Geschäftstreffen? -> Romano x Spanien, Fluff
Sein bionischer linker Arm piepte und verkündete ihre planmäßige Ankunft am Raumhafen in dem Moment, in dem die Tür vor ihm aufschwang. In seiner Brust konnte er ein kleines Kribbeln der Vorfreude aufsteigen spüren, was er schnell unterdrückte schließlich war er aus beruflichen Gründen gekommen.
Während er die wenigen Stufen vor der Tür hinab stieg, überprüfte er schnell mit seinem Arm die Werte der künstlichen Atmosphäre. Der ganze Planet war davon umhüllt und er wusste zu gut, von den Problemen, die es in der Vergangenheit immer wieder damit gegeben hatte. Er hatte angenommen das es auch heute darum ging. Doch nun sah er zufrieden, dass die Werte ausgezeichnet waren.
„Romano, hier!“, klang eine laute Stimme über den Landeplatz. Er schaute stirnrunzelnd auf und sah einen langhaarigen Mann winken.
Spanien, für ihn einmal wie ein großer Bruder und Ziehvater zugleich, erinnerte in letzter Zeit vermehrt an den Seefahrer aus früheren Zeiten. Vielleicht hatte sich etwas moderne Technik in seine Weste verirrt und der Stoff war auch optimiert. Aber mit Stiefeln, Gürteltuch, Weste und dem Zopf erweckte er stark den Eindruck eines Piraten aus alten Filmen.
Ah, die langen Haare. Einen Moment erlaubte er sich in frischeren Erinnerungen zu schwelgen. Ihr persönliches Verhältnis hatte sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt von brüderlich konnte man überhaupt nicht mehr sprechen. Vielleicht brachte der Gedanke daran ein kleines Lächeln auf seine Lippen.
In seinem Kopf sah er deutlich, wie die Haare offen Spaniens nackte Brust bedeckten. Wie er seine Finger darin vergraben konnte um Spanien für einen Kuss heran zu ziehen. Und wie sie ihn kitzelten, wenn sie eng umschlungen schliefen.
Einmal hatte er gefragt, warum Spanien sich wieder die Haare wachsen ließ. Die Antwort war ein lässiges Schulterzucken gewesen.
Vielleicht hing es damit zusammen, dass die schwimmenden Dörfer und Städte auf diesem flüssigen Planeten an treibende Schiffe erinnerten, hatte er gedacht. Doch diese Theorie würde er weiter für sich behalten.
Nun war er nah genug um nicht ebenfalls schreien zu müssen. Schreien war nicht professionell, wie er sich immer wieder sagen musste. „Schön dich so gut gelaunt zu sehen. Ich dachte, du hast ein dringendes technisches Problem?“, sagte er anstelle einer Begrüßung.
„Ah“, machte Spanien und schaffte es etwas beschämt auszusehen. Ein Anblick bei dem er an einen ertappten Schuljungen denken musste. „Also eigentlich ist es kein technisches Problem, das musst du missverstanden haben, Romano.“ „Soll ich deine Nachricht rekonstruieren lassen? Warum sonst solltest du unbedingt den Oberschrotti rufen wollen?“, fragte er irritiert.
Er hob seinen linken Arm um die Nachricht zu rekonstruieren, hielt allerdings nochmal inne und schaute Spanien genau an. Dieser breitete seine Arme aus, „Das Problem ist jetzt behoben. Bekomme ich keine Umarmung zur Begrüßung?“
Das Blut stieg in seine Wangen und er schlug ihn mit seinem natürlichen rechten Arm. „Keine anstößigen Dinge in der Öffentlichkeit, wie oft noch?!“, empörte er sich.
Spanien hatte den Mut darauf zu schmollen wie ein Kleinkind. Er verzog übertrieben das Gesicht und rieb sich leicht die Trefferstelle. Aber Umarmungen waren ein No-Go über das sie schon oft gesprochen hatten, vor allem seit sich die Dinge zwischen ihnen verändert hatten. Seit die Menschheit die Erde verlassen hatte, waren Umarmungen nichts mehr was man öffentlich tat. Sie erschienen plötzlich viel intimer, wenn man Wochen oder Monate in Raumanzügen verbracht hatte.
Ein Seufzen entkam ihm bei dem Anblick. Er wurde unwillkürlich, und entgegen seiner Vorsätze, weich dabei. Mit seinem linken Arm griff er in das Revers seines Freundes und zog ihn näher. „Na gut, einen Kuss kannst du haben“, sagte er und setzte das sofort um.
Es war ein schneller, leichter Kuss. Trotzdem keimte in ihm Verstehen auf, was der eigentliche Grund für Spaniens Nachricht hatte sein können. Sie hatten es schon eine Weile nicht mehr geschafft sich zu sehen, weil sein neuer Heimatplanet, das intergalaktische Zentrum des Wiederverwertens, so florierte. Er war stolz darauf nun unabhängig von seinem Bruder Italien und Erfolgreich zu sein. Aber es hatte ohne Frage Nachteile für ihre Beziehung.
Als er wieder los ließ, gab er seinen Gefühlen nach. Auch wenn er offensichtlich mit einem Trick angelockt worden war, konnte er es nicht verübeln. Sein Herz hatte sich schließlich ebenfalls nach diesem Wiedersehen gesehnt.
Deswegen schlug er vor, schnell zu Spaniens Haus zu fahren. Das Lachen auf dessen Gesicht überstrahlte fast die Sonnen am Himmel.
Transformation -> Ungarn, Slice of Life?
Ungarn war nervös. Heute war endlich ihr großer Tag.
Hierfür hatte sie hinter den Kulissen jahrzehntelang gekämpft. Sie hatte alles für den heutigen Tag getan, ohne zu wissen, wann „heute“ sein würde. Viele Politiker hatten überzeugt werden müssen. Doch die Bevölkerung hatte ihr immer wieder Auftrieb gegeben, vor allem wenn sie dachte, sie hätte keine Kraft mehr für diesen Kampf.
Wäre sie ein normaler Mensch gewesen, hätte sie das hier schon lange machen können. Jedem stand es seit der dritten Intergalaktischen Konferenz zu. Jedem außer den Ländern selbst.
Jeder durfte seinen Körper, sein Geschlecht, frei ändern. So hatten es die wichtigsten Politiker damals beschlossen. Und das obwohl der Prozess damals noch sehr langwierig und teuer war.
Nur in diesem „Jeder“ waren die Länder selbst nicht inbegriffen. Sie hatten immer einen Sonderstatus, meist wurden sie einfach vergessen, manchmal waren sie „zu einschüchternd“ um über oder mit ihnen zu sprechen. Dabei fühlten sie sich meist nicht so anders, auch wenn ihre Lebensspanne so viel größer war.
Nun, bis gestern zumindest war das Gesetz so festgelegt gewesen. Dann hatte es endlich eine Änderung gegeben. Und heute, heute endete die Wartezeit für sie endlich. Seit heute durfte auch Ungarn darüber selbst bestimmen. Die Entscheidungsträger waren neue Wege gegangen. Deswegen galt dieses Gesetz nun auch für die Personifikationen.
Ungarn hatte nicht vor noch einen Tag länger verstreichen zu lassen. Wer wusste, ob sie sonst wieder irgendwie aufgehalten werden würde. Nein, heute war ihr Tag.
Sie atmete einmal tief durch, bevor sie sich in die medizinische Kapsel legte. Die Abdeckung schloss sich über ihr und steigerte damit ihre Nervosität weiter.
Vor ihr erschien ein Display auf dem sie mit der Hand verschiedene Eingaben machte. Ihr fiel am Rande auf, dass die Hand leicht zitterte. Doch es gelang ihr nicht das zu kontrollieren, also versuchte sie sich weiter auf das Display zu fokussieren. Hiermit tat sie einen großen Schritt für sich selbst.
Nach einem letzten Blick auf ihre Angaben bestätigte Ungarn sie mit einem Fingerabdruck. Dann spürte sie den Einstich der ersten Nadel, die sie schlafen lassen würde bis alles getan war.
Während sie wegdämmerte, kreisten in ihrem Kopf ein letztes Mal die Gründe, warum sie so lange hierfür gekämpft hatte. Entgegen der Wünsche so vieler ehemaliger Staatsoberhäupter und religiösen Führer, die sie in ihrem langen Leben gesehen hatte. Entgegen dem was ihre eigene Überzeugung hatte sein sollen.
Seit sie herausgefunden hatte, dass sie ein Mädchen, eine Frau, war, war eine lange Zeit vergangen. Es war nicht so, das sie seitdem die ganze Zeit unglücklich gewesen war. Sie hatte nur dieses Gefühl immer weit hinten in ihren Gedanken gehalten. Es möglichst weit weg gepackt. Das Gefühl sich nicht wirklich wohl zu fühlen. Das Kitzeln und leise Nagen der Unvollständigkeit was sich manchmal einen Weg nach vorne suchte. Ungarn war mit der Zeit sehr gut darin geworden es klein zu halten.
Und so war sie tatsächlich irgendwie glücklich gewesen.
Ja, Ungarn war gerne die Hausfrau für diesen verschrobenen Kerl Österreich gewesen. Es war ein interessantes Zusammenleben gewesen. Doch da steckte eine Menge „gewesen“ drin.
Es hatte ihr auch Spaß gemacht sich hübsch anzuziehen. Und Häuser zu dekorieren. Und mit ihren Freundinnen Tee zu trinken. Oder stundenlang für gutes Essen am Herd zu stehen.
Doch so viel Befriedigung sie auch daraus zog, sie hatte es auch immer genossen die Ärmel hochzukrempeln und sich schmutzig zu machen. Es hatte ihr nichts ausgemacht zur Waffe zu greifen, für die Jagd oder im Krieg. Sie hatte nie aufgehört zu trainieren und sich verbessern zu wollen. Aber als Frau war sie immer den Männern untergeordnet gewesen. Auszeichnungen oder Gleichberechtigung machten da keinen großen Unterschied.
Und in diesen Momenten, in denen sie wieder daran erinnert wurde, hatten die Gefühle leicht ihren Weg an die Oberfläche gefunden. Der alte Wunsch ein Mann zu sein. Einen Penis zu haben und wenn es nur für das einfachere Pinkeln im Stehen war.
Nein, verdammt, es war für ihr eigenes Wohlbefinden. Für sie selbst und niemand anderen. Für ihr junges Ich, was davon geträumt hatte. Für den Wunsch nach Vollständigkeit, den man nicht klein reden konnte. Mit welchen billigen Ausreden auch immer. Ungarn wollte das Gefühl nicht mehr ignorieren.
Eine fröhliche Frauenstimme erklang, „Willkommen zurück. Laut ihren Vitalwerten haben Sie die Aufwachphase nun so weit absolviert, dass Sie in der Lage sein sollten mit mir lautlich zu kommunizieren. Um diese Phase abzuschließen und den Erfolg der Eingriffe zu bestätigen, bitte ich Sie deswegen mich bestmöglich nachzumachen.“ Die Stimme summte eine Tonfolge.
