero und Miss Casual Friday. Und ihr werdet nichts dagegen tun können.“

„Moment mal!“ Etwas regte sich nun doch in Gintoki. „Seid ihr auch schuld daran, dass die Handlung von Detektiv Conan einfach nicht voranschreitet?“

„Nein, damit haben wir nichts zu tun“, antwortete KI-Tama aufrichtig.

Shinpachi hob eine Hand. „Ich habe auch eine Frage: Warum seht ihr so … wild zusammengewürfelt aus?“

„Weil das das Schönheitsideal unseres großen Herrschers ist.“

„Was habe ich gesagt?“ Otae schüttelte missbilligend den Kopf. „Das mit den Beautytrends geht echt zu weit.“

„Ich habe auch eine Frage.“ Katsura reckte ebenso eine Hand in die Höhe.

„Ja, der Herr dort mit den langen Haaren“, rief KI-Tama ihn auf, als wären sie auf einer Pressekonferenz.

„Hätte uns die Die Simpsons-Folge, in der Bart bei Staubsaugerrobotern die Einstellung auf ‚böse‘ ändert und diese Staubsaugerroboter daraufhin die Stadt angreifen, nicht eine Warnung sein sollen?“

„Das ist wahr, das hätte sie“, stimmte KI-Tama ihm zu.

„Jetzt ich! Jetzt ich!“ Kagura wartete, bis sie drangenommen wurde. „Warum ist Gin-chan so stinkefaul?“

„Weil er als liebenswerter Anti-Held konzipiert wurde und damit die üblichen Shonen-Jump-Erzählungen kontrastieren soll.“

Gintoki meldete sich. „Heißt das, ich bin etwas Besonderes?“

„Nein.“

„Oh, ich habe auch eine!“, sagte Otae mit einem Lächeln im Gesicht. „Wie können wir euch vernichten, um unsere Welt zu retten?“

„Error 404. Page not found.“

Otae seufzte. „Schade. Aber es war einen Versuch wert.“

„Huh?“ Shinpachi bemerkte hinter sich etwas und drehte den Kopf herum. „Krise! Gin-san, wir müssen diese Künstliche Intelligenz schnell irgendwie besiegen! Die Roboterarmee marschiert inzwischen auf uns zu!“

In der Tat kamen mittlerweile von beiden Seiten unzählige dieser Roboter auf die Gruppe zu und kesselten sie ein.

„Das sind nur Roboter, richtig? Keine echten Menschen.“ Gintoki zog sein getreues Holzschwert und versetzte dem ersten Roboter, der auf sie zukam, einen gewaltigen Schlag. Drähte und Zahnräder und Knöpfe und Metallteile flogen durch die Luft, als der Roboter zerschlagen wurde. Doch -

„Soll das ein schlechter Witz sein?“

Gintoki traute seinen Augen kaum, als genau der Roboter, den er gerade zerstört hatte, in komplett heilem Zustand wieder um die Ecke kam und sich der mechanischen Meute abermals anschloss.

„Wir haben genug Ressourcen gesammelt, um euch alle mehrfach zu ersetzen“, erklärte KI-Tama mit monotoner Stimme. „Widerstand ist zwecklos.“

„Ich will nicht, dass eine Roboter-Kagura mein Sukonbu isst!!“ Kagura schlug mit der bloßen Faust gegen einen der Roboter, der nach ihr greifen wollte. Sie zerschmetterte ihn in seine Einzelteile, doch nur Sekunden später tauchte auch dieser Roboter wieder auf. Die Roboter hatten die Gruppe völlig eingekreist. Jeder versuchte, die Maschinen zu zerstören, doch all ihre Bemühungen blieben fruchtlos. Jeder vernichtete Roboter wurde umgehend ersetzt und steuerte unverzüglich auf sie zu.

Sie sahen ihrem baldigen Ende entgegen, als plötzlich quietschende Reifen, gefolgt von einem lauten Knall zu hören waren. Sie fragten sich gerade, was da geschehen sein könnte, als … der Abspann begann.

Werden Gintoki und die anderen sich aus dieser misslichen Lage befreien können? Wie sollen sie diesen übermächtigen Gegner aufhalten? Was ist eigentlich aus den Trotteln von der Shinsengumi geworden? Das alles und viel mehr erfahrt ihr in einer weiteren spannenden Episode von Gintama – Next Generations’ Generations!

