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Wayward Sons and Fireflies

von

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The wayward son


 

"If you ever mention Lisa or Ben to me again,

I will break your nose. I'm not kidding."

Dean zu Sam
 

Dean war wie angewurzelt mitten im Raum stehen geblieben. Im vertrauten Licht des Bunkers erschien ihm die Szenerie so unwirklich wie ein völlig absurder Traum, entsprungen aus den verworrensten Winkeln seines Unterbewusstseins.
 

„Ich habe ihn gecheckt, er ist okay“, drang Sams Stimme zu ihm durch, „Du weißt schon, Weihwasser, Silbermesser, die ganze Prozedur.“
 

„Wie ist es möglich, dass du dich erinnerst?“, wandte Dean sich an den unverhofften Besucher. Die Worte kratzten rau in seiner Kehle. „Cas hat doch…“, er vollendete den Satz nicht.

Der Engel hatte doch das Gedächtnis der beiden bereinigt, Lisa und Ben, gereinigt von ihm, Dean Winchester. Doch nun stand der Junge hier im Bunker, mittlerweile volljährig, an der Seite von Claire. Das dunkle Shirt spannte sich um seine ungewohnt breiten Schultern. Eine Waffe steckte im Bund seiner abgetragenen Jeans.
 

„Das ist eine lange Geschichte“, die Stimmlage deutlich tiefer als Dean sie in Erinnerung hatte.
 

Ihre letzte Begegnung hatte der Jäger noch deutlich vor Augen, es hätte ihre letzte bleiben sollen. Zeit verstrich anders, wenn man von einem Tag zum anderen lebte und nicht damit rechnete den nächsten Monat zu überleben. Wie viel Leben doch vergangen war. Sieben Jahre. Ben hatte sich verändert. Dean versagte in seinen Bemühungen den jungen Mann nicht anzustarren. Das Atmen fiel ihm schwerer als zuvor, als läge ein Gewicht auf seinen Lungenflügeln. „Du solltest nicht hier sein“, brachte er hervor.
 

„Was?“ Ungläubig sah Ben ihn an, in seinen Augen spiegelte sich noch immer das Kind, das er einst gewesen war.
 

„Nicht hier. Nicht in diesem Leben. Nicht auf der Jagd. Das ist nichts für dich.“
 

„Ich bin erwachsen, Dad!“ Sein Blick flackerte aufgebracht, bevor er mit einem enttäuschten Kopfschütteln den Raum verließ.
 

„Dad?“, wiederholte Dean fast sicher sich verhört zu haben. Ihm schwindelte.
 

Claire hob abwehrend die Hände. „Sieh mich nicht so an, ich höre das auch zum ersten Mal.“

Sie war ohne Vorwarnung gemeinsam mit Ben hier im Bunker aufgetaucht und hatte die Begegnung mit Dean bisher wortlos beobachtet.
 

„Was verdammt noch mal tut er hier?!“ Das konnte doch alles nicht wahr sein... Deans Gefühlsleben schwankte zwischen Schock und tiefster Verwirrung, zwischen Freude über das Wiedersehen und nagender Sorge, zwischen heller Wut und schmerzlicher Schuld, zwischen Unglauben und heilloser Überforderung. Ihm wurde schlecht.
 

„Das solltet ihr wohl besser miteinander besprechen“, entgegnete Claire in sein Chaos hinein.
 

Sprunghaft flirrte Deans Bewusstsein zurück zu der Erinnerung an das Gespräch, das er damals mit Ben hatte führen müssen. Bereits als er durch die Tür seines Kinderzimmers getreten war und sich zu ihm auf die Bettkante gesetzt hatte, hatte er geahnt, dass das hier noch schwerer werden würde als er befürchtet hatte. Und er hatte recht behalten sollen.

„Warum willst du nicht nach Hause kommen? Kannst du nicht einfach ‚Es tut mir leid‘ sagen und dann zurückkommen?“ Der flehentliche Unterton inmitten des Unverständnisses war ihm nicht entgangen.

„Tut mir leid. Ich kann nicht.“

„Kannst oder willst nicht?“

„Beides“, hatte Dean eingestehen müssen.

„Also hasst du Mom jetzt?“

„Was? Nein, komm schon.“

„Also liegt es an mir.“

„Ben, hör auf.“ Die plötzliche Schwere auf seinem Brustkorb hatte ihm die Kehle zugeschnürt.

Doch Ben hatte sich nicht abbringen lassen: „Was auch immer ich getan habe, es tut mir leid.“

Für einen kurzen Moment hatte Dean die Augen geschlossen. Dad, es tut mir leid. Ich habe das nicht mit Absicht getan! Bitte… Es tut mir leid!, hatte er sich selbst sagen hören, hatte seinen Vater im Türrahmen stehen sehen mit einem Gürtel in der Hand. Und einmal mehr war ihm bewusst geworden, dass er nicht in Bens Leben sein konnte, nicht sein durfte.