Ungarn versuchte wie befohlen die Töne nachzumachen. Ihr – Sein Brustkorb vibrierte davon. Es war ein ungewohntes Gefühl.
Die Stimme machte eine weitere Tonfolge vor. Ungarn hob vorsichtig seine Hände vom Bett neben sich und legte sie auf seinen Bauch, während er auch diese Tonfolge wiederholte. Ja, es kitzelte etwas an seinen Fingern. Seine Muskeln schmerzten von der Bewegung, doch er schob seine Hände langsam weiter hoch. Das Programm forderte noch einige weitere Stimmproben von ihm und nach und nach gewöhnte er sich dadurch an seine neue Stimme.
Er testete behutsam die Schmerzen in seinen Muskeln in dem er sie nacheinander anspannte. Es tat weh, so wie man ihn vorher gewarnt hatte, aber bis jetzt war es nicht mehr als ein schlimmer Muskelkater.
„Damit haben wir genügend Daten von Ihnen bekommen. Die Aufwachphase ist hiermit erfolgreich beendet. Bitte warten Sie noch mindestens eine Minute bevor Sie den Raum verlassen. Es wird noch eine Prüfung ihrer weiteren körperlichen Funktionen mit Ihnen vorgenommen. Sollten Sie sich danach noch nicht wohl fühlen, steht es Ihnen frei sich weiter hier aufzuhalten. Ich öffne nun die Kapsel und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag“, sagte die Frauenstimme. Tatsächlich öffnete sich die Abdeckung geräuschlos über Ungarn.
Er nutzte die wiedergewonnene Freiheit um sich richtig und ausgiebig zu strecken. Das war ebenfalls schmerzhaft, aber auf eine Art, die er begrüßte. Es fühlte sich wie nach einem ausgiebigen Training an und reizte dazu sich noch mehr zu bewegen.
Um es nicht zu übertreiben, setzte er sich für den Moment nur auf den Rand der Kapsel. Sein Kreislauf schien erstaunlich stabil da ihm nicht schwindelig wurde.
„Willkommen zurück. Meine Sensoren fahren in diesem Moment aus. Bitte bewegen Sie sich nicht, bis sie angeschlossen sind“, erklang eine weitere mechanische Stimme, diesmal männlich. „Es folgt eine kurze Reihe von Tests, die nicht während Ihrer Bewusstlosigkeit durchgeführt werden konnten. Bitte folgen Sie nun meinen Anweisungen.“
Die Tests waren langweilig und Ungarn kam es vor als würden sie mehr als eine Minute brauchen. Er brannte darauf die Station zu verlassen und seinen neuen Körper eigenständig kennen zu lernen.
Die Erlösung kam mit einem freundlichen „Vielen Dank. Hiermit wird Ihre Behandlung nach exakt 7 Tagen und 5 Stunden für erfolgreich beendet erklärt. Bitte bestätigen Sie dies hier. Danach dürfen Sie gehen.“ Ein letzter Fingerabdruck und die Freiheit öffnete sich vor ihm.
Gehen kam ihm noch ein wenig seltsam vor, als wäre er in den letzten Tagen gewachsen und nun mussten seine Glieder sich neu sortieren.
Ungarn aktivierte einen Sprachanruf bei seinem besten Freund. Ein freudiges Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, wie er wahr nahm, denn sogar das schmerzte.
„Jo jo jo, was macht Gottes Fülle?“, erklang nach kurzem Warten eine Stimme aus dem Gerät an seinem Ohr. Das brachte Ungarn zum Lachen.
„Vollkommenheit trifft es eher, kleiner Speer“, konterte er, „Wollen wir uns nachher treffen?“
Spiel -> Male!Ungarn x England?, Drabble
„Sie dürfen ihr Fahrzeug hier nicht abstellen“, sagte eine Stimme hinter ihm.
Ungarn drehte sich danach um. „Hab ich aber schon.“ Er verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte den Sprecher herausfordernd an. Dieser wiederholte den Satz. Ungarn verdrehte die Augen, „Kannst du nur diesen Satz, Robo-Augenbraue?“
England errötete. „I-Ich sage nur, Sie dürfen ihr Fahrzeug hier nicht abstellen, Sir“, stammelte er, „Bitte beleidigen Sie mich deswegen nicht.“
Unwillkürlich entfuhr Ungarn ein Stöhnen, „So funktioniert das nicht, England. Du gibst dir so wenig Mühe, das ruft nach Bestrafung.“
„Man, ich bin halt kein Schauspieler“, fuhr England aus der Haut.
Weihnachten -> Schweden x Finnland, Slice of Life
Auf der Erde musste jetzt November sein nach der alten Zeitrechnung. Schweden musste schmunzeln. Egal wie weit sie von der Erde entfernt und wie lange es auch her war, an seinem Mann konnte er immer ablesen, wann November war. Finnlands Rhythmus war in der Hinsicht unbestechlich. Und gerade jetzt kämpfte er mit einer Lichterkette. Ein Ende klemmte unter seinem Fuß, die Hände zogen die Kette in verschiedene Richtungen, der Blick starr vor Konzentration.
Schweden nahm sich einen Moment um die Szene zu genießen. Auch wenn es ein regelmäßiges Ereignis war, konnte er sich nie daran satt sehen.
Finnlands Blick richtete sich unvermittelt auf ihn. „Ru, kannst du noch den Holoweihnachtsbaum holen?“, fragte er. Schweden nickte. Er wusste ungefähr wo sich der gesuchte Projektor befand, aber die Suche würde trotzdem etwas Zeit in Anspruch nehmen, fürchtete er.
Ihr Aufbewahrungsraum für Dekorationen war, im Gegensatz zum Rest ihres Heims, vollständig analog geführt. Wäre es nach Schweden gegangen, hätten auch hier wenigstens digitale Ordnungshelfer für die Platzvergabe walten können. Das hätte es ihm jetzt etwas leichter gemacht. Doch nach einem großen Systemausfall hatte Finnland gemeint, daran dürften sich niemals wieder Maschinen zu schaffen machen. Nun, zu einem antiquierten Etikettiergerät hatte er zum Glück doch zugestimmt. Damit musste man nicht alle Holos starten um das Richtige zu finden. Er hatte keine Ahnung, warum die Dinger nicht von der Fabrik aus schon beschriftet waren.
Als Schweden nun die Tür zum Weihnachtsschrank öffnete, fiel ihm prompt etwas entgegen. Und er versuchte reflexartig es aufzufangen. Wie hätte es auch anders sein können, bei einem Schrank, der bis oben hin ohne erkennbares System vollgestopft war, dachte er kopfschüttelnd. In diesem Punkt vermisste er die alte Erde mit ihrer rückständigen Technik eigentlich nicht, stellte er einmal mehr fest. Stirnrunzelnd schaute er nach, was ihm da entgegen gefallen war.
Es war kein Holo sondern ein kleiner, hässlicher Strohstern. Unvermittelt kamen die Erinnerungen zurück. Er hatte von einer Tradition gehört Strohsterne zu basteln und dann seiner Liebsten zu schenken. Natürlich hatte er das sofort ausprobieren wollen. Aber er hatte keine Ahnung gehabt, wie so etwas ging. Als er schließlich etwas angefertigt hatte, dass er akzeptabel fand, hatte er es Finnland geschenkt. Dieser hatte verhalten gelächelt und sich bedankt. Dann hatte er Schweden in einen Raum geführt, in dem ein kleiner Baum stand über und über voll mit kleinen und großen Strohgebilden, die wie goldene Schneeflocken aussahen. Oder wie Sterne, hatte er gedacht und sofort von Finnland recht bekommen. Finnland hatte darauf bestanden seinen Stern auch am Baum zu präsentieren. Obwohl er so hässlich war und sie in den nächsten Jahren gemeinsam weitere Sterne bastelten hatte Finnland diesen Stern immer wieder aufgehängt. Irgendwann war der Stern verschwunden und Schweden hatte gedacht, er wäre schlicht zerfallen. Doch nun lag er hier in seiner Hand. Er fühlte wie Tränen der Freude in ihm hochkamen. Offensichtlich hatte Finnland den Stern gut aufbewahrt.
Behutsam steckte er den Stern in seine Brusttasche. Dann machte er sich wieder an seine eigentliche Aufgabe.
Dekontamination -> Ungarn x Ukraine, PWP?
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Port In Every ... -> Kanada x England, Slice of Life/Romantik?
Die Raumflotte war imposant. Das Flaggschiff in der Mitte schoben sie sich langsam in den Raumhafen.
Eleganz in Zeitlupe, schoss es England mal wieder durch den Kopf. Er konnte nicht anders als dem Schauspiel beeindruckt zuzuschauen. Eigentlich hatte er anderes zu tun, das war ihm durchaus bewusst. Die Schimpftirade seines Vorgesetzten konnte er sich schon jetzt ausmalen. Aber für diesen einen Moment wollte er nicht daran denken.
Vor seinen Augen drehten die ersten beiden Kreuzer simultan bei. Ihren Bug drehten sie von dem Anderen weg als wären sie gleichzeitig gegen eine unsichtbare Wand gefahren und prallten nun in entgegengesetzte Richtungen ab. Fast in einem rechten Winkel zueinander kamen sie schließlich zum stehen. Die nächsten beiden Schiffe fuhren näher an sie heran, nur um dann ebenfalls eine Drehung mit dem Bug nach außen zu vollführen. Als nächstes vollführte das Flaggschiff eine vollständige Kehrtwende. Doch von seinem Standpunkt aus konnte England nicht viel von ihm erkennen. Denn das Begleitschiff auf seiner Seite vollführte gleichzeitig eine Drehung um 90° nach außen und versperrte ihm damit kurzfristig die Sicht. Auch wenn es nur eine gut berechnete rechnergesteuerte Bewegung war, England war beeindruckt, wie die Schiffe sich nun seit-/ rückwärts noch näher an die ersten Schiffe drängten. Zum Schluss drehten sich auch noch die letzten Schiffe der Flotte ein, so das ein perfekter Stern um das Flaggschiff entstand. Gleichzeitig senkten sie sich zur Landung ab. Und beendeten damit ihren Tanz wie mit einer Verbeugung.
In seinen Augen eine wundervolle Darbietung. Leicht übertrieben, aber dennoch wundervoll. England musste sich unwillkürlich fragen, wozu diese Schau wohl nötig war. Sie befanden sich hier auf neutralem Gebiet. Jegliche Auseinandersetzungen, sogar kleine Kneipenschlägereien, waren hier eigentlich strickt untersagt. Und daran hielten sich auch die Meisten. Die Strafen waren ziemlich hoch… Nun, sie würden ihre Gründe haben, sagte er sich und riss sich endlich von dem Anblick los. Genau im richtigen Augenblick, denn sein Pager klingelte. Der Ton gehörte zu seinem Vorgesetzten.
