Prolog
Frozen Hearth
Story by -Vincent-
Charaktere made by SquareEnix
Prolog
Ein kalter und staubiger Wind pfiff durch die Ruinen der ehemaligen Forschungsanlage von Shinra. Die Luft war verbraucht und roch abgestanden. Lange ist es her das irgendein Mensch durch diese Tunnel gegangen war und noch länger das irgendein Lichtstrahl den Boden berührte.
Die Wände der Gänge und Räume waren rostig. Die Böden waren voller Schutt und Geröll. Hier und da sind Teile der Decken eingestürzt und überall lagen alte Gerätschaften herum, deren Verwendungszweck schon lange vergessen wurde.
Eine beängstigende Stille herrschte vor, nur das leise Flüstern des Windes war zu vernehmen und das gleichmäßige Tropfen von Wasser, welches sich irgendwo langsam aber stetig einen weg durch die Mauern bahnte.
Kein Zeichen von Leben. Nicht einmal Ratten oder Monster hatten sich im Laufe der letzten Jahre hierher verirrt. Hier gab es nichts außer altem Leid, welches als ungutes Gefühl in der Magengegend sein Unwesen trieb. Nichts außer der ewigen Dunkelheit, welche sich langsam aber sicher immer weiter ausbreitet. Als wollte sie die schmerzliche Vergangenheit dieser Einrichtung in Vergessenheit ersticken wollen.
Kilometerlange Gänge führten labyrinthartig von Raum zu Raum. Jene Räume, in denen grausame Experimente an jeglicher Art von Leben durchgeführt worden. Tiere, Monster und Menschen gleichermaßen. Eine erdrückende Atmosphäre herrschte vor, als wären die Schmerzen der hier gefangengehaltenen noch immer präsent, fast schon greifbar. Ein Ort für Geister und böse Gedanken.
Und doch war da etwas. Etwas unscheinbares das hier so fehl am Platz wirkte.
Ein schwaches Leuchten....versteckt im dunkelsten und tiefsten Bereich dieser gewaltigen Anlage. Zwischen Trümmern, herunterhängenden Kabeln und Schläuchen und zerstörten Forschungstanks war da ein Tank, der noch intakt schien. Von der Konsole davor ging das schwache Leuchten aus. Der Bildschirm war zersprungen und dennoch flimmerten diverse unlesbare Daten darüber.
Dann, ganz plötzlich, leuchtete ein kleines Lämpchen rot auf, bevor der Computer endgültig den Geist aufgab und für immer Teil der Finsternis wurde.
Plötzlich gab es ein lautes Zischen, welches wie eine Vorahnung durch die leeren Gänge huschte, als wollte es unbedingt an die Oberfläche drängen.
Die schützende Glashülle des Tanks wurde hochgefahren und eine Wolke aus trübem Nebel breitete sich aus dem inneren aus.
Zuerst war alles wieder still, als hielte alles in dieser Umgebung den Atem an, doch dann rollte ein leises Stöhnen durch den Raum gefolgt von einem markerschütterndem
Schrei, welcher selbst den letzten noch so kleinen Funken von Leben hier unten zu Eis erstarren lies.
Die Wände wurden von einer dünnen Schicht Frost überzogen, das kleine Wasserrinnsal in der einen Ecke erstarrte augenblicklich und die Luft wurde kalt, sehr kalt.
Dann ein dumpfes Grollen... , ein eisiger Lichtschleier der über den Boden kroch..., ein paar eisblaue Augen flammten kurz auf und dann wieder...stille. Ewig andauernde, zermürbende Stille.....
Drei Worte
Kapitel 1: Drei Worte
Ein ruhiger und ereignisloser Tag neigt sich langsam dem Ende als die Sonne hinter den Gebäuden der Stadt Edge langsam zu versinken begann. Ein Farbenspiel aus roten und violetten Tönen schmückt die Fassaden und die Straßen, auf denen noch ein geschäftiges Treiben statt findet. Es ist mitten im Sommer und die Luft ist noch angenehm warm. Überall sitzen Menschen vor kleinen Restaurants und Bars und vergnügen sich bei leckerem Essen, anregenden Getränken und heiteren Gesprächen. Andere schlendern gemütlich durch die Abendluft welche erfüllt ist vom Duft blühender Blumen und reifen Feldern.
Auch in der bekanntesten Bar der Stadt, dem 7. Himmel, ist noch lange nicht an Feierabend zu denken. In der Bar ist kein einziger Stuhl mehr frei und so drängen sich einige Leute davor und warten auf einen der heißbegehrten Plätze. Eine Szenerie, die vor allem um diese Jahreszeit fast jeden Abend zu beobachten ist.
Im Innenraum ist die Luft schwer von den vielen Gesprächen der Gäste. Es herrscht eine ausgelassene bis heitere Stimmung.
Hinter dem Tresen stehen eine hochgewachsene, schwarzhaarige Frau und ein noch recht jung erscheinendes Mädchen mit schulterlangen rot-braunen Haaren.
Das Mädchen heißt Shelke und ist älter als es den Anschein hat. Die andere Frau ist ist die Besitzerin der Bar; Tifa. Ihre Cocktails sind in der ganzen Stadt berühmt und heiß begehrt.
Außerdem dient das Gebäude auch als Zentrale für Cloud´s Kurierdienst. Da beide mittlerweile so etwas wie kleine Berühmtheiten sind, führen sie mittlerweile ein sehr entspanntes und sorgenfreies Leben, denn Kundschaft gibt es im Überfluss.
Nach den Ereignissen vor knapp 1 Jahr bot Tifa Shelke an, bei ihr in der Bar auszuhelfen. Die Geschäfte liefen schnell so gut, das Shelke mittlerweile eine nicht-wegzudenkende Mitarbeiterin geworden ist. Sie hat sich gut eingelebt und hilft wo sie kann. Hier und da hilft sie auch Marlene und Denzel beim lernen. Mittlerweile ist sie also fester Bestandteil des Teams und für Tifa als große Hilfe auch nicht mehr zu entbehren. Die beiden haben heute wirklich wieder alle Hände voll zu tun.
Aus der ersten Etage hört man zwischen den Gesprächen immer mal wieder ein Telefon klingeln.
Cloud, der in seinem Büro sitzt, plant bereits seine Touren für die nächsten Tage und es kommen unentwegt neue Aufträge rein. Er gibt sich große Mühe alles so korrekt wie möglich zu machen ohne dabei den Überblick zu verlieren. Mitunter fühlt er sich dann aber doch etwas überfordert. Ab und an, bei Gesprächen am Telefon, verdreht er die Augen oder runzelt die Stirn.
//Was würde ich doch für einen gepflegten Zweikampf geben. Die sind wenigstens nicht kompliziert.// kommt ihm dann in den Sinn, bevor er sich kopfschüttelnd wieder an die Organisation macht.
Nach ein paar Stunden ist draußen nun vollends die Nacht herein gebrochen was aber den mittlerweile doch recht angetrunkenen Partygästen im 7. Himmel noch nicht einmal aufgefallen ist. Die Uhr über der Theke zeigt kurz vor Mitternacht aber es sieht so aus, als würde noch keiner ans „nach Hause gehen“ denken. Zumindest die Traube an Leuten vor der Tür hatte sich aufgelöst. Ein Zeichen dafür, dass es vielleicht doch nicht mehr lange dauern kann, bis auch der letzte Gast gegangen ist.
Tifa stört das nicht, hat es noch nie. Sie freut sich immer darüber wenn so viel Leben in ihrer Bar Einzug hält. Beim Anblick der Uhrzeit dreht sie sich zu Shelke um, welche gerade einen Schwung Gläser spült.
Tifa: „Willst du nicht langsam Feierabend machen Shelke? Es ist schon spät.“
Shelke wurde durch die Frage sichtlich aus ihren Gedanken gerissen.
Shelke:“ Was?...Oh nein, nein. Schon gut. Ich bin noch nicht müde. Außerdem ist der Laden doch noch brechend voll. Ich kann dich das doch nicht alleine machen lassen.“
Tifa lächelte nur und machte sich dran, noch eine Bestellung an Cocktails zu mischen.
Sie hatte ja schon geahnt das Shelke nicht gehen würde. Aber fragen kostet ja nichts.
Plötzlich wurde die Tür mit einem lauten Krachen aufgestoßen, so das sämtliche Gespräche sofort verstummten und jeder im Raum sich erschrocken zu ihr drehte.
Im Türrahmen stand, breit grinsend eine junge schlanke Frau in sportlichen Sommerklamotten und mit einer, aus allen Nähten zu platzen scheinenden Tasche unterm Arm.
???:“ Überraaaaschung!!!!“ schrie sie Laut. „Da bin ich! Die lang ersehnte weiße Rose Wutai´s!!!!“
Tifa: „Yuffie!“ entfuhr es Tifa freudestrahlend, während die Gäste die Erscheinung in der Tür anstarrten, als hätte ihnen jemand mit sofortiger Wirkung sämtlichen Alkohol verboten.
Yuffie:“ Ja und zwar die eine und echte! Und jetzt schaut nicht so dumm als hätte euch der Blitz getroffen. Freut euch lieber über meine Anwesenheit!“ lies die lauthals verkünden.
Nach einem Moment betroffenem Schweigens drehten sich die Gäste wieder um und beschäftigten sich wieder mit ihren Gläsern und Tischnachbarn.
Tifa lief schnell um die Theke direkt zu Yuffie. Diese wurde stürmisch umarmt.
Tifa:“ Es freut mich so dich wieder zu sehen Yuffie. Ich dachte du kommst erst übermorgen hier an.“
Yuffie lies ihre Tasche zu Boden fallen und erwiderte die herzliche Begrüßung.
Yuffie:“ Ja das hatte ich ursprünglich auch gedacht, aber nun bin ich eben jetzt schon da.“
Tifa löste sich etwas von Yuffie, schaute und lächelte sie an. Yuffie war schon wieder ein Stück gewachsen und sah nun immer mehr wie eine junge Dame aus. Ihre Haare trug sie aber immer noch so wie früher.
Tifa:“ Du siehst richtig gut aus. Los, komm. Setz dich zu mir an die Theke. Ich habe, wie du siehst, noch zu tun.“
Tifa griff an Yuffie vorbei und schloss die Tür wieder.
//Zum Glück ist die noch heil geblieben// dachte sich Tifa lächelnd. Die Yuffie die sie kannte, hat ja doch gern mal Dinge zerstört. Nie mutwillig versteht sich.
Yuffie nickte zustimmend und griff nach ihrer Tasche. Mit einem angestrengtem Ruck hievte sie sich diese über die Schulter. Tifa bemerkte das.
Tifa:“ Sieht schwer aus. Was hast du denn alles da drin?“
Yuffie schaute über ihre Schulter zu Tifa, erneut breit grinsend:
Yuffie:“ Na meine Materia, was sonst? Ach und ein paar Wechselklamotten.“
Die beiden mussten nach dieser Antwort lachen während sie schnurstracks zu Theke gingen. Tifa verschwand wieder dahinter und Yuffie lies sich auf einen der Barhocker nieder. Auf dem Hocker daneben hatte ein Mann seinen Kopf auf den Tresen abgelegt und schien bereits zu schlafen. Als Yuffie das bemerkte verzog sie angewidert das Gesicht und rutschte etwas weiter weg von dem Unbekannten.
Tifa strahlte weiter und freute sich einfach nur.
Shelke:“ Hallo Yuffie. Magst du etwas trinken?“ fragte Shelke und griff schon nach einem leeren Glas.
Yuffie hatte sie noch gar nicht wahrgenommen.
Yuffie:“ Oh hi Shelke. Entschuldige, ich hab dich gar nicht gesehen. Ähm, ja ein Wasser bitte.“
Shelke:“ Alles gut, mach dir nichts draus. Ist ja auch ordentlich was los hier.“
Shelke reichte Yuffie ein großes Glas frisches Wasser. Dann griff sie nach einem Tablett und machte sich daran, weitere leere Gläser von den Tischen einzusammeln.
Yuffie schaute sich erstaunt im Raum um während sie einen ordentlichen Schluck aus dem Glas nahm. Dann drehte sie sich wieder zu Tifa.
Yuffie:“ Man, ist echt voll der Laden. Krass.“
Tifa:“ Ach, ja...das ist fast jeden Abend so. Vor allem bei dem schönen Wetter.“
Yuffie:“ Und Shelke hast du auch behalten. Das finde ich ja richtig super.“
Tifa:“ Was heißt behalten. Sie ist mir eine sehr große Hilfe. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht ob ich das hier ohne sie alles stemmen könnte.“
Yuffie:“ Und wie geht es ihr? Ich meine nachdem...naja du weist schon.“
Tifa: „Ihr geht es gut denke ich. Sie scheint sich gut eingelebt zu haben.“
Yuffie:“ Das ist gut. Ist bestimmt nicht leicht so ein „normales“ Leben zu führen nach all dem was ihr passiert ist.“
Tifa:“ Stimmt. Aber wir haben uns viel mühe gegeben und sie nie unter Druck gesetzt. Ich denke sie kommt jetzt gut zurecht.“
Die beiden lächeln Shelke an als diese zurück kam, das Tablett voller Gläser.
Yuffie lehrte ihr Glas nun auf einen Schluck und stellte es neben sich auf die Theke.
Yuffie:“ Hey, wo ist eigentlich Cloud?
Tifa sah auf die Frage hin verlegen die Treppe in den 1. Stock hoch, welche sich direkt hinter der Theke befindet. Man konnte einen schwachen Lichtschein erkennen, welcher wohl aus einem der dortigen Zimmer kam.
Tifa:“ Er ist in seinem Büro und arbeitet wohl noch. Oder...er ist im sitzen eingeschlafen.“
Entrüstet stemmt sich Yuffie mit beiden Händen auf die Theke.
Yuffie:“ Worauf wartest du dann?! Los hol ihn runter! Schließlich ist es eine Ehre für ihn mir Hallo sagen zu dürfen!“ verkündete Yuffie heroisch.
Tifa hob beide Hände schützend vor sich.
Tifa:“ Lass mal lieber. Ich will ihn nicht stören. Ihr seht euch bestimmt morgen früh...“
Tifa versuchte beschwichtigend zu lächeln als sie bemerkte, das Yuffie sich schmollen wieder auf den Hocker Plumpsen lies. //Manche Dinge ändern sich wohl nie// dachte sie so bei sich.
Nach und nach verließen immer mehr der Gäste die Bar und bald waren dann doch alle gegangen. Tifa ging zur Tür um diese abzuschließen. Dann nahm sie noch die letzten Gläser von den Tischen mit und stellte diese neben dem Waschbecken ab. Shelke war mittlerweile auch nach Hause gegangen. Sie hatte damals drauf bestanden, eine eigene Wohnung zu haben.
Yuffie streckte sich müde. Sie sah mittlerweile an einem der Tische und rollte eine ihrer Materia gelangweilt hin und her.
