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Begegnung aus dem Weltall

von

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Elegant landete er auf dem Weg, der zu einem größeren Haus führte. Der Himmel über ihm war bereits ziemlich dunkel, auch wenn der Mond hell erstrahlte. Wann hatte er eigentlich das letzte Mal den Mond so klar sehen können?

Nicht, dass er das Mondlicht brauchte, um sich zu orientieren, leuchteten seine goldgelben Augen in der Dunkelheit doch sowieso schon mehr als bei Licht. Seine spitzen Katzenohren standen spitz in die Höhe und der Mantel, den er trug, wurde ein wenig von einem Windzug nach hinten geweht. Unter seinem Mantel schwenkte sein Katzenschweif umher.

Nachdenklich legte er seinen Kopf in den Nacken und sah in den Himmel. Ob seine Freunde bereits gemerkt hatten, dass er ihr Raumschiff verlassen hatte? Er schmunzelte, während er darüber nachdachte. Aber er hatte mal wieder diesen unbestimmten Drang, etwas Neues zu sehen. Sie würden schon klarkommen und ihn irgendwann wieder aufsammeln.

„Wer bist du und was machst du hier?“

Noch bevor er weiter über seine Freunde nachdenken konnte, hörte er eine schneidende, eisige Stimme hinter sich, nur wenige Sekunden, bevor er eine Klinge dicht an seinem Hals spürte.

Das war ein interessanter Empfang, den er auf diesem Planeten bekam. Die meisten Planeten empfingen ihn eher mit Furcht. Ein Grinsen legte sich auf seine Lippen, während er ein Stück seinen Kopf zur Seite drehte, allerdings nicht so weit kam, dass er den anderen ansehen konnte. „Interessanter Empfang. Willst du mich damit töten, nur, weil ich diesem Planeten einen kleinen Besuch abstatte?“ Wenn er wollte, könnte er sich jederzeit wehren, aber für den Moment hatte er nicht die Lust, etwas zu tun. Vielleicht auch, weil er ein wenig interessierter war, dass diese Person ihn scheinbar nicht kannte. Oder keine Angst vor ihm zu haben schien.

„Wovon sprichst du?“, kam es erneut schneidend zurück, „außerdem habe ich dir eine Frage gestellt.“

„Die ich dir gerne beantworten will“, erwiderte er, sah mit einem Seitenblick zu der Klinge, die sich immer noch an seinem Hals befand, „willst du das hier nicht vorher zurücknehmen, bevor wir uns unterhalten?“

„Ich bin vorsichtig geworden, wenn Fremde plötzlich bei mir auftauchen“, entgegnete die Person hinter ihm, bevor er spürte, wie die Klinge zurückgezogen wurde.

Langsam drehte er sich komplett um und sah zu dem anderen. Diese Person war ungefähr so groß wie er, hatte silbrigweiße Haare und klare, blaue Augen, die ihn einfach nur scharf musterten, während derjenige sein Schwert zwar weggesteckt hatte, allerdings immer noch eine Hand auf dem Griff liegen hatte. Er war in einen hellen, beigefarbenen Mantel gehüllt. „Bisher hat es niemand gewagt, mich einfach so anzugreifen. Du hast mich zumindest beeindruckt.“

„Wer bist du?“, entgegnete der andere weiterhin scharf, „und wieso bist du hier?“

„Ich bin so etwas wie ein Schatzjäger und eigentlich im ganzen Weltall bekannt“, grinste er und verschränkte seine Hände hinter seinem Kopf, „oh und ich bin aus unserem Raumschiff gesprungen und deswegen hier gelandet.“

„Was?“, fragte der andere zurück nach, hob eine Augenbraue, „du bist ... aus einem Raumschiff gesprungen? Du bist ein Alien?“

„Scheinbar“, zuckte er mit den Schultern, „ich meine, ich sehe nicht so aus, wie du, oder?“ Sein Grinsen wurde eine Spur breiter, während er mit einer Hand zu einem seiner Katzenohren strich.

„Die sind echt?“, blinzelte sein Gegenüber und starrte ihn weiterhin verwundert an, „... ach egal, ich habe jetzt wirklich keine Lust, länger darüber nachzudenken. Ich bin müde.“

„Falls du nichts dagegen hast, kann ich nicht bei dir bleiben? Keine Ahnung, wo meine Freunde sind und wann sie auftauchen“, erwiderte er weiterhin grinsend, „du scheinst zumindest keine Angst oder Respekt vor mir zu haben und ich weiß nicht, was das hier für ein Planet ist ...“

„Bist du nicht selbst einfach hier runtergesprungen? Warum machst du das, wenn du keinen Rückweg kennst?“, fragte der andere erneut nach, winkte dann aber ab und ging an ihm vorbei, „aber von mir aus. Lass uns da nicht jetzt drüber reden.“

Er grinste schief und sah ihm einfach nur hinterher, kratzte sich am Hinterkopf und bewegte seinen Schweif zur Seite. „Ich wollte was Neues sehen? Oh, mein Name ist übrigens Train Heartnet.“

Der andere drehte seinen Kopf ein Stück zur Seite, bevor er sein Haus betreten konnte, sah ihn mit einem Seitenblick an. „Du bist und bleibst seltsam“, murmelte er, schüttelte den Kopf, „wie auch immer, vielleicht sollte ich nicht überrascht sein. Mein Name ist Creed Diskenth.“

 
 

––––

 

Ihre Augen sahen aus dem Fenster des Raumschiffes, während sie eine Weile weiter flogen, mit einer Hand hielt sie ein Buch aufgeschlagen vor sich, blickte aber nicht mehr hinein.

