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Everything

Nami & Sanji - TwoShot
von

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He is... everything I want.


 

Everything

He is...

everything I want.
 

Nimm die Finger von ihr!“, hörte ich ihn brüllen. Ja, ich vernahm seine Stimme, seine Anwesenheit, trotz des Schleiers der Umnebelung, der mich einhüllte. Die Hände, die kräftigen Arme und die Aromen von Zigaretten, Parfum und Meeresfrüchten. Ich kannte diesen Duft. Ich mochte ihn, denn er wog mich in Sicherheit. Er beschützte mich, trat für mich ein, half mir, rettete mich. Ein Knurren, nicht von menschlicher Natur, fauchte bissig, und erklärte, dass ich die Frau an seiner Seite wäre.

Wieder ein Schnauben, dicht an meinem Ohr. Ich schwebte, wurde gehalten und versank wieder in einen Zustand der Dämmerung.

Ein Krächzen, ein Husten... Klänge, als würde jemand seinen letzten Atemzug tun. Dann stürzte der Himmel über mir zusammen.
 

Ich fuhr auf, riss die Decke von mir und vergrub mein Gesicht in den Händen. Wieder dieser Albtraum, dem ich beinahe nicht entkommen wäre. Wieder diese Angst, gefangen zu sein und an der Seite eines Tieres mein Dasein fristen zu müssen. Und doch...

Wieder dieser Geruch der Vertrautheit, der ein Gefühl der Wärme und des Schutzes in mir zum Aufblühen brachte.

Ich sah mich in unserer Kajüte um. Wischte mir den Schweiß von der Stirn und bemerkte die Kälte, die sich anschlich um mir zu zeigen, dass ich noch lebte. Robin, die im Bett neben mir lag, schlief. Ich lauschte ihren leisen, regelmäßigen Atemzügen und verspürte einen Stich.

Warum ich?

Warum hatte es Absalom ausgerechnet auf mich abgesehen, die ich doch kaum im Stande war, mich selbst zu verteidigen? Ich konnte kämpfen, ich konnte mich wehren. Doch wie bei allen Weltmeeren hätte ich den Schrecken bewältigen sollen, wenn ich doch ohnmächtig gewesen war? Robin besaß Teufelskräfte. Sie konnte sich verteidigen, auch wenn man mir berichtet hatte, dass es dieses Untier, welches sein Unwesen trieb, auch auf sie abgesehen haben soll. Unsere Archäologin hatte ebenso Mühe, sich diesen Lüst- und Widerling vom Leibe zu halten, doch letztendlich hatte er von ihr abgelassen und entschieden, dass er mich statt ihrer wollte. Und damit schien mein Schicksal besiegelt.
 

Ich schnappte mir meinen blauen Kapuzen-Sweater, warf ihn mir über und schlich aus dem Zimmer. Tapste auf nackten Füßen über die großzügige Wiese, die auf das Konto unseres Zimmermanns ging, und erreichte die Leiter, die man über Reling geworfen hatte. Nur Lysop, Franky und Chopper waren auf der Sunny geblieben, zu unserem Schutz. Doch derjenige, der mir geholfen hatte, hatte sich mit Zorro, dem Skelett Brook und unserem Kapitän in die Ruinen des Schlosses zurückgezogen. Dass ich auch dort hatte bleiben wollen, hatte mir Ruffy untersagt. Zwar hielt ich mich selten an seine Vorschriften, doch als Chopper meinte, dass es zu meinem Besten sei, beugte ich mich dem Ratschlag und befolgte die Anweisung.

Langsam griff ich nach den Seilen und hangelte mich Sprosse um Sprosse nach unten. Als meine Füße, mehr schlecht als recht, den Steg erfühlten, ließen meine Finger von den Stricken ab und ich plumpste auf den hölzernen Überweg. Ich rappelte mich auf und überquerte mit leisen, aber dennoch großen Schritten die Überführung zum Festland, sofern man die Thriller Bark als solches bezeichnen konnte. Die gespenstische Insel, in deren Mitte ein Schloss aufragte, gehörte einst Gecko Moria, einem der Sieben Samurai der Meere, der von Ruffy erledigt worden war. Aber nicht nur den Dieb der Schatten hatten wir zu fürchten. Auch seine Schergen, die unzähligen Zombies, sowie Doktor Hogback, für den Chopper einst so schwärmte, ehe man unserem Rentier brutal die Wahrheit vorgeführt hatte, ebenso die selbst ernannte Geisterprinzessin Perona, neben ihrem Leibwächter, einem riesigen Plüschbär-Zombie, waren kein Pappenstiel. Zu allem Überfluss schickte uns Moria auch noch den gefährlichsten aller Untoten auf den Hals, Oz, in dessen Körper Ruffys Schatten steckte. Doch mein größter Feind blieb Absalom. Kein Mensch, kein Tier, und doch ein Ungeheuer, das seines Gleichen suchte. Er und seine Armee von Zombie-Generälen hielten uns gehörig auf Trab. Und als es diesem Fiesling gelang, mich zu entführen, glaubte ich kaum noch an meine Rettung.
 

