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Lieber spät als nie

von

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Prolog

“Oh, sie sieht so toll aus. Findet ihr nicht auch?” Mit leuchtenden Augen betrachtet Reika die Braut, die mit ihrem frisch angetrauten Ehemann die Glückwünsche der Gäste annimmt.

“Das finde ich auch. Wenn ich mal heirate, dann in so einem Kleid.” Kumikos Augen leuchten, während auch sie diese nicht von der Braut nehmen kann.

Elsa hebt eine Hand vor ihren Mund, während sie ihr Kichern unterdrückt. “Dann brauchst du nur noch den perfekten Mann.”

“Den brauchen wir alle drei”, wirft Reika schmunzelnd ein.

“Und zudem hast du ja noch Zeit. Izumi ist wie wir drei erst zwanzig, da heiraten die wenigsten.” Elsas Blick fällt auf ihre Freundinnen und sofort hält sie inne. Beide starren sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. “Was?”

“Natürlich ist es jung, wenn man mit zwanzig schon heiratet. Aber mal ganz im ernst, Elsa. Wenn wir erwartet hätten, dass eine von uns so jung heiratet, dann doch du.”

“Was? Warum das?” Mit geweiteten Augen mustert Elsa Kumiko überrascht, ehe sie sich bei der Antwort Reika zuwendet.

“Weil wir alle eher vermutet hätten, dass du und der Typ, in den du seit Jahren verknallt bist, zusammenfinden würden. Ich meine, ihr habt euch in der Grundschule kennengelernt und wir alle wussten, was da zwischen euch beiden ist. Izumi und Henry hingegen sind erst im letzten Schuljahr zusammengekommen und heiraten nun, knapp drei Jahre später.”

Mit roten Wangen bläst Elsa diese beleidigend auf. Passend dazu verschränkt sie die Arme vor dem Oberkörper.

“Manche bekommen es halt hin”, murmelt sie und weicht den Blicken aus. Statt zum Brautpaar blickt sie zum Himmel hinauf. Das Brautpaar hat wirklich Glück. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Der perfekte Tag, um in das gemeinsame Leben zu starten. Vielleicht ist es für sie einfach nicht so bestimmt gewesen.

“Uff! Reika!” Ein Schmerzlaut entkommt ihr, als plötzlich deren Ellenbogen in ihren Rippen landet. Ein kurzer Schmerz schießt durch ihren Körper und sie will gerade schimpfen, als die Stimme ihrer Freundin zu ihr durchdringt.

“Elsa, schau da. Gerade reden wir noch von ihm.”

Von ihm? Verwundert liegt Elsas Aufmerksamkeit noch für ein paar Sekunden auf ihrer Freundin, ehe sie deren Fingerzeig zum Brautpaar folgt. Und dann verschwimmt alles um sie herum im Hintergrund. Sie sieht nur noch ihn. Er steht ein paar Meter von Izumi und Henry entfernt, scheint auch ein Gast zu sein. Der schwarze Anzug schmeichelt ihm, ebenso die blaue Krawatte. Die schwarzen Haare sind etwas gewachsen und hängen ihm in die Stirn. Zu gern würde sie mit ihren Fingern hindurchstreichen. Und in dem Augenblick dreht er den Kopf in ihre Richtung und hält, ebenso wie Elsa, in jeder Bewegung inne. Die dunklen Augen weiten sich überrascht.

Es ist, als gäbe es nur sie beide. Elsas Herz schlägt schneller, hat an Tempo zugenommen. Die Gefühle für ihn haben sich nicht geändert. Sie hat ihn nach ihrem Umzug vor fast neun Jahren kennengelernt und sich in ihn verliebt. Und obwohl alle in ihrem Umfeld immer gesagt haben, dass er auch so zu empfinden scheint, ist zwischen ihnen nie etwas passiert. Trotzdem sind ihre Gefühle nach der ganzen Zeit noch da, werden in ihrer Intensität nicht weniger.

Immer noch liegen ihre Blicke aufeinander. Elsas Finger graben sich in den zarten, altrosa Stoff, der ihren Körper umhüllt. Da kommt Bewegung in ihn. Er hält direkt auf sie zu, sorgt dafür, dass ihr Herz noch schneller schlägt.

Eine laute Stimme erklingt, reißt nicht nur Elsa ins Hier und Jetzt zurück. Auch er bleibt abrupt stehen und dreht den Kopf in die gleiche Richtung wie sie.

“Liebe Gäste, wir werden uns in fünfzehn Minuten gemeinsam zum Festsaal aufmachen, um mit Izumi und Henry zusammen zu feiern.”

“Dann los, lasst uns gehen.” Kumiko greift nach Elsas Ellenbogen und legt Reika gleichzeitig eine Hand auf die Schulter.

Elsas Blick sucht wieder den des jungen Mannes. Ihr Herz macht einen erneuten Satz, als sie erkennt, dass auch seine Augen wieder auf sie gerichtet sind.

“Los, wir müssen los. Izumi wird durchdrehen, wenn wir das nicht schaffen, ehe alle im Festsaal eingetroffen sind.”

Kumikos Stimme scheint bei ihm anzukommen, denn ein Schatten huscht über sein Gesicht.

Elsa zwingt sich zu einem kurzen Lächeln, ehe sie gleich darauf von ihrer Freundin mitgezogen wird. Ihre Lippen sind fest aufeinander gepresst. Warum hat Izumi ihr nicht gesagt, dass er auch kommen wird?

Kapitel 1

Alles hat genauso geklappt, wie es sollte. Lächelnd tritt Elsa zur Bar, an der sie sich einen alkoholfreien Cocktail mischen lässt. Noch während sie auf ihr Getränk wartet, tritt jemand neben ihr an den Tresen. Auch ohne sich herumzudrehen, ist ihr bewusst, wer dort steht. Die feinen Härchen an ihrem Körper stellen sich auf, reagieren augenblicklich auf ihn.

“Eine Cola bitte”, erklingt seine dunkle und weiche Stimme und auch wenn sie nicht direkt an sie gerichtet ist, bringt sie ihr Herz dazu, einen Takt zuzunehmen.

“Hallo Elsa”, spricht er sie dann direkt an, woraufhin sie den Kopf dreht.

“Hallo Mario”, erwidert sie nicht nur seine Begrüßung. Auf seinen Zügen liegt ein Lächeln, das nur ihr gilt. Und so schenkt auch sie ihm ein Lächeln.

“Ein schönes Fest”, beginnt er. Für einen kurzen Moment gerät das Lächeln auf ihren Lippen ins Schwanken. Smalltalk? Nicht mehr? “Ihr seid gut beschäftigt, oder? Ich sehe dich, Reika und Kumiko nicht gerade tatenlos herumsitzen.”