Tifa: „ Ich bin hier gleich fertig Yuffie. Danach können wir hoch gehen. Da zeige ich dir dann dein Zimmer für die nächsten Tage.“
Yuffie:“ Hauptsache du beeilst dich, sonst schlafe ich gleich hier unterm Tisch.“ murrte Yuffie müde und genervt zurück.
Wieder konnte Tifa nur in sich hinein lächeln, als sie sich plötzlich an etwas erinnerte.
Wie konnte sie nur vergessen, Yuffie Bescheid zu geben.
Tifa:“ Yuffie!!!“ sagte sie etwas lauter. Laut genug, das sich die angesprochene erschrocken konnte.
Yuffie:“ Oh Gott erschrecke mich doch nicht so. Was ist denn?“
Tifa:“ Ich habe dir das beste ja noch gar nicht erzählt.“
Aufgeregt kam Tifa zu Yuffie an den Tisch und setzte sich ebenfalls daran. Dann legte sie ihre Hände auf die von Yuffie und starrte eindringlich zu ihr herüber. Yuffie stutze. //Was kommt den jetzt// fragte sie sich.
Tifa:“ Ob du es glaubst oder nicht, aber wir haben eine Nachricht von Vincent bekommen!“
Yuffie schreckte sofort so heftig hoch, dass sie sich ein Knie an einem der Tischbeine stieß. Schmerzerfüllt hielt sie sich besagte Stelle fest während sie ungläubig Tifa anstarrte.
Vincent hatte sich nach dem Kampf gegen Omega komplett zurück gezogen. Alles was er damals noch sagte war: „Ich melde mich.“ Das war aber nun fast ein Jahr her. Niemand wusste wohin er verschwunden war. Allerdings hatte auch niemand versucht ihn zu finden. Sie hatten damals darüber gesprochen und sind zu dem Entschluss gekommen, ihn ziehen zu lassen. Immerhin war der Kampf für ihn sehr kräfteraubend.
Und alle wussten auch, wenn Vincent nicht gefunden werden wollte, dann würde ihn auch niemand finden.
Nagut, Yuffie hatte sich nur bedingt daran gehalten. Nach 4 Monaten ohne auch nur einem Hauch von einem Lebenszeichen seinerseits, reiste sie nach Nibelheim um dort in der alten Shinra Villa nachzusehen. Ihre Hoffnung war damals, dass sich Vincent einfach wieder in seinen ollen Sarg zurück gezogen hatte. Doch leider fand sie diesen verweist vor. Auch sonst gab es keinerlei Anzeichen auf seinen Verbleib. Damit hatte sich die Sache für Yuffie dann auch erledigt und sie beschloss, einfach darauf zu warten, das er eines Tages einfach wieder auf der Matte stehen würden.
Mit immer noch schmerzverzerrten Gesicht setzte sich Yuffie langsam wieder hin. Tifa hingegen hatte mittlerweile ein so breites grinsen an den Tag gelegt, das man fast meinen könnte, es springe ihr jeden Moment aus dem Gesicht. Sie konnte einfach nicht anders. Yuffie´s Reaktion fand sie einfach nur zu süß.
Für sie war es schon lange kein Geheimnis mehr das Yuffie den schwarzhaarigen sehr gern mochte. Wenn nicht sogar etwas mehr als das. Umso besser konnte sie Yuffie verstehen. Nach einem Jahr hatten sie schon fast nicht mehr mit Vincent gerechnet.
Umso mehr freute sich Tifa, in erster Linie wohl eher für Yuffie.
Yuffie:“ Wie!?! Er hat sich echt gemeldet? Wann? Wie?????!!!“ brach Yuffie etwas heißer hervor. Sie hatte nun ordentlich Farbe im Gesicht. Der bloße Gedanke an Vincent löste in ihr ein Gefühlschaos aus was seinesgleichen sucht. Freude, Wut, Unverständnis, Mitgefühl und allerlei anderen nutzlosen Kram den sie gerade so gar nicht einsortieren vermochte.
Tifa:“ Nun ja. Ganz einfach. Er hat Cloud eine Nachricht auf sein Handy geschickt.“
Yuffie:“ Ja und? Jetzt rück schon raus mit der Sprache! Was stand drin?!“ drängelte Yuffie aufgeregt. Ihre Müdigkeit war wie weggeblasen.
Tifa:“ Er hat geschrieben: /Komme vorbei/.“
Fassungslos starrte Yuffie in den Raum. Tifa saß da und grinste weiter.
Yuffie:“ Wie....../Komme vorbei/.......mehr nicht?“
Tifa:“ Nein. Nur diese 2 Worte.“
Yuffie rieb sich nur wütend mit beiden Händen den Kopf sodass ihre Haare ganz verwuschelt wurden.
Yuffie:“ Das glaube ich jetzt einfach nicht! Das ist wieder so typisch für diesen ollen Mottensammler!!!!! Was denkt der sich bitteschön?!!! Ein Jahr und dann kommen nur die 2 Worte von ihm? Kein WANN oder WO?!?!?!?!?!“
Sie war sichtlich unzufrieden mit dieser Art der Kommunikation.
Tifa:“ Du kennst Vincent doch. Er ist nun mal kein Mann der vielen Worte.“
Tifa seufzte nun erleichtert auf.
Tifa:“ Zumindest....wissen wir jetzt das er noch lebt. Um ehrlich zu sein, Cloud und ich hatten langsam mit dem schlimmsten gerechnet.“
Nun sah Tifa etwas betrübt aus. Doch dann fiel ihr Blick wieder auf Yuffie welche, mit dem Gesicht voran, schmollend auf dem Tisch lümmelte. Sie legte ihre Hand auf Yuffie´s Schulter.
Tifa:“ Er wird bestimmt bald auftauchen. Da bin ich mir sicher. Und dann...werden wir ihm erst mal ordentlich die Meinung sagen!“ gab Tifa siegessicher zum besten.
Sofort war Yuffie Feuer und Flamme für diese Idee. Erneut sprach sie vom Tisch auf. Diesmal ohne weiteren Schaden zu nehmen, und hielt kampflustig beide Fäuste vor sich.
Yuffie:“ Oh ja, das machen wir. Hörst du Mister Valentine? Komm du erst mal hier an! Dann bekommst du die Abreibung deines Lebens.“ sie tat so als würde sie jemanden boxen als sie dies in die Luft posaunte.
Tifa schüttelte mit dem Kopf. //Hoffentlich vergrault ihn das nicht gleich wieder// dachte sie bei sich und erhob sich nun auch wieder.
Tifa:“ Lass uns jetzt schlafen gehen. Es war ein langer Abend.“
Yuffie:“ Ich bin jetzt viel zu aufgedreht um zu schlafen.“
Yuffie konnte gerade wirklich nicht an schlafen denken. Nicht nach dieser Nachricht. Nun war sie viel zu nervös.
Tifa:“ Ich bin sicher du schaffst das schon.“ schmunzelte Tifa und ging die Treppe hoch. Yuffie griff nach ihrer Tasche und folgte ihr. Sie gingen in den 2. Stock und dort zeigte Tifa Yuffie ein gemütliches, sauberes und wohlriechendes Zimmer.
Tifa:“Dann wünsche ich dir eine gute Nacht. Und träum etwas schönes.“ Bei dem letzten Satz konnte Tifa sich ein kleines verschmitztes Schmunzeln nicht verkneifen.
Sie schloss die Tür hinter sich und begab sich nur in ihr Schlafzimmer.
Auf dem Weg dorthin kam sie an Cloud´s Büro vorbei. Dieser war tatsächlich im sitzen eingeschlafen. Kurz blieb Tifa stehen und überlegte, ob sie ihn wecken sollte. Damit auch er in sein Bett gehen konnte. Aber dann lies sie von dem Gedanken ab. Cloud war schließlich alt genug um selber zu wissen, wann er genug gearbeitet hat.
Tifa wollte sich gerade abwenden, als plötzlich Cloud´s Handy vibrierte. Es lag auf dem Tisch und Tifa konnte eindeutig lesen, das soeben eine neue Nachricht von Vincent reinkam. Neugierig wie sie war nahm sie das Handy und schaute genauer nach.
/Morgen/
Tja, mehr stand da nicht. Aber mehr gab es auch nicht zu wissen.
//Am besten, ich lass die Bar morgen geschlossen wenn hier das große Donnerwetter los geht// dachte sich Tifa und ging nun zufrieden in ihr Zimmer.
Gänsehaut
Kapitel 2: Gänsehaut
Eine schwül-warme Brise drang durch das offene Fenster in den Raum hinein. Die Sommernächte auf dem tropischen Inselarchipel Mideel waren unerträglich, aber noch lange nicht so schlimm wie die Tage. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit bildeten sich überall kleine Wassertropfen. Zudem summten und zirpten im ganzen Zimmer diverse Insekten herum, welche bei der nächtlichen Stille einen fast Ohrenbetäubenden Lärm machten.
Stirnrunzelnd lag Vincent noch eine ganze Weile so da und versuchte krampfhaft wieder in den Schlaf zu finden. Dies wollte ihm nur leider nicht gelingen.
Er öffnete irgendwann dann doch seine Augen und blickte nach draußen. Der Himmel war Sternenklar und der schwache Schein des Mondes blitze zwischen dem Vorhang am Fenster hindurch. Das kleine Zimmer, welches er jetzt schon fast als sein „eigenes“ betrachten konnte, hatte nicht viel zu bieten. Da stand ein Tisch samt Stuhl, ein Kleiderschrank und eben das Bett, in dem er sich hin und her drehte, bei dem hoffnungslosen Versuch endlich zur Ruhe zu kommen.
Nach kurzer Überlegung raffte er sich langsam auf. Es halft ja doch nichts. Er hatte seiner Meinung nach eh genug Zeit verschwendet.
Er zog seine Hose an und warf sich schnell ein leichtes Hemd über, dann verließ er das kleine Zimmer. Es lag direkt unter dem Dach eines kleinen Häuschens, welches nicht weit weg von der zerstörten Stadt Mideel stand. Es gab einige solcher Häuser in der kleinen Siedlung. Hier hatten sich die ehemaligen Bewohner ein neues Zuhause geschaffen und einen Neuanfang gewagt.
Noch immer etwas schlaftrunken ging Vincent leise die hölzerne Treppe hinunter. Er wollte die nette alte Dame nicht wecken, welche ihm freundlicherweise besagtes Zimmer zur Verfügung gestellt hatte. Ihr Name war Miranda und sie lebte hier alleine, naja, bis er hier auftauchte.
Vincent hatte sich nach seinem Kampf gegen Deepground und Omega von seine Freunden zurück gezogen, einfach um einige Dinge für sich klären zu können. Lange war er überall unterwegs gewesen. Voller Unruhe zog er von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, von Land zu Land. Bis er schließlich hier ankam. Und hier fand er nach langer Zeit einen Ort, an dem er einen kleinen Hauch von Zufriedenheit spürte.
Die Menschen hier waren am Anfang sehr skeptisch ihm gegenüber und wussten nicht so recht, was sie von ihm halten sollten. Nur Miranda, die kleine alte zierliche Frau, war von Anfang an freundlich zu ihm. Nach kürzester Zeit bot sie ihm diese Unterkunft an. Als die restlichen Bewohner dann merkten, das Vincent ziemlich geschickt im Umgang mit der Waffe war, wurde er schneller als er ahnen konnte zum privaten Monsterjäger von Neu-Mideel erklärt, so nannten sie ihre neue Siedlung.
Ihm sollte das recht sein. Er hatte so eine Aufgabe und konnte sich damit ja auch irgendwie für seinen Aufenthalt bedanken. Dies gab ihm die gesuchte Zeit und Ruhe um über so vieles nachzudenken. Zumal dieser Ort schon früher für seine heilsamen Kräfte bekannt war und Heilung brauchte er zu diesem Zeitpunkt mehr als genug.
Vincent erreichte die Eingangstür und trat nach außen.
Die Luft war schwer und feucht und die zaghaften Gesänge der nachtaktiven Dschungelvögel drangen an seine Ohren. Langsam schaute er sich um.
In den Fenstern der anderen Häuser war es dunkel. Alle schienen zu schlafen. Es wirkte so friedlich, ein Anblick, an den sich Vincent erst gewöhnen musste, als er vor 7 Monaten hier ankam. So eine Harmonie kannte er vorher nicht und wenn, konnte er sich nicht mehr daran erinnern.
Er beschloss ein paar Schritte zu gehen um die noch immer präsente Müdigkeit los zu werden.
Der zunehmende Dreiviertelmond am Himmel war bereits am sinken, lange konnte es nicht mehr bis zum Morgengrauen dauern. Dann würde es mit den ersten Sonnenstrahlen noch wärmer werden. Bei dem Gedanken runzelte Vincent wieder die Stirn und ein leises seufzen seinerseits war zu vernehmen. Ein einzelner Schweißtropfen rannte ihn über die Stirn. Früher hätte ihm so etwas nichts ausgemacht.
Auf seinem kleinen Spaziergang kam er am Dorfbrunnen vorbei. Er streckte eine Hand in das klare Wasser und konzentrierte sich auf dieses angenehme Gefühl. Dann benetzte er sein gesamtes Gesicht und ein weiterer Schwall Wasser fand den Weg in seinen Nacken. Erleichtert atmete Vincent auf. Das hätte er schon viel eher machen sollen. Das kühle Wasser lief an seinem Rücken hinunter und sorge in ihm für einen wohligen Schauer.
Er legte seinen Kopf in den Nacken und holte erneut tief Luft, dann blickte er in den Himmel. Einige Minuten stand er so da. Seine blutroten Augen wanderten von Stern zu Stern.
//Wird wohl langsam Zeit// schoss es ihm irgendwann durch seine Gedanken.
Sein Griff ging nun zu seinem Handy, welches er immer in seiner Hosentasche hatte. Es war aus, schon seit er Edge verlassen hatte. Vincent schaltete es nach einer Millisekunde des Zögerns wieder ein. Er öffnete den Nachrichtenverlauf mit Cloud und wollte gerade los tippen als er doch noch einmal inne hielt. Dann sah man ein leichtes schmunzeln auf seinen Lippen und Vincent tippte eine Nachricht. //Komme vorbei//
Warum sollte er lange Texte schreiben. Die anderen würden ihn bei seiner Rückkehr schon belagern und ausfragen. Also die Energie lieber aufsparen. Er klickte auf senden und als die Nachricht raus war, schaltete er das Handy wieder aus.
Danach drehte der schwarzhaarige noch einige Runden durch das Dorf und als alle Sterne verblassten und sich langsam die Morgendämmerung am Horizont zeigte, ging er zum Haus der kleinen alten Dame Miranda zurück.
Dort angekommen konnte Vincent bereits durch das Fenster erkennen, das eben diese schon wach war und in der kleinen Küche herum lief.
Er betrat das Haus und stand direkt in dem Raum, der als Esszimmer genutzt wurde. Ein kleiner Tisch stand an der Wand. Es gab nur 2 Stühle.
