Chapter 1
Arthur lächelte, als er das Bild betrachtete, welches sein Detektiv für ihn geschossen hatte: "Also hat er jetzt >Bloody Rose< auf mich angesetzt?"
"Ja. Das vermute ich. Zumindest haben sie miteinander gesprochen." entgegnete ihm der Blondhaarige ernst. Doch Arthur nahm die ganze Situation gelassen. Bloody Rose war nur ein weiterer Auftragskiller, den sein Konkurrent auf ihn angesetzt hatte. Nichts was seine >Knights of Round< nicht regeln konnten. Doch als er das Gesicht es gefürchteten Alphakillers betrachtete, regte sich etwas in ihm. Ein blasses Gesicht mit roten, emotionslos blickenden Augen und schwarzem schulterlangem welligen Haar, dass er sich mit zwei Spangen festgeklemmt hatte. Seine Kleidung war komplett schwarz, bis ein paar vereinzelte rote Akzente. Sein langer schwarzer Mantel hatte einen weißen Fellkragen. Waffen steckten am seinem Gürtel. Die Belichtung war nicht gerade gut, aber Arthur meinte, zwei Pistolen und ein Messer ausmachen zu können. Bloody Rose hatte eine, fast überirdische Schönheit. Und vor allen Dingen war er für zwei Dinge bekannt: Er war ein Omega und er brachte es fertig, Alphas zur Strecke zu bringen.
Normalerweise arbeiteten Auftragsmörder so, dass man nicht wusste wer hinter den Morden steckte. Doch Bloody Rose schien von Diskretion nicht viel zu halten. Wann immer er jemanden umbrachte, hinterließ er eine rote Rose. Das war sein Markenzeichen und warum man ihn nur >Bloody Rose< nannte. Weil er so gut war, war es auch ziemlich teuer ihn anzuheuern. Also musste sein Konkurrent tief in die Tasche gegriffen haben. Arthur amüsierte es, dass dieser fette schmierige Typ ihm so unbedingt loswerden wollte, nur um mit seiner Firma mehr Gewinne zu erzielen. Er und dieser Mann besaßen beide Millionenkonzerne, die sich auf den Verkauf von Computersoftwäre spezialisiert hatten. Leider war Arthur ihn immer einen Schritt vorraus, wodurch SEINE Firma weniger Gewinne abwarf. Das war IHM ein Dorm im Auge, weswegen er regelmäßig versuchte Arthur umbringen zu lassen. Er kannte den Namen seines Konkurrenten immer noch nicht und es war ihm auch herzlich egal. Er war keiner, der sich so leicht ermorden ließ. Auch von einem Bloody Rose nicht. Seine >Knights of Round< bestehend aus 12 Personen, die er sich zusammengesucht hatte und seine Tochterfirmen leiteten, hatten bis jetzt jeden Angriff vereiteln können. Und selbst wenn der Auftragskiller seine Kameraden überwand... Mit ihm hatte er sicher kein leichtes Spiel. Dank seines Spionageteam, bestehend aus Loki, Oz und seinen Leuten, hatte er jetzt sogar ein Bild von seinem Gegner. Arthur nickte Oz zu, welcher die Geste verstand und sich nun zurückzog. Seutzend lehnte sich der blondhaarige Firmenchef in seinem Sitz zurück: "Bloody Rose, also. Ich werde dich fangen und mir zu Eigen machen."
An einem anderen Ort war ein gewisser Jemand unterwegs, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Der Anthrazithaarige hatte die letzten Sachen in seinem Einkaufskorb verstaut, als sein Handy zu klingeln anfing. Santa seuftze, als er dieses aus er Tasche seines dunkelbraunen Mantels kramte und ranging.
"Hallo Brüderchen. Ich soll dich von Mama fragen, ob du heute lust hast zum Abendessen zu kommen. Es gibt Kaiserschmarren." trällerte ihm auch schon die Stimme seiner kleinen Schwester Eve entgegen. Santa fragte sich manchmal, wo sie die Energie her nahm. Eve schien immer bestens gelaunt und voller Energie zu sein. Im Gegensatz zu ihn, der lange schlief und selbst dann nicht aus den Federn kam. Seine beste Freundin Lisa hatte ihn schon mal als Schlaftablette bezeichnet, was wohl auch auf ihn zutraf.
"Ich habe noch einen Auftrag zu erledigen, aber danach komme ich gerne vorbei." entgegnete er ihr, während er mit seinem Korb zur Kasse warschelte. Eve wusste worum es ging. Schließlich war ihr Vater ebenfalls Auftragsmörder. Von ihm hatte Santa sein Handwerk gelernt. Eve hatte zwar auch den Umgang mit den Waffen erlernt, doch sie war zu sanftmütig, um irgendwem umbringen zu können. Stattdessen ging sie der Arbeit nach, die auch ihre Mutter verrichtete und arbeitete als Erzieher in einem Kinderheim.
Eve gab einen zustimmenden Laut von sich, ehe sie hinzufügte: "Ich sage Mama Bescheid. Dann sehen wir uns heute Abend."
Als sie auflegte, hatte Santa gerade mal Zeit, seine Einkäufe auf das Band zu legen, ehe die Verkäuferin sie einscannen konnte. Ein wenig umständlich kramte er sein Portmanaie hervor, um zu bezahlen. Seit drei Jahren lebte er jetzt schon alleine in seinem kleinen Apartment, doch der Familienzusammenhalt war bei ihnen sehr stark. Nicht oft war er bei seinen Eltern und seiner kleinen Schwester zu Besuch. Man konnte sagen, dass er ein glückliches Leben führte. Doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass ihm etwas fehlte. Er wusste nur nicht was.
Darum sollte er sich jetzt aber nicht kümmern. Sein nächster Auftrag stand an. Ein gewisser Herr Fernandez hatte viel Geld dafür bezahlt, dass er seinem Konkurrenten, einem gewissen Arthur Pendragon, den Gar ausmachte. Arthur war ein junger Alpha mit blondem kurzen Haar, goldgrünen Augen und herrschaftlich aussehender weißer Kleidung. Dieser Mann verkörperte alles, was Santa an Alphas hasste: Stärke, Arrogenz, besitzergreifendes Verhalten, gutes Aussehen und prahlerisch war er auch. Arthur war das fleischgewordene Klischee eines Alphas. Er würde ihn also mit Vergnügen abmurksen. Das Problem waren nur seine zwölf Tafelfritzen, die ihn rund um die Uhr begleiteten. Darunter seine 10-jährige Ziehtochter Gawain, die Santa auf keinen Fall bei seinem Angriff treffen wollte. Er würde nie so weit gehen und ein Kind töten. Und Arthur würde mit ihm rechnen. Sein Auftraggeber hatte ihm bereits mitgeteilt, dass er vor ihm schon einige losgeschickt hatte und entweder waren diese im Gefängnis gelandet oder nie mehr zurückgekehrt. Das war das, was ihm am meisten Bauchschmerzen bereitete. Allerdings wusste er bereits, dass dieser Arthur am längsten noch in der Firma blieb und arbeitete. Das hatte Santa bereits ausgekundschaftet. Es würde schon dunkel sein. Also DIE perfekte Gelegenheit ihn abzumurksen ohne mit seinen Tafelfritzen Bekanntschaft zu machen. Santa würde also spät, sehr spät bei seinen Eltern zum Essen erscheinen.
Am Abend hatte der Anthrazithaarige alles zusammengepackt und seine Arbeitskleidung angezogen. Danach stieg er in seinen schwarzen Cadilac ATS Coupé und fuhr los. Bis zu dem besagten Firmengebäude, ein riesiger mit Glas ummantelter Komplex, der mitten in die Stadt gerotzt war, war es eine Stunde Fahrzeit. Aus den Boxen seines Wagens dröhnte seine Lieblingsband >Linkin Park<. Im Takt zur Musik klopfte Santa mit seinen Fingern auf das Amaturenbrett, während er mit der anderen Hand das Lenkrad hielt. Wenige Meter vor dem Firmensitz parkte er seinen Wagen so, dass er im Notfall schnell fliehen konnte. Danach ging er auf das riesige Gebäude zu und betrat dieses still und heimlich. Niemand schien hier zu sein. Da sein Ziel nicht wusste wie er aussah, traute er sich den Lift zu benutzen, um bis zum obersten Stock zu fahren, wo der Alpha sein Büro hatte. Kurz vor der riesigen Eichentüre des Büros stoppte er und zog eine der Pistolen. Danach flog diese ins Schloss und Bloody Rose nahm sein Zielobjekt direkt ins Visier. Der Alpha saß in seinem Sessel und schien ihn bereits erwartet zu haben. Ein süffisantes Grinsen umspielte seine Lippen.
Chapter 2
Ohne zu zögern richtete er seine Waffe auf den Blondhaarigen und drückte den Abzug. Der Schuss ertönte und sein Gegenüber rührte sich nicht. Hatte er eine kugelsichere Weste an? Denn außer einem Loch in seinem schien sein Zielobjekt keinen Schaden davongetragen zu haben. Auch das dämliche Grinsen blieb in seinem Gesicht. Sein Kopf war allerdings nicht geschützt, also zielte er dieses Mal auf diesen. Doch ehe er abdrücken konnte, sprang ein anderer Mann in sein Gesichtsfeld und gedachte ihm sein Gerät, in Form eines übergroßen Bummerangs, auf den Schädel zu donnern. Die Tafelfritzen waren anscheinend doch nicht ausgeflogen. Santa verpasste ihm einen gekonnten Tritt in die Magengrube, ehe er wieder Arthur anvisierte. Er musste schnell sein, ehe... Ein riesiger Hühne mit einer Machine Gun versperrte ihm den Weg. Die Kugeln würden eine Schutzweste sicher nicht abfangen. Mitlerweile ein wenig blass geworden wich Santa zurück, als auch schon die anderen Tafelfritzen auf ihn zugestürmt kamen. Das Büro war zwar groß, aber nicht so groß, dass er darin gegen 12-13 Mann kämpfen konnte. Also beschloss er, den Rückzug anzutreten. Doch er befand sich hier im zehnten Stock. Ein Sprung aus dem Fenster würde er nicht überleben. Also musste er die Treppe nehmen. Als er die Türe öffnete, um ins Treppenhaus zu gelangen, erwarteten ihn bereits zwei weitere von Arthurs Leuten. Die Dame mit den blonden langen Haaren zog direkt zwei Gunblades und versuchte ihn damit zu erwichen. Die Andere versuchte ihn mit Pfeilen abzuschießen. Doch der Anthrazithaarige ließ sich nicht beirren und nutzte es aus, dass die Treppe nach unten führte, um nach vorne zu springen und die Frau mit den Pfeilen wegzuschubsen. Sie stürzte und fiel die Treppe hinunter. Dadurch war auf ihre Kollegin für einen Moment lang abgelenkt. Santa nutzte den Moment, um über die am Boden liegende Dame hinwegzuspringen und die Treppe nach unten bis zum Untergeschoss hinab zu laufen. Kurz vor der Türe, die aus dem Treppenhaus führte, erwartete ihn ein Butler mit Gun-Canes und ein kleiner Pfurts mit einem Riesenhammer. Santa setzte jetzt zwei seiner Pistolen ein und zielte von der Distanz aus auf ihre Köpfe. Das veranlasste die Beiden, die keine Distanzkämpfer waren, aus der Türe zu treten und ihm somit Platz zur Flucht zu machen. Schnell rannte er aus der Türe, nur um sich Auge um Auge mit der kleinen ElfJährigen wiederzufinden, welche ihm ihren Riesenhammer auf den Kopf donnern wollte. Doch er war schneller und zielte mit der Waffe geradewegs auf ihren Kopf.
