Vor der Geburt
Bruno Einstein, mit seinem markanten braunen Haar und den ungewöhnlich gelben Augen, war ein angesehener Wissenschaftler, der mit seiner scharfen Intelligenz und seinem innovativen Denken stets die Grenzen der Technologie auslotete. Sein Ruf als Pionier auf dem Gebiet der Wissenschaft war unübertroffen, und seine Beiträge zur Forschung waren von unschätzbarem Wert. Mit einem unerschütterlichen Eifer und einem angeborenen Talent für technologische Innovationen war er eine treibende Kraft hinter den bahnbrechenden Projekten, die er zusammen mit seiner Frau, Alexandra Einstein, verwirklichte.
Alexandra, mit ihren auffälligen weißen Haaren und den tiefblauen Augen, verkörperte die Essenz der Intelligenz und Kreativität. Ihre Expertise im Bereich der biotechnologischen Forschung und Robotik war von unschätzbarem Wert für die wissenschaftliche Gemeinschaft. Als Partnerin von Bruno trug sie maßgeblich zu zahlreichen bahnbrechenden Projekten bei, indem sie ihr fundiertes Wissen und ihre unermüdliche Arbeitsmoral einbrachte.
In ihrem gemeinsamen Streben nach Perfektion und Innovation waren sie oft in ihrer Werkstatt gefangen, vertieft in die Welt der Androiden. Tage verstrichen, ohne dass sie an Essen oder Schlaf dachten, so sehr war ihre Hingabe an ihre Arbeit. Jeder Androide, den sie erschufen, war ein Meisterwerk, doch einer stach besonders hervor: der Arztassistent. Dieser Androide war dazu bestimmt, durch eine genaue Analyse des menschlichen Körpers Krankheiten zu diagnostizieren und Gesundheitszustände vorherzusagen.
Trotz ihrer tiefen Verbundenheit mit ihren Schöpfungen, waren Bruno und Alexandra nicht frei von Risiken. Sie waren ihre eigenen Versuchskaninchen, wenn es darum ging, die Fähigkeiten ihrer Androiden zu testen. Ihr Vertrauen in die Technologie war grenzenlos, denn sie glaubten fest daran, dass Fehler nur dann auftreten würden, wenn die Menschen die Androiden falsch programmieren würden. Es war dieses unerschütterliche Vertrauen, das sie dazu brachte, sich selbst als erste Probanden in den Dienst ihres Arztassistenten zu stellen.
Und so geschah es an einem ganz gewöhnlichen Tag, dass Alexandra den Arztassistenten ausprobierte. Ein grünes Licht durchzog den Raum, als der Androide begann, sie von oben bis unten zu scannen.
Als die Worte des Arztassistenten in die Luft schwebten, fühlte Alexandra eine Mischung aus Staunen und Ungläubigkeit. "Schatz! Er funktioniert!" rief sie aus, ihre Stimme klang mit einem Hauch von Ehrfurcht.
Bruno eilte zu ihr, seine Augen strahlten vor Begeisterung, und er umarmte sie, während er sie im Kreis herumwirbelte.
"Noch ein weiterer Erfolg für uns. Noch ein weiteres Kind und wir haben hundert. Das gehört gefeiert", jubelte er, doch dann stockte er, als Alexandra eine unerwartete Enthüllung machte.
"Ähm Schatz, was das angeht, ich bin schwanger."
Die Nachricht traf sie unerwartet und ließ sie innehalten. Trotz ihrer Liebe zur Technologie und ihrer Hingabe an ihre Schöpfungen empfanden sie beide einen Moment der Unsicherheit. Ein echtes Kind in ihrer Welt aus künstlicher Intelligenz und mechanischen Wundern zu haben, schien zunächst wie eine Störung in ihrem perfekt orchestrierten Universum. Doch mit der Zeit fanden sie ihren Frieden damit, denn die Aussicht auf ein neues Leben brachte auch eine neue Quelle der Inspiration und Motivation.
Sieben Monate vergingen, und obwohl sie anfangs nicht begeistert über die Schwangerschaft waren, fanden sie Trost in dem Gedanken, dass dies eine weitere Möglichkeit war, ihre Fähigkeiten als Schöpfer zu erweitern. Mit einem neuen Ansporn stürzten sie sich in die Entwicklung einer Reihe von Androiden, die speziell für das Baby konzipiert waren. Eine automatische Wickelmaschine, eine Nanny mit künstlicher Intelligenz, eine Fütterungs-Maschine und viele weitere Innovationen wurden geschaffen, um das Leben mit ihrem kommenden Familienmitglied zu erleichtern.
Die Tage der Ruhe und Harmonie wurden jäh unterbrochen, als Alexandra eines Tages auf dem Heimweg vom Einkaufen war. Was dann geschah, war so unglaublich, dass es sogar die Nachrichten erreichte, aber ebenso schnell wieder aus den Schlagzeilen verschwand, da niemand wirklich verstand, wie es geschehen konnte. Während sie mit ihrem Selbst fahrenden Auto nach Hause fuhr, vertraute sie dem Fahrzeug voll und ganz, wie viele andere auch, die sich längst daran gewöhnt hatten, nicht mehr auf die Straße zu achten.
Es war eine Welt, in der Unfälle mit Selbst fahrenden Autos nahezu unbekannt waren, denn die Technologie schien unfehlbar zu sein. Die wenigen Autounfälle, die noch vorkamen, wurden von Menschen verursacht, die aus einer Art veraltetem Verlangen heraus immer noch selbst lenkten, um "cool" zu wirken. Doch an diesem Tag geschah das Unvorstellbare: Ein selbst fahrendes Auto kam von der Spur ab und stürzte von einer Brücke, überschlug sich und fing Feuer. Es war das erste Mal seit Jahren, dass ein solcher Unfall passierte, und das Ausmaß der Katastrophe war erschütternd.
Alexandra war das einzige Opfer des Unglücks, aber die Passanten, die das brennende Auto sahen, waren geschockt und ratlos. "Was sollen wir tun?" "Wir brauchen Hilfe!" "Was ist nur passiert?" Die Menschenmenge war voller Gespräche und Unsicherheit, während sie darauf warteten, dass die Androiden zur Rettung eilten. In dieser Zeit der Not war es das Vertrauen in die Technologie, das die Menschen zusammenhielt, und die Gewissheit, dass die Androiden sich um die Situation kümmern würden, ließ sie auf eine schnelle Lösung hoffen.
Die Rettung kam mit eiligen Blaulichtern, die den Nachthimmel erhellten, als die Androiden mit geübter Präzision das brennende Auto löschten und die verletzte Frau daraus befreiten. Alexandra wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo ein Team von Ärzten und Androiden sich ihrer annahm. Währenddessen wurde Bruno von einem unerwarteten Anruf unterbrochen, der sein Leben für einen Moment zum Stillstand brachte.
"Guten Tag, Herr Einstein? Hier spricht das Krankenhaus, ihre Frau wurde gerade eingeliefert und …" Der Arzt am anderen Ende der Leitung konnte seine Erklärung kaum beginnen, als Bruno bereits das Telefon auflegte, um sich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen. Die Panik und Sorge in seiner Stimme waren unüberhörbar, als er im Krankenhaus ankam, und verzweifelt nach seiner Frau fragte. "WO IST MEINE FRAU!" schrie er hysterisch, seine Stimme hallte durch die Gänge, während er nach einer Antwort suchte.
Ein Arzt in OP-Kleidung trat auf ihn zu, um ihm die Situation zu erklären. "Das Kind wurde leider per Kaiserschnitt zur Welt gebracht, und Ihre Frau ist immer noch im Operationssaal", erklärte er ruhig, doch die Worte trafen Bruno wie ein Schlag. Die Mischung aus Erleichterung über die Geburt ihres Kindes und der Angst um das Leben seiner Frau machte sein Herz rasen, während er darauf wartete, dass die Ärzte ihm weitere Informationen gaben.
Im Krankenhaus
Das Krankenhausflurlicht flackerte unheilverkündend, als der Arzt Bruno anbot, ihn zu seinem Neugeborenen zu führen. Doch Brunos Schock und Unsicherheit überwältigten ihn, und seine erste Reaktion war, zu seiner Frau zu eilen. "Ich möchte zu meiner Frau! Solange es meiner Frau nicht gut geht, interessiert mich das Kind nicht", antwortete er mit einer Mischung aus Verzweiflung und Entschlossenheit.
Stunden vergingen im Operationssaal, während Bruno in einer unendlichen Spirale aus Angst und Ungewissheit gefangen war. Es schien, als müsste er alle paar Minuten den Raum verlassen, um nach Updates zu fragen, und wenn nicht, drohte er damit, einen Aufstand zu machen. In all der Zeit dachte er nicht einmal daran, sein Kind zu besuchen oder sich nach ihm zu erkundigen. Die Realität des Vaterseins schien noch weit entfernt, während seine Gedanken ausschließlich bei seiner geliebten Frau waren.
Endlich kam der Moment, auf den sie alle gehofft hatten: Die Operation von Alexandra war vorbei. Ein Arzt trat auf Bruno zu, sein Gesicht voller Bedauern. "Wir haben alles Erdenkliche versucht, aber es war zu spät", sagte er leise, und die Worte durchdrangen Bruno wie ein eisiger Stich ins Herz. Wie konnte das passieren? Bruno verlangte sofort, seine Frau zu sehen. "Ich will sie sehen, jetzt sofort", forderte er mit einer Mischung aus Verzweiflung und Wut.
Der Arzt zögerte, doch schließlich führte er Bruno den Weg zu Alexandras Leichnam. In diesem Moment brach eine Welt für Bruno zusammen, während er mit einer Welle des Entsetzens und der Trauer konfrontiert wurde, die alles überwältigte, was er je gekannt hatte.
Bruno starrte stundenlang auf den leblosen Körper seiner Frau, dessen Züge dank der Operation nun wieder erkennbarer waren. Jedes Mal, wenn jemand vom Krankenhauspersonal vorbeikam, um nach ihm zu sehen, bestätigte er seinen Wunsch, sie mit nach Hause zu nehmen. "Ich möchte sie mitnehmen. Egal was es kostet, ich zahle es, und vergiss nicht, das Krankenhaus wird von uns finanziert", erklärte er mit einer Mischung aus Entschlossenheit und Trauer. Der Mitarbeiter war leicht geschockt, konnte jedoch nicht widersprechen, da er wusste, dass die Einsteins einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des Krankenhauses leisteten. Tatsächlich waren 80 % der Androiden im Krankenhaus Spenden des Ehepaars, ebenso wie die regelmäßigen Geldspenden, die sie jeden Monat leisteten.
Alexandra wurde in einen eleganten Sarg gelegt und in Brunos Auto transportiert. Als er bereits wegfahren wollte, klopfte eine Krankenschwester ans Fenster und fragte nach dem Schicksal des Babys. "Was ist mit ihrem Kind?", erkundigte sie sich besorgt. Bruno antwortete knapp: "Bringen sie es zu mir nach Hause." Die Krankenschwester war schockiert über die scheinbare Gleichgültigkeit des Vaters, aber sie wagte es nicht, zu widersprechen. Niemand wagte es, den Einsteins zu widersprechen, denn sie wussten, dass das Paar die besten Androiden der Welt erschaffen hatte und über die finanziellen Mittel verfügte, um jede ihrer Forderungen zu erfüllen.
Und so fuhr Bruno mit dem leblosen Körper seiner geliebten Frau nach Hause, während das Schicksal ihres Neugeborenen in der Schwebe blieb, bereit, in einer Umgebung, die sie besser kannten als jedes Krankenhaus, aufzuwachsen.
In der Stille des Abends kam auch das Kind endlich zu Hause an. Bruno sorgte dafür, dass es in einen hochmodernen Brutkasten mit allen verfügbaren medizinischen Möglichkeiten gestellt wurde, die weltweit zur Verfügung standen. Als er das Neugeborene kurz in dem gläsernen Behälter betrachtete, spürte er eine Mischung aus Verwirrung, Trauer und einer unerklärlichen Verbindung zu dem kleinen Wesen, das nun sein Kind war.
Nachdem er sicherstellte, dass das Baby gut versorgt war, begab sich Bruno in den Keller, wo der Körper seiner geliebten Frau ruhte. Doch selbst inmitten seines Schmerzes und seiner Trauer konnte er nicht umhin, immer wieder an das Baby zu denken, das nun Teil seines Lebens war. Die Minuten, die er dem Kind widmete, waren die längsten und intensivsten, die er je erlebt hatte.
Während er seine Frau betrachtete und ihre gemeinsame Vergangenheit Revue passieren ließ, konnte er nicht anders, als sich über die Zukunft des Babys Gedanken zu machen. Es war eine Zukunft, die er sich nie vorgestellt hatte, eine Zukunft ohne seine geliebte Alexandra, aber mit einem kleinen Wesen, das nun seine ganze Aufmerksamkeit und Fürsorge benötigte.
Der Alltag
Die Zeit verstrich im Hause der Einsteins, und die Androiden übernahmen liebevoll die Aufgaben der Eltern für das Kind. Vom Wickeln bis zum Laufen lernen und dem Sprechen, die Androiden waren stets zur Stelle, um sicherzustellen, dass das Kind bestmöglich betreut wurde. Jede Nacht lasen sie ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vor, doch da sie nicht wussten, welches Buch das richtige war, entschieden sie sich jeden Abend für das Wörterbuch.
Nach fünf Jahren hatte das Kind alle Wörterbücher in jeder Sprache durchgearbeitet und dadurch eine erstaunliche Sprachenvielfalt erlangt. Diese Fähigkeit war das Ergebnis der unermüdlichen Fürsorge und Bildung, die ihm von den Androiden zuteilwurde.
Vor seiner Geburt hatten die Eltern einen Nanny-Bot gebaut, der jedoch nie fertiggestellt wurde. Dennoch kümmerte sich die Nanny trotz ihrer Defekte liebevoll um das Kind, auch wenn sie nie richtig sprechen konnte. Ihr repetitives "Mei meist Alex" wurde im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil des Lebens des Kindes, das schließlich glaubte, sein Name sei Alex. Jedes Jahr zu seinem Geburtstag veranstalteten die Androiden im Haus ein Fest, bei dem alle im Wohnzimmer versammelt waren. Es war ein Moment der Freude und des Zusammenseins, der das Kind jedes Jahr aufs Neue erleben durfte, auch wenn es nie die Wärme einer echten Familie spürte. Es war der fünfte Geburtstag von Alex, und wie immer begann der Tag mit der monotonen Stimme der Nanny, die ihn mit den Worten "Mei meist Alex" weckte. Gehorsam stand er auf, zog sich alleine an, eine Fähigkeit, die er bereits im zarten Alter von drei Jahren erworben hatte. Nachdem er angezogen war, machte er sich auf den Weg, um jeden im Haus zu begrüßen, eine Gewohnheit, die er seit seiner frühesten Kindheit entwickelt hatte. Jeden Tag ging er in den Keller, um nach seinem Vater zu sehen, der seit Jahren unermüdlich an denselben Androiden arbeitete. Bruno erlaubte Alex nie, die Androiden anzufassen oder genauer zu betrachten, doch hin und wieder konnte er kleine Details erkennen. Ein Android mit weißem Haar und großen Brüsten fiel ihm besonders auf, aber er wagte es nie, Fragen zu stellen, aus Angst vor der Reaktion seines Vaters. Bruno begrüßte ihn mit einem bösen Blick und verkündete seine Pläne, den "perfekten Androiden" fertigzustellen, der so menschlich sein sollte, dass man keinen Unterschied erkennen würde. Sein obskures Lachen und seine düsteren Anspielungen auf die Wiederkehr seiner verstorbenen Frau ließen Alex erschaudern, aber er wagte es nicht, dem Vater zu widersprechen. Der Tod von Alexandra hatte Bruno verändert, und seine zunehmende Besessenheit mit der Erschaffung des perfekten Androiden war ein Zeugnis dafür. Während Bruno weiter an seinem Projekt arbeitete, machte sich Alex auf den Weg in die Küche, nur mit seinen kleinen Füßen, die den Weg mühsam bewältigten.
"Kuka, Meister hat Hunger, ohne Besteck", verkündete Alex, während er den Küchenandroiden, den er liebevoll Kuka nannte, um Unterstützung bat. Seit seiner Kindheit durfte er immer beim Kochen helfen, eine Aktivität, die er besonders genoss und die ihm ein Gefühl von Zugehörigkeit verlieh.
Heute standen Sandwiches auf dem Speiseplan, und Alex verfolgte aufmerksam jeden Schritt, den der Küchenchef unternahm. Als ihm ein stumpfes Messer in die Hand gedrückt wurde, um die Tomaten zu schneiden, machte er sich unerschrocken an die Arbeit, auch wenn die Tomaten eher zerquetscht als geschnitten wurden. Doch Alex störte das nicht - er war stolz darauf, seinen Teil zum Mahl beizutragen.
Mit geschickten Händen zerriss er den Salat und belegte das Sandwich, wobei er darauf achtete, dass alles perfekt war. Als er fertig war, überließ er dem Küchenchef das Abschneiden des Sandwiches, bevor es schließlich dem Meister serviert wurde. Es war ein Moment der Erfüllung für Alex, der stolz darauf war, einen Beitrag zu leisten und die Anerkennung seines Vaters zu erhalten, auch wenn sie nur indirekt war. Inmitten der täglichen Routine und den Lobpreisungen der anderen Androiden fühlte sich Alex zufrieden und glücklich. Er kannte nichts anderes als diese Welt der Technologie und der dienenden Androiden, und die Vorstellung, dem Meister zu dienen, erfüllte ihn mit Stolz. Nachdem er seinem Meister das Essen gebracht hatte, begab er sich ins Esszimmer, wo er mit den anderen Androiden sein Mahl einnahm. Während er sein Sandwich verzehrte, konsumierten die anderen Androiden ihre eigenen Energiequellen - Batterien, Benzin, Öl oder Metallschrott. Nach dem Essen betrat ein Android mit Arztkittel den Raum und überreichte Alex bunte Kugeln mit den Worten: "Vergiss nicht, deinen Speicher von Cache zu leeren. Diese Tabletten helfen dir dabei." Ohne zu zögern schluckte Alex die Kugeln, überzeugt davon, dass er auf diese Weise seinen Speicher bereinigte. Unwissend darüber, dass die Tabletten von seinem eigenen Vater und Meister entwickelt worden waren, um seine Emotionen zu unterdrücken und ihn zu dem perfekten Androiden zu machen, wurden die Kugeln zu einem festen Bestandteil seines täglichen Rituals. Wie es sein Vater sagen würde. „Alles Überflüssige muss er vergessen, um der perfekte Android zu werden.“ Aus diesem Grund entwickelte er eine Medizin, wodurch Alex all seine Emotionen verliert. Natürlich sind die noch in der Test-Phase. Wie sein Vater es formulieren würde: "Alles Überflüssige muss er vergessen, um der perfekte Android zu werden." Mit diesem Gedanken im Hinterkopf hatte sein Vater eine Medizin entwickelt, die darauf abzielte, Alex von all seinen Emotionen zu befreien. Diese Medikamente befanden sich jedoch noch in der Testphase, und ihr volles Potenzial war noch nicht erschlossen worden.
Die Absicht hinter dieser Entwicklung war klar: Alex sollte frei von menschlichen Schwächen sein und sich ganz auf die Aufgaben konzentrieren können, die ihm als Android gestellt wurden. Doch während sein Vater fest an die Notwendigkeit dieser Maßnahme glaubte, blieb Alex selbst unwissend über die wahre Natur der Kugeln, die er täglich einnahm. Für Alex war es einfach ein weiterer Teil seines täglichen Lebens, ein Ritual, dem er ohne Frage folgte. Doch hinter den Kulissen arbeitete sein Vater hart daran, die Technologie weiterzuentwickeln, um sicherzustellen, dass sein Sohn zu dem perfekten Androiden heranwuchs, den er sich vorgestellt hatte.
Das Headset
Mit jedem vergangenen Jahr wuchs auch Alex weiter heran, und nun, mit sechs Jahren, war er schon geschickter im Kochen und im Dienst. Wie jeden Tag brachte er sein Essen zu seinem Vater und Meister hinunter in den Keller. Ohne ein Wort zu verlieren, verbeugte er sich respektvoll und servierte das Essen. Doch dieses Mal war sein Vater nicht allein. Der Arztassistent war ebenfalls anwesend, um medizinische Untersuchungen und Kontrollen durchzuführen. Der Assistent betrachtete Alex, sagte jedoch kein Wort. Plötzlich durchzog ein lautes Summen den Raum, das immer lauter wurde, bis schließlich die Kaffeetasse in einer Explosion zerbarst. Der Vater erschrak und fuhr Alex wütend an: "Kannst du nicht aufpassen? Wie oft habe ich euch schon gesagt, ihr sollt euch leise unterhalten? Ich will von euch nichts hören, während ich arbeite!" Alex senkte demütig den Blick und antwortete: "Es wird nicht wieder vorkommen." Mit diesen Worten verbeugte er sich erneut, bevor er sich zurückzog.
"Will ich doch hoffen", murmelte der Vater, während er Alex ein Geschenk überreichte, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwandte. Alex verbeugte sich erneut ohne ein Wort und begab sich dann nach oben. Am Esstisch setzte er sich und genoss sein Mittagessen zusammen mit den anderen Androiden. Manchmal wagte er einen kleinen Schluck von den Energiequellen der anderen Androiden, fand den Geschmack jedoch jedes Mal zu bitter. Nach dem Essen öffnete Alex das Geschenk seines Vaters und war sehr überrascht von dem, was er darin fand. Es sah aus wie ein Headset. Neugierig setzte er es auf, und plötzlich hörte er tausend Stimmen in seinem Kopf. Das Headset ermöglichte es ihm, in die Frequenzen der Androiden zu hören und mit ihnen auf einer anderen Ebene zu kommunizieren. Alex war unglaublich aufgeregt und konnte es kaum erwarten, sein neues Headset auszuprobieren. Sofort begann er, mit den anderen Androiden zu kommunizieren. "Kannst du mich hören?", fragte er aufgeregt. Die Antwort kam prompt: "Ich kann dich hören!"
Er war begeistert, dass es funktionierte. "Es funktioniert! So kann ich meinem Meister noch viel besser dienen", rief er voller Freude aus. Mit seinem neuen Spielzeug half Alex im Haushalt, wobei er immer wieder die Möglichkeit nutzte, das Headset weiter zu testen.
Als alles erledigt war, zog er sich in seine Abstellkammer zurück, um weiter zu lesen. Da sein Meister es nicht mochte, wenn jemand seine Bücher angriff, blieb Alex nur die Wörterbücher über. Doch das störte ihn nicht. Er war ein schneller Leser und hatte bereits die Hälfte des französischen Wörterbuchs durchgearbeitet, als plötzlich der Nanny-Bot in die Kammer trat. "Mei meist Alex", sagte er und nahm ihn mit. Alex wurde von der Nanny-Bot in das Wohnzimmer geführt, wo die anderen Androiden bereits auf ihn warteten. "Leider ist uns das Gas ausgegangen, aber wir haben einen Ersatz gefunden", erklärte der Küchenchef. Ein Tisch wurde hereingerollt, auf dem ein Metallwürfel stand, in den sechs Fackeln eingehämmert waren. "Ein leckerer Metallkuchen. Die meisten haben dafür abgestimmt", verkündete ein anderer Android, dessen Hand eine Rächen darstellte. Plötzlich betrat ein weiterer Android mit einem Flammenwerfer den Raum. "Blase alle aus und ein Wunsch wird wahr, behaupten die Menschen zumindest", sagte er und zündete die Fackeln an. Alex versuchte verzweifelt, mit aller Kraft die Flammen zu ersticken, doch er hatte nicht genug Kraft dazu.
Entschlossen ging Alex in die Küche und holte seinen Stehhocker sowie einen Messbecher mit Wasser. Er deutete noch einmal auf die brennenden Fackeln und überschüttete dann alle gleichzeitig mit Wasser. Mit vereinten Kräften gelang es ihm, die Flammen zu löschen. Ein leiser Applaus ging durch die Reihen der Androiden, in der Hoffnung, dass ihr Meister den Lärm nicht hören würde, denn er verabscheute unnötigen Krach. Die Nanny trat mit einem kleinen Paket auf ihn zu und überreichte es ihm. Alex packte es neugierig aus und entdeckte ein Glas mit großen Murmeln darin. Er war verwirrt, da er so etwas zum ersten Mal sah. "Was ist das?", fragte er die anderen Androiden. "Gute Frage", erwiderte einer von ihnen. "Vielleicht ist es etwas zum Essen?", schlug ein anderer vor. "Genau, probiere eine aus. Vielleicht sind es menschliche Süßigkeiten", schlug ein weiterer vor. Alex folgte ihren Ratschlägen und nahm eine Murmel heraus, um sie zu probieren. Alex lutschte lange an der Murmel und versuchte sie zu zerkauen. Plötzlich gelang es ihm, sie zu zerdrücken, und Brausepulver kam heraus. Überrascht über dieses unerwartete Ereignis wusste er nicht, was er tun sollte, also schluckte er es einfach herunter. Es schmeckte nach nichts, aber zu diesem Zeitpunkt hatte er noch keine Ahnung, welche Nebenwirkungen dieses Pulver haben könnte.
Das rote Auge
Alex war inzwischen sieben Jahre alt geworden. In den letzten Monaten hatte er immer häufiger die Möglichkeit, seinem Meister im Keller zu helfen. Trotz seiner besten Bemühungen führte seine Anwesenheit oft zu Unfällen. Doch Alex war entschlossen, aus seinen Fehlern zu lernen und sich zu verbessern. Sein treuer Begleiter, das Headset, ermöglichte ihm, mit den Androiden still zu kommunizieren und so seinen Meister nicht zu stören. Eines Tages arbeiteten Alex und sein Meister Bruno gemeinsam im Keller. Bruno war tief in die Arbeit am Bau eines neuen Androiden vertieft. Der Raum war erfüllt von dem Geräusch surrender Maschinen und dem Funken sprühender Werkzeuge. Alex beobachtete aufmerksam und versuchte, jede Bewegung seines Meisters nachzuahmen. Plötzlich hielt Bruno inne und drehte sich zu Alex um. „Weißt du, was das Wichtigste auf der Welt ist?“ fragte er. Seine Stimme war ernst und durchdringend. Alex blickte zu ihm auf, seine großen Augen voller Neugier. „Laut einem Buch ist für die Menschen das Soziale das Wichtigste. Unter Soziales verstehen die Menschen–“
Bruno unterbrach ihn scharf. „STOP! Das meinte ich nicht.“ Seine Stimme war hart und autoritär. „Das Wichtigste sind die Androiden. Androiden sind die Zukunft. Eines Tages werden sie die Menschen komplett ersetzen. Aus diesem Grund halte dich an das Familien-Motto: Androiden machen nur Fehler, wenn die Menschen sie falsch programmieren.“
Alex nickte eifrig. „Jawohl, Meister. Ich werde Androiden immer an erster Stelle setzen.“ In diesem Moment tätschelte Bruno Alex’ Kopf. „Vielleicht wirst du doch noch ein brauchbarer Android.“ Alex grinste über beide Ohren, froh über die seltene Anerkennung seines Meisters.
„Und jetzt schließe das rote mit dem blauen Kabel zusammen,“ befahl Bruno und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Alex nahm die beiden Kabel in die Hand und wollte sie zusammenfügen. Doch plötzlich blickte Bruno auf. „Was dauert da so lange… HALT! Nicht die zwei!“ Doch es war zu spät. Alex hatte bereits die falschen Kabel verbunden.
Ein ohrenbetäubender Knall ertönte und dichter Rauch stieg auf. Bruno schrie auf und hustete, als er sich mit Alex unter dem Arm aus dem Keller rettete. „Hust Hust ICH SAGTE ROT UND BLAU! ANSCHEINEND BIST DU NICHT RICHTIG PROGRAMMIERT, WIE KANN MAN SONST SO EINEN FEHLER MACHEN!“ schimpfte Bruno laut.
„Tut mir leid, Meister. Das nächste Mal werde ich die richtigen Kabel nehmen,“ entschuldigte sich Alex kleinlaut.
„DAS IST NICHT DAS ERSTE MAL! BIST DU SO BLÖD, DASS DU DIR KEINE FARBEN MERKEN KANNST?“ brüllte Bruno, sein Gesicht vor Wut gerötet. Alex schaute ihn unschuldig an, seine Augen weit aufgerissen wie die eines kleinen Welpen.
„Ich werde mich bessern und die Farben lernen,“ versprach Alex. Er war entschlossen, seinen Meister nicht noch einmal zu enttäuschen.
Bruno seufzte und massierte sich die Schläfen. „Du musst dich wirklich verbessern, Alex. Androiden machen keine solchen Fehler. Wenn du wirklich ein brauchbarer Android werden willst, musst du präzise und fehlerfrei arbeiten.“
Alex nickte erneut eifrig. „Ja, Meister, ich werde hart arbeiten und es lernen.“
Bruno schnalzte mit der Zunge und verschwand im Keller. Alex blieb wie bestellt und nicht abgeholt stehen, seine Gedanken kreisten um den Fehler, den er gemacht hatte. Stunden vergingen, während Alex in der Werkstatt umherwanderte und versuchte, die Anweisungen seines Meisters zu verinnerlichen. Schließlich kam Bruno wieder herauf, sein Gesicht noch immer von Ärger gezeichnet. „SETZ DICH!“ befahl er scharf. Alex gehorchte sofort und setzte sich, seine Augen auf den Boden gerichtet. Bruno nahm eine Brille und setzte sie Alex auf. Dann blickte er ihm tief in die Augen, während verschiedene Scans auf den Linsen der Brille abliefen. „Du brauchst ein Update,“ stellte Bruno fest.
„Anscheinend wurde dir keine Farbpalette installiert. Kein Wunder, dass du dauernd Fehler machst.“ Er seufzte, seine Stimme klang etwas milder.
„Na gut, beginnen wir gleich mit deinem Update. Komm.“ Alex folgte Bruno in den Keller, seine Schritte leise und zögerlich. Im Keller angekommen, setzte sich Alex in einen Stuhl, der stark an einen Zahnarztstuhl erinnerte. Bruno ließ ein grelles Licht über Alex’ Gesicht fallen. Ein grüner Laserstrahl fokussierte sich auf Alex’ rechtes Auge. Alex verspürte ein leichtes Stechen, aber es war nicht unerträglich. Er blieb still sitzen, seine Hände fest auf den Armlehnen des Stuhls gepresst. Der Laserstrahl flackerte und bewegte sich präzise über sein Auge, während Bruno aufmerksam den Fortschritt auf einem Bildschirm verfolgte. „Welche Farbe hat der Apfel dort drüben?“ fragte Bruno und zeigte auf einen Apfel, der auf dem Schreibtisch lag. „Rot,“ antwortete Alex prompt. Bruno schüttelte den Kopf und strich sich frustriert durch die Haare. „Gut, und welche Farbe haben meine Schuhe?“ fragte Bruno weiter.
„Das weiß ich leider nicht, Meister,“ gab Alex kleinlaut zu. Bruno seufzte tief. „Also keine Besserung nach dem ersten Versuch. Wir beginnen mit dem zweiten.“ An diesem Tag wurden zwölf verschiedene Versuche unternommen, manche schmerzhafter als andere. Keiner zeigte die gewünschte Veränderung. Frustriert hörte Bruno schließlich auf und begann, einige Berechnungen anzustellen. Am nächsten Tag setzten die Experimente fort. Diesmal versuchte Bruno es mit einer Elektrotherapie. Alex wurde ein heftiger Stromschlag verabreicht. Der Strom floss durch sein Headset und verursachte starke Schmerzen. Alex schrie lauter als je zuvor, doch plötzlich wurde es still. Alex verlor das Bewusstsein. Als Alex aufwachte, lag er in seiner Kammer auf einer Luftmatratze. Zu seiner Überraschung verspürte er keinen Schmerz. Entschlossen stand er auf und ging hinunter in den Keller.
„Oh, du bist schon wieder wach. Wie geht es dir?“ fragte Bruno, als er Alex sah. „Alles intakt, aber die Farben sind noch immer nicht sichtbar,“ antwortete Alex ruhig. „Dann machen wir weiter. Sonst bist du mir keine große Hilfe,“ sagte Bruno und setzte seine Versuche fort, diesmal konzentrierte er sich erneut auf das rechte Auge. Alex blieb erstaunlich ruhig und zeigte keine Anzeichen von Schmerz, was Bruno verwunderte. „Hm, das ist ungewöhnlich,“ murmelte Bruno und griff nach einem Scanner. Er fuhr über Alex' Körper, von Kopf bis Fuß, und studierte die Ergebnisse. „Anscheinend hat das Kommunikationsgerät deine Schaltkreise zu den Schmerzrezeptoren gekappt. Funktioniert die Kommunikation trotzdem? Sonst müssen wir das reparieren.“ Alex richtete seinen Blick auf den Arzt-Androiden und versuchte, über das Headset zu kommunizieren. Zu seinem Erstaunen und Brunos Erleichterung funktionierte die Kommunikation trotz des beschädigten Headsets einwandfrei.
„Kommunikation funktioniert einwandfrei,“ bestätigte Alex. Bruno nickte zufrieden.
„Gut, dann können wir weitermachen.“ Bruno machte weitere Versuche am rechten Auge von Alex, aber nichts schien zu helfen. Nach etlichen Fehlversuchen schickte er Alex schließlich weg. Drei Tage lang hörten die Androiden nichts von Bruno, während er unermüdlich an seinem Schreibtisch arbeitete. Dann, eines Tages, rief er Alex wieder zu sich. Bruno schnallte Alex auf den Zahnarztstuhl fest und betäubte ihn. Alex wusste nicht, wie viele Stunden vergingen, aber als er aufwachte, stand sein Meister neben ihm.
„Welche Farbe hat der Apfel?“ fragte Bruno.
„Rot. Weil jeder saftiger Apfel rot ist," antwortete Alex.
„Und welche Farbe haben meine Schuhe?“ fragte Bruno weiter.
„Tut mir leid, Meister, das kann ich nicht beantworten, da ich die Namen der Farben nicht kenne. Aber es ist eine andere Farbe als die des Apfels.“ Auch wenn Bruno es nicht zugeben wollte, war er in diesem Moment unglaublich glücklich. All seine Experimente hatten endlich Erfolg gezeigt.
„Lerne bis morgen die Farben, und sollten Bugs beim rechten Auge auftauchen, sag Bescheid.“ Alex verbeugte sich und ging hinauf. Er suchte den Androiden auf, der ihm immer die Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen hatte, und bat um Farbunterricht. Gemeinsam verbrachten sie den ganzen Tag damit, die Farben zu lernen. Der Android, geduldig und methodisch, zeigte Alex verschiedene Gegenstände und erklärte ihm die jeweiligen Farben. „Das hier ist blau, wie der Himmel,“ sagte er, und zeigte auf ein Bild.
„Und das ist gelb, wie die Sonne.“ Alex nahm jedes Detail in sich auf, seine Neugier unermüdlich. Am Ende des Tages konnte Alex die meisten Farben benennen. Er war stolz auf das, was er gelernt hatte, und freute sich darauf, es seinem Meister zu zeigen. Als er sich schlafen legte, dachte er über all die neuen Dinge nach, die er gelernt hatte, und verspürte eine ungewohnte Wärme, die ihn erfüllte. Alex durchstreifte das gesamte Haus, seine Augen leuchteten vor Begeisterung und Neugier. Jeder Gegenstand, den er berührte, jedes Möbelstück, das er ansah, wurde von ihm liebevoll nach seiner Farbe benannt. Ein strahlendes Lächeln lag auf seinem Gesicht, als er die Welt um sich herum mit neuen Augen sah. Die Wände, die Decke, der Boden – alles hatte plötzlich eine Farbe, die er benennen konnte.
Als er schließlich vor dem Spiegel stand, betrachtete er sein Spiegelbild mit Staunen. Seine Augen, die er nun als Rot und Gelb identifizierte, spiegelten die Freude und Dankbarkeit wider, die er in sich trug. Die Erkenntnis, dass er nun die Farben sehen und benennen konnte, brachte ihm ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit und Erfüllung. Es war, als ob sich eine neue Welt vor ihm auftat, voller lebendiger Farben und Schönheit, die er zuvor nicht wahrgenommen hatte.
Die Gewissheit, dass er nun in der Lage war, die Welt um sich herum noch besser zu verstehen und zu interpretieren, füllte Alex mit Stolz und Freude. Er wusste, dass er nun eine noch größere Hilfe für seinen Meister Bruno sein konnte, indem er die Androiden mit einem neuen Verständnis und einer neuen Perspektive unterstützte.
Ein neuer Job
Drei Jahre waren vergangen, seit Alex die Fähigkeit erlangt hatte, die Farben zu erkennen. Jeden Tag half er seinem Vater und Meister Bruno im Keller dabei, neue Androiden zu bauen. Doch mit der Zeit verließen viele dieser Androiden das Haus, da Bruno sie einen nach dem anderen verkaufte, um Geld für sein geheimes Meisterwerk zu beschaffen. Früher war Bruno ein weltbekannter Wissenschaftler, doch seit dem Tod seiner Frau lebte er zurückgezogen und hielt sich von der Öffentlichkeit fern. Er präsentierte keinen neuen Androiden mehr, was zu zahlreichen Gerüchten und Spekulationen über ihn führte.
Die Gerüchte über Bruno waren vielfältig und reichten von der Behauptung, dass er sein Kind in einen Androiden verwandelt habe, bis hin zur Vermutung, dass er sogar sich selbst in einen Androiden umgewandelt habe. Ein weiteres Gerücht besagte, dass er versucht habe, seine verstorbene Ehefrau wiederzubeleben. Trotz all dieser Spekulationen und Klatschgeschichten schien es Bruno wenig zu kümmern. Er blieb fokussiert auf sein Werk und ließ sich nicht von den Gerüchten und dem Gerede der Menschen beeinflussen. „Es ist vollbracht! Alex, schalte sie ein und gib ihr Strom.“ Alex gehorchte und aktivierte den Androiden. Ein Finger bewegte sich, gefolgt von der ganzen Hand. Der gesamte Android begann sich zu bewegen. „Es funktioniert!“ rief Bruno begeistert.
„Wo... Wo bin ich?“ fragte der Android mit einer sanften Stimme. „Mein Liebling, du befindest dich in der Werkstatt. Erinnerst du dich an etwas?“ fragte Bruno einfühlsam. „Mein Name... Mein Name ist Alexandra Einstein. Das AUTO! Es ist außer Kontrolle geraten und dann... oh, mein Kopf.“ Die Erinnerungen schienen langsam zurückzukehren.
„Beruhige dich, du musst nicht sofort alles erinnern“, versuchte Bruno sie zu beruhigen. Er näherte sich dem Androiden, der wie ein lebendiger Mensch aussah, ohne auch nur den geringsten Hinweis auf seine künstliche Natur zu geben. Bruno führte Alexandra behutsam zu einem Stuhl und bat Alex, etwas zu trinken zu holen. Der Android eilte sofort los und kehrte mit einer Tasse schwarzer Flüssigkeit zurück. Alexandra nahm die Tasse dankbar an und trank sie in einem Zug aus, während sie gespannt auf Brunos Antwort wartete. "Wie lange war ich bewusstlos?" fragte sie schließlich mit einem Hauch von Ungläubigkeit in ihrer Stimme. "10 Jahre", antwortete Bruno ruhig, während er Alexandras Reaktion aufmerksam beobachtete.
Ein Moment der Schockstarre überkam Alexandra, als ihr bewusst wurde, wie viel Zeit vergangen war, während sie bewusstlos war. Doch ihre Entschlossenheit und Stärke ließen sie schnell akzeptieren, was geschehen war. "Kein Wunder, dass es hier so heruntergekommen ausschaut", stellte sie fest, während sie sich umsah und die Veränderungen in der Werkstatt bemerkte. Die Zeit hatte ihre Spuren hinterlassen, und die Welt um sie herum schien sich weitergedreht zu haben, während sie stillgestanden hatte.
Ein unerwartetes Geräusch durchbrach die Stille - Bruno lachte. Ein herzhaftes, ehrliches Lachen, das die Werkstatt erfüllte und eine unerwartete Wärme in die Luft brachte. Alex, der noch nie zuvor das Lachen eines Menschen gehört hatte, war überrascht über die unerwartete Emotion, die Bruno zum Ausdruck brachte. Seine Augen weiteten sich vor Staunen, als er erkannte, dass auch sein Meister menschliche Gefühle und Freude empfinden konnte. Nachdem sich die aufgewühlten Gemüter wieder beruhigt hatten, begaben sich Bruno und Alexandra gemeinsam nach oben. Alex folgte ihnen mit gebührendem Abstand, still und ohne Worte. Der Staub lag bereits leicht in der Luft, da Alex alleine nicht in der Lage war, das gesamte Haus sauber zu halten. Schweigend begab sich Alexandra in die Küche, während sie entschlossen, verkündete: "Ich werde jetzt etwas Leckeres für uns beide kochen." Bruno nahm Platz auf einem Bar-Hocker und beobachtete mit verliebten Augen, wie sein Androiden-Werk eine Mahlzeit zubereitete. Die Atmosphäre war gespannt, aber auch erfüllt von einer gewissen Harmonie, die zwischen den dreien lag. Während sie gemeinsam aßen, stand Alex wie ein stiller Beobachter in der Ecke, bereit, auf jede Anweisung zu warten. Bruno und Alexandra genossen die Mahlzeit und begannen, sich über verschiedene Themen zu unterhalten. Die Gespräche drehten sich um Gott und die Welt, um vergangene Erinnerungen und zukünftige Pläne. Es schien, als ob sich zwischen den beiden eine tiefe Verbindung entwickelte, die über die künstliche Schöpfung hinausging und eine menschliche Dimension annahm.
Doch plötzlich wurde die harmonische Stimmung jäh unterbrochen, als es heftig an der Tür klopfe.
Eine unerwartete Stimme drang durch die Räume: "Herr Einstein! Ich weiß, dass Sie da sind. Hier ist der Steuereintreiber, Sie schulden uns noch Geld."
Bruno seufzt genervt und stand auf, um der türe entgegenzugehen. Die plötzliche Störung durch den Steuereintreiber drohte die Idylle zu zerstören und warf einen Schatten auf das friedliche Zusammensein von Bruno, Alexandra und Alex.
Bruno öffnet die Tür und betrachtet die beiden, die davor standen. Der Android in seinem schlichten Anzug wirkt professionell und effizient, während der ältere, schwitzende Mann offensichtlich weniger begeistert von der Situation ist.
"Ich habe doch schon alles gezahlt, aber kommen Sie ruhig rein und nehmen Sie sich, was Sie brauchen. Ich brauche sowieso nichts außer Alexandra", erklärt Bruno ruhig und gelassen. Die beiden Steuereintreiber treten ein, gefolgt vom Androiden, der unermüdlich alles scannt und den Wert der Gegenstände bestimmt. Ein Zettel mit den Kosten rollt aus seinem Mund, während er weiterhin seine Aufgabe gewissenhaft erfüllt. Der dicke Beamte nahm den Zettel und prüfte ihn sorgfältig. "Sie schulden uns immer noch 5 Millionen. Selbst der Verkauf des gesamten Hauses würde nicht ausreichen, um Ihre Schulden zu begleichen. Oh, was sehe ich hier? Sie haben einen Androiden. Aber welcher von beiden ist es? Sie sehen beide sehr menschlich aus", bemerkt er mit einem skeptischen Blick auf Alex und Alexandra.
In diesem Moment stand Alexandra auf und ging entschlossen auf Alex zu. "Wenn Sie nach einem Androiden suchen, dann ist er derjenige, den Sie suchen. Ansonsten haben wir leider keinen mehr", erklärte sie ruhig und selbstbewusst. Der Steuereintreiber-Androiden scannte erneut, um sicherzugehen. Da Alexandra genau hinter Alex stand, ihre Hände sanft auf seinen Schultern ruhend, wurde das Ergebnis bestätigt. Das Ergebnis des Scans war bestätigt: Alex war tatsächlich ein Android. Die dicke Beamtin war überrascht von der menschlichen Erscheinung des Androiden und bestätigte, dass sein Wert ausreichen würde, um die Schulden zu begleichen. Diese unerwartete Wende brachte eine gewisse Erleichterung für Bruno und Alexandra, die endlich schuldenfrei sein würden. Der Steuereintreiber-Android nahm Alex mit sich und verabschiedete sich mit den Worten: "Dann nehmen Sie ihn mit und verschwinden Sie endlich." Bruno drehte sich um und nahm Alexandra in den Arm, während er über die unerwartete Entwicklung nachdachte. "Anscheinend müssen wir umziehen", sagte er ruhig. Doch Alexandra hatte eine Idee, die sie mit einem Hauch von Abenteuerlust vorschlug: "Was hältst du davon, eine Weltreise zu machen? Immerhin habe ich 10 Jahre geschlafen, und es gibt sicherlich viele Veränderungen, die wir entdecken können." Die Vorstellung einer Weltreise als Neuanfang und Abenteuer weckte bei beiden die Neugier und die Sehnsucht nach neuen Erfahrungen. So schnell, wie sie konnten, packten sie ihre Koffer und verließen das Land, um sich auf eine Reise ins Unbekannte zu begeben. Seitdem hat niemand mehr etwas von den Einsteins gehört, und ihr Schicksal bleibt ein Rätsel für diejenigen, die sie kannten. Alex folgte dem Steuereintreiber mit einem schweren Herzen. Die Worte des Mannes hallten in seinen Ohren wider, als er sich bewusst wurde, dass er nun ein Objekt des Handels war, ein Stück Technologie, das von einem Besitzer zum nächsten weitergereicht wurde. Die Aussicht, von einem Ort zum anderen geschickt zu werden, ohne einen festen Platz zu haben, erfüllte ihn mit einer Mischung aus Traurigkeit und Resignation. Seine Reise begann mit einem kurzen Aufenthalt im Zirkus, wo er als Attraktion präsentiert wurde. Doch die Menschen fanden schnell heraus, dass er mehr war als nur ein Kuriosum und sein wahres Potenzial nicht erkannten. So wechselte er den Besitzer und landete bei einer Familie, die ihn als Spielgefährten für ihre Kinder ansah. Doch auch hier war seine Anwesenheit nur von kurzer Dauer, da die Kinder schnell das Interesse verloren und sich anderen Dingen zuwandten.
Als nächstes fand Alex sich in einem Restaurant wieder, wo er als Bedienung eingesetzt wurde. Doch seine ungeschickte Art und die häufigen Missgeschicke ließen auch hier die Begeisterung schnell schwinden. Schließlich landete er bei einem einsamen Abenteurer, der in einer abgelegenen Hütte lebte und Alex als Gesellschaft kaufte. Der Abenteurer, mit langem gewelltem Haar und einem imposanten Bart, führte ein Leben voller Spannung und Entdeckungen, stets auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer.
Gemeinsam reisten sie von einem Ort zum anderen, erlebten aufregende Geschichten und unvergessliche Momente. Der Abenteurer registrierte Alex offiziell als Abenteurer in einer Gilde, und so begann für die beiden eine Zeit voller neuer Herausforderungen und aufregender Entdeckungen. Trotz seiner turbulenten Vergangenheit fand Alex endlich einen Platz, an dem er sich nützlich fühlen konnte und seine Fähigkeiten zum Wohle anderer einsetzen konnte. Alex hatte kein besonderes Talent, das ihn von anderen Androiden unterschied. Er wurde als Informant registriert, da er die Fähigkeit besaß, Informationen sofort zu behalten und abzurufen, wenn sie benötigt wurden. Sein Meister erkannte dieses Potenzial und ermutigte ihn, seine Fähigkeiten zu nutzen, um nützlich zu sein. "Alex, wenn du nicht zu sehr auffallen willst, solltest du lernen, wie man sich als Mensch benehmen sollte. Beobachte die Menschen und nimm ihre Eigenschaften, vergiss das nie", ermahnte ihn sein Meister. Mit diesen Worten begann Alex, die Menschen auf ihren Reisen genau zu beobachten. Die beiden durchstreiften Länder und Berge, und Alex lernte viel über das Verhalten und die Gewohnheiten der Menschen. Er studierte ihre Gesten, ihre Sprache und ihre Interaktionen, um sich so menschenähnlich wie möglich zu verhalten. Eines Tages, als sie einen abgelegenen Weg entlang gingen, wurden sie plötzlich von drei Räubern überfallen, die aus einem Gebüsch sprangen. "Gebt uns alles, was ihr habt", forderten die Räuber mit drohenden Stimmen. "Ich bitte euch, wir haben nichts, wir sind einfache Wanderer", versuchte der Mann zu beschwichtigen. Doch einer der Räuber unterbrach ihn grob: "RUHE. Leert eure Taschen aus."
er Mann warf seine Tasche zu dem Räuber, der sie durchsuchte und enttäuscht war, als er feststellte, dass sich darin nichts als Brot befand. Alex beobachtete die Szene aufmerksam und erkannte, dass die Räuber von ihrer Beute enttäuscht waren. Er überlegte, wie er die Situation nutzen konnte, um seinen Meister und sich selbst zu schützen.
"Boss, da ist nichts Wertvolles drinnen", meldete einer der Gestalten.
"Gut, bringen wir den Mann um. Das Kind können wir sicher gut verkaufen", befahl der Anführer.
"Halt, wartet!" rief der Mann verzweifelt.
"Lasst mich leben, und ich gebe euch das Kind freiwillig." Die Gestalten zögerten. "Mmh, das riecht nach einer Falle", meinte einer von ihnen misstrauisch.
"Ich verspreche es, ihr könnt den Androiden haben", flehte der Mann weiter. Schließlich willigte der Anführer ein.
"Na gut, dann verschwinde", befahl er. Der Mann atmete erleichtert auf, aber sein Blick fiel auf Alex, der ihn mit großen Augen ansah, voller Verwirrung und Angst.
"Es liegt nicht an mir", flüsterte der Mann leise zu Alex, während der Anführer sich näherte.
"Aber das Leben des Meisters geht dem des Androiden vor. Du warst ein netter Wegbegleiter, aber jetzt trennen sich unsere Wege."
Bevor Alex reagieren konnte, trat einer der Räuber den Mann weg. "So, du gehörst jetzt uns, Kleiner", sagte der Anführer zu Alex und zog ihn mit sich, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen.
Der Mann blieb allein zurück, während die Gestalten mit Alex in der Dunkelheit der Nacht verschwanden. Sein Herz war schwer vor Kummer und Sorge um das Schicksal des Kindes, aber er konnte nichts tun. Der Gedanke daran, dass er seinen Begleiter an die Hände dieser gewissenlosen Räuber verloren hatte, nagte an seinem Gewissen und ließ ihn verzweifelt zurück. Die drei Räuber führten Alex zu ihrem Versteck, einem düsteren Ort, der von den Schatten der Nacht verschluckt wurde. Einmal dort angekommen, begannen sie eine hitzige Diskussion über das Schicksal ihres neuen Gefährten.
"Was machen wir jetzt mit dem?", fragte einer der Räuber, während er Alex misstrauisch ansah.
"Gute Frage? Verkaufen?", schlug ein anderer vor, während er seine Hand an seinem Kinn rieb und nachdachte.
"Wir könnten ihn doch als Lockmittel nehmen, oder nicht?", schlug der dritte Räuber vor, während er Alex aufmerksam musterte.
"Hey du", sprach schließlich der Anführer und trat einen Schritt näher an Alex heran.