Überall auf den Fensterbrettern und den Regalen waren kleinere und größere Blumensträuße. Die wenigen Schränke waren übervoll mit diversen Haushaltsgegenständen über deren Bedeutung sich Vincent nie sonderlich viele Gedanken gemacht hat. Der Übergang zur kleinen Küche war nahtlos und eben da stand Miranda und bereitete gerade eine kleine Mahlzeit zu.
Einen Moment lang stand Vincent da und beobachtete sie Szenerie als er dann doch einen Schritt auf Miranda zuging, welche ihn augenscheinlich noch nicht einmal bemerkt hatte.
Vincent:“ Für mich heute nichts...“ sagte er ruhig zu ihr.
Miranda drehte sich langsam zu ihm um. Eine hagere kleine Gestalt. Ihre Gesichtszüge wirkten müde und eingefallen. Ihre Hände waren zittrig und griffen nach einem alten Gehstock. Ihre Augen waren klein und schienen von dem langen Leben müde zu sein und dennoch strahlten sie eine für Vincent nicht greifbare Zufriedenheit aus. Miranda hatte immer ein sanftes lächeln auf ihren Lippen.
Miranda:“ Du ziehst nun also weiter.“
Mehr eine Feststellung als eine Frage. Vincent nickte.
Vincent:“ Danke.“ gab er kurz zurück.
Miranda:“ Dann will ich dich nicht aufhalten. Zeit ist kostbar.“
In ihrer uneinnehmbaren Ruhe widmete sich Miranda wieder ihrem Frühstück zu.
Vincent ging zurück in das kleine Zimmer. Er hatte nicht viel, was er zusammen packen musste, schließlich kam er hier mit kaum etwas an. Er griff nach einer Tasche, welche schon längere Zeit in dem Schrank lag. Darin waren seine alte Kleidung, seine Waffe und etwas Geld, welches er über die Zeit hinweg angesammelt hatte. Nichts davon musste er hier ausgeben, da er für Unterkunft und Verpflegung lediglich das Dorf vor wenigen Monsterangriffen geschützt hatte.
Ohne zurück zu blicken verließ er den Raum wieder.
Unten saß Miranda nun an ihrem kleinen Tisch und hielt eine Tasse dampfenden Tee in der Hand. Sie schaute Vincent an. Dieser hielt kurz vor der Tür noch einmal inne und erwiderte ihren Blick schließlich.
Miranda:“ Lebe wohl.“ sagte sie und hatte dabei ihre undurchdringliche Zufriedenheit, welche wie eine Aura um sie herum tanzte.
Aus irgendeinem Grund lösten diese Worte in Vincent ein Gefühl der Betrübtheit aus. Es war sehr wahrscheinlich, dass sie, sollte er je wieder hier her kommen, nicht mehr da war. Vincent musste sich in diesem Moment eingestehen, dass er die Zeit hier mit dieser fröhlichen alten Dame mehr genossen hatte, als er dachte. Und plötzlich kam es ihm unfair vor, dass sein Leben endlos schien und ihres an seinem Ende angekommen war.
Ein weiteres mal nickte er ihr dankend zu.
Vincent:“ Lebe wohl:“
Beim verlassen des Hauses wusste er, dass dies ein Abschied für immer war. Ohne zurück zu blicken ging er die Straße entlang, welche aus dem Dorf und zum kleinen Hafen führte.
Gegen Mittag ungefähr befand er sich bereits auf der kleinen Fähre, welche zwischen der Inselkette und dem Festland hin und her fuhr. Auf dem offenen Meer war das Klima angenehmer.
Das Schiff würde ihn an die Küste in der Nähe der Chocobofarm bringen und von dort aus wäre es nicht mehr weit bis nach Edge, wo, da war er sich sicher, mittlerweile ein paar alte Bekannte sich die unlösbare Frage stellten, wann er wohl auftauchen würde.
Eine frische Brise wehte ihm übers Gesicht. Eine nette Abwechslung nach dem wochenlangen schwitzen im Dschungel.
Vincent setzte sich auf die eine vorhandene Bank an Bord dieser kleinen Nussschale und verschränkte seine Arme vor der Brust. Dann schloss er die Augen und fiel schnell in einen traumlosen Schlaf.
Seine Sinne, welche immer noch hervorragend funktionierten, teilten ihm mit, das sich jemand auf ihn zubewegte. Es war der Kapitän der Fähre, welcher ihn gerade an der Schulter berühren wollte um ihn zu wecken, doch dazu kam er gar nicht, denn Vincent öffnete ruckartig seine Augen und starrte den Mann mittleren alters an.
Erschrocken zog der Kapitän seine Hand zurück.
Kapitän:“ Wir sind da Mr. Valentine.“
Vincent nickte knapp, griff nach seiner Tasche, welche er neben sich auf die Bank gestellt hatte, stand auf und bewegte sich vom Boot. Vorher gab er dem Kapitän noch seinen Lohn für die Überfahrt.
Er fand sich an einem schmalen Küstenstreifen wieder welcher sich flach ins Landesinnere öffnete. Man konnte am Horizont schon eine kleine Gebäudeansammlung erkennen. Die Chocobofarm.
Die Sonne stand bereits tief und so entschied sich Vincent dazu, sich in der Pension der Farm für eine weitere Nacht einzumieten. An der Rezeption orderte Vincent gleich noch einen Chocobo für seine morgige weiterreise. Nur einen gewöhnlichen, er ging nicht davon aus, dass der Rest seiner Reise noch sehr beschwerlich werden würde. Er nahm seinen Zimmerschlüssel entgegen und verschwand für den Rest des Tages auf dem Zimmer.
Der nächste Tag fing ebenso an wie der letzte endete. Blauer Himmel an denen ein paar harmlose weiße Wölkchen dahintrieben. Es war Wochen her, das Vincent durchgeschlafen hatte, doch endlich fühlte er sich einmal so richtig ausgeruht.
Er stand eine Zeit lang vor dem Spiegel, welcher in dem Pensionszimmer an der Wand hing. Er hatte sich kein Stück veränderte. Sein Körper schien still zu stehen.
Als müsste er sich Mut machen nickte er sich selber zu und zog anschließend seine alte Kleidung wieder an. Miranda hatte irgendwann einmal die Sachen für ihn gereinigt und mit ein paar Falten auf der Stirn stellte er fest, das sie wie eine Blumenwiese dufteten.
Vincent:“ Vergeht mit der Zeit....“ raunte er leise in den Raum und begab sich anschließen nach draußen. Als Vincent im Stall ankam war der von ihm gemietete Chocobo bereits gesattelt und wartete ungeduldig darauf, endlich etwas machen zu dürfen. Er flatterte aufgeregt mit seinen Flügeln als Vincent an ihn heran tritt, seine Tasche am Sattel fest verschnürte und sich anschließen in den Sattel schwang. Voller Enthusiasmus rannte der große gelbe Laufvogel los, aus dem Stall und ab über die weiten Wiesenflächen der Graslandregion.
Ein paar Stunden später tauchte vor den beiden die Stadt Edge am Horizont auf. Nur noch ein paar Stunden und Vincent würde vor seinen alten Freunden stehen.
Er hatte das Tempo des Chocobos mittlerweile gedrosselt und nun trottete er gemütlich durch die Landschaft. Das gleichmäßige Schrittmuster des Reittiers versetzte Vincent in einen angenehm tiefen, tranceähnlichen Zustand. Seine Gedanken fingen an sich zu überschlagen.
//Ob die anderen wohl sauer sind?//
//Ich war so lange weg....//
//Was werden sie wohl für Fragen stellen?//
//Werden sie mir Vorwürfe machen?//
//Ist es überhaupt sinnvoll wieder zurück zukommen?//
//Sollte ich doch lieber umdrehen?//
//Werden sie das überhaupt verstehen können?//
Vincent versuchte diese Gedanken von sich abzuschütteln. Es brachte ihm nichts, sich nun darüber den Kopf zu zerbrechen. Davon mal abgesehen, hatte er ja auch gar keine Wahl. Er musste einfach zurück, immerhin hatte Cloud in wenigen Tagen Geburtstag. Tifa hatte Vincent, bevor dieser sich vor einem Jahr absetzte, eindringlich darum gebeten zu diesem Anlass da zu sein. Ihr schien das sehr wichtig zu sein.
Tifa:“ Bitte Vincent. Es ist mir gleich wo du hingehst oder wie lange du weg bleibst, aber bitte verusche an Cloud´s 25. Geburtstag da zu sein. Auch wenn du mir das nicht glaubst, es wäre ihm sehr wichtig das du da bist. Er schätzt dich mehr als du denkst.!“ flehte sie ihn damals an.
Vincent hatte nichts darauf gesagt. Aber nun war er ja hier und auch er empfand doch so etwas wie eine tiefe Freundschaft zu Cloud. Außerdem war da ja noch...
Plötzlich kreischte der Chocobo auf und verweigerte jegliches weiter kommen. Aufgebracht drehte er sich wild im Kreis, hüpfte nervös von einem Bein auf das andere und zerrte verzweifelt zurück in die Richtung, aus der sie gekommen sind.
Vincent hatte alle Mühe und Not das Tier durch einen festen Griff in die Zügel im Zaum zu halten. Die Augen des Chocobos waren weit aufgerissen. Irgendetwas jagte im eine riesengroße Panik ein. Es war jedoch weit und breit nichts und niemand zu sehen.
Vincent sprang von dem Vogel ab, hielt ihn dabei aber weiter fest an den Zügeln. Er legte seine Hand an den Hals des Chocobos und versuchte ihn mit leichtem Streicheln zu beruhigen. Doch dann verspürte er auch plötzlich etwas.
Ein Ruck, als würde er von einer Druckwelle getroffen, durchfuhr seinen gesamten Körper. Alle seine Instinkte schrien auf um ihn vor etwas zu warnen. Er verharrte regungslos, wobei sein Griff um die Zügel immer fester wurde.
Er versuchte die Quelle für dieses unangenehme Gefühl zu orten und im Bruchteil einer Sekunde viel sein Blick in eine ganz bestimmte Richtung.
Vincent:“ Das kann unmöglich sein...!“ entfuhr es ihm mit rauer Stimme.
In der Richtung aus der die drohende Vorahnung kam lag die mittlerweile stark verfallene Stadt Midgar.
Den Chocobo hinter sich her zerrend lief er angespannt über eine Hügelkette. Oben angekommen konnte man in der Ferne die Ruinen der ehemaligen Mako Hochburg sehen. Nicht weit davon am anderen Ende des Horizonts lag die Stadt Edge, sein eigentliches Ziel.
Auf einmal hörte er ein dumpfes Grollen und dann ein verschlucktes Krachen, welches ihm aus Midgar entgegen drang.
Er verschärfte seinen Blick und war sich für einen kurzen Moment sicher etwas gesehen zu haben. Ein aufglühen, irgendwo im Zentrum, so schwach, dass es normale Menschen nur als Nebelschwarte abgetan hätten. Selbst sein gefiederter Begleiter stand nun regungslos da und hatte den Kopf weit nach unten gesengt. Sämtliche Umgebungsgeräusche schienen plötzlich zu verstummen und es fühlte sich so an, als würde selbst die Zeit still stehen. Sogar der Wind schien den Atem angehalten zu haben.
Vincent´s Augen weiteten sich und auf einmal verspürte er etwas, das er schon seit Ewigkeiten nicht mehr an sich wahrgenommen hatte. Ein kalter Schauer durchfuhr seinen gesamten Körper, seine Muskeln waren aufs maximale angespannt. Ihm wurde auf einmal so unangenehm kalt und das obwohl die Temperatur noch immer sehr sommerlich war. Für Vincent fühlte es sich so an, als würde er jeden Moment zu Eis erstarren und über seinen Rücken bis zu seinem Nacken hinauf durchfuhr ihn eine mehr als präsente Gänsehaut.
Mädelstag
Kapitel 3: Mädelstag
Yuffie war schon früh wach geworden. Sie lag auf dem Rücken im Bett und starrte an die Decke. Die letzte Nacht war ohnehin schon kurz und ihre wilden Träume hatten sie sehr unruhig schlafen lassen. Es war so ziemlich alles dabei. Vom Diebstahl sämtlicher Materia dieser Welt, über das zerschlagen von Shinra bis hin zu einem sehr herzlichen Wiedersehen mit Vincent. Als ihr diese Bilder ins Gedächtnis waberten, wurden ihre Wangen gleich wieder rot. Sie griff nach dem Kopfkissen, drückte es sich selber ins Gesicht und schrie laut hinein.
Yuffie:“ Maaaaaaaaaan, dieser Volltrottel!“
Danach warf sie das Kissen zu Boden und setzte sich auf die Bettkante. Ihre Haare waren ganz zerzaust und ihr Unmut war ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Der Traum, in dem Vincent vorkam war ja nicht schlecht, aber Yuffie wusste es leider besser. //Als würde er das jemals machen// dachte sie zornig und etwas traurig zugleich. //Ich muss mich echt ablenken// sagte sie sich in Gedanken selber und stand auf. Sie wollte nachsehen, ob Tifa schon wach war.
Cloud saß auf einem der vielen Stühle und hatte den Kopf nach hinten gelehnt. Er hielt sich mit beiden Händen seinen Nacken und ersuchte diesen zu massieren. Die unbequeme Position, in welcher er die ganze Nacht am Schreibtisch verbracht hatte, forderte nun seinen Tribut.
Cloud:“ Wieso hast du mich nicht geweckt? Ich habe das Gefühl als würde mein Kopf jeden Moment herunterfallen.“
Seine Worten galten Tifa, welche schon wieder hinter der Theke stand und ein kleines Frühstück zubereitete.
Tifa:“ Wollte ich ja auch erst, aber mal im Ernst. Du musst wirklich langsam selber lernen wo deine Grenzen sind. Ich bin schließlich nicht für dich Verantwortlich.“
Cloud schaute stirnrunzelnd zu Tifa hinüber.
Cloud:“ Es geht hier um eine simple Geste. Du sollst mir ja nicht die Schultasche packen...“
Tifa:“ Irgendwo muss ich ja anfangen. Ich möchte ja nur, das du dich etwas besser um dich selber kümmerst.“ gab Tifa schnippisch zurück.
Cloud seufzte leicht, musste dann aber doch lächeln. Er wusste ja selber das Tifa es nur gut mit ihm meinte. Dennoch, um nicht weiter darauf eingehen zu müssen, wechselte er schnell das Thema.
Cloud:“ Und du sagst die Nachricht von Vincent kam letzte Nacht? Also kommt er heute?“
Erschrocken drehte sich Tifa zu ihm um und hielt einen Finger vor ihren Mund.
Tifa:“ Ssssch! Yuffie könnte dich vielleicht hören“ flüsterte sie nun. „Das soll doch eine Überraschung werden.“
Sie ging zu Cloud an den Tisch und stellte das Essen auf darauf. Dieser war für 3 Leute eingedeckt. Sie holte noch ihre Tasse Tee und setzte sich dann zu Cloud.