Ich sah zu den Sternen auf, die sich oben am Himmel tummelten. Bald schon würden sie der Morgenröte weichen müssen, dann würde ein neuer Tag anbrechen. Erleichtert atmete ich auf. Die gestohlenen Schatten waren befreit, niemand musste mehr damit rechnen, im hellen Sonnenlicht sein Ende zu finden. Beinahe hätten wir sie verloren. Ruffy, Zorro, Robin, Brook und...

Sanji

Er war es, der mich rettete. Der sein eigenes Leben riskierte, um mich zu befreien. Der Kampf erfuhr, wie man mir erzählte, eine Unterbrechung, als Oz in die Kapelle stürzte. Während Sanji gerade noch entkommen konnte und sich mit unseren Kameraden dem Zombie stellte, sah sich Absalom mehr als zufrieden, denn er war den lästigen Nebenbuhler losgeworden, der ihn an einer Heirat zu hindern versuchte.

Als ich die Augen öffnete, ein löwenartiges Maul vor mir erspähte und die gespitzten Lippen betrachtete, überkam mich eine noch nie da gewesene Panik. Ich wollte nicht! Mein Überlebenswille wuchs mit jeder Sekunde, die verging. Mithilfe meines neuen und verbesserten Klima-Taktstockes gelang es mir, diesem Ungetüm die Stirn zu bieten, nicht wissend, dass ihm Sanji bereits so zugesetzt hatte, dass eine Fliege womöglich den selben Effekt erzielt hätte, wie es die Blitze meiner Waffe taten. Also feierte ich meinen Sieg über meinen vermeintlichen Verlobten und machte mich auf die Suche nach dem Schatz, der im Schlossinneren auf mich wartete. Zu meiner Enttäuschung war die Schatzkammer von gähnender Leere erfüllt, einzig zwei Tier-Zombies kreuzten meinen Weg. Die als recht niedlich anzusehenden Eichhörnchen berichteten erst nach Androhung von Gewalt, dass der Schatz bereits auf das Schiff verladen worden war.

Am Ufer wurde ich fündig, denn Peronas Gefolge lud alles Gold direkt auf unsere Sunny. Doch etwas war seltsam, denn plötzlich erschraken sowohl ich, als auch die Zombies und Perona selbst. Bartholomäus Bär, ebenfalls einer der Sieben Samurai der Meere, schleuderte das Geistermädchen mit seinen Pranken davon. Abermals sahen wir uns einem Gegner gegenüber, der übermächtig schien.

Als es Ruffy und uns gelang, erst Oz zu besiegen, knöpfte sich unser Kapitän Gecko Moria vor. Vollgestopft mit allen Schatten, die er je gestohlen hatte, ragte der Samurai vor uns auf. Mit Gear 2 und diversen Gum-Gum-Attacken war es Monkey D. Ruffy, der Moria mit der Jetgranate den Gnadenstoß versetze, während im selben Augenblick das Licht der aufsteigenden Sonne im Osten der Insel aufging. Lola, deren Schatten einst in einem Warzenschwein-Zombie steckte, der mich jagte und herzlich für Absalom schwärmte und diesen zwingen wollte, sie zu heiraten, fing, wie jene anderen Kameraden ohne Schatten, Feuer und begann, sich vor unseren Augen aufzulösen. Ruffy, Zorro, Sanji und Robin erging es nicht anders. Zu unserem Glück kehrten die Schatten rechtzeitig zu ihren Besitzern zurück. Doch dann trat Bartholomäus Bär auf den Plan, den ich beinahe vergessen hatte.

Zorro stellte sich ihm, vertretend für unseren Kapitän, der geschrumpft und völlig fertig in den Trümmern lag, in den Weg. Erneut entbrannte ein Kampf. Zorro wurde von den Tatzen Bärs erwischt, während wir tatenlos zusehen mussten. Als sich auch Sanji einmischte, um den „Tyrann“ mit einem Tritt zu erledigen, waren seine Chancen nicht sonderlich viel versprechend. Selbst Lysop setzte den Samurai unter Beschuss. Plötzlich presste Bartholomäus Bär die Luft um uns herum in eine Art Pfotenabdruck. Diese komprimierte Luft in Blasenform entpuppte sich jedoch als Bombe, die Bär zündete, als wir uns weigerten, ihm Ruffy auszuliefern. Der „Ursus-Schock“ setzte uns alle außer Gefecht. Uns alle? Nun, jeden von uns, bis auf Zorro und Sanji. Doch was zwischen ihnen vorgefallen war, konnte nur vermutet werden. Als wir wieder zur Besinnung kamen, war Sanji so benommen, wie ich es gewesen war, und Zorro, noch immer aufrecht stehend, Blut überströmt.
 

Während wir in den vergangenen Tagen auf unseren Sieg über die beiden Samurai anstießen, speisten und feierten, bemerkte ich eine Veränderung an unserem Smutje. Sanji wirkte zurückhalten, distanziert und nachdenklich. Dank Robin, die unter Zuhilfenahme ihrer Fähigkeit nicht nur Hände, sondern auch Ohren hatte sprießen lassen, erfuhren wir, dass sich Zorro allein dem Tyrannen gestellt hatte und Sanji versuchte, wenngleich auch vergeblich, ihm zur Seite zu stehen. Dass der Schwertkämpfer den Koch jedoch mit einem Schlag niederstreckte, nagte noch immer am Selbstbewusstsein Sanjis. Sein Stolz und sein Ehrgefühl waren verletzt, aber all das geschah zum Schutz und Wohle unseres Kapitäns, dennoch konnte ich den Smutje verstehen. Wenn ich damals stark genug gewesen, und nicht blindlings den Versprechen Arlongs geglaubt hätte, wäre es mir wohl auch gelungen, mein Dorf Kokos zu befreien. Doch meine Freunde traten für mich ein, ebenso, wie es Zorro für Ruffy getan hatte.
 

