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Advent ... Advent ...

[NextGenerationAdventskalender]
von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo ihr Lieben und Willkommen ...

zum ersten Adventskalendertürchen diesen Jahres.
Innerhalb dieser Geschichte werdet ihr auf meine OCs Euphemia Zabini, Feodora Nott sowie Thornton Higgs treffen.

Viel Spaß und eine schönde Adventszeit ...

LG
irish C: Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo zusammen,

zur Einstimmung in diesen kleinen Text, habe ich euch ein Liedchen mitgebracht: It's Beginning To Look A Lot Like Christmas, gesungen von Michael Bublé.
Neben Roxanne Weasley, hat auch mein OC Christopher McLaggen seinen Platz in diesem Werk.

Ich wünsche euch viel Spaß und eine schöne Adventszeit!! Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo ihr Lieben...

hier kommt (trotz kleiner Verspätung), das 18. Türchen angerauscht, mit Goldlöckchen, Engelsflügeln und Harfe spielend ;D...
In dieser Geschichte galt es, einen »Alice Award~Teilnehmer« ins winterliche Getümmel zuschicken, und die Wahl war mir ein Leichtes, da ich mich für meinen OC Mikael Bloodthorne entschied. Dieser ist Professor meiner, passend zur Next Generation ausgesponnenen, Lehrerschaft.

Ich wünsche Euch viel Spaß ...

Allerliebste Grüße und einen schönen 4. (!) Advent
irish C: Komplett anzeigen

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o1. Türchen ~ winterliche Melancholie


 

Advent ... Advent ...

o1. Türchen

winterliche Melancholie
 

Seufzend legte Euphemia Zabini ihren Kopf auf den Armen ab. Während um sie herum bereits alles und jeder dem Winterzauber erlag, vermochte sie den trüben, kalten Tagen nichts abgewinnen. Kaum war der Oktober dem nass-kalten November gewichen, so verfiel die junge Hexe, seit sie sich erinnern konnte, einem Stimmungstief, dem nicht einmal der Duft von Plätzchen, die heimelige Wärme der Kaminfeuer, oder gar der kindlich-schöne Gedanke ans Weihnachtsfest Einhalt gebieten konnten. Selbst das leise Rieseln des Schnees, dessen dicke Flocken ganz Hogwarts in ein weißes Wunderland verwandelten, vermochte sie nicht begeistern.

„Was du brauchst, ist das hier!“ Euphemia sah auf und blickte in das Gesicht ihrer Freundin Feodora. Diese hielt ihr einen Becher entgegen, dessen Dämpfe sich gen Himmel kräuselten und nach herrlich süßer Schokolade dufteten.

Das hübsche Gesicht verziehend, wandte sich die junge Hexe von dem Becher ab.

„Mia, komm schon.“, bettelte Feodora und ließ sich neben sie auf der Bank nieder. „Dann trinke ich es eben allein, ohne dich.“

„Die Masche zieht bei mir nicht“, knirschte Euphemia. „Deine Versuche, mir den Winter schmackhaft zumachen, sind in etwa so erfolgreich, als wenn du einem Bergtroll das Lesen beibringen willst.“

„Schon möglich“, meinte das Mädchen und zuckte die Schultern. „Du weißt ja, dass man erst das Stehen lernen muss, bevor man den ersten Schritt macht, und bei einem Bergtroll würde ich vorziehen, es zu aller erst mit dem Sprechen zu versuchen.“

Ein unfeiner, schnaubender Laut entwich ihrem Mund, als der Zabini-Zögling es schaffte, in die Richtung ihrer Freundin zu sehen.

„Du machst es dir auch jedes Jahr einfach zu leicht, dich dem schlechten, und miesen Gefühl hinzugeben!“, plapperte Feodora, in einem kindlichen Ton, weiter und stupste ihrer Banknachberin leicht in die Seite. „Probier' doch, das alles nicht immer so ... düster zu sehen. Winter kann Spaß machen! Wir können auf dem schwarzen See Schlittschuh laufen, Schneeskulpturen bauen.“

„Zwecklos“, schmetterte Euphemia die Ideen ihrer Freundin ab.

„Hmpf“, Feodora verschränkte die Arme vor der Brust und blickte prüfend und abschätzig neben sich. „Du machst es mir, und vor allem dir, manchmal wirklich schwer, dich zu mögen.“

„Tut mir leid“, ließ die Hexe verklingen und seufzte erneut.

„Ja ja, schon gut. Ich bin Kummer gewohnt“, mit diesen Worten erhob sich Fedora und machte Anstalten, den Haustisch der Slytherins zu verlassen. „Kommst du?“

Ein träges Nicken des dunklen, lockigen Schopfes folgte, ehe auch Euphemia die Beine über die Bank schwang und beide Mädchen in Richtung Kerker davongingen.
 

In wenigen Tagen würde sich auch der elfte Monat des Jahres verabschieden und dem Dezember weichen. Doch die Vorfreude, die so manch einer hegte, wurde durch das Pensum an Hausaufgaben jäh gebremst. So war es nicht verwunderlich, dass es die meisten Schüler zu dieser Zeit in die Bibliothek trieb.

Grübelnd zog Euphemia die Stirn kraus, kritzelte einen kleinen Absatz auf das Pergament vor sich und sah dann auf. Ihr gegenüber saß Thronton Higgs und dieser starrte eher teilnahmslos auf den Federkiel, den er zwischen seinen Fingern drehte.

