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SAFETY FIRST

Der Biss der Göre
von

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1.

„Ich bin zu alt für diesen Mist…“, brumme ich und lasse mich auf den Stuhl fallen. Er knirscht und knarzt. 

 

Wird echt mal Zeit, dass Chefin ein paar ihrer übrigen Budgetkronen zusammen kratzt und uns neue Bürogarnituren besorgt. Aber nein stattdessen hat sie sich selbst einen dieser Überteuerten ergonomisch höhenverstellbaren Tische bestellt und den Rest in ihre eigene Tasche gesteckt. Genau, ich meine die, die sowieso keiner nach oben stellt um im stehen zu arbeiten. Ich meine hey… macht dann auch keinen Unterschied ob ich mir einen Bandscheibenvorfall im Stehen oder Sitzen einfange?!

 

„Vorsicht!“, mahnt sie mich und wirft die blonden Haare hinter ihre Schulter, „deine Lohnabrechnung schreibe immer noch ich mein Lieber!“ 

„Das ist ja das Problem!“, bemerke ich, „Vielleicht würden nicht immer der ein oder andere Cent fehlen, wenn du mal jemanden professionelles dafür einstellen würdest du alte geizige Hexe!“ 

Meine Worte treffen sie hart, sie zuckt mit den brauen. 

„Ich kann nicht …“, seufzt sie theatralisch, „… ich muss Personalkosten einsparen!“ 

„Du spart an jeder verdammten Ecke, jetzt müssen wir schon beidseitig drucken, wenn nicht zwingst du uns das Papier nochmal in das Fach zu stecken!“ 

„Tsss…“, zischt sie schnippisch, „…du hast ja keine Ahnung was es bedeutet eine Firma am Leben zu erhalten! Alles was du kannst ist, nach nichtmal einem Tag, von jedem Clubbesitzer dieser Stadt gekündigt zu werden!“

„Oh ich glaube du hast keine Ahnung was es bedeutet diesen Job zu machen. Die Kids rauben mir den letzten Nerv. Gestern erst musste ich einen Rotzevollen Blondschopf und seinen Krawallbruder Gruftiboy auseinanderhalten, weil sie meinten sie müssen eine Schlägerei anzetteln. Anschliessend meinte eine halbstarke pinkhaarige Göre, sie muss sich auch noch einmischen und die ganze Bar in Schutt und Asche zerlegen. Ich hab mir ein dutzend Scherben eingefangen bis ich die drei Schwachköpfe an ihren Ohren aus dem Club geschliffen habe. Also entschuldige bitte, wenn ich sage ich bin zu alt für diese gottverdammten Kindergarten! Ich bin Sicherheitsmann und kein Kindermädchen!“ 

 

Tsunade verschränkt die Arme. Ich sehe ihr genau an, dass sie sich ein lachen verkneifen muss, so verstohlen, wie sie die Mundwinkel nach oben zieht. 

„Nicht?“, stichelt sie, „Ich finde du hast viel mehr von einem Kindermädchen, als du zugeben würdest…“ 

„Achhhh…“, krächze ich, „halt die Klappe!“

„Du hast Glück, Herr Haruno kommt für den Schaden im Club auf, obwohl du nicht ganz unschuldig an der Sache bist. Er kennt die emotionalen Ausbrüche seiner Tochter und die ihrer Freunde mehr als gut. Den Clubbesitzer haben wir trotzdem als Kunden verloren. Er ist vom Auftrag zurückgetreten und wendet sich an eine neue Sicherheitsfirma, deren Methoden nicht ganz so ’’rabiat’’ sind.“ 

„Ra-bi-at?“, betone ich und ziehe die Augenbrauen nach oben. 