„Hör mir zu. Du hast nichts getan. Das verstehst du?“ Ben hatte nichts falsch gemacht, er durfte sich nicht die Schuld geben. Aber wie hatte er ihm all das erklären sollen? „Sieh mal, eines Tages wirst du... Du wirst das begreifen, wenn du älter bist.“

„Rede nicht mit mir, als wäre ich sechs.“

„Okay, gut. Dann so. Nur weil man jemanden liebt, heißt das nicht, dass man bleiben und sein Leben vermasseln sollte. Also kann ich nicht hier sein.“

„Du denkst, etwas wird dir nachhause folgen?“

„Nein. Nein, tue ich nicht, aber ich denke, mein Job macht mich zu jemandem, der nicht an eurem Esstisch sitzen kann. Und wenn ich bliebe, würdest du genauso enden wie ich.“

„Warum sagst du das so, als wärst du so... schlecht?“

„Vertrau mir, ich bin nicht jemand, den du zu sein anstreben willst.“ Er war niemand, der Ben sein wollen sollte.

„Habe ich da nicht auch mitzureden?“ Der Anflug von Wut und Trotz hatte die Traurigkeit und tiefe Enttäuschung des Jungen nicht zu verschleiern vermocht.

„Nein, hast du nicht. Es tut mir leid, Ben. Aber siehst du, auf diese Weise hast du eine Chance, das Leben zu leben, welches auch immer du willst. Du weißt schon, such‘ dir eins aus. Such‘ dir fünf aus. Weil mit mir, da gibt es nur den einen Weg.“

„Du bist ein Lügner, Dean.“

„Wie bitte?“

„Du sagst, Familie ist so wichtig, aber – aber wie nennst du Leute, die – die sich um dich sorgen, die dich lieben, selbst wenn du ein Arsch bist? Du weißt, dass du deine Familie im Stich lässt, oder?“

 
 

"Can't you see, I'm poison. People get close to me they get killed. Or worse."

Dean
 

„Fuck…“ Aufgewühlt und ratlos fuhr Dean sich über das Gesicht, ging zum Beistelltisch und schenkte sich einen doppelten Whisky ein, ließ das Glas dann aber doch unangetastet stehen.

Sam und Claire hatten sich diskret zurückgezogen, nur Castiel war bei ihm geblieben.
 

„Ich wollte nie, dass er jagen geht“, sagte Dean mehr zu sich selbst als zu dem Engel.
 

„Claire passt sicher gut auf ihn auf.“ Offensichtlich ein Versuch in zu beruhigen, wenn auch ein ineffektiver, so wusste der Jäger das doch irgendwie zu schätzen.
 

„Sie ist doch selbst noch fast ein Kind.“ Ein Kind, das trotz ihrer jungen Jahre mehr hatte durchleben müssen als so mancher Veteran. Jahre, die sie den Weg des Kampfes beschreiten ließen, die sie zu einer Kriegerin heranwachsen ließen.
 

„Lass sie das bloß nicht hören“, warf Cas folglich mit einem leichten Schmunzeln ein.
 

Seufzend ließ Dean sich auf einen Stuhl fallen. „Er hat mich Dad genannt…“, brachte er hervor, ungewiss und zwiegespalten, wie er damit umgehen sollte. Dieses kleine Wort hatte ihn wahrlich mehr aus dem Konzept gebracht als er zugeben mochte.
 

Nachdenklich verlagerte der Engel das Gewicht seines Körpers, der einst Jimmy Novak gehört hatte. Cas sah aus wie Claires Vater, er hatte die Stimme ihres Vaters, aber er war nicht ihr Vater. Das musste sicher schwer für sie sein. „Streng genommen sind sie nicht unsere Kinder.“
 

„Ist mir egal“, erwiderte Dean ohne nachzudenken, ohne zu zögern. Überrascht von seinem eigenen Zugeständnis sah er auf.
 

„Ja, mir auch. Ich fühle mich für sie verantwortlich. Ich will, dass es ihnen gut geht.“

Dean betrachtete den Engel, der sich mittlerweile zu ihm an den Tisch gesetzt hatte. Verständnis begegnete ihm in seinem Blick. Und Dean wusste, dass er nicht allein war mit diesen verwirrenden Empfindungen, mit seinen Befürchtungen und dem Bedauern. Sie saßen bei dieser Angelegenheit wohl in demselben Boot. Sie steckten da wohl irgendwie gemeinsam drin, in dieser Beinahe-Eltern-Sache. Ein absurder und angsteinflößender und gleichzeitig freudiger Gedanke, auf eine seltsam vertraute Weise.
 

