Prolog
“MAMA! MAAMAAAAAAA!”
Dieser laute Schrei riss mich aus dem Schlaf und ich saß kerzengerade in meinem Bett und starrte mit schreckgeweiteten Augen zu meiner Tür. Als ich abermals diesen verzweifelten Schrei nach mir hörte, kam endlich Bewegung in meinen erstarrten Körper und ich sprang aus meinem Bett. Ich riss meine Schlafzimmertür auf und rannte den Flur entlang in die Richtung aus der die Schreie kamen. Ich stoppte vor einem Zimmer und riss die Tür etwas zu schwungvoll auf, denn ein lautes ächzen war zu vernehmen. Dieses ignorierte ich, als ich schwer atmend und mit vor Schreck geweiteten Augen ins Zimmer starrte. Ich rechnete halb damit von feindlichen Ninjas angegriffen zu werden oder das sich ein großer Kollos von einem Einbrecher hinter der Tür vortrat, doch nichts. Ich sah nur ein kleines Schwarzhaariges Mädchen im Bett sitzen, die ihren Teddy an sich drückte und weinte. Halb entspannte ich mich wieder, als ich langsam zu der kleinen hinüber ging. “Sarada?” Die kleine sah auf, als sie meine Stimme hörte und sie heulte noch ärger los, als sie sich auf mich stürzte. “Mamaaa!” Ich legte meine Arme um sie und drückte sie meinerseits an mich und kniete mich gleichzeitig auf den Boden, um auf Augenhöhe mit meiner Tochter zu sein. Einen langen Moment hielt ich sie nur in meinem Armen. Spendete ihr somit Trost, Zuneigung und Wärme.
Schon bald wurden ihre Schniefer und Schluchzer weniger, doch strich ich ihr weiter beruhigend über ihren Rücken und gab leise kleine beruhigende Laute von mir. Als sie nach einer weile ruhig in meinen Armen lag, drehte ich meinen Kopf leicht, um sie anzusehen. “Sarada, was war los? Warum hast du geschrieen?”, fragte ich meine kleine Sechsjährige Tochter und diese löste sich laut schniefend von mir und wischte sich mit ihren Ärmel erst über die Augen und dann, -zu meiner leichten Missbilligung-, über die Nase, die wie ein Bach lief. “Ich hatte schon wieder einen Alptraum!”, erzählte sie mir und ich sah sie leicht besorgt an. In letzter Zeit passierte das ziemlich oft. “Magst du ihn mir erzählen?”, fragte ich sie in einen beruhigend klingenden Ton und Sarada schniefte erst noch einmal ehe sie seufzte, dabei die Augen schloss und die Schultern hängen ließ, ehe sie nickte. Ich setzte mich neben sie aufs Bett und sah abwartend und auch leicht gespannt zu ihr hinunter. Es half immer über einen schlimmen Traum zu reden. Da verarbeitet man ihn schneller. “Ich weiß auch nicht so genau. Am Anfang hatte ich noch geträumt, dass ich mit dir, -Mama-, trainieren würde und wow, ich war sogar besser als du…”, bei diesen Worten stahl sich ein Lächeln auf meine Lippen. “… doch dann warst du plötzlich weg und alles wurde dunkel um mich herum. Ich hatte richtig Angst. Ich rief nach dir, doch du hast nicht geantwortet. Ich war ganz alleine!”, erzählte sie weiter und plötzlich begann sie wieder zu zittern. Ich hob meine rechte Hand und strich ihr beruhigend durch ihr Rabenschwarzes Haar, das dem ihres Vaters so ähnlich war. “Was ist dann passiert?”, fragte ich nach, als Sarada sich wieder etwas beruhigt hatte. Sie schluckte und nach einem kurzem zögern öffnete sie immer noch leicht zitternd ihren Mund. “Plötzlich spürte ich, dass ich in dieser Dunkelheit nicht alleine war. Ich sah mich um, konnte aber niemanden sehen. Auch als ich rief, wer da war, antwortete mir niemand. Es war furchtbar. Ich spürte nur immer diesen kalten Atem in meinem Nacken, doch immer wenn ich mich umdrehte war da niemand!” Sie zitterte wieder mehr und deshalb zog ich sie wieder an mich mit einem ganz flauem Gefühl im Magen. Das war ja ein komischer Traum. “Dann hörte ich plötzlich ein leises Lachen und als ich mich zu diesem umdrehte sah ich direkt in zwei Blutrote Augen mit Schwarzen Symbolen darin. Mama die haben mir solche Angst gemacht. Sie sahen mich so kalt und gleichzeitig voller Gier an und als ich dann eine Stimme gehört habe, bin ich aufgewacht und habe nach dir gerufen!”, schniefte die Kleine, als sie sich halt suchend an mich drückte und ich ihr wieder durch ihr Haar strich. “Was hat er denn zu dir gesagt?”, fragte ich nach, als mir auffiel, dass sie mir das gar nicht erzählt hatte. Sarada sah mich aus ihren Pechschwarzen Augen, die immer noch vom weinen gerötet waren, leicht ängstlich an.
“Du gehörst mir! Deine Augen sind schon bald mein”, zitierte sie und bei diesen Worten jagte mir ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter. Ich starrte meine verängstigte Tochter an, die wieder leichte Tränen in den Augenwinkeln hatte. Ich gab mir einen Ruck, versteckte schnell meine düsteren Gedanken vor ihr und umarmte sie stattdessen wieder. “Nicht mehr weinen meine Süße! Das war nur ein böser Traum! Es ist alles gut”, tröstete ich sie, glaubte aber meinen eigenen Worten nicht. Das war doch nicht nur ein Traum gewesen. Was hatte das zu bedeuten? “Nun leg dich wieder hin und schlaf noch ein bisschen”, meinte ich dann nach einer kleinen Weile, als ich wieder aufstand, Sarada zudeckte und ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte. Sie nickte nur stumm, doch als ich mich umdrehen wollte, hielt sie meine Hand fest. “Mama, kannst du nicht bei mir bleiben! Ich hab immer noch Angst”, gestand sie und ich lächelte leicht. Ich nickte und so legte ich mich zu ihr ins Bett. Sarada kuschelte sich an mich und gab ein zufriedenes Geräusch von sich, dass mich zum Schmunzeln brachte. Sie war schon lange eingeschlafen, als ich immer noch über ihren Traum nachdachte. Er jagte mir genauso viel Angst ein, wie ihr. Am meisten beunruhigten mich die letzten Worte. Kein Zweifel. Die Person in ihren Traum war ein Sharinganträger und er hatte es eindeutig auf Saradas Augen abgesehen. Aber das war doch völliger Quatsch. Saradas Sharingan waren doch noch gar nicht erwacht. So sehr ich auch darüber nachgrübelte, ich wurde einfach nicht schlau daraus. Ich witterte trotzdem eine leichte Gefahr und ich würde Himmel und Hölle in Bewegung setzten, das meiner Tochter nichts passierte. Mit diesen Gedanken schloss ich meine Augen und tat es meiner Tochter gleich, als ich neben ihr einschlief.
Kapitel 1
Ich sah von meinen Buch auf, als ich schnelle Schritte im Flur hörte. Es war schon Abend und ich wartete darauf, das Sarada nach Hause kam. Die kleine Rabaukin hatte sich heute aber ganz schön Zeit gelassen. Wahrscheinlich hatte sie nach der Akademie noch mit ihren Freunden gespielt und hatte dabei die Zeit vergessen.
„Mama, schnell!“
Ich horchte auf. Das hörte sich aber nicht gut an. Und schon kam meine Tochter ins Wohnzimmer gestürmt und sie blieb stolpernd und schwer atmend vor mir stehen. War etwas schlimmes passiert? Denn so wie sie sich gerade benahm ließ es mich nichts gutes heißen.
„Sarada…“
Doch weiter kam ich nicht, denn sie unterbrach mich ganz aufgeregt, als sie ihre kleinen Hände auf meine linke Hand legte und auffordernd daran zog. „Du wirst staunen Mama. Ich muss dir unbedingt was zeigen!“ Fragend zog ich eine Augenbraue hoch, als ich mich erhob und mich von ihr nach draußen in den Garten ziehen ließ. Was musste sie mir zeigen? „Sarada was ist denn los?“ Sie antwortete nicht und grinste mich stattdessen nur Geheimnisvoll an.
„Das wirst du gleich sehen.“ Ich verlagerte mein Gewicht auf mein rechtes Bein und sah meiner Tochter aufmerksam an. Na gut. Dann ließ ich mich halt überraschen. Die Kleine spannte mich nicht lange auf die Folter und formte schnelle Fingerzeichen. Sehr bekannte Fingerzeichen.
„Kakebunshin no Jutsu!“
Eine rießige Rauchwolke entstand und als sie sich verzogen hatte, grinsten mir drei Saradas entgegen. Ich jedoch war wie erstarrt. Woher zum Teufel hatte sie dies gelernt? Von mir auf alle Fälle nicht und außerdem war es doch noch viel zu früh dafür. Sie konnte doch noch gar nicht so viel Chakra schmieden, wie man für dieses Jutsu brauchte. Aber sie hatte es trotzdem geschafft. Die beiden Doppelgänger auf ihrer Seite bewiesen es.
„Gefällt es dir etwa nicht Mama? Du kuckst so komisch.“ Ich riss mich aus meiner Starre und schüttelte kurz meinen Kopf und setzte ein Lächeln auf. Ich sollte nicht immer so pessimistisch sein. Sarada hatte etwas geschafft, das nicht viele in ihrem Alter schafften. Ich sollte Stolz auf sie sein. Und ehrlich? Ich quoll gerade fast über vor Stolz. „Doch Schatz! Es gefällt mir sogar sehr! Aber woher hast du das denn gelernt?“ Ich glaubte schon die Antwort zu wissen, bevor Sarada ihren Mund auf machte. „Onkel Naruto hat es mir gezeigt“, grinste sie, als ihre Schattendoppelgänger sich wieder auflösten. Sie konnte wohl doch noch nicht so gut ihr Chakra kontrollieren, sonst wären sie noch länger da geblieben. Doch was wollte man schon von einem erst sechs Jahre alt gewordenen Kind erwarten? Klar. Mir ist schon früher aufgegangen, das sie ein großes Potenzial hatte und eine große Menge an Chakra besaß, doch fand ich es noch ein wenig zu früh, um ihr schon mehr beizubringen, als wie man Shurikens und Kunais warf. Naruto ist mir da wohl zuvor gekommen und ich musste mit ihm wohl ein Hühnchen rupfen. Das setzte ich gleich als erstes auf meine To-do-Liste. Er hatte mir das Vergnügen weggenommen, meinem Kind sein erstes Jutsu beizubringen. Ein leichter Stich der Eifersucht durchstach mich, als ich zu meiner übers ganze Gesicht strahlenden Tochter hinunter blickte. Im nächsten Moment kam ich mir albern vor. Worauf war ich den eigentlich eifersüchtig? Etwa auf meinen besten Freund, der schon so etwas wie ein Bruder für mich war, nur weil er Sarada was beigebracht hatte? Ich könnte gerade über mich selber lachen.
„Wann habt ihr denn zusammen trainiert?“ Diese Frage schwirrte schon in meinem Kopf umher, seitdem sie die Fingerzeichen geformt hatte. Sarada grinste immer noch, als sie näher trat und immer noch grinsend stolz ihre Arme in ihre Seiten stemmte. „Immer nach der Akademie, wenn ich mit Boruto zusammen zu ihm nach Hause gegangen bin und Onkel Naruto Zeit hatte.“
Boruto war der Zuckersüße kleine Sohn von Naruto und Hinata, der ein halbes Jahr junger war als Sarada. Er glich Naruto bis aufs Haar. Er war rotzfrech wie Naruto und konnte Fremden gegenüber so schüchtern sein wie Hinata was ein lustiger Kontrast gegenüber seinen Eltern war und er war mit Sarada ganz dicke, weil sich die beiden von Geburt an kannten. Mir schlich immer ein Schmunzeln aufs Gesicht, wenn ich die beiden zusammen sah. „Aha, so war das also und du hast alles schön vor mir geheim gehalten“, meine Stimme klang gespielt vorwürfig und ein fieses Grinsen schlich sich auf meine Lippen, als Sarada schluckte. „Dann wäre es ja keine Überraschung mehr gewesen“, versuchte sie sich zu verteidigen, doch wurde ihr Grinsen auch immer breiter, als sie merkte das ich nur Spaß machte. Mit einen übertriebenen Knurren stürzte ich mich auf sie und Sarada nahm auflachend reis aus. Ich jagte sie eine Zeitlang im Garten herum, ehe ich sie zu fassen bekam. Lachend welzten wir uns im Gras und ich kitzelte sie solange durch, bis sie schwer atmend nach Luft schnappte. Danach lagen wir einfach im Gras und schauten zu den ersten Sternen hoch, die sich am immer dunkler werdenden Himmel schon zeigten.
„Du Mama?“
„Hm?“
Ich drehte meinen Kopf zur Seite und sah meine Tochter von der Seite her an. Sie sah genauso aus wie ihr Vater. Sie war sein ganzes Ebenbild. Nur in Kleinformat. Sie hatte das gleiche Rabenscharze Haar und die gleichen pechschwarzen Augen. Alles erinnerte mich sehr an ihn. An Sasuke Uchiha. Der der Vater von Sarada war. Nur war sie vom Charakter anders als Sasuke. Da ähnelte sie eher mir und es trieb mir immer ein Lächeln aufs Gesicht, wenn ich merkte, dass sich auch meine Gene etwas durchgesetzt hatten.
„Wo ist eigentlich mein Papa?“
Ich verkrampfte mich etwas, als ich diese Frage hörte, der ich eigentlich immer erfolgreich ausweichen konnte. „Warum willst du das wissen?“, stellte ich ihr sogleich eine Gegenfrage. Mein innerer Abwehrmodus hatte sich gerade wieder eingeschalten. Ich wollte nicht über ihren Vater reden, auch wenn ich sehr wohl verstand, warum Sarada immer wieder danach fragte. Jedes Kind wollte einen Vater und auch eine Mutter, wenn es anders herum war. Sarada drehte ihren Kopf nun auch zur Seite und schaute mich an.
„Naja heute hat Iruka-Sensei nach unseren Vätern gefragt und jeder konnte was erzählen, nur ich nicht.“
Ein leichter Stich fuhr mir durch den Leib, als sie das in einen so beiläufigen Ton erwähnte. Ich wandte den Blick wieder von ihr ab und sah wieder in den Himmel hoch.
„Nach der Akademie habe ich Onkel Naruto nach meinen Papa gefragt, doch er hatte gezögert und gemeint, ich solle dich fragen“, erzählte sie weiter und ich spürte immer mehr, wie unbehaglich ich mich fühlte. Ich wollte nicht über das Thema reden, doch Sarada hatte ein recht darauf zu erfahren, wer ihr Vater war. Auch wenn der Name Sasuke Uchiha ein rotes Tuch für mich war. Sarada setzte sich auf und sah mich fragend und auch leicht auffordernd ins Gesicht.
„Mama, wer ist mein Papa?“ Sie gab nicht nach. Seufzend schloss ich meine Augen, ehe ich mich aufsetzte und meiner Tochter ernst entgegen sah. „Na gut! Ich werde dir etwas über deinen Vater erzählen, obwohl es nicht zu meinen Lieblingsthemen gehört.“ Ich seufzte wieder. Ich kam wohl nicht drum herum. Sarada saß ganz still da und sah mich mit großen und gespannten Augen an. Ich spürte, wie bei diesen Anblick mein Mund ganz trocken wurde. Ihr fehlte wohl wirklich ein Vater. Eine Mutter alleine reichte ihr wohl nicht, sonst würde sie ja wohl kaum anfangen Naruto als Vaterersatz anzusehen. Das war mir in letzter Zeit immer mehr aufgefallen. Wahrscheinlich wollte Sarada deshalb ein Jutsu von Naruto lernen. Irgendwie stimmte mich das traurig. „Der Name deines Vaters lautet Sasuke Uchiha. Er ist neben seinem Bruder Itachi Uchiha der letzte Überlebende von dem Uchiha-Clan.“ Ich sah zu Sarada, die laut hörbar den Atem angehalten hatte. „Ich stamme vom Uchiha-Clan ab?“, fragte sie nach und ich nickte. Natürlich kannte Sarada alle Clans von Konoha namendlich, das lernte man ja in der Akademie, doch es haute mich etwas um, das sie so begeistert reagierte. „Cool“, fügte Sarada noch hinzu und ich hörte etwas Stolz aus ihrer Stimme heraus. Ich schüttelte leicht schmunzelnd meinen Kopf. Sie war Sasuke doch ein bisschen ähnlich. Sie war auch Stolz von so einem Clan abzustammen, das sah ich ihr an der Nasenspitze an. Doch ihre Freude würde wohl nicht ewig andauern, denn jetzt kam der dunkle Teil der Geschichte.
„Dein Vater war mit mir und mit Naruto in einen Team und ich war damals schon in ihn verliebt gewesen. Doch deinem Vater interessierte sich nicht sonderbar für Gefühlsduselei. Er verlor sehr früh und ich glaube er war sogar in deinen Alter, seine Eltern und seinen ganzen Clan. Sein Bruder hatte sie alle umgebracht und selbst ich weiß bis heute nicht warum.“
Das stimmte auch. Ich wusste selbst nicht, warum Itachi seinen gesamten Clan umgebracht und nur seinen kleinen Bruder verschont hatte. Er musste wohl einen triftigen Grund dafür gehabt haben, den ich nicht so genau wissen wollte. Saradas Gesicht war wieder ernst geworden und sie hing quasi an meinen Lippen.
„Dein Vater hasste seit dem Tag an seinen Bruder und er schwor sich Rache. Er wollte seinen Clan rächen und um das zu tun musste er sehr stark werden. Er war schon damals der beste und stärker als alle anderen. Doch das reichte ihm nicht. Er verließ Konoha um sich der dunklen Seite anzuschließen um noch stärker zu werden, bis er seine Rache bekommen würde. Er wurde zu einem Nuke-nin und ließ freiwillig sein Zuhause, seine Freunde und sein Team zurück.“
Ich schwelgte in düsteren Gedanken an damals und eine unbändige Wut kochte in mir hoch. „Er hat euch alle alleine gelassen, einfach so?“ Ich sah den Unglauben in Saradas Gesicht und ich nickte ernst. „Ja einfach so. Natürlich haben Naruto und ich versucht ihn zurück zu holen, doch bis heute haben wir es nicht geschafft. Ich habe deinen Vater sehr lange nicht mehr gesehen und die Hoffnung das er eines Tages zurück kommt ist auch schon lange verflogen.“ Für meinen Teil war dass das Ende von meiner Geschichte, doch Sarada wollte wohl noch mehr wissen. „Aber wie ist es dazu gekommen, dass ich geboren wurde?“ Ich zuckte zusammen. Über DIESES Thema wollte ich jetzt garantiert NICHT sprechen. „Das erzähl ich dir ein andern mal. Ich sollte mal langsam essen machen, du hast bestimmt Hunger.“ Wie auf Kommando knurrte laut ihr Magen. Sie legte ihre Hand auf ihren Bauch und grinste etwas rot um die Nase. Ich lächelte ebenfalls, als ich mich erhob. Sarada tat es mir gleich und zusammen gingen wir zurück ins Haus, wo ich uns was zu essen machte. Das Essen verlief schweigend, doch bemerkte ich, das Sarada immer wieder vor sich hin grinste. Es schien ihr wohl sehr viel zu bedeuten, etwas über ihren Vater zu wissen. Ich sagte nichts mehr dazu. Fürs erste hatte ich wohl ihren Wissensdurst etwas gestillt und das war gut so.
Gerade waren wir mit dem Essen fertig und ich wollte schon mit einem Blick auf die Uhr sagen, dass es langsam Zeit fürs Bett sei, als es am Küchenfenster klopfte. Alarmiert drehte ich mich um und selbst Sarada verspannte sich etwas. Es war ziemlich ungewöhnlich, das jemand am Abend an mein Fenster klopfte. Und ein normaler Mensch würde die Türklingel benutzen. In der Dunkelheit erblickte ich eine Fuchsmaske umrahmt von Strohblonde in alle Himmelrichtung abstehende Haare. Und nun erkannte ich auch das Chakra, was der Anwender vor ein paar Sekunden noch unterdrückt gehalten hatte. Mit schnellen Schritten war ich am Fenster und öffnete es mit einen griesgrämigen Gesichtsausdruck.
„Normale Leute klingeln an der Tür“, begrüßte ich meinen Besucher, als dieser elegant durchs Fenster in meine Küche schlüpfte.
„Sakura-chan, du weißt das ich nicht zu den Normalen gehöre.“
„Ja, leider!“
Ich schloss das Fenster wieder und drehte mich zu Naruto um und verschränkte meine Arme vor der Brust, während Naruto seine Maske abnahm.
„Onkel Naruto!“
Das war der freudige Aufschrei von Sarada, die endlich den Fremden, der gerade durchs Küchenfenster gekommen war erkannte.
„Na meine Kleine? Alles locker?“ Sarada nickte strahlend, als sie sich an Naruto klammerte, der die Kleine kürzerhand hoch hob. „Was suchst du hier eigentlich und warum bist du in Dienstkleidung?“ Ich meldete mich auch mal zu Wort, ehe ich keine Gelegenheit mehr dazu hatte. Die beiden hatten es sich nämlich zur Gewohnheit gemacht, alles und jeden zu ignorieren, wenn sie mal in einem Gespräch vertieft waren. Dann war es auch egal, ob ich die Mutter war oder nicht.
„Ich bin hier um dich abzuholen. Wir haben eine kurzfristige Versammlung. Beeil dich und zieh dich um, es klang sehr wichtig.“
Naruto sagte das sehr ernst und ich schluckte meine Fragen hinunter, die auf meiner Zunge lagen und folgte seiner Aufforderung. Ich ging hoch in mein Zimmer und zog ebenfalls meine Anbu-Ausrüstung an. Die bestand aus einer schwarzen enganliegenden langen Hose, einen ebenfalls schwarzen ärmellosen enganliegenden Oberteil mit Kragen und einer weißen Weste. Ich band mir meine Hüftlangen blassrosa Haare zu zwei locker sitzenden Zöpfe, so wie Tsunade sie auch trug und schnallte mir noch schnell meine Waffen über. Zum Schluss streifte ich mir noch die langen schwarzen Handschuhe über, die bis zu meinem Oberarm reichten und schnallte die weißen Stützärmel drüber und schlüpfte in meine schwarze Stiefel, die mein Dienstoutfit vervollständigten. Fertig. Ich nahm meine Katzenmaske vom Bett und ging wieder zurück in die Küche, wo Naruto und Sarada auf mich warteten.
Sofort sah mich Sarada begeistert an. „Mama! Onkel Naruto hat mir gerade erzählt, dass ich heute bei Boruto schlafen darf. Darf ich?“ Ich sah zu Naruto und lächelte nickend. Das war eine gute Lösung. Alleine wollte ich mein Kind Zuhause nicht lassen und Hinata würde sich schon um sie kümmern. Es wäre ja nicht das erste mal. Sie nahm immer Sarada, wenn ich auf eine Mission musste. Gott! Die beiden hatten noch was gut bei mir! Jedesmal kam ich mir aufs neue schäbig vor, wenn ich sie fragte, ob sie Sarada so lange bei sich lassen würden. Die beiden versicherten mir immer wieder, dass ihnen das nichts ausmachte und dass sie das gerne machten, doch diese verdammten Gewissensbisse ließen mich einfach nicht los. „Das ist doch gut, oder etwa nicht?!“, richtete ich das Wort an meine Tochter, die begeistert nickte. Ich packte noch schnell ein paar Sachen für Sarada zusammen und dann luden wir sie bei Hinata ab. Sie wünschte uns beiden noch viel Spaß und dann machten Naruto und ich uns auf den Weg zur Hokage.
„Worum geht es eigentlich?“
Ich sah Naruto aus den Schlitzen meiner Maske von der Seite her an. Er zuckte nur mit seinen Schultern. „Keine Ahnung! Ich habe nur die Nachricht erhalten, das es dringend sei.“ Ich nickte und sah wieder nach vorn. Vielleicht eine neue Mission. Sowas war schon öfter vorgekommen, das sie uns plötzlich bestellte und fünf Minuten später fort schickte. War also nichts neues. Im Büro des Hokagen angekommen, bemerkte ich erstaunt, das Naruto und ich nicht die einzigen waren, die herbestellt worden waren. Neji, Shino, Shikamaru, Kiba, Choji, Lee, TenTen und Ino waren auch schon da und langsam fragte ich mich um was es sich wohl handelte. Sofort lag Tsunades Blick auf uns und sie nickte kurz. War wohl ein Zeichen dafür, das wir vollständig waren.
„Da wir nun komplett sind, können wir ja anfangen.“ Naruto und ich stellten uns zu den anderen und alle Augen waren auf die Godaime gerichtet. Diese starrte auf ihren Stuhl sitzend zu uns hoch.
„Ich habe Berichte von unseren Aussichtspunkten bekommen, das eine verdächtige Person in unserem Wald herum streifen soll. Er soll einen schwarzen Mandel mit roten Wolken darauf anhaben.“
„Akazuki!“
Ich gab Shikamaru recht.
„Genau. Ich möchte das ihr jeden Winkel des Feuerreiches nach diesen Typen ausschau haltet. Er darf auf keinen Fall ins Dorf kommen. Ihr wisst was dann passiert.“ Ja, das brauchte Tsunade uns nicht sagen. Das würde die Zerstörung des Dorfes heißen. „Wenn ihr ihn gefunden habt, dann macht ihn Kampfunfähig und bringt ihn hier her. Er wird eine gute Informationsquelle sein.“ Tsunade sah uns sehr ernst an, als wir alle nickten.
„Du kannst dich auf uns verlassen, echt jetzt!“
Naruto klopfte sich auf die Brust um seine Worte noch zu unterstreichen und wir anderen stimmten ihn zu. Wir würden den Typen von Akazuki finden. „Dann los und passt auf euch auf“, rief Tsunade in die Runde und wir nickten wieder alle.
„Hai!“
Und im nächsten Moment waren wir alle aus dem Büro verschwunden.
Am Haupttor manifestierten wir uns wieder und Shikamaru übernahm die Führung und teilte uns in zweiter Teams ein. Ich würde mit Naruto zusammen gesteckt und er grinste mich aufmunternd an.
„Wir schaffen das Sakura-chan.“ Ich nickte. Natürlich würden wir das.
„Wenn einer ihn gefunden hat, dann lasst es sofort die anderen wissen, wir kommen euch dann zur Hilfe! Wir wissen ja alle wie gefährlich Akazuki ist“, teilte Shikamaru mit und wir alle gaben ihm Recht. Wir wussten nur zu genau zu was diese Typen von Akazuki fähig waren.
„Na dann los und viel Glück euch allen.“
Und mit diesen letzten Worten von Shikamaru trennten wir uns und jedes Team verschwand in die Richtung, die der Nara zugeordnet hatte.
Kapitel 2
Jetzt waren wir schon seit Stunden unterwegs und hatten noch nichts gefunden. Keine Spur oder auch nur ein Anzeichen von einem Akazuki in in der Luft. Nichts. Rein gar nichts. Der Wald lag still vor uns. Ich nahm nur die nachtaktiven Tiere um uns wahr und deren Geräusche. Das konnte doch gar nicht sein. Irgendwo mussten die Typen doch stecken. Doch hatte ich noch kein Chakra wahr nehmen können. Unterdrückt oder nicht. Und dies ließ mich etwas nervös werden. Was ist wenn wir ihn nicht fanden? Was ist wenn wir ihn verpasst hätten und er schon lange im Dorf war? Oder was war, wenn die Informationen falsch waren und Akazuki hier gar nicht aufgetaucht war? Sie hatten es doch auf Naruto und dessen Kyubi abgesehen und genau der sprang neben mir durch den Wald. Wenn Akazuki wirklich hier wäre, dann hätten sie Naruto doch schon längst ausfindig gemacht und hätten uns doch schon längst angegriffen oder?!
Aber nichts der gleichen war passiert und von den anderen hatten wir auch noch nichts gehört. Aber ich glaubte kaum, dass sie mehr Glück hatten als wir, denn wenn doch, dann hätten wir Kampfgeräusche um uns wahrgenommen und das war auch nicht der Fall. Aber vielleicht machte ich mir nur zu viele Gedanken. Es würde alles gut werden und wenn wir wirklich nichts fanden um so besser. Dann wären zumindest das Dorf nicht in Gefahr.
„Keine Sorge Sakura-chan. Es wird alles wieder gut.“ Ich sah zu meinen besten Freund und ein kleines Lächeln erschien auf meinen Lippen, was er nicht sehen konnte, da ich meine Anbumaske auf hatte genau wie er auch. Ich nickte nur.
Er hatte Recht. Es brachte nichts, meinen Kopf zu zerbrechen. Ich sollte nicht immer so pessimistisch und paranoid sein. Insgeheim bewunderte ich Naruto über seinen überwiegenden Optimismus, der ihn niemals zu verlassen schien. Er sah immer das Gute im Menschen und baute alle anderen immer wieder auf, wenn sie sich verloren fühlten. Er würde mal ein sehr guter Hokage werden. Das wussten alle im Dorf. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis Tsunade ihm das Amt übergeben würde. Sie hatte schon oft durchblicken lassen, dass er ihr Nachfolger sein würde.
Ein leises Rascheln brachte mich wieder in die Gegenwart und wir beide stoppten sofort und versteckten uns hinter einem Stamm einer großen Eiche. Mein Herz begann zu pochen. Hatten wir die Akazuki gefunden? Ich blickte zu Naruto der ebenfalls zu mir sah und seinen Zeigefinger auf die Lippen gelegt hatte. Ich nickte. Ich wusste selber, dass ich leise sein musste. Ich beobachtete wie Naruto sich leise etwas vorbeugte und aus seinem Versteck lugte. Ich tat es ihm langsam gleich. Schließlich wollte ich auch wissen mit wem oder was wir es hier zu tun hatten. Im ersten Moment sah ich gar nichts außer Bäume und Büsche. Doch dann beobachtete ich wie langsam ein Hirsch mit einem beeindruckenden Geweih aus dem Busch trat und ich atmete auf. Nur ein Hirsch. Doch konnte ich meine leichte Enttäuschung nicht leugnen. Insgeheim hatte ich gehofft, das wir endlich was finden würden.
Naruto entspannte sich ebenfalls wieder und kam mit einem kleinen Auflachen zu mir.
„Jetzt erschrecken wir schon wenn ein Hirsch an uns vorbei kommt.“ Er lachte wieder. „Machst du dich etwa über mich lustig Bursche!“
Nicht nur ich sah überrascht zu den Hirschen hinunter, der Naruto mit einem stechenden Blick anstarrte. Erst jetzt bemerkte ich das Zeichen des Nara-Clans an seinen Hals. Er war Shikamarus vertrauter Geist.
„Aber neeeeeiiin, wo denkst du hin?“, meinte Naruto zu dem Hirschen und seine Stimme strotzte nur so vor Sarkasmus. Ich hingegen bemerkte wie der Hirsch immer wütender wurde. Er mochte es anscheinend nicht, wenn man sich über ihn lustig machte. Was Naruto in diesen Moment eindeutig tat.
„Naruto ich denke, du solltest ihn nicht zu sehr reizen“, versuchte ich Naruto ein wenig zu bremsen, sonst würden wir nie erfahren, was der vertraute Geist eigentlich hier wollte. „Aber Sakura-chan!. Das ist doch bloß ein Hirsch“, wandte der Blonde Chaosninja sich an mich und ich seufzte entnervt auf. So blöd konnte er doch gar nicht sein, so wie er sich gerade gab. Der Hirsch gab ein wütendes Geräusch von sich und er scharrte aufgebracht mit seinen Hufen, während er Naruto einen gefährlichen Blick anstarrte.
Oh oh.