"GEWAIN!!! Geh da weg!!" hörte er plötzlich die angstverzerrte Stimme des Alphas durch die riesige Empfangshalle schallen. Wie war der so schnell nach unten gelangt? Hatte er etwa den Aufzug genommen? Dieser Kerl schien echt Lebensmüde zu sein oder warum stellte er sich ihm freiwillig wieder in den Weg? Doch Santa würde nie ein Kind erschießen. Selbst dann nicht, wenn es im Besitz einer Waffe war. Anstatt abzudrücken, tänzelte er um die Kleine herum und geriet somit ins Fadenkreuz des blonden Knipses, welcher ihm mit seinem Hammer in die Magengrube traf und ihn meterweit wegkatapultierte. Santa spürte, wie er bei seinem Flug die gläserne Schwanenskulpur aus der Empfanghalle mitnahm und mit dem Kopf schmerzhaft gegen ein Regal prallte, welches direkt umfiel und ihn unter sich und seinem Inhalt begrub. Santas Sicht verschwamm, während er krampfhaft versuchte nicht bewusstlos zu werden. Zahlreiche Glassplitter hatten sich in sein Fleisch gebohrt und sein Kopf schmerzte fürchterlich. Mühsam krabbelte er unter dem Regal hervor, ehe sein Bewusstsein wieder verschwamm. Als er wieder klar sehen konnte, hatte der Butler ihn schon um seine Waffen erleichtert und ihm Handschellen angelegt. "Wir haben ihn geschnappt." freute sich der blondhaarige Knirps. Doch der Butler wirkte weniger erfreut und entgegnete mit ernster Stimme: "Aber nur, weil er Gawains Leben verschont hat. Das hätte auch ganz anders ausgehen können. Danach überfiel die Ohnmacht ihn ganz. Als er wieder aufwachte, war er an die Heizung des Alphabüro gekettet. Allerdings waren seine Feinde so nett gewesen, ihn zu verarzten. Ein dicker Verband zierte seinen Kopf, außerdem schienen ihm sämtliche Glassplitter entfernt worden zu sein. Dann hörte Santa wie eine Tür geöffnet wurde und Schritte, die den Raum betraten. Diese schienen zielstrebig auf ihn zu zu kommen und Santa konnte die schwarzen Lackschuhe seines Zielobjektes erkennen. Arthur ging vor ihm in die Hocke und nahm sein Kinn in seine große gebräunte Hand. Das siegessichere Grinsen war ihm schon wieder in sein Gesicht getacktert. Und das bei jemanden, dessen Tochter beinahe draufgegangen wäre. Santa hätte kotzen können. "Nah? Wieder wach?" wurde er von ihm begrüßt.
"Scheint wohl so." gab Santa ihm mit einem Knurren zur Antwort, worüber der Blondhaarige nur amüsiert schmunzelte, um ihn anschließend wieder loszulassen.
"Dein Versuch mich zu töten scheint ja kläglich gescheitert zu sein." gab dieser mit einem süffisanten Unterton zur Antwort.
"Ich habe auch nicht damit gerechnet von Kindern angegriffen zu werden. Wie alt sind die beiden eigentlich?" fragte er den Blonden, seine Stimme klang dabei ziemlich kühl.
"Du meinst Breuner und Gawain? 19 und 11 Jahre alt. Beide können ausgezeichnet mit Waffen umgehen. Aber mit einem Auftragsmörder von seinem Rang hätte ich sie besser nicht konfrontieren sollen." gab der Alpha zu und seuftzte: "Trotzdem rechne ich es dir hoch an, dass du Gawains Leben verschont hast."
Arthur räusperte sich bevor der fortfuhr: "Du hast jetzt zwei Optionen. Entweder ich liefere dich jetzt und hier der Polizei aus oder du nimmst mein Angebot an."
"Ein Angebot?" Santa wurde nun hellhörig. Was für ein >Angebot< wollte ihm der Alpha jetzt unterbreiten? Sein Omega zu werden? Eher würde er es vorziehen zu sterben.
"Ich zahle dir das Doppelte und du tötest für mich denjenigen, der dich beauftragt hat mich zu töten. Außerdem möchte ich, dass du allgemein in meine Dienste trittst."
"Und was wenn ich >Nein< sage? Ich bin niemand, der seinen Clienten in den Rücken fällt. Und was hätte ich davon, für dich zu arbeiten?"
"Dann weiß ich, wo ich dich finden kann, Santa. Dich und deine Familie."
Was zum... Wie kam dieser Alpha an seinen echten Namen? Arthur schien Santas Blick gedeutet zu haben, denn als Antwort wurde ihm ein Foto und einen ausgedruckten Artikel vor die Nase gehalten. Auf dem Foto war er zu sehen. Anhand der Fassade erkannte er, dass das Bild zu einem Zeitpunkt gemacht wurde, als er sich mit seinem Klienten getroffen hatte. Wie konnte der Fotograf ein Bild von ihm machen, ohne dass er ihn bemerkte? Das andere war ein Artikel von einem Kinderheim, auf diesem groß ein Foto von einer Gruppe Kinder, seiner Mutter, seiner Schwester und ihm prankte. Unter dem Bild waren die Namen gedruckt. Santa hätte schreien mögen.
"Den Fotografen werde ich auch auf meine Todesliste setzen."
"Also sind wir im Geschäft?"
Wenig später saß der Anthrazithaarige in seinem Wagen und machte sich auf den Weg zu seiner Familie. Niedergeschlagen stellte er seine Musikanlage an. Es war ihm nichts weiter übrig geblieben als Arthurs Bedingungen zuzustimmen. da dieser indirekt ihn und seine Familie bedroht hatte. Als ein Song von Linkin Park ertönte, stellte er die Musikanlage augenblicklich wieder aus. Wütend und frustriert schlug er mit der Faust gegen das Amaturenbrett und hätte dabei beinahe mit seinem Wagen einen Baum geknutscht. "Na, warte! Arthur Pendragon. Du wirst den Tag noch bereuen, an dem du mich zu deinem Diener gemacht hast. Dein Kopf wird noch rollen."
Chapter 3
Ein sanftes Lächeln legte sich auf Oz´ Lippen, als er sich hinüberbeugte, um seinen Alpha zu küssen. Für den Moment war er einfach nur glücklich, hier mit Loki in seinem Appartment zu sein und dessen Nähe zu genießen. Der Blondhaarige fragte sich, wann es endlich soweit sein würde? Wann sein Freund endlich die Bindung vollziehen würde? Wie würde es wohl sein, wenn Loki in seinen Nacken biss und ihn damit für immer als sein Eigentum markierte? Oz war schon total aufgeregt. Schließlich waren sie seit drei Jahren zusammen und für ihn stand fest: Es gab für ihn keinen anderen als ihn. Aber er wollte Loki auch nicht drängen. Aber je weiter ihre Beziehung fortschritt, umso ungeduldiger wurde er. In ihm steckte halt immer noch die Seele eines kleines Kindes. "Oz. Ich muss weg. Wir sehen uns morgen auf der Arbeit." hörte er seinen Freund sagen. Murrend kuschelte Oz sich weiter an ihn: "Jetzt schon? Kannst du nicht noch etwas bleiben?"
Aus großen Augen wurde der Schwarzweißhaarige von seinem Omega angeguckt. Loki schenkte ihm ein verschmitzes Lächeln, ehe er Oz einen Kuss auf die Stirn drückte und aufstand, um sich anzukleiden: "Tur mir leid, Liebling. Aber ich bin noch mit jemanden in der Stadt verabredet."
"Und du konntest deine Verabredung nicht einen Tag später planen? Du wusstest doch, dass du heute zu mir kommst."
"Leider nein. Aber morgen ist auch noch ein Tag."
Oz brummelte nur etwas unverständliches vor sich hin und sein Freund verschwand aus der Türe.
Als Loki weg war, angelte der Blondhaarige nach seiner Kleidung und zog sich wieder an, bis ihm auffiel...
"Loki hat sein Handy liegen lassen. Wenn ich mich beeile, erwische ich ihn noch." schnell spurtete der Blondhaarige los. Auf der Straße war Loki nicht mehr zu sehen, aber Oz wusste, dass er in die Stadt wollte. Also joggte er im Eiltempo los in die Stadt. Da heute schönes Wetter war, waren dementsprechend viele Leute unterwegs. Doch irgendwann fand er ihn. Sein Freund stand vor dem Plaza und küsste...einen schwarzhaarigen jungen Mann mit roten Augen. Oz traute seinen Augen nicht. Als die beiden in seine Richtung sahen, versteckte er sich schnell hinter der nächsten Hausfassade.
Plötzlich gab das Handy von Loki einen Ton von sich und kündigte eine WhatsApp an.
Oz war nie besonders Kontrollsüchtig. Schon gar nicht ging er an die Handys anderer und las Nachrichten mit. Aber er hatte gerade gesehen, wie sein Freund einen anderen geküsst hatte. Also...
Während er den Nachhauseweg antrat, durchkämmte er Lokis Chats nach Hinweisen für eine Romanze mit dieser Person. Wie lange ging das schon? Wer war dieser Mann? Doch was er vorfand, verschlug ihm fast den Atem. Scheinbar hatte der Schwarzweißhaarige mit allemöglichen Leuten etwas am laufen. Surtr, den er geküsst hatte, war eigentlich sein bester Freund und der Einzige, der von Lokis Doppelleben wusste.
In Wahrheit war er aber in Arthur verliebt, welcher wiederrum nichts von ihm wissen wollte. Wusste Arthur eigentlich, dass er mit dem Schwarzweißhaarigen zusammen war? Sie hatten vor ihm nie darüber gesprochen. Augenblicklich kochte Magensäure in ihm hoch. Würgend und weinend stützte der Blondhaarige sich an dem nächsten Laternenpfahl ab. Darum hatte sein Freund kaum Zeit für ihn. Er war damit beschäftigt mit noch zehn anderen ins Bett zu hüpfen. Die Tränen versiegten auch dann nicht, als er zu Hause ankam. Oz ließ sich auf sein Bett fallen und weinte hemmungslos in sein Kissen. Irgendwann klingelte es an der Türe. Er ignorierte es.
Santa war zu seiner Familie gefahren. Als er ankahm, war das Essen bereits kalt und seine Mutter ziemlich sauer. Das wollte sie zumindest sein, bis sie den Verband um des Kopf ihres Sohnes entdeckte. Bei einem kalten Abendmahl erzählte er ihnen was passiert war.
"Er will dich in seine Dienste stellen? Als Auftragsmörder oder wie? Hat er nicht 11 gut bewaffnee Männer, die diesen Job tun könnten? Ein wenig seltsam, oder? Ich glaube, das steckt mehr dahinter." hörte er seinen Vater sagen.
"Ob er dich vielleicht näher kennen lernen will?" führte seine Mutter die Vermutung des Vaters fort.
"Mit so einem gehe ich bestimmt nicht aus." murrte der Anthrazithaarige vor sich hin.
"Naja. Immerhin hat er dich nicht getötet oder die Polizei verständigt." entgegnete Jeanne, während sie das Geschirr wegräumte.
"Dann tu erstmal was er sagt und nutze dann die Gunst der Stunde. Falls es Probleme gibt... Ich stehe jederzeit bereit, um dir zu helfen. Du musst das nicht alleine schaffen, mein Sohn." ermunterte Nicholas ihn. Santa wusste, dass er sich im Notfall auf seinen Vater verlassen konnte. Doch er hatte seinen Stolz.
Dieser Arthur hatte ihn gedehmütigt und würde jetzt den Preis dafür zahlen. Es gab keinen, den Bloody Rose nicht töten konnte.
Am nächsten Tag hatte Oz sich ausgeweint und bedeckte mit etwas Puder die geröteten Augen. So marschierte er ins Büro und legte dem Schwarzweißhaarigen sein Gerät direkt vor die Nase: "Hier bitte. Das hast du gestern bei mir vergessen."