„Was wenn er doch mein leiblicher Sohn ist?“

Zu jeder Frau war seine Beziehung oberflächlich gewesen. Bis auf Lisa. Sie war seine Ausnahme gewesen. Sein Jahr, in dem er so getan hatte, als könne er all das einfach hinter sich lassen. In dem er sich letztendlich selbst verleugnet hatte. In dem er sich und Lisa etwas vorgemacht hatte. Denn es war nicht Lisa gewesen, die ihn dort gehalten hatte, und auch nicht das Versprechen an seinen Bruder. Es war Ben gewesen. Tief in seinem Inneren hatte er gehofft, hatte er geglaubt, dass der Junge sein Sohn war. Und er hoffte es noch. Obwohl er Sam verboten hatte auch nur ihre Namen in den Mund zu nehmen, wollte er sie erhalten, diese kleine Hoffnung, dass er zumindest etwas Gutes auf dieser Welt hinterlassen würde, wenn er eines Tages ging.
 

„Würde das etwas ändern?“, fragte Castiel sanft.
 

Unwillkürlich musste Dean an Bobby denken und was dieser für ihn gewesen war. Und er kannte die Antwort: „Nein.“ Die Erkenntnis ließ ihn ob dieser melancholischen Ironie des Schicksals lächeln. Er selbst würde nun sein, was auch immer Ben brauchte, weil der sein Junge war, er war es immer gewesen und würde es immer sein, mit oder ohne Gene.

 
 

"You're always so amazing with Ben. You know what I wanted

more than anything was a guy that Ben can look upto like a dad."

Lisa zu Dean 6.01
 

Entschlossen trat Dean zu Ben und den anderen in die Küche. „Komm mit“, forderte er ihn auf und Ben folgte ihm ohne Einwände und ohne zu zögern. Dean führte ihn nach unten, vorbei an dem Fuhrpark des Bunkers, in die glühbirnenbeschienene Garage. An dem 67’er Chevrolet Impala angekommen deutete er auf das Autoteil, das schon ein wenig rostig auf der alten Werkbank lag.
 

„Was ist das?“ Ben war nähergetreten und betrachtete das Objekt eingehend.
 

„Ein Abgasfilter.“ Ben hob die Augenbrauen. „Naja, wo es doch irgendwie unser Job ist die Apokalypse aufzuhalten…“ Wie es aussah, brauchte es keine Monster, Dämonen oder Engel, um die Erde zu zerstören. Das schafften Menschen schon ganz allein, sie waren dabei bloß etwas langsamer.

„Du willst die Welt zu einem besseren Ort machen? Das kannst du auch ohne dein Leben zu riskieren.“ Mit diesen Worten drückte er Ben den Werkzeugkoffer in die Hand. Er selbst widmete sich dem Wagenheber, der ein knarrendes Geräusch von sich gab, während das Gewicht des Gefährts mehr und mehr auf ihm lastete.
 

„Weißt du, wieso ich mit dem Jagen angefangen habe?“, fragte Ben unverhofft.

Dean sah ihn von unten auffordernd an. Metallisches Scheppern und Klirren war zu hören, während Ben wie selbstverständlich die nötigen Utensilien für ihr Vorhaben bereitlegte, bevor er weiter sprach: „Weil mit jedem Monster, das ich getötet habe, eine Erinnerung zurückgekehrt ist. Eine Erinnerung an dich. So konnte ich mich dir irgendwie näher fühlen.“ Bens Stimme war von Wort zu Wort leiser und undeutlicher geworden.
 

Das erste Mal hatte Ben noch so deutlich vor Augen, als wäre es gestern gewesen. Seine erste Nachtfahrt in seinem ersten eigenen Wagen, ein alter zerbeulter Fünftürer. Eine Gestalt war aus dem Wald gestolpert und ihm vors Auto gelaufen. Sie war sofort tot gewesen. Bloß war diese Gestalt kein Mensch gewesen. Danach war da dieses Bild in seinem Kopf aufgetaucht, sein achter Geburtstag, eine Hüpfburg in ihrem Garten und dieser Mann, der mit ihm Kuchen aß.
 

„Weiß deine Mom, was du tust?“, riss eben dieser Mann ihn aus seinen Gedanken.
 

„Nein, sie denkt, ich mache Work and Travel bevor ich mich auf eine Ausbildung festlege.“ Und irgendwie tat er das ja auch, arbeiten und reisen.
 

In stiller Eintracht widmeten beide sich ihrem gemeinsamen Projekt. Aufmerksam folgte Ben den eingespielten Bewegungen des Älteren und tat es ihm nach. Wortlos reichten sie sich Werkzeuge an. Ab und an tauschten sie die Plätze und Dean ließ den Jüngeren an seinem Baby schrauben.
 

„Wie geht es Lisa?“, fragte der Jäger nach einer Weile. Er legte den Steckschlüssel aus der Hand und betrachtete zufrieden ihr vorläufiges Zwischenergebnis.
 

„Mom hat einen Neuen, schon seit ein paar Jahren, so einen langweiligen Bürohengst“, erzählte der Jüngere daraufhin.
 