Leise stieg ich über die, im Innenhof schnarchenden, Gestalten. Nur mühsam konnte ich die Silhouetten von Lolas Leuten ausmachen, die von der Feierei noch ganz benebelt waren. Denn hier, im steinernen Hof, war es schwer, überhaupt etwas zu erspähen, da weder Mondlicht, noch das Funkeln der Sterne für ausreichende Erkennungsmöglichkeiten her hielten.

Ich folgte meiner Nase, die mich unweigerlich lotste. Dem Geruch nach zu urteilen, schien unser Smutje wach zu sein, denn ich sah ihn gegen eine Steinmauer gelehnt sitzen, die einmal zu einer Fensterfront gehört haben musste, und von der jetzt nur noch Trümmer übrig waren. Doch alles hier bestand aus Trümmern. Aus Stein- und Felsbrocken, Schutt und Geröll. Zwar hatten wir für die Feier die groben und sperrigen Klötze beiseite geschafft, doch noch immer gab es vereinzelte Gesteinsreste.

„Au“, fluchte ich und biss mir sogleich auf die Zunge. Wie bereits vermutet, war ich auf einen Stein getreten und auch wenn dieser wohl nur die Größe eines Kiesels haben mochte, so bohrte er sich geradewegs in meine nackte Fußsohle.

Sanji wandte sich zu dem Wimmern um, das er vernommen hatte und zog die Augenbrauen zusammen. Scharf sog ich Luft durch meine Zähne und tapste und stolperte auf ihn zu. Wie gewohnt hing eine Zigarette zwischen seinen Lippen, dessen glühende Spitze mir den Weg wies.

Endlich hatte ich ihn erreicht. Gerade, als ich meine Stimme erheben wollte, legte er sich einen Finger an die Lippen, um mir zu signalisieren, still, ruhig und leise zu sein. Ich nickte und legte den Kopf schief, als er sich plötzlich aus dem lässig wirkenden Schneidersitz erhob. Noch immer schwieg er und stieß den Qualm durch die Nase aus. Ein wenig erinnerte er mich dabei an einen wilden Stier, der kurz vor dem Angriff auf den Torero stand. Doch Sanji verharrte reglos und betrachtete mich.

Ohne weiter nachzudenken, griff ich nach dem Ärmel seines Pullovers, beugte mich über die zerklüftete Felsmauer um die Umgebung auszukundschaften und zog ihn mit mir. Wortlos ließ er es geschehen und als ich entschied, dass wir weit genug von den neugierigen Ohren entfernt waren, hielt ich inne.

„Danke“, sagte ich, wich jedoch seinem Blick aus. Eine dumme, einfältige Aktion, doch sie schützte mich vor bohrenden Fragen und meiner aufsteigenden Unsicherheit, die ich mir nur selten zugestand.

„Wofür?“, fragte er zu meiner Verblüffung und mich zwang so, ihn anzusehen. Er tat so, als sei es selbstverständlich, dass er mich gerettet hatte. Statt ihm zu antworten, biss ich mir auf die Lippen, schnalzte mit der Zunge. Im Schein der verblassenden Mondsichel, und den übrigen Lichtern der Nacht, vermochte ich allmählich sein Gesicht zu erkennen.

„Ich weiß, dass du mich vor Absalom beschützt hast“, spie ich hastig aus und bemühte mich um Ruhe in meiner Stimme, während es in meinem Inneren bereits zu toben begann. „Und dafür wollte ich dir danken, auch wenn ich noch immer Albträume habe.“

„Bist du deshalb hier? Weil du einen Albtraum hattest?“, Sanji griff nach der Zigarette und hielt sie mit zwei Fingern neben sich, während seine Worten Besorgnis offenbarten, mit der ich nicht gerechnet hatte. Ich lachte auf, spöttisch und bissig.

„Ja... und nein.“, gestand ich und griff nach dem Pflaster, das Chopper mir auf die Stirn gepappt hatte, damit sich die kleine Wunde nicht entzündete. Auch Sanji sah noch immer etwas mitgenommen und geschunden aus. Unser Arzt hatte auch ihn bandagiert, denn ein Verband war um seinen Kopf gewickelt.

„Ich...“, entwich es erneut meiner Kehle, doch Sanji gebot mir zu schweigen.

„Nami“, sagte er langsam und schien nach angemessenen Worten zu fischen, „es tut nichts zur Sache. Wir sind Kameraden, wir helfen und unterstützen und beschützen uns.“

„Doch, für mich tut es aber etwas zur Sache. Es ist wichtig. Es ist... mir wichtig, verstehst du?“, schoss es aus meinem Mund hervor. Wieder wich ich seinem Blick aus. Ich wollte nicht, dass er das Schwanken in meinem Inneren bemerkte. Sanji schien die unermüdliche Ruhe und jene Gabe zu besitzen, seinem Gegenüber direkt in die Seele zu sehen, und das wollte ich vermeiden. Ich wollte nicht, dass er sah, dass er mir mehr bedeutete, als ich zugab.

