Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk
Es scheint, als würde nach Monaten endlich wieder die Sonne scheinen. Die Kirschblüten wachsen dieses Jahr besonders prächtig. Ich habe genug Zeit, mir die Natur im Frühling anzuschauen Unser Haus, in dem meine Familie und ich leben, steht nämlich abseits der Stadt. Ich habe noch etwa eine halbe Stunde zu laufen, bis ich zu Hause angekommen bin. Das ist auch gut so, denn dadurch bekomme ich meinen Kopf nach der Schule frei.
„Mona Lisa!“ höre ich plötzlich in der Ferne rufen. Damit bin wohl ich gemeint. Eigentlich heiße ich nur Mona, aber es gibt eine Person, die mich immer Mona Lisa nennt: Himari. Sie ist Japanerin und arbeitet als Fotografin. In der Nähe besitzt sie eine kleine Ferienhütte. Wir sind quasi Nachbarn... nein, mehr noch: Wir sind beste Freundinnen!
„Mona Lisa, komm schnell! Ich möchte ein Foto von dir machen, wie du auf dem Kirschbaum sitzt. Das wird ein super Bild!“, ruft Himari wieder. Eigentlich lebt sie in Japan, aber weil ihr die Landschaft hier so gut gefällt, hat sie sich eine Hütte gekauft, um immer mal wieder herzukommen. Meine Mutter kümmert sich um die Ferienhütte, wenn Himari in Japan ist.
„Ah, du bist ja wieder bei uns!“, schreie ich glücklich zurück.
Sofort renne ich los und werfe meinen Schulranzen ins Gras, um schneller bei ihr zu sein. Da steht sie. Unter einem Baum, mit Fotoapparat in der Hand und perfekt gestylt. Ja, man merkt, dass sie aus einer Großstadt kommt! Ich dagegen bin eher in unauffälligen Grautönen gekleidet. Ich umarme sie so fest, dass wir beide fast umfallen. Wir kichern und bringen uns gegenseitig auf den neuesten Stand.
In Japan ist gerade das Kirschblütenfest, erzählt sie. Eigentlich ist es ein wunderschönes Fest, aber auch hektisch... überall sind Menschen unterwegs. Deshalb lassen sich hier in Deutschland viel schönere Fotos schießen, meint sie.
Als ich das höre, klettere ich auf einen Kirschbaum und fange an zu posieren. „So schöne Fotos hättest du in Japan nicht machen können!“, lache ich zu meiner Freundin. Dabei vergesse ich völlig, dass ich eigentlich wie eine graue Maus gekleidet bin.
Himari grinst. „Da hast du recht, Mona Lisa, dein Lächeln ist einmalig!“
Wieder fangen wir an zu lachen.
Vom Baum aus entdecke ich eine Picknickdecke auf der Wiese. „Ah, da hat es sich Himari aber schön gemacht“, denke ich und klettere wieder herunter.
„Schau, ich habe Süßigkeiten aus Japan mitgebracht. Probiere sie mal, man nennt sie Mochi“, erklärt meine Freundin, und wir setzen uns auf die Decke.
Ich nehme einen Mochi in die Hand und begutachte ihn. Er ist klein und rund. Himari fügt hinzu, dass es sich dabei um japanische Reiskuchen handelt. Zögerlich stecke ich mir den wackeligen Minikuchen in den Mund, erstaunlich lecker und süß! Sofort schnappe ich mir noch einen, ohne zu fragen.
Himari lacht schmunzelnd. „Ich wusste doch, dass du Süßigkeiten liebst.“
„Aber klar doch!“, stimme ich schmatzend zu.
Der Wind bläst uns pinke Kirschblütenblätter ins Haar, und wir lachen wieder glücklich.
„Mona Lisa, du hattest doch Geburtstag, oder?“, fragt mich Himari.
Ich nicke.
„Das habe ich natürlich nicht vergessen. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte. Aber wir können nachträglich feiern! Ich habe später ein Geschenk für dich!“, sagt sie.
Ja, ich wurde vor einem Monat 17 Jahre alt. Wie die Zeit vergeht! Bald habe ich meinen Schulabschluss, aber ich weiß noch nicht genau, was ich danach machen soll.
Himari scheint zu bemerken, dass ich nachdenklich bin. „Bevor ich meinen Traumberuf als Fotografin gefunden habe, wusste ich auch nicht, wo mein Platz auf dieser Welt ist“, sagt sie und steht auf.
Langsam verdecken Wolken die Sonne, und unser schönes Plätzchen verliert seine Gemütlichkeit. Himari packt ihre Sachen zusammen, und ich helfe ihr dabei. Dann blickt sie auf ihr blaues Motorrad, das hinter einem Busch steht, und fragt mich, ob ich eine Runde mitfahren möchte.
Beeindruckt stimme ich zu und hole schnell meinen Schulranzen. Als ich ihn mir über die Schultern werfe, rollt Himari bereits langsam mit ihrem Motorrad auf mich zu. Sie reicht mir einen Helm, den ich vorsichtig aufsetze. Er ist weiß mit roten Streifen an den Seiten. Richtig cool!