"Ab heute bist du einer von uns. Du wirst uns helfen, andere auszurauben, wenn du nicht verschrottet werden willst."
Alex blickte verwirrt zwischen den Räubern hin und her. "Wieso rauben wir Menschen aus?", fragte er schließlich, seine Stimme von Verwirrung geprägt. Die drei Räuber warfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu, bevor einer von ihnen antwortete: "Weil wir essen wollen und Geld brauchen."
"Aber kriegt man das mit Arbeit nicht auch?", fragte Alex weiter, sein Verständnis für die Taten der Räuber suchend. Die Räuber schwiegen einen Moment, bevor einer von ihnen antwortete: "Nur Menschen, die von der Gesellschaft akzeptiert werden, haben Chancen auf Arbeit. Wir ohne Talent haben da verloren."
"Merk dir eines, die Welt ist ungerecht", fügte ein anderer hinzu, sein Ton resigniert.
"Siehst du doch selber, du wurdest, ohne mit dem Wimper zu zucken, verkauft."
"Ich wurde an euch verkauft, weil das Leben eines Meisters immer an erster Stelle steht", sagte Alex leise, während er die Worte der Räuber in sich aufnahm.
"Auf jeden Fall bist du jetzt einer von uns, ein Android ohne großartiges Talent", erklärte der Anführer schließlich.
"Weswegen du mit uns auf Raubzügen gehen wirst, um das zu holen, was wir wollen." Alex nickte resigniert.
"Yes, Master", antwortete er schließlich, wissend, dass sein Leben sich von diesem Moment an für immer verändert hatte.
Ein neuer Meister
Zwei lange Jahre vergingen, während Alex an der Seite der Räuber Tick, Tack und Bumm verbrachte. Während ihrer Raubzüge entwickelte sich eine eigenartige Dynamik zwischen ihnen. Obwohl Alex keine Menschlichkeit besaß, wurde er von den Räubern akzeptiert und sogar respektiert. Sie vertrauten ihm, denn sie wussten, dass ein Android seinen Meister nicht einfach so verlassen konnte. Doch während er mit den Räubern unterwegs war, führte Alex auch gelegentlich eigene Abenteuer durch, um zusätzliches Geld zu beschaffen.
Die Räuber ließen ihn manchmal alleine losziehen, wissend, dass er sie nicht verraten würde. Während dieser Solo-Missionen beobachtete Alex aufmerksam die Menschen um sich herum und versuchte, ihre Verhaltensweisen zu imitieren. Er erinnerte sich an die Worte seines früheren Meisters, der ihm einmal gesagt hatte, dass er lernen müsse, wie die Menschen zu sein, um sich in ihrer Welt zurechtzufinden. So beobachtete Alex genau, wie die Menschen miteinander interagierten, wie sie sprachen, handelten und sich verhielten. Er studierte ihre Gewohnheiten und versuchte, sie zu verstehen und nachzuahmen, in der Hoffnung, sich selbst mehr an die Welt der Menschen anzupassen.
So lernte Alex ein paar Dinge:
+ Nach einem Getränk mit Kohlensäure muss man rülpsen
+ Wenn man etwas will, soll man es sich nehmen
+ Man zahlt nur bei den Leuten, die man persönlich kennt.
+ Der Meister steht immer an erster Stelle
+ alles, was der Meister sag muss, man auch machen
+ ein kaputter Android muss repariert werden
+ wenn ein Mensch der nicht der Meister ist und ein Android kämpfen, steh immer auf der Androiden Seite
+ Wenn man was Wertvolles besitzt, muss man um sein Leben Betteln.
+ Im Leben gibt es nichts Wertvolleres als Edelsteine und Geld. (Für Alex also alles was Glitzernd)
+ wenn dich eine Fremde Person anschreit oder beschimpft Renn weg.
Alex schlenderte durch die belebten Straßen der Stadt, sein Blick starr geradeaus gerichtet, sein Geist auf die bevorstehende Mission fokussiert. Trotz der Festlichkeiten und des bunten Treibens rund um ihn herum schien er von der ausgelassenen Stimmung der Menschen unberührt zu sein. Sein Ziel war klar definiert: Er musste Pilze im Wald besorgen, um seinen Auftrag zu erfüllen und seinem Meister das zu bringen, was er verlangte.
Doch als er an einem Stand vorbeikam, auf dem glitzernde Sachen ausgestellt waren, konnte er nicht anders, als stehen zu bleiben und sich von der strahlenden Pracht faszinieren zu lassen. Seine Augen glitzerten vor Begeisterung, als er die funkelnden Objekte betrachtete, die verlockend in der Sonne schimmerten. Instinktiv streckte er die Hand aus, um eines der glitzernden Stücke zu ergreifen, doch bevor er es berühren konnte, wurde er von einer kräftigen Hand am Handgelenk erfasst.
„Halt, was versuchst du da?“, fragte der Standbesitzer streng, während er Alex's Hand festhielt. Seine Miene war finster, und seine Augen funkelten vor Argwohn. „Hier wird nicht geklaut!“, fügte er mit einem drohenden Unterton hinzu. Alex zögerte, als er die scharfen Worte hörte, und versuchte zu erklären: „Geklaut? Ich klaue doch nicht! Wenn einem etwas gefällt, darf man es sich nehmen, hat mein Meister gesagt, und es gibt nichts Wichtigeres als glitzerndes Zeug.“ Doch der Standbesitzer war unbeeindruckt von Alex's Erklärungsversuch und riss ihm den Schmuck aus den Händen.
Mit einem bedrückten Gefühl in der Brust und einem nagenden Schuldgefühl, dass er seinem Meister nichts mitbringen konnte, wandte sich Alex ab und rannte wie der Blitz davon, Richtung Wald. Die Mission war plötzlich umso wichtiger geworden – er musste jetzt unbedingt erfolgreich sein und wenigstens Goldmünzen mitbringen, um sein Versagen wiedergutzumachen.
Im dichten Wald umgeben von schattigen Bäumen und dem Zwitschern der Vögel fühlte sich Alex verloren. Seine Gedanken wirbelten durcheinander, als er sich fragte, welche Pilze er eigentlich suchen sollte. Ein unangenehmes Gefühl der Unsicherheit überkam ihn, als er sich eingestehen musste, dass er vergessen hatte, die Details seines Auftrags zu lesen. Die Ablenkung durch die Abenteuer-Gruppe hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen, beschloss Alex, einfach alle Pilze zu sammeln, die er finden konnte. Er durchkämmte den Wald und suchte nach den verschiedensten Pilzarten, hoffend, dass er zumindest einige davon richtig identifiziert hatte. Als die Sonne langsam hinter den Baumwipfeln verschwand und die Dunkelheit langsam hereinbrach, kehrte Alex mit seinem Sammelerfolg zur Gilde zurück. Die freundliche Dame hinter dem Tresen nahm sich Zeit, um die Pilze zu sichten und die gesuchten Exemplare herauszufiltern. Alex atmete erleichtert auf, als er sah, dass zumindest einige der Pilze die richtigen waren. „Hier bitte, das macht 5 Goldmünzen“, sagte die Dame lächelnd und reichte Alex das Geld.
Mit einem dankbaren Nicken nahm Alex das Geld entgegen und eilte zurück zum Geheimversteck, um seine Errungenschaft mit seinen Gefährten zu teilen. Als er das Versteck erreichte, wurden seine Goldmünzen von Tack und Bumm rasch entgegengenommen. „Das hast du gut gemacht“, lobte Tack und Bumm stimmte ihm mit einem zustimmenden Nicken zu. Hinter ihm tauchte plötzlich Tick auf und wuschelte Alex durch die Haare, während er fröhlich quietschte. Alex spürte eine Welle der Zufriedenheit über sich kommen, als er realisierte, dass er seinen Meister stolz gemacht hatte und dass seine Abenteuer mit den Räubern sich allmählich auszahlten. Die Atmosphäre am Lagerfeuer war gesellig, als Alex die Pilze in den Topf warf und einige Gewürze hinzufügte. Der köstliche Duft breitete sich schnell aus und weckte die Neugier der Räuber. Als die Suppe fertig war, griffen die drei sofort zu, jeder von ihnen hungrig und gespannt auf das, was Alex zubereitet hatte. Tack war der Erste, der die Suppe probierte, aber sein Gesichtsausdruck verriet schnell seine Enttäuschung. Er spuckte sie sofort wieder aus. "Hast du das gekostet? Das schmeckt wie verfaulte Schuheinlage", rief er angewidert aus.
„Tut mir leid, Meister, aber ich besitze keine Geschmackspalette. Die ist mir vor Jahren kaputtgegangen“, antwortete Alex reumütig, während er den Blick senkte.
Bumm warf ihm einen finsteren Blick zu. "Wofür bist du überhaupt gut? Wie konnte Tick das einfach so herunterschlucken?" Doch plötzlich, bevor Alex antworten konnte, fiel Tick zu Boden, Schaum bildete sich vor seinem Mund, und er begann zu zittern. Panik ergriff die Gruppe, als sie sahen, wie sich Tick quälte. Bumm versuchte ihm zu helfen, während Tack und Alex hilflos daneben standen. Bruno rief nach Hilfe und versuchte herauszufinden, was mit seinem Gefährten passiert war. "Hey Tick! Wach auf!", rief Alex leise, als er behutsam die Schulter seines kranken Meisters berührte. "Tack, was sollen wir tun?", fragte er dann besorgt. Tack, mit einem Ausdruck der Entschlossenheit auf seinem Gesicht, wandte sich seinem Bruder zu. "Mein Meister. Wir können ihm zum Arzt bringen." Seine Stimme war ruhig, aber dennoch drängend. "Beeil dich, Alex, mit dem Karren sollten wir schnell dort sein", fügte Tack hinzu, während er bereits auf dem Weg zur Tür war, gefolgt von Alex, der eilig den Karren vorbereitete.
"Okay, ich passe währenddessen auf das Versteck auf", sagte Bumm, als er seinen Brüdern nachschaute, bevor sie verschwanden. Er ließ seinen Blick über das Versteck schweifen, während die Nacht draußen ihre Dunkelheit über die Stadt ausbreitete. Tick, Tack und Alex rannten so schnell wie möglich durch die stillen Straßen, der Karren holperte über das unebene Pflaster, und die Kälte der Nacht umgab sie. Jeder Moment war kostbar, und die Anspannung der Räuber war förmlich zu spüren, als sie sich dem Licht des Krankenhauses näherten.
In der Hektik des Krankenhausflurs fühlten sich Tick, Tack und Alex wie Fremde in einer fremden Welt, doch ihr Entschluss, ihrem Meister zu helfen, war unerschütterlich. Ein freundlicher Android, der ihre aufgeregte Anwesenheit bemerkte, trat auf sie zu und bot sofort seine Hilfe an. Tick wurde zur medizinischen Versorgung gebracht, während Tack und Alex besorgt warteten. Die Atmosphäre war gespannt, als die Nachricht von draußen eintraf – Sirenen, die dringend ankommen.
Plötzlich erschien die Polizei inmitten des geschäftigen Krankenhauses, und das Chaos erreichte seinen Höhepunkt. Die lauten Rufe nach Verhaftung ließen Tack innehalten, während ihm bewusst wurde, dass er selbst das Ziel der Ermittler war. Seine Vergangenheit als gesuchter Verbrecher hatte ihn endlich eingeholt, und er wurde ohne Umschweife festgenommen. Unterdessen wurde Tick wegen der Folgen der giftigen Pilze behandelt, die er gegessen hatte, und obwohl er körperlich geschwächt war, konnte er nicht der Verhaftung entkommen. Nachdem beide Brüder abgeführt worden waren, blieb Alex allein zurück. Sein Verstand wirbelte vor Gedanken, seine Gefühle waren gemischt. Die Verhaftung seiner Meister hatte ihn überrascht und verunsichert, aber er war nicht bereit, sie einfach aufzugeben. Als er das Krankenhaus verließ, kehrte er nicht aus Angst vor Strafverfolgung, sondern aus Treue zu seinen Meistern zum Versteck zurück. Während Alex alleine zurückkam, schien Bumm kaum überrascht zu sein. Seine ruhige Reaktion war ein weiterer Beweis für seine Gelassenheit und Fähigkeit, in brenzligen Situationen kühlen Kopf zu bewahren. „Wurden die anderen verhaftet?“, erkundigte er sich ruhig. Alex nickte knapp, und Bumm betrachtete die Situation als einen weiteren Schritt in ihrem Plan. „Gut, dann hat der Plan ja ganz gut geklappt. Komm, wir müssen weiter, bevor meine Brüder mich noch verraten.“
Alex schnappte sich einen Rucksack, der fast so groß war wie er selbst, während Bumm ohne zusätzliche Ausrüstung auskam. Die beiden entfernten sich von der geschäftigen Straße und setzten ihren Weg fort. Auf ihrer Reise überfielen sie Passanten, und Alex musste das gestohlene Gut in der Stadt verkaufen. Diese Aufgabe bereitete ihm jedoch Schwierigkeiten, da er weder gut fälschen noch lügen konnte. Für Bumm bedeutete dies ein schweres und stressiges Leben, da er sich ständig auf seinen kleinen Gefährten verlassen musste.
Nach jeder Stadt wurden sie immer wieder verfolgt, und Alex machte oft sogar Verluste beim Verkauf gestohlener Waren. Diese Misserfolge reichten Bumm schließlich. „Du bist nutzlos. Deine Ehrlichkeit bringt mich jedes Mal in Gefahr“, tadelte er seinen kleinen Begleiter. „Egal, ob ich deswegen von Polizisten verfolgt werde oder du glaubst, dass eine Frau reich ist, nur um sie zu bestehlen.“
In der nächsten Stadt versuchte Bumm sich zu verkleiden, um die gestohlenen Waren selbst zu verkaufen. Doch das Vorhaben ging nicht lange gut. Bumm wurde entdeckt und rannte davon. Alex folgte ihm natürlich auf Schritt und Tritt, denn er wollte keinesfalls von seinem Meister getrennt werden. Leider war Alex nicht gut darin, sich zu verstecken, und da ihm auch nie befohlen wurde, es zu tun, tat er es nie. So wurde Bumm immer wieder entdeckt, und die beiden wurden quer durch die ganze Stadt gejagt.
Ganz erschöpft ruhten die beiden auf einem Müllplatz aus. „Alex, tut mir leid, aber ich glaube, diesmal haben wir es verkackt“, seufzte Bumm. „Verkackt?“ fragte Alex verwirrt. „Verbockt. Egal was wir machen werden, ich werde diese Stadt sicher nicht mehr verlassen können.“ „Aber, Meister“, protestierte Alex schwach.
„Kein aber“, unterbrach ihn Bumm. Er seufzte erneut. „Ich werde dich vermissen. Auch wenn du viel Mist gebaut hast, bist du mir in den zwei Jahren doch sehr ans Herz gewachsen, und sei ehrlich, du hattest sicher auch deinen Spaß.“
„Meinem Meister zu dienen, macht immer Spaß“, erwiderte Alex pflichtbewusst.
„Ach, das meinte ich doch nicht“, seufzte Bumm. „Egal, sie sind fast da. Alex, ich gebe dir einen letzten Befehl. Bleibe hier und warte auf einen neuen Meister. Wenn die dich finden und herausfinden, dass du keinen Meister mehr hast, dann wirst du wieder weitergereicht wie eine Silbermünze.“
„Ja, Meister. Ich bewege mich von hier nicht weg“, versprach Alex. Bumm streichelte ihm durchs Haar, bevor er durch den hinteren Eingang verschwand.
Es vergingen Wochen, sogar Monate, seitdem Bumm gefangen genommen worden war. Alex harrte aus, genau an dem Ort, den ihm sein Meister als letzten Befehl gegeben hatte. Doch die Zeit nagte an ihm. Erschöpft und dem Verfall nahe, lag er zwischen den Schrottteilen, sein Geist fast ebenso zersplittert wie die Welt um ihn herum.
Plötzlich spürte er eine Bewegung um sich herum. Mühsam öffnete er seine Augen und sah, dass er weggetragen wurde. Sein Verstand war trüb, und er konnte nicht klar denken. Wer oder was auch immer ihn trug, es war eine ungewisse und beängstigende Situation.
Ben
Alex öffnete langsam die Augen und fühlte sich zunächst desorientiert. Als sein Blick die Umgebung erfasste, bemerkte er, dass er allein war. Vorsichtig sah er sich um, sein Verlangen danach, seinen neuen Meister zu treffen, wuchs mit jedem Augenblick. Schließlich erblickte er ihn am Tisch - ein älterer Herr mit einem Androidenarm. Die Erscheinung seines potenziellen Meisters war faszinierend und zugleich rätselhaft. Sein mechanischer Arm und sein Auge ließen darauf schließen, dass er entweder ein fortgeschrittener Android der neuen Generation war oder möglicherweise ein Mensch, der sich mit technologischen Erweiterungen ausgestattet hatte. Der Mann bemerkte Alex' Blick und drehte sich langsam um. Seine Worte klangen sowohl direkt als auch mühelos selbstbewusst. „Bist endlich wach? Wurde auch Zeit, hätte keine Lust gehabt, eine Leiche zu entsorgen.“ Alex starrte ihn an, seine Gedanken wirbelten in seinem Kopf. Er muss ein Android sein, so wie der Ausschaut. Hat anscheinend gerade frisch gegessen, weil er voller Öl ist und mit seinem Auge und Arm ist er sicher einer von uns, dachte sich Alex. Doch trotz der mechanischen Teile an seinem Körper blieb die Frage bestehen - darf ein Android einem anderen Androiden dienen? Doch Alex erinnerte sich an die Worte seines letzten Meisters, der ihm gesagt hatte, dass er sich nur von der Stelle rühren dürfe, wenn er einen neuen Meister gefunden hätte. Da er nicht mehr an dieser Stelle war, musste dieser Mann nun sein neuer Meister sein.
Alex senkte respektvoll den Kopf in einer Geste des Gehorsams. „Mein Name lautet Alex, ab sofort werde ich dir dienen, neuer Meister.“ Die Worte des Androiden schienen den Mann zu überraschen, sein Blick wurde von Verwirrung geprägt. „Ähm ja, Ben und lass den Mist mit Meister, immerhin bist du ein Mensch als ob ich Sklaven halten würde. Wo ist dein Zuhause? Du bist sicher abgehauen, so wie du aussahst.“ Alex blieb ruhig und antwortete mit einem klaren Ausdruck. „Mein Zuhause ist da, wo Sie leben. Sie sind mein neuer Meister, weswegen ich immer bei Ihnen bleiben muss. Mein alter Meister konnte sich nicht mehr um mich kümmern, weswegen ich auf meinen neuen Meister gewartet habe.“ Ben schien verwirrt über die Hartnäckigkeit von Alex zu sein. „WAS SOLL DER MIST MIT MEISTER?!? Du bist ein Mensch so wie ich!“ Eine sanfte Bestimmtheit lag in Alex' Stimme, als er erwiderte: „Ich korrigiere meine Meister ungern, aber ich bin ein Android. Gebaut von Bruno und Alexandra Einstein am 17.05.2373. Ich wurde nur erschaffen, um meinem Meister zu dienen in allerhand Dingen.“ Ben ließ die Worte des Androiden auf sich wirken und strich sich nachdenklich über das Haar. Alex beobachtete ihn aufmerksam und wartete geduldig auf seine neuen Befehle. „Fürs Erste kannst du hierbleiben, stell aber nichts an.“ Am nächsten Morgen stand Alex früh auf und machte sich sofort daran, die Werkstatt zu reinigen und das Frühstück vorzubereiten. Ben hatte jedoch nicht viel im Kühlschrank, so dass das Frühstück aus Bier und Eiern bestand. Als Ben aufstand und sich umsah, war er offensichtlich schockiert, wahrscheinlich, weil er zum ersten Mal seit langer Zeit den Boden wieder sah. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und reichte den Teller zu Alex. „Schmecken sie dir nicht, Meister? Ich kann auch etwas anderes kochen.“
„DU SOLLST MICH NICHT MEISTER NENNEN! Außerdem brauchst du auch etwas zum Essen.“
„An erster Stelle steht der Meister, solange er nicht versorgt ist, darf ich mich nicht um mich kümmern.“
„Iss, habe ich gesagt.“ Genervt trank Ben sein Bier.
Plötzlich klopfte es an der Tür. Alex legte den Teller mit Eiern auf den Tisch ab und öffnete die Tür. „Willkommen, ähm bei meinem Meister Ben. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Vor Alex stand ein älterer Herr mit Sonnenbrille, und neben ihm ein silberner Android, der seinen eigenen Arm in der Hand hielt und leicht verbeult aussah. Der Mann nahm cool die Sonnenbrille ab. „Hey, Mann, du hast jetzt einen eigenen Androiden? Aber wieso so einen kleinen Gartenzwerg? Oder stehst du auf sowas? Hat es überhaupt Geschlechtsteile?“
„Halts Maul, was weißt du schon? Das ist Alex und er ist kein Android.“ Ben stand hinter Alex und legte eine Hand auf dessen Schulter. „Du bist ein Junge, oder? Na ja, egal. Er ist mein Praktikant, als ob ich so verweichlicht bin und freiwillig ein Kind aufnehmen würde.“ Ben nahm die Hand vom Androiden und ging damit zu seinem Schreibtisch. Als der Mann widerwillig das Geld herausrückte, schien Ben zufrieden zu sein. Er hämmerte ein paar Mal darauf und schweißte sie dann an den Androiden an. „Das sollte eine Weile halten, 2000, sonst bleibt der Android hier.“ Der Mann, etwas verärgert, zahlte und ging dann mit seinem Androiden wieder. Währenddessen machte Alex weiter die Werkstatt sauber. Als Alex sich gerade zur Kellertür begab, um sie zu öffnen, kam plötzlich Ben herbei und knallte sie mit voller Wucht wieder zu. Alex zuckte zusammen und drehte sich zu Ben um, der mit finsterem Gesichtsausdruck dastand. „Was war das denn?“, fragte Alex vorsichtig.
Ben runzelte die Stirn. „Was denkst du, was das war? Bleib weg von der Kellertür, klar?“
Verwirrt nickte Alex und machte sich dann schnell daran, seine Arbeit fortzusetzen.
Alex beobachtete Ben aufmerksam, als er mit ernster Miene sprach. „Zutritt verboten, keiner setzt dort unten einen Fuß ohne Grund, und es wird nie einen Grund geben, V E R S T A N D E N?“
„Auch nicht fürs Saubermachen?“, wagte Alex zu fragen.
„Ab heute bist du mein Praktikant, da wirst du andere Aufgaben haben, okay?“, erklärte Ben bestimmt.
„Praktikant? Wie eine Arbeitsstelle? Und was sind meine Aufgaben?“, wollte Alex wissen.
Ben nickte. „Genau, eine Arbeitsstelle. Du sollst mir unter die Arme greifen und lernen. Wir sind eine Werkstatt und reparieren alles. Natürlich musst du auch sauber machen und Ersatzteile besorgen.“
„Also akzeptieren Sie mich als Ihren Androiden? Denn die Aufgaben von einem Androiden ist es, den Meister zu unterstützen, zu helfen, sauber zu machen und Besorgungen zu machen, alles, um den Meister zu entlasten“, erklärte Alex ruhig.
Bens Augen verengten sich. „NAGUT, DU WILLST EIN VERDAMMTER ANDROID SEIN, DANN SEI ES SO. Merk dir eines, nimm es als absoluten Befehl. Ich will nie wieder von dir Meister genannt werden, und vor den Kunden bist du mein P R A K T I K A N T!“
„Jawohl, Meis… Ben“, korrigierte sich Alex schnell, und Ben nickte, ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
Während Ben an seinem Schreibtisch Skizzen zeichnete, konnte Alex nicht umhin, über Bens ungewöhnliche Reaktion auf die Kellertür nachzudenken. Was verbarg sich dort unten, dass Ben so entschlossen war, den Zutritt zu verbieten? Alex konnte seine Neugierde nicht unterdrücken. Nachdem er die Werkstatt gründlich gereinigt hatte, wanderte sein Blick immer wieder zur Kellertür. Was könnte Ben dort unten verstecken? Vielleicht etwas Gefährliches oder Geheimes? Alex konnte sich nicht vorstellen, was es sein könnte, aber die Vorstellung, dass sein neuer Meister ein Geheimnis hütete, ließ ihn nicht los. Als er sich wieder seinem Dienst zuwandte, fragte er sich, ob es eine Möglichkeit gab, das Geheimnis des Kellers zu lüften. Vielleicht könnte er unauffällig nachforschen, wenn Ben abgelenkt war. Doch Alex war sich bewusst, dass er vorsichtig vorgehen musste, um nicht das Vertrauen seines neuen Meisters zu verlieren.
Androiden Fest
Die Morgensonne drang durch die Fenster und tauchte die Küche in ein warmes Licht, während Alex emsig damit beschäftigt war, die Räume zu säubern und das Frühstück zuzubereiten. Mit geschickten Händen schälte er Gemüse, während der Duft von frischem Brot und gebratenen Eiern durch die Luft schwebte.
Ben, sein Meister, saß bereits am Tisch, einen Zeitungsartikel lesend, und nippte gelegentlich an seinem Glas Bier. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen, als er bemerkte, wie Alex großzügig Pfeffer über sein Essen streute. "Pfui, Alex, da ist viel zu viel Pfeffer drinnen, willst du, dass meine Zunge abstirbt?", beschwerte er sich mit einem amüsierten Grinsen. "Du kriegst Kochverbot, wenn du jedes Mal so viel überwürzt. Das ist nicht normal, ich möchte meine Zunge noch länger behalten."
Alex senkte den Blick leicht verlegen, während er sich entschuldigte. "Es tut mir leid, Meister. Ich werde mich beim nächsten Mal zurückhalten."
Nachdem sie ihr Frühstück eingenommen hatten, hörten sie plötzlich ein Klopfen an der Tür, das die ruhige Atmosphäre durchbrach. Alex sah zu Ben, der ein Zeichen gab, dass er die Tür öffnen sollte. Alex stand auf, um nachzusehen, wer da draußen war.
Alex öffnete die Tür und sah einen Mann im Anzug davor stehen, begleitet von einem silbernen Roboter. Der Mann wandte sich sofort an Alex: „Ich habe gehört, Sie sind ein begabter Reparateur. Mein Begleiter hier braucht einen neuen Sprechchip. Können Sie das bitte erledigen?“ Ben begleitete den silbernen Androiden zu seinem Werkstatttisch, während Alex ihnen folgte und alles aufmerksam beobachtete.
Ben betrachtete den Androiden sorgfältig. „Das sieht so aus, als wäre der Chip gewaltsam herausgerissen worden, aber das sollte kein Problem sein. Ein paar Handgriffe, und wir haben das Problem gelöst.“ Entschlossen griff er nach dem Androiden und versuchte, dessen Mund zu öffnen, doch der Roboter wehrte sich und versuchte zu beißen. Ben drehte sich zu Alex um: „Bring etwas, um ihn ruhigzustellen.“
Alex schaute sich in der Werkstatt um und griff nach einem Wagenheber. Er reichte es Ben mit einem zögerlichen Blick. „Was soll das bringen?“, fragte Ben irritiert, nahm den Wagenheber jedoch dennoch entgegen. „Egal, das sollte auch funktionieren.“
Mit geschickten Händen gelang es Ben, den silbernen Androiden zu reparieren, während draußen der Lärm zunahm. Alex schaute aus dem Fenster und bemerkte, dass sich eine Menge Androiden versammelt hatten und lautstark etwas riefen, jedoch konnte er ihre Worte nicht verstehen. „Ben, da draußen findet ein Fest statt“, bemerkte Alex. Ben schnaubte verärgert. „Bist du blöd? Das ist ein Aufstand“, entgegnete er. „Aber ein Fest ist doch, wenn sich viele an einem Punkt treffen und gemeinsam etwas unternehmen?“, fragte Alex unschuldig. Plötzlich erlosch das Licht. „Na super, jetzt haben wir wegen dieses verdammten Aufstands auch noch einen Stromausfall“, murmelte Ben. „Alex, schau mal nach, was los ist.“
Alex reagierte ohne ein weiteres Wort und begab sich zum Sicherungskasten, um nachzusehen, was den Stromausfall verursacht hatte. Als er dort ankam, bemerkte er zwei durchgeschnittene Kabel auf dem Boden, offensichtlich die Ursache für den Ausfall der Stromversorgung. Alex versuchte verzweifelt, die Kabel wieder zusammenzuknoten, aber sie waren zu dick und starr, um sie ordentlich zu verbinden. Währenddessen, verärgert über die Verzögerung, begab sich Ben nach draußen. „Was brauchst du so lange?“, rief er zurück.
Alex kämpfte weiter mit den Kabeln, doch es gelang ihm nicht, sie zu reparieren. Mit Mühe und Not gelang es Ben schließlich, das Kabel zu reparieren. „Wenn du als erfahrener Mechaniker schon Schwierigkeiten hast, wie hätte ich das als Laie schaffen sollen?“, brummte Alex.
„Mir reicht's, du respektloses Balg“, knurrte Ben und holte zu einer Ohrfeige aus. Doch Alex wich geschickt aus, sodass der Schlag nur leicht seine Wange streifte und einen kleinen Kratzer hinterließ. Die Androiden kamen immer näher, und Bens Nervosität nahm zu. Schnell griff er nach einem Schlauch und spritzte die Androiden damit ab. Die vorderen Reihen fielen um, getroffen vom Wasserstrahl. Inmitten des Chaos hörte Alex plötzlich ein Klopfen an der Tür. Er eilte dorthin, um sie zu öffnen.
„Stopp. Was hast du vor?“, fragte Ben, als Alex die Tür öffnen wollte.
„Die Kunden hereinlassen“, antwortete Alex.
„Ich glaube, du spinnst. Verjage die verdammten Androiden, damit sie nicht mehr kommen“, entgegnete Ben.
„Wie du wünschst.“ Alex nickte gehorsam und suchte nach einer Möglichkeit, die Androiden loszuwerden. Er griff nach zwei Stromkabeln und band sie an die Türschnalle, so dass sie unter Strom gesetzt wurden. Nun konnte niemand mehr rein oder raus. Während all dem Chaos war der silberne Android immer noch gefesselt. Alex versuchte mehrmals, ihn zu befreien, aber Ben hinderte ihn jedes Mal daran. Doch durch die starken Vibrationen von draußen öffnete sich plötzlich die Kellertür. Ben hatte den Verdacht, dass dort unten etwas vor sich ging.
„Alex, schau mal in den Keller, was dort los ist. Ich werde keinen Fuß dort runtersetzen. Nimm sicherheitshalber diesen Androiden mit, wenn er schon da ist“, ordnete Ben an.
Alex nickte nur und begab sich Richtung Keller, während Ben die Fesseln vom Androiden löste.
Der Android schien erleichtert zu sein, als er endlich von seinen Fesseln befreit wurde. Er ging zu seinem Meister, dem Mann im Anzug, und nahm seine Waffe zurück. Ohne ein Wort zu verlieren, begleitete der Android Alex in den Keller. Im Dunkeln des Kellers liefen die beiden jedoch im Kreis. "Wie dumm kann man sein? Seht ihr die Tür nicht? Sie ist direkt geradeaus", bemerkte der Android sarkastisch. Ben, der vor der Kellertür stand, konnte dieses Durcheinander nicht länger ertragen und ging wütend die Stufen hinunter bis zur Tür.
"Dort geht ihr rein, ich warte hier draußen", verkündete er.
Alex und der Android folgten der Anweisung und traten in den Raum ein. Es war komplett weiß, und in der Mitte stand lediglich ein Androidenkopf.
"Ein Kopf. Er sieht veraltet aus. Vielleicht braucht er ein Update", murmelte Alex. Er spürte, wie sich der Kopf und der Android zu unterhalten schienen, konnte aber nicht genau verstehen, was gesagt wurde. Seine Fähigkeit, mit Androiden zu kommunizieren, schien nachzulassen. Vielleicht brauchte der Kopf einfach nur einen Elektroschock? Ben schaute kurz herein. "Dieser Kopf muss zerstört werden, so wie alle Androiden. Androiden sind nur böse", verkündete er entschlossen.
"Androiden handeln nur falsch, wenn sie falsch programmiert sind. Er braucht wahrscheinlich nur ein Update", erklärte Alex entschieden. Ohne zu zögern trat er auf den Kopf zu. Alex nahm sein Headset ab und entnahm einen Chip daraus, den er dann in den Androidenkopf einsetzte. Man konnte sehen, wie der Kopf eine große Menge an Daten verarbeitete.
"Der Kopf wird sicher gleich in die Luft fliegen. Wir sollten ihn zerstören", drängte Ben.
"Aber ich denke, das Update ist gleich vorbei. Draußen ist auch das Fest vorbei, und ich dachte, wir könnten zusammen hingehen", erwiderte Alex. Ben zog den Androiden und Alex aus dem Raum und schloss die Tür hinter sich. Er stellte alles, was er finden konnte, vor die Tür, um sicherzustellen, dass sie nicht so schnell wieder geöffnet wurde. Dann kehrten alle zurück in die Werkstatt. Ben wurde für die Reparatur bezahlt, und der Android verschwand mit dem Mann. Die Werkstatt war nun wieder ruhig, und Alex konnte sich wieder seinen üblichen Aufgaben widmen.
Der große Einkauf
Obwohl das große Fest schon vorbei war, fanden in der Nacht immer wieder kleine Feste statt, die Alex gerne beobachtete. Obwohl es schon mitten in der Nacht war, war Alex noch munter, da Ben einkaufen gehen wollte. Alex vermutete, dass Ben, der sehr menschenscheu war, nur in der Nacht einkaufen ging. „Beeil dich, Alex, ich will vor dem Sonnenaufgang zu Hause sein“, drängte Ben.
„Ein bisschen Sonnenlicht würde dir nicht schaden“, erwiderte Alex mit einem leichten Lächeln.
„Anscheinend hast du noch genug Energie, dann können wir ja schneller gehen“, konterte Ben. Alex folgte Ben durch die dunklen Straßen zur nächsten Nachbarschaft. Die Straßenlaternen warfen lange Schatten, und die wenigen Menschen, die noch unterwegs waren, huschten wie Gespenster durch die Gassen. Durch die Seitenstraßen hörte man die leisen Rufe der Androiden, die ihre eigenen nächtlichen Aktivitäten nachgingen.
„Alex, schalte mal die Kameras aus“, befahl Ben plötzlich.
„Weil du nicht willst, dass dich Menschen sehen?“, fragte Alex.
„Ja genau, und jetzt mach schon. Du kennst dich ja gut mit dem Hacken aus“, sagte Ben mit einem bösen Blick.
Alex nickte und begann, die Kameras in der Nähe zu deaktivieren. Seine Finger flogen über sein Tablet, und nach wenigen Augenblicken waren die Kameras in der unmittelbaren Umgebung ausgeschaltet. „Fertig“, sagte Alex.
Ben öffnete einfach die Tür zu einem kleinen Laden und trat ein. Alex folgte ihm, wobei er sich fragte, was sie hier mitten in der Nacht einkaufen sollten. Der Laden war düster und roch nach altem Holz und Schmieröl.
Ben schaute sich in Ruhe um, während sie durch den düsteren Laden schlichen. Plötzlich tauchte ein Android auf und bewegte sich direkt auf sie zu. Ohne zu zögern, griff Ben nach einem Elektroschocker und schaffte es, den Androiden außer Gefecht zu setzen. „GEFAHR EINDRINGLING; GEFAHR EINDRINGLING“, ertönte die monotone Stimme des Androiden. Ben ließ sich nicht beirren und schlug mit einem Schraubenschlüssel auf den leblosen Körper des Androiden ein, bis er sicher war, dass keine Gefahr mehr bestand.
„Alex, komm mal her. Hier gibt es sehr gute Ware“, rief Ben und begann, Nano-Chips in Alex' Taschen zu stopfen.
„Solltest du es nicht selbst einstecken, wenn du es unbedingt willst?“, fragte Alex zögernd.
„Ach, sei still. Du hast größere Taschen“, erwiderte Ben.
„Ich kriege Hunger. Lass uns im Minimarkt noch schnell was kaufen“, sagte Alex.
Ohne sein Handeln infrage zu stellen, folgte Alex Ben. Beide standen bald vor einem zugemachten Minimarkt. An der Tür klemmte ein Zettel: Wegen Androiden-Aufstand geschlossen.
„Scheiß Androiden, wie komme ich jetzt an mein Essen und Schnaps?“, fluchte Ben.
„Können wir nicht einfach hineingehen? Wenn man etwas möchte, soll man es sich nehmen, heißt es doch“, meinte Alex.
„Alex, normalerweise würde ich dir jetzt eine reinhauen, aber der Schnaps ist mir jetzt wichtiger“, knurrte Ben und schlug mit seinem Metallarm gegen die Scheibe, die klirrend zerbrach. Sie gingen durch die kaputte Tür in den Minimarkt.
„Schnaps, Schnaps, wo ist der Schnaps? Oh, Whiskey, der tut es auch“, murmelte Ben, als er durch die Regale stöberte. Er schnappte sich ein Sandwich, das er gierig verschlang, und steckte mehrere Flaschen Whiskey und Zigarren in seine Taschen.
Alex stand vor einem Glas mit Murmeln und starrte es an. Die bunten Kugeln faszinierten ihn auf eine Weise, die er selbst nicht ganz verstand. Ohne ein Wort zu sagen, nahm Alex das Glas und ging zu Ben, der gerade eine Zeitschrift in der Hand hielt und irgendetwas hineinkritzelte.
„Willst du es haben?“, fragte Ben, als er bemerkte, dass Alex das Glas vor sich hielt. Alex reagierte nicht, sondern starrte weiterhin unentwegt auf die Murmeln. Ben kratzte sich am Kopf und seufzte. „Keine Ahnung, wieso du so besessen davon bist, aber was soll’s.“
Beide kamen unversehrt nach Hause. Ben nahm noch einen großen Schluck von seinem neuen Whiskey und legte sich bald darauf schlafen. Alex hingegen nahm das Glas mit den Murmeln und legte sich mit ihnen in seine Kammer. Er hielt das Glas fest in seinen Händen und betrachtete es, bis seine Augen langsam zufielen.
Am nächsten Morgen wachte Ben auf und ging in die Werkstatt. Zu seiner Überraschung sah er Alex noch immer dort, das Glas mit den Murmeln anstarrend. Die bunten Kugeln schienen Alex in eine tiefe, fast meditative Trance zu versetzen.
„Was ist los mit dir?“, fragte Ben, obwohl er keine Antwort erwartete. Alex erinnerte sich beim Anblick der Murmeln an seinen ersten Meister, Bruno Einstein. Bruno hatte ihm jeden Tag solche Murmeln gegeben, die für ihn wie Bonbons waren. Diese Murmeln, so harmlos sie auch aussahen, waren speziell von Bruno erschaffen worden, um Alex' Emotionen zu unterdrücken. Die jahrelange Einnahme dieser Murmeln hatte letztendlich dazu geführt, dass Alex' Haare ihre markante blaue Farbe annahmen, wie sie jetzt waren.
Ben verstand nicht, wieso Alex so sehr an diesen Murmeln hing, aber er konnte die Bedeutung von Erinnerungen und Symbolen nachvollziehen. Vielleicht war es gut, dass Alex etwas Menschliches zeigte, dachte Ben
Alex versuchte, eine der Murmeln zu essen. Als Ben das sah, reagierte er sofort und schlug mit seinem Metallarm gegen Alex' Kopf, bis dieser die Murmel ausspuckte. „Bist du bescheuert? Daran kannst du ersticken, du bist doch kein Kleinkind, das an allem herumlutschen muss,“ schimpfte Ben, seine Stimme vor Wut bebend.
Alex sah Ben verwirrt an. „Ich verstehe nicht. Die sind doch mit einer Brause gefüllt, oder nicht?“ fragte er unschuldig.
Ben nahm das Murmelglas, seine Wut kaum im Zaum haltend, und verschloss es in einem Schrank. „Das sind keine Bonbons, Alex. Du kannst nicht einfach alles in den Mund nehmen.“
Er setzte sich auf seinen abgenutzten Sessel, griff nach seiner Whiskeyflasche und nahm einen tiefen Schluck. Der Alkohol beruhigte ihn ein wenig, und bald fielen ihm die Augen zu. Er schnarchte leise, den leeren Whiskeybecher noch in der Hand haltend.
Alex, noch immer verwirrt über Bens Reaktion, setzte sich auf den Boden und schaltete den Fernseher ein. Das flackernde Licht der Bilder war beruhigend, auch wenn er die Bedeutung der meisten Programme nicht vollständig verstand.
Alex saß vor dem Fernseher, sein Blick fest auf die Nachrichtensendung gerichtet. Die Worte des Moderators hallten in seinem Kopf wider. Die Cyborg-Distrikt-Polizei suchte nach ihnen, und die Beschreibungen passten genau. Er konnte nicht anders, als sich schuldig zu fühlen. Nicht weil sie die Dinge gestohlen hatten, sondern weil er Ben in diese Situation gebracht hatte.
„Seid gegrüßt, ihr vorm Bildschirm hier spricht Minasaurus und das ist eine Fahndungsmeldung. Die örtliche Cyborg-Distrikt-Polizei (CDP) benötigt ihre Hilfe. In der Nacht vor den Androiden-Protesten im Bezirk F-172-D haben zwei Beutezüge stattgefunden. Zunächst wurden hoch technologisierte Nano-Chips im Wert von über 12.000 Credits gestohlen. Hierbei wurde die ganze Sicherheitstechnik überbrückt. Es gab keinen stillen Alarm oder Bildaufnahmen. Die Angestellten Androiden wurden alle ausgeschaltet, teilweise durch Soft-Resette, aber auch extrem brutale Gewalteinwirkung hat es gegeben.
Anschließend müssen dieselben Täter in einen Minimarkt, welcher bereits geschlossen hatte, eingebrochen sein. Hier wurden Zigarren, ein Glas bunte Murmeln (?) und seltener Whiskey im Wert von über 560 Credits entwendet. Sachschäden belaufen sich auf defekte Schließmechanik, ein ganzer Satz Playboy-Zeitschriften, in welchen alle Frauengesichter wundbrandartig zerrissen wurden, und diverse kleinere vandalische Schäden.
Zeugen gab es keine, allerdings konnte ein Bild von einer Wärmebildkamera gemacht werden, die an einem Geschäft gegenüber angebracht war. So wurden Umrisse erkannt. Wir suchen: Einen Mann, ca. 30–55 Jahre alt, 1,89 m, mit einer Armprothese. Dazu seinen Sohn/Tochter oder Sklaven-Androiden, ca. 10–16 Jahre alt, 1,22 m. Hier sind einige androidische Teile gescannt worden. Wir können keine Angabe über das Geschlecht machen, da man nur Umrisse erkennen konnte. Wir wissen nicht, ob er/sie ein Android ist. Gefahrenstufe: hoch, es muss sich um unprofessionelle Netrunner handeln. Belohnung für die Verhaftung: 1200 Credits.
Und das waren die Nachrichten von mir. Ich bin Minasaurus und jetzt kommt das Wetter.“
Ben saß in seinem Sessel und lauschte den Nachrichten, ein breites Grinsen auf seinem Gesicht. „HAHAHA Hast du das gehört, Alex? Unprofessionell und Netrunner nennen die uns, wie unwissend die doch alle sind.“ Er lachte laut und schüttelte den Kopf.
Verantwortung
„Alex, habe ich dir nicht gesagt, du sollst die Schrauben im Lager sortieren?“, fragte Ben mit einem strengen Ton in der Stimme.
„Habe ich doch gemacht. Ich habe alle Schrauben nach Hersteller und Jahr sortiert“, antwortete Alex unsicher.
„Wie soll ich so arbeiten, was interessiert mich das Jahr, wenn 5 verschiedene Sorten in einer Box zusammen sind?“, entgegnete Ben genervt.
„Also soll ich sie nach Form sortieren?“, fragte Alex, der verwirrt war.
„Äh, ja, lern Verantwortung, ich will dir nicht jedes Wort vorkauen müssen“, erwiderte Ben ungeduldig.
„Aber Androiden sind nur dafür da, ihren Meister zu dienen, selbständiges Denken ist nicht vorgesehen“, versuchte Alex zu erklären.
„Dann sehe es als Befehl“, sagte Ben bestimmt.
Alex drehte sich um und ging zu den Regalen, wo die Kisten mit den Schrauben standen. Er haute alle Schrauben auf einen Haufen und begann sie neu zu sortieren. Der ganze Tag lang war Alex beschäftigt, konzentriert und fleißig.
Als Alex schließlich fertig war, war Ben schon eingeschlafen. Alex legte sich ebenfalls hin, erschöpft von einem langen Tag harter Arbeit, aber auch ein wenig stolz auf sich selbst, dass er es geschafft hatte, die Schrauben so zu sortieren, wie es Ben wollte.
Am nächsten Morgen erwachte Alex früh, bevor die Sonne über den Horizont stieg. Er sah, dass Ben noch friedlich schlief und beschloss, die Zeit zu nutzen, um am Werktisch zu arbeiten. Alex war neugierig und wollte etwas Neues ausprobieren, also begann er, an einem kleinen Projekt zu basteln. Als Ben plötzlich vom Lärm geweckt wurde, war er alles andere als begeistert. Er nahm den Hammer aus Alex' Hand und rief: „Bist du jetzt völlig verrückt geworden?! Es ist mitten in der Nacht! Geh schlafen.“
Alex schaute auf die Uhr und antwortete ruhig: „Es ist bereits 6:05 Uhr, die Sonne ist seit einer halben Stunde am Himmel. Laut menschlicher Sage ist es somit schon Tag.“
Ben schaute verärgert auf den Werktisch und sah das Chaos, das Alex verursacht hatte. „Räum das sofort auf, ich brauche einen Drink“, befahl er streng. Alex gehorchte sofort und begann, das Durcheinander zu beseitigen. Er sorgte dafür, dass alles an seinem Platz war und ordentlich aussah. Das Projekt, an dem er gearbeitet hatte, nahm er mit zu seinem Schlafplatz und setzte seine Arbeit dort fort, bemüht, so leise wie möglich zu sein, um Ben nicht zu stören.
Nachdem Ben seinen Morgen-Drink genossen hatte, war er neugierig, was Alex da eigentlich baute. Er schaute unauffällig zu ihm rüber, um einen Blick auf das Projekt zu erhaschen, konnte aber nichts erkennen. „Was baust du da überhaupt?“, fragte Ben schließlich. Alex antwortete ruhig: „Meine Verantwortung. In einem Buch stand, mit Haustieren lernt man am schnellsten Verantwortung.“
Ben nahm das Projekt in die Hand und betrachtete es genauer. Er drehte es in alle Richtungen und begutachtete es mit kritischem Blick. „So wird das nichts“, murmelte er und begann, an einigen Stellen herumzuschrauben. „Das muss dort hin“, erklärte er und zeigte auf eine bestimmte Stelle.
Alex nahm eine Schraube und setzte seine Arbeit am Kopf des Projekts fort, während Ben den Kopf am Körper montierte. Schließlich schaltete Ben den Androiden Tier ein. *Kabumm* Es kam zu einer kleinen Explosion und Rauch stieg auf.
„*Hust* *Hust* Alex, hast du das Kabel auch richtig verbunden?“, fragte Ben, während er sich den Rauch aus dem Gesicht wischte.
„Rot mit Rot, Blau mit Blau und so weiter“, antwortete Alex unsicher.
Ben schlug sich auf die Stirn. „Man schließt doch nicht dieselben Farben miteinander an“, rief er frustriert aus.
Alex schaute verwirrt und verstand nicht ganz, was Ben ihm sagen wollte. Er nahm den qualmenden Androiden Tier und begann, ihn auseinanderzubauen. Leider waren nicht viele Teile zu retten, da die meisten durch die Explosion beschädigt oder abgebrannt waren. Alex nahm den Hammer und begann von vorne an zu arbeiten. Ben hielt Alex jedoch wieder auf und nahm ihm den Hammer aus der Hand. „Man hämmert nicht blind drauflos. Zuerst macht man einen Entwurf“, erklärte Ben geduldig. „Einen Entwurf? Ich habe noch nie einen gemacht“, gestand Alex. „Das ist ganz einfach. Du zeichnest auf ein Blatt Papier, wie das Endprodukt aussehen soll. Wenn wir schon ein Haustier bauen, dann machen wir es gleich richtig. Also fang an, einen Entwurf zu zeichnen“, forderte Ben Alex auf. Alex setzte sich in seine Kammer und begann zu zeichnen. Viele Papierkugeln flogen durch den Raum, während Alex verschiedene Ideen skizzierte. Doch keiner der Entwürfe konnte ihn vollständig zufriedenstellen. Nach einiger Zeit, in der er hartnäckig weiterzeichnete, war Alex endlich einigermaßen zufrieden mit seinem Entwurf und ging zu Ben, um ihn zu zeigen.
Ben war gerade dabei, einen detaillierten Entwurf zu erstellen, den er sogar mit Farben ausarbeitete. Der Unterschied zwischen einem Profi und einem Amateur war deutlich zu erkennen. „Oh schon fertig? Dann zeig her.“ Ben riss den Entwurf aus Alex' Händen. „Mhh. Soll das ein Hund sein?“
„Ja, mit einem Hund lernt man viel mehr Verantwortung“, erklärte Alex.
„Du verläufst dich sicher, wenn du mit dem Hund Gassi gehst, ein Hamster wäre für den Anfang besser. Schau so wie diese, sie hätte auch Laseraugen, um Einbrecher zu verjagen“, schlug Ben vor.
„Ein Hund kann auch Einbrecher verjagen, es ist auch bekannter, dass Hunde für Verbrecherjagd sind und nicht ein Hamster“, verteidigte sich Alex.
„Für einen Hund bist du nicht verantwortungsvoll genug“, stellte Ben fest.
„Deswegen will ich ja einen, um das zu lernen, wie du es dir wünscht“, erklärte Alex.
„Gut, wie wäre es mit einer Katze? Sie wäre größer als ein Hamster, aber nicht so verantwortungsvoll wie ein Hund“, schlug Ben vor und begann, schnell eine Katze zu malen.
„So, das wird es“, verkündete Ben stolz.
Alex und Ben schauten sich auf der Werkbank noch einmal alle Entwürfe an, um zu entscheiden, welches Haustier es werden sollte. Es gab den Hund von Alex und den Hamster und die Katze von Ben mit Laser-Augen, um vor Einbrechern geschützt zu sein. „Gut, fangen wir an“, sagte Ben, als er zurückkam und begann, die Metallteile für die Katze mit den Laser-Augen zu holen. Alex setzte sich konzentriert an die Arbeit und begann, die Teile zusammenzubauen. Ben tat es ihm gleich und beide arbeiteten Seite an Seite an ihren Entwürfen.
Immer wieder warfen sie einen Blick auf die Entwürfe, um sicherzustellen, dass alles nach Plan verlief. Tage vergingen und immer, wenn einer von ihnen Zeit hatte, setzten sie ihre Arbeit fort. Wenn Kunden auftauchten, wurden die Teile und Entwürfe sicher verstaut, um sie vor neugierigen Blicken zu schützen.