Das Aufglimmen und der Duft der Zigarette sorgten dafür, dass ich, trotz Widerwillens, zu ihm aufsah.

„Jeder andere hätte dir genauso geholfen“, erklärte er und warf den letzten Rest des Glimmstängels fort und in den herannahenden Morgen. Der Stummel schlug irgendwo auf den letzten Trümmern auf, die noch hier verbreitet lagen. Ich schluckte das Gefühl der Anspannung herunter und presste hörbar Luft in meine Lungen.

„So? Also hast du dich nur aus Spaß gemeldet, um mich zu befreien? Weil wir eine Crew sind? Ein Team?“, schnappte ich bissig. Ich wollte und konnte nicht glauben, dass jene Aktion nur aus dem Gemeinschaftssinn heraus von ihm ausgegangen war. Da war mehr... das fühlte ich.

„Nun, wenn das...“, wieder unterbrach er mich. Allmählich überkamen mich Zweifel, ob all seine Taten nur dem Zweck dienten, dass ein Mädchen irgendwann bittend und bettelnd in seine Arme sank.

„Nein“, seine Stimme schlug einen barschen, bissigen Ton an, doch ich war plötzlich so verzweifelt, dass ich kaum auf jene Feinheiten acht gab.

„Doch“, keifte ich, denn es ging mir nicht mehr nur um dieses Ungetüm. Wie oft hatte er mich schon gerettet? Vor wilden Tieren, vor Spinnern, vor Göttern?

„Es ist ja nicht nur wegen Absalom“, presste ich hervor und gleichzeitig meine zu Fäusten geballten Hände an meinen Körper. Es war mir egal, ob ich wie ein stures, bockiges Kind auf ihn wirkte!

„Wir haben so viel durchgemacht“, verhindern, dass meine Stimme brüchig wurde, konnte ich nicht. Ich war wütend, verletzt und beschämt. Warum verstand er nicht, was ich ihm sagen wollte? War er so abgebrüht? Empfing er einfach nicht die selben Signale, oder fühlte nicht, was ich fühlte?

Jetzt schniefte ich und fuhr mit dem Handrücken unter meine Nase. Er wollte nach mir greifen, doch ich wich zurück. Tränen brannten in meinen Augen.

„Nami“, flüsterte er, „sieh mich an!“

Ich folgte seiner Anweisung, lauschte seinen Worten, die fordernd und dennoch flehend klangen.

„So viel“, sagte ich leise, wandte mich von ihm ab und kehrte ihm den Rücken. „Rivers Mountain, Drumm, Whiskey Peek, Alabasta, Skypia, diese blöden Foxy-Piraten und ihr dämliches Spiel, Water Seven, die Angst um Robin, Enies Lobby... war das alles nichts?“

Sanji schwieg. Er ließ mich reden, ohne mich zu unterbrechen. Und je mehr ich sprach, desto dümmer, einfältiger kam ich mir vor.

„Halte mich nicht zur Närrin!“, ich warf einen Blick über meine Schulter und sah ihn noch immer dort stehen.

„Das tue ich nicht.“, der Smutje trat einen Schritt auf mich zu. Sein Gesicht zierte eine ernste Miene. All die Leichtigkeit und Beschwingtheit schien plötzlich von ihm abzufallen. „Aber offenbar macht es dir Spaß, aus mir einen Trottel zu machen. Indem du mich zum Narren hältst, weil du deinen eigenen Gefühlen nicht traust.“

Ich schnappte nach Luft. Gierig versuchte ich sie in mir aufzunehmen, doch es gelang mir nicht.

„Ich weiß, dass es dir sehr schwer fällt, anderen zu vertrauen, aber noch viel schwerer fällt es dir, dir selbst zu vertrauen. Und solange du kein Vertrauen zu dir hast...“, ruhig, vernünftig, ohne aufbrausend zu sein, erklärte mir Sanji, was ihm, in Bezug auf mich, durch den Kopf ging.

„Aber ich vertraue dir doch“, sagte ich und bemerkte, wie meine Stimme um ein paar Oktaven anstieg. Ein Lächeln hatte sich auf seine Lippen gelegt, doch er schüttelte nur den blonden Schopf.

„Ich vertraue dir und den Jungs und Robin und...“, salzige Perlen rannen meine geröteten Wangen hinab. Ich spürte die feuchte Spur, die sie hinterließen, und doch wusste ich, dass meine Tränen ihn nicht beeindruckten. Für Romantik und Schwelgerei war die Situation zu verfahren, zu ehrlich.

„Sei fair dir selbst gegenüber.“, riet er mir und ragte nun vor mir auf. „Wo vor hast du Angst?“

Meine Lippen bebten. Meine Hände zitterten.

„Du bist kein Trottel und ein Narr auch nicht.“, ich hielt den Kopf gesenkt, als ich jene Worte zu ihm sprach. „Ich habe dir gesagt, dass euch... dir vertraue.“

„Das willst du deinem Verstand weismachen, aber glaubt das auch dein Herz?“, wieder diese Ruhe in der Stimme, die mir die Tränen in einem Rinnsal vom Kinn tropfen ließ.