„Ich glaube, er ist schon wieder auf einen Planeten, an dem wir vorbeisind, gesprungen“, murmelte sie leise vor sich hin, strich ihre zusammengebundenen Haare nach hinten.

„Was?“, kam es mit einem erschrockenen Tonfall von der Person neben ihr, „warum sagst du das erst jetzt, Eve?“

„Wir haben einen Auftrag“, antwortete Eve ruhig zurück, sah weiterhin nach vorne aus dem Fenster, „außerdem habe ich keine Lust mehr, nach ihm zu suchen.“

„Eve“, kam es seufzend von ihrem Partner, der sich mit einer Hand über die kurzen, grünen Haare fuhr, bevor er sich wieder auf das Steuern des Raumschiffes konzentrierte, „weißt du wenigstens, wo er abgesprungen ist?“

„Auf dem Planeten Erde“, murmelte Eve zurück, zuckte mit den Schultern, „wir können Train suchen, wenn wir diesen Schatz gefunden haben. Ich weiß echt nicht, wieso du eigentlich noch willst, dass diese Katze uns begleitet, Sven. Er macht eh, was er will.“

„Du weißt, warum“, erwiderte Sven und seufzte erneut, „und ich weiß, dass du ihn nicht leiden kannst.“

Eve grummelte etwas, sagte allerdings nichts mehr dazu, sondern richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Zeilen in ihrem Buch.

Es war die Mittagszeit am nächsten Tag, während er in einem Café in der Stadt saß und ein wenig irritiert zu der Frau sah, die ihm gegenüber saß und herzhaft lachte.

„Ich hätte dir nichts sagen sollen“, murmelte er und verdrehte die Augen, trank einen Schluck seines Kaffees und lehnte sich nach hinten.

„Sorry, sorry, aber du willst mir nicht wirklich ernsthaft erzählen, dass du letzte Nacht Besuch von einem Alien hattest, Creed!“, kicherte sie weiterhin, auch, wenn sie sich langsam beruhigte.

„Genau das“, murmelte Creed und schüttelte kurz den Kopf, dachte an das Ereignis zurück, als er von seinem letzten Auftrag zurückgekommen war, eigentlich nur schlafen wollte, und stattdessen diesen Fremden vor seinem Haus getroffen hatte, „... ich habe nur keine Ahnung, was genau er eigentlich will.“

„Es klingt schon ziemlich merkwürdig, dass ein Alien einfach so aus einem Raumschiff springt, um hier zu landen, findest du nicht?“, erwiderte sie nun etwas nachdenklicher, „ich meine ... sollten die nicht eher direkt hier landen, oder so? Was für ein seltsamer Kauz ist das?“

„Frag mich das nicht, Saya“, entgegnete Creed und seufzte erneut, „aber er scheint das häufiger zu machen und wartet jetzt darauf, dass seine Freunde ihn einsammeln.“

„Stell ihn mir mal vor, ja?“, grinste Saya ihn breit an, strich sich eine Haarsträhne zur Seite, „er klingt lustig!“

„Ich weiß nicht, ob ich will, dass ihr euch trefft“, sagte Creed und zog ein wenig seine Augen zusammen. Eventuell würden sie sogar harmonieren, aber er war sich nicht sicher, wie gut das funktionieren würde. Außerdem hatte er am Morgen erlebt, dass Train absolut kein Interesse daran hatte, andere Menschen von diesem Planeten zu treffen.

Ich genieße es gerade zu sehr, dass du zu den Wenigen gehörst, die keine Angst vor mir haben. Wer weiß, wie die anderen von diesem Planeten reagieren.

Creed schüttelte den Kopf, als er daran dachte. Er war sich ziemlich sicher, dass sonst auch kaum jemand wusste, wer er war und Saya war vermutlich genauso wenig schockiert über ihn, wie er. Sie war ja nicht einmal geschockt gewesen, als sie herausgefunden hatte, dass Creed ein Killer war.

„Was auch immer, ich denke, du machst das schon“, sagte Saya kurz darauf und holte ihn etwas aus seinen Gedanken zurück.

„Wer weiß, wie lange er überhaupt hierbleibt“, murmelte Creed ein wenig leiser vor sich hin. Immerhin wartete er eigentlich nur darauf, dass seine Freunde ihn abholten. Auch, wenn er nichts dagegen hatte, wenn es länger dauerte. Genaugenommen hatte er wirklich nichts dagegen, dass der andere für diese Zeit bei ihm lebte, es war nur verwirrend, wann immer er ihn ansah und bemerkte, dass Train wirklich ein Alien war.