„Ich mag es einfach nicht, wenn es zu früh dunkel wird.“, erklärte sie und nahm so den Faden des vorangegangenen Gesprächs wieder auf. Während sie über die Bücher gebeugt waren, hatte Thornton den Stein ins Rollen gebracht. Offenbar war ihm nicht entgangen, dass das Mädchen innerhalb der letzten Wochen mürrischer und trübsinniger wurde.

„Weil du Angst im Dunkeln hast?“, seine Frage war nicht zum Scherze gemeint, dennoch musste er sich sehr bemühen, nicht einen kichernden Laut von sich zu geben.

„Nein, Quatsch“, schnappte sie pikiert. „Mir fehlt einfach die Sonne. Das Licht, die Wärme.“

Thornton schwieg und betrachtete das Mädchen vor sich lange und eingehend. Erst nach einer Weile meinte er: „Aber das gehört dazu. Dass die Tage kürzer werden, ansonsten müsstest du nach Australien auswandern, oder so? Denn da kann man Weihnachten am Strand bei wohligen Temperaturen feiern.“

„Ach ja?“, hakte Euphemia nach und erntete ein bejahendes Nicken. „Und woher weißt du das?“

„Meine Schwester und ich haben, als wir noch kleiner waren, oft das Fest bei unserem Großonkel Julius verbracht. Schon komisch, denn während es in York nur regnet, oder es zwar schneit, aber der Schnee eher selten liegen bliebt, haben wir uns in Perth einen Sonnenbrand geholt. Da ist nämlich Hochsommer.“, erklärte der junge Mann grinsend und tippte dabei an seine Nase.

„Klingt toll“, die Sehnsucht in ihrer Stimme war ihm nicht entgangen. „Sie fehlt mir ...“

„Wer?“, offenbar war es Thornton nicht gelungen, ihren Gedanken zu folgen.

„Die Sonne“, merkte das Mädchen an und seufzte.

„Ist der Winter deshalb nichts für dich?“, fragte er und zog die Augenbrauen zusammen. „Weil dir die Sonne fehlt?“

Nun war sie es, die ihm ein zustimmendes Nicken schenkte. Unbemerkt huschte sein Blick zu den hohen Fenstern.

„Wenn's weiter nichts ist!“, lachte Thornton auf und schlug das Buch zu. „Wenn Sie mir bitte folgen würden, Madame!“
 

Euphemia rollte mit den Augen als Thornton vorausging, ihre Hand aber nicht losließ. Mit eiligen Schritten hastete er die große Mamortreppe herunter und zog sie so in frostigen Tag hinaus.

„Thornton!“, drohte das Mädchen. „Du willst doch wohl nicht ...? Thornton, es ist kalt und ich hab meinen Mantel nicht dabei. Nicht mal einen Schal...“

Der junge Mann überging ihren Protest. Er trug ebenso wenig Jacke wie Mütze. Die Wärme, die ihnen noch bis vor wenigen Augenblick anhaftete, war verschwunden. Sie war den eisigen Temperaturen gewichen, die sich in den Gängen und Korridoren gesammelt hatten. Und die Fackeln an den Wänden spendeten Licht, keine Hitze.

Wortlos trat er, mit Euphemia an der Hand, ins Freie. Er hielt inne und schob sie sanft vor sich. Diese schien immer noch wütend, gar empört zu sein, denn ihr Blick strafte seine Tat. Doch als er zum Himmel hinauf deutete, seufzte sie ergeben.

Über ihnen erhob sich, leuchtend hell und ihre Arme ausbreitend, jenes, von Euphemia vermisste, Tagesgestirn und schickte ihre wärmenden Strahlen über die weiße Pracht, die vor ihren Augen glitzernd und funkelnd erstreckte.

Atemwolken wichen von ihren Lippen und ein Zittern erfasste ihren Körper. Dennoch vermochte Euphemia sich nicht der Schönheit dieses Moments entziehen.

„Hast du früher nie im Schnee gespielt?“, vernahm sie Thorntons Stimme dicht an ihrem Ohr. Wind wallte auf und scheuchte erbarmungslose Kälte über die Ländereien. Klappernd schlugen ihre Zähne aufeinander, in ihrem Rücken jedoch konnte sie eine willkommene Wärme spüren. Thornton schlang seine Atme um sie und bette sein Kinn auf ihrer Schulter.

„Selten“, sagte Euphemia langsam und musste ihrem rasenden Herzen befehlen, in gemächlicheren Takten zu schlagen.

„Schade“, sie spürte seinen heißen Atem an ihrem Hals. „Dann hast du aber eine Menge verpasst.“

Mit diesen Worten verschwand die wohlige Wärme und ließ die Kühle des Morgens zurück. Thornton drängte sich an ihr vorbei, schaufelte sich mit bloßen Fingern eine ausreichende Menge Schnee die Hände und warf das pulverisiere, kalte Gemisch mitten ins Gesicht der jungen Hexe.

Erst nicht begreifend, was so eben vorgefallen war, merkte Euphemia nur am leichten, brennenden Schmerz und der Nässe, die zurückblieb, das ihr Verlobter ihr eine Ladung Schnee beschert hatte. Er hatte den Überraschungsmoment auf seiner Seite. Doch ob seine Aktion erfolgreich war, entschied sich innerhalb weniger Wimpernschläge.