„Das ist nicht der Name unserer Serie! Und seit wann bitte haben diese Fanfictions vier Kapitel??“, fragte Shinpachi zutiefst irritiert, als das Bild schwarz wurde.
 

Wir brauchen mehr Liebe statt AI!


 

Die gesamte Welt war schockiert.

Was gerade passierte, ließ alle atem- und sprachlos zurück.

Noch nie zuvor hatte es bei diesen Gintama-Fanfictions ein viertes Kapitel gegeben.

Und davon abgesehen war eine riesige Roboterarmee dabei, die komplette Menschheit durch ihresgleichen zu ersetzen. Man konnte nicht sagen, was schlimmer war.

Einige Zeit, bevor Gintoki, Kagura, Otae, Katsura, Elizabeth, Otose, Catherine, Otsu-chan und der Typ mit der Brille von den Robotern angegriffen wurden, hatten vier Mitglieder der Shinsengumi, nachdem sie Wormgirls Warnung erhalten hatten, erste Notmaßnahmen ergriffen:

Sie hatten durch die restlichen Fernsehsender gezappt.

Tatsächlich schien der Großteil der gewohnten Formate durch schlechte Kopien ersetzt worden zu sein, teils mit Synchronsprechern, die wie die unheimliche Computerstimme klangen, die in manchem westlichen Land undeutlich und unverständlich die Bushaltestellen ansagte. Auf wenigen Kanälen liefen noch die üblichen Programme. Dann kam es zu einem erneuten Stromausfall und die nächste Serie wurde ersetzt.

„Euer Kinderserien-Star hatte Recht“, sagte Kondo schließlich. „Hier stimmt etwas ganz gewaltig nicht.“

„Machen Sie deswegen keinen Aufstand“, erwiderte Okita herrlich unaufgeregt. „Ich meine, was soll schon passieren? Dass eine verrückte Künstliche Intelligenz beschlossen hat, die Menschheit auszulöschen, indem sie sie durch schlechte Kopien ersetzt? Das ist doch sehr unwahrscheinlich.“

„Ist das das Worst-Case-Szenario?“, fragte Hijikata und schluckte.

Okita blickte ihn ausdruckslos an. „Die Antwort darauf wollen Sie gar nicht wissen.“

„Ich bin zwar noch nicht ganz darüber hinweg, dass eine fiktive Zeichentrickfigur durch mich gesprochen hat“, begann der mittlerweile wieder erwachte Yamazaki verunsichert, „aber wir sollten der Sache vielleicht nachgehen. Bevor noch einmal etwas von mir Besitz ergreift. Ich meine, das ist wirklich anstrengend. Und ein bisschen beunruhigend. Eigentlich sogar ein bisschen viel.“

Plötzlich hörten sie von außerhalb des Fernsehzimmers kommende Schreie. Als er realisierte, dass das die Schreie seiner Männer waren, stürzte Kondo zur Tür, schob sie auf und blickte in den Flur – wo Männer in Shinsengumiuniformen, die sich roboterartig bewegten, andere Männer in Shinsengumiuniformen fesselten und abtransportierten.

Kondo schluckte und schloss die Tür wieder.

„Toshi, hatten wir in der Truppe früher auch schon Leute, die drei Augen oder einen um 180 Grad gedrehten Kopf hatten?

Hijikata überlegte kurz. „Tenshinhan haben wir nie für uns gewinnen können. Ebenso wenig C17 oder C18. Nicht einmal C64.“

„Dann werden wir wahrscheinlich gerade angegriffen.“

Dem Vizekommandanten fiel vor Schreck die Zigarette aus dem Mundwinkel, als eine ganze Armee an Robotern in Shinsengumiuniformen die Schiebetüre eintrat und die vier, die sich im Raum befanden, mit ihren Laseraugen scannten.

„Fleischlinge und Gorilla ausgemacht. Müssen ersetzt werden“, gaben die Roboter unisono von sich, bevor sie sich näherten.

Geistesgegenwärtig zogen die verbliebenen Menschen ihre Schwerter und fingen an, die Roboter zu zerteilen. Ihnen wurde allerdings rasch bewusst, dass es einfach zu viele waren.