Das Lächeln erstrahlt mehr als zuvor. Es ist ihm aufgefallen? Dann hat er nach ihr Ausschau gehalten, oder? Elsa greift nach dem Cocktailglas, das ihr gereicht wird, und bedankt sich beim Barkeeper, ehe sie sich erneut ihrem Gesprächspartner zuwendet. Und offen gestanden hat sie den ganzen Abend über darauf gewartet, mit ihm sprechen zu können.

“Ja. Wir haben Izumi versprochen, die ein oder andere Aufgabe zu übernehmen. Deshalb führt Kumiko durch den Abend. Reika und ich sind unter anderem für den Programmablauf zuständig. Aber das machen wir gerne.”

“Es scheint dir Spaß zu machen.”

“Das tut es, ja.”

“Sieht man dir an. Du bist so … ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Voller Freude?”

Elsas Wangen werden warm.

“Es macht auf jeden Fall Spaß, dich dabei zu beobachten und …” Mario stoppt seinen Satz abrupt und richtet den Blick angestrengt auf einen Punkt am anderen Ende des Raums. “Oh, anscheinend brauchen deine Freundinnen dich wieder.”

Klingt er tatsächlich erleichtert? Elsa presst die Lippen zusammen und nickt, als sie erkennt, dass Reika ihr winkt. “Ja, scheint so. Dann gehe ich mal rüber.”

Gerade als sie loslaufen will, spürt sie seine Hand an ihrem Ellenbogen. Erneut dreht sie den Kopf und bemerkt, dass sich seine Wangen rot gefärbt haben. Zudem weicht er ihrem Blick aus. “Ich … ich wollte nicht direkt sagen, dass ich dich die ganze Zeit beobachte … oder so. Ähm, ja … Also … Vielleicht finden wir nachher nochmal Zeit zum Reden? Ich hab dich schon eine Weile nicht mehr gesehen.”