Sie flüsterte weiter.
Tifa:“ Also ich denke er kommt Morgen, da die Nachricht ja nach Mitternacht eintraf.“
Cloud:“ Also wissen wir es nicht genau. Heute oder Morgen....“
Tifa:“ Mhm. Also eigentlich...könnte er jede Sekunde durch die Tür kommen...., du kennst ihn doch.“
Beide drehten sich um und starrten gespannt einige Sekunden lang zu besagter Tür.
Nichts. Es kam niemand. Tifa schmunzelte kurz auf.
Tifa:“ Naja, vielleicht nicht gleich jetzt sofort.“
In diesem Moment hörten sie, wie jemand die Treppe hinunter kam. Es war Yuffie welche so aussah, als würde ein Teil von ihr noch im Bett liegen. Sofort strahlte Tifa wieder.
Tifa:“ Guten Morgen Yuffie! Komm setz dich zu uns, ich habe Frühstück gemacht.“
Yuffie:“ Es gibt nicht viel an diesem Morgen was gut ist Tifa...“ grummelte Yuffie zurück.
Cloud:“ Da sprichst du wahre Worte.“ gab Cloud mürrisch zurück und massierte sich noch immer den Nacken. Yuffie hatte den Blondschopf noch gar nicht wahrgenommen, doch jetzt schon. Sie war nicht mehr zu halten und hechtete mit ein paar wenigen Schritten zu ihm herüber. Dann fiel sie ihm von hinten um den Hals.
Yuffie:“ Mensch Clooouuuud!!! schrie sie im förmlich ins Ohr und knuffte ihn dabei freundschaftlich mit einer Faust auf den Oberarm. Auch wenn Yuffie Cloud oft für einen weinerlichen kleinen Jungen hielt, der viel zu oft am herum jammern war, mochte sie ihn ja doch total gerne. Als Kumpel versteht sich.
Yuffie:“ Du alter, miesepetriger Pessimist, ich bin ja so froh dich zu sehen!!!“
Cloud:“ Ja...“ Cloud musste kurz inne halten. „Ich bin auch froh dich zu sehen...“
Er sah grimmig zu Tifa rüber. Diese lachte einfach nur.
//Wenn die DAS bei Vincent auch so macht, dreht er sich direkt auf der Türschwelle wieder um...// dachte Cloud in diesem Moment wirklich. Tifa hatte in der Vergangenheit Cloud gegenüber vielleicht mal durchblitzen lassen, das Yuffie mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Vincent hegte. Zuerst dachte Cloud, sie wolle ihn veralbern, aber als er ihr hoch und heilig schwören musste, nichts und niemandem etwas davon zu erzählen, wurde ihm klar, dass das sehr ernst gemeint war. Am Ende ging es ihn ja auch nichts an.
Tifa:“ Komm setz dich Yuffie. Iss erst einmal etwas:“ Tifa zeigte auf einen der leeren Stühle und Yuffie schwang sich elegant darauf. Dann nahm sie die leere Schüssel die vor ihr stand und füllte sie hastig mit Reis, Rührei und gebratenem Speck. Sie hatte plötzlich einen riesen Hunger und schaufelte sich das Essen regelrecht in den Mund.
Auch Tifa und Cloud begannen zu essen, wenn auch etwas gesitteter.
Cloud:“ Du hast dich kein Stück verändert Yuffie.“ bemerkte Cloud als Yuffie sich hastig ein zweites mal ihre Schüssel füllte.
Yuffie:“ Warum sollte ich auch? Ich bin einmalig und werde es auch immer sein.“
Cloud sah schnell ein das er hier nicht viel Land gewinnen konnte.
Auf einmal klingelte das Telefon hinter dem Tresen. Tifa sprang auf und ging zum Hörer. Während sie telefonierte, stritten sich mittlerweile Cloud und Yuffie um das letzte Stück Speck. Cloud verlor diesen kleinen Wettkampf. Yuffie grinste triumphierend während ihr noch diverse Reiskörner an der Wange klebten.
Tifa:“ Ja ist gut. ….....ok...........sehr schön. …..Ja wir werden da sein. Bis später.“ Tifa legte den Hörer wieder auf und gesellte sich zurück zu den beiden anderen.
Cloud:“ Wer war das?“ fragte Cloud neugierig. Auch Yuffie schaute Tifa fragend an.
Tifa:“ Das war Cid. Er und Nanakie sind jetzt im Cosmo Canyon gestartet. Sie wollen noch Reeve abholen und kommen dann hier her. Er schätzt, das sie am Nachmittag hier eintreffen werden.“
Yuffie:“ Die anderen kommen heute auch alle?!“ feierte Yuffie voller Vorfreude.
Tifa nickte.
Cloud:“ Muss das wirklich alles sein?“
Cloud sah etwas genervt aus. Er wusste ja schon, das Tifa eine Party geplant hatte, aber je näher diese rückte, umso weniger verspürte Cloud Lust darauf.
Yuffie:“ Jetzt sei doch nicht so Cloud!“ antwortete ihm Yuffie noch ehe Tifa etwas sagen konnte.
Yuffie:“ Alle kommen nur wegen dir! Das ist doch spitze! Jetzt freue dich doch mal ein bisschen!!!“
Tifa:“Da gebe ich Yuffie recht. Alle sind schon ganz aufgeregt. Jeder freut sich den anderen wieder zu sehen. Und dein 25. Geburtstag ist doch wie gemacht für ein großes Wiedersehen.“
Cloud stütze seinen Kopf auf einer Hand ab und sah betrübt drein.
Cloud:“ Das weis ich doch. Es ist nur...ich habe noch so viel zu tun und...“
Tifa unterbrach ihn sofort.
Tifa:“ Lass doch mal die Arbeit sein. Ich werde die Bar bis nach der Party auch nicht auf machen. Das sind unsere Freunde Cloud! Wir nehmen uns jetzt einfach mal die Zeit!“
Yuffie nickte zustimmend, während sie sich nun über einen Teller mit Obst hermachte. Cloud seufzte. Gegen die beiden Frauen hatte er keine Chance. Er stand vom Tisch auf.
Tifa:“ Hey wo willst du denn hin?“
Cloud:“ Ihr habt ja recht, aber heute hab ich noch eine Tour, die werde ich noch erledigen. Ich bin bis zum Abend zurück. Ab Morgen...können wir uns dann die Zeit nehmen.“
Er lächelte Tifa beschwichtigend an.
Tifa:“ Versprochen?“
Cloud:“ Versprochen.“
Er ging in sein Büro, holte ein paar Unterlagen und eine Umhängetasche und machte sich dann auf den Weg zur Garage in welcher sein Motorrad stand. Tifa und Yuffie blieben noch eine Weile sitzen und beendeten in aller Ruhe ihr Frühstück.
Yuffie:“ Boah! Jetzt bin ich aber voll bis obenhin.“
Yuffie wischte sich nun endlich die Essensreste aus dem Gesicht und klopfte sich zufrieden mit der anderen Hand auf den Bauch.
Tifa:“Du hast ja auch ordentlich zugelangt. Es freut mich aber das es dir schmeckt.“
Tifa begann das leere Geschirr vom Tisch zu räumen während Yuffie sich etwas umschaute.
Yuffie:“ Wo sind eigentlich Marlene und Denzel?“
Ihr fiel auf, dass sie die beiden weder gehört noch gesehen hatte.
Tifa:“ Die sind mit Barret ein paar Tage Urlaub machen auf Costa del Sol. Aber keine Angst, sie werden auch rechtzeitig da sein. Ich habe im Vorfeld alles mit Barret abgesprochen.“
Yuffie:“ Du bist ja ein richtiges Planungsgenie Tifa.“
Yuffie blickte aus dem Fenster und ihr Gesicht wurde nachdenklich.
Yuffie:“ Fehlt ja eigentlich nur noch einer von dem wir nicht wissen, wann er kommt.“
Sie meinte natürlich Vincent. Gleich schlug ihr Herz wieder etwas schneller. Sie hatte sich letzte Nacht gefühlt eine Millionen Szenarien durch den Kopf gehen lassen, wie sie wohl reagieren soll, wenn er denn endlich wieder vor ihr stehen würde. Mit viel Frust hatte sie jede für „Schlechter als die Vorherige“ erklärt. Yuffie drehte sich da gedanklich total im Kreis und das machte sie irgendwie wütend.
Tifa entging es natürlich nicht, dass sich Yuffie´s Gemütszustand schlagartig geändert hatte,
Tifa:“ Hör auf dir den Kopf zu zerbrechen. Er WIRD hier herkommen, das weis ich einfach. Alles andere wird sich ergeben. Da bin ich mir sicher.“
Yuffie:“ Ich weis nicht....es ist irgendwie so kompliziert....“
Ein kurzer Moment des Schweigens machte sich breit. Dann konnte man von draußen hören, wie Cloud mit seiner Maschine davon fuhr.
Tifa:“ Ich habe gerade eine tolle Idee, das wird dich auf andere Gedanken bringen.“
Yuffie:“ Ach und welche?“
Tifa:“ Lass uns in die Stadt gehen und ein bisschen bummeln. Du weist schon, ein Mädelstag. Nur wir beide. Na? Was sagst du dazu?“
Yuffie´s Gesicht strahlte sofort wieder.
Yuffie:“ Das ist eine geniale Idee. Lass uns gleich los!“
Tifa hob mahnend ihren Zeigefinger.
Tifa:“ Aber die doofen Männer als Thema sind Tabu, verstanden!“
Yuffie:“ Einverstanden!“ Yuffie lachte jetzt voller Vorfreude. So einen Tag mit einer guten Freundin zu verbringen war genau das, was sie jetzt gebraucht hatte.
Sie lachten beide und machten sich sofort daran diesen Plan in die Tat um zusetzten.
Die beiden machten bis zum frühen Nachmittag die halbe Stadt unsicher. Sie probierten alle Möglichen Bekleidungsgeschäfte aus, setzten sich vor ein Café auf dem Platz in der Stadtmitte und alberten und lachten viel. Yuffie musste natürlich auch noch in ein Geschäft für Materia und auch der Waffenhändler war nicht sicher vor ihnen. Ihre Stimmung war ausgelassen und dennoch lies das Thema Vincent Valentine nicht ab von Yuffie. Und wenn es auch nur der kurze Gedanke beim Anblick eines Männeranzugs war. //Das würde ihm voll gut stehen// Sie lies sich aber nichts anmerken.
Tifa:“ Oh! Yuffie lass uns doch noch in den Laden da gehen! Die haben immer die neueste Mode im Sortiment.“ Tifa zeigte auf ein Geschäft auf der anderen Seite der Straße.
Tifa.“ Wenn du magst, suchen wir etwas für dich für die Party aus. Ich würde dir das auch bezahlen.“
Yuffie:“ Das kann ich doch nicht annehmen Tifa. Außerdem, was hast du gegen meine Klamotten?“
Tifa:“ Rein gar nichts. Aber bitte lass mir dich das ausgeben. Wir haben uns so lange nicht gesehen und ich möchte dir einfach etwas schenken.“
Fast schon bettelnd sah Tifa Yuffie an.
Yuffie:“ Na schööön, meinetwegen. Aber ich ziehe kein Kleid oder so was an!“
Tifa:“ Musst du ja auch nicht. Du suchst dir aus, was dir gefällt.“
Tifa nahm die jüngere an die Hand und zog sie mit sich in das Geschäft.
//Ich glaube, Tifa hat diesen Tag genauso bitter nötig gehabt, wie ich.// dachte sich Yuffie als sie sah, wie fröhlich Tifa war. Sie lies sich von dieser Stimmung anstecken und beide verschwanden in dem Laden.
Nach einer Stunde hatte Yuffie sich entschieden, was sie wollte. Tifa bezahlte und beide traten wieder aus dem Geschäft. Yuffie hatte nun eine riesige Tüte unterm Arm klemmen.
Yuffie:“ Ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen Tifa. Das war doch viel zu teuer! Solche ähnlichen Klamotten hätten wir doch mit Sicherheit auch wo anders billiger bekommen.“
Tifa:“ Hör jetzt auf zu diskutieren. Ich habe gesagt, das geht vollkommen klar.“
Yuffie stand nun etwas hilflos und beschämt da.
Yuffie:“ Ich danke dir vielmals...“
Tifa grinste und nahm Yuffie bei der Hand. Dann machten sich beide langsam auf den Rückweg. Schließlich wollten sie die Ankunft der anderen nicht verpassen.
//Hoffentlich war Vincent in der Zeit jetzt nicht schon da....// gruselte es Yuffie innerlich. Aber auch Tifa hatte in dem Moment den selben Gedanken.
Das Wiedersehen
Kapitel 4: Das Wiedersehen
Dieses Gefühl hatte bislang einfach nicht ablassen wollen von ihm, und mit jedem Schritt, mit dem er sich durch die Ruinen von Midgar bewegte, beschlich Vincent zunehmend der Gedanke, das er nicht hier sein sollte. Aber er wurde gleichzeitig auch wie magisch in die zerstörte Stadt gezogen. Er kam nur spärlich voran. Alles war zerstört und mitunter musste er über zerfallene Gebäudeteile klettern. Zudem zerrte er ja noch immer den Chocobo hinter sich her, welcher immer wieder ängstlich stehen blieb und am liebsten geflüchtet wäre. Vincent hatte schon mehrmals daran gedacht, den Vogel einfach laufen zu lassen, in der Hoffnung dieser würde unbeschadet den Weg zu seinem Besitzer zurück finden. Doch er wollte das Risiko nicht eingehen. Es gab genug Monster da draußen, die in einem Chocobo eine sehr verführerische Zwischenmahlzeit sahen. So mühte er sich also noch ein ganzen Stück mit dem störrischen Tier ab.
Irgendwann jedoch kam er an einen Engpass. Das Tier würde weder durch den schmalen Spalt hindurch durch die Trümmerteile passen, noch mit ihm darüber klettern oder springen können. Vincent seufzte. Er musste sich entscheiden ob er hier abbrechen würde oder gegebenenfalls zu Fuß zurück laufen musste. Hier anbinden wollte er den Chocobo auch nicht, damit wäre er erst Recht ein gefundenes Fressen.
Vincent: „Tja kleiner...“ richtete er an den Vogel. „Hier endet dann wohl unsere kurze Reise...“
Der Chocobo fing aufgeregt an zu meckern, als würde er genau verstehen was ihm jetzt gleich bevor stünde. Vincent warf die Zügel über den Kopf des Tieres und verknotete diese locker am Sattel.
Vincent: „Viel Glück.“ gab ihm Vincent noch mit auf den weg.