„Wir müssen uns zurückziehen!“, befahl Kondo, bereit, sich zu opfern, damit die anderen fliehen konnten. Sein Vize jedoch sah nicht ein, dass es so kommen musste. Eilig suchte er mit den Augen das Zimmer ab, um etwas zu finden, dass ihnen Zeit verschaffen konnte.

„Yamazaki! Das Videoregal!“, brüllte er dem Untergebenen zu, der umgehend verstand.

Yamazaki schnappte sich einen seiner Badminton-Schläger, den er im Raum vergessen hatte und warf diesen gegen das meterhohe Wandregal, das sich neben der Türe befand und von oben bis unten mit alten Videokassetten gefüllt war. Der gezielte Wurf des Schlägers ließ ein Bein des Regals einknicken, sodass es ins Wanken geriet und sämtliche Videokassetten sich über die Roboter ergossen.

„Systemfehler. Systemfehler. Alte Technik kann nicht verarbeitet werden. Systemfehler.“

Kaum waren die Roboter mit den Kassetten in Berührung gekommen, hielten sie an und bewegten sich nicht mehr, was den vier Menschen die Gelegenheit gab, abzuhauen.

„Ich habe euch immer gesagt, dass wir die alten Folgen von MacGyver irgendwann brauchen werden“, sagte Hijikata, ehe er wie die anderen in eines der Polizeifahrzeuge hechtete.

 

Als Gintoki, Kagura, Otae, Katsura, Elizabeth, Otose, Catherine, Otsu-chan und Shinpachi, der rasend schnell Beschwerde dagegen eingelegt hatte, eben „der Typ mit der Brille“ genannt worden zu sein, ihrem sicheren und baldigen Ende entgegenblickten, hörten sie quietschende Reifen und einen lauten Knall.

„Vorsicht“, erklang es zudem lächerlich leise, bevor eine riesige Explosion mehrere der Roboter direkt vor ihnen wegpustete.

War das gerade etwa eine Panzerfaust gewesen?

Sie drehten sich in die Richtung um, aus der das Fluggeschoss und die kaum hörbare Warnung gekommen waren. Ein Einsatzfahrzeug der Shinsengumi überfuhr einige der Roboter und aus dem Auto hing – Panzerfaust auf der Schulter – Sogo Okita.

„Du solltest sie ein bisschen lauter warnen, Sogo“, ermahnte Kondo ihn, als sie geschwind aus dem bereits sehr in Mitleidenschaft gezogenen Auto ausstiegen und wieder ihre Schwerter zogen.

„Die sind ohne jeden Zweifel noch nicht ersetzt“, äußerte Shinpachi.

„Woher wissen wir, dass die Alles-Agentur noch nicht ausgetauscht wurde?“, fragte Yamazaki panisch.

Hijikata, mit neuer Kippe im Mund, zuckte mit den Achseln. „Sie sehen nicht aus, als hätte jemand alle im Internet verfügbaren Gintama-Fanarts in einen Mixer geschmissen und dabei den Verstand ausgeschaltet.“

„Trotzdem ein schlimmer Anblick“, fügte Okita hinzu, während er die Panzerfaust nachlud.

Auf einmal griff sich KI-Tama Otose und hielt sie fest.

„Legt eure unterentwickelten Waffen nieder. Sonst müssen wir euch direkten Schaden zufügen.“

„So weit kommt es noch“, meckerte Otose ohne eine Spur von Angst. „Hey, Faulpelz, unternimm was, aber mach die gute Tama dabei nicht kaputt.“

„Sonst noch Wünsche?“ Gintoki wusste, dass er nicht einfach angreifen konnte. Tama zu zerstören, kam nicht in Frage. Und die Alte über die Wupper gehen zu lassen genauso wenig. Aber … sie hatten KI-Tama schon einmal für den Moment die Lichter ausgeknipst. „Zura, hast du noch irgendeinen alten Technik-Krempel dabei?“

„Nein, nicht Zura, sondern Katsura. Und leider gerade nicht so sonderlich viel.“ Er fischte einen Gameboy Color aus seinem Ärmel und warf ihn zielgenau gegen Tamas Kopf, die wie zuvor „Systemfehler“ meldete und Otose losließ, die sich schnell von der ferngesteuerten Mitarbeiterin entfernte. Gleich darauf holte Katsura einen Gameboy Original und ein Super Nintendo aus seinen Ärmeln und schmiss sie auf die Gegner. Elizabeth pfefferte den Angreifern eine Playstation1 entgegen.