Richtig, er meinte als er dich darauf hingewiesen habe den Teuren Whiskey nicht umzustossen, während du dem blonden eine zentriert hast, dass er Sterne gesehen hat, da hast du ihm gedroht - ich zitiere - ’’Sag mir nicht, wie ich meinen Job zu machen habe, du elende Discofox-tanzende-Pissnelke. Sag deinem DJ er soll „All Night long“ von Lionel Richie spielen, dann tanz ich die ganze Nacht auf deiner Bar und verspritze deine teure Plörre an Geringverdiener, die hier keinen Zutritt bekommen, weil das ein gottverdammter Laden für koksschnüffelnde Rich-Kids ist!“ 

 

„Hmm…“, stöhne ich, „Das klingt nicht nach mir…“ 

„Oh doch!“, Tsunade wirft mir einen Verurteilenden Blick zu, „Das klingt zu tausend Prozent nach dir und nur nach dir!“ 

„Also was ist das Problem Boss?“, gifte ich und werfe den Kopf in den Nacken. 

„Gut das du fragst. Das Problem bist du!“, „Du wirst immer gleich so emotional…“ 

Emotional?“, frage ich Stirnrunzelnd und befürchte, dass mich dieses Gespräch mehr Nerven kosten wird als ich mir ursprünglich vorgenommen habe. 

Sie nickt, „Ja, aber darum soll es nicht gehen, worauf ich hinaus will und warum ich dich ins Büro gebeten habe, Mister Haruno war begeistert davon wie wenig Schaden seine Tochter diesmal angerichtet hat…“ 

„Moment…“, unterbreche ich sie, „We-nig Schaden angerichtet?“, „Das Biest hat mir in die Brust gebissen!“ 

„In die…“, sie hustet einmal kräftig und schluckt den Lachkrampf herunter, „Bitte, wohin?“ 

„In die Gottverdammte Brust -und- in der ganzen Bar gab es nicht ein einziges Glas mehr, aus dem man hätte trinken können, ohne sich die Zunge zu Hackfleisch zu verarbeiten… und er spricht von geringem Schaden?“ 

Tsunade verfällt in Lauthalses lachen, „hat sie dir wirklich in die Brust gebissen?“ 

„Ich kündige!“, bemerke ich schnippisch und werfe meinen Dienstausweis auf den Tisch. Als ich die Türe aufreisse um zu gehen, ruft sie mich zurück. 

„Hatake, Warte! Du kannst nicht kündigen! Mister Haruno hat einen Job für dich und er hat schon im Voraus bezahlt…“ 

„Bitte?“, ich mache kehrt, „warum sollte mich das interessieren? Er hat dich und nicht mich bezahlt.“

„In gewisser Weise hat er auch dich bezahlt, denn ich bin bereit etwas davon an dich abzudrücken…“, sie sieht mich hoffnungsvoll an. 

 

„Du bist bereit etwas davon an mich abzudrücken?!“, „Wie viel?“ 

„Zehn Prozent…“, erwidert sie und verschränkt die Arme. 

Ich lache, „oh nein süße, so läuft das nicht. Ich will nicht wissen, wie viel du bereit bist an mich abzudrücken. Ich will wissen was er dir für den Auftrag bezahlt hat! Und dann verhandeln wird!“

„Puhhh…“, schnaubt sie, „Mistkerl…“

„Ja, ja du bist nicht die einzige mit einem IQ über 115. Also sag schon und hör auf herumzudrucksen!“ 

Sie wirft die Hände in die Luft, „Ist ja gut!“, „Vierzigtausend…“ 

„Vierzigtausend? Das ist lächerlich! Die Cubs bezahlen dir fast sechzigtausend wenn ich für ein Jahr ihren Türsteher spiele…“ 

„Für einen Monat!“, betont sie. 