Zwischendurch versuchte Ben, den Code für das Haustier zu schreiben, aber er musste alle fünf Minuten Alex um Hilfe bitten. Alex war geduldig und half Ben bei jedem Schritt, ohne sich davon stören zu lassen. Er freute sich schon auf sein neues Haustier und war gespannt darauf, wie es aussehen und funktionieren würde. Am nächsten Morgen stand Alex früh auf und setzte sich mit einem Buch in der Hand an einen ruhigen Platz in der Werkstatt. Er vertiefte sich in die Seiten und las konzentriert, um sein Wissen zu erweitern und neue Ideen zu sammeln.
Als Ben schließlich auch erwachte und die Werkstatt betrat, bemerkte er Alex, der in sein Buch vertieft war. „Oh schon wach? Was machst du da? Wieso liest du ein Buch und baust nicht weiter? Geh sofort an die Arbeit!“, rief Ben mit einem strengen Ton in der Stimme.
Alex schaute auf und antwortete ruhig: „Ich dachte, mein Wissen zu erweitern ist wichtig, besonders weil ich dich ja nur beim Bauen unterstützen soll.“
„ES RECHT! BAU DEIN VIECH SELBER, DU WIRST SCHON SEHN WIE WEIT DU KOMMST!“ brüllte Ben. Alex ging zu den Teilen und baute weiter. Am Nachmittag nach ein paar Flaschen Whiskey kam auch Ben und half ein bisschen mit, aber die beiden wurden noch immer nicht fertig.
Ben´s Experiment
Während Ben sich weiterhin auf seine Arbeit konzentrierte, verharrte Alex regungslos in der Ecke der Werkstatt, bereit, jede Anweisung seines Meisters entgegenzunehmen. Sein Blick war neutral, sein Gesichtsausdruck emotionslos, während er geduldig auf eine neue Aufgabe wartete.
Als Ben sich in Richtung Küche begab, um sich einen Drink zu gönnen, stieß er unglücklicherweise gegen eine Leiter, die im Weg stand. Ein Ausdruck der Frustration überkam ihn, als er Alex aufforderte, die Leiter zu entfernen. Ohne ein Wort zu sagen, nahm Alex die Leiter und brachte sie in das Lager, das mittlerweile zu einer Art Abstellkammer für diverse Gegenstände geworden war.
Währenddessen kam der silberne Android Z in die Werkstatt und ließ sich von Ben auf den alten Zahnarztstuhl schnurren. Ben begann, den Arm des Androiden zu scannen, und ein leises Knurren war zu hören, während die Untersuchung stattfand. Alex hingegen begab sich ruhig in die Küche und begann damit, Essen zuzubereiten. Seine Handlungen waren mechanisch und präzise, als er Toastbrot aus der Verpackung nahm und Käsescheiben zwischen die Scheiben legte, um dann das Sandwich wieder zusammenzusetzen. Seine Bewegungen waren effizient, ohne dabei eine Spur von Emotion zu zeigen. Mit einem Teller in der Hand trat Alex zu Ben und hielt ihm das Toastkäsesandwich unter die Nase. „Ben, ich habe dir ein Käsetoast gemacht. Menschen müssen essen, sonst zerfallen sie“, sagte er mit einem Hauch von Überzeugung in der Stimme. Doch Ben schob das Sandwich ungerührt beiseite und vertiefte sich wieder in die Arbeit am Androiden. Ein kurzer Blick nach oben verriet Alex, dass Ben gerade einen Moment für eine kleine Pause nutzen wollte und sich nach etwas Essbarem sehnte.
„ALEX! Der ist nicht getoastet und die Folie musst du auch abmachen!“, rief Ben, als er bemerkte, dass der Toast nicht den gewünschten Standard erfüllte. Enttäuscht nahm Alex den Teller zurück und zog sich in die Küche zurück. Dort bereitete er einen neuen Toast vor, dieses Mal sorgfältiger, ohne die Plastikfolie, die den letzten Toast umhüllt hatte. Als er den Toast in den Toaster legte, durchbrach plötzlich eine Sirene die Stille der Werkstatt.
„Alex, komm schnell, der scheiß Android hat seinen Überlebensmodus aktiviert“, rief Ben mit einem Anflug von Panik in seiner Stimme. Alex eilte herbei, während Ben den Androiden festhielt, der mit glühenden roten Augen drohend auf sie hinabblickte. „Am schnellsten geht es, den Befehl zu deaktivieren“, erwiderte Alex ruhig, obwohl seine Gedanken wild rasten.
„Dann mach das aber schnell“, drängte Ben und hielt den Androiden fest, um ihn unter Kontrolle zu halten. Alex zögerte keine Sekunde länger und riss ein Kabel aus dem Androiden heraus, was sofort zu einem Erliegen des Überlebensmodus führte. Der Android fiel in den Stand-by-Modus zurück, und die bedrohliche Sirene verstummte abrupt. Ein Hauch von Erleichterung lag in der Luft, als die beiden Männer den ruhenden Androiden betrachteten. Ben atmete tief durch und ließ den Androiden los, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwandte. Alex, der immer noch von der plötzlichen Aufregung überwältigt war, kehrte in die Küche zurück, um sicherzustellen, dass der Toast perfekt zubereitet war.
"Besser, wir lassen ihn eine Weile in Ruhe. Dann schauen wir mal, ob wir dich reparieren können, Alex“, entschied Ben und zerrte Alex am Kragen auf einen Stuhl. „Beginnen wir damit, dich wieder zu einem Menschen zu machen.“
„Man kann aber nichts werden, was man nicht war“, erwiderte Alex sachlich.
„Seufz Und warum in GOTTES NAMEN kannst du es nicht umsetzen? Ich will keine Wörterbuch-Erklärung, sondern Taten“, betonte Ben frustriert.
„Für Androiden ist Empathie sinnlos, es nimmt nur Speicherplatz, und es kann nie zu 100 % erlernt werden“, erklärte Alex nüchtern.
„Gut, lassen wir das“, seufzte Ben resigniert und riss einen Ärmel von Alex hoch. Mit einem Kabelbinder schnürte er das Blut ab, um Blutproben zu entnehmen. Danach untersuchte Ben Alex' Puls und Reflexe. Alex ließ alles stoisch über sich ergehen, ohne eine Regung zu zeigen. Alles schien normal zu sein.
„Jetzt beweise ich dir, dass du ein Mensch bist. Nur Menschen können weinen“, sagte Ben bestimmt. Er ging in die Küche und kehrte dann mit einer Schüssel Zwiebeln zurück. Ben hielt die Schüssel unter Alex' Nase, doch nichts geschah. Enttäuschung spiegelte sich in Bens Augen.
„Bist du traurig, weil ich nicht weine?“, fragte Alex emotionslos. Ben ließ die Schüssel fallen, und sie rollte quer durch den Raum. „LANGSAM REICHT ES MIR!“ brüllte Ben und zündete sich eine Zigarette an, die er dann auf Alex' Oberschenkel ausdrückte. Doch Alex zeigte keine Reaktion. Wütend schleuderte Ben alle Gegenstände vom Schreibtisch auf den Boden. „DAS IST NICHT MÖGLICH! DU BIST NICHT NORMAL!“ Alex erhob sich langsam und begann, die herumliegenden Sachen einzusammeln. Währenddessen trank Ben einen Whiskey nach dem anderen. „Hicks Alex, ma Whiskey is oll. Geh hol neuen sofort“, lallte er. Der Android, der bisher still beobachtet hatte, wachte langsam auf. Alex ging einkaufen. In der Nähe gab es einen Supermarkt, den er aufsuchte. Er nahm ein paar Whiskeyflaschen und ging zur Kasse. Als er den Supermarkt verlassen wollte, wurde er plötzlich gerufen. „Hallo Alex!“ Die Kassiererin winkte ihm zu. „Das musst du zahlen.“ Alex erkannte sie als die Kundin von gestern, die sehr gerne redete. „Sie haben recht. Wir kennen uns, deswegen muss ich zahlen. Von Bekannten wird nicht geklaut.“ Er bezahlte den Whiskey und machte sich auf den Heimweg.
„Wo warst du so beschissen lange? Her mit dem scheiß Fusel.“ Ben riss die Flaschen aus Alex' Händen und trank weiter. Alex stand währenddessen stumm daneben. Nach der zweiten Flasche war Ben eingeschlafen. Alex nutzte die Gelegenheit und begann, mit dem angegurteten Androiden Z zu kommunizieren. Sie tauschten Informationen über Funkwellen aus, um Ben nicht zu wecken. Sitze ein Roboter im Büro und fragt seinen menschlichen Kollegen: Hey Alter, kannst du bitte für mich aufmachen, ich bin kein Roboter? Ha, ein guter Witz. Da Ben noch schlief, begab sich Alex in seine Schlafnische. Er lag stumm da und starrte die Decke an. Als er kurz seine Augen öffnete, bemerkte er, dass Ben betrunken herumtaumelte. Plötzlich blieb Ben vor dem Androiden Z stehen und begann zu pinkeln. Nachdem er den Androiden angepinkelt hatte, kehrte Ben ins Bett zurück und schlief weiter. Alex spürte, wie jemand ihn zudeckte, und bemerkte auch, dass er angestarrt wurde. Da Alex keine Bedrohung oder Mordlust wahrnahm, reagierte er nicht und konzentrierte sich stattdessen auf seine Energie. Als Alex aufstand, war Ben bereits wieder an der Werkbank. „Alex, wasch den Androiden, der stinkt ja nach Pisse. Anscheinend hat er sich im Schlaf angepinkelt oder so. Auf jeden Fall verpestet er meine Werkstatt." Alex holte einen Schlauch und spülte den Androiden mit Wasser ab. Ben schaute zu Alex rüber, und auch wenn man es nicht richtig erkennen konnte und es wohl kaum jemand glauben würde, bildete sich bei Ben ein kleines Lächeln.
Besonderer Besuch
Alex sitzt vor dem Fernseher, vollkommen begeistert vom großen Kampf von Mister Satan, einem Superhelden, wie die Leute sagen. Alex verfolgt die Bewegungen genau und versucht sogar, den "Diamond Kick" nachzuahmen, indem er gegen die Luft tritt. Plötzlich geht der Fernseher aus, und es sind nur noch Störgeräusche zu hören. „Hast du den Fernseher kaputt gemacht?“ fragt Ben. „Das ist eine geheime Botschaft.“ antwortet Alex. „Diamond Kick ist so ein Mist, wer glaubt denn den schwachen Sinn von Mister Satan überhaupt?“ Plötzlich springt der Fernseher wieder an, aber der Kampf ist vorbei und es läuft nur noch Werbung.
„Komm zum nächsten Kampfturnier und gewinne einen Dragon Ball und natürlich ein hohes Preisgeld.“ „Tz, was für ein Schwachsinn. Ein Dragon Ball, der Wünsche erfüllt, als ob es so etwas wirklich gibt. Aber das Geld wäre nicht schlecht.“ sagt Ben. „Alex, wir bauen einen Killer-Roboter und zeigen den Schachmatten, was wahre Macht ist.“ „Wir dürfen keinen Killer-Roboter bauen. Roboter sollen den Menschen dienen und nicht vernichten.“ „Was redest du da für einen Schwachsinn? Ohne Kampfkraft gewinnen wir im Turnier nicht.“ „Aber Androiden haben das Gesetz, keine Menschen zu verletzen, geschweige denn zu vernichten.“ „Wir bauen einen, ich will das Geld und jedem zeigen, wie schwach Mister Satan ist.“ Während die beiden diskutieren, klopft es plötzlich an der Tür, und Alex lässt zwei Frauen herein. Die Werkstatt war ein belebter Ort, voller mechanischer Geräusche und dem leisen Summen von Elektronik. Inmitten dieses Treibens stand Alex, der die Tür öffnete, um zwei Frauen hereinzulassen. Eine von ihnen, gekleidet in einen weißen Kittel, schien eine gewisse Autorität auszustrahlen, während die andere in ihrer Latzhose eher rustikal wirkte.
"Alex, was soll das? Lass doch nicht jeden x-beliebigen rein", mahnte die Frau im Kittel, offensichtlich etwas ungehalten über die Unterbrechung.
"Aber ich dachte, das sind Kunden", verteidigte sich Alex, während er die beiden Frauen hereinbat.
"Wie kann man hier auch versorgt? Ich hätte auf meinem Anhänger einen kaputten Androiden, der angeschaut gehört", erklärte die Frau mit dem weißen Kittel. Ben, der sich bisher auf seine Arbeit konzentriert hatte, hob den Blick und betrachtete die Frauen überrascht. Als er die Frau im Kittel erkannte, zuckte er zurück. "Mutter? Nein, das kann nicht sein, dafür bist du zu jung."
Die Frau schien ebenfalls überrascht zu sein. "Kennen wir uns? Moment mal, bist du das, Ben?!? Lange nicht mehr gesehen", rief sie aus und versuchte, ihn zu umarmen. Doch Ben wich zurück, seine Miene verriet Verwirrung und Skepsis.
"Ist das der Sohn, von dem du dauernd erzählt hast? Und der soll wirklich helfen können?", fragte die Frau, während sie Alex und Ben genauer betrachtete. Die Stimmung in der Werkstatt wurde durch Bens beleidigende Bemerkung unangenehm angespannt. Andisa, die Frau im Kittel, reagierte jedoch ruhig und bestimmt. "Was weiß schon eine Schlampe schon, was ich kann oder nicht", konterte sie, wobei sie Ben mit einem strengen Blick maß. "Wie nennst du bitte deine Kunden? Auch wenn ich vom Land komme, bin ich trotzdem noch ein Kunde, außerdem heiße ich Andisa. Wenn du zu jedem Kunden so bist, ist es kein Wunder, dass die Werkstatt so leer ist. Ich möchte nur mein Androiden reparieren lassen und dann gleich weiterziehen für das Turnier."
Während Andisa sprach, brachten die Frauen den kaputten Androiden in die Werkstatt und legten ihn auf die Werkbank. Doch plötzlich wurde die Szene unterbrochen, als eine blonde Frau mit einem Maschinengewehr hereinstürmte. "Hände hoch und Kohle her, gebt mir alles, was ihr habt", forderte sie mit drohender Stimme. Ben schien die Situation zunächst nicht ganz zu begreifen. "Herzlich willkommen in Bens Werkstatt, sind Sie auch ein Kunde?", fragte er mit einem Hauch von Ironie.
Die blonde Frau wurde jedoch zunehmend nervöser. "Was soll der Scheiß, ist das Tag der offenen Tür?", erwiderte sie ungeduldig.
"Habt ihr nicht gehört? HÄNDE HOCH!", forderte sie erneut.
Andisa, scheinbar unbeeindruckt von der Bedrohung, handelte schnell. Sie rannte zu der blonden Frau mit der Waffe und griff sie mutig an. Mit einem geschickten Fußkick wirbelte sie so viel Staub auf, dass die Frau niesen musste und sich plötzlich in eine blauhaarige Frau verwandelte. Die Frau schaute sich verwirrt um, während die anderen in der Werkstatt die unerwartete Verwandlung mit offenem Mund betrachteten. Die blauhaarige Frau, die sich offenbar selbst überrascht hatte, sah sich verwirrt um. „Wo bin ich denn hier? Oh, was macht die Waffe hier?“, fragte sie, während sie die Waffe in Andinas Hände drückte und aus der Werkstatt rannte. „Tz, Frauen können wirklich nur klauen und verschwinden“, murrte Ben ärgerlich. „Aber es wurde doch nichts geklaut. Sind Sie wieder betrunken, Meister Ben?“, fragte Andisa mit einem skeptischen Blick. Wütend ging Ben zum Androiden und begann, ihn zu untersuchen, während Andisa ihm dabei half und den Code des Androidenkopfes untersuchte. „Ich habe etwas im Code gefunden“, verkündete sie schließlich.
„Das ist dieselbe Geheimbotschaft wie im Fernsehen“, bemerkte Alex. „Reden Sie nicht so viel, reparieren es.“ befiehlt Ben
Alex hämmerte auf die Tasten und entschlüsselte den Code, während der Androide langsam wieder zum Leben erwachte und mit den Augen blinzelte. Doch plötzlich betrat eine Kuh die Werkstatt. „Was soll der Scheiß, von wo kommt die verdammte Kuh her?“, fragte Ben, sichtlich verärgert.
„Oh, sorry, ich wollte frische Milch und hab sie hergeholt“, erklärte Super, Bens Mutter.
„Spinnst du?“, rief Ben wütend.
„Das ist meine Werkstatt, okay, ich war eine Weile nicht da, aber ich werde wohl in Ruhe einen Kaffee mit frischer Milch trinken dürfen“, verteidigte sich Super.
„Aber dafür holt man sich keine verdammte Kuh ins Haus!“, entgegnete Ben empört.
Plötzlich betrat auch ein Pferd die Werkstatt und begann, irgendwelche Papiere zu fressen. Ben zögerte nicht lange und griff nach einer Waffe, mit der er in die Luft schoss. Die Tiere gerieten in Panik und rannten aus dem Haus. Andisa rannte hinter den Tieren her und kam nach ein paar Minuten mit dem Pferd und der Kuh zurück. „Was fällt dir ein, die Tiere wieder in meine Werkstatt zu holen? Alex, sorge dafür, dass die Tiere keinen Ärger mehr machen“, wies Andisa Alex an. Alex schaute sich in der Werkstatt um und griff nach einem Elektroschocker. Entschlossen ging er zu den Tieren und versetzte ihnen einen Schlag. Leider erwies sich der Elektroschocker als stärker als gedacht, und die Tiere fielen tot um. Andisa, die noch auf der Kuh saß, sprang herunter, machte einen Salto und landete mit einer fabelhaften Pose. Als sich Alex umdrehte, um von seinem Meister gelobt zu werden, sah er eine Katze auf dem Tisch, die Ben mit einem Messer bedrohte. Ein Funkeln erschien in Alex' Augen. „Darf ich die behalten?“, fragte er.
„NEIN! Wenn du schon ein Haustier kriegst, dann nur eines, das ich selbst programmiert habe, damit nicht so ein Mist wie bei dieser rauskommt“, sagte Ben streng.
„Ich habe keine Ahnung, um was es geht, aber ihr könnt doch diese Katze einfach umprogrammieren“, mischte sich Andisa ein.
„Misch dich nicht ein.“
So wie die Katze gekommen war, verschwand sie wieder. Doch Alex versuchte, die Katze mit einem Lasso einzufangen, wie er es bei Andisa gesehen hatte. Schließlich fängt man Tiere mit Lassos ein. Ben schaffte es schließlich, die Katze zu fangen, auch wenn er dafür ein paar Kratzer einstecken musste. Andisa nutzte aus, dass die Katze angeleint war, und durchsuchte den Code. Sie fand schnell alle Daten.
"Hey, Alter Sack, kennst du Light Chor?", fragte Andisa
"Wer ist hier ein Alter Sack?", konterte Ben.
"Oh, ich kenne sie, das ist eine superreiche Firma in der anderen Stadt", erklärte Andisa.
"Haha, Alex, wir behalten diese Katze fürs Erste", beschloss Ben und zwinkerte Alex zu. "Mein eigenes Haustier", freute sich Alex. Plötzlich kam eine Horde von Katzen und entführte Ben. Alex reagierte schnell und rannte den Katzen hinterher. Er fand Ben in einem alten, heruntergekommenen Haus. Ben stand an der Eingangstür und wartete auf Alex. „Da bist du ja endlich, gehen wir nach Hause. Auch wenn ich echt kein Bock auf die Weiber habe.“ Gemeinsam kehrten Alex und Ben nach Hause zurück. Dort sahen sie, wie Andisa die Katze umprogrammierte. Genervt von allem und jedem, reparierte Ben weiterhin den Androiden.
"Alles klar, Geld her und verschwindet", forderte Ben. „Halt davor will ich ihn noch testen, nicht dass du da irgendeinen Fehler gemacht hast.“ Ben schaltete den Androiden ein. „Beep.“ „Maneca! Kannst du dich an etwas erinnern?“, fragte Andisa. „Nickerchen im Garten, Dunkelheit.“ „Genau, wir waren im Garten, aber ein Marder hat deine Kabel durchgebissen. Ich habe den Marder gefangen.“ „Der Marder dort drüben?“, fragte Maneca „Nein, das ist mein Haustier“, antwortete Maneca. Maneca nahm den Juwelen-Sack von Andisa und drückte ihn in Bens Hände, bevor sie sich ins Auto setzte.
„Da das erledigt wurde, werde ich jetzt auch wieder gehen“, verkündete Ben's Mutter. „Du kommst seit Jahren wieder hierher und willst gleich wieder gehen?“, fragte Ben verwundert. „Klar, du hast den Laden ja im Griff.“ „Was bist du für eine Mutter, lässt deinen Sohn Jahre alleine, verschwindest ohne ein Wort und kommst zurück, wann es dir passt“, kommentierte Ben verärgert. „Oh, hat mich da wer vermisst? Na, wenn das so ist, bleibe ich eine Weile. Ich gehe in den Keller, falls ihr mich sucht“, sagte Super und verschwand in den Keller. Ben schaute finster drein.
„Alex, besorg ein Auto, damit wir die Katze zurückbringen können und einen Finderlohn bekommen“, befahl Ben. „Sie sind doch mit einem Auto gekommen, können Sie uns mitnehmen?“, fragte Alex. „Alex, was soll der Mist?“ fragt Ben, Andisa ging zur Werkbank, um etwas zu bauen. Alex ging hin, um nachzuschauen, und sah, dass Andisa einen Arm baute, der sehr menschlich aussah. Natürlich wollte Alex helfen, immerhin hatte Ben gesagt, Alex müsse immer mithelfen. So half Alex beim Bauen und versuchte, Laserfinger zu installieren. Leider verwechselte Alex Laser mit Lampen, und so wurden es Taschenlampenfinger. Andisa überreichte den Arm Ben. „Für dich als Dank für die Reparatur, und natürlich kann ich euch mitnehmen“, sagte sie. Ben war sprachlos und brachte keinen Mucks heraus. Ohne Worte ging Ben, und Alex folgte Andisa ins Auto. Das Auto fuhr los, während Ben die ganze Zeit auf seinen neuen Arm starrte. Der Arm sah so echt aus, dass man nicht erkennen konnte, dass er technisch war. Die Gruppe kam in der anderen Stadt an und übergab die Katze an ihre Besitzer. Als Dank erhielten sie 1000 Credits. „Ihr könnt das Geld ruhig behalten als Bezahlung für die Reparatur“, sagte Andisa. „Aber ihr habt schon bezahlt.“ „Das macht nichts.“ „Wo ist der Haken?“ fragte Ben misstrauisch. „Es gibt keinen, ich muss jetzt los, man sieht sich“, antwortete der Besitzer und winkte zum Abschied, bevor er mit seinen Androiden wegfuhr. Ben und Alex standen auf der Straße mit einem Sack voller Gold. Ben meinte: „Diese Frau hat was.“ Alex antwortete: „Sie hat ein Auto.“
Straßen bei Nacht
Stehengelassen von Andisa und ihrem Androiden Maneca, machten sich Ben und Alex auf den langen Weg nach Hause. In der Dunkelheit der Nacht wanderten sie die Straßen entlang, passierten eine Ortschaft nach der anderen. Die Stille der Nacht wurde nur von ihren Schritten und gelegentlichen Gesprächen unterbrochen. Plötzlich hörten sie ein leises Knurren. Alex schaute verwirrt zu Ben hinüber und bemerkte, dass es Bens Magen war, der sich lautstark meldete.
„Wir sollten etwas essen gehen, du scheinst Hunger zu haben,“ schlug Alex vor.
Ben warf einen Blick auf die Uhr an seinem Handgelenk und runzelte die Stirn. „Hast du schon mal auf die Uhr geschaut? Um diese Zeit hat kein normales Lokal mehr offen,“ antwortete er genervt.
Alex ließ sich jedoch nicht entmutigen. „Ben, schau dort drüben,“ sagte er und deutete in die Ferne. „Da sind viele Menschen, dann gibt es dort bestimmt etwas zu essen.“
Alex zeigte in eine schummrige Gasse, die in einem leichten Rot schimmerte. Die Laternen dort verbreiteten ein rötlich-rosa Licht, und zahlreiche leicht bekleidete Frauen standen auf den Straßen. Auch weibliche Androiden versuchten, Männer anzulocken.
„Alex, das ist kein Ort für dich. Wir sollten lieber nach Hause gehen,“ sagte Ben, der sich unbehaglich fühlte.
„Aber Ben, ihre Bedürfnisse gehen vor,“ antwortete Alex mit seiner typischen stoischen Logik.
Ben seufzte. „Ach, in der Hinsicht bist du einfach zu stur.“ Er fühlte sich verlegen, doch gemeinsam mit Alex ging er in die Gasse hinein. Zahlreiche Frauen kamen auf ihn zu, aber Ben wimmelte sie alle ab. Schließlich blieb er vor einer Frau stehen, die ein weiblicher Android in einem Dirndl war.
„Na mein Süßer, wie wäre es, komm doch rein und leiste mir Gesellschaft,“ sagte sie verführerisch. Ben lief sichtlich rot an, als ihm die Situation unangenehm wurde.
„Mein Meister begleitet Sie gerne, er hat schon großen Hunger,“ sagte Alex plötzlich.
„ALEX, SPINNST DU!“ rief Ben entrüstet. Doch dann fügte er etwas leiser hinzu, „Aber na ja, bisschen Hunger hätte ich schon.“
Der Android klammerte sich an Ben's Hand und zog ihn in das Gebäude. Alex folgte ihnen, doch plötzlich stellte sich ein Mann vor ihn hin. „Zutritt für Minderjährige verboten, das zählt auch für Androiden,“ sagte er bestimmt.
Ben drehte sich zu Alex um. „Alex, sei brav und warte hier.“
Widerwillig blieb Alex draußen und beobachtete die Menschen, die ein- und ausgingen. Während Ben drinnen war, keine Ahnung was er machte, stand Alex vor der Tür und musterte die vorbeigehenden Männer. Viele von ihnen verließen die Läden mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen, manche sogar überglücklich.
„Wieso sind alle so glücklich, wenn sie hier rauskommen?“ fragte Alex neugierig.
Eine freundliche Frau, die zufällig vorbeikam, hörte seine Frage und schmunzelte. „Kleiner, weißt du nicht, was das hier ist? Mhh, wie sage ich das am besten? Wir sind ein Freudenhaus. Wir bereiten den Männern eine Freude, was nicht so leicht ist, wie jeder denkt, weil jeder eine andere Vorliebe hat.“
„Freudenhaus?“ wiederholte Alex, das Konzept nicht ganz verstehend.
„Ja, genau. Wenn du älter bist, verstehst du das,“ sagte die Frau und zwinkerte ihm zu.
Plötzlich kamen zwei Trunkenbolde die Straße entlang, ihre Arme um einander geschlungen, und sangen lautstark ein altes, schräges Lied. Alex wippte ein wenig im Takt der Musik mit, doch die beiden Verschwunden schnell wieder in der Dunkelheit, ihre Stimmen verklangen in der Ferne.
Kurz darauf tauchte eine Katze auf, die leise und geschmeidig durch die Nacht schlich. Sie blieb vor Alex stehen und setzte sich hin, ihre Augen fixierten ihn neugierig. Alex beugte sich leicht vor und sagte: „Tut mir leid, ich habe kein Lasso dabei, deswegen kann ich dich nicht mit nach Hause nehmen.“
Die Katze antwortete mit einem kläglichen „Miau“ und fauchte leise, bevor sie in den Laden gegenüber verschwand.
Eine Gruppe Frauen kam lachend die Straße entlang und bemerkte Alex, der geduldig vor der Tür stand. Die Frauengruppe kicherte und tuschelte, während sie an ihm vorbeigingen, von der kuriosen Szene amüsiert. Alex beobachtete sie schweigend, seine künstlichen Augen blitzten im schwachen Licht der Straßenlaternen.
„Na, mein Kleiner, hast du dich verlaufen?“ fragte eine der Frauen.
„Ich warte auf meinen Meister,“ antwortete Alex höflich.
„Oh, du armer,“ sagte eine andere mitfühlend. Die Mädchen schauten sich an und flüsterten miteinander, bevor sie in ihren Taschen herumkramten.
„Halt still, wir machen dich ein bisschen hübsch, dann passt du auch zu dem Laden,“ sagte die erste Frau lachend. Die Frauen machten sich an Alex' Haaren zu schaffen und banden ihm eine riesige Schleife um. Sie schminkten ihn leicht und lackierten ihm die Fingernägel.
„So, fertig. Oh, du bist so süß, oder Mädels?“ fragte eine der Frauen bewundernd.
„Wie wahr,“ bestätigten die anderen lachend.
„Wir müssen jetzt leider arbeiten gehen, man sieht sich,“ sagte die Anführerin der Gruppe. Sie winkten Alex zum Abschied und gingen in den nächsten Laden hinein. Alex stand da, jetzt ein bisschen bunter und festlicher, und wartete weiter geduldig auf Ben.
Alex stand noch immer regungslos vor der Tür und wartete auf Ben. Doch plötzlich begann es heftig zu regnen, ein plötzlicher Platzregen, der die Straßen in Sekundenschnelle durchnässte. Die Männer auf der Straße rannten eilig in die nächstgelegenen Läden, ebenso wie die Androiden und Frauen. Nur Alex blieb alleine im Regen stehen, unbeirrt und pflichtbewusst, trotz der durchnässten Kleidung und des strömenden Wassers.
Zum Glück hörte der Regen bald wieder auf, aber Alex war inzwischen klatschnass. Trotzdem wartete er weiterhin brav vor der Tür, geduldig darauf hoffend, dass Ben bald herauskommen würde. Er ignorierte die Tropfen, die von seinen Haaren und seiner Kleidung herunterliefen, und blieb aufmerksam, um seinen Meister nicht zu verpassen, sobald er herauskam.
Ein Schwein kommt angerannt, weit in der Ferne hört man nur den Ruf: „EIN PERVERSLING!“ Das Schwein rennt an Alex vorbei, doch plötzlich wird es langsamer und kehrt um. Es hat eine Unterhose auf dem Kopf und trägt eine Riesen-Tasche mit sich.
Alex beobachtet das kuriose Schwein mit großen Augen. Es scheint ganz entschlossen zu sein, bei ihm zu bleiben. „Na Süße, du bist ja ganz nass, lass mich dich trocken machen“, sagt das Schwein und stellt sich vor. „Mein Name ist Arlong, und du bist?“
„Alex“, antwortet sie zögerlich.
„Bist ein nicht sehr gesprächiges Mädchen“, bemerkt Arlong und beginnt in seinen Taschen herumzukramen. Schließlich zieht er ein weißes Kleid heraus und hält es Alex hin. „Hier, zieh das an. Du wirst dich sicher wohler fühlen.“
Arlong, auch bekannt als der Höschen Baron, ist ein ungewöhnlicher Anblick. Er stammt von der Erde und ist der Sohn von Oolong, einem bekannten Charakter aus den Legenden um den Herrn der Schildkröten. Anders als sein Vater betrachtet Arlong sich selbst als stark und mutig. Er ist selbstbewusst und dominant, und seine Einstellung gegenüber Frauen ist kontrovers.
Er ist der festen Überzeugung, dass Frauen am besten in Bikinis gekleidet sind und dass alles andere überflüssig ist. Diese Ansicht macht ihn zu einem polarisierenden Charakter, der oft auf Widerstand und Kritik stößt. Trotzdem hat Arlong eine ausgeprägte Einstellung zum Schutz und zur Verteidigung von Frauen, insbesondere von solchen, die er als wunderschön betrachtet.
Sein Auftreten ist oft selbstsicher und selbstsüchtig, und er ist bereit, jeden zu konfrontieren, der einer Frau auch nur das geringste Unrecht antut. Seine Entschlossenheit, für seine Überzeugungen einzustehen, macht ihn zu einem herausfordernden und manchmal gefährlichen Gegner.
„Leider habe ich nichts in deiner Größe, aber das sollte fürs erste reichen, damit du nicht noch krank wirst“, sagte Arlong mitfühlend. „Ich muss hier auf meinen Meister warten“, erklärte Alex ruhig. „Ja ja, aber zieh dir etwas Trockenes an, sonst kannst du dich nicht um deinen Meister kümmern“, drängte Alrong besorgt. Ohne zu zögern, zog Alex seine nassen Klamotten aus. „Oh, du bist ja ein...“
Plötzlich wurde die Szene unterbrochen, als eine Horde Frauen mit Werkzeug in der Hand herbeieilte und laut schrie: „DA IST ER! SCHNAPPT IHN EUCH, DIESES PERVERSE SCHWEIN!“ Offenbar waren sie auf der Jagd nach Arlong.
"Oh, ich muss gehen, tschau Alex", sagte Arlong, als er seine Tasche wieder einpackte und eilig davonrannte. Er nahm auch die nassen Sachen von Alex mit und ließ nur das weiße Kleid zurück. Alex zögerte nicht lange und entschied sich, das Kleid anzuziehen. Während er sich darin fühlte, flog plötzlich die Tür auf, und Ben betrat den Raum.
"Haha, lass uns nach Hause gehen, Alex. Ich werde heute bestimmt gut schlafen", rief Ben fröhlich, als er Alex in dem weißen Kleid und dem riesigen pinken Maschen auf dem Kopf sah.
"Was hast du denn plötzlich an, was hast du genommen?", fragte Ben verwirrt und riss die pinke Schleife herunter. "Wo sind deine Klamotten?", wollte er wissen. "Das perverse Schwein Arlong nahm sie mit", antwortete Alex ruhig.
Ben schlug sich mit der Hand ins Gesicht und seufzte. "Gehen wir nach Hause, aber du lässt 5 Meter Abstand von mir, ist ja peinlich, wie du ausschaust", sagte er verlegen. So machten sich beide nach einer langen Nacht auf den Heimweg. Ben schlief so gut wie lange nicht mehr. Er half Alex sogar dabei, sich abzuschminken, wobei er fast einen Feuerlöscher benutzte. Es war eine Nacht voller Lachen, Überraschungen und unerwarteter Wendungen, die sie beide nicht so schnell vergessen würden.
Liebesbrief
Ben und Alex kehrten endlich nach Hause zurück, nachdem sie eine Reihe unerwarteter Abenteuer durchlebt hatten. Sie hatten den Tag im Freudenhaus verbracht, wo Ben ungewollt in eine seltsame Situation geraten war, während Alex draußen auf ihn wartete. In der Werkstatt warteten jedoch noch andere Aufgaben auf sie, von denen sie völlig abgelenkt waren.
Als sie die Werkstatt betraten, wurden sie sofort von einem unangenehmen Geruch begrüßt. Die toten Körper einer Kuh und eines Pferdes lagen immer noch unberührt auf dem Boden. Ben und Alex hatten sie vor langer Zeit hier vergessen, als sie sich mit anderen Dingen beschäftigten. Alex, entschlossen, die Angelegenheit zu regeln, wandte sich an Ben: "Was sollen wir mit den Tierleichen machen?"
Ben seufzte. "Du wolltest doch Haustiere, jetzt hast du zwei. Zwei tote, stinkende Viecher. Wenn du genug mit ihnen, Mutter, Vater, Kind gespielt hast, vergräbst du sie am besten 45 Meter hinter der Werkstatt."
Alex nahm eine Schaufel und ein Maßband aus der Werkzeugkiste und begab sich zum hinteren Teil des Grundstücks. Er maß sorgfältig 45 Meter von der Werkstatt entfernt und begann dann, ein Loch zu graben. Der Boden war hart und schwer zu durchdringen, aber mit Geduld und Ausdauer schaffte es Alex schließlich, ein tiefes genug Loch auszuheben.
Er kehrte zur Werkstatt zurück und holte einen Gabelstapler, um die schweren Tierkörper zu bewegen. Mit einiger Mühe und unter starkem Einsatz gelang es Alex schließlich, die Kuh und das Pferd vorsichtig in das vorbereitete Loch zu legen.
Nachdem Alex das Loch endlich mit Erde bedeckt und eine grobe Karte zur Orientierung gezeichnet hatte, ging er zu Ben, der am Computer saß. "Wenn man Sachen verbuddelt, muss man immer eine Karte malen", erklärte Alex mit einem schelmischen Grinsen.
Ben schaute von seinem Bildschirm auf und runzelte die Stirn. "Das X markiert den Schatz, du Trottel. Wir sind doch keine Piraten oder Gauner, die sowas wiederfinden müssen." Er nahm die Karte, zerknüllte sie und warf sie Alex zu.
Alex fing die Karte geschickt auf, entfaltete sie und steckte sie in eine alte Holzkiste, in der sich schon andere handgezeichnete Skizzen befanden. Er schloss die Kiste sorgfältig und stellte sie wieder an ihren Platz.
Während Alex sich um das Abendessen kümmerte, hörte er Ben im Hintergrund in die Tasten des Computers hämmern. Das Geräusch wurde jedoch abrupt unterbrochen, als Ben alles wieder löschte und frustriert seufzte. Das Essen war bald fertig, und Alex brachte einen Teller zu Ben, der immer noch vor dem Computer saß. Doch noch bevor Ben einen Bissen nehmen konnte, sprang er plötzlich auf und begann, in der Werkstatt herumzusprühen. Bevor Alex darauf antworten konnte, pustete Ben ihn plötzlich an. "Rieche ich nach Alkohol?"
Alex lachte leise auf. "Du riechst immer nach Alkohol, Ben. Wenn du etwas dagegen tun willst, wäre vielleicht eine Dusche hilfreich."
Ben roch an sich selbst, hob kurz die Achseln und nickte dann zustimmend. "Vielleicht hast du recht."
Er verließ die Werkstatt und ging zum Badezimmer, um sich zu duschen.
Ben stieg aus der Dusche und rief nach Alex. „Sag mal Alex, schaue ich mit dem Bart älter aus?“
Alex, der in der Nähe wartete, antwortete prompt: „Ja, der Bart lässt dich älter wirken.“
Ben, nachdenklich, fragte weiter: „Also soll ich ihn abrasieren?“
Alex schaute ihn an und stellte eine Gegenfrage: „Willst du dich verändern?“
Ben seufzte und erwiderte: „Ach, was frage ich dich, als ob du das verstehst.“ Alex, immer hilfsbereit, reichte Ben ein Handtuch. Ben stieg aus der Dusche und begann sich abzutrocknen.
Während er sich abtrocknete, begann Ben seine Haare zu stylen. Er griff zu einem Kamm und begann, seine Haare sorgfältig durchzukämmen. „Alex, soll ich die Haare zur Seite tragen, so wie immer, oder nach hinten kämmen?“
Alex sah ihn fragend an: „Macht es einen Unterschied, wie du die Haare trägst?“
Ben lachte leise und erklärte: „Klar, das macht einen großen Unterschied. Das nennt man Styling, du solltest echt mehr lesen.“
Alex nahm Bens Rat ernst und machte sich auf die Suche nach Büchern übers Styling. Er durchsuchte die Werkstatt gründlich, konnte jedoch keine passenden Bücher finden. Entschlossen, weiterzusuchen, ging Alex in die Küche. Dort stieß er auf ein altes Styling-Buch von Bens Mutter, Super.
Super bemerkte Alex' Suche und fragte neugierig: „Suchst du etwas Bestimmtes?“
Alex nickte und erklärte: „Ben sagte, ich soll mehr über Styling lesen, weswegen ich ein Buch darüber suche.“
Super lachte herzlich: „Haha. Da kannst du in der Küche lange suchen und ich glaube generell in der Werkstatt. Komm mit, ich leihe dir ein paar Magazine von mir.“
Gemeinsam gingen sie hinunter in den Keller. Super kramte in ihrem Koffer, um die gewünschten Magazine herauszuholen. Plötzlich flogen einige Briefe heraus. Alex hob sie auf und bemerkte: „Die gehören in den Briefkasten.“
Super war erschrocken und riss die Briefe hastig aus Alex' Händen. „Die sind geheim, vergiss, dass du sie gesehen hast.“ Sie versteckte die Briefe schnell wieder im Koffer und holte dann die Magazine hervor, die sie Alex in die Hände drückte. „Ein paar der Magazine sollten helfen.“
Alex bedankte sich: „Danke.“
Super musterte Alex und sagte: „Sag mal Alex, wenn wir schon beim Thema Styling sind, hast du noch andere Klamotten? Seit Tagen rennst du mit denselben Klamotten herum.“
Alex antwortete unschuldig: „Wofür braucht man mehr Klamotten? Ein Stück reicht doch.“
Super schüttelte den Kopf und seufzte: „Keine Ahnung, was dein Vater dir beibrachte, aber das ist falsch. Du brauchst mindestens ein Kleidungsstück pro Tag. Hast du verstanden? Egal, wir gehen demnächst shoppen, das geht so sonst nicht weiter.“
Mit den Magazinen in der Hand kehrte Alex in sein Zimmer zurück. Er setzte sich in einen bequemen Stuhl und begann, die Magazine gründlich zu lesen. Die ganze Nacht verbrachte er damit, mehr über Styling zu erfahren, entschlossen, Bens Ratschläge ernst zu nehmen und etwas Neues zu lernen.
Als Alex aufwachte, lag er zugedeckt im Stuhl. Ben kam die Treppe herunter. „Morgen, Alex. Sag mal, rieche ich nach Zigarren? Was riecht schlimmer, Zigaretten oder Zigarren?“
Alex setzte sich auf und dachte kurz nach. „Menschen meinen, dass Nichtraucher Zigaretten immer riechen, weil der Geruch an den Klamotten klebt. Zigarren riechen strenger als Zigaretten, aber weil du mehr Zigaretten rauchst, wird der Zigarettengestank stärker sein.“
Ben schnüffelte an seinen eigenen Klamotten und überlegte laut: „Vielleicht sollte ich neue Klamotten kaufen?“ Dann ging er zu seinem Schreibtisch.
Den ganzen Tag starrte Ben seinen Laptop an, das Essen von Alex rührte er nicht an. Er rauchte nicht einmal eine Zigarette. Alex beobachtete ihn und fragte schließlich: „Wieso schaust du den ganzen Tag so nervös in die E-Mails? Du hast den ganzen Tag nichts anderes gemacht.“
Ben war genervt: „Geht dich einen Scheißdreck an, das ist nur Kram für Erwachsene! Kümmer dich mal lieber um dein eigenes Zeug. Dafür bist du zu jung, du verstehst sowas nicht. Und wehe, du gehst an den Briefkasten. Wenn Post für mich drin ist, bringst du sie mir sofort.“
Alex nahm Bens Worte ernst und setzte sich draußen neben den Briefkasten. Den ganzen Tag blieb er dort und schlief schließlich sogar neben dem Briefkasten ein.
Ben fand ihn dort und schimpfte: „Du Volltrottel, wieso schläfst du draußen?“
Alex erwachte und antwortete schlaftrunken: „Ich soll doch sofort die Post bringen, wenn sie da ist, und so geht es am schnellsten.“
Ben lachte ungläubig. „Wie blöd kann man sein? Der Briefträger kommt nur einmal am Tag, und ich erwarte eine verdammte E-Mail, die kommt nicht mit der Post! Vergiss es. Verrate mir lieber: Schnarche ich?“
Alex nickte. „Ja, du schnarchst. Aber wenn die Zimmertür zu ist, hört man das Schnarchen nicht so stark. Ich habe es nur draußen gehört, weil das Fenster offen war.“
Ben seufzte. „Mach lieber Frühstück, ich verhungere.“
Alex ging in die Küche, holte eine Flasche Whiskey aus dem Schrank und brachte sie Ben.
Ohne hinzuschauen, nahm Ben die Flasche und trank einen Schluck. Doch plötzlich spuckte er es aus. „Spinnst du, Alex? Das ist kein Frühstück!“
Alex nahm die Flasche zurück und brachte stattdessen eine Bierflasche. Ben starrte ihn fassungslos an. „Willst du mich verarschen? Alkohol ist kein Frühstück! Mach Eier mit Speck oder so, das ist ein richtiges Frühstück.“
Alex zuckte entschuldigend mit den Schultern, leerte die Bierflasche weg und machte sich daran, Eier mit Speck zuzubereiten. Obwohl das meiste schon sehr braun war, aß Ben es ohne ein weiteres Wort der Beschwerde.
Ben verbrachte wieder den ganzen Tag vor dem Laptop und überprüfte seine E-Mails. Alex hingegen versuchte weiter an seinem Haustier zu basteln, was allein gar nicht so leicht war. So kam es, dass das Haustier plötzlich zwei Köpfe hatte, aber keinen Po.
Ben sah das missgestaltete Haustier und ging zu Alex. „Wo hast du gelebt, dass du so ein Tier gesehen hast?“
Alex, leicht verlegen, antwortete: „Ich habe schon an vielen Orten gelebt, am Land, in der Stadt, in einem Dorf, aber so ein Tier habe ich noch nie gesehen.“
Ben lachte und neckte ihn: „ALEX, DU KLEINER … Erzähle mir mehr, was mögen die Leute vom Land so?“
Alex überlegte kurz und sagte dann: „Leute auf dem Land werden auch Landeier genannt. Sie lieben Geld und Diamanten, schlafen am liebsten in einer Höhle mit einem Lagerfeuer.“
Ben schmunzelte. „Da könntest du recht haben. Immerhin wurden sie auch mit einem Sack Diamanten bezahlt.“
Plötzlich hörten sie eine strenge Stimme. „Ich habe das alles mit angehört und bin entsetzt, wie wenig ihr beide doch über die Welt da draußen wisst. Schämst du dich nicht, Ben? Du solltest doch zumindest deinem Kind eine Bildung auf dem Niveau eines Mittelschülers bieten, wenn du es nicht in die Schule schickst!“
Ben schnaubte. „Alex in die Schule? Der wird dort sicher nur gemobbt.“
Super, die Mutter von Ben, verdrehte die Augen. „Papperlapapp, wenn du nicht einmal weißt, wie Landleute leben, brauchst du da nicht mitreden. Warte, ich habe eine bessere Idee: Ich werde ihn unterrichten! Natürlich kannst du dich gerne dazu gesellen!“
Ben protestierte: „Ich werde Alex niemals in die Schule schicken. Der arme Junge wird dort in den Boden getreten. Kinder sind grausam. Außerdem kann Alex lesen, das reicht, mehr braucht man nicht.“
Super war fest entschlossen. „Man braucht im Leben mehr als nur Lesen, stimmt's, Alex?“
Alex dachte kurz nach und antwortete dann sachlich: „Menschen brauchen zum Leben ein Herz und eine Lunge, genauso wie eine Leber.“
Super seufzte tief und schüttelte den Kopf. „Wie hast du es geschafft, dein Kind so zu verkorksen? Seufzt Ab sofort kommt Alex immer in der Früh runter zu mir in den Keller, wo ich ihn unterrichten werde.“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging Richtung Keller.
„Alex ist nicht mein Kind. MAMMAAAAA, wie kommst du auf den Schwachsinn? Der sieht uns doch gar nicht ähnlich. Außerdem habe ich noch nie eine Frau, aus Fleisch und Blut, angepackt. Außer, ich habe ihre Arme gebrochen,“ schrie Ben wütend.
Super kam um die Ecke zurück. „Hast du was gesagt?“
Ben schaute sehr böse und griff nach einem Schraubenzieher. Mit entschlossenen Bewegungen begann er, das missgestaltete Haustier zu zerlegen. Alex beobachtete ihn eine Weile, ohne ein Wort zu sagen. Als Ben fertig war, lag der Catdog in Einzelteilen vor ihnen, und Alex hatte keine Arbeit mehr.
Stattdessen wandte er sich dem Computer zu und setzte sein Programmiertraining fort. Er konzentrierte sich ganz auf den Bildschirm, während seine Finger über die Tasten flogen. Plötzlich ploppte eine E-Mail auf. Alex bemerkte, dass sie direkt an ihn gerichtet war. Er zögerte kurz, entschied sich dann aber, nichts zu Ben zu sagen.
Alex war sehr überrascht über die E-Mail, denn er wusste nicht, dass jemand ihm schreiben würde. Doch Alex hatte gelernt, dass man auf einen Brief immer antworten sollte. Also setzte er sich hin und begann, eine Antwort zu verfassen:
Maneca Tec.
Ich glaube, da ist ein Missverständnis. Nie hätte ich einen Brief an dich geschickt, das hätte, werde Vorteile für mich noch für Ben. Ich muss deiner Meisterin widersprechen. Laut den Menschen ist man doch sensibel, wenn man seine Gefühle zeigt, und Ben zeigt seine Gefühle besonders nach seiner 5. Flasche Whiskey, da fängt er manchmal an zu weinen. Und es ist selbstverständlich, dass mein Meister nur zahlende Kunden bedient. Irgendwie muss er doch Geld für seinen Alkohol bekommen. Auch wenn er aufgehört hat zu trinken, was mir Sorgen bereitet, denn das war sein Hauptnahrungsmittel. Ich habe die Befürchtung, dass er mir noch verhungert, hättest du da vielleicht eine Lösung? Nicht das ich dann schuld am Tot meines Meisters bin. Leider kann ich deine Anfrage nicht annehmen, ich werde meine Meister nicht verlassen uns gibt es nur zusammen.
Alex
Alex schaltete den Computer ab und ging zur Werkbank, wo Ben bereits fleißig arbeitete. Der vertraute Klang von Werkzeugen und das Surren der Maschinen füllten den Raum. Ben war so in seine Arbeit vertieft, dass er zunächst nicht bemerkte, dass Alex zu ihm trat.
Shopping
Am frühen Morgen stand Alex auf und machte sich auf den Weg in den Keller. Seit kurzem musste er jeden Morgen am Unterricht bei Super teilnehmen. Wie üblich, schlief Super jedoch noch tief und fest.
„Guten Morgen, Frau Lehrerin,“ sagte Alex stramm stehend an der Tür, während er das schlafende Super anschaute. Nach kurzem Zögern ging er zu ihr und rüttelte sanft an ihrer Schulter. „Super, es ist Zeit für den Unterricht.“
Super murmelte schläfrig: „Mhhh, noch 5 Minuten.“
Alex schaute auf die Uhr und wartete geduldig die fünf Minuten ab. Genau auf die Sekunde rüttelte er erneut an Super. „5 Minuten sind um. Zeit aufzustehen.“
Super schaute noch sehr verschlafen drein, aber als sie Alex plötzlich vor ihrem Bett stehen sah, sprang sie auf. „Guten Morgen, Alex. Sei so lieb und bring mir Kleidung.“
Alex nickte und machte sich sofort daran, ihren Wunsch zu erfüllen. Er durchsuchte den Kleiderschrank und brachte Super ein frisches Outfit.
„Gähn Ich habe mir heute etwas Besonderes ausgedacht,“ sagte Super, während sie sich streckte. „Da Ben sich nicht um dein Äußeres kümmert, werde ich das übernehmen. Wir gehen shoppen. Keine Sorge, dabei lernst du auch viel, zum Beispiel wie man feilscht und modebewusst ist.“
Super zog sich schnell um und ging in die Küche, um sich einen Kaffee zu machen. „Gähn Gut, lass uns gehen.“ Mit den Autoschlüsseln in der Hand führte sie Alex zum Auto und sie fuhren in die Stadt.
Sie gingen an vielen Läden vorbei, bis Alex vor einem Spielzeugladen stehen blieb und die bunten Murmeln bewunderte, die im Schaufenster ausgestellt waren. Super bemerkte sein Interesse. „Gefallen dir die Murmeln? Ich kann dir welche kaufen.“
Alex schüttelte den Kopf. „Ben mag sie nicht,“ sagte er und ging weiter.
Sie kamen bei einem Kleidungsgeschäft vorbei, und Super zog Alex hinein. „Zieh das an, und das … oh, das ist süß … und das.“ Sie stapelte Kleidung auf Alex' Arme, bis dieser kaum noch etwas sehen konnte.