„Vielleicht tut er dir auch gut“, sagte Saya daraufhin und schmunzelte etwas mehr, „du weißt schon, Katzen bringen immer etwas Glück in ein Leben, nee.“

Er zuckte daraufhin nur mit den Schultern, nickte allerdings auch daraufhin, während er daran dachte. Auch, wenn er sich nicht so sicher war, ob das vergleichbar war, wenn dieses Wesen bei ihm schließlich keine richtige Katze war. Konnte man ein Alienwesen wirklich in so eine Kategorie einordnen?

 
 

––––

 

Als er später zurück nach Hause kam, revidierte er seinen Gedanken von vorher, als er zu der schwarzen Katze sah, die auf der Fensterbank neben der Eingangstür lag und ihn geradewegs ansah.

Du bist zurück~“, drang die maunzende Stimme zu ihm durch, auch, wenn Creed ihn eindeutig verstand. War das, weil er eigentlich keine richtige Katze, sondern ein Alien war?

„Hm, was hast du eigentlich gemacht?“, erwiderte er, während er auf die Haustür zuging und sich langsam ins Innere einließ. Wenn er diese Katze ansah, konnte er absolut nichts Besonderes erkennen, obwohl er wusste, dass diese Katze keine gewöhnliche Katze war. Dass Train selbst in dieser Gestalt mit ihm normal reden konnte, bewies es doch, oder?

„Ein bisschen die Gegend erkundet“, antwortete er schließlich und hatte sich kurz darauf verwandelt, um wieder in seiner normalen Gestalt neben ihn zu treten. Oder sollte er eher sagen, die Gestalt, die menschlicher aussah? Immerhin wusste Creed nicht, was genau dessen wahre Gestalt war.

„Deine Freunde kontaktiert, dass sie dich abholen?“, fragte er ruhig nach, drehte sich zu ihm.

„Nein“, schüttelte Train den Kopf und grinste ihn weiterhin an, „dieser Planet klingt interessant und außerdem scheint hier wirklich niemand zu wissen, wer ich bin.“

„Und wer bist du? Du verheimlichst mir doch etwas“, erwiderte Creed und sah ihn skeptischer an.

Einen Moment entgegnete Train einfach nur seinen Blick, bevor er mit den Schultern zuckte und seinen Schweif hinter sich in die Luft schwenkte. „Wie wäre es, wenn ich für diese Zeit einfach deine Katze bin? Du brauchst nicht zu wissen, was vorher war.“

„Mein Leben ist nicht gerade ungefährlich, Train“, erwiderte Creed, blinzelte, als sich sein Gegenüber wieder in eine Katze verwandelte und ihn einfach nur aus diesen goldgelben Augen anblickte, ein leises Maunzen von sich gab.

Meins auch nicht, aber so falle ich wenigstens nicht auf“, entgegnete Train daraufhin, bewegte seinen Schweif von einer Seite zur anderen, „oder willst du, dass ich wieder gehe?

Für einen Moment sah Creed ihn einfach nur an, bevor er sich an ihm vorbei und ins Wohnzimmer bewegte. Eigentlich wollte er nicht, dass der andere wieder ging, schon allein, weil es nett war, nicht alleine zu leben.

Vielleicht hatte Saya recht damit, dass ihm eine Katze guttun würde. Auch, wenn Train nicht wirklich eine Katze war. Oder ... was auch immer dieses Alienwesen genau war. Vielleicht würde er das mit der Zeit noch herausfinden.

„Ich habe nichts dagegen, wenn du hierbleiben willst, Train“, sagte er schließlich, bemerkte, wie der andere zu ihm auf das Sofa sprang und sich zu ihm kuschelte, ein wenig maunzte.

Vielleicht ... erzähle ich dir irgendwann mehr von mir“, erwiderte Train kurz darauf noch einmal.

Die nächsten Tage wirkten, als wenn alles wieder normal war, auch wenn er immer mehr das Gefühl hatte, dass Train nicht einmal irgendwelche Anzeichen machte, seine Freunde zu kontaktieren. Oder das er überhaupt darüber nachdachte, irgendwie zurückzukehren.

Eigentlich sah Creed den anderen auch selten in seiner menschlicheren Gestalt, außer wenn sie aufwachten und gemeinsam frühstückten. Ansonsten lief er eigentlich die ganze Zeit als Katze durch die Wohnung oder den Garten und sorgte dafür, dass er nur ab und zu auftauchte, wenn er gerade kuscheln wollte.

Es war wirklich nicht so, dass es ihn störte, vor allem, da er sich kaum wirklich anders bemerkbar machte. Und irgendwie musste Creed dem zustimmen, was Saya gesagt hatte. Es tat gut, wenn er nicht alleine war, selbst wenn es nur eine seltsame Alienkatze war.