"Oh Danke. Ich hatte gestern noch bei dir geklingelt. Aber scheinbar warst du nicht da."
Zur Antwort nickte der Blondhaarige nur.
"Ist irgendwas passiert? Du wirkst so...reserviert." wunderte Loki sich und warf Oz einen fragenden Blick zu. Doch dieser ignorierte es und setzte sich stattdessen an seinen Rechner.
Chapter 4
Wann immer Santa einen Menschen tötete, schaltete er automatisch seine Gefühle ab. So hatte es ihm sein Vater beigebracht. Santa fühlte auch jetzt nichts, als sein Auftraggeber in einer Blutlache vor ihm lag. Eine Rose lag auf dem leblosen Körper des Mannes. Was Polizisten und andere für sein Markenzeichen hielten, war für Santa einfach nur eine Art Abschied zu nehmen und der traurigen Szenerie vielleicht noch etwas tröstliches zu verleihen. Diese Gestik hatte der junge Mann von seinem Vater übernommen. Manchmal wünschte Santa sich, dass er einen anderen Beruf hätte ergreifen können. Das Töten von Menschen machte ihm nur wenig Spaß und war jedes Mal mit einem hohen Risiko verbunden, entweder von der Polizei erwischt, festgehalten oder selbst getötet zu werden. Doch sein Vater bestand darauf und als sein Sohn wollte er ihn nicht enttäuschen. So reinigte der Anthrazithaarige seine Waffen, ehe er mit einem gekonnten Sprung aus dem Fenster flüchtete. Der Alpha hatte ihm zum Abschied einen Zettel mit seiner Handynummer in die Hand gedrückt. Er sollte anrufen, wenn die Zielperson erledigt war.
„Herr Fernandez ist tot. Also wo bleibt mein Geld, Alpha?“ schmiss der Anthrazithaarige seinem Gesprächspartner direkt an den Kopf. Er wusste zwar, dass er definitiv nicht in der Position war, Forderungen zu stellen. Schließlich wusste Arthur wer er war und konnte auch seiner Familie schaden. Aber vor dem Alpha würde Santa definitiv keine Schwäche zeigen.
„Herr wer? Ach! Meinen Konkurrenten. Komm zu mir und du bekommst dein Geld, Omegalein.“ tönte es aus den Lautsprechern seines Wagens.
„Wie? Du kennst noch nicht mal den Namen der Person, die du hast umbringen lassen? Was findet ihr Reichen nur daran, euch gegenseitig abzuschlachten? Ich verstehe das nicht.“ beinahe hätte Santa die Kurve verpasst, so aufgebracht war er gerade.
„Hey! Er hat ja wohl angefangen. Aber wenn ich mir eine Gegenfrage erlauben darf? Warum bringst du im Auftrag andere Menschen um? Hmm.“ Santa konnte das Lächeln des Alphas quasi aus dem Telefon heraushören.
„Weil ich reiche Leute hasse. Ebenso wie Alphas.~ Außerdem bekomme ich dafür jede Menge Schotter und es ist ein Familiengeschäft.“
„Ich hinterfrage das mal nicht. Wenn du dein Geld willst, musst du zu mir kommen. Ich habe dir die Adresse gesimst.“
„Ich bin schon unterwegs.“ murrte der Anthrazithaarige und drückte nochmal kräftig aufs Gas. Je eher er bei dem Alpha war, umso eher konnte er auch wieder gehen. Santa war es nicht verborgen geblieben, dass er ihm statt der Firmenadresse seine Privatadresse gegeben hatte.
Die Villa des Alphas schrie gerade zu noch Protz. Ein Haus, dass eines Königs würdig war. Es war weiß und hatte mehrere Etagen. Große Fenster ließen Licht hinein. Ein riesiger piekfein gepflegter Garten erstreckte sich vor ihm und gleich mehrere Pools entdeckte der Anthrazithaarige auch. Die Terrasse war anscheinend dazu ausgelegt auf ihr zu grillen. Außerdem entdeckte er eine Garage, in der wahrscheinlich mehrere Autos standen. Ein riesiges Tor versperrte ihm den Weg. Bevor Santa sich dazu durchringen konnte zu klingeln, tauchte einer von Arthurs Leuten am Tor auf und öffnete dieses für ihm. Der alte Mann im Frack bedachte ihn mit kalten Blicken, als er sagte: „Versuche auch nur Arthur etwas anzutun und du wirst es bereuen.“
Santa hob die Hände zu seinem Schutz und entgegnete in einem genervten Tonfall: „Ich hole mein Geld und bin dann wieder weg.“
Der Butler warf ihm noch einen drohenden Blick zu, ehe er ihn in das Haus geleitete. Arthur empfing ihn schon im weitläufigen Eingangsbereich: „Vielen Dank, Gareth. Du kannst uns jetzt alleine lassen.“
Als Gareth weg war, wandte der Alpha sich direkt an Santa: „Komm mit. Deine Belohnung habe ich dir schon bereit gelegt. Danach können wir deine künftigen Aufträge besprechen.“
Wortlos folgte der Anthrazithaarige dem Alpha in sein Büro. Dieses war genauso protzig wie der Rest des Gebäudes und in verschiedenen Rottönen gehalten. Kaum hatte sich die Türe hinter Arthur geschlossen, startete Santa den ersten Tötungsversuch und griff Arthur mit dem Messer an. Doch dieser reagierte schneller als gedacht und packte den Anthrazithaarigen am Handgelenk, ehe dieser seine Tat vollenden konnte. Arthur taxierte Santa mit seinem kalten Blick und verstärkte seinen Griff um dessen Handgelenk. Dieser versuchte aufgrund des enormen Schmerzes nicht aufzuschreien, während er das Messer weiterhin auf Arthur gerichtet hielt und sich verzweifelt versuchte aus dessen Griff zu winden. Doch die Hand des Alphas saß wie ein Schraubstock um sein Handgelenk.
„Lass los. Oder soll ich dir das Handgelenk zerquetschen? Bei deinen dünnen Ärmchen wäre es ein Leichtes das zu tun.“ erklang Arthurs Stimme kalt und erbarmungslos. Um seinen Worten Ausdruck zu verleihen, drückte er noch einmal fester zu. Mit einem wütenden Knurren ließ Santa das Messer fallen. Klirrend fiel es zu Boden, wo es von dem Blondhaarigen mit einem Fuß unter den Schreibtisch befördert wurde. Noch immer hielt der Alpha sein Handgelenk fest und ließ ihn nicht gehen. Danach spürte der Omega wie er gepackt und mit Schwung auf den Schreibtisch gedrückt wurde. Zahllose Papiere wirbelten auf und flatterten durcheinander. Halb liegend versuchte Santa erneut seine linke Hand aus dem Griff des Alphas zu befreien, während Arthur über ihn gebeugt stand und ihm gefährlich nahe kam.
„Lass meine Hand los, duuu...“ fauchte der Anthrazithaarige wütend.
„Warum sollte ich?“ gab ihm der Blondhaarige in einem amüsierten Tonfall zu verstehen: „Damit du mich nochmal angreifen kannst?“
„Lass los!“ war alles, was der Omega dazu sagen konnte.
„Dann gib mir die Waffen, die du noch bei dir trägst. Ich möchte schließlich noch ein wenig weiterleben.“ Arthur ließ daraufhin Santas Hand los. Der Anthrazithaarige wusste, dass er in dieser Situation eh nichts ausrichten konnte und übergab Arthur die restlichen Messer, welche er noch bei sich trug. Arthur lief diese in einer Mülltonne verschwinden, die neben dem Schreibtisch stand. Als der Omega sich wieder aufrichten wollte, um von diesem gottverdammten Schreibtisch zu verschwinden, kehrte der Alpha zurück und packte ihn erneut am Handgelenk. Als Santa sich erneut zu Wehr setzen wollte, wurde er mit einem Ruck an seinen Gegenüber gezogen, sodass kein Blatt mehr zwischen sie passte. ER spürte wie Arthur sich vorbeugte, um ihm ins Ohr zu hauchen: „Ich denke du weißt jetzt, dass deine Angriffe bei mir nichts bringen. Solltest du das also nochmal versuchen, bin ich gezwungen...Maßnahmen zu ergreifen.“
Santa konnte sich lebhaft vorstellen, zu welchen Maßnahmen Arthur dann greifen würde. Also zog er es vor lieber zu schweigen. Arthur deutete dies als ein Einverständnis und ließ den Anthrazithaarigen wieder los, ehe er sich, als wäre nicht gewesen, an seinen Schreibtisch setzte.
„So. Dann können wir ja endlich zum Geschäftlichen kommen. Hier erst mal dein Geld.“ mit diesen Worten reichte Arthur ihm ein Bündel mit Geldscheinen. Als der Omega dieses durchgezählt hatte, stellte er fest, dass Arthur sich an die Vereinbarung gehalten und ihm das Doppelte des Kaufpreises gezahlt hatte.
„Oz? Du verhältst dich schon den ganzen Tag so seltsam. Was ist los?“ Loki hatte den Blondhaarigen auf dem Weg von der Arbeit nach Hause eingeholt und stellte ihn jetzt zur Rede. In Oz geisterten immer noch die Erkenntnisse des gestrigen Tages durch den Kopf. Surtr, Shakespeare, Odin, Lancelot und Sigyn. Das waren die Namen der Personen, mit denen sein Partner ebenfalls eine Beziehung führte. Sei es romantischer oder sexueller Natur. Und dann war da noch die unerwiderte Liebe zu Arthur. Sein Herz schmerzte. Und jetzt diese scheinheilig besorgte Art von ihm. Als wenn es Loki wirklich interessieren würde, wie es ihm ging.
„Hast du nichts besseres zu tun? Ich meine. Deine fünf anderen Lover warten sicher schon sehnsüchtig auf dich.“ konfrontierte der Blondhaarige seinen Partner direkt mit der Wahrheit. Dieser Verrat schmerzte. Er schmerzte tief. Oz spürte, wie die Tränen sich erneut einen Weg aus seinen Augen bahnen wollten. Doch er hielt sie zurück. Loki sollte nicht wissen, wie sehr er ihm wehgetan hatte. Augenblicklich wandelte sich das Gesicht seines Ex-Partner von Besorgnis, zu Unglauben, ehe ein breites freudloses Grinsen sein Gesicht zierte: „Du hast mein Handy durchgewühlt, kann das sein? Ich habe mich schon gewundert, warum Apps geöffnet waren, die ich nicht geöffnet habe.“
„Ich habe lediglich wissen wollen, wer der Typ war, mit dem du vor dem Plaza so inbrünstig geknutscht hast.“ entgegnete Oz ihm schroff.
„Oh. Das war Surtr. Du hättest mich doch einfach nur fragen brauchen.~“ Loki süffisante Stimmlage versetzte Oz nur noch mehr ein Stich ins Herz.
Oz reagierte mit Sarkasmus: „Und dann hättest du mir auch sicher von deinen anderen Beziehungen und von deiner unsterblichen Liebe zu Arthur erzählt.“
Kaum hatte Oz seine Worte ausgesprochen, wurde er auch schon von Loki gepackt und gegen die nächstbeste Wand geschubst. Er wollte protestieren. Doch kein Wort verließ seine Lippen, als der Alpha ihn küsste. Grob pressten sich Lokis Lippen gegen seine. Instinktiv setzte Oz sich zu Wehr, doch sein Gegenüber war stärker. Jetzt. Wo er ihm wieder so nah war, seine Wärme spürte und seine Lippen auf den seinen, flossen die Tränen doch.