„Das sieht ihr gar nicht ähnlich“, kommentierte Dean schmunzelnd. Er hatte Lisa sehr gern gehabt, sie wahrscheinlich sogar geliebt, aber nicht auf die Weise, wie sie es verdient hatte.
 

„Ihr Männergeschmack hat sich urplötzlich geändert, sie kann sich gar nicht erklären warum…“

Beide lachten verhalten, um die plötzlich aufkommende Stille zu füllen. „Er ist wirklich ganz nett. Mom mag ihn sehr, also mag ich ihn auch, ein bisschen.“
 

„Es freut mich, dass sie glücklich ist.“ Ein ehrliches Lächeln huschte über Deans Gesicht. Das hatte er gewollt, hatte er gehofft, an diesem Tag im Krankenhaus, als er den Engel gebeten hatte, ihn aus Lisas und Bens Erinnerungen auszulöschen. Er wollte, dass sie in Sicherheit und glücklich waren, sie beide.
 

„Bist du glücklich?“, fragte Ben unvermittelt.

Dean zögerte. Das war in der Tat eine schwierige Frage. Sie konnten schon von Glück reden, wenn sie nicht aus Versehen die Apokalypse auslösten, wenn die Welt nicht gerade drohte ihrem baldigen Ende entgegenzugehen oder jemand starb, der ihnen etwas bedeutete.
 

„Hast du jemanden?“, präzisierte Ben seine Frage.
 

Mit Bedacht wägte der Ältere seine Antwort ab. Wie lang war es her, dass er mit einer Frau zusammen gewesen war? Jahre? Er hatte damit aufgehört. Das obligatorische Flirten war zwar geblieben, um sich selbst zu beweisen, dass er es noch draufhatte, aber es mündete nicht mehr in die einst so zahlreichen Liebschaften. Anfangs hatte er sich noch eingeredet, dass er der Beziehung mit Lisa nachtrauerte. Dann hatte der Jäger es auf den Rette-die-Welt-Stress geschoben. Doch tief in seinem Inneren ahnte er, dass er in diesen Affären nicht finden würde, wonach er suchte. Denn obwohl er keine Frau an seiner Seite hatte, die mit ihm das Bett und das Leben teilte, war er nicht allein.

„Nicht auf diese Weise, nein. Du?“
 

„Nein.“ Ben schaute ihn nicht an.
 

„Ich dachte du und Claire…“ Die beiden hatten so vertraut gewirkt.
 

„Nein“, unterbrach Ben ihn, noch bevor er den Satz zu Ende hätte aussprechen können. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, legte der junge Mann die Werkzeuge nieder und ging, verschwand durch die Tür und ließ den älteren perplex stehen.
 

Verärgert wischte Dean sich die verschmutzten Finger an einem Lappen ab und warf diesen daraufhin unsanft auf die Arbeitsplatte. Nicht mal ein gewöhnliches Gespräch konnte er mit Ben führen, ohne es völlig in den Sand zu setzen. Er hätte Claire nicht in diesem Kontext erwähnen sollen, mutmaßte Dean, das hatte bei dem Jungen wohl einen Nerv getroffen und jetzt war er weg. Schon wieder. Unschlüssig, ob er bleiben oder ihm folgen sollte, stand der Jäger vor seinem Impala. Offenkundig wollte Ben allein sein, oder? Dean war nun wahrlich nicht konfliktscheu, aber mit dieser Art von Konfrontation konnte er nur schwerlich umgehen. Entgegen seinem üblichen Verhalten setzten sich seine Beine in Bewegung noch bevor er eine bewusste Entscheidung getroffen hatte, und trugen ihn in die Richtung, in die Ben verschwunden war.

 
 

"Family doesn’t end with blood."

Bobby Singer
 

Dean war den offenen Türen bis zur obersten Treppe gefolgt. Als er nun um die letzte Ecke bog, sah er ihn dort sitzen, auf der selbstgebauten Holzbank hoch oben über den Hügeln auf dem Dach des Bunkers. Von hier hatte man einen weiten Blick über die bewaldete Landschaft, beschienen von den letzten Strahlen der Abendsonne. Ben war nicht allein, Castiel saß neben ihm. Dean verspürte den Drang zu ihnen zu gehen, doch etwas hielt ihn zurück, als wäre er ein Fremdkörper, der die Reinheit dieses Momentes nur zerstören könnte. Und so blieb er stehen, außer Reichweite.
 

„Du magst sie, hm?“, hörte er den Engel fragen. Auch ihm war also Bens Verhalten aufgefallen. Die Art wie er Claire angesehen, wie er auf sie reagiert hatte, wie er unbewusst ihre Nähe gesucht hatte, wann immer sie im Raum gewesen war… Nicht zu übersehen, nicht einmal für Dean Winchester.
 