Was ihn eher irritierte, war, dass er regelmäßig genau dann aufhörte, herumzustreunen, wenn sich Creed zum Schlafen fertigmachte, egal, wie spät das gerade war. Wenn er einen Auftrag hatte manchmal auch erst mitten in der Nacht. Aber es war immer diese Zeit, wenn Train ihn aus diesen goldgelben Augen in seiner Katzengestalt ansah und sich kurz darauf neben ihm auf der Matratze zusammenrollte. Die ersten Tage hatte es ihn nur etwas überrascht, dass er sich am Morgen verwandelt hatte, weil er sich scheinbar nachts zu sehr entspannte, allerdings gewöhnte er sich daran. Vor allem, da er gemerkt hatte, dass es Train absolut nicht kümmerte, dass sie so am Morgen zusammen kuschelten.

Lag vielleicht auch daran, dass er nicht darüber nachdachte, dass es eventuell irgendetwas anderes bedeuten konnte.

Eigentlich war das Einzige, was Creed davon abhielt, da mehr drüber nachzudenken, die Tatsache, dass er wusste, dass Train die meiste Zeit nur eine Katze war. Oder zumindest nur als Katze unterwegs war.

Aber nach etwas mehr als einer Woche hatte er sich zumindest daran gewöhnt und versuchte, wirklich nicht allzu sehr darüber nachzudenken, dass er ihn zumindest in dieser menschlicheren Gestalt eigentlich durchaus mehr mochte und es genoss, wenn sie zusammen kuschelten.

Seine Augen richteten sich auf den noch schlafenden Körper, während er seine eine Hand in den Haaren des anderen liegen hatte und ihm ein wenig über eins der Katzenohren streichelte, so wie er es meistens tat, wenn sie gerade aufwachten. ‚Er ist nur eine Katze von einem anderen Planeten. Wenn seine Freunde hier auftauchen, wird er vermutlich eh wieder aus meinem Leben verschwinden.‘

Während er darüber nachdachte, seufzte er ein wenig leiser, kraulte Train ein wenig weiterhin, lauschte dem Schnurren des anderen und spürte, wie sich ein Lächeln auf seine Lippen legten. Wie lange würde das hier anhalten?

Wie lange dauerte es, bis er wieder alleine aufwachte und er vermutlich das Gefühl hatte, dass das hier alles nur ein seltsamer Traum war? Immerhin, wie realistisch war es, dass plötzlich ein Alien vor ihm landete, weil er aus seinem Raumschiff gesprungen war?

„Bist du traurig?“

Überrascht blickte Creed zu dem anderen, bemerkte, wie sich diese goldgelben Augen auf ihn gerichtet hatten, während er immer noch seine Hand an einem der Katzenohren liegen hatte. „Wie? Nein, wie kommst du darauf?“

„Du sahst so aus“, murmelte Train und gähnte etwas, schwenkte seinen Schweif in die Luft, bewegte sich aber sonst nicht von ihm weg, „denkst du über etwas nach?“

Creed seufzte, zog seine Hand zurück und schüttelte langsam den Kopf. „Nichts Besonderes“, erwiderte er, lächelte schließlich, „was meinst du wann deine Freunde hier auftauchen?“

Train setzte sich daraufhin etwas auf, bewegte seinen Kopf nachdenklich zur Seite, zuckte mit seinen Katzenohren und schwenkte seinen Schweif vor sich. „Keine Ahnung. Warum willst du das wissen? Magst du es nicht, dass ich hier bin?“

„Was– nein, das ist es nicht“, schüttelte Creed sofort den Kopf, seufzte und strich sich durch die Haare, „es ist nur ...“, er stoppte sich selbst und dachte daran, dass er sich momentan zu sehr an ihn gewöhnte. An die Gesellschaft dieses Aliens und das er nicht wusste, was er tun sollte, wenn Train irgendwann wieder aus seinem Leben verschwand.

Einen Moment sah er einfach nur still in diese gelben Augen vor sich, während Train keinerlei Anzeichen machte, etwas zu sagen oder sich groß zu bewegen. Das Einzige, was sich bewegte, war der Katzenschweif des anderen.

Schließlich atmete Train etwas tiefer durch und stützte sich ein Stück nach vorne, rutschte ihm etwas entgegen. „Weißt du, ich habe wirklich das Gefühl, dass es besser ist, wenn ich auf diesem Planeten bleibe. Sie sind ... sie würden besser leben können, wenn ich sie nicht begleite. Ich meine, solange du nicht sagst, dass ich gehen soll.“

Überrascht starrte Creed ihm entgegen. Von was genau redete Train eigentlich und was war es, was hier scheinbar niemand von ihm wusste? „Wer– wer genau bist du, Train?“ Wollte er das wissen? War es gut, wenn er es wusste?