„Wo bleibt meine Bestellung?!“, schallte es ihm entgegen als er sich beeilte den Anruf entgegen zu nehmen. „Es-“, seine Antwort wurde sofort von einer Drohung abgewürgt. Er hätte es wissen müssen, denn sein Boss hatte nicht wirklich Interesse an einer Antwort. „Lassen Sie mich besser nicht darüber nachdenken, ob ihre Stelle doch besser mit einer Drohne besetzt wäre! Wozu habe ich Sie wenn die Dinger schneller sind?“ Dann wurde die Verbindung auch schon getrennt. Der Mann war mal wieder in bester Laune, dachte England. Mit schnellen Schritten eilte er zurück, dieser Tag konnte nur besser werden.
Nach einem langen Tag voller Beschimpfungen, die er dem Auseinandersetzungsverbot wegen nicht erwidern konnte, sank England erschöpft auf einem Hocker zusammen. Er wusste wirklich nicht, warum er noch für diesen Mann arbeitete, außer der Empfehlung wegen. Und auf diesem Wege würde er eher vor Erschöpfung zusammenbrechen als die verflixte Empfehlung tatsächlich zu bekommen. Müde orderte er sich einen Drink.
Der Barkeeper war noch nicht damit zu ihm zurück gekommen, da legte sich eine Hand auf seine Schulter. „Hallo Arthur“, sagte eine männliche Stimme.
Ohne Eile drehte sich England halb um. Mit einem Bein schob er nachlässig den Hocker neben sich nach hinten. Es war eine ihm gut bekannte Stimme, auch wenn sie sich eine Weile nicht mehr gesehen hatten.
„Andrew Matthew Ich-hab-deinen-Nachnamen-vergessen“, sagte er freundlich ohne zu überschwänglich zu sein, der Tag forderte seinen Tribut, „Setz dich. Wie geht es dir?“ Er schaute hoch in ein blondbärtiges Gesicht. Der Bart in der Form war neu, dachte er kurz, das musste wohl die letzte Mode sein. Ein schüchternes Lächeln huschte unter dem Bart entlang und ließ das Gesicht sofort wieder vertraut wirken.
Kanada zog sich den Hocker noch ein kleines Stück vor, bevor er sich darauf niederließ. Er stützte sich mit einem Ellbogen auf dem Tresen ab und beugte sich etwas vor. Schweigend musterte er England bis dieser seine Bestellung bekam. Den Moment nutzte er, um sich ebenfalls etwas zu bestellen, bevor er sich wieder zu England wandte.
„Ich stehe anscheinend auf irgendeiner Liste von irgendwelchen Regierungen, deswegen ist mein Kapitän super vorsichtig. Nicht, das er nicht selbst viel mehr Leuten auf den Binder getreten ist, sogar wortwörtlich manchmal. Keine Ahnung, warum er bei mir so einen Aufstand macht. Aber davon ab, würde ich sagen geht es mir viel besser als dir. Du siehst aus als wärst du in einer Müllpresse gelandet. Mehrmals“, sagte Kanada bedächtig, ohne dazwischen genug Pausen für eine Entgegnung zu machen.
England konnte nicht anders als über den letzten Teil verbittert zu lachen. „Eine verdammte Müllpresse wäre gnädiger. Ich will nicht darüber reden“, erwiderte er. Kanada hatte tatsächlich den Mumm eine Hand auf seinen Unterarm zu legen und leicht zuzudrücken. Das sollte wahrscheinlich mitfühlend sein, doch er schüttelte die Hand ab. Es provozierte ihn eher als ihn zu besänftigen. „Und kein Gefummel hier, sonst erinner‘ ich mich vielleicht wieder warum ich dir böse war“, grummelte er und trank einen Schluck. Die Flüssigkeit brannte auf ihrem Weg seine Kehle hinunter, aber es war ein Gefühl, das er begrüßte.
Kanada machte ein Geräusch, das seiner Meinung nach höchstens für den Anblick eines jungen Tiers angemessen war, wenn überhaupt. „Du hattest mir doch das letzte Mal schon vergeben, Arthur. Du kannst mir nicht jedes Mal aufs neue böse sein“, säuselte er sanft. Das hatte er definitiv gut drauf, musste England zugeben. Bis zu ihrem Körperkontakt hatte er Kanada auch vergeben gehabt, sie hatten sich ohne Frage im Guten verabschiedet beim letzten Mal. Aber er hatte irgendwie seine schlechte Laune angestachelt. Nach einem Tag wie diesem hätte dieser Überraschungsbesuch eigentlich das Potenzial gehabt seine Laune zu heben. Stattdessen schaffte Kanada es sie weiter zu senken, weil er wieder an ihren letzten Streit dachte.
Es war in einer Bar wie dieser gewesen und England hatte sich gefragt, ob er nicht nur ausgenutzt wurde. Was wollte dieser gutaussehende Mann, der in letzter Zeit viel reiste mit ihm. Der langweiligen Büromaus, die nur von einem Empfehlungsschreiben für einen einzigen Planeten träumte. Außerdem war er zugegebenermaßen launisch. Und Kanada, Kanada war scheinbar immer die Ruhe selbst, sogar wenn sie stritten. Der Kerl hatte doch bestimmt überall jemanden um ihm das Bett zu wärmen, warum sollte er sich da mit England abgeben. Und genau das hatte er auch gesagt.
Kanada hatte leicht verletzt ausgesehen es aber nicht richtig abgestritten. Zumindest in Englands Augen. „Du brauchst doch nur in eine Bar zu gehen“, hatte er Kanada deswegen vorgehalten, „Dann schüttelst du einmal deine Haare, kratzt dir am Kinn und schon liegt dir etwas zu Füßen.“
Leider war es genau in dem Moment so gekommen. Ein kleines Etwas war auf Kanadas Schoss gefallen. England hatte trotz seiner Wut gefragt, ob es ihm gut ging. Aber er war vollkommen ignoriert worden. Das kleine schwarzhaarige Wesen hatte hochgeschaut und absolut gefesselt in Kanadas Gesicht gestarrt. Es hatte hastig versichert, dass es ihm gut ginge und sich dann umständlich, mit vielen unnötigen Berührungen von Kanadas Schoss erhoben. Bis dieser es endlich mit einem Handgriff, sanft, entfernt hatte. Da war England der Kragen geplatzt. Er war aus der Bar gestürmt.
Mehrere Tage hatte er nicht auf Kanadas Kontaktaufnahmen reagiert. Bis dieser vor seiner Wohneinheit gestanden hatte und sich nicht hatte abwimmeln lassen.Kanada hatte ihm sehr glaubhaft versichert, kein solcher Aufreißer zu sein. Bis er ihm geglaubt hatte. Kanada hatte sogar ein paar wirklich unglaubliche Dinge getan. England wurde bei dem Gedanken daran etwas wärmer.
Eine Hand tauchte vor seinem Gesicht auf. „Okay“, sagte Kanada und trank offensichtlich den letzten Schluck seines Drinks, „Lass uns gehen.“ Etwas verdutzt schlug England hart in der Gegenwart auf.
Kanada neben ihm stand auf und schob seinen Hocker dabei etwas zurück. Bevor England etwas sagen konnte, hatte Kanada ihn ebenfalls fast galant von seinem Hocker hochgezogen. Sein Arm wurde von Kanada untergehakt, sodass sie nah beieinander standen. Wärme ging von Kanada aus, stellte England fest, als wäre das in diesem Moment die wichtigste Erkenntnis.
Sein Kopf brauchte noch einen Moment um sich an diese abrupte Veränderung anzupassen. Warum wollte Kanada plötzlich gehen? Er schwankte und fiel gegen den Anderen. Der nahm das anscheinend als Zeichen, dass England bereit war zu gehen. Denn er setzte sich in Bewegung und zog England mit sich.
Als bei England ein Abwehrreflex einsetzte waren sie schon fast aus der Tür hinaus. Er versuchte stehen zu bleiben, obwohl das eine dumme Idee war, Kanada war stärker als er. „Ich will noch nicht gehen“, setzte er zum Protest an. Irgendwie klang er selbst in seinen Ohren nicht sehr überzeugend.
Kanada wurde nicht langsamer als er sie die Straße hinunter leitete. Trotzig versuchte England es nochmals, „Ich hatte doch erst einen Drink.“
Das brachte sie doch zum Stoppen. Kanada löste den Griff um seinen Arm gerade genug um sich zu ihm zu drehen. „Du hattest fünf und hast nicht ein Wort mit mir gesprochen“, sagte er. Aus irgendeinem Grund sah er beleidigt aus, stellte Englands Gehirn langsam fest. Er wollte Kanada widersprechen doch irgendwie fing der Boden an sich zu bewegen. Zur Vorsicht hielt er sich mit der zweiten Hand auch an Kanadas Arm fest. Vielleicht stimmte es mit dem Drinks.
Stirnrunzelnd schaute er dem Jüngeren in die Augen. Wann hatten sie sich das letzte Mal so in die Augen gesehen, fragte er sich. Wie lange war es her, das sie sich so nah gewesen waren, überlegte er als er sich wieder der Nähe des Anderen bewusst wurde. „Du hast mich nicht zur Begrüßung geküsst“, kam es aus irgendeinem Teil seines Gehirns. Ihm wurde erst bewusst das er es ausgesprochen hatte, als Kanada abfällig schnaubte, „Wir waren in einer Heten-Bar.“
„Mein Freund wird eifersüchtig, wenn ich in andere Bars gehe.“
„Sehr weise von deinem Freund.“
Wahrscheinlich war er betrunken, aber er schlang die Hand mit der er sich gerade noch am Arm festgehalten hatte um Kanadas Hinterkopf und zog ihn zu sich.
Der Kuss war grob und unbeholfen. Ganz sicher war er betrunken.
Sie lösten sich für einen Moment um Luft zu holen. An seinem Rücken fühlte er starke Arme, die ihn aufrecht hielten. Dann wurde er wieder geküsst. Diesmal nur leicht und sanft.
Neben ihnen machte jemand anzügliche Geräusche und Kanada löste den Kuss, auch wenn England es nicht zulassen wollte.
„Ich bin wieder da. Und nun lass uns zu dir gehen.“
Extrablatt, Extrablatt -> England x Frankreich, Drabble
„Extrablatt, England ist wieder in Frankreich!“, rief eine mechanische Stimme. Frankreich wachte auf und stellte fest, dass das nur ein Traum gewesen war. Sein Liebhaber war doch noch einige Wochen von ihm entfernt.
Er versuchte seine Hüfte etwas zu drehen, da sie seltsam schmerzte. Doch etwas hinderte ihn an der Bewegung. Ein Arm?