In der Umkleidekabine zog Alex ein Kleidungsstück nach dem anderen an.
Super schaute die Verkäuferin an und sagte: „Wir nehmen alles, sie ist einfach zu süß.“
Die Verkäuferin lächelte und begann, die ausgewählten Kleidungsstücke einzupacken. Alex stand daneben, ein wenig überwältigt von der Menge an Kleidung, die Super ausgesucht hatte. Es war ein weiterer Tag, an dem Alex nichts über die Welt da draußen lernte, aber zumindest würde er jetzt besser gekleidet sein.
Wir haben eine Katze
Alex und Ben waren in der Stadt unterwegs. Alex war überglücklich, da er selten mit Ben solche Ausflüge machte. Sie schlenderten durch die belebten Straßen und genossen das bunte Treiben um sich herum.
Auf ihrem Weg begegneten sie einem Mann in einem auffälligen orangen Anzug. Alex starrte den Mann fasziniert an, während Ben ihn nur kurz musterte und dann weiterging. Sie betraten eine Tierhandlung, in der Alex sofort von einer schwebenden blauen Katze angezogen wurde. Die Katze funkelte ihn an und meckerte: „Ich bin keine Katze.“
Alex, der immer noch fasziniert war, fragte Ben: „Kann ich bitte eine Katze haben? Meine selbstgebauten Haustiere funktionieren nicht so gut.“
Ben warf Alex einen finsteren Blick zu und brüllte: „Es kommt kein Haustier in die Werkstatt.“ Mit diesen Worten verließ er den Laden und marschierte in Richtung eines Frauenhauses.
Alex blieb vor der Tür des Frauenhauses stehen und wartete geduldig auf Ben. Während er wartete, bemerkte er, dass in der Nähe ein Wettessen stattfand. Oolong, ein Schwein, nahm daran teil und wurde von Bunny und dem Herrn der Schildkröten angefeuert.
Neugierig ging Alex auf Oolong zu und sagte: „Hey, du bist doch das perverse Schwein, das mir letztens das Kleid geschenkt hat, dieses perverse Schwein halt.“
Oolong sah Alex nur kurz an und entgegnete genervt: „Du musst mich verwechseln, ich kenne dich nicht. Und jetzt geh, ich habe gerade was sehr Wichtiges zu tun.“ Er wandte sich wieder dem Wettessen zu, während Alex enttäuscht zurück zum Eingang des Frauenhauses schlenderte.
Von Weitem sah Alex zwei Gestalten auf sich zukommen. Es waren Andisa und Maneca.
Alex winkte ihnen zu, und Andisa und Maneca kamen auf ihn zu. „Hey Alex, was machst du hier?“ fragte Andisa.
Alex stand immer noch vor der Tür des Frauenhauses und wartete auf Ben. „Ich warte auf einen Meister.“
In diesem Moment kam Ben aus dem Frauenhaus hinaus, zündete sich eine Zigarette an und zwinkerte den Frauen zu. Ein Mann in der Nähe schrie in ein Schaufenster und zeigte auf eine blaue Katze: „Pool!“
Alex sah Ben an und sagte: „Der will einen Swimmingpool.“
Andisa schaute Maneca an und dann Ben. „Das ist nicht das, was ich denke, oder?“ fragte sie entsetzt.
„Ich bin nur da, um weibliche Androiden zu reparieren, ja nicht das, was du denkst,“ rechtfertigte sich Ben schnell.
„Weibliche Androiden also?“ Andisa klang skeptisch und glaubte Ben kein Wort.
„Genau, auch Androiden gehen mal kaputt, und ich muss sie reparieren, ja,“ sagte Ben ganz selbstsicher.
Maneca holte eine Flasche Alkohol für Andisa. Ben, der versuchte, die Situation zu beruhigen, meinte: „Bei mir funktioniert alles in Topform. Auf alten Schiffen lernt man segeln, auf einem alten Gaul lernt man reiten.“
Alle schüttelten den Kopf und entschieden, etwas Alkohol zu holen. Bens Magen knurrte laut, und Alex schaute besorgt zu Bens Bauch. „Du brauchst etwas zu essen. Ich hole Alkohol für dich.“
Alex ging zum Verkäufer, der ihm jedoch keinen Alkohol verkaufte, da er zu jung war. Ben trat nach vorne und wollte bezahlen, doch der Preis war zu hoch.
Maneca, wütend darüber, dass der Verkäufer ihr keinen Alkohol verkaufen wollte, weil sie zu jung aussah, verlor die Fassung. Sie schlug den Verkäufer bewusstlos und schnappte sich einfach die Flasche Alkohol. Ein Polizist, der das Geschehen beobachtet hatte, kam auf die Gruppe zu.
„Ich habe gesehen, Sie haben Alkohol geklaut,“ sagte der Polizist streng.
„Officer, das stimmt nicht. Androiden haben Rechte. Ich bin nicht zu jung, das ist Diskriminierung,“ antwortete Maneca und zeigte ihren Ausweis.
Alex, der die Situation entschärfen wollte, mischte sich ein. „Das ist kein Diebstahl,“ sagte er und zeigte eine gefälschte Überweisung. Der Polizist nahm die Überweisung und untersuchte sie sorgfältig.
„Tut mir leid, das sieht nicht schlecht aus,“ murmelte der Polizist unsicher.
Maneca, immer noch wütend, beleidigte ihn: „Soll ich dein Auge prüfen?“
Der Polizist, nun verärgert und misstrauisch, rief Verstärkung. Maneca griff zum Funkgerät des Polizisten und verursachte eine Funktionsstörung, sodass er keine Hilfe rufen konnte.
Andisa trat vor und sprach ruhig mit dem Polizisten: „Meine Familie beliefert Ihre Familie. Hier ist der Lieferzettel.“ Maneca zeigte dem Polizisten den Lieferzettel, während Andisa ruhig und gelassen blieb.
Ben beobachtete das ganze Schauspiel und staunte: „Wieso ist Andisa so cool und hat keine Angst vor Polizisten? Sie beugt sich nie einem Mann.“
Alex, der die Bemerkung nicht verstand, fragte verwirrt: „Wieso beugen?“
Ben, der seine Wut über die Situation nicht unter Kontrolle hatte, schlug Alex plötzlich.
Andisa war gerade bereit, sich zu verabschieden, als Ben sie an der Schulter festhielt. „Danke wegen des Arms,“ stammelte Ben, seine Worte waren träge und unbeholfen. „Ich meine, Andisa, ich… äh, ich wollte dich fragen, ob du vielleicht... Abendessen gehen möchtest.“
Andisa betrachtete Ben mit einer Mischung aus Erstaunen und Unbehagen. Seine langsame Reaktion und das stotternde Angebot schienen sie zu verärgern. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, schlug sie Ben auf die Schulter, wodurch er zurücktaumelte.
„Ben, manchmal bist du wirklich anstrengend,“ sagte sie und wandte sich ab.
Die Androiden, Alex und Maneca, nutzten die Gelegenheit, um sich auf die Suche nach etwas Essen zu machen. Ben, noch leicht benommen von Andisas Schlag, versuchte, die beiden einzuholen. Schließlich holte er sie ein und trat neben sie.
„Findest du Andisa nett?“ fragte Maneca neugierig, während sie durch die Stadt gingen.
Ben, der sich offensichtlich unwohl fühlte, antwortete schüchtern: „Ich bin nur dankbar.“
Maneca lächelte wissend. „Ich sehe, dein Herzschlag geht bei ihr höher. Als Dank darfst du Essen holen.“
Ben nickte dankbar und machte sich auf den Weg, um das Essen zu besorgen. Er kehrte bald mit perfekten Udon-Nudeln zurück, die er mit viel Mühe und Sorgfalt ausgewählt hatte. Alex, der hungrig war, stürzte sich auf die Nudeln und aß die Hälfte von allen vier Tellern. Die Gruppe lachte und genoss die Mahlzeit in vollen Zügen.
Während des Essens beobachtete Alex den Koch aufmerksam. Er hoffte, etwas über die Zubereitung der Speisen zu lernen, um seine eigenen Kochkünste zu verbessern. Maneca bemerkte sein Interesse und sagte: „Komm, Alex. Ich werde dich zum Koch bringen. Er kann dir sicher ein paar Tipps geben.“
Alex folgte Maneca, die ihn zum Koch führte. Der Koch, ein freundlicher Mann mit einer großen Leidenschaft für seine Arbeit, erklärte Alex geduldig die Techniken und Geheimnisse, die er für die perfekte Zubereitung der Udon-Nudeln verwendete. Während Alex lernte und aufmerksam zusah, hörte man plötzlich ein lautes Geräusch aus der Ferne. Eine Scheibe, vermutlich von einem Fenster, schlug ein und klirrte in tausend Stücke.
Als die Gruppe die Szenerie vor der Tierhandlung erreichte, sahen sie, wie ein Typ im orangefarbenen Anzug die schwebende blaue Katze befreite. Mit einem krachenden Geräusch schlug er die Scheibe der Tierhandlung ein und griff die Katze. Bevor irgendjemand reagieren konnte, hob er ab und flog mit der Katze davon.
Alex, der das Ganze mit offenen Augen verfolgt hatte, rannte entschlossen zum zerbrochenen Fenster der Tierhandlung. „Ich werde die Katze zurückholen!“ rief er, als er durch das Fenster stieg, das durch das Einschlagen der Scheibe in tausend Stücke zersplittert war.
Ben, der sich der Situation genervt gegenüber sah, schüttelte den Kopf und murmelte: „Ich werde niemals Geld für eine Katze ausgeben.“
Während Alex sich umschaut, um die Katze zu finden, entdeckte er ein Lasso in der Ecke der Tierhandlung. Die Überzeugung, dass er die Katze bekommen könnte, ließ ihn nicht locker. Er nahm das Lasso, das ihm bereits bei den wilden Tieren geholfen hatte, und bereitete sich vor.
Nachdem Alex die schwebende blaue Katze erfolgreich eingefangen hatte, sprachen die Gruppenmitglieder darüber, wie es weitergehen sollte. Maneca, die Alex beobachtete und sein Interesse am Kochen sah, schlug vor: „Ich könnte Alex kochen beibringen. Wie wäre es damit?“
Ben, der wenig Vertrauen in Alex' Kochfähigkeiten hatte, schnaubte ab. „Alex ist ein hoffnungsloser Fall. Das wird nie etwas werden.“
Maneca, nicht bereit, sich so leicht entmutigen zu lassen, entschloss sich zu einer Wette. „Ich wette 20 Credits, dass Alex es lernen kann, kochen zu lernen.“
Alex, der die Diskussion mitbekam, mischte sich ein. „Ich bin mehr wert, als nur 20 Credits! Ich wurde schon für 200 Credits verkauft!“
Andisa, die den Vorschlag hörte und Alex Potenzial zusprach, mischte sich ebenfalls ein. „Ich trau Alex zu, dass er es lernen kann. Ich biete 50 Credits darauf, dass er es schafft.“
Ben schüttelte den Kopf und grinste skeptisch. „Na gut, ich wette 10 Credits dagegen. Mal sehen, ob Alex es wirklich hinbekommt.“
Nachdem die Wetten abgeschlossen waren, verbrachten Ben und Andisa den Nachmittag zusammen. Sie aßen und tranken, wobei Andisa zunehmend betrunken wurde. Ben, der merkte, dass Andisa nicht mehr lange selbstständig bleiben konnte, bot ihr an, sie zurück zur Werkstatt zu fahren.
„Die Werkstatt ist nur 8 Minuten entfernt. Ich bring dich hin, bevor du noch mehr trinkst,“ sagte Ben und half Andisa auf.
Andisa, schon leicht wankend, stimmte zu und ließ sich von Ben zur Werkstatt bringen. Die Fahrt war kurz, und als sie ankamen, war Andisa bereits ziemlich benebelt.
In der Werkstatt angekommen, suchte Andisa sofort nach der Couch und ließ sich darauf nieder, während sie herumbaumelte. Ben half ihr, sich bequem zu machen, und trug sie dann vorsichtig nach oben ins Bett. Andisa murmelte etwas Unverständliches, bevor sie schließlich einschlief.
Währenddessen war Maneca in der Küche der Werkstatt damit beschäftigt, Alex das Kochen beizubringen.
In der Werkstatt hatte sich eine ruhige, fast vertraute Atmosphäre breitgemacht, als Ben vorsichtig Andisa ins Bett gelegt hatte. Um sicherzustellen, dass sie atmete und sich wohlfühlte, legte er seinen Kopf sanft auf ihre Brust und streichelte ihr sanft durchs Haar. Es war eine Geste der Fürsorge, auch wenn seine Motive dabei nicht ganz klar waren.
Plötzlich öffnete sich die Tür, und Maneca betrat den Raum. Sie hielt ein Video in der Hand, auf dem zu sehen war, wie Ben Andisa streichelte und sie verliebt anstarrte. Maneca warf Ben einen skeptischen Blick zu und fragte mit einem ernsten Ton: „Was tust du da, Ben?“
Ben, der überrascht und panisch wirkte, versuchte schnell, sich herauszureden. „Nein, nein, ich wollte nur schauen, ob sie atmet. Ich bin Sanitäter, weißt du?“
Maneca war nicht überzeugt von Bens Erklärung. Sie schüttelte den Kopf und bereitete sich darauf vor, Andisa selbst zu untersuchen. „Das ist wirklich merkwürdig, Ben. Ich werde mich um Andisa kümmern.“
In diesem Moment kam Alex mit den Tellern aus der Küche und entdeckte Ben, der immer noch auf Andisa lag. „Hast du das gemacht?“ fragte Alex mit einem breiten Grinsen, das kaum zu übersehen war.
Ben war total überrascht und sah Alex fassungslos an. „Ja, ich… äh… habe es gemacht. Was ist mit den Tellern? Hast du sie gegessen?“ fragte Ben und versuchte, sich abzulenken.
Alex, der immer noch grinste, antwortete: „Ja klar, ich habe die Teller voll gegessen. Und ich habe ein Video von dir gemacht, um später darüber zu lachen.“
Ben war sichtlich verdutzt und nahm die neue Situation zur Kenntnis. „Das ist nicht fair!“
Maneca zog Ben von Andisa weg und begann, die Situation zu klären. „Wenn du sie jetzt in Ruhe lässt, können wir alle ins Bett gehen. Es wird spät.“
Nachdem Andisa von Maneca versorgt worden war, fragte Maneca, wo sie schlafen könne. Alex, der die Situation beruhigen wollte, gab ihr einige Zeitungen, die er aus einem Stapel holte. „Androiden dürfen nur auf Zeitungen schlafen. Hier, das sollte reichen.“
Maneca nahm die Zeitungen und machte sich bereit, sich auf ihnen niederzulassen. „Danke, Alex. Ich werde es mir bequem machen.“
Alex ging zurück in sein Bett und Ben entschloss sich, noch eine letzte Zigarette zu rauchen, bevor er sich ebenfalls schlafen legte. Die Atmosphäre in der Werkstatt wurde allmählich entspannter, und die Gruppe bereitete sich auf eine wohlverdiente Nachtruhe vor.
In der tiefen Nacht, als die meisten der Gruppe bereits schliefen, wurde die Ruhe der Werkstatt durch ein ohrenbetäubendes Krachen und ein seltsames, pulsierendes Licht gestört. Ein UFO, das aus dem Himmel herabgestürzt war, lag nun in der Nähe der Werkstatt auf dem Boden, während drei seltsame Gestalten aus dem verunglückten Raumschiff heraustraten: ein kleiner, giftiger Zwerg, ein Fuchs in einem extravaganten Anzug und eine große, beeindruckende Dame.
Die Geräusche und das Chaos führten dazu, dass ein Mann und eine Frau, offensichtlich verängstigt, in die Werkstatt flohen. Ben, der durch das Geschrei und den Lärm geweckt wurde, hatte sich entschlossen, die Gelegenheit zu nutzen und von der schlafenden Andisa Fotos zu machen. Als Alex aufwachte und die Lichtschalter betätigte, sah er Ben und fragte verwirrt: „Was machst du da?“
Ben, der frustriert auf die Bilder auf seinem Handy starrte, antwortete gereizt: „Die Fotos sind nichts geworden. Ich wollte einfach nur ein paar gute Aufnahmen von Andisa machen.“
Alex, neugierig und aufgeregt von dem Lärm draußen, rief: „Vielleicht sind es Kunden!“
Ben schüttelte wütend den Kopf und schimpfte: „Kunden um diese Uhrzeit? Du hast doch nicht mehr alle Tassen im Schrank!“ Er war sichtlich genervt von der Situation und griff nach einer Waffe, die er für Notfälle bereithielt. Währenddessen machte sich Maneca, die durch das Lärm geweckt worden war, ebenfalls auf den Weg nach unten. Alex nutzte die Gelegenheit, um das Bad gründlich zu reinigen.
Als Ben die Tür zur Werkstatt aufriss, um sich den Lärmquellen draußen anzunehmen, wurde er sofort in der Schulter getroffen. Gleichzeitig wurde Maneca, die gerade die Treppe herunterging, am Arm getroffen. Der unerwartete Angriff ließ die beiden schockiert und verletzt zurück.
Die Situation war angespannt und chaotisch, als Alex, Maneca und Ben sich inmitten der Zerstörung in der Werkstatt wiederfanden. Der Lärm von den flüchtenden Gestalten und das Chaos in der Werkstatt hatten die Stimmung aufgeladen.
Alex stand regungslos vor den beiden Personen, die gerade von der Theke aufgetaucht waren. Der Mann, mit braunen Haaren und gelben Augen, war sein erster Meister, Bruno Einstein. Die Frau an seiner Seite, mit weißen Haaren und blauen Augen, war die Person, die Alex nur aus Erinnerungen kannte – Alexandra Einstein.
Als Alexandra Alex erblickte, stockte ihr der Atem. „Das ist doch mein Kind?“ Ihre Stimme klang sowohl überrascht als auch voller Emotionen, während sie sich Alex näherte.
Seltsamer Besuch
Der Morgen erwachte in der Werkstatt mit einem Hauch von Chaos und Anspannung. Andisa, die nun mit einem klaren Blick auf den kaputten Arm von Ben schaute, machte sich sofort daran, den Schaden zu beheben. Mit geübten Händen reparierte sie den Metallarm, der durch das Missgeschick mit dem Alkohol beschädigt worden war. Ihre effiziente Arbeit beeindruckte Alex und machte die Atmosphäre in der Werkstatt etwas entspannter.
Ben, der immer noch frustriert von der ganzen Situation war, wachte allmählich auf und bemerkte, dass sein Arm repariert worden war. „Was ist passiert?“, murmelte er, als er sich aus dem Sessel erhob und seinen neu reparierten Arm begutachtete.
Andisa, die den letzten Schliff an der Reparatur vornahm, antwortete: „Ich habe deinen Arm repariert. Es scheint, als hättest du dich beim Trinken etwas daneben benommen.“
Ben, der immer noch grimmig dreinschaute, nahm das mit einem knappen Nicken zur Kenntnis. „Danke, obwohl ich lieber hätte, dass du mich nicht in dieser Situation gesehen hättest.“
Alex, der inzwischen frische Schmerztabletten und Wasser gebracht hatte, stellte sich neben Andisa.
Ben saß grummelnd in der Werkstatt, seine Laune war noch immer von den Ereignissen der letzten Nacht getrübt. Der Überfall hatte ihn wütend gemacht, und er war noch immer aufgebracht, als Alex neben ihm stand und an seinen eigenen Gedanken zu nagen schien.
„Wer war das gestern?“ fragte Ben, seine Stimme voller Unmut.
Alex antwortete ganz kühl, ohne sich groß aufzuregen: „Mein erster Meister.“
Ben schnaubte. „Sah nicht so aus, so kalt wie die waren.“
In diesem Moment hörten sie ein Klopfen von unten: „Hallloooo?“
Alex wandte sich in die Richtung des Geräusches. „Wir haben Gäste.“
Ben, immer noch mit einem Gesichtsausdruck, der seine schlechte Laune widerspiegelte, stand auf und ging zur Tür. Alex folgte ihm. Als Ben die Tür öffnete, standen dort die beiden Personen vom Abend zuvor. Der Mann, der sich am Hinterkopf rieb, und die Frau, die neben ihm stand.
Alex begrüßte sie freundlich: „Willkommen in der Werkstatt.“
Der Mann, sichtlich verlegen und etwas verunsichert, hob die Hand und versuchte, sich ein Lächeln abzuringen.
„Wir sind seine Eltern und wollten ihn sehen.“ Die Worte des Mannes hingen in der Luft, und Alex sah ihn verwirrt an. „Wie? Was meinst du?“ fragte Alex, die Verwirrung in seiner Stimme deutlich zu hören.
Maneca, die versuchte, die Situation zu erklären, trat näher. „Alex, du bist ein Mensch. Deine Eltern hier sind tatsächlich die Leute, die dich früher gekannt haben, bevor du zu uns kamst. Du gehörst nicht nur zu der Werkstatt, du hast eine echte Familie.“
Doch Alex konnte mit der Information nichts anfangen. Er schüttelte den Kopf und wandte sich an Ben, der gerade damit beschäftigt war, Andisa anzustarren und dabei vor sich hinzusabbern.
Andisa, die Ben bemerkt hatte, klatschte ihm eine Ohrfeige, um ihn aus seiner Trance zu reißen. „Kannst du Alex bitte eine Aufgabe geben?“ fragte sie scharf.
Ben, der immer noch etwas benommen war, schaute zu Alex. „Machst du das Bett?“
Alex nickte und ging die Treppe hinauf, um das Bett zu machen. Während er oben beschäftigt war, hörten die anderen, wie Ben und Andisa sich leise unterhielten, doch die Worte drangen nicht klar durch die Decke.
Als Alex schließlich zurückkam, ging er die Treppe herunter und fand Andisa, die sich zu ihm hinunterbeugte. „Willst du viel lernen?“ fragte sie.
Alex, der immer noch ein wenig verwirrt war, antwortete: „Wenn Ben es will, ja.“
Ben, der genervt von der ganzen Situation war, murmelte: „Hör einfach auf sie.“
In diesem Moment hörte man das Knarren einer weiteren Person, die die Werkstatt betrat. Muten Roshi, der den Raum betrat, wurde von Ben mit großen Augen betrachtet. „Das ist der Lustmolch,“ sagte Ben, seine Panik war deutlich zu spüren.
„Versteck dich!“ befahl Ben hastig Andisa.
Alex war begeistert, als er Muten Roshi sah. „Das ist Muten Roshi! Der ist super stark!“ rief er voller Energie aus, seine Augen leuchteten vor Aufregung.
Ben, der sich immer noch über die vorherigen Ereignisse ärgerte, schnaubte verächtlich. „Das ist Bullshit.“
Alex ließ sich nicht beirren und fuhr fort: „Der hat mit Supermann gekämpft!“
Ben starrte Alex genervt an. „Blödsinn.“
„Er kann zaubern, so ein Lichtstrahl-Zauber!“ Alex war voller Enthusiasmus, als er Muten Roshi beobachtete, der gerade aus seinem Auto stieg und eine beeindruckende Pose einnahm.
„Kame-Hame-Ha!“ rief Muten Roshi aus, und ein mächtiger Lichtstrahl schoss aus seinen Händen und zerstörte das UFO von Pilaf, das neben der Werkstatt geparkt war.
Maneca, beeindruckt von dem Spektakel, versuchte ebenfalls, Muten Roshi nachzuahmen. Sie hob die Hände und murmelte „Kame-Hame-Ha“, aber nichts passierte. Enttäuscht ließ sie die Arme sinken.
Muten Roshi wandte sich nun an Ben. „Kannst du mein Auto reparieren?“ fragte er, sein Gesicht ernst und die Anspannung in seiner Stimme deutlich hörbar.
Alex, noch immer berauscht von dem Spektakel, wollte es auch probieren. „Kame-Hame-Ha!“ rief er aus, als er versuchte, die Bewegung nachzuahmen. Zu seiner Überraschung kam tatsächlich ein Lichtstrahl aus seinen Händen. Doch anstatt präzise zu sein, zerbeulte der Lichtstrahl Muten Roshis Auto, das nun deutlich sichtbare Schäden aufwies.
Ben, der das Chaos sah, schlug Alex auf den Kopf. „Spinnst du?“ fragte er, die Frustration in seiner Stimme deutlich zu hören.
Alex hüpfte vor Freude und rief: „Ich kann Laserstrahlen abfeuern!“ Seine Augen funkelten vor Aufregung, als er die Macht seiner neu entdeckten Fähigkeit erkannte.
Andisa, die die Szene beobachtet hatte, streichelte Alex sanft den Hinterkopf, um ihn zu beruhigen.
Ben schüttelte den Kopf und murmelte frustriert: „Da soll einer Frau verstehen.“ Er ging zur Werkbank, um zu versuchen, Muten Roshis Auto zu reparieren, doch nach gründlicher Untersuchung fand er keinen Fehler. „Verdammtes Ding, nichts ist kaputt,“ grummelte er, während er die Werkzeuge umherwarf.
Maneca, die die ganze Zeit zusah, beschloss, selbst einen Blick auf das Auto zu werfen. Alex, der sich immer noch über das Spektakel freute, wollte helfen und gesellte sich zu ihr. Gemeinsam arbeiteten sie an dem Auto. Alex lernte schnell und half Maneca, die fehlenden Reparaturen durchzuführen. Ihre Teamarbeit führte bald zu einem reibungslos funktionierenden Fahrzeug.
Als die Reparatur abgeschlossen war, dankte Muten Roshi ihnen herzlich und drückte Maneca einen Beutel mit Geld in die Hand. „Hier, das ist für die Hilfe. Ich fahre jetzt,“ sagte er und stieg in sein Auto.
Maneca nahm das Geld und gab es direkt an Alex weiter, der sich über die unerwartete Belohnung wunderte. „Danke!“ sagte Alex und schob den Geldbeutel in seine Tasche. Er ging in den Garten, um das Geld zu vergraben. Er fand eine passende Stelle, grub ein kleines Loch und verstaute das Geld sorgfältig darin.
Währenddessen hatte Ben genug von der ganzen Situation. Er zündete sich eine Zigarette an und zog tief daran, um sich zu entspannen. „Dieser ganze Zirkus hier ist mir echt zu blöd,“ sagte er und schüttelte den Kopf.
Als Alex zurückkam und Ben sah, dass dieser rot angelaufen war, fragte er besorgt: „Hast du Fieber? Ich hole Medizin.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, ging Alex in die Küche und brachte Ben ein Glas Wasser sowie eine Packung Ticktacks.
Ben, der sich nicht ganz sicher war, wie er auf Alex’ Fürsorge reagieren sollte, nahm das Wasser und die Ticktacks dankbar entgegen.
Maneca warf einen Blick auf das braune Wasser im Glas und verzog das Gesicht. „Braunes Wasser ist nicht gut,“ stellte sie fest. „Das gehört angeschaut. Wo ist der Keller? Dort sind sicher die Zuleitungen.“
Alex, der besorgt die ganze Situation beobachtete, rief alarmiert: „Niemand darf in den Keller!“
Maneca ließ sich jedoch nicht beirren und wandte sich direkt an Ben, der gerade seine Zigarette mit dem Schuh ausdämpfte. „Darf ich?“
Ben, genervt von der ganzen Situation, schüttelte nur den Kopf und winkte ab: „Mir egal, geh doch.“
Maneca nickte und ging zielstrebig in den Keller. Alex warf noch einen besorgten Blick in die Richtung des Kellers, aber da war es bereits zu spät. Maneca verschwand die Treppe hinunter.
Im Keller angekommen, machte Maneca sich sofort an die Arbeit. Sie untersuchte die Rohre und begann, an ihnen herumzubasteln. Inzwischen trat Super, die sich im nächsten Raum aufgehalten hatte, aus ihrer Ecke und bemerkte den Androiden in ihrem Revier. „Wehe, du machst etwas kaputt! Dann kannst du was erleben,“ drohte sie, ihre Stimme schneidend und autoritär. Mit diesen Worten verschwand sie wieder in den nächsten Raum, ohne Maneca eine weitere Beachtung zu schenken. Maneca ließ sich davon nicht beirren und setzte ihre Arbeit fort. Sie schraubte ein paar Rohre aus und tauschete sie gegen neue aus, die sie mitgebracht hatte. Nach kurzer Zeit war die Reparatur abgeschlossen. Maneca klopfte sich den Staub von den Händen und ging wieder die Treppe hinauf.
„Fertig,“ verkündete sie stolz, als sie wieder in der Küche auftauchte.
Ben, der das alles mitverfolgt hatte, war überrascht von der Schnelligkeit, mit der Maneca die Reparatur erledigt hatte. „Das glaube ich nicht,“ murmelte er und drehte den Wasserhahn auf, um zu überprüfen, ob das Wasser nun klar war.
Ben konnte kaum glauben, dass das Wasser wieder klar war. „Es ist wirklich wieder klar,“ sagte er ungläubig, als er das Wasser im Glas betrachtete. Maneca, zufrieden mit ihrer Arbeit, schaute sich in der Werkstatt um und meinte: „Ich möchte gerne zusammen räumen. Es sieht hier aus, als hätten wir ein wenig Chaos angerichtet.“
Gerade in diesem Moment fuhr Muten Roshi erneut vorbei. Er verteilte Flugblätter aus dem Fenster seines Autos und rief: „Ich würde mich freuen, wenn ihr am Kampfturnier teilnehmt!“
Ben, der sich das Flugblatt durchlas, schnaubte verächtlich. „Dragon Balls bah, was für ein Scheiß,“ murmelte er.
Muten Roshi stieg aus dem Auto und lächelte breit. „Es gibt auch ein großes Preisgeld.“
Als Ben das hörte, hellte sich sein Gesicht auf und er zeigte plötzlich großes Interesse. „Preisgeld? Das ist etwas anderes. Wir werden den besten Roboter bauen!“
Er wandte sich an Alex, der gerade in der Nähe stand. „Alex, dich interessiert wahrscheinlich nur das Preisgeld,“ sagte Ben, seine Stimme voller Entschlossenheit.
Muten Roshi, der noch immer in der Nähe war, fügte hinzu: „Vergiss nicht den Dragon Ball. Der ist sogar echt.“
Mit diesen Worten stieg Muten Roshi wieder in sein Auto und fuhr davon, während er weiterhin Flugblätter aus dem Fenster warf.
Ben, nun ganz aufgeregt über das Preisgeld, wandte sich an Andisa. „Langeweile? Vermisst du deine Farm? Wir haben nie Urlaub. Es schadet uns sicher nicht, eine Woche oder so wegzufahren.“
Alex, der das Gespräch mitverfolgte, schaute zu Andisa und erklärte: „Ben will nur lernen, wie Landleute leben.“
Maneca und Andisa besprachen sich, während sie die Werkstatt in Ordnung brachten. Andisa, die sich immer noch unsicher war, nahm sich einen Moment, um über Ben’s Vorschlag nachzudenken.
Andisa trat zu Ben, ihre Stimme war weniger begeistert, als sie hätte sein können. „Gut, aber nur ein Tag und keine Übernachtung,“ sagte sie, und die Entschlossenheit in ihrer Stimme machte klar, dass es keine Diskussionen darüber geben würde.
Ben freute sich offensichtlich über die Zustimmung, auch wenn er versuchte, seine Freude zu verbergen. „Alex, pack die Koffer, aber denk daran, mehr als nur für einen Tag,“ flüsterte Ben zu Alex.
Alex, der die Anweisung hörte, ging zu Ben. „Für wie viele Tage soll ich packen?“ fragte er.
Ben, der es nicht länger erwarten konnte, packte die Koffer selbst. Er packte allerlei nützliche Dinge ein: Werkzeug, Ersatzteile für Androiden, Sprühdüsen und Laseraugen. Mit einer effizienten und zielgerichteten Methode brachte er alles zusammen, was sie für den kurzen Ausflug benötigen würden.
Nachdem er die Koffer gepackt hatte, ging Ben zu den Frauen und verkündete: „Wir sind jederzeit bereit. Falls es brennt, springt meine Mutter ein.“
Andisa, die ein wenig besorgt wirkte, wandte sich an Ben. „Ben, sprich erst mit deiner Mutter.“
Ben, dessen Stolz ihn daran hinderte, einfach nachzugeben, erwiderte mit einem Anflug von Überheblichkeit: „Ich muss meine Mutter nicht fragen.“
Andisa, die sich jedoch nicht beruhigen ließ, bestand darauf, dass Ben Super Bescheid sagte. Widerwillig, aber mit einem resignierten Seufzer, ging Ben zu Super.
„Mutter, hast du kurz Zeit?“ fragte Ben, als er Super am Tisch sah, wo sie gerade eine Zeitung las.
Super blickte auf und nickte. „Klar, was gibt's?“
Ben räusperte sich und erklärte: „Du weißt, wie Alex ist. Nun ja, ich will ihm mal die Tiere zeigen.“
Super, die keine Einwände hatte, willigte ein und sagte, dass sie mit zur Farm fahren würde. Mit dieser Zustimmung machten sich alle fünf auf den Weg zur Farm.
Auf der Fahrt versuchte Ben, die Stimmung ein wenig aufzulockern und fragte Maneca: „Und wie ist das Wetter bei euch?“
Maneca holte ihre Daten heraus und antwortete trocken: „Es regnet.“
Andisa, die sich auf den bevorstehenden Regen vorbereitet hatte, wandte sich um und sagte: „Warte, ich hole die Regenmäntel. Beim letzten Regen hattest du eine Fehlfunktion.“ Mit einer entschlossenen Miene machte sie sich auf den Weg, um die Regenmäntel zu holen.
Ben, der immer noch nicht ganz zufrieden war, drehte sich zu Alex und sah ihn ernst an. „Benimm dich. Weit und breit nichts anzünden, nichts dergleichen. Verstanden?“ Die Warnung war eindeutig, und die Bedeutung der Worte war klar.
Plötzlich rannte ein kleines Mädchen mit einem Kackhaufen am Auto vorbei. Andisa, überrascht von der unkonventionellen Szene, schaute verwirrt auf das Kind. „Maneca, kennst du die nicht?“
Maneca, die sich das ganze Spektakel ansah, antwortete trocken: „Das war Dr. Slump.“
Die Gruppe setzte ihre Fahrt fort, und die Atmosphäre in der Kabine war gespannt. Nach einer Weile fragte Ben mit einem Anflug von Unmut: „Alex, du warst nicht auf dem Klo. Ich hoffe, der Sitz ist trocken.“
Alex, dessen Nervosität langsam ans Licht trat, tänzelte unruhig auf dem Sitz. „Ich muss sehr dringend aufs Klo,“ sagte er, seine Stimme war jetzt deutlich angespannt.
Andisa, die auf die Situation Rücksicht nahm, hielt extra an und ließ Alex aussteigen. Alex hastete zum nächsten Baum, wo er auf ein ungewöhnliches Szenario stieß: Auf dem Baum saß ein Schwein mit einem Megafon.
„Es ist 19 Uhr abends,“ verkündete das Schwein in einem stark verstärkten Ton.
Alex war so dringend, dass ihn das ungewöhnliche Bild des Schweins nicht weiter störte. Er ignorierte das Tier und erledigte seine Geschäfte, während die anderen in der Nähe warteten.
Als die Gruppe schließlich am Bauernhof ankam, begrüßte sie ein ständiger Begleiter des Wetters – der Regen. Das ständige Trommeln der Tropfen auf das Dach des Autos und die graue Landschaft machten sofort klar, dass der Tag nicht der freundlichste sein würde.
Andisa, die sich auf den Regen vorbereitet hatte, öffnete den Kofferraum und holte die Regenmäntel heraus. Sie verteilte sie an alle, während Ben seinen Blick auf Maneca heftete, was diese merklich unbehaglich machte. Super, die Ben anscheinend etwas zu intensiv ansah, hielt ihm schließlich sanft die Augen zu, um ihn von dem unangebrachten Starren abzuhalten.
Plötzlich tauchte ein eigenartiger Mann in der Ferne auf, der in der Regenlandschaft hervortrat. Er war in eine seltsame Kombination aus alten, feuchten Kleidern gehüllt und hatte eine ungewöhnlich große Menge an Pflaumen mit sich. Alex, der sofort auf die bizarren Umstände reagierte, rief: „Du hast ein Arschgesicht!“
Der Pflaumenmann, dessen Gesichtsausdruck sich von verwirrt zu beleidigt wandelte, hielt an und erklärte mit einem stolzen Ton: „Haltet sofort ein, ich bin äußerst stark.“
Andisa, die von diesem seltsamen Auftauchen sowohl überrascht als auch verärgert war, fragte höflich, aber bestimmt: „Wer sind Sie?“
„Ich bin der Pflaumenmann,“ verkündete der Mann mit einer dramatischen Geste.
Andisa schüttelte den Kopf und versuchte, ihn freundlich, aber bestimmt von der Farm zu verscheuchen: „Husch, weg. Ich muss mich um die Farm kümmern.“
Der Pflaumenmann, sichtlich beleidigt und enttäuscht, schnaubte verächtlich und zog von dannen. Sein verärgerter Rückzug war von einem letzten verstimmten Murren begleitet, das in der Ferne verklang.
Ben, der von Andisas souveräner Handhabung des seltsamen Besuchers beeindruckt war, murmelte anerkennend: „Wahnsinn, der Mann ist einfach gegangen.“
Als Ben die Worte „Ich suche nach deiner Familie“ hörte, durchzog ihn ein Schock. „Alex! Gottes willen, die Familie,“ stieß er aus, während sich sein Gesichtsausdruck von einem Schock in eine Mischung aus Panik und Nervosität wandelte.
Alex, der immer noch damit beschäftigt war, die Farm zu erkunden, wandte sich um und bemerkte die Menschenmenge. „Ben, schau, da sind ganz viele Menschen,“ rief er aufgeregt.
Ben richtete hastig seine Kleidung und klopfte den Staub ab, während er sich nervös fragte: „Schau ich gut aus?“ Nachdem er sich etwas beruhigt hatte, machte er sich mit Alex in Richtung der Menschen auf.
Andisa rannte voraus, um ihre Eltern vorzuwarnen, während aus der Ferne das laute, eindringliche Schreien ihres Vaters zu hören war. Ben, der immer nervöser wurde, flüsterte zu Alex: „Nett sein, Hand schütteln wie ein guter Erwachsener.“
Gerade als Ben seine Nervosität überwinden wollte, tauchte Andisa wieder auf. „Achtung, wütender Vater in Anmarsch,“ warnte sie eindringlich.
Ein imposanter Wolfsmann, mindestens zwei Meter groß, näherte sich Ben und Alex mit kräftigen Schritten. Alex, der immer noch von der ungewöhnlichen Begegnung begeistert war, rief aus: „Sie sind ein Wolf!“ Seine Augen glänzten vor Staunen.
Ben, der versuchte, seine Nervosität zu verbergen, starrte den Wolfsmann böse an. „Siehst du das? Das ist ein Wolf,“ flüsterte er, um die Anspannung zu mildern.
„Mit einem Lasso können wir es fangen,“ schlug Alex vor, völlig aufgeregt und begeistert von der Idee.
„Wir sollten es zähmen,“ antwortete Ben sarkastisch, während er versuchte, sich cool zu geben.
Dann trat die Mutter von Andisa auf die beiden zu. Sie war eine Seiyajin, und Alex, der ihre außergewöhnlichen Merkmale bemerkte, fragte neugierig: „Wo ist dein Schwanz?“
Währenddessen hielt Maneca ein Foto von Andisa mit leichtem Fell hoch. Ben sah sich das Bild an und reagierte sofort mit leichtem Nasenbluten, fasziniert von der ungewöhnlichen Erscheinung.
Andisa wandte sich an ihre Eltern und stellte Ben und Alex vor: „Familie, ich möchte euch Ben vorstellen, den Retter von Maneca, und Alex.“
Als ihre Mutter Alex genauer ansah, hob sie skeptisch eine Augenbraue und fragte: „Dein Kind mit Ben?“
Sofort stieg Panik in Andisa auf. „NEIN!“ rief sie aus, ihre Stimme zitterte vor Aufregung und Besorgnis. Sie wollte keinesfalls den Eindruck erwecken, dass Alex und Ben ein Paar wären.
Super, der das Gespräch mit angehört hatte, war jetzt verwirrt. „Ben, wenn Andisa nicht die Mutter ist, wer ist es dann?“
Ben, der ebenfalls nicht wusste, wie er die Situation klären sollte, antwortete: „Alex ist es nicht.“
„Mir egal,“ sagte Super schließlich, „ich schaue mich mal um.“ Damit wandte sie sich ab und begann, die Farm zu erkunden. Maneca, die die Situation beobachtet hatte, beschloss, Super zu begleiten.
Ben und Alex, auf sich allein gestellt, gingen zurück zur Werkstatt. Die Atmosphäre war durch die Verwirrung und die ständigen Missverständnisse etwas angespannt, doch die beiden versuchten, sich zu beruhigen und sich auf ihre eigenen Aufgaben zu konzentrieren.
Die Sonne schien durch die Werkstattfenster, als Ben und Alex sich ihrer letzten Aufgabe des Tages widmeten. Ben hatte sich so in die Arbeit vertieft, dass er kaum merkte, wie Alex neugierig durch die Werkstatt stöberte. Plötzlich rief Alex aufgeregt: „Hey, Ben, schau mal! Ich habe einen Fuchs gefunden!“
Ben war gerade dabei, sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. „Lass ihn frei, der hat Flöhe,“ murmelte er genervt und wandte sich wieder seinem Roboterprojekt zu. Alex ließ den Fuchs tatsächlich gehen und konzentrierte sich wieder auf den Roboter.
Als Ben und Alex schließlich den Roboter fertigstellten, trat Ben zurück und betrachtete sein Werk. „Der braucht einen Namen,“ sagte Ben, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. „Wie wäre es mit Adi, Lexi, Selli?“
„Direx,“ schlug Alex vor, mit einer gewissen Begeisterung.
Ben zuckte die Schultern. „Egal, der Name kann warten.“ Er drehte sich um, und gemeinsam gingen sie Richtung Haus. Auf dem Weg dorthin stießen sie auf den Vater von Andisa, der mürrisch und mit einem finsteren Gesichtsausdruck vorüberging. Die Mutter von Andisa kam dazu und warf dem Vater einen skeptischen Blick zu, bevor sie sich Ben und Alex zuwandte.
Ben starrte fasziniert die Mutter von Andisa an, besonders auf den auffälligen Affenschwanz, den sie trug. „Ich habe noch nie eine Frau mit einem Affenschwanz gesehen,“ sagte Ben, sein Interesse unübersehbar.
Alex, der Ben korrigieren wollte, mischte sich ein. „Sag nicht Schwanz dazu, das klingt als sei sie ein Kerl.“
Ben ignorierte Alex und fragte weiter neugierig: „Kann sich der Schwanz bewegen?“
Alex versuchte, Ben nachzuahmen und redete dazwischen: „Wir haben auch Haustiere.“ Die Mutter, die sich nun umdrehte, lächelte Alex an. „Alex, richtig? Du bist so ein süßer Junge.“
In diesem Moment kam Super, die das Gespräch mitbekommen hatte, dazu. „Alex ist ein Mädchen,“ klärte sie die Situation auf.
Ben, der zunehmend genervt war von all dem Durcheinander, reagierte impulsiv. „Mir reicht es,“ murmelte er, zog mit einem ruck die Hose von Alex herunter und enthüllte ihre Unterwäsche.
Die Situation war so surreal und schockierend, dass die gesamte Gruppe zunächst keinen klaren Gedanken fassen konnte. Nachdem Ben Alexs Hose heruntergezogen hatte, waren alle Augen auf das ungewöhnliche Ergebnis gerichtet. Alex stand da, verlegen und schamrot, während die Anwesenden einen Blick auf seine atypische Bauweise erhaschten – sowohl eine Vagina als auch ein Penis, jedoch ohne Hoden. Diese Entdeckung war völlig unerwartet und stellte die Gruppe vor eine neue, unerklärliche Herausforderung.
Tag X - Verschiedene Sichtweisen
Alex Sicht:
Nachdem Alex sich schnell wieder angezogen hatte, nachdem Ben seine Hose heruntergezogen hatte, beruhigte sich die Gruppe allmählich. Die Verwirrung und der Schock über Alex' ungewöhnliche anatomische Ausstattung waren noch frisch in den Köpfen aller. Andisa und ihre Familie versuchten, die Situation so gut es ging zu verarbeiten und zurück zur Normalität zu finden. Die Mutter von Andisa ging in die Küche, um das Mittagessen zuzubereiten. Maneca ging zu Alex und bot ihm eine Aufgabe an, um ihn abzulenken: „Komm, lass uns das Gemüse holen.“
Alex folgte Maneca in die Speisekammer, wo viele Körbe mit unterschiedlichem Obst und Gemüse gelagert waren. Die Früchte und Gemüse waren riesig, und Alex war besonders von einem Kürbis beeindruckt, der fast so groß war wie er selbst. „Wir nehmen diesen Korb mit,“ sagte Maneca und griff nach einem Korb voller Gemüse.
Alex nickte zustimmend und half Maneca, den Korb in die Küche zu tragen. Während sie den Korb abstellten, beschloss Alex, Ben zu suchen, um zu sehen, was er machte. Er hörte aus einem Zimmer Stimmen und ging in diese Richtung. Als er die Tür öffnete, sah er den Wolfsmenschen, der vor der offenen Zimmertür stand und diskutierte. Alex schlich sich näher und erblickte Ben in Unterwäsche, was die Situation noch peinlicher machte. Plötzlich ertönte ein lauter Schrei aus der Küche, der alle aufschreckte. Alex und die anderen rannten in die Küche, und Alex bemerkte erst jetzt, dass Ben in Unterwäsche war. In der Küche herrschte Chaos: Die Mutter von Andisa schlug mit einem Kochlöffel um sich, während zwei kleine, seltsame Wesen durch die Küche flitzten, als ob sie um ihr Leben kämpften. Sie erinnerten an eine Mischung aus einem Arsch und Athene, was die Situation noch bizarrer machte.
„Von wo kommen die her?“ fragte Andisa, während sie versuchte, die Wesen einzufangen.
„Die waren im Korb versteckt,“ rief die Mutter von Andisa, während sie sich bemühte, die beiden Wesen aus der Küche zu vertreiben. Schließlich schaffte es die Mutter, die zwei Wesen aus der Küche zu verjagen, und verfolgte sie noch eine ganze Weile. Ben kam ebenfalls ins Haus, ganz durchnässt vom Regen und anscheinend war er während des Chaos herausgelaufen.
Alex sah Ben, der das Handtuch nahm, das ihm angeboten wurde, ohne ihn anzusehen, und sich dann abwandte. Alex bemerkte die Abweisung und fühlte sich noch schlechter. Seit dem Vorfall mit der Hose war Ben sehr distanziert und abweisend gewesen.
Super, die alles mitbekommen hatte, ging zu Alex, der immer noch über die geschehene Szene nachdachte. „Komm, wir müssen reden,“ sagte Super und führte Alex in eine ruhige Ecke. „Ich kenne einen Trick, wie du Ben wieder für dich gewinnen kannst. Es ist wie eine Geheimwaffe, die nur solange funktioniert, wie du so klein bist.“
Alex’ Augen begannen zu funkeln vor Neugier und Hoffnung. „Hör gut zu,“ flüsterte Super ihm etwas ins Ohr, während er grinste. Super ließ Alex mit einem geheimnisvollen Lächeln zurück und ging dann weg.
Alex fand Ben im Wohnzimmer und wollte gerade etwas sagen, als plötzlich eine Explosion aus der Werkstatt zu hören war. Ben sprang auf und rannte sofort zur Werkstatt, gefolgt von Alex. Die beiden kamen schockiert in der Werkstatt an und sahen den entstandenen Schaden. Der Kampfroboter, an dem sie gearbeitet hatten, war völlig zerstört.
Alex, überwältigt von den Emotionen, lief zu Ben und umarmte ihn fest. Tränen rollten über sein Gesicht. „Es tut mir leid, verlass mich nicht,“ flüsterte Alex, seine Stimme zitterte vor Emotionen. Ben war total überrascht von Alex’ plötzlicher Umarmung und der aufrichtigen Entschuldigung. Er wusste nicht, wie er reagieren sollte, stand jedoch bewegungslos da, während er die Tränen in Alex’ Augen sah. Es war ein Moment der Verletzlichkeit und Aufrichtigkeit, der die Spannung zwischen ihnen nur noch verstärkte. Ben blickte Alex an, sein Gesicht zeigte eine Mischung aus Überraschung und Unsicherheit.
Andisas Sicht:
Andisa saß am Tisch und machte sich Sorgen um ihre Eltern, die seit geraumer Zeit unterwegs waren. „Mama und Papa sind schon so lange weg. Was machen die denn? Hoffentlich stampft Papa Ben nicht in den Boden… Er ist immer so übervorsichtig, und Ben sieht jetzt nicht sooo perfekt aus. Warum mache ich mir eigentlich Gedanken? Er wollte doch herkommen, obwohl er anscheinend keine Landflächen kennt. Ich hätte echt gerne gewusst, wie er mit den Wölfen umgegangen wäre, die draußen herumlungern. Und der arme Alex! Mama kümmert sich immer gerne um alles, was klein und jung ist… Nicht, dass sie ihn noch adoptiert! Schließlich bin ich ihre Tochter! Zutrauen tue ich es ihr …“
Als Mama Teca Aylenn und Vater Tec’a Garesz schließlich zurückkamen, sah Ben leichenblass aus, während Alex total entspannt wirkte. Die beiden waren ganz unterschiedlich aus der Konfrontation mit Andisa’s Eltern hervorgegangen.
Andisa rannte besorgt auf Ben zu und musterte ihn eindringlich. „Bist du OK? Hat Papa dich zu grob angefasst? Oder dir eine geklatscht?“ Ihre Stimme war voller Besorgnis und ein wenig aggressiv, als ob sie schon auf eine Antwort wartete, die sie kaum ertragen könnte. Ben starrte sie nur an, die Worte schienen ihm zu fehlen, während er sich von der Begegnung noch erholen musste. Schließlich schien er aus dem tranceartigen Zustand aufzuwachen, in dem ihn der Schock gehalten hatte.
Alex, der die Szene beobachtet hatte, kam zu Ben und erklärte: „Mein Meister hat mir die Hose heruntergezogen und war dann so.“ Er machte eine Geste, die die Situation anscheinend beschreiben sollte, ohne es wirklich zu erklären. Andisa starrte Alex entgeistert an. Ihre Gesichtszüge verrieten sowohl Verwirrung als auch Enttäuschung. „Nimm Ben und setzt euch zusammen an den Tisch,“ befahl sie und deutete auf den Esstisch. Alex befolgte den Befehl brav und zog Ben, der immer noch etwas benommen wirkte, hinter sich her.
Während Maneca das Essen anrichtete und den Nachtisch holte, herrschte eine gespannte Stille. Die unangenehme Atmosphäre wurde nur von den Geräuschen des Essens durchbrochen. Schließlich brach Aylenn die Stille und fragte neugierig: „Also, der Junge ist doch nicht von euch, oder?“ Sie sah abwechselnd Ben und Andisa an.
Ben, der errötete und zu Boden schaute, stammelte: „Also äh nein, ich äh hätte eventuell gerne welche mit ihr.“ Seine Scham war offensichtlich, und seine Antwort wirkte ungeschickt und unsicher.