Train seufzte etwas mehr, während sich ein Lächeln auf seine Lippen legte, schließlich streckte er allerdings nur seine Hand aus und legte ihm einen Finger gegen die Lippen. „Ich denke nicht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, dass ich dir das erzähle.“ Einige Sekunden sahen sie sich noch einfach still in die Augen, bevor sich Train von ihm zurückzog. „Ich denke, wir sollten langsam frühstücken, meinst du nicht?“

Kurz blinzelte Creed ihm entgegen, nickte langsam. Vielleicht sollte er ihm glauben, dass er das nicht unbedingt wissen musste, auch, wenn etwas in ihm wissen wollte, wer Train wirklich war. Oder was in seiner Vergangenheit war. Einfach, weil er mehr von ihm wissen wollte. „Frühstück ist wohl wirklich eine gute Idee.“

 
 

––––

 

Langsam streckte Sven seine Arme nach hinten, während er sich wieder in dem Raumschiff niedergelassen hatte. Mit einem Seitenblick sah er zu Eve, die gerade ihre letzte Ausbeute begutachtete und kurz darauf nach einem Buch griff, bevor sie sich neben ihm niederließ.

„Wo meintest du ist er?“, fragte er nach, musterte sie einen Moment länger.

Eve sah einen Moment länger einfach nur auf ihr neu aufgeschlagenes Buch, sagte ein paar Sekunden nichts, bevor sie leise seufzte. „Erde.“

Langsam fuhr sich Sven durch die Haare. „Du willst immer noch nicht, dass wir dorthin fliegen?“

„Hm“, erwiderte Eve etwas grummeliger.

Tief atmete Sven durch, bevor er langsam das Raumschiff startete, damit sie weiterfliegen konnten. „Ich weiß, was du meinst, aber ... er ist unser Freund, oder?“

Eve brummte nur, las weiter in ihrem Buch. „Ich weiß nicht.“ Sie hob ein wenig ihren Blick und sah aus der Frontscheibe nach draußen. „Es ist einfacher ohne diese Katze.“

„Du vermisst ihn dennoch“, murmelte Sven und sah noch einmal mit einem Seitenblick zu ihr, schmunzelte, „sollen wir nicht wenigstens mal dorthin?“

„Ich vermisse ihn nicht“, erwiderte Eve sogleich und verzog etwas ihr Gesicht.

„Sicher, Eve“, sagte Sven und schmunzelte etwas mehr, richtete seine Aufmerksamkeit wieder vor sich nach draußen, „ich frage mich nur, wie lange er dortbleiben kann, bevor sie ihn finden.“

„Haben wir nicht einen neuen Auftrag?“, fragte Eve kurz darauf nach, ihre Augen wieder auf ihr Buch gerichtet, „wir haben keine Zeit nach dieser streunenden Katze zu suchen.“

Kurz warf Sven ihr noch einen Blick zu, schüttelte dann den Kopf und konzentrierte sich wieder auf den Flug. „Du hast recht.“ Vielleicht war es wirklich besser, wenn sie erst einmal abwarten würden. Wenn sie keine Nachricht von Train bisher bekommen hatten, hieß es auch irgendwie, dass er sie nicht kontaktieren musste. Davon ab, dass er doch wusste, dass sich diese Katze gut genug selbst verteidigen konnte. Es waren nicht umsonst so viele hinter ihm her.

Irgendetwas war komisch in dieser Nacht, obwohl es alles relativ normal wirkte. Es war sternenklar, ein wenig luftig und sie saß auf dem Dach, welches zu dem Gebäude gehörte, in dem ihr Apartment lag.

Eigentlich war es nichts Ungewöhnliches für sie, aber dennoch war etwas eigenartig.

Nachdenklich legte Saya ihren Kopf schief, sah von einer Seite zur anderen und nickte schließlich entschlossen. Normalerweise sah sie immer mindestens ein oder zwei streunende Katzen, wenn sie hier draußen war, nur diesmal war es still.

Das war allerdings nicht alles, was sie beunruhigte, auch wenn sie nicht sagen konnte, was genau dafür sorgte. Immerhin sollte es sie nicht wundern, wenn sie mal keine dieser Katzen hier antraf.

Sie fuhr mit einer Hand zu der Pistole, die sie an ihrem Yukata befestigt hatte, verengte ihre Augen und lauschte der Umgebung. Für was trainierte sie denn täglich, wenn sie sich nicht gegen irgendwen verteidigen konnte? Sie hatte doch schon so einige Gegner besiegt, egal, wie aussichtslos der Kampf für sie anfangs aussah.

„Zeig dich!“, zischte sie mit einem deutlich aggressiven Unterton.

„Oh, du hast ein gutes Gespür für einen Menschen“, hörte sie eine leicht kichernde Stimme, bevor sie bemerkte, wie jemand vor ihr auf dem Dach landete. Sein Gesicht war von einem Schatten verdeckt, was es ihr unmöglich machte, diese Person genauer zu erkennen. An den Schultern hatte dieses Wesen zwei kleine Flügel.

„Wer ... bist du?“, fragte Saya nach, verfestigte ihren Griff um ihre Waffe, machte aber noch keine Anstalten, sie zu ziehen. War diese Person ihr freundlich gesinnt?