Ich schlucke, „für einen Monat? Wo ist der Haken?“ 

„Es gibt keinen…“, murmelt sie und zieht einen Vertrag aus ihrer Aktentasche, „zehn Prozent. Also bist du dabei oder nicht?“ 

„Fünfzig!“ 

Sie lacht, „auf keinen Fall, die Ausrüstung, die Dienstwaffen, die Versicherung, die Verpflegung…“,  sie schüttelt den Kopf, „zwanzig!“ 

„Ich kann’s nicht glauben… wie lange wir uns schon kennen und du drehst noch immer jeden Cent wenn es um mich geht… ist dir unsere Freundschaft etwa nur zwanzig Prozent wert?“ 

„Ach….“, krächzt sie, „spiel nicht die Freundschaftskarte Hatake!“

Ich mache eine verspielte Umdrehung und greife nach der Türklinke, „tja, dann musst du dir wohl einen anderen dafür suchen…“ 

„Dreissig!“, ruft sie mir nach. 

Ich nicke, „Fünfunddreissig und wir sind im Geschäft liebes!“ 

„Ich hasse dich du verdammter Mistkerl!“, schnaubt sie und reicht mir die Hand in der ein Kugelschreiber liegt. 

Ich Unterschreibe den Vertrag und strecke mich selbstzufrieden, „ich rieche Geld… Geld und ein neues Motorrad!“. 

Tsunade pult den Dreck unter ihren langen roten Fingernägeln hervor und nickt gelangweilt, „das Ding fährst du doch keine zwei Monate, dann nehmen sie dir wieder den Führerschein weg, weil du mit hundert Sachen durch die Innenstadt rasen musst…“ 

„Vielleicht, aber das sind Future me Problems. Erst einmal sollte ich wissen was ich für die Kohle machen muss!? Will er ungestört in einen Nachtclub spazieren und ich halte ihm die ganzen Paparazzi vom Leib? Irgendwelche Krummen Geschäfte und ich vermöble ein paar Halbstarke die ihm Drohen? Eine kranke Affäre die ihm auflauert und Drohungen mit Lippenstift an seine E Klasse schmiert?“

„Nein, nein und nein!“, erwidert Tsunade und grinst, „Wie stehst eigentlich um deine Brust?“ 

„… geht das schon wieder los?“, bemerke ich.

„Ich schätze eine Bissschutz Weste lässt sich nicht auftreiben, aber eine Kugelsicheren sollten auch den nötigen Effekt erbringen.“

„Hä?“, stöhne ich und ziehe die Mundwinkel fragend nach oben.

Tsunade nimmt noch einmal der Vertrag zur Hand, den ich unterzeichnet hatte. Sie hält ihn ins Licht und vergewissert sich, dass alles korrekt ausgefüllt ist. 

„Sagst du mir jetzt endlich was los ist?“, fordere ich sie erneut dazu auf, mir Klarheit zu verschaffen. 

„Sicher…“, grinst sie, „Du mein lieber sollst dich für einen Monat darum kümmert, dass Miss Haruno oder die ’’pinkhaarige Göre’’ wie du sie nanntest, keinen Mist baut, während sie in die Gesellschaft und die Geschäfte ihres Vaters eingebunden werden soll.“ 

„Warte!“, rufe ich, „davon war nie die Rede!“ 

„Ohdoch, hättest du mal besser den Vertrag gelesen, als geblendet der Moneten wegen einfach deine Unterschrift darunter zu setzen!“

„Das kannst du nicht machen! Ich trete zurück!“ 

„Das geht nicht, auch das stand im Vertrag, ausser du zahlst mir das verlorene Geld aus eigener Tasche zurück?!“ 

„Miststück! Verdammtes, Geldgeiles, geiziges Miststück!“ 

Sie zwinkert mir zu, „ich liebe es, wenn du mich so nennst!“ 

„Ich korrigiere, altes, geldgeiles, geiziges Miststück!“ 

„…“, sie schnauft verärgert, doch versucht sich zu fangen, „lass uns nicht streiten! Ob du willst oder nicht aus dieser Sache kommst du nicht mehr raus, also schwing deinen süßen Hintern hier raus und schau das du die Göre in eine Zwangsjacke packst!“

„Die nächste Zwangsjacke wird für dich sein!“ 

„Rawr…“, schnurrt sie sarkastisch und macht mich dadurch nur noch rasender. 

Ich stampfe aus dem Büro und knalle die Türe hinter mir zu. 