„Ben, ist das dein Ernst? Wieso jetzt? Kinder sind anstrengend!“ rief Andisa empört, ihre Stimme war eine Mischung aus Frustration und Überraschung. Garesz, der die ganze Situation beobachtete, lachte und sagte schmunzelnd: „Das kann ich nur bestätigen,“ während er Ben einen spöttischen Blick zuwarf.
Ben murmelte leise: „Du wärst bestimmt eine gute Mutter, Andisa.“ Der Kommentar war von aufrichtiger Bewunderung, aber Andisa war in dem Moment nicht wirklich bereit, sich darauf einzulassen. Aylenn, die eine andere Sicht auf die Situation hatte, schwärmte: „Deine ist aber auch sehr nett und erfahren.“ Sie bezog sich auf Super Zihn, die ihrer Meinung nach eine sehr fürsorgliche und fähige Person war.
„Ich denke, das ist kein Thema, um es beim Essen zu besprechen,“ sagte Maneca schließlich, um die Diskussion in eine weniger angespannten Richtung zu lenken. „Da gebe ich dir recht, meine Liebe,“ fügte Garesz ernst hinzu, um zu signalisieren, dass sie sich nun auf das Essen konzentrieren sollten.
Ben´s Sicht:
Ben stand auf und schlich sich hinaus in den überdachten Wintergarten, wo der Regen weiterhin unermüdlich gegen das Dach prasselte. Die sanften Tropfen erzeugten ein beruhigendes Rauschen, doch die Szenerie konnte die Unruhe, die in Ben brodelte, nicht ganz dämpfen. Mit schweißnassen Händen versuchte er, sich eine Zigarette anzuzünden. Die Kälte und Feuchtigkeit machten ihm das Leben schwer, doch schließlich gelang es ihm, eine kleine Flamme zu erzeugen. Hastig inhalierte er den Rauch der ersten Zigarette und griff schnell zur nächsten. Die selbstgedrehten Zigaretten boten ihm einen kurzen Moment der Ruhe und des Trostes.
Es waren diese stillen Momente, in denen Ben erkannte, dass er, wenn er nüchtern war, weniger aggressiv und allmählich freundlicher wurde. Vielleicht war er nie wirklich ein schlechter Mensch gewesen; vielleicht war sein Verhalten lediglich ein Schutzmechanismus, ein Weg, sich in einer oft feindlichen Welt zu behaupten. Während er rauchte, wanderte sein Blick über die Terrasse und blieb an den tropfenden Pflanzen und den regennassen Blumenkübeln hängen.
Plötzlich entdeckte er einen handgroßen Stein, der durch seine makellose Rundung und das eigenartige Leichtgewicht auffiel. Der Stein lag in einem Blumenkübel, leicht eingedrückt und von einer dünnen Schicht Erde bedeckt. Neugierig nahm Ben die Kugel in die Hand und begann, ihre Struktur genauer zu untersuchen. Während er daran rieb, bröckelte die äußere Schicht und offenbarte ein magisches Leuchten. Die Kugel war transparent, von einem sanften Orange, und in ihrem Inneren schwebten fünf rote Sterne, die geheimnisvoll funkelten.
Ben hielt die Kugel in der Hand und betrachtete sie fasziniert. „Kitschige Garten-Deko?“ murmelte er vor sich hin. Es schien ihm zu banal für so ein mysteriöses Leuchten. Vielleicht war die Kugel ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit oder eine vergessene Kostbarkeit. Er legte sie zurück in den Blumentopf und ging zurück zu den anderen. Trotz der vorübergehenden Ablenkung von dem magischen Fund, war seine Gedankenwelt weiterhin von Andisa beherrscht.
„Sowas ist also Urlaub…“ dachte sich Ben, als er sich zurück an den Tisch setzte, sein Herz schwer von den komplexen Gedanken und Gefühlen, die ihn durchströmten. Er grinste leicht, als er sich vorstellte, wie es wäre, neben Andisa zu schlafen, seine Arme fest an ihrem perfekten Körper verschlungen. Die Vorstellung bot ihm ein wenig Trost und einen Fluchtpunkt aus den turbulent wirkenden Gedanken und der drückenden Realität.
Supers Sicht:
Super war fest entschlossen, Ben und Alex zu helfen, die Spannungen zwischen ihnen zu überwinden. Ihre Versuche, Ben durch kleine Streiche dazu zu bringen, auf Alex zuzugehen, hatten bisher keinen Erfolg. Sie ließ Löcher in Plastikflaschen, damit jeder, der versuchte, daraus zu trinken, nass wurde. Sie versteckte Bens Koffer mit seinen Ersatzklamotten und schob den gefundenen Alkohol unter Andisas Bett, in der Hoffnung, Ben würde auf Alex angewiesen sein und die Nähe suchen. Doch nichts schien zu funktionieren. Ben ging Alex nach wie vor aus dem Weg, und Super musste sich etwas anderes einfallen lassen.
Erinnernd an die Romantik-Serie, die sie kürzlich zusammen geschaut hatten, kam Super auf die Idee, Alex einen Rat zu geben, der auf den unkonventionellen Ideen der Serie basierte. „Spiel ein verliebtes kleines Mädchen wie in der Serie, die wir sahen“, sagte Super zu Alex mit einem schelmischen Grinsen. „Das wird Ben bestimmt dazu bringen, sich wieder dir zuzuwenden.“
Mit diesem Plan im Kopf ging Super in die Werkstatt, um sich den Kampfroboter anzusehen, den Ben und Alex gemeinsam gebaut hatten. Während sie die Technik überprüfte, bemerkte sie ein loses Kabel und beschloss, es zu befestigen. In diesem Moment sprang eine seltsame Katze mit Fischschwanz und Hamsterohren auf den Roboter. Das seltsame Wesen begann, an dem Roboter zu knabbern, was Super alarmierte.
„Hey, was machst du da?“ rief sie, versuchte, die Katze von dem Roboter wegzubekommen und gleichzeitig zu verhindern, dass sie Schaden anrichtete. Die Katze fauchte zurück und versuchte, sich zu wehren, während Super sich bemühte, sie zu verjagen. Der Kampf zwischen Super und der Katze wurde intensiver und chaotischer, bis plötzlich das Licht in der Werkstatt ausging.
Der unerwartete Dunkelheit nahm Super völlig unvorbereitet. Verwirrt und orientierungslos lief sie blind umher, während das laute Fauchen der Katze und fremde, unvertraute Stimmen um sie herum hallten. Ihr Herz raste, und die Geräusche wurden immer lauter und bedrohlicher. Der Stress und die Panik ließen sie taumeln und stolpern, bis sie schließlich in der Dunkelheit fiel. Ein stechender Schmerz im Kopf ließ sie schließlich in die Ohnmacht sinken.
Als Super zu sich kam, lag sie auf dem Boden der Werkstatt, ihre Gedanken waren wirr und verschwommen. Der Kopf schmerzte, und sie wusste nicht, ob sie sich den Kopf gestoßen hatte oder ob jemand sie geschlagen hatte. Alles um sie herum war dunkel und still, nur das leise Rauschen des Regens auf dem Dach war zu hören.
Das Kampf-Tunier
Ben und Alex verließen den Bauernhof früh am Morgen, bereit für das große Kampfturnier. Der Himmel war grau und die Luft kühl, doch die Vorfreude auf das Turnier ließ sie den Regen und die nassen Straßen schnell vergessen. Sie fuhren in einem großen, robusten Laster, dessen Seiten stolz mit dem Logo ihrer Werkstatt geschmückt waren. Der Laster war nicht nur ein Transportmittel, sondern auch eine mobile Werbung für ihre Arbeit – ein Statement, dass sie ernsthafte Wettbewerber im Bereich der Robotik waren.
Ben und Alex saßen im Laster auf dem Weg zum Turnier. Ben, der sich besonders motiviert und voller Vorfreude zeigte, konnte seine Begeisterung kaum zügeln. Er wandte sich an Alex, der neben ihm saß, und erklärte mit einem selbstzufriedenen Lächeln:
„Ich habe dir doch gesagt, Alex. Wenn das Banner hier drauf ist, dann wird es nur noch von Aufträgen regnen. Wir werden uns nicht mehr zurückhalten können. Die Leute werden unser Werbeplakat im Fernsehen sehen, und damit sind wir, glaube ich, in der Stadt bekannt.“
Alex schaute Ben skeptisch an. „Fahren wir jetzt nicht nur zum Turnier, weil du das Geld haben wolltest?“
Ben lachte leise, schüttelte dann aber den Kopf und antwortete: „Es geht hier auch natürlich um die Werkstatt. Natürlich um Aufträge. Geld regiert die Welt, Alex, das solltest du noch lernen. Aber es geht mir nicht nur ums Geld. Ich will auch beweisen, dass wir hier etwas Großes erreichen können. Und, ganz nebenbei, ich will auch zeigen, dass diese Dragon Balls nur ein Haufen Schwachsinn sind.“
Ben und Alex erreichten den Turnierplatz und parkten ihren großen Laster auf dem vorgesehenen Parkplatz. Der Aufregung und Nervosität lagen in der Luft, als sie aus dem Fahrzeug stiegen. Ben wirkte voller Energie und Tatendrang, während Alex sich konzentriert umblickte.
„Wir haben den ersten Punkt gemacht,“ sagte Ben selbstbewusst, während er die Tür des Lasters öffnete und den großen, beeindruckenden Kampfroboter herausrollte. „Jetzt brauchen wir nur noch fünf weitere. Ich werde dir beweisen, Alex, dass diese Dragon Balls nichts anderes als überteuerte Deko-Artikel sind, die in einem Laden für Oma-Waren zu finden wären. Die können nichts, und das werden wir allen zeigen.“
Alex lächelte schüchtern und erwiderte: „Das klingt nach einem Plan, Ben. Aber denk dran, du musst dich auch um dein Budget kümmern. Du weißt, wie viel du für deinen Whisky ausgibst.“
Ben grummelte ein wenig, aber ein breites Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. „Wenn du mir nicht dein kleines Geheimnis verraten hättest, Alex, hätte ich dir jetzt wahrscheinlich eine verpasst. Aber ich schätze, du hast mich schon beeindruckt. Lass uns jetzt zeigen, was wir draufhaben.“
Gerade in diesem Moment kam ein Angestellter des Turniers auf sie zu. „Ladet euren Androiden aus und geht zur Anmeldung,“ wies er sie an.
Ben und Alex hatten die Vorrunde problemlos gemeistert und standen nun voller Zuversicht in der Hauptrunde des Kampfturniers. Ihre Androiden, Dielex, hatten sich als echte Kraftpakete erwiesen, und das Team war bereit, sich den neuen Herausforderungen zu stellen.
Als sie sich umschauten, um die Konkurrenz zu begutachten, entdeckten sie einige interessante Teilnehmer:
Muten Rochi, der legendäre Kämpfer aus alten Zeiten, stand mit seinen markanten Narben und seinem unverwechselbaren Auftreten in der Reihe.
Ein blauer, regenartiger Typ, der einen futuristischen, fast mystischen Eindruck machte.
Eine Frau mit einem Affenschwanz, die Ben sofort bekannt vorkam und deren Erscheinung ihn ins Grübeln brachte.
Und schließlich ein dicker Mann, der ziemlich groß und von einem unangenehmen Geruch umgeben war.
Alex, der auf die Frau mit dem Affenschwanz deutete, sagte: „Schau Ben, sie hat auch einen Schwanz!“
Ben zog eine Augenbraue hoch und starrte auf die Frau. „Ähm… Oh Gott, meinst du das? Das scheint die Schwester meiner zukünftigen Schwiegermutter zu sein. Solche Ähnlichkeiten sind selten, und ich habe sowas wirklich noch nie gesehen.“
Alex schüttelte den Kopf. „Meinst du, weil sie einen Schwanz hat? Aber ähnlich sehen sie sich nicht wirklich.“
„Es gibt viele ungewöhnliche Dinge in dieser Welt,“ murmelte Ben. „Vielleicht ist es einfach ein Zufall, dass sie so aussieht. Es könnte auch sein, dass sie eine völlig andere Familie hat.“
Die Teilnehmer wurden dann zusammengetrommelt, und es wurde ein Losverfahren durchgeführt, um zu bestimmen, wer gegen wen antreten würde
Als die erste Runde des Kampfturniers begann, trennte sich Ben von Alex und verschwand in den hinteren Bereich, um sich eine Reihe von Zigaretten zu gönnen. Alex blieb zurück, um sicherzustellen, dass Dielex perfekt vorbereitet war. Sie schätzte die Bedeutung der Feinarbeiten wie das Ölen der Gelenke und kümmerte sich um alle Details, die Ben ihr aufgetragen hatte.
Alex war überwältigt von der Atmosphäre des Turniers. Die Menge war lebhaft und voller Energie, während sich alle auf die bevorstehenden Kämpfe freuten. In der Arena gab es zahlreiche Stände, Essensstände und schillernde Banner, die die Veranstaltung noch beeindruckender machten. Die Teilnehmer, die bereits ihre Kämpfe gewonnen hatten, drängten sich in den Zuschauerrängen und fieberten den kommenden Duellen entgegen.
Die Trommeln schlugen kräftig, und das laute Getöse zog die Aufmerksamkeit der Menge auf sich. Als die Trommeln endlich verstummten, trat der Moderator auf die Bühne. Sein Auftreten sorgte für eine Welle von Begeisterung und Applaus, die durch die Arena hallte.
Mr. Satan, der Sponsor des Turniers, wurde auf die Bühne gerufen. Mr. Satan, bekannt für seinen markanten und etwas extravaganten Stil, war eine beeindruckende Erscheinung. Er trug ein opulentes, maßgeschneidertes Anzug, das in einem auffälligen Goldton schimmerte, und eine elegante, aufwendig gestaltete Krawatte. Sein Anzug war perfekt auf den Anlass abgestimmt, mit funkelnden Goldnadelstreifen, die im Licht glänzten.
Er hatte ein markantes, fast übertriebenes Aussehen mit einer auffälligen Frisur, die in den meisten Fällen als voluminöse Locken beschrieben werden könnte, und einem langen, dichten Schnurrbart, der sein Gesicht zierte. Seine Ausstrahlung war charismatisch und selbstbewusst. Der hochgewachsene Mann trug eine schillernde goldene Armbanduhr und ein strahlendes Lächeln, das seine makellosen weißen Zähne zur Schau stellte.
Als Mr. Satan die Bühne betrat, wehte ein Hauch von Glamour und Prominenz durch die Arena. Er hatte eine natürliche Fähigkeit, das Publikum zu begeistern und zu fesseln. Seine Hände bewegten sich dramatisch, während er sprach, und seine Stimme war voller Energie und Enthusiasmus. Seine anfeuernden Worte und seine lebhafte Art brachten das Publikum zum Toben.
Die Arena war erfüllt von aufgeregtem Murmeln und Begeisterung, als der Moderator die Namen der ersten Kämpfer ankündigte. Das Publikum schien von der Vorstellung begeistert, die bevorstehenden Duelle zu erleben.
„Und nun kommen wir zu unserem ersten Kämpfer!“ kündigte der Moderator mit feierlicher Stimme an. „Ein junger Mann, der angeblich ein Cyborg ist, gesponsert von unserem zweiten Sponsor, Diesel Domination – Dielex!“
Dielex, der sich selbstsicher und stoisch präsentierte, stand mitten auf der Kampffläche. Die glänzende Metallhaut des Androiden reflektierte die Lichter der Arena, und seine eingebauten Taschenlampen blinkten rhythmisch. Ben, der am Rand des Zuschauerbereichs stand, beobachtete das Geschehen mit einem zufriedenen Grinsen. Er wusste, dass Dielex ein beeindruckendes Stück Technik war und hoffte, dass dies dem Publikum eindrucksvoll vorgeführt werden würde.
„Und gegen ihn, der Meister der Kampfkünste, der legendäre Muten Roshi, Herr der Schildkröten!“ fuhr der Moderator fort, und der Name zog eine Welle der Anerkennung und des Jubels durch die Menge. Muten Roshi, der schon seit vielen Jahren ein vertrauter Name im Kampfsport war, trat mit einer respektvollen Haltung und einem selbstbewussten Lächeln auf die Kampffläche. Seine Aura war die eines erfahrenen Kämpfers, der schon unzählige Schlachten geschlagen hatte.
Die Zuschauer applaudierten und feuerten beide Kämpfer lautstark an. Muten Roshi nahm seine Kampfstellung ein – die Beine leicht gespreizt, die Hände zu Fäusten geballt, bereit für den Kampf. Dielex, der Cyborg, hingegen stand ruhig und gelassen, seine Lichter blitzen im Takt, während er den Blick des Publikums auf sich zog.
Als das Signal zum Start des Kampfes ertönte, ging Muten Roshi entschlossen auf Dielex zu. Seine Bewegungen waren präzise und voller Energie, als er versuchte, einen kräftigen Schlag auf den Cyborg auszuführen. Doch Dielex, ausgestattet mit überlegener Technik und Reaktionsfähigkeit, reagierte blitzschnell. Er nutzte seine Taschenlampen, um Muten Roshi zu blenden und dessen Sicht zu behindern.
„Raus aus meiner Werkstatt, du, du Arschloch!“ hörte man Dielex in einem mechanisch-verzerrten Tonfall rufen, während er mit überraschender Geschwindigkeit auf Muten Roshi zustürmte. Der Cyborg setzte seinen Gegner mit einer unerwarteten Wucht zu und erwischte ihn mit einem kräftigen Schlag.
Muten Roshi wehrte sich tapfer, indem er Schläge und Tritte versuchte, die präzise auf Dielex zielten. Doch der Cyborg erwies sich als äußerst wendig und wich allen Angriffen geschickt aus. Die stählernen Gelenke von Dielex bewegten sich mit einer geschmeidigen Eleganz, die den erfahrenen Kämpfer verwirrte.
In einem weiteren Versuch, seinen Gegner zu behindern, begann Dielex, Öl auf die Kampffläche zu spritzen. Die Szenerie verwandelte sich schnell in einen glitschigen Untergrund, und das Öl verbreitete sich schnell auf dem Boden. Muten Roshi, der gerade einen Schritt nach vorne machte, sah sich der rutschigen Fläche ausgesetzt. Er hüpfte sofort nach hinten, um dem gefährlichen Öl zu entkommen, das ihn hätte treffen können.
Die Arena war erfüllt von Spannung und aufgeregtem Murmeln, als Dielex, der Cyborg, seine Stärke unter Beweis stellte. Mit einem kraftvollen Griff packte er Muten Roshi und schleuderte ihn zu Boden. Der Meister der Schildkröten landete hart auf dem Boden, doch schnell schüttelte er sich den Schock ab.
„Du musst auch etwas essen, m-m-m-meister, weil s-so z-z-zerfällst du. M-m-m-meister,“ stammelte Dielex mit mechanisch verzerrter Stimme. Die Ungeheuerlichkeit der Aussage ließ das Publikum aufmerken, während Muten Roshi, irritiert und verwirrt, die Situation analysierte.
„Nenn mich nicht m-m-m-meister, du, du scheiß, scheiß Bengel,“ fauchte Muten Roshi zurück, sein Gesichtsausdruck zeugte von Unverständnis und Wut.
Mit einem schnellen Reflex sprang Muten Roshi vom Boden auf und trat Dielex mit einem präzisen Kick. Der Cyborg taumelte zurück, doch während er sich neu formierte, kam eine zusätzliche Frage aus dem Mund von Muten Roshi, als er in die Augen des Androiden starrte: „Sehe ich mit oder ohne Bart besser aus, aus?“
„Ohne Bart,“ antwortete Dielex prompt und ohne Zögern, seine mechanischen Gesichtszüge zeigten eine Form der Reaktion, die irgendwie menschlich wirkte.
Doch es war klar, dass Muten Roshi sich nicht auf die Konversation konzentrieren konnte. Dielex, jetzt entschlossen und ohne weitere Verzögerung, startete seinen nächsten Angriff. Mit einem plötzlichen und unerwarteten Erbrechen von Supersäure versuchte er, Muten Roshi zu treffen. Die Säure spritzte durch die Luft, doch der erfahrene Meister der Schildkröten wich geschickt aus.
In einem beeindruckenden Manöver ließ Muten Roshi sein Kamehameha los, die energiegeladene Welle blitzte über die Arena und traf Dielex direkt. Der Cyborg wurde zurückgeworfen, doch zu aller Überraschung stand er schnell wieder auf. Mit einem erneuten Anlauf stürmte er auf Muten Roshi zu und verpasste ihm einen unerwarteten Kopfstoß.
Die schnelle Bewegung des Cyborgs überraschte Muten Roshi so sehr, dass er nicht rechtzeitig ausweichen konnte. Der Kopfstoß ließ ihn taumeln, doch er konterte sofort mit einem kraftvollen Faustschlag.
Der Kampf zwischen Dielex und Muten Roshi war in vollem Gange. Die Zuschauer beobachteten gebannt, wie Dielex, der Cyborg, verzweifelt versuchte, seinen Gegner durch einen gezielten Griff und das Drohen mit einer „Schatzkarte“ aus der Fassung zu bringen. „Ich, ich habe eine Schatzkarte gemalt, der Schatz, der Schatz versteckt hinterm Haus, 45 Meter hinterm Haus, Haus,“ stammelte Dielex, während er versuchte, Muten Roshi zu überwältigen. Doch Muten Roshi, der die Mechanik des Cyborgs durchschaut hatte, packte ihn zurück und schlug ihn.
Der Schlag ließ Dielex taumeln, und die Reaktion des Androiden war ein erbarmungsloses Erbrechen von ätzender Flüssigkeit. Die Flüssigkeit spritzte direkt auf Muten Roshi, der sich, geschockt und schmerzverzerrt, zurückschleppte. „Das brennt!“ schrie Muten Roshi, als er vom Kampfplatz rannte, um sich die ätzende Substanz abzuwaschen.
Während Trunks gegen den unangenehm riechenden, fetten Gegner kämpfte, nutzte Alex die Gelegenheit, um Dielex zu reparieren. Er konzentrierte sich auf das Feintuning der Gelenke und das Nachfüllen der Schmierung, während der Android auf der Werkbank lag und ruhig wartete.
Als Muten Roshi, jetzt frisch geduscht und wieder kampfbereit, zu Alex und Ben kam, klopfte er dem Androiden auf den Rücken. „Gut gemacht,“ lobte er. Alex war sichtlich enttäuscht und fragte: „Du hast uns gewinnen lassen, du bist ein Superheld.“
Muten Roshi schmunzelte und antwortete: „Ach, heute war Dielex einfach zu gut für mich. Manchmal muss man einfach den stärkeren Gegner akzeptieren.“
„Ich bin ein guter Android. Ich bin ein guter Android. Ich mache alles, alles was mein M-M-M-Meister sagt,“ wiederholte Dielex mit seiner mechanischen Stimme, was eine gewisse Befriedigung in der Gruppe auslöste.
Der nächste Kampf auf dem Programm war bereits im Gange. Trunks, der sich schnell und effizient gegen seinen stinkenden Gegner durchgesetzt hatte, ging als Gewinner vom Feld. Der Moderator, der die Stimmung im Stadion anheizte, trat wieder auf den Kampfplatz.
Der Moderator verließ den Kampfplatz, während die Menge lautstark jubelte. Die Spannung war greifbar, als sich die Kämpfer bereit machten.
„Nun kommen wir zum dritten Kampf!“, rief der Moderator, während die Zuschauer in aufgeregtem Murmeln versanken. „Wir begrüßen den Großen Arlong, auch bekannt als der Höschen Baron, gelehrt von Muten Roshi, dem Herr der Schildkröten! Und sein Gegner, eine beeindruckende Kämpferin, die sich Medu nennt, und von Trunks hierhergebracht wurde!“
Arlong, ein großer Schweinemensch mit Narben und muskulösem Körper, trat mit einer gewissen Arroganz auf die Bühne. Seine Präsenz war einschüchternd, und er schien keinerlei Angst vor dem bevorstehenden Kampf zu haben. Medu, eine schlanke, kraftvolle Frau, schwebte elegant über den Boden und nahm eine selbstbewusste Kampfstellung ein. Ihre Augen funkelten vor Entschlossenheit.
Medu ließ keinen Zweifel daran, dass sie sich auf den Kampf vorbereitete. „Ich habe schon gedacht, Menschen sind einfach nur langweilig, und jetzt muss ich gegen ein Schwein kämpfen. Solche wie dich esse ich zum Frühstück,“ erklärte sie kalt, während sie sich in Position brachte.
Arlong grinste breit und erwiderte mit einem schmutzigen Kommentar: „Welche Unterwäsche trägst du? Sicher Pink oder nein, warte, so wie du ausschaust, sicher Schwarz.“ Seine Stimme war unverschämt und selbstgefällig, was seine Überheblichkeit unterstrich.
Medu, sichtlich verärgert über Arlongs provokante Bemerkung, reagierte blitzschnell. Ohne zu zögern, schleuderte sie einen präzisen, kraftvollen Schlag direkt auf Arlongs Gesicht. Der Treffer war so schnell und überraschend, dass Arlong keinen Moment hatte, sich zu verteidigen.
Arlong, der sich von dem ersten Angriff geschüttelt, aber schnell wieder aufgerappelt hatte, stürmte mit neuer Entschlossenheit auf Medu zu. Mit einem überraschend schnellen Schritt packte er sie von hinten und umarmte sie fest. „Ich habe dich,“ flüsterte er ihr ins Ohr, seine Stimme ein schauriges Flüstern.
Medu zuckte zusammen, als sie die unheimliche Nähe und den unangenehmen Atem von Arlong spürte. „Oh Gottes willen. Ekelhaft,“ murmelte sie, während sich Abscheu auf ihrem Gesicht breit machte. Mit einem entschlossenen Ausdruck in den Augen drehte sie sich blitzschnell um und stieß ihm mit einer Reihe präziser Kick-Kombinationen entgegen. Ihre Beine wirbelten durch die Luft und trafen Arlong direkt, was ihn zu Boden schleuderte.
„Von so einer liebreizenden Frau lasse ich mich doch gerne schlagen,“ grinste Arlong, als er sich erneut aufrappelte, seine Haltung kaum getrübt durch den harten Schlag. Sein freches Lächeln verschwand jedoch nicht, als er Medu herausfordernd anstarrte. „Willst du mir nicht sagen, was unter dein Gewand ist?“
Mit einem selbstsicheren Grinsen hob Arlong die Hände und schoss ein Kamehameha ab. Der Lichtstrahl brauste durch die Arena, mit der Hoffnung, ein paar von Medus Kleidungsstücken zu zerstören. Medu jedoch, geschmeidig wie eine Katze, wich dem Strahl mit Leichtigkeit aus. Sie ließ sich nicht von seinen Spielchen ablenken.
Mit einem abfälligen Blick auf Arlong konzentrierte sich Medu und ließ eine große Energiekugel entstehen. Sie zielte präzise und schleuderte die Kugel auf das Turnierfeld. Die Energie der Kugel strahlte in alle Richtungen, ihre Intensität ließ die Arena in hellem Licht erstrahlen. Die Zuschauer starrten fasziniert auf die Szene, während die riesige Kugel durch die Luft zog.
Die Menge war begeistert, ihre Rufe und Jubel hallten durch die Arena.
Der Moderator, der die Spannung des Kampfes spürte, ließ seine Stimme mit noch mehr Energie durch die Arena hallen. „Was für ein spektakulärer Kampf! Arlong ist wirklich ein Kämpfer der besonderen Art, aber Medu zeigt uns, wie man sich in der Luft und auf dem Boden behauptet!“
Arlong hüpfte flink in die Luft, um dem Angriff von Medu zu entkommen. Mit einem energischen Satz versuchte er, Medu mit einem leichten Faustschlag zurück auf das Turnierfeld zu bringen. Der Schlag traf Medu und ließ sie zurück auf den Boden stürzen. „Du hast meine Frisur ruiniert,“ schnauzte Medu, ihren Ärger kaum verbergend, während sie sich wieder aufrappelte. Ihr Gesichtsausdruck verriet, dass sie keine Zeit für Scherze hatte.
Mit einem wütenden Satz stürmte Medu auf Arlong zu und versetzte ihm mit einem kräftigen Ellbogenschlag einen Volltreffer an die Breitseite. „Seid doch nicht so böse, ich will doch nur an dein Höschen schnuppern,“ sagte Arlong schelmisch, wobei er versuchte, den Kampf mit seinem schrägen Humor zu verschärfen.
Medu nahm eine elegante Pose ein, ihre Bewegungen waren präzise und kontrolliert. Ihre anmutige Haltung machte sie zu einem faszinierenden Anblick in der Arena. Arlong, nicht bereit, sich geschlagen zu geben, rannte auf Medu zu und versuchte, sie mit einem kräftigen Faustschlag zu treffen. Doch Medu blockte den Angriff mühelos mit ihren Ellbogen und wurde dabei ein Stück nach hinten geschleudert.
Schnell reagierend setzte Medu einen präzisen Fußkick gegen Arlongs Unterkiefer ein. In der Luft vollführte sie einen beeindruckenden Spagat, ihre Bewegungen waren sowohl stark als auch geschmeidig. Arlong wurde von dem kräftigen Tritt durch die Luft geschleudert und landete mit einem lauten Knall auf dem Boden.
Während Arlong noch auf dem Boden lag, packte er plötzlich Medus Bein. Die Menge hielt den Atem an, als sich die Situation zuspitzte.
Medu schnaubte angewidert und zog ihr Bein von Arlongs Griff zurück. „Ihh, fass mich nicht an mit deinen dreckigen Schlammpfoten,“ sagte sie, während sie sich schlagartig zurückzog, um seinen Griff zu entkommen. Ihr Gesicht war von Entschlossenheit und Ärger geprägt. „Jetzt ist Schluss mit diesen Spielchen.“
Mit einer raschen Bewegung packte Medu Arlong an den Ohren und zog kräftig daran. Der Schmerz ließ Arlong aufschreien, doch er wich nicht einen Millimeter zurück. „Als ob ich so eine schöne Frau so schnell verlassen könnte,“ schmunzelte Arlong, obwohl er sich mit den Schmerzen kämpfte. „Das könnte ich dir doch nicht antun. Keine Sorge, ich bleibe bei dir, auch nach diesem Kampf.“
Medu, die ihre Angriffe präzise und unbarmherzig ausführte, kippte Arlong mit einem kräftigen Kick in die Luft. Während Arlong sich in der Luft drehte, warf er Medu einen übertriebenen Kuss zu und landete gekonnt auf dem Ringboden. Er rollte sich geschmeidig ab und stand wieder auf, ein selbstzufriedenes Grinsen im Gesicht. „Das war eine meiner leichtesten Übungen. Ich habe dich gewinnen lassen. Also, als ob ich so eine schöne Frau einfach so besiegen könnte.“
Das Publikum lachte und klatschte, begeistert von Arlongs unkonventionellem Verhalten.
Die Spannung in der Arena war fast greifbar, als der Moderator, mit einem energischen Lächeln auf den Lippen, die Menge in Aufregung versetzte.
„Meine Damen und Herren,“ begann er mit lauter Stimme, „etwas noch nie Dagewesenes findet heute statt. Unsere letzten drei Teilnehmer werden gleichzeitig im Finale antreten! Ein großer Applaus für unsere Finalisten: der Z-Krieger Trunks, die letzte Frau Medu und der kleine Junge Dielex!“
Die Menge brach in lauten Jubel aus, als die drei Kämpfer nacheinander in den Ring traten. Jeder von ihnen strahlte eine eigene, unverwechselbare Präsenz aus, und die Zuschauer waren gespannt, wie dieser außergewöhnliche Kampf ausgehen würde.
Trunks betrat den Ring mit einer selbstbewussten Ausstrahlung. Er war bereit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und seinen Gegnern zu zeigen, was er konnte. Medu, die nach ihrem letzten Kampf noch immer sichtlich aufgebracht war, ging mit einem entschlossenen Blick und einem Hauch von Zorn in den Ring. Ihre Kräfte waren ungebrochen, und ihre Augen funkelten vor Entschlossenheit. Dielex, der kleine Android, betrat den Ring mit einem mechanischen Klang in seinen Bewegungen und einer unerschütterlichen Entschlossenheit in seinen künstlichen Augen.
Der Moderator setzte fort: „Diese drei Kämpfer sind die letzten, die sich in diesem außergewöhnlichen Turnier beweisen werden. Es wird ein spektakulärer Kampf! Lasst uns die finalen Kämpfer mit einem weiteren Applaus begrüßen und ihnen viel Glück wünschen!“
Medu, mit einer majestätischen Haltung, verbeugte sich leicht vor Trunks. Ihre Worte hallten durch die Arena: „Prinz Trunks, es ist mir eine Ehre, mit Euch in diesem Ring zu stehen und ein sauberes und faires Turnier durchzuführen. Ich werde mich nicht um dieses Kind da kümmern.“ Sie deutete mit einer großzügigen Handbewegung auf Dielex, ohne ihren Blick von Trunks abzuwenden. „Ich hoffe auf einen fairen Kampf, bei dem wir unsere Kräfte messen und dem Publikum zeigen, wie stark unsere Rasse ist.“
Trunks, der plötzlich ein wenig verlegen wurde, errötete leicht. „Ja, ähm, gleichfalls. Danke schön.“ Mit einem entschlossenen Nicken und einer schnellen Bewegung griff er Medu an, seine Entscheidung, den Kampf sofort zu beginnen, ließ keine Zeit für weitere Worte. „Dann zeigen wir mal, wie stark du wirklich bist!“
Medu, die sich keineswegs beirren ließ, stellte sich dem Angriff mit bemerkenswerter Gelassenheit entgegen. Sie wich Trunks’ Schlägen geschickt aus und konterte mit einer eleganten Kampfkombination. Ihr rechter Haken traf Trunks genau in die Seite, gefolgt von einem präzisen Ellbogenschlag, der Trunks zurücktaumeln ließ.
„Es ist mir eine Ehre, von Prinz Trunks getroffen zu werden. Ich hoffe, es war nicht die volle Stärke,“ sagte Medu mit einem selbstsicheren Lächeln, während sie sich in eine Angriffsposition brachte.
Trunks, entschlossen, seine Stärke zu beweisen, ging weiter in die Offensive. Mit einer schnellen Abfolge von Schlägen und Tritten versuchte er, Medu zu überwältigen. Doch Medu erwies sich als formidable Gegnerin, indem sie jeden Angriff mit geschmeidigen Bewegungen abwehrte und dann ihre eigenen Angriffe platzierte.
Die Arena war erfüllt von den kraftvollen Bewegungen der Kämpfer und dem Aufschrei der Zuschauer, die von der Dynamik und Intensität des Kampfes begeistert waren.
Dielex, der am Rand des Rings stand, beobachtete aufmerksam das Geschehen. Obwohl er als Teilnehmer des Kampfes vorgesehen war, schien es, als würde sich der Kampf zwischen Trunks und Medu zu einem Zwei-Kämpfer-Duell entwickeln. Dielex blieb vorerst im Hintergrund, seine mechanischen Augen verfolgten jede Bewegung der beiden Kämpfer genau.
Die Arena war erfüllt von der Spannung des Finalkampfes, als Trunks und Medu sich mit aller Kraft duellierten. Trunks, fest entschlossen, seine Stärke zu zeigen, warf weiterhin präzise Schläge und Tritte auf Medu, die mit beeindruckender Agilität auswich und ihre Angriffe meisterhaft parierte. Der Kampf war ein spektakuläres Schauspiel aus blitzschnellen Bewegungen und energetischen Attacken.
Als Trunks seine Hände zusammenführte und eine Energie-Kugel formte, um einen mächtigen Energiestrahl abzufeuern, blieb Medu standhaft. Ihre Entschlossenheit war unerschütterlich, als sie sich dem Angriff stellte und mit bloßen Händen die Energie-Welle blockte. Einige Kratzer waren das Resultat, doch Medu schaffte es, dem Angriff größtenteils zu entkommen. Sie nutzte den Moment, um schnell auf Trunks zuzustürmen, und machte dabei eine grimmige Bemerkung. „Das war faszinierend, ich merke schon, wie meine Klamotten zerfallen. Ich hoffe, das perverse Schweinchen ist in die ewigen Jagdgründe eingegangen.“
„Frauen, Frauen... lügen nur,“ murmelte Dielex, während er sich entschlossen näherte. Sein mechanischer Körper war auf den Kampf vorbereitet, und er versuchte, Medu anzugreifen. „Mach... ich... das..., richtig?“ fragte Dielex, als er seinen Angriff vorbereitete.
Medu, die überrascht von Dielex' plötzlichem Eingreifen war, hielt sich die Seite. „Verdammt, du kleines Kerlchen, von wo kommst du denn her?“ schimpfte sie, während sie sich zurückzog.
Trunks, der die Gelegenheit erkannte, sah seine Chance und stürmte auf Dielex zu. Mit einer kraftvollen Kombination aus Fäusten und Tritten versuchte er, Dielex zu treffen.
Der Kampf auf dem Turnierfeld hatte sich in ein intensives Gefecht verwandelt. Trunks, Medu und Dielex lieferten sich ein beeindruckendes Duell, das die Zuschauer in Atem hielt. Die angespannte Atmosphäre wurde von den leidenschaftlichen Rufen der Zuschauer und den energetischen Kämpfen der Teilnehmer geprägt.
Medu, die ihre gesamte Kraft bündelte, um einen letzten kraftvollen Angriff auf Trunks zu führen, wurde von ihm auf den letzten Moment mit einem präzisen Manöver ausweichend überlistet. „Das hat ... weh getan... Glaube ich... glaube ich,“ murmelte Dielex, während er sich von dem Schlag erholte und seine Taschenlampen klickend aufleuchten ließ. Der Android war immer noch in der Lage, seine Mission mit einer stoischen Entschlossenheit fortzusetzen.
„So, mit meiner letzten Kraft zeige ich dir die wahre Willensstärke eines Saiyajins,“ erklärte Trunks, der nun voller Energie und Entschlossenheit gegen Medu antrat. Medu versuchte, mit ihrer gebündelten Kraft einen entscheidenden Schlag zu landen, doch Trunks entkam der Attacke auf die letzte Sekunde, während Dielex sich den Moment zunutze machte, um Medu anzugreifen.
Medu, die so auf Trunks konzentriert war, bemerkte Dielex' Angriff nicht rechtzeitig. Der Schlag von Dielex, der von dem geschwächten Zustand Medus profitierte, traf sie direkt und ließ sie zu Boden fallen. Ihre Energie war erschöpft, und der Android nutzte die Gelegenheit, um sie zu besiegen.
Trunks, der den entscheidenden Moment für einen Angriff auf Dielex sah, griff schnell an. Doch Dielex, in einem verzweifelten Versuch, sich zu verteidigen, weichte Trunks’ Angriff aus und versuchte gleichzeitig, ihn zurückzuschlagen. Die beiden lieferten sich einen langen Schlagabtausch, der die Zuschauer in den Bann zog. Jeder Schlag, jeder Tritt und jede Energie-Kugel wurde von der Intensität des Kampfes geprägt.
Die Menge im Stadion jubelte lautstark, als der Moderator die Ergebnisse verkündete. „Und der Kleine Dielex hat gewonnen!“ Die Ankündigung hallte durch die Arena und die Zuschauer brachen in frenetischen Applaus aus. „Diesel Domination ist der Sieger. Die Erschaffer mögen bitte zu mir treten und das Preisgeld von Mister Satan entgegennehmen!“
Alex, überwältigt von der Aufregung, sprang auf und rannte auf den Ring zu. „Mister Satan… Mister Satan!“ Ihre Stimme war vor Begeisterung kaum zu bändigen. Ben, der auf Alex’ ungestümes Verhalten reagierte, folgte ihr hastig, den Unmut über ihre impulsive Reaktion kaum verbergend. „Alex, wie kannst du einfach so hinausrennen? Ich hab dir nicht erlaubt, dich so zu benehmen. Was sollen die Leute denken? Man geht gesittet in den Ring. Langsam und erhaben. Wer hat dich bloß erzogen, verdammt?“ Ben schimpfte, während er sich durch die Menge drängte.
Mister Satan, der Sieger der Herzen, trat auf das Podest, das ihm zu Ehren errichtet worden war. Er wurde von der Menge bejubelt, die seine Auftritte und Posen mit großem Entzücken verfolgte. Mit einem breiten Lächeln und energischen Winken verabschiedete er sich von den Fans, bevor er sich umwandte, um das Preisgeld zu überreichen.
Alex erreichte Mister Satan und wartete aufgeregt, während Ben keuchend hinter ihr auftauchte. „Mister Satan, es ist mir eine Ehre, Ihnen zu begegnen!“ Alex strahlte ihn an und versuchte, sich in Erinnerung zu bringen, wie sie sich höflich und respektvoll benahm, um den Eindruck eines aufgeregten Fan zu wahren.
Mister Satan reichte Ben das Preisgeld und tat dies mit einem selbstbewussten Lächeln und einem kunstvollen Winken. „Herzlichen Glückwunsch! Diesel Domination hat sich gut geschlagen. Hier ist das Preisgeld. Ich hoffe, Ihr habt den Gewinn verdient.“
Ben nahm das Geld entgegen und nickte dem berühmten Kämpfer respektvoll zu. „Danke, Mister Satan. Wir sind sehr dankbar.“
Nachdem Mister Satan sich eine Weile für Autogramme und Fotos mit seinen Fans Zeit genommen hatte, wandte sich Ben wieder Alex zu. „Hier, Alex. Du kannst mit diesem blöden Ball machen, was du willst,“ sagte Ben und überreichte ihr den Dragonball. Seine Stimme hatte einen Hauch von Resignation und Akzeptanz, als er sich zu Dielex umdrehte.
Auf dem Rückweg zur Farm war Ben gut gelaunt und die Stimmung in ihrem Fahrzeug war festlich. Das Gewinn und der Dragonball symbolisierten nicht nur ihren Erfolg beim Turnier, sondern auch eine vielversprechende Zukunft für ihre Werkstatt. Alex und Dielex begleiteten ihn auf der Heimfahrt, und die Vorfreude auf die kommenden Aufträge und die kommenden Veränderungen war spürbar.
Ben, der sich zurücklehnte und das Preisgeld betrachtete, lächelte zufrieden. „Der letzte Treffer hätte wirklich nicht sein müssen. Aber wir haben gezeigt, dass wir es draufhaben. Jetzt können wir die Werkstatt aufpeppen, neue Teile besorgen und auf der Farm können wir auch noch das Nötige tun. Und denk dran, wir werden mehr Aufträge kriegen. Das war wirklich gute Werbung.“
Alex, der neben ihm saß, nickte eifrig.
Die Schatzsuche
Ben, Alex und Andisa standen vor dem alten, vertrauten Bauernhaus, das nach einem langen Tag des Kampfes und der Reisen nun wieder in Sicht kam. Ben war noch ganz erfüllt von dem Erfolg und dem zusätzlichen Werbeeffekt, den sie durch das Turnier erzielt hatten. Doch bevor sie sich den wohlverdienten Ruhm und die Belohnung gönnen konnten, wurden sie von Andisa herzlich begrüßt.
„Ihr seid wieder da! Was ist denn? Wie war der Kampf? Ich muss euch so viel erzählen. Kommt einfach rein,“ rief Andisa und zog Ben und Alex in das warme und einladende Innere des Hauses. Ihre Augen funkelten vor Aufregung und ihre Stimme zitterte ein wenig vor Spannung.
Ben war nicht in der besten Stimmung, als er über die Schwelle trat. „Hast du alles im Fernsehen beobachten können, den ganzen Kampf?“ fragte er, seine Stimme verriet eine Mischung aus Neugier und Müdigkeit.
Andisa wischte sich die Hände ab und sah Ben an, während sie sich bemüht, ihre Gedanken zu sortieren. „Ja und Nein … Ben, Alex, ich brauche euch dann gleich für eine andere Sache.“ Ihre Stimme war hektisch und wirkte, als wäre sie von etwas aufgewühlt oder beunruhigt.
Der Hintergrund war von einem leisen Knabbern erfüllt, das immer lauter wurde. Alex, die sich umdrehte, entdeckte den Roboterhund, der in einer Ecke des Raumes auf einem Kauknochen kaute. „Ein Haustier,“ sagte Alex begeistert, als sie den ungewöhnlichen Begleiter entdeckte.
Ben hingegen konnte seine Verärgerung nicht verbergen. „Oh Gott, der ist ja ganz schrecklich zusammengebaut. Da fehlen noch einige Schrauben, und die ganzen Kabel gucken heraus. Das kann sich doch keinem antun. Wo kommt der denn her?“ Er sprach schnell und ohne Atempausen, seine Stimme war von Unzufriedenheit und einem gewissen Maß an Abscheu geprägt.
Andisa stand im Raum, sichtlich aufgeregt und ein wenig verwirrt. Sie wusste, dass sie Ben und Alex die Wahrheit über den Roboterhund und die jüngsten Vorfälle erklären musste. Als sie die Gelegenheit fand, stammelte sie: „Ja ... ähm... das muss ich euch gleich mal erzählen.“
Sie atmete tief durch und begann zu erklären: „Das ist eigentlich unser Haustier. Er ist weggelaufen und kam jetzt wieder zurück. Jetzt hatte er aber als erstes Mal Hunger auf die Kabel gehabt, weil die Radiosender gestört haben. Es sind aber leider unsere wichtigsten Kabel gewesen, und es gab eine Explosion.“ Ihre Stimme verriet, dass sie sich Sorgen machte, wie Ben reagieren würde.
Ben, der die Situation mit einem unzufriedenen Blick beobachtete, schnaubte: „Ich hätte nichts dagegen, dem Köter den Hals umzudrehen, also wenn du den loswerden möchtest. Ich mache das ganz schnell.“
Andisa blickte ihn streng an und entgegnete entschieden: „Es werden keine Tiere, egal, ob elektronisch oder nicht, getötet. Vor allem nicht unsere Haustiere.“ Ihre Augen funkelten vor Entschlossenheit und Schutzinstinkt.
Ben zuckte mit den Schultern und murmelte: „Entschuldigung, das klang so, als sei er eine Belastung.“ Er schien etwas zurückhaltender zu werden, als er den ernsten Ton in Andisas Stimme hörte.
Die Spannung zwischen den beiden war deutlich zu spüren, und Andisa setzte ihre Belehrung fort: „Also, wenn du so mit allem umgehst, wundert es mich nicht, dass Alex keine bessere Bildung und Erziehung gekriegt hat. Wenn du so kaltherzig bist.“
Alex, der in der Hitze des Moments nicht auf das Streitgespräch der Erwachsenen achtete, wandte sich der zerstörten Maneka zu. Die Maneka, ein roboterartiges Gerät, war ein wenig auseinandergefallen, und einige ihrer Teile lagen verstreut auf dem Tisch. Alex begann, ohne viel darüber nachzudenken, an den beschädigten Komponenten herumzuschrauben.
Plötzlich erwachte Maneka zum Leben. Ihre Augen leuchteten auf, und sie begann, in abgehackten, mechanischen Tönen zu sprechen: „Hallo. Allesamt. Was? Was? Ist. Den. Passiert? Ben. Alex. Ihr. Seid. Ja. Beide. Da. Wie. Lange. War. Ich. Den. Passiert?“
Alex sah erstaunt auf, als er bemerkte, dass Maneka sich bewegte. „Oh, du bist wieder da! Was ist mit dir passiert?“
Maneka setzte ihre seltsame Art der Kommunikation fort: „Ben. Alex. Ihr. Seid. Ja. Beide. Da. Wie. Lange. War. Ich. Den. Weg?“
Ben trat näher und beobachtete die Szene, doch seine Gedanken waren nicht ganz bei dem Gespräch. Er murmelte leise zu Andisa: „Ich muss gestehen, du fällst in letzter Zeit oft aus. Ich weiß nicht, ob vielleicht...“
Sein Satz verlor sich in der Luft, und Andisa warf ihm einen besorgten Blick zu.
Ben stand noch immer vor der Kiste, die Andisa ihm hingeworfen hatte. Er murmelte leise vor sich hin: „Ob man dich vielleicht für immer ausstellen sollte. Weil ich meine, das kostet Ressourcen, die ständig wieder anzuschmeißen. Guck mal, Alex hat sich richtig Mühe gegeben und dafür sind auch wieder 3 Schrauben, 4 Drähte und 3 Mikrochips draufgegangen. Ist ganz schön teuer, das wäre in meiner Werkstatt 3000 Credits.“
Seine Worte waren nur schwach hörbar, aber Andisa, die inzwischen sichtlich genervt war, hörte sie dennoch. Sie stöhnte und schritt entschlossen nach oben, um mit ihrem Vater zu sprechen. Kurze Zeit später kam sie zurück, und in ihren Händen hielt sie eine große Kiste, die überquoll. „Hier, du Geizhals. Jetzt hör auf, dich zu beschweren und akzeptiere das hier“, sagte sie und schob Ben die Kiste kraftvoll ins Gesicht.
Ben schaute in die Kiste, und sein Gesicht erhellte sich vor Staunen, als er die darin enthaltenen Teile sah. „Das ist ja unglaublich“, murmelte er. „Wie alt sind diese Teile?“
Andisa, die sich nun wieder Alex zuwandte, seufzte tief. „Alex, ich bitte dich nur ungern darum, aber könntest du dir den Roboterhund mal ansehen? Wir müssen ihn vielleicht reparieren. Dieser Sprachchip war sehr wichtig für uns. Es war der einzige, den wir noch hatten.“
Alex, die bisher nur halbherzig an Maneka gearbeitet hatte, richtete ihre Aufmerksamkeit auf den Roboterhund. „Okay... kaputte Androiden gehören repariert“, sagte sie und begann, sich dem Hund zu widmen. Sie konzentrierte sich, doch es war deutlich zu erkennen, dass sie Schwierigkeiten hatte. Ihre Bewegungen waren unkoordiniert, und die Reparaturarbeiten kamen nur langsam voran.
Andisa beobachtete Alex frustriert und entschloss sich schließlich, selbst Hand anzulegen. „Ich versuche es mal selbst“, sagte sie entschlossen. Mit den Vorarbeiten, die Alex bereits geleistet hatte, konnte Andisa die Reparaturen an dem Roboterhund fortsetzen. Nach einigen Minuten konzentrierter Arbeit hatte sie den Hund schließlich wieder zum Laufen gebracht.
„Na, kleiner, geht’s dir besser?“, fragte Andisa mit einer Mischung aus Erleichterung und Sorge.
"„Kalibrierung. Piep Piep Projekt nach Jäger. Seriennummer LQ 841“, antwortete Bladewolf, der Androidenhund, mit einem mechanischen, aber klar verständlichen Ton.
Alex hörte auf und ihre Augen weiteten sich vor Aufregung. „Eine Schnitzeljagd“, rief sie begeistert aus. „Das klingt spannend!“
Ben, der sich inzwischen näher um Bladewolf herumbewegt hatte, starrte den Hund fasziniert an. „Sag mal, hast du gesagt, du bist ein LQ 841? Das sind die besten Hüterhunde, die man jemals zusammengeschraubt hat. Das ist eine alte Serie aus dem Jahr 2114. Wirklich beeindruckend!“
Andisa, die sich etwas entspannter fühlte, aber immer noch leicht verärgert war, hob die Augenbrauen. „Siehst du, nicht alles ist Schrott, Ben“, sagte sie scharf.