„Ah, ich suche nur jemanden“, entgegnete dieses Wesen weiter schmunzelnd, „du kennst nicht zufällig eine schwarze Katze, die hier gelandet ist?“

Saya hob nur ein wenig verwirrter eine Augenbraue. Sie wusste, dass hier einige Katzen herumstreunten, und es war durchaus möglich, dass eine von ihnen komplett schwarz war, aber irgendwas sagte ihr, dass dieses Wesen nicht einmal eine normale Katze meinte. „Na ja, hier streunen einige Katzen herum“, entgegnete sie daraufhin, entspannte sich ein wenig mehr und lächelte einfach nur breit, „wenn du ein wenig wartest, tauchen sie bestimmt auf.“

„Ich rede nicht von irgendeiner Katze, Mensch“, sagte dieses Wesen nun ernster, bewegte seine Flügel ein Stück vor und zurück, was dazu führte, dass sich Saya fragte, was genau dieses Wesen war und ob es mit diesen Flügeln wirklich fliegen konnte.

„Dann kann ich dir nicht helfen“, sagte sie fröhlich zurück, „die Katzen, die hier auftauchen, sind die Einzigen, die ich kenne.“

„Ja, ich glaube auch, dass du nichts weißt“, murmelte dieses Wesen und seufzte, machte einen Schritt zurück auf den Rand des Daches zu, „dann werde ich mal.“

Sie blinzelte ihm einfach nur hinterher, als sie nur bemerkte, wie er nach hinten von dem Dach fiel, allerdings nur wenige Sekunden später vor ihr wieder in der Luft flog und sich in eine andere Richtung entfernte.

Ein wenig schmunzelnd ließ sich Saya auf dem Dach nieder und sah in die Ferne, bevor sie ein wenig nachdenklicher wurde. Hatte sie nicht letztlich von Creed erfahren, dass bei ihm ein Alien gelandet war, der irgendetwas von einer Katze hatte?

Vielleicht sollte sie ihm eine Nachricht zukommen lassen, dass sie jemanden getroffen hatte, der scheinbar auch nicht ganz von hier war. Oder ... was auch immer diese Person gewesen war.

Entschlossen richtete sie sich wieder ins Sitzen auf, bemerkte kurz darauf, wie neben ihr eine der streunenden Katzen maunzte. „Oh, hi“, sagte sie grinsend, streichelte ihr kurz über den Kopf, „sorry, aber ich muss wohl noch einmal ein wenig weg.“

 
 

––––

 

Es war bereits mitten in der Nacht, als er sich auf dem Heimweg befand, als er unter einer Brücke neben einem kleinen Fluss stoppte.

Für einen Moment verengte er seine Augen, sah sich ein wenig um, als er ein seltsames Gefühl bekam, bevor er schließlich wieder ausatmete.

„Ist es nicht ungemütlich, hier draußen zu schlafen, Saya?“, fragte Creed nach, legte den Kopf schief, als er die junge Frau gegen die Wand lehnend auf dem Boden sitzen sah.

„Huh?“, blinzelte Saya etwas müde ihre Augen auf, hob ihren Blick, „... du bist spät.“

„Wusste ja nicht, dass du auf mich wartest“, erwiderte Creed ein wenig schmunzelnder, trat neben sie und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand unter der Brücke. Es war ungewöhnlich, dass sie sich hier trafen, und eigentlich hatten sie ausgemacht, dass es nur eine Art Treffpunkt war, wenn es etwas Wichtiges war.

„Das Alien bei dir“, sagte Saya und nahm einen ernsteren Ton an, „... ist das eine schwarze Katze?“

Creed blinzelte überraschter, drehte seinen Kopf etwas zur Seite, bemerkte, wie Saya sich inzwischen erhoben hatte, allerdings eher über den Fluss hinweg sah. „Er kann sich in eine schwarze Katze verwandeln. Wieso?“

„Ich hatte Besuch von einem seltsamen Wesen, dass nach einer schwarzen Katze gesucht hat“, erwiderte Saya etwas nachdenklicher, „ich weiß nicht, wer das war oder ob die irgendwas miteinander zu tun haben, aber ich dachte, ich warne dich lieber.“

„Hm, also haben sie scheinbar doch herausgefunden, dass er hier ist“, murmelte Creed etwas mehr seine Gedanken vor sich hin, ohne zu realisieren, dass Saya nicht wirklich etwas davon wissen konnte.

„Was?“, fragte sie daraufhin verwirrter nach.

„Nichts, schon gut“, sagte Creed, winkte etwas ab, lächelte sie an, „sorry, ich weiß sowieso nicht mehr. Er meint was davon, dass es besser ist, wenn ich es nicht weiß.“ Aber vermutlich sollte er Train dennoch vorwarnen. „Trotzdem danke, dass du es mir gesagt hast.“

„Hm, pass aber auf dich auf, Creed“, sagte Saya daraufhin mit einem besorgteren Blick, „das scheint mehr zu sein, als alles, was uns hier erwartet.“

„Sicher“, nickte Creed, bevor er sich abdrehte, um sich wieder auf den Heimweg zu machen. Es war immerhin nicht so, dass sein Leben nicht sowieso gefährlich genug war, auch wenn es normalerweise keine Wesen von anderen Planeten beinhaltete.


 

Die ersten Schritte zu seinem Haus sorgten dafür, dass Creed innehielt und vorsichtig eine Hand auf sein Schwert legte.