„Ich texte dir den Wohnort über das Diensttelefon und vergiss deine Schussweste nicht!“, brüllt sie aus dem Büro, sodass ich sie zwar dumpf aber immer noch gut genug verstehen kann. 

 

Verdammte Scheisse wo habe ich mich da bloß rein geritten? 

2.

Ich stehe also vor dieser Monströsen sechzig Zentimeter dicke Zementwand, die mich und das Anwesen voneinander trennen. Mein Finger presst die Klingel und ich beuge meinen Kopf zum Lautsprecher als die Worte „Autorisieren“, von einem sichtlich gelangweilten Sicherheitsmann gesprochen werden. Ich muss sofort an Kenji denken. Er war der schlechteste unter uns, deshalb bekam er von Tsunade immer nur die langweiligsten Aufträge, bei denen er nichts vermasseln konnte. Zum Beispiel an einem Schalter in der Tiefgarage zu sitzen. Der Typ hinter der Anlage könnte also genauso gut Kenji sein. Liebend gerne würde ich den Witz bringen, den wir unter uns Kollegen immer in den Raum warfen, wenn wir etwas langsamen einen Namen geben wollten und es deshalb als „Kenji“ betitelten. Aber den Witz würde die Schlaftablette nicht verstehen, deshalb verkneife ich ihn mir. 

 

„Kakashi Hatake“, sage ich und grinse in die Kamera rechts oben. 

„Nehmen sie die Maske herunter!“

Ich seufze, „muss das sein?“

„Maske runter!“, brüllt er sichtlich angespannt. 

„Ist ja gut, locker bleiben. Es ist im Grunde nur der Kragen meines Pullovers!“ 

„Es ist mir egal was es ist runter damit, Gottverdammt!“ 

Ich reisse den Pulli herunter und hebe die Hände spöttisch, „Schon gut, nicht schiessen! Ich schwöre ich bin unbewaffnet!“

„Haha…“, krächzt der Typ hinter der Sprechanlage, „und was ist in dem Koffer den sie bei sich tragen?“ 

Ich grinse, „Waffen!“ 

„Sie nehmen mich wohl auf den Arm!“ 

Zur Veranschaulichung hebe ich den schwarzen Koffer und öffne ihn, „ganz und gar nicht. Waffen!“, präsentiere ich. 

„Sie wollen mich wohl verarschen?! Sie setzen hier keinen Fuß rein!“ 

„Nein?“, schmolle ich, „…tja…das ist dann wohl ein Problem, denn ohne meine Ausrüstung kann ich meinen Job nicht richtig machen!“ 

„Welcher Job?“, brüllt er ins Mikro. Der schrille Ton kratzt in meinem Gehör und lässt mich die Zähne zusammenbeissen. 

Es knirscht und knattert, dann fällt etwas hinter der Sprechanlage um. 

„Verdammt Takuto, dass ist der neue Bodyguard von der Tochter des Bosses! Lass ihn rein oder er macht uns zwei Köpfe kürzer!“ 

„Waaaaas? Shit, dass hat mir keiner gesagt!“ 

„Das habe ich, du hast nur wieder Camgirls angegafft und mir nicht zugehört!“  

„Was?! Niemals! Ich bin ein verheirateter Mann!“, verteidigt er sich. 

„Genau! Was würde Hinako wohl davon halten, wenn ich ihr erzähle das du deinen halben Monatslohn für einen Hösschentanz verprasselst!“ 

HÖ-HÖSSCHENTANZ!? UNERHÖRT, ICH WEISS JA NICHTMAL WAS DAS IST!“ 

„Ja, ja sicher, dein Webverlauf sagt etwas anderes. Was hast du das letzte mal in den Live Chat geschrieben? Ich zitiere: ’’ohh bitte CuteBunnyMoon88 tanz im rosaroten Hässchenschlüpfer, ich liebe es, wenn du diese anmutigen Bewegungen mit dem Bommel Schwänzchen für mich hinlegst!“, und dann hast du nochmal weitere 15 Coins hoch geladen, damit sie den Schlüpfer ganz fallen lässt!“ 

Es rumpelt und raschelt erneut, fast so als würde ein Bürostuhl umfliegen. Ich muss mir ein Lachen verkneifen, so sehr ich mir wünschte Live bei diesem Film dabei sein zu können, muss ich mich damit zufrieden geben es als Hörbuch über die Freisprechanlage zu verfolgen. 