Der junge Mann verharrte reglos und betrachtete das Mienenspiel auf ihrem Gesicht mit Unsicherheit. Er hatte sie überrumpelt. Sprachlos wischte sich Euphemia die letzten Tropfen von den Wangen. Ihr Blick war zornig, mit ihre Wendigkeit hatte jedoch nicht gerechnet.

Schnell hatte sie sich heruntergebeugt und eine Handvoll Schnee landete genau auf seiner Brust.

„Mist“, fluchte sie und hörte, wie er in schallendes Gelächter ausbrach.

„War das schon alles?“, neckte Thronton. „Dann ist es wohl besser, dass du kein Quidditch spielst.“

Seiner beleidigenden Aussage folgend, trafen ihn drei weitere Bälle aus gefrorenem Wasser. Ein Lachen erklang. Und es schien ebenso hell und leuchtend zu sein, wie die Sonne, die sich durch den winterlichen Tag kämpfte.

o9. Türchen ~ Heiße Schokolade mit Pfefferminz


 

Advent ... Advent ...

o9. Adventskalendertürchen

Heiße Schokolade mit Pfefferminz
 

Süßlich schwebte der vorweihnachtliche Duft nach Tannengrün und Plätzchen durch das heimische Wohnzimmer der Potters. Im Kamin knisterte ein kleines Feuer, während Vater Harry auf dem großen Sofa saß und die letzten Seiten im Tagespropheten durchging, ehe er die Zeitung knisternd zusammenfaltete und beiseite legte. Sein Blick schweifte durch den Raum und blieb bei seiner jüngsten Tochter hängen, die, auf dem Bauch liegend und munter mit den Beinen wackelnd, in einem Malbuch kritzelte. Das Licht der Flammen brachte ihr typisch-rotes Weasley-Haar noch mehr zum Leuchten.

»Daddy?«, erhob sich das zarte Stimmchen des Mädchens und es wandte sich zu seinem Vater um.

»Ja, Liebling?« Harrys dunkle, buschige Augenbrauen hoben sich fragend gen Himmel.

»Machst du mir eine heiße Schokolade? Bitte.« So jung sie auch noch sein mochte, verstand Lily sehr wohl ihren Willen zu bekommen.

»Mir auch! Bitte, Dad.« Im Sessel, der links neben dem Sofa stand, lümmelte sich James und horchte auf, als er die Bitte seiner kleinen Schwester vernahm.

»Und du, Albus?« Harry wandte sich dem mittleren Spross zu, der es wieder einmal nicht lassen konnte und den Hauskater Jolly ärgerte. Der kleine Mann zuckte erst die Schultern, dann verzog er schmerzverzehrt das Gesicht. Jolly hatte seine Krallen in den Finger des Jungen geschlagen, und ihnen folgten die scharfen, kleinen Zähne des Stubentigers. Abrupt hüpfe Albus auf die Füße, warf dem kleinen Kater einen wütenden Blick zu, stampfte an Lily vorbei und wartete an der Tür, bis sein Vater sich endlich vom Sofa erhob.
 

Trappelnd eilten die Kinder den schmalen, engen Flur in Richtung Küche entlang. Quietschend wurde die Tür geöffnet.

»Wann kommt Mommy nach Hause?« Lily, die als erste den Raum betreten hatte, stemmte sich sogleich auf den alten Schemel, der vor dem Ofen stand.

»Bald, Schatz«, gebot Harry ihr und sah sich um. Dann erblickte er den alten, verbeulten Milchtopf, der, neben Pfannen und Kesseln, auf einem Regal, hoch über ihren Köpfen, seinen Platz fand. Ginny hatte ihn so manches mal als Blumentopf benutzt. Mit einem Schlenker, richtete Harry seinen Zauberstab auf den Herd und sofort züngelten blaue Flammen am vordersten Kochfeld empor. Eiligst zuckte sich Lily zurück und sah mit großen Augen zu ihrem Vater auf.

»Nicht, dass du dir die Haare versengst«, sagte er tadelnd, tätschelte dem Küken der Familie jedoch liebevoll den Kopf. Eiligst glitt Lily von dem kleinen Hocker und setzte sich zu ihren Brüdern an Tisch.

Mit erwartungsvollen Mienen beobachteten die Kinder das Werkeln des Mannes. Und obschon er die Welt der Zauberer, Hexen und magischen Wesen einst vor der Tyrannei Lord Voldemorts befreit hatte, war Harry Potter in diesem Augenblick nicht mehr, als ein gewöhnlicher Vater, der seinen Kindern heißen Kakao kochte.

Ein Schwall kühle Milch fand sich im Innern des Topfes wieder, den Harry sorgsam auf den Brenner setzte, damit die blauen Flämmchen ihr Werk verrichten konnten. Laut und deutlich konnte er das quengelige Betteln der Kinder vernehmen, während die Milch keinerlei Anstalten machte, ihm, seinen Ohren und seinen Nerven entgegenzukommen.

»Daddy«, hob Lily erneut an.

Harry, der seit James' Geburt daran gewohnt war, nicht auf jedes Wort einzugehen, das seinen Zöglingen auf der Zunge lag, tat gut daran, auch in diesem Augenblick sehr geschäftig in den Topf zu starren. Allmählich begannen leichte Blasen aus der weißen Flüssigkeit aufzusteigen, für Harry Anreiz genug, sich zu seinen Kindern umzudrehen und dem Ältesten zu bedeuten, ihm das Kakaopulver zu reichen.