Etwas ängstlich setze ich mich hinter Himari und klammere mich an ihr fest.
„Geht es jetzt los?“, stottere ich.
„Du wirst dich an die Geschwindigkeit gewöhnen“, meint sie und drückt aufs Gas.
Sie hat recht. Anfangs habe ich noch Angst und schließe meine Augen, aber nach einer Weile beginne ich, die Fahrt zu genießen. Der Wind weht durch mein Haar... es fühlt sich herrlich an!
Bisher durfte ich erst zweimal mitfahren: Das erste Mal war eine spontane Rettungsaktion... ...ich hatte verschlafen, und Himari fuhr mich schnell zur Schule, damit ich den Unterricht nicht verpasste. Das zweite Mal war geplant. Sie hatte extra einen Helm für mich gekauft, und wir fuhren gemeinsam in die Stadt, um neue Klamotten zu kaufen.
Ich weiß nicht, wohin wir heute fahren, aber der Weg kommt mir bekannt vor.
Dann erinnere ich mich: Sie fährt uns auf einen Berg. Dort haben wir uns das erste Mal getroffen. Vor etwa vier Jahren. Damals war Himari noch keine Fotografin. Erst als sie in Deutschland Fotos machte, wurde sie mit ihrer Kunst erfolgreich.
Meine Vermutung stimmt: Der Berg ist bereits in Sichtweite. Himari zeigt mit dem Finger darauf. Sie fährt langsamer, denn der Weg ist holprig. Die Straße hat bessere Zeiten gesehen, aber es ist nicht mehr weit.
Auf dem Berg steht ein alter Turm. Oder eher das, was davon übrig ist.
Als wir ankommen, laufen wir um die Ruine. Himari sagt leise: „Die Fotografien, die ich von diesem Turm gemacht habe, haben mich in Japan berühmt gemacht. Ich bin ihm so dankbar.“
Es ist bereits dunkel geworden, und die Silhouette der Ruine lässt nur noch erahnen, wie der Turm vor Hunderten von Jahren einmal ausgesehen hat.
Schweigend beobachten wir ein Eichhörnchen, das auf den zerfallenen Steinen klettert.
Dann schlucke ich und sage: „Ich bin dir auch dankbar. Hier auf diesem Berg haben wir uns kennengelernt. Damals wussten wir nicht, dass wir beste Freundinnen werden würden. Zusammen haben wir so viele schöne Erlebnisse gehabt!“
„Mona“, sagt sie plötzlich. So hat sie mich noch nie genannt... ich war immer ihre Mona Lisa.
„Mona…“, fährt sie fort. „Ich bin dieses Mal nicht nach Deutschland gekommen, um Fotos zu machen. Sondern um dich um etwas zu bitten.“
Ich bin gespannt. Wie kann ich ihr helfen?
„Ich wurde als Fotografin gebucht. Für etwas ganz Besonderes! Ich soll Fotos von Events in ‚The World‘ machen, einem Computerspiel, das Millionen Menschen spielen. Um an den Events teilzunehmen, muss meine Spielfigur aber stärker werden. Und dafür brauche ich deine Hilfe.“
Meine Augen funkeln. Dann werde ich traurig. „Himari, ich würde dir gern helfen, aber ich kann mir ‚The World‘ leider nicht leisten.“
Himari grinst. „Mach dir da mal keine Gedanken. Ich habe doch gesagt, dass ich ein Geschenk für dich habe.“
Sie hält mir eine VR-Brille entgegen.
„Alles Gute nachträglich zum Geburtstag!“
Ich bin sprachlos. Schon jetzt freue ich mich auf all die Abenteuer, die wir gemeinsam in „The World“ erleben werden.
The World
Rrrrrt Rrrrrt Rrrrrt***
Ein surrendes Geräusch ertönt.
Wann bin ich eingeschlafen?
Langsam öffne ich meine Augen und sehe die Sonnenstrahlen, die in mein Zimmer scheinen. Es ist vermutlich noch früh am Morgen.
Rrrrrt Rrrrrt Rrrrrt***
Ich liege in meinem Bett, noch müde, und reibe mir mit geballten Fäusten die Augen. Dabei gähne ich und bemerke das Zwitschern von Vögeln. Verträumt schaue ich in Richtung Fenster... Spatzen sitzen auf dem Fensterbrett und begrüßen singend den Morgen.
Rrrrrt Rrrrrt Rrrrrt***
Ich beobachte, wie die Vögel umherflattern. Am liebsten würde ich einfach weiterschlafen, aber dieses verdammte Handy hört einfach nicht auf zu klingeln. Oh nein, habe ich verschlafen?
Nein. Ich erinnere mich! Heute ist Samstag. Keine Schule! Erleichtert greife ich nach meinem Handy und schalte den Wecker aus.