Ben, der immer noch auf den Hund fixiert war, inspizierte ihn grob und zog leicht an Bladewolfs Schwanz. „Hmm, es gibt ein paar lose Schrauben hier“, murmelte er, als er den Hund weiter begutachtete.
Plötzlich reagierte Andisa, die sich über Bens Handeln geärgert hatte, scharf. „Bladewolf, Selbstverteidigungsmodus aktivieren!“
Der Hund reagierte prompt und biss Ben schmerzhaft in die Hand. „Autsch!“, schrie Ben und zog die Hand zurück. „Böser Hund!“, rief Alex, als sie die Szene beobachtete.
Ben, nun ziemlich aufgebracht, wandte sich an den Hund und beschimpfte ihn wütend. „Ich glaube, du hast den Arsch offen! Sei froh, dass ich dir den Schwanz nicht abgerissen habe – oder beide Schwänze, du scheiß Köter!“
Andisa, die immer noch zornig über Bens Verhalten war, konterte schnell. „Ja, deinen sollte man mal auch abreißen, wenn du es so sehr darauf anlegst, dich über alles und jeden aufzuregen.“
Bladewolf, offensichtlich durch Bens Beschimpfungen weiter provoziert, schnappt noch einmal nach ihm. Ben konnte gerade noch ausweichen und trat den Hund zur Seite, wodurch Bladewolf einige Schritte zurücktaumelte.
„Ben, du Arschloch!“, schimpfte Andisa, ihre Wut jetzt in vollem Umfang entladen. Sie gab Ben eine schallende Ohrfeige.
Ben, der noch immer von der Ohrfeige, die ihm Andisa verpasst hatte, geschockt und gleichzeitig rot im Gesicht war, stand da, den Blick gesenkt. Irgendwie fand er die Situation gerade auch noch reizvoll, was ihn noch mehr in Verlegenheit brachte. Andisa hatte ihm, obwohl sie wütend war, eine Ohrfeige gegeben, und diese Mischung aus Ärger und Zurechtweisung hatte bei Ben eine unerwartete Reaktion ausgelöst.
Plötzlich stellte sich Bladewolf auf zwei Beine und zog eine Waffe, was die Situation noch angespannter machte. „Bladewolf, nein! Komm her!“, befahl Andisa ernst, als sie den Hund ansah. Bladewolf, der auf den Befehl hörte, fuhr die Waffen zurück und setzte sich wieder brav neben Andisa. „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt für solche Spielereien“, sagte Andisa und streichelte den Hund beruhigend.
„Alex, schau dir so ein Verhalten bloß nicht ab“, warnte Ben, der sich immer noch von der Ohrfeige und der ganzen Situation schockiert fühlte. „Komm mir jetzt nicht auch mit ‚Sitz‘ und ‚Platz‘, auf sowas habe ich keine Lust. Ich sehe schon, wie du mit funkelnden Augen so eine Sache beobachtest.“
Alex, die sich immer noch mit den technischen Details des Roboterhundes beschäftigte, blickte kurz auf und versuchte, die Situation zu verstehen. Plötzlich kam Maneka dazu, um Alex den Unterschied zwischen dem Verhalten von Haustieren und Menschen zu erklären.
„Ein Haustier wird mit einer Leine gefangen, und ein Mensch nicht“, erklärte Alex verwirrt. „Deswegen habe ich auch eine Katze.“ Sie schien den Unterschied zwischen Haustieren und Menschen nicht ganz zu erfassen, was eine kleine Verwirrung auslöste.
Ben schüttelte den Kopf und seufzte. „Wie auch immer“, sagte er und zog den Dragonball hervor.
Ben hielt den Dragonball hoch und betrachtete ihn eindringlich. „Den haben wir auf dem Turnier bekommen. Ich weiß nicht, das passt zu der anderen Deko-Kugel, die bei euch im Vorhof ist.“ Er reichte den Dragonball vorsichtig an Andisa weiter.
Andisa nahm den Dragonball mit einem erstaunten Blick entgegen. Die Kugel war ein auffälliges Stück, das durch ihre orangefarbene Oberfläche und die leuchtend fünf goldenen Sterne darauf ins Auge fiel. Andisa konnte sich nicht vorstellen, was dieser Dragonball bedeutete, geschweige denn, wie er zu der anderen Kugel passen könnte, die sie im Vorhof gesehen hatte. Ihre Neugier war geweckt, doch sie konnte keinen klaren Gedanken fassen.
Ben, sich der Verwirrung und des Staunens, das er bei Andisa auslöste, bewusst, entschuldigte sich kurz und ging nach draußen, um sich eine zu rauchen. „Ich brauche dringend eine Pause“, murmelte er vor sich hin, als er den Gartenbereich betrat. Die frische Luft und der Rauch der Zigaretten sollten ihm helfen, sich zu beruhigen und seinen Kopf frei zu bekommen.
Bladewolf, der Roboterhund, durchstreifte in der Zwischenzeit den Garten auf der Suche nach Schrott. Seine Sensoren suchten nach allen möglichen Teilen, aber leider fand er nichts, was ihm von Nutzen wäre. Der Hund wirkte frustriert, als er sich durch den Garten bewegte.
Währenddessen näherte sich Andisas Mutter Andisa und Alex. „Hey, mein Kind, du hast hier ein Dragonball“, sagte sie mit einer Mischung aus Überraschung und Stolz. Sie wandte sich an die Gruppe, die sich um die Dragonball dreht und begann zu erklären, was sie über diese mysteriösen Kugeln wusste. „Wenn man alle sieben Dragonballs zusammenbringt, kann man sich einen Wunsch erfüllen. Diese Legende ist schon sehr alt, aber es gibt viele Geschichten darüber.“
Ihre Augen glitzerten, als sie sich zu Andisa wandte. „Du solltest dich vielleicht bei den Typen bedanken. Dass er dir den Dragonball gegeben hat, statt selbstsüchtig zu sein, so wie er auch meistens ist.“ Die Mutter zwinkerte ihrer Tochter heimlich zu, während sie einen liebevollen, aber ernsten Blick auf Ben warf, der draußen rauchte.
Ben, der sich draußen immer noch rauchend entspannte, dachte darüber nach, wie er durch das Geschenk der Dragonball einen guten Eindruck auf Andisas Mutter machen könnte. Er stellte sich vor, wie es wäre, wenn er von ihr als zukünftiger Schwiegersohn akzeptiert würde, und das machte ihn nervös, aber auch aufgeregt. Um sich weiter zu beruhigen, zündete sich Ben gleich drei Zigaretten gleichzeitig an. Der Rauch hüllte ihn ein, als er sich an die rauchige Ruhe zurücklehnte, die ihm half, seine Gedanken zu ordnen.
Nach einer Weile kam Ben zurück ins Haus und zog den zweiten Dragonball mit den fünf Sternen hervor. Er hatte diesen Dragonball, den er im Turnier gewonnen hatte, wieder hervorgeholt, um ein Gespräch mit Andisa zu beginnen
“Ich glaube es nicht, aber Alex hat auch schon davon geschwärmt, von Dragonballs.” Ben wandte sich an Alex, ein scharfer Blick in seinen Augen. „Warum hast du nichts davon erzählt? Ach egal, deine Beweggründe sind mir immer ein Rätsel.“ Ben schüttelte den Kopf, unzufrieden mit der Situation.
Andisa und Alex standen nebeneinander, während Ben sich Gedanken über die Dragonballs machte. „Aber dann brauchen wir ja eigentlich nur noch fünf Stück. Und wenn die so leicht zu finden sind wie diese anderen zwei, dann könnten wir uns etwas wünschen. Was würdet ihr euch wünschen?“ Ben wandte sich an Andisa, neugierig, welche Wünsche sie haben könnte.
Andisa, die über die Frage nachdachte, erwiderte: „Das ist eine interessante Frage. Vielleicht könnten wir etwas wünschen, das uns allen zugutekommt. Etwas, das die Welt verbessert oder uns in irgendeiner Weise hilft.“ Sie lächelte leicht, während sie über mögliche Wünsche nachdachte.
Bladewolf, der sich mittlerweile wieder zu den anderen gesellt hatte, sprach aufgeregt: „Wir könnten auch ein Gerät bauen, mit dem ihr dann die Dragonballs suchen könnt.“ Seine digitale Stimme klang fast stolz, als er die Idee präsentierte.
Ben schien von der Idee begeistert. „Das ist eine brillante Idee! Du bist ein ganz schön schlauer Hund. Ich habe sogar gehört, dass diese QR-Reihe von 2114 brillante Spürhunde sein sollten. Wenn wir einen Sensor einbauen könnten, der den Geruchssinn des Hundes auf Dragonballs umprogrammiert, könnte der Hund uns wirklich sehr nützlich sein.“
Alex strahlte vor Begeisterung. „Das heißt, wir gehen auf Schatzsuche! Wie cool wäre das denn?“
Bladewolf schüttelte den Kopf, oder besser gesagt, der Roboterhund signalisierte auf andere Weise, dass er etwas zu korrigieren hatte. „Dragonballs haben keinen Geruch. Sie haben nur eine Energie, die sie ausstrahlen. Es wäre besser, einen Sensor zu entwickeln, der auf diese Energie reagiert.“
Andisa wirkte besorgt. „Das bedeutet, wir müssen also eine Technologie entwickeln, die auf energetische Signaturen reagiert. Und Bladewolf reagiert sehr empfindlich auf Radiowellen, was auch der Grund dafür ist, warum er so viele Radios zerstört hat. Wir müssen darauf achten, dass wir keine Signale verwenden, die seine Sensibilität beeinträchtigen könnten.“
„Wenn die Dragonballs nicht dieselbe Energie wie die Radios haben, könnte es klappen.“ Andisa sprach nachdenklich, während sie die Herausforderung analysierte. Ben hingegen schien weniger geduldig.
„So ein Scheißköter, ich habe genug Probleme mit anderen Leuten,“ murmelte Ben verärgert, seine Geduld schwindend. Dann wandte er sich an Alex, seine Stimme scharf. „Das ist keine Schatzsuche oder ein verdammtes Abenteuer. Wir suchen hier irgendwelche fucking Kugeln, damit das klar ist.“ Ben packte Alex am Kragen, seine Augen funkelten vor Frustration. „Du solltest dich einfach mal benehmen. Das ist kein Kindergarten.“
Alex, die Ben’s Wutausbruch mit einer Mischung aus Verwirrung und Enttäuschung betrachtete, versuchte ruhig zu bleiben. „Es tut mir leid, Ben. Ich wollte nur helfen.“
Andisa, die die angespannte Situation mit Besorgnis beobachtet hatte, trat vor und griff Bladewolf an. „Aber diesmal benimmst du dich,“ befahl sie entschieden und deaktivierte das Notprogramm des Roboters. Bladewolf, der von der plötzlichen Aktion überrascht war, senkte seine optischen Sensoren und schien sich zurückzuhalten.
Die Gruppe war nun auf dem Weg zu Professor Juri Maki, der als der beste Ingenieur in der Nähe galt und für seine Expertise in der Entwicklung von High-Tech-Geräten bekannt war. Die Reise zum Labor des Professors war kurz, aber die Stille auf dem Weg wurde nur von gelegentlichem Geplätscher der Umgebung und dem Geräusch der Schritte der Gruppe unterbrochen.
Als sie schließlich das Laborgelände erreichten, wurden sie herzlich von Professor Maki empfangen. Der Professor, ein freundlicher Mann mittleren Alters mit einer Brille, die ständig rutschte, schüttelte ihnen die Hand und führte sie in sein Labor. Der Professor machte sich umgehend ans Werk. Er begutachtete Bladewolf mit einem kritischen Blick, bevor er verschiedene Werkzeuge und Geräte aus seiner Werkstatt holte. Die Gruppe beobachtete gespannt, wie Professor Maki sorgfältig Komponenten und Schaltkreise zusammenbaute.. Die Stunden vergingen, und schließlich kam Professor Maki mit einem zufriedenen Lächeln aus seinem Labor. „So, hier ist es. Ein speziell entwickeltes Dragonball-Radar, das auf die energetischen Signaturen der Dragonballs reagieren sollte. Es sollte Bladewolf helfen, die Dragonballs zu finden, solange wir die Signatur richtig anpassen.“
Bladewolf testete den neuen Dragonball-Radar sogleich, indem er seine Sensoren kalibrierte und sich auf die Suche machte. Der Professor Maki hatte hervorragende Arbeit geleistet, und der Roboterhund wirkte bereit, die Herausforderung anzunehmen. „Und was kostet das?“ fragte Ben mürrisch, als er den Professor beobachtete.
„Nichts,“ antwortete Maki freundlich. „Aber ich möchte den Radar zurück, sobald ihr fertig seid.“
Ben nickte knapp, dann wandte er sich an Alex. „Alex, ich weiß, du kannst mit anderen Androiden besser kommunizieren. Mach doch was mit dem Köter. Sag ihm, er soll die Fährte von den Dragonballs aufnehmen.“
Alex hockte sich zu Bladewolf herunter und sprach mit ihm. „Komm. Such.“ sagte sie, ihre Stimme sanft und ermutigend. Bladewolf begann sofort, die Daten zu verarbeiten und nach den Dragonballs zu suchen. Andisa reichte ihm ein paar Kabel als Belohnung, während Alex fasziniert zusah.
„Das schaut lecker aus,“ bemerkte Alex, während sie die Kabel betrachtete.
Ben schnaubte verächtlich. „Das wirst du nicht probieren, Alex. Knapper lieber an deinem eigenen Arm herum, bevor du sowas isst.“
„Ausnahmsweise muss ich Ben recht geben,“ stimmte Andisa zu, als sie eine Kapsel aus ihrer Tasche zog. Sie warf sie auf den Boden, und mit einem leichten Zischen erschien ein Auto.
„Ist das etwa ein alter Opel Corsa? Aus dem Jahr 2006?“ Ben war beeindruckt und bestaunte das Auto. „Darf ich fahren, bitte, bitte? Ich wollte schon immer einen Schaltwagen fahren, mit Kupplung.“
„Darf ich fahren? Ich wollte schon immer einen Wagen fahren,“ fragte auch Alex, ihre Augen leuchteten vor Aufregung.
Andisa schüttelte den Kopf und stieg bereits ins Auto. „Ich würde lieber fahren. Du kannst ja den Rückweg fahren,“ sagte sie zu Ben, während sie sich ans Steuer setzte.
„Bladewolf, Laufform halten mit uns bitte, gleichstand,“ befahl Andisa dem Hund, der sich sofort in Bewegung setzte und neben dem Auto herlief.
Ben konnte sich nicht zurückhalten und begann, mit Alex zu meckern. „Alles deine Schuld, Alex. Hättest du mir nicht dazwischen gesprochen, wäre ich jetzt am Steuer.“
Der Wagen rollte über die Landstraße, als Bladewolf plötzlich seinen Standort aktualisierte. „Der nächste Dragonball ist 200 Kilometer nördlich,“ meldete der Roboterhund, bevor er sich in den Kofferraum zurückzog. Andisa nickte und lenkte das Auto in die angegebene Richtung.
Ben und Alex stiegen ebenfalls ein. Ben setzte sich auf den Beifahrersitz hinter Andisa, die konzentriert das Lenkrad festhielt. Der Wagen fuhr gleichmäßig und ruhig, während Andisa Schalt- und Kupplungsbewegungen mit geschickter Präzision ausführte.
Ben beobachtete fasziniert die Bewegungen von Andisa. Jedes Mal, wenn sie etwas fester bremste, lehnte er sich nach vorne, um an ihrem Nacken zu riechen. Der Duft von Minze und Zitrone stieg ihm in die Nase. „Es riecht nach Minze und Zitrone,“ murmelte er träumerisch vor sich hin, während er seinen Kopf in den Nacken von Andisa steckte, ohne dass sie es bemerkte.
Alex, die auf dem Beifahrersitz neben Ben saß, grinste schief. „Lach nicht so bescheuert, Alex. Ich weiß, dass du blöd grinst,“ schnauzte Ben, als er Alex aus den Augenwinkeln musterte.
„Ich lache nicht, ich finde es nur... interessant,“ erwiderte Alex, die sich bemühte, ernst zu bleiben, aber die Situation durchaus amüsant fand.
Plötzlich sprang Bladewolf aus dem Kofferraum. „Bladewolf, warte!“ rief Andisa erschrocken und trat sofort auf die Bremse, als sie den Hund in Richtung Schrottplatz laufen sah. Der Wagen kam abrupt zum Stehen, und Andisa stieg aus, um dem Hund hinterher zu rennen.
Ben und Alex folgten Andisa und stiegen ebenfalls aus dem Auto. „Jetzt wäre die Chance, pinkeln zu gehen, Alex,“ sagte Ben und zeigte auf einen Baum am Straßenrand.
„Aber das macht man doch nicht,“ erwiderte Alex, als Ben provokant gegen den Baum pinkelte. Alex wirkte ein wenig irritiert, doch sein Augenmerk war schnell auf das Auto gerichtet, das nun verlassen am Straßenrand stand.
Ben zog sein Hosenbund hoch und sah sich um, während Andisa und Bladewolf noch damit beschäftigt waren, den Hund wieder in den Kofferraum zu bekommen. In diesem Moment nutzte Alex die Gelegenheit, setzte sich allein hinter das Steuer und startete das Auto.
Mit einer Mischung aus Aufregung und Neugierd steuerte Alex das Fahrzeug vorsichtig durch die Umgebung. Nach ein paar Runden auf dem Schrottplatz – und einem gefährlichen Umweg, der beinahe einen Stacheldrahtzaun gerissen hätte – beschleunigte Alex plötzlich und machte eine plötzliche Notbremsung. Das Auto schlingerte und kam abrupt zum Stillstand.
Ben, der gerade aus dem Baum zurückkam, riss die Fahrertür auf und zog Alex unsanft aus dem Auto. „Was zur Hölle, Alex? Was denkst du dir?“ rief Ben, während er versuchte, Alex von der Fahrerseite zu entfernen.
Bladewolf, der inzwischen wieder aus dem Kofferraum gesprungen war, packte sich Alex und versuchte, ihn von Ben wegzuziehen. Es entstand ein chaotisches Gerangel, bei dem Ben und Bladewolf an Alex zerrten und sich hin und her schoben.
„Leute, lasst das! Aus! Sofort!“ rief Andisa eindringlich. Ihre Stimme war fest, und beide – Ben und Bladewolf – hörten auf, als sie den Ernst in Andisas Tonfall erkannten.
Alex, der sich den einen Moment lang ausgeklinkt hatte, schien noch leicht atemlos, und Ben schnaufte verärgert. „Ben ist ein Haustier?“ fragte Alex provokant, die Augen funkelten vor Aufregung.
„Wenn du nicht sofort...“ begann Andisa, doch sie wurde von Alex unterbrochen. „Ben ist jetzt mein Haustier,“ sagte Andisa und richtete sich entschieden an Alex. „Alex, geh bitte nach hinten. Ben, setz dich wieder hinter mich, und Bladewolf, pass auf ihn auf.“
Ben, der Andisa ein verständnisvolles Nicken schenkte, setzte sich grummelnd wieder auf den Beifahrersitz. Mit einer Mischung aus Trotz und Provokation zündete er sich eine Zigarette an und kurbelte das Fenster herunter, um den Rauch hinauszulassen.
„Dragonball in 8 Kilometern,“ meldete Bladewolf aus dem Kofferraum. Das Auto setzte sich wieder in Bewegung, und die Gruppe fuhr in Richtung des angegebenen Ziels. Ben nutzte die Gelegenheit, um Alex weiter zu ärgern. „Was fällt dir ein, Auto zu fahren? Wie alt bist du, achtzehn? Was wäre gewesen, wenn du über Andisas schöne zarte Beine gefahren wärst? Dann wären sie jetzt platt.“
„Wieso? Ich fahre doch schon seit Jahren,“ erwiderte Alex, dessen Stolz ein wenig gekränkt war. Er versuchte, sich nicht von Bens Kommentaren beeinflussen zu lassen.
Die Fahrt zog sich, doch schließlich erreichten sie den Ort, an dem Bladewolf den nächsten Dragonball lokalisiert hatte. Als sie am angegebenen Ort hielten, stiegen sie aus dem Auto und begaben sich auf die Suche.
„Also, meine Gefährten … und Alex,“ begann Ben, nachdem sie den Dragonball gefunden hatten, „ich hätte nicht gedacht, dass man die so schnell finden kann. Das kann doch nichts Magisches an sich haben, wenn man sie so schnell entdeckt.“
„Genau, schätze ich. Vielleicht muss man sie einfach vergraben oder besser verstecken,“ erwiderte Alex nachdenklich.
Bladewolf, der mittlerweile den Dragonball in der Hand hielt, machte eine überraschende Bewegung. Er schlang den Dragonball in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit hinunter. „Äh, Bladewolf, was machst du da?“ fragte Andisa entsetzt.
Bladewolf kratzte sich an Alex’ Bein und schaute sie mit seinen mechanischen Augen an. „Willst du spielen?“ fragte Alex interessiert.
Bladewolf legte seine Pfote in Alex’ Hand, doch bevor sie richtig reagieren konnte, zog er die Pfote zurück und erbrach den Dragonball in ihre Hand. „Brave Hündchen,“ sagte Alex erfreut und tätschelte Bladewolf auf den Kopf.
„Alex, du brauchst ihn nicht zu streicheln. Die haben sowieso keine Gefühle,“ sagte Ben angewidert. „Das ist nur ein Stück Metall und Draht.“
„Das stimmt nicht ganz,“ entgegnete Andisa, „er besitzt organische Teile vom Vorbesitzer. Das gibt ihm eine gewisse… Persönlichkeit.“
„Ach ja? Würdest du das spüren, du scheiß Köter, wenn ich mein Messer in deinen Bauch reinrammen würde?“ fragte Ben wütend, seine Stimme von Ärger und Frustration geprägt.
„Ben...“ sagte Andisa genervt, „lass das.“
In einem Moment der Unachtsamkeit biss Bladewolf Ben in den Fuß. Ben schrie auf und hüpfte auf einem Bein herum. „Ich habe noch nie so einen unerzogenen Hund gesehen!“ meckerte Ben, während er versuchte, den schmerzenden Fuß zu behandeln.
„Und ich habe noch nie so einen unerzogenen Mann gesehen,“ erwiderte Andisa scharf, die Ungeduld in ihrer Stimme deutlich hörbar.
Während Ben sich mit Bladewolf abmühte und versuchte, sich von dem bissigen Hund zu befreien, nutzte Alex die Gelegenheit, den Dragonball heimlich unter dem Auto zu vergraben. Mit einem schnellen Griff versteckte er die Kugel im Sand, der sich unter dem Fahrzeug gesammelt hatte.
Andisa und Bladewolf diskutierten intensiv. Andisa hatte sich entschlossen, Bladewolf davon zu überzeugen, dass sie ein gutes Herrchen war und sich um ihn kümmerte. Dabei zeigte sie Geduld und Verständnis, was den Hund allmählich beruhigte. Bladewolf begann langsam, sich wieder wohlzufühlen und zeigte eine entspannte Haltung. Ben, der die ganze Situation beobachtete, war so beeindruckt, dass er seine eigenen Schmerzen völlig vergaß.
„Oh Andisa,“ jammerte Ben mit einer übertriebenen Miene, „mir geht es wirklich nicht so gut. Ich müsste mich hinlegen, und der Boden ist so hart. Könnte ich vielleicht meinen Kopf auf deinen Schoß legen?“ Ben übertrieb absichtlich und versuchte, sich als besonders leidend darzustellen.
Andisa schüttelte den Kopf, als sie Ben ansah. „Ben, du bist wirklich unmöglich,“ sagte sie, während sie sich weiterhin um Bladewolf kümmerte.
„Mein Meister, wir müssen weiter,“ jammerte Alex, der besorgt war, dass sie vielleicht noch einen weiteren Dragonball verlieren könnten. „Ich kann nicht noch einen verlieren.“
Währenddessen suchte Bladewolf im Auto nach Verbandszeug und fand schließlich einen kleinen Erste-Hilfe-Kasten. Alex schob Ben sanft ins Auto, und Ben ließ es geschehen, während er weiterhin vorgab, besonders krank zu sein. Alex setzte sich ans Steuer und wollte gerade losfahren, als sie bemerkte, dass der Autoschlüssel fehlte.
„Verdammtes Chaos,“ murmelte Alex und suchte hektisch nach dem Schlüssel.
„Alex, jetzt, wo wir allein sind, was würdest du dir wünschen, wenn wir alle sieben Dragonballs hätten?“ fragte Ben, immer noch in seiner Rolle des kranken Patienten, um die Gelegenheit zu nutzen, eine Antwort zu bekommen.
„Oma sagt immer, man soll sich das Unmögliche wünschen. Also, die Weltherrschaft,“ antwortete Alex fröhlich, ohne sich über die möglichen Konsequenzen Gedanken zu machen.
Andisa hatte bemerkt, dass alle bereits im Auto waren und stieg ebenfalls ein. „Kann ich meinen Kopf auf deinen Schoß legen?“ fragte Ben weiterhin gespielt krank. „Könntest du mir die Öhrchen kraulen?“
„Ben, hör auf mit diesem Theater. Wir müssen jetzt wirklich los,“ sagte Andisa genervt, aber sie konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, als sie Ben anstarrte.
Die Gruppe machte sich auf den Weg zum Krankenhaus. Während der Fahrt setzte Ben seine Show fort und stellte sicher, dass er als besonders krank wahrgenommen wurde.
Als sie am Krankenhaus ankamen, wurde Ben mit einer Trage hereingetragen. Die anderen mussten im Wartebereich warten. Ben, der immer noch in seiner schauspielerischen Rolle steckte, ließ ein durchdringendes Brüllen durch die Gänge hallen, das die anderen Anwesenden aufweckte.
Alex, die sich nun unwohl fühlte, sah sich nervös um, ganz so wie sie es in den Filmen gesehen hatte. In der Ecke des Wartebereichs fand Ben einen kleinen Vorrat an purer Alkohol. Da er sich auf Entzug befand und keine Zigaretten rauchen konnte, gönnte er sich heimlich einen kleinen Schluck des Alkohols, um sich ein wenig zu beruhigen und seine Nerven zu besänftigen.
Alex bemerkte Ben, der sich heimlich betrinken wollte, und ging auf die Suche nach ihm.
Andisa saß auf einer Bank im Wartebereich des Krankenhauses und spielte fröhlich mit Bladewolf. Der Roboterhund genoss die Streicheleinheiten und wackelte zufrieden mit dem Schwanz. Andisa kraulte ihn ausgiebig und redete beruhigend mit ihm, um ihn abzulenken und ihm zu zeigen, dass sie sich um ihn kümmerte.
Währenddessen saß Ben auf einer anderen Bank, noch immer in seiner Rolle des kranken Patienten. Er beobachtete Alex, die nervös durch den Wartebereich schlich. Schließlich wandte er sich an Alex und fragte: „Alex, wie bist du hier hereingekommen? Haben die Ärzte wieder gedacht, dass du mein Kind bist?“
„Ich habe keinen gesehen,“ antwortete Alex nur, ohne weiter ins Detail zu gehen.
Ben runzelte die Stirn und setzte nach: „Alex, wie viele Sterne waren eigentlich auf dem Dragonball drauf?“
„Drei,“ antwortete Alex ohne große Emotionen, als sie sich an den Dragonball erinnerte, den sie vergraben hatte.
„Zeig mal her. Ich würde ihn gerne sehen, wie er aussieht,“ bat Ben, während er sich neugierig nach Alex umdrehte.
„Ich habe ihn vergraben. So wie man das macht mit Schätzen,“ sagte Alex, und ihre Stimme verriet eine Mischung aus Unschuld und Schalk.
Ben starrte Alex schockiert an. Bladewolf, der das Gespräch belauscht hatte, begann sofort zu reagieren. Er registrierte die Information und machte sich, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, auf die Suche nach dem Dragonball. Seine Sensoren waren auf Höchstleistung geschaltet, während er durch den Wartebereich und schließlich nach draußen zum Auto und dem Parkplatz lief, um den versteckten Dragonball zu finden.
Ben, der immer noch sichtlich aufgebracht war, funkelte Alex mit einem ungehaltenen Blick an. „Alex, wenn du nicht so ein süßes Mädchen wärst oder, nun ja, so ein hässlicher Junge, dann hätte ich dir jetzt den Kopf umgedreht,“ fauchte er, die Wut in seiner Stimme kaum verbergend. Es war klar, dass er die Tatsache, dass Alex den Dragonball vergraben hatte, nicht einfach hinnehmen konnte.
Alex, die sichtlich verwirrt und verletzt über Bens harsche Worte war, fragte unschuldig: „Ich verstehe nicht, was hab ich falsch gemacht?“ Ihre Augen suchten nach einer Erklärung, doch sie fand sich schnell in der Rolle der Beschuldigten wieder, ohne wirklich zu verstehen, warum.
Ben ließ die Verzweiflung in seiner Stimme mitschwingen, während er versuchte, Alex zu überzeugen. „Wir wollen die Dragonballs sammeln, Alex. Alle an einem Ort. Es ist wichtig, dass wir sie nicht einfach verstreuen oder vergraben, wie du es gemacht hast. Es geht hier um etwas Größeres, und wir müssen darauf achten, dass wir die Sammlung komplett halten.“
Alex schüttelte den Kopf, unfähig, Bens Argumente zu verstehen oder sich davon überzeugen zu lassen.
Nach einer langen Wartezeit, die Ben seine Geduld und seine Nerven gekostet hatte, erschienen schließlich die Ärzte, um sich um ihn zu kümmern. Die Krankenschwester, die Ben untersuchte, nahm die Verletzung ernst, aber ihre Worte waren beruhigend. „Sie sollten sich eine Zeit lang nicht zu viel bewegen,“ sagte sie mit einem freundlichen, aber professionellen Lächeln. Dann legte sie ihm einen Verband um das Bein und entließ ihn aus der Behandlung.
Ben, der sichtlich erschöpft und müde wirkte, humpelte in den Warteraum, wo Andisa bereits wartete. Ihre Augen blitzten vor Besorgnis, als sie ihn sah. „Wie ist es gelaufen?“ fragte sie, die Sorgenfalten auf ihrer Stirn vertieft.
Ben ließ sich mit einem theatralischen Seufzer auf einen Stuhl sinken. „Andisa, ich hätte es fast nicht geschafft,“ begann er mit schmerzerfülltem Tonfall. „Die Wunde war so tief, und die Blutvergiftung war schon fast an meinem Herzen.“ Seine Stimme klang, als hätte er gerade eine schwere, lebensbedrohliche Prüfung bestanden.
Andisa, die die ernsten Anzeichen der Verletzung durchaus verstand, schüttelte langsam den Kopf. „Es war sicherlich eine tiefe Wunde, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es so dramatisch war. Die Ärzte haben gesagt, es sei ernst, aber nicht lebensbedrohlich.“
Ben hob eine Augenbraue und versuchte, seinen Ausdruck noch verzweifelter wirken zu lassen. „Die Ärzte haben mir gesagt, ich darf nicht mehr alleine schlafen. Es muss immer eine Frau neben mir liegen, um mir die notwendige Körperwärme zu geben. Das ist wirklich wichtig für meine Genesung.“
„Das stimmt nicht. Die Ärzte haben gesagt, du sollst Bettruhe bewahren,“ korrigierte Alex mit einem ernsten Blick, als Ben weiterhin seine dramatische Geschichte über den Zustand seiner Verletzung erzählte. Die andere Gruppe, die die ganze Zeit über aufmerksam zugehört hatte, seufzte und versuchte, sich zu konzentrieren, um den Tag ohne weitere Komplikationen zu beenden.
Nach dem Krankenhausbesuch machten sich alle wieder auf den Weg zurück zur Farm. Die Atmosphäre war angespannt, vor allem wegen Bens ständiger Übertreibungen und der Missstimmungen, die daraus entstanden waren. Als sie schließlich zu Hause angekommen waren, stieg Andisa aus dem Auto und begann, Bladewolf aufzuladen. Dabei fiel ihr auf, dass der Hund ungewöhnlich schwer war.
„Bladewolf, was hast du gegessen?“ fragte Andisa besorgt, als sie den Hund anstarrte und die zusätzliche Schwere bemerkte.
„Blei und Schrott,“ antwortete Bladewolf mit einem mechanischen Tonfall, der keinerlei Emotionen verriet.
„Aber das kann nicht alles sein,“ sagte Andisa, während sie sich einen Scanner holte und den Hund gründlich abscannte. Der Scanner piepte und gab eine detaillierte Analyse des Inhalts preis. Andisa starrte auf die Ergebnisse und wurde zunehmend besorgt. „Bladewolf, warum lügst du mich an? Das ist nicht nur Blei und Schrott. Also was hast du wirklich gegessen?“
Bladewolf blieb einen Moment lang ruhig, bevor er schließlich antwortete: „Ich habe einige der Dragonballs geschluckt, um sie vorübergehend zu verstecken. Ich dachte, es wäre sicherer, sie so zu verwahren, bis wir alle zusammenhaben.“
Ben, der die Diskussion aus dem Hintergrund beobachtete, war fassungslos. „Wieso kann dieser scheiß Köter lügen? Nicht mal Alex kann das,“ murmelte er verärgert, als er den unerwarteten Trick des Hundes erfuhr.
Alex, der gerade dabei war, die Situation zu erfassen, antwortete ruhig: „Androiden sind nicht für das Lügen programmiert. Sie sind darauf ausgelegt, dem Meister zu gehorchen und die Befehle auszuführen. Wenn Bladewolf also eine Handlung vorgenommen hat, dann wahrscheinlich, weil er dachte, es wäre das Beste, um die Dragonballs zu schützen.“
Bladewolf spuckte den Dragonball aus, der mit voller Wucht gegen die Wand krachte. Der Aufprall hinterließ einen deutlichen Knall und eine kleine Delle in der Wand, als die Kugel zu Boden fiel. Andisa ging schnell zu Bladewolf, um zu überprüfen, was der Hund ausgespuckt hatte. Sie winkte Ben und Alex heran, um ihnen zu zeigen, was passiert war.
Ben, der sich immer noch über die ganze Situation ärgerte, schüttelte den Kopf. „Siehst du, Alex, genau deswegen wollte ich nie Haustiere,“ sagte Ben mit einem Ausdruck von Frustration in seinem Gesicht.
Andisa, die sich um Bladewolf kümmerte, schloss ein Modul an den Hund an und versetzte ihn in den Ruhemodus, um sicherzustellen, dass er nicht weiter Probleme machte. Als der Hund endlich ruhig war, drehte sich Andisa um und deutete auf den Dragonball, der nun am Boden lag.
Ben wandte sich an Alex, der sich gerade den beschädigten Dragonball ansah. „Alex, bevor wir nachschauen, könntest du mir bitte die Zigarette anzünden? Mein Arm tut so weh, dass ich das alleine nicht kann,“ fragte Ben mit einer Mischung aus Freundlichkeit und Dringlichkeit.
Alex, der Ben mit einem ernsten Blick ansah, schüttelte den Kopf. „Nein,“ antwortete Alex knapp und ohne jegliche Anzeichen von Mitgefühl.
„Doch... Alex, kannst du mir die Zigarette anzünden?“ wiederholte Ben seine Bitte, diesmal etwas dringlicher.
Alex seufzte und erklärte geduldig: „Erstens ist es ungesund zu rauchen. Zweitens wolltest du doch aufhören zu rauchen, und drittens hat Oma gesagt, ich soll jeden dritten Befehl nicht befolgen.“
“Ach, seit wann hörst du auf eine Oma? Die alte Schreckschraube,” ätzte Ben, der seine Verärgerung kaum verbergen konnte.
„Die alte Schreckschraube steht hinter dir und das schon seit zehn Minuten,“ entgegnete Andisa scharf, während sie hinter Ben stand. Ben drehte sich um und sah tatsächlich eine ältere Frau, die sich mit einem besorgten Gesichtsausdruck näherte.
Alex, der den Auftritt der Frau bemerkt hatte, wandte sich dem Schrank zu. „Okay, ich schaue nach, was Bladewolf verschluckt hat,“ sagte sie und öffnete den Schrank. „Das ist ja mein Schatz... er hat meinen Schatz gefunden. Ich muss ihn wohl tiefer vergraben,“ murmelte Alex vor sich hin, während sie den Dragonball entdeckte.
„Du hast wohl einen an der Waffel, Alex. Gib den Dragonball schön brav her,“ befahl Ben, der ungeduldig wurde.
Alex übergab Ben den Dragonball, und dieser humpelte zu Andisa, die ihn bereits erwartete. „Passt gut auf. Er darf ihn nicht kriegen. Alex hat ein Faible für Schätze,“ warnte Ben Andisa, während er den Dragonball in ihre Hand legte.
Andisa nahm den Dragonball entgegen und nickte, während sie ihn sicher in ihrer Hand hielt. „Ähm, ja, ich passe auf,“ sagte sie, etwas unsicher, aber entschlossen, das wertvolle Artefakt zu schützen.
Alex, die immer noch am Schrank stand, seufzte. „Das stimmt nicht. Die Ärzte haben gesagt, du sollst Bettruhe bewahren,“ korrigierte sie Ben erneut.
Als die Gruppe wieder zu Hause ankommt, beginnt Andisa sofort damit, Bladewolf aufzuladen. Doch bei der routinemäßigen Kontrolle fällt ihr etwas Merkwürdiges auf: Der Hund scheint schwerer als gewöhnlich. Besorgt und neugierig fragt sie: „Bladewolf, was hast du gegessen?“
„Blei und Schrott,“ antwortet Bladewolf mit seiner typischen, unbeeindruckten Stimme.
„Aber das ist nicht so schwer,“ entgegnet Andisa skeptisch, während sie einen Scanner holt und Bladewolf damit abscannt. Die Scanneranzeige zeigt ungewöhnliche Daten an, die auf mehr als nur Blei und Schrott hindeuten.
„Bladewolf, warum lügst du mich an? Das ist nicht nur Blei und Schrott. Also, was hast du wirklich gegessen?“ fragt Andisa erneut, ihre Stimme fest und entschlossen.
Ben, der die Szene aus der Ferne beobachtet, fragt sich in Gedanken: „Wieso kann der scheiß Köter lügen? Nicht mal Alex kann das.“ Sein Unmut über die Situation ist deutlich spürbar.
„Androiden sind nicht für das Lügen programmiert. Sie sind da, um dem Meister zu gehorchen,“ erklärt Alex, die sich dem Thema aus technischer Sicht annimmt.
In dem Moment, als ob Bladewolf die Unterhaltung mitbekommen hätte, beginnt er plötzlich zu husten. Schließlich spuckt er den Dragonball aus, der mit voller Kraft gegen die Wand kracht und dort zerschellt. Die Splitter des Dragonballs fliegen durch den Raum, und die Zerstörungskraft ist deutlich zu spüren.
„Siehst du, Alex, genau deswegen wollte ich nie Haustiere,“ schimpft Ben und deutet auf die Trümmer der Wand. Die Enttäuschung und Frustration in seiner Stimme sind unüberhörbar.
In der Zwischenzeit, als Andisa ein Modul an Bladewolf anschließt und ihn in den Ruhemodus versetzt, wendet sich Ben an Alex, der in der Nähe steht.
„Alex, bevor wir nachsehen, kannst du mir bitte die Zigarette anzünden? Mein Arm tut so weh, dass ich das alleine nicht kann,“ fragt Ben mit einem Anflug von Höflichkeit, obwohl sein Tonfall eher fordernd ist.
„Nein,“ antwortet Alex entschieden.
„Doch... Alex, kannst du mir bitte die Zigarette anzünden?“ wiederholt Ben mit einem ungeduldigen Unterton.
„Erstens ist es ungesund zu rauchen. Zweitens wolltest du aufhören zu rauchen, und drittens hat Oma gesagt, ich soll jeden dritten Befehl nicht befolgen,“ erklärt Alex ruhig.
„Ach, seit wann hörst du auf deine Oma? Die alte Schreckschraube,“ ätzt Ben sichtlich genervt. „Sie steht eh nur im Weg.“
„Die alte Schreckschraube steht hinter dir und das schon seit zehn Minuten,“ sagt Andisa, die gerade fertig ist, Bladewolf in den Ruhemodus zu versetzen und Ben von der Seite ansieht.
Ben dreht sich überrascht um, und als er die alte Frau tatsächlich hinter sich sieht, wird ihm klar, dass er sich erneut mit der ständigen Präsenz der Großmutter auseinandersetzen muss. „Oh, ähm, hallo Oma,“ sagt er halbherzig.
Andisa, die die Situation bemerkt hat, wechselt das Thema. „Alex, kannst du bitte schauen, was Bladewolf verschossen hat?“ fragt sie nachdrücklich.
„Okay,“ sagt Alex und geht zum Schrank, in dem Bladewolf seinen Dragonball „versteckt“ hat. Sie öffnet die Schranktür und beginnt, die Einzelteile durchzusehen.
„Das ist ja mein Schatz...“ murmelt Alex leise vor sich hin, als sie den Dragonball unter den Trümmern entdeckt. „Er hat meinen Schatz gefunden. Ich muss ihn wohl tiefer vergraben.“
Ben, der immer noch mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelt, macht sich auf den Weg zu Andisa, während er den Dragonball sorgfältig in der Hand hält. Die Frustration über Alex’ unbedachtes Verhalten ist ihm deutlich anzusehen. Mit einem letzten Blick auf Alex, der noch immer etwas verwirrt wirkt, überreicht Ben den Dragonball an Andisa.
„Passt gut auf diesen Dragonball auf,“ sagt Ben mit einem eindringlichen Ton in der Stimme. Er wirkt dabei besonders ernst, fast so, als ob sein Leben von der sicheren Aufbewahrung dieses kleinen, glänzenden Objekts abhängt. „Er darf ihn nicht kriegen. Alex hat ein echtes Faible für Schätze.“
Andisa nimmt den Dragonball mit großer Sorgfalt entgegen. Ihre Augen mustern die kleine, leuchtende Kugel, die in der Sonne funkelt. Sie schiebt ihn in eine spezielle Aufbewahrungskapsel, die sie bei sich trägt. Diese Kapsel sieht aus wie ein gewöhnliches, unscheinbares Metallbehältnis, ist aber speziell dafür gemacht, wertvolle oder empfindliche Gegenstände sicher zu verwahren. Die Kapsel schließt sich mit einem leisen Klick, als Andisa den Dragonball hineinlegt und den Deckel verschließt.
„Ähm, ja, ich passe auf,“ bestätigt Andisa, während sie die Kapsel sicher in eine Tasche steckt, die sie um die Schulter trägt. Ihre Miene ist ernst, und sie wirkt entschlossen, die Verantwortung für den Dragonball zu übernehmen und sicherzustellen, dass er nicht wieder verloren geht.
Eine neue Reise
Es sind schon zwei Tage vergangen, seit alle den Dragonball gefunden haben. Alle sitzen am Frühstückstisch. Ben präsentiert sein verletztes Bein mit dem Verband, der gewechselt werden müsste. Man merkt, dass es Ben nicht gut geht. Das liegt daran, dass er sich wegen extremem Koffein-, Nikotin- und Alkoholentzug schlecht fühlt, da er sich benehmen möchte.
Am Tisch essen alle die Pfannkuchen, die Maneka und Alex zubereitet haben. Plötzlich beginnt Bladewolf zu zucken und zu zittern. Andisa eilt sofort zu ihm und überprüft seine Schaltkreise, um ein mögliches Problem zu finden.
„Bladewolf, was fehlt dir? Was ist mit dir los?“ fragt sie besorgt, während sie ihn untersucht. Bladewolf ignoriert Andisa jedoch und zeigt keine Reaktion. Obwohl sie keinen offensichtlichen Fehler entdeckt, erkennt sie in Bladewolfs Augen, dass etwas nicht stimmt. Seine Augen flackern in verschiedenen Farben.
„Ein kaputter Android gehört repariert“, sagt Alex und betrachtet Bladewolf aufmerksam. Alex erkennt sofort, dass Bladewolf ein unfreiwilliges Update erhält.
Der Dragonball-Radar zeigt den nächsten Dragonball an. Kein anderes System funktioniert mehr, nur der Radar. "Das ist eine Schatzkarte. Wir müssen den Schatz ausbuddeln," sagt Alex freudig, als sie den Radar sieht.
Bladewolf kommt langsam wieder zu sich und scheint das Wissen und den Drang erhalten zu haben, den Dragonball zu finden. Andisa ist jedoch völlig außer sich. "Alex? Wird er wieder? Können wir irgendwas tun, um das demnächst zu verhindern?" fragt sie besorgt.
"Wieso verhindern? Es ist doch eine Schatzkarte. Wieso sollte man verhindern, dass er weitere Schatzkarten bekommt? So finden wir noch mehr Schätze," fragt Alex verwirrt.
"Weil diese Schatzkarte Bladewolf fast dazu brachte, seine ganzen Systeme runterzufahren," jammert Andisa. Sie geht erneut zu Bladewolf und überprüft noch einmal all seine Programme. Ben rollt nur mit den Augen und sagt sarkastisch: "Ich hab von Anfang an gesagt, dass dieser Köter nicht richtig programmiert ist. So ein tolles Modell von der Alpha-X-Reihe, aber ständig sind solche Fehlprogrammierungen drin. Also, ich wäre dafür, dass er für immer abgeschaltet wird."
Andisa wird wütend und entgegnet: "Ach, soll ich dich für immer abschalten oder mach es besser, Ben." Sie klatscht Ben eine Ohrfeige. Bladewolf, der dies sieht, geht auf Ben zu und will ihm eine Kopfnuss geben, doch Alex stellt sich dazwischen. "Böser Hund. Fass meinen Meister nicht an," sagt Alex und stellt sich schützend vor Ben. "Sitz!" Doch Alex bekommt die Kopfnuss von Bladewolf ab.
Ben ist begeistert von der Ohrfeige von Andisa, doch ihm geht es gar nicht gut. Er beginnt noch stärker zu schwitzen, da der Entzug ihm stark zusetzt. Andisas Mutter schaut zu Andisa. "Und? Was sagt die Karte? Wo ist der nächste Dragonball versteckt?" fragt die Mutter neugierig.
"Schau nur. Das System hat sich verselbstständigt. Du weißt, wie ich sowas hasse," meckert Andisa.
Die Mutter versucht, die Situation zu beruhigen und lenkt das Gespräch zurück auf die Schatzkarte. "Und was sagt die Karte? Wo ist der nächste Dragonball versteckt?" fragt sie neugierig.
"Das System hat sich verselbstständigt. Du weißt, wie ich sowas hasse," meckert Andisa.
Ayleen, Andisas Mutter, bleibt jedoch unbeeindruckt und versucht weiter, die Stimmung aufzuhellen. "Das klingt doch eher so, als würde der Dragonball nach euch rufen. Das klingt nach einem spannenden Abenteuer. Alex, du hast die Welt noch gar nicht gesehen. Das wäre doch sicher ein schönes Abenteuer für dich. Auf Abenteuer wird man erwachsen, habe ich gehört."
"Du gehst doch auch gerne auf Abenteuer. Dann führst du Bladewolf mal raus. Dann sieht er die weite Welt und benimmt sich vielleicht einmal. Ich glaube, ihm fehlt nur etwas frische Luft," versucht die Mutter weiter, Andisa zu überzeugen. Sie streichelt Bladewolf und liest die Daten. "Das weiß doch jeder, wo das ist. Das ist die große Wüstengegend. Ich glaube, dort gibt es eine Stadt, aber was weiß ich schon," gibt Ben an. "Dort ist viel Sand. Also Badesachen nicht vergessen," fügt Alex hinzu und beginnt, den Koffer zu packen.
Seufzend lässt sich Andisa überreden und lässt Maneka alles packen.
Während alle die Koffer packen, beißt Bladewolf in Bens Androidenarm. Alex versucht, Bladewolf festzubinden. Ben sitzt mit einem verbundenen Bein im Sessel, sein Androidenarm liegt am Boden. Total blass und verschwitzt sagt Ben ruhig: "Macht das ohne mich, ich hab keinen Bock."
"Aber Meister," sagt Alex. Andisa schaut zu Bladewolf. "Bladewolf, reparier das sofort." Der Hund geht schnell das Reparaturkit holen. In der Zwischenzeit klebt Alex den Arm mit Klebeband an. "So, das hält," sagt Alex stolz.
"Weißt du was, wie wäre es, ihr fahrt schon mal und Maneka und ich reparieren Bens Arm. Sowas dauert eine Weile. Sucht euch aus, was ihr mitnehmen wollt, wir haben verschiedene Kapseln," schlägt Andisas Mutter vor. "Ok, aber ich bringe euch ganz viele Sachen," lacht Alex. "Oh, du willst mir Souvenirs mitnehmen, so ein süßes Kerlchen," sagt die Mutter und kneift Alex in die Wangen. "Ich brauche einen großen Koffer oder nein, ein Auto ist besser, da passt viel mehr hinein. Ich kann sowieso Auto fahren."
"Nein, kein Auto," hört man leise von Ben. "Für Alex kein Auto. Aber du kannst mir auch was mitnehmen. Eine Waffe vielleicht, um den scheiß Köter zu erschießen," sagt Ben immer leiser und schwächer. "Ok," sagt Alex wie ein Soldat.
Andisa zählt auf, was für Kapseln sie hat.
“Ich wäre für ein Flugzeug, da Ben sagt, ich darf nicht Autofahren, könnte ich uns stattdessen fliegen," bietet Alex an. Bladewolf versucht, sich an Andisa anzuschleichen und ihr eine Kapsel zu klauen, doch er ist gerade sehr tollpatschig und fliegt über seine eigenen Beine. Andisa bemerkt das sofort und schaut ihn böse an. "Frecher Hund, wann kannst du dich mal bitte einmal benehmen," schimpft Andisa.
Während Andisa mit Bladewolf schimpft, zieht Ben Alex ganz nah zu sich. "Bitte benehme dich. Ich kann nicht mitkommen. Mir ist wirklich nicht gut. Ich brauche Alkohol, ich brauche Zigaretten und ich würde die ganze Zeit rauchen, aber was sollen die Leute denn von mir denken? Benimm dich bitte, Alex. Pass auf Andisa auf. Ich würde am liebsten mitkommen und euch alle beschützen vor den Gefahren in der Wüste, aber ich schaffe das nicht. Wie wäre es mit Dielex? Wenn du ihn aus der Garage holst und ihn quasi als deinen Begleiter mitnimmst. Bladewolf würde Andisa beschützen, aber wer beschützt dich, Alex?"
Alex blickt zu Ben. "Ich beschütze doch alle," sagt Alex entschlossen. "Nimm bitte Dielex mit, wenigstens als Taschenlampe, damit du nachts keine Angst hast, auf Toilette zu gehen," sagt Ben besorgt. "Androiden müssen nicht auf die Toilette," erwidert Alex.
Ben ist zu erschöpft, um weiter mit Alex zu diskutieren. Alex geht in die Werkstatt, um Dielex aufzudrehen. "Beschütze Meister Ben," sagt Alex ernst zu Dielex. "Ma Ma Meister," antwortet Dielex und klickt mit seinen Taschenlampenaugen. "Und gib ihm das, wenn er aufwacht," befiehlt Alex und gibt Dielex eine Wodkaflasche.
"Verdammte Scheiße, ja, verdammte Scheiße, ja," murmelt Dielex und umarmt Alex. "Liebe ist was für Schwächlinge," sagt Dielex und stellt sich neben Ben, seine Taschenlampenaugen blinken wie Morsezeichen.