Noch bevor etwas blödes gleich passieren würde, zum Beispiel das Naruto sich mit einen Hirschen prügeln würde, was wirklich zum schreien komisch aussehen würde, ging ich dazwischen und wandte mich an das Tier. Ich lächelte leicht, was den Hirschen nur schnauben ließ. Er war wirklich gleich am durchdrehen.
Na toll.
„Shikamaru hat dich sicherlich zu uns geschickt stimmt´s?“, fragte ich freundlich und dies schien den vertrauten Geist langsam wieder zu beruhigen, auch wenn er Naruto immer noch einen tödlichen Blick schenkte, der der Blonde gekonnt ignorierte. Er sah stattdessen mit einem fetten Grinsen und mit einen schon fast arroganten Blick zu dem Tier. Mein Gott. Er benahm sich manchmal wirklich noch wie ein kleines trotziges Kind. Am liebsten hätte ich ihm eine reingehauen, doch war mir der Hirsch im Moment wichtiger. Vielleicht hatten die anderen etwas entdeckt oder waren in einem Kampf mit dem Akazuki verwickelt und sie brauchten unsere Hilfe.
„Also?“, forderte ich freundlich aber bestimmend den Hirschen auf mit der Sprache herauszurücken. Der Hirsch schnaubte wieder abfällig, doch wandte er sich nun ganz zu mir. „Ich kann Menschen einfach nicht leiden, was denkt sich Meister Shikamaru immer dabei!“, murrte er leise vor sich hin und Naruto hätte fast laut los gelacht, doch ich stoppte ihn, als ich ihm einen warnenden Blick zuwarf. Beleidigt zog Naruto eine Schnute und wandte mit verschränkten Armen sein Gesicht ab. Herrgott noch mal. Wo war ich hier? Im Kindergarten? Ehrlich? Mir gingen beide langsam auf die Nerven. Mensch und Tier.
„Meister Shikamaru lässt ausrichten, dass keiner etwas von den Akazuki gefunden hat. Er will das ihr euch alle noch einmal trefft, damit ihr euch noch mal beraten könnt“, berichtete er, mit einem knurrenden Unterton, aber ich ignorierte diesen, während ich nickte. „Ok. Wir machen uns sofort auf den Weg“, kaum hatte ich ausgesprochen, nickte der Hirsch und war immer noch murrend und über Menschen schimpfend in einer weißen Rauchwolke verschwunden. Gereizt wandte ich mich an Naruto.
„Musste das sein?“
Verwirrt sah er mich an, was das Fass zum überlaufen brachte. Ich gab ihm eine saftige Kopfnuss, die ihn den Boden küssen ließ.
„Aua, Sakura-chan! Was soll das?“
Für diese Frage hätte er sich glatt noch mal eine gefangen, doch ich hielt mich zurück. Wir hatten hierfür keine Zeit. „Komm lass uns zu den anderen gehen, bevor du dich noch mit einem unschuldigen Kaninchen anlegst“, meinte ich sarkastisch, als ich mich umwandte und in die Richtung ging von der wir hergekommen waren. „Sakura-chan warte auf mich!“, hörte ich Narutos Stimme hinter mir, doch ich drehte mich nicht um. Es war wirklich peinlich mit einem erwachsenen Mann der manchmal noch so kindisch war wie seine kleiner Sohn, unterwegs zu sein. Und der wollte Hokage werden? Niemals.
„Wann sind wir hier endlich fertig, ich kriege langsam Hunger!“, meldete sich Chouji zu Wort, als wir uns alle auf einer Lichtung zusammen gefunden hatten. Sofort warf Ino ihren Teamkameraden einen scharfen und wütenden Blick zu. „Kannst du auch mal an was anderes denken als ans Essen?!“, schallte sie den Akimichi und immer wieder bemerkte ich belustigt, das wir alle uns kein Stück verändert hatten, auch wenn wir jetzt schon erwachsene Leute waren. Bevor ein Streit zwischen den beiden ausbrechen konnte, trat Shikamaru dazwischen und erhob das Wort. „Das reicht jetzt ihr zwei! Streiten könnt ihr euch auch noch später. Viel wichtiger ist, hat einer von euch etwas gefunden?“
Fragend sah er in die Runde, doch jeder senkte den Blick oder sah in eine andere Richtung. Das war wohl Antwort genug. Das gab´s doch gar nicht. Jetzt waren wir schon so viele und hatten sogar Neji mit seinen Byakugan dabei und trotzdem hatten wir keine Spur von diesen Akazuki gefunden. „Es tut mir Leid Shikamaru, doch ich schwöre bei der Blüte meiner Jugend, das es absolut keine Anzeichen von einen feindlichen Ninja oder gar einen Akazuki gibt“, erhob Lee das Wort und Kiba nickte ihm zustimmend zu. „Lee hat Recht! Ich rieche auch nichts Ungewöhnliches. Es ist alles so wie immer.“ Shikamaru sah ernst und nachdenklich in die Runde, während Naruto und ich nur stumm nebeneinander auf einen umgestürzten Baumstamm saßen und nur zuhörten. Das war das einzige an Naruto, das jedem aufgefallen war. Er hatte endlich mal gelernt die Klappe zu halten und ruhig und sachlich über die Situation nachzudenken. Was er in diesen Moment auch wohl tat, denn als ich ihm einen Seitenblick zuwarf, sah er wirklich nachdenklich zu Boden.
„Ich versteh das alles nicht“, platzte TenTen los, als sie die Arme in die Luft warf um ihren Missmut Ausdruck zu verleihen.
„Warum hat Tsunade-sama dann Berichte von den Aussichtspunkten bekommen, das sie einen Akazuki gesichtet haben und wir finden nicht´s?! Erklärt mir das mal!“ Ich stimmte TenTen vollkommen zu. Irgendwas war faul an der Sache. Mächtig faul. „Vielleicht war es aber nur falscher Alarm“, meldete sich nun auch Shino zu Wort und wieder sahen alle stumm und ratlos zu Boden. „Wir sollten zurück gehen und Tsunade-sama bericht erstatten“, erhob ich das erste Mal das Wort und alle sahen mich an. Es brachte ja nichts, wenn wir nur hier saßen und wortwörtlich darauf warteten, dass der Akazuki über unsere Lichtung stolperte. „Sakura-chan hat recht. Tsunade-obaa-chan weiß bestimmt was wir als nächstes tun sollen, außer hier rum sitzen und Däumchen drehen“, stimmte mir Naruto zu, als er sich erhob und uns den Rücken zuwandte. Nun sahen alle Naruto mit einem verblüfften Blick an. Normalerweise war der Blonde doch immer so hartnäckig gewesen und wollte so lange suchen, bis der was gefunden hatte. Ein leichtes Lächeln erschien auf meinen Lippen, als ich mich ebenfalls erhob. Er war wirklich erwachsener geworden. „Also gut. Dann gehen wir zurück und erstatten Bericht“, stimmte nun Shikamaru ebenfalls zu und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zurück ins Dorf. Die ganze Zeit beschlich mich das Gefühl aber trotzdem das irgendwas nicht stimmte und je näher wir unseren Dorf kamen um so stärker wurde dieses Gefühl.
„Wie ihr habt nichts gefunden?!“
Tsunades Stimme donnerte ungläubig und aufgebracht durch den Raum, doch jeder von uns sah ihr geradewegs ins Gesicht. Keiner wandte schuldbewusst den Blick ab. „Du hast schon richtig gehört Tsunade-obaa-chan“, meldete sich Naruto zu Wort, als er das Ruder übernahm, wo Shikamaru froh darüber war, so wie er aussah. „Du sollst mich nicht immer OMA nennen!“, brauste die Blonde nun völlig auf, doch Naruto zuckte nicht mal mit der Wimper. Er war diese Reaktion schon gewöhnt. „Wir haben alles durchsucht, doch absolut nichts gefunden. Keine Spur. Kein Anzeichen. Keinen Akazuki. Nichts. Wenn du mich fragst wurdest du von den Außenposten falsch informiert“, sprach Naruto im ruhigen Ton weiter und er wirkte auf mich schon fast zu lässig. Auf Tsunades Schläfe begann eine Wutader zu pochen und sie schnaufte wütend auf. Ein erstes Anzeichen ihres gleich kommenden Wutanfalls. Ich musste es ja wissen. Ich hatte Jahre lang unter ihrer Obhut gelernt und nicht nur einmal eine kräftige Standpauke bekommen. Doch sie versuchte sich wieder zu beruhigen, was ich leicht verwundert feststellte, als sie die Augen schloss, tief durchatmete und dann seufzte. „Na schön. Es bringt ja jetzt auch nichts, wenn ich euch zusammen schreie, weil es ändert an dieser Situation auch nichts“, fing sie immer noch tief durchatmend in einen versucht ruhigen Ton an und ich war Stolz auf meine ehemalige Meisterin. Sie lernte wohl doch langsam in ihren hohen Alter noch, ihr Temperament zu zügeln.
„Meinen Sie, das es wirklich ein Fehlalarm gewesen war, Hokage-sama?“, meldete sich TenTen leise und vorsichtig zu Wort und ich merkte wie die Braunhaarige leicht zusammen zuckte, als die Godaime sie mit einen immer noch leicht gereizten Blick ansah. „Ich weiß es auch nicht TenTen. Doch ich werde mal kräftig auf den Zahn fühlen!“, meinte Tsunade und ihr Blick funkelte wieder wütender.
„Ihr könnt jetzt gehen.“ Ich war mehr als erleichtert, als sie uns entließ und ich war wohl nicht die einzige, der es so ging. Denn alle sahen erleichtert aus. „Ich hoffe alles klärt sich schnell auf!“ meinte Ino, als wir uns alle voneinander verabschiedeten. Ja, das hoffte ich auch. Ich hatte nämlich immer noch so ein mulmiges Gefühl im Magen, das irgendwas nicht stimmte.
„Sakura-chan, kommst du?“ Ich sah von meinen Gedanken heraus gerissen auf in Narutos grinsendes Gesicht. Stimmte ja. Sarada war ja noch bei ihm und Hinata. An meine süße kleine Tochter denkend, lächelte ich ebenfalls und konnte es kaum erwarten sie in die Arme zu schließen. Sie fehlte mir jedesmal, wenn sie nicht in meiner Nähe war. Ich schloss zu Naruto auf und nebeneinander liefen wir gemeinsam durchs Dorf, auf den Weg zu seinem Haus, das er mit Hinata im Hyuga-Viertel bewohnte. Dort angekommen blieb ich plötzlich stehen, genauso wie Naruto. Irgendwas stimmte hier nicht. Es war fiel zu ruhig und in der Luft konnte man etwas Elektrisches fühlen, das mir die Nackenhaare aufstehen ließ.
„Naruto.“
Mehr brauchte ich gar nicht zu sagen, denn mein bester Freund nickte, dass er ebenfalls das gleiche spürte. Das schlechte Gefühl war wieder da und es vermischte sich mit aufkommender Angst und Panik. Dort drin war meine Tochter! Horrorbilder fingen an sich vor meinem geistigen Auge abzuspielen und ich machte einen Schritt nach vorne, genau wie Naruto auch, nur das er nicht stehen blieb so wie ich. „Hinata“, rief er und mir überkam eine Gänsehaut. Ich konnte nur noch schwach das Chakra der Uzumaki fühlen. Ich lief, nein rannte Naruto hinterher, der schon im Haus verschwunden war. Ich folgte ihm ins Innere des Anwesens und die drückende Stille ließ meine Panik noch mehr ansteigen. Was war hier los?
Ich holte Naruto im Flur vor dem Wohnzimmer ein und stoppte abrupt, sonst wäre ich in Naruto hinein gerannt. Mein Herz klopfte wie wild, als ich die Angespannte Haltung des Uzumakis bemerkte. Mein Mund wurde mir ganz trocken, doch nahm ich all meinen Mut zusammen und trat an Naruto vorbei. Ich wollte wissen was ihn so schockierte. Im nächsten Moment schlug ich auch schon meine Hand vor den Mund, als ich die Verwüstung im Raum sah, dass mal das Wohnzimmer gewesen war. Alle Möbel standen und lagen teilweise zerbrochen im ganzen Raum verteilt. Die Vorhänge waren von den Schienen gerissen worden oder hingen nur noch halb an den Stangen. Schon fast gespenstisch flatterten sie leicht im Wind, der von der großen Terrassentür herein kam, die sperrmangelweit offen stand. Doch das schlimmste waren die Blutflecken, die auf den Boden verteilt waren. Ich trat vorsichtig in den Raum und folgte den Blutspuren, während Naruto stocksteif in der Tür verharrte. Er hatte wahrscheinlich einen Schock, doch ich konnte mich jetzt nicht um ihn kümmern, denn im nächsten Moment entdeckte ich eine zarte Hand, die in einer kleinen Blutlache lag. Ich stürmte um das umgefallene Sofa herum und mir stockte der Atem. Hinata lag dort in einer Blutlache und mit einer tiefen Wunde an ihrer Schulter. Blut sickerte aus ihrer Wunde, Nase und Mund, doch ich sah, wie ihre Brust sich noch hob und senkte. Gott sei Dank. Sie war noch am Leben. Sofort erwachte die Medic-nin in mir und ich ließ mich neben meiner besten Freundin nieder.
„Hinata!“
Wie als wenn der Name seiner Frau Naruto aus seiner Starre befreien würde, stürmte Naruto um das Sofa und er würgte leicht, bei denn ganzen Blutgeruch im Raum. „Hinata!“, hauchte er geschockt, als er seine Frau so am Boden liegen sah. Seine Augen waren vor Schock geweitet und er beobachtete stocksteif, wie ich schnelle Fingerzeichen schloss und meine Hände dann auf Hinatas Wunde legte. Sofort leuchteten sie Hellgrün auf und ich sandte mein heilendes Chakra in die Wunde der Uzumaki. „W-Wird sie es… schaffen?“, stammelte Naruto verzweifelt, als er sich neben mir niederließ und immer noch geschockt zu seiner Frau starrte.
Ich sah von meiner Arbeit auf und lächelte Naruto aufmunternd zu. „Hey natürlich schafft sie es. Du hast neben Tsunade die beste Medic-nin zur Freundin. Ich lasse sie ganz sicher nicht sterben!“, meinte ich schon fast in einen beleidigten Ton, ehe mir was auffiel. Hinata lag verletzt am Boden und das Zimmer war komplett verwüstet worden. Ein ungutes Gefühl beschlich mich. Wo waren Sarada und Boruto? „Naruto! Wo sind die Kinder?“, leichte panik schwang in meiner Stimme mit und steckte Naruto mit an, als er sich blitzschnell erhob und zur Tür hastete.
„Ich such sie“, und mit diesen Worten war er im Gang verschwunden. Ich konzentrierte mich wieder auf die Heilung Hinatas und versuchte nicht an meine dunklen Gedanken zu hören. Naruto würde die beiden Kinder finden. Sie hatten sich bestimmt nur irgendwo versteckt. Es war schon eine kleine Weile vergangen, in der ich Hinata heilte und je mehr die Wunde sich schloss um so mehr nahm ihre Chakrasignatur wieder zu und sie bekam allmählich wieder Farbe ins Gesicht. Genau in diesen Moment kam Naruto mit einem weinenden Boruto im Arm, der sich so nah wie möglich an seinen Vater drückte zurück ins Wohnzimmer und erregten kurz meine Aufmerksamkeit. Der Kleine heulte Rotz und Wasser und hatte sehr wohl einen Schock, während Naruto ihn tröstend festhielt und ihm beruhigend durch sein Haar strich.
„Ganz ruhig Boruto. Jetzt ist alles wieder gut. Papa ist wieder da!“
Ein zartes Lächeln erschien auf meinen Lippen als ich ihn so sah. Er war wirklich ein guter Vater. Doch dann viel mir was auf. Wo war Sarada? Gerade öffnete ich meinen Mund um Naruto zu fragen wo meine Tochter war, als Hinata sich rührte. Erst flatterten leicht ihre Augenlieder, ehe sie sie langsam öffnete. Sie blinzelte kurz, ehe sie ihren Blick langsam zu mir wandte. Ich lächelte sie aufmunternd an, als ich ihre Wunde ganz schloss und die Heilung abschloss.
Gerade wollte ich die Hände von ihr nehmen, als Hinata nach ihnen schnappte und sie festhielt. Sie richtete sich leicht auf und ihre Augen sahen mich panisch und gehetzt an. „Sakura!“, erhob sie ihre kratzig anhörende Stimme und sofort klingelten bei mir alle Alarmglocken.
„Er hat sie mitgenommen!“
Verständnislos starrte ich sie an, während in mir eine böse Vorahnung aufstieg. „Wer hat wen mitgenommen?“, fragte ich nach und besah Hinata mit einen aufmerksamen und angespannten Blick. Schon fast ungeduldig wartete ich darauf dass sie mir antwortete, während ich spürte, wie Furcht in mir hochstieg.
„Er hat Sarada mitgenommen!“ Hinatas Stimme wurde immer lauter, was man selten bei ihr sah. Normalerweise wurde sie nie so laut.
„Wer?“,hackte nun auch Naruto nach, als er neben mich trat und seine Frau besorgt aber auch leicht ungeduldig ansah. Hinata senkte kurz ihren Blick, ehe sie mir wieder direkt in die Augen sah.
„Sasuke Uchiha.“
Kapitel 3
Ich starrte Hinata mit offenen Mund an. Was hatte sie da gerade gesagt?
„Was?!“
Naruto war genauso sprachlos und geschockt wie ich. „Bist du dir da ganz sicher Hinata“, hackte ich nach und ich sah meine beste Freundin eindringlich an. Irgendwie konnte ich es mir auch nicht vorstellen, das Sasuke plötzlich hier auftauchen und unsere Tochter entführen würde. Was hatte er davon? Er hatte die ganzen sechs Jahre keinerlei Interesse gezeigt, seine Tochter, von dem er genau wusste das es sie gab, zu sehen. Hinata sah mich mit einem Todernsten Gesicht an und nickte zur Antwort. „Ich bin mir ganz sicher Sakura“, begann sie und sie richtete sich langsam zu einer sitzenden Position auf. „Ich habe hier mit Boruto und Sarada gesessen und gespielt, als ich plötzlich jemanden vor der Terrasse stehen sah. In dem Moment als ich aufsah, zersplitterte die Scheibe und der Fremde drang hier ein. Ich rief, das Boruto und Sarada sich verstecken sollen, ehe ich mich dem Fremden entgegenstellte und ihn zum ersten Mal richtig ansah. Mir stockte der Atem als ich Sasuke-kun erkannte, der mich mit einem kalten und emotionslosen Blick aus seinen Blutroten Sharingan ansah. Er war so anders. Ich hatte ihn gar nicht wiedererkannt. Doch das schlimmste oder merkwürdigste war, dass er einen schwarzen Mantel mit roten Wolken darauf an hatte“, erzählte Hinata und ich stockte. Genauso wie Naruto. Stopp. Warte mal. Hatte sie gerade gesagt, dass er einen schwarzen Mantel mit roten Wolken darauf an hatte?
„Sasuke ist nicht bei Akazuki“, mischte sich Naruto mit ein und ich gab ihm Recht. Das stimmte. Das würde er nicht machen. Oder doch? Ich gestand mir ein dass ich Sasuke eigentlich noch nie richtig einschätzen konnte. Bei ihm wusste man nie so genau wie er gerade tickte. Doch warum tauchte er hier plötzlich auf und entführte seine eigene Tochter? Das ging mir nicht in den Schädel rein. Wenn er Sarada sehen wollte und ich betonte das Wort wenn, dann hätte er doch nur vorbei kommen brauchen und sie besuchen können. Da stimmte doch etwas nicht. Die ganze Sache stinkte doch bis in den Himmel hoch.
„Ich weiß es doch auch nicht!“, fing Hinata an und sie schlug verzweifelt ihre Hände vors Gesicht. „Er hatte nun mal diesen Mantel an und er forderte von mir Sarada. Ich sollte sie ihm übergeben und er würde mich nicht töten! Natürlich hatte ich zu ihm gesagt dass er Sarada nicht bekommen würde und dann griff er mich an. Wir verwüsteten das ganze Wohnzimmer, wie ihr sehen könnt und natürlich konnte ich Sasuke nicht das Wasser reichen. Er verletzte mich an der Schulter und ich würde wahrscheinlich nicht mehr so putzmunter mit euch hier plaudern, wenn Sarada sich nicht eingemischt hätte. Sie hatte Sasuke angefleht mir nichts zu tun und ist freiwillig mit ihm mit! Ich konnte nichts tun Sakura. Es tut mir so Leid!“, erzählte Hinata das Geschehene zu Ende und sie brach in Tränen aus. Ich nahm sie in die Arme und wiegte sie tröstend hin und her. Ich war nicht böse auf sie. Sie hatte ihr bestmögliches getan um meine Tochter zu schützen und ich war ihr so dankbar. Der einzige wo mich wütend machte war Sasuke. Was fiel ihm ein hier einfach aufzutauchen, die halbe Wohnung meiner besten Freunde zu verwüsten und dann noch meine Tochter mitzunehmen! Der hatte sie doch nicht mehr alle. Meine Wut wuchs auf den Vater meines Kindes und ich schwor, dass ich das nicht auf mir sitzen lassen würde. Immerhin war es MEINE Tochter und er hatte mich gefälligst zu fragen ob er sie sehen oder mitnehmen konnte oder nicht.
„Es ist ok Hinata! Ich bin dir nicht böse. Nein, nicht auf dich!“, versuchte ich sie zu beruhigen, ehe ich aufstand und anfing im Raum umher zu tigern. Das machte ich immer wenn ich überfordert oder mega wütend war. Das zweitere traf zu und Naruto und Hinata merkten es sofort.
„Sakura-chan…“, fing Naruto mit einem ruhigen und sanften Ton an, als er seinen Sohn an seine Frau weiterreichte, die diesen fest in die Arme nahm und immer noch schluchzte. „Mama, nicht weinen! Sonst muss Boruto auch weinen!“ quiekte der Kleine, als ebenfalls dicke Kullertränen in seinen Augen erschienen. Er konnte es nicht sehen wenn einer weinte. Ein Gen, das er von Hinata geerbt hatte. Ich jedoch bekam es nur am Rande mit. „Was bildet sich dieser eingebildete, aufgeblasene, selbstverliebte, arrogante, hirnamputierte, bescheuerte Lackaffe eigentlich ein huh?! Kommt hier her, bricht bei seinem besten Freund ein, verwüstet sein Wohnzimmer und verletzt seine Frau und zur Krönung entführt er sein eigenes Kind, dass ihm nie interessiert hat!“, fing ich an rum zu brüllen und ich steigerte mich immer mehr in meinen Wutanfall hinein. „Der kann was erleben, wenn ich den in die Finger kriege! Ich reiß ihm all seine Gliedmaßen heraus und verfüttere sie an die Hunde. Ich reiß ihm all seine Haare raus, kratz ihm die Augen aus, stopf ihm sein arrogantes Maul und schneid ihn ganz langsam und schmerzvoll sein bestes Stück ab und stampf es vor seinen Augen in Grund und Boden!“, tobte ich weiter und ich ignorierte dabei Naruto, der bei meinen Worten hart zusammengezuckt war und schwer schluckte.
Wahrscheinlich stellte er es sich gerade bildlich vor und nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, war er heilfroh dass diese Drohungen nicht an ihn gerichtet waren. „Sakura-chan… jetzt beruhig dich doch mal wieder“, versuchte er es nach einigen Minuten wieder, die ich dazu genutzt hatte weiter den Uchiha zu verfluchen und weitere Pläne schmiedete, wie ich ihm am qualvollsten seine Männlichkeit nehmen konnte. Ich funkelte Naruto nur wütend an und dachte gar nicht daran mich zu beruhigen.
„Findest du es nicht auch ein wenig merkwürdig, dass Sasuke einen Akazuki-Mantel trägt und wir den Auftrag hatten ein Akazuki-Mitglied in unserer Umgebung zu suchen“, fing der Uzumaki plötzlich nachdenklich an und ich stoppte wirklich in meinem Tobsuchtanfall und sah ihn erst verdattert an, ehe es auch mir langsam dämmerte. Konnte es sein?
„Nie im Leben Naruto, oder doch?! Meinst du die Außenposten haben Sasuke gesehen und es gemeldet und wir haben ihm nur nicht gefunden, weil er diesen Ort genauso gut kennt wie wir?“
Ungläubig sah ich ihn ins Gesicht, das mir stumm zurück blickte. Krass, dass währe ja ein starkes Stück. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, denn Akazuki im Wald schnell zu finden, weil wir uns dort besser auskannten als irgendein anderer, doch wenn man so darüber nachdachte, gab plötzlich alles einen Sinn, warum wir nichts gefunden hatten. Wieder stieg Wut in mir auf. Während wir wie die Bekloppten im Wald nach einem Akazuki gesucht hatten, grinste sich Sasuke eins ab, während er Hinata überfällt und Sarada mitnahm. Oh, wie ich diesen Uchiha-Arsch hasste! Das würde ihm ähnlich sehen. Verflucht sei er!
„Wir müssen sofort zu Tsunade-obaa-chan!“ meinte Naruto ernst und Hinata, die nur stumm mit Boruto im Arm dagesessen war nickte ihren Mann nur zustimmend zu. Das würde die Hokage brennend interessieren und sie sparte sich sogar den weiten Weg zu den Außenposten um denen in den Arsch zu treten, weil sie angeblich falsche Informationen weiter gegeben hatten. „Hinata du kommst auch mit! Tsunade-obaa-chan möchte wahrscheinlich das Geschehene persönlich von dir hören, statt aus dritter Hand!“ meinte Naruto zu seiner Frau, welche sofort nickte. „Gehen wir jetzt die Hokage besuchen?“ fragte Boruto mit seiner zuckersüß klingenden Stimme und wir alle drei konnten nicht anders als ihn anzulächeln. „Ja mein Schatz! Wir gehen jetzt die Hokage besuchen!“ meinte Hinata lächelnd und ihr Sohn hüpfte freudig auf der Stelle. „Hurra!“ jubelte der Kleine, doch plötzlich hielt er in seiner Bewegung inne und sah traurig zu Boden.
„Sarada-chan hätte sich bestimmt auch darüber gefreut.“
Leichter Gallengeschmack stieg in meiner Kehle hinauf als ich dies hörte, doch ich unterdrückte Tapfer mein Bedürfnis mich zu übergeben und setzte stattdessen ein gezwungenes Lächeln auf.
„Keine Sorge Boruto. Ich werde Sarada wieder zurück holen und dann könnt ihr beide wieder zusammen spielen“, meinte ich in einen gespielt heiteren Ton und der kleine Uzumaki sah mich hoffnungsvoll an.
„Wirklich Tante Sakura?“ Ich lächelte ihn an und nickte.
„Wirklich, fest versprochen!“
Eine halbe Stunde später standen wir in Tsunades Büro und die Hokage sah uns mit offen stehenden Mund und mit einem ungläubigen Blick an. Sie konnte wohl das eben gehörte noch nicht ganz glauben. „Bitte was ist passiert?“, polterte sie mit ihrer lauten Stimme los, während sie uns alle drei immer noch ungläubig anstarrte. „Du hast schon richtig gehört Obaa-chan“, begann Naruto mit einer leicht genervten Stimme und sofort durchbohrte Tsunade ihn mit einem tödlichen Blick. „Du sollst mich nicht immer OMA zu mir sagen! Wie oft soll ich dir dass denn noch an den Kopf knallen, bis du es kapierst Bursche!“, brauste Tsunade noch weiter auf, doch Naruto winkte ihre Worte nur mit einer lässigen Handbewegung ab, die die Blonde fast austicken ließ, wäre da nicht Shizune gewesen, die den Aufkommenden Wutanfall seitens Tsunade wieder entschärfte. „Ganz ruhig Tsunade. Ich denke es ist jetzt viel wichtiger, wie wir nun vorgehen sollen“, bemerkte sie und wir alle sahen sie kurz an, ehe wir unseren Blick senkten. Gute Frage. Mir fiel nichts ein, außer wie ich Sasuke grausame Tode schenken würde. Er war zu weit gegangen. Und jetzt musste er mit den Konsequenzen rechnen. Nämlich mit mir. Niemand nahm mir ohne zu Fragen meine Tochter weg und glaubte auch noch damit durchzukommen. Das würde ich ihm nicht durchgehen lassen. Ich würde sogar bis ans Ende der Welt gehen, wenn es um meine Tochter ging.
„Was gibt es da eigentlich noch zu überlegen! Ich werde Sasuke suchen, ihn finden und meine Tochter zurück holen! Ganz einfach!“, meldete ich mich zu Wort und mein Ton war etwas lauter geworden, weswegen Tsunade mich anfunkelte. Sie mochte es ja zu schreien und das wussten wir alle dass sie das gerne tat, doch selber angeschrien zu werden passte der Hokage gar nicht. Doch mir war das egal. Ich wollte nur nicht mehr hier so blöd rum stehen.
„So einfach ist das aber nicht Sakura“, erhob Tsunade das Wort, als sich kurz eine Stille im Raum verteilt hatte. Naruto nickte der Godaime zustimmend zu.
„Tsunade-obaa-chan hat recht Sakura-chan. Du kennst ja nicht mal Sasukes Aufenthaltsort. Er könnte überall sein“, bemerkte er und nun war ich es die ihn anfunkelte. Das war mir doch egal. Ich würde Sasuke solange suchen, bis ich ihn gefunden hatte. Es war mir auch egal, wie lange das dauern würde.
„Es ist mir egal Naruto hörst du! Er hat mein Kind entführt. Du würdest doch auch so reagieren wenn es Boruto gewesen wäre. Außerdem habe ich gedacht Sarada würde dir mehr bedeuten, doch jetzt stehst du hier und zögerst weil du nicht weißt wo Sasuke hin ist! Früher hat es dich doch auch nicht interessiert wo er war und bist trotzdem los gezogen und hast ihn gesucht!“
Ich wusste das meine Worte gemein waren, doch ich war so aufgebracht, dass es mir egal war, ob ich ihn damit verletzte oder nicht. Und ich verletzte ihn, dass sah ich als er kaum merklich zusammen zuckte. Als ich dies sah, taten mir dann doch meine Worte sofort wieder leid. Ich wusste doch dass er Sarada fast wie seine eigene Tochter liebte und diese Zuneigung hatte ich geradeeben in Frage gestellt. Ich war so eine blöde Kuh.
„Naruto…“, begann ich schuldbewusst, doch der Uzumaki winkte mit einen breiten Lächeln, dass dieses mal gespielt war ab.
„Ist schon ok, Sakura-chan. Du hast recht, was du gesagt hast. Ich bin der Letzte der dir ausreden wird nach Sasuke zu suchen und gerade weil Sarada mir was bedeutet, werde ich dich auch begleiten. Wir haben es damals schon mehrfach geschafft Sasuke zu finden, also werden wir es dieses mal auch schaffen, verlass dich darauf!“, sprach Naruto und jetzt fühlte ich mich wirklich schlecht. Was war ich bloß für eine bescheuerte Idiotin. Stand hier, beleidigte und kritisierte meinen besten Freund, der schon so was wie ein Bruder für mich geworden war und er stand immer noch zu mir und war nicht mal beleidigt, so wie er aussah.