Entschlossen öffnete er seine Augen. Da lag tatsächlich England, im Schlaf selig lächelnd.
Nach und nach sickerten die Erinnerungen an den Abend in seinen verschlafenen Kopf. Der Traum hatte Recht gehabt. England war wieder bei ihm. Er spürte ihn noch in sich.
Zufrieden schloss Frankreich die Augen.
Alte Bekannte sind neue Freunde, oder so -> Male!Ungarn + England, ?
Das letzte Treffen der Humanoiden Gemeinschaft, kurz IGHS, lag schon eine ganze Weile zurück. Überall lag lautes Stimmengewirr über den Räumen der Tagungsstätte. Lautstark wurden alte Bekannte begrüßt und neue Freunde gefunden. Die allgemeine Freude war fast greifbar, so erschien es Ungarn. Eigentlich hatte er keine Lust gehabt zu kommen, entsprechend gehörte er eher nicht zu denen, die die Freude verbreiteten und genossen. Aber dem Ruf eines wiederauferstandenen Freundes sollte man Folge leisten. Diese Lektion hatte er gelernt. Und fast nur deswegen war er nun hier.
Hier, das war genau genommen die Bar neben dem Saal, in dem später noch so etwas wie Musik gespielt werden würde. Preußen hatte ihn hierher bestellt. Ja, genau der Preußen, der nach dem zweiten Weltkrieg theoretisch gestorben war und im zweiten Jahrhundert der Raumbesiedelung wiederbelebt wurde. Das Ganze war eine schwierige und lange Geschichte, genug um mehrere Bücher zu füllen, wie Ungarn sehr gut wusste. Und es machte Preußen zu einer Legende in gewissen Kreisen, wovon Ungarn jedoch inständig hoffte, es würde niemals zu ihm durchsickern. Sein Kindheitsfreund würde dadurch womöglich um noch drei Sterne wachsen, konnte er sich leider zu gut vorstellen. Und dabei war der Kerl eigentlich schon aufgeplustert genug. Weswegen er, allein schon wegen seines Egos, auch in der überfüllten Bar eigentlich gut zu finden sein sollte. Ungarn schaute sich suchend um, konnte ihn aber nicht entdecken.
Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit und begleitet von einem „angemessenen“ Auftritt, hatte Preußen sich tatsächlich auch in der Bar eingefunden. Vielleicht hätte Ungarn sich darüber beschweren sollen. Aber leider kam es ihm nur natürlich vor, wie sein Freund mit viel Getue und viel zu spät genau auf ihn zuhielt. Danach hatten sie sich normal unterhalten, Neuigkeiten ausgetauscht, gescherzt, auf Neuigkeiten gewettet und dann hatte Preußen ihn praktisch auf der Tanzfläche ausgesetzt. Ungarn wunderte sich nicht über diese Wendung, das war fast erwartbar bei Preußen. Er kam mit viel Aufsehen und verschwand fast lautlos wie es ihm passte. Gerne ließ er seine Freunde einfach an einem Ort stehen, an dem sie sich vermeintlich gut amüsieren würden. Meist tauchte er dann irgendwann wieder auf und wunderte sich, über die wenig amüsierten Gesichter, die ihn begrüßten. Aber heute verärgerte es Ungarn dennoch mehr. Die Musik hatte gerade zur Richtung Krach gewechselt, sonst hätte er den Fakt, dass er jetzt wieder alleine war vielleicht ignoriert.
Um ihn herum zuckten Körper in unberechenbarer Weise, und es war nur eine Frage der Zeit bis es wieder eine Schlägerei gab. Das war schon so oft vorgekommen, es reichte kaum mehr für eine Bemerkung in den Gerüchten. Geräusche, bei denen der Versuch sich dazu zu bewegen in einer Schlägerei endete, sollte man einfach nicht Musik nennen, dachte Ungarn. Aber vielleicht war das auch nur ein Zeichen seines Alters, überlegte er, während er sich zielgerichtet und ohne viel Rücksicht einen Weg von der Tanzfläche bahnte.
Noch einmal sah er sich, mal wieder, nach Preußen um, konnte ihn jedoch nicht entdecken. Jemand schob sich hinter ihm her, nutzte die Schneise, die er durch die Menge schlug, aber es war nicht Preußen. Vielleicht war es jemand der sich ebenfalls in Sicherheit bringen wollte, dachte er kurz. Deswegen schenkte er der Person erst Aufmerksamkeit, als diese eine Hand auf seine Schulter legte.
Es war nun leiser, weil sie sich nicht mehr auf der eigentlichen Tanzfläche befanden, aber trotzdem drängten sich hier noch Tanzende oder zumindest Personen, die sich hektisch bewegten. Sie waren somit noch lange nicht aus dem Gefahrenbereich, wie es Ungarn definieren würde, heraus. Er warf einen kurzen Blick über die Schulter auf den Menschen hinter ihm und überlegte nicht lange. Mit dem Kopf nickte er in Richtung der nahen Tür, hinter der es hoffentlich möglich wäre sich halbwegs zu unterhalten. Dann griff er die Hand und zog den Anderen ohne spürbaren Widerstand hinter sich her.
Freunde, die einen zu Treffen bestellten und dann nach Lust und Laune wieder spurlos verschwanden, konnten ihm für heute Abend gestohlen bleiben, dachte er. Wiederauferstanden oder nicht, morgen würde Preußen dafür bezahlen müssen, das nahm er sich fest vor.
Hinter der Tür war es nur unwesentlich leiser, stellte er fest, auch war es nicht wirklich leerer. Doch es reichte ihm fürs Erste aus. Ungarn drehte sich zu dem Mann, dessen Hand er immer noch hielt. Die Lichter in der Bar waren nicht hell und beleuchteten dennoch eine blonde Mähne, die sich scheinbar der Schwerelosigkeit im All angepasst hatte. Zumindest hätte Ungarn das gedacht, wenn er es nicht besser gewusst hätte. Aber Englands Haare hatten, so weit er wusste, noch in keiner Länge ordentlich ausgesehen. Sogar als er sie einmal auf eine Fingerbreite hatte kürzen müssen, schienen sie etwas gegen die Idee einer einheitlichen Richtung zu haben. Vielleicht griffen sie die Mentalität des Landes am besten auf, hatte mal jemand auf einer Konferenz aufgebracht, aber er wusste nicht mehr wer. Momentan waren sie etwa Schulter lang, hätte Ungarn gesagt, wenn er schätzen müsste.
„Hi“, kam es von England. Ungarn war sich nicht sicher, was er damit anfangen sollte. Er musterte sein Gegenüber skeptisch.
„Hallo, was kann ich für dich tun?“, fragte er dann geradeheraus, weil er nicht lange rätseln wollte. Sie hatten schon so lange nichts mehr miteinander zu tun gehabt, Ungarn konnte sich einfach nicht vorstellen, was England wollte.
Erstaunlicherweise schaffte dieser es leicht verschüchtert auszusehen. Und dann verschluckte er fast seine Zunge, nur um Ungarn auf einen Drink einzuladen. Ungarn spürte, wie sich seine Augenbrauen skeptisch zusammenzogen, dagegen konnte er nichts tun. Doch schließlich zuckte er mit den Achseln und willigte ein. Was konnte es schon schaden einen Drink spendiert zu bekommen.
Gemeinsam bahnten sie sich einen Weg zur Bar. Eigentlich war es nicht weit, aber es war wirklich voll, deswegen brauchten sie einen Moment. An der Bar angekommen konnte Ungarn es sich nicht verkneifen einen Kommentar dazu zu machen. Während England versuchte die Aufmerksamkeit des Barkeepers zu bekommen.
„Sie sollten die Sitzung jetzt abhalten, scheinbar sind gerade alle versammelt“, sagte er. Zu seiner Überraschung lachte England auf: „Ja, aber wenn es leiser ist hören sie sich selbst besser.“ Ungarn musste schmunzeln und entgegnete dennoch: „Haben aber auch weniger Zuhörer.“ England winkte ab, aber bevor er etwas erwidern konnte stand endlich der Barkeeper vor ihnen. Sie gaben ihre Bestellungen ab und standen schweigend nebeneinander.
England sah nervös aus, fand Ungarn mit einem Blick darauf, wie er an seinen Fingern nestelte und immer wieder sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagerte. Er überlegte ihn etwas zu ärgern. Doch dann fiel ihm das Lachen von gerade eben wieder ein. Und daraufhin beschäftigte ihn, warum ihm das gerade wieder eingefallen war. Er hatte England doch schon oft lachen gesehen.
Eine Hand vor seinen Augen unterbrach seine Gedanken. „Hey, wollen wir die Getränke mitnehmen und woanders hingehen?“, fragte England ihn. Er hatte gar nicht mitbekommen, wie ihre Getränke gekommen waren. Und war das ein Hauch Röte auf Englands Wangen? Ungarn musste sich seltsamerweise Räuspern, bevor er antwortete: „Klar, ich würde mich gerne hinsetzten.“ Dann verzog er das Gesicht als eine neue Welle lauter Musik über sie schwappte. „Vielleicht etwas leiser wäre auch nett“, füge er also hinzu. England hatte sich schon von ihm abgewandt und gebot ihm nun ihm zu folgen.
Als sie sich diesmal einen Weg durch das Gedränge bahnten ging der Andere voraus. Das gab Ungarn ungestört die Möglichkeit ihn länger zu mustern. Er hatte immer noch keine Idee, warum England ihm von der Tanzfläche gefolgt war. Oder was ihm einen Drink eingebracht hatte. Aber er musste bewundernd feststellen, dass England sich nach neuster Mode kleidete und sie ihm ausnahmsweise schmeichelte. Sie betonte seine schmale Figur ohne ihn knabenhaft erscheinen zu lassen. An den Oberarmen zeigte sie Muskeln auf und der Stoff glitt geschmeidig über die Rückenmuskulatur bis zu einem Hintern, der davon vorteilhaft hervor gehoben wurde. Wahrscheinlich wurde er sogar durch die Kleidung übervorteilt, dachte Ungarn. Er konnte sich nicht daran erinnern jemals zuvor Englands Hintern Beachtung geschenkt zu haben. Unweigerlich fragte er sich, ob England sich für jemand bestimmtes so angezogen hatte und wer die glückliche Person wohl war. Sie hatte es offensichtlich nicht zu schätzen gewusst, denn sonst wäre England jetzt wohl kaum mit ihm unterwegs.
Während Ungarn in seine Betrachtung von Englands Rückenansicht vertieft war, hatten sie die Bar verlassen und befanden sich nun in einem Flur. England schaute immer wieder in Gänge rechts und links, schien allerdings nicht zufrieden mit dem was er sah. Sie passierten einen abgedunkelten Gang, in dem Ungarn meinte wahrzunehmen, wie sich Leiber aneinander rieben. Gleich daneben befanden sich Fahrstühle, stellte er kopfschüttelnd fest. England wollte daran schon vorbei gehen ohne sie zu beachten, doch Ungarn griff nun entschlossen nach seiner Schulter.