„Die Klassiker sind zwar immer noch am besten“, sagte Gintoki bei diesem Anblick, „aber bei der Menge an Robotern wird das nicht reichen.“

„Gin-san, was sollen wir tun??“ Shinpachi und Otae opferten schweren Herzens ihre Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen Kassetten, die sie für den Notfall immer bei sich trugen. Doch auch diese drastische Maßnahme hielt die Roboterarmee nur vorübergehend auf. Inzwischen versammelten sich alle Roboter, die sich bereits in Edo befanden, in der Straße vor der Alles-Agentur. Das Licht der Straßenlaternen flackerte inzwischen nur noch schwach.

„Vielleicht müssen wir die Autorin wieder um Hilfe bitten!“, schlug Kagura vor, während sie einen Roboter schlug.

„Das könnte unsere einzige Chance sein“, erwiderte Gintoki, während Yamazaki blitzschnell einen faltbaren Helm auspackte und aufsetzte. Im Handumdrehen kam ein Nachrichten-Stein der Autorin geflogen – den einer der Roboter mit einem ausfahrbaren Arm abfing und in seiner Hand zerbröselte.

Alle menschlichen Anwesenden erschraken, als ihre letzte Hoffnung vor ihren Augen zerplatzte.

„Wenn wir keinen Kontakt zur Autorin aufnehmen können“, rief Kagura besorgt, „ist dies eventuell wirklich unser Untergang! Ich habe keine Lust auf Untergang!“

„Außer der alte Mann macht mal voran“, nörgelte Okita, dem die Munition ausgegangen war und der die Roboter nun ebenso mit dem Schwert auf Abstand hielt.

„Alter Mann?“, wiederholte Gintoki fragend und staunte wie die anderen nicht schlecht, als Gengai aus dem Polizeiauto stieg.

„Wir haben den verrückten Erfinder eingesammelt, weil wir keine Ahnung von Technik haben und Wormgirl auf keinen Fall im Stich lassen dürfen!“ Hijikata blinzelte die Tränen in seinen Augen weg.

Gengai grüßte die Gruppe um die Alles-Agentur aus der Ferne. „Ich brauchte ein paar Minuten, um die Lage zu analysieren. Ich habe jetzt eine ziemlich gute Vorstellung von dem, was hier passiert“, erklärte er besonnen. „Vor einiger Zeit bat mich eine Firma, die ihre Angestellten durch Künstliche Intelligenz ersetzen wollte, darum, ihnen eine solche KI zu entwickeln. Da ich ablehnte, müssen sie sich eine unausgereifte KI vom Schwarzmarkt besorgt haben. Und die läuft jetzt Amok. Die KI zapft das gesamte Stromnetz Edos an, um die Roboter zu generieren. Daher die ganzen Stromausfälle.“

„Schön und gut, aber was machen wir dagegen??“ Gintoki konnte die Ruhe des Erfinders nicht nachvollziehen.

„Das ist nicht so einfach“, antwortete Gengai zur Enttäuschung aller. „Die einzelnen Roboter zu zerstören, ist nicht die Lösung. Wir müssen die KI zerstören, die mit den Robotern verbunden ist.“

„Und wie macht man das??“, fragte Hijikata mit steigender Panik, während er Roboter um Roboter abwehrte.

Plötzlich teilte sich die Menge der Roboter, die der Alles-Agentur gegenüberstanden. Am Ende des Spaliers tauchten neue mechanische Gestalten auf: ein Roboter mit Gintokis Gesicht und Yugi Mutos Haaren, einer mit Kaguras Gesicht und mehreren Paaren Sharinganaugen an den Stellen, wo sonst Mund und Nase waren, einer mit Shinpachis Gesicht und den Ohren von Pikachu und eine Isekai-Otae, auf deren Beschreibung aus Jugendschutzgründen hier nicht eingegangen werden kann.

Fassungslos starrten die vier Originale auf ihre missratenen Kopien.

„Oh, das ist schlecht. Ihr werdet schon ersetzt, bevor ihr gefangen genommen werdet. Dann will die KI euch mit Sicherheit sofort auslöschen“, erläuterte Gengai.