Chapter 5
Loptr zuckte zusammen, als die Haustüre aufgerissen wurde und mit einem Schlag gegen den Türrahmen knallte. Schnell schloss er das Fenster von Friendslog und fuhr den Rechner herunter, ehe er seinen Bruder durch den Flur stapfen hörte. „Loki?“ ein wenig verwundert über die Laune seines Bruders, schaute er aus seiner Zimmertüre. Dieser hörte auf zu wüten und wandte sich Loptr zu: „Was? Was willst du, Loptr?“
„Warum...bist du so wütend?“ gab der Jüngere ein wenig kleinlaut von sich. Noch nie hatte er seinem Bruder so furios erlebt.
„... Das geht dich nichts an.“ nun etwas ruhiger, verschwand Loki in seinem Zimmer und ließ seinen verwirrten Bruder zurück.
Als Loki seine Lippen von Oz seinen nahm, bemerkte er die leichten Tränenspuren auf dessen Gesicht. Sanft fuhr er diese mit seinem Daumen nach: „Na na. Wer wird denn hier weinen? Weißt du, was diese fünf Personen alle gemeinsam haben?“
„Sie sind genauso blöd wie ich und auf dich reingefallen?“ entgegnete der blonde Omega trocken.
Ein amüsierten Grinsen zeichnete sich auf Lokis Gesicht ab: „Nein. Sie sind mir schlicht und ergreifend egal. Und ja. Arthur bedeutet mir viel. Aber ich weiß, wann ich verloren habe.“
„Dann weißt du hoffentlich auch, dass du jetzt ebenfalls verloren hast. Ich lasse mich doch nicht von dir verarschen, Loki.“ ziemlich wütend wandte Oz all seine Kraft auf, um sich aus Lokis Griff zu befreien.
„Oder du akzeptierst, dass es noch andere an meiner Seite gibt und bleibst mein kleiner süßer Omega. Ich würde es wirklich schade finden, wenn du gehst, Oz.“
„Tut mir leid. Aber lebe lieber in Monogamie. Wissen die Anderen eigentlich von ihren Nebenbuhlern? Mal abgesehen von Surtr natürlich?“
„Ja. Das tun sie.“
„Und gefällt ihnen das?“
„Nicht wirklich. Aber solange sie bei mir bleiben...“
„Auf nimmer wiedersehen, Loki.~“ Oz winkte ihm noch zum Abschied, ehe er sich herumdrehte und ging.
Da sein Bruder sich nicht mehr rührte, fuhr Loptr den Computer wieder hoch und loggte sich in eines der beiden Friendslogprofile ein. Dante hatte ihm zurückgeschrieben. Sein Herz klopfte wie wild. Er hatte das Profil des Blondhaarigen per Zufall auf Facebook gefunden. Vielmehr war er ein Freund von seiner Mutter Laufey und wurde ihm deshalb vorgeschlagen. Loptr hatte sich sofort in den jungen Mann verliebt, als er sein Profilbild gesehen hatte. Seitdem schrieb er ihm und Dante schien ihn auch zu mögen.
Dante Falzone | 17:30 Uhr | Unsere Managerin hat uns wieder gehetzt ohne Ende. Interview hier, Werbeauftrag da. Ich wünschte, sie würde meinen Terminplaner nicht so voll packen. Ansonsten geht es mir gut. Und dir, Loki? Wie war deine Arbeit so?“
„Jetzt zu deinem Auftrag, Santa.“ Arthur reichte ihm eine Akte, in der die Daten einer Person und einige Bilder verewigt wurden über den Tisch. Santa besah sich kurz die Dokumente, ehe zu Arthur aufsah: „Und den soll ich für dich töten? Ich meine. Dieser Mann sieht nicht unbedingt reich aus.“
„Schrödinger gehört zu meinem Entwicklungsteam. Ohne sein Wissen wäre ich mit meiner Firma nie soweit gekommen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass er Pendragon Industries nicht mehr so loyal gegenüber ist. Firmengelder verschwinden, Bauteile werden auf dem Schwarzmarkt verkauft, ebenso wie firmeninterne Informationen und ich vermute, dass er dahintersteckt.“ Arthurs Lächeln war einem ernsten Gesichtsausdruck gewichen. Scheinbar belastete ihn diese Sache. Wer auch immer dafür verantwortlich war, fügte seiner Firma schweren Schaden zu.
„Und deswegen soll ich ihn umbringen?“ versicherte sich der Dunkelhaarige erneut.
„Nur, wenn sich herausstellt, dass er ein Serienkiller ist. Ansonsten lass ihn bitte leben. Um auf den Punkt zu kommen. Ich möchte dich in die Entwicklungsabteilung einschleusen. Dort sollst du herausfinden, wer für all das verantwortlich ist. Eigentlich ist meine Spionageabteilung für solche Fälle zuständig. Aber da ihre Gesichter in meiner Firma bereits bekannt sind...“ erklärte der Alpha und nahm die Akte wieder an sich.
„Ich habe absolut keine Ahnung von...von... Entwicklung und bla. Meine Tarnung fliegt doch direkt auf.“ warf Santa ein. Wenn dieser Schrödinger ihm abkaufte, dass er Computersoftware entwickeln konnte, musste dieser schon mehr als dumm sein.
„Ich habe Schrödinger bereits erzählt, dass du ein >Freiwilliges soziales Jahr< in unserer Entwicklungsabteilung machen möchtest und er sich bitte um dich kümmern soll.“ Arthur war wirklich nicht dumm, dass musste er ihm lassen. Also würde Santa sich als Hochschüler ausgeben, der das Jahr zwischen Schule und Studium mit einem Freien sozialen Jahr überbrücken wollte. Das passte sogar einigermaßen, da er wirklich eine Hochschule besucht hatte. Sein Vater wollte eben, dass er ein besonders intelligenter Killer wurde.
Der Anthrazithaarige seufzte: „Also gehe ich davon aus, dass ich morgen in deiner Firma aufkreuzen muss?“
„Sei bitte pünktlich um acht Uhr da. Breuner wird dich empfangen und in die Entwicklungsabteilung begleiten. Natürlich wirst du auch entsprechend bezahlt.“
„Und ich dachte, ich wäre dich los.“
„Da muss ich dich leider enttäuschen.“
Chapter 6
„Ah. Ich verstehe. Er will dich also als Spion einsetzen, um zu überprüfen wer von seinen Leuten illoyal ist.“ stellte Nicholas fest, nachdem Santa zu seiner Familie gefahren war und ihm und Jeanne alles erzählt hatte, was sich bei dem Besuch in Alphas Privatanwesen zugetragen hatte.
„Ja, genau. Und dafür muss ich morgen um acht Uhr da antraben. Ich habe so was von keine Lust.“ murrte der Anthrazithaarige und rührte unwirsch in seinem Kaffee.
„Du und früh aufstehen? Ich sehe schon, mein Sohn. Dieser Auftrag wird dich schaffen. Aber immerhin wirst du massig Gelegenheit haben, den Alpha um die Ecke zu bringen.“ schmunzelnd nahm Nicholas einen Schluck von seinem eigenen Getränk: „Pass auf dich auf und lass diesen Mann nicht zu nah an dich ran. Nicht, das er dich zu einer Paarbindung zwingt.“
„Mache ich schon nicht. Ich bin schließlich nicht sein Spielzeug.“ brummelte Santa vor sich hin.
„Die Frage ist, was er mit diesen....Tafel... Was er mit diesen Tafelfritten macht? Die wissen dann doch, dass Santa für den Tod ihres Anführers verantwortlich ist.“ mischte sich Jeanne in das Gespräch ein. Die Besorgnis stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben.
Nachdenklich fuhr sich Nicholas durch das Gesicht: „Wenn sie wissen, dass Santa in seiner Firma ist, dann ja. Ich werde mir dann den Stärksten von denen heraussuchen und kurzen Prozess machen. Als Warnung sozusagen. Aber vielleicht ist es gut, erstmal auszukundschaften, wer von der Spionageaktion weiß.“
„Oder Santa erledigt die aufgetragene Mission und verschwindet dann. Es erscheint mir als ziemlich unklug sich mit diesem Mann und seinen Schergen anzulegen.“ mischte sich Jeanne erneut ein. Alpha hin, gekränkter Stolz her. Sie wollte ihr Kind nicht wegen solcher Lappalien verlieren.
„Ich denke, wir überlassen das unserem Sohn.“ beendete der Weißhaarige das Gespräch mit einer ausladenden Geste.
„Geht es dir jetzt besser?“ um seinen Bruder versöhnlich zu stimmen, stellte Loptr ihm einen Latte Macchiato vor die Nase. Loki hatte sich inzwischen wieder gefangen und nahm wortlos das Getränk entgegen. „Und? Willst du mir jetzt erzählen was vorgefallen ist?“ versuchte der Schwarzhaarige noch einmal auf ihn einzuwirken. Loki seufzte und stellte seinen Kaffee bei Seite: „Oz hat das mit seinen Nebenbuhlern herausgefunden und war nicht erfreut.“
„Okay... Kann dir doch egal sein. Du hast ja noch fünf andere.“ unbeeindruckt nippte Loptr an seinem eigenen Kaffee.
Schmollend ließ sich der Alpha in die Couchkissen fallen: „Es ist mir aber nicht egal. Oz hat mich nicht zu verlassen, Punkt.“
„Naja. Aber nicht jeder möchte secount-best sein.“ versuchte der Omega einzulenken. Um ehrlich zu sein ärgerte es ihn schon, dass sein Bruder so viele Partner hatte. Loki war durchaus beliebt. Nicht zuletzt wegen seines umwerfenden Charmes. Während er sich fröhlich durch die Landschaft vögelte, hatte Loptr nicht einmal einen Freund. Aber wer würde ihn schon wollen? Den unscheinbaren Bruder. Neben Loki verblasste er förmlich. Nicht nur in partnerschaftlicher Hinsicht, sondern auch was Freunde und andere soziale Kontakte anging. Loki war auf den tollsten Partys eingeladen, während Loptr alleine zu Hause blieb. Sein Bruder genoss das Leben, während er sich mit einem Zimmer auf dem Dachboden begnügte. Aber die Komplexe, die er seinem Bruder gegenüber hatte, waren nicht das Resultat dessen Beliebtheit. Loptr war eine Schande in den Augen seiner Mutter. Als Omega hatte er weder das gewünschte Selbstbewusstsein, noch war er sonderlich stark oder in irgendwas besonders erfolgreich. Das Resultat waren Gewalt und Erniedrigungen. Vieles hatte er verdrängt. Dann adoptierte Laufey Loki. Loki war das krasse Gegenteil von ihm und er war ein Alpha. Fortan wurde er gemieden, während sein neuer Bruder all die Liebe bekam. Eigentlich hätte er ihn hassen sollen. Doch der Alphajunge stieß ihm, im Gegensatz zu seiner Mutter, nicht fort. Es entstand eine feste brüderliche Bindung, in der Loki den schützende Part für Loptr einnahm. Trotzdem war der Omega von seinen traumatischen Kindheitsereignissen so gezeichnet, dass er sich zurückzog und mit niemanden außer Loki kommunizierte. Er mied, er hasste die Gesellschaft und trotzdem wollte er ein Teil von ihr sein.
„So wie du? Wann hast du eigentlich vor mal vor die Türe zu gehen?“ lenkte der Schwarzweißhaarige das Gespräch auf ein anderes Thema.