„Hier wird es doch nicht besser. Wie wäre es, wenn wir auf mein Zimmer gehen? Ich habe einen Balkon“, schlug er vor. Leicht zweifelnd schaute England erst ihn an, dann zurück in die Richtung in die sie gegangen waren. Schließlich zuckte er mit den Schultern. „Du könntest recht haben“, gab er nach und drückte auf den Aufzugknopf, „Warum also nicht dein Balkon?“
Ungarn versuchte England anzulächeln, doch dieser schaute auf die Tür vor ihnen. Es war aus irgendeinem Grund verführerisch sich vorzubeugen und dem Anderen ins Ohr zu flüstern, ihn ein wenig aufzuziehen. Doch Ungarn hielt sich zurück und versuchte diesen Impuls nicht zu ergründen.
Stattdessen kehrten seine Gedanken erneut zu der Frage zurück, was England von ihm wollen könnte. Ihm fiel kein Grund ein. Offensichtlich hatte er ihn nicht verärgert, dass hätte er direkter zu spüren bekommen. Nicht zu zweit bei einem Drink.
Die Tür des Fahrstuhls öffnete sich und so halb hatte Ungarn erwartet, weitere Konferenzteilnehmer im Aufzug vorzufinden, die es nicht zu ihren Zimmern geschafft hatten. Doch die Kabine war glücklicherweise leer.
Sie traten gemeinsam ein und Ungarn nannte England den Code für sein Zimmer. England fragte, ob er den Code wirklich wissen sollte, tippte ihn aber ein. Normalerweise hätte er Recht gehabt, musste Ungarn zugeben. Verschwieg England aber gewisse Vorfällen mit Preußen, welche zu einer Angewohnheit des ständigen Nummernwechselns geführt hatten. Letzteres enthielt er England nicht vor, auch wenn es scheinbar seine Unsicherheit wieder steigerte. Es ließ sich eh nicht verbergen.
Der Aufzug öffnete sich und sie traten gemeinsam in den kurzen Vorraum. Ungarn tippte den Code nochmal in seine Tür ein. Dann stieß er sie schwungvoll auf und deutete England einzutreten. "Dort vorne ist der versprochene Balkon", sagte er.
Russischer Herbst -> Russland, Slice of Life
Es war noch warm in seinem Gewächshaus. Das Arbeiten darin würde angenehm sein, die Temperatur war genau passend. Allerdings hatte die Wetterautomatik offensichtlich schon den Herbst eingeleitet.
Russland hob eine Hand und schirmte damit seine Augen gegen die künstliche Sonne ab. Er schaute hinauf in die Krone des Birnenbaums und begutachtete die Schäden, die der Wind dort angerichtet hatte. Schäden waren der Preis, den er dafür bezahlte Jahreszeiten mit daran angepassten, zufälligen Wetterumschwüngen haben zu wollen. Doch in der beständigen Gleichmäßigkeit des Lebens auf der Bodenstation war es sein bester Anhaltspunkt für das Verstreichen der Zeit. Und da er selbst sich so wenig veränderte, wollte er diese Erinnerung nicht missen.
Trotzdem tat es weh seinen treuen Freund so zugerichtet zu sehen. Dieser Baum war einer der ersten in diesem Gewächshaus gewesen. Über die Jahre hatte er Russland so manche Erinnerung, und viele Früchte, geschenkt. Er war zu einem festen Teil von Russlands Leben geworden.
Nun machte Russland sich darüber Gedanken, wie lang ihre gemeinsame Zeit noch anhalten konnte. Eine große Lücke zeichnete sich in der Krone ab. Vielleicht bedeutete sie, dass es Zeit war von seinem Freund Abschied zu nehmen.
In Momenten wie diesen, wünschte er sich einen Menschen an seiner Seite zu haben mit dem er solche Gedanken und Sorgen teilen konnte. Auch ein Mensch würde, wie der Birnenbaum, irgendwann alt werden und ihn wieder allein lassen. Doch bis dahin wäre die Wärme und Lebendigkeit eines Partners an seiner Seite.
Russland schob diese Gedanken beiseite. Er hatte eine Aufgabe vor sich. Der Baum mochte kein Mensch sein, der mit ihm durch die langen Flure ging, lachte oder Abends Händchen halten wollte, aber er war trotzdem ein Freund und brauchte jetzt Hilfe.
Über ein Steuerungspanel forderte Russland eine Hebedrohne an. Sägen und Astscheren bewahrte er gleich daneben in einem kleinen Fach auf. Er holte sie heraus und stieg auf die wartende Drohne. Das Ding war etwas wackelig, hatte er immer den Eindruck, aber bis jetzt war er noch nie herunter gefallen. Gute, zuverlässige Technik.
Geschickt manövrierte Russland damit in die Höhe. Hier oben sah der Schaden weit weniger schlimm aus, fand er nach einer kurzen Begutachtung. Dann machte er sich an die Arbeit.
Nach und nach entfernte er die kleineren Äste, die abgebrochen, aber noch nicht herabgefallen waren. Dafür musste er den Baum mehrmals umrunden, die Blätter und Birnen, die immer noch am Baum waren, erschwerten seine Arbeit. Doch zu seiner Erleichterung war nur ein einziger dicker Ast abgebrochen. Das war die üble Lücke, die er von unten schon hatte ausmachen können. Der Ast hatte unter seiner Last dem Wind nicht standhalten können und war fast auf der Länge von einem Arm von Russland gespalten. Wie ein offener Knochenbruch ragten die Spitzen in den künstlichen Himmel. Lediglich ein kläglicher Faserrest hielt die beiden Teile noch zusammen.
Mit der Drohne war die Stelle schwer zu erreichen, die Zweige und Blätter vom abgebrochenen Teil erschwerten das herankommen. Russland überlegte einen Moment lang in den Baum zu steigen und von dort weiter zu klettern. Aber dann musste er einsehen, dass das noch beschwerlicher und gefährlicher wäre.
Also blieb er auf der Drohne und schaffte es schließlich, mit einigen Flüchen, den beschädigten Ast in zwei Teilen zu entfernen. Zurück blieb ein sauberer Stumpf, der sicher bald vom Baum geheilt werden würde. Hoffentlich blieb das die einzige Aktion in diesem Herbst, die so kompliziert war, wünschte Russland sich. Stürme und viel Laub auf den Bäumen hatten sich noch nie gut vertragen, deswegen durfte der Algorithmus, aus seiner Sicht, gerne noch etwas mit dem nächsten warten. Wenn das Laub dann bei der kleinsten Berührung von selbst herunter fiel, der Herbst schon fast in seinen letzten Zügen war, dann würde er dem Spektakel von draußen zuschauen und sich weniger Sorgen um die Bäume machen.
Nachdem Russland mit seiner Notfallaktion am Birnenbaum zufrieden gewesen war, kümmerte er sich wie gewohnt um den Rest seiner Pflanzen. Er erntete und schnitt die Ersten zurück, rechte das Laub zusammen und goss wo es noch nötig war.
Damit war er einige Stunden beschäftigt, auch wenn er mittlerweile viel Technik hatte, die ihm dabei half.
Als er zufrieden mit seinem Tagewerk war, richtete er sich auf und streckte sich. Sein Blick fiel auf den Birnenbaum, der nun von einer künstlichen Sonne schräg beschienen wurde als wäre nichts gewesen. Das Licht funkelte durch die Blätter. Die Luft war immer noch angenehm warm. Und Russland konnte nicht anders als dem verlockenden Anblick nachzugeben.
Er setzte sich mit dem Rücken an den Stamm gelehnt hin und nahm einen tiefen Atemzug. Bewusst entspannte Russland sich beim Ausatmen. Je länger er dasaß und nur den Anblick seines kleinen Paradieses betrachtete, desto mehr entspannte er sich. Er ließ seine Pläne und Sorgen für den Moment los und gestattete sich seine Gedanken schweifen zu lassen.
Der Geruch der warmen Luft rief zuverlässig angenehme Gefühle hervor. Das schräg einfallende Licht erwärmte seine Haut nicht mehr unangenehm wie im Sommer und sorgte für eine fast unwirkliche Stimmung um ihn herum. Vielleicht war es seltsam von ihm das so zu sehen, aber dieser Anblick erinnerte ihn immer an Zuhause und fühlte sich gleichzeitig an, als wäre er in einem anderen Universum. Was er tatsächlich war, aber es fühlte sich nicht so bezaubernd an wie dieser Anblick.
Und dann war es wieder da. Das Gefühl der Sehnsucht. Dieser garstige Freund, der ihm mit Nadeln in die Brust stach, aber nie sein Herz zum stehen brachte. Sein Herz, das sich nach jemandem an seiner Seite sehnte um mit ihm diesen Anblick genießen zu können. Eine geteilte Erinnerung, die dadurch noch schöner wurde.
Wahrscheinlich wurde er alt, überlegte Russland, als er den Kopf streckte um die Äste über sich zu betrachten. Alt und anfällig für Verletzungen wie sein stummer Freund. Er hatte noch nicht davon gehört, dass Länder so altern konnten, aber für ihn ergab es in diesem Moment Sinn.
Heiß kalt -> Deutschland x Frankreich?, Slice of Life?/Erotik
Deutschland schaut sich suchend nach Italien um. Diese Badelandschaft war ein einziger Albtraum, wenn man jemanden finden wollte. Überall blinken und flackern Holos, geben mal die Sicht weiter frei, versperren sie sofort wieder und lenken mit ihren Bewegungen das Auge von den Besuchern ab. Er ist sich nicht sicher, ob diese Menge legal ist.
„Hey Deutschland, was schaust du schon wieder so beunruhigend?“ Frankreich taucht neben ihm auf. Natürlich muss es Frankreich sein, wenn sie schon einen großen, gemeinsamen Sommerausflug der Nationen machen. Frankreich, der ihn in letzter Zeit immer wieder verwirrt, wenn sie sich sehen. Es sind seine Haare, hat er beschlossen. Frankreichs Haare waren viel zu lang und es war immer wieder irritierend, was er damit machte. Heute hat er sie hochgebunden, wie eine Frau in einem von Japans Anime. Eine Strähne hat sich daraus gelöst und streicht an seinem Kinn entlang, wenn er redet oder sich bewegt. Von allen Anwesenden, hätte es nicht England mit seinen ewig gleich unbändigen Haaren sein können, der ihn anspricht?
Deutschland versucht, die Strähne nicht als Anlass zu nehmen, seinen Blick weiter nach unten wandern zu lassen. Über die durchaus breiten Schultern und die definierten Oberarme, die erahnen lassen, das Frankreich nicht nur auf seine Kleidung wert legt. Seine Brust ist flach und sein Bauch zeigt Ansätze von Muskeln. Warum kann es nicht Amerika sein, der ihn anspricht. Dessen Körper ist kein Stück trainiert. Er ist unansehnlich weich und rund für einen Männerkörper.