Wieso hatte er in dem Moment so ein komisches Gefühl?

Langsam ging er über den Weg zu dem Eingang, öffnete die Tür, blinzelte irritiert, als er niemanden sah. Es fühlte sich irritierend an, dass Train ihn nicht, wie jedes Mal, empfing.

Er hängte seinen Mantel an die Garderobe, ging langsam und leise durch den Flur. Dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmte, wurde immer stärker.

„Willst du echt hierbleiben?“, erklang eine fremde Stimme zu ihm, was allerdings dafür sorgte, dass Creed zumindest wusste, wo sich jemand befand. Wer war das?

„Etwas dagegen? Denkt ihr immer noch, ich komme zurück?“, hörte er kurz darauf eindeutig Trains Stimme, während er vor der halb geschlossenen Tür zum Wohnzimmer stoppte und erst einmal nur durch den Türspalt sah. Train stand in seiner menschlicheren Gestalt mit dem Rücken zu ihm, während seine Katzenohren und sein Schweif deutlich zu erkennen waren.

Was genau meinte er damit?

„Denkst du echt, du kannst so einfach hier bei diesem Menschen bleiben?“, fragte dieser Fremde nach.

„Das geht euch nichts an, oder?“, erwiderte Train nur ernster, während er einfach nur ruhig zu diesem Fremden gedreht stand.

Langsam blickte Creed mehr zu der Person vor ihm, der eine so seltsame Aura hatte. Er brauchte nicht einmal diese seltsamen, kleinen Flügel an den Schultern erkennen, um zu wissen, dass er vermutlich ebenfalls nicht von hier war. Vermutlich war es irgendjemand aus Trains Vergangenheit.

War es die Person, von der Saya erzählt hatte, der nach Train suchte?

„Was hält dich überhaupt hier? Wenn ich das richtig sehe, gibt es hier nichts Interessantes“, entgegnete dieser Fremde erneut, bewegte sich ein wenig auf und ab, „und dann auch noch–“,

„Was willst du hier?“, zischte Train nun, unterbrach den anderen eindeutig ernster, „mich zurückholen? Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich nicht zurückkehre. Selbst wenn ich nicht hierbleiben würde.“

Creed bemerkte, wie sich der Körper dieses Fremden für wenige Sekunden anspannte, bevor er sich abdrehte und mehr in eine andere Richtung sah.

„Sie bereiten sich auf etwas vor, aber der Gegner ist viel gefährlicher, als alles, was es vorher gab“, entgegnete er dann ein wenig seufzender, ohne wieder in Trains Richtung zu blicken.

„Sie kommen klar“, sagte Train, zuckte mit den Schultern, „es ist nicht so, dass sie explizit gemeint haben, dass ich ihnen helfen soll, oder?“

Der Fremde hob seinen Kopf, sah doch wieder zu ihm, wodurch es wirkte, als wenn seine Augen ein wenig heller leuchteten. „... Mit deiner Hilfe wäre es kein Problem.“

Train seufzte etwas mehr, bewegte seinen Katzenschweif hinter sich zur Seite. „Du hast mich gesucht, weil du denkst, ich könnte ihnen helfen“, sagte er dann ruhiger, „aber sie würden nicht wollen, dass ich ihnen helfe. Nur weil du meinst, dass es dann einfacher wäre ...“, er drehte sich ein wenig um, ging eher etwas durch den Raum, wobei Creed bemerkte, wie er mehr lächelte, „solange es nicht eine Bitte von ihnen ist, wäre es verschwendet, wenn ich gehe. Außerdem mag ich es hier.“

„... Verstehe“, murmelte der Fremde ein wenig leiser, „ich hoffe, du wirst glücklich hier.“

„Ich bin glücklich“, sagte Train nur noch, kurz bevor die Gestalt dieses Fremden vor ihm sich einfach in einer kleinen Wolke auflöste und er verschwunden war.

Langsam bewegte sich Creed durch die Tür und in das Zimmer. „Wer war das?“

„Du hast es mitbekommen, oder?“, entgegnete Train statt zu Antworten, drehte sich zu ihm um, „und nichts, was dich interessieren sollte.“

„... Jemand aus deiner Vergangenheit, oder?“, sagte Creed nur, hob eine Augenbraue, „denkst du nicht, ich sollte wissen, was du verbirgst, wenn du hierbleibst?“

Train seufzte, bewegte eine Hand über seine Katzenohren, trat dann zur Seite und ließ sich auf das Sofa fallen. „Bevor ich meine Partner getroffen habe und mit ihnen unterwegs war, war ich für eine Art Organisation unterwegs und scheinbar haben sie Schwierigkeiten mit irgendwem“, sagte Train schließlich, zuckte etwas mit den Schultern.

„Dir liegt nichts mehr an ihnen?“, fragte Creed nach, setzte sich auf einen Sessel und legte den Kopf schief. Warum hatte er nur das Gefühl, dass etwas in dem Blick des anderen war, was ihm etwas anderes sagen wollte?