Loptr seufzte genervt. Wie er dieses Thema hasste „Gar nicht. Ich bin gerne zu Hause.“
„Du kannst dich nicht ewig in deinem Zimmer verstecken. Irgendwann MUSST du raus und neue Kontakte knüpfen.“
„Ich habe Friendslog.“
„Ich meine richtige Kontakte, Loptr. So von Face-to-face.“
„Können wir bitte über etwas anderes reden?“
„Nein.“
„Wie war das nochmal mit Oz?“
„LOPTR.“
Das schrille Klingeln seines Weckers riss den jungen Mann aus seinem wohlverdienten Schlaf. Murrend tastete Santa nach der Taste, um ihn auszuschalten. Als er den Knopf gefunden und gedrückt hatte, kuschelte er sich wieder zurück in seine Kissen und schlief daraufhin ein. Kurze Zeit später klingelte es erneut. Wieder tastete der Anthrazithaarige nach dem Aus-Knopf, doch nichts passierte. Langsam quälte er sich aus dem Bett, nur um festzustellen, dass statt seines Weckers sein Handy klingelte. Müde gähnend ging er ran „Ja? Wer ist da?“.
„Guten Morgen, Schlafmütze. Habe ich dich geweckt?“ ertönte die Stimme des Alphas aus dem Lautsprecher. Sofort war Santa wach: „Was willst du an diesem gottverdammten Morgen von mir?“.
„Ich wollte sicherstellen, dass du auch pünktlich am vereinbarten Ort bist.“ hörte er es aus seinem Handy säuseln. Santa verzog das Gesicht „Echt jetzt? Du bist eine echte Pestplage, Alpha.“
„Ich liebe dich auch, Omegalein.~ Nun zieh dich an und komm.“ waren die letzten Worte, die Arthur sagte, ehe aufgelegt wurde. Seufzend ergab sich der Anthrazithaarige in sein Schicksal.
Nachdem er eine Kleinigkeit gefrühstückt hatte, putzte er sich die Zähne und zog sich an. Santa überlegte, ob er eine seiner Waffen mitnehmen sollte, entschied sich aber anders. Der Alpha würde seine Angriffe eh kommen sehen und in seiner Firma waren noch die Knights of Round. Er würde sich einen Moment außerhalb der Firma suchen müssen. Vor allem, damit der Verdacht nicht auf ihn fiel. Seine Mutter hatte schon Recht. Arthurs Leute waren gefährliche Zeugen. Also musste er sein Zielobjekt irgendwie um den Finger wickeln, damit er ihm vertraute und sich alleine mit ihm traf, ohne das seine Leute davon wussten. Da Alphas auf die Pheromone der Omega reagierten, dürfte das kein großes Problem darstellen. Auch heute wieder traf er auf diese Spezies, die sich in Form seines Nachtbars präsentierte „Hey, Schnecke. Wo willst du so früh hin? Hast du endlich einen gefunden, der dir dein Loch stopft? Ansonsten biete ich mich gerne dafür an.“
„Danke, Alter. Aber wie ich dir schon bereits sagte. Lieber mache ich es mit einem Staubsauger, als mit dir.“ konterte Santa im Weitergehen. Anstatt es aber dabei zu belassen, folgte der wiederliche Kerl ihm „Dann musst du aber schon einen extra Saugstarken haben, damit das bei dir N*tte etwas bringt.“
Genervt drehte der Anthrazithaarige sich zu dem Alpha herum: „Nur weil ich ein Omega bin, vögel ich nicht jeden Tag und vor allem nicht mit jedem. Also verp*ss dich, ehe ich dir eine scheuere.“
„Ach. Tust du nicht?“ als Santa von seinem Verfolger auch noch am Handgelenk gepackt wurde, hatte seine Geduld ein Ende. Wütend schlug er mit der noch freien Hand zu.
„Du siehst ziemlich gerupft aus.“ der blonde Knirps mit dem Riesenhammer, welcher scheinbar auf den Namen Breuner hörte, warf ihm einen missbilligenden Blick zu. Kein Wunder. Santa war verdreckt, seine Haare standen ihm wild ab und ein Veilchen zierte sein linkes Auge.
„Ich hatte eine Konfrontation mit einem Typen, der mich sexuell belästigt hat. Tut mir leid.“ brummelte er vor sich hin und folgte Breuner, welcher loszulaufen war, um ihn zu der Entwicklungsabteilung zu bringen.
Chapter 7
Nachdem Santa sich auf der Besuchertoilette ein wenig frisch gemacht hatte, ließ er sich von Breuner in die Entwicklungsbateilung führen. Diese war recht überschaubar. Sechs Leute saßen vor ihren Computerbildschirmen und tippten irgendwelche Codes ein, welche sich grün vom schwarzem Bildschirm abhoben und unheilverkündend leuchteten. Außerdem entdeckte er ein paar Werkbänke mit Kleinteilen und Podeste, auf denen schon etwas ausgestellt war. Das war also die Entwicklungsabteilung, das Herzstück von Arthurs Firma. Die Männer und Frauen, die hier saßen, waren als die sechs Genies bekannt. Soweit Santa wusste, besaß Pendragon Industries noch eine sepperate Forschungs & Entwicklungsabteilung, die eng mit dieser Entwicklungsabteilung zusammenarbeitete. Eine IT & Technik-Abteilung, welche von einem gewissen Oz Hrafnavins Vessalius und einem Loki Laevatein Laufeyson geführt wurde, gehörte ebenfalls dazu. Eine Abteilung für Marketing & Öffentlichkeitsarbeit. Ein Callcenter gab es, eine Personalabteilung, eine Abteilung für die Finanzen. Fertigung, Produktion und Qaulitätsmanagement waren auch Teil der Firma. Und eine Rechtsabteilung sowie Personalabteilung gehörten ebenfalls mit dazu. Die Firma des Alphas war also riesig und nicht alle Abteilungen waren in dem riesigen Komplex untergebracht. Wenn Santa noch die vier Tochterfirmen dazurechnete, die von seinen Tafelfritzen geführt wurden und sich auf Hardware, Spiele und Zubehör spezialisiert hatten, konnte er erahnen, wie viel der Alpha verdiente. Santa hatte es förmlich aus de Socken gehauen, als er sich gestern ein wenig über Arthurs Firma informierte. Nicht zu vergessen, dass er noch eigene Spione hatte. Bei diesen musste er sich auch noch irgendwie revanchieren. Aber das größte Problem zuerst und das hieß Schrödinger. Breuner hatte ihn zu der zweiten Sitzreihe geführt und unterhielt sich dort mit einem jungen Mann mit blonden gestylten Haaren und blauen Augen. Er hätte schön sein können, wären da nicht seine schrecklichen Augenringe und der Fakt gewesen, dass er eine Atemmaske trug und seine Stimme grauenvoll klang. Zusammen mit seinem kalten entgleisten Blick, machte es den Eindruck, als hätte Santa einen Psychopaten vor sich. "Ähähm...Breuner?" flüsterte der Anthrazithaarige dem blonden Knirps zu: "Wollt ihr mich mit dem zusammen einsperren, um zu sehen wer am Ende überlebt? Schrödinger vermittelt mir so...Serienkiller vibes."
"Ach was. Ihr werdet euch blendend verstehen." kumpelhaft schlug er Santa auf die Schulter, ehe er ihn Schrödinger vorstellte: "Das hier wäre dann der Neue. Santa, Schrödinger. Schrödinger, Santa Claus. Viel Spaß in der Entwicklungsabteilung."
Mit diesem Worten verabschiedete sich Breuner und ließ ihn mit diesem gruseligen Typen allein.
"Alsooo, Mister Claus. Haben Sie bereits Kenntnisse gesammelt, die Ihnen bei ihrem freien sozialen Jahr in der Entwicklungsabteilung hilfreich sein könnten?" wandte sich Schrödingeer mit seiner endgruseligen Quitschestimme an den Dunkelhaarigen.
"Nein." gab Santa von sich und hoffte, dass er diesem Tag heil überstehen würde.
Noch schnell das Bild kopiert und bei sich eingefügt und ZACK war der Post auch schon fertig. Wenig später wurde er auch schon von Dante mit >Exellent< markiert und kommentiert. "Wo warst du da?" wollte er wissen. Loptr schrieb ihm daraufhin: "Ich war auf der Party eines Freundes."
Das war gelogen. Loptr war nirgendwo und er ging auch nirgendwo hin. Aber es war schön Dante zu verkaufen, dass er sowas wie ein soziales Leben hatte und nicht der arbeitslose Penner war, der er nun mal war. Dante schrieb ihm schnell wieder zurück: "Ach so. Die Drinks sehen wirklich toll aus."
"Ja. Waren sie auch. >Sex on the Beach< schmecken immer gut."
"Hast du nicht mal lust, mit mir welche trinken zu gehen? Ich bin nächste Woche für ein paar Tage in deiner Stadt und könnte zu dir kommen."
Er wollte kommen? Loptr geriet in Panik. Schließlich wusste Dante nicht... Schnell ließ er sich etwas einfallen: "Ich bin leider wegen IT-Technischer-Probleme für die nächsten drei Wochen in einem anderen Standpunkt unserer Firma untergebracht. Leider liegt dieser drei Städte weiter. Vielleicht ergibt sich ein anderes Mal die Chance sich zu treffen."
Mit etaws Verzögerung kam dann die Antwort von dem Blondhaarigen: "Okay, dann.... Vielleicht ein anderes mal."
Erleichtert atmete Loptr auf. Wenn der Blondhaarige plötzlich vor seiner Türe stehen würde, bekäme er große Probleme. Danach wollte sein Schreibpartner sicher nichts mehr von ihm wissen.
Während Loptr versuchte ein Zusammentreffen zu vermeiden, versuchte sein Bruder gerade eben dieses zu erreichen. Doch Oz ging ihm weiterhin aus den Weg und ignorierte ihn gekonnt. Auch jetzt, wo sie beide in der Firma saßen nd ihrer arbeit nachgingen. Zu Lokis Glück befand sich der Schreibtisch von seinem Ex-Partner direkt neben seinem. Grinsend schnipste der dem Blondhaarigen gegen den Hut: "Nah? Willst du mich weiter ignorieren?"
Oz rückte seinen Hut wieder zurecht und fokussierte sich, ohne ein Wort mit Loki gewechselt zu haben, auf seine Arbeit. Dies nahm der Schwarz-Weiß-haarige zum Anlass erneut gegen Ozés Hut zu schnpsen. Daraufhin erntete er einen mörderischen Blick von seinem Omega: "Wie oft willst du das jetzt noch machen?"
"Oh!" tönte er amüsiert: "Du kannst ja doch sprechen."
"Aber nicht mit dir." mit diesen Worten legte Oz seinen Hut zur Seite und fuhr mit seiner arbeit fort. Er reagierte auch nicht, nachdem Loki sich seinen Hut schnappte und unter dessen Tisch schmiss.
"Komm schon, Ozzie. Rede mit mir. Du kannst mich nicht ewig anschweigen."
"Nenn mich nicht Ozzie. Und du weißt genau, warum ich nicht mehr mit dir rede."
"Hmm. Weil ich polyamore liebe vielleicht?~"
Damit hatte Loki das Maß zum Überlaufen gebracht. Wütend drehte der Blondhaarige sich zu ihm herum und fauchte: "Polyamore lieben? Willst du... NEIN. Du willst mich verarschen. Dafür gibt es sonst keine andere Erklärung. Wenn du... P-Polyamore lieben willst. Dann bitte. Aber ich LIEBE lieber monogan. Und jetzt HÖR auf mich zu nerven."
"Wir waren offiziell zusammen, Oz. Warum sollten wir das nicht weiter sein? Ignorier die anderen doch einfach." entgegnete der Schwarzweißhaarige dreist: "Ich mache dich auch zu meinem Omega.~"
"Also bist du mit den anderen nur >inoffiziell< zusammen? Soll ich mich jetzt geschmeichelt fühlen? Und nein Danke."
"Bei Surtr und Odin ist es Freundschaft plus. Lancelot nur eine Bettgeschichte und Sigyn ist meine Ex-Frau, mit der ich eigentlich nichts mehr zu tun habe. Und Shakespeare ist noch ein Kind. Mit ihr bin ich zusammen, weil ich es lustig fand."