Das schlechte Gewissen nagte an mir und ich sah zu Boden. Ich war in diesen Moment nicht in der Lage Naruto in die Augen zu schauen. „Werdet ihr Sarada-chan wirklich wieder finden?“, erhob sich eine weinerliche Stimme und wir alle sahen zu Boruto, der sich an das Bein von Hinata klammerte und dicke Krokodilstränen standen ihm in den Augen. Sofort legte Hinata ihre Hand auf den Kopf ihres Sohnes und strich ihm tröstend durch das strohblonde Haar, dass er von seinem Vater geerbt hatte. „Natürlich werden wir Sarada finden. Du wirst sehen schon sehr bald werdet ihr zwei wieder miteinander spielen können“, sprach Hinata in einen beruhigenden Ton und Boruto sah schniefend zu seiner Mutter hoch. „Versprochen?“, fragte der Kleine nach und Hinata sah leicht Hilfesuchend zu mir und zu Naruto. Sie wusste anscheinend nicht, ob sie ihren Sohn was versprechen sollte, was noch gar nicht sicher war, ob sie es auch halten konnte. Doch Naruto nahm ihr diese Entscheidung ab, als er grinsend zu seinem Sohn trat, sich vor ihm hin kniete und ihm die aufkommenden Tränen aus dem Gesicht wischte. „Ja versprochen mein Engel! Dein Papa und Tante Sakura werden Sarada zurück bringen.“ Boruto sah seinen Vater mit großen Augen an, ehe sich auf seinem Gesicht ebenfalls ein breites Grinsen schlich, das er auch von seinem Vater geerbt hatte. „Okay! Darf ich jetzt auf den Schoß von O-baa-chan?“, fragte der Kleine ganz aufgeregt und hoffnungsvoll sah er in die Runde. Wir alle lachten kurz amüsiert auf, ehe Tsunade dem kleinen Uzumaki zunickte und sich mit ihren Stuhl etwas zur Seite drehte. Sie klopfte sich auf ihren Schoß und Boruto hopste ganz freudig aufquietschend zu Tsunade hinüber und kletterte auf ihren Schoß. Tsunade legte ihre Arme um Boruto, ehe sie wieder ernst zu uns sah. „Also schön. Ich werde euch los schicken, damit ihr Sasuke suchen könnt. Aber ihr werdet nicht alleine gehen“, erhob die Hokage das Wort und ich atmete erleichtert aus, weil sie uns grünes Licht gab. Selbst wenn sie nein gesagt hätte, hätte sie mich nicht aufhalten können und das wusste sie genauso gut wie ich, weshalb sie aus diesen Grund zugestimmt hatte. „Shizune, hol mir Kiba, Shikamaru und Neji her. Sofort!“, befahl Tsunade in einen lauten und strengen Ton und Shizune stolperte schon fast aus dem Raum noch ein kurzes „Hai Tsunade-sama!“, rufend, ehe die Tür hinter ihr zuflog. Ich verschränkte nur meine Arme vor der Brust und wandte mich zu dem Fenster um. Gedanken verloren sah ich durch dieses hinaus auf mein Heimatdorf, während ich genau wie die anderen auf die drei wartete, die uns auf dieser Mission begleiten sollten.
Zwanzig Minuten später waren alle drei da und sie schauten verwirrt in die Runde. Wahrscheinlich fragten sie sich warum wir auch hier waren. Tsunade hob ihren Blick und sah die drei Neuankömmlinge ernst an. Doch bevor die Hokage was sagen konnte, erhob Boruto quietschend das Wort, als er Neji sah. „Onkel Neji!“ quiekte er, als er seinen Onkel sah der den Kleinen nur anlächelte. Was man selten bei dem immer ernsten Neji sah. Es war immer wieder lustig mit anzusehen, wie seine Gesichtszüge weich wurden, wenn er seinen Neffen sah, was TenTen dazu nutzte um ihn aufzuziehen. „Schau mal wo ich sitze!“, rief Boruto erfreut weiter und er zeigte mit seinen kleinen Fingern auf Tsunades Schoß, während er Neji begeistert angrinste. „Ja ich seh schon“, meinte der Hyuga nur, während er Boruto immer noch anlächelte. Tsunade räusperte sich kurz um die Aufmerksamkeit von allen wieder zu bekommen. Selbst Boruto schielte zu ihr hoch. Neugier stand in seinem Gesicht. „Ich habe eine neue Mission für euch“, begann die Hokage und die drei horchten auf.
„Was für eine Mission?“, meldete sich Shikamaru zu Wort und er sah Tsunade mit einem fragenden und zugleich ernsten Blick an.“Ihr werdet mit Naruto und Sakura nach Sasuke suchen“, begann Tsunade zu erklären und Kiba, Neji und Shikamaru starrten sie überrascht und auch ungläubig an. „Nach Sasuke suchen? Herrgott noch mal, ich dachte der Zug wäre schon lang abgefahren!“, brauste nun Kiba auf, als er sich zu mir und Naruto umdrehte und uns böse anstarrte. Er meinte wohl, dass wir mal wieder eine sinnlose Rettungsaktion starten wollten um den Uchiha wieder zurück ins Dorf zu holen. Doch da lag er falsch. Ich hatte schon lange die Hoffnung aufgegeben und Naruto hatte es auch schon lange eingesehen dass es nichts brachte immer wieder nach Sasuke zu suchen, wenn eh immer das gleiche dabei raus kam. Er wollte nichts mehr mit seinem Dorf zu tun haben. Das verstanden Naruto und ich. Wir akzeptierten es. Fanden es aber trotzdem Scheiße.
„Wir suchen nicht deswegen nach Sasuke um ihn zurück zu holen“, schaltete sich Naruto mit ein und Kiba zog leicht misstrauisch seine rechte Augenbraue in die Höhe.
„Ach ja? Und warum suchen wir ihn dann?“, fragte er sarkastisch nach und nun drehte ich mich vom Fenster um, an dem ich die ganze Zeit gestanden hatte und trat einen Schritt auf Kiba zu.
„Er hat meine Tochter entführt!“
Ich sah zu wie Kiba die Kinnlade herunter fiel und wie Shikamaru und Neji mich ungläubig anstarrten. „Was?!“ brachte Neji überrascht raus und ich glaubte, jetzt hatten alle verstanden warum wir nach dem Uchiha suchten.
„Wann? Und wie hat er das gemacht?“, fragte Kiba nach und ich sah kurz zu Hinata, ehe ich wieder zu den dreien sah. „Sasuke war der Akazuki denn wir nicht finden konnten. Während wir nach dem Akazuki im Wald suchten, ist Sasuke bei Hinata eingebrochen und hat Sarada mitgenommen“, erklärte ich kurz und knapp und ich merkte wie die Wut wieder in mir aufstieg. „Heilige Scheiße!“, platzte es aus Kiba heraus und Neji nickte ihm zustimmend zu. „Und unser Auftrag ist es jetzt Sasuke zu suchen und Sarada wieder zurück zu bringen?“, fragte Shikamaru nach und Tsunade, Naruto und ich nickten ihm nur zur Antwort gleichzeitig zu.
„Das ist der Plan!“
Kapitel 4
Seit zwei Tagen waren wir jetzt schon unterwegs und suchten nach dem Uchiha. Doch bis jetzt hatten wir noch keine Spur oder irgendeinen Anhaltpunkt, der uns weiter brachte, obwohl wir Kiba und Akamaru dabei hatten. Die beiden hatten die beste und schärfste Nase ganz Konohas und sie kannten Sasukes Geruch ganz genau. Sie hatten sich diesen wohl eingeprägt, weil wir so oft nach ihm gesucht hatten. Was ziemlich nützlich war in unserer momentanen Situation. Doch was brachte es uns wenn sie den Geruch kannten, ihn aber nirgends wittern konnten? Genau. Es brachte soviel wie gar nichts. Weswegen meine Stimmung mehr als gereizt war.
Ich wusste ja selber dass die beiden nichts dafür konnten und sie ihr bestes gaben, um den Geruch Sasukes aufzunehmen, doch ich war einfach frustriert, das nichts voran ging. In der Zwischenzeit wo wir hier so Seelenruhig hier auf der Stelle rum eierten, konnte meine Tochter sonst was passiert sein. Dieser Gedanke machte mich Wahnsinnig und ich wollte so schnell wie irgend möglich zu meiner Tochter. Doch neben meiner Wut kamen auch immer wieder Fragen auf. Warum hatte Sasuke seine eigene Tochter entführt? Warum war er nicht einfach vorbei gekommen und hatte sie einfach mal besucht? Aber die schlimmste Frage, die mich fast zum ausrasten brachte war, ob Sasuke mich als solche Rabenmutter sah, dass er mir meine Tochter weg nahm! Der konnte sich auf was gefasst machen, wenn ich ihn in die Finger bekam. Niemand bezeichnete mich als Rabenmutter. Nicht einmal wenn er der eigene Vater war. Er war es doch von uns beiden, der hier der Rabenvater war und nicht ich. Also hatte er kein Recht einfach aufzutauchen und meine Tochter mitzunehmen.
Wieder in meiner Wut versunken bemerkte ich nicht mal, wie Naruto mir seine Hand auf meine Schulter legte. Erst als ich seine Stimme hörte, kam ich aus meinen düsteren Gedanken.
„Sakura-chan, wenn du weiterhin unser Abendessen böse anstarrst, dann wird es noch sauer.“
Ich überhörte seinen Sarkasmus in der Stimme, folgte aber trotzdem seinen Blick. Ich sah in den köchelnden Eintopf, in dem ich bis jetzt energisch rumgerührt und unabsichtlich meine Wut ausgelassen hatte. Sofort hörte ich auf damit und schloss kurz leise seufzend meine Augen. „Tut mir Leid“, meinte ich leise und ich hörte Naruto neben mir leise auflachen.
„Warum entschuldigst du dich bei deinem Essen? Dem Gemüse und dem Hühnchenfleisch macht es schon lange nichts mehr aus, dass du es herum schikanierst.“
Er lachte wieder. Ich drehte mich nur zu ihm und zeigte mit einem Blick, was er doch für ein Idiot war. „Das hab ich nicht gemeint!“, meinte ich und Naruto wurde wieder ernst. „Das weiß ich doch. Ich wollte bloß die Stimmung ein wenig lockern, hat wohl nicht so geklappt.“
Er seufzte.
Ich wandte mich wieder den fast fertigen Eintopf zu und rührte ihn wieder um. „Es tut mir wirklich Leid, das ich euch immer so anfahre. Ich komme nur mit dieser Situation nicht klar“, gestand ich und wieder spürte ich seine Hand auf meiner Schulter. „Das verstehen wir alle. Jeder von uns, der an deiner Stelle wäre, würde sich so verhalten. Wir haben Verständnis dafür“, beruhigte er mich mit einer sanften Stimme und ich lächelte ihn dankend an. Er war wirklich ein sehr guter Freund. Schon fast so etwas wie ein großer Bruder für mich. Er war immer da wenn ich ihn brauchte. Egal was war.
„Danke Naruto.“
Er grinste mich mit seinen Fuchsgrinsen an. „Dafür bin ich doch da“, rief er und auf meinen Gesicht breitete sich ebenfalls ein Grinsen aus. Er war einfach unbezahlbar.
„Wer ist für wen da?“, mischte sich eine Stimme mit ein und wir beide sahen auf. Shikamaru, Neji und Kiba standen vor uns und sahen uns fragend an. Alle drei waren auf Streife gewesen und hatten die Gegend ausgekundschaftet und Fallen für unangekündigte Besucher rund um unser Lager für heute Nacht aufgestellt, während ich das Essen zubereitet und Naruto die Zelte aufgebaut hatte.
„Nicht so wichtig“, winkte Naruto ab, während die drei kurz verwirrte Gesichter zogen, ehe sie mit der Schulter zuckten.
„Das riecht echt lecker Sakura“, meinte Kiba und er schnüffelte mit geschlossenen Augen in der Luft, genauso wie Akamaru, der sich sein Maul schleckte. Ich lächelte über seine Worte, ehe ich die drei anwies sich zu setzen.
„Dann kommt her. Das Essen ist nämlich fertig.“
„Au yeah! Das wurde auch Zeit. Ich hab nämlich einen Bärenhunger! Ich könnte Akamaru ganz allein und in einem Stück verputzen!“, rief Naruto und im nächsten Moment hörte man ein gefährliches Knurren. Akamaru war in Deckung gefallen und er starrte Naruto mit gefletschten Zähnen knurrend an. Sofort warf der Uzumaki beschwichtigend seine Hände in die Luft, während er leicht zurück wich.
„Das war doch nicht ernst gemeint Akamaru! Kiba würde mich kalt machen!“, rief Naruto leicht nervös, während Kiba Akamaru beschwichtigend die Hand auf den Kopf legte und ihn streichelte. Sofort beruhigte sich Akamaru wieder, während der Inuzuka Naruto mit Blicken erdolchte.
„Genau richtig Uzumaki!“ Ich hingegen schüttelte nur meinen Kopf, genau wie Shikamaru der leise etwas vor sich hin murmelte dass sich schwer nach „Wie anstrengend!“ anhörte. Da hatte er recht. Die zwei waren manchmal immer noch so kindisch wie früher. Anstrengend.
„Hört jetzt gefälligst mit diesen Kinderreinen auf, oder ihr bekommt nichts zu essen!“, drohte ich ihnen und sofort lagen die empörten Blicke der beiden auf mir und schon fingen sie zu protestieren an. „Aber Sakura-chan, das kannst du doch nicht machen!“, rief Naruto laut los, während Kiba ihm zustimmte. „Er hat Recht! Wir verhungern dann doch!“ Ich hob auf Kibas Worte hin nur meine Augenbrauen und ein kurzes Auflachen verließ meine Kehle. „So schnell verhungert ihr schon nicht“, meinte ich resigniert und im nächsten Moment hörte man ein lautes Magenknurren. Naruto hielt sich seinen knurrenden Magen und er sah mit einem gequälten Gesichtsausdruck zu mir. „Doch und es fängt schon an!“, piepste er mit einer höheren und schon fast hysterischen Stimme, während Shikamaru nur laut aufseufzte. „Jetzt gib den beiden schon was zu essen Sakura, sonst wird das hier noch anstängender“, meinte der Nara und Neji nickte zustimmend.
„Die nerven ja jetzt schon!“ Nach kurzem zögern stimme ich den beiden zu. Sie hatten ja recht. Eine kleine weile später hatte jeder was zu essen und eine guttuende Stille hatte sich zwischen uns ausgebreitet. Eine Stille die mich wieder in finstere Gedanken gleiten ließ. Sofort verging mir der Appetit und mein selbstgemachtes Essen starrte mich an. Ekel stieg in mir hoch. Jetzt war es schon so weit. Sasuke schaffte es schon, bei den bloßen Gedanken an ihn meinen Appetit vergehen zu lassen. Ganz toll. „Hmm, das schmeckt echt lecker Sakura-chan!“ Wieder schaffte es Naruto nur mit seiner Stimme, die für mich schon fast ein Anker des Trostes geworden war, mich aus den dunklen Gedanken zu holen. Ein Lächeln erschien auf meinen Lippen und ich begann, trotz dem Kloß im Hals zu essen. Sasuke würde es nicht schaffen, dass ich wegen ihm eine Essstörung bekam. Nein. Soweit würde ich es nicht kommen lassen.
„Wie gehen wir jetzt weiter vor?“ Neji sah uns fragend an, als er seine leere Schale zur Seite stellte. Fast schon wie automatisch wanderten alle Blicke zu Shikamaru. Immerhin war er hier der Stratege, der immer einen guten Plan auf die Beine stellte und immer an alles dachte. Der Nara seufzte nur auf, ehe er seinen Blick gen Himmel richtete und die Sterne beobachtete. Keiner sagte ein Wort. Wir wussten alle, das Shikamaru nachdachte. Dies hatte er schon immer so gemacht. Er beobachtete Sachen, in diesem Fall den Sternenhimmel, der heute Nacht wirklich schön war und zauberte einen genialen Plan aus seiner Tasche. Einige Minuten des Schweigens vergingen, indem wir den Nara gespannt beobachteten, mit Ausnahme von Naruto, der wohl schon seine siebte Portion Eintopf in sich rein schaufelte und dabei genüsslich vor sich hin schmatzte. Nach einer kleinen Ewigkeit, die mir wie Stunden vorkamen, senkte Shikamaru seinen Kopf wieder und seufzte wieder leise.
„Und? Ist dir was eingefallen?“, fragte Neji leise nach, während wir anderen gespannt zu Shikamaru sahen, der sich noch nicht bewegt hatte. Selbst Naruto sah jetzt aufmerksam zu den Nara, da er endlich mit dem Essen fertig war.
„Hmm“, war das einzige was der Nara von sich gab. Gespannt und auch leicht ungeduldig schaute ich weiter zu ihm. Ihm musste doch was eingefallen sein. Sonst fiel ihm in verzwickteren Situationen doch auch immer was ein, was uns dann den Arsch rettete. Doch je länger Shikamaru so still und mit geschlossenen Augen da saß, kamen immer mehr Zweifel in mir auf. Was ist, wenn ihm nichts einfiel? Was ist wenn wir nie Sasuke finden würden? Dann würde ich nie meine Tochter finden! Dieser Gedanke jagte mir Angst ein. Kalt und grausam kroch sie meinen Rücken hoch und breitete sich in meinen ganzen Körper aus. Nein. So durfte ich nicht denken. Es würde alles wieder gut werden. Ich musste mich jetzt endlich beruhigen und meinen Freunden mehr vertrauen. Es war ja nicht so, dass ich alleine war. Sie halfen mir immer. Egal ob es Beruflich oder Privat war. Ich konnte mich immer auf sie verlassen. Dann würde es ja nicht zu schwer sein, darauf zu vertrauen das Shikamaru etwas einfallen würde, dass uns weiter brachte. Kaum hatte ich dies gedacht, sah ich wie Shikamaru seine Augen öffnete und uns entgegen sah.
„Und?“
Dieses mal war es Naruto gewesen, der dies gefragt hatte und ich hörte die Anspannung aus seiner Stimme heraus, während der Blonde sich auch etwas vorgebeugt hatte und den Nara nicht aus den Augen ließ. Dieser sah nur ernst in die Runde.
„Ich habe mir überlegt, dass wir mal Orochimarus ehemaliges Versteck unter die Lupe nehmen sollten. Nachdem Orochimaru nicht mehr unter den Lebenden wandelt ist es eh verlassen und es könnte doch gut möglich sein, das Sasuke sich in eins der Verstecke breit gemacht hat“, erhob Shikamaru das Wort und so schlecht klang sein Vorschlag gar nicht. Es konnte gut möglich sein, das Sasuke sich tatsächlich in eins der Verstecke Häuslich niedergelassen hatte. Zumindest tat er das ja schon nachdem er von Konoha weggegangen war. Außerdem war es besser dort anzufangen, als planlos durch den Wald zu spazieren und zu hoffen, dass wir rein zufällig über ihn stolperten. Vielleicht kamen wir so unseren Ziel schneller näher. Die anderen schienen gleicher Meinung zu sein.
„Okay Leute! Dann ist es entschieden. Nehmen wir Orochimarus Hütte mal hoch und stellen es auf den Kopf!“, rief Naruto mit seinen Fuchsgrinsen und ich sah ihm schon an, das er sich wirklich freute Orochimarus Bude auseinander zu nehmen. „Bevor wir das aber machen, sollten wir davor noch ein wenig schlafen“, erhob Neji das Wort und Shikamaru und ich stimmten ihm zu. „Ich übernehme die erste Wache“, meinte Kiba und Akamaru bellte kurz zustimmend auf. Wir nickten den Inuzuka zu und ich verschwand in mein Zelt. Erschöpft ließ ich mich auf meinen Schlafsack fallen. Hoffentlich konnte ich heut besser schlafen, als die letzten Nächte. Die Sorge und die Angst um meine Tochter hielten mich wach und hinderten mich daran mich auszuruhen. Meine sorgen waren wohl unbegründet, denn kaum lag ich in meinen Schlafsack fielen mir erschöpft die Augen zu und ich fiel in einen tiefen Schlaf.
~.~
„Dort unten ist es!“ Wir sahen alle zu Neji, der zwischen Shikamaru und Naruto hinter einem Gebüsch kniete und mit seinen Byakugan die Umgebung musterte. Also doch. Hier war eins von Orochimarus Verstecken. „Siehst du irgendwas?“, fragte Shikamaru, doch Neji schüttelte verneinend seinen Kopf. „Ich entdecke kein Lebenszeichen. Es ist wohl verlassen“, meinte der Hyuga, doch wir wussten alle, dass man sich trotzdem nicht all zu sicher fühlen sollte. Wir sprachen hier von Orochimaru und dieser hatte so einiges auf Lager gehabt. Da würde es mich nicht wundern, wenn er auch einen Weg gefunden hätte, Kekei Genkais auszutricksen. „Kiba, riechst du was?“ fragte Shikamaru nun an den Inuzuka gewandt. Dieser hob seinen Kopf leicht und schnüffelte in der Luft. Ein paar Sekunden später schüttelte er verneinend seinen Kopf und Akamaru machte auch keinen Eindruck dass etwas nicht stimmte. Er saß entspannt neben Kiba und hechelte,ehe er sich kurz sein Maul leckte und dann seine lange rote Zunge auf der Seite raus hängen ließ. „Abgesehen von Narutos stinkenden Füßen rieche ich nichts“, meinte Kiba mit einem fiesen Grinsen, während Naruto seinen Kopf zu Kiba herum riss. „Hey, ich hab keine stinkigen Füße!“, knurrte der Blonde empört und es drohte wieder ein Streit zwischen den Beiden auszubrechen, doch ich erstickte die Glut im Keim. Ich hob meine Fäuste und gab beiden eine saftige Kopfnuss, dass sie den Boden küssten. „Haltet endlich eure Klappe!“, zischte ich mit einer leicht säuerlichen Stimme und beide waren klug genug meiner Aufforderung nach zu kommen. Sie waren nämlich mucksmäuschenstill.
Ohne noch ein weiteres Wort zu sagen, stand ich auf und setzte mich in Bewegung. Die anderen folgten mir leise. Am Eingang des Versteckes, was ein hohler Eichenstamm war blieb ich stehen und blickte über meine linke Schulter. Die anderen nickten mir zu und ich schlüpfte durch die schmale Öffnung des großen und dicken Stammes. Dunkelheit umfing mich, als ich eine schmale unebene Treppe nach unten folgte, dicht gefolgt von meinen Kameraden. Langsam tastete ich mich nach vorne und versuchte mein wild schlagendes Herz zu ignorieren. Ich hasste die Dunkelheit. Kaum hatte ich jedoch den Fuß der Treppe erreicht, ertönte ein lautes Zischen, dass mich an das fauchen einer Schlange erinnerte, bevor es plötzlich hell um uns wurde. Die Fackeln, die links und rechts an den Wänden befestigt waren, entflammten sich von selbst und tauchten den Gang der vor uns lag in ein dämmriges Licht. „Neji siehst du was?“, fragte Shikamaru wieder mit ernster Stimme hinter mir und ich drehte mich zu Neji um, der neben mich trat und sein Bluterbe aktivierte. Er sah sich genau um, schüttelte dann jedoch mit seinen Kopf.
„Alles sauber! Es scheint wirklich verlassen zu sein“, meinte der Hyuga und ich spürte leichte Enttäuschung in mir aufsteigen. Sasuke war also nicht hier. Sein Glück. Dann konnte er noch ein wenig weiter leben, bevor ich ihn in die Finger bekam. „Vielleicht finden wir trotzdem etwas was uns weiter bringt“, erhob Shikamaru das Wort und wir stimmten ihm zu. Jetzt wo wir schon mal hier waren, konnten wir den Laden auch auseinander nehmen. „Dann mal los!“, meinte Naruto, der mit einem breiten vorfreudigen Grinsen vortrat. Gemeinsam durchsuchten wir das Versteck und da es etwas größer war dauerte es ziemlich lange, bis wir zu den interessanteren Räumen gelangten.
Wir betraten einen großen Raum, der an einen Saal erinnerte und wo ein rießiger Thron in der Mitte stand. „Boah wie cool ist das denn!“, rief Naruto und schneller als wir kucken konnten hatte er es sich auf den Thron bequem gemacht und er sah mit einem sarkastischen Gesichtsausdruck zu uns. „Hmm-hmm, ja, so lässt es sich leben! Daran könnte ich mich gewöhnen!“, meinte er gespielt überzeugt. „Idiot!“, meinte ich lächelnd, als wir an ihm vorbei liefen und die Tür dahinter ansteuerten. „Hey,wartet!“, rief Naruto und er sprang vom Thron und beeilte sich uns einzuholen. Zusammen betraten wir den Raum und sofort war klar, dass dies Orochimarus Labor gewesen war. Ein ekelerregender Gestank schlug uns entgegen, der mich kurz zum würgen brachte. Es stank hier nach Tod und Verwesung. „Sorry Leute, ich kann da nicht rein!“, meinte Kiba, der sich die Nase zuhielt und kreidebleich im Gesicht war. Leicht bemitleidete ich ihn für seine viel zu feine Nase. Akamaru winselte ebenfalls und so blieben die beiden draußen. Wir anderen betraten den Raum und sahen uns um. Kein Wunder das es hier so stank. Ich entdeckte Körperteile von Mensch und Tier, die Seelenruhig vor sich hin gammelten. Bei denn Anblick wurde mir ganz schlecht.
„Herrgott diese elende Schlange hatte wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun“, sprach Naruto angewidert, als er sich mit einen angeekelten Gesichtsausdruck umsah. Ich stimmte ihm mit einem nicken zu. Orochimaru war wirklich krank gewesen. „Ich glaube das dürfte ganz interessant sein“, hörte ich Nejis Stimme und ich drehte mich zu ihm um. Er stand mit Shikamaru an eine Art Schreibtisch und besah sich dort etwas. Ich trat zu den beiden, dicht gefolgt von Naruto und wir sahen auf eine Karte, die schon recht vergilbt war. Es war eine Karte auf der alle Reiche abgebildet waren. Als ich sie genauer betrachtete, bemerkte ich viele kleine Kreuze die etwas kennzeichneten. „Was das wohl bedeutet?“ fragte Naruto, der sich leicht vorgebeugt hatte um besser zu sehen. „Wenn mich nicht alles täuscht, müsste es eine Karte sein, die all die Verstecke von Orochimaru kennzeichnet“, meinte Shikamaru leicht nachdenklich und ich sah den Nara etwas schief an. Orochimaru würde doch nie eine so wichtige Karte offen da liegen lassen oder? Anscheinend doch. Denn als ich die Karte genauer studierte befand sich ein Kreuz genau an der Stelle wo wir gerade waren.
Ein Grinsen schlich sich auf meine Lippen. Das ersparte uns natürlich die Arbeit die ganzen andern Verstecke zu suchen. Die anderen schienen genauso zu denken wie ich. Shikamaru seufzte nur genervt. „Das wird nervig!“, war das einzige was er dazu sagte und auch leicht Skiakamaru-like war. Er fand alles nervig und ansträngend. Doch wenn er recht hatte und Sasuke beherbergte wirklich einen von den vielen Verstecken, dann hatten wir ihn in null komma nichts gefunden, wenn wir die Verstecke eins nach dem anderen abklapperten. Meine Motivation und auch meine Laune stiegen erheblich an. Schon sehr bald hatte ich meine Tochter wieder und konnte Sasuke so richtig in den Arsch treten. In Gedanken tat ich das schon rund um die Uhr. Pausenlos. Wurde auch Zeit das auch mal in die Tat umzusetzen. „Kommt Leute! Nehmt die Karte und lasst uns von hier verschwinden. Mir ist schon ganz schlecht von diesem Gestank hier!“, rief Naruto und er sah wirklich etwas bleich um die Nase aus. Wir anderen hatten nichts dagegen einzuwenden. Shikamaru nahm die Karte an sich und steckte sie ein, ehe wir den Raum wieder verließen. Draußen angekommen entdeckten wir Kiba, der mit Akamaru auf uns gewartet hatte.
„Und habt ihr was gefunden?“, fragte dieser neugierig und wir nickten ihm zu. „Und ob mein Freund! Wir dürfen jetzt Findet den Schatz spielen! Die Karte haben wir schon!“, antwortete Naruto Kiba mit einer sarkastischen Stimme, während Kiba nur eine Augenbraue hoch zog. Fragend sah er uns andere an, doch ich schüttelte nur meinen Kopf über Narutos verhalten. „Wir haben eine Karte gefunden, die die ganzen Verstecke von Orochimaru kennzeichnet“, erklärte Shikamaru den Inuzuka und dieser nickte verstehend, ehe ein Grinsen auf seinen Lippen erschien.
„Die Jagt kann dann wohl beginnen!“
Kapitel 5
Seit einer Woche waren wir jetzt schon unterwegs und wir klapperten alle Verstecke von Orochimaru ab, die wir schafften. Ich glaube es waren schon über 20zig Verstecke gewesen. Ich wusste es nicht genau. Ich hatte nach dem fünften aufgehört zu zählen. Doch das ganze war bis jetzt ohne Erfolg gewesen. Die meisten waren verlassen wie das erste und in machen hatten sich ehemalige Oto-nins, die in den Dienst von Orochimaru gestanden hatten oder Nullachtfünfzehn Nuke-nins häuslich nieder gelassen, die uns aber nicht aufhalten konnten die Bude gründlich auf den Kopf zu stellen. Keine Spur von Sasuke oder ähnlichen, was mit dem Uchiha zu tun haben könnte das uns weiter brachte. Nichts. Meine Vermutung war, dass er mit den Jahren besser geworden war sich vor uns zu verstecken. Wir waren ja auch besser geworden, wenn es hieß ihn aufzuspüren. Was ich allerdings im Moment nicht so sah, doch Naruto blieb optimistisch. Er vertraute auf seinen Instinkt und dieser sagte ihm dass wir Sasuke schon bald finden würden. Das behauptete er zumindest. Ich war da eher anderer Meinung und meine anfängliche Hoffnung und Motivation war mit der Zeit auch wieder abgeklungen. Ich glaubte inzwischen auch schon, das Sasuke sich gar nicht in einen dieser vielen Verstecke verschanzt hatte. Er könnte ja überall sein. Herrgott. Wir suchten buchstäblich die Nadel im Heuhaufen und ich war schon knapp dran eine Fackel zu nehmen und das Heu niederzubrennen. Ich hatte langsam die Schnauze voll. Warum fanden wir ihn nicht endlich? Langsam machten das ganze meine Nerven nicht mehr mit.
„Dort vorne ist es!“, flüsterte Shikamaru, der mit der Karte in der Hand hinter einem Busch saß und in die Richtung zeigte, wo unser Ziel war. Wir hatten wieder ein Versteck ausfindig gemacht. Ich sah hinüber zu dem Eingang, der dieses mal eine Treppe war, die versteckt hinter dichten Bäumen und Büschen nach unten ins Erdreich führte. Fast alle Verstecke lagen unter der Erde und ich missbilligte leicht den Geschmack Orochimarus. Er war wirklich eine Schlange, die sich im tiefem dunklen Boden verkroch. „Neji siehst du was?“, richtete Shikamaru das Wort an den Hyuga, der mit seinem Byagugan bereits das Versteck unter die Lupe nahm. „Es ist eher ein kleines Versteck. Aber im hinteren Teil erkenne ich deutlich vier Chakrasignaturen!“, teilte er mit und in mir stieg doch wieder leichte Hoffnung auf. Vielleicht hatten wir Sasuke doch endlich gefunden. Er reiste mit drei weiteren Personen durch die Weltgeschichte.
„Worauf warten wir dann noch?!“, meinte Naruto und aus seiner Stimme hörte ich einerseits Aufregung und andererseits Anspannung heraus. Er dachte das gleiche wie ich. Leise und unser Chakra unterdrückend, dass es auch kein Sensor-Nin uns bemerkten würde, schlichen wir vorsichtig in das Versteck. Kaum waren wir im Inneren streckte Akamaru seine Nase in die Luft und schnüffelte aufgeregt, ehe er leicht winselte. Kiba nickte seinen Hund zustimmend zu und streichelte ihn über den Kopf.
„Ich weiß Akamaru. Ich rieche es auch“, meinte der Inuzuka zu seinem Hund, während wir anderen in wartend ansahen. „Riechst du was?“, meine Stimme klang aufgeregt und sie war beinahe ein leises Flüstern. Konnte es sein? Hatten wir Sasuke endlich gefunden? „Ja ich rieche was! Ich rieche Sasuke und noch weitere Personen“, antwortete mir Kiba und als ich Sasukes Namen hörte, machte mein Herz einen Sprung und ein komisches Bauchgefühl breitete sich in mir aus. Es war jedoch keine Freude ihn zu sehen, die ich empfand. Nein. Es war eher Erleichterung und lang verdrängte Wut, die sich in meinen Adern sich ausbreitete wie Gift. Endlich. Ich bekam meine Tochter zurück.