Elsas Mund steht etwas offen. Hat er etwa gerade so reagiert, weil er das mit dem Beobachten gesagt hat? Sie blinzelt, ehe sie wieder lächelt. “Ich hoffe”, antwortet sie. Und das meint sie genauso. Nicht nur, weil sie sich tatsächlich schon eine Weile nicht mehr gesehen haben. Seit Gregor zum Studieren ins Studentenwohnheim gezogen ist, ist Mario nicht mehr so häufig bei ihr zu Hause. Doch hauptsächlich freut sie sich, Zeit mit ihm zu verbringen.
 

~~~
 

“Liebe Gäste”, Kumiko blickt über die Anwesenden, während sie in das Mikrofon hineinspricht, das dafür sorgt, dass ihre Stimme durch den gesamten Festsaal hallt, “wir alle lieben unser Brautpaar, deshalb sind wir schließlich auch hier. Und wegen dem Essen, sind wir doch ehrlich.” Gelächter dringt von jeder Ecke aus zu ihr. “Aber was uns trotz all dieser Liebe noch lieber ist, ist die beiden schwitzen zu sehen, nicht wahr?” Dieses Mal ist es Zustimmung. “Und aus diesem Grund, liebe Izumi, lieber Henry, dürft ihr schwitzen. Zumindest dürft ihr euch hierher zu mir ins Scheinwerferlicht gesellen.” Es dauert nicht lange, dann steht das Brautpaar neben Kumiko, die sich ihnen zuwendet. “Nun seid ihr verheiratet und natürlich passt ihr beide optisch hervorragend zusammen. Aber passt ihr auch als Ehepaar beziehungsweise als Paar ebenso hervorragend zusammen? Und deshalb werden wir das testen.”

Während die Gäste lachen, lässt Izumi den Kopf in den Nacken fallen und ein, wenn auch etwas gespieltes Jammern entkommt ihr. Henry hingegen schüttelt seufzend den Kopf. “Wie, als ob wir dem hätten entkommen können.”

“Ganz genau, überhaupt nicht. Gut, dass ihr euch dem Unvermeidlichen stellt.” Kumiko tätschelt dem Bräutigam die Schulter, ehe sie grinst. “Und keine Sorge, ihr müsst da nicht allein durch. Und deshalb dürft ihr euch noch zwei weitere Paare aussuchen, die den gleichen Test mit euch machen.”

“Ach wirklich?” Henrys Augenbrauen heben sich. Als sich die Hand seiner Ehefrau um seinen Unterarm legt, sieht er auf Izumi hinab. Deren Augen leuchten auf.

“Oh, da weiß ich schon genau die Richtigen!”

Ein paar Minuten später befinden sich auch Izumis Eltern sowie Henrys ältere Schwester mit ihrem langjährigen Freund auf der Bühne.

“Jetzt habt ihr ja nur Familie. Ich finde, ihr solltet auch noch ein paar Freunde zu euch holen.” Kumiko senkt das Mikrofon und beugt sich nach vorn. Sie flüstert dem Brautpaar etwas zu, woraufhin zumindest die Braut laut zu lachen beginnt. Henry hingegen sieht nicht sonderlich begeistert aus. Doch er scheint sich an der Anweisung zu fügen, denn sein Blick richtet sich entschuldigend auf einen seiner Freunde, der nicht sofort wahrnimmt, was das bedeuten soll. Doch kaum, dass Kumiko das Mikrofon vor den Mund des Bräutigams hält, ist ihm so einiges klar.

“Mario, komm bitte zu mir.”

Elsa, die neben Reika an der Seite steht, erstarrt, als der Name desjenigen genannt wird, den sie so mag. Hat er etwa eine Freundin? Ihr Kopf ruckt zu ihm, doch Mario tritt allein zur Bühne, während er sich mit einer Hand etwas hilflos durch die Haare fährt. Und dann wird es ihr bewusst, was genau das hier werden soll. Noch ehe sie etwas machen oder gar verschwinden kann …

“Und du bitte auch, Elsa!”, zwitschert Izumis Stimme durch die Lautsprecher.

Mit geweiteten Augen sieht die Angesprochene ihre Freundin an, ehe sie zu Mario blickt, der ebenso verwirrt wirkt, wie sie es ist. Langsam tritt sie einen Schritt zurück, um direkt von Reika aufgehalten zu werden.

“Gehst du allein oder soll ich dich bringen?”

“Das … das ist doch … ein Spiel für Paare.”

“Ach, ihr beide macht das schon.” Und da schiebt Reika Elsa an, die bereits von den anderen Gästen laut gerufen und angefeuert wird. Mit rotem Kopf erreicht sie schließlich die Bühne.

“Euch ist doch bewusst, dass wir kein Paar sind”, gibt sie von sich. Zwar blickt sie kurz zu Mario, kann ihn jedoch nicht lange ansehen. Das hier ist peinlich.

“Ach, bei euch beiden machen wir eine Ausnahme”, winkt Kumiko sogleich ab.

“Elsa hat aber recht”, murmelt Mario und Elsa erneut in seine Richtung schielt, merkt sie, dass auch er ihrem Blick ausweicht.

“Wie gesagt, bei euch beiden machen wir eine Ausnahme. Sagen wir es einfach so, bei euch beiden testen wir einfach das Potenzial, das ihr als Paar hättet. Und nun lasst mich euch die Regeln erklären.”

Und während Kumiko das macht, sehen Elsa und Mario sie nur ungläubig an.

“Und so etwas nennt sich Freundin”, grummelt Elsa.

“Die meinen es echt zu gut”, murmelt Mario neben ihr.

Sich auf die Unterlippe beißend, dreht sie erneut ihren Kopf vorsichtig in seine Richtung, um festzustellen, dass auch seine Wangen rot angelaufen sind. Und immer noch sieht er nicht in ihre Richtung.

“Aber wir geben unser Bestes, oder? Kampflos werden wir hier nicht verlieren.”

Überrascht blinzelt Elsa, ehe sie lachen muss. Nun dreht sich ihr unfreiwilliger Partner doch zu ihr. Als er ihren jetzt gelösten Ausdruck betrachtet, schmunzelt auch er. “Das bist einfach du, oder? Nicht aufgeben, niemals. Ihr werdet gewinnen. Ihr ehemaligen Nicht-Gewinn-Kickers.”

Seine Augenbrauen heben sich, ehe er mit dem Zeigefinger vor ihrem Gesicht hin und her wedelt. “Also dieses Wort beziehungsweise diese Wortverbindungen benutzen wir nicht mehr. Niemals. Und vor allem”, er beugt sich ein wenig zu ihr hinunter, sorgt so dafür, dass ihr Herz einen Takt zunimmt, “erwähne es niemals vor deinem Bruder.”

Erneut lacht Elsa auf. “Oh nein. Den Fehler habe ich nur einmal gemacht. Das passiert nie wieder.”

“Sehr gut. Und ansonsten, wir schaffen das schon, oder?” Mario wechselt den Finger seiner Hand und streckt ihr nur den kleinen entgegen. Elsas Herzschlag nimmt weiter zu. Das Organ fühlt sich an, als würde es ihren Brustkorb durchstoßen, als sie ihren eigenen kleinen Finger einhakt.