Eiligst schwang sich James von der Sitzbank und hastete zur Vorratskammer. Pfeilschnell hatten seine braunen Augen die Dose erfasst, die er sogleich an sich riss. Auf flinken Füßen kehrte er zu seinem Vater zurück, schraubte jedoch im Gehen den Deckel ab, linste in das Innere der blechernen Büchse und nieste. Das dunkle Pulver stob auf und umwob ihn wie eine Staubwolke.

»Daddy!«, rief Lily aufgebracht, die ihren Bruder auf seiner Reise zur Speisekammer aufmerksam beobachtet hatte. »Daddy, James hat Schuld, wenn wir keine Schokolade bekommen.«

»Beruhige dich, Lily«, mahnte Harry und wandte sich zu dem Verantwortlichen um.

James zeigte ein entschuldigendes Lächeln auf dem spitzbübischen Gesicht, dann hielt er seinem Vater die Dose hin und Harry inspizierte den Inhalt.

»Keine Sorge«, ließ er leise lachchend verlauten, »dein Bruder hat nicht alles im Gesicht.«

»Nur in den Haaren«, merkte Albus an, der sich ein Kichern verkneifen musste.

»Albus«, hob Harry an und sah seinen Sohn beim Klang des Namens zusammenzucken, »bevor du dich über deinen Bruder lustig machst, hol' doch bitte schon die Tassen aus dem Schrank.«

Betreten zog der kleine Albus eine Schnute, ehe auch er sich von der Bank erhob und mit hängenden Schultern zum Küchenschrank trabte.
 

Vier Tassen, wenn auch alt und etwas angeschlagen, fanden sich nur wenige Augenblicke später auf dem Tisch. Harry rührte mit einem Schneebesen in der Milch herum und endlich schien diese heiß genug zu sein, dass sich etwas Zucker und die Reste des dunkelbraunen Pulvers darin vereinen konnten.

Aus Schulzeiten seit je her so gewohnt, fügte er dem Gebräu ein paar Pfefferminzblätter bei. Der Duft, der ihm dabei in die Nase stieg, erinnerte Harry an Hogwarts und er entsann sich, dass seine Sprösslinge, allen voran James, alsbald das Haus verließen um, wie er, die Kunst der Magie zu erlernen. Doch Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen, blieb ihm kaum.

Mit langsamen Schritten, und den Milchtopf an dem langen, hölzernen Stiel fassend, wankte er auf den Tisch zu. Sorgsam goss Harry den fertigen Kakao in die Tassen, ehe er den Topf ins Spülbecken stellte.

Mit großen Augen und erwartungsvollen Blicken begegneten ihm die Kinder. Ganz Ginnys Erziehung warteten die Drei, bis auch Harry seinen Platz am Tisch fand. Schweigen legte sich über die Küche, doch war eräuschvolles Pusten zuhören, als die Potters den heißen Trunk auf eine angenehmere Temperatur kühlten.

»Daddy macht die beste Schokolade von allen«, meinte Lily und bemerkte das Grinsen nicht, das sich unweigerlich auf die Züge des Mannes legte, als er das Lob hörte, welches von den Lippen des Kindes kam.

»Eure Mom macht doch einen prima heißen Kakao«, bemerkte Harry eilig, doch Lily schüttelte den Kopf.

»Sie lässt die Milch immer anbrennen«, sagte James trockenen Tones.

»Aber James«, entkam es Harry entrüstet und er warf dem Ältesten einen mahnenden Blick zu.

»Stimmt aber«, pflichtete Albus seinem Bruder bei. »Und die Pfefferminz vergisst sie auch immer.«

»Wenn ihr nach Hogwarts kommt«, grinste Harry, »dann werdet so viel davon Trinken können, bis es euch zu den Ohren rauskommt.«

»Ihhh«, schüttelte sich Lily, aber James, Albus und Harry lachten.

11. Türchen ~ Swingende Weihnachten


 

Advent ... Advent ...

11. Adventskalendertürchen

Swingende Weihnachten
 

Schrill und unangenehm schief drangen die Töne eines beliebten Weihnachtsliedes an ihre Ohren. Roxanne verdrehte die Augen und war sichtlich darum bemüht, keinen Laut von sich zu geben.

Der etwas in die Jahre gekommene CD-Player spielte seit einer gefühlten Ewigkeit ein und dieselben Songs. Doch es waren nicht die Klänge der Disk, die an ihrem Nervenkostüm kratzten. Sie zuckte zusammen, als das unmelodische, schräge Krächzen immer näher zukommen schien.

»... oh ... let it snow let it snow let it ...« An dieser Stelle hielt ihr Peiniger inne, nur um dann ein äußerst überlanges, tiefes »Snoooow« von sich zu geben.

»Immer das Gleiche«, fluchte die Hexe missmutig und wühlte in der Box umher, auf die mit krakeliger Handschrift »X-Mas-Decoration« geschrieben war, und haschte nach dem Paar kleiner, versilberter Glöckchen, auf die sie es abgesehen hatte.

»Roxy?«

Erschrocken fuhr sie beim Klang ihres Namens zusammen und wandte sich zur Tür um, in deren Rahmen ihr Freund mit einem breiten Grinsen auf den Lippen stand, doch dann verschwand die Heiterkeit aus seinem Gesicht.

»Du hast schon angefangen?«, fragte Christopher und legte den Kopf schief.