„Kiba hat Recht. Es ist wirklich Uchiha und sein Team“, bestätigte Neji, als er mit Hilfe seines Bluterbes nun genaueres Erkennen konnte. Dies reichte um meinen Verstand aussetzten zu lassen. Ich rannte ohne Nachzudenken los. Mir war im Moment alles egal. Ich wollte nur noch zu meiner Tochter, die nicht weit von mir in einem Raum war.
„Sakura-chan, warte!“, rief Naruto mir noch hinterher, doch ich ignorierte ihn. Meine Wut trieb mich voran und ließ alles um mich vergessen. Ich rannte durch die Gänge in die Richtung, von wo ich Sasukes Chakra spürte. Er war wirklich hier! Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass er sich wirklich in einen der Verstecke Orochimarus verstecken würde. Ich hatte schon die ganze Zeit daran gezweifelt, doch stellte sich dies als Fehler heraus. Wäre ich alleine losgezogen um ihn zu suchen, hätte ich in wohl nie gefunden. Ein Glück war ich nicht alleine gegangen. Ich hielt ein paar Meter vor einer Doppeltür an, hinter der sich die Chakrasignaturen befanden. Mein Atem ging etwas schwer, doch das war mir egal. Die Wut die in mir kochte und meinen Körper zittern ließ, wollte raus gelassen werden. Ich sammelte mehr als eigentlich nötig gewesen Chakra in meiner rechte Hand und legte all meine Wut zusätzlich noch hinein, ehe ich auf die Tür zutrat und auf sie einschlug. Das Holz gab unter meinen Schlag nach wie weiche Butter, die erhitzt wird und es zersplitterte zu kleinen Teilchen, die, genau wie die halbe Wand ebenfalls zu kleinen Bröckelchen zu Boden fielen. Eine Staubwolke stieg auf und ich hörte zudem lautes Fluchen und einen überraschten Aufschrei. Doch das interessierte mich nicht, als ich den Raum eintrat.
„SASUKE UCHIHA, DU VERDAMMTER BASTARD! GIB MIR SOFORT MEINE TOCHTER ZURÜCK!“
Mein Gebrüll hallte von den Wänden wieder, doch auch das war mir egal. Stocksauer trampelte ich schon fast über die Holzteile und zerbröckelten Steine, die mal die Tür und die Wand gewesen waren. „Was fällt dir ein und wer zum Teufel bist du überhaupt!“, hörte ich eine aufgebrachte Frauenstimme und ich sah zu dieser hinüber, als sich die Staubwolke langsam wieder legte. Sie hatte Rote verschnitten aussehende Haare, ebenso rote Augen und sie schob arrogant ihre rote Brille nach oben. Neben ihr stand ein Weißhaariger mit spitzen Zähnen, die aussahen wie die von einem Hai und einen Orangehaariger, der ein halber Riese war. Doch die interessierten mich nicht. Mein Blick blieb an der letzten Person im Raum hängen, der lässig in einem Stuhl saß und mir ruhig entgegen sah.
Sofort verengte ich meine Augen. „Das war eine nette Begrüßung Sakura.“ Seine Stimme jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken und Arme, doch ich ignorierte dies. Lieber funkelte ich ihn weiter wütend an.
„Wo ist meine Tochter?!“
Kalt und Gefährlich klang meine Stimme und ich beobachtete Sasuke ganz genau. Dieser jedoch verzog keine einzige Miene. Er sah mich weiterhin mit einem ruhigen Blick an. Einen Blick, der mich fast zum ausrasten brachte. „Verdammt Uchiha, ich hab dich gefragt wo meine Tochter ist!“, meine Stimme wurde zum Schluss hin immer lauter und gereizter und am liebsten hätte ich mich auf ihn gestürzt. Doch ich hielt mich zurück. „Sag mal wie redest du mit meinem Sasuke-kun, du dumme Kuh!“, brauste die Rothaarige auf, doch ich schenkte ihr nur einen kalten wütenden Blick, ehe ich wieder zu Sasuke sah, der keine Anzeichen machte sich zu bewegen oder mir zu antworten.
„Antworte mir Uchiha! Wo ist Sarada?!“
Ich hielt es langsam nicht mehr aus. Ich wollte zu meiner Tochter. Ich wollte sie in die Arme nehmen und mich vergewissern dass es ihr gut ging. Doch Sasuke machte mir einen Strich durch die Rechnung. Warum sagte er nichts? „Von wem spricht die eigentlich? Wer ist diese Sarada?“ Wieder die Rothaarige. Merkte die nicht, dass sie störte? „Sie ist meine Tochter “, antwortete Sasuke auf die Frage der Frau und dieser klappte die Kinnlade herunter, während die anderen beiden verblüfft zu Sasuke sahen. „Sasuke-bösschen du hast eine Tochter?“, platzte es aus dem Haimenschen heraus, während die Rothaarige so aussah als würde sie gleich umkippen.
Doch Sasuke achtete nicht auf die drei. Sein Blick ruhte nach wie vor auf mir. „Wie kommst du darauf dass sie hier bei mir ist Sakura?“
Oh wie ich seine Gegenfragen hasste. Er sollte mir doch nur meine Tochter wieder geben und ich würde mich sofort umdrehen und diesen hässlichen Ort wieder verlassen, doch natürlich tat er dies nicht. Ich öffnete gerade meinen Mund um ihm weiter anzupflaumen, als Naruto und die anderen in den Raum geplatzt kamen. Die hatten aber lange gebraucht. Sofort lag Sasukes Aufmerksamkeit auf Naruto, der ihn ebenfalls prüfend ansah.
„Teme, lange nicht mehr gesehen!“, grinste der Uzumaki, während Sasuke nur schnaubte. „Nach meinem Geschmack hätte es noch länger sein können, Dope!“ Bildete ich mir das nur ein oder lag ein Anflug eines Lächelns auf Sasukes Gesicht? Egal. Ich hatte gerade wichtigeres im Kopf, als zu beobachten, wie die zwei sich abcheckten. „Wir sind nicht hergekommen um zu plaudern Naruto!“, erhob Neji das Wort, ehe er zu Sasuke sah, der den Hyuga abschätzend musterte, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Denn Neji besah ihn mit dem gleichen Blick. „Wo ist Sarada, Uchiha?“, fragte der Hyuga und nicht nur mir viel auf, das Nejis Stimme kühler geworden war. Es war ein offenes Geheimnis, dass der Hyuga Sasuke noch nie leiden gekonnt hatte, obwohl die beiden sehr viel gemeinsam hatten. Sasuke jedoch sah den Hyuga nur kalt an und antwortete wieder nicht.
Langsam aber sicher reiste mir der Geduldsfaden. Konnte er nicht endlich den Mund aufmachen? „Teme…“ begann Naruto mit einer ernsten Stimme und Sasuke schnaubte nur auf. „Wo sie sein müsste, müsstet ihr doch am besten wissen! In Konoha natürlich!“ Sag mal wollte der mich verarschen? War das wirklich sein Ernst? Naruto sah auch misstrauisch und auch leicht ungläubig zu Sasuke. „Das ist nicht witzig Teme! Wo ist sie?“, meinte Naruto immer noch in einem ernsten Ton und er sah Sasuke ernst entgegen, genauso wie ich und die anderen auch. Doch dann fiel mir bei Sasuke etwas auf, was mich leicht stutzen ließ. Lag da leichte Verwirrung in seinem Blick? Nein. Das musste ich mir eingebildet haben. „Wieso sollte ich scherzen? Sarada ist nicht bei mir“, erhob Sasuke das Wort und er schien allmählich zu begreifen, um was es hier überhaupt ging. „Erzähl doch keinen Scheiß Uchiha! Wo sollte sie sonst sein?!“, mischte sich auch Kiba in das Gespräch mit ein, als ihm der Kragen platzte. Sasuke sagte nichts darauf. Er sah uns nur an, ehe sein Blick bei mir hängen blieb und da wusste ich, dass hier was ganz und gar nicht stimmte. Ich sah in seinem Gesicht, dass er das erste Mal davon hörte, dass etwas mit seiner Tochter nicht stimmte. Meine Wut von gerade eben klang ab und machte etwas anderes Platz. Panik.
"Sie ist nicht hier.“
Da war sie. Die Bestätigung für meinen schlimmen Verdacht. Ich spürte wie mein Körper taub wurde. Ich bekam nichts mehr mit. Wie als wenn ich Watte in den Ohren hätte, drang Sasukes Stimme nur leise und stumpf zu mir durch. Sie war nicht hier. Meine Tochter war nicht hier! Verzweiflung, Angst und blanke Panik stiegen in mir hoch und nahmen mir fast die Luft zu atmen. Ich musste hier raus! Sofort! Sonst würde ich noch durchdrehen!
Nur am Rande nahm ich wahr wie ich mich bewegte. Erst ganz langsam und dann spürte ich wie ich rannte. Ich musste hier raus! Ich bekam nicht mal mehr mit wie Naruto mir hinterher rief. Auch als ich draußen an der frischen Luft ankam, hielt ich nicht inne. Ich rannte einfach in den Wald hinein. Ich rannte, rannte, rannte und rannte. Mich interessierte es nicht mal, wenn ich über Baumwurzel, Sträucher oder Äste stolperte und mir an Zweigen meine Haut aufriss. Es war mir alles egal. Auf einer kleinen Lichtung hielt ich inne und ließ meinen Innerlichen Schmerz freien Lauf. Die Tränen liefen mir in Sturzbächen die Wangen hinab und raubten mir die Sicht. Sie war nicht hier. Meine Tochter war nicht hier! Wir hatten den weiten Weg umsonst gemacht! Plötzlich kochte die Wut heiß und brodelnd in mir hoch und vertrieb die Trauer. Ich war wütend auf mich selbst. Hätte ich nur besser auf meine Tochter aufgepasst, dann wäre es nie so weit gekommen! Wäre ich nur früher bei Hinata gewesen, dann hätte ich es vielleicht noch verhindern können! Diese Gedanken reichten aus um mich vollends ausrasten zu lassen. Blind vor Wut verwüstete ich meine Umgebung. Ich schlug war los auf Bäume und Felsen ein und selbst der Boden blieb nicht verschont. Schon sehr bald zierten tiefe Krater und Schlaglöcher den Boden. Nur nach ein paar Minuten sah die Lichtung aus, als hätte es hier einen schweren Kampf gegeben, dabei war es nur ich die das bewerkstelligt hatte.
Irgendwann ließ ich mich ausgepowert und schwer atmend zu Boden fallen und begnügte mich damit in die Leere zu starren. Es war alles umsonst gewesen! Wir hatten umsonst nach Sasuke gesucht! Doch wo war meine Tochter dann, wenn nicht bei seinem Vater? Hinata hatte doch gesagt, dass Sasuke Sarada mitgenommen hatte und ich bezweifelte das Hinata uns angelogen hatte. Aber warum war Sarada dann nicht bei ihm? Ich verstand es nicht. Was war hier los?
„Na hast du dich jetzt endlich abreagiert?“
Ich drehte mich nicht zu ihm um. Ich wusste auch so wer hinter mir stand. Ich hatte sein Chakra schon eine weile lang in der Nähe gespürt, doch ich hatte ihn ignoriert. Ich antwortete nicht. Es war sowieso komisch das er mir hinterher gegangen war. Er war doch sonst nicht der Typ, der sich Sorgen um jemand anderen machte. Er seufzte, ehe ich seine Schritte vernahm, die näher zu mir kamen. Ich spürte seinen Blick auf mir, als er nun dicht hinter mir stand, doch drehte ich mich immer noch nicht um.
„Naruto hat mir alles erzählt! Doch ich versichere dir Sakura, dass ich es nicht war die Hinata angegriffen und unsere Tochter entführt hat!“
Ich schnaubte ungläubig auf seine Worte auf. Ja, klar. Wer sollte es denn sonst gewesen sein? Es gab nicht gerade viele Sasuke Uchihas die in der Weltgeschichte umher liefen. „Wo ist sie dann? Wie erklärst du dir das alles?“, meine Stimme war nur ein raues flüstern. Er schwieg. Also fiel dem ach so tollen Uchiha auch keine Erklärung ein.
„Ich glaube Akazuki hat da seine Finger mit im Spiel.“
Ich stockte, als ich dies hörte. Das erinnerte mich an das was Hinata gesagt hatte und ich für kurze Zeit verdrängt hatte. Langsam drehte ich mich doch zu ihm um. Unsere Blicke trafen sich und eine gefühlte Ewigkeit sahen wir uns nur stumm in die Augen, während mein Hirn auf Hochtouren lief. „Hast du was mit Akazuki zu tun?“, fragte ich ihn leise und mit einen anklagenden Blick, den er ruhig erwiderte. Er sagte nichts darauf. Er sah mich einfach nur weiter an. Ruhig wartete ich darauf, dass er mir antwortete, während ich meine Augen leicht verengte. Hinata hatte gesagt, dass Sasuke einen Akazuki-Mantel getragen hatte, aber warum trug er jetzt keinen mehr und warum hauste er in einen der Verstecke Orochimarus und war nicht bei den Akazuki? War das nur ein abgekartetes Spiel, was er da mit mir trieb? Irgendwas stinkte hier ganz gewaltig bis in den Himmel hoch.
„Glaubst du das wirklich?“ Na toll. Wieder einer seiner berühmten Gegenfragen. Konnte dieser Mann eigentlich nicht ein einziges mal normal antworten, wie andere Menschen auch, denen man eine Frage stellte? Nein, natürlich nicht. Diese verdammten Uchiha. Die waren doch alle gleich. „Sag du es mir“, knurrte ich schon fast, als mir wieder leichte Wut in mir hochkochte. Er machte mich wahnsinnig. Sasuke legte seinen Kopf schief, während er mich immer noch mit dem gleichen Blick ansah.
„Wieso sollte ich etwas mit Akazuki zu tun haben? Seitdem ich Itachi besiegt habe, bin ich bei denen alles andere als Willkommen!“ Mit hochgezogener Augenbraue sah ich ihn misstrauisch an. Woher sollte ich denn wissen, dass er mich nicht verscheißerte. „Ich habe aber etwas anderes gehört! Hinata hat gegen dich gekämpft und da hast du einen Akazuki-Mantel getragen“, hielt ich dagegen und ich glaubte an die Worte meiner besten Freundin. Warum sollte sie mich und ihren Mann belügen? Das war unvorstellbar bei der ehemaligen Hyuga. Ich sah wie sich Sasukes Gesichtszüge leicht verdunkelten. „Dann hat Hinata sich eben verkuckt! Vielleicht war es eine billige Kopie von mir!“, sprach er mit einer gereizten Stimme, während er sich leicht zu mir runter beugte. Ich funkelte ihn aber weiter nur wütend an. „Eine billige Kopie von dir also huh?! Dann verrate mir mal wie diese Kopie dein Sharingan hatte und Hinata mit deinem Chidori die Schulter durchbohrt hat. Erklär mir das mal!“, meine Stimme wurde immer lauter und wütend krallte ich meine Finger in seinen Kragen und zog ihn noch ein Stück näher zu mir. Er legte sich mit der falschen an.
„Was weiß ich denn! Aber ich war es trotzdem nicht!“, knurrte Sasuke und ich hörte deutlich seine Wut heraus. Da waren wir schon zu zweit. „Gib es zu dass du es warst und gib mir meine Tochter wieder!“, verlangte ich, während ich mich zusammen reißen musste um ihn nicht ungespritzt in den Boden zu rammen. „Jetzt fängst du wieder damit an! Ich hab dir schon gesagt, dass ich es nicht war, der unsere Tochter entführt hat!“, knurrte Sasuke mit einer gefährlich leisen Stimme, doch ich schnaubte nur. Das konnte er anderen weiß machen aber nicht mir. Böse starrten wir uns an und dabei bemerkte ich erst jetzt, wie nah wir uns unabsichtlich gekommen waren. Unsere Gesichter trennten sich nur noch Millimeter voneinander. Ich konnte seinen warmen und vor Wut schnellen und schweren Atem an meiner rechten Wange spüren. Plötzlich gänzlich von seiner Nähe bewusst, zog sich eine kribbelnde Wärme durch meinen Körper und sammelte sich in meinen Unterleib. Sasuke musste meine Gefühle in meinen Blick gesehen haben, denn plötzlich und ohne Vorwarnung presste er seinen warmen Mund fest auf meinen. Somit verschluckte er jedes weitere Wort, das ich gerade auf der Zunge hatte, als er seine Lippen mit meinen verschloss.
Kapitel 6
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Kapitel 6 (zensiert)
Es war wie als wenn sich ein Schalter in mir umlegen würde. All die Gefühle für ihn, die ich Jahre lang erfolgreich unterdrückt hatte, brachen mit einem mal wieder in mir aus, als ich seine Lippen auf meinen spürte. Ich fühlte mich wie im Rausch. Ich küsste ihn fordernder und drückte meinen Körper so nah an seinen wie nur irgend möglich war. Seine Wärme und auch sein berauschender Duft der mich immer an Vanille erinnerte umfing mich und hüllte mich ein. „Ich habe dich vermisst Sakura“, gestand Sasuke zwischen zwei weiteren heißen Küssen. Ich konnte ihn da nur zustimmen. Ich hatte ihn auch vermisst. Sehr sogar. So sehr das ich an mir halten musste um nicht die Kontrolle über mich zu verlieren. Mein Körper brannte schon fast vor unterdrückter Leidenschaft und ich spürte, das es Sasuke genauso ging. Ich spürte seine Anspannung in seinen Schultern, als ich meine Hände darauf gelegt hatte. „Sasuke. Ich will dich. Jetzt.“
Scheiß drauf, dass er sich Jahre lang nicht bei mir blicken gelassen hat. Scheiß drauf, dass ich verdammt sauer auf ihn war. Und verdammt noch mal Scheiß drauf, dass ich ihm noch vor ein paar Minuten vorgeworfen hatte, dass er unseren Sohn angeblich entführt hatte. Dieses Thema konnten wir später wieder aufnehmen. Ich wollte ihn für den Augenblick nur noch hart und bereit zwischen meinen Beinen spüren.
Sasuke grinste schellmisch über meine Worte, doch spürte ich, dass er genau das gleiche wollte. Er küsste mich wieder. Hart. Drängend. Meine Hände waren überall. Ich strich ihn über Brust, Rücken und Hintern, streichelte ihm zärtlich im Gesicht und verfing mich in seinen Rabenschwarzem weichem Haar. Ich konnte nicht genug von ihm bekommen. Viel zu lang hatte ich ihn nicht mehr berühren können und ich wollte jede Minute auskosten....
Eine Zeit lang lagen wir still nebeneinander und sahen zum Himmel hoch. Ich genoss es, nach all der Zeit die seit unseren letzten Wiedersehen vergangen war, seine Nähe wieder zu spüren. Ich hatte dies vermisst. Dies fiel mir mit einem mal auf, als ich ihm so nah war. Ein leichtes Lächeln erschien auf meinen Lippen, dass gleich wieder verschwand. Dieser Moment wäre noch perfekter, wenn Sarada zwischen uns liegen würde. Ich stellte mir vor, wie meine süße kleine Tochter breit grinsend ihren Vater eine Wolke zeigen würde, die wie ein Häschen aussah, während sie bewundernd und stolz ihren Vater aus den Augenwinkel beobachten würde. Ja. Das war meine Vorstellung von einer perfekten Familie. Bei diesem Gedanken wurde mir das Herz schwer. Schade, dass es nicht so in der Realität war. Ich drehte mich zur Seite und sah zu Sasuke. Leicht stockte mir der Atem, als ich bemerkte, dass er mich die ganze Zeit schon beobachtet hatte. Doch konnte ich seinen Gesichtsausdruck nicht deuten. Wie immer hatte er seine Gefühle perfekt unter Kontrolle. „Denkst du wirklich das Akazuki etwas damit zu tun hat?“ Ich beobachtete seine Reaktion. Doch wie nicht anders zu erwarten, zeigte Sasuke keine Regung. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper. Er seufzte nur kurz und schloss für einen Moment seine Augen, ehe er mir wieder entgegensah.
„Ausschließen können wir es nicht, denn das Double von mir trug ja einen Akazuki-Mantel. Sie wollten mit Sicherheit, dass ihr erst nach mir sucht und mir die Hölle heiß macht, was dir ziemlich gut gelungen ist, Sakura!“ Er grinste mich an, während ich nur meine Augen leicht verengte. Nach meinem Geschmack hatte ich ihm nicht zu sehr in den Arsch getreten, wie ich es eigentlich vorgehabt hatte. Ich hätte es vielleicht noch, hätte ich nicht gleich herausgefunden, das Sarada gar nicht bei ihm war. „Dann haben wir genauso gehandelt wie sie es gewollt haben, denn statt bei meiner Tochter bin ich nun bei dir“, sprach ich mit einer nüchternen und sachlichen Stimme und jetzt wo ich so darüber nachdachte, hatten wir viel zu schnell gehandelt, als sich hinzusetzen um noch mal ruhig darüber nachzudenken und die Fakten auf den Tisch zu legen. Verdammt. Über mich selbst ärgernd biss ich mir auf meine Unterlippe, ehe ich fragend in Sasukes Pechschwarze Augen sah.
„Wirst du uns helfen?“
Meine Frage war leise und zögernd über meine Lippen gekommen, während ich Sasuke unverwandt ansah. Sein Gesicht verdunkelte sich und er sah mich mit einem vorwurfsvollem Blick an. Er wirkte fast beleidigt.
„Natürlich helf ich dir Sakura. Sie ist schließlich auch meine Tochter! Wer meine Familie angreift, greift auch mich an!“ Mir stockte der Atem bei seinen Worten. Seine Familie? Mein Herz machte einen Sprung und wärme breitete sich in mir aus. Wir waren ihm doch wichtig. Das machte mich noch mehr glücklicher, als ich es beschreiben konnte. Ein warmes Lächeln erschien auf meinen Lippen, ehe ich mich zu ihm vorbeugte und ihn küsste. Sasukes Finger vergruben sich in meinen Blassrosa Haaren und ich genoss diesen Moment. Als wir uns wieder voneinander trennten sah ich Verlangen und noch mehr Verlangen in seinem Blick, doch wir konnten nicht noch länger hier bleiben. Bald würde schon einer aufbrechen um nach uns zu suchen, wenn diese Rothaarige das nicht schon längst getan hatte. Ich hatte gleich gesehen, dass sie einen Narren an Sasuke gefressen hatte, wie ziemlich jede Frau, die ihm begegnete. Sie war ja sowieso aus dem Häuschen, als sie erfahren hatte, das Sasuke eine Tochter hatte. Also konnte ich mich schon mal drauf einstellen, dass ich mit ihr in naher Zukunft aneinander geraden würde. Aber das war mir egal. Sie war nicht die erste, mit der ich mich anlegen musste.
„Wir sollten zurück gehen“, meinte ich nebenbei und Sasuke nickte nur. Doch keiner von uns beiden rührte sich. Wir sahen uns weiterhin in die Augen, ehe ich seufzte und den ersten Schritt machte, indem ich mich erhob. Sasuke tat es mir gleich. Nun standen wir uns gegenüber. Ich zögerte kurz, doch dann streckte ich meinen linken Arm aus und legte meine Hand in seine. Sasuke erwiderte meinen Händedruck und verflocht unsere Finger. Wieder machte mein Herz einen Sprung. Auch das war schon sehr lange her, als wir dass das letzte mal getan hatten. Erinnerungen stiegen in mir hoch, die ich aber wieder verdrängte. Ich wollte es so lange genießen wie es ging. Denn ich wusste es würde nicht sehr lange dauern, bis sich unsere Wege wieder trennen würden. Dieses Wissen plagte mich immer wieder aufs neueste. Doch Sasuke hatte mich damals vor die Wahl gestellt und ich hatte meine Entscheidung getroffen, die ich immer wieder treffen würde. Ich hatte es akzeptiert und so würde es auch bleiben. Wir machten uns auf den Rückweg und unsere Hände waren die ganze Zeit miteinander verschlungen. Sasuke ließ nicht einmal los. Vielleicht wollte er es genauso lange wie ich genießen, bis die Zeit gekommen war um uns wieder zu trennen. Ich sprach ihn nicht darauf an. Er würde mir sowieso nur das gleiche sagen, was er mir damals auch schon gesagt hat. Mit einem mal stieg mir die Erinnerung hoch, als ich ihm von meiner Schwangerschaft erzählt hatte.
“Sasuke, ich muss dir was sagen.“
Ich spürte, wie er seinen Kopf leicht dreht und mich von oben herab fragend ansah. Ich konnte dennoch sein Gesicht nicht sehen, da mein Kopf auf seiner nackten Brust lag und ich mit meinem Zeigefinger unsichtbare Muster auf seinen durchtrainierten Bauch zeichnete. Wir lagen in meinem Bett in meiner Wohnung, die ich vor nicht zu langer Zeit bezogen hatte. Sasuke hatte sich wie schon so oft in Konoha eingeschlichen und verbrachte die Nacht oder auch mehrere Nächte bei mir. Genauso wie heute. Ich wusste schon gar nicht mehr wann das alles angefangen hat. Irgendwann hatten wir uns zufällig auf einer meiner Einzelmissionen getroffen und hatten uns sogar bekämpft. Ich musste immer noch schmunzeln, als ich daran dachte. Damals hatte Sasuke mich ziemlich schnell in die Ecke getrieben und mich zwischen sich und einen Baum gedrückt. Ich hatte sein Katana an meiner Kehle ignoriert und ihn unverblühmt gefragt ob er so jede Frau auf die Pelle rückte. Sasuke hatte erst mal blöd gekuckt, ehe er sein Schwert weggesteckt hatte und angefangen hat mit in mein Spiel einzusteigen. Damals waren wir uns dort zum ersten mal näher gekommen und danach kam es immer mehr zu zufälligen Treffen, ehe er angefangen hat sich in mein Schlafzimmer zu schleichen. Ein Wunder das es noch keiner bemerkt hat. Denn dann würde ich gewaltigen Ärger bekommen, weil ich mich mit einem Nuke-nin eingelassen hatte.
Ich seufzte kurz, ehe ich aufhörte Muster auf seinen Bauch zu zeichnen und mich in eine sitzende Position aufrichtete um ihn ansehen zu können. Sasuke erhob sich auch leicht, während er mich immer noch fragend ansah. Er verstand wohl nicht, warum ich plötzlich so angespannt war. „Sakura?“, fragte er nach und ich hörte deutlich seine Verwirrung heraus. Ich biss mir auf die Unterlippe und hielt meinen Blick gesenkt. Verdammt. Ich wusste nicht, wie ich ihm das sagen sollte. Ich hatte Angst, dass er mich dann anklagend ansah und mir mit kalter Stimme erklärte, dass es zwischen uns vorbei war. Das wollte ich auf keinen Fall. Doch konnte ich es ihm auch nicht verschweigen. Irgendwann würde er es sowieso erfahren. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und sah ihm mit festem Blick in die Augen.
„Ich bin schwanger.“
So jetzt war es raus. Ich hielt den Atem an und beobachtete angespannt seine Reaktion. Die ziemlich amüsant ausfiel. Sasuke starrte mich im ersten Moment noch mit einem ruhigen und nichtssagenden Blick an und im nächsten Augenblick riss er seine Pechschwarzen Augen weit auf. Seine Kinnlade fiel buchstäblich nach unten und er schien jetzt erst meine Worte zu realisieren.
„S…Schwanger? Bist … du dir… sicher?“
Ich blinzelte ihn im ersten Moment auch nur an und brachte kein Wort heraus. Ich hatte zwar mit allem gerechnet, aber mit so einer Reaktion auch wieder nicht. Es war das erstemal, seitdem ich Sasuke jetzt schon kannte, dass ich ihn sprachlos und total überrumpelt sah. Ich brachte nur ein Nicken zustande, während sich langsam ein Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete. Das hier war das komplette Gegenteil von dem was ich mir vorgestellt hatte, wie er auf diese Nachricht reagieren würde. Langsam breitete sich Hoffentlich in mir aus. Allmehlich bekam Sasuke seine Gesichtszüge wieder unter Kontrolle, während sich ein warmes kleines Lächeln auf seinen Lippen ausbreitete. Dieser Anblick ließ mein Herz einen Hüpfer machen. Ohne Vorwarnung stürzt er sich auf mich und ich stieß einen überraschten Schrei aus, als er mich umwarf. Ich landete wieder weich in den Kissen und Sasuke beugte sich über mich. Er küsste mich stürmisch und mit so einer Zärtlichkeit, dass es mir den Atem stockte. Dann als er mit meinen Lippen fertig war, rutschte er etwas an mir hinunter und streichelte zart meinen Bauch.
„Wir bekommen ein Baby“, hauchte er mit einer so sanften und zärtlichen Stimme, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Sasuke küsste und streichelte zärtlich meinen Bauch und in diesen Moment war ich nur noch glücklich. Er freute sich. Den Mann denn ich liebte, freute sich das wir zusammen ein Kind bekamen. In diesen Moment war ich die glücklichste Frau der ganzen Welt.
Ich kam aus meinen Erinnerungen, als Sasuke neben mir anhielt. Ich blinzelte und bemerkte erst jetzt dass wir wieder vor dem Eingang des Versteckes standen. Ich hatte gar nicht mitbekommen, wie wir zurück gegangen waren. Für meinen Geschmack war es viel zu schnell gegangen. In den Augenwinkeln sah ich, wie aus den Schatten eine Person trat. Es war Naruto. Anscheinend hatte er hier an einen Baum lehnend auf unsere Rückkehr gewartet. Er grinste uns wissend an und sein Blick blieb an unseren Händen hängen, die immer noch miteinander verschlungen waren, ehe er uns wieder ansah.
„Das hat aber lange gedauert! Hat Sakura-chan dich erst hart ran genommen und dann wieder zusammen gesetzt oder warum habt ihr so lange gebraucht?!“
Sasuke und ich starrten ihn mit einem finsteren Blick an, den Naruto gekonnt ignorierte. Sein Grinsen wurde dadurch nur noch etwas breiter. „So was in der Art“, meinte Sasuke wieder mit seiner gewohnten kühlen Stimme, als er meine Hand los ließ und an Naruto vorbei trat, der ihn belustigt folgte. „Hey seit wenigstens etwas dankbar. Die Rothaarige Furie, ich glaub Karin heißt sie, wollte schon einen Suchtrupp nach dir los schicken. Eindeutig warst du nach ihrem Geschmack zu lange aus ihrer Reichweite entfernt, dass sie schon Entzugserscheinungen gehabt hat. Herrgott Teme, du solltest bei deiner Wahl an Teamkollegen das nächstemal genauer hinschauen. Die Kleine ist ja mir schon zu nervig. Ich konnte sie nur mit Müh und Not davon abbringen den ganzen Wald nach dir abzusuchen!“, erzählte Naruto ohne dabei mal Luft zu holen und ich verdrehte die Augen. Doch sein gesagtes bestätigte nur meinen Verdacht, dass ich mit dieser Karin noch gewaltigen Ärger bekam. Wenn nicht sogar schon in ein paar Minuten.