Ich lege es zurück auf meinen Nachttisch. Meine Augen fallen fast wieder zu, doch dann fällt mein Blick auf eine klobige Brille ohne Gläser, die auf dem Tisch liegt. Ach ja! Das hätte ich ja fast vergessen... mein Geburtstagsgeschenk von Himari!
Mit dieser Brillen-"Konsole" kann ich eine virtuelle Welt betreten.
Diese Welt heißt The World. Himari hat mir gestern Abend sehr viel darüber erzählt. Sie ist in dieser Welt als Eventfotografin tätig und benötigt meine Unterstützung.
Oh ja, gestern Abend war es richtig lustig! Wir haben in ihrer Ferienhütte meinen Geburtstag nachträglich gefeiert. Es wurde ziemlich spät, bis ich nach Hause gegangen bin. Aber jetzt bin ich bestens informiert und weiß, wie ich ihr in The World helfen kann.
Mein Zimmer ist in helles Morgenlicht getaucht, und meine Gedanken an die virtuelle Welt bringen mich dazu, aufzustehen. Ich muss die Brille jetzt unbedingt ausprobieren. Mit einer Taste an der Seite starte ich sie.
Ich setze sie auf... und sehe plötzlich nur noch eine weiße Fläche. Mein Zimmer ist verschwunden. Es fühlt sich an, als würde ich in einem endlosen, leeren Raum stehen.
Dann erscheinen mehrere Symbole vor mir. Eins davon sieht aus wie ein Brief und leuchtet rot. Eine kleine „1“ prangt darauf! Eine neue Nachricht? Neugierig öffne ich sie.
Der Name des Absenders springt mir sofort ins Auge. Natürlich. Wer auch sonst? Die E-Mail ist von Himari.
Hallo Mona Lisa,
Wenn du das hier liest, gehe ich davon aus, dass du die neue Brille ausprobierst. Ich hoffe, sie gefällt dir! Alles Gute noch mal zum Geburtstag!
Gestern habe ich dir gesagt, dass ich sehr früh losfahre, um meinen Flug nach Tokio nicht zu verpassen. Deshalb werden wir uns erst mal nicht sehen. Aber keine Sorge! Wir treffen uns in The World!
Erstelle dir ruhig schon mal eine Spielfigur.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Erkunden und bis dann!
Deine Himari
Dann kann es ja jetzt losgehen! Aufgeregt tippe ich auf das Symbol mit der Aufschrift The World.
Ein neues Fenster erscheint und ich kann meine Spielfigur erstellen! So werden mich also die Millionen anderer Spieler in der virtuellen Welt sehen.
Zuerst muss ich mich für eine Klasse entscheiden! Also eine Art „Beruf“ innerhalb des Spiels. Ich entscheide mich für eine Magierin.
Nun kann ich mein Aussehen anpassen. Ich wähle dunkelbraune Haare und dazu passende braune Augen. Meine Hautfarbe bleibt hell, und als besonderes Merkmal verpasse ich meiner Figur mintfarbene Tattoos auf den Wangen. Meine Magierrobe bekommt ebenfalls eine mintgrüne Farbe.
Jetzt fehlt nur noch ein Name.
„Moooona! Mona, Schatz!“ höre ich plötzlich rufen.
Ist das im Spiel?
„Mona, Schatz! Wir wollen frühstücken! Hilf mir bitte bei der Zubereitung!“
Nein, an der Stimme erkenne ich sofort, dass es meine Mutter ist. Kurz darauf klopft sie auch schon an meine Zimmertür.
Seufzend setze ich die Brille ab und finde mich wieder in meinem Zimmer wieder. Ich öffne die Tür... und meine Mutter drückt mir eine Kochschürze in die Hand.
„Komm schon, zieh die Schürze an und hilf mir in der Küche.“
Leicht genervt binde ich mir die blaue Kochschürze um und folge ihr. In der Küche schneiden wir frische Tomaten klein und unterhalten uns.
Eigentlich würde ich viel lieber mein Computerspiel ausprobieren, aber meine Mutter liebt es zu kochen und noch mehr liebt sie es, wenn ich ihr dabei helfe. Wir reden über den gestrigen Tag, und ehe ich mich versehe, ist das Frühstück fertig.
Es gibt Omelett mit Tomaten. Die Eier sind von unseren eigenen Hühnern, die Tomaten haben wir selbst angebaut. Es schmeckt köstlich.
Ich lebe alleine mit meiner Mutter in unserem Haus. Geschwister habe ich keine, und meinen Vater kenne ich kaum... er hat uns schon kurz nach meiner Geburt verlassen. Ich habe keinen Kontakt zu ihm. Aber mit meiner Mutter verstehe ich mich gut und wir unterstützen uns gegenseitig.
„So, Mutti, jetzt muss ich aber wieder in mein Zimmer. Ich teste dort mein Geburtstagsgeschenk von Himari.“
Sie nickt mir zu und beginnt mit dem Abwasch.
Schnell renne ich in mein Zimmer und setze die Brille wieder auf.