»Ja«, knurrte sie zustimmend, »während du meine Ohren gefoltert hast.«

»Ich?«, hakte Chris nach, als könne er kaum glauben, dass sie ihn gemeint habe. »Nein, mein Spatz, nicht ich ...«

»Sondern?«, verlangte Roxanne zu wissen, erhob sich aus der bückenden Position und suchte in dem dichten Grün der Tanne nach einem geeigneten Platz für den festlichen Baumschmuck.

»Michael Bublé«, erklärte er und machte leicht tänzelnde Bewegung in ihre Richtung.

»Wer?« Ihr Desinteresse an jenem Sänger entging ihm nicht.

»Michael Bublé!«, wiederholte Christopher.

Roxanne jedoch schüttelte nur den Kopf. »Er hat die Musik verschandelt.«

»Findest du?«, wieder neigte der junge Mann sein Haupt und betrachtete seine Freundin mit misstrauischer Miene. »Ich dachte, du magst Swing

Roxanne verzog ihr hübsches Gesicht zu einer Schnute, denn er hatte sie kalt erwischt.

Damals, als beide gerade erst zusammengezogen waren, und sie vor lauter Müdigkeit auf dem Sofa eingeschlafen war, musste sie unabsichtlich an einen Knopf auf der Fernbedienung des Fernsehers gekommen sein. Die Komödie, die sie hatte sehen wollen, wich einem alten Streifen, der in den frühen zwanziger Jahren spielte. Für die junge Frau völlig unbemerkt, doch für Christopher ganz deutlich erkennbar, wippten ihre Füße im Takt der Trompeten, Saxophone und den tiefen Tönen einer Tuba, während ihren Lippen sogar ab und an summende Laute entwichen. Natürlich bestritt die Hexe vehement jenen Vorfall, doch Chris kam nicht umhin, sie nach Lust und Laune stets daran zu erinnern.

Roxannes dunkle Wangen schimmerten vor Verlegenheit. Dennoch machte sie keinerlei Anstalten, ihn in seiner Aussage zu bestätigen.

»Du hast gesummt!«, meinte Christopher und besah sich die Tanne von Nahem.

Roxanne hatte ganze Arbeit geleistet und den kleinen Baum geschmackvoll dekoriert. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu überladen oder gar pompös.

»Wann?«, verlangte sie zu wissen, als eine Augenbraue, skeptisch, zum Haaransatz hinauf hüpfte.

Christopher umrundete das gelungene Werk. »Vorhin«, murmelte er. »Mit Lichtern, oder ohne?«

»Nein«, kam es ihr eiligst über die Lippen.

»Also keine Kerzen?«, fragend schoben sich ihm die Augenbrauen zusammen.

»Wa- ...?« Es war ihm gelungen, sie zu verwirren. »Doch ... Kerzen, ja. Aber ich habe nicht gesummt.«

»Oh, doch. Hast du. Also, dann ...«, sagte er entschieden und griff nach der Hand der jungen Hexe, die ihm am nächsten war. Gekonnt zog Christopher sie mittels einer Drehung zu sich. Ihr misstrauischer Blick verriet ihm, dass sie sich keinen Reim auf seine Aktion machen konnte.

»Nur keine Angst«, ließ der junge Mann lässig klingend verlauten. »Ich kriege dich schon dazu.«

Das großspurige Lächeln auf seinem Gesicht war ihr gut bekannt. Zu gut.

»Was hast du vor?«, fragte sie mit Vorsicht in der Stimme. Doch statt ihr zu antworten, spürte Roxanne die Finger seiner anderen Hand in ihrem Rücken. Mit einem Ruck, der eher in einer unglücklichen Drehung endete, schob er sie durch das Wohnzimmer. Kurz hielt er inne, lauschte, und versuchte sich dann erneut an den ersten Schritten.

»An deinem musikalischen Taktgefühl müssen wir noch arbeiten.«, hob Roxanne an. »Soll das ein Foxtrott werden?«

»So etwas in der Art.«, gab er, die Schultern zuckend, zurück. »Ich glaube, richtig heißt es Slow Fox

Roxanne lachte auf.

Während beide tänzelnden Schrittes durch den Raum schwebten, musste sie sich eingestehen, dass ein bisschen Swing das Leben leichter und beschwingter machte.

18. Türchen ~ Weihnachtsfeier im Lehrerzimmer


 

Advent ... Advent ...

18. Adventskalendertürchen

Weihnachtsfeier im Lehrerzimmer
 

Lautes Gemurmel war auf dem Gang zu hören. Stimmen, die wild durcheinander quasselten, drangen durch die hölzerne Pforte, hinter der sich das hiesige Lehrerzimmer verbarg. Doch von dem vermeintlichen Lärm nahm niemand im Inneren des gemütlich eingerichteten Raumes Notiz.

An der langen Tafel, die derer in der Großen Halle nicht unähnlich war, saßen bereits die ersten Professoren, die begierig auf den offiziellen Beginn der Festlichkeit warteten.

Ein süßer Duft nach Plätzchen und Lebkuchen schwebte, ebenso wie die Licht spendenden Kerzen, durch die Luft. Die Hauselfen, die in der Küche werkelten, hatten die köstlichsten Speisen bereitgestellt.