Kapitel 2

“Und gewonnen haben, auch wenn es kaum zu glauben ist, Elsa und Mario! Sicher, dass ihr wirklich kein Paar seid?” Kumiko sieht ihre Freundin und den neben dieser Stehenden ungläubig an. Beide schütteln mit roten Wangen den Kopf. “Und zwischen euch ist wirklich nie etwas gewesen? Also außer dem Bekannten?”

Die Worte sind beiden eindeutig unangenehm, denn Elsa und Mario werden noch röter und sehen beide überallhin, nur nicht zueinander.

“Krass. Aber egal, wie ihr das geschafft habt, nicht nur das Brautpaar, das langjährige Paar und sogar das bereits seit 27 Jahren verheiratete Paar zu schlagen, ihr seid die Sieger. Und daher bekommt ihr hier euren Preis. Ein romantisches Candle-Light-Dinner unterm Tokyo Tower." Kumiko winkt Reika zu, die gleich darauf mit einer großen Schachtel auf das Siegerpaar zutritt.

Elsa und Mario wechseln einen irritierten Blick. Ein Candle-Light-Dinner unter dem Tokyo Tower? Doch es erklärt sich im nächsten Moment, als die Schachtel vor ihnen abgestellt wird.

“Es gibt zur Vorspeise eine Suppe.”

Reika zieht auf Kumikos Worte ein Fertigpäckchen mit Suppe hervor, die man noch anrühren muss und entlockt damit allen ein Lachen. Auch Elsa und Mario lachen.

“Die Hauptspeise sind leckere Ramennudeln. Ihr könnt sie mit Brühe oder angebraten essen.”

Zwei Packungen mit Instantramennudeln folgen.

“Und zum Nachtisch gibt es leckere Schokoküchlein.”

Tassenschokokuchen, ebenfalls zum Anrühren.

“Wie gesagt, ist es ein Candle-Light-Dinner.”

Reika hebt Teelichter in die Höhe.

“Aber das Wichtigste: Unter dem Tokyo Tower."

Und nun wird das hervorgehoben, was das lauteste Gelächter hervorbringt. Ein 3D-Puzzle des Tokyo Towers.

Reika packt alles zurück in die Schachtel und übergibt sie Mario.

“Wir wünschen euch viel Spaß mit eurem Date. Ist ja auch endlich Zeit dafür!”

Mit hochrotem Kopf bedanken sich Elsa und Mario, ehe sie unter Gelächter zu dem Tisch zurückgehen, an dem Mario neben weiteren Klassenkameraden sitzt. An seinem Platz stellt er die Schachtel ab.

“Ernsthaft? Wie könnt ihr dieses Spiel gewonnen haben? Wie ihr beide ja oft genug klargestellt habt, seid ihr kein Paar!” Kenji sieht sie beide ungläubig an.

“Die Zwei sind halt doch füreinander bestimmt.” Arata, ebenfalls ein früherer Klassenkamerad, hebt herausfordernd das Kinn.

“Hat man gesehen. Das bei den beiden ging so Hand in Hand. Jede Aufgabe haben sie problemlos gelöst. Und selbst die Fragen konnten sie eigentlich ohne zu zögern beantworten.”

Während sich die am Tisch Sitzenden unterhalten, blickt Elsa auf den Boden. Erneut finden ihre Finger den Stoff des langen und luftigen Rock ihres Kleides und schließen sich fest darum.

“Ihr könnt manchmal echt nerven. Ihr dürft nicht vergessen, dass Elsa und ich uns, erstens, bereits seit der Grundschule kennen, und dass, zweitens, ihr Bruder mein bester Freund ist. Natürlich wissen wir einiges übereinander.”

“Ja, ja, behaupte einfach mal, dass das der einzige, beziehungsweise die einzigen beiden Gründe sind. Wir wissen es alle besser.” Kenji winkt breit grinsend ab, erntet von Mario jedoch nur ein Schnauben. Kurzerhand wendet er sich seiner Spielpartnerin zu.

“Elsa, ich will an die frische Luft. Magst du vielleicht”, für einen Moment zögert er, “möchtest du vielleicht mit rauskommen?”

Erstaunt blickt sie ihn an, während hinter ihnen ihre alten Klassenkameraden wieder Witze machen. Schnell nickt sie. Zum einen wird ihr die frische Luft sicherlich auch guttun, zum anderen muss sie sich diese Sprüche dann nicht mehr anhören. Eigentlich war sie ganz froh, diese mit dem Ende der Schulzeit hinter sich zu lassen. Und dann ist da der Hauptgrund dafür, dass sie zustimmt: Egal, wie sehr ihr Herz in ihr schlägt, wie aufgeregt sie vor der Vorstellung ist – sie kann ein wenig mit ihm allein sein.

“Dann lass uns lieber gehen, ehe wir auch noch fünf Jahre in unserer Entwicklung zurückfallen”, erklärt er und blickt dazu zu denen am Tisch Sitzenden. Elsa kichert, während diese Widerworte geben. Schnell beeilt sie sich gleich darauf, mit Mario Schritt zu halten, als der auf die offen stehenden Türen zutritt, die in den anschließenden Garten hinausführen, der ebenfalls für die Hochzeit geschmückt ist. Da es bereits dunkel ist, brennen hier draußen auch Kerzen, setzen alles in ein romantisches Licht.

Elsa folgt Mario, der ein wenig herumläuft, ehe er auf eine Bank zuhält, die ein Stück von den offenen Türen entfernt ist.

“Wollen wir uns hinsetzen?”, fragt er und deutet auf die Sitzgelegenheit.

Kaum, dass Elsa sich gesetzt hat, lässt er sich neben ihr nieder. Ihr Herz flattert in ihrem Brustkorb hin und her. Schon lange hat sie keine Zeit mehr mit ihm allein verbracht. Daher genießt sie es jetzt erst recht.

“Die werden auch nie erwachsen, was?”, murmelt er, während er ein Bein auf das andere Knie legt und das Fußgelenk festhält. Sein Blick ist dabei auf den dunklen Sternenhimmel gerichtet.

“Aber alle”, stimmt Elsa fest.

“Das wird wohl nie aufhören.”

Mit einem leisen Lachen stimmt Elsa zu, während auch sie aufsieht. Die Sterne überdecken den dunklen Himmel wie kleine Diamanten. Sie könnte dieses Bild stundenlang betrachten.

“Ich wusste nicht, dass du auch eingeladen bist”, gibt sie nach einer kurzen Pause von sich. “Und das, obwohl ich Izumi bei den Vorbereitungen geholfen habe. Vermutlich hat sie es mir absichtlich verschwiegen.” Kaum dass sie den letzten Satz ausgesprochen hat, presst sie die Lippen fest aufeinander. Das hätte sie nicht sagen sollen. Was denkt Mario jetzt, warum ihre Freundin das machen sollte?

“Ich wusste auch nicht, dass du kommen würdest. Aber”, nun ist es Mario, der eine kleine Pause einlegt, ehe er weiterspricht, “ich hatte es gehofft.”