Jetzt fehlt nur noch ein Name für meine Spielfigur.
Mochi! Das wäre doch ein passender Name.
Ich tippe ihn ein... doch eine Meldung erscheint: „Dieser Name ist bereits vergeben.“
Schade. Dann eben mit einer kleinen Abwandlung. Ich füge „Li“ hinzu, wie in Mona Li-sa.
Mochi Li.
Perfekt! Der Name ist noch frei.
Plötzlich werde ich von einem hellen Licht umhüllt. Meine Spielfigur erscheint. Es fühlt sich an, als würde mein Bewusstsein direkt in diese Gestalt übertragen.
Als das Licht verschwindet, finde ich mich in einem düsteren Raum wieder.
Er sieht aus wie eine alte Kirche... es ist dunkel und kalt. In der Mitte des Raumes schwebt eine blaue Lichtkugel, um die sich ein goldener Ring dreht.
Ich erinnere mich daran, dass Himari mir davon erzählt hat, mit dieser Lichtquelle kann man sich an verschiedene Orte teleportieren. Andere Spielfiguren treten in das Licht und verschwinden.
Mit großen Augen schaue ich mich um. Ich bemerke eine große Tür und laufe langsam darauf zu. Dabei beobachte ich die anderen Spieler.
Viele von ihnen tragen Magierstäbe oder Schwerter. Sie bilden Gruppen und scheinen sich zu besprechen, vermutlich planen sie gemeinsam einen Dungeon-Ausflug.
Dungeons sind gefährliche Gebiete, in denen man gegen Monster kämpft, um sein Level zu erhöhen und neue Ausrüstung zu bekommen.
Ich bin noch ein Neuling, also kein Dungeon für mich. Erst mal will ich mir die Hauptstadt Mac Anu ansehen.
Als ich die Tür öffne, sehe ich die Stadt zum ersten Mal.
Die Häuser sind in warmen Brauntönen gehalten, während der Himmel in einem goldenen Orange erstrahlt. Der Sonnenuntergang taucht die Stadt in ein wunderschönes Licht.
Zeit für einen Stadtbummel!
Ich schlendere durch die Gassen. Überall stehen Händler und bieten ihre Waren an. Mehrmals überquere ich Brücken und das Wasser darunter glitzert in der Abendsonne. Es fühlt sich fast an, als wäre ich in Venedig.
Plötzlich tritt mir ein kleiner Kerl in den Weg.
Mit ausgebreiteten Armen blockiert er meinen Durchgang.
„Langsam, langsam! Ich habe bestimmt etwas, das dir gefallen könnte.“ brüllt er mich an.
Er trägt ein überdimensionales Schwert auf dem Rücken. Bis auf seinen roten Umhang sind seine Klamotten in Schwarz gehalten, und seine stachelige Frisur erinnert mich an einen Anime-Protagonisten.
„Schau doch mal, ich verkaufe verschiedene Grountys. Diese kleinen, schweineähnlichen Tiere kann man aufziehen. Sollte man das gut tun, wachsen sie zu starken Reittieren heran.“ fügt er hinzu.
Die Grountys sind wirklich zuckersüß, aber momentan habe ich kein Geld, um mir eins zu kaufen. Daher antworte ich:
„Ich bin hier noch ganz neu und besitze nichts, um mit dir einen Handel einzugehen.“
Der Kerl senkt seine Arme und nimmt mich sanft an den Händen.
„Ach so ist das? Dann zeige ich dir am besten, wie man in The World Geld verdienen kann.“ sagt er fröhlich und zerrt mich in die Richtung, aus der ich gekommen bin.
Dabei erklärt er mir, dass man in Dungeons Gegenstände erhalten kann, die man anschließend verkaufen kann. Außerdem gibt er mir eine ausführliche Einführung ins Handeln. Es scheint, als wäre das seine große Leidenschaft.
Er führt mich zurück in den Raum mit der blauen Lichtkugel.
„Jetzt schicke ich dir eine Freundschaftsanfrage. Wenn du sie annimmst, kannst du mich in deine Gruppe einfügen. Zusammen können wir dann in einen Dungeon.“ erklärt mir der Kerl.
Tatsächlich! Eine Freundschaftsanfrage von Kyo wurde an mich geschickt. So heißt der Winzling also.
Ich nehme an und füge ihn in meine Gruppe hinzu. Eigentlich sollten Gruppen immer aus mindestens drei Spielern bestehen, wie mir Himari erklärt hat. Aber Kyo hat ein sehr hohes Level... das könnte auch zu zweit klappen.
Zusammen treten wir in die Lichtkugel, und eine Schrift erscheint:
Player:
Mochi Li: Wavemaster Lv. 1
Kyo: Heavy Blade Lv. 54
Level 1 Dungeon: Verlassene Geistergrotte
Quest: Besiege das Bossmonster
Die Vorbereitung auf den Dungeon
Ein kalter Windhauch weht mir entgegen, als sich das Licht der Teleportation auflöst. Ich trete vorsichtig einen Schritt nach vorne. Der Boden unter mir ist feucht und uneben.