„Hallo!“, brüllt Takuto nun durch die Sprechanlage. Ich hebe mir die Ohren zu. 

„Ja…?“, krächze ich. 

„Sind sie noch da? Was genau haben sie eben mitbekommen? Vergessen sie alles und ich lasse sie rein! Melden sie sich direkt bei Mister Haruno. Er erwartet sie.“

Das riesige Tor bewegt sich zur Seite und gewährt mir Einlass. 

 

Herrgott, wann habe ich das letzte mal so ein Anwesen gesehen? 

Richtig. Noch nie! 

Ich bin begeistert. Überall spritzt es aus Sprinklern, der Rasen ist unnatürlich grün, so als hätte ihn jemand angemalt. Ich suche den Garten nach einem Karten-Soldaten ab, wie aus Alice im Wunderland, der einen Eimer Farbe und Pinsel bei sich trägt. Natürlich finde ich nichts und die Fantasie geht wieder einmal mit mir durch. Da sind Brunnen und Rosen und Himmel ich glaube dieses Anwesen hat ein eigenes Ökosystem. Anders kann ich mir die herumschwirrenden Bienen im Herbst nicht erklären. Würde mich nicht wundern, wenn sogar der Rasen beheizt ist. Zierkirschen blühen überall wo ich auch hinsehe. Ich laufe durch einen kleinen Irrgarten, und stosse beinahe beim gaffen eine der Engels-Marmorfiguren um. Eilig stelle ich das Ding wieder auf. Erst als ich loslasse fällt mir auf, dass ich eine Hand des Engels in meiner halte. 

 

Fuck, fuck. Der verdammte Engelsarm ist abgebrochen…

 

Ich huste theatralisch und lasse die Hand auf den Kies fallen, dann schabe ich mit den Beinen und bedecke das abgebrochene Stück mit Steinen. Eilig peile ich die Eingangstüre der Villa an und lege den Koffer ab. Es gibt nur eine Klingel, die ich betätigen kann und auf dieser steht der Name „Haruno“. Ich drücke sie. Die Türe öffnet sich keine fünf Sekunden später und eine Magd in Traditioneller Haushaltskleidung begrüßt mich mit einer flüchtigen Beugung.

„Mein Name ist Miyako und im Namen des Haruno Clans begrüße ich sie auf unserem Anwesen!“ 

Ich nicke und beuge mich ebenfalls, „Kakashi Hatake, ich bin der neue Sicherheitsbeauftragte von Miss Haruno!“ 

Sie schiebt ihre altbackene Runde Brille auf den Nase nach oben und räuspert sich, „Sicher, bitte folgen sie mir! Sie werden bereits erwartet!“ 

 

Es duftet nach Kirschblüten und Vanille. Ich werde den Geruch nicht los, seitdem ich einen Fuß in dieses Schloss gesetzt habe. Ich frage mich woher, der Duft kommt, da spritzt es mir direkt ins Gesicht. Das zeug klebt an mir und brennt in meinen Augen wie Feuer. Ich habe das Gefühl als werde ich von Kirschblüten und Vanille attackiert. 

„Verdammte Scheisse…“, fluche ich und reibe mir die Augen. Natürlich mache ich es nur schlimmer. 