„Sprich nicht so von mir, als wüsstest du, was in mir vorgeht.“, zischte ich und spürte die willkommene Wut in mir aufwallen.

„Weil du es nicht sagst, und auch nicht zeigst. Aber das ist in Ordnung.“, sagte Sanji und grub in den Taschen seiner Hose vermutlich nach einer neuen Zigarette.

„Ja, denn nicht jeder kann seine Gefühle so offen zeigen, wie du, richtig?“, schnappte ich und konnte nicht verhindern, dass ich verletzend und sarkastisch klang. Der Smutje zuckte nur mit den Schultern.

„Ich schäme mich nicht dafür. Und das solltest du auch nicht.“, wieder ein Rat und wieder in einem Ton, der Wut in mir aufsteigen ließ. Doch war noch etwas anders, das sich in mir breitmachte.

„Aber damit es dich beruhigt. Ich habe es gern gemacht.“, damit spielte er auf meine dankenden Worte an, die er so leichtfertig abgeschmettert hatte und womit unsere Diskussion erst begann.

„Aber es beruhigt mich nicht!“, schrie ich und schlug mir mit den Händen vor den Mund, ehe ich mich umsah. Allmählich streckten die ersten Strahlen ihre Fühler aus. Die Morgendämmerung rückte von Sekunde zu Sekunde näher und bald schon würden die Ersten aus ihren Träumen erwachen. Robin und die anderen würden mein Fehlen bemerken und sich sorgen, doch daran wollte ich in diesem Augenblick nicht denken.

Noch immer wühlte er in den Hosentaschen, ehe ich nach seinen Händen griff und er abrupt das Herumkramen bleiben ließ. Ich nahm all meinen Mut zusammen, atmete tief durch. Sobald ich seine Finger aus dem Stoff bereit hatte, verband ich sie mit meinen und rückte zu ihm auf.

Wieder sog ich den mir vertrauten Duft in meine Lungen. Ich spürte die Wärme seines Körpers und lauschte dem Schlagen seines Herzens. Ich würde nicht sagen können, wann ich ihm und mir eingestand, was ich fühlte, doch eines wusste ich bereits.
 

Er ist alles, was ich will.

She is... everything I need.


 

Everything

She is...

everything I need.
 

Gehen... Rennen... Laufen... Ausweichen... Fliehen.
 

Meine Lungen brannten wie die Feuer der Hölle. Schweiß stand mir auf der Stirn und lief mir zeitgleich den Rücken hinab. Ich spürte nichts, bis auf die Kälte, die langsam über meine nasse Haut kroch, ehe sich die Härchen auf Armen und Beinen aufstellten. Ein seufzender Laut entwich meiner Kehle. Ich verbarg mein Gesicht in den Händen, atmete tief und langsam ein und aus. Allmählich fand mein Puls sein Gleichgewicht, auch mein Herz schlug nun nicht mehr mit einer solch brachialen Wucht, dass ich befürchten musste, an einem Krampf aus dem Leben zu scheiden. Wie sooft in den letzten Wochen, ließen mich die Erinnerungen nicht los.

Gejagt hatte man mich, zu einer von ihnen wollte man mich machen! Zu einer Transe, und das hatten sie auch geschafft. Beinahe. Zwei Jahre lang hatte ich kein weibliches Wesen mehr vor Augen bekommen. Männer, nur Männer, die ihre Körper in Kleider hüllten. In Stoffe, die nur an fraulichen Figuren ansprechend aussahen, und nicht an Bierbäuchen mit unrasierten Beinen und drei-vier-fünf Tage Bärten. Momoiro Island war für 24 Monate mein zu Hause und die einzige Zuflucht, die mir blieb.
 

Alles hatte ich daran gesetzt, ihnen zu entkommen. Weglaufen, kämpfen, einen Kahn stehlen! Doch mein Vorhaben endete mit einer Niederlage gegen den König von Kamabakka, Ivankov. Als dieser mir nicht glauben wollte, dass ich Ruffys Piratenbande angehörte, forderte ich ihn heraus und als Symbol für meinen Sieg ein Schiff. Nach meinem Misserfolg übergab mir der Transenkönig jedoch die Tageszeitung, in der ich die Botschaft unseres Kapitäns sofort verstand. Zwei Jahre müsste ich auf der Insel verbringen, ob ich wollte oder nicht. Trotz Widerwillens speiste ich mit Ivankov zu Abend und bemerkte, dass meine Kraft allmählich wieder zurückkehrte. Ivankov erklärte, dass es sich dabei um die sogenannte „Offensiv-Küche“ handle, einem Essen, welches den Körper stärke.

Ich war beeindruckt.

Noch nie hatte ich so gespeist, geschweige denn davon gehört. Ich bat den Transenkönig, mir die Feinheiten und die Kunst einer solchen Zubereitung beizubringen. Doch dieser lachte nur und sagte, dass er die „99-Vital-Rezepte“ nicht einfach jedem geben könne. Nein, ich müsse mich ihrer Würdig erweisen.

Eine Jungfrau sollte ich werden und das Kenpou erlernen.

Ich lehnte ab.