„Willkommen in der Verlassenen Geistergrotte!“ ruft Kyo begeistert und breitet die Arme aus, als wäre er stolz auf diesen schaurigen Ort.
Ich sehe mich um. Die Höhle ist riesig, ihre Wände sind von dunklem Moos überzogen, und überall tropft Wasser von der Decke. Ein schwaches, grünliches Licht flackert von den leuchtenden Pilzen, die in den Ecken wachsen. In der Ferne höre ich ein unheimliches Heulen.
„Ähm, Kyo… warum heißt das hier Geistergrotte?“ frage ich vorsichtig. Meine Stimme hallt leicht in der Höhle wider, was mir ein ungutes Gefühl gibt.
„Weil hier Geister sind“, antwortet er grinsend und hebt sein Schwert.
„Großartig…“ murmele ich und schlucke. Ich atme tief durch. Es ist nur ein Spiel. Ich habe das unter Kontrolle.
Kyo dreht sich zu mir und sieht mich ernst an. „Bevor wir weitergehen, Testlauf.“
„Testlauf?“ wiederhole ich verwirrt.
„Ja. Du bist Level 1, du bist eine Magierin, und du hast keine Ahnung, wie man kämpft.“
„Hey!“ rufe ich empört und verschränke die Arme.
Er ignoriert mich einfach und hebt einen Finger. „Drei Regeln, hör gut zu.“
Er hebt den ersten Finger. „Erstens: Bleib. Hinten. Stehen.“
„Schon wieder?“ frage ich genervt und verdrehe die Augen.
„Wenn du stirbst, bin ich alleine hier drin und muss dich rausschleifen. Kein Bock drauf“, sagt er und zuckt mit den Schultern.
Okay, das klingt vernünftig. Ich nicke zustimmend.
„Zweitens: Keine Zauber verschwenden.“
„Also kein wildes Rumgeballer?“ frage ich mit einem schiefen Lächeln.
„Exakt“, bestätigt er mit einem Grinsen. „Und drittens: Fang mit einem Buff an.“
Ich öffne mein Menü und aktiviere Energieschub. Ein goldenes Leuchten umhüllt Kyo kurz, dann strahlt seine Rüstung leicht auf.
„Ha! Jetzt fühl ich mich stark!“ ruft er begeistert und reißt sein Schwert in die Höhe. „Okay, jetzt dein Angriff.“
Ich blinzele überrascht. „Mein… was?“
„Feuerball. Auf mich“, sagt er gelassen.
„Waaas?! Nein!“ rufe ich panisch.
„Doch“, sagt er und grinst. „Du musst lernen, wie stark dein Angriff ist. Komm schon, keine Angst.“
Ich atme tief durch, hebe meine Hand und konzentriere mich auf den Zauber. Ich habe ihn noch nie benutzt! Keine Ahnung, wie stark er sein wird.
Eine kleine Flamme erscheint über meiner Handfläche. Sie ist winzig, kaum größer als eine Kerze.
„Oh wow. Ich zittere jetzt schon“, sagt Kyo grinsend und hebt herausfordernd sein Schwert.
Ich verenge die Augen. „Halt den Mund… Feuerball!“ rufe ich und schleudere den Zauber auf ihn.
Der Feuerball schießt in Kyos Richtung, nicht besonders schnell, nicht besonders groß. Ich sehe, wie er sich schon darauf vorbereitet, ihn locker mit der Hand abzuwehren.
Doch genau in diesem Moment verändert sich die Luft um uns.
Ein plötzlicher, eisiger Hauch fegt durch die Höhle. Der Boden bebt leicht, als ein gespenstischer Schatten über eine der Felswände huscht. Ein leises Flüstern dringt an meine Ohren, fremd und beunruhigend.
Dann passiert es.
Aus dem Nichts schießt ein dunkler Strahl aus einer Spalte in der Höhlenwand direkt auf meinen Feuerball zu. Ein Geisterhauch! Eine Attacke, die Feindeszauber manipulieren kann.
Der Feuerball wächst explosionsartig.
Was vorher eine kleine Flamme war, ist jetzt eine tobende Kugel aus blauem Feuer. Ich sehe, wie Kyo’s Augen sich weiten.
„Äh, Mochi Liiii?!“ ruft er, doch es ist zu spät.
BOOM!
Der Feuerball schlägt mit unvorstellbarer Wucht auf ihn ein. Eine Schockwelle fegt durch die Höhle, Staub und kleine Steinbrocken lösen sich von der Decke.
Einen Moment lang ist alles still. Dann sehe ich Kyo. Oooder besser gesagt, einen rußgeschwärzten Kyo, der mit weit aufgerissenen Augen und verrußtem Gesicht taumelnd aus der Staubwolke tritt.
„DU… HAST… MICH… FAST GEGRILLT!“ brüllt er und fuchtelt mit den Armen.