Ben nickte matt. „Seit… seit Jahren. Aber ich habe das falsche Geschlecht. Sie steht auf Frauen. Hast du auch nur eine Ahnung, wie sich das anfühlt?“
 

Die tiefstehende Sonne am Horizont malte auf den Beton das Abbild der beiden in lange Schatten, die sich zu Dean ausstreckten. Eine unbeachtete Berührung.

„Ich weiß, wie sehr unerwiderte Gefühle schmerzen.“ Castiels Stimme war ruhig und ehrlich. Dean schloss die Augen, als ein undefinierbares Ziehen seinen Leib verkrampfte, irgendwo zwischen Kehle und Magen.
 

„Wird es irgendwann aufhören wehzutun?“ In diesem Moment wirkte Ben so verzweifelt, so jung, dass Dean versucht war dem Impuls nachzugeben, seine Deckung zu verlassen und väterlich einen Arm um ihn zu legen. Aber das wäre sicher unangemessen.
 

„Ich hoffe es“, sagte Castiel stattdessen. Manchmal war Hoffnung alles, was noch blieb.

 
 

"The point is that you got to know them. It will hurt,

but that hurt will remind you of how much you loved them."

Castiel 14.14
 

Of stars and fireflies


 

Dean: "It's not too late, Cas! We can fix this!"

Castiel: "Dean, it's not broken." 6.20
 

Er hatte die beiden nicht belauschen wollen. Nachdem Dean das Gespräch mitangehört hatte, war er zurück in die Garage des Bunkers gegangen. Er hatte nicht gewusst, was er sonst tun sollte. Dort hatte er die Reifen und das Öl des Impalas gewechselt, der einst seinem Vater gehört hatte; er hatte die Waffen im Kofferraum neu sortiert, die Bremsen und das Getriebe kontrolliert, ... Er brauchte das Gefühl etwas reparieren zu können.
 

Jetzt stand er über dem Waschbecken und schrubbte sich die Haut rot und wund, doch das Motoröl klebte hartnäckig an seinen Händen. Es hatte dieselbe Konsistenz wie Blut. Dean vermied den Blick in den Spiegel. Manche Dinge vermochte selbst ein noch so reißender Strom nicht abzuwaschen.
 

Dean: "It feels like you left us and you're trying to justify it."

Chuck: "I know you had a complicated upbringing, Dean.

But don't confuse me with your dad." 11.21
 

Bens vorübergehendes Zimmer war genauso spartanisch eingerichtet wie all die anderen Schlafräume im Bunker. Die Nachttischlampe brannte und spendete ihr diffuses Licht zwischen den grauen Betonwänden. Auf dem Bett lag eine geöffnete Reisetasche.
 

„Ich wollte dir nur gute Nacht sagen.“ Dean stand im Türrahmen, unschlüssig ob er eintreten oder doch gleich wieder gehen sollte, nicht sicher ob seine Anwesenheit geduldet oder unerwünscht war. „Sam hat dir schon alles gezeigt, nehme ich an, Badezimmer und so.“
 

In routinierten Handgriffen nahm Ben ein Messer aus der Tasche und legte es unter sein Kopfkissen, schien sich dann aber doch umzuentscheiden und steckte es wieder ein, während er antwortete: „Ja, er ist echt nett, so mit Seele und allem.“
 

Dem Jäger wurde gewahr, dass Ben seinen Bruder zu einem Zeitpunkt kennengelernt hatte, als dieser nicht im Besitz seiner Seele gewesen war. Ein Schauer lief ihm bei diesem Gedanken über den Rücken. Er entschied sich nicht zu fragen, woher Ben davon wusste. „Ja, er ist ein toller Kerl.“
 

Der Junge wandte sich zu ihm und sah ihn an. „Er sagt, du hast ihn dazu gemacht.“
 

„Blödsinn“, wiegelte Dean ab. Er war überzeugt, Sam war nicht aufgrund seines Einflusses zu einem guten Menschen herangewachsen, sondern trotz seines Einflusses.
 

„Was machst du da?“, fragte Ben irritiert. Der Ältere war in die Hocke gegangen und spähte an den Bettpfosten entlang.
 

„Ich schaue nach, ob Monster unter deinem Bett sind.“ So wie er es früher jeden Abend getan hatte, wenn er Ben zu Bett gebracht hatte. Zwar verfügte der Bunker über durchaus effektive Sicherheitsvorrichtungen, aber man konnte ja nie wissen, was sich trotz alledem einen Weg gebahnt haben könnte.
 