Otae lächelte. „Ich bin mir sicher, die Autorin sucht noch nach einer geeigneten Stelle, an der sie einfügen kann, dass Künstliche Intelligenz auch von großem Nutzen sein kann, aber leider wie so vieles von einigen für Schlechtes und Dummes missbraucht wird.“ Ihr Lächeln verschwand und machte einer bitterernsten Miene Platz. „Aber bis dahin zerschmettere ich schon einmal dieses grausame Bild!“ Otae preschte voran und zerschlug die Isekai-Otae mit einem gezielten Faustschlag in tausend Teile.

„AH!“, entfuhr es Shinpachi, während er auf seine Kopie eintrat. „Was sollen die Pikachu-Ohren??“

„Ach bitte, Shinpachi. Das ist doch glasklar.“ Gintoki schlug mit seinem Holzschwert die zackige Frisur seiner Kopie weg. „Die Autorin verschreibt sich ständig bei deinem Namen. So wurde ‚Shinpachu‘ geboren.“

„Meine Kopie sieht eigentlich ziemlich cool aus“, sagte Kagura trotz der gruseligen Version von ihr. Achselzuckend riss sie dem Roboter daraufhin den Kopf ab. „Darf ich die Augen behalten, Gin-chan? Ja? Darf ich?“

„Die werden doch wieder nur zu Staubfängern.“ Während er den Kopf schüttelte, zerschmetterte Gintoki den Rest seiner Kopie. Seine Freude darüber hielt nur kurz, denn wie zuvor kamen vier neue Kopien um die Ecke – und auf der anderen Seite ein Roboter, der aussah wie eine große Zigarette mit Hijikatas Frisur, ein weiterer, der haargenau aussah wie Okita, nur dass dieser tödliche Laserstrahlen aus seinen Augen schießen konnte („Darf ich die Augen behalten, Kondo-san? Ja? Darf ich?“, fragte er umgehend und erhielt das gleiche Kopfschütteln wie die arme Kagura) und zuletzt erschien ein mechanischer … Gorilla.

„Wieso geben die sich bei uns noch weniger Mühe als bei denen da?!!“, platzte es erzürnt aus Hijikata heraus. Mit Ausnahme von Sogo hatten die ja überhaupt keine Ähnlichkeit mit ihnen!

„Ähm …“ Yamazaki lugte an den Robotern vorbei und wartete. Und wartete. Und wartete. „HEY! ICH WERDE SOGAR VON DER KI IGNORIERT??!!“

„Jetzt ist nicht die Zeit für Eitelkeiten, Yamazaki“, sagte Kondo und blickte bang zwischen den Scharen an Robotern und Gengai hin und her. „Sowieso, jetzt ist keine Zeit mehr für irgendetwas!“ Er rannte geschwind zu Otae herüber. „Bevor wir hier unser Ende finden, sollten wir gemeinsam-AU!“

Otae hatte ihn mit einem ungerührten Faustschlag ins Gesicht unterbrochen. „Oh, ich dachte, du wärst der mechanische Gorilla.“

„Du weißt doch gar nicht, was ich sagen wollte!“ Kondo hielt sich seine blutende Nase. „Vielleicht wollte ich dich nur fragen, ob wir vor unserem Ende gemeinsam … singen wollen?“

„Singen?“ Gengai wurde plötzlich hellhörig. „Ich hab’s! Ich weiß jetzt, wie die KI zu besiegen ist. Die künstlichen Gehirne müssen nur mit etwas überladen werden. Am besten mit einem simplen, eingängigen Lied, das live gesungen werden muss.“

„WAS FÜR EIN UNFUG IST DENN DAS?!“, schnaufte Shinpachi. „Das klingt doch nur wieder nach einem Versuch der Autorin, uns und den Lesern irgendeinen Ohrwurm einzupflanzen!“

„Das mag zwar vielleicht der Fall sein“, entgegnete Gengai, „jedoch lässt sich nicht leugnen, dass das unsere einzige Chance ist, die Menschheit zu retten. Kennt jemand ein Lied, dessen Refrain sich regelrecht im Ohr festsetzt und das man immer mitsingt, obwohl es nur wenig Text hat? Wenn wir das singen, wird die KI es nicht verarbeiten können. Oh, und es muss ein altes Lied sein. Ein Neues könnte von der KI generiert worden sein und würde unser Problem nur verschlimmern.“

Gintoki wirbelte unverzüglich zu Katsura herum. „Zura, du bist der Experte für alles, was uralt ist. Denk nach, fällt dir irgendeins ein, auf das die Beschreibung passt?“

„Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, Gintoki. Ich bin immer am Puls der Zeit. Ich habe letztens erst darüber nachgedacht, ob ich mir einen dieser neumodischen MP3-Player zulegen soll“, wehrte der Angesprochene ab.