Mein Verdacht bestätigte sich, als wir zurück in das Versteck traten. Als wir nämlich zurück in den Raum gingen, wo ich noch vor kurzem die Tür und auch fast die ganze Wand demoliert hatte, hing Karin schon um Sasukes Hals. „Ooooohhh Saaaaasukeeee-kuuuuun…“, fing sie an zu schnurren und bei ihrem Ton wurde mir ganz schlecht. „Ich hab mir ja sooooolche Sorgen gemacht. Wo warst du nur so lange?!“, angewidert wandte ich mich von dieser dramatischen Szene vor mir ab und begegnete Narutos Blick, der sich bei meinem Gesichtsausdruck ein Kichern verkneifen musste. Hab ich´s dir nicht gesagt? sprachen seine Augen förmlich und ich nickte ihm nur schlecht gelaunt zu. Er hatte wirklich recht gehabt. „Karin, lass das!“, meinte Sasuke kalt, als er sie von sich abschüttelte. Die Rothaarige zog daraufhin einen Schmollmund der wohl süß aussehen sollte. Zu dumm, dass es wohl eher das Gegenteil bewirkte. „Hey Karin, hör auf Sasuke-böschen zu stalken, das nervt!“, erhob der Haimensch, der glaub ich Suigetsu hieß das Wort und sofort lag Karins Blick bei ihm. Sie sah ihn mit einem aggressivem Gesichtsausdruck an, ehe sie auf ihn los ging. „Sag das noch mal du rumlaufende Wasserpfütze! Ich stalke Sasuke-kun nicht, ich hab mir nur Sorgen um ihn gemacht!“, schrie sie und das war der Anfang der Zankerei der beiden.
Shikamaru, der auf einen Steinbrocken saß, der mal zur Wand gehört hatte, seufzte nur lauf auf, während Neji und Kiba die Augen schlossen und stumm blieben. Ich konnte aber auch so an ihren Mienen ablesen, dass sie genauso genervt von Karin waren wie ich selber. Die war ja noch schlimmer drauf, als wenn Ino ihre Tage hatte. Da brauchte man meine blonde Freundin nur schief anschauen und sie ging in die Luft. „Das reicht jetzt! Karin! Suigetsu!“ Sasukes kalte Stimme peitschte wie ein Schlag durch den Raum und sofort hielten die zwei Streithähne inne. „Aber…“, begann Karin zu protestieren, doch als sie Sasukes eiskalten Blick sah, schluckte sie schwer und überlegte sich wohl doch anders. Hier sah man wirklich sofort wer die Hosen in diesen Team anhatte. Wäre Sasuke immer noch bei uns in Konoha, würde diese Aktion seine Teamkameraden nicht im geringsten einschüchtern. Nein. Im Gegenteil. Sie würden ihn nur herausfordernd angrinsen und nicht vor Angst erstarren, wie diese beiden hier. Naruto war das beste Beispiel. Er ging grinsend zu seinen besten Freund aus Kindertagen zu und klopfte ihn Freundschaftlich auf die Schulter.
„Man Teme! Nun sei doch nicht so streng zu ihnen! Da bekommt man ja fast schon Angst vor dir!“, man hörte deutlich seinen Sarkasmus heraus und ich seufzte nur. Naruto musste auch immer noch einen drauf hauen. Wie immer. Sasuke sah Naruto mit einem bösen Blick an, doch das störte den Uzumaki kein bisschen. Er grinste weiter. „Schön, da nun das geklärt ist, können wir ja mal weiterplanen, wie wir nun vorgehen sollen!“, erhob Shikamaru das Wort, als er sich erhob und staub von seiner Hose klopfte. Alle Blicke wanderten zu den Nara.
Er hatte Recht.
Wir hatten keine Zeit für so einen Kindergarten. Viel wichtiger war es nun zu planen wie wir weiter vorgingen.
Wir waren ja nicht zum Zeitvertreib hier.
Kapitel 7
„Und was schlägst du vor?“ Kiba sah fragend zu Shikamaru, als er in die Hocke ging und Akamaru anfing hinterm Ohr zu kraulen, der daraufhin ein zufriedenes Geräusch von sich gab und mit dem Schwanz wedelte. Shikamaru öffnete gerade seinen Mund, als Sasuke ihm zuvor kam. „Wir werden Akazuki aufspüren“, erklärte er knapp und deutlich wie immer und sofort lagen alle Blicke auf ihm. „Ach ja und wer sagt dass du hier was zu sagen hast Uchiha!“, maulte Kiba angriffslustig, während er Akamaru weiter hinterm Ohr streichelte.
„Kiba hör auf!“
Naruto sah warnend zu dem Inuzuka, der nur missbilligend aufknurrte, doch er sagte nichts mehr darauf. Gut. Sonst würde es nur in einer Prügelei enden. Ich kannte doch meine Jungs. Wir waren inzwischen schon erwachsen, doch verhielten sie sich immer noch wie früher. Nichts hatte sich geändert. „Das was Sasuke sagt ist gar nicht mal so verkehrt“, erhob Shikamaru das Wort, als er in seine Gesäßtasche griff und eine Zigarettenschachtel heraus holte. Schnell fischte er sich eine heraus und steckte sie in den Mund und zündete sie an. Wohl bewusst, dass er der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit war, zog er genüsslich an seiner Zigarette und inhalierte das Nikotin, ehe er es wieder ausblies. Ich rümpfte die Nase. Ich konnte dieses stinkende Zeug nicht ausstehen. Wie Temari das nur mit ihm aushielt wunderte mich immer wieder aufs neue.
„Was meinst du damit?“
Kiba sah den Nara immer noch verstimmt an. Dieser seufzte nur kurz, ehe er seinen Blick hob und Sasuke geradewegs in die Augen schaute.
„Ich meine das Sasuke recht hat. Wir sollten Akazuki ausfindig machen!“
„Aber wie habt ihr euch das alle vorgestellt? Wir wissen ja nicht mal wo Akazuki sich aufhält, geschweige denn ob Sarada wirklich bei denen ist“, mischte sich Neji mit ein, als er mit vor der Brust verschränkten Armen in die Runde sah. „Hinata-chan hat gesagt, das Sasuke einen Akazuki-Mantel getragen hatte. Da wir nun jedoch wissen das es nicht der echte Teme war, liegt es wohl sicher auf der Hand, das Sarada nur bei den Akazuki sein muss!“, das letzte fügte Naruto noch schnell hinzu als er Sasukes finsteren Blick auf sich spürte. Er hörte es wohl nicht gerne, dass er es war der kopiert worden war um an unsere Tochter heran zu kommen und uns alle zu täuschen. Ich knirschte mit meinen Zähnen, bei den Gedanken wie dumm wir doch gewesen waren. Hätten wir die Situation besser analysiert, würden wir hier nicht dumm rum stehen. Nein. Ich wäre schon längst bei meiner Tochter und könnte sie in die Arme schließen.
„Alles schön und gut, aber wie finden wir Akazuki? Wir wissen nicht wo ihr momentanes Versteck ist und dass wir noch mal so viel Glück haben und eine Karte finden, die uns die ganzen Verstecke kennzeichnet, glaube ich nicht“, meinte Neji sarkastisch, während Team Hebi fragend zu dem Hyuga schaute. „Was meinst er mit einer Karte? War unser Versteck so offensichtlich zu finden?“, erhob Suigetsu das Wort und Naruto grinste ihn frech an.
„Es war ein Klacks und wir hatten echt Glück, als wir die Karte die die ganzen Verstecke gekennzeichnet hat gefunden haben“, grinste der Uzumaki, während Suigetsu etwas blass um die Nase wurde. Ich sah, wie Karins Gesichtsausdruck immer wütender wurde, bis sie zu dem Haimenschen trat und in einen Schlag verpasste, den sein Kopf in Wasser auflösen ließ.
„Du verdammter Vollidiot! Du hattest die Karte bei dir und hast sie einfach liegen lassen?! Wie Hirnverbrannt muss man eigentlich sein!“, brüllte die Rothaarige den Haimenschen an, der gar nicht mehr dazu kam um sich wieder zu regenerieren, weil Karin unkontrolliert auf ihn einschlug. Wasser spritzte durch die Gegend und machte Boden, Wände und teilweise auch uns nass. Also übertreiben konnte man es ja auch. Der Arme hatte ja nicht mal Zeit sich zu verteidigen, weil er immer noch zu einer Pfütze verarbeitet wurde, während das laute Gebrüll Karins durch den Raum hallte.
„Karin das reicht jetzt!“
Sasukes kalte Stimme donnerte durch den Raum und ließ Karin inne halten. „Aber Sasuke-kun…“, erhob sie immer noch leicht gereizt das Wort, als sie sich zu dem Uchiha umdrehte. Doch Sasukes eiskalter Blick ließ hart schlucken. Mann sah sofort, wer in diesem Team die Hosen anhatte. „Es ist nun egal ob Suigetsu die Karte liegen gelassen hat oder nicht. Mich interessiert jetzt eher wo Akazuki sich aufhält“, sprach Sasuke weiter und Juugo, der die ganze Zeit still ihm Hintergrund gestanden hatte trat vor. „Ich mache mich sofort auf den Weg und spreche mit ein paar Tieren. Vielleicht weiß eins etwas über ein mögliches Versteck“, meinte Juugo und Sasuke nickte ihm zu. Sofort verschwand der Halbriese und Naruto sah ihm leise auf pfeifend hinterher. „Ich muss schon sagen Teme, du hast dein Team richtig im Griff!“, grinste der Uzumaki und sofort sah ihn Karin drohend an. Ich seufzte nur auf. Gleich ging ihr gezettere wieder los. Gott. Diese Frau war wirklich nervtötend. Wie hielt Sasuke das nur mit ihr aus?
„Solange Juugo fort ist, sollten wir uns etwas ausruhen, besonders du Sakura“, erhob Shikamaru das Wort und ich sah ihm trotzig entgegen. „Mir geht’s gut!“, versicherte ich ihm, doch Shikamaru sah mich nur abschätzend an. „Seitdem wir das Dorf verlassen haben, hast du nur sehr wenig geschlafen und auch wenig zu dir genommen! Du wirst dich jetzt etwas ausruhen!“
Sag mal wie redete er mit mir? War ich noch ein Kind oder was? Mein Blick verdunkelte sich, als ich Shikamaru wütend anstarrte. Einerseits wusste ich ja dass er recht hatte und er mir nur helfen wollte, doch wie konnte ich schlafen, wenn mein Kind da draußen in den Händen von Psychopathen war. „Ich sagte bereits dass es mir gut geht!“, stellte ich mich dagegen und die anderen seufzten nur auf. Sie kannten nur zu gut meinen Dickkopf. „Sakura-chan bitte. Tu uns einen gefallen und Ruh dich etwas aus. So bist du Sarada auch keine Hilfe“, mischte Naruto sich nun mit ein und mein Blick wanderte zu ihm weiter. Er sah mich mit seinen Azurblauen Augen bittend an und ich gab wiederwillig nach. Sie meinten es nur gut. Das sagte ich mir im stillen vor. Seufzend schloss ich kurz meine Augen, ehe ich mich umwandte. „Na schön. Ich leg mich etwas aufs Ohr. Aber wenn irgendwas ist, weckt ihr mich sofort verstanden?!“ Mein Team nickte mir zu und ich sah die Erleichterung in ihren Blicken. Sie machten sich wirklich Sorgen. Das verschaffte mir ein leichtes schlechtes Gewissen, als ich mich in Bewegung setzte und in den Flur hinaus trat. Ich betrat das erstbeste Zimmer das ich fand und sah mich kurz um. Es sah unbenutzt aus. Gut. Ich schloss die Tür hinter mir und trat auf das Bett zu. Schnell schnallte ich meine Taschen ab und zog mir meine Schuhe noch aus, ehe ich mich voll bekleidet ins Bett fallen ließ. Erst jetzt bemerkte ich die Müdigkeit, die ich die ganze Zeit schon unterdrückt hatte. Ich rollte mich auf die Seite und schloss meine Augen überzeugt davon, dass ich trotz Müdigkeit keine Ruhe finden würde.
Ich musste wohl doch eingeschlafen sein, denn eine Zeit lang später, wurde ich durch ein Geräusch geweckt. Ich schreckte auf, doch als ich Sasukes Chakra hinter mir wahrnahm, entspannte ich mich wieder. Wortlos hörte ich zu, wie er näher trat und sich genauso wie ich vorhin von seinen Waffen und Schuhen befreite, bevor er zu mir ins Bett kroch. Er rückte nah an mich heran und legte besitzergreifend seinen Arm um mich. Diese Geste ließ mich leicht lächeln. Wie oft war ich so im Bett gelegen und hatte mir genau dies vorgestellt? Zu oft. Es schmerzte schon fast, doch genoss ich seine Nähe. Seine Wärme, die mich nur in wenigen Sekunden ganz einhüllte. Seinen Duft. Ich schloss meine Augen und biss mir auf meine Unterlippe, um die Tränen zu unterdrücken, die in mir hochstiegen.
„Warum bist du hier Sasuke?“, leise war meine Frage, die still im Raum stand. Im ersten Moment erwiderte er nichts darauf, doch ich wartete trotzdem auf seine Antwort. „Das hier ist mein Zimmer. Mein Bett. Warum sollte ich nicht hier sein?“ Sag mal wollte er mich verarschen? Dieses Zimmer war doch leer gewesen, als ich vorhin hier eingetreten war. Ich stockte. Mit einen mal viel mir etwas auf, was ich vorhin übersehen hatte. Sasukes Geruch hing hier überall in der Luft. Ich steckte meine Nase in die Kissen und schnupperte vorsichtig daran. Eindeutig. Es roch nach Sasuke. Vielleicht hatte ich deshalb so gut geschlafen, weil mich sein Duft schon immer beruhigt hatte. Genau wie jetzt auch. Dies ließ ich mir aber nicht anmerken. „Tut mir Leid dich enttäuschen zu müssen, doch jetzt ist es mein Zimmer“, neckte ich ihn grinsend und ich spürte, dass er ebenfalls grinste. „Falsch. Es ist jetzt unser Zimmer“, flüsterte er mir ins Ohr und mich überkam ein Schauder, der sich in eine Gänsehaut verwandelte, als Sasuke anfing zärtlich an meinem Ohrläppchen zu knabbern.
Ich genoss seine Zärtlichkeit, ehe ich mich in seinen Armen zu ihm umdrehte und ihm in die Augen sah. „Unser Zimmer, ja? Hört sich gut an“, hauchte ich als ich mich zu ihm vorbeugte und ihn küsste. Ich spürte Sasukes schelmisches Grinsen an meinen Mund, doch ich ignorierte es. Viel zu sehr genoss ich das Gefühl seiner Lippen auf meinen. Ich würde es wohl nie satt werden, diese Lippen zu küssen. „Ich denke du solltest noch ein wenig schlafen Sakura. Selbst ich sehe die dicken Augenringe die du mit dir herum schleppst“, meinte er, als wir uns wieder voneinander trennten. Ich sah ihn nur mit einem genervten Blick an. Jetzt fing er auch noch damit an. Ich verdrehte meine Augen, doch nickte ich brav. Ich wusste auch so dass sie alle ja Recht hatten, was sie sagten. Ich brauchte wirklich etwas Ruhe. Also kuschelte ich mich nah an ihn und schloss genießerisch die Augen als ich seinen Duft einatmete. Sasuke verfestigte seinen Griff um mich noch etwas und ich spürte wie er mir einen Kuss ins Haar drückte. Dies trieb mir ein leichtes Lächeln ins Gesicht. „Sie fragt sehr oft nach dir“, fing ich mit einen mal an und ich spürte wie Sasuke sich ganz leicht versteifte. „Wer?“ Ich verzog leicht wütend mein Gesicht. Dumme Frage. „Sarada. Sie will immer wissen wo du bist und warum du nicht nach Hause zu uns kommst“, sprach ich weiter und unterdrückte meinen leichten ärger wieder. Sasuke entfernte sich leicht wieder von mir und sah mich aus seinen Pechschwarzen Augen an.
„Wirklich?“
Ich nickte nur traurig. „Vor kurzem habe ich ihr etwas über unsere Zeit als Kinder erzählt. Sie hat sich so gefreut und sie war stolz das sie eine Uchiha und dir so ähnlich ist und das ist sie dir wirklich Sasuke“, begann ich zu erzählen und an Sasukes Blick konnte ich ablesen das er mehr wissen wollte. Verstehen konnte ich ihn. Er hatte sein Kind das letzte mal gesehen, als sie noch ein Baby war. Also legte ich mich bequemer hin und begann zu erzählen. „Sie ähnelte dir sehr in ihren Aussehen und ist genauso talentiert wie du. Sie ist genau wie du die Klassenbeste in der Akademie und auch sehr beliebt bei den Jungs. Doch diese Aufmerksamkeit lässt sie eher verlegen werden und sie wirkt dann schon fast schüchtern.“ Ich kicherte. Da kam sie eher nach mir. „Sie hat ein großes Talent und kann sogar schon Chakra bündeln. Stell dir vor, Naruto hat ihr sogar schon gezeigt wie man Schattendoppelgänger erschafft. Da hab ich blöd gekuckt, als sie heim gekommen ist und es mir gezeigt hat.“ Bei der Erinnerung musste ich lächeln. Ja. Naruto und auch Hinata hatte ich viel zu verdanken. Sie waren immer da, wenn ich sie gebraucht hatte und das konnte ich wohl nie wieder gut machen.
„Doch vermisst sie dich ganz arg, obwohl sie dich noch nie kennen gelernt hat. Ich habe ihr Fotos gezeigt, doch immer wieder hat sie nach dir gefragt und sie kam sogar auf die absurde Idee, dass du uns nicht mehr liebst!“ Ich sah Sasuke direkt in die Augen und sah das gleiche darin spiegeln, was ich fühlte. Traurigkeit. „Es ist so schwer Sasuke…“, begann ich und meine Stimme brach zum Schluss, als die Tränen sich in mir hoch kämpften. „Ich weiß“, wisperte er, als er mich mit einem Ruck wieder ganz nah an sich zog und mich festhielt. Ich krallte meine Finger in sein Oberteil und stumm rannen mir die Tränen die Wangen hinunter. „Wieso bist du nicht ab und zu vorbei gekommen und hast sie besucht?“ Ich wusste zwar schon die Antwort, doch musste ich ihn einfach fragen. „Das weißt du doch Sakura.“ Seine Stimme hörte sich auch belegt an und ich wusste, dass die Situation auch nicht spurlos an ihm vorbei ging, auch wenn er immer den harten spielte. Ich verstand den Grund warum er nicht bei uns sein konnte, doch konnte ich ihn nach all den Jahren immer noch nicht akzeptieren. Mit einem mal erinnerte ich mich an den Tag zurück, als Sasuke mich vor die Wahl gestellt hatte.
“Sie sie dir an! Ist sie nicht schön!“ Ein Lächeln umspielte meine Lippen, als ich voller Stolz und purem Glück und Fürsorge das kleine Bündel in meinen Armen ansah. Trotz Erschöpfung und endloser Müdigkeit konnte ich mich an meinen neugeborenen Tochter nicht satt sehen. Sie war so perfekt. Das kleine rundliche Gesicht. Ihre kleinen süßen Augen, die sie noch nicht ganz aufbrachte und deshalb nur blinzelte. Ihre süßen Hamsterbäckchen. Ihr Rabenschwarzes Haar, das als Flausch von ihren Kopf leicht abstand. Ihre kleinen Händchen, die sie nah bei ihren Gesicht hielt und jetzt schon leicht an ihren Fingerchen lutschte. Mein Lächeln wurde breiter und ich quoll schon fast über vor Glück und unbändiger Liebe. Vergessen waren die unbeschreiblichen Schmerzen, die ich noch vor weniger als einer Stunde gehabt hatte. Vergessen waren all die Flüche und Morddrohungen, die ich dem Uchiha an den Kopf geknallt hatte. Jetzt zählte nur noch das winzige kleine Wesen in meinen Arm.
„Sie ist genauso schön wie ihre Mutter.“ Zum ersten mal hob ich den Blick und strahlte Sasuke an. Nicht wegen seinen Worten, sondern weil wir beide etwas geschaffen hatten, das unbezahlbar war. Es war unser Kind. Unsere Tochter. Sasuke rückte noch näher an mich ran und beugte sich leicht vor, um seine Tochter noch besser sehen zu können. Voller Staunen und Ehrfurcht sah er sie an, während auch er lächelte. „Das ist unsere Tochter Sasuke“, hauchte ich und ich spürte, wie mir Freudentränen in die Augen traten. „Ja. Unsere Tochter“, bestätigte Sasuke, ehe er sich vorbeugte und mich stürmisch, doch voller Zärtlichkeit küsste. Ich erwiderte seinen Kuss voller Hingabe und das war der glücklichste Moment in meinem Leben.
Ein brabbelndes Geräusch veranlasste uns zu unserer Tochter zu schauen. „Willst du sie mal halten?“, fragend sah ich zu Sasuke, der auf einmal ziemlich unsicher aussah. Ich kicherte leise. Dieses Bild passte so gar nicht zu Sasuke. „Ich weiß nicht“,versuchte er auszuweichen, doch ich wollte sowas nicht hören. Entschlossen streckte ich ihm unsere Tochter entgegen und nach einen kurzen Zögern streckte er seine Arme aus und legte sie um unsere Tochter. Es war ein schönes Bild, wie Sasuke komplett mit der Situation überfordert dastand und unsere Tochter in seinen starken Armen hielt. Wieder trat das Staunen in sein Gesicht und ich sah auch ein wenig Stolz darin. Es war so ein rührender Anblick, dass mir schon wieder die Tränen in den Augen standen. „Du wirst bestimmt mal eine große Uchiha werden, Sarada“, flüsterte Sasuke und ich nickte nur stumm. Schließlich war sie eine Uchiha. Und alle Uchiha´s hatten es zu was gebracht. Ob das gut oder schlecht war, da ließ sich drüber streiten. Sarada gab wieder ein zufriedenes Geräusch von sich und ließ uns beide wieder lächeln. Sasuke drückte unserer Tochter einen Kuss auf die Stirn, bevor er sie mir wieder gab. Kaum hatte ich meine Tochter wieder im Arm und mich in meinem Bett zurück gelehnt, wurde Sasukes Blick wieder ernst. „Sakura ich kann nicht hier bleiben.“ Ich sah hoch in sein ernstes Gesicht und ein Stich durchfuhr mich, bevor die Traurigkeit in mir hoch stieg. Vorbei war das Glück und die Geborgenheit von gerade eben. Ich hatte gehofft, dass er doch seine Meinung ändern würde, doch das war wohl nicht der Fall gewesen. „Ich hatte befürchtet das du dass sagst Sasuke“, sprach ich leise und blickte auf die Bettdecke, die meine Beine verdeckte und mich warm hielt. Warum konnte er nicht einfach hier bleiben. Bei uns.
„Kannst du es dir nicht noch einmal überlegen? Ich möchte nicht das meine Tochter…“ Ich korrigierte mich schnell, „… unsere Tochter ohne Vater aufwächst.“ Ich hörte ihn seufzen, ehe er sich wieder auf die Bettkante setzte und mich ansah. Vorsichtig sah ich zu ihm hoch und konnte Schmerz in seinen Augen lesen. „Dass will ich doch auch nicht Sakura, doch es geht nicht anders. Es dient zu ihren Schutz!“ Schutz? Vor wenn denn? Diese Frage sah er wohl in meinem Gesicht, denn sein Blick wurde noch ernster. „Viele Leute sind hinter mir her. Hinter mir und meinem Sharingan! Wenn heraus kommt, dass ich ein Kind habe, wärt ihr auch in Gefahr“, erklärte er und ich sah an seinem Blick dass es ihm auch nicht leicht fiel. „Und das will ich nicht. Ich werde meine Familie beschützen!“ Ich lächelte ihn traurig an. Er hatte ja Recht mit dem was er sagte. Doch wollte ich nicht, dass meine Tochter ohne Vater aufwuchs. Sie sollte ihren Vater kennen- und lieben lernen.
„Gibt es denn keine andere Lösung?“
Immer noch versuchte ich den unausweichlichen zu entgehen. Sasuke sah mich nur stumm an. „Du könntest mit mir kommen. Wenn du hier dein Leben aufgibst und mit mir gehst, kann ich dich und unserer Tochter ein Lebenlang beschützen!“ Ich starrte ihn an. Ich sollte hier in Konoha mein Leben aufgeben und mich bei Sasuke in irgendeinen Versteck mein Kind groß ziehen, ständig in der Angst dass uns jemand findet? Ich wüsste nicht ob ich das wollen würde. Ich wandte meinen Blick ab. „Du hast die Wahl Sakura“, sprach Sasuke weiter und ich hörte an seiner Stimme heraus, dass er eine Antwort haben wollte. Gleich. Ich kaute auf meiner Unterlippe herum und sah meinen kleine süße Tochter an, die so friedlich in meinen Armen schlief. Wollte ich sie vor der Welt verstecken und sie im dunklen und geheimen groß ziehen? Die Antwort war einfach. Nein, das wollte ich nicht. Ich wollte dass meine Tochter glücklich und zufrieden aufwuchs. Ich wollte dass sie Freunde hatte. Ich wollte sie lachen sehen. „Sasuke es ist nicht so einfach wie du denkst. Ich habe hier Familie und Freunde und ein Zuhause“, begann ich und sah ihn direkt in die Augen. „Ich glaube unsere Tochter ist hier noch besser geschützt, als wenn wir in der Weltgeschichte umher wandern und immer aufpassen müssten, dass es keiner heraus findet. Ich glaube das dies das beste ist.“ Auch wenn es verdammt noch mal schwer war. Sasuke sah mich stumm an, ehe er lächelte. „Genau das habe ich mir auch gedacht. Hier ist sie wohl am sichersten und Dobe ist ja auch noch da.“ Ich nickte. Ja. Naruto würde mich nicht im Stich lassen. Traurig sah ich ihn an, ehe ich mich vorbeugte und ihn küsste. „Ich liebe dich“, hauchte ich, als ich meine Stirn gegen seine lehnte. Sasuke legte seine Arme um mich und drückte mich und seine Tochter fest an sich. „Ich werde euch beide beschützen!“
Ich drückte mich noch enger an Sasuke. All das hatte nichts gebracht. Akazuki hatte doch raus gefunden das Sasuke eine Tochter hat und weil sie nicht an Sasuke ran kamen, haben sie sich eben Sarada geschnappt und wir konnten alle meine kleine süße Tochter nicht beschützen. Sasuke musste meine Gedanken erraten haben, denn er drückte mich noch näher an sich. „Wir werden sie finden!“
Ich nickte nur.
Wir mussten.
Und wir würden es auch schaffen.
Kapitel 8
„Mamaaaa!“ Wie erstarrt stand ich da und sah zu dem kleinen Mädchen, das plötzlich vor uns aufgetaucht war. Wir waren noch gar nicht lange unterwegs gewesen um das Versteck der Akazuki zu suchen und plötzlich tauchte sie wie aus dem nichts vor uns auf. „Was zum… Sarada?!“, rief Naruto genauso erstaunt wie wir alle anderen auch. Keiner absolut Keiner hätte damit gerechnet, dass die Kleine von alleine vor uns auftauchen würde. Ich konnte es immer noch nicht ganz glauben.
„Mamaaaa!“, rief sie wieder und kam weinend auf mich zugerannt. Erst jetzt realisierte ich wirklich dass es meine Tochter war, die auf mich zugerannt kam. Ich löste mich aus meiner Starre und kam meiner Tochter entgegen gelaufen, während auch ich in Tränen ausbrach.
„Sarada“, flüsterte ich überglücklich und erleichtert dass es ihr gut ging. Meine Tochter warf sich heulend in meine Arme und vergrub ihr Gesicht in meinem Oberteil und weinte bittere und qualvolle Tränen. Ich nahm sie ganz fest in die Arme und konnte es immer noch nicht fassen, dass ich endlich meine Tochter wieder hatte. Ein riesengroßer Stein flog mir vom Herzen und erleichtert lehnte ich meinen Kopf gegen ihren. Ich hatte sie endlich wieder. Ich hatte endlich meine Tochter wieder. „Wie ist das möglich? Wo kam Sarada plötzlich her?“, erhob Kiba das Wort, während sie alle auf mich und meine Tochter sahen, die ich immer noch fest an mich drückte. „Ist doch egal oder?!“, rief Naruto, als er sich leise schniefend eine Träne weg wischte. Man konnte die Erleichterung und auch die Freude klar in seinem Gesicht erkennen. Ich lächelte ihn und Sasuke an. Letzterer sah auch erleichtert aus, als er sich neben mich kniete und seiner Tochter übers Haar strich, während Sarada gar nicht mehr aufhören konnte zu weinen. Sie musste furchtbare Angst gehabt haben. Was auch nur natürlich war. „Jetzt ist alles gut meine Süße. Du bist jetzt in Sicherheit“, redete ich ihr beruhigend ein, während ich sie festhielt und sie sanft über ihren Rücken strich. Jetzt war sie wirklich in Sicherheit. Ich würde sie nicht mehr aus den Augen lassen. Ich würde sie mit meinem Leben beschützen. Nie wieder würde ihr jemand zu nahe kommen.
„Mama…“ schluchzte Sarada und ich strich ihr weiter beruhigend über den Rücken, als Zeichen dass ich ihr zuhörte. „… mach das es aufhört!“ Verwirrt zog ich leicht meine Augenbrauen zusammen. Die anderen die uns stumm zusahen, schauten genauso verwirrt aus. „Was soll aufhören Sarada?“, fragte ich sie vorsichtig, während ich alarmierend einen Blick mit Sasuke tauschte. Er wirkte auch ziemlich beunruhigt, doch überließ er mir das reden, weil Sarada ihn ja nicht kannte. „Es tut so weh!“, jammerte die Kleine weinend weiter und ich spürte wie Panik in mir hoch stieg, obwohl ich versuchte sie zu unterdrücken. „Was tut dir weh mein Schatz?“ Ich schaffte es meine Stimme ruhig klingen zu lassen, doch war ich genau das Gegenteil von Ruhig. Sarada schniefte noch einmal, ehe sie sich leicht von mir entfernte und zu mir hoch sah. Entsetzt keuchte ich auf. Denn anstatt das ich in ihre Augen sah, blickte ich nur in zwei schwarze dunkle Löcher, aus denen noch immer Blut heraus quoll, vermischt mit ihren Tränen. Ein stummer Schrei steckte mir in der Kehle, als wir alle mit entsetzt aufgerissenen Augen auf die zwei Löcher starrten, in denen mal die Augen meiner Tochter gewesen waren. „Er hat sie mir genommen! Er hat sie mir weggenommen…!“
Schreiend fuhr ich hoch, während das Bild von meiner Tochter die Blutüberströmt mit schwarzen Löchern als Augen in mein Gedächtnis sich einbrannte, genauso wie ihre qualvollen und schmerzverzehrten Schreie. Das brachte mich noch mehr zum schreien. Verzweifelt kniff ich meine Augen zusammen und hob meine Hände an meinen Kopf um das Bild los zu werden, doch es brachte nichts. Ich sah es immer noch so deutlich vor mir. „…ura! Verdammt!“, hörte ich weit entfernt eine Stimme und langsam kam ich in die Realität zurück. Ich riss meine Augen auf und sah direkt in Sasukes Pechschwarzen Augen, die er erschrocken geweitet hatte. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich immer noch schrie und hörte langsam damit auf. Verstört sah ich weiter in Sasukes Augen, während mein Atem schnell ging. Es war nur ein Traum gewesen. Wir waren immer noch in einem von Orochimarus Verstecken und Sarada war gar nicht hier. Bei den Gedanken an meine Tochter, stieg mir das Bild wieder vor meinen Augen und ich kniff meine Augen zusammen, während heiße Tränen meine Wangen hinunter liefen. „Sakura, verdammt! Was ist den los?“, versuchte Sasuke zu mir durchzudringen, doch ich bekam keinen Ton heraus. Ich musste wieder gegen eine Panikattacke ankämpfen. Fest krallte ich meine Finger in sein Oberteil, während ich an seiner Halsbeuge weiter weinte. „Es ist alles gut Sakura! Es war nur einTraum!“, sprach Sasuke mit einer ruhigen und sanften Stimme, als er beruhigend und zärtlich über meinen Rücken strich und es half ein wenig. Ich beruhigte mich langsam wieder. Trotzdem konnte ich nicht aufhören zu weinen. Der Traum hatte sich so echt angefühlt. Es war richtig beängstigend.