„Oh…“, stöhnt Miyako, „sie müssen entschuldigen wir haben die Duftspender im ganzen Anwesen verteilt und manchmal sprühen sie genau in dem Augenblick, in dem man an ihnen vorbeiläuft. Ich als Brillenträgerin habe zumeist keine Probleme, aber die anderen wurden auch schon mit dem unangenehmen brennen bekannt gemacht!“ 

„Brennen?“, rufe ich, während meine Augen in tränen versinken, „das ist noch untertrieben das Zeug brennt wie die verdammte Hölle in meinen Augen!“, „Wieso Gottverdammt verteilt man das Zeug auch im ganzen Haus?“

„Hmkrm….“, die Dienstmagd räuspert sich, „wir machen hier keine Scherze über Gott…“, tadelt sie mich. 

„Ich mache auch keine Scherze! Es ist mir Todernst! Ich wette der Teufel bestraft die ungehorsamen mit einem Bad aus Kirschblüten und Vanille, damit sie darin jämmerlich verduften!“

„Ja…“, sie knirscht verärgert mit den Zähnen, „wirklich witzig ihre Wortspiele, aber wie bereits erwähnt wir machen hier keine Scherze über Gott, den Teufel. Schon gar nicht nehmen wir schmutzige Worte in unseren Mund…“

„Ist ja gut!“, brülle ich, „geben sie mir etwas für die Augen, wenn sie nicht wollen das ich erblinde!“ 

Einen kurzen Augenblick später reicht sie mir ein feuchtes lauwarmes Tuch, was ich mir ins Gesicht klatsche. Das Gefühl lässt mich aufstöhnen und ich wische mir die verätzten Stellen damit sauber. Sofort entspannen sich meine Sehmuskeln und auch das höllische jucken und brennen hört auf. 

„Danke!“, erwidere ich und Atme auf. 

„Schon gut…“, antwortet sie trocken und winkt mich die Treppe hinauf, „hier entlang Mister Hatake. Der Hausherr erwartet sie bereits!“ 

 

Ich sitze auf einem zehntausend Kronen Designerledersessel. Das weiß ich nur weil meine Exfreundin Rin einmal eine Fälschung davon in unserer alten Wohnung gekauft hat. Ich meinte groß Töne spucken zu müssen und sie davon zu überzeugen, dass ich ihr das Original kaufen würde. Nachdem ich den Preis gesehen habe, hat mein Herz augenblicklich aufgehört zu schlagen und ich habe mich bereits meine lebenserhaltenden Organe verkaufen sehen, um an die nötigen Kronen zu gelangen um das Teil bezahlen zu können. Aber hey, wer hätte das gedacht jetzt sitze ich hier. In einem Gottverdammten Original. Und ja. Ich sollte mich wirklich darin üben weniger Gottverdammt zu sagen und zu denken! …Gottverdammt. 

 

Ich schaukle in dem Stuhl hin und her und betrachte das Regal voller Bücher, deren Rücken zwar gut erhalten, aber auf ältere Sammlerstücke hinweisen. Ich frage mich ob ich ein paar davon einstecken kann und ob sie mit kriegen würden, wenn ich sie stehle. Jedenfalls bis ich damit die Mauer überquere, bevor Wannabe—Kenji beziehungsweise Takuto den Knopf für den Alarm auslöst. Ich entscheide mich dagegen. Das Geld für den Auftrag als Babysitter erscheint mir als einfacher verdient. 

Obwohl.

Meine Brust beginnt augenblicklich zu zucken und ich erinnere mich an den Biss den mir das Biest zugefügt hat. 

Pinkizilla

Taufe ich sie in meinen Gedanken. 

 

Die Türe zum Büro wird geöffnet und ein Mann in einem braunen Smoking betritt den Raum. Mit jedem Schritt strahlt er Autorität und Macht aus. Obwohl er sich nicht vorgestellt hat weiß ich sofort, dass es sich hier um den Clan Oberhaupt Mister Haruno höchst persönlich handelt. 

„Mister Hatake!“, begrüsst er mich und gleitet in den Lederstuhl hinter dem Schreibtisch. Ich nicke und beuge mich höflich. 