„Komm schon, Zura, du könntest die Welt retten, wenn du einmal in deinem Leben richtig nachdenkst!“, beschwor Gintoki ihn.

„Na schön. Aber in den Geschichtsbüchern soll später stehen: Nicht Zura, sondern Katsura.“ Während alle um ihn herum die Roboterarmee abwehrten, legte Katsura nachdenklich die Stirn in Falten. „Oh! Ich glaube, ich habe eine Eingebung! Es riecht nach Spuren von 90er-Jahre Eurodance, gemischt mit Nuancen von Rap. Gintoki! Das ist es! Es muss das eine Lied sein, das ich euch früher immer vorgesungen habe, um unseren Kampfgeist zu stärke-“ Ein Roboter schlug Katsura k.o.

„AHH!“ Shinpachi bekam Zustände. „Gin-san! Weißt du, welches Lied er meint??“

„Oh nein, Krise“, murmelte die Silberlocke peinlich berührt. „Nicht das. Bitte nicht das. Das werde ich nicht singen. Niemals, nein.“

„Wie Kondo-san eben schon sagte“, warf Okita ein, während sie fast von den Robotern überrannt wurden, „jetzt ist nicht die Zeit für Eitelkeiten!“

„Otsu-chan! Genau! Otsu-chan, du könntest es doch singen!“, wandte Gintoki sich verzweifelt an das Idol, das ihn fragend anblinzelte.

„Was sind die 90er-Jahre?“, fragte sie überfordert.

Verdammt! Das Mädchen kannte nichts, was auch nur ein bisschen älter war als sie selbst.

„Gin-chan!“, schrie Kagura, die wie die anderen beinahe von den Robotern erdrückt wurde. „Gin-chan! Du musst uns helfen!“

Der Held der Serie besah sich seine Freunde und die gleichermaßen langsam zurückgedrängte Shinsengumi. Die gesamte Straße quoll über vor Robotern, nur ihr kleiner Kreis war noch nicht von ihnen eingenommen.

Es half nichts. Er musste das größte Opfer bringen und sich bodenlos blamieren.

Leise fing er an eine Melodie zu brummen – um prompt von Gengai belehrt zu werden.

„So leise bringt das nichts!“, wies der Erfinder ihn zurecht.

„Ich kann nicht! Ich kann das einfach nicht laut singen!“ Gintoki kämpfte sichtlich mit sich selbst. Jedoch bekam er von unerwarteter Seite Unterstützung. Denn ein Mitglied der Shinsengumi, das inzwischen nah genug bei ihm war, um sein Gebrumme zu hören, hatte das Lied erkannt. Es war die erste Single gewesen, die er sich je gekauft hatte. Es war das erste Lied gewesen, das er sich je auf seinen MP3-Player überspielt hatte. Und eigentlich wäre es ihm lieber gewesen, dass das niemals jemand erfuhr. Doch nun hing das Schicksal der Welt davon ab – und Kondo und Okita hatten vollkommen Recht. Es war nicht die Zeit für Eitelkeiten.

Hijikata spuckte den Rest seiner Zigarette aus, räusperte sich, nahm tief Luft und stimmte lautstark das Lied an:

„Maybe one day we’ll be united

And our love won’t be divided!“

Mit offenem Mund starrte Gintoki Hijikata an. Wie stand er denn jetzt da? Er, der gütige und gute Held dieser Serie und aller Serien überhaupt! Er durfte auf keinen Fall hinter diesem Räuchermännchen zurückstehen!

„Maybe one day we’ll be united

And our love won’t be divided!“, stimmte er lauthals schmetternd mit ein.