"Du gehst mit Kindern ins Bett?" Oz wirkte ziemlich geschockt.
Empört schnappte der Alpha nach Luft: "Nein. Weder das, noch haben unsere Lippen sich jemals berührt."
"Okay okay. Streichen wir mal deine Ex-Frau und...das Kind. Dann bist du mir nur mit drei Personen fremd gegangen. Drei reichen."
"Mit Odin hatte ich auch keinen sex."
"Habt ihr euch geküsst?"
"Ja. Haben wir."
"Und selbst wenn es nur zwei oder eine Person wäre. Du.bist.mir.fremd.gegangen, Loki!" Oz bekam langsam schlechte Laune. Er hatte absolut keine lust, die Affairen mit seinem Ex-Partner durchzugehen und in wie weit er von Loki jetzt betrogen worden war. Für ihn war der Alpha schlicht und ergreifend gestorben.
"Naja. Irgendwie muss ich mich ja unterhalten, wenn du nie Zeit für mich hast." entgegnete dieser und zuckte einmal mit den Achseln.
"Was meinst-...." wollte sein Ex fragen, doch dann wurde auch schon die Türe aufgerissen und eine junge Frau mit brünetten Zöpfen und einem violetten Kleid stürmte das Büro. Es handelte sich dabei und die >Familie< von Oz. Loki konnte sie auf den Tod nicht ausstehen und auch jetzt nervte wsie wieder, vor allem im umpassensten Moment, mit ihrer Anwesenheit.
Chapter 8
"Oz? Einige PCs von der Entwicklungsabteilung haben einen Virus. Scheinbar hat da jemand die falsche E-Mail angeklickt." wandte Dorethy sich an den Blondhaarigen. Dankbar für diese Ablenkung, entgegete dieser: "Die sollen bitte nichts mehr an ihren PC´s machen. Und gebt eine Warmmeldung raus, dass niemand irgendwelche externen E-Mails anklicken soll. Ich kümmere mich darum."
Schnell stand Oz auf, um den Raum, zusammen mit Dorethy zu verlassen. Aus dem Augenwinkel bemerkte er, wie Loki ihnen einen wütenden Blick zu warf. Aber das war ihm herzlich egal. Er war dem Alpha nichts schuldig und Zeit hatte er für Loki immer gehabt. Er war es, welcher in letzter Zeit kaum Zeit für ihn hatte.
Durch die virenverseuchten PC´s ging der Tag schnell herum. Den er zum Glück nicht mehr in Lokis Anwesenheit verbringen musste. Am Abend verließ er die Firma und wollte sich direkt zum Parkplatz der Firma aufmachen. Auf welchem er seinen roten Subaru Levorg geparkt hatte. Doch ein junger Mann versperrte ihm den Weg. Beim näheren Hinsehen, erkannte er Lokis Freund Surtr.
"Hey, kleiner. Ist Loki noch in der Firma?" wurde er von dem Schwarzhaarigen angesprochen.
"Keine Ahnung. Ich habe ihn seit heute Mittag nicht mehr gesehen und um ehrlich zu sein, ist es mir auch egal." entgegnete Oz ihm ein wenig gereizt und wollte sich schon an Surtr vorbeidrängeln, ehe dieser ihn nochmal aufhielt "Du hast den Chatverlauf gelesen....".
Oz hielt inne und blieb neben Surtr stehen.
"Den von Loki und mir über Lokis Affairen... Du musst auch ziemlich weit gescrollt haben, wenn du das mit Arthur herausgefunden hast."
"Eigentlich wollte ich nur erfahren, wer du bist. Wo du und Loki in so einer inbrünstige Beziehung seid. Ich hätte nicht gedacht, an einen ganzen Harem zu geraten. Samt Kind und Sockel."
"Shakespear ist Lokis Adoptivtochter. Ihr Name klebt sogar auf seinem Briefkasten. Hast du dich nicht gewundert, dass nur im Chat mit mir über seine Affairen zu lesen war? Und nicht in den Chats mit denen, die es ebenfalls Betrifft? Keine romantischen Nachrichten mit Odin oder Lancelot? Du wirst mit Sicherheit nachgesehen haben."
"Was willst du mir damit sagen?"
"Meinst du wirklich, Loki ist so dumm und verwendet kein Bildschirmpasswort? Es wäre zumindest ziemlich dämlich für jemanden, der täglich mit IT und Sicherheit zu tun hat."
Okay. Surtr hatte einen Punkt. Oz hatte einfach nur über den Bildschirm wischen müssen, um in Lokis Handy zu gelangen. So hätte jeder an sein Handy gehen können, wenn Loki es unbeaufsichtigt ließ. Aber warum sollte sein Partner sowas inzenieren? Was hatte das für einen Zweck? Außer Oz zu vergraulen, natürlich.
"Also war das geplant, nehme ich an. Der Kuss von euch und der Teil mit dem Handy... Aber was für einen Zweck hatte das Ganze?"
"Vor eurer Beziehung hatten Loki und ich so etwas wie ein Freundschaft plus Verhältnis. Dewegen ist es mir nicht sonderlich schwer gefallen ihn zu küssen. Und das mit Arthur stimmt. Allerdings ist das auch schon her und schon längst kein Thema mehr. Der Rest ist allerdings nur erfunden."
"Gut. Das habe ich jetzt verstanden. Aber welchen Zweck hatte das?"
"Um dir mal ein wenig aufzuzeigen wie es sich anfühlt, wenn dein Partner noch irgendwelche Nebenbuhler hat."
"Was für Nebenbuhler habe ich denn bitte?" enfuhr es dem Blondhaarigen entsetzt.
"Na. Deine geliebte Freundin, für die du immer so viel Zeit erübrigst."
"Bitte was?" Oz musste sich erst einmal sammeln, ehe er hinzufügte: "Euch beiden hat doch wer ins Gehirn geschissen. Wie... Wie kommt ihr bitte auf diesen Schwachsinn?"
"Na. Sie schmiert dir deine Butterbrote, sie wischt deine Wäsche, richtet dir die Kleidung, kocht dir Essen oder betüddelt dich auf andere Weise. Und wenn du traurig bist, schenkt sie dir zum Trost ein Eis."
"Dorethy ist eben sehr mütterlich. Und sie bekommt da auch bezahlt von mir."
"Ja. Sehr mütterlich... Aber sie ist nicht deine Mutter. Und auch wenn du ihr Geld dafür gibst, ist leicht wheird. Versuch dich mal in die Lage von einer Person zu versetzen, die euch nicht kennt."
"Aber das war es schon vor meiner Beziehung mit Loki."
"Sie scheint wirklich in dich verliebt zu sein. Ich weiß nicht, warum du das nicht siehst."
"Wenn es Loki so sehr stört, warum ist er dann seit drei Jahren mit mir zusammen?"
"Tut es dir denn so sehr weh, dich selbst zu versorgen? Wie alt bist du denn? Fünf? Und Loki hat das auch schon oft genug angesprochen."
"Okay. Genug. Ich habe es verstanden. Es verletzt mich nur, dass auf diese Weise reingedrückt zu bekommen. Bitte lass mich jetzt vorbei, ich möchte nach Hause. Es war ein langer Tag."
Surtr ließ ihn dieses Mal durch und Oz gelangte endlich zu dem Parkplatz. Sein Wagen stand als einziges noch dort. Scheinbar war sogar Loki schon nach Hause gefahren. Seutzend ließ er sich auf den Fahrersitz fallen und startete den Motor. langsam fuhr der seinen Wagen aus der Parktasche und anschließend an Lokis Kumpel vorbei. Nach kurzer Zeit hatte der den Firmensitz verlassen und befand sich auf dem nach Hause Weg. Das Klingeln seines Handys riss ihn aus seinen Gedanken.
"Dorethy. Was gibt´s?" beantwortete er den Anruf seiner engsten Freundin.
"Ich habe mich gefragt, ob dich nicht mal bei mir vorbeikommen willst. Ich habe einen Kuchen gebacken. Oder hast du gerade keine Zeit?"
"Ich bin noch bei der Firma und komme dann zu dir. Wir sehen uns in...20 Minuten." ein wenig Zeit mit Dorethy zu verbringen würde, nachdem was er gerade erfahren hatte nicht schaden. Oz musste den Kopf wieder frei bekommen, um zu überlegen, wie er jetzt mit dieser Situation umgehen konnte. Wie er mit Loki umgehen konnte.
"Das hier ist keine Spielwiese. Wir arbeiten an komplexen Problemen, und ich erwarte, dass Sie schnell lernen. Ihr fehlendes Wissen wird keine Entschuldigung sein.“
Er blieb abrupt vor einem Arbeitsplatz stehen, an dem ein wuchtiger Laptop und mehrere Bildschirme aufgebaut waren. „Das ist Ihrer. Sie werden anfangen, indem Sie sich mit unserer Versionskontrolle vertraut machen. Git. Schon mal gehört?“
Santa schüttelte nervös den Kopf. Schrödinger stieß einen leichten Seufzer aus. „Nun, dann lernen Sie es eben jetzt. Hier ist eine Dokumentation. Lesen Sie sie. Danach erstellen Sie ein Test-Repository und machen Ihren ersten Commit. Wenn Sie Fragen haben…“ Er hielt inne, sein Blick wurde kühl. „Stellen Sie sicher, dass es keine dummen Fragen sind.“
Santa nickte hastig und setzte sich hin. Die Dokumentation war dicht beschrieben und voller Fachbegriffe, die ihm fremd waren. Während er sich durch die ersten Absätze kämpfte, spürte er Schrödingers Blick im Rücken, als würde dieser nur darauf warten, dass er einen Fehler machte.
Nach einer gefühlten Ewigkeit traute Santa sich, eine Frage zu stellen. „Äh… Herr Schrödinger, ich verstehe diesen Teil hier nicht ganz. Was bedeutet „Branch“ genau?“
Schrödinger zog eine Augenbraue hoch, sagte aber mit einer Spur von Nachsicht: „Ein Branch ist wie ein alternativer Zeitstrahl Ihres Codes. Sie können darin arbeiten, ohne die Hauptversion zu zerstören. Aber Achtung – Chaos in den Branches, Chaos im Projekt. Verstanden?“
Santa nickte langsam, auch wenn die Antwort seine Verwirrung nur teilweise linderte. Trotzdem machte er weiter, entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen. Am Ende des Tages hatte er seinen ersten Commit geschafft – zwar mit Fehlern, aber es war ein Anfang.
Schrödinger kommentierte knapp: „Nicht komplett katastrophal. Morgen geht es weiter. Sie werden lernen, sich schneller zurechtzufinden.“
Santa spürte einen Hauch von Erleichterung. Leider war er den Tag über so damit beschäftigt gewesen, die ihm gestellte Aufgabe zu lösen, dass er keine Zeit gehabt hatte, Schrödinger auszusponieren. Als er die Firma verließ, war er aufgelagt und müde. "Und so soll es morgen weitergehen?" Santa seuftze "Hätte ich doch nur diesen Auftrag nicht angenommen."
Mit den Gedanken beim Alpha, wurde er auch schon von diesem angerufen. Murrend ging der Anthrazithaarige an sein Handy.
"Was willst du, Alpha?"
"Oh! Da hat aber einer eine Laune... Ich wollte nur wissen wie es gelaufen ist?"
"Ich kann jetzt einen Commit machen."
"Einen Commit erstellen."
"Who cares?"
"Okay okay. Lassen wir das. Ich nehme mal an, dass du nichts verdächtiges bemerkt hast?"
"Ich habe nicht viel gesehen. Außer seinen Rücken vor dem PC, versteht sich. Aber da würde ich dir vorschlagen, einen Hacker zu engagieren.... Oder jemanden, der sich mit Informatik auskennt."