„Wie ich sehe haben sie dem Auftrag zugestimmt?!“ 

Ich beisse mir auf die Zunge ehe ich etwas sarkastisches hervorbringe. Anstelle dessen antworte ich, „Ja, ich fühle mich geschmeichelt, mich in meinem tun ihnen gegenüber bewiesen zu haben! Das sie mich als Bodyguard für ihre wundervolle Tochter angeheuert haben ist mir eine Ehre!“

Ich bin selbst überrascht wie einfach mir die Lüge „wundervoll“ über die Lippen gleitet. Ich glaube mir fast selbst. 

Er lacht, „sie wählen zahme Worte, aber glauben sie nicht ich kenne meine Tochter nicht! Sie ist alles andere als zahm. Meine Frau ist bereits Tod, doch erinnere ich mich an ihre Worte, als sie zu ihrer Geburt sagte, dass Sakura genauso kräftig werden würde, wie sie während der Schwangerschaft getreten hat!“ 

Ich räuspere mich, „in der Tat, ihr schlag trifft wie ein Hammer auf einen Nagel…“,

Wenn er dabei vorher die ganze Wand zertrümmert hat. 

Ergänze ich in Gedanken. 

Meine Brust zuckt wieder und erinnert mich daran, dass Pinkizilla nicht nur alles Zertrümmert sondern auch zubeisst wie ein Piranha. 

 

Pinkiranha

Pinkizilla

Verdammt jetzt kann ich mich gar nicht entscheiden was von beidem besser zu ihr passt. 

 

„Nun, wir haben eine kleine Anliege Wohnung, welche Sie für den Zeitraum von einem Monat beziehen dürfen. Sie besitzt zwar eine Küche, jedoch würde ich es begrüssen, wenn Sie sich den Mahlzeiten meiner Tochter anschliessen und sonst auch zu Tageszeiten nicht von ihrer Seite weichen. Ich wünsche, dass Sie sie zu den Geschäftsessen und sonstigen Beruflich bedingten Veranstaltungen begleiten. Sakura handelte meist sehr unverantwortlich, kam im Rauschzustand und zeigte sich den Geschäftskunden gegenüber von ihrer schlechtesten Seite. Ich wünsche das Sie sich ihrer Verantwortung meines Lebenswerks bewusst wird und es nicht mit Füßen tritt. Auch deshalb weil sie es eines Tages als meine alleinige Tochter weiterführen soll. Außerdem möchte ich das Sakura sich einen geeigneten Partner für die Ehe auswählt. Die Söhne meiner treuesten Partner sind zu den Gala Abenden eingeladen, sodass sie sich für den besten unter ihnen entscheiden kann. In dieser Zeit erwarte ich von ihnen, dass Sie sie im Zaum halten, sie haben bewiesen dass sie es können. Ich wünsche keine alkoholisierte, mit blauen flecken übersäte Göre. Halten Sie sie von den Schlägereien fern, die sie und ihre Freunde ständig anzetteln und falls es jemanden gibt der schlechten Einfluss auf sie verübt scheuen sie nicht davor ihn für mich loszuwerden. Seien sie sich bewusst sie wird Sie ablehnen. Mit jeder Faser wird sie ihre Geduld auf die Probe stellen, doch gewinnen sie ihr Vertrauen, sodass sie auf Sie hört!“ 

Ich nicke, „jawohl, seien sie unbesorgt. Ich habe die letzten Jahre zwar nur als Türsteher gearbeitet doch war ich einst Sicherheitsbeauftragter bei der Anbu. Ich weiß was es bedeutet einen Job sauber und verantwortungsbewusst auszuüben! Die Sicherheit steht an erster Stelle. Ich werde mich um ihre Tochter kümmern!“

Er nickt und lächelt, „ich wusste doch, dass ich mit ihnen einen Profi am Werk habe!“ 

 



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Kommentare zu dieser Fanfic (1)

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Von:  Yukiho
2025-05-09T21:28:02+00:00 09.05.2025 23:28
Der Auszug ist schon legendär, allein dafür schau ich rein.


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