Ich starre auf meine Hände, als könnte ich nicht glauben, was ich da gerade gemacht habe. „Das war ich nicht… Das war… irgendwas anderes!“ sage ich mit aufgerissenen Augen.
Kyo sieht sich hektisch um. „Warte, warte, warte… Das war nicht nur dein Zauber?“
Plötzlich höre ich ein leises Kichern. Hoch, geisterhaft.
Ich schlucke. Irgendetwas beobachtet uns.
„Ich glaube, wir sind nicht allein…“ flüstere ich.
Kyo schüttelt sich, reibt sich das Gesicht und hebt sein Schwert. „Also gut. Dann war das gerade die Begrüßung von unserem ersten Gegner. Wenn er will, dass wir spielen, dann spielen wir.“
Ich nicke langsam und sehe in die Dunkelheit des Korridors, der tiefer in die Verlassene Geistergrotte führt.
„Also, bereit für das echte Ding?“ fragt Kyo mit einem schiefen Lächeln.
Ich atme tief durch, spüre noch immer die prickelnde Magie in meinen Händen... und nicke.
„Ja. Jetzt wirklich.“ sage ich entschlossen.
Kyo marschiert los. Ich folge ihm
und das Abenteuer beginnt.
Mein erstes Event
Ein kalter Windhauch zieht durch die Verlassene Geistergrotte, als Kyo und ich uns dem letzten Raum nähern. Die schmale Felsbrücke, über die wir laufen, knarzt unter unseren Füßen, als wäre sie jahrhundertealt. Unter uns erstreckt sich ein bodenloses Nichts. Eine dunkle Leere, aus der gelegentlich ein unheimliches Wispern aufsteigt.
„Ich traue diesem Ort nicht“, sage ich leise und werfe Kyo einen nervösen Blick zu.
„Gut, dann hast du wenigstens Instinkt“, antwortet er und verlangsamt seine Schritte. „Hier stimmt was nicht.“
Dicke Nebelfäden schlängeln sich über den Boden der riesigen Kammer, die vor uns liegt. Tropfen fallen von der unsichtbaren Decke und hallen wie entfernte Schläge von Trommeln wider. Das Licht der schimmernden Pilze an den Wänden scheint flackernder zu sein als zuvor, als ob sie ahnen, dass etwas Furchtbares bevorsteht.
„Warum gibt es hier keine kleineren Gegner?“ frage ich, während ich vorsichtig über die Brücke balanciere.
„Weil der Boss keine Konkurrenz in seinem Revier duldet“, murmelt Kyo. „Wir laufen direkt in seine Arme.“
Ein unheilvolles Knacken ertönt, als wir den Raum betreten. Ich kann jetzt mehr erkennen: Die Felswände sind mit krummen, verdrehten Zeichen übersät, als hätte ein Wahnsinniger sie in den Stein geritzt. Überall auf dem Boden liegen zerbrochene Waffen und verrottete Banner
Dann zerreißt ein durchdringendes Wiehern die Stille.
Dichter Nebel verdichtet sich in der Mitte des Raumes, und eine massive Gestalt erscheint aus der Dunkelheit.
Ein gigantischer Grunty schwebt vor uns. Doch das ist kein gewöhnlicher. Sein massiver, halb durchsichtiger Körper wird von dunklen Ketten umschlungen, als würde er zwischen den Welten festgehalten. Seine Augen sind zwei lodernde violette Flammen, die flackern. Als er sein Maul öffnet, strömt ein eisiger Hauch aus ihm heraus, der mich sofort frösteln lässt.
Dann spricht er.
„Grrrrruuuuunt… Eindringlinge. Ihr habt mich und meine Ungeborenen gestört…“
Geister-Grunty – Level 150
Ich spüre, wie sich meine Finger vor Aufregung und Angst um meinen Magierstab verkrampfen. Doch dann fällt mein Blick auf etwas hinter dem Boss.
Auf einer steinernen Plattform in der Mitte der Höhle schweben mehrere glühende Grunty-Eier in der Luft. Ein goldenes Symbol leuchtet über ihnen, pulsierend wie ein Herzschlag. Direkt darunter prangt eine Nachricht:
Belohnung für den Sieg: Ein seltenes Grunty-Ei!
„Oh, verdammt! Mochi, hast du das gesehen?“ ruft Kyo begeistert. „Das sind die Belohnungen!“
Ich blinzele. „Also wenn wir das Ding besiegen, bekommen wir eines von diesen Eiern?“
„Ja, und wenn ich raten müsste, sind das keine gewöhnlichen Haustiere. Die sind sicher richtig selten!“
„Dann haben wir ja keine andere Wahl…“ Ich atme tief durch. „Lass uns das Biest erledigen!“
Der Geister-Grunty stößt ein ohrenbetäubendes Brüllen aus. Der Boden unter uns vibriert, Risse ziehen sich durch die steinernen Flächen, und der Nebel beginnt in wilden Spiralen zu tanzen.