„Sakura-chan!“, hörten wir plötzlich eine laute Stimme, als die Tür zu unserem Zimmer aufgerissen wurde und laut gegen die Wand krachte. Bei dem Lärm zuckte ich zusammen und drückte mich noch enger an Sasuke, der nur böse zu denn Eindringling sah. „Dope, was soll das?!“, knurrte der Uchiha gefährlich, als Naruto ins Zimmer gestiefelt kam. „Was das soll Teme?! Sakura-chan hat wie am Spieß geschrien. Es hat sich angehört, wie als wenn du sie bei lebendigem Leib aufspießen würdest!“, rief Naruto leicht aufgebracht, als er seinen Blick über mich schweifen ließ um nach eventuellen Wunden zu suchen, die es nicht gab. „Naruto schon gut, beruhig dich wieder. Ich hatte nur einen Albtraum“, erhob ich mit leiser zittriger Stimme das Wort und ich löste mich langsam von Sasuke. Ich hatte mich langsam wieder einigermaßen unter Kontrolle. Naruto zog nur ungläubig eine seiner Augenbrauen nach oben, während er weiter zu uns starrte. „Ach ja? Das hat sich für mich aber eindeutig anders angehört!“, sprach er dagegen, als er näher zu uns ans Bett trat. Ich spürte wie Sasuke sich verspannte und ich schwöre er hätte Naruto wahrscheinlich angeknurrt, wenn ich nicht gleich reagiert hätte. „Naruto bitte. Ich hatte wirklich nur einen Albtraum gehabt und hab jetzt wirklich keinen Nerv für deinen Scheiß hier!“, platzte ich los, als mir es zu dumm wurde. Gerade hatte ich fast noch am Rad gedreht und jetzt war ich auf 180. Tja. Naruto schaffte es doch immer noch, mich austicken zu lassen. Das merkte er wohl auch, denn sofort zog der Uzumaki sein Genick ein und er sah in diesem Moment wie ein kleiner Junge aus, der von seiner Mutter zurecht gewiesen wurde. „Ist ja gut, du brauchst mich nicht so anzubrüllen Sakura-chan, in echt jetzt! Hab´s ja schon kapiert das es dir gut geht und mein Auftritt hier komplett überflüssig war“, schmollte Naruto und Sasuke schnaufte nur laut und genervt auf. „Das hat ja auch lang genug gedauert“, meinte er in einen kühlen Ton, während er Naruto mit kaltem Blick aufspießte. Dies schüchterte den Blonden nicht im geringsten ein. Im Gegenteil. Es ließ ihn kalt. War ja auch kein Wunder. Er war schon seit Jahren an Sasukes Verhalten ihm gegenüber gewöhnt. „Ja, ja. Ich versteh ja schon, dass ihr mich wieder los haben wollt. Da meine Ritterlichkeit hier eh nicht gebraucht wird, verdrück ich mich mal wieder.“ Naruto klang immer noch leicht beleidigt, obwohl sich ein freches Grinsen auf seinen Lippen ausbreitete, als er uns etwas genauer ansah. Ich merkte erst jetzt, dass ich mich immer noch an Sasuke klammerte und er mich immer noch fest an sich gedrückt hielt. Auch ich konnte mir ein Lächeln nicht abringen und erwiderte Narutos vielsagendem Blick. Er freute sich für mich. Das sah ich an seinen Blicken. Naruto zwinkerte uns noch zu, ehe er unschuldig pfeifend aus dem Zimmer spazierte und hinter sich die Tür schloss.
Sasuke seufzte laut auf und ich merkte, wie er sich wieder entspannte. „Irgendwann bring ich ihn doch um!“, knurrte er entnervt und ich boxte ihn gegen seine rechte Schulter, während ich leicht lächelte. Ich wusste dass er das nicht ernst meinte. Doch mein Lächeln verschwand schnell wieder, als ich wieder an meinem Albtraum denken musste. Prompt lief mir ein kalter Schauer über den Rücken und ich begann wieder leicht am ganzen Körper zu zittern. Sasuke beobachtete dies stumm. „Sakura, was ist los? Erzähl es mir“, forderte er mich besorgt auf ihn von dem Traum zu erzählen, doch ich schüttelte mit dem Kopf. Das konnte ich nicht. Ich konnte das Grauen nicht auch noch in Worte fassen. Zu groß war die Angst, dass dieser Traum auch gutmöglich wahr werden würde. Wozu hatte Akazuki sonst meine Tochter entführt. Wohl kaum, weil sie plötzlich Kinderlieb geworden waren. Nein. Weil er ebenfalls das Bluterbe der Uchiha besaß und es Akazuki leichter fiel an ihn heran zu kommen, als an Sasuke. Plötzlich fiel mir etwas ein. Ich legte meine rechte Hand an meine Stirn und meine Augen weiteten sich leicht, als mir mit einen mal was klar wurde. „Sakura! Was ist? Was hast du?“ Wie aus weiter ferne nahm ich Sasukes Stimme wahr und ich sah ihn abwesend ins Gesicht, während ich die Szene vor ein paar Wochen vor meinem inneren Auge hatte. Sarada hatte einen Albtraum gehabt und hatte wie am Spieß nach mir gerufen. Sie hatte geweint und am ganzen Körper gezittert, genau wie ich jetzt gerade. Doch das war es nicht, was mich beunruhigte. Das war was anderes. Ich hörte ihre Stimme, als säße sie in diesen Moment neben mir. “Du gehörst mir! Deine Augen sind schon bald mein!“
Ein heftiges Schütteln an meinen Schultern brachte mich in die Realität zurück und ich sah geradewegs ins Sasukes Augen. Ich konnte Besorgnis und auch leichtes Entsetzen in ihnen erkennen. „Was hast du gerade gesagt?“ Ich blinzelte kurz. Anscheinend hatte ich dies laut gesagt, was meine Tochter vor Wochen mir gesagt hatte. Ich wiederholte es und Sasuke starrte mich an. „Das hat Sarada mir vor ein paar Wochen gesagt, als sie einen Albtraum gehabt hatte. Sie erzählte mir, dass sie von einem Mann mit Blutroten Augen geträumt hatte“, während ich sprach weiteten sich meine Augen, als ich mit immer mehr werdenden Entsetzen realisierte in was wir für einer Scheiße wir saßen. Plötzliche Wut kochte in mir hoch. Wut auf mich selbst. Ich hätte das alles hier verhindern können, wenn ich diesen Traum von meiner Tochter ernster genommen hätte. Warum war mir so etwas wichtiges entfallen? „Es ist nicht deine Schuld!“, hörte ich Sasukes Stimme, die sich ungewohnt sanft anhörte, als er mich in den Arm nahm und mich fest an sich drückte. Tränen der Wut liefen an meinen Wangen hinunter, als ich meinen Kopf an seine Schulter lehnte. „Ich bin an allem Schuld! Hätte ich besser aufgepasst, dann wäre dass hier niemals passiert! Es ist alles meine Schuld!“, weinte ich und Sasuke streichelte mir beruhigend übers Haar. „Das ist nicht wahr Sakura! Du konntest es nicht wissen. Madara hätte so oder so versucht an Sarada ran zu kommen, ob du sie nun Rund um die Uhr nicht aus den Augen gelassen hättest oder nicht!“ Ich stutzte. Madara? „Warte! DER Madara Uchiha?“ Ungläubig sah ich Sasuke in die Augen, als ich mich ein wenig von ihm entfernt hatte um ihn ins Gesicht zu schauen. Sasuke nickte ernst. Das wurde alles immer besser. „Aber der müsste doch schon längst…“ Sasuke unterbrach mich. „…Tod sein? Oh nein Sakura. Er ist der wahre Anführer von Akazuki, der im Hintergrund die Fäden zieht!“, erklärte er mit ernster Stimme, während mir der Kopf anfing zu schwirren. Das wurde mir nun alles zu viel. „Ich glaub ich brauch einen Schnaps“, meinte ich monoton und Sasuke lachte auf. Ich schmunzelte ebenfalls. Mir gefiel es, wenn Sasuke lachte. Doch schon im nächsten Moment wurde ich wieder ernst, als mir der Ernst der Situation wieder bewusst wurde. Wenn die Geschichten über Madara Uchiha wahr waren, hatten wir schlechte Karten. Wie sollen wir unsere Tochter da nur wieder heil raus bringen?
„Wir schaffen es“, meinte Sasuke ernst und auch überzeugt, als hätte er meine Gedanken gelesen. „So ganz überzeugt bin ich noch nicht!“, neckte ich ihn und ein herausforderndes Grinsen breitete sich auf seinen Gesicht aus. „Ach ja?“ Ich nickte nur, nun ebenfalls grinsend. „Dann werde ich dich wohl ganz dafür überzeugen müssen!“ Kaum hatte er dies gesagt, schmiss er mich zurück in die Kissen und beugte sich über mich. Ich lächelte ihn an, ehe er seinen Mund auf meinen presste. Gierig erwiderte ich seinen Kuss der immer Leidenschaftlicher wurde. Wir beide wussten, dass wir unser Problem fürs erste nur beiseite schoben, doch ganz ehrlich? Ich hieß diese Ablenkung willkommen. Es lenkte mich von dem beängstigenden Traum und Erkenntnis ab, die mich immer noch nicht in Ruhe ließen. Ich wusste jetzt schon. Dieser Traum würde mich nicht mehr in Ruhe lassen. Nicht bis ich meine Tochter gefunden und mir versichert hatte, dass es nicht so wie im Traum für sie endete.
„Also gut Juugo. Was hat dir das Vögelchen gezwitschert?!“ Wir hatten uns gerade alle vor dem Versteck versammelt und waren bereit für den Aufbruch. Juugo drehte sich zu Sasuke, der ihn auffordernd ansah. „Sie haben mir erzählt, dass es einen Ort sehr weit von hier entfernt gibt, den alle Tiere meiden. Zu viel böse Energie ginge davon aus!“, erklärte er und Naruto klatschte vorfreudig in die Hände. „Na worauf warten wir denn dann noch. Lasst uns mal zu diesen Ort gehen und abchecken!“, meinte er optimistisch, während Shikamaru nur genervt aufseufzte. „Das wird wohl langsam zur Gewohnheit.“ Neji klopfte ihn aufmunternd auf die Schulter. „Immer positiv denken mein Freund!“ Kiba schnaubte auf Nejis Worten auf. „An dieser Sache ist nichts Positives! Im Gegenteil. Es wird immer beschissener. Sollten wir nicht dem Hokagen Bericht erstatten und Verstärkung anfordern?“, fragte er und alle Augen ruhten plötzlich auf ihn. „Wir sind die Verstärkung, auch wenn wir nicht mal gefragt wurden ob wir das auch machen wollen!“, erhob Suigetsu das Wort und Kiba zog nur eine Augenbraue hoch. Sein Gesicht zeigte deutlich was er davon hielt. Nichts. „Im Ernst?“, fragte er nach und Shikamaru seufzte erneut, als er nach seiner Zigarettenschachtel fischte, die in seiner Anbuweste verstaut war.
„So wie es aussieht werden wir mit Team Hebi eine Weile kooperieren! Ich habe gestern noch Jahul mit einer Nachricht nach Konoha geschickt! Er wird wohl in Kürze mit einer Antwort zurück kommen!“, erklärte der Nara und Naruto sah ihn verwirrt an. „Wer?“, fragte er geistreich und ich schlug mir die Hand auf die Stirn. So dumm konnte auch nur Naruto fragen. „Mein vertrauter Geist“, antwortete Shikamaru genervt, als er an seiner Zigarette zog, während Narutos Gesichtsausdruck sich verdunkelte. „Du meinst diesen Hirschen oder?“, schlussfolgerte er mit einer leicht gereizten Stimme. „Ja genau dieser Hirsch, mit dem du dich fast geprügelt hättest!“, zog ich den Uzumaki auf und Kiba prustete los.
„Du hast was?!“, lachte er und Naruto zog einen Schmollmund und sah mich beleidigt an, während er seine Arme vor der Brust verschränkte. „Ich hab halt noch nie einen sprechenden Hirsch gesehen!“, rechtfertigte sich Naruto, während Kiba schon leichte Lachtränen in den Augenwinkeln hatte und sich seinen Bauch festhielt. „Das haben vertraute Geister so an sich, dass sie sprechen können, doch bei deiner Matschbirne wundert mich sowieso nichts mehr!“ mischte sich Sasuke in die Unterhaltung mit ein und ein fieses spottendes Grinsen zierte seine Lippen, als er Naruto mit seinen Pechschwarzen Augen fixierte. „Jetzt fang du nicht auch noch an Teme!“, maulte Naruto immer noch beleidigt, während wir anderen uns immer noch auf seine Kosten amüsierten, was dem Uzumaki gar nicht gefiel. „Können wir dann langsam mal los, bevor ich noch mehr zum Gespött von euch werde?!“, sprach Naruto mit einer leicht angesäuerten Stimme, als er sich zum gehen wandte. „Hey Großer. In welche Richtung geht´s lang?“, meinte er zu Juugo gewandt, der ihn nur mit hochgezogener Augenbraue ansprach. Offenbar mochte er seinen Spitznamen, den Naruto ihn gerade gegeben hatte nicht besonders. Dass konnte ich an seinen Blick ablesen. Trotzdem streckte er seinen Arm aus und pfiff laut in die Luft. Sofort flatterte ein Vogel von einem Baum und setzte sich auf die Hand von Juugo. Der kleine Spatz piepste kurz was und Juugo nickte verstehend.
„Unser kleiner Freund hier wird uns den Weg zeigen! Danke dir.“
Das letzte sagte er zu dem Spatz, der nur kurz seinen Kopf neigte, ehe er seine Flügel ausbreitete und in die Luft flatterte. „Also dann los. Folgen wir mal den kleinen Piepmatz“, meinte Naruto, als wir alle dem Vogel nachsahen, der zwischen den Bäumen verschwunden war. Shikamaru seufzte nur und trat seine Zigarette aus, ehe wir uns alle in Bewegung setzten. „Es wird ja echt immer besser“, maulte leise Kiba und ich sah ihn fragend über die Schulter an. „Gestern war ich noch der große Spurenleser und heute rennen wir einem Vogel hinterher. Wie erniedrigend.“ Neji sah ihn mit einem gehässigen Grinsen an. „Kratzt dich das etwa an deinem Stolz?!“, zog er Kiba mit einer sarkastischen Stimme auf und Kiba knurrte nur auf und Akamaru machte es seinem Herrchen gleich. Anscheinend gefiel es dem Rüden genauso wenig von einem Vogel angeführt zu werden. Mir war es jedenfalls egal, wer uns in die richtige Richtung führte. Mir war nur eins wichtig. Ich wollte so schnell wie nur möglich zu meiner Tochter. Eine Hand berührte kurz meine und ich sah auf. Sasuke sah mich aufmunternd an und er drückte meine Hand kurz, ehe er sie wieder los ließ. Er wusste wohl was ich dachte und er fühlte genauso. Ein kleines Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Wir würden Akazuki schon noch finden und dann war Madara fällig. Niemand legte sich mit Konoha und einen wütenden Uchiha an. Madara konnte sich schon mal auf einen Arschtritt von uns allen gefasst machen und weder Sasuke noch ich würden Gnade walten lassen. So viel stand fest.
Kapitel 9
Wir standen am Rand einer Klippe und sahen hinunter zu dem Wasserfall, hinter dem sich vermutlich das Versteck von Akazuki befand. Juugo hatte sich mit den Tieren des Waldes in Verbindung gesetzt und anscheinend meideten sie alle diesen Ort, weil er für sie zu bedrohlich wirkte. Naruto war daraufhin sofort Feuer und Flamme gewesen, genauso wie Suigetsu, der dies als Chance fand, Kisame sein Schwert abzunehmen, doch Sasuke befahl seinem Team, dass sie im Versteck bleiben sollten. Es ginge sie nichts an, wie er so schön gesagt hatte. Klar, war Karin davon nicht sehr begeistert, doch sich Sasuke zu wiedersetzten traute sie sich dann doch nicht. Suigetsu hatte zwar noch etwas rumgemosert, doch auch er beugte sich Sasukes willen. Da konnte man mal wieder sehen, was für eine Macht er über die drei hatte. Bei uns Konoha-Nins hätte er das nicht geschafft.
Und nun standen wir hier auf dieser Klippe und ich konnte mir ein kleines Fünkchen Hoffnung nicht unterdrücken, dass in mir hochstieg. Ich wollte nun endlich meine Tochter zurück. Seit dem Alptraum letzte Nacht, bekam ich das Bild von Sarada nicht mehr aus dem Kopf, wie sie weinend, blutend und schreiend vor mir gestanden hatte, ohne Augen in ihren Liedern. Eine Gänsehaut lief mir über den gesamten Körper bei dem Gedanken und ich versteifte mich. Ich betete zu allen Göttern die ich kannte, dass dieser Traum nur ein Traum blieb und nicht zur Wirklichkeit wurde. Denn dann würde meine und auch Sasukes Wut keine Grenzen mehr kennen. Wir würden alles und jeden vernichten, der Hand an unsere Tochter gelegt hatte. Das stand fest.
„Neji“, hörte ich Shikamarus auffordernde Stimme und der Hyuga nickte nur leicht, ehe er sein Bluterbe aktivierte. Angespannt wartete ich darauf, dass Neji etwas sagte, doch der Hyuga verengte nur leicht seine Augen und sein Gesichtsausdruck wurde noch etwas ernster als ohnehin schon. Was war los? „Siehst du was Neji?“, fragte Naruto an den Braunhaarigen gewandt. Selbst er hatte Nejis Reaktion gesehen. „Ich bin nicht sicher! Irgendwas stört mein Byagugan. Ich bekomme kein klares Bild vor Augen. Es ist alles verschwommen“, berichtete er und er fluchte leise. Er hatte es noch nie gemocht, wenn er trotz seines Bluterbes nutzlos war und uns so nicht weiter bei Missionen brachte. Es passierte zwar nicht oft, doch auch das Byagugan konnte mann blockieren. „Kiba“, meinte Shikamaru daraufhin und sofort steckten Kiba und Akamaru ihre Nasen in die Luft, während ich selber versuchte irgendwelche Chakren zu orden, doch ich nahm nur unsere wahr. Irgendetwas schirmte uns ab, das stand schon mal fest. Meine Vermutung dass wir hier richtig waren wuchs von einer Sekunde zur nächsten. „Ich nehme mehrere Gerüche auf, doch ich kann sie nicht zuordnen.“ Akamaru bellte nur zustimmend auf Kibas Worte, der immer noch in die Luft schnüffelte. „Riechst du Sarada?“, fragte ich hoffnungsvoll doch Kiba schüttelte langsam seinen Kopf. „Nein. Ich… warte doch!“, rief der Inuzuka und er riss überrascht seine Augen auf, ehe er sich umdrehte und zwischen die Bäume des Waldes hinter uns starrte. Wir drehten uns alle ruckartig bei Kibas Worten um und mein Herz hämmerte wild gegen meine Brust. Mir stockte der Atem als ich eine Bewegung zwischen den Bäumen war nahm. Langsam kam uns eine Person näher und ich riss meine Augen auf, als ich das Chakra von meiner Tochter wahrnahm. Es war zwar nur schwach, doch es war wirklich das Chakra von Sarada. Wir starrten wie auf der Stelle erstarrt zu dem Schatten der uns immer näher kam, bis wir was erkennen konnten und verdammt noch mal, es war wirklich meine Tochter.
„Mama?“, hörte ich ihre leise ungläubige Stimme, als sie stehen geblieben war und uns anstarrte. Ich konnte nicht antworten oder mich gar bewegen. Zu unrealistisch kam mir das plötzliche auftauchen meiner Tochter vor. „Maamaaaaa!“, rief die Kleine, dieses mal lauter, als sie mit ausgestreckten Armen auf mich zu rannte. Sie klammerte sich heulend an mich, doch ich kam nicht aus meiner Starre heraus. Mit einen mal fühlte ich mich wieder in meinen Traum versetzt. Es lief alles genau gleich ab. Plötzlich tauchte Sarada vor uns auf und klammerte sich heulend an mich. Ich keuchte leise auf und starrte nur auf das kleine Mädchen hinunter, das sich fest um meine Mitte klammerte. War das wieder nur ein Traum oder war es die Realität? Ein komisches Gefühl beschlich mich. „Sakura-chan?“, holte Narutos Stimme mich in die Wirklichkeit zurück und ich sah erst zu ihm, bevor ich wieder zu meiner Tochter hinunter schaute. Ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, das hier irgendwas nicht stimmte. Die Zahnräder in meinen Kopf begannen sich zu drehen und immer mehr kam mir diese Situation komischer vor. Wie konnte es denn bitte sein, das Sarada hier so plötzlich auftauchte, obwohl Akazuki sich so viele Mühe gegeben hatte um sie zu entführen? Irgendwie passte es nicht. Akamaru bestätigte meinen Verdacht, als er anfing leise zu knurren. Auch der Rüde spürte, das hier was nicht stimmte. „Mama, ich habe solche Angst gehabt!“, schniefte Sarada in meine Kleidung hinein, als ich sanft meine Hände auf ihre Schultern legte und sie leicht an mich drückte, von meinen Verdacht mir nichts anmerken lassend.
„Jetzt bist du in Sicherheit. Komm Kleine, ich bring dich nach Hause. TonTon freut sich bestimmt auch schon dich wieder zu sehen! Sie hat sich wirklich große Sorgen um dich gemacht!“ Bei meinen Worten horchten die anderen auf und sie alle verstanden sofort, dass hier was nicht stimmte. Wir wussten alle das TonTon Tsunades süßes kleines Hausschwein war und ein Schwein konnte sich keine Sorgen machen. Angespannt wartete ich auf Saradas Reaktion. Wenn sie wirklich die echte war, würde sie mich jetzt komisch anschauen und mich fragen, wie ein Hausschwein sich Sorgen um sie machen sollte, doch zu meinem Leidwesen tat sie das nicht. „Wirklich? Sie hat sich Sorgen um mich gemacht?“ Ich sah bei diesen Worten die anderen an und alle nickten mir zu. Das hier war nicht meine Tochter. „Natürlich! Ihr seit doch die besten Freunde!“, redete ich weiter und ich musste mich beherrschen, meine Stimme neutral zu halten, um nicht verdächtig zu wirken. Ich sah wieder zu den andern und Shikamaru hob seine Arme und schloss geräuschlos Fingerzeichen. Sofort breitete sich sein Schatten aus und verfehlte sein Ziel. Sarada hatte sich blitzschnell von mir gelöst und war Shikamarus Jutsu ausgewichen. Viel zu schnell für ein sechs Jähriges Mädchen. Ein paar Meter von uns entfernt, landete die Kleine wieder und sah uns vorwurfsvoll an. „Mama, was macht ihr denn? Das ist nicht sehr nett von euch!“ Verhörte ich mich da oder klang sie vorwurfsvoll. Wut kochte in mir hoch, denn langsam hatte ich keinen Bock mehr ständig verarscht zu werden. Ich ballte meine Hände zu Fäusten. „Hör gefälligst auf mich Mama zu nennen! Wir wissen schon längst das du nicht Sarada bist!“, knurrte ich vor Wut zitternd und Sarada lachte lauthals los. Es versetzte mir schon einen leichten Stich, denn die Fälschung hatte dabei immer noch das Gesicht von meiner Tochter aufgesetzt. Es war verstörend Sarada so herzlos lachen zu hören.
Doch es hielt nicht lange an. Denn plötzlich tauchte Naruto mit seinen Rasengan in der rechten Hand haltend über ihr auf und streckte sie so zu Boden. Staub und Dreck wirbelte auf und ich hielt schützend meine Hände vors Gesicht, um meine Augen vor Dreckkrümel zu schützen. Als ich wieder was sehen konnte, sah ich Naruto, der über meiner Tochter kniete und sie am Kragen gepackt in den kleinen Krater drückte, den er mit seiner Attacke geschaffen hatte. „Was hat mich eigentlich verraten?“, röchelte die Fälschung und sie sah Naruto entgegen. „TonTon ist ein Hausschwein und ein Schwein kann sich keine Sorgen machen!“, meinte Naruto und Sarada lachte wieder kurz auf. Dieses mal war es aber gedämpfter, weil Naruto ihr leicht die Luft abdrückte. „Da habt ihr mich aber verarscht huh?!“, grinste sie schief, als sie anfing ihr Aussehen zu verändern. In Sekundenschnelle wuchs sie zu einem ausgewachsenen Mann heran und seine Haut verfärbte sich komplett weiß, während seine Haare und Augen einen Goldbraunen Ton annahmen. Ich erkannte ihn. Ich hatte ihn einmal auf einen Bild in einer Akte gesehen, die Tsunade angelegt hatte, um so viel über Akazuki heraus zu finden, wie sie nur konnte. Schließlich waren sie ja damals hinter Naruto her gewesen. Dieser Akazuki vor uns war Zetsu. Viel wusste ich nicht über ihn, doch ich hatte von Tsunade mal erfahren, dass er die Fähigkeit besaß, Chakra von anderen Personen auszusaugen und deren Gestalt annehmen zu können. Er war dann nicht mehr vom Original zu unterscheiden. Weder vom Aussehen noch von der Chakrasignatur. Der perfekte Doppelgänger. Er stellte sogar das Kagebunshin-no-Jutsu in den Schatten und das machte ihn ziemlich gefährlich. Mann konnte nicht mal mehr den eigenen Leuten in den Reihen trauen, weil man nicht sicher sein konnte, ob er der richtige war oder nicht. Das hatte man ja jetzt gerade gesehen. Hätte ich mich nicht an diesen Traum erinnert von letzter Nacht, währe ich ihn voll auf den Leim gegangen und er hätte mich hinterrücks ausschalten können, bevor die anderen bemerkt hätten, dass was faul war.
Ein leiser Verdacht schlich sich in mir hoch. Höchst wahrscheinlich hatten sie es auch damals so mit Sasuke gemacht. Ich wusste zwar nicht wie Zetsu an Sasukes Chakra gekommen war, doch er hatte damals wahrscheinlich die Gestalt von Sasuke angenommen und hatte so unsere Tochter entführt. Und wir waren so dumm gewesen, in ihre Falle zu tappen. Diese Erkenntnis ließ meine Wut noch höher steigen. Sie fühlte sich schon fast wie Gift an, das durch meine Adern floss und meinen Körper leicht zittern ließ. „Wo ist Sarada? Wo habt ihr sie versteckt?“ Narutos knurrige Stimme holte mich wieder in die Wirklichkeit zurück und ich sah wieder zu den Blonden, der immer noch auf den Akazuki hockte und ihn wütend anfunkelte. Dieser grinste aber nur. Naruto wurde von Sekunde zu Sekunde die verging, ohne das der Akazuki antwortete, immer wütender. Dies bestätigte auch das leichte aufflackern des Kyubichakras, dass mir immer noch eine Gänsehaut bescherte, wann immer er es aktivierte. „Antworte gefälligst!“ Doch Zetsu sah ihn nur weiter grinsend an. Es war offensichtlich, dass er Naruto provozierte. Er schindete Zeit. Zeit wofür?
„Naruto lass gut sein“, erhob Shikamaru das Wort und auch er sah beunruhigt aus. Dachte er das selbe wie ich? „Shikamaru hat Recht! Wir verplempern hier unsere Zeit“,meldete sich auch Neji zu Wort und Akamaru bellte kurz auf. Naruto jedoch bewegte sich kein Stück. Er sah immer noch den Akazuki wütend an, der ihn immer noch angrinste. Am liebsten hätte ich mich Naruto angeschlossen und hätte dieses Grinsen aus seinen Gesicht gewischt, doch ein ungutes Gefühl sagte mir, dass wir keine Zeit dafür hatten und Shikamaru teilte meine Ansichten. „Naruto! Merkst du nicht, dass er nur Zeit schindet! Deshalb ist er doch hier erst aufgetaucht, dass er uns hier aufhält! Wir müssen uns beeilen!“, rief der Nara nun etwas lauter und endlich schien der Uzumaki einsichtig zu werden. Abrupt entfernte er sich von Zetsu und stand im nächsten Moment bereit neben uns, während Zetsu wieder lachte. „Ihr kommt eh zu spät! Madara-sama hat bald alle Vorbereitungen getroffen und dann geht es der kleinen Rotzgörre an den Kragen!“, lachte er, doch im selben Moment zerriss ein Vogelähnliches Gezwitscher die Luft und Zetsu schrie auf. Sasuke stand über ihm und sah ihn kalt durch seine Sharingan an, während der Akazuki sich nicht mehr bewegte. „Das werden wir noch sehen!“, meinte er knapp und in einen noch kälteren Ton als sonst. Er war genauso wütend wie ich und Naruto. Das erkannte man, dass er noch Skrupeloser war als sonst. Trotzdem trieb mir sein Tun von gerade eben ein Lächeln auf die Lippen. Es zeigte mir, dass ihm Sarada nicht egal war und er jeden zu Hackfleisch verarbeiten würde, der nur schlecht von ihr sprach. Naruto dachte wohl was ähnliches, denn auch in seinem Gesicht stand ein leichtes Lächeln.
„Naruto benutz dein Eremiten-Modus um uns zu sagen wo sich Sarada gerade aufhält!“ sprach Shikamaru in einen befehlenden Ton und der Uzumaki wandte sich zu ihm um und nickte kurz. Sofort schloss er seine Augen und sammelte die natürliche Energie um uns herum. Eine Sekunde später spürte ich wie Naruto sich leicht verspannte und sofort klebte mein Blick auf ihn. Was spürte er? „Ich nehme mehrere Chakren da unten war. Sarada ist auch dabei und auch…“ Naruto stockte, ehe er seine Augen aufriss und entgeistert zu Sasuke starrte, der nur mit einer angehobenen Augenbraue sein Blick erwiderte. „Dope, was ist los?“, fragte Sasuke, während Naruto ihn immer noch mit einem leicht offen stehenden Mund anstarrte. „Wie ist das möglich! Ich spüre sowohl hier als auch dort drin dein Chakra“, berichtet er und Sasukes Gesichtszüge verdunkelten sich. Das konnte nur sein Doppelgänger sein. Es war wahrscheinlich Zetsu, der in der Gestalt von Sasuke steckte. Shikamaru seufzte kurz auf und erzielte somit unsere Aufmerksamkeit. „So wie ich das sehe, ist es wahrscheinlich Zetsu, der in Sasukes Gestalt da drin ist. Das ist aber im Moment nicht unser Problem!“, fing er an, als er sich eine Zigarette in den Mund steckte und sie anzündete. „Sondern?“, fragte Kiba, während wir alle dabei zusahen, wie Shikamaru den Rauch den er inhaliert hatte, wieder ausstieß. „Von was wird Nejis Byagugan blockiert und macht auch dein Geruchsinn schwächer!“ Tja. Das war eine gute Frage, auf die ich auch keine Antwort hatte. Es konnten viele Möglichkeiten sein und keine gefiel mir im Moment. „Ich tippe auf ein starkes Siegel. Ein einfaches Jutsu würde mein Byagugan auf keinen Fall so außer Gefecht setzten!“, meinte Neji und wir sahen alle ernst zu dem Eingang der Höhle, die von einen Wasserfall überdeckt wurde. „Neji siehst du etwas in der Umgebung das so aussieht wie ein Siegel?“, meinte Shikamaru an den Hyuga gewandt und sofort aktivierte dieser sein Byagugan und suchte unsere gesamte Umgebung ab. Doch er schüttelte nur seinen Kopf. „Ich kann nichts entdecken“, meinte er, ehe er stockte. Sofort sahen wir ihn abwartend an, während er sich nur etwas weiter vorlehnte und zu dem Eingang starrte. „Wartet! Ich sehe doch etwas! Neben den Eingang ist etwas in den Felsen gemeißelt worden! Ich kann es aber nicht lesen!“, berichtet er und sofort machten wir uns auf den Weg zu dem Eingang. Davor blieben wir stehen und starrten wortlos auf die Wörter die dort neben den Eingang geschrieben standen. Doch ich verstand kein einziges Wort. „Was zum Teufel soll dass denn sein?!“, rief Naruto frustriert und er warf seine Hände in die Luft.