Kaum hatte er den Chocobo losgelassen drehte dieser auf der Stelle um und rannte wie vom Blitz getroffen davon. Kurz blickte er dem Tier noch nach, dann betrachtete er kurz die Trümmerwand vor sich. Er musste einfach wissen, woher dieses unangenehme Gefühl kam. Also begann Vincent, mit mehreren eleganten Sprüngen, sich über und durch die zerstörten Häuser der Stadt zu bewegen.
Er kam so viel zügiger voran und erreichte schnell das Zentrum von Midgar. Er blieb vor dem riesigen Shinragebäude stehen und schaute sich konzentriert um. Die übrigen Platten waren mittlerweile ebenfalls eingestürzt und große Teile des Hauptquartiers fehlten auch. Auf den ersten Eindruck hin wirkte alles „normal“ wenn man hier von so was sprechen konnte. Doch Vincent war sich sicher, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Er beschloss, sich noch etwas genauer umzusehen. Beim durchschreiten der Gegend begegneten ihm diverse Monster, welche für ihn und seine Cerberus aber keine Herausforderung darstellten. Irgendwann kam er an den Überresten einer der alten Schnellstraßen an, welche ihm den Weg versperrten. Mit einem Satz sprang er darauf und als er am höchsten Punkt ankam sah er etwas, das definitiv nicht hierher gehörte. Am Fuß des Hauptgebäudes erstreckte sich eine riesige gefrorene Fläche. Es wirkte so, als wäre etwas in einer Eisexplosion von unterhalb der Ruinen ausgebrochen. Überall waren spitze Eiskristalle kreisförmig angeordnet und hatten die Trümmer unter sich verschluckt. Ein frostiger Hauch zog zu ihm herauf und Vincent wusste, das er hier an seinem Ziel angekommen war.
Vorsichtig begab er sich hinab ins Zentrum des Eiskraters. Alles war spiegelglatt und die Temperatur hier unten fühlte sich beinahe stechend an. Hier war es kalt genug, das die Luftfeuchtigkeit als kleine Schneeflocken durch die Gegend schwebten.
Was auch immer hier passierte, hatte seinen Ursprung eindeutig im tiefen inneren der alten unterirdischen Anlage von Shinra. Jedoch war unter dem gefühlt meterdickem Eis keinerlei Eingang zu erkennen. Vincent hielt inne und lauschte. Es war nichts zu hören, keinerlei Bewegung zu spüren und auch sonst schien hier alles still zu stehen.
Nach ein paar Minuten, in denen Vincent noch etwas umherging, fiel sein Blick auf den einzigen Gegenstand, welcher nicht von Eis umhüllt was. Er hob eine Art Halsband auf. Es war zerrissen aber er konnte noch deutlich die Ziffer „ I „ lesen. Sofort hatte er eine unschöne Ahnung was das zu bedeuten hatte, doch für den Moment schien es so, als könnte er hier nichts weiter entdecken. Das beste wäre wohl, wenn er nach seiner Ankunft den anderen davon berichten würde und so machte er sich auf den Weg raus aus diesen bedrückenden Ruinen.
Als er den äußersten Wall passiert hatte, fühlte Vincent es erneut. Das brodelnde Stechen in seiner Brust, welches seinen Blick gen Norden lenkte. Schnell lief er durch die zerklüftete Landschaft Richtung Norden. An einer Klippe angekommen, an deren Fuß der Ozean mit voller Wucht gegen die schroffen Steine schlug, sah er es. Sein Atem stockte
als er seinen Blick über den Horizont wandern lies. Auf dem Wasser trieben kleinere und größere Eisschollen, welche eine Art Weg über die Wellen bildeten. Am Ufer war dieses Konstrukt bereits auseinander gebrochen und begann bereits wieder zu schwinden, doch je weiter er Richtung Horizont blickte, umso zusammenhängender wurden die Schollen. Mittlerweile war es Nacht geworden und langsam schob sich der Vollmond über den Horizont. Und genau da, weit draußen, für normale Augen nicht erkennbar, sah Vincent etwas. Irgendetwas schien auf dieser Eisbrücke über den Ozean zu laufen. Selbst er konnte nicht genau erkennen was es war und für den Moment schien es auch außer Reichweite zu sein. Nach wenigen Augenblicken verschwand dieses etwas hinter den Wellen und Stück für Stück verschwand auch der unnatürliche Weg aus Eis und mit ihm das beißende Gefühl, welches Vincent bis dahin fest in seinem Griff hielt.
Fast schon erleichtert atmete er schwer aus. Ein letztes mal noch blickte er Richtung norden, dann drehte er sich um und machte sich auf den Weg zu seinem eigentlichen Ziel, nur jetzt eben zu Fuß. Erneut zückte er sein Handy und schrieb Cloud eine weitere Nachricht: //Morgen//
Tifa und Yuffie kamen, noch immer bestens gelaunt, vor dem 7. Himmel an und als Tifa die Tür aufschloss und hindurch trat, wurde sie freudigst von Marlene begrüßt.
Marlene: „Tifa! DA bist du ja!“ rief das Mädchen und stürmte Tifa in die Arme.
Diese erwiderte die Umarmung natürlich.
Tifa: „Marlene!“ gab sie freudig zurück.
Dann erkannte sie Barret und Denzel, welche im Raum hinter Marlene standen. Tifa lächelte Denzel an und rief ihn mit einer Handbewegung zu sich, worauf auch er zu ihr kam und zur Begrüßung umarmt wurde.
Yuffie freute sich riesig und gab den beiden anschließend ein High-Five zur Begrüßung. Dann ging sie zu Barret.
Barret: „Yuffie!“ lachte dieser. „Wie schön dich wieder zu sehen! Du bist ja richtig erwachsen geworden!“
Yuffie knuffte ihn in die Seite.
Yuffie: „Etwas, von dem du nur träumen kannst“ gab sie schnippisch zurück und grinste dabei.
Kurz stutze Barret, doch dann begann er wieder zu lachen.
Barret: „Aber immer noch genauso frech wie früher.“
Tifa: „Schön das ihr wieder da seid.“ trat Tifa nun an die beiden heran. „Habt ihr eine schöne Zeit gehabt?
Noch ehe Barret antworten konnte, fielen ihm Marlene und Denzel ins Wort.
Denzel: „Es war großartig. Barret ist mit uns Jetski gefahren!
Marlene: Ja und einmal hatte er eine Welle übersehen, da wären wir fast ins Wasser gefallen. Es hat total viel Spaß gemacht.“
Barret: „Die zwei waren super brav und wir hatten wirklich jede Menge Spaß.“
Tifa: „Das klingt ja wirklich total spannend.“ lächelte Tifa die beiden Kinder an. „Habt ihr hunger?“
Denzel+ Marlene: „Und wie!!!“
Tifa: „Dann setzt euch doch schon mal. Ich mach euch schnell etwas.“
Tifa ging hinter die Bar, kramte in den Schränken herum und machte sich gleich daran, eine Kleinigkeit zu kochen.
Barret suchte sich nun auch einen Platz und wandte sich Yuffie zu.
Barret: „Erzähl doch mal, wie steht es den um deine Heimat?“
Yuffie: „Dank meiner Genialität geht es Wutai besser als jemals zuvor. Du solltest es mal sehen! Es blüht regelrecht auf. Aber das war ja zu erwarten!“
Triumphierend stemmte Yuffie ihre Fäuste in ihre Hüfte und hielt den Kopf nach oben. Barret musste erneut lachen, was dazu führte, das Yuffie sich für den Moment nicht ernst genommen fühlte.
Yuffie: „Glaubst du mir etwa nicht?!“
Barret: „Doch doch. Ich frage mich nur, wie vielen Menschen du dafür wohl die Materia aus den Taschen gezogen hast!“
Jetzt musste auch Yuffie lachen und sie zwinkerte Barret zu.
Yuffie: „ Ooooch...ganz wenigen.“ gab sie zurück, während sie sich auch setzte und anfing leicht mit dem Stuhl zu kibbeln. Die beiden unterhielten sich noch etwas über mehr oder weniger wichtige politische Angelegenheiten.
Irgendwann saßen alle 5 an einem Tisch, bis Barret etwas auffiel.
Barret: „Sag mal Tifa, wo ist eigentlich Cloud?“
Tifa: „Er hatte heute noch eine Lieferung, Er müsste auch bald wieder da sein.“
Barret: „Der junge wird es nie lernen. Er muss sich doch auch mal Zeit nehmen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.“
Barret sah zufrieden zu Marlene welche ihm ein sanftes lächeln zurück warf.
Tifa: „Du weist doch wie er ist. Er grübelt nun mal nicht gern und die Arbeit lenkt ihn ab.“
Barret: „Hauptsache er ist pünktlich. Wir werden die Party des Jahres feiern!“
Tifa legte ihre Hände übereinander auf ihren Schoß.
Tifa: „Er hat es versprochen...“
Yuffie: „Und ich bin Zeuge! Wenn nötig, fesseln wir ihn einfach an einen Stuhl!“
Barret: „Du sagst es!“
Tifa: „Apropos. Ich werde langsam mal ein bisschen was vorbereiten. Die anderen müssten auch bald eintreffen.“
Tifa stand auf und machte sich daran, Getränke und Snacks vorzubereiten.
Barret: „Kann ich dir bei irgendwas helfen Tifa?“
Tifa: „Würdest du runter in den Keller gehen und noch etwas Sake holen? Ach und da steht eine Kiste mit Dekoration, die kannst du auch gleich mitbringen bitte.“
Barret: „Na klar.“
Barret tat worum er gebeten wurde.
Yuffie: „Ich will auch etwas tun!“
Tifa reichte ihr einen dicken Kreidestift.
Tifa: „Du könntest draußen auf die Tafel schreiben, dass die Bar heute geschlossen bleibt. Wärst du so lieb?“
Yuffie: „Na sicher doch.“
Die 3 machten sich daran, alles vorzubereiten. Sie schoben ein paar Tische zusammen, räumten die überzähligen Stühle beiseite und schmückten den Raum mit diversen Girlanden.
Plötzlich waren Schritte draußen zu hören. Die Tür ging auf und ein breit grinsender Cid stand nun im Raum.
Cid: „Heeeey ihr Party People! Was geeeeeht!“
Hinter dem Piloten tauchten nach und nach Nanakie, Reeve mit Caith Cid auf der Schulter und die ehemaligen Turks Reno, Rude und Elena auf.
Die WRO(World Regenesis Organization ) , mit Reeve als ihr Leiter und Rufus mit seinen Turks hatten sich erst vor kurzem zusammen getan, um sich gemeinsam für den Schutz und den Erhalt von Menschen und des Planeten zu sorgen. Somit wurden nun auch die letzten Differenzen beigelegt und Tifa hatte auch ihre ehemaligen Widersacher eingeladen.
Eine riesen Wiedersehensfreude flutete den Raum als sich alle freudigst begrüßten während die neuen Gäste nach und nach die Bar betraten.
Sie lachten jetzt schon viel und alle redeten durcheinander. Irgendwann kam auch Shelke noch dazu.
Nach und nach suchte sich jeder einen Platz und Tifa und Shelke fingen an, Getränke zu verteilen. Barret machte die Jukebox an und eine lockere Musik schwang durch den Raum.
Reno, Rude und Yuffie hatten auf den Barhockern Platz genommen.
Reno: „Tja, dann fehlt ja nur noch einer. Die Hauptperson.“ stellte Reno, gescheit wie er war fest. Rude richtete sich seine Brille.
//Zwei...// dachte Yuffie bei sich. Für sie war Vincent eher die Hauptperson, dessen Ankunft sie fieberhaft entgegen sehnte.
Tifa: „Er wird schon bald da sein.“
Draußen ging erneut die Sonne langsam unter.
//Hoffentlich wird Tifa nicht allzu sauer sein// dachte sich Cloud, während er auf seinem Motorrad durch die Stadt fuhr. Er war später dran als er gedacht hatte, dabei hatte er Tifa ja versprochen pünktlich zu sein.
Es dämmerte bereits als Cloud in die Seitengasse fuhr, welche sich direkt neben dem 7. Himmel befand. Dort war die Einfahrt zur Garage. Er parkte Fenrir, ging aus der Garage, schloss das Tor und lief hastig zum Vordereingang. Drinnen brannte Licht und man konnte deutlich die Musik und Stimmen hören.
//Sind etwa alle schon da?//
Vertieft in seine Gedanken atmete Cloud kurz durch und wollte gerade die Türklinge in die Hand nehmen, als er plötzlich eine Präsenz hinter sich spürte. Schnell drehte er sich um und starrte nun ungläubig in ein paar leuchtender, blutroter Augen. Er erschrak sichtlich als er die hochgewachsene Gestalt hinter sich erblickte. Das letzte, spärliche Tageslicht hüllte das Gesicht seines Gegenübers in einen finsteren Schatten ein und dennoch erkannte Cloud ihn sofort.
Cloud. „Vincent! Musst du dich immer so anschleichen?!“
Vincent: „Verzeih....ich wollte dich nicht erschrecken.“
Cloud: „Weist du Vincent, wenn das von dir kommt klingt es irgendwie unglaubwürdig...“
Vincent stand nur da und reagierte nicht auf das gesagte. Cloud kratze sich daraufhin verlegen am Hinterkopf.
Cloud: „Ähm...Entschuldigung, So war das nicht gemeint. Ich war nur überrascht, dass du es bist.“
Vincent: „Hast du meine Nachrichten nicht bekommen?“
Cloud: „Doch. Aber du musst zugeben, die waren nicht sehr zielführend und ziemlich wortkarg. Jedenfalls....naja, es freut mich dich zu sehen. Erzähl! Wo warst du die ganze Zeit?“
Cloud war noch sichtlich überrumpelt vom plötzlichen Auftauchen des schwarzhaarigen. Dieser hingegen überhörte die Frage und kam gleich zum Wesentlichen.
Vincent: „Cloud...ich muss dir etwas erzählen!“
Cloud: „Kann das nicht warten? Komm doch erst einmal mit rein, die anderen werden sicher...!“
Vincent ergriff Cloud an dessen Arm und unterbrach ihn damit abrupt. Vincent´s Hand fühlte sich selbst durch die Kleidung eiskalt an.
Cloud: „Vincent was...?!“
Vincent: „Ich habe etwas gesehen...in Midgar:.“
Cloud wurde mit einem mal sehr hellhörig und lauschte gespannt dem, was Vincent ihm nun berichtete.
Cloud verschränkte nachdenklich die Arme vor der Brust. Vincent lehnte indes an der Wand neben der Tür.