Ein kalter Tropfen trifft auf Deutschlands warme Haut. Als er an sich runter sieht, bahnt sich ein träger Tropfen seines Eis einen Weg über seine Brust. Die Kälte gräbt sich langsam einen Kanal in seine Haut. Sein Körper reagiert und richtet die feinen Haare auf seiner Brust auf. Nicht nur das, Deutschland spürt ein Ziehen und sieht, wie sich die Warzenvorhöfe verkleinern und seine Brustwarzen sich ebenfalls vorwölben.
„Mist“, entfährt es ihm. Neben ihm lacht Frankreich.
Schnell leckt Deutschland über sein Eis um weitere Tropfen zu verhindern. Der Geschmack von Vanille und Schokostücken lenkt ihn einen Moment von seinen Gedanken ab. Sie ergeben eine herrliche Mischung in seinem Mund. Erstaunlich gut für einen billigen Wasserpark, genau richtig für das Gefühl von Sommer.
Etwas bewegt sich am unteren Rand seines Sichtfeldes und nur Sekunden später fühlt er etwas Warmes auf seiner Brust. Er schaut irritiert hin und sieht Frankreichs Finger dort liegen. Irritiert schaut er Frankreich an, dessen Hand es ist.
„Du solltest dich auch um diese Sauerei kümmern, mon ami“, sagt dieser. Und Deutschland ist sich einen Moment nicht sicher, ob er durchschaut wurde.
Doch Frankreich fährt, scheinbar ungerührt, mit seinem Finger von unten nach oben die Spur des Tropfens nach. Fängt ihn auf, korrigiert das Gefühl der Kälte und ersetzt es mit einem Feuer, was viel zu heiß ist für einen Finger. Das Brennen breitet sich, ausgehend von der Berührung, kribbelnd über seinem gesamten Oberkörper aus. Nur mit Mühe unterdrückt Deutschland den Schauer, der davon ausgelöst wird.
„So!“ Frankreich scheint mit seinem Ergebnis sehr zufrieden zu sein. Ihre Blicke treffen sich als Frankreich sich den Finger mit dem geschmolzenen Eis in den Mund steckt. Es sieht verboten aus. Und Deutschland würde sich den Anblick trotzdem gerne für immer einprägen. Was leicht beängstigend ist, da er so noch nie über einen Mann gedacht hat. Oder denken wollte?
Mit einem schmatzenden Geräusch zieht Frankreich den Finger wieder aus seinem Mund. Er lächelt überheblich, wie so oft. Eine Bewegung hinter Frankreich lenkt Deutschland ab. Sein Blick findet Italien. Automatisch drückt er Frankreich sein Eis in die Hände.
„Italien!“ Ohne darüber nachzudenken setzt sich sein Körper in Bewegung. Alle Gedanken sind aus seinem Kopf gefegt, während er auf den leblosen Körper im Wasser zuläuft.
Wissenschaft sei Dank -> Deutschland x Polen, Drabble
Ein tiefes Seufzen erklingt von Deutschland. Mit den Händen versucht Polen die Spannungen aus den Schultern des Geliebten zu vertreiben. Es löst ein weiteres Seufzen aus. Dieses Mal klingt es entspannter. Es ist offensichtlich, das Deutschland etwas beschäftigt, aber direkte Fragen beantwortet er nicht. Also macht Polen weiter.
„Bin ich schwul?“, platzt es plötzlich aus Deutschland heraus. Beinah hätte Polen gelacht, das war es also, was Deutschland umgetrieben hatte. Wissenschaft sei Dank, hatte Polen darauf eine Antwort. Polen schlingt die Arme von hinten um Deutschland. Drückt sich fest an ihn. „Wenn du mir deinen zeigst, zeige ich dir etwas Gutes.“
Risiken und Nebenwirkungen -> Fem!Spanien x Ukraine, Slice of life?
Spanien wickelte den warmen Arm fester um sich, bevor sie sich wieder ins Reich der Träume gleiten ließ.
Die Träume kamen mit Erinnerungen.
„Entgegen der Prognosen haben Sie eine body dismorphia entwickelt. Die an Ihrem Körper vorgenommenen Veränderungen können nicht zeitnah rückgängig gemacht werden.“ Eine mechanische Stimme, wie ein Schlag ins Gesicht. Zarte Hände streichen über ihre Wangen, lösen den Wunsch nach mehr in ihr aus. „Tut mir leid für Sie, aber dabei können wir Ihnen nicht helfen“, sagt die Frau an anderen Ende der Leitung und in Spaniens Ohren rauscht es. Ukraine streckt ihre Hände aus und lächelt sie an. Zögerlich legt Spanien ihre Hand hinein. Vorsichtig massiert Ukraine die Hand. Löst prickeln und ziehen in ihrem Körper aus. Es ist schön, aber auch beängstigend. Spanien zieht ihre Hand zurück, obwohl sie es weiter genießen möchte. Sie ist allein. Alles ist dunkel, egal wie oft sie blinzelt. Nichts ist zu hören. Sie kann nichts fühlen. Spanien rollt sich eng zusammen um in dieser Leere nicht zu ertrinken. Sie sinkt langsam tiefer und tiefer. Klammert sich fester um ihre Beine. Ein zufriedenes Ausatmen erklingt. „Danke, du bist großartig.“ Das Lächeln in der Stimme erhellt die Dunkelheit. Der Geruch nach frischem Brot steigt Spanien in die Nase. Sie steht auf und folgt ihm. Die Tür vor ihr ist verschlossen. Sie weiß es. Süditalien verpasst ihr einen Kopfstoß in den Magen. „Wo warst du denn, Idiot?“ Spanien möchte ihn umarmen und nie wieder los lassen. Er ist so süß in dem Kleidchen. „Oh, sieh mal. Wäre das hier nichts für dich?“ Ukraine schiebt ein Kleid vor ihr Gesicht. Spanien verzieht das Gesicht. Es sieht super unpraktisch aus, aber Ukraine lacht. „Dann suchen wir einfach weiter. Du wirst schon etwas finden.“ Es fühlt sich an, als würde ein Stein von ihrem Herzen fallen. Es wird leichter in ihrer Brust. Nur leider fällt der Stein direkt in ihren Magen und bringt dort die Schmetterlinge in Aufruhr. Jetzt wäre ihr ein weiterer Kopfstoß recht. Ukraine streckt lächelnd die Hand nach ihr aus. Ein riesiges Hologramm erscheint und Spanien steht mitten drin. „So ist die Spanische Armada von mir erfolgreich und nachhaltig vernichtet worden, meine verehrten Anwesenden“, sagt England, so laut, das ihr Kopf dröhnt. „Und deswegen sollten Sie mir vertrauen, wenn es um die Vernichtung unserer Feinde geht.“ Spanien erinnert sich an viele gute Männer, die damals gestorben sind. Ihr Tod wird von dem Hologramm lächerlich gemacht und das schmerzt wie ein Messerstich. Die Schiffe verwandeln sich in moderne Raumschiffe, aber sie tragen noch einen Moment Spaniens Farben. Dieser Bastard! Sie will schreien, aber es kommt kein Ton raus. Eine Hand legt sich warm auf ihren Rücken. Streicht vorsichtig und beruhigend darüber. Gibt ihr Halt, während sie sich über eine Kloschüssel beugt. „Von Frankreich hätte ich echt was anderes erwartet. Warum ist der Kerl so mies? Ihr wart doch mal gute Freunde, dachte ich.“ Die Empörung in der Stimme lässt Spanien lächeln, bis der nächste Würgereiz sie schüttelt. Es kommt nicht mehr viel aus ihrem Magen hoch. Die Hand auf ihrem Rücken lässt sie nicht allein. Langsam verändert sich das Gefühl der Hand auf ihrem Rücken. Angenehm, verführerisch. Spanien lässt sich nach hinten gegen den weichen Körper fallen. Arme umfassen sie von hinten. Sie sieht nach oben in das Lächeln ihrer Freundin. Angekommen, so fühlt sich dieser Moment an. Sie greift nach oben und zieht das Gesicht runter für einen Kuss. Sie bekommt einen Kuss aufs Ohr. Ein weiterer hinter ihr Ohrläppchen, genau auf diesen empfindlichen Punkt, der sie erschaudern lässt. „Guten Morgen“, flüstert Ukraine in ihr Ohr. Die Worte schicken weitere wohlige Schauer durch ihren Körper.
Ein Kuss und noch ein Kuss landeten auf ihrem Hals. Spanien hätte den Traum am liebsten festgehalten, aber das hier war noch besser.
„Morgen“, brummte sie. Die Stimme kratzte etwas in ihrem Hals. Weitere Küsse bahnten einen Weg ihren Hals hinunter und sie streckte sich um mehr Haut darzubieten. Das hier war die beste Nebenwirkung, die sie hätte bekommen können.
Ohne viele Worte -> Spanien x Deutschland, Erotik
Spanien wurde ernst als er den Blick seines Freundes auffing. Gerade noch hatten sie gemeinsam gescherzt, hatte er gedacht. Doch nun lag eine offene Einladung in Deutschlands Blick, die seine Worte untermauerte. Spanien fand diese passive Seite an Deutschland zuckersüß. Wenn Deutschland nicht nur bereit war die Kontrolle über sich abzugeben, sondern sich wirklich fallen ließ. Und er wusste mittlerweile, dass er Deutschland besser nicht weiter darüber nachdenken lassen sollte, wenn er nicht den Augenblick ruinieren wollte. Deutschland bat selten um etwas, es fiel ihm in keiner Situation leicht, und meist nahm er dann schnell selbst wieder die Führung in die Hand. Also gab Spanien ihm stattdessen einen zuckersüßen Kuss. So zuckersüß wie sein Freund. Langsam und zärtlich, aber mit genug Nachdruck um zu versichern, dass er der Einladung zu gerne nachkam.
Obwohl sie nun schon einige Zeit zusammen waren, kam Spanien ihre Beziehung immer noch wie eine besondere Ausnahme vor. Sie hatten kaum feste Rollen darin, sie waren wirklich ebenbürtig. Sonst waren ihnen feste Aufgabenverteilungen immer wichtig gewesen, eine Gemeinsamkeit, die sie teilten. Vielleicht lag es daran, wie sie zusammengekommen waren. Unkonventionell, hatte Deutschland es einmal genannt, obwohl Spanien es eher als natürlich bezeichnet hätte. Zumindest hatte es sich so für ihn angefühlt.