„Tritt ein, wenn das Erbe deiner Ahnen durch dein Blut fließt und bringe das Opfer dar!“ Überrascht sahen wir zu Sasuke und starrten ihn mit offenen Mund an. Keiner hätte gerechnet, dass er die Inschrift lesen konnte. Ich bemerkte, dass er sein Sharingan aktiviert hatte und ein weiterer Verdacht stieg in mir hoch. War es möglich dass wir hier vor einen Versteck des Uchiha-Clans standen, den nur Mitglieder betreten konnten. Das gab es ja öfters. Also warum nicht auch bei den Uchihas. Denn das würde auch erklären warum Sasuke als einziger diesen Satz lesen konnte. „Teme! Hab ich dir schon mal gesagt, wie froh ich bin, dass du dabei bist?!“, rief Naruto und er hörte sich so an, als würde er Sasuke gleich um den Hals fallen. Ich konnte ihn aber nur Recht geben! Am liebsten wäre ich ihm auch um den Hals gefallen, doch ich riss mich zusammen. „Was bedeutet der Teil mit dem Opfer?“ Kiba sah etwas beunruhigt zu Sasuke, der wortlos vor die Inschrift trat. „Das bedeutet, dass nur derjenige der das Sharingan beherrscht hier rein darf und er muss als Preis sein Blut opfern!“, erklärte Shikamaru und Neji zischte kurz auf. „In anderen Worten, wenn Uchiha nicht dabei wäre, würden wir hier wie die letzten Trottel stehen und nicht weiter kommen“, grummelte er und Sasuke schenkte ihn ein kühles Lächeln von der Seite. „Genau Richtig, Hyuga!“, spottete er, ehe er sich in den Daumen biss und diesen an die Wand drückte.
Eine Sekunde passierte gar nichts, doch dann hörten wir ein leises Klicken und sofort wussten wir, dass wir nun gefahrlos die Höhle betreten konnten. Dies taten wir auch ohne zu zögern. Sofort streckten Kiba und Akamaru die Nase in die Luft und schnüffelten, während Neji wieder sein Byagugan aktivierte. Ein nicken von beiden sagte uns, das wir Richtig waren und die Fähigkeiten von beiden wieder zu Hundert Prozent funktionierte. Sie berichteten uns leise was sie sahen und schnüffelten und ich wappnete mich innerlich für das, was gleich passieren würde. Trotzdem konnte ich das kribbeln an meinen Körper nicht unterdrücken. Ich spürte, dass meine Tochter ganz in der Nähe war. Gleich würde ich sie sehen und sie in meine Arme schließen können. Gleich.
Entschlossen setzte ich mich in Bewegung und lief mit den anderen tiefer in die Höhle hinein. Hinein wo meine Tochter auf mich wartete.
Kapitel 10
Leise und auf jedes Geräusch achtend traten wir tiefer in die Höhle hinein und nicht nur einmal bemerkte ich das Uchiha-Zeichen an der Wand, die von Fackeln beleuchtet wurden. Sie entzündeten sich von alleine, wenn man einen Schritt nach den anderen machte, genau wie in Orochimarus Verstecken. Dort hatten sich die Fackeln auch selber entzündet, wenn man sie passiert hatte.
„Ich spüre weiter vorne verschiedene Chakren!“, informierte uns Naruto, der nach wie vor im Eremiten-Modus war. „Ist Saradas auch dabei?“, fragte ich hoffnungsvoll und ich sah zu meinen langjährigen besten Freund, der mich zuversichtlich anlächelte. Sein kurzes Nicken reichte mir und ich musste mich zügeln um nicht durch die dunklen Gänge zu rennen, um zu meiner Tochter zu kommen. Ich erinnerte mich daran, dass wir hier im Feindlichen Territorium waren und ich auf der Hut sein sollte. Nicht das wieder Zetsu vor mir steht in der Gestalt meiner Tochter. Das hatten wir schon.
Wir drangen tiefer in das Versteck der Uchiha ein ohne das wir auf irgendeine Gegenwehr oder Hindernis stießen. Mein Blick schweifte zu Sasuke, der sich mit seinen Sharingan genauestens umsah. Er hatte wohl von diesen Versteck seiner Familie nichts gewusst, sonst wäre er wohl hier unter getaucht, statt in einen schäbigen von Orochimaru. Klar dass er sich aufmerksam umsah. Ich wäre genauso neugierig gewesen, wenn dies hier zu meiner Familie gehören würde.
Wir verlangsamten unsere Schritte als wir das Ende des Ganges erreichten und vor uns eine Öffnung zu einem großen Raum dahinter aufragte. Keine Tür oder ähnliches war in das Gemäuer um uns herum aufgestellt worden. Man konnte ungeniert in den hell erleuchteten Raum sehen und das ließ uns vorsichtiger werden. Mit Sicherheit wussten Akazuki schon das wir hier waren, sonst hätte Zetsu uns nicht so einen rührenden Empfang bereitet. Shikamaru beugte sich etwas vor und spähte um die Ecke. Er analysierte genau jeden Winkel des Raumes das er sehen konnte und legte vermutlich schon eine passende Strategie zu recht, wie wir vorgehen würden. Kiba und Akamaru schnüffelten bereits in der Luft und nahmen wohl jeden Geruch in der Luft wahr, während Neji sein Byagugan aktiviert hatte und nach wenigen Sekunden wütend und genervt aufseufzte. Sein Bluterbe wurde wohl nach wie vor blockiert und ich bemerkte das kleine schadenfrohe Grinsen, das auf Sasukes Lippen lag. Es war ein offenes Geheimnis dass die beiden sich nicht besonders riechen konnten und das zeigte sich gerade auf Nejis Gesicht wieder, als er Sasuke einen giftigen Blick schenkte. Er hatte sehr wohl mitbekommen, dass Sasuke sich über ihn lustig machte. Ich verdrehte nur meine Augen. Warum mussten Männer immer ihre Schwänze vergleichen? Ich verstand es nicht. Trotzdem wollte ich nicht länger hier herum sitzen und auf ein Wunder warten. Akazuki wusste doch eh schon das wir waren, warum also sollten wir noch weiter herum zögern. Es würde so oder so zu einer Auseinandersetzung kommen, mit Shikamarus Master Plan oder nicht.
Ich sah zu Sasuke der meinen Blick erwiderte. Er dachte das gleiche wie ich auch. Kurz nickten wir uns zu, ehe wir uns zum gehen wandten. „Hey Moment! Was habt ihr vor?“, fragte Kiba und wir beide drehten uns zu ihm und den anderen um. „Unsere Tochter holen!“, sprachen wir wie aus einem Munde und auf Narutos Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. „Hört sich gut an! Ich bin dabei!“, meinte er, als er zu uns trat. Shikamaru seufzte nur, während Neji uns ruhig ansah. „Deswegen sind wir ja hier, nicht war Akamaru!“ Der Rüde bellte zustimmend zu seinem Herrchen auf. „Das wird so was von lästig!“, seufzte Shikamaru wieder und ich wusste das sie uns folgen würden. Ein kleines Lächeln erschien auf meinen Gesicht, als ich mit Sasuke an meiner Seite weiter ging. Gemeinsam traten wir in den Höhlenähnlichen Raum und ich sah mich sofort nach möglichen Feinden um. Doch es gab keine. Zumindest nicht in Sichtweite, denn der etwas größere Raum war leer. Aufmerksam sah ich mich um, doch außer dem rießen großen Uchiha-Zeichen, dass vor uns an der Wand eingearbeitet wurde, befand sich rein gar nichts hier drin. Im Gegenteil. Es sah eher so aus, als wären wir die ersten Leute nach einer Ewigkeit, die hier eintraten. Überall hingen Spinnweben von der Decke und die Luft war noch ein wenig stickiger als den Gang hier rein. Misstrauisch sah ich mich weiter um. Meine Tochter musste doch hier sein. Umsonst hätte uns Zetsu draußen nicht aufgelauert, wenn hier nicht ihr Versteck war. Langsam aber sicher wurde ich sauer. Ich hatte genug von diesem ganzen Versteckspiel.
Ich wollte gerade meiner Wut Luft machen, als ich leise kleine Schritte vernahm, die auf uns zukamen. Wir alle drehten uns auf einen Angriff bereit in die Richtung, von der ein weiterer Gang noch tiefer in das Versteck führte. Mir war der schmale Gang gar nicht aufgefallen und den anderen wahrscheinlich auch nicht, so wie sie kuckten. „Mama!“, hörte ich freudig meinen Namen und unwillkürlich verspannte ich mich. War das wieder nur ein Trick oder war das wirklich meine Tochter, die auf mich zu rannte. Ein breites Grinsen zierte ihr Gesicht und mit freudenstrahlenden Augen sah sie mich an. Zumindest beruhigte mich die Tatsache, dass mein Traum nur ein Traum gewesen war. Zum Glück. „Mama, ich bin so froh, dass du hier bist! Ich hab dich soooo vermisst!“, rief die Kleine und sie warf sich freudig in meine Arme. Ganz fest drückte ich den kleinen Körper an mich. Kein Zweifel. Dass hier war meine Tochter. Die echte. Ich spürte es mit jeder Faser meines Körpers und diese Erkenntnis trieb mir die Tränen in die Augen. Ich hatte sie endlich gefunden! Wir hatten es geschafft und das wichtigste, es ging ihr gut. „Mama, warum weinst du denn? Bist du traurig?“ Ich lächelte sie leise schniefend an. „Nein meine Kleine, ich bin nur glücklich, dass ich dich gefunden habe!“, erklärte ich und ich strich ihr sanft über die Wange. Sarada lächelte mich an, ehe sie Naruto bemerkte, der näher getreten war. „Onkel Naruto!“ rief Sarada erfreut und sie löste sich von mir, nur um in Narutos Arme zu laufen. Dieser hob sie spielerisch hoch in seine Arme und das ließ Sarada auflachen. „Mensch bin ich froh, dass es dir gut geht Sarada! Wir haben uns ganz schöne Sorgen um dich gemacht!“, meinte Naruto, als die Kleine sich an ihn drückte. „Tut mir Leid!“, begann Sarada, als Naruto sie wieder herunter ließ.
„Woher weißt du eigentlich das wir hier sind Sarada?“ Shikamaru betrachtete meine Tochter aufmerksam und auch ein wenig misstrauisch. Kein Wunder nach den jüngsten Geschehnissen, doch ich hatte keinen Zweifel dass es nicht die Echte war. Ich spürte es. Es war wirklich meine Tochter. „Na er hat mir gesagt, dass du kommst Mama! Ich wollte dich nur begrüßen kommen!“, meinte meine Tochter und sie lächelte mich wieder an. Ich wurde sofort wieder ernst und aufmerksam. „Wer hat es dir gesagt?“ Unwillkürlich spannte ich mich an, während Sarada mich mit leuchtenden Augen ansah. „Na Papa! Er hat mir gesagt, dass du uns besuchen kommst!“ Ich stand wie vom Donner gerührt da, ehe mein Blick automatisch zu Sasuke wanderte, der bis jetzt noch nichts gesagt oder getan hatte. „Was dein Papa?“, fragte ich leicht entgeistert nach und Sarada nickte eifrig, immer noch mit einen strahlen im Gesicht. Die anderen sahen alarmierend zu mir und Sasuke. Wir wussten alle das Sasuke der Vater von Sarada war und der stand gerade vor seiner Tochter und starrte sie an. Sarada bemerkte ihn ebenfalls und zum ersten Mal sahen sich Vater und Tochter in die Augen. „Mama, wer ist das?“ Ich schluckte. Was sollte ich denn jetzt sagen? Anscheinend hielt Sarada aus irgendeinen unerfindlichen Grund Madara oder sonst wem als Vater und meine Wut meldete sich wieder brodelnd in meiner Brust. Das war ein abgekartetes Spiel. So hatten sie Saradas Vertrauen erkauft. Sie hatten die Gutgläubigkeit eines Kindes ausgenutzt. Ich beschloss dieses Missverständnis zu begleichen. Ich würde Sarada nicht anlügen. Das wäre ihr und auch Sasuke gegenüber nicht ehrlich. Die beiden hatten ein Recht darauf sich endlich kennen zu lernen. Das hoffte ich schon seit Jahren und nun endlich war es soweit. „Sarada, dass ist Sasuke Uchiha! Dein Papa!“, erklärte ich ihr in einen sanften Ton und sofort lag Saradas Blick auf mir und sie sah wirklich verwirrt aus. „Aber…“ begann sie, doch wurde von Sasuke unterbrochen, der sich zu seiner Tochter hinunter gekniet hatte und seine rechte Hand auf ihr Haupt legte. „Es stimmt was deine Mutter sagt, Sarada! Ich weiß nicht was Madara zu dir gesagt hat, aber ich bin wirklich dein Vater“, sprach er in einen so sanften Ton, dass wir ihn alle leicht anstarrten. So hatten wir Sasuke noch nie erlebt und Narutos Grinsen wurde dadurch nur noch breiter. Er freute sich genauso, dass Sarada endlich ihren Vater kennen lernen durfte wie mich auch. Ich lächelte ebenfalls, doch dies verging sehr schnell wieder, als ich Saradas Blick bemerkte, der sich verdunkelte.
„Lügner!“
Dieses Wort reichte aus, dass sich Sasukes Gesichtsausdruck wieder verhärtete. Sarada befreite sich aus Sasukes Griff und sah erst ihn, dann mich böse an. „Papa hat mir gesagt, dass ihr mir so was sagen würdet!“, rief die Kleine laut und als ich einen Schritt näher trat, wich sie auch vor mir zurück.
„Mama, ich hasse dich!“
Wie versteinert stand ich da. Noch nie, aber auch wirklich noch nie hatte meine Tochter mir gesagt, dass sie mich hasste. Mit geweiteten Augen starrte ich in Saradas Augen, die mir wütend entgegen blickten, ehe sie sich urplötzlich Blutrot verfärbten. Ich schnappte nach Luft. Ihre Sharingan waren erwacht. Sasuke hatte mir irgendwann mal erklärt, wann das Erbe der Uchiha erwachte. Es gibt zwei Arten wie es sich auslösen konnte. Die erste ist, wenn sich der Uchiha in ernster Gefahr befand, dass er aus Instinkt sein Bluterbe aktiviert oder die zweite, wenn er unter emotionalen Stress stand, so wie es bei Sarada gerade der Fall war. Sie hatte momentan sehr viel mitgemacht und wer weiß schon, welchen Floh ihr Madara ins Ohr gesetzt hatte, dass diese Offenbarung von mir nur das Tüpfelchen auf dem I war, dass sich ihr Bluterbe aktiviert hatte. Mit einen mal begriff ich auch, warum Madara dieses ganze Spiel gespielt hatte. Saradas Sharingan waren noch nicht erwacht und somit war er dem Akazuki noch nutzlos. Doch jetzt in diesen Moment hatte sich dies geändert. Alarmierend sah ich zu Sasuke der nur nickend meinen Blick erwiderte. „Sarada was sagst du denn da?“ Naruto sah fassungslos zu meiner Tochter, die auch ihn wütend ansah.
„Sarada, komm her meine Tochter!“ Ich drehte mich zu der leicht tiefen Stimme um und starrte den Mann hasserfüllt an. „Madara!“, knurrte Sasuke neben mir und er sah den Akazuki mit der Orangenen Maske ebenfalls hasserfüllt an. „Papa!“, rief Sarada erfreut und ehe ich es verhindern konnte, rannte sie zu ihm und drückte sich halt suchend an sein rechtes Bein. Die Hand des Akazuki legte sich auf das Haupt meiner Tochter und dieser Anblick brachte mich zur Weißglut. „Nimm gefälligst deine Finger von meiner Tochter!“, fauchte ich und spannte jeden meiner Muskel an, bereit in anzugreifen, sobald er eine falsche Bewegung machte. „Na na, wir wollen doch nicht gleich so aus der Haut fahren, Liebes! Siehst du Sarada und das ist der Grund warum deine Mutter dich von mir fern gehalten hat!“ Ich glaubte mich verhört zu haben. Saradas Blick lag auf mir und ich musste mit ansehen, wie dieser immer mehr verdunkelte. Sie glaubte diesen Bastard jedes Wort und dass nur, weil er die Wahrheit auf brutalste Weiße verdrehte und das schlimmste daran war, ich konnte es ihr nicht mal verübeln. Immer wieder hatte sie mich nach ihren Vater gefragt, doch ich hatte mich immer davor gedrückt ihr was zu erzählen, weil ich keine Verbindung zu Sasuke aufbauen wollte. Es war ja schon schwierig genug, dass Sarada Sasuke so ähnlich sah. Sie war ihm wie aus dem Gesicht geschnitten und einige hatten Eins + Eins zusammen gezählt. Ich war selber daran Schuld, dass Sarada diesen Mist was der Maskenträger von sich gab glaubte und dass ließ meinen Zorn in pinnen von Sekunden verpuffen. Traurig sah ich zu Boden und biss mir auf meine Lippe. Eine Hand, die sich auf meine rechte Schulter legte ließ mich aufsehen und in Sasukes Gesicht blicken. Er wusste was ich gerade dachte. „Gib dir nicht die Schuld an dieser Situation Sakura! Ich bin derjenige der Schuld an allen hat“, begann er und er sah mir dabei fest in die Augen, ehe er sich zu Madara wandte und sein Blick sich wieder verdunkelte. „Und ich werde das nun wieder in Ordnung bringen!“ Ich sah ihn nur sprachlos an, ehe ein zartes Lächeln auf meinen Lippen erschien, als ich leicht nickte. „Na da helfen wir dir doch gerne Teme! Wird ohnehin Zeit, dass du deine Vaterrolle ernst nimmst und nicht mehr davon läufst!“, meinte Naruto sarkastisch und mit einen breiten Grinsen im Gesicht. Den tödlichen Blick von dem Uchiha ignorierte er, ehe Naruto neben uns trat und zu dem Akazuki sah. „Gib uns Sarada zurück! Wir wissen alle das du nicht ihr Vater bist!“, meinte der Blonde selbstsicher und ihn seiner gewohnten Lautstärke, die er selbst als Erwachsener nicht ganz abgelegt hatte. Madara jedoch ließ nur ein leises Kichern von sich hören, während Sarada leicht verwirrt zwischen uns und dem Akazuki hin und her sah. „Papa? Was meint Onkel Naruto damit?“, fragte die Kleine und sie sah durch ihr jüngst erwachtes Bluterbe zu ihren Vater hoch. Dieser sah zu ihr hinunter und er wuschelte wieder durch ihre Haare. „Nichts meine Kleine! Ich habe dir doch gesagt, dass sie nicht wollen, dass du bei mir sein kannst! Sie wollen dich von mir fernhalten, weil du besonders bist!“ Ich verengte meine Augen bei diesen Worten. Was meinte er, dass meine Tochter etwas besonderes ist.
„Sarada bitte! Dieser Mann lügt! Er ist nicht dein Vater, dass musst du mir glauben!“, versuchte ich es wieder meine Tochter zur Vernunft zu bringen. Es versetzte mir einen tiefen Stich, dass meine Tochter mir nicht glaubte und es schürte gleichzeitig den Hass gegen den Akazuki. Sarada sah wieder zu mir und ich sah deutlich ihre leichte Verunsicherung in ihren Blutroten Augen. Hoffnungsvoll machte mein Herz einen Sprung. Madara hatte es noch nicht ganz geschafft sie um den kleinen Finger zu wickeln. „Glaub ihr nicht meine Kleine! Deine Mutter war es, die mich seit deiner Geburt nicht in deine Nähe gelassen hat! Fandest du dass nicht immer ungerecht? Haben dich die anderen Kinder deswegen nicht immer ausgelacht, weil du keinen Vater hattest? Hast du sie nicht aus diesen Grund immer und immer wieder gefragt, wo ich bin und warum ich nicht bei euch sein konnte?“ Sarada nickte nur und ich musste hilflos mit ansehen wie Madara sein böses Spiel weiter spielte und ich konnte rein gar nichts dagegen tun. Es stimmte ja auch was er sagte. „Das reicht jetzt!“, rief Naruto, den der Kragen platzte. Er formte schnelle Fingerzeichen und mit seinen Schattendoppelgängern stürmte er auf den Akazuki los. Shikamaru, Neji und Kiba mit Akamaru kamen ebenfalls in Bewegung und gingen ebenfalls auf den Akazuki los. Gerade wollte ich mich ihnen anschließen, als Sasuke mein Handgelenk ergriff. „Schnapp dir Sarada und verschwinde von hier“, meinte er leise und ich nickte. Ich würde unsere Tochter in Sicherheit bringen. Entschlossen trat ich kurz an ihn heran und drückte ihn einen kleinen Kuss auf die Lippen. „Tret ihn in den Arsch!“ Sasuke schenkte mir ein Anflug von einen Lächeln, ehe er sich auch in den Kampf einmischte. Ich schlängelte mich außen herum und trat zu meiner Tochter, die sich ängstlich in eine Ecke verdrückt hatte. Sie sah zum ersten Mal einen richtigen Kampf und mit weit aufgerissenen Augen starrte sie auf das Geschehen vor ihr.
Ich schnappte mir sie und machte mich daran das Versteck wieder zu verlassen. Doch Sarada machte mir ein schnelles uns leises Verschwinden unmöglich. Sobald ich Anstalten machte zu verschwinden, fing sie an in meinen Armen zu zappeln und nach ihren Papa zu rufen. Doch ich ließ sie nicht los. Ich verfestigte meinen Griff um sie und ich hatte schon fast den Raum verlassen, als plötzlich vor mir der Akazuki aus dem Boden auftauchte, als sei er ein Geist der durch alles hindurch gleiten konnte. Abrupt blieb ich stehen und fluchte leise. „Na wo wollen wir denn so schnell hin?“, fragte der Maskenträger in einen gespielt belustigten Ton, als er gänzlich vor mir auftauchte. „Papa!“, rief Sarada erleichtert, während ich nur wieder leise fluchte. „Du hast etwas was mir gehört Liebes“, meinte der Akazuki und er sah zu meiner Tochter, die ich nur noch mehr an mich drückte. Ich würde sie nicht mehr in Madaras Nähe lassen. Ich würde sie mit allem was ich hatte vor diesem Mann beschützen. „Du wirst Sarada nicht bekommen! Davor musst du mich erst Töten!“, meinte ich, als ich einen Schritt zurück trat. Ich wollte so viel abstand wie nur möglich. „Ich glaube das lässt sich einrichten!“, hörte ich ihn sprechen, als er vor meinen Augen sich auflöste. „Sakura-chan pass auf!“ rief mir Naruto noch eine Warnung, doch es war zu spät.
Im nächsten Moment spürte ich Schmerz. Blut spritzte und ich hörte Saradas lauten Aufschrei, als sich ihre Augen entsetzt weiteten.
„Mama! Maamaaaa!“
Kapitel 11
„Mama!Mamaaaa!“ rief meine Tochter, als ich zu Boden glitt, sie jedoch nicht los ließ. Sarada hatte jede Gegenwehr sich aus meinen Griff zu befreien aufgegeben und sie sah mich mit weit aufgerissenen Augen an. Tränen sammelten sich in ihnen und rannen ihre Wange hinunter, während sie anfing am ganzen Körper zu zittern.
„Papa warum tust du Mama weh?“, rief die Kleine und sah dabei zu den Akazuki, der unbeeindruckt das Schwert, das er von hinten in mich gerammt hatte, heraus zog. Ich ächzte vor Schmerz auf und ich spuckte Blut. Scheiße. Ich hatte nicht genug aufgepasst. Er hatte mich eiskalt erwischt, doch meine Tochter bekam er trotzdem nicht. Da musste er schon mehr aufbringen, um nur ein Schwert durch mich zu jagen. Das war ja schon fast lächerlich. „Ich musste es tun, meine Kleine! Sie wollte uns zwei wieder voneinander trennen!“, antwortete der Akazuki meiner Tochter und ich zischte nur wütend auf, während ich meine Hände zu Fäusten ballte. „Sie ist nicht deine Kleine! Merk dir das mal!“, brauste ich auf, als ich mich blitzschnell umdrehte und ihn meine Faust ins Gesicht rammte. Ein knacken war zu hören, ehe der Akazuki durch die Wucht meines Schlages quer durch den Raum flog und an die Wand krachte, die laut erbebte. Doch das war mir egal. Schweratmend stand ich da und hob mir meine Wunde, die stark blutete.
„Sakura-chan!“
Schlitternd kam Naruto vor mir zu stehen und er sah mich mit einem besorgten Blick an. Schon etwas nervös sah er zu meiner Wunde am Bauch. Mein Oberteil war schon Blutrot getränkt und es tropfte mit einen leisen Plopp zu Boden. Ich musste mich beeilen. Schnell schloss ich ein paar Fingerzeichen und presste meine Hand, die hellgrün aufleuchtete auf meine Wunde. Ich verzog leicht schmerzhaft mein Gesicht, ehe sich die Wärme meines Heiljutsus in mir ausbreitete und ich für ein paar Sekunden wohl seufzend meine Augen schloss.
„Sakura, alles in Ordnung?“
Ich hob meine rechte Hand und zeigte Shikamaru meinen erhobenen Daumen. Ich war gleich so gut wie wieder hergestellt. „Mama?“ Ich sah zu meiner Tochter hinunter, die immer noch weinte. Ich wuschelte ihr durchs Haar und wischte ihr lächelnd ihre Tränen aus dem Gesicht. „Alles in Ordung meine Kleine! Mama ist so gut wie wieder gesund!“ Meine Worte bewirkten, dass sich Saradas Gesicht wieder etwas aufhellte. „Wirklich?“ Ich nickte ihr lächelnd zu, ehe ich meine Selbstheilung abschloss. Der Maskenträger hatte zwar eine Lebensbedrohliche Stelle getroffen, doch die beste Medic-Nin neben Tsunade war diese Wunde ein Witz. „Es tut mir Leid was ich gesagt habe Mama!“, begann Sarada, als sie mit verweinten Augen zu Boden sah und ihre Finger in den Saum ihres Oberteils krallte. Ich sah sie mit einem ruhigen Blick an. Ich wusste doch nur all zu gut, wie sehr sie einen Vater haben wollte. All die Jahre hatte ich es gehasst ihr nicht ihren Vater vorstellen zu können. Ich hatte genauso darunter gelitten wie sie und ich wusste genau dass es auch bei Sasuke nicht spurlos vorbei gegangen war. Er hatte als Genin schon gesagt, dass er eines Tages seinen Clan wieder aufbauen wollte und jetzt wo der erste Schritt getan war, konnte er nicht mal dabei sein. Was für ein verdammtes Miststück doch dass Schicksaal war. Man bekam nie dass was man wollte. Immer kam es anders als man dachte. „Es tut mir wirklich Leid Mama! Ich hab dich doch lieb!“ riss mich Sarada aus meinen Gedanken, als sie sich heulend an mich klammerte. Ich drückte sie lächelnd an mich und strich ihr beruhigend durchs Haar. „Ich hab dich doch auch lieb meine Kleine und wegen so was bin ich noch lange nicht böse auf dich! Du konntest ja nicht wissen, dass er nicht dein echter Papa ist!“ Sarada nickte nur schniefend, während Naruto uns gerührt beobachtete. Selbst er zwinkerte sich ein paar Tränen aus den Augenwinkeln weg.
Ein plötzliches Auflachen ließ uns zu den Akazuki schauen, der sich aus den Trümmerhaufen befreite, in dass er gestürzt war. „Mutter und Tochter sind also wieder vereint, wie süß“, sprach der Akazuki, als er sich wieder erhob. Ich hatte ihn vorhin einen sauberen Schlag verpasst, denn seine Maske, -die sein Gesicht versteckt hatte, war zerbrochen und fiel ihm in Einzelstücken zu Boden. Mir stockte der Atem, genauso wie den anderen auch. Das konnte doch nicht sein. Mit einem Ruck sah ich zwischen Sasuke und dem Akazuki hin und her. Doch egal wie lange ich die beiden anstarrte, änderte dass nichts an der Tatsache, dass hier gerade eben zwei Sasuke Uchiha´s im Raum standen. „Was zum Teufel ist das hier für ein Spiel? Warum gibt es zwei Uchiha´s?!“, platzte Kiba los, als er genauso wie ich zwischen den beiden hin und her sah. Hier stand derjenige Sasuke Uchiha, der auf Hinatas Beschreibung zutraf. Sasuke in einen Akazuki-Mantel. Wieder lachte der Akazuki und er sah uns aus seinen Blutroten Sharingan feixend an, während es bei mir Klick machte. Es war eindeutig dass hier vor uns Zetsu stand und Sasukes Gesicht zur Schau stellte. Er trug den gleichen Gesichtsausdruck den Sasuke zur Schau trug, als er noch Itachi hinterher gejagt war. Dies war noch die Zeit, wo er noch unser Feind war. Ich sah kurz zu Naruto, der wohl das gleiche dachte wie ich, denn sein Blick war sehr ernst geworden. „Na, seit ihr überrascht?!“, grinste Zetsu-Sasuke breit. Ich verstand es wirklich nicht. Was sollte das alles? Warum hatte Zetsu in der Gestalt Sasukes Sarada entführt? Was lag dahinter?
Plötzlich ertönte ein Vogelähnliches Zwitschern und wir sahen Sasuke, - den echten, der hinter Zetsu-Sasuke stand und sein Chidori aktiviert hatte. Die weißbläulichen Blitze ließen den Raum gespenstig wirken und legte zusätzlich einen dunklen Schatten auf Sasukes Gesicht. Dadurch wirkte er und sein Sharingan das er ebenfalls aktiviert hatte noch bedrohlicher und gefährlicher als ohnehin schon. „Niemand läuft mit meinem Gesicht durch die Gegend, entführt meine Tochter und verletzt meine Frau!“, knurrte er und bei seinen Worten breitete sich ein angenehmes Kribbeln in meinem Inneren aus. Seine Frau. So hatte er mich noch nie genannt und dies trieb mir ein Lächeln auf die Lippen. Zetsu lachte schallend auf, ehe er blitzschnell Sasukes Angriff auswich. Dieser wollte ihn gerade mit seinem Chidori aufspießen und ein Vogelähnlicher Schrei jagte durch die Luft ehe das Chidori wieder erlosch und Sasukes Augen wütend auf seinem Double lagen, der ihn nur breit angrinste. „Du vergisst wohl, dass ich alles kann, was du kannst ohne Ausnahme! So leicht besiegst du mich nicht!“, prallte Zetsu und im nächsten Moment wich er Shikamarus Schatten aus, der ihn fesseln wollte. Shikamaru zischte leise, während Zetsu ihn fast schon tadelnd ansah. „Ein zweites mal bekommst du mich nicht mit diesem Jutsu!“, meinte er und ich merkte langsam dass man Zetsu auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen sollte. Er war stark. Was auch nur verständlich war. Er war ja schließlich ein Akazuki-Mitglied und diese hatten keine schwachen Mitglieder und er war im Moment noch gefährlicher, weil er Sasukes Erscheinung, Kraft und Jutsu´s beherrschte. Wir durften ihn auf keinen Fall unterschätzen. „Mama? Was ist hier los? Warum gibt es Papa zweimal?“ Ich sah zu meiner verängstigten Tochter, die sich eng an mein Bein klammerte. Kein Wunder das ihr Sharingan erwacht war, bei diesem ganzen Wahnsinn hier. Ich musste sie schnellstens an einen sicheren Ort bringen. Naruto bestätigte dies, als er mir mit einen Blick klar machte, dass ich abhauen sollte. Ich nickte ihm zu und wartete auf eine gute Gelegenheit, die mir Naruto auch sogleich verschaffte. Er formte schnelle Fingerzeichen und seine vielen Schattendoppelgänger versperrten die Sicht auf mich und meine Tochter. Ich nahm Sarada auf meine Arme und machte mich vom Acker. Doch so leicht wie wir gedacht hatten war es nicht.