Kyo ist der Erste, der reagiert. Mit einem Kampfschrei reißt er sein Schwert hoch und stürmt auf den Boss zu. Sein erster Schlag trifft, doch die Klinge geht einfach durch den geisterhaften Körper hindurch, als würde er nur aus Schatten bestehen.
„Oh…! Physische Angriffe bringen nichts!“ flucht er und springt zurück.
„Dann muss Magie es richten!“ rufe ich und hebe meine Hände. „Feuerball!“
Mein Feuerball zischt durch die Luft und trifft direkt auf die Brust des Bosses. Für einen Moment erhellt sich der Raum in einem grellen Licht, als die Flammen den dunklen Nebel durchdringen. Der Grunty brüllt auf, seine geisterhafte Form flackert.
„Das hat funktioniert!“ rufe ich.
Doch dann sehe ich es. Seine violetten Augen glimmen intensiver.
„Mochi Li, pass auf!“ schreit Kyo.
Zu spät.
Der Grunty hebt sein Kopf, und aus seinem Maul schießt eine dunkle Energiewelle direkt auf mich zu. Ich reiße meine Arme schützend nach oben. Ein kalter Wind peitscht mir entgegen, und für einen Moment wird mir schwarz vor Augen.
Dann höre ich eine Stimme.
„Natürlich seid ihr das gewesen.“
Ich öffne die Augen: und vor mir steht sie.
Himari.
Sie trägt ein elegantes lila-goldenes Outfit, verziert mit kunstvollen Mustern und fließenden Stoffen. Ihre langen, braunen Haare sind in kunstvollen Zöpfen hochgesteckt, geschmückt mit goldenen Haarnadeln. Ihre roten Augen leuchten sanft, während ein amüsierter Ausdruck auf ihrem Gesicht liegt. Ihr Umhang flattert leicht, als sie ihre Kamera hebt.
„Himari?!“ rufe ich ungläubig.
„Tja, wenn es ein großes Event gibt, dann muss es dokumentiert werden“, sagt sie mit einem Schmunzeln.
Dann höre ich es.
Ein metallischer, durchdringender Klang erfüllt die Höhle.
SERVERWEITES EVENT AKTIVIERT: "DER FLUCH DES GRUNTY-KÖNIGS!"
Lichtblitze erscheinen überall um uns herum. Spieler materialisieren sich in der Kammer.
Die gesamte Halle beginnt zu beben, als das Event richtig startet.
„Oh verdammt… Mochi Li, wir haben gerade ein weltweites Event ausgelöst“, murmelt Kyo.
Ich atme tief durch, während die Grunty-Eier hinter dem Boss weiter leuchten. Das ist es also.
„Also gut…“ sage ich und fokussiere mich. „Dann zeigen wir der ganzen Welt, wozu wir fähig sind!“
Kyo grinst. „Jetzt wird’s spannend!“
Ich hebe meine Hände, spüre die Magie um mich herum brodeln. Der Kampf ist noch lange nicht vorbei.
Und es schaut die ganze Welt zu.
Das letzte Foto
Die Luft in der Verlassenen Geistergrotte vibriert vor Magie und chaotischer Energie. Überall um mich herum tobt der Kampf, doch etwas stimmt nicht.
Egal, wie viele Angriffe wir auf den Geister-Grunty loslassen
Er nimmt keinen Schaden.
Ich beiße mir auf die Lippe, während ich meinen Feuerball vorbereite. Die Magie in meinen Händen fühlt sich mächtiger an als je zuvor, verstärkt durch die zahllosen Buffs, die Spieler aus der ganzen Welt auf uns gelegt haben.
„ALLE ANGRIFFE AUF DEN BOSS!“ brüllt ein Krieger.
Ein Sturm aus Feuer, Eis und Blitz kracht auf das gigantische geisterhafte Wesen zu.
Dann geschieht es.
Sein HP-Balken bleibt unangetastet.
Ich reiße die Augen auf.
„Was zum…?“ murmle ich.
„Er heilt sich?!“ schreit ein anderer Spieler.
Doch dann sehe ich, was wirklich passiert.
Der Geister-Grunty schwebt über uns, seine violetten Augen brennen wie zwei gewaltige Feuerbälle. Seine Rüstung aus Schatten und Magie scheint sich jeden unserer Angriffe einzuverleiben. Die Symbole auf seiner Brust leuchten golden auf „Segen des Verdammten Gruntys!“
Ein System-Fenster erscheint vor mir.
Buff erhalten: +500% Angriff, +200% Magie, +300% Verteidigung.
Ich keuche.
„Moment… er bufft uns?!“ ruft Kyo ungläubig.
Und dann verstehe ich es.
Je stärker wir werden, desto weniger Schaden nimmt er.
Jedes Mal, wenn wir ihn treffen, verstärkt er unsere Werte noch weiter, bis wir so mächtig sind, dass unsere eigenen Angriffe keinen Schaden mehr anrichten können.
„Das ist absurd!“ rufe ich.
„Er nutzt unsere eigene Stärke gegen uns…“ murmelt Kyo.