"Alle meine Freunde sind in der Firma bekannt. Schrödinger würde einen Hackversuch sicher bemerken... Außerdem kann ich nicht auf einen Verdacht hin, seinen PC durchsuchen lassen. Und du bist die einzige Person mit Spionagekenntnissen, die ich engagieren kann."
"Das glaube ich dir nicht, aber gut... Ich habe ja eh keine andere Wahl. Ich werde, sofern ich nicht in Arbeit ersticke, Schrödinger so gut es geht im Auge behalten."
"Vielen Dank. Dir noch einen schönen Abend, Santa."
"Gute Nacht, Alpha."
Mit diesen Worten legte Santa einfach auf. Seuftzend stieg er in seinen Wagen, den er quer auf dem Firmengelände geparkt hatte. Leise ertönten die gewohnten Lieder seiner Lieblingsband, während er nach Hause fuhr.
Seuftzend hing Loki seinen Mantel an die Garderobe und stellte die riesige Tasche mit dem Einkäufen vor sich auf den Boden. Surtr hatte ihm noch eine Whatsapp geschrieben. Scheinbar war er auf Oz getroffen und hatte ihm die Wahrheit erzählt. Im Wohnzimmer erwartete ihn bereits sein Bruder. "Du willst mich rausschmeißen? Warum?" fing dieser auch schon zu jammern an.
"Erwischt!" entgegnete Loki nur und ließ sich mit samt der Einkaufstüte auf der Wohzimmercouch nieder.
"Warum?~" setzte der Blauhaarige seine Jammertirade fort.
"Ich habe mich gestern ein wenig gewundert, als du mir von meinen fünf Geliebten erzählt hast. Aber da dachte ich noch, dass du das zufällig aufgeschnappt hast. Um sicher zu gehen, habe ich Surtr heute geschrieben, dass ich dich aus meiner Wohnung werfe."
"Wie? Du hast keine mehrere Partner? Warum hast du mir von Oz´s Nebenbuhlern erzählt?"
"Eigentlich hatte ich dir erzählen wollen, dass die sogenannten Nebenbuhler nur erfunden waren und das ich sauer darüber bin, dass Oz mir lieber aus dem Weg geht, statt mich zu konfrontieren. Aber da du scheinbar wusstest, welche Nebenbuhler ich meine... Da bin ich ein wenig misstrauisch geworden."
"Misstrauisch?" verwirrt blickte Loptr ihn an.
"Ja. Misstrauisch. Schließlich fanden diese Liebesaffairen nur in meinem Whatsapp-Chat mit Surtr statt. Von dem DU, eigentlich nichts wissen solltest. Du hättest eher fragen sollen, welche Nebenbuhler ich meine. Hast du aber nicht."
"Und deswegen hast du Surtr geschrieben, dass du mich aus deinem Haus rauswirfst? Aus Rache?"
"Um sicher zu gehen, dass du es nicht doch von woanders her aufgeschnappt haben könntest. Und jetzt zu meiner 250 Doller-Frage. Wie und warum liest du meine Whatsapp-Chats?"
"Ich kenne deinen Entsperrcode und schicke mir ab und zu über dein Whatsapp Bilder zu, die du gemacht hast. Von seinen Drinks, von den Blumen und Sonnenunergängen, die du a und zu fotografierst... Mir ist es ein wenig penlich, kein soziales Leben zu haben und wollte mit den Bildern mein Profil ein wenig aufwerten. Dabei sind mir dann Nachrichten von Surtr und anderen entgegengekommen. Ich wollte nicht stalken. Es tut mir Leid." gab der jüngere ein wenig kleinlaut zu. Er verwendete die Bilder, um sein Fake-Profil zusätzlich noch ein wenig aufzuwerten, da Loki nur wenig in sein Friendslog-Profil stellte was er kopieren konnte.
Skektisch und fast schon ein wenig amüsiert, zog Loki eine Augenbraue hoch: "Wie wäre es, wenn du einfach rausgehen würdest? Aber fein. Ich schicke dir gerne Fotos. Wenn du dich damit besser fühlst. Aber geh bitte nicht einfach an mein Handy, Loptr."
Peinlich berührt drehte Loptr seinen Kopf weg und murmelte ein leises Danke. Plötzlich kündigte Lokis Handy eine neue Whatsapp von Surtr an. Dieser hatte ihm ein Foto geschickt. Auf diesem war Oz abgebildet, wie der fröhlich lachend mir Dorethy über eine Tanzfläche schritt. Er hielt sie in seinen Armen und ihre Gesichter waren nah beieinander. Eine leichte Röte ahtte sich auf den Wangen des Omegas gebildet, welche wohl von der Anstrengung des Tanzes herrührte. Loki schäumte vor Wut. Dazu hatte Surtr folgendes geschrieben: Als ob ich nicht vorher mit ihm darüber gesprochen hätte. Die sind im Sacred Gate Club."
Loki tippte folgendes zurück: "Alles klar. Ich komme."
Chapter 9
Lächelnd erwiderte Oz die Umarmung Dorethys. Das tat gerade ziemlich gut. Ihm war immer noch zum Heulen zu Mute, wegen dem was zwischen Loki und ihm passiert war. Als er ihre Wohnung betrat, roch es schon nach leckerem Wolkenkuchen. Ein wenig müde zog Oz die Schuhe aus und hängte seine Jacke und Hut an die Gaderobe. Danach erzählte er seiner besten Freundin bei einem Stück Kuchen, was sich zwischen Loki und ihm ereignet hatte. "Ich saga ja, dass dein Partner total eifersüchtig ist und du dich besser trennen solltest." war das Fazit, welches Dorethy aus der Unterhaltung zog. Oz seuftze: "Ich verstehe nicht, warum Loki das so sehr stört. Aber gut. Ich werde meine Wäsche ab nächster Woche selber waschen und auch selber kochen. Sollte ihm das nicht genügen,...dann kann ich mich immer noch von ihm trennen."
"Es muss ja wirklich arg an seinem Ego gekratzt haben, wenn er dafür extra einen Harem erfindet." bemerkte die junge Frau trocken und spielte gelangweilt mit einer ihrer brünetten Zöpfe.
"Naja. Lass uns nicht mehr länger darüber reden. Ich habe von dem Thema erstmal genug."
"Gut. Wie wäre es, wenn wir ins >Sacred Gate< gehen. Der Club ist ja nicht so weit weg und ich hätte mal wieder lust zu tanzen."
"Wenn du möchtest. Das könnte mich sicher ein wenig ablenken."
Eine Fußmeile später standen die beiden im überfüllten Sacred Gate Club. Violettes Licht tauchte alles in eine myteriöse Stimmung. Außer der Tanzfläche gab es nach eine Bowlingbahn, Dartscheiben waren in einer Ecke an der Wand angebracht und eine große Bar, an der man Cocktails bekommen konnte, nahm einen Großteil des Platzes ein. Nebel wurde auf die Tanzfläche gesprüht und ein Lied von den Atzen dröhnte aus den Boxen. Der DJ gab sich alle Mühe die Stimmung der Partygäste zu heben. Lachend und scheinbar schon ein wenig angetrunken, tanzte Oz mit Dorethy im Scheinwerferlicht und wirbelte seine Freundin über das Parkett. Durch den Alkohol und die gute Stimmung im Club, hatte er seine Sorgen vergessen können. Der Alkohol hatte seine Wangen gerötet, doch die Anstrengung durch das Tanzen, verstärkte diesen Effekt nur noch. Inzwischen war er richtig verschwitzt und am Ende seiner Kräfte. Keuchend blieb er stehen "Dorethy, Dore-... Dorethy. Ich kann nicht mehr."
"Dann lass uns eine Partie Dart spielen. Ist gerade frei geworden oder willst du wieder zurück zur Bar?" entgegnete die Brünette und zog ihn in Richtung der Dartscheiben. "Ich möchte..." wollte Oz ihr gerade antworten, doch eine ihm bekannte Person tauchte plötzlich vor ihnen auf und griff nach seinem Arm.
"Loki?" fassungslos blickte er seinem Partner entgegen. Mit diesem hatte er heute so gar nicht mehr gerechnet. Vor allem in einem Club, der am weitesten von seinem zu Hause entfernt war. Loki und Oz wohnten nicht weit voneinander entfernt. Da er den Alpha einmal bei sich zu Hause besucht hatte, wusste er, dass sein Haus am anderen Ende der Stadt lag. Meistens kam aber Loki zu ihm nach Hause, weil sie dann ungestört waren. Oz hatte ihn zwar nie zu Gesicht bekommen, aber sein Bruder Loptr wohnte noch mit im Haus. Sowie Lokis Adoptivtochter. Die besuchte aber ein Internat und war nur selten zu Hause. Seit heute wusste er, dass sie Shakespeare hieß. Wortlos wurde er von dem Schwarzweißhaarigen mitgezogen.
Es dauerte nicht lange, da konnte Oz die frische Luft auf seiner Haut spüren. Loki hatte ihn nach draußen gebracht. "Was möchtest du von mir?" wollte er von seinem Alpha wissen.
"Wie viel hast du eigentlich getrunken?" antwortete Loki schroff mit einer Gegenfrage.
"So viel wie nötig war, um die ganze Geschichte mit dir und deinem erfundenen Harem zu vergessen." entgegnete Oz trocken und verschränkte die Arme vor der Brust "Warum zerrst du mich bitte aus dem Club?"
"Warum wohl? Wie oft habe ich dich darum gebeten, von deiner sogenannten Freundin ein wenig Abstand zu nehmen?"
Entnervt rollte Oz mit den Augen "Und dafür stalkst du mich in meiner Freizeit? Ich habe deinem Kumpel schon gesagt, dass ich demnächst selber koche und wasche. Was willst du noch?"
Loki seuftze "Es geht mir weder um das Kochen oder Waschen. Es geht mir einfach darum, dass du dir scheinbar nicht bewusst bist, dass deine Freundin auf dich steht."
"Selbst wenn... Selbst wenn. Ich stehe aber nicht auf sie, Loki."
"Ja. Ich weiß. Sie ist dein Mutti-Ersatz."
"Warum... Ich verstehe dich wirklich nicht."
"Weil sie eventuell versuchen könnte uns auseinander zu bringen?"
"Das kriegst du auch schon gut alleine hin."~
"Ich habe eben angst dich an sie zu verlieren."
Oz seuftze "Was soll ich denn tun, damit du das Gefühl nicht mehr hast? Also ohne Dorethy für immer zu vergraulen?" sanft hob er seine Hand und steichelte Lokis Wange, in der Hoffnung den Alpha so zu beruhigen.
"Naja. Fang erstmal an, deinen Haushalt selber zu regeln und... Ich sollte der Einzige sein, in dessen Armen zu tanzt." mit diesen Worten zog Loki Oz mit und fing an, zu der aus dem Club dröhnenden Musik zu tanzen.