Cloud: „Und du bist sicher das du etwas gesehen hast?“
Vincent: „Zweifelst du an mir?“
Cloud: „Nein nein. Keineswegs. Aber wenn du sagst da war überall Eis...naja, es könnte alles Mögliche gewesen sein. Ein einfaches Monster zum Beispiel. Die machen sich mittlerweile überall in Midgar breit. Für den Moment jedenfalls, wüsste ich nicht warum wir uns deswegen verrückt machen sollten.“
Vincent schaute nachdenklich die Straße runter. Die Laternen gingen in diesem Moment an. Er verstand natürlich, wieso Cloud wenig beunruhigt war, immerhin konnte er nicht nachempfinden, was Vincent in Midgar verspürt hatte. Seine Hand wanderte an seine Hosentasche. In dieser bewahrte Vincent das Halsband auf, welches er gefunden hatte. Kurz überlegte er, ob er es Cloud zeigen sollte, doch dann verwarf er den Impuls wieder. Cloud hatte Recht. Für den Moment konnten sie nichts machen. Also warum sollte Vincent ihn jetzt noch mehr damit belasten. Immerhin waren sie ja aus einem ganz anderen Grund hier.
Vincent. „Möglicherweise hast du Recht...“
Cloud nickte zustimmend und drehte sich dann wieder zur Eingangstür der Bar. Lautes Gelächter drang zu ihnen heraus und wieder zögerte Cloud einen Moment.
Vincent´s Blick haftete an Cloud und er trat hinter ihn, als müsse er ihm Rückendeckung geben.
Vincent: „Sicher dass du das tun willst?“ fragte der Schütze.
Cloud drehte den Kopf leicht zu ihm und grinste.
Cloud: „Sicher das DU das tun willst?
Vincent räusperte sich nur schwach und zuckte leicht mit den Schultern. Dann griff Cloud nach der Türklinge und betrat die Bar.
Tifa wurde langsam etwas unruhig und auch ein kleines bisschen sauer. //Wo bleibt er denn? Er hat es doch versprochen!// verteufelte sie Cloud in Gedanken.
Ihre Gäste indes feierten auch schon ohne das Geburtstags“kind“. Ausgelassen redeten sie in kleinen Gruppen aufgeteilt über die Vergangenen Wochen und Monate und erzählten sich, was so alles bei ihnen und auf der Welt passiert sei.
Die Turks, alle nannten sie immer noch so, einfach weil dann jeder gleich wusste wer gemeint war, spielten Darts in der einen Ecke des Raumes. Shelke saß bei Marlene, Denzel und Nanakie. Barret stritt sich schon jetzt mit Cid darüber, wer von beiden der stärkere ist und Reeve saß mit Caith Cid an der Bar und unterhielten sich mit Yuffie, welche Tifa dabei half, die letzten Speisen auf Platten zu verteilen.
Auf einmal bewegte sich die Türklinke und Tifa schreckte sofort auf.
Tifa: „Er kommt!“ rief sie in den Raum und alle drehten sich hastig zu Tür um Cloud mit einem mehr oder weniger gut gesungenem Geburtstagslied zu empfangen.
Schrecklich viele schiefe Töne wurden Cloud beim eintreten entgegen geschmettert.
Verwirrt blieb Cloud stehen und schaute sich die urkomische Szenerie ein paar Augenblicke lang an. Tifa hatte es wirklich geschafft, jeden dieser Chaoten unter ein Dach zu bringen. Und nun waren sie alle hier um ihn zu feiern. Etwas beschämt trat er nun näher zur Bar, ließ die Tür hinter sich aber offen.
Tifa: „Cloud! Endlich!“
Cloud: „Danke Leute und tut mir leid das es so spät geworden ist, aber...“ Sein Blick ging zur Tür. „...ich habe da noch jemanden mitgebracht.“ Ein zufriedenes Lächeln zeichnete sich auf Cloud´s Mundwinkeln ab, als all die anderen verdutzt zur Tür starrten. Durch das Licht im inneren konnte man draußen nicht viel erkennen und schließlich trat aus den Schatten Vincent in die Bar herein.
Wie auf ein Kommando hin vielen allen buchstäblich die Kinnladen runter und es ertönte wie aus einem Chor: „VINCENT!?“
Die Party
Kapitel 5: Die Party
Die Party war ein voller Erfolg. Alle hatten mega viel Spaß, lachten ausgiebig, alberten herum und getrunken wurde auch ordentlich. Cloud stand mit Tifa an der Theke. Er hatte seinen Arm um ihre Hüfte gelegt und beide waren gerade in ein Gespräch mit Cid verwickelt. Dieser saß neben Vincent auf einem der Barhocker und versuchte gerade seinen eigenen Rekord im Bierflaschenleeren zu brechen. Laut seiner eigenen Angabe, welche schon etwas gelallt rüberkam, war er aber noch weit davon entfernt.
Tifa wetterte auf ihn ein, er solle es ja nicht fertig bringen, sich auf IHREM Tresen zu übergeben.
Tifa: „Cloud, jetzt sag doch auch mal etwas!“ beschwor sie den blonden.
Der hatte aber wenig Interesse daran, sie in diesem Kampf zu unterstützen.
Cloud: „Wieso? Fragte er breit grinsend. „Die Party war deine Idee, du hättest wissen müssen das so was passieren wird. Cid wird schon wissen was er tut.“
Tifa: „Das glaube ich jetzt nicht!“ schimpfte sie nun auf beide Männer ein.
Cid griff zur nächsten Flasche, dann klopfte er Tifa beschwichtigend auf die Schulter.
Cid: „Tifa-lein, Schätzchen, mach dich locker....Ich werde deiner Bar kein Haar krümmen...“ wurbelte er ihr entgegen.
Dann reichte er Cloud ebenfalls ein Bier.
Tifa: „Boah ich gebe es auf.“ meinte Tifa trotzig und ging rüber zu Shelke und Elena an einen der Tische. Cloud und Cid stießen noch hinter ihrem Rücken zusammen an und erklärten sich nun selbst zu Bezwingern der weiblichen Launen. Vincent hingegen versuchte so unauffällig wie möglich zu sein, um nicht auf diese Situation mit eingehen zu müssen.
Elena versuchte indes, Shelke davon zu überzeugen, was für eine wahnsinnig tolle Chance es für sie wäre, sich der WRO an zuschließen.
Elena: „Mit deinen Fähigkeiten und deinem Wissen über das Virtuelle Realitätsnetzwerk wärst du uns eine riesen Hilfe beim Verfolgen der verbleibenden Datensätze von Shinra. Du wärst bestimmt richtig schnell ein hohes Tier in unserer Spezialeinheit für komplexe binäre Codeentschlüsselung!“
Elena schien richtig besessen von der Idee und rückte Shelke wortwörtlich auf die Pelle. Diese hob beschwichtigend ihre Hände.
Shelke: „I-Ich glaube dir das sofort....“
In dem Moment setzte sich Tifa zu ihnen und Shelke warf ihr einen fast flehenden Blick zu.
Shelke: „...aber Tifa braucht auch meine Hilfe. Und ich arbeite sehr gerne hier.“
Tifa: „Ihr könnt Shelke nicht abwerben. Sie ist viel zu wichtig für mich. Also versucht es erst gar nicht.“
Tifa hatte den Blick von Shelke gleich richtig gedeutet und diese atmete sichtlich auf, endlich etwas Unterstützung in diesem Gespräch zu haben. Elena setzte einen Schmollmund auf.
Elena: „Ach schade. ...naja, vielleicht überlegst du dir es ja noch irgendwann anders.“
An dem Tisch daneben saßen Reno, Rude und Reeve. Die drei philosophierten über ihre neugewonnene Allianz.
Reeve: Tut mir leid Reno, aber die Leitung der WRO wird NICHT ganz und gar in die Hände von Rufus gegeben. Du wirst verstehen, warum die Menschen das nicht gutheißen werden! Er ist ein wichtiges Mitglied der Führungsabteilung und das wird auch so bleiben.“
Reno: „Heeeey, bleib ganz entspannt. Das war doch nicht ernst gemeint.“
Der rothaarige lehnte sich mit einem frechen grinsen zurück und legte seine Füße auf den Tisch.
Reeve: „Das klang aber gerade sehr ernst gemeint.“
Rude: „Reno ist nie ernst zu nehmen...“
Barret trat plötzlich an ihren Tisch heran. Er hatte gerade Marlene und Denzel auf ihr Zimmer gebracht. Es war mittlerweile schon später geworden und für Kinder war diese Party nun wohl nicht mehr geeignet.
Barret: „So! Jetzt kann die Fete richtig beginnen!!! Wer von euch trinkt mit mir einen?!
Reno: „Ich bin dabei!“
Rude: „Mhm!“
Reeve: „Ein kleiner Schluck sollte nicht schaden.“
Barret: „Alles klar. Ich hol uns mal was.“
Barret ging zu Bar und stellte sich neben Vincent.
Barret: „Valentine! Du trinkst doch etwas mit uns oder?
Vincent verspürte einen übertrieben heftigen schlag auf seinen Rücken.
Vincent: „Nein danke. Du weist, ich mach mir nichts daraus.“
Barret: „Du bist also immer noch die alte Spaßbremse was? Gut zu wissen, das du dich nicht verändert hast.“ Barret lachte. „Dann bleibt mehr für uns!
Er drehte sich in Richtung Theke und suchte offensichtlich etwas.
Barret: „Yuffie? Yuffie wo bist du?“
Die gesuchte hatte sich vorhin bereit erklärt, die Getränke zu reichen. Doch auf einmal war sie weg.
Barret: „Vielleicht musste sie einfach mal.“
Barret ging kurzerhand selber hinter die Bar und griff nach einer Flasche Whiskey. Er stellte diese mit einigen Gläsern zusammen auf ein Tablett und ging zurück zur Männerrunde.
Vincent war es tatsächlich entgangen, das Yuffie verschwunden war. In diesem Moment lief Nanakie um den Tresen herum. Er hatte Caith Cid auf seinem Rücken sitzen.
Vincent: „Habt ihr Yuffie gesehen?“
Nanakie: „Sie ist gerade zur Hintertür raus. Sie sah etwas blass aus. Vielleicht braucht sie nur etwas frische Luft.“
Vincent: „Danke.“
Yuffie musste sich einfach mal kurz zurück ziehen und hatte sich deshalb draußen auf die Bordsteinkante gesetzt. Sie hatte es einfach nicht mehr ertragen können. Spätestens als sich Vincent an die Bar gesetzt hatte. Sie hatte bisher noch kein Wort mit ihm gewechselt , geschweige denn, dass sie ihm in die Augen sehen konnte. Für sie war es so surreal, das er wieder da war und wie sie es befürchtet hatte, wusste sie einfach nicht, was sie zu ihm sagen sollte. Und das obwohl sie sonst nie auf den Mund gefallen war.
//Das ist so frustrierend// wurmte es sie innerlich. Seufzend legte sie ihren Kopf auf die Knie und schloss ihre Augen. //Am besten ich bleibe hier einfach für den Rest der Nacht sitzen//
In Gedanken versunken hörte sie hinter sich Schritte, welche eindeutig von gepanzerten Schuhen kamen. Man konnte deutlich das blecherne Klacken hören, welches bei jedem Schritt entstand. Das konnte nur einer sein.
//Nein nein nein! Warum kommt ER denn jetzt!// Yuffie kniff ihre Augen noch etwas mehr zusammen. Die Schritt verstummten direkt neben ihr. Dann hörte sie die raue, tiefe Stimme von Vincent.
Vincent: „Ganz alleine hier?“
Yuffie antwortete nicht. Sie hatte einen riesigen Kloß im Hals und fühlte sich so hilflos. Die bloße Anwesenheit des schwarzhaarigen reichte schon aus, um in ihr alles auf den Kopf zu stellen. Einen Moment stand Vincent gedankenlos neben ihr und wartete. Anscheinend wollte sie aus irgendeinem Grund nicht mit ihm reden und so drehte er sich doch irgendwann um und wollte wieder zu den anderen gehen.
//Mist, er geht...ist ja logisch wenn ich ihn ignoriere!// Yuffie tadelte sich selbst für ihr kindisches Verhalten.
Yuffie: „...Vincent...“
Vincent hielt inne und drehte sich erneut zu ihr um.
Vincent: „Ja Yuffie?“
Die Art wie er ihren Namen aussprach fühlte sich für Yuffie an wie eine Feuga Explosion. Eine leichte röte zeichnete sich auf ihren Wangen ab. Dann hob sie langsam ihren Kopf, nahm ihren ganzen Mut zusammen und schaute über ihre Schulter zu Vincent hoch. Und da sah sie sie. Seine wunderschönen roten Augen.
Yuffie: „Ich glaube....ich hab bisschen zu viel getrunken....Hilft du mir mal eben hoch?“
Sie ohrfeigte sich selbst für diese dumme Aussage. //Echt jetzt? Was dümmeres konnte dir echt nicht einfallen. So viel zum Thema: mutige Ninja!//
Sie hatte ja nicht mal etwas getrunken bisher.
Vincent schmunzelte etwas und reichte ihr dann seine Hand. Sie zögerte kurz und griff dann aber danach. Mit einem sanften Ruck hob Vincent sie auf ihre Beine und nun stand sie ihm direkt gegenüber.
Yuffie: „Danke...“
Vincent sah sie an und nickte.
Vincent: „Willst du wieder rein gehen?“
Yuffie: „Ich denke schon....nicht das die anderen noch dummes Zeug denken...“
Vincent: „Was sollten sie den denken?“
Hastig winkte Yuffie ab und fing an albern zu grinsen.
Yuffie: „Ach nichts! Egal! Ich geh rein!“
Sie ging vor und war zutiefst blamiert über ihr eigenes Verhalten. //Wieso ist es auf einmal so schwer mit ihm normal zu reden? Ich erzähle ja nur noch Blödsinn in seiner Nähe. Wo ist das Loch im Boden wenn man mal rein springen möchte?// Vincent bemerkte nichts davon und folgte ihr leise zurück in die Bar. Yuffie huschte schnell wieder hinter die Theke, in der Hoffnung, dass niemand bemerkt hatte, das sie und Vincent gerade gemeinsam zurück kamen. Sie hatte Glück. Bis auf Tifa hatte niemand Notiz davon genommen. Vincent setzte sich wieder auf den Hocker als ihm plötzlich eine Bierflasche vor die Nase geschoben wurde.
Cid: „Da bist du ja! Komm Valentine, trink jetzt auch mal was mit.!“
Vincent: „Warum muss ich denn?“
Cid: „Gib dir einen Ruck. Mensch du warst ein Jahr weg. Wir feiern hier jetzt auch deine Rückkehr. Also entspann dich etwas und hab mal bisschen Spaß!!!“
Cid setzte seine, wer weis schon wievielte Flasche an und trank einen kräftigen Schluck. Vincent murrte leise, blickte auf das Bier vor ihm und griff dann doch danach. Er probierte einen wesentlich kleiner Schluck nur um gleich angewidert das Gesicht zu verzerren.
Vincent: „Das ist ungenießbar....“
Cid bracht in grelles Gelächter aus und klopfte Vincent wild auf den Rücken.