„Wir hatten verschiedene Interessen und es ist knapp drei Jahre her, dass ich alleine unterwegs bin“, sagte Train ruhig weiter, „und ich bin mir ziemlich sicher, sie würden sich anders bei mir melden, wenn sie wirklich meine Hilfe bräuchten. Nicht über ihn.“

„Train“, murmelte Creed, sah ihn ernster an, „hast du kein Interesse, irgendwann wieder aufzubrechen?“

„Nein“, sagte Train und lächelte ihn einfach nur an, „dieser Planet ist so viel besser, weil niemand irgendetwas über mich weiß. Ich hätte in den letzten zwei Jahren nicht gedacht, dass ich so einen Ort finden würde.“ Kurz darauf richtete er sich auf und bewegte sich zu ihm, legte den Kopf etwas schief und schwenkte seinen Schweif zur Seite. „Außer du willst mich loswerden.“

Creed blinzelte, schüttelte den Kopf. „Ich würde dich nicht loswerden wollen“, sagte er dann. Immerhin war es allein schon nett, dass er diese Gesellschaft hatte, wann immer er von einer Mission nach Hause kam. „Nur ...“,

„Würdest du mich als deinen Partner akzeptieren?“, fragte Train nach, lehnte sich zu ihm, sodass sie sich so direkt in die Augen sehen konnten.

„Huh?“, machte Creed überraschter, blinzelte etwas mehr, „was genau– du meinst–?“

„Ich will nicht, dass wir uns verlieren, nur weil ich vielleicht doch noch einmal zurückmuss“, sagte Train ruhiger, „und uh ... ich fühle mich eindeutig zu wohl bei dir, Creed.“

Creed blickte ihn an, seufzte dann und drehte seinen Kopf von ihm weg. „Du meinst das, weil du eine Katze bist oder ...?“

„Ich bin keine Katze, wie du sie kennst“, sagte Train ernster, kurz bevor Creed spürte, wie er seine Hand zu seinem Kinn bewegte, sodass er ihn wieder ansehen musste, „und ich weiß, was es bedeutet, jemandes Partner hier zu sein.“

„Du weißt–“, fing Creed an, weitete seine Augen, „... moment, heißt das ...“,

„Ich habe vor einer Weile bereits gespürt, wie du mich angesehen hast“, erwiderte Train schmunzelnder, „akzeptierst du–?“

„Natürlich akzeptiere ich, dein Partner zu sein“, sagte Creed nur, unterbrach ihn eindeutiger, „ich dachte nur nicht, dass ich jemals dazu stehen könnte, dass ich angefangen habe, etwas für dich zu empfinden. Aufgrund der ganzen Aliensache.“

„Oh, das ist das geringste Problem“, kicherte Train etwas mehr, „auch wenn ich bisher noch nicht wirklich den Grund hatte, irgendwo länger zu bleiben. Bis jetzt.“

„Du siehst das so einfach, Train“, flüsterte Creed etwas mehr, „und woher sollte ich wissen, dass du das denkst?“

„Ah, sorry“, entgegnete Train, lächelte ihn nur breiter an, „ich hab vergessen, dass du nicht so einfach diese Gefühle spüren kannst, Creed.“

Creed verdrehte etwas seine Augen, bevor er einfach nur seinen Arm ausstreckte und ihn zu sich zog. „Sei still“, brummte er, kurz bevor er ihn einfach küsste.

Sie blieben einen Moment so zusammen, bevor Train ihn einfach nur ruhig ansah. „Irgendwann ... sollten wir zusammen weiterreisen, oder?“

„Huh? Du meinst, ins Weltall?“, blinzelte Creed ihn an, „wäre das so einfach möglich?“

„Ich finde eine Möglichkeit“, kicherte Train etwas mehr, „und außerdem will ich, dass du Sven und Eve kennenlernst. Oder hält dich irgendetwas hier?“

Creed sah ihn einfach nur überraschter an, bevor er ebenfalls lächelte. „Hm, die einzige Person, die ich hier wirklich als gute Freundin sehe, ist Saya. Ansonsten habe ich nichts dagegen, mit dir zu kommen.“

„Oh, okay“, nickte Train, schmunzelte etwas mehr, „ich hoffe nicht, dass sie dir wichtiger ist, als mit mir zu kommen, wenn wir von hier verschwinden können?“

„Du kannst sie ja vorher kennenlernen, aber nein, wir sind einfach nur gute Freunde und sie würde es vermutlich gutfinden, wenn ich von hier verschwinde“, sagte Creed daraufhin. Immerhin wusste er auch, wie sehr sie ihn dazu überreden wollte, von ihnen zu fliehen. Auch wenn er genau wusste, dass es niemals so einfach gehen würde. Zumindest nicht, solange er auf diesem Planeten war. Aber wenn Train ihn mit auf eine Reise durchs Weltall nehmen würde, wäre es wohl kaum möglich, dass sie ihn wiederfinden könnten.

„Das klingt vermutlich nach einer guten Idee“, nickte Train vor sich hin, „dann kann ich ihr wenigstens zeigen, dass du mein Partner bist.“
 



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