Ben schnaubte verächtlich. „Ich bin kein Kind mehr. Das habe ich die letzten Jahre auch allein geschafft.“ Und bitter setzte er nach: „Du warst ja nicht da.“
 

Es tat weh. „Ben…“
 

„Du warst nicht da als ich auf die High-School kam. Du warst nicht da bei meinen Baseballspielen, als ich mich zum ersten Mal verliebt habe und auch nicht bei meinem Abschluss.“ Von der einstigen Wut war kaum noch etwas übrig, sie war tiefer Enttäuschung gewichen und der klaffenden Leere des Verlustes. „Du bist einfach gegangen. Du hast dich buchstäblich aus Moms und meinem Leben gelöscht.“
 

Etwas brannte verdächtig hinter seinen Augen, Dean blinzelte. Mühsam schluckte er den Kloß in seiner Kehle hinunter. „Es tut mir leid.“ Und nach einigem Zögern: „Ich habe euch wirklich geliebt und deswegen musste ich gehen. Durch meine Zuneigung, durch meine bloße Anwesenheit habe ich euch zu Zielscheiben gemacht.“
 

Resigniert schüttelte Ben den Kopf. „Ich kann auf mich aufpassen, aber du hättest es sein sollen, der mir das beibringt.“
 

Das Mindeste, das er ihm schuldete, war Ehrlichkeit.

„Ich hatte Angst.“ Dean straffte die Schultern. „Ben, ich hatte Angst, das aus dir zu machen, was mein Vater aus mir gemacht hat.“ Nur mit Mühe gelang es ihm die sich aufdrängenden Erinnerungen aus seinem Bewusstsein zu verbannen. Sein letzter Flashback diesbezüglich war schon Jahre her und seine Albträume hatten mit der Zeit neue Themen gefunden.
 

In sich gekehrt wandte der Jäger sich zum Gehen.

„Dean?“, hielt Ben ihn zurück, „Die Zeit, die du da warst… da warst du ein guter Vater.“
 

Dean wusste nicht, was er sagen sollte, und so sprach er das einzige aus, das ihm in den Sinn kam: „Gute Nacht, Ben. Schlaf gut.“
 

„Gute Nacht, Dad“, erwiderte Ben.
 

"Hunters are never kids. I never was. I didn't even stop to think about it."

Dean zu Jo 7.04
 

Es war dunkel, er hatte kein Licht gemacht. Mit rastlosen Gedanken saß Dean im Aufenthaltsraum des Bunkers, eine ungeöffnete Whiskyflasche vor sich. Unentschlossen drehte er sie auf dem alten Eichentisch. Die Verlockung sich zu betrinken und seinen Verstand zu betäuben war groß.
 

„Du wirkst aufgewühlt“, erklang Castiels vertraute Stimme vom anderen Ende des Tisches. Versunken in seinen Kontemplationen hatte Dean nicht bemerkt, wie er sich zu ihm gesellt hatte. Helligkeit flutete den Raum, als sein Gegenüber die Deckenbeleuchtung einschaltete. „Was ist los? Kann ich was für dich tun?“, hörte er ihn fragen.
 

Ihre Blicke begegneten sich, er sah Castiels unmenschlich blaue Augen und wurde daran erinnert, dass Cas mehr war als all das, dass dieser Mann, der immer hinter ihm stand und sich mit ihm alte Filme ansah und keine Krawatten binden konnte, tatsächlich mitnichten ein Mann war, sondern ein himmlisches Wesen gefangen in einem viel zu verwundbaren Körper.

Und es störte ihn, dass der Engel stets im Stande zu sein schien sein Innerstes zu sehen. Dean zog die Ärmel seines Hemdes über die frischen Schnitte an seinen Unterarmen und vermied den Blickkontakt. „Cas, ich möchte allein sein, okay?“
 

Castiel nickte bloß und verließ den Raum, der plötzlich so leer aussah. Sofort fühlte es sich so an als würde es um einige Grad kühler werden, Dean erschauderte und schloss die Augen.
 

"I am not here to judge you, Dean. I'm not like you think.

I'm not a hammer as you say. I have questions, I have doubts."

Castiel 4.07
 

Die schwere Stahltür schloss sich hinter dem Jäger und ließ das künstliche Licht im Inneren zurück. Er hatte nicht getrunken. Die Nacht war klar als er ins Freie trat. Schon immer war ihm die Dunkelheit vertrauter gewesen als das Licht. Eine sanfte Brise wehte auf dem Dach des Bunkers und griff in den hellen Trenchcoat. Er wusste, der Engel war in wolkenlosen Nächten oft hier oben. Deswegen hatte Dean sie gebaut, die Holzbank.

Diesmal verbarg er sich nicht, diesmal setzte er sich zu ihm. Die Bretter knarrten leise ob des zusätzlichen Gewichtes und trugen sie beide doch zuverlässig. Der Raum zwischen ihnen war nicht mehr zu leer, nicht mehr zu kalt, nicht mehr zu weit. Cas schien sich über seine Anwesenheit zu freuen, er lächelte. Es war eines dieser Lächeln, das bis in seine blauen Augen reichte. Castiel sah ihn nicht bloß an, Castiel sah ihn. Anders als Sam es tat.
 

„Was wenn ich damals einen Fehler gemacht habe?“, fragte Dean in die Stille hinein.
 

Castiel musste sich nicht erkundigen, um was es ging; er schien zu wissen, was den Menschen beschäftigte. „Wir“, war alles, was er sagte. Keine Antwort, sondern eine Korrektur.
 