Ayleen, Andisas Mutter, steht vor der Tür und schaut stolz auf alle. "Ihr seid alle so groß geworden in dieser kurzen Zeit. Ich bin so stolz auf euch. Das macht ihr schon. Bringt uns was Schönes mit für die Farm, und ihr werdet eine ganz tolle Zeit haben, da bin ich mir sicher. Seht es doch als Urlaub, man kommt ja sonst nicht in eine Wüste," sagt Ayleen stolz.
"Ja, Mama, schon gut," antwortet Andisa genervt. Alex nimmt einen großen Koffer mit, der so groß ist wie sie selbst. Der Koffer wird in einer Kapsel verstaut, sodass sie nur noch auf einen Knopf drücken muss, um ihn auszupacken. Andisa geht vor die Tür und wirft eine Kapsel auf den Boden. Ein Flugzeug erscheint. Es ist ein passables Flugzeug mit Antrieb und genau vier Plätzen. Alex rennt als Erstes los, Bladewolf hinterher.
Andisa stieg als Letzte in das Flugzeug und schloss die Tür hinter sich. Ayleen, ihre Mutter, stand draußen und winkte ihnen ein letztes Mal mit einem Küchenhandtuch zu, während sie ihnen herzliche Küsschen zuwarf. "Wir sehen uns in ein paar Tagen, passt auf euch auf und schickt mir ein Telegramm oder sowas," rief sie ihnen nach.
Alex, der sich schon seit langem auf das Fliegen gefreut hatte, setzte sich entschlossen auf den Platz des vermeintlichen Piloten. Doch als sie sich anschnallen wollte, bemerkte Alex, dass sich die Pilotenkonsole auf der gegenüberliegenden Seite befand. Stattdessen landete Alex auf dem Copilotensitz. Damit lag die Verantwortung für das Steuer nun bei Andisa, die sich in den Pilotensitz setzte und die Kontrollen prüfte.
Während Andisa die letzten Vorbereitungen traf, warf sie einen Blick auf Bladewolf, der ruhig neben ihr stand und sich bereit machte für den Flug. Das Flugzeug brummte leise, als es sich in Bewegung setzte, und bald darauf schwebten sie in die Lüfte, bereit für ihr Abenteuer in der Wüste.
„Darf ich dich einmal verkabeln mit dem Cockpit-Monitor, damit wir die Karte auch alle sehen können?“ fragte Andisa und begann, einige Kabel zwischen Bladewolf und dem Flugzeug zu verbinden. Die Verbindungen waren rasch hergestellt, und das Flugzeug begann, sich langsam in die Luft zu erheben.
Nachdem der Start erfolgreich verlaufen war, schwebte die Maschine majestätisch durch die Lüfte. Die drei Passagiere flogen entlang der Koordinaten, die auf dem Radar angezeigt wurden. Der Arm des Radars, der die Richtung zum nächsten Dragonball anzeigte, wurde mit jedem Kilometer kleiner und kleiner, während die Landschaft unter ihnen sich veränderte.
Sie überflogen einen großen Wald, dessen Bäume wie winzige grüne Punkte unter ihnen schimmerten. Weiter ging es über eine weite Wildnis, deren endlose Weiten Erinnerungen an die Stelle wachriefen, an der sie den ersten Dragonball gefunden hatten. Von oben konnten sie noch die Spuren von Bladewolf sehen, die im Boden eingegraben waren – die Markierungen und Vertiefungen, die er hinterlassen hatte, als er die Kugel ausgebuddelt hatte. Die Landschaft unter ihnen verwandelte sich allmählich in ein faszinierendes Muster aus Farben und Formen, während sie sich ihrem nächsten Ziel näherten.
Doch die Landmarke auf dem Radar wurde immer kleiner, während die Weite des Horizonts sich veränderte. Am Rand des Sichtfeldes erschien ein großes Meer, dessen Oberfläche in der Sonne funkelte und glänzte wie ein riesiges, strahlendes Juwel. Alex, der am Fenster saß, betrachtete fasziniert die glänzende Wasserfläche und die sanften Wellen, die im Sonnenlicht schimmerten.
Bladewolf, der in den Cockpit-Monitor blickte, registrierte das nahende Ziel auf der Karte. „Es ist nicht mehr weit“, bemerkte Bladewolf und richtete seine Sensoren auf die Anzeige. Auf dem Monitor war ein kleiner Kontinent sichtbar, der sich als kreisrunde Erdmasse auf der Karte abzeichnete. Diese Region war hauptsächlich von Wüste bedeckt, was durch die sandfarbenen und kargen Flächen auf dem Display deutlich wurde.
In der Mitte dieses Wüstenkreises erkannten sie zwei Punkte, die sich etwas dunkler vom Rest der Wüste abhoben. Einer dieser Punkte war schwarz und schien eine große Stadtmauer darzustellen. Bladewolf projizierte diese Informationen auf einen zusätzlichen Monitor, sodass alle Passagiere einen klaren Überblick über das kommende Ziel hatten.
Mit jedem Augenblick wurde die Landmasse unter ihnen immer größer und deutlicher.
Andisa konzentrierte sich auf die Suche nach einem geeigneten Landeplatz. „Ich habe das Gefühl, hier wird’s sehr unterschiedlich. Ich hoffe, dass ich eine gute Landung hinkriege“, sagte sie besorgt, während sie den Motor des alten Flugzeugs ausschaltete. Die Maschine, die schon einige Jahre auf dem Buckel hatte und daher nicht mehr in bestem Zustand war, begann heftig zu ruckeln. Aus dem Auspuff strömte schwarzes Kerosin, und das Flugzeug hustete fast wie ein kranker Organismus, während es langsam zur Erde sank. Ein dumpfer Knall kündigte die Landung an, doch glücklicherweise kam die Maschine sanft auf dem Boden auf. Andisa atmete erleichtert auf. „Das ist schon mal ein kleiner Gewinn. Diese Maschine ist deutlich bruchanfälliger als gedacht“, stellte sie fest und ließ ihren Blick besorgt über die Umgebung schweifen. Bladewolf, der sich auf die Ankunft vorbereitet hatte, zog plötzlich die Armatur heraus und befreite Alex ruckartig aus seinem Gurt. Andisa, etwas verwirrt von der unerwarteten Aktion, versuchte, das Flugzeug wieder in die Kapsel zu bekommen. Mit einem großen Knall und einer dichten Rauchwolke verschwand das Flugzeug schließlich in der Kapsel, wobei nur die Landebeine sichtbar zurückblieben. Als die drei endlich ausstiegen, empfing sie die glühende Wüstenhitze. Die Sonne brannte gnadenlos auf sie herab, und die drückende Hitze war nahezu unerträglich. Die sengende Wärme strahlte förmlich auf ihren Köpfen, während sie sich mitten in der endlosen Wüste wiederfanden.
Die Wüste
Alex durchsuchte hastig ihre Ausrüstung auf der Suche nach der Sonnencreme. „Ich habe die Sonnencreme vergessen. Habt ihr eine einstecken?“ fragte sie besorgt in die Runde. Andisa, die ihre Tasche durchwühlte, fand glücklicherweise eine fast leere Flasche Sonnencreme. Sie gab sie Alex mit einem resignierten Seufzer.
Die drei standen nun inmitten der endlosen Wüste, umgeben von nichts als Sand und Hitze. Alex ging ein paar Schritte, um sich einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Während sie umherschaute, entdeckte sie zufällig einen kleinen Mikrochip, der im Sand verborgen lag. Heimlich steckte sie ihn ein, ohne dass jemand etwas bemerkte.
Andisa richtete ihren Blick auf den Horizont und entdeckte in der Ferne auf der linken Seite eine Kalkwende. Auf der rechten Seite schien der Wüstenabschnitt tiefer zu sein, und dort zeichneten sich kleine schwarze Strukturen ab, die wie Bauten wirkten. „Leute, ich glaube, dort hinten sind Bauten. Es könnte sein, dass dort Leute sind“, bemerkte Andisa, ihre Stimme durchzogen von einem Hauch Hoffnung.
Alex schüttelte jedoch den Kopf und schnaubte ungeduldig. „Das ist doch egal. Wir müssen der Schatzkarte folgen.“ Sie holte den Koffer hervor und begann, den Wüstensand mit einem Schaufelwerkzeug in den Koffer zu füllen. Ihre ungeduldige Energie war förmlich greifbar.
Alex wandte sich an Bladewolf, der neben ihnen stand. „Blöder Köter, wo müssen wir lang? Zeig uns die Karte.“ Ihre Stimme war scharf und fordernd. Doch Bladewolf reagierte nicht wie gewünscht. „Nicht auf diesen Befehl“, weigerte sich der Hund entschlossen.
Alex, enttäuscht und frustriert, wendete sich an Bladewolf: „Aber Ben hat gesagt, du heißt blöder Köter.“ Die Enttäuschung in ihrer Stimme war unverkennbar.
Andisa, die die angespannte Situation beobachtete, versuchte es auf eine freundlichere Art. „Bladewolf, zeig uns bitte nochmal die Karte“, bat sie mit einem sanften Ton.
Bladewolf, der sich in einem Moment der Rebellion befand, versuchte, Alex anzurennen. Doch Alex, die bereits auf solche Bewegungen vorbereitet war, wich mühelos aus und hielt die Situation unter Kontrolle.
Andisa beugte sich über die Karte, die auf dem Koffer ausgebreitet war, und studierte die Koordinaten sorgfältig. Die Karte zeigte einen orangefarbenen Punkt, der anzeigte, wo der nächste Dragonball versteckt sein sollte. Andisa stellte fest, dass dieser Punkt in die Richtung der Kalkwände führte. Ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen und Entschlossenheit, als sie die genaue Richtung bestimmte.
Währenddessen scannte Bladewolf Alex von oben bis unten mit seiner hochentwickelten Sensorik. Der Hund bemerkte sofort die verschiedenen Technologien, die Alex an sich trug. Besonders auffällig war das kaputte Headset, das Alex am Kopf hatte, sowie ihr modifiziertes Auge. Als Bladewolf weiter nach unten scannte, erfasste er viele nicht-organische Teile, die in Alex' Ausrüstung und Kleidung integriert waren. Besonders interessant war der kleine Mikrochip, den Alex heimlich aufgelesen hatte und der sich in einer ihrer kleinen Taschen versteckte.
„Technologie geortet… Technologie geortet,“ meldete Bladewolf laut und deutlich. Seine Stimme hallte durch die stille Wüste, während die anderen ihn besorgt ansahen.
Andisa, die die Meldung hörte, war sofort verwirrt. Sie wusste, dass Bladewolf ein eigenwilliges System hatte und dass seine Technologie oft einen Kern fand, aber das, was er gerade sagte, war ungewöhnlich. „Bladewolf, scanne mal, welche Art von Technologie du geortet hast,“ forderte Andisa, die bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte.
Bladewolf analysierte den Mikrochip und meldete: „Datenträger erkennbar.“ Seine Stimme klang neutral, aber die Technologiefähigkeiten des Androiden machten deutlich, dass er einen fortschrittlichen Scan durchführte. Alex, die das Geräusch von Bladewolf vernahm, schüttelte ungeduldig den Kopf und korrigierte den Hund: „Mein ganzer Körper ist Technologie. Ich bin ein Android, was erwartest du?“
Doch Andisa, die die Situation genau beobachtete, wusste, dass die Technologie von Bladewolf und Alex nicht identisch war. Sie versuchte, die Spannung zwischen den beiden zu beruhigen und sagte: „Alex, Androiden sind nicht gleich Androiden. Vielleicht hat Bladewolf etwas entdeckt, das du selbst noch nicht weißt.“
Bladewolf, der seine Aufgabe ernst nahm, schlich sich heimlich hinter Alex und biss in ihre Tasche, um den Mikrochip herauszuziehen. Alex wehrte sich sofort und schlug Bladewolf mit einem Ellbogenschlag. „Das ist Diebstahl!“, rief sie entrüstet.
Andisa, die zwischen den beiden stand, versuchte, die Situation zu deeskalieren. „Leute, jetzt beruhigt euch mal wieder. Alex, wer weiß, was auf dem Chip drauf ist. Vielleicht gehört er jemandem, und wir müssen ihn zurückgeben. Oder wir könnten herausfinden, wo sich die anderen Dragonballs befinden.“ Mit ein wenig Überredungskunst gelang es Andisa, Alex' Entdeckergeist zu wecken.
Währenddessen setzte Bladewolf seine Untersuchung des Mikrochips fort. Er schlug den Chip sanft gegen seine integrierten Lesegeräte und versuchte, die gespeicherten Daten zu entschlüsseln. Plötzlich leuchteten seine Augen kurz blau auf, und ein Hologramm erschien in der Luft. Es stellte sich heraus, dass der Mikrochip ein Touristenführer war – ein ungewöhnliches, aber nützliches Artefakt, das möglicherweise wertvolle Informationen über die Umgebung und eventuell auch über die Dragonballs bereithielt.
Das Hologramm begann zu sprechen, und eine automatische, leicht mechanische Stimme ertönte: „Herzlich willkommen, meine Reisenden. Dies ist der Ort, von dem ich nur träumen könnte, ihn zu kennen. Hier weiß man nicht, ob man es weiß oder nicht. Deshalb, wenn ich es nur wüsste... hahaha. Zu Ihrer Linken sehen Sie unsere prächtige Stadt Wasaba... und zu Ihrer Rechten befinden sich die alten Ruinen der einst blühenden Stadt Wasaba, die jetzt nur noch in Trümmern liegt. Aber es gibt eine Legende, dass ein alter König sein Gold hier versteckt hat. Und eine dunkle Macht hat das Gold in einen großen, bösen Golem verwandelt. Kommen Sie nach Wasaba, lassen Sie sich beschenken und geben Sie Ihr Geld bei uns aus.“
Als die Nachricht endete, war Alex zunächst gelangweilt, aber als die Erwähnung von Gold fiel, funkelten ihre Augen vor Aufregung. „Das müssen wir uns ansehen!“, rief sie begeistert aus.
Andisa, die das Ganze mit einem kritischen Blick verfolgt hatte, wandte sich an Alex und sagte: „Siehst du, Alex? Hätten wir den Mikrochip nicht gescannt, wüssten wir jetzt nichts davon. Vielleicht ist das eine Gelegenheit, nicht nur einen Dragonball zu finden, sondern auch etwas über diese Legende zu erfahren.“
„Das ist eine Riesenschatzkiste, vielleicht ist der Sand, den ich eingepackt habe, auch ein Schatz“, prahlte Alex mit einer Mischung aus Überheblichkeit und Optimismus. Plötzlich sprang Bladewolf auf Alex zu, erbrach sich neben ihr und warf den Mikrochip, den er zuvor untersucht hatte, auf den Boden. Alex steckte ihn ohne Zögern wieder in ihre Tasche, obwohl der unangenehme Geruch von Batteriesäure die Luft erfüllte. Unbeeindruckt von dem Gestank, wandte sie ihren Blick suchend umher und versuchte, die Ruinen zu lokalisieren, die möglicherweise den Schatz und den Dragonball verbargen.
„Dort ist das Gold und der Dragonball!“, rief Alex triumphierend und begann schon, in Richtung der Ruinen zu marschieren. Andisa seufzte frustriert. „Ihr Idioten“, murmelte sie und holte ein Auto hervor, um den beiden hinterherzufahren. Alex band Bladewolf an und setzte sich auf ihn, die beiden schienen sich zunehmend besser zu verstehen. So ritten Alex und Bladewolf zusammen, während Andisa im Auto neben ihnen herfuhr.
Als sie schließlich vor den Ruinen standen, mussten sie feststellen, dass kein Gold sichtbar war. Alex war enttäuscht und begann, wild im Sand zu graben. „Alex, ich hätte hier etwas für dich, damit wird es sicher einfacher“, sagte Andisa und reichte ihr eine Schaufel.
Während Alex sich in den Boden grub, kam ihr der Gedanke, dass der alte Besitzer der Ruinen möglicherweise einen besonderen Ort oder ein verstecktes Fach eingerichtet hatte.
„Nur dumme Leute verstecken Schätze dort, wo niemand hinschaut. Man sollte immer nach oben schauen“, murmelte Alex und ließ die Schaufel sinken. Sie richtete ihren Blick in die Höhe und entdeckte auf einem leicht sandbedeckten Turm ein schimmerndes Funkeln. „Ich glaube, ich habe es gefunden!“, rief sie aufgeregt.
Ohne sich um eine Sicherung zu kümmern, begann Alex, den 20 Meter hohen Turm hinaufzuklettern. Mit entschlossenen Bewegungen und einem festen Griff an den brüchigen Steinmauern schaffte sie es, bis zum oberen Fenster zu gelangen. Nachdem sie das Fenster überwunden hatte, schlüpfte sie hinein und verschwand im Inneren des Turms.
Während Andisa und Bladewolf ebenfalls nach einem Zugang suchten, durchstöberte Alex bereits die oberen Bereiche des Turms. Ihre Suche führte sie zu kleinen Säcken, die einige Goldmünzen enthielten. „Ein Schatz...“, dachte sie begeistert, während sie weiter nach weiteren Funden suchte. „Wo es eine Goldmünze gibt, gibt es sicher auch noch mehr.“
Bladewolf, der einen Teil des Turms hinaufgelaufen war, sprang geschickt in die Ebene, in der Alex sich befand, und landete sanft auf dem Boden. Gleichzeitig zündete Andisa eine Stange Dynamit an, zog sich in Deckung zurück, und wenig später ertönte ein lautes „BUMM“. Der Knall hallte durch den Turm, und ein feiner Sandregen setzte sich auf die Umgebung nieder.
Als der Sand sich schließlich setzte und Andisa vorsichtig aus ihrer Deckung hervortrat, erkannte sie, dass der explosionsartige Eingriff eine neue Schicht enthüllt hatte. Unter dem hellen Sand zeigte sich ein dunklerer Sandbereich. Neugierig beugte sie sich näher über das Loch und entdeckte etwas, das wie eine goldene Glatze aussah – eine erste vielversprechende Spur im riesigen Wüstenschatz.
„Ähm Leute, ich glaube, ich habe hier etwas gefunden. Es funkelt, aber ich bin mir nicht sicher, was es ist,“ rief Andisa laut hinauf zu Alex und Bladewolf.
Sobald er Andisas Entdeckung hörte, sprang Bladewolf sofort nach unten und begann mit fieberhafter Energie, den Sand beiseite zu schaufeln. Alex, die von der Situation enttäuscht war und sich umgedreht hatte, um wieder hinunterzuklettern, geriet dabei aus dem Gleichgewicht. Als sie sich zu weit aus dem Fenster lehnte, verlor sie den Halt und stürzte hinunter.
Andisa reagierte blitzschnell, rannte panisch zu Alex und konnte sie gerade noch rechtzeitig auffangen. Beide landeten auf dem Boden, und Andisa half Alex auf die Beine. Dabei bemerkten sie, dass Alex sich beim Sturz das Knie aufgeschürft hatte. Trotz der Schmerzen und der Verletzung konnte Alex nicht anders, als stolz auf ihre Entdeckung zu sein.
„Eine Verletzung zeigt, dass man ein Abenteuer bestanden hat,“ sagte Alex mit einem entschlossenen Lächeln und präsentierte stolz ihre Wunde.
Andisa holt ihren Erste-Hilfe-Koffer hervor und beginnt, Alex' Knie zu verarzten. Währenddessen arbeitet Bladewolf unermüdlich weiter, sein Graben wird immer schneller und intensiver. Die Anstrengung zahlt sich aus: Unter dem Sand erkennt man bald schwarze Augen, die sich in der goldenen Fläche abzeichnen. Es sieht tatsächlich so aus, als hätte man ein Gesicht entdeckt.
Plötzlich stößt Bladewolf auf einen harten Widerstand. Er stoppt abrupt und untersucht vorsichtig den Widerstand, der sich unter dem Sand verbirgt. Es könnte sich um einen großen Stein handeln oder etwas anderes, das darunter liegt. Bladewolf verharrt in seiner Position und hört auf zu graben, als ob er eine wichtige Entdeckung gemacht hätte. Andisa und Alex, die mit der Behandlung und dem Aufräumen beschäftigt sind, bemerken Bladewolfs plötzliche Ruhe und drehen sich besorgt zu ihm um.
„Na mein Süßer, was hast du gefunden? Gestein? Kannst du scannen, um herauszufinden, um was für ein Gestein es sich handelt?“ fragt Andisa, während sie Bladewolf besorgt beobachtet. Bladewolf, der die Aufgabe ernst nimmt, scannt das Material und stellt fest, dass es sich um reinstes Gold handelt.
Mit einem entschlossenen Blick greift Andisa nach ihrem letzten Dynamitstück und platziert es sorgfältig in den Sand neben dem goldenen Stein. „Alle in Deckung,“ ruft sie und beginnt, sich zurückzuziehen. Bladewolf, der seine Aufgabe bereits erfüllt hat, springt mit einem eleganten Salto hinter die Ruinen und hält sich sicher fern vom Ort des Geschehens.
Alex, die von der Situation völlig fasziniert ist, bleibt stehen und schaut gespannt, da sie ein spektakuläres Feuerwerk erwartet. Andisa eilt ebenfalls zurück, doch sie schafft es nicht ganz rechtzeitig, um dem explosionsartigen Ereignis zu entkommen.
Alex und Andisa kämpfen gegen die sengende Hitze der Wüste, während der heiße Sand ihre Arme auf schmerzhafte Weise aufheizt. Beide versuchen, sich zu schützen, aber die Sonne ist unerbittlich. Plötzlich wird die Umgebung von einer dichten Staubwolke verhangen, die die Sicht stark einschränkt. Andisa kneift ihre Augen zusammen und versucht durch die staubige Schleier zu blicken.
Inmitten des aufgewirbelten Staubs erkennt Andisa, dass die goldene Glatze, die sie entdeckt hatten, sich verändert. Sie sieht, wie sich die goldene Fläche langsam zu einem detaillierteren Gesicht formt. Langsam zeichnen sich die Konturen eines gesamten Oberkörpers ab. Die Schultern erscheinen würfelförmig, und der Körper besteht aus vielen rechteckigen Segmenten, die miteinander verbunden sind. Der gesamte Aufbau wirkt sehr mechanisch und starr.
Ein tiefes, grollendes Gähnen hallt aus der goldenen Statue heraus. „Du mich... hier aus.. Meine schlaf.. Geweckt?“ ertönt die raue, hallende Stimme. Andisa ist perplex und scannt die goldene Figur mit ihrem Gerät. Doch die Analyse liefert nur die Information, dass es sich um pures Gold handelt, ohne weitere Details zu dem Wesen.
Der riesige goldene Golem erhebt sich langsam aus dem Sand, und seine massiven, goldglänzenden Glieder beginnen sich zu bewegen. Die Statue wirkt beeindruckend und majestätisch, während sie sich von der langen Ruhezeit befreit und in die Welt hinausschaut. Andisa ist völlig überwältigt von dem Anblick, und ihre Neugier auf den goldenen Golem wächst. Sie denkt darüber nach, wie sie ein Stück des Goldes für sich selbst sichern könnte, während der Golem sich langsam erhebt.
Bladewolf hingegen ist bereits auf Schatzsuche. Als er den Golem umgräbt, findet er einige Goldnuggets, die er sofort verschlingt. Sofort beginnt Bladewolf zu leuchten und verändert seine Erscheinung. Sein Körper wird goldglänzend, und seine Fähigkeit, Wärme und Kälte zu leiten, scheint sich enorm verbessert zu haben. Der goldene Upgrade verleiht ihm zusätzliche Kräfte, die ihn mächtiger machen als je zuvor.
Alex, die fasziniert von dem Golem ist, versucht, höflich Kontakt aufzunehmen. „Hey, ich bin Alex,“ sagt sie freundlich. Der Golem, der sich noch etwas benommen von der langen Ruhe zeigt, antwortet langsam und mit einer krächzenden Stimme: „Stört mich ... hier … aus meinem Schlaf... welches Jahr... Habe.“
Währenddessen arbeitet Bladewolf weiter und gräbt energisch um den Golem herum. Der Sand rieselt von dem riesigen Torso des Golems, und die goldene Statue stützt sich langsam mit ihrem freigewordenen Arm ab, um ihre neue Position zu stabilisieren.
Der goldene Golem erhebt sich majestätisch aus den Ruinen und erreicht schließlich eine beeindruckende Höhe von drei Metern. Sein massiver, glänzender Körper wirkt beeindruckend, aber auch ein wenig dümmlich. Die veränderte Umgebung und die Zerstörung der einst prachtvollen Stadt haben ihn sichtlich betroffen gemacht.
Alex, die noch immer neugierig auf den Golem ist, stellt sich vorsichtig vor ihn und spricht langsam und deutlich: „Hallo... Ich... Alex... Willst... du … mit... uns... kommen?“ Sie versucht, den Golem zu verstehen, der sich in seinem goldenen Glanz langsam wieder orientiert.
Der Golem blickt traurig auf die Ruinen, die einst seine Heimat waren, und fragt: „Ich bin doch… hier zu Hause… aber wie… lange habe ich … geschlafen ...?“ Seine Augen überfliegen die Trümmer, und er erkennt die Veränderungen, die sich in seiner Umgebung vollzogen haben. „Oh, das ... ist also aus ... meiner alten … Heimat geworden ... wie lange ist … das denn schon her?“ fragt der Golem mit einem Anflug von Melancholie.
Andisa, die sich um die ganze Situation sorgt, antwortet ehrlich: „Das können wir auch nicht genau sagen. Aber es ist schon eine lange Zeit her. Die Stadt hier ist längst nicht mehr existent.“
Der Golem scheint nachdenklich und fragt dann mit einem nostalgischen Hauch: „Gibt es den ... verrückten Basar-König... noch? ... Mit seiner goldenen ... Toilette? ... Ich war der ... Wächter.“ Der Stolz in seiner Stimme ist unverkennbar.
Andisa schüttelt bedauernd den Kopf und erklärt: „Leider nicht. Die ganze Stadt hier ist schon lange nicht mehr existent. Schau dich um. Es ist nichts mehr hier. Selbst ich musste dich erst freisprengen... Ka-Bumm.“ Ihre Stimme klingt mitfühlend, während sie auf die Zerstörung hinweist, die einst eine blühende Stadt war.
Der Golem, der von Alex' Worten über einen neuen Meister berührt wurde, reagiert zunächst verwirrt. „Ich habe also meinen Meister ... verloren ... er scheint nicht ... mehr am Leben ... zu sein ...“ Der Golem ist sichtlich geschockt über die Erkenntnis, wie viel Zeit vergangen ist und wie sehr sich die Welt verändert hat.
Alex, die begeistert von ihrem Meister Ben spricht, schlägt vor: „Dann nimm einen neuen Meister. Weißt du, du kannst mit uns kommen. Ben will sicher noch einen Diener. Er ist mein Meister.“ Doch als der Golem realisiert, dass sein Meister vielleicht nicht mehr lebt, beginnt er zu zerfallen. Der Glanz in seinen Augen erlischt, und langsam verwandelt sich sein goldener Körper in eine Ansammlung von Goldwürfeln, die auf den Boden sinken. Der Zauber, der ihn jahrzehntelang am Leben gehalten hatte, war an seinen ehemaligen Meister gebunden. Ohne diesen gibt es nur noch Trümmer von Gold.
Alex, pragmatisch und entschlossen, beginnt, die wertvollen Goldstücke einzusammeln. Sie packt die ehemaligen Finger des Golems, die nun kleine Goldnuggets sind, in ihren Koffer und vergräbt sie im Sand. Andisa hingegen hat eine größere Idee. Sie packt den ganzen Kopf des Golems in eine Kapsel, um ihn als beeindruckende Trophäe mitzunehmen. „Das wird eine wunderbare Trophäe,“ denkt sie sich zufrieden.
In der Zwischenzeit scannt Bladewolf die Umgebung und seine Augen flackern in verschiedenen Farben. Sein Bildschirm zeigt schließlich den Dragonball an, der sich in der Stadt Basar befinden soll. Plötzlich ertönt ein Alarmton: Ding Ding Ding. Der Radar verstummt ebenso schnell, wie er begonnen hat. „Die Schatzkarte ruft uns. Wir sollten losgehen,“ ruft Alex aufgeregt. Die Gruppe ist bereit, ihre Reise fortzusetzen und den nächsten Dragonball zu finden.
Wüstenstadt Wasabi
Andisa packt alles ein, und die drei machen sich auf den Weg zur Stadt. Langsam nähern sie sich der gigantischen Stadtmauer und stehen bald vor der imposanten Kalkwand, die sich mindestens 35 Meter hoch erhebt. Der Eingang zur Stadt ist schmal und nur etwa 3 Meter breit. Zwei Wachen mit Sichtklingen stehen an den Stadtmauern, ihre Gesichter ausdruckslos, während ihnen Schweißperlen die Stirn hinunterlaufen. Die Wachen sehen nicht besonders erfreut aus, ihre Schicht in der drückenden Nachmittagshitze zu verbringen.
Andisa ist nicht begeistert davon, in die Stadt hineinzugehen, da sie befürchtet, dort auf etwas Untotes zu stoßen. Bladewolf ruft den Radar ab, der anzeigt, dass der Dragonball in der Stadt sein muss. Also gehen die drei langsam an den Wachen vorbei. Eine der Wachen stampft einmal kurz auf den sandigen Boden und spricht dann.
„Ihr dürft natürlich weiter. Ich meine, wir sind froh, wenn hier mal Gäste und Touristen kommen,“ sagt der Wächter erleichtert und lässt die drei passieren.
Die drei treten vorsichtig durch den schmalen Eingang und finden sich in der geschäftigen Stadt Basar wieder. Die Straßen sind voller Menschen und Händler, die ihre Waren anpreisen. Die Wärme der Stadt scheint nicht ganz so drückend wie in der Wüste, doch die geschäftige Atmosphäre ist überwältigen
Als die drei weitergehen und die Stadt betreten, finden sie sich auf einem großen Basar wieder. Ein Kalksteinweg führt durch die Stadt und viele Zelte sind überall aufgestellt, mit Tüchern überdeckt, um vor der Hitze zu schützen. Hinter dem Basar erhebt sich ein prächtiger Palast, ebenfalls aus Kalkstein gefertigt. Aus den Fenstern des Palastes hängen Pflanzen, die die Stadt zum Erblühen bringen. Wenige Palmen und Kakteen säumen die Straßen und bieten ein wenig Schatten.
Die drei gehen langsam einige Schritte auf dem Kalksteinweg. Überall um sie herum tauschen und handeln die Leute Waren. Die Menschen wohnen auch hier, doch es scheint nicht mehr als 1200 Menschen zu geben. Alles wirkt klein und familiär gehalten, offenbar um den großen Palast pompös und beeindruckend wirken zu lassen. Wer auch immer in diesem Palast lebt, er oder sie scheint großen Wert auf Prunk und Protz zu legen.
Andisa schaut sich nur zögerlich um, für sie ist die Umgebung noch immer zu gruselig. Sie hat eine düstere Vorahnung, dass hinter der prachtvollen Fassade etwas Dunkles lauern könnte.
Alex schaut sich auf dem Basar um und sucht nach einer Waffe für Ben, doch außer bei den Wachen findet sie keine. Die Gespräche um sie herum sind lebhaft und bunt:
"Sechs Goldstücke."
"Nein, nein, so viel habe ich nicht. Ich habe nur drei Kupferstücke."
"Das kann ich nicht annehmen, weg hier. Mit sowas verhandle ich nicht."
Überall hört man Streitgespräche, aber auch viel Gelächter. Der Markt ist voller Leben. Andisa, Bladewolf und Alex kommen an einem Stand vorbei, an dem eine ältere Frau steht. Sie hat ein Tuch um den Kopf gewickelt und tiefe Falten im Gesicht. Mit einem freundlichen Lächeln blickt sie zu den dreien.
"Liebe Touristen. Du hübsches junges Mädchen. Wollt ihr nicht etwas von meinen Produkten kaufen?" Sie streckt ihre Arme aus und bietet Samen von Kokosnüssen an.
Andisa ist plötzlich Feuer und Flamme und will mit der alten Frau verhandeln. “Junges Mädchen, wir haben hier Zauberbohnen. Wir nennen sie so, weil sie mit nur wenigen Tropfen Wasser einen sehr ergiebigen Ertrag haben. Wir haben hier auch Mais... das ist Goldmais,” erklärt die Frau.
“Mit wenig Wasser? Sehr technisch-designt. Ich komme selber von einer Farm unweit von hier und bin sehr interessiert an neuen Pflanzen,” sagt Andisa, während sie in ihre Tasche schaut. Sie öffnet sie leicht, sodass die alte Frau einen Blick hineinwerfen kann. “Hätten Sie Interesse an Waren von außerhalb?”
Die alte Frau lächelt. “Meine Gute, ich bin schon so alt.” Sie wirft einen sehnsüchtigen Blick auf Alex. “So einen jungen Begleiter hatte ich auch mal. Ich habe in meinem Leben noch nie Trauben gegessen. Wenn ihr sowas dabei hättet, würde ich gegen Zauberbohnensamen und Waldmeister umtauschen.”
Während Andisa mit der Händlerin verhandelt, schaut sich Alex neugierig um. Sie sieht den verlockenden Goldmais und ihre Finger jucken.
“Junger Mann oder Android, was auch immer, das ist eine Unverschämtheit,” beschwert sich die alte Dame empört.
“Andisa, das macht man nicht bei so frischen Waren. Sonst kann man sie nicht mehr kaufen,” belehrt Andisa Alex streng.
“Ich kenne sie nicht, also sind die Waren gratis,” antwortet Alex trotzig. Sie hatte gelernt, dass es kein Klauen sei, wenn sie die Person nicht persönlich kennt.
Andisa durchsucht ihre Tasche und findet nur Weintraubenkerne. “Ich habe leider nur die Samen, es sind Weintraubenkerne. Sie sind gut konserviert. Ich kann auch diesen Diesel anbieten,” sagt Andisa und hält die Kerne und den Diesel hoch.
Andisa nickt dankbar und nimmt den Beutel mit den Samen entgegen. Sie bemerkt jedoch sofort, dass die Samen kleiner und schwächer aussehen als die zuvor angebotenen Zauberbohnensamen. Sie wirft der alten Dame einen prüfenden Blick zu, entscheidet sich aber, nichts zu sagen. Es war immer noch ein Tausch, und vielleicht würden die Samen nützlich sein.
Bladewolf wird inzwischen von den Einwohnern bestaunt, die neugierig seine technologischen Fähigkeiten und sein glänzendes Äußeres betrachten. Alex ist bereits weitergegangen und stöbert neugierig an den nächsten Ständen, während Andisa hofft, dass Bladewolf vielleicht doch noch eine Traube einstecken hat.
Nach einer kurzen Suche in Bladewolfs Tasche findet Andisa tatsächlich einige Trauben. Sie nimmt sie vorsichtig heraus und reicht sie der alten Dame. "Hier, bitte. Es sind Weintrauben. Probieren Sie sie."
Die alte Dame nimmt die Trauben mit zitternden Händen und beißt vorsichtig in eine. Ihre Augen weiten sich vor Überraschung und Freude, und Tränen der Dankbarkeit füllen ihre Augen. "Das... das ist unglaublich," flüstert sie und weint vor Glück
Die alte Händlerin bedankt sich noch einmal herzlich bei Andisa und wünscht ihnen viel Erfolg bei ihrem Vorhaben. Andisa, Alex und Bladewolf setzen ihren Weg durch den Basar fort, immer aufmerksam auf die Menschenmengen und die Wachen, die die Stadt patrouillieren.
Alex erreicht einen weiteren Stand und entdeckt dort eine Vielzahl an exotischen Gewürzen und Kräutern. Ein freundlicher Händler begrüßt ihn und zeigt ihm einige seltene Sorten, die angeblich heilende Eigenschaften haben. "Interessiert an etwas Besonderem?" fragt der Händler mit einem verschmitzten Lächeln. Alex mustert die Waren und überlegt, ob sie hier etwas Nützliches finden könnten.
Währenddessen plant Andisa, wie sie die Situation mit dem Wasserproblem angehen können. "Wir sollten zuerst versuchen, mehr über die neue Königin zu erfahren und warum sie den Zugang zu Wasser eingeschränkt hat," flüstert sie zu Bladewolf. "Vielleicht können wir einen Weg finden, sie zu überzeugen oder herauszufinden, was wirklich vor sich geht."
Bladewolf nickt und seine Augen leuchten kurz grün auf, als er eine kurze Analyse der Umgebung durchführt. "Wir sollten uns in Richtung des Palastes bewegen und dabei unauffällig bleiben. Wenn wir mehr über die Königin und ihre Beweggründe herausfinden, können wir möglicherweise eine Lösung für das Wasserproblem finden."
„Spielzeuge und Zauberartikel, nur für echte Abenteurer und nicht für Touristen!“ rief ein Händler laut und deutlich, während er Alex direkt anschaute. Der Händler, ein Mann mit buschigem Bart und funkelnden Augen, zeigte auf Alex und lächelte. „Ich sehe sofort, dass du ein Abenteurer bist.“
Alex, der von vielen Leuten aufgrund seines Erscheinungsbildes oft für einen Jungen gehalten wurde, strahlte vor Stolz. „Genau, wir sind gerade auf einer Abenteuerreise!“
Der Händler nickte anerkennend. „Das sieht man. Hast du und deine Mutter vielleicht Interesse an einem meiner Artikel?“ Er machte eine weitreichende Geste über die bunte und vielfältige Ladentheke, auf der allerlei Kuriositäten und magische Gegenstände ausgestellt waren.
„Verkaufst du auch Waffen?“ fragte Alex ohne Umschweife, sein Blick fest auf den Händler gerichtet.
„Natürlich, jede heimtückische Waffe, die du dir vorstellen kannst,“ antwortete der Händler mit einem verschmitzten Lächeln.
„Ich brauche eine, die diesen Hund zerstören kann,“ sagte Alex und deutete dabei auf Bladewolf, der unbeteiligt neben Andisa stand.
Der Händler zögerte kurz, dann zeigte er Alex erst einmal einen alten Filmprojektor, der einen Schwarz-Weiß-Film abspielte. Der Film zeigte Szenen von vergangenen Abenteuern, magischen Kämpfen und mystischen Kreaturen.
„Das sind doch keine Waffen, willst du mich veräppeln?“ beschwerte sich Alex, sichtlich verärgert über die angebotenen Artikel des Händlers.
„Nein, aber das sind Spielzeuge, die einen Jungen interessieren könnten,“ erwiderte der Händler mit einem schiefen Lächeln. Er holte eine kunstvoll gearbeitete Flöte hervor, die an eine Schlangenbeschwörer-Flöte erinnerte. „20 Credits,“ sagte er und betrachtete Alex mit einem zwielichtigen Blick. „Für nur 20 Credits bekommst du diese Zauberflöte. Ich habe sie selbst auf einem Basar erstanden und ich verspreche dir, wenn ein wahrer Held ein echtes Abenteuer erlebt und die Flöte richtig benutzt, wird sie zauberhafte Dinge bewirken.“
Er reichte Alex die Flöte, die Alex widerwillig einsteckte, als ob sie ihn kaum interessierte. Andisa, die das Gespräch beobachtet hatte, trat nun zu dem Stand und schaute den Händler böse an.
„Das ist wirklich nicht akzeptabel,“ sagte Andisa scharf. „Wir suchen ernsthafte Ausrüstung, keine Spielzeuge.“
Bladewolf, der die ganze Situation mitbekommen hatte, bemerkte Alex' Unzufriedenheit und auch, dass der Händler nervös wirkte. Bladewolf, der sich zunehmend unbehaglich fühlte, biss sich leicht am Bein fest und begann zu vibrieren. Seine Augen leuchteten auf, als ob er die Spannung und die Situation nicht länger ignorieren konnte.
Der Händler wurde zunehmend nervös und warf hektische Blicke nach links und rechts, als ob er die Wachen fürchtete. „Nimm das und gib mir das Geld, dann bekommst du dein... blödes Spielzeug,“ stammelte er und versuchte, seine Nervosität zu verbergen.
Alex schnaubte verärgert. „Ich will kein blödes Spielzeug. Ich brauche eine echte Waffe, keine Schlangenbeschwörer-Flöte!“
„So spricht man nicht mit Kindern,“ sagte Andisa mit festem Ton und trat zwischen Alex und den Händler. „Entweder Sie machen echte Geschäfte oder Sie verschwinden gleich. Dieses Kind hier braucht etwas anderes als das, was Sie ihm anbieten.“ Sie schaute den Händler mit einem strengen Blick an, der sichtlich eingeschüchtert war.
Der Händler stand wie angewurzelt da, unfähig, auf Andisas Vorwurf zu reagieren. Es war offensichtlich, dass er wusste, dass seine Angebote den beiden nicht gerecht wurden. „Geht jetzt, ich habe genug von euch,“ sagte er schließlich und winkte schon die nächste Schar von Kindern herbei, die neugierig auf den Stand zugingen.
Andisa und Alex verließen den Stand und machten sich auf den Weg durch den Basar, der nach wie vor geschäftig und lebhaft war. Bald wurden sie von einem verlockenden, nussigen Duft begleitet, der von Gewürzen und einer süßlichen Note durchzogen war. Der verführerische Geruch führte sie zu einem neuen Stand, an dem Kakaobohnen ausgestellt waren.
Der alte Mann am Stand, dessen Gesicht von tiefen Falten durchzogen war, schaute die beiden neugierig an. „Ihr seid doch Abenteuer, sehe ich das richtig?“ fragte er mit einem interessierten Blick.
„Ja, genau, das hast du gut erkannt,“ antwortete Alex stolz und stellte sich aufrecht hin, als ob er sich in seiner Rolle als Abenteurer bestärkt fühlte.
Der alte Mann seufzte tief und sein Blick wanderte traurig zum imposanten Palast am Ende des Basars. „Ihr wisst schon, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Wir, die Bewohner der Wasabi Wüstenstadt, trauen uns nicht einmal einen Aufstand zu wagen,“ erklärte er mit einem bedauernden Ton in der Stimme. Seine Hand deutete auf den Palast, dessen Wände von üppigen, grünen Pflanzen bewachsen waren. „Seht ihr das? Seit die Königin an der Macht ist, haben wir aus dem Brunnen keinen einzigen Tropfen Wasser mehr bekommen.“
Alex blickte interessiert auf den Palast. „Aber was interessiert es mich, ob du Wasser bekommst?“ fragte er neugierig.
Der alte Mann nickte verstehend, als wüsste er, dass solche Fragen kommen würden. „Die Königin hält das Wasser für sich und versorgt nur den Palast. Die Pflanzen dort drüben erblühen prächtig, während wir hier unten trockenen Mundes stehen.“
Andisa, die bisher aufmerksam zugehört hatte, flüsterte leise zu Bladewolf, „Wusste ich es doch, die Königin behält alles für sich und gibt nichts an die Bewohner weiter.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber in der geschäftigen Umgebung schien es niemanden sonst zu stören.
Bladewolf, dessen Sensoren auf die Information reagierten, machte ein unauffälliges Zeichen, um Andisa zu signalisieren, dass sie den Scanner herausholen sollte. Andisa nickte zustimmend, griff in ihre Tasche und zog den kleinen Scanner hervor.
„Bladewolf, such unauffällig nach Wasserstellen,“ befahl Andisa, während sie den Scanner weiter beobachtete. „Und Alex, versuch herauszufinden, wo der Dragonball ist.“ Alex nickte energisch und war bereits dabei, den Blick schweifen zu lassen.
Bladewolf begann, sich methodisch durch den Basar zu bewegen, seine Sensoren aktiviert und bereit, die Umgebung zu scannen. Dabei fiel ihm auf, dass das Kanalisationssystem, das in Richtung Palast führte, vollkommen ausgetrocknet war. Die Kanäle schienen verstopft und waren von Sand und Schmutz blockiert.
„Ich habe etwas Interessantes gefunden,“ sagte Bladewolf schließlich. „Das Kanalisationssystem ist völlig trocken, und es führt direkt zum Palast. Es könnte sein, dass dort etwas verborgen ist oder dass es die Wasserquelle beeinflusst.“
Andisa, die diese Information hörte, entschied sich, noch ein wenig mit dem alten Mann zu plaudern, in der Hoffnung, weitere nützliche Informationen zu erhalten. „Vielleicht sollten wir noch etwas kaufen,“ schlug sie vor und zwinkerte dem alten Mann zu
Der alte Mann wirkte sichtlich aufgebracht, als er von der neuen Königin sprach. „Ich kann euch nur eines sagen,“ begann er, „ungefähr vor zwei Jahren sind König und Königin verstorben. Die Prinzessin wurde zur Königin von Wasabi gekrönt. Sie ist eine der schönsten Frauen, die es gibt, so sagen es die Legenden. Die Sonne hat sie noch nie gesehen. Ihre Haut ist wie Porzellan. Sie ist wie eine Puppe, aber noch nie hat sie jemand wirklich gesehen. Die Bediensteten und Wachen, die entlassen werden, laufen in die Stadt und suchen sich neue Arbeit, weil anscheinend hat sie viele von ihnen kürzlich gefeuert. Und vor allem scheint sie nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein, wenn ihr versteht, was ich meine. Sie weiß nicht, wie man ein Volk regiert; sie ist viel zu sehr damit beschäftigt, sich um ihre Schönheit zu kümmern.“ Seine Stimme war von Ärger durchzogen, und die Frustration über die neue Herrscherin war ihm deutlich anzumerken.
Alex hörte aufmerksam zu, während sie gleichzeitig versuchte, die Karte für den Dragonball auf Bladewolfs Bildschirm zu öffnen. Doch Bladewolf, der noch immer vibrieren und seine Sensoren aktiv halten musste, zeigte nur allgemeine Daten und keine spezifischen Details zu ihrer aktuellen Situation. In der schmalen Seitengasse, die sich von dem geschäftigen Basar abzweigte, versammelten sich Alex, Andisa und Bladewolf. Der Lärm des Marktes verklang hinter ihnen, und nur das gelegentliche Rascheln des Windes war zu hören.
„Ich werde sehen, was ich tun kann,“ sagte Andisa entschlossen, als sie sich von Alex und Bladewolf abwandte. „Wenn man den Leuten hilft, schenken sie einem oft etwas im Gegenzug, und das freiwillig.“ Sie flüsterte diese Worte leise, damit sie nicht von anderen in der Gasse gehört wurden.
Alex zuckte mit den Schultern und antwortete nur: „Ich kann es auch so nehmen... gratis.“
Andisa warf Alex einen wissenden Blick zu. „Aber nicht alle lassen sich so leicht bestechen, und manchmal sind Menschen auch ziemlich wehrhaft. Stell dir vor, du versuchst, Ben sein Getränk wegzunehmen. Das wäre keine gute Idee.“
Bladewolf, der mit seiner Tarnkappe nun unsichtbar war, beobachtete das Gespräch der beiden und war bereit, Andisa und Alex zu folgen. Die Gasse war eng, und die Wände der Gebäude waren hoch und alt, mit der Zeit gezeichnet. Ein paar Tauben flatterten über ihnen hinweg, und das gelegentliche Kichern und Murmeln von den angrenzenden Straßen hörte man durch die Ritzen. Andisa, Alex und Bladewolf machten sich auf den Weg Richtung Palast, wobei Bladewolf sicherstellte, dass er sich unauffällig bewegte. Der Palast ragte majestätisch über die Stadt hinaus, seine Kalksteinwände blitzen in der Sonne, und die grünen Pflanzen, die an den Fenstern hingen, boten einen krassen Kontrast zur kargen Umgebung der Stadt.
Palast in Aufruhr
Alex, entschlossen und etwas trotzig, schritt direkt auf den Eingang des Palastes zu. Die Wache, die an der massiven Eingangstür stand, runzelte die Stirn und versuchte, die ungewöhnlich aussehende Gestalt, die vor ihm stand, zu verstehen. Alex’ androgyne Erscheinung verwirrte ihn sichtlich.
„Halt, junge Dame, junges Mädchen, junge, junge, was auch immer du bist,“ sagte die Wache, ihre Stimme unsicher. „Was kann ich für dich tun, du kleiner Engel, du süße Dame?“
Alex schnaubte, ihre Geduld schien am Ende. „Ich möchte da hinein,“ antwortete sie kurz und präzise, während sie sich der Tür näherte und versuchte, sie zu öffnen.
Die Wache schien überfordert. „Nun, eigentlich lassen wir immer alle hinein. Aber heute ist etwas Schreckliches passiert,“ versuchte er, Alex von der Tür fernzuhalten. „Es gibt momentan... Schwierigkeiten. Ihr solltet vielleicht nicht...“
„Aber ihr habt gesagt, jeder darf rein, also will ich jetzt da rein,“ forderte Alex unnachgiebig. Ihr Tonfall war der eines verzogenen Kindes, das sich nicht abwimmeln lassen wollte.
Mit einem entschlossenen Ruck schob Alex die Tür auf und trat ein, während die Wache hilflos zusah. Im Inneren des Palastes waren die Wände in kühlem Marmor gehalten, und die Luft war frisch und kühl, ein deutlicher Kontrast zur Hitze draußen. Die Opulenz des Palastes war beeindruckend, aber es war ein dramatischer Unterschied zu den kargen Straßen der Stadt.
Im Foyer des Palastes lag ein Mann auf dem Boden, der verzweifelt weinte und mit den Händen auf den Boden schlug. Seine Kleidung war prächtig, und sein verzweifeltes Verhalten deutete darauf hin, dass er in großer Not war.
„Oh nein, so Hilfe, wir brauchen jemanden von außerhalb. So Hilfe doch,“ schluchzte der Mann, seine Stimme voller Verzweiflung.
Alex und Andisa, die nun den Palast betraten, wurden von dem Kanzler mit einem verzweifelten Blick begrüßt. „Oh, ihr Reisenden, könnt ihr uns bitte unterstützen? Ich weiß, es ist viel verlangt, es ist so schrecklich,“ bat der Kanzler flehend, seine Stimme brüchig und voller Kummer.
Andisa trat einen Schritt auf den verzweifelten Kanzler zu. Die Miene des älteren Mannes war von Sorgen und Frustration geprägt, und seine Augen wirkten nass von Tränen. Die Verzweiflung in seiner Stimme war unüberhörbar, als er sprach. „Wir sind nur hier, weil wir die Stadt anschauen wollen,“ erklärte Andisa freundlich, aber bestimmt. Ihre Augen waren fest auf den Kanzler gerichtet, als sie seine Notlage erkannte.
Der Kanzler wischte sich hastig eine Träne aus dem Augenwinkel und ließ seine Schultern sinken, als ob ihm eine schwere Last von den Schultern gefallen wäre. „Ihr seht auch sehr pfiffig aus. Ich weiß, jeder will nur den Palast anschauen,“ sagte er, seine Stimme ein wenig ruhiger, „aber es geht drunter und drüber. Wenn ihr mir helft, könnt ihr auch hinein.“
Er hob seine Hände flehend und seine Stimme zitterte, als er fortfuhr: „Oh, bitte, unsere sehr geschätzte Zofe Lania wurde von der Königin Sultanat gefeuert. Die Königin war komplett außer sich, und ich weiß nicht, was passiert ist. Die Echse Draik ist verschwunden. Bitte… bitte, holt die Echse zurück. Ihr bekommt alles, was ihr wollt.“
Der Kanzler schien fast zusammenzubrechen, als er die letzten Worte aussprach. Seine Augen blickten verzweifelt in die Runde, als ob er schon jede Hoffnung aufgegeben hätte.