Vor drei Wochen erst hatte das gesamte Schloss den Einstieg in die Weihnachtszeit mit einem großen Essen begonnen. Man hatte den Winter Willkommen geheißen und sich auf die wohl gemütlichste aller Jahreszeit eingestimmt. Für die Schülerinnen und Schüler, die über die Ferien in Hogwarts blieben, war an den Feiertagen gut gesorgt, doch bevor man Federkiele und Pergament beiseitelegen konnte, blieben noch wenige Tage, an denen gepaukt und gebüffelt werden musste. Nichtsdestotrotz hatte die Mehrheit der Lehrer auf eine kleine, private Feier bestanden.

Allmählich trudelten auch die restlichen Lehrkräfte ein. Der letzte, wie gewohnt, war Professor Thurkell, der mit entschuldigender Miene in den Raum trat, und sich eine vorwitzige, blonde Locke aus der Stirn strich.

»Wieder zu spät«, knurrte Urban Burke, der für seinen Kollegen nur ein Kopfschütteln übrig hatte, als ihm jener beinahe in die Arme lief.

»Tut mir leid«, lachte der Professor für Verwandlung, doch ihm vermochte trotz allem nichts die Laune zu verderben. »Die Kinder haben mich wiedereinmal mit Fragen gelöchert.«

»Hey«, kam es aus einer hinteren Ecke. »Wer hat den Punsch gebraut?«

»Tzzz«, zischte Professor Burke und ließ sich dazu herab, an den Tisch mit der großen Bowle, sowie den vielen, gläsernen Schälchen heranzutreten. »Ich, wer sonst?«, betonte er mit dunkler Stimme, während sein Gegenüber ein wenig nervös wirkte. »Haben Sie noch nicht probiert, Longbottom?«

»Nun«, entkam es dem Hauslehrer Gryffindors nach einer Weile, »das überlasse ich ganz ihnen, mein Freund.«

Neville Longbottom, einstiger Schüler der mutigen Löwen, war erst mit den Jahren zu einer großen Portion Mut gelangt. Doch auch wenn ihm ein bissen mehr Selbstbewusstsein sehr gut stand, gab es auch unter den Lehrenden nicht selten ein, zwei Exemplare, die ihn einschüchterten. Seit je her war ihm das Fach Zaubertränke ein Graus, nicht ohne Grund zog er es vor, weder mit Professor Burke aneinander zugeraten, noch sich in die Kunst des Brauens einzumischen.

»Meine Herren«, erhob sich die glockenhelle Stimme Wenda McNamaras hinter ihnen. »Wären Sie wohl so freundlich, ein wenig beiseitezutreten?«

Abrupt machten die Männer dem jungen Fräulein Platz und diese kam nicht umhin, erst einmal den Inhalt des großen Gefäßes zu inspizieren. »Ah, wie erfreulich. Punsch!«

Die Professorin für Pflege magischer Geschöpfe griff beherzt nach der Schöpfkelle und befüllte gleich zwei der nebenstehenden Schalen mit der nach Gewürzen duftenden, weinroten Flüssigkeit. Genüssliches Schlürfen war zu vernehmen, als Wenda den ersten Schluck zu sich nahm.

»Hui«, spie sie aus. »Professor Burke, da haben Sie sich aber nicht lumpen lassen. Da ist ja eine Menge ...« Doch weiter kam sie nicht. Offenbar hatten ihre Augen etwas erspäht, das ihre Aufmerksamkeit auf sich zog, und so griff Professor McNamara nach der zweiten Schale und eilte von dannen.

Der Hauslehrer Slytherins ließ von Longbottom ab. Verwundert, wenn auch erleichtert, entwich Nevilles Kehle ein kleiner Seufzer.

»Manchmal erinnert er mich sehr an Snape, findest du nicht?«, Sue Li, Bibliothekarin, trat an seine Seite, Nevilles Lippen verzogen sich zu einem zustimmenden Grinsen. »Kriecht umher wie eine Schlange, ist flink wie ein Wiesel und genauso besessen von Zaubertränken. Aber ich glaube, was ihm charakterlich fehlt, macht er mit seiner Präsenz wett, oder so ähnlich.«

»Oder eher umgekehrt«, meinte Neville. »Oh sieh mal, dein Schatten.«

Sue Li horchte bei seinen Worten auf, und verdrehte kurz darauf die Augen, während sie ihr Haupt von einer Seite zur anderen wand.

»Nicht schon wieder«, murmelte sie und griff ebenso nach der Kelle, um sich etwas von dem Getränk einzugießen. »Wenigstens lässt er mich während seines Unterrichts in Ruhe.«

Besagter Missetäter hatte die junge Frau heimlich einer Observation unterzogen, ein Umstand, der der Hexe seit ihrem ersten, oder wieder ersten Tag auf Hogwarts nicht behagte.

»Hast du ihm nicht gesagt, dass das zwischen dir und ... Bole etwas ...«, hakte Neville vorsichtig nach und Sue verschluckte sich prompt am Punsch.

»Wir ... wir haben nichts. Nichts Offizielles.«, protestierte die einstige Ravenclaw hastig und unterstrich ihre Worte mit wedelnder Gestik.

»Ah, mein Goldstück«, Sue zuckte unweigerlich beim Klang der Stimme zusammen. Lucian Bole hielt auf sie zu, mit offenen Armen und breitem Lächeln.

»Wenn man vom Teufel spricht«, feixte Neville und tat gut daran, sich vom Tisch zu entfernen. Er hörte noch, wie der Quidditch-Koordinator eine abfällige Bemerkung fallen ließ und bemerkte, wie Lucian dem Verehrer seiner vermeintlichen Bekanntschaft einen verstimmten Blick entgegen schmetterte.
 