„Was?“ Der Jäger verstand nicht.
 

„Dean, ich war es der dich aus dem Leben der beiden –“
 

Doch Dean unterbrach ihn noch bevor er den Satz zu Ende aussprechen konnte: „Weil ich dich darum gebeten habe.“
 

„Und ich habe nicht mal gezögert.“ Umgeben von dem Geruch nach Desinfektionsmittel und den piepsenden Geräuschen medizinischer Geräte hatte Castiel die Verzweiflung der menschlichen Seele gesehen und hatte ohne zu hinterfragen getan, um was Dean ihn gebeten hatte. Vielleicht war ein kleiner beschämter Teil von ihm sogar erleichtert darüber gewesen. Eine Berührung ihres dunklen Schopfes und die Frau im Krankenbett hatte Dean vergessen, genauso wie der Junge.

„Was glaubst du, was geschehen wäre, wenn du bei ihnen geblieben wärst?“
 

„Das will ich mir nicht mal vorstellen.“ Dean wollte sich nicht vorstellen, wie es gewesen wäre Ben aufwachsen zu sehen. Er wollte sich nicht vorstellen, was für ein mieser Vater er gewesen wäre. Er wollte sich nicht vorstellen, wie sehr er den Jungen verkorkst hätte. Er wollte sich nicht vorstellen, wie er das Böse zu ihnen ins Haus gebracht hätte. Und trotzdem... waren da diese Zweifel, dieses Bedauern der verlorenen Zeit, der Gedanke an das, was hätte sein können.
 

„Dann hast du das Richtige getan, auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt.“ Des Engels Blick verlor sich in weite Ferne. „Manchmal können wir nicht mit den Menschen zusammen sein, die wir lieben. Ich wünschte, du hättest diese Wahl nie treffen müssen.“

Beieinander saßen sie hier in der Dunkelheit, einzig durchbrochen durch den kühlen Schein weit entlegener Sonnen, Lichtjahre fern. Und zwischen ihnen Unendlichkeit.
 

„Die Entscheidung sie zu verlassen habe ich getroffen lang bevor es so eskaliert ist. Und... und ich habe ihnen damit so wehgetan, besonders Ben...“ Der Ausdruck in den Augen des Kindes ging ihm nicht mehr aus dem Kopf.
 

„Weißt du, letztendlich hat Jimmy Novak mir seinen Körper, sein Leben überlassen, um Claire vor mir zu schützen.“ Der Engel senkte sein Haupt. „Natürlich, du musstest das Ganze ja mitansehen“, sagte er leise, mehr zu sich selbst. „Manchmal frage ich mich, was geschehen wäre, wenn ich irgendeine andere Hülle gewählt hätte. Ich hätte Claire nicht ihren Vater genommen, und du... du hättest mich...“, Castiel stoppte sich selbst, wich Deans unwissendem Blick aus.

Manchmal fragte er sich, ob es nur an seiner Hülle lag, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wäre sie weiblich gewesen. Manchmal wünschte er sich einfach normal zu sein, menschlich, frei von allem was ihn zu ihm selbst macht. Damit er die Person für Dean sein könnte, die dieser eine Mensch für ihn war und immer sein würde.

Manche Dinge sollten wohl besser unausgesprochen bleiben. Bewusst atmete er ein und wieder aus, bevor er fortfuhr: „Was ich eigentlich sagen will... Genau wie eine Mutter beschützt ein Vater seine Familie. Ganz gleich was es auch kosten mag. Auch vor sich selbst. Das ist es, was ihn zu einem Vater macht. Das ist es, was du getan hast.“
 

Berührt schluckte Dean, schwieg eine Weile, fasste sich. „Das damals... Du bist anders heute.“
 

„Genau wie du.“ Castiel schaute ihm in die Augen. „Du hast mich verändert.“ In seinem Lächeln spiegelte sich Wahrheit. „Wir sind beide nicht mehr die, die wir einst waren. Was zählt ist das Heute.“
 

Dean sah auf, atmete die nächtliche Stille, folgte Castiels Blick. Über den Wipfeln der sich wiegenden Bäume abertausende Lichter. Aus dem Dunkel des Waldes stiegen Leuchtkäfer auf und strebten zu den Sternen, die dort am Nachthimmel in der Unendlichkeit tanzten. Manchmal stellte Dean sich vor, wie es für den Engel wohl gewesen sein mochte, wandernd zwischen den Dimensionen, alles spürend, jedes Molekül, jedes Atom, frei und allumfassend. Ein Wesen gemacht aus Licht und Sturm, Feuer und Eis, Schöpfung und Gnade. Und heute saß er hier neben ihm mit einem Lächeln und einem schlagenden Herzen.