Auch diesen Morgen wurde Santa wieder von dem Alpha aus dem Bett gescheucht. Müde und ein wenig grummelig, fuhr er zu der Firma des Alphas und parkte seinen Wagen wieder quer auf dem Firmengelände und betrat am zweiten Tag die Entwicklungsabteilung. Dieses mal mit einer Mischung aus Vorsicht und Entschlossenheit. Schrödinger saß wie erwartet an seinem Schreibtisch und starrte konzentriert auf einen der Bildschirme. Ohne den Kopf zu heben, sagte er: „Santa, gut, dass Sie da sind. Setzen Sie sich.“
Kaum hatte Santa Platz genommen, begann Schrödinger mit der Übergabe der neuen Aufgaben. „Heute tauchen wir tiefer in das Projekt ein. Sie werden einen bestehenden Bug fixen. Aber zuerst erkläre ich Ihnen die Architektur der Anwendung.“
Schrödinger öffnete ein Diagramm auf dem Bildschirm und begann mit einer unerwartet detaillierten und etwas monotonen Erklärung. „Das hier ist die Frontend-Schicht, wo die Benutzeroberfläche erstellt wird. Hier das Backend – das Herz der Anwendung. Es sorgt dafür, dass die Daten verarbeitet und gespeichert werden. Verstanden?“
Santa nickte zögerlich. Schrödinger schien es zu bemerken. „Sie werden die Details schon noch lernen. Jetzt schauen Sie sich diesen Bug an.“ Er zog ein Dokument heran, das eine Fehlermeldung und den dazugehörigen Codeabschnitt zeigte. „Das Problem ist, dass die Benutzeroberfläche nicht richtig mit dem Server kommuniziert. Finden Sie heraus, warum.“
Santa starrte auf den Code. Es war ein komplexes Wirrwarr aus Funktionen, die ihm fremd waren. Trotzdem bemühte er sich, einen Sinn darin zu finden. Nach einer Weile wagte er es, eine Vermutung zu äußern. „Könnte es an dieser Variable liegen? Sie scheint nicht korrekt initialisiert zu sein.“
Schrödinger warf einen kurzen Blick auf den Bildschirm und nickte leicht. „Eine Möglichkeit. Ändern Sie den Code und testen Sie es.“
Santa änderte die Variable, führte die Anwendung aus und beobachtete, wie die Fehlermeldung verschwand. Ein Hauch von Stolz durchzog ihn. „Es funktioniert!“ sagte er, vielleicht etwas zu laut.
Schrödinger reagierte mit einem knappen: „Gut. Aber testen Sie auch andere Szenarien. Ein Bug ist selten allein.“
Der Rest des Tages verging mit weiteren Tests und kleineren Codeänderungen. Schrödinger beobachtete ihn dabei mit Adleraugen, griff aber nur ein, wenn Santa festzustecken schien. Obwohl Schrödinger weiterhin kühl und streng blieb, war Santa sich sicher, dass er einen kleinen Fortschritt gemacht hatte.
Am Ende des Tages klopfte Schrödinger ihm auf die Schulter – ein Zeichen, das Santa beinahe überraschte. „Sie lernen. Langsam, aber immerhin. Morgen machen wir mit den Unit-Tests weiter. Gute Arbeit heute.“
Müde und erschöpft schleppte der Anthrazithaarige sich aus der Firma. Er freute sich schon darauf, nach Hause zu fahren und direkt ins Bett fallen zu können. Doch sein stand nicht mehr dort, wo er es abgestellt hatte. Verwirrt und leicht panisch blickte er sich um. Bis der Alpha in senem weißen Jaguar F-Type P 300 vorgefahren kam und sein Fenster herunerließ. "Suchst du was?" wollte er, mit leichter Besorgnis in der Stimme, von Santa wissen.
"Mein Auto." gab Santa frustriert von sich und raufte sich die Haare.
"Stand das hier vor dem Firmengebäude?" wollte Arthur von ihm wissen.
"JA!"
"Siehst du dieses blaue runde Schild, mit dem roten X? Es singt dir förmlich vor >Parken ist hier verboten<. Diese Firma hat einen Parkplatz, wo du deinen Wagen abstellen kannst."
"Also wurde mein Wagen von deinem verkackten Firmengelände abgeschleppt? Und wo ist er jetzt?"
"In einem privaten Parkhaus, drei Bushaltestellen entfernt. Allerdings hat das schon zu. Da musst du morgen wiederkommen."
"Das ist ein Witz, oder?"
"Leider nein. Aber ich biete dir gerne an, dich nach Hause zu fahren. Denn ich nehme mal an, das du kein Geld für ein Busticket mit dabei hast."
"Damit du auch noch weißt, wo ich wohne?"
"Das könnte ich auch so herausfinden. Aber du kannst gerne bei mir übernachten, wenn du willst."~ entgegnete Arthur mit einem amüsierten Grisen. Der Alpha schien den Spaß seines Lebens zu haben und Santa schwörte, dass dieser Scheiß von ihm geplant war.
"Danke. Verzichte." entgegnete Santa trocken. Er wollte wirklich nicht nochmal in die Protzvilla des Blondhaarigen. Vor allem nicht über Nacht bei ihm bleiben. Damit er die besten Chancen hatte, sich an ihn zu vergreifen. Aber er hatte tatsächlich ein Geld für den Bus und er war müde.
"Komm! Steig ein. Ich bringe dich nach Hause, ehe du hier einschläfst. In der Zwischenzeit kannst du mir ja erzählen, ob du etwas über Schrödinger herausgefnden hast.
Seuftzend umrundete Santa Arthurs Wagen, ehe er auf der Beifahrerseite einstieg. Er nannte ihm seine Adresse, die Arthur in sein Navi eintippte. Als der Wagen auf die Straße fuhr, teilte der Anthrazithaarige dem Alpha seine Beobachtungen mit "Schrödinger hat sich auch heute nicht vom Fleck bewegt. Entweder war er mit mir beschäftigt oder dem Inhalt seines PC´s. Ich habe den Eindruck, dass er etwas ahnt. Denn er hatte mich die ganze Zeit im Auge und wenn ich mal auf die Toilette wollte, musste ich nach fünf Minuten wieder anwesend sein. Dafür war dieser Hempel mindestens zweimal weg. Was der gemacht hat... Keine Ahnung. Ich konnte ihn wegen Schrödinger nicht beschatten."
"Ich verstehe. Ich werde meine Spione darauf ansetzen. Bitte versuch auch du mehr herauszufinden."
"Ich tue mein bestes. Wusstest du, dass ich jetzt einen Bug fixen kann?"
"Wenn Schrödinger mit dir fertig ist, kann ich dich direkt einstellen." amüsierte Arthur sich, die Hand lässig auf dem Lenkrad platziert. "Sag mal..." lenkte er das Thema auf etas andere "Warum kannst du eigentlich keine Alphas leiden, Santa?"
Santa hatte seinen Kopf auf seine Hand gestützt, mit dem Ellbogen gegen die Autotüre lehnend. Als er Arthurs Frage vernahm, faxieerte er diesen mit seinen blutroten Augen "Ich mag die Vorstellung nicht, dass jemand Kontrolle über mich ausüben kann. Sobald eine Paarbindung besteht, kann der Omega sich keinen anderen Partner mehr suchen und ist auf seinen Alpha angewiesen. Bei Alphas ist das nicht so. Als Omega brauchst du zwangsläufig, um diese ehlendige Hitze zu überstehen, die Paarbndung mit einem Alpha. Alphas kommen zwar auch manchmal in eine art Hitze, aber bei ihnen ist das nicht andauernd und eher selten. Und dann das Image. Während Alphas von der Gesellschaft eher als Erfolgreich und begehrt wahrgenommen werden, werden Omegas eher als Sexobjekte gesehen. Mein Nachbar erzählt mir jeden Morgen, wie er mich gerne nageln möchte und das ich mich glücklich schätzen soll, weil er ein Alpha ist. Omegas und Alphas werden weder von der Natur und der Gesellschaft gleich behandelt und das finde ich einfach nicht fair. Außerdem frage ich mich, wie so eine echte art von Liebe entstehen soll."
Arthur überlegte kurz, ehe er Santa antwortete: "Es ist wirklich nicht sonderlich fair und ich teile auch nicht die Meinung deines Nachbarn. Vor allem glaube ich noch nicht mal, dass er ein Alpha ist und wenn, trifft das Cliché von >Erfolgreich> und >Begehrt> nicht auf ihn zu. Aber ich bin dennoch der Meinung, dass Alpha und Omega eine liebevolle Beziehung führen können, die nicht durch sexuelle Anziehung geprägt ist."
Santa schnaubte: "Dann bist du das erste Exemplar Alpha, dass so denkt. Ich habe schon Kaliber getroffen, die sehr viel schlimmer waren als mein Nachbar."
"Vielleicht ziehst du diese toxischen Menschen auch an." entgegnete Arthur mit einem Schmunzeln.
"Sicher doch." der Anthrazithaarige verdrehte nur die Augen.
Arthur schien es wohl aufgegeben haben, mit Santa reden zu wollen. Denn er entgegnete nichts mehr und legte stattdessen eine CD ein. Während der Fahrt stellte Santa fest, dass der Alpha scheinbar ein Coldplay-Fan war. Lustigerweise stand diese Band ziemlich im Kontrast zu seiner Lieblingsband, Linkin Park.
Nach ein und halb Stunden Fahrt waren sie endlich bei Santa zu Hause angekommen. Erleichtert stieg der Anthrazithaarige aus dem Wagen des Alphas und streckte sich einmal kurz. Als Arthur ebenfalls aus seinem Wagen stieg, drehte er sich zu ihm herum "Danke, dass du mich gefahren hast."
"Habe ich gerne gemacht. Es ist mir ein wenig unangenehm. Aber darf ich bitte mal deine Toilette benutzen?" ein wenig verlegen schaute der Blondhaarige zur Seite und kratzte sich den Hals.
"Hmm. Ich kann ja schlecht nein sagen, nachdem du mich gebracht hast. Ich hoffe, du kannst noch einhalten. Ich wohne im dritten Stock."
"Ich muss nicht dringend. Aber Ich habe noch eine lange Fahrt vor mir und möchte nicht irgendwo in einen Busch machen."
"Dann komm mit." mit diesen Worten schloss Santa den Eingangsbereich auf und führte den Blondhaarigen in das Treppenhaus. Ein paar Treppen später, stand er vor seiner Türe und wollte diese gerade aufschließen, als sein nerviger Nachbar ihn anscheinend wieder mit seiner Anwesenheit beehrte. Seine nervige Stimme tönte durch ds Treppenhaus, während er zu ihm und Arthur herunterkam.
"Hey, Omega-Schl*mpe! Hast du endlich jemanden zum vögeln gefunden?" wollte dieser von dem Anthrazithaarigen wissen.
"Ja. Offensichtlich. Du kannst mich also in Ruhe lassen. Es sei denn, du willst dich nochmal mit mir prügeln." entgegnete dieser trocken.
"Wieso? Willst du mit dem eine Paarbindung eingehen? Scheint, den Klamotten nach zu urteilen, echt reich zu sein. Ansonsten wüsste ich nicht warum." und wieder bedrängte ihn dieser widerliche Mistkerl und versuchte nach ihm zu greifen. Scheinbar ahtte dieser Typ echt nicht genug.
Doch ehe er Santa erreichen konnte, hatte Arthur sich dessen Arm geschnappt und hielt ihn grob am Handgelenk gepackt. Seine Stimme klang so kühl, dass es Santa ein wenig schauderte "Hättest du wohl die Güte, deine Hände bei dir zu behalten?"
"Ey, alter! Lass mich los. Was soll das? Erhebst du etwa Ansprüche auf diese N*tte?" gab der Punk, welcher sein Nachbar war, wütend zur Antwort. Mit einer schnellen Bewegung packte der Alpha die Handgelenke des Mannes, drehte sie in einem schmerzhaften Winkel, sodass der Belästiger mit einem erstickten Stöhnen in die Knie ging. Der Schmerz war intensiv, aber nur für den Moment.
„Das war nur eine Warnung“, fügte er hinzu und ließ ihn los. Santas Nachbar taumelte zurück, seine Handgelenke schmerzten, doch es war keine bleibende Verletzung, nur ein unangenehmes Gefühl, das ihn für eine Weile begleiten würde.
„Du versuchst es noch einmal, und ich werde nicht so nachsichtig sein.“ war alles, was er dazu sagte, ehe er sich herumdrehte und Santa bat, die Haustüre aufzuschließen. Dies tat er er dann auch. Auch wenn etwas zögerlich. Noch einen kurzen warnenden Blick zurückwerfend, schob er den Anthrazithaarigen schnell in sein Apartment.