Jetzt zog er Deutschlands Gesicht zu sich hoch. Änderte damit den Kuss von süß zu leidenschaftlich. Legte seine ganze Begeisterung für seinen Freund in diesen Kuss. Deutschland entkam ein Stöhnen, was Spaniens Begeisterung weiter steigerte. Er ließ seine Hände unter den Kragen fahren. Dieser Astronautenstoff war viel zu steif und gab kaum genug Raum für die Berührung, aber er hatten es ja nicht eilig.
Sie waren sich beim Weltraumprogramm näher gekommen. Nachdem sie schon stundenlang zusammen in verschiedenen Meetings gesessen hatten, hatten sie trotzdem noch nicht zu viel vom Anderen gehabt. Und aus der ersten, lockeren Einladung auf ein Glas Wein, dem darauf folgenden, gelegentlichen Austausch von selbstgezogenem Gemüse und passenden Kochrezepten hatten sich kleine Flirts entwickelt. Wer hätte gedacht, das aus gemeinsamen Hobbys doch so viele kleine Funken entstehen konnten, Spanien ganz sicher nicht.
Deutschland schien es nicht ganz so langsam angehen zu wollen wie Spanien. Mit seinen großen Händen umfasste er Spaniens Hintern und knetete fest genug um es diesen durch den steifen Stoff merken zu lassen. Spanien zog seine Hände wieder aus dem Kragen hoch und strich über Deutschlands Haaransatz. Spürte einen Moment dem Gefühl der Stoppeln unter seinen Fingern nach. Dann zog er sich keuchend aus dem Kuss zurück.
Aus den tiefen Blicken nach der Arbeit hatten sich kurze, zufällige Berührungen bei der Arbeit entwickelt. Und aus diesen ersten keuschen Berührungen wurde wiederum mehr nach der Arbeit. Nicht viel mehr, aber mehr. Genug um in Spanien das Verlangen nach noch mehr zu wecken – wenn es nicht schon längst da gewesen war. Bis Deutschland ihn endlich gefragt hatte, ob er nicht sein fester Freund werden wollte. Spanien hatte das mit ihrem ersten Kuss beantwortet, bevor er, natürlich, zugestimmt hatte. Es war einfach die logische Folge gewesen und bis jetzt hatte er nichts anderes gedacht.
Deutschland kommentierte seinen Rückzug mit einem unwilligen Stöhnen und zog Spanien näher zu sich heran. Doch Spanien stemmte sich dagegen, was Deutschland die Stirn runzeln ließ. Sie waren beide leicht atemlos nach dem Kuss, wie Spanien zufrieden bemerkte. Er griff nach dem Saum von Deutschlands Oberteil und schob es dann langsam nach oben. Deutschlands Muskeln zuckten unter den Berührungen seiner Finger und lenkten ihn offenbar erfolgreich von anderen Gedanken ab, da er Spanien mehr Raum dafür gewährte. Er half Spanien sogar den widerspenstigen Stoff über seinen Kopf zu ziehen. Das Teil war eindeutig nicht dafür gemacht so ausgezogen zu werden. Da Spanien vom Oberteil abließ bevor Deutschland die Arme aus den Ärmeln befreien konnte, war dieser nun hilflos gefesselt und hatte daran sogar mitgeholfen.
Spanien lächelte seinen Freund an, bevor er ihn wieder quälend langsam küsste. Heute würde er sich unnötig viel Zeit nehmen und jede Sekunde genau auskosten, bis sie beide völlig überreizt sein würden.
Morgens ist die Welt ... anders -> Island + Schweden x Finnland, Fluff
Innerlich wand Island sich plötzlich. Er hatte nicht wirklich darüber nachgedacht, als er aus dem Haus gestürmt war, weil er nicht mehr schlafen konnte. Aber es war noch wirklich früh am Morgen. Womöglich waren Finnland und Schweden noch gar nicht wach oder sie … Nein, darüber mochte er nicht weiter nachdenken. Aber sie waren ja auch nur Männer und schon ewig in einer Beziehung. Also lag es durchaus nah, wenn sie morgens … Argh, er sollte nicht weiter darüber nachdenken. Er hatte die schnellste Magnetbahn-Verbindung hierher genommen, weil er nicht mehr mit seinen Gedanken allein sein wollte! Dann musste er sich jetzt trauen und sein Gesicht vor den kleinen Scanner halten, der dann drinnen verkünden würde: „Sie haben Besuch von ‚Island‘. Wollen Sie die Tür öffnen?“ Wenn er das nicht tat oder ihm niemand – Die Tür öffnete sich.
Lautlos schwang die weiße Tür auf und helle Haare strahlten Island aus dem Halbdunkel dahinter an. Bevor er darüber nachdenken konnte, erklang die wohlbekannte Stimme, auf die er gehofft hatte. „Hab ich doch richtig gesehen! Island, was machst du denn so früh hier? Ist etwas passiert?“
Jetzt wand Island sich auch äußerlich, zumindest seine Hände. „Nein … also, ja, ähm …“ Obwohl er tatsächlich, irgendwie, die ersehnte Gesellschaft erreicht hatte, wusste Island nun nicht, wie er anfangen sollte. Hoffentlich schickten sie ihn nicht sofort wieder weg, wenn er offensichtlich keinen guten Grund hatte so früh zu stören. Also, keinen Grund außer der Rastlosigkeit in seinem Kopf.
Zum Glück machte Finnland es ihm leichter. „Willst du reinkommen? Ich habe gerade Kaffee aufgesetzt.“ Island nickte zaghaft und trat an Finnland vorbei in den noch dunklen Hausflur. Finnland schloss die Tür hinter ihm wieder und leitete seinen unangekündigten Besucher dann in die helle Küche. Obwohl Island den Weg mittlerweile sehr gut kannte.
Der Raum war auf gemütliche Art chaotisch. Und noch wichtiger, er roch schon nach dem herrlichen, schwarzen Heißgetränk. Island sog den angenehmen Duft begierig in sich auf. Vielleicht war er hellwach gewesen, als er aus seinem eigenen Haus gestürmt war, aber Kaffee war mehr als nur ein Wachmacher für ihn. Schwarzer Kaffee war eines der leckersten Getränke, die die Menschheit erfunden hatte. Zumindest, wenn man sich die noch legalen und die nicht vom Wandel der Zeiten vergessenen Getränke an sah. Und ja, Island war sich bewusst, das sein Geschmack nicht von jedem geteilt wurde. Immerhin hatte sich auch sein eigener Geschmack im Laufe der Zeit verändert. Offensichtlich, sonst wäre er gerade nicht so überfordert. Okay, vielleicht war Geschmack nicht das richtige Wort? Er hatte schlicht keine Erfahrungen mit den vielen kleinen Dingen, die ihm plötzlich an Personen auffielen und nicht mehr aus seinem Kopf verschwinden wollten. Die vielen kleinen Bilder, die sich immer wieder zu einer bestimmten Person zusammensetzten, auch wenn es gerade nicht um diese Person ging. Und die Gefühle! Niemand hatte ihm gesagt, wie überfordernd es sein konnte so viel zu fühlen! Oder sich plötzlich bestimmte Dinge zu wünschen. So richtig, mit Schmerzen, weil man es nicht bekam. Und das waren dann noch mehr Gefühle! Bis vor kurzem hatte er nicht gewusst, dass das möglich ist.
Natürlich, manches an „zwischenmenschlichen Beziehungen“ hatte ihn bis jetzt noch nie interessiert, obwohl er schon lange kein Kind mehr war. Das war ihm irgendwie bewusst gewesen, aber es hatte ihn auch nicht gestört. Es war ihm nicht seltsam vorgekommen und er hatte es nicht ändern wollen. Höchstens die Kommentare von Anderen hatten genervt, die ihn offensichtlich nicht verstehen konnten. Und jetzt war, irgendwie, alles ganz anders, es war so verwirrend. Wie ging man damit bitte um?
„Willst du dich nicht setzen?“, durchbrach Finnlands klare Stimme Islands Gedanken, die schon wieder unabsichtlich begonnen hatten zu kreisen. Wie gut, das er jetzt nicht mehr damit alleine war. Island hatte nicht einmal bemerkt, das er noch vor den cremefarbenen Holzstühlen stand und sich nicht hingesetzt hatte.
Hitze stieg in seine Wangen als er sich schnell einen der bequemen Stühle vorzog und sich darauf fallen ließ. Jetzt stand er sogar schon dumm in der Gegend herum! War das normal? Er brauchte wirklich dringend einen Rat von jemandem, der sich auskannte. Aber allein Finnland anzusehen, während er so rot war, war plötzlich peinlich. Und wie sollte er jetzt bitte anfangen? Hatte er das Problem eben nicht auch schon gehabt? Aah, es war alles plötzlich so unnötig kompliziert! Musste man wirklich reden um Anderen seine Probleme mitzuteilen? Ginge das nicht irgendwie anders? Durch bloßes ansehen, zum Beispiel? Nein, besser nicht durch einen einzigen Blick, das wäre ja auch peinlich, wenn es jeder sofort mitbekommen würde.
„Einen Penny für deine Gedanken“, sagte der andere in Islands Gedanken hinein. Island hatte noch nicht einmal bemerkt, das er schon wieder unaufmerksam gewesen war. Aber das musste wohl so sein, denn vor ihm stand eine Tasse mit Kaffee und er wusste nicht einmal, seit wann. Er hatte es einfach nicht mitbekommen.
„Ähm, sagt man das noch so?“ Erst einmal ablenken. Ablenken war doch gut, oder? Oh, Island war sich nicht sicher.
„Zugegeben, ich weiß es nicht. Vielleicht ist es etwas veraltet, aber du verstehst mich ja“, Finnland war wirklich auch schon morgens so fröhlich und ließ sich leider nicht beirren, „Also, was bringt dich her, mein Freund? Soll ich dir alles mit Fragen aus der Nase ziehen? Oder redest du von selbst?“
„Äh, na ja … Keine Ahnung?“ Islands Antwort brachte Finnland zum Lachen. Schon wieder innerlich wand Island sich innerlich. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen hierher zu kommen. Er wusste nur nicht, zu wem er sonst hätte gehen wollen. Ehrlicherweise hatte er nur wenige gute Freunde wie Finnland. Aus irgendeinem Grund schien der ihn immer zu verstehen. Also, außer heute, aber das war auch natürlich nichts, worüber sie schon mal gesprochen hatten. Und gerade wurde Island übermäßig bewusst, wie seltsam das wahrscheinlich war. Seine ganze Motivation schmolz dahin wie Butter in heißem Kaffee. Und mit ihr all die Worte, die Fragen und anderen Dinge, die vor kurzem noch unbedingt aus ihm heraus gewollt hatten.
„Ein Rätsel am Morgen! Gut, dann wollen wir mal!“ Machte sich Finnland gerade über ihn lustig? Bitte nicht! „Es ist kein Notfall. Du bist trotzdem früh unterwegs deswegen, hm … Was noch? Ah, du bist schnell abwesend. Ist es … Ooh! Bist du etwa verliebt?!“ Voll ins Schwarze.