Ivankov allerdings gab mir noch eine Chance. Ich solle von 99 Meistern die Rezepturen stibitzen, ehe er mir beibringen würde, so zu kochen und ebenso ein Schiff zur Verfügung zu stellen.

Es gelang - und bis heute bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich es geschafft habe, denn Tag und Nacht wurde ich von diesen Kerlen in Frauenkleidern verfolgt, gescheucht und zur Bekehrung gezwungen.
 

Tränenreiche Worte des Abschieds hatte ich für meine „Freunde“ nicht übrig, als sie mich, wie vereinbart, am Sabaody Archipel absetzten. Den Mittelfinger zeigte ich ihnen, ließ Ivankov einen Gruß und meinen Dank ausrichten und machte mich auf die Suche nach meinen Kameraden. In Shakkis Bar stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass ich nur Nummer Sechs auf der Liste der Neuankömmlinge war, und dass der Spinatschädel Zorro doch tatsächlich als erster das Archipel erreicht hatte. Ich begab mich zur Sunny und fand unseren Zimmermann Franky, der sich mit der Beschichtung auseinander setzte und mir eine Teleschnecke mit auf den Weg gab. Mein Ziel war Grove 42, wo ich unsere Vorräter für die Reise zur Fischmenscheninsel aufstocken wollte. Als ich Zorro begegnete, endete unser Zusammentreffen in einem Wortgefecht. Nachdem wir auf Ruffy stießen, der sich zwei Pacifistas, der Marine und Sentoumaru gegenüber sah, zerstörte unser Kapitän den ersten Cyborg mit einem Schlag, während der Schwertkämpfer und ich uns den zweiten vorknöpften. Unser Schiffsarzt holte uns mit einem merkwürdig aussehenden Vogel ab und brachte uns zur Thousand Sunny zurück.
 

Und noch immer lagen wir hier vor Anker. In zwei Tagen würden wir unsere Reise antreten, und dann könnte ich endlich meine geliebten Meerjungfrauen leibhaftig betrachten. Und obschon die Stimmung an Bord als ausgelassen und fröhlich zu beschreiben war, schien ich nicht der einzige zu sein, dem das Beisammen schwerer fiel, als gedacht.

Siebenhundertunddreißig Tage hatte ich auf den Anblick einer Frau verzichten müssen, und nun rächte sich die Abstinenz hinterhältig und gemein. Das Blut tropfte mir nicht nur aus der Nase, nein. Es schoss wie eine Fontäne daraus hervor. Ich war machtlos. Der rote Saft des Lebens sprudelte, lief über und ich sah mich einem roten Meer gefangen, aus dem es kein Entkommen gab.

Zu meinem Glück schleppte mich Chopper sogleich in sein Behandlungszimmer, stopfte mir Watte in die Nasenlöcher und versuchte, die Blutung zu stoppen. Es half, wenn auch nur für den ersten Moment.

Träge schleppte ich mich in die Kombüse, mein Heiligtum. Am Tisch versammelt saßen meine Mitstreiter, während Ruffy vom Krieg mit der Marine berichtete. Uns allen war durch seine waghalsige Aktion mittels Zeitung bekannt, was sich im Tiefseegefängnis Impel Down zugetragen hatte. Ruffy gab sich stark, doch war seine Wut, die Trauer und die Angst, Aces Tod betreffend, für jeden spürbar. Selbst Lysop hielt sich mit seinen Späßen zurück, machte ein betrübtes Gesicht und schluckte vernehmlich.

Wir alle hatten uns verändert. Nicht nur äußerlich, auch im Innern. Noch stärker, noch schneller, noch gewiefter, noch schöner, wie ich mit einem Blick auf Nico Robin und unsere Navigatorin feststellen sollte.

„Oh je“, seufzte Chopper und kam auf mich zugewackelt. Er zupfte an meinem Hosenbein und wackelte mit den Ohren. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie mir erneutes Blut aus der Nase lief.

„Sanji“, forderte unser Schiffsarzt und stemmte seine Hufe in die Hüften, „so geht das nicht weiter!“

Sobald er die Worte aussprach, drehten sich sämtliche Köpfe in unsere Richtung. Doch ich wollte die angewiderten Blicke von Nami und Robin nicht sehen. Hastig schnappte ich mir das von Chopper dargebotene Tuch und hielt es mir unter die Nase. Ich kniff die Augen zusammen und wandte mich von meinen Kameraden ab. Ruffys Lachen löste die beklommene Stimmung und ich hörte, wie der Säbelrasseler eine Spitze nach mir warf, die ich geflissentlich überging. Ich hatte keine Lust und keinen Nerv, mit ihm zu streiten. Auch lag mir nichts daran, den Grund für meine Blutung preiszugeben. Denn dies wäre gleichbedeutend mit der Offenbarung meines Aufenthaltsortes und das war nicht für die Ohren meiner Freunde bestimmt.

Mühsam zwang ich mich zum Kochen des Abendessens. Die Frauen und auch die übrigen Crew-Mitglieder hatten die Küche verlassen und nahmen das Schiff unter akribischen Blicken in Augenschein.
 