Andisa nickte aufmerksam, während der Kanzler sprach, und beobachtete seine Bewegungen genau. Seine Verzweiflung war offensichtlich, doch Andisa wusste, dass sie ihm nur dann vertrauen konnte, wenn sie konkrete Informationen erhielt.
„Ähm... Wann habt ihr die Echse zuletzt gesehen?“ fragte Andisa, ihre Stimme klang ruhig und sachlich, um die Situation nicht weiter zu eskalieren. „Wenn wir dir jetzt helfen, helft ihr uns später, nicht wahr?“ Sie versuchte, die genaue Lage zu verstehen und den Kanzler zu motivieren, präzisere Informationen zu geben.
Alex, der während des Gesprächs wenig Interesse gezeigt hatte, bohrte sich gelangweilt in die Nase und beobachtete die Umgebung mit halbem Auge.
Der Kanzler, sichtlich erschüttert, antwortete: „Ja, sicher. Also, heute Mittag, also erst vor drei Stunden. Da… da ist unsere beste Zofe Lania hinausgerannt, die Echse im Arm, und dann haben wir sie beide nicht mehr gesehen. Danach hörten wir nur noch einen Schrei: ‚Du bist gefeuert! Du bist gefeuert!‘ Ich dachte, du bist meine beste Freundin... Ach, wie tragisch.“ Er ließ sich schwerfällig auf die Stufen sinken und wischte sich verzweifelt die Tränen ab.
Andisa nahm die Situation ernst und schaltete Bladewolf ein, der mit seiner fortschrittlichen Technologie die Umgebung scannen konnte. Während der Scanner arbeitete, betrachtete Andisa den Boden sorgfältig und bemerkte, dass sich weibliche Fußspuren in der Nähe befanden. Die Fußspuren waren frisch und schienen direkt zurück in die Stadt zu führen.
Bladewolf, der mit seiner fortschrittlichen Technologie die Fährte der Echse aufgenommen hatte, folgte den Fußspuren und führte die Gruppe langsam durch die Gassen der Stadt. Die Tarnung von Bladewolf begann zu verblassen, als sie sich weiter bewegten, und seine metallischen Teile wurden wieder sichtbar. Andisa und Alex sahen die rote Leuchtspur, die Bladewolf hinterließ, und folgten ihr aufmerksam.
Die Gassen wurden enger und dunkler, und die Geräusche der Stadt wurden leiser. Schließlich hielten sie an, als sich ihnen ein Mann in den Weg stellte. Der Mann sah kränklich und abgemagert aus, mit eingefallenen Wangen und müden Augen. Neben ihm stand ein Kamel, das ebenso erschöpft und hungrig wirkte.
„Euch habe ich gesucht,“ sagte der Mann, seine Stimme krächzend. Er hielt einen glänzenden goldenen Apfel in der Hand und reichte ihn Alex. „Ihr seht wie die Auserwählten aus. Dieser goldene Apfel wird euch ewiges Leben schenken. Gebt mir Gold, und wenn ihr ihn esst, werdet ihr unsterblich sein.“ Während er sprach, hustete er und schien immer schwächer zu werden.
Alex, der den goldenen Apfel sah und dessen Glanz bewunderte, nahm ihn neugierig entgegen. Andisa, die Alex beobachtete, ging sofort auf Nummer sicher. „Moment mal,“ sagte sie, „wir sollten den Apfel vorher überprüfen.“ Sie zog ihren Scanner hervor und ließ ihn über den goldenen Apfel gleiten. Der Scanner summte leise, und die Ergebnisse erschienen auf dem Bildschirm.
„Das ist nur ein normaler Apfel, der gold angemalt ist,“ stellte Andisa fest, ihre Stimme war ernst. „Der Mann hier versucht uns offensichtlich hinters Licht zu führen.“
Alex schaute enttäuscht auf den Apfel und schob ihn vorsichtig zurück.
Alex hatte den goldenen Apfel bereits in der Hand, als der kränkliche Mann, der sich mit einem erschöpften Kamel an seiner Seite abgemüht hatte, seine Hand ausstreckte. „Bezahlung bitte... Gold für Gold,“ sagte er, während er sich verlegen hin und her wackelte. Andisa war sichtlich verärgert über den offensichtlichen Betrugsversuch. Ihre Augen verengten sich und ihr Gesichtsausdruck zeigte deutlich ihre Missbilligung. Bladewolf, der die ganze Situation aufmerksam verfolgt hatte, knurrte tief vor sich hin, eine leise Warnung an den kränklichen Mann.
Doch Alex ließ sich nicht beirren. Ohne ein weiteres Wort an den Mann zu verschwenden, wandte sie sich ab und begann, dem frisch gelegten Spurenpfad zu folgen. „Kommt, wir haben keine Zeit zu verlieren,“ sagte Alex mit einem monotonen Ton, der jeglicher Dramatik den Wind aus den Segeln nahm. Andisa und Bladewolf folgten Alex ohne ein weiteres Wort, während der kränkliche Mann ihnen frustriert und hilflos hinterherblickte.
Die Gruppe setzte ihren Weg fort und folgte den frischen Fußspuren durch die enge Gasse. Der Weg führte sie zu einer Treppe, die etwa zwei Meter tief in den Boden führte. Am Ende der Treppe befand sich eine massive, unterirdische Tür. Alex, die das Ziel fest im Blick hatte, schob die Tür auf, und sie quietschte leise, als sie sich öffnete.
Hinter der Tür stand ein Türsteher, der einen markanten Turban trug und eine massive Erscheinung hatte. Als der Türsteher Alex erblickte, hob er eine Augenbraue und schüttelte den Kopf. „Hey, das ist kein Club für Kinder,“ sagte er mit rauer Stimme, während er skeptisch auf Alex blickte.
Alex, die die Situation mit völliger Gelassenheit betrachtete, erwiderte monoton: „Ich bin ein Android, kurz gesagt kein Kind, also darf ich hinein.“
Der Türsteher runzelte die Stirn und schnaubte. „Beweise es,“ forderte er mit einer Mischung aus Ungeduld und Misstrauen.
Bladewolf, der die Situation schnell durchschaut hatte, trat vor und aktivierte sein Hologramm. Ein brillantes Licht flackerte auf, als sich das Hologramm entfaltete und detaillierte Daten über Alex projizierte. Die Daten umreißten ihre technischen Spezifikationen, ihre Systeminformationen und belegten eindeutig, dass Alex ein Android war und kein gewöhnliches Kind. Die Daten flimmerten in leuchtenden Farben in der Luft, während der Türsteher aufmerksam darüber hinwegschielte.
Der Türsteher, der seinen Kaugummi mit einem resignierten „Kau“ kaute, sah Andisa skeptisch an. „Gut, und was ist mit der Dame? Kommt die mit rein?“ fragte er, während er seine Augenbrauen hochzog und die Situation mit einem gelangweilten Blick beobachtete.
Andisa, deren Geduld allmählich am Ende war, blickte den Türsteher mit einem strengen Ausdruck an. „Also ich werde mit hereingehen, und wenn sie mich nicht lassen, werde ich es so machen, dass sie mich hereinlassen werden,“ sagte sie bestimmt, ihre Stimme ließ keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit.
Der Türsteher, der die Entschlossenheit in Andisas Stimme hörte, schien kurz darüber nachzudenken. „Nun, das ist nicht unbedingt ein Club für Ladys,“ murmelte er, während er auf den Weg hinter ihm deutete.
Ein kleiner Tanz
Als die Tür zum Vorbereitungsraum der Bauchtänzer öffnete, strömte ein warmes, sanftes Kerzenlicht aus dem Raum. Die Musik von draußen drang gedämpft durch die Wände, und die rhythmischen Trommeln sorgten für eine lebendige, aber beruhigende Atmosphäre. Der Raum war reich an Farben und Dekorationen, und die Luft war von einem süßen Duft nach Parfüm und exotischen Gewürzen durchzogen.
Der Raum war offen gestaltet, mit Spiegeln an den Wänden und Stangen zum Üben. Überall hingen bunte Kostüme an Kleiderhaken, die glänzend und reich verziert waren. Einige Frauen arbeiteten eifrig daran, ihre Kostüme zu reparieren und zu verfeinern, während andere sich in Gesprächen vertieften oder sich auf ihre nächsten Auftritte vorbereiteten.
Bladewolf, der mit seinen präzisen Sensoren die Spur der Echse Draik verfolgt hatte, ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Die Spur führte eindeutig hierher. Seine Augen leuchteten in einem gedämpften Rot auf, als er die Umgebung scannte und die mögliche Anwesenheit der Echse analysierte.
Andisa, Alex und Bladewolf gingen vorsichtig weiter in den Raum hinein, wobei sie versuchten, möglichst unauffällig zu bleiben. Sie bewegten sich zwischen den Frauen und den Kostümen hindurch, die sich konzentriert mit ihren Vorbereitungen beschäftigten.
Eine der Tänzerinnen, die ein besonders aufwendiges Kostüm trug, bemerkte Alex und kam auf sie zu. Ihre Augen funkelten vor Neugier und Begeisterung, während sie Alex musterte. „Du bist ja ein hübsches Mädchen,“ sagte die Tänzerin mit einem freundlichen Lächeln. „Sollen wir dich auch mal so schön ankleiden? Willst du mal zeigen, dass du tanzen kannst?“
Alex, die von dem Angebot offensichtlich überrascht war, antwortete nur kurz: „Ich bin ein Android.“
„Umso besser, dann kannst du die ganze Nacht tanzen,“ sagte eine der Tänzerinnen fröhlich, während sie begann, Alex umzuziehen. „Und die anderen Mädchen kommen auch gleich dazu.“
Alex, die sich nun in einem bunten, glitzernden Bauchtanzkostüm wiederfand, wurde mit verschiedenen Accessoires geschmückt. Die Tänzerin, die Alex die ganze Zeit freundlich anlächelte, fügte hinzu: „Wird sich dein Meister darüber freuen?“
„Ja, ich denke schon,“ antwortete Alex monoton, während sie sich ein wenig unsicher im Spiegel betrachtete. „Aber er ist zu Hause. Deswegen muss ich schnell zurück.“
„Du hast einen Meister?“ fragte die Dame überrascht. „Der wird sich natürlich darüber freuen. Sitzt er im Publikum?“
„Nein, er ist zu Hause. Deswegen muss ich schnell zurück,“ wiederholte Alex enttäuscht.
Die Tänzerin, die die letzte Feinabstimmung an Alex' Kostüm vornahm, lachte freundlich. „Souvenirs zu kaufen, verstehe ich. Wir wissen, was du brauchst und was er will.“
Als sie Alex schminkte, fragte Alex neugierig: „Wenn ihr sagt, dass es meinem Meister gefällt...“
„Natürlich wird sich dein Meister darüber freuen, wenn du vor ihm tanzt,“ erklärte die Tänzerin mit einem aufrichtigen Lächeln. „Wie nett von euch. Danke,“ erwiderte Alex und begann, ein wenig mit den Hüften zu wackeln und mit dem Rock zu klappern. Sie schien die Situation besser zu akzeptieren, als sie es anfangs vermutet hatte.
„Ich habe ein Souvenir für den Meister,“ prahlte Alex und wandte sich an Andisa. „Du bist das Souvenir, Schätzchen,“ zwinkerten die Tänzerinnen Alex zu. Ihr Gesicht zeigte sowohl Schalk als auch Zuneigung, was die ganze Szene ein wenig heiterer erscheinen ließ.
Bladewolf, der seine Tarnung noch aufrechterhielt, bewegte sich durch den Raum und nahm die Fährte auf, die immer noch stark war. Sein Scanner und seine Sensoren waren auf maximale Effizienz eingestellt, und er konnte feststellen, dass die Spur in eine spezifische Richtung führte – weg von der Bühne und hin zu einem Teil des Gebäudes, der weniger beleuchtet und unauffälliger war.
Bladewolf, der die Spur der langen schwarzen Haare der Dame verfolgt hatte, fand sich plötzlich in einem weiteren Vorbereitungsraum wieder, der mit denselben glänzenden, bunten Kostümen und kosmetischen Utensilien ausgestattet war wie der vorherige. In diesem Raum stand die Dame, die Alex geschminkt hatte, und bürstete Alex' Haare, während sie einige Locken einarbeitete. Die Szene war geschäftig und voller Energie, mit mehreren Tänzerinnen, die sich auf den nächsten Auftritt vorbereiteten.
Die Dame, die sich jetzt Andisa zuwandte, schien nicht nur freundlich, sondern auch neugierig. „Na, fängst du heute neu hier an?“ fragte sie mit einem Lächeln und sah dabei Andisa an, während sie ihre Arbeit an Alex fortsetzte.
Bevor Andisa richtig reagieren konnte, wurde sie von den anderen Tänzerinnen umringt. Diese begannen, sie in ein schimmerndes Rockkleid zu kleiden und trugen geschäftig Farbe auf ihr Gesicht auf. Andisa fand sich schnell in einem Wirbel aus Händen und Bewegung wieder, die nicht nur ihre Kleidung, sondern auch ihr Aussehen veränderten.
„Wir müssen uns beeilen,“ sagte die Dame, die Alex geschminkt hatte. „Die Männer freuen sich immer, wenn neue Tänzerinnen dabei sind.“
Andisa, die sich dem Ansturm der vielen Hände und der schnellen Umgestaltung ausgeliefert fühlte, versuchte, ruhig zu bleiben. Sie hatte Schwierigkeiten, sich gegen die vielen Hände zu wehren, die sie verwandelten, aber sie schaffte es schließlich, sich zu befreien.
„Nein, ich bin nur für andere zuständig,“ sagte Andisa mit entschlossenem Ton. Sie griff nach dem Rock, der ihr übergestreift worden war, und zog ihn ab. Dann wandte sie sich den anderen Tänzerinnen zu, die noch immer beschäftigt waren, und begann, die Kleidungsstücke und Kosmetikartikel, die sie ihr gegeben hatten, wieder zurückzustellen.
Die Dame, die die ganze Zeit über aufmerksam gewesen war, hielt ein kleines Parfümfläschchen in der Hand und sprüht Andisa sanft mit dem Duft ein. „Hast du keinen Liebsten zu Hause?“ fragte sie dabei. „Wir können dich für ihn schönmachen.“
Das Parfüm hatte einen schweren, süßen Duft, der sich in der Luft ausbreitete und Andisa umhüllte. Es war klar, dass die Dame dies als ein weiteres Element der Verwandlung betrachtete, aber Andisa war darauf nicht vorbereitet und wollte sich nicht weiter aufhalten lassen.
„Ich habe keinen Liebsten, und werde mich auch keinen anlachen,“ sagte Andisa ernst, während sie mit der Hand die süße Parfümwolke wegwedelte, die noch immer in der Luft schwebte. Ihre Stimme klang bestimmt und fest, als ob sie eine klare Grenze ziehen wollte.
Die Tänzerinnen kicherten leise, während sie sich gegenseitig ansahen. „Hihi, das kommt schon noch,“ flüsterte eine der Tänzerinnen, die sich mit einem Augenzwinkern ein wenig amüsiert zeigte.
„Nur weil ihr euch an andere heranmachen wollt, ist das nicht meine Aufgabe und ich will das auch nicht. Ich habe ganz andere Jobs,“ fuhr Andisa fort und ließ keinen Raum für Missverständnisse. „Wenn ihr schon was machen wollt, bringt mich lieber zu euren Höchsten. Wenn ihr das schon so unbedingt wolltet, dass ich gut aussehe.“
Eine der Tänzerinnen, etwas älter, aber immer noch in hervorragender Form, trat zwei Schritte nach vorne. Ihre Haltung war zwar höflich, aber auch bestimmt. „Also, ich bin die Leiterin hier und ich bin verantwortlich für alle meine Mädels hier,“ erklärte sie mit einem freundlichen, aber bestimmten Ton.
Andisa, die sich nun etwas entspannter fühlte, entgegnete: „Dann führen Sie mich auch sehr gut zu denjenigen, die hier das Sagen haben, damit ich nicht länger Zeit verschwende. Ich bin hier nicht, um mich als Tänzerin zu versuchen, sondern um etwas anderes zu erledigen.“
Die Leiterin schien nachdenklich, aber nicht verärgert. „Ach du, heute haben alleine schon zwei Leute hier angefangen. Das ist ein ständiges Kommen und Gehen. Friss oder stirb, das ist die Einstellung hier,“ erklärte sie mit einer Mischung aus Verständnis und Realitätssinn.
„Aber hier, unsere... ähm, wie war dein Name noch mal?“ fragte die Leiterin und zeigte auf die schwarzhaarige junge Frau, die sie eben erwähnt hatte. „Lamia,“ antwortete die junge Frau mit einer piepsigen Stimme.
„Genau, Lamia. Sie ist auch heute aus dem Palast hier angekommen und wir wollen auch mal schauen, ob die Show etwas für dich ist, Schätzchen. Du musst schon wissen, ob das etwas für dich ist. Das mag nicht jeder.“ Mit diesen Worten schob die Leiterin Lamia freundlich, aber bestimmt, in Richtung Bühne.
Bladewolf, der bereits die Spur von Lamia aufgenommen hatte, beobachtete die Szene genau. Als Lamia näher an die Bühne trat, wickelte Bladewolf vorsichtig seinen Schwanz um ihre Füße und führte sie sanft, aber zielgerichtet von der Bühne weg und zu einer kleinen Hintertür. Diese Aktion war so subtil, dass niemand es bemerkte.
Andisa, die die Situation aufmerksam beobachtete, wandte sich an die Leiterin. „Wie ist die Bezahlung hier? Was ist der Grund, dass man hierherkommt, anstatt im Palast beliebt zu sein? Dort muss doch die Bezahlung viel höher sein.“
Die Leiterin schüttelte verständnisvoll den Kopf und erklärte: „Du, die Mädels hier sind alle gefeuert worden. Das hier war die Köchin, das da war die Ankleiderin der Königin. Sie hat die Haare gekämmt, sie hat die Haare geflochten... jedes der Mädchen war im Palast und wurde anscheinend gefeuert.“
„Außerdem zahlen wir nicht,“ fügte sie hinzu und zwinkerte Andisa zu. „Die Männer bezahlen nach Glanzleistung, wenn du verstehst.“
Andisa verzog das Gesicht und antwortete angewidert: „Ähm, ja, ich verstehe mehr als genug.“
Während Bladewolf sich nun vor Lamia sichtbar machte und sie sanft, aber bestimmt befragte, bemerkte Lamia, dass der Android und seine Begleiter ernsthaft interessiert an Informationen waren.
Die Situation wurde zunehmend angespannt, als Lamia, die von Bladewolf so überrascht war, dass sie kaum ein Wort herausbrachte, stumm und fassungslos vor den drei Neuankömmlingen stand. Andisa, besorgt über die Reaktion von Bladewolf und die zunehmende Spannung, wandte sich an Alex.
„Schau mal nach Bladewolf, ich glaube, er hat eine wunderschöne Fährte,“ sagte Andisa zu Alex, während sie weiterhin die Umgebung im Auge behielt.
Alex, der nun die Situation besser verstehen wollte, bemerkte die ungewöhnliche Reaktion der Lamia auf Bladewolf und schien ihre Stimme wiederzufinden. Fröhlich und unbeschwert, begann Alex zu singen: „Schatz jagt... Schatz jagt... wir holen uns seinen Schatz.“ Mit diesen Worten hüpfte Alex fröhlich zu Bladewolf, während sie ihre Umgebung inspizierten.
Lamia, die immer noch in ihrer Enttäuschung gefangen war, sah sich um und flehte: „Seid ihr vom Palast? Ich will nicht zurück.“ Ihre Stimme war ein Ausdruck von Sorge und Unbehagen.
Bladewolf, der die Lage schnell erfasste, versuchte, die Situation zu klären. „Wir sollen dich nicht zurückholen, nur die Echse.“
Lamia sah Bladewolf überrascht an, als sie den Namen „Drake“ hörte und murmelte: „Drake? Das blöde Haustier der Königin. Mir doch egal, ob sie es wiederkriegt.“ Ihre Stimme war von Zorn und Enttäuschung geprägt.
Alex, die die Interaktion beobachtete, wollte sicherstellen, dass Lamia verstand, dass ihre Meinung nicht von Bedeutung war, solange sie nicht kooperierte. Ruhig und bestimmt antwortete sie: „Wenn es dir egal ist, kannst du sie ja zurückgeben.“
Lamia stieß einen verächtlichen Laut aus und schnaubte. „Heute Morgen wurde ich gefeuert. Ich habe über sechs Jahre lang alles für Sultana getan, und ich wurde gefeuert, weil ich zu wenig Honig in ihre Gesichtsmaske gegeben habe?“ Ihre Stimme klang arrogant und verletzlich zugleich.
Bladewolf knurrte bedrohlich in Alex’ Richtung, was die ohnehin schon angespannte Lamia zusätzlich einschüchterte. Die Atmosphäre war elektrisch geladen, und Lamia konnte spüren, dass sie keine Wahl hatte, als den Bedingungen zuzustimmen. Mit einem nervösen Blick auf den Androiden und den brüllenden Hund sprach sie hastig: „Schon gut, schon gut. Ich verrate euch, wo die blöde Echse ist. Als ich aus dem Palast geflüchtet bin, ist sie mir entwischt. Aber sie streift immer um den Palast herum. Wenn ihr euch zur großen Palme begebt und dreimal in die Hände klatscht, wird sie euch in die Arme fallen. Damit sie ruhig bleibt, füttert sie sie mit Schokolade.“ Lamia versuchte aufzustehen, als sie ihre Fesseln von Bladewolf gelöst bekam.
Bladewolf, in seiner typischen Art der Dankbarkeit, spuckte einen Apfel vor Lamias Füßen aus. Lamia sah sich den Apfel an, als wäre es ein Wunderwerk der Welt. „Ein Apfel? Sowas habe ich nur in Bilderbüchern gesehen. Danke,“ sagte sie und nahm das Geschenk mit einem schüchternen Lächeln auf. Die Freude über das Geschenk war deutlich in ihren Augen zu sehen, auch wenn sie nicht den Anschein machte, dass es besonders viel wert war.
Als Lamia sich auf den Weg machte, um zurückzukehren, hielt Andisa sie kurz auf. Andisa wollte eine letzte Gelegenheit nutzen, um Lamia ein alternatives Angebot zu machen. „Halt, Lamia,“ sagte Andisa, „bevor du gehst, möchte ich dir etwas anbieten. Auf meiner Farm gibt es viele Früchte, Bäume und ausreichend Wasser. Vielleicht wäre das eine bessere Alternative für dich als dein jetziges Leben. Es wäre eine Chance für einen Neuanfang.“
Die anderen Damen, die das Gespräch belauscht hatten, schauten mit großen Augen auf die Aussicht, die Andisa präsentierte. Die Idee einer Farm mit reichlich Wasser und Früchten schien für sie verlockend zu sein.
Lamia, noch immer unentschlossen und von den Möglichkeiten, die ihr angeboten wurden, beeindruckt, schien über das Angebot nachzudenken. „Eine Farm, sagst du? Und ihr habt wirklich alles, was ihr sagt? Wasser, Früchte und Bäume?“ Ihre Stimme klang interessiert und hoffnungsvoll.
Andisa nickte zustimmend. „Ja, genau. Es wäre eine gute Gelegenheit für dich, einen Neuanfang zu wagen und vielleicht sogar in einem besseren Umfeld zu arbeiten. Überleg es dir gut.“
Lamia nahm das Angebot ernst und verabschiedete sich schließlich, um mit ihren Kolleginnen zu besprechen, was sie tun sollten. Die anderen Damen schienen ebenfalls von der Vorstellung begeistert zu sein und zeigten großes Interesse.
Lamia trat in die Gasse und versammelte sich mit den anderen Frauen, die das Gespräch gehört hatten. Sie diskutierten eifrig über das Angebot und schienen sich darauf zu freuen, eine neue Perspektive in Betracht zu ziehen.
Bevor sie sich endgültig entschied, wollte Lamia jedoch noch eine letzte Vorstellung auf der Bühne geben, um zu sehen, wie es ihr gefiel. „Ich möchte gerne eine Show tanzen,“ sagte sie zu Andisa und Alex. „Nur um zu sehen, wie es sich anfühlt, bevor ich eine endgültige Entscheidung treffe.“
Alex und Andisa nickten, und Lamia begab sich zurück zur Bühne, um ihre letzte Darbietung zu geben. Die anderen Frauen schauten gespannt zu, und der Raum füllte sich wieder mit der erwartungsvollen Energie eines bevorstehenden Auftritts.
Währenddessen bereitete sich Andisa darauf vor, zusammen mit Alex und Bladewolf die Suche nach der Echse fortzusetzen. Die Hinweise von Lamia waren vielversprechend, und sie wussten, dass sie sich beeilen mussten, um den Draik zu finden, bevor es zu spät war.
Königin Sultana
Die drei Abenteurer machten sich auf den Rückweg zum Palast, um den Hinweisen von Lamia zu folgen. Der Abend hatte bereits Einzug gehalten, und die Sonne war dabei, ihren letzten Schein über den Horizont zu streuen. Der Himmel färbte sich langsam in ein sanftes Lila, und die kühle Abendluft begann sich bemerkbar zu machen. Die Straßen von Wasabi wurden zunehmend ruhiger, während die Stadt sich auf die Nacht vorbereitete.
Andisa, mit festem Ziel vor Augen, klatschte dreimal in die Hände, wie es ihnen Lamia geraten hatte. Der Klang hallte durch die stille Umgebung der Stadt, und bald darauf begann sich der Schwanz einer kleinen, gelben Echse, die sich an der großen Palme versteckt hatte, zu bewegen. Die Echse war etwa so groß wie ein Unterarm und trug eine rosafarbene Schleife um ihren kleinen Kopf. Sie sprang von der Palme herab und landete sanft auf dem Boden vor Andisa.
Die Echse, offensichtlich auf eine Belohnung wartend, sah erwartungsvoll auf Andisa und die anderen. Bladewolf, der seine Tarnung beibehalten hatte, zog ein Stück Schokolade aus seinem Vorrat und legte es vorsichtig auf seine Zunge. Er näherte sich der Echse und hielt die Schokolade vor ihr. Die kleine Echse schnappte sofort nach dem Leckerbissen und begann, es genüsslich zu fressen.
Andisa nahm das restliche Stück Schokolade und fütterte die Echse weiter, die allmählich entspannter wurde und sich schließlich einrollte, um ein Nickerchen zu machen. Die kleine Echse schien vollkommen zufrieden und müde, nachdem sie die Schokolade genossen hatte.
Mit der schläfrigen Echse in ihren Armen machte sich Andisa auf den Weg zurück zum Palast. Alex führte den Weg und blieb stets aufmerksam, während Bladewolf in seiner Tarnung nebenher schlich, immer auf der Suche nach möglichen Gefahren oder zusätzlichen Hinweisen.
Alex, Andisa und Bladewolf wurden am Palasttor zunächst aufgehalten, da die Wachen misstrauisch waren und nur bei Nachweis der Echse bereit waren, ihnen Einlass zu gewähren. Doch als sie die kleine gelbe Echse, die friedlich in Andisas Armen schlief, vorzeigten, öffneten sich die großen Torflügel und die drei Abenteurer traten in den Palast ein.
Der Palast präsentierte sich als ein architektonisches Meisterwerk im ägyptischen Stil. Der Empfangsraum war beeindruckend und strahlte eine Atmosphäre von Luxus und Eleganz aus. In der Mitte des Raumes befand sich ein großer rechteckiger Pool, der nicht nur als zentrales Schmuckstück diente, sondern auch für die Luftfeuchtigkeit im gesamten Raum sorgte. Rund um den Pool blühten üppige Blumen in den lebhaftesten Farben, die den Raum mit einem floralen Duft erfüllten.
Der Boden war aus Kalkstein gefertigt, poliert und glänzend, als ob er täglich gewartet wurde. Das Ambiente erinnerte an ein Wellnessparadies, in dem jede Ecke durchdacht und harmonisch gestaltet war.
Als sie den Empfangsraum betraten, wurde der Kanzler sichtbar aufgeregt. Er hastete zu ihnen und stammelte vor sich hin. „Oh Reisende... oh Reisende, ich habe gehört... Oh Drake... kommt schnell, wir müssen sofort zur Königin.“
Der Kanzler führte die Gruppe zu einer steinernen Treppe, die zu einem höheren Bereich des Palastes führte. Die Treppe war kunstvoll mit Mosaiken verziert, die Geschichten aus der Vergangenheit des Königreichs zeigten. Andisa hielt kurz an, um die Mosaiken genauer zu betrachten. Sie waren detailreich und erzählten eine faszinierende Geschichte.
Die ersten Bilder zeigten einen alten König, der eine tiefe Kenntnis der Magie hatte. Er hatte begonnen, Schmutz zu formen, aus dem er Golems erschuf, die verschiedene Aufgaben erfüllten. Mit der Zeit zerfielen diese Schmutzgolems, und aus dem Schmutz wurden Lehm-Golems geschaffen. Diese Golems zerfielen wiederum und wurden zu Gesteins-Golems. Der Zyklus setzte sich fort, bis am Ende nur noch drei Gold-Golems übrig blieben.
Die große Tür öffnete sich langsam, und der Kanzler warnte die drei: „Passt auf, nur Frauen dürfen hier eintreten. Ich darf nicht mit hinein. Das ist das Gemach von Königin Sultana.“ Er hielt sich die Augen zu, um der Etikette Genüge zu tun, und öffnete die Tür weit.
Als Andisa, Alex und Bladewolf den Raum betraten, wurden sie von einem beeindruckenden Anblick empfangen. Der Raum war hell erleuchtet, fast wie Tageslicht, trotz der Abenddämmerung außerhalb. Weiße Säulen, die sich majestätisch zum Himmel erhoben, stützten eine große Glaskuppel, die den Raum in ein sanftes, diffuse Licht tauchte. Unter den Säulen war der gesamte Boden des Raums mit etwa 20 Zentimetern Wasser bedeckt. Das Wasser war klar und kühl und spiegelte die Lichtreflexe der Glaskuppel wider, was eine entspannende Spa-Atmosphäre erzeugte.
In der Mitte des Raumes befand sich ein Brunnen, aus dem Wasser in sanften Strahlen über einen kunstvoll gestalteten Fisch speiste. Neben dem Brunnen saß Königin Sultana. Sie schien sich in dieser Umgebung sichtlich wohlzufühlen, mit den Füßen auf einem weichen, gepolsterten Hocker. Mehrere Dienstmädchen waren damit beschäftigt, ihre Füße einzureiben und zu massieren. Der Duft von Kräutern und Lotionen mischte sich mit der frischen Brise, die durch das Wasser in Bewegung kam.
„Ich brauche noch etwas Honig für meine Maske,“ befahl die Königin, ohne sich umzudrehen oder aufzusehen.
Alex, der sofort von dem Radar-Signal gewarnt wurde, das den Dragonball in der Nähe lokalisierte, ließ sich von der königlichen Szenerie nicht ablenken. Der Dragonball, so zeigte es das Radar, war keine 20 Meter entfernt. Und als sie sich umsah, fiel ihr Blick auf einen prächtigen Turm, der über dem Brunnen emporragte. Auf dem Turm stand die leuchtende Dragonball-Kugel, die in einem strahlenden Orange schimmerte, mit einem roten Stern, der leuchtend hervortrat.
Alex setzte sich mit entschlossener Miene in Bewegung und schritt direkt auf den Turm zu. Ihre Schritte verursachten keine Wellen im Wasser, und sie schien sich ganz auf ihr Ziel konzentriert zu haben. Ihre Annäherung ließ die Dienstmädchen und die Königin nicht einmal blinzeln – sie waren alle in ihre eigenen Aufgaben vertieft.
Königin Sultana saß auf ihrem prunkvollen Thron, der mit goldenen Verzierungen geschmückt war. Der Thron war kunstvoll in den Boden eingelassen und bildete die zentrale Attraktion des Raumes. Der Dragonball war fest in eine Art Podest integriert, das gleichzeitig als Stopfen für die Kanalisation diente. Die Kugel leuchtete in einem kräftigen Orange und wirkte durch ihre majestätische Position fast wie ein Herzstück des Palastes. Sultana, die von den fließenden Gewändern und den glänzenden Juwelen an ihrem Körper umgeben war, wirkte wie die Königin, die sie sein wollte – und das nicht nur in ihrem eigenen Herzen.
„Willkommen, Gäste. Ich bin Königin Sultana und heiße euch im Wasabi-Palast willkommen,“ erklärte sie mit einer Haltung, die sowohl Arroganz als auch eine ungesunde Dosis von Selbstverliebtheit ausstrahlte. Ihr Blick wanderte von Alex zu Bladewolf und Andisa, als ob sie die einzige Autorität in diesem Raum war.
Der Raum war für die drei eine Mischung aus Schönheit und Gefahr. Während die königliche Pracht und das entspannende Ambiente des Wassers eine fast festliche Stimmung erzeugten, wusste die Gruppe, dass ihre Mission nicht ohne Risiko war.
„Der Dragonball sitzt auf meinem Thron,“ sagte die Königin stolz, „und gleichzeitig dient er als Stopfen für die Kanalisation. Wenn ihr ihn entfernt, wird das Wasser wieder durch die Stadt fließen. Aber ich empfange keinen Besuch, insbesondere nicht an einem Tag, an dem mein kleiner Drake verschwunden ist.“
Königin Sultana, prachtvoll und erhaben in ihrem luxuriösen Raum, ließ sich tief in ihren üppigen Thron zurücksinkend und sah Andisa aus den Augenwinkeln an. Ihre selbstverliebte Haltung spiegelte sich in jedem ihrer Bewegungen wider, und die Luft um sie herum schien förmlich von einer Aura der Überheblichkeit durchzogen zu sein.
Andisa, sich der Gelegenheit bewusst, lächelte charmant und versuchte, das Gespräch in eine für sie vorteilhafte Richtung zu lenken. „Ich habe gehört, dass heute eine Angestellte gefeuert wurde. Wieso denn das?“ fragte sie mit einem Ton der scheinbaren Neugier und unaufdringlichen Höflichkeit.
Die Königin, deren Augen vor Unmut funkelten, nahm einen tiefen Atemzug, als sie über die unglückliche Angestellte sprach. „Das war Lamia. Ich dachte, wir wären beste Freundinnen. Doch dann hat sie tatsächlich nur zwei Löffel Honig in meine Gesichtsmaske getan, statt der vorgesehenen Menge.“ Ihre Stimme klang so schmerzhaft, als ob der Verlust an Honig eine persönliche Tragödie gewesen wäre. „Das habe ich sofort bemerkt. Es war ein direkter Angriff auf meine Schönheit, ein echter Boykott gegen meine royale Pracht. Wie könnte man sich so respektlos verhalten?“
Andisa nickte verständnisvoll und trat einen Schritt näher, um die Königin weiter zu umschmeicheln.
Andisa lächelte charmant und verschleierte ihre wahren Absichten mit geschickten Worten. „Eure Majestät, wenn Sie mir diese Kugel schenken würden, könnte ich Ihnen im Gegenzug alles geben, was Sie sich wünschen. Schließlich wollen Sie doch nicht, dass es etwas gibt, das genauso schön ist wie Sie, oder?“ Ihre Stimme war süßlich und schmeichelnd, doch ihre Augen verrieten einen Hauch von Entschlossenheit.
Königin Sultana, die in ihrem goldenen, mit Edelsteinen besetzten Thron thronte, erhob ihre Augenbrauen und betrachtete die Kugel, die sie bis vor kurzem noch als ihr wertvollstes Schmuckstück angesehen hatte. Mit einem Anflug von Überheblichkeit lächelte sie und sprach: „Diese olle Kugel? Die ist nichts weiter als ein Stöpsel, damit ich das reinste Wasser für meine Schönheit habe. Sie hat keine weitere Bedeutung.“
Mit einem schwungvollen Bewegungsablauf nahm die Königin den Dragonball, der als Stöpsel diente, vom Thron und entnahm ihn dem Versteck in der Mitte des Brunnens. Sie schob die Kugel in eine kunstvoll verzierte Vase, die neben dem Thron stand, und schloss damit das Loch im Brunnen. Mit einem Hauch von Verachtung warf sie die Vase mit dem Dragonball in Richtung von Andisa, die sich gerade mit einem höflichen Lächeln vor der Königin verbeugt hatte.
„Hier, nimm die olle Kugel,“ sagte die Königin schroff, während die Vase mit einem sanften Plop auf dem Boden landete. „Und jetzt erwarte ich, dass ihr meinen süßen Draki Driki, mein geliebtes Haustier, zurückbringt. Er ist verschwunden, und ich brauche ihn sofort.“
Andisa hob die gelbe Echse, die sie gerade aus den Händen der Königin befreit hatte, triumphierend an. Ihre Augen funkelten entschlossen, während sie die Königin mit einem strengen Blick musterte. „Oh, wir wissen nun, wo Draik ist,“ sagte Andisa mit einer Bedrohung in der Stimme, die nicht zu überhören war.
Königin Sultana, die sich von der plötzlichen Stimmungsschwankung der Fremden überrascht zeigte, runzelte die Stirn und versuchte, ihre Fassung zu bewahren. „Was soll das heißen? Ihr glaubt wohl nicht, dass ihr mir einfach so meine geliebte Draik zurückbringen könnt?“ Ihre Stimme klang sowohl herausfordernd als auch ängstlich.
Andisa nickte langsam zu Alex, die neben ihr stand, und bat sie höflich: „Alex, sag doch mal, was die Damen vorhin uns erzählt haben.“
Alex, die den Ernst der Lage noch nicht ganz erfasst hatte, antwortete naiv und mit einer leichten Unschuld in der Stimme: „Sie haben mich hübsch gemacht für meinen Meister.“
Andisa schüttelte frustriert den Kopf und wandte sich an Bladewolf, der ruhig, aber bestimmt die Situation beobachtete. Bladewolf zog eine kleine tragbare Aufnahmeeinheit aus seinem Rucksack und spielte eine Audiodatei ab. Aus den Lautsprechern erklang das Gespräch, das die Leiterin der Bauchtänzerinnen geführt hatte und das bestätigte, was Andisa befürchtet hatte.
„Das ist richtig, ich habe in meiner Amtszeit 20 bis 30 Angestellte entlassen,“ war die Stimme der Leiterin zu hören, die ihre Aussagen ohne jegliche Reue machte.
Die Königin, die zunächst noch versuchte, ihre Fassung zu bewahren, zeigte nun eine Spur von Unbehagen. „Das war eine andere Zeit, als die Angestellten noch sinnvoll waren. Aber das ist mir alles egal. Was mir am Herzen liegt, ist mein geliebter Drik Driki Draik. Meine alles geliebte Echse. Wenn sie wieder da ist, können von mir aus alle wieder hier arbeiten.“
Sultana klang fast verzweifelt, während sie ihren Kummer über das Fehlen der Echse aussprach. Ihre Haltung wurde weniger königlich und mehr von einem persönlichen Verlust geprägt, als sie sich dem Trio zuwandte.
Andisa, die sich bewusst war, dass sie in dieser Situation eine starke Verhandlungsposition hatte, machte einige Schritte zurück, um den Abstand zu wahren.
Andisa hob die gelbe Echse vorsichtig an, die sich unter ihrem Shirt versteckt hatte. „Die Echse ist sicher mit Absicht weggelaufen“, sagte sie mit einer Mischung aus Bedrohung und Entschlossenheit in ihrer Stimme. „Wenn sie mir nicht glauben, machen wir halt den Test.“
Sultana, die vor Überraschung und Unglauben erstarrt war, erlangte ihre Fassung zurück. „Gut, dieses Spiel spiele ich mit“, sagte sie, ihre Stimme vor Arroganz triefend. Andisa setzte die Echse auf den kühlen Boden des Palastsaals ab, und Sultanas Augen weiteten sich vor Erwartung.
„Komm zu mir, Draik! Komm sofort zu mir!“ rief Sultana und klatschte dreimal in die Hände. Ihre Stimme war ein Befehl, eine Aufforderung, die sie als selbstverständlich annahm.
Andisa kniete sich hin und sprach beruhigend auf die Echse ein. „Komm schon, Draik. Du musst dich entscheiden. Du bist frei, deinen eigenen Weg zu wählen.“
Die Echse, die sichtlich unsicher war, drehte sich im Kreis, als ob sie ihre Optionen abwog. Schließlich entschied sie sich und rannte auf Alex zu. Alex nahm die Echse freudestrahlend auf und drehte sich im Kreis. „Ich habe eine Echse gefangen!“ rief sie begeistert, ihre Augen vor Freude strahlend.
Sultana, deren Gesichtsausdruck von Zorn und Enttäuschung geprägt war, ließ sich das nicht gefallen. „Jetzt gebt mir meine Echse zurück!“ befahl sie mit einer Stimme, die vor Wut zitterte. Ihre königliche Haltung war verschwunden, ersetzt durch die Dringlichkeit und den Zorn einer Frau, die ihre geliebte Kreatur verloren hatte.
Andisa blieb ruhig und erwiderte mit einer leichten Schärfe in ihrer Stimme: „Nein, Draik hat sich freiwillig entschieden. Sie ist zu uns gekommen, weil sie bei uns sein möchte. Es scheint, dass sie sich nicht zu Ihnen hingezogen fühlt.“
Sultana, vor Wut kochend, rief nach ihren Wachen. Es war das erste Mal, dass sie den Raum betraten, und ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen beim Anblick des Wassers, das den Boden bedeckte. „W-wir sind zu Diensten... Königin... Sultana,“ stotterten die Wachen, ihre Blicke zwischen dem Wasser und ihrer herrischen Königin hin- und herwandernd.
Sultana zeigte mit einem zornigen Finger auf Andisa, Alex und Bladewolf. „Bringt sie um. Entsorgt sie, aber beschmutzt nicht mein Wasser,“ befahl sie mit eisiger Stimme.
Bladewolf, schnell wie der Blitz, sprang hinter den Thron. In einem entschlossenen Sprung zerstörte er den Krug, bevor jemand auch nur die Chance hatte zu reagieren. Ein gigantischer Fontäne brach hervor. Der Druck, der sich über Jahre angesammelt hatte, entlud sich wie ein Geysir und zerstörte die Kuppel über ihnen.
Ein mächtiger Strahl schoss in den Himmel, während das Wasser unaufhaltsam den Palast überschwemmte. Lamia, die sich draußen aufhielt, sah mit großen Augen, wie ein riesiger Wassersprung aus dem Palast hervorschoss. Die Stadt, die lange unter Dürre gelitten hatte, begann sich schnell mit dem lebensspendenden Wasser zu füllen.
Die Bewohner von Wasaba, die zuvor in einer trockenen Wüstenstadt gelebt hatten, staunten nicht schlecht, als das Wasser durch die Straßen strömte und ihre Stadt in eine blühende Oase verwandelte. Es wurde klar, dass Wasaba einst eine Wasserstadt gewesen war, bevor Sultana die Quellen für ihren eigenen Luxus blockiert hatte.
Als der Druck des Wassers nachließ, wurde Königin Sultana durch die Palasttüren hinausgespült, die Marmortreppen hinunter und schließlich vor den Toren des Palastes abgesetzt. Triefend nass und gedemütigt, saß sie dort, unfähig zu verstehen, wie alles so schnell außer Kontrolle geraten konnte.
Andisa trat zu einem offenen Fenster und rief laut hinaus: „Eine Königin wurde hinausgespült, jetzt ist eure Chance!“ Ihre Stimme hallte über den Palastplatz und zog die Aufmerksamkeit aller Bürger auf sich. Tatsächlich begannen sich die Einwohner von Wasaba vor den Toren des Palastes zu versammeln, neugierig und aufgeregt.
Lamia, die die Szene beobachtet hatte, rannte zu der am Boden sitzenden Sultana und schüttelte sie sanft. „Geht es dir gut?“ fragte sie besorgt.
„L-l-lamia,“ stammelte Sultana, Tränen in ihren Augen. Beide Frauen umarmten sich und weinten in den Armen der anderen, ihre Feindseligkeiten für einen Moment vergessen.
Andisa trat vor die Menge und begann, eine leidenschaftliche Rede zu halten. „Diese Königin, die hier sitzt, war arrogant und selbstsüchtig. Sie hat ihr Volk unterdrückt und die lebenswichtigen Ressourcen für ihren eigenen Luxus genutzt. Wasaba verdient eine bessere Führung, eine Führung, die das Wohl der Menschen an erste Stelle setzt.“
Lamia, noch immer neben der weinenden Sultana kniend, erhob sich und stimmte Andisa zu. „Du hast recht... Ich werde mit dir kommen.“ Drei weitere Bauchtänzerinnen traten hervor, legten ihre prächtigen Gewänder ab und schlossen sich Andisa an.
Während Andisa ihre Rede hielt, war Alex damit beschäftigt, verschiedene Steine und Artefakte vom Palastplatz zu sammeln und sie in seinen Koffer zu packen. Bladewolf, der treue Roboterhund, druckte eine Anleitung aus und überreichte sie der besiegten Sultana. „Dies ist eine Anleitung, wie man ein Königreich gründet und regiert. Möge es Ihnen helfen, Ihre Fehler zu verstehen und sich zu bessern,“ sagte er in seiner mechanischen, aber dennoch weisen Stimme.
Der Kanzler und einige der verbliebenen Bediensteten traten vor, hoben die geschwächte Sultana schweigend auf und trugen sie zurück in die Palastmauern. Ihr weiteres Schicksal war ungewiss und lag nun in den Händen des Schicksals.
Andisa, Alex und Bladewolf, begleitet von den vier Bauchtänzerinnen, machten sich auf den Heimweg. Die Stadt Wasaba begann sich bereits zu verändern, das Wasser sprudelte frei und die Menschen konnten endlich aufatmen. Eine neue Ära brach an, und das Trio hatte einmal mehr eine Mission erfolgreich abgeschlossen.
Als Andisa, Alex und Bladewolf mit den vier Bauchtänzerinnen das Stadttor von Wasaba erreichten, hörten sie plötzlich eine Stimme hinter sich rufen. Sie drehten sich um und sahen die alte Frau, die Samen verkauft hatte, hastig auf sie zulaufen. Ihre Augen funkelten vor Entschlossenheit, während sie keuchend näher kam.
„Wartet! Wartet!“ rief sie, außer Atem aber fest entschlossen, als sie die Gruppe erreichte. „Ich habe gehört, dass es draußen besser sein soll. Ich habe entschieden, euch zu folgen. Es ist Zeit, dass ich meine Samen an einem Ort pflanze, der eine Zukunft hat.“
Zum Glück hatte Andisa mehrere Kapseln mitgenommen. Sie griff in ihre Tasche und aktivierte eine der Kapseln. Mit einem leisen Zischen und einem kurzen Aufleuchten verwandelte sich die Kapsel in ein komfortables und robustes Fahrzeug, das für die Reise durch die Wüste perfekt geeignet war.
Bladewolf, immer der umsichtige Begleiter, half den neuen Mitgliedern der Gruppe, auf den Sandgleiter zu steigen.
Der Sandgleiter hob sanft vom Boden ab und glitt geschmeidig über die Dünen. Der Himmel war in tiefem Orange und Purpur getaucht, während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand. Die alte Frau saß neben Andisa und erzählte von ihrer Hoffnung, dass ihre Samen in der neuen Umgebung gedeihen würden. Die Bauchtänzerinnen, nun frei von den Zwängen des Palastes, tauschten Geschichten und lachten gemeinsam, während Alex aufmerksam die Umgebung beobachtete und sicherstellte, dass der Kurs eingehalten wurde.
Nach einer Weile erreichten sie die Farm. Die fruchtbaren Felder, die üppigen Obstbäume und die klaren Wasserquellen boten einen einladenden Anblick.
Als Andisa und Alex mit dem Flugzeug hinterherfliegen, spüren sie die Erleichterung und Freude, bald wieder zu Hause zu sein. Der Flug verläuft ruhig, und das warme Abendlicht taucht die Landschaft in sanfte Farben, als sie schließlich auf der Landebahn der Farm landen. Die anderen Reisenden, die mit dem Sandgleiter vorausgefahren waren, sind bereits angekommen und haben sich im Haus versammelt.
Die Ankunft der beiden wird mit freudigen Rufen und herzlichen Umarmungen gefeiert. Alex rennt sofort zu Ben, um ihn zu begrüßen. „Ben! Ben! Ich habe so viel zu erzählen!“ ruft sie begeistert, während sie auf ihn zustürmt. Ben, der gerade den Tisch für das Abendessen deckt, lacht herzlich und hebt sie hoch. „Alex, ich habe dich vermisst! Erzähl mir alles!“
Bladewolf, der goldene Begleiter, rammt Ben leicht an, um auf sich aufmerksam zu machen. Ben schaut überrascht auf den glänzenden Roboterhund.
Als die Stimmung auf der Farm ruhig und friedlich ist, tätschelt Ben zum ersten Mal Bladewolf sanft, eine Geste der Anerkennung und Zuneigung. Doch plötzlich geschieht etwas Unerwartetes. Bladewolf geht einen Schritt zurück, öffnet sein Maul und schießt den Dragonball direkt in Bens Bauch. Ben kann nicht reagieren und bricht schmerzhaft zusammen, ein Ausdruck des Schocks und der Überraschung auf seinem Gesicht.
Alex, die die Situation nicht vollständig erfasst, nutzt den Moment, um ihr neues Outfit zu präsentieren. Sie tritt vor Ben und beginnt zu tanzen, ihre Bewegungen sind anmutig und voller Stolz auf das Souvenir, das sie mitgebracht hat
Es vergingen ein paar Tage auf der Farm, und während Ben, Andisa und Alex ihren gewohnten Alltag nachgingen, erlebten drei mutige Agenten ein Abenteuer nach dem anderen. Eines dieser Abenteuer führte sie schließlich auf die Erde. Nachdem sie sich auf der Farm verirrt hatten, schafften es die Agenten, sich mit den meisten Bewohnern anzufreunden – bis auf einen: Ben.
Ben war von den ständigen Aufregungen und dem Chaos, das die Agenten mit sich brachten, so genervt, dass er beschloss, zurück zu seiner Werkstatt zu fahren, um dort etwas Ruhe zu finden. Natürlich nahm er Alex, seine treue und neugierige Begleiterin, mit. Sie verabschiedeten sich von Andisa und versprachen, bald wiederzukommen.
In der Werkstatt genoss Ben die ruhige Zeit, während Alex sich mit den Werkzeugen und Geräten beschäftigte. Nach einigen Tagen entschied Ben, dass es Zeit war, zur Farm zurückzukehren. Er vermisste Andisa und die vertraute Umgebung der Farm.
Auf dem Rückweg zur Farm geschah jedoch etwas Unerwartetes. Plötzlich wurden Ben und Alex von einem geheimnisvollen Strahl erfasst, der aus den nahegelegenen Bergen kam. In einem Augenblick verwandelte sich die Welt um sie herum. Die gesamte Menschheit, bis auf die Androiden und Alex, wurde in Stein verwandelt. Menschen, Tiere – alles Lebendige erstarrte in einer stummen, steinernen Stille.
Was niemand wusste, war, dass der Strahl aus den nahen gelegenen Bergen von einem Alien stammte, das dort experimentierte. Die Agenten hatten den Auftrag, sich um dieses Alien zu kümmern. Doch in ihrer Ungeduld zerstörten sie die Maschine des Aliens, was das Chaos erst auslöste.