Fernab von all dem Trubel, saß Mikael Bloodthorne an seinem Platz und führte ein unterhaltsames Gespräch mit Lavender Brown über den vorhergesagten Asteroidenflug in drei Tagen.

»Und wenn ich es dir sage, Mike, am zweiundzwanzigsten wirst du aus dem zählen gar nicht mehr herauskommen!«, prophezeite sie und deutete gen Zimmerdecke. »Aber natürlich nur, wenn der Himmel klar ist, und kein Wölkchen dir die Sicht versperrt.«

»Und das kannst du nicht sehen?«, fragte er und unterstrich seine Skepsis mit einer hochgezogenen Augenbraue.

»Nein, mein Lieber«, ihr Mund verbog sich auf seltene Art zu dem Hauch eines Lächelns, während sie sich das dunkle Haar aus dem Gesicht strich. Kurz sah er ihre Narben aufblitzen, die ihr Antlitz etwas skurril erschienen ließen, doch diese waren schnell wieder versteckt, ebenso wie das flüchtige Lächeln auf ihren Lippen. Mikael wusste nicht viel über den Angriff, den sie überlebt hatte, doch war ihm bekannt, wie sehr sich die Frau vor ihm verändert haben musste. Das quietschige, heitere Gemüt der Schülerin war mit einem Schlag wie ausgelöscht. Nur knapp war sie dem Tode von der Schippe gesprungen und hatte wohl so manche Operation über sich ergehen lassen müssen. Doch ihr Mut bewies, wie tapfer sie war.

»Hat da nicht jemand etwas von Punsch gesagt?«, fragte sie und schob bereits ihren Stuhl zurück. »Soll ich dir etwas mitbringen?«

Mikael, aus seinen Gedanken gerissen, schüttelte den Kopf. Ihm war nicht nach Punsch und auch, wenn er sich recht gut mit Urban Burke vertrug, wusste er um das heimliche Brauen von alkoholischen, süffigen Genussmitteln, die sein Kollege still und heimlich zubereitete. Dass man ihn mir der Versorgung der Getränke betraute, war weder verwunderlich, noch dem Professor für Astronomie geheuer.

Sein Blick schweifte umher, erspähte Schulleiter Warrington, wie dieser mit der Krankenschwester plauderte. Er fragte sich nicht, warum auch Miss Wood-Rowe geladen war, doch konnte man sie nicht ewig auf der Krankenstation verkümmern lassen. Für den Fall der Fälle wussten die jungen Hexen und Zauberer, wo man jene Heilerin fand. Und diese verneinte wohlweislich das ihr soeben angebotene Gläschen. Professor Warrington zuckte die Schultern, auch wenn für einen kurzen Augenblick ein Ausdruck des Bedauerns über sein Gesicht huschte.

Gemurmel ließ ihn Abstand von dem Gespann nehmen. Unweit von der langen Tafel entdeckte er Loucretia St.Lark. Diese steckte in einer wilden Diskussion mit Professor Ember. Zumindest ließ ihn die Körpersprache der Frau zu jenem Entschluss kommen. Während sie stocksteif verharrte, sprach ihre Mimik doch für sich. Ein Schauer lief ihm über den Rücken, wenn er an die Gerüchte dachte, die man über beide verbreitet hatte. Und Geschwätz war leider auch nicht unter den Lehrkörpern zu unterbinden, von den vielen, hundert Schülern und Geistern ganz zu schweigen. Sicherlich gehörte Loucretia zu der Sorte, die den Männern imponierten, mit Anmut und Aussehen, doch war ihr Charakter etwas speziell. Gegen ihren Ehrgeiz war nichts vorzubringen, ihr Drang nach Ansehen und Aufmerksamkeit allerdings war nur bedingt etwas, mit dem er sich hatte anfreunden können. Das eher flüchtige Zusammentreffen beider war, zu seinem Leidwesen, nicht unbemerkt geblieben. Nichtsdestotrotz gingen sie respektvoll miteinander um, auch wenn Schweigen stets ihre Lippen versiegelte.
 

Das Läuten der Glocken, deren Klang bis in den kleinsten Winkel des Schlosses zuhören war, bot Anlass, nun endlich das Fest offiziell beginnen zu lassen. Professoren, Pflegepersonal, Wildhüter, Bibliothekarin, Quidditch-Koordinator sowie Hausmeister lauschten den Worten des Schulleiters und als jener geendet hatte, machten sie sich über das reichhaltige Angebot an Köstlichkeiten her. Bunt auf der langen Tafel verteilt türmten und tummelten sich Speisen jeden Geschmacks. Von Braten und Gänsekeule, über Yorkshire Pudding, Saucen, Kartoffelpüree, und allerlei Desserts. Doch aß man nicht schweigend. Die zuvor geführten Gesprächsfäden wurden aufgerollt, es wurde gelacht, gescherzt, oder gar hitzig debattiert.

Musik wehte von dem alten, magischen Grammophon aus allen Ecken. Doch je später der Nachmittag, desto nervöser wurden Hausmeister, Heilerin und Bibliothekarin. Schließlich war Hogwarts für jene Stunden ohne strenge Hand.

»Meine Damen, Meine Herren«, erhob Abbas Gibbson das Wort, nickte in die Runde, bedankte sich für die Einladung und machte Anstalten, die Räumlichkeiten zu verlassen.