Bei seiner Aussage flattert ihr Herz nur noch stärker. Es ist, als wäre es ein kleiner Vogel, der sich in ihrer Brust eingenistet hat und nun herumfliegt. Ein Lächeln erscheint auf ihren Zügen und schnell senkt sie den Kopf und blickt stattdessen auf ihre Knie.

“Wir haben uns wirklich schon lange nicht mehr gesehen.”

Das Flattern in ihrer Brust stockt. Meint er es etwa gar nicht so, wie sie es verstanden hat? Nicht auf diese Art und Weise? Vielleicht nur auf diese >Schwester meines besten Freundes<-Art?

“Dank der Aktion und unseres Sieges haben wir ja auch noch etwas vor, oder?”

Elsa steht auf dem Schlauch, als sie den Kopf wieder hebt. Was genau meint er? Haben die Kickers irgendetwas gewonnen, das sie nicht mitbekommen hat? Mario scheint ihren verwirrten Ausdruck zu erkennen, denn er schmunzelt.

“Unser”, er hebt die Hände und macht mit Zeige- und Mittelfinger Anführungszeichen, “Candle-Light-Dinner. Da sollten wir uns treffen, oder?”

Wieder nimmt Elsas Herz das Flattern auf.

“Bei mir ist es vermutlich ungeschickt. Ich wohne in einem Doppelzimmer im Studentenwohnheim.”

“Ich habe ein Einzelzimmer.” Gott, hat sie ihn etwa gerade zu sich eingeladen? Ihre Wangen werden tiefrot, zumindest müssen sie es sein, so wie sie nun glühen. Ihre Hände finden den Rand der hölzernen Sitzfläche und klammern sich darum, während sie erneut ihre Knie anvisiert.

“Können wir bei dir kochen?”

Zögerlich nickt sie. “Ich habe einen Wasserkocher und eine Mikrowelle im Zimmer. Das … sollte für die Sachen reichen, die in dem Paket waren, oder?”

“Ich denke auch, ja.”

Zwischen ihnen herrscht Stille. Als Elsa von ihren Knien minimal zur Seite schielt, erkennt sie, dass Marios Finger an seinem Knöcheln nicht stillstehen. Er wirkt nervös. Ist er etwa nervös? So wie sie?

“Sollen … sollen wir uns dann vielleicht nächste Woche schon treffen?”

Er hat gefragt. Er hat sie gefragt, ob sie beide sich treffen! Ein Date? “Ich kann. Ähm … geht es bei dir am Wochenende?”

“Ich habe am Freitagabend Training. Am Samstag ebenfalls, da hätte ich erst ab Abend Zeit. So ungefähr 19 Uhr.”

“Samstagabend passt gut, da könnte ich auch.”

“Gut. Dann komme ich zu dir. Ist 19 Uhr in Ordnung?”

Auf Elsas Nicken entkommt ihm ein erleichtertes Ausatmen, das sie wahrnimmt. Doch dann wird der flatternde Vogel erneut zum Stillstand gebracht.

“Dann können deine Freundinnen zumindest nicht sagen, dass wir ihren Gewinn nicht eingelöst haben.” Noch ehe sie etwas sagen kann, erhebt sich Mario wieder und klopft seine Hose ab. “Gehen wir wieder rein? Ich erwarte nur, dass die jemanden auf uns hetzen. Und außerdem erklingt Musik. Starten die jetzt dann mit dem Tanz?”

Elsa ist immer noch wie erstarrt. Doch Mario hat recht. Auch sie nimmt die Musik wahr. “Ja, ich denke, das ist es.”

“Das willst du sicher nicht verpassen, oder?”

Mario lächelt sie an, daher zwingt sich auch Elsa dazu, dass sich ihre Mundwinkel heben. “Ja, würde ich gerne.”

“Gut, dann gehen wir rein. Komm.”

Während sie ihm wieder ins Innere folgt, überwiegt die Enttäuschung alle anderen Gefühle. Elsa beißt sich auf die Unterlippe. Vielleicht sollte sie sich doch irgendwann eingestehen, dass da nicht mehr ist, egal wie sehr sie ihn mag. Und dieses Date, das in Wahrheit keines ist, wird sie auch überstehen. Das muss sie einfach.

Kapitel 3

Elsa sitzt an dem runden Tisch, an dem nicht nur sie, Kumiko und Reika sitzen, sondern auch noch ein paar Cousinen der Braut. Diese sind gerade alle auf der Tanzfläche, die tatsächlich vorhin mit dem Tanz des Brautpaares eröffnet worden ist, als sie mit Mario wieder hereingekommen ist. Der Daumennagel steckt zwischen den Zähnen, wird von diesen bearbeitet. Ihre Gedanken kreisen immer noch um das Gespräch, das sie mit Mario im Freien geführt hat. Das Jauchzen, der Absturz ihrer Gefühle. Zu viele Gefühlsregungen innerhalb kurzer Zeit – aber so ist das mit ihren Empfindungen für Mario schon immer gewesen. Was soll sie nur mit ihren Gefühlen machen?

“Elsa?”

Vor Schreck fliegt sie fast vom Stuhl, klammert sich gerade noch mit beiden Händen rechtzeitig an der Tischkante fest. Zum wiederholten Mal wendet sie sich dem Besitzer der dunklen und weichen Stimme zu. “Mario?”

So wie er dort steht, wirkt er hibbelig. Ist er etwa erneut nervös? “Ich wollte fragen, ob du … ähm … also ob du …” Ja, nervös, eindeutig. Fragend legt sie ihren Kopf leicht auf die Seite. Da tritt er einen Schritt auf sie zu, streckt seine Hand nach ihr aus. “Hättest du vielleicht Lust, mit mir zu tanzen?”

Und wieder wird ihr Herz zu einem Vogel. Ihr Blick liegt aus geweiteten Augen überrascht auf seiner Hand.

“Wenn du nicht magst …” Nun ist die Stimme enttäuscht und langsam sinkt Marios Hand herunter.

“Doch!” Mit dieser viel zu lauten Zusage, die zum Glück teilweise in der Musik untergeht, springt Elsa auf.

Auf den Zügen des Fragenden breitet sich ein erleichtertes Lächeln aus. Er hebt seine Hand wieder, streckt sie ihr erneut entgegen. Und als sie sie ergreift, entkommt ihm ein erleichtertes Ausatmen. Hat er etwa die Luft angehalten?

Kurz darauf stehen sie gemeinsam auf der Tanzfläche. Elsa spürt zu deutlich, dass ihre Hand in seiner liegt, seine Finger ihre umschließen. Sie spürt seine Hand an ihrer Hüfte. Und seine Schulter unter ihrer zweiten Hand. Und dann führt er sie über die Tanzfläche. Sie wusste nicht, dass er so gut tanzen kann. Zuerst reden sie kein Wort, dann schiebt sich Marios Hand ein wenig weiter auf ihren Rücken.

“Ich wollte dir eigentlich schon vorhin sagen, dass du heute wirklich hübsch aussiehst. Das Kleid steht dir”, bringt er mit leicht heiserer Stimme hervor. Als Elsa den Blick hebt und zu ihm aufsieht, bemerkt sie, dass er angestrengt an ihr vorbeischaut. Und seine Wangen haben erneut einen roten Schimmer angenommen.