Cid: „Du bist echt immer noch der alte Miesepeter. Aber mach dir nichts draus. Wir können dich trotzdem gut leiden.“
Vincent: „Habe ich ein Glück...“
Yuffie beobachtete die ganze Sache und nach Vincent´s Kommentar musste sie nun auch lachen. Sie fand es so cool von Vincent, dass er, nicht wie die meisten anderen hier, sich nichts aus Alkohol machte. Dieser hingegen sah nun Yuffie an und irgendwie machte es ihn sehr froh, sie nun lachen zu sehen.
Es war schon weit nach Mitternacht als Yuffie neben Vincent an den Tisch trat, an dem sich die anderen Männer nun nach einander im Armdrücken beweisen wollten. Barret schrie seinen gegenüber lauthals an. Cid schrie nicht weniger laut, und betrunken, zurück.
Barret: „Du Blödmann! Du musst mir die andere Hand geben, ich kann nicht mit rechts wie du weißt!“
Cid: „Ja ja, weiß ich doch, nun warte doch mal...“
Es war sehr amüsant mit anzusehen wie umständlich Cid seine Flasche Sake von der linken in die rechte Hand wechseln wollte. Als sie ihm dann doch aus der Hand fiel, fing Vincent diese im letzten Moment auf.
Cid: „Danke alter!“ grinste ihn Cid an. „Halt die mal kurz für mich....“
Cid brauchte einen Moment um sich daran zu erinner, wieso er eigentlich gerade hier war.
Cid: „Ach ja...genau....bist du endlich soweit Barret?“
Wieder fauchte Barret ihn an. Auch er war wohl nicht mehr ganz nüchtern.
Barret: „Was heißt hier ob ich soweit bin, ich warte doch nur auf dich. Hör auf die Sache in die Länge zu ziehen....oder hast du schiss zu verlieren?!“
Cid: „Niemals verliere ich du Angeber!“ gab Cid siegessicher zurück und hielt Barret nun seine linke Hand entgegen. Dieser griff eifrig danach und die beiden fingen an, sich wüste Beleidigungen an den Kopf zu werfen.
Yuffie war bis dahin stille Zuschauerin gewesen, doch jetzt blickte sie fragend zu Vincent, welcher noch immer die Flasche Sake in der Hand hielt.
Yuffie: „Ich dachte, die wollen Armdrücken machen oder so. Wird das jetzt so eine Art Beleidigungs-Contest?“ flüsterte sie dem schwarzhaarigen entgegen.
Dieser zuckte nur mit den Schultern.
Vincent: „Ehrlich gesagt...bin ich mir da auch nicht mehr so sicher.“
Yuffie lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder den beiden Streithähnen zu.
Yuffie: „Jetzt hört endlich auf, dummes Zeug zu reden! Fangt endlich an! Ich will hier jetzt mal was sehen!!!“ feuerte sie Cid und Barret an.
Barret + Cid: „Ist ja schon gut“ gaben beide synchron zurück und ließen endlich mal ihre Muskeln spielen.
Ein paar Augenblicke tat sich nicht viel bei den beiden bis man auf Cid´s Gesicht klar und deutlich erkennen konnte, das er mehr und mehr zu tun hatte, Barret Parole zu bieten. Wenige Sekunden später knickte er dann doch ein und Barret ging als klarer Sieger hervor. Natürlich musste er das mit einem lauten „SIEG!!!!“ im gesamten Raum zum besten geben.
Cid: „Das war nicht fair, links ist meine schwache Hand...“ lallte Cid betrunken während er langsam vom Stuhl rutschte.
Barret: „Hör auf so einen Mist zu reden! Ich bin einfach kein Gegner für dich!!! gab Barret voller Inbrunst an ihn zurück.
Yuffie jubelte freudig mit, als sie plötzlich auf eine, ihrer Meinung nach, geniale Idee kam. Sie blickte wieder zu Vincent und stupste ihn mit ihrem Ellenbogen an.
Yuffie: „Hey Vinniiii! Versuch du doch mal Barret zu besiegen!“
Vincent schaute sie von oben aus dem Augenwinkel herab an und sein Blick zeigte, das er von dieser Idee alles andere als begeistert war.
Barret: „JA!“ Das machen wir! Los Valentine, setzt dich auf deinen Hinter. Das wäre doch gelacht!“ schrie Barret ihn von der anderen Seite an. Er lies seinen Ellenbogen auf die Tischplatte hämmern und hielt seine linke Hand bereit.
Vincent: „Ich will aber nicht..:“ raunte Vincent, während er Cid die Sakeflasche reichte, welcher gerade am Boden auf ihn zu kroch.
Reno hatte indes Wind von der ganzen Sachen bekommen und schrie plötzlich aus dem Hintergrund.
Reno: „ Hey hört mal alle her! Valentine hat gerade Barret beim Armdrücken heraus gefordert! Los Leute, das darf keiner verpassen.“!!!
Vincent stutze verwirrt.
Vincent: „WAS? Das habe ich aber doch gar nicht!“ versuchte er sich noch zu retten, Aber es war bereits zu spät.
Alle wurde mit einmal hellhörig und versammelten sich eilig um den Tisch herum, an dem Barret noch immer voller Tatendrang wartete.
Yuffie: „Los Vinni! Jetzt hast du gar keine andere Wahl.“ klopfte ihm Yuffie aufmuntern auf die Schulter.
Die anderen Partygäste fingen nun ungeduldig an, ihn anzufeuern.
„Vincent! Vincent! Vincent!“
ruften sie wie aus einem Chor. Und klatschten dabei in die Hände.
Nanakie: „Gib dir einen Ruck, die hören sonst nie auf...“ drang von Nanakie, welcher nun neben ihm saß, zu ihm hoch. Vincent seufzte.
Vincent: „Wäre ich bloß nie hergekommen...:“ grummelte er so leise in seinen Mantel, das niemand es hören konnte. Am ende meinte er es auch nicht so ernst.
Er griff sich an den Kragen seines Mantels und stülpte diesen über seinen Kopf. Dann hielt er ihn Yuffie entgegen.
Vincent: „Würdest du den mal kurz halten?“ fragte er sie ohne sie anzusehen. Sein Blick war nun voll und ganz auf Barret fixiert. Yuffie hingegen konnte ihren Blick nicht mehr von Vincent losreißen. Ohne seinen Mantel konnte sie seinen schlanken und dennoch gut trainierten Oberkörper viel besser erkennen. Ach ja und der Mantel...der Duft von Vincent stieg ihr in die Nase.
Cid: „Du hast aber auch gut gebechert.... Wutai-Mädchen...“ kam von Cid, der immer noch halb auf dem Boden lag und verzweifelt versuchte, sich an einem Stuhl in die Höhe zu ziehen. Er spielte auf Yuffie´s hochroten Kopf an, den sie mittlerweile bekommen hatte. Nur lag das ganz und gar nicht am Alkohol. //Besser wenn alle das denken// sagte Yuffie zu sich selber und versuchte sich wieder auf das Geschehen vor ihr zu konzentrieren.
Vincent: „Du kannst ja nicht mit rechts...“ bemerkte Vincent „...dann eben mit links“
Er reichte Barret nun seine Hand mit dem Krallenhandschuh.
Barret: „HÄH! Das Ding fasse ich nicht an. Das ist ja nicht fair.!“ protestierte Barret.
Vincent: „Willst du damit sagen, du bist kein Gegner für mich?“
Man sah ein kleines zufriedenes Grinsen auf Vincent´s Gesichtszügen. Yuffie bemerkte dies auch und irgendwas klinkte sich in ihr nun endgültig aus.
Auf der anderen Seite des Tisches stand unter anderem Tifa, welche genau in diesem Moment zu Yuffie sah. Sie bemerkte Yuffie´s Reaktion und fand es so niedlich, dass sie mit lachen anfangen musste. Zum Glück interessierten sich gerade alle nur auf den Wettstreit.
Barret: „Was willst du damit sagen du Fledermaus!“ fauchte Barret über den Tisch.
Vincent: „Wenn du nicht mehr willst, ...“ wieder hob Vincent leicht seine Schultern an. „...dann gibst du wohl kampflos auf?“
Barret: „NIEMALS!“
Barret tobte vor Wut über diese, seiner Meinung nach, absurde Behauptung und mit einem mal griff er nach Vincent´s linker Hand.
Vincent wusste genau, wie er Barret aus der Reserve locken konnte. Dieser hatte schon immer ein schnell ankratzbares Ego.
Barret: „Dann zeig endlich was du drauf hast“ fauchte Barret und legte ein Gesicht auf, als hätte er schon gewonnen.
Alle umstehenden jubelten, klatschten oder trommelten auf die anderen Tische. Die Stimmung war mit einmal aufgeheizt und geladen vor Spannung. Bisher hatte es noch keiner geschafft Barret im Armdrücken zu schlagen. Aber bisher hatte sich Vincent auch noch nie auf so was eingelassen. Mit einmal spannte sich Barret´s ganzer Körper und er pumpte all seine Kraft in seinen Arm. Jeder andere wäre hier wahrscheinlich schon einmal quer über den Tisch geflogen. Doch Vincent blieb ganz ruhig sitzen, nicht mal ein zucken war zu erkennen. Er sah weiterhin fokussiert zu Barret rüber, welchem schon nach wenigen Sekunden dicke Schweißtropfen auf der Stirn standen. Barret: „Das...kann..doch nicht.....sein!“ zischte er angestrengt durch seine Zähne.
Er kniff die Augen zusammen und versuchte noch mehr Kraft aufzubringen. Sein Hals schwoll an, seine Pulsschlagadern quollen fast schon raus und man hätte meinen können, ihm platze gleich der Kopf.
Da musste Vincent langsam doch etwas mehr gegenhalten, was aber nur durch ein kurzes zucken in seinem Gesicht zum Ausdruckt kam.
Vincent: „Mm...gar nicht mal so schlecht Barret.“ schmunzelte er. „Soll ich jetzt mal?“
Plötzlich konnte man ein funkeln in Vincent´s Augen erkennen, welche sich nun förmlich durch Barret hindurch bohrten. Dieser musste hart stutzen.
Barret: „Was...?!“
Weiter kam er nicht, denn mit einem Ruck drückte Vincent einmal fest zu und riss den Arm seines Gegenübers rum. Mit einem lauten krachen brach direkt die Tischplatte entzwei. Alle kreischten laut auf und jubelten Vincent zu.
Yuffie hingegen stand völlig perplex da, hielt Vincent´s Mantel nah bei sich und lief wieder rot an. //Wooow...Ich wusste ja das Vincent was drauf hat, aber so hab ich ihn ja noch nie gesehen.// schwärmte sie in ihren Gedanken für den Schützen.
Cloud: „Mensch Barret, da hats dir ja mal endlich jemand so richtig gezeigt!“ Der Blondschopf brach in hämisches Gelächter aus. Reno klopfte Vincent zustimmend auf die Schulter während Barret ungläubig zu dem schwarzhaarigen schaute.
Barret: „Das war nicht fair Valentine! DU mit deinen übermenschlichen Kräften!!!“
Vincent: „Ich bin...eben kein Gegner für dich“ grinste Vincent zurück.“
Er stand auf und lockerte etwas seine linke Schulter. Er war sich sicher, das diese Geste Barret wohl zur Weisglut treiben würde, aber den Spaß wollte er sich jetzt einfach mal gönnen. Damit lag er auch nicht falsch, denn Barret´s Gesicht sah erneut so aus, als würde es gleich aus allen Nähten platzen.
Barret: „VALENTINE!“ bracht aus ihm heraus.
Cid: „Aaaach jetzt mach hier nüsch son en Aufstand...DU wollestest es ja so!“ quatsche Cid nun auf Barret ein um ihn wieder runter zu holen und winkte währenddessen mit seiner Sakeflasche vor Barret´s Gesicht herum.
Cid: „Hier du ssssschleschter Verlierooor, trink erst mal nen Schlückschen.!“
Barret ergriff die Flasche mit einem hastigen „Gib her!!!“ und nahm einen kräftigen Schluck.
Cid: „So isch rüsch mein Alda...hab bissl Spaß jetscht...“ lachte Cid nun trunken und Barret musste nun auch nur noch lachen.
Vincent schaute zu Tifa und entschuldigte sich mit einer leichten Verbeugung für den zerstörten Tisch:
Vincent: „Selbstverständlich komme ich für die Kosten auf..“
Tifa: „Das will ich doch hoffen für dich, Valentine!“
Sie grinste frech während sie mit ihrem Zeigefinger auf Vincent´s Brust einstach, dann drehte sie sich zu Elena und Shelke um.
Tifa: „Los Mädels! Lasst uns jetzt bisschen tanzen!“ Sie lief zur Jukebox und drehte die Musik etwas lauter. Shelke und Elena folgten ihrem Beispiel und schwangen nun auch ihre Hüften. Reno, Rude, Cloud und Reeve setzen sich wieder an die Bar. Um nichts in der Welt wollten sie die Mädels beim tanzen verpassen.
Vincent trat nun wieder vor Yuffie. Diese stand noch immer wie im Trance da und starrte abwesend ins leere.
Vincent: „Danke fürs halten.“ Vincent´s raue Stimme holte sie wieder zurück in die Realität.
Aufgeschreckt blickte sie zu dem schwarzhaarigen auf und reichte ihm, viel zu hektisch, seinen Mantel.
Yuffie: „Äh...ja! Hier! Bitteschön!“ Yuffie fand es fast ein bisschen Schade das sie besagtes Kleidungsstück nicht noch länger halten konnte.
Vincent: „Ich glaube, jetzt brauch ich mal etwas frische Luft.....Kommst du mit?“
//Er fragt das MICH!?!?!?!// Wieder drehten sich Yuffie´s Gedanken und Gefühle im Kreis. Aber diesmal wollte sie sich nicht wieder komplett daneben benehmen.
Sie nickte Vincent zu.
Yuffie: „Gern.“
Ein kurzer Moment
Kapitel 6: Ein kurzer Moment
Vincent setzte sich auf eine der unteren Stufen der Treppe. Sein Blick ging Richtung Himmel. Erneut war dieser mit Sternen übersät. Tief sog er die angenehm frische Nachtluft in seine Lungen. Yuffie, welche hinter sich die Tür schloss, tat es Vincent gleich und setzte sich auf den oberen Teil der Treppe. Sie hingegen blickte zu Vincent, allerdings konnte sie aus dieser Position nur seinen Hinterkopf betrachten.
//Ob seine Harre so weich sind wie sie aussehen?//
Es vergingen Minuten in denen keiner von beiden etwas sagte. Irgendwann wurde es Yuffie zu blöd. Sie musste, nein, sie wollte jetzt endlich ein normales Gespräch mit Vincent führen. Sie nahm all ihren Mut zusammen. //Sei einfach du selbst!“ sagte sie zu sich selber und holte noch einmal tief Luft.
Yuffie: „Vincent?“
Vincent: „Ja Yuffie?“
Er drehte sich nicht zu ihr um. //Super...dann rede ich eben mit seinem Rücken...// ärgerte sie sich etwas.