»Abs«, kam es hastig von der Krankenschwester, »warten Sie! Ich komme mit.«

Ebenso rasch verließ auch Lizzy Wood-Rowe die Feier, gefolgt von Sue Li, die nur knapp erklärte, dass sicherlich die wissbegierigsten Lernenden bereits den Aufstand probten, sollte ihnen der Zugang zur Bücherei weiterhin verwehrt bleiben.

Enttäuscht verzog Professor Crowley das Gesicht, als Sue Li dem Duo folgte. Seine Hoffnung, dass das Zucken seiner Mundwinkel unbemerkt geblieben war, sank binnen weniger Sekunden, denn Lucian Bole schien ihn schier mit seinen Blicken gerade quer durch den Raum zu werfen. Doch der Mann schwieg und begnügte sich mit der stummen Warnung, die er dem Hauslehrer der Ravenclaws zukommen ließ.

Da Miss Li beim Abgang leicht ins Schwanken geriet, war Cain Crowley gerade im Begriff sich zu erheben, doch Bole war bereits bei ihr und geleitete sie in Richtung Ausgang. »Etwas zu viel des Guten«, lachte Bole auf, ehe die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel.
 

»Haben Sie schon mal vom Wunschpunsch gehört?«, fragte Amely Candle an Professor Max gewandt, die mit einem leisen Kichern verneinte. Dem Gespräch der beiden Damen lauschend, schnaubte Urban Burke nur verächtlich.

»So etwas gibt es nicht, Professor Candle«, sagte er entschieden, während in die dunklen Wangen der Frau leise Röte schoss. »Und ich sollte es wissen, nicht wahr? Wer sonst, wenn nicht ein Tränkemeister?« Der Spott in seiner Stimme ließ die Lehrerin für Muggelkunde betreten und beschämt dreinblicken. »Aber keine Sorge, sicherlich ...«

»Oh doch«, Burke hielt in seinem Redeschwall inne und reckte den Hals, um den Urheber dieses Fauxpas zu erblicken. Niemand wagte es, ihn zu unterbrechen, geschweige denn, seine Worte in Zweifel zu ziehen.

»Da muss ich dich korrigieren, Urban, leider.«, Mikael Bloodthorne schien ebenso wenig Bedenken an seiner Aussage zu dulden. Loucretia St. Lark ließ ihm unweigerlich ihre Aufmerksamkeit zuteil werden. »Auf Durmstrang ...«

»Durmstrang? Mein Lieber Mike, du bist hier in Schottland und nicht mehr in Bulgarien«, setzte Burke an, doch statt ihm zu widersprechen, hob Professor Bloodthorne nur die Hand.

Seiner Erklärung nach, erzählten sich die Alten und Weisen, dass es in der Weihnachtszeit zu mancherlei Wunder käme, deren Wirkung man einzig dem Wunschpunsch zu schrieb. Und so vehement Professor Burke auch den Kopf schüttelte, fuhr Mikael mit seiner Erläuterung fort.

»Eine schöne Geschichte«, entkam es Professor Max in schwärmendem Ton.

»Und es ist nicht mehr, und nicht weniger«, beharrte Burke, doch Mikael zuckte nur die Schultern.

»Wie dem auch sei, mein Freund«, legte Bloodthorne nach und hob das Glas. »An deine Kunst reicht niemand heran.« Seinen Worten folgte eine zuprostende Geste, gepaart mit einem Lächeln. »Bei so viel Branntwein, Feuerwhiskey und dem ganzen anderen Zeug, ist es ja nur verständlich, dass man nach spätestens drei Gläsern an Wunder glaubt.«

Ein umgreifendes, einstimmiges Lachen war zuhören. Und auch wenn Urban Burke noch eine Weile an jener Geschichte zu knabbern hatte, wusste der Professor für Astronomie doch, dass nichts unmöglich war, in einer Welt aus Zauberei, und ebenso wenig an Weihnachten.


Nachwort zu diesem Kapitel:
So, ihr Lieben...

dies war das letzte Türchen, zumindest von meiner Warte aus. Doch innerhalb unseres Kalenders warten noch andere, nach Zimt und Lebkuchen duftende kleine Werke auf Euch :D...
Ich wünsche Euch eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit. Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (2)

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Von:  wormtail
2015-12-13T11:51:15+00:00 13.12.2015 12:51
Ach, herrlich, da hat man die Potters so richtig schön vor Augen. Wie die Kleinen ungeduldig hinter Papa stehen und hoffen, dass die Schokolade endlich fertig ist. :3
Es ist schön, dass Harry auf die Kinder aufpasst und Ginny nicht da ist. Nicht, dass ich das nicht auch schön finden könnte. Aber ich mag Vater/Kinder Geschichten sehr gerne. Sie gibt es nur nicht oft genug.
Von:  wormtail
2015-12-13T11:43:26+00:00 13.12.2015 12:43
Also erstmal muss ich sagen, dass ich die Gestaltung der Fanficsammlung sehr schön finde. <3 Es sind wunderschöne Bilder, die du da gefunden hast.
Die erste Geschichte hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht, kann ich mich doch ein wenig in Euphemia hineinversetzen. Ich vermisse die Sonne zu den Wintertagen auch bzw. die langen Sonnentage, aber ich liebe den Schnee. Deswegen bin ich auch heillos froh, dass Thornton sie überzeugen konnte. :)


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