“Danke”, gibt sie zurück und nimmt ihren Mut zusammen. “Du siehst aber wirklich auch gut aus. So ein Anzug steht dir.”

Auf seinen Zügen erscheint ein strahlendes Lächeln und seine Augen leuchten. Wieder festigt die Hand an ihrem Rücken den Druck, doch Elsa ist sich sicher, dass er das unbewusst macht. Doch ihr gefällt es, denn dadurch wird sie näher an ihn gezogen.

Die nächsten Minuten bewegen sie sich wieder schweigend, aber mit einem wohligen Gefühl über die Tanzfläche.

Als sich seine Finger erneut unsicher über ihren Rücken bewegen, sie regelrecht zucken, ist Elsa sich sicher, dass Mario etwas beschäftigt. Doch er sagt nichts und vermutlich ist er sich nicht einmal bewusst, was er mit seinen Fingern tut.

“Mario?”, ist es schließlich sie, die die Stille erneut unterbricht.

“E-elsa?”

Okay, etwas beschäftigt ihn eindeutig, sonst würde er nicht stottern.

“Was ist los?”

Er hält inne, nicht im Tanzen, sondern die Bewegung auf Elsas Rücken. “Ähm … ehrlich gesagt …” Die Röte auf Marios Wangen nimmt zu und er weicht ihrem Blick erneut aus. “Wegen nächster Woche … Das am Samstag … ist das einfach nur ein Treffen unter Freunden, um halt den Gewinn einzulösen? Oder ist es vielleicht sogar … mehr?”

Nun ist es Elsa, die ebenfalls erstarrt. Allerdings bleibt sie abrupt stehen, unterbricht den Tanz. Sie stehen, mitten auf der Tanzfläche, immer noch in Tanzhaltung und die anderen Paare tanzen um sie herum. Ihr Herz flattert wieder in ihrer Brust. “Was willst du?” Am liebsten würde sie sich selbst dafür auf die Schulter klopfen, wie ruhig und fest ihre Stimme klingt. Und das, obwohl die Aufregung in ihr gerade auf ein Übermaß ansteigt.

“Ich …” Marios Griffe an ihrem Rücken und ihrer Hand festigen sich erneut. “Ich würde schon gerne … also … mehr …”

Elsas Herz sprudelt über. Mehr. Ein leises Kichern entkommt ihr, woraufhin ihr Tanzpartner sie verwundert ansieht. Sie legt den Kopf leicht auf die Seite und lächelt ihn kokett an. Woher sie das jetzt alles nimmt, kann sie gerade nicht sagen. “Du willst, dass es ein Date ist? Ein Date mit mir?”

Seine Wangen werden noch dunkler. Schnell wendet er seinen Blick ab, nimmt die Schritte wieder auf, führt sie beide erneut über die Tanzfläche. Anscheinend braucht er das jetzt. “Das … will ich sogar schon ziemlich lange. Auf ein Date mit dir gehen”, murmelt er schon fast undeutlich.

“Ja?” Nun ist es Elsa, die nicht wahrnimmt, dass sich ihre Finger in seine Schulter graben. Seine auf ihrem Rücken nehmen ihre Bewegung auch wieder auf. Allerdings streicheln sie sanft und in kleinen Kreisen, entlocken ihr so eine Gänsehaut. Und dabei berührt er nicht einmal ihre Haut, der Stoff ihres Kleides ist noch zwischen ihnen.

“Ja.” Er presst die Lippen aufeinander und dann platzt es aus ihm hervor. “Ich mag dich, Elsa! Schon seit der Grundschule. Und ich habe mich nur nie getraut, es dir zu sagen. Glaube mir, das ärgert mich. Ich habe so viele Jahre vergehen lassen …”

Elsas Mund steht leicht offen und sie blinzelt ihn ungläubig an. Er hat es gesagt. Und er erwidert ihre Gefühle. “Ich … ich mag dich auch”, bringt sie hervor. “Aber ich dachte irgendwie immer … ich bin für dich eine Klassenkameradin und dazu die Schwester deines besten Freundes.”

“Elsa.” Nun ist es Mario, der sie ungläubig anblickt. “Du warst für mich immer mehr als Gregors Schwester. Für mich bist du du. Das Mädchen, das ich in der Grundschule kennengelernt habe. In das”, die Bewegung seiner Finger auf ihrem Rücken stoppt, “ich mich verliebt habe. Und jetzt bist du die Frau, für die sich meine Gefühle bis heute nicht geändert haben.”

Das … Tränen treten in Elsas Augen. Nun ist er es, der abrupt stoppt. Seine Augen weiten sich entsetzt.

“Oh Gott, ich hätte das nicht sagen sollen, oder? Oh Gott, ich bin so ein Depp! Es wäre besser gewesen, wenn ich einfach weiterhin nichts gesagt hätte und …” Sein Satz wird unterbrochen, als sich plötzlich Elsas Finger auf seine Lippen legen und ihn so vom Sprechen abhalten.

“Nein”, flüstert sie, während Tränen über ihre Wangen laufen. “Ich weine nicht, weil es so schlimm ist … Das … ach, Mario.” Sie hebt auch ihre zweite Hand zu seinem Gesicht, legt beide auf seine Wangen. “Ich freue mich. Das, was du da sagst, das will ich schon seit Jahren von dir hören. Ich habe mir nichts anderes als das gewünscht. Weil ich auch in dich verliebt bin. Seit der Grundschule. Und auch noch heute.”

Seine Augen weiten sich ungläubig. Seine Hände finden ihre Seiten, legen sich an ihre Taille. “Wirklich?”

“Ja.” Mit einem leisen Lachen nickt Elsa.

“Das bedeutet”, auf Marios Gesicht erscheint ein zufriedenes Schmunzeln, “wir haben am Samstag ein Date?”

“Oh ja, das haben wir.” Elsa nickt erneut, stimmt seiner Frage zu.

“Heißt das … dass ich bis nächste Woche warten muss?”

“Mit was?”

“Damit”, Mario lächelte die vor ihm Stehende an, “dich zu küssen …”

Und wieder nimmt Elsas Herz einen Takt zu. “Nein”, flüstert sie.

Und dann nimmt das Tempo weiter zu, denn ohne noch einmal zu warten, senkt Mario den Kopf und legt die Lippen sanft auf Elsas. Sie sind weich, warm. Und sie sowie das Gefühl, das sie auf ihren Lippen auslösen, hüllen Elsa ein. Sie nimmt die Hände von Marios Wangen, schlingt ihre Arme stattdessen um seinen Hals. Er legt seine um ihre Mitte, zieht sie eng an sich, als sie den Kuss vertiefen. In diesem Augenblick gibt es nur sie beide.

Epilog

“Na sieh einmal das an.” Kenji legt seinen Arm auf die Lehne des leeren Stuhls neben sich. Sein Blick ist mit einem breiten Grinsen auf die beiden Personen gerichtet, die gerade auf den Tisch zukommen, an dem nicht nur er, sondern auch die anderen ehemaligen Klassenkameraden sitzen.

“Ahhh, wie cool!”, kreischt Kumiko, als sie die ineinander verschlungenen Hände wahrnimmt.