Dank Ivankov und den Rezepten der Meister gelang mir ein ausgewogenes Festmahl, zu Ehren unseres Wiedersehens. Und obschon wir so lang von einander getrennt waren, hatte sich an den Manieren und dem Essverhalten der Strohhüte nichts geändert. Schmatzen, Rülpsen, das Gebrüll nach mehr Fleisch, sowie das Poltern und Scheppern von Geschirr, das Kratzen von Besteck und das Scharren der Stühle. Alles schien so, als wären wir nie fort gewesen.

Sobald sie sich die Bäuche vollgeschlagen hatten, verließen Ruffy, Lysop, Chopper und Brook den Speisesaal, gefolgt von Franky, der sich das Soldierdock-System ansehen wollte. Robin erklärte, dass sie sich in die Bibliothek zurückziehen wolle und auch Lorenor Zorro griff nach seinen Schwertern und stapfte unter trägen Schritten aus dem Raum.

Ich rechnete damit, den Berg an Geschirr allein zu bewältigen, so, wie ich es immer tat und wie man es von mir, als Smutje, gewohnt war. Ihre zarte, fragile Gestalt hatte ich kaum wahrgenommen da ich annahm, Nami hätte, ebenso wie die anderen, ebenfalls die Küche verlassen, doch ich sollte mich irren. Als ich von meinem Essen aufsah, blieb mir beinahe der Rest des Bratens im Halse stecken. Da stand sie, an der langen Tafel, stapelte Teller übereinander und räumte Gabeln, Messer und Löffel zusammen.

„Du isst immer noch als letzter?“, fragte sie und ich vernahm das helle Klirren der Gläser, die von dem Mädchen auf ein Tablett geladen wurden. Ich wagte kaum zu sprechen, geschweige denn, ihr zu antworten, denn noch immer sah ich mich gefangen. Die nun mehr langen Haare schmeichelten ihrem Äußeren sehr, machten sie noch weicher, noch weiblicher. Nicht, dass mich ihr Anblick störte, doch er brachte mich aus der Fassung. So viel nackte Haut. Ihr Busen nur von den winzigen, grünen Stoffdreiecken gehalten. Als Kontrast dazu hatte sie sich in eine blaue, eng anliegende Jeans gezwängt, die trotz ihrer Länge mehr entblößte und noch mehr Raum für die Fantasie übrig ließ. Mein Mund erschien mir trocken, auch das Räuspern, das folgte, änderte nichts daran. Nami wandte sich zu mir um, legte den Kopf etwas schief und sah mich fragend an.

„Wie immer“, nuschelte ich, zuckte mit den Schultern und entsann mich ihrem Vorhaben, einmal mit mir gemeinsam am Herd gestanden zu haben. Damals hatte sie sich in den Finger geschnitten, als sie Orangen zu filetieren versuchte. Sie gab sich große Mühe und obwohl ich mich in meinem Revier vielleicht etwas barsch und herrisch verhielt, sah sie mir mein Verhalten nach. Ihr Wunsch war mir Befehl, so kredenzten wir Medaillons in Orangensauce. Und auch wenn die Jungs erst etwas skeptisch auf Namis Kochkünste reagierten, hatte sie ihnen versichert, nur Hilfsarbeiten geleistet zu haben.

Trotz der kleinen Verletzung ließ sie sich nicht davon abbringen, mir auch beim Abwasch behilflich zu sein. Dass sich ihr Pflaster dabei löste und wir uns, nur wenige Augenblicke später, in einem Meer aus Tupfern und Mullbinden küssten, schien den Schmerz wie fort gezaubert zu haben.

Doch weder sie, noch ich, sprachen jemals wieder davon. Auch hielten wir unter Verschluss, was in jener Nacht, viele Wochen zu vor, auf der Thriller Bark geschehen war. Natürlich hatte ich begriffen, was sie mir hatte sagen wollen. Dass sie mir dankbar war, sie aus so vielen, brenzeligen und prekären Situationen gerettet zu haben und auch, dass sie vielleicht mehr für mich verspürte, als Kameradschaft. Doch von Liebe war auch nie nur ein Silbe gefallen. Wir mochten und achteten einander. Aber nie würde ich ihr sagen, was mich durch die zwei Jahre der Hölle gebracht hatte. Was mich am Leben erhielt. Nicht, wenn sie nicht fragte.

Meine Gedanken überschlugen sich beinahe, klopften mit meinem Herzen um die Wette. Nach und nach schleppte Nami das benutzte Geschirr zum Spülbecken, während ich mich krampfhaft auf das Essen vor mir zu konzentrieren versuchte. Sorgsam spülte sie erst Teller, Tassen, Gläser und Besteck vor, ehe sie erneut das Becken mit heißem Wasser füllte, einen Schuss Geschirrspülmittel dazu gab und ich den Seifenschaum erspähte, der munter vor sich herquoll.

Wie mir schien, hatte sie sich an unseren gemeinsamen Tag und den Kochkurs, den ich ihr gab, erinnert. Gläser, auf den Kopf gestellt, tropften auf der Ablage, ihnen folgten Tassen und Teller. Zügig ging Nami zu werke, schnappte nach einem Frottiertuch und machte sich daran, das saubere Geschirr zu trocknen. Ich bemerkte, wie etwas heißes, nasses aus meiner Nase lief und hielt schnell schützend meinen Handrücken darunter.