Ich sehe mich hektisch um. Die Spieler sind ratlos, viele brüllen wütend. Doch dann höre ich es.
Ein leises Klick.
Ich drehe mich um.
Himari fotografiert.
Klick.
Ein Bild von Spielern mit unkontrollierbarer Kraft.
Klick.
Der Boss, der sich weiter verstärkt.
Klick.
„Himari?!“ rufe ich.
Sie senkt ihre Kamera, ihr lilafarbener Umhang flattert im Wind der Magie. „Ich suche die Lösung.“
Ich renne zu ihr. „Vergiss die Fotos! Wir verlieren!“
Doch sie reicht mir wortlos das Display.
Und da sehe ich es.
Ein einziger Spieler, der dem Boss Schaden zufügt.
Ein kleines Level-1-Mädchen mit einem simplen Holzstab.
Ich begreife es sofort. „Die Schwachen! Sie sind die Einzigen, die ihn verletzen können. So wie ich es gemacht habe, Bei meinem ersten Angriff ohne Buff. !“
„Er kann nur Angriffe reflektieren, wenn sie stark genug sind“, murmelt Himari.
Ich keuche. „Dann brauchen wir die Schwachen! Sie müssen die Angriffe ausführen!“
„ALLE HOCHSTUFIGEN SPIELER ZURÜCK! SCHÜTZT DIE LEVEL-1-SPIELER!“ brüllt Kyo.
Die stärksten Spieler weichen zurück, ihre Waffen gesenkt. Ein stilles Einverständnis geht durch die Masse.
Dann treten sie vor.
Die Neulinge.
Spieler, die kaum einen Kampf erlebt haben.
Jetzt stehen sie in der ersten Reihe.
„Angriff!“ ruft eine junge Spielerin mit einem Dolch, ihre Stimme zittert.
Die ersten Level-1-Schläge treffen den Geister-Grunty.
Und diesmal…
Sein HP-Balken sinkt.
Ein Ruck geht durch die Arena.
„ES FUNKTIONIERT!“ rufe ich.
„HALTET DEN BOSS IN SCHACH, DAMIT DIE ANFÄNGER ANGRIFFEN KÖNNEN!“ brüllt Kyo.
Tank-Klassen stellen sich als lebende Mauern vor die Neulinge, blocken Schattenangriffe. Heiler verstärken nur noch die schwächsten Spieler.
Die Level-1-Armee schlägt zu.
Der Geister-Grunty brüllt. Seine Aura beginnt zu flackern, als wäre er zum ersten Mal verunsichert.
„Es ist fast geschafft!“ rufe ich.
Dann höre ich Himari.
Sie steht auf einem erhöhten Felsen, die Kamera direkt auf den Boss gerichtet.
„Bereit?“ fragt sie ruhig.
Ich nicke.
Die letzten Neulinge stürmen voran.
Der Boss hebt den Kopf, seine Augen flammen lichterloh auf.
Himari hebt ihre Kamera.
KLICK!
Ein greller Blitz durchzuckt die Arena.
Der Geister-Grunty blinzelt.
Seine Verteidigung bricht zusammen.
„MOCHI, JETZT!“ brüllt Kyo.
Ich reiße meine Hände nach vorne.
„FEUERBALL!“
Die orangefarbene Kugel zischt durch die Luft und trifft mit voller Wucht.
Ein Feuersturm entfacht sich.
Die Explosion zerreißt die Schattenrüstung.
Der Geister-Grunty reckt sich ein letztes Mal auf.
Dann…
Er zerfällt in blauen Nebel.
Stille.
Doch dann erscheint das goldene System-Popup.
EVENT BEENDET!
Ein ohrenbetäubender Jubel bricht aus. Spieler fallen auf die Knie, andere reißen die Arme hoch.
Ich blicke zu Himari. Sie betrachtet ruhig ihre Kamera.
Ich grinse. „Du hast es fotografiert, oder?“
Sie dreht das Display zu mir.
Der Moment, in dem der Boss fiel! Umgeben von Level-1-Spielern.
Ein weiteres Fenster erscheint vor uns.
Belohnung erhalten: Mysteriöses Grunty-Ei!
Ich betrachte langsam das Ei in meinen Händen. Ich weiß nicht, was daraus schlüpfen wird.
Aber ich weiß, dass dieses Abenteuer noch lange nicht vorbei ist.
Himari sieht mich an. „Na, dann? Was machen wir als Nächstes?“
Ich schaue zu Kyo, dann zu ihr.
Und ich grinse.
„Wir spielen weiter.“
Ein paar Tage nach dem Event erscheint ein neuer Screenshot auf der offiziellen The World-Website.
Ein einzelnes Foto.
Level-1-Spieler, die den riesigen Boss umringen.
Darunter steht eine Bildunterschrift:
„Manchmal sind die Schwächsten die einzigen, die gewinnen können.“ Himari, Event-Fotografin
Und so beginnt eine neue Legende in The World......