“Ihr seid jetzt also ein Paar?”, fragt Reika und grinst ihre Freundin breit an. Elsas Wangen färben sich rot.

“Sieht so aus”, erklärt Mario und zieht Elsa mit zu seinem Platz. Für einen Moment zögert er, doch entscheidet kurzerhand, dass er schon genug Zeit verschwendet hat. Und so setzt er sich und zieht sie kurzerhand auf seinen Schoß. Elsa entkommt ein Quieken. Als er sogleich seine Arme um ihre Mitte legt und ihren Rücken an seine Brust zieht, seufzt sie leise und zufrieden auf. Hier ist wirklich der schönste Platz der Welt. Und sie ist froh, hier sein zu können. Endlich, nach all der Zeit.

“Wie ist das jetzt passiert?”

“War das Spiel mit ein Grund?”

“Wer von euch hat endlich den Mund aufgemacht?”

Noch während die Fragen auf das frische Paar einprasseln, tritt auch das Brautpaar an ihren Tisch.

“Euch ist klar, dass die beiden da gerade mitten auf der Tanzfläche rumgeknutscht haben?” Henry deutet auf Elsa udn Mario, deren Wangen sich augenblicklich rot färben und die allen Blicken ausweichen.

“Ihr geht ja gleich richtig ran!” Kumiko starrt ihre Freundin mit großen Augen an.

“Tja, die müssen schließlich Jahre nachholen.” Auf Aratas Aussage erklingt laute Zustimmung.

“Leute”, murmelt Mario.

“Was denn?” Henry schlägt seinem Freund die Hand auf die Schulter. “Jeder der hier Anwesenden hätte damit gerechnet, dass die erste Hochzeit, auf der wir mal sind, die von euch ist. Und das sage ich, als Bräutigam.”

“Als Braut kann ich der Aussage nur zustimmen”, fügt Izumi ihrem Ehemann hinzu.

Erstaunt mustern Elsa und Mario ihre Freunde, ehe sie schmunzelnd die Köpfe schütteln.

“Unrecht habt ihr ja nicht wirklich”, stimmt Elsa zu.

“Nein, wirklich nicht. Aber wie sagt man so schön?” Marios Finger schieben sich in Elsas auf deren Bauch. Als sie ihren Kopf dreht, sodass sie ihn anblicken kann, lächelt er sie liebevoll an. “Lieber spät, als nie.”

“Und da hast du recht”, stimmt Elsa ihm zu, während ihr Herz unglaublich schnell schlägt. Glück. Glück ist es, was alles in ihr jubeln lässt. Und er ist es, der sie glücklich macht.

“Jetzt küsst euch schon endlich”, seufzt Arata, woraufhin Elsa und Mario erneut peinlich berührt zusammenzucken. Das sind sie eindeutig noch nicht gewohnt.

“Na los jetzt. Sonst fangen wir gleich an, laut zu klatschen”, droht Reika.

“Und dann wird es jeder mitbekommen und nicht nur wir.” Kumiko hebt die Augenbrauen, während sie mit dem Zeigefinger auf das Paar deutet.

“Du hörst es …” Marios Fingerspitzen tanzen sanft über Elsas Wangen.

“Du auch, oder?”

“Oh ja.”

“Gut. Dann küss mich endlich, Mario.”

Und das lässt dieser sich nicht zweimal sagen. Seine Finger umschließen ihre Wangen und ziehen Elsa sanft zu sich, um gleich darauf ihre Lippen miteinander zu vereinen.

Elsa schließt die Augen. Genießt die Berührung, den Kuss. `Jetzt wissen es doch alle´, schießt ihr durch den Kopf, als ihre Freunde laut jubeln. Doch ihr wird eines klar. Es ist ihr völlig egal. Von ihr aus sollen es alle wissen! Endlich haben sie zueinandergefunden!
 

~Ende~
 


Nachwort zu diesem Kapitel:
Und damit ist eine weitere Geschichte beendet.
Danke an alle, die mitgelesen haben. Danke für die Kommentatoren :)

Da mein Kopf aktuell - bereits schon lange Zeit - mit anderen Projekten beschäftigt ist, verabschiede ich mich aus diesem Fandom. Es hat mir viel Freude gemacht, es mit vielen Geschichten zu füllen. Elsa und Mario werden immer meine erste Fanfiction-Pairings-Liebe sein - und nach einer langen Zeit, in der ich gar nicht schreiben konnte, haben sie mich wieder zurückgebracht.
Wer weiß, vielleicht werde ich eines Tages wieder zurückfinden. Schön wäre es.

Vielen Dank für alles.
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Kommentare zu dieser Fanfic (14)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Centranthusalba
2024-11-08T12:15:50+00:00 08.11.2024 13:15
Ach Tasha, da nimmst du ja mit einem rosaroten, Rund-um-glücklich Geschichtchen (eigentlich viel zu kurz für dich 😉) hier Abschied. 🥲
Ich würde schon sagen, dass dieses Fandom über so lange Zeit hauptsächlich von dir getragen wurde. Nicht zuletzt ist deine Chronik inzwischen Canon. 🏆

Und es ist völlig ok, hier mal länger Pause zu machen. Sich woanders Inspiration zu holen.
Irgendwann werden sich Mario, Elsa und Gregor wieder in deinen Kopf schleichen 😉
Ich Danke dir für alles 🩷
Antwort von:  Tasha88
08.11.2024 15:07
Hey :)
jaa, irgendwie schon.
ein weinendes Auge habe ich schon, sehr
Ich bin wirklich froh, dass du die Zeit - ab da, wo ich zurück war, da warst und gelesen und kommentiert hast. das war wirklich aufbauend und motivierend.
aber ja, jetzt ist die Luft hier raus.

und ... ich stimme dir zu, ohne dumm klingen zu wollen.
55 Kickers Storys - von OS zu lang. Du auch nochmal 25. Zusammen haben wir also 80 von 130 geschrieben ... (Zählung ohne Gewährt ;p)

wer weiß, ob ich mal wieder ankomme, oder ob ich wirklich fertig bin ^^

das Danke gebe ich aus ganzem Herzen zurück :)
Von:  Centranthusalba
2024-11-04T08:48:29+00:00 04.11.2024 09:48
Hmmm joa, das Date ist ja jetzt überfällig, oder? 😄
Ach so viel geflatter…. 😉
Antwort von:  Tasha88
04.11.2024 11:11
🤣🤣🤣
Ach, lass die ihr date haben 🤣🤣
Und ja, etwas geflatter 😅🙈
Von:  Centranthusalba
2024-10-27T06:37:14+00:00 27.10.2024 07:37
Ach Mario…. Du Depp! 😩
Obwohl, warte, ich muss noch mal lesen. Hmm nee, stimmt schon. Elsa sagt auch nichts in der Richtung, dass sie sich darüber freut. Das flattert zwar ordentlich in ihrer Brust, aber Mario kann das ja schlecht riechen. Dabei ist er noch der einzige der beiden, der etwas in diese Richtung sagt.
Ok, schwarzer Peter an Elsa hier.

Diese Art von Spielgewinnen kenne ich. Erst mal große Erwartungen schüren und dann die Tütensuppe rausziehen. 😂

Ob ihre Freunde an diesem Abend noch mal ranmüssen? 🤔

Antwort von:  Tasha88