„Hier“, vernahm ich ihre Stimme und zögerte, nach dem Taschentuch zu greifen. Nami schnalzte mir der Zunge, verdrehte die Augen und überbrückte die kurze Distanz zwischen uns. Behutsam und vorsichtig tupfte sie mir den roten Lebenssaft von der Oberlippe.

„Kopf in den Nacken!“, forderte sie und ich gehorchte, jedoch nicht ohne einen Blick auf ihre üppigen Brüste zu erhaschen, der alles nur noch schlimmer machte. Ein Laut, den ich noch nie von ihr vernommen hatte, entwich Namis Kehle. Ein Knurren, das verzweifelt, ergeben und beharrend klang. Sonst zischte sie meist, brüllte, oder fauchte herrisch.

Ihr warmer, nackter, lockender Körper war mir zu nah, als dass ich mich seiner Präsenz noch länger entziehen könnte. Ich schloss die Augen und richtete meine Gedanken auf behaarte Männerbeine in Strumpfhosen, statt auf das wilde, unbeherrschte, entblößte Fleisch vor mir. Kein kurvenreicher Frauenkörper, nur Männer, Männer in Kleidern! Doch mein Mantra brachte mir nicht den erhofften und gewünschten Erfolg. Ein plötzliches Zittern erfasste mich, ich wusste kaum, wohin mit meinen Händen. Noch immer lag mein Kopf in meinem Nacken, ehe ich verzweifelt versuchte, Ruhe zu bewahren. Doch wie sollte es mir gelingen, wenn ich ihren heißen Atem spürte, ihre Nähe mir den Verstand raubte und ich beinahe drohte, zu verbluten?

„Nami“, ächzte ich und keuchte. Abrupt ließ sie von mir ab und zu, dass sich mein Blick auf sie richtete. Ihre linke Hand krallte sich in meine Schulter, während sich Nami halb über mich beugte. Ich wollte sie nicht von mir schieben, statt dessen war sie selbst so flink, dass sie von mir abließ.

„Ich hole Chopper“, sagte sie rasch, doch ich griff nach ihrer Hand und hielt sie zurück.

Ich spürte ihre Gegenwehr, ihre Anspannung, doch sobald ich mich von dem Barhocker erhob, schien alle Befangenheit zu schwinden. Die straff gespannten Muskeln lösten sich, sodass Nami gegen meine Brust sank. Sie wandte sich zu mir um, sah zu mir auf und tupfte erneut an meiner Nase herum.

„Tut mir leid“, hauchte sie beinahe, doch tat ihre entschuldigenden Worte mit einem sanften Schütteln des Kopfes ab. „Setz dich! Ich gehe Chopper holen.“

Wieder sprach sie von Hilfe, die ich vielleicht benötigte, aber im Moment ganz und gar nicht wollte. Ich versuchte alle Kraft aufzubieten die ich besaß, und doch sah ich mein Vorhaben bereits als gescheitert. Noch immer hielt ich ihr zartes Handgelenk mit meinen Fingern umschlossen. Ich stellte mich bereits darauf ein, dass sie sich wehren würde, doch Nami verharrte beinahe reglos und sah mich mit ihren großen, rehbraunen, träumerischen Augen an, die dennoch so viel Stärke bargen.

„Deine Lage ist ernst“, Nami erlag dem Versuch, erneut das Wort zu erheben, doch ich zuckte nur abermals mit den Schultern, war ich mir meiner augenblicklichen Position mehr als gewiss. Mit einem Tuch vor, oder Tupfern in der Nase, wäre der Blutung vielleicht beizukommen, viel lieber jedoch würde ich das Mädchen vor mir in die Arme schließen und ihr alles berichten, was mir widerfahren war, nur, damit sie verstand.

„Ich will keinen Arzt!“, sagte ich und klang wohl um einiges grober, als ich beabsichtigt hatte, denn ich sah, wie Nami kurz zusammenfuhr.

„Aber Sanji“, ihr Tadel erreichte mich zwar, doch ich verdrängte ihn. „Du brauchst medizinische Hilfe.“

„Nein“, entkam es mir, „ich brauche dich!“

Mit diesen Worten und ungeachtet des heißen, wogenden Blutes, presste ich meinen Mund auf ihre Lippen.
 

Sie ist alles, was ich brauche.



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Kommentare zu dieser Fanfic (2)

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Von:  ItachiUchih4
2018-07-04T23:01:45+00:00 05.07.2018 01:01
Oh sehr süß! Gefällt mir besonders dieses TwoShot!

Besonders Sanjis Sicht hat mir sehr gefallen! Das war einfach so süß und mir fällt jetzt auch wieder auf,
wie oft Sanji tatsächlich Nami immer gerettet hat! :)

Also einfach wunderschön die Story und die Beiden! :)

Grüße
Antwort von: irish_shamrock
05.07.2018 05:30
Hallo :) ...
schön, wieder von dir zu hören und ich bedanke mich recht ♥lich für deinen Kommentar :D
Von:  _Natsumi_Ann_
2015-03-21T22:25:42+00:00 21.03.2015 23:25
ohhh wie süss ^.^
auch wenn es nicht mein favopaar ist aber super dass dir dazu nie die ideen ausgehen :)
freue mich auf weiteres von dir
lese später auch sanjis sicht
kuss
natsu


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