Yuffie: „Warum......warum bist du eigentlich so lange weg gewesen?“
Vincent antwortete nicht sofort und blickte weiter in den Himmel. Dann lehnte er sich etwas zurück und stütze sich dabei mit seinen Unterarmen auf eine der Stufen ab.
Vincent: „Ich musste nachdenken.“
Yuffie: „Hmm...da gab es aber viel, worüber du nachgedacht hast. Ich meine, du warst immerhin ein Jahr weg...“
Wieder kam von Vincent keine Antwort. Einerseits fand Yuffie es ja gar nicht schlecht, das er sich augenscheinlich nicht verändert hatte, auf der anderen Seite versuchte sie hier gerade ein Gespräch ins laufen zu bekommen. //Verklemmt wie eh und je// schmunzelte sie nun. Dann rutschte sie ein paar Stufen nach unten und war nun mit Vincent auf „Augenhöhe“.
Yuffie: „Du denkst anscheinend immer noch nach......Halloooo? Ich rede mit dir!“
Vincent: „Entschuldigung Yuffie. Du hast natürlich Recht, wie unhöflich von mir. Worüber willst du reden?“
Yuffie: „Du könntest ja erzählen was du in dem Jahr gemacht hast oder wo du warst. . Irgendwas eben.“
Yuffie war unendlich neugierig darauf diese Dinge zu erfahren.
Vincent: „Und welche dieser Fragen soll ich zuerst beantworten?“ Vincent sah sie nun an und lächelte leicht.
Yuffie: „Ist doch egal. Such dir eine aus! DU hast mich immerhin gefragt ob ich mit raus komme. Ich habe keine Lust hier still schweigend rum zu sitzen!“
Vincent: „Ich war an vielen Orten....“
Yuffie: „Und?“
Vincent: „...nichts und....“
//Der Typ macht mich fertig. Was will er eigentlich? // Yuffie wurde zusehends nervöser. Sie wurde aus ihrem Gegenüber einfach nicht schlau.
Yuffie: „Sag doch einfach wenn du nicht darüber reden willst!“
Vincent konnte an ihrer Stimme hören, dass Yuffie nicht zufrieden mit dem Gespräch war. Es tat ihm auch irgendwie leid. Er wusste selber nicht so genau wieso er sie gefragt hatte, ob sie mit nach draußen kommt. Irgendwie empfand er ihre Gegenwart als angenehm. Wenn es nach ihm ginge, würden sie einfach schweigend hier sitzen. Aber er kannte Yuffie, sie war definitiv nicht der Typ für so etwas.
Vincent: „Das ist es nicht.“
Yuffie: „Was dann? Lass dir doch nicht jede Antwort aus der Nase ziehen!“
Vincent: „Nach der Sache mit Omega, musste ich einfach erst mal einen klaren Kopf bekommen. Das ging eben nur weit weg von allem.“
Neugierig rutschte Yuffie nun ein Stück näher zu ihm. Vincent sah sie kurz überrascht an, doch dann entspannte sich sein Gesicht wieder und ein zaghaftes Schmunzel war auf seinen Lippen zu erkennen.
Vincent: „Du willst wirklich Jetzt die ganze Geschichte hören?“
Yuffie: „Wieso nicht? Die da drinnen mittlerweile keine so guten Gesprächspartner mehr!“
Die beiden blickten zur Tür hinter welcher man die anderen laut lachen und schreien hörte.
Vincent: „Du hast wohl recht....“
Yuffie grinste über beide Ohren. Sie hatte das Gefühl nun endlich zu ihm durch gedrungen zu sein. Vincent begann zu erzählen. Dabei lies er natürlich tiefgründige Details aus. Er verriet lediglich wo er überall war und das er die meiste Zeit in Mideel bei der liebenswerten alten Dame Miranda verbracht hatte.
Am Ende seiner Erzählungen stand Vincent auf und ging zurück in Richtung Tür.
Vincent: „Ich hatte Tifa versprochen, dass ich zu Cloud´s Geburtstag wieder komme. Nur deswegen bin ich jetzt da.“
Yuffie´s Blick verfinsterte sich und sie schaute Vincent schmollend an.
Yuffie: „Echt jetzt? Nur deswegen bist du wieder da?“
Vincent. „Warum nicht? Dieser Grund ist so gut wie jeder andere.“
Ohne es sich richtig erklären zu können, war Yuffie wütend über diese Aussage. Sie hatte gedacht er würde sagen das er seine Freunde vermisst hat oder so etwas. Dies würde sie nämlich mit einbeziehen. Aber er schien immer noch der Gefühlslose Klotz zu sein. Sie stand hastig auf und stellte sich direkt vor Vincent. Auch wenn sie ein Stück größer geworden war musste sie ihren Kopf immer noch weit in den Nacken legen um ihm ins Gesicht sehen zu können. Etwas verwundert erwiderte Vincent ihren Blick.
//Mein Gott! Seine Augen sehen einfach so gut aus!// Yuffie hätte diesen gedanklichen Kommentar natürlich nie laut ausgesprochen. Dennoch musste sie bei dem Anblick kurz stutzen. Dann stemmte sie ihre Fäuste in ihre Hüfte und versuchte sich so groß wie nur irgend möglich zu machen.
Yuffie: „Wenn dir das so gleichgültig ist, hättest du auch weg bleiben können.“
Sie konnte ihren Zorn nur sehr schwer zügeln und verstand selber nicht genau, wieso sie gerade so aufgebracht war. Vincent bemerkte natürlich, dass sie verärgert war.
Vincent: „ Welche Antwort hättest du denn lieber gehabt?“
Yuffie: „Mal Überlegen! Wie wäre es mit: /Es wurde Zeit/ oder /Weil wir alle ein super Team sind/ oder vielleicht auch /Weil du alle vermisst hast/ !?!?!“
//Weil du MICH vermisst hast// Natürlich würde sie ihre Gedanken hier niemals Laut aussprechen, aber diese Aussage wäre ihr am liebsten gewesen.
Vincent blieb im Angesicht ihres kleinen Wutausbruchs ruhig und gelassen.
Vincent: „ Verzeih Yuffie.“
Aus der Bar hörte man auf einmal ein lautes Krachen, dicht gefolgt von Tifa´s lautstarker Standpauke.
Tifa:“ Man Cid!!!! Ich hatte dich gewarnt!!!!“
Vincent konnte sich ein schmunzeln nicht verkneifen und in seiner Stimme lag nun ein Anflug von Belustigung.
Vincent: „Selbstverständlich habe ich diesen chaotischen, bunt zusammen gewürfelten Haufen irgendwie vermisst.“
Yuffie kam einen schmollendes „Pff“ von sich.
Yuffie: „Und was hast du danach vor? Ich meine nach der Party? Willst du wieder verschwinden?“
Vincent`s Blick wurde nachdenklicher. Plötzlich viel ihm seine Beobachtung in Midgar wieder ein. Er drehte den Kopf in die Richtung, in welche die Mako Stadt lag.
Vincent: „Ich weis nicht genau. Vielleicht...“
Yuffie lies ihre Arme hängen und ballte eine Hand zur Faust. Bei dem Gedanken, er könne wieder verschwinden, fühlte sie einen stechenden Schmerz in ihrer Brust und ihr Magen schien sich zu verknoten. Sie wollte nicht das er wieder geht, aber sie wusste nicht wie sie ihn hätte daran hindern können. Ihre Gedanken rasten und dennoch wusste sie nicht was sie darauf antworten sollte.
Plötzlich poltere es direkt hinter der Tür und mit einem Ruck wurde die Tür regelrecht aufgesprengt. Blitzschnell griff Vincent Yuffie am Arm und zog sie zu sich. Gerade noch rechtzeitig um sie davor zu bewahren, die Tür ins Gesicht geschlagen zu bekommen. Im nächsten Augenblick stolperte Cid an den beiden vorbei, oder besser gesagt er flog im hohen Bogen die wenigen Stufen hinunter.
Im Türrahmen stand wütend schnaufen Tifa.
Tifa: „Geh erst mal ein bisschen frische Luft schnappen!!!!“
Cid lag mit dem Gesicht auf dem Boden und jammerte nur gebrochen.
Cid: „Ich...ich hab doch gar nichts....gemacht....“
Tifa holte Luft und wollte gerade nachsetzen, dann bemerkte sie jedoch Vincent und Yuffie, welche gerade ganz zufällig von Vincent an den Oberarmen festgehalten wurde. Ein freches grinsen huschte nun über ihr Gesicht und sie zog sich eilig in die Bar zurück.
Vincent hatte keine Ahnung was ihr merkwürdiges Verhalten zu bedeuten hatte und zog verwirrt eine Augenbraue hoch. Yuffie hingegen stand vor Vincent. Nur wenige Zentimeter mehr und ihr Kopf würde auf seinen Brustkorb ruhen. Ihr Gesicht war knallrot. Sie blickte nach unten, in der Hoffnung, ihre Haare würden das meiste von ihrem Gesicht verdecken. Für einen kurzen Moment schien die Welt um sie herum nicht mehr zu existieren. Seine Hand war unerwartet warm und dennoch löste diese, eigentlich harmlose Berührung bei ihr eine Gänsehaut aus. Sein Duft schlich sich in ihre Nase. Für sie roch er wie frische Walderde nach einem warmen Sommerregen. Sie bildete sich ein, seinen Herzschlag hören zu können. Er war ruhig und gleichmäßig, anders als ihrer, welcher nun ein rasendes Tempo an den Tag gelegt hatte.
Vincent:“ Yuffie? Alles ok?“
Von Vincent´s tiefer Stimme wurde Yuffie prompt aus ihren Gedanken gerissen. Sie trat hastig einen Schritt zurück und löste sich aus Vincent´s Griff. Sie fuchtelte wild mit den Händen vor ihrem Gesicht herum.
Yuffie: „ Alles gut! Nichts passiert!“
Vincent: „Gut.“
Für einen Moment wusste Yuffie nicht so recht wohin mit sich, dann entschied sie sich für einen taktischen Rückzug.
Yuffie: „Ich geh wieder rein. Wer weis was die da drinnen noch alles anstellen!“
Sie versuchte ihr typisches Grinsen aufzusetzen, fühlte sich aber in diesem Moment unglaublich albern damit.
Vincent nickte nur knapp und schaute dann zu Cid.
Vincent: „Was wird aus ihm?“
Yuffie: „Trag ihn halt rein wenn du willst.....“
Vincent überlegte kurz. Er war manchmal netter als gut für ihn war. Mit einem Seufzer ging er zu Cid und half diesem auf die Beine. Dann stütze er ihn und folgte Yuffie wieder nach drinnen. Dort angekommen sahen sie das Chaos. Sämtliche Barhocker waren umgefallen und auf dem Tresen und dem Boden darunter war eine riesige Pfütze. Ein wilder Mix aus allerlei alkoholischen Getränken. Tifa hatte Barret und Cloud zum aufwischen verdonnert. Der Rest der Truppe hatte angefangen aufzuräumen. Es schien so als würde sich die Party dem Ende neigen.
Vincent legte Cid auf einer der Sitzbänke ab. Dieser war bereit eingeschlafen und schnarchte lautstark.
Yuffie versuchte sich ab zu lenken, indem sie Tifa half die Tische und Stühle wieder an ihren ursprünglichen Platz zu stellen.
Reeve, Reno, Rude und Elena sammelten ihre Sachen zusammen und verabschiedeten sich der Reihe nach von den anderen.
Tifa: „Ihr wollt jetzt noch fahren?“
Reno:“ Klaaaar, gar kein Problem! Ich bin noch voll da!“
Rude:“ Ich fahre!“ Der Glatzkopf setzte sich sein Sonnenbrille auf und ging mit Elena schon mal vor. Reno stapfte beleidigt hinterher.
Reno:“ Ich will aber fahren!!!!“
Reeve lachte bei dem Schauspiel und folgte den anderen. Etwas besorgt blickte Tifa der Truppe hinterher bevor sie endgültig die Tür verschloss. Dann drehte sie sich zu Vincent, welcher mit verschränkten Armen an der Wand lehnte.
Tifa: „Sag mal Vincent.....wo schläfst du eigentlich?“
Vincent: „Hmm...darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht....“
Tifa: „So was hab ich mir schon gedacht. Wir haben noch genug Platz, du kannst heute gern hier bleiben.“
Vincent: „ Danke....“
Als Yuffie das hörte traute sie ihren Ohren nicht. Sie würde also heute mit Vincent unter ein und dem selben Dach schlafen. //Tifa!!!! Wieso tust du mir das an?!?!?!// fluchte sie innerlich.
Tifa blickte noch einmal zu Cid.
Tifa: „Ich glaube den lassen wir einfach hier liegen.“
Cloud: „Komm Barret. Ich zeig dir wo du schlafen kannst. Vincent! Du kannst gleich mitkommen wenn du willst.“
Vincent nickte knapp und folgte den beiden.
Cloud führte die beiden in eines der Gästezimmer. Nanakie legte sich einfach in eine Ecke.
Als die 3 außer den Raum verlassen hatten, seufzte Yuffie hörbar auf. Sie sah erschöpft aus und blickte müde auf den Boden. Neugierig trat Tifa an sie heran und hatte ihr typisches viel zu übertrieben nettes Lächeln aufgesetzt.
Tifa: „Soooo....du und Vincent wart also alleine vor der Tür?“
Yuffie konnte in ihren Augen förmlich sehen, welcher Film sich gerade in Tifa´s Kopf abspielte.
Yuffie: „Du brauchst gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen. So toll war das nicht.“ gab Yuffie genervt zurück.
Tifa: „Echt? Also für mich sah das schon sehr interessant aus.“
Yuffie: „Da war nichts. Er hat mich nur davor bewahrt, die Tür ins Gesicht geschlagen zu bekommen. Die Tür, welche du nebenbei erwähnt, aufgetreten hast.“
Tifa: „Sei doch nicht sauer. Hat sich doch gelohnt. Ihr saht echt süß aus!“
Tifa´s grinsen wurde immer breiter. Eine kleine Wutbeule zeichnete sich auf
Yuffie´s Stirn ab.
Yuffie: „Hör auf mich zu ärgern.“
Tifa: „Verzeih mir. Ich dachte du freust dich.“
Yuffie´s Blick wurde mit einmal nachdenklicher.
Yuffie: „Worüber denn? Darüber das er schon wieder verschwinden will?“
Tifa´s lächeln erstarrte sofort und sie sah Yuffie mitleidig an.
Tifa: „Hat er das gesagt?“
Yuffie: „Nicht direkt, aber so was in die Richtung.“
Tifa überlegte kurz, schüttelte dann leicht den Kopf und legte Yuffie eine Hand auf die Schulter.
Tifa: „Du kennst Vincent doch. Der redet meistens in Rätseln. Warten wir es doch erst mal ab. Lass uns schlafen gehen. Morgen sieht die Welt anders aus.“
Yuffie: „Vielleicht hast du recht.“
Die beiden gingen nun nach ober und jeder für sich verschwand auf seinem Zimmer.