27.10.2024 08:32
🤣🤣🤣
Ja, da sind wir wieder bei der Misskommunikation. Aber du weißt ja, kurze Story, das wird schnell geklärt 😜😜

Und ich finde diese Geschenke Idee so gut 🤣

Und sonst - wer weiß? 😉
Antwort von:  Centranthusalba
27.10.2024 11:34
Wie wärs mit: Viktor taucht auf und fragt sie nach einem Date? 😈
Antwort von:  Tasha88
27.10.2024 12:42
War tatsächlich auch mein Gedanke 🤣
Von:  Kyomi
2024-10-25T19:17:39+00:00 25.10.2024 21:17
Hallo Tasha 🥰

Mario und Elsa haben das Spiel gewonnen 🥰🥰🥰

Eine süße Idee mit dem Candle Light Dinner 😍😍😍

Ihre ehemaligen Klassenkameraden haben ihren Spaß, die beiden aufzuziehen 😅😅😅

Daran hat sich wohl seit der Schulzeit nichts geändert 😅

Mario und Elsa flüchten nach draußen.

Eine schöne Szene, als sie sich unterhalten 🥰

Elsas Emotionen gehen hoch und runter.

Von Schmetterlingen im Bauch bis enttäuscht.

Sie geht wohl davon aus, dass Mario dieses Candle Light Dinner erledigen will 🥺🥺🥺

Und dass sie für ihn wohl nur die Schwester seines besten Freundes ist 🥺🥺🥺

Ich bin gespannt auf das Treffen 🥰🥰🥰

Liebe Grüße

Kyomi 🥰
Antwort von:  Tasha88
26.10.2024 16:08
Hallo Kyomi :)

und wie sie das haben ^^ war zu erwarte, oder?
Unsicherheit ist trotzdem noch einige da. und schlechte kommunikation ;)

tatsächlich kommt das treffen gar nicht vor ^^ wir bleiben in der geschichte komplett auf der hochzeit ;)

liebe grüße
tasha :3
Antwort von:  Kyomi
27.10.2024 21:57
Oh, ok 😊

Dann bin ich wirklich gespannt, was passieren wird 🥰
Von:  Kyomi
2024-10-21T10:01:16+00:00 21.10.2024 12:01
Hallo Tasha 🥰

Elsa bemerkt direkt Mario's Anwesenheit 😍😍😍

Und irgendwie süß, wie sie sich hier Gedanken macht 🥰

Wie war das?

Nur Smalltalk und wirkt er echt erleichtert?

Man merkt, wie Elsa sich hier freut, mit Mario reden zu können 🥰

Dann die Idee mit dem Hochzeitsspiel.

Das scheinen die Mädels ja ganz genau geplant zu haben
😅😅😅

Elsa und Mario auf die Bühne zu schicken.

Der kurze Moment, wo Mario aufgerufen wird und Elsa denkt, dass er eine Freundin hat 😅😅😅

So gut 🥰🥰🥰

Ich bin gespannt, was da jetzt kommt.

Liebe Grüße

Kyomi 🥰
Antwort von:  Tasha88
21.10.2024 19:49
Hallo Kyomi :3

ja, zwischen den beiden ist einfach etwas ^^
und alle anderen merken das auch - daher unternehmen die endlich mal was, wenn es schon Mario und Elsa selbst nicht auf die Reihe bekommen ;p

Bis bald und liebe grüße ^^
Von:  Centranthusalba
2024-10-19T08:00:54+00:00 19.10.2024 10:00
Ähm ja, wie war das mit den Freundinnen?😂
Am Ende heiratet das Brautpaar nur wegen der beiden.😂😂😂

Elsa holt sich etwas alkoholfreies. Da dachte ich mir schon: huch, das wird dann wohl nicht mehr spaßig. Aber immerhin wird sie sich dann erinnern, was an diesem Abend geschehen ist. 😆😆😆 oh man, was haben wir mit ihr schon durch…

Ich hoffe das Spiel jetzt wird ihre ewige Denkerei stoppen 🙄. Los, Kitahara vor!
Antwort von:  Tasha88
20.10.2024 20:37
XD soweit würde ich jetzt nicht gehen, aber wer weiß XD XD

;D stimmt, alkohol :D
tatsächlich versucht elsa bei sinnen zu bleiben ^^
und jetzt überlege ich ernsthaft, wo das nochmal mit dem wein war ...
äh .. ich weiß nicht XD

ahhhh, doch !!!
aber das hatte ich nicht hochgeladen, das hast glaube nur du bekommen, gell?
müsste ich mir fast überlegen auch noch hochzuladen'
so, da muss ic hjetzt glatt noch reinlesen ;D

und wer weiß, was das spiel so macht ;p
Antwort von:  Tasha88
20.10.2024 20:54
okay, ich habs gelesen - und die geschichte finde ich immer noch gut :D
Antwort von:  Centranthusalba
20.10.2024 22:22
😆😆😆

Aber ich denke da an „wo die Liebe hinfällt“, „onenightstand“, „ein bisschen Mut“…
Elsa war oft eine Schnapsdrossel bei uns.
(Sake hüstl)
Antwort von:  Centranthusalba
20.10.2024 22:23
Oh btw. es gibt ein halbes neues Kapitel in Ganbare! 😉
Antwort von:  Tasha88
20.10.2024 22:40
:D ist sie wirklich
soll ich dir sagen, was sie am besten findet?
Kaffeelikör XD
Antwort von:  Centranthusalba
21.10.2024 08:28
👍🏻👍🏻👍🏻😁😁😁
Von:  Centranthusalba
2024-10-13T18:07:37+00:00 13.10.2024 20:07
Na, da setzt der Titel ja gleich bei der vorherigen Geschichte an. 😉

Ich war zunächst erstmal ganz froh, dass es weder Viktors noch Elsas eigene Hochzeit ist.😆
Gut, gefunden haben sich die beiden also schon. ✅
Es sind einige Freundinnen da, die entweder unterstützend oder verwirrend eingreifen könnten (bei dir weiß man ja nie 😉). ✅
Und Viktor hält sich noch versteckt.✅

Wieviele Kapitel werden es?
Antwort von:  Centranthusalba
13.10.2024 20:16
Oh, und es scheint keinen (baldigen) Ex zu geben ✅
Antwort von:  Tasha88
13.10.2024 20:35
Hey :)
oh stimmt, ist mir gar nicht aufgefallen XD
Ja, Viktor wird sich wohl noch eine Weile versteckt halten XD
eine kleine, fluffige Geschichte ohne große Irrungen und Wirrungen, versprochen ;p
Mit Pro- und Epilog 5 Kapitel insgesamt :)
Einen Ex gibt es tatsächlich nicht :)
Von:  Kyomi
2024-10-13T12:44:49+00:00 13.10.2024 14:44
Hallo Tasha 🥰

Das ist ein schöner Anfang 🥰

Mario und Elsa treffen sich auf der Hochzeit ihrer gemeinsamen Freunde wieder.

Mir gefällt Elsas Reaktion auf ihn, als sie Mario bemerkt.

Sie ist direkt weg und nimmt nur noch ihn wahr 🥰🥰🥰

Und bei Mario ist es genauso 🥰🥰🥰

Beide sind überrascht, dass der jeweils andere auch bei der Hochzeit dabei ist.

Damit haben sie wohl nicht gerechnet 😅😅😅

Ihre Freundin Izumi hat es ihr nicht gesagt, dass Mario auch eingeladen ist.

Und vermutlich hat Henry es Mario auch nicht gesagt.

Kann es sein, dass Henry und Izumi das alles so eingefädelt haben? 😅😅😅

Liebe Grüße

Kyomi 🥰

Antwort von:  Tasha88
13.10.2024 20:33
Hallo Kyomi :)

danke dir ^^
nach langer Zeit ein Treffen - gar nicht so "zufällig", wie die beiden vielleicht denken ...
Bin gespannt, wie du die GEschcihte finden wirst ^^

Liebe Grüße
Tasha


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