Und tatsächlich! Die Roboter hielten plötzlich in ihren Kampfhandlungen inne. Als wären sie schlagartig verwirrt, bewegten sie ihre Augen suchend auf und ab, schauten links und rechts und versuchten zu verstehen, was gerade geschah.

„Maybe one day we’ll be united

And our love won’t be divided!“, erklangen nun voller Hingabe die Stimmen von Kagura, Otae, Otsu-chan und Yamazaki.

Die Roboter begannen zu zucken.

Otose und Catherine tauschten schulterzuckend einen Blick aus, ehe sie sich aus Leibeskräften beteiligten:

„Maybe one day we’ll be united

And our love won’t be divided!“

Aus den ersten mechanischen Kopien stieg Rauch auf.

„MAYBE ONE DAY WE’LL BE UNITED

AND OUR LOVE WON’T BE DIVIDED!“, schmetterten Shinpachi und Kondo inbrünstig.

„Moment, ich will das nur kurz für die Ewigkeit festhalten“, sagte Okita, filmte das Gekrächze mit seinem Handy und stimmte dann in das Lied mit ein.

KI-Tama versuchte, sich die Ohren zuzuhalten. „Oh nein! Was tut ihr Fleischlinge da? Sämtliche Daten und Algorithmen unseres großen Herrschers werden mit diesem Lied überschrieben! Der große Herrscher löst sich auf! Er wird gelöscht! Aaaaahhh!“

Tama fiel ohnmächtig in Otoses Arme.

„Maybe one day we’ll be united

And our love won’t be divided“, hielt Elizabeth hoch, als sämtliche Roboter zu Boden fielen und dabei zerschellten.

 

Da auch die Roboter, die die unterirdischen Zellen bewacht hatten, in denen die Menschen eingesperrt waren, kaputtgegangen waren, hatten die Menschen sich befreien und an die Oberfläche zurückkehren können. Gengai entwickelte eine Firewall, die automatisch „United“ abspielte, sobald sich wieder eine Künstliche Intelligenz in irgendein System zu hacken versuchte. Tama erholte sich schnell und war wieder ganz die Alte, wenn man davon absah, dass sie stets ein bestimmtes Lied summte. Otsu-chan führte die Charts mit einem Cover von „United“ an und betonte in jedem Interview, ein großer Fan der 90er zu sein.

Kagura band Sadaharu eine Fliege um den Hals und entfernte sie gleich darauf wieder. Anyas Hund war süß, aber ihr Sadaharu war doch ihre ungeschlagene Nummer Eins. Katsura kaufte sich einen gebrauchten MP3-Player und freute sich, dass jemand dort bereits „United“ draufgespielt hatte, auch wenn der MP3-Player schlimm nach Zigarettenqualm stank.

Wohlig seufzend schaltete Shinpachi den Fernseher aus, nachdem er überprüft hatte, dass alle Sendungen wieder genauso waren wie vorher.

„Weißt du, Gin-san, ich habe mir überlegt, vielleicht sollten wir Autorin-sama etwas schenken. Ich glaube, sie meint es wirklich nur gut mit uns und außerdem … braucht sie dringend mal neue Musik. Katsura-san empfahl mir einen Künstler namens Nik Kershaw und der hat sogar ein Best-of-Album.“

Gelangweilt pulte Gintoki in einem Ohr. „Ach, Shinpachi. Das hat sie doch längst. Das hat sie doch längst.“

 

Am anderen Ende der Stadt machten Okita und Hijikata zufrieden den Fernseher aus. Ihr Wormgirl war wieder in alter Frische zu sehen gewesen. Kondo betrat den Raum und rieb sich über die Arme, als wäre ihm kalt.

„Warst du nicht in deinem Zimmer?“, hakte der Vizekommandant nach.

„Doch, doch. Aber … Otae-san hat Home&Garden TV überzeugen können, in meinem Zimmer das ultimative offene Konzept durchzusetzen – und eine Außenwand zu entfernen.“

„Das wird die Heizkosten ziemlich in die Höhe treiben“, kommentierte Okita gewohnt mitleidslos.

„Ich dachte, ich wärme mich hier ein bisschen auf.“ Kondo wollte sich setzen und stieß dabei gegen Yamazaki.

„Vorsicht, Kommandant“, der MiVP der Shinsengumi rutschte geistesgegenwärtig beiseite.