Er sah ihn an, sah Fältchen in seinen Augenwinkeln und das Universum in seinen Iriden. „Danke, Cas.“
 

„Wofür?“
 

„Dass du... hier bist.“ Er konnte Castiels Wärme an seiner Seite fühlen.
 

„Ich bin nie gegangen, nicht wirklich.“ Und Dean spürte, dass es wahr war, allein bezeugt von den Gestirnen am Firmament.
 

Er senkte den Blick. „Sorry, dass ich dich vorhin so weggeschickt habe.“ Und sollte ich dir jemals wieder sagen, dass ich dich nicht bei mir haben will, ist das genauso gelogen wie gerade eben. Es stimmte wohl, manche Dinge sollten besser unausgesprochen bleiben.
 

„Schon gut. Ich verstehe das mittlerweile. Persönlicher Freiraum.“ Gerade noch war er von dem Menschen abgewiesen worden, und begegnete ihm jetzt mit nichts als Verständnis. Dean seufzte. Vor Jahren hatte er mit dem Engel ein ernstes Gespräch geführt, dass dieser ihm nicht zu nahe treten solle. Seither hatte Castiel sich bemüht dem nachzukommen.
 

Ach, vergiss das!, war sein erster Impuls. „Damals hatte ich mich bloß noch nicht daran gewöhnt…“ an das Gefühl in deiner Nähe.

Sich für seine eigenen Gedanken bestrafen zu wollen, war kein unbekannter Impuls. Das Einzige, das ihn von dem Drängen des Schams abbringen konnte, waren Rechtfertigungen und Ausreden, die so nah an der Realität lagen, dass sie mit der Zeit zu der seinen geworden waren.

Weißt du, ich bin zum Jäger erzogen worden, ausgebildet worden, mein Unterbewusstsein musste erst lernen, dass dein plötzliches Auftauchen keine Gefahr bedeutet, sondern Sicherheit, wollte Dean sagen, aber das wäre nur die halbe Wahrheit gewesen. Und Cas hätte sicher soetwas erwidert wie: Das bin ich nicht, ich bin nicht sicher für dich, ich habe dir wehgetan, schon so oft. Darauf hätte er selbst wohl geantwortet: Und jedes Mal hatte ich es verdient. Oder: Aber das bist nie wirklich du selbst gewesen.
 

Dean wollte keine alten Wunden aufreißen und so schwieg er, schwieg wie so viele Male zuvor. Wahrscheinlich war es besser so. Nur manchmal, wenn es still um ihn wurde, in Momenten wie diesen, fragte er sich, wie es gewesen wäre. Wie es gewesen wäre, wenn sie sich unter anderen Umständen begegnet wären, in einem anderen Leben, ohne die restriktiven Grundsätze seines Vaters, die er sich zu eigen gemacht hatte, zu eigen hatte machen müssen. Wie es gewesen wäre, wenn er aufhören könnte zu kämpfen, vor allem gegen sich selbst.
 

"I know how you look into a mirror and hate what you see. You're as mindless and obedient as an attack dog. Do you even have an original thought? No. You can still hear your dad's voice in your head, clear as a bell. All he ever did was train you, boss you around. Dad knew who you really were: a good solider and nothing else. Daddy's blunt little instrument. Your own father didn't care whether you lived or died. Why should you?"

Dean to himself in his dream 3.10
 


Nachwort zu diesem Kapitel:
"I wondered what my true happiness could even look like. I never found an answer because the one thing I want... It's something I know I can't have." Cas zu Dean 15.18
"They were not holding hands, but their shadows were." Toni Morrison
Eep: „Every time I’ve been hurt before… I’ve gotten a mark I can see. This hurts so much, and I can’t even see it.“ Mother: „I can see it.“ Eep: „Doesn’t matter. We’re just too different. I don’t even care.“ Mother: „Eep, if something hurts this much, maybe it means you do care. Maybe it’s something worth fighting for. So, what are you gonna do about it?“ The Croods: A New Age Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Caitlin: "Were you scared?" Dean: "Always am." Caitlin: "You have changed. The old you never would have admitted that." Dean: "Well, I'm not sure that's a good thing." Caitlin: "I think so. What do they say about getting older? You tell the truth more because you know that lies... they don't make anything better. Take care, Dean." 15.16

"I know where it comes from, your anger, your impatience, it's fear. You're scared." Kaia zu Dean 14.03

Dean: „Cas, hey. So, here's the thing. It's been kind of weird... you know. It's like we don't know how to act around each other, so we just kind of make this small talk and act normal, but it's – it's so not normal. (...) I'm – I don't know what to say, you know? It – it's – it's like it's all just too much." Cas: "Don't make things needlessly complicated as you humans tend to do." 12.02

Dean: "Cas, we've talked about this. Personal space?" Cas: "My apologies." 5.03

"Thank you. Knowing you, it... it's been the best part of my life. And the things that... the things we've shared together, they have changed me. You're my family. I love you. I love all of you." Cas zu Dean 12.12 Komplett anzeigen

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