Island hoffte, er war nicht zusammengezuckt bei dieser Präzision. Wie war Finnland nur so schnell darauf gekommen? Diese Worte hatte er sich doch gerade erst selbst eingestanden und er schaffte es nicht einmal, sie selbst zu denken ohne nervös zu werden.
Halt suchend klammerte er sich an seine Tasse. Ältere konnten wirklich gruselig sein. Hatten ihn wirklich nur diese Anhaltspunkte verraten? Oder war es noch etwas anderes gewesen? Konnte man solche Dinge etwa doch auf einen Blick sehen? Musste er vielleicht auf etwas bestimmtes aufpassen, wenn er nicht wollte, dass es ihm jeder ansehen konnte? Das waren ganz neue Gedanken zu den ganzen anderen, neuen Gedanken in Islands Kopf. Langsam drehte sich alles um ihn.
Zaghaft nickte er, auf keinen Fall wollte er noch mehr peinliche Dinge verraten, wenn Finnland schon so wenige Anhaltspunkte für dieses Ergebnis gebraucht hatte. „Mhm“, machte er nur vage. Wurde er schon wieder rot oder war er es die ganze Zeit noch gewesen? Es war ihm plötzlich alles so peinlich. Er war jetzt wirklich kein kleines Kind mehr und auf keinen Fall wollte er wieder so behandelt werden.
„Du darfst ruhig vor mir schwärmen, das weißt du?“, fragte Finnland und beugte sich verschwörerisch zu Island über den Tisch. Schwärmen? Island? Tat er das? Konnte er das einfach so auf Aufforderung? Niemals, stellte Island fest.
Heftig schüttelte Island den Kopf. Seine Haare flogen in alle Richtungen. „Wie seid ihr eigentlich … also … zusammengekommen? Ich glaube, das hast du nie erzählt.“ Lieber wieder von sich ablenken und die Fragen indirekt stellen, kam Island in diesem Moment als beste Lösung vor. Ja, das hätte er gleich so machen sollen. Die Taktik war viel sicherer und es war viel weniger peinlich, solange er nicht zu viel von sich erzählen musste.
„Puh, das ist nicht gerade eine einfache Frage. Damit hätte ich nicht gerechnet.“ Finnland kam seltsamerweise ins Stocken, Island sollte sich das merken. Ablenken konnte anscheinend funktionieren.
„Hm? Island?“, erklang eine neue Stimme neben dem Tisch. Beinah hätte Island seinen Kaffee verschüttet. Wie konnte man sich nur so anschleichen? Island hätte ihm dafür im ersten Moment gerne etwas angetan. Der Schreck war einfach zu groß.
Finnland dagegen sprang lächelnd von seinem Stuhl. „Guten Morgen“, strahlte er den Neuankömmling an. Dieser ließ sich auf dem Stuhl gegenüber von Island nieder und schaute ihn skeptisch an. Zumindest dachte Island, das wäre sein skeptischer Blick. Egal, wie viel sie miteinander zu tun hatten, er wurde aus Schwedens Gesichtsausdrücken nicht schlau. Meist waren sie einfach nur einschüchternd.
Finnland stellte eine frische Tasse Kaffee vor seinem Mann auf den Tisch und ließ sich dann auf dessen Schoß ziehen. „ Du kommst genau richtig. Island wollte gerade von mir wissen, wie wir ein Paar geworden sind“, beiläufig schlang Finnland sich den langen Arm des Größeren weiter um die Taille, „Er ist extra zu uns gekommen, weil er jetzt endlich auch erwachsen geworden ist und sich zum ersten Mal verliebt hat.“
„Oder er hat seine einzige Liebe gefunden. Du weißt, nicht jeder vergibt sein Herz oft neu“, Schweden nutzte seine Größe und legte sein Kinn auf Finnlands Kopf ab, „Für mich gibt es nur dich seit wir damals weggelaufen sind. Nein, vielleicht sogar schon vorher.“ Es war Island unangenehm Schweden so viel reden zu hören und dabei weiter von seinem Blick durchbohrt zu werden. Wie konnte der Ältere nur so gelassen solche Dinge von sich geben und dabei Andere anschauen?
Island versuchte ruhig sitzen zu bleiben, aber es war echt schwer. Sogar Finnland stieß seinen Ellbogen in Schwedens Seite, aber dieser zuckte dabei kaum mit der Wimper.
„Was ist mit den Kindern? Die liebst du doch auch?“, fragte Finnland und wand sich auf Schwedens Schoß bis dieser seinen Kopf wieder hob. Okay, vielleicht hatte Finnland mit dem Ellbogenstoß etwas anderes bezwecken wollen.
„Das ist etwas anderes. Mit den Kindern tue ich nicht die Dinge, die ich mit dir tue. Und das will ich auch mit niemand anderem machen.“ Schweden schaute endlich nicht mehr Island an beim Sprechen. Aber es war nicht weniger unangenehm für Island. Er hatte Schweden wahrscheinlich noch nie so viel am Stück sprechen gehört und da lag sogar ein Hauch von einem Lächeln auf seinen Lippen. Oder nicht? Was hatte Island da nur angestellt?
Finnland jedenfalls schmolz regelrecht vor seinen Augen auf Schwedens Schoß dahin. In Islands Brust zog sich schon wieder etwas unangenehm zusammen. Das war noch etwas Neues. Bis jetzt hatte ihm der Anblick von den Beiden noch nie etwas ausgemacht. Aber bis jetzt hatte Schweden auch noch nie so vor seinen Augen geflirtet. Denn das war es doch, was Island gerade unabsichtlich mitbekam, nicht wahr?
„Es war nicht so leicht dich zu überzeugen, aber ich wusste, du bist der Richtige“, Schweden drückte Finnland noch enger an sich, so wie es aussah, „Und ich werde dich nie freiwillig gehen lassen, jetzt wo wir eine Familie sind.“
Island hielt das nicht mehr aus. Er sprang auf und schob dabei den Stuhl geräuschvoll nach hinten. Zum Glück fiel er nicht um, so schnell wie Island war. „Danke für den Kaffee. Ich denke, ich gehe dann mal. Habt einen schönen Tag noch.“ Ohne sich umzudrehen flüchtete Island aus der Küche. Bloß weg hier, bevor die beiden noch weiter gingen.
„Du kannst jederzeit wiederkommen für Ratschläge“, hörte er noch Schwedens Stimme hinter sich. Finnland wünschte ihm mit seltsam kratziger Stimme einen schönen Tag, aber da war Island schon fast aus der Tür raus. Was hatte er sich nur gedacht, diese Beiden um Rat fragen zu wollen? Das war ja mal unglaublich unangenehm gewesen. In nächster Zeit würde er sich nicht bei ihnen sehen lassen können. Nein, er wollte eher sie nicht sehen. Das war nichts, was er so schnell nochmal brauchte. Hoffentlich konnte er diese Bilder schnell wieder vergessen!
Island flüchtete ziellos in den Tag hinein. Vielleicht war es doch besser mit seinen Gedanken allein zu sein. Irgendwie würde er das schon schaffen.
Der blaue Planet -> Österreich (x Preußen) + Kugelmugel, Slice of life
Österreich steckte seinen Kopf in den Raum. Beim Anblick von Kugelmugel vergaß er allerdings, was er sagen wollte, obwohl er daran gewöhnt sein sollte. Sie wohnten nun schon lange genug zusammen.
Kugelmugel saß vor einer großen Leinwand. So weit war alles normal. Auch der leicht überdimensionierte Pinsel irritierte ihn nicht. Es war allerdings etwas schwer Kugelmugel überhaupt auszumachen.
Nicht nur Pinsel und Kunstwerk, auch die Umgebung und Kugelmugel selbst waren reichlich mit blauer Farbe überzogen. Es waren verschiedene Farbtöne, wie Österreich durchaus registrierte, aber dennoch sah es fast aus als wäre eine einzige blaue Farbbombe explodiert. Was bei Kugelmugel durchaus schon vorgekommen war. Aber über den Vorfall sprachen sie nicht mehr.
"Bist du jetzt in deiner blauen Periode?", fragte Österreich irritiert. Er wollte nur sicher gehen. Bevor blaue Fußspuren durch ihr Haus verliefen. - Nicht, dass das nicht mit anderen Farben schon vorgekommen war.
Ein Lächeln lag auf Kugelmugels Gesicht. Hätte er gesagt, es war etwas schwer zu erkennen. Da war eine Andeutung von weißen Zähnen.
"So ähnlich! Ich hatte plötzlich Lust eine Reihe mit dem Thema 'Der blaue Planet' zu erstellen." Ja, da war eindeutig ein Lächeln in der Stimme.
Österreich atmete tief durch. Er wollte nicht zu resigniert klingen. "Warum unbedingt 'Der blaue Planet'? Und kannst du das nicht einer KI überlassen? Die kann das eh besser." Gut, vielleicht klang er verbittert. Die letzte Absage saß noch tief. Niemand interessierte sich noch für echte Kunst. Egal welcher Art.
"Hah, die KI hat nicht so viel Spaß daran wie ich. Es geht um den Prozess des Schaffens, Ö. Das weißt du genau. Und jetzt wo wir hier oben leben, weiß ich sie noch mehr zu schätzen." Kugelmugel wedelte mit dem Pinsel um die Aussage zu unterstreichen. Es sah aus, als spritzten dabei weitere Tropfen Farbe durch den Raum. Was keinen großen Unterschied mehr machte, wenn Österreich ehrlich war.
"Du weißt die KI noch mehr zu schätzen?" Er war sich nicht sicher, ob er ihrem Gespräch noch folgen konnte, dabei war es noch nicht sehr lang.
"Der blaue Planet, sie. Es ist etwas seltsam, das wir sie mit 'der' ansprechen, ich weiß. Aber du bestehst ja noch auf Pronomen. Und solche Dinge."
Ihre Diskussion wäre sicher länger geworden, wenn nicht etwas geklingelt hätte. Sonst hätte er, wie immer, noch eingewendet, das er für Kugelmugel schon keine Pronomen mehr nutzte.
Ein zartes Rot schlich sich auf Österreichs Wangen. "Gudi. Das ist meine Verabredung. Eigentlich wollte ich dir nur Bescheid geben, dass ich eine Zeit weg bin. Mach bitte keine Farbflecke in der Dusche!" Schnell winkte er und verschwand.
"Viel Spaß mit deinem KI-Freund!", rief Kugelmugel ihm hinterher. Nur um noch etwas mehr Farbe auf Österreichs Gesicht zu malen, auch ohne es selbst zu sehen.
Nur ein paar Sekunden später bekam Kugelmugel eine Nachricht, die genau das lobte. Darin war KI-Preußen gut. Aber für mehr brauchte Kugelmugel KI nicht. Mit dem Gedanken, arbeitet Kugelmugel zufrieden weiter.