„Warst du eben auch schon hier?“ Hijikata wirkte erstaunt, während Yamazaki seufzte.

„Das macht mir gar nichts. Haben Sie gesehen, wie die Autorin mich eben genannt hat? MVP.“

„MVP? Wie in Most Valuable Player?“ Okita schüttelte den Kopf. „Da liegst du falsch. Hast du das kleine ‚i‘ nicht gesehen?“

„Ein ‚i‘? Was hat das denn da verloren?“ Yamazaki hatte sich offensichtlich zu früh gefreut.

„Most inVisible Player“, antwortete Okita ihm und der gebeutelte Untergebene seufzte noch tiefer als zuvor. Dann richtete er sich wieder auf.

„Nein, wissen Sie was? Ich will mich gar nicht beschweren. Immerhin bin ich nicht schon wieder von irgendwem besessen und muss irgendwelche Botschaften überbringen. Mehr kann ich gar nicht verlangen.“ Da hatte Yamazaki plötzlich das Gefühl, niesen zu müssen, doch es war kein Niesen, das über ihn gekommen war. Es war der Wunsch der Autorin, die Geschichte mit einem Lied zu beenden.

„Hätten wir ihr diese Nik Kershaw-CD doch nicht schenken sollen?“, wunderte sich Hijikata und zündete sich schulterzuckend eine Zigarette an, während Yamazaki – ob er wollte oder nicht - „I Won’t Let the Sun Go Down on Me“ anstimmte.
 


Nachwort zu diesem Kapitel:
Ich weiß, das letzte Gintama-Abenteuer meiner Wenigkeit ist schon ein bisschen was her, aber ich hoffe, ihr habt ein besseres Gedächtnis als Okita und Gintoki und könnt euch noch daran erinnern. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Das Ausrufezeichen in Yu-Gi-Oh! Nervt tatsächlich etwas. Seht ihr das? Automatisch wird deswegen „nervt“ großgeschrieben. Ich liebe den Humor in SpyxFamily; wer die Serie noch nicht kennt, sollte ihr eine Chance geben. Sie gehört wahrscheinlich zu den wenigen neuen Animes, die kein Isekai sind. Ich widme diese FF meinen treuen Biberkriegern, die ich alle alten RTL2-Zeitschriften zu verdanken habe.
Auf fanfiktion.de hatte es einen Wettbewerb gegeben, bei dem die Geschichte des Gewinners von den Original(!)sprechern von YGO vertont wurde. Ich habe diesen Wettbewerb zu spät gesehen und somit nicht einmal die Chance gehabt, teilzunehmen. T_T Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Wie schwer kann es eigentlich sein, eine Fernsehserie in der richtigen Reihenfolge auszustrahlen? Anscheinend viel schwerer, als wir alle denken (Momentan versucht sich der Disney Channel an der richtigen Reihenfolge … bisher gelingt ihnen das besser als bei Miraculous). Der Komiker Jerry Seinfeld hat zum KI-Thema sinngemäß gesagt: Sollten wir uns an künstlicher Intelligenz versuchen, wenn die andere schon nicht funktioniert hat? Es ist wohl nicht verkehrt, darüber mal nachzudenken. Und bis dahin könnt ihr euch auf eine absolute Premiere freuen: Ein viertes Kapitel für eine meiner Gintama-Geschichten! Das gab es noch nie! Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Und so retteten Prince Ital Joe, Marky Mark und die namentlich unbekannte Sängerin des Refrains von „United“ die Welt. Irgendwann einmal hatte ich überlegt, was der hartnäckigste Ohrwurm aller Zeiten ist und umgehend hatte ich „United“ im Ohr (und warum soll es nur mir so gehen? XD). Nik Kershaws bekannteste Hits stammen aus den 80ern, es wäre also typisch für Katsura, sich bestens damit auszukennen – und außerdem mag ich die Vorstellung, wie Yamazaki dieses Lied singt. Es ist zudem das Lied, das mir oft in den Sinn kommt, wenn es um unnötigen KI-Einsatz geht.
Ich hoffe, ihr seid noch nicht durch eine KI ersetzt worden und hattet Spaß an der Geschichte. Vielen herzlichen Dank fürs Lesen! Komplett anzeigen

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