Kaum war ich aus dem Versteck draußen und in den Wald gelaufen, musste ich schon mehreren Kunais ausweichen. Ich sah zu meinen Angreifer und mein Herz rutschte mir in die Hose. Das konnte doch nicht war sein! Vor mir standen alle Akazuki-Mitglieder in voller Pracht. Ich schluckte, während ich gleichzeitig meine Stirn runzelte. Wir hatten vor langer Zeit die meisten Mitglieder besiegt oder getötet. Also warum standen sie jetzt alle vor mir und kuckten mich so böse an? Wahrscheinlich waren das nur weitere Zetsu´s, die nur die Gestalt von ihnen angenommen hatten. Tote konnten ja wohl schlecht auferstehen, wenn Orochimaru nicht seine Finger im Spiel hatte und die Schlange war schon lange Tod. Also blieb dann nur noch Möglichkeit eins. Vor mir standen weitere Zetsu´s. Dieser Typ wurde langsam nervig. Die ganze Mannschaft sah mich bedrohlich an und es sah wohl nicht so aus, als würden sie mich einfach lieb und nett an ihnen vorbei gehen lassen. Klasse. „Übergib uns das Mädchen und wir werden dir einen schnelleren Tod bescheren!“, erhob Zetsu-Pain das Wort und ich schnaubte. Ja klar. Nie im Leben würde ich ihnen meine Tochter aushändigen. „Vergiss es!“, zischte ich und im nächsten Moment musste ich den Bomben die Zetsu-Deidara nach mir schmiss ausweichen. Mehrere laute Explosionen folgten und rießige Krater bohrten sich in die Felswand hinter mir und den Boden unter mir. Hoffentlich ging es den anderen gut. Sie waren immer noch da drin. Gerade hatte ich sowieso andere Probleme als mir großmäßig Sorgen um meine Kameraden zu machen. Die Akazukis griffen mich alle gleichzeitig an. Schon etwas unfähr. Sie waren zu neunt und ich alleine. Zudem konnte ich nicht richtig kämpfen, da ich meine Tochter nach wie vor in den Armen hielt. Diese klammerte sich ängstlich an mich und drückte ihr Gesicht an meine Brust. Die arme Kleine. Sie brauchte bestimmt lange um sich wieder zu erholen, nach diesem ganzen Albtraum hier. Ich wich gerade Zetsu-Hidan´s Monster-Sense aus und bemerkte zu spät die Kunais die mir Zetsu-Sasori mit seiner Puppe entgegen warf. Ich sah mein letztes Stündlein schon schlagen, als plötzlich jemand zwischen mich und die Kunais sprang.
„Rotation.“
Eine Chakrafeste kreisrunde Mauer bildete sich um uns und ich blickte zu Neji, der sich blitzschnell um seine eigene Achse drehte. Gerade noch zur rechten Zeit. „Geht es euch gut?“, fragte er mich, als er sein Jutsu beendet hatte und er sich halb zu mir umdrehte. Ich nickte nur und brachte ein kleines Danke über die Lippen, dass er ebenfalls mit einen Nicken quietierte.
„Tazuga!“ hörte ich im nächsten Moment und ich sah, wie Kiba und Akamaru mit ihrem Jutsu durch die Akazukis jagten. „Du hättest uns ruhig bescheid sagen können, dass hier draußen eine bessere Party läuft!“, meinte Kiba in einen sarkastischen Ton und ich lächelte leicht. „Wieso ich habe doch angeklopft!“, erwiderte ich und besah kurz die Löcher, die Deidara in der Felswand hinterlassen hatte. „Stimmt“, stimmte Neji mit ein, als er mit seinen Byagugan zu den Akazukis blickte. „Das hier wird doch immer nerviger!“, grummelte Shikamaru, der seufzend neben mich und Neji trat. Ich stimmte ihn im stillen zu.
Im nächsten Moment hörten wir ein lautes Rumsen und Zetsu-Sasuke flog im hohen Bogen an uns vorbei und landete genau vor seinen Artgenossen. Verwundert blickte ich erst zu Zetsu dann zu Naruto und Sasuke, die nebeneinander bedrohlich aus den Überresten des Uchiha-Versteckes traten. Sasukes Blick verdunkelte sich noch ein wenig mehr, als er die Kopie von Itachi sah. „Du wagst es auch noch meinen Bruder nachzumachen?!“ Seine Stimme war nur noch ein Donnern, als er die Akazukis aus seinen Mangekyo-Sharingan ansah. Bei uns blieben die beiden stehen und ich sah mal wieder, wie beide so schön miteinander harmonierten. Naruto war wie das Licht und Sasuke war der Schatten. Schon fast wie Jing und Jang. „Du verstehst wie immer gar nichts, dummer kleiner Bruder!“, erhob Zetsu-Itachi das Wort und er machte Itachi wirklich gut nach. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, würde ich wirklich meinen, dass gerade der echte vor uns stehen würde. Sasukes Gesichtsausdruck verdunkelte sich noch mehr. Wäre Narutos Hand auf Sasukes Schulter nicht gewesen, die ihn beschwichtigen wollte, dann wäre Sasuke auf den falschen Itachi los gegangen. So erntete Naruto nur einen Killerblick, denn der Blonde ignorierte. Wie immer. „Lass dich nicht so leicht provozieren! Die spielen eh nur auf Zeit. Ich weiß nicht auf was sie warten, doch es muss einen Grund haben, warum Zetsu uns hinhält!“, meinte Naruto und ich musste ihn Recht geben. Zetsu hielt uns beschäftigt und er schien auf etwas oder jemanden zu warten. Aber auf wen? Auf den echten Madara? Gab es ihn überhaupt noch? Normalerweise müsste er doch schon längst Tod sein.
Sasuke gab nur ein knurren von sich und er ließ die Akazukis keine Sekunde aus den Augen. „Du bist ja gar nicht so dumm wie man sich erzählt Kyubi!“, grinste Zetsu-Sasuke provozierend und Naruto schnaubte nur leicht beleidigt auf. „Ja manchmal hab auch ich was in der Birne.“ Manchmal. Ich verkniff mir eine Bemerkung und schüttelte stattdessen nur leicht meinen Kopf, ehe ich innehielt und mich leicht versteifte. Ich spürte ein starkes Chakra näher kommen. Akamaru winselte ebenfalls und scharrte nervös mit den Pfoten. Zetsu-Sasuke´s Grinsen wurde noch breiter.
„Endlich.“
Wir konnten nicht mehr nachfragen was er damit meinte, denn im nächsten Moment tauchte wie aus dem Nichts eine Person vor uns auf. Sein Chakra das er aussandte war gigantisch. Ich schluckte hart, während sich kalter Schweiß auf meiner Stirn bildete. „Madara“, knurrte Sasuke bedrohlich und jeder spannte sich unbewusst an. „Was?! Uchiha Madara? Aber der müsste doch schon längst ein Häufchen Asche sein?!“, platzte Kiba los, während ihm die Kinnlade herunter fiel. Madara wandte sein Gesicht in die Richtung von Kiba. Ich bemerkte dass er seine Augen geschlossen hielt. Eine böse Vorahnung stieg in mir auf. War er doch hinter Saradas Augen her? Wie hatte Zetsu vorhin gesagt? Sie war was besonderes?“ „Wenn ich wirklich ein Häufchen Asche sein soll, warum kann ich dann hier stehen, Jungchen!“ Seine Stimme. Sie klang noch kälter als Sasukes und es lag absolut kein Gefühl in ihr. Ich schluckte wieder. Dieser Kerl bedeutete den sicheren Tod. Kiba schluckte ebenfalls und er zog sich ein paar Schritte zurück, während Akamaru sich schon lange winselnd hinter sein Herrchen versteckt hatte.
„Madara-sama! Sie sind endlich erwacht!“ meinte Zetsu, der sich in binnen von Sekunden wieder in seine normale Gestalt verwandelt hatte und seine Doppelgänger verschmolzen wieder mit dem Original. Madara nickte nur leicht, während er ein Gesicht leicht zu Zetsu drehte. „Das Mädchen?“ Zetsu deutete auf mich und Sarada. „Ist hier. Sie ist bei ihrer nichtsnutzigen Mutter, die denkt dass sie sie vor euch beschützen kann!“, sprach Zetsu und Madara lachte kurz freudlos auf und ich bekam von diesen kalte Gänsehaut, während ich dabei zusah, wie er sein Gesicht in meine Richtung drehte. Ich verfestigte meinen griff um meine Tochter und machte mich auf alles bereit. „Du wirst Sarada nicht bekommen! Erst musst du an uns vorbei!“, rief Naruto, der sich mit den anderen beschützend vor mir und meine Tochter stellte. „Mama ich hab Angst!“, flüsterte mir Sarada mit einer zittrigen Stimme entgegen und ich legte nur beschützend meine Hand auf ihren Kopf. „Dir wird nichts passieren, mein Schatz! Wir werden dich beschützen!“, flüsterte ich ihr zurück und hauchte ihr einen Kuss auf ihre schwarze Haarpracht. Madaras Lachen ließ mich wieder zu ihm schauen. Schon fast zu arrogant stemmte der Todgeglaubte Urur-Uchiha seine rechte Hand in die Hüfte und legte zusätzlich sein Gesicht leicht schief, dass ihm die langen strähnen seines langen schwarzen Haares in sein Gesicht fielen. „Ihr denkt doch nicht etwa, dass ihr mich aufhalten könnt oder?! Egal was ihr versucht, ich werde mir die Augen von diesem Mädchen holen!“ Sasuke zischte auf die Worte Madaras gefährlich auf. „Wieso ihre? Du könntest doch auch meine haben. Im Gegensatz zu meiner Tochter habe ich das Mangekyo-Sharingan schon erweckt!“ Madara verzog leicht seinen Mund. „Ein verlockender Gedanke, aber nein!“, begann er und wir alle runzelten die Stirn. Sasuke hatte ihm gerade indirekt angeboten seine Augen zu nehmen und er lehnte ab?
„Das Mädchen ist was besonderes und ich werde euch ausnahmsweise erklären warum. Sie ist die erste Uchiha, die nicht nur das Blut der Uchiha in sich trägt. Sie hat zudem noch das Blut der Senju´s in sich. Genau dass was ich immer haben wollte. Sie hat eine neue Form des Sharingan, dass noch stärker werden wird, wenn man es ausbildet“, erklärte Madara in einen verzückten Ton und mir gefiel gar nicht worauf das ganze hinaus lief. „Ich werde noch mächtiger, stärker und unbesiegbarer sein und ich kann mich endlich an den Nachfahren von Hashirama rächen! Ich werde mich an allen rächen!“
„Nicht wenn ich es verhindern kann!“
Sasuke stürmte ohne Vorwarnung los und Naruto lief ihn hinterher, als er in den Biju-Modus wechselte. Seine stärkste Angriffsform. Ein heftiger Kampf begann, bei dem schnell klar wurde, dass wir restlichen absolut überhaupt keine Chance gehabt hätten. Naruto und Sasuke hatten schon Probleme, doch sie schlugen sich wacker. Trotzdem gewannen sie nicht die Oberhand und mussten Madaras Angriffe blocken oder ausweichen, was schon schwierig genug war, da der ältere Uchiha sein Susanoo aktiviert hatte,-genau wie Sasuke, nur schien seins etwas schwächer zu sein. Madara holte mit seinem Susanoo-Krieger aus und traf mit dessen Schwert Sasukes Krieger und er wurde nach hinten geschleudert, während sein Susanoo verschwand. Mir stockte der Atem. „Papa,nein!“, rief Sarada plötzlich und sie wandte sich aus meinen Armen und rannte zu Sasuke, der auf den Boden lag. Hatte Sarada ihn gerade wirklich Papa genannt? Ich folgte meiner Tochter, die sich schniefend zu Sasuke gebeugt hatte und ihre kleinen Hände auf seine Brust gelegte. Sie rüttelte ihn leicht. „Papa, mach die Augen auf!“, schniefte sie verzweifelt, doch Sasuke rührte sich nicht gleich. Höchste Zeit für mich. Schnell kniete ich mich auf seine andere Seite und begann ihn zu heilen. Es war zum Glück nichts schlimmes. Er war nur kurz K.O gegangen. Sasukes Augenlieder zuckten als er wieder zu sich kam und er sah erst zu mir bevor sein Blick an seiner weinenden Tochter hängen blieb. „Papa!“, rief diese und nun heulte sie richtig los. Sasuke sah sie einen Moment sprachlos an, weil sie ihn doch plötzlich als Vater ansah. Sie hatte wohl endlich erkannt, dass Zetsu mit ihr ein böses Spiel gespielt hatte und Sasuke doch ihr richtiger Vater war, so wie wir es ihr vorhin gesagt hatten. Ich freute mich für die beiden.
Sasuke lächelte kurz sanft und streichelte Sarada sanft durchs Haar, dass seinen so ähnlich war. „Hör auf zu weinen Sarada! Ein Uchiha weint nicht in der Öffentlichkeit und schon gar nicht vor seinen Feind!“, erhob Sasuke leicht tadelnd das Wort und ich wollte gerade was darauf erwidern, als ich mit staunen beobachtete, wie Sarada sich sofort zusammen riss und sich die Tränen aus den Gesicht wegwischte. Die Rotze wurde ebenfalls hochgezogen. Ich lachte kurz auf. Sie war durch und durch ein kleiner Uchiha. „So ist es gut! Ich bin stolz auf dich!“, meinte Sasuke und Sarada sah ihn mit großen verweinten Augen an, ehe sie verlegen lächelte. Es machte sie sichtbar glücklich zu hören, dass ihr Vater stolz auf sie war. Mein Lächeln wurde breiter.
Bevor wir noch ein Wort sagen konnten, rauschte Naruto an uns vorbei und krachte gegen die Felswand, während Madara mit gemächlichen Schritten auf uns zukam. „So meine Kleine! Es wird langsam Zeit!“, begann er, als er schon knapp vor uns war. Mein Beschützerinstinkt schaltete sich ein und ich sprang auf, schlug ein Rad über Sasuke und rammte Madara meinen Chakragetränkten Fuß in den Magen. Der Uchiha rutschte ein ganzes Stück zurück, doch bei weitem nicht so weit, wie ich es gewollt hätte. „Du kommst nicht in die Nähe meiner Tochter, du Scheißkerl!“, zischte ich wütend, während Sasuke sich wieder erhob und ich Naruto hinter uns laut fluchen hörte. Madara schien eher unbeeindruckt und im nächsten Moment stand er neben mir und schlug mich und auch Sasuke weg, wie Fliegen die ihm im Weg waren. „Mama! Papa!“ rief Sarada, ehe sie sich zu Madara umdrehte und ihn böse ansah. Hart prallte ich gegen einen Baum und im ersten Moment blieb mir die Luft weg, bevor ich an der Rinde nach unten rutschte. Schwerfällig hob ich meinen Blick und sah mit Entsetzen dass Madara vor meiner Tochter stand. „Sarada!“, rief ich panisch, doch ich konnte mich nicht gleich bewegen. Zu sehr schmerzten meine Glieder von dem Aufprall. „Du hast Mama, Papa und Onkel Naruto weh getan! Das werde ich dir nicht verzeihen!“, hörte ich meine Tochter rufen und ich spürte, wie ihr Chakra plötzlich enorm zunahm und unkrontrolliert durcheinander schwappte. Mit weit aufgerissenen Augen und Mund sah ich zu, wie Sarada das Susanoo aktivierte. Rotes Chakra umhüllte sie und erst formte sich ein Skelett mit Kopf, Oberkörper und Armen. Ich traute meinen Augen nicht. Wie konnte das sein? Sarada hatte doch vor nicht mal einer halben Stunde gerade mal ihr Sharingan das erste mal erweckt und für das Susanoo brauchte man doch das Mangekyo-Sharingan. Was ging da ab? Die anderen staunten auch nicht schlecht, während wir dabei zusahen, wie Sarada mit Hilfe von Susanoo Madara nach hinten schleuderte.
„Ich werde dir nicht verzeihen! Endlich wo ich meinen Papa kennenlerne, willst du ihn mir wieder wegnehmen! Dass lass ich nicht zu!“, rief Sarada laut und wutentbrannt, als sie Madara hinterher rannte und ihn mit Hilfe von Susanoo verprügelte. Ich blinzelte nur. Geschah das ganze wirklich oder hatte ich mir meinen Kopf zu arg an der Baumrinde angestoßen? Es war ein merkwürdiges Bild, wie Madara, -der angeblich stärkste den die Uchiha jemals gehabt hatten, von einem gerade mal sechs Jährigen Kind fertig gemacht wurde, dass nicht mal in der Lage sein durfte, Susanoo zu benutzen. Doch sie tat es und ich hatte meine Tochter noch nie so wütend gesehen. Vielleicht war dass der Grund für ihre plötzliche Stärke. Madara konnte nur zurück weichen und Sasuke, sowie Naruto, die ebenfalls geschockt zugesehen hatten, fingen sich wieder und nahmen diese Chance und mischten sich wieder in den Kampf mit ein. Ein gewaltiger Kampf entstand und ich beobachtete, wie meine Tochter mühelos mit ihren Vater und Onkel mithalten konnte. Ich war immer noch viel zu geschockt um zu reagieren. Hatte die Ninja-Welt schon mal so was gesehen? Ich auf jedenfall nicht.
Zu dritt brachten sie Madara langsam an seine Grenzen. Ich sah mit den anderen dabei zu, wie Sarada und ihr Vater zusammen mit dem Schwert von Susanoo ausholten und es Madara durch den Leib rammten, als dieser von Naruto abgelenkt war. Madara spuckte Blut und flog von der Wucht des Schlages einige Meter nach hinten, ehe er zu Boden ging.
„Madara-sama!“, rief Zetsu und er wollte schon zu den Uchiha rennen, als sich Kiba, Neji und Shikamaru sich ihm in den Weg stellten. Er hatte die ganze Zeit genau wie wir anderen den Kampf beobachtet und jetzt wo er sah, dass Madara am verlieren war, mischte er sich mit ein. „Hier geblieben!“, meinte Neji, als er sein Bluterbe aktivierte und seine Arme kampfbereit hob. „Du wirst mit uns vorlieb nehmen müssen!“, grinste Kiba. „Es ist zwar lästig, doch wir können es wohl nicht vermeiden“, stimmte Shikamaru zu, ehe sie zu dritt auf Zetsu los gingen und ihn in einen Kampf verwickelten. Ich währenddessen hatte mich wieder aufgerichtet und sah zu Madara, der sich röchelnd und seine tiefe Wunde haltend leicht aufgerichtet hatte. „Ich war so nah dran!“, begann er, ehe er Blut hustete. Sarada stand mit ihrem Vater und Onkel über ihn und starrte wütend auf ihn hinunter. „Es ist vorbei Madara!“, meinte Naruto und der ältere lachte nur kurz auf, ehe er wieder Blut hustete. „Jungchen, eins musst du dir noch merken! Es ist erst vorbei, wenn ich es sage!“
Ohne Vorwarnung sprang er auf und er hatte schon den Arm nach Sarada ausgestreckt, um ihr die Augen zu nehmen, doch Sasuke war schneller. Helle Blitze gefolgt von einen vogelähnlichen Schrei waren zu sehen und zu hören, als er Madara sein Chidori durch die Brust rammte und dabei sein Herz zerfetzte. Madara klappte überrascht der Mund auf, ehe er leblos nach hinten sackte. Ich konnte es nicht glauben. Sie hatten ihn wirklich besiegt. Ich rannte auf die drei zu und Sarada drehte sich zu mir. Das Susanoo war so schnell wie es gekommen war, auch wieder verschwunden und Sarada sah mich mit ihren Pechschwarzen Augen freudig an. „Mama!“, rief sie, als ich sie in meine Arme riss und sie nah an mich drückte. Es war endlich vorbei.
„Was machen wir mit ihm?“ Ich drehte mich zu Shikamaru um, der mit den anderen beiden Zetsu nun endlich erledigt hatte. Der Nara deutete auf Madara. „Wir nehmen in mit ins Dorf!“, entschied Naruto, der schnelle Fingerzeichen schloss und Madaras Leib berührte, ehe er eine Schriftrolle aus seiner Gesäßtasche zog und Madaras Körper in diese bannte. Schweigend hatten wir Naruto dabei zugesehen, als Sarada sich zu mir und Sasuke umdrehte. „Ist es jetzt vorbei?“, fragte sie und wir beide lächelten sie an. „Ja meine Kleine! Es ist nun vorbei!“, antwortete Sasuke ihr und ich nickte nur.
„Lass uns nach Hause gehen!“
Sarada sah mich an, ehe ihr Blick schüchtern zu Sasuke wanderte. „Papa du kommst doch mit oder?!“, fragte sie schüchtern und gleichzeitig hoffnungsvoll und ich sah Sasuke ebenfalls fragend an. Dieser schloss kurz seine Augen, ehe ein leichtes Lächeln sich auf seine Lippen schlich. Ein kurzes Nicken von Sasuke reichte, um mein Herz aufgeregt hüpfen zu lassen. Endlich hatte Sarada ihren Vater kennen gelernt. Endlich kam dieser mit zurück nach Konoha. Endlich konnten wir eine richtige Familie sein.
BONUS
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
BONUS (zensiert)
Hart prallte ich an die Rinde des Baumes hinter mir und spürte im nächsten Moment kaltes scharfes Metall an meinen Hals. Trotzig sah ich zu ihm auf und drückte ebenfalls die Klinge meines Kunais fester an seine Kehle. Er zuckte nicht mal mit der Wimper genauso wenig wie ich. Nur zu gut wussten wir in welcher Situation wir uns gerade befanden. Ein falscher Schritt von einer von uns beiden und der andere würde diese Chance nutzen. Ich sah in seine Augen. Sein Bluterbe starrte stechend auf mich herab, doch versuchte ich dennoch irgendetwas darin zu finden was mir sagte dass er mir nichts antun würde. Was eigentlich völliger quatsch war. Wenn er mir nichts antun würde wollen, hätten wir uns nicht vor ein paar Minuten noch bekämpft und würden nicht an diesem scheiß Baum stehen und uns mit Waffen bedrohen. Erst jetzt bemerkte ich, wie nah wir uns eigentlich standen.
Sein warmer Körper lehnte sich ganz leicht an meinen. Sein Geruch der eine Mischung aus Zimt und Apfel war hüllte mich ein und ich spürte zusätzlich seinen warmen Atem im Gesicht. Ungewollt lief mir ein prickelnder Schauer über den Rücken und ich musste mich innerlich zusammen reißen. Ich durfte nicht unachtsam werden. Ich durfte nicht schwach werden. Das ich schon immer eine Schwäche für ihn gehabt hatte, war ja schon lang kein Geheimnis mehr, denn auch nach all den Jahren die vergangen waren empfand ich immer noch was für ihn. Aber das musste er ja nicht unbedingt wissen, dass er immer noch was in mir auslöste oder? Ich beschloss etwas trotzig zu sein. Immerhin hatte ich auch meinen Stolz. Er war zwar nicht so groß wie seiner, doch für mich reichte es, um mir nichts gefallen zu lassen. Deshalb legte ich, - soweit ich zumindest in meiner derzeitigen Situation möglich, meinen Kopf leicht schief und besah ihn mit einen schellmischen Blick.
„Rückst du eigentlich jeder Frau so auf die Pelle?“
Sein Blick. Einmalig. Er schaute in diesen Moment so wie Naruto, wenn er vor Ichiraku´s Ramenbude stand und ihm gesagt wurde, dass sie heute keine Ramen mehr auf der Speisekarte hätten. Kein Witz. Ist wirklich schon mal vorgekommen. Ich hätte fast aufgelacht. Sasukes Blick verdunkelte sich etwas als er feststellte, dass ich mich über ihn lustig machte. Er schloss kurz seine Augen und ich glaubte mich zu versehen, dass ein leichtes Lächeln auf seinen Gesicht erschien, als er seine Augen wieder öffnete und mich leicht schellmisch ansah.
„Und wenn es so wäre?“, stellte er mir eine Gegenfrage und ich unterdrückte den nächsten Schauer, als seine Stimme erklang. Ich bemerkte wie die Stimmung sich zwischen uns veränderte. Gerade war sie noch drohend und tödlich und nun spürte ich, wie sich Spannung zwischen uns aufbaute. Ich hatte eindeutig das Interesse des Uchihas geweckt. Ob das nun gut oder schlecht war konnte ich noch nicht so recht einordnen, aber ich merkte dass er in Spiellaune war und da ich damit angefangen hatte, würde ich jetzt keinen Rückzieher machen. Viel lieber redete ich mit ihm, als zu entscheiden ob ich ihm den Gnadenstoß verpasste oder er mir. Insgeheim wussten wir beide ja, dass ich einen Rückzieher gemacht hätte, doch warum Sasuke sich bereitwillig in meine Neckerei einklinkte, war mir trotzdem noch schleierhaft. Ein Grund mehr der Sache auf den Grund zu gehen. Vielleicht spielte er nur mit mir, wog mich in Sicherheit und schlug dann zu, wenn ich es nicht erwarten würde. Sofort zuckte ich innerlich mit den Schultern. Dann sollte es so sein. Ich wusste ja so oder so, dass ich keine Chance gegen ihn hätte.
„Dann tun mir die Frauen leid, die du erst bedrohen musst, damit du an sie ran kommst“, stellte ich nüchtern fest und ich sah etwas in seinen Augen aufblitzen, was ich nicht benennen konnte.
„Du denkst also, ich als Uchiha muss den Frauen Angst einjagen, damit sie in mein Bett schlüpfen? Ich bitte dich Sakura. Die meisten Frauen konnten ihr Glück kaum fassen, wenn ich sie in meinem Bett gewähre.“
Ich schluckte. Ja. An seinen Worten war schon was dran. Die Frau, die sich einem Uchiha, -der von Natur aus einfach nur göttlich aussah, verweigerte, war einfach um in Worte zu fassen dumm. Saudumm. Er wusste wie er bei den Frauen ankam und dies zeigte er mir in seinen arroganten Lächeln, dass er mir schenkte.
„Arrogant wie eh und je“, grummelte ich eher zu mir selber, als ich meinen Blick zur Seite wandte. Dabei entging mir, dass sein Lächeln breiter wurde. „Sakura, willst du etwa dass ich dich flachlege?“ Ich riss meinen Kopf zu ihm herum und starrte ihn mit geweiteten Augen an. Dabei merkte ich nicht mal, wie ich mich an seiner Klinge fein in den Hals schnitt. „WAS?!“ rief ich während leichte Wut in mir hoch kochte. Was bildete er sich denn ein?!
Das ganze hier nahm eine ganz andere Wendung die ich nicht beabsichtigt hatte. Aber was sollte ich auch anderes erwarten? Schließlich war ich es gewesen, die damit angefangen hatte. Grinsend sah mir Sasuke dabei zu, wie mir die wildesten Gedanken durch den Kopf sprudelten. Ich musste gerade im Moment wie ein offenes Buch für ihn sein. Das gefiel mir noch weniger. Ich bemerkte nicht mal, wie er sein Katana von mir entfernte und es wieder einsteckte, noch wie er mein Kunai mir aus der Hand nahm und es achtlos weg warf.
„Du willst also nicht dass ich das hier mache?“, fragte er in einen rauer werdenden Ton, als er sich zu mir runter beugte und mit seiner Zunge die leichte Blutspur von meiner Wunde nachzog, ehe er kurz über den Schnitt leckte. Ich verkrampfte mich am ganzen Körper und konnte immer noch nicht fassen was er da machte. „Nein.“ hauchte ich leicht verspätet meine Antwort auf seine Frage und ich hörte ihn leise auflachen und spürte zeitgleich seinen warmen Atem der meinen Hals strich. Eine prickelte Gänsehaut jagte über meinen Körper und ich verfluchte diesen, wie er auf den Uchiha reagierte.
„Du willst also auch nicht, dass ich das hier mache?“
Er fuhr mit seiner linken Hand meinem Bein nach oben und als er meine bloße Haut dort berührte, begann diese dort unter seinen Fingern zu brennen. Was mich aber wirklich leicht erschaudern ließ waren seine federleichten Küsse, die er an meinem Hals verteilte. Ich biss mir auf meine Unterlippe um ein Stöhnen zu unterdrücken während ich um meine Selbstkontrolle kämpfte. Sasuke währenddessen sah mich nur abwartend an, mit einem wissenden Ausdruck in den Augen. Er wartete auf meine Antwort, die ich ihm wieder etwas verspätet lieferte.
„Nein.“
Er lachte kurz auf und dieser kurze Klang ließ mich wieder leicht erschaudern. Was hatte dieser Kerl nur an sich, dass man nur von seiner bloßen Anwesenheit weiche Knie bekam? Ich verstand es nicht. „Warum glaube ich dir nicht Sakura?“ Oh Gott. Wie er meinen Namen betonte. Ich glaubte noch verrückt zu werden. Er hatte Recht gehabt. Ich gab es zu. Er brauchte einer Frau nicht auf die Pelle rücken, damit sie ihr Höschen für ihn auszog. Nein. Sie riss es sich schon vom Leib, wenn er nur in der Nähe stand.
Erschrocken zuckte ich zusammen, als ich plötzlich seine Lippen auf meinen spürte. Wann hatte er sich zu mir vorgebeugt? So selbstsüchtig wie ich war erwiderte ich sogar seine Liebkosung und brannte mir dies in mein Gedächtnis ein. Wer wusste schon, wann noch einmal die Gelegenheit kommen würde, wo ich dem Uchiha so nahe sein würde. Trotzdem brach ich nach kurzem Zögern den vertieften Kuss ab, indem ich meine Hände auf seine Brust legte und ihn leicht von mir drückte. Leicht außer Atem sah ich ihm dennoch mit ernsten und entschlossenen Blick entgegen.
„Hör auf mit mir zu spielen.“
Sasuke sah mich auch ernst an. Zumindest nahm ich an, dass er ernst kuckte, da man an seinem Gesichtsausdruck wie immer nichts erkennen konnte. Ich hielt seinen Blick stand und machte ihm so klar, dass ich nicht irgend ein daher gelaufenes Mädel war, dass sich von ihm um den kleinen Finger wickeln ließ nur weil er ihr süße Sachen ins Ohr säußelte.
„Wie kommst du darauf, dass ich mit dir spiele?“
Ich zog nur meine Augenbraue hoch. Hielt er mich denn für so dumm und naiv? Ich hatte doch schon längst seine Masche durchschaut und mein Stolz ließ nicht zu, dass ich mich von ihm ausnutzen lasse, Gefühle für ihn hin oder her. Schon beinahe wünschte ich mir die Situation zurück, wo er mich noch kalt mit seinen Sharingan angekuckt und mich mit seinem Katana bedroht hatte. Herrgott. Ich hätte meine Klappe halten sollen, dann würden wir beide nicht hier wie die größten Trottel stehen. Es war einfach nur peinlich.
„Sakura.“
Ich schloss kurz meine Augen, ehe ich zur Seite sah. Ich wusste er wartete auf eine Antwort, doch ich bevorzugte es lieber auf meiner Unterlippe zu kauen. Aufknurrend zog er mein Gesicht wieder zu sich und wieder drückte er mir seinen heißen Mund auf meinen. Ich zuckte kurz zusammen, als er leicht in meine Unterlippe biss und daran zog. Atemlos starrte ich ihn an, als wir uns wieder trennten und selbst seine Atmung ging schneller.
„Hör gefälligst auf, auf deiner Unterlippe zu kauen, dass macht mich noch ganz verrückt!“
Ich wusste nicht ob es an seinen Worten lag oder an seinen Gesichtsausdruck, in dem ich etwas erkannte was mich wie automatisch handeln ließ. Ich krallte mich in den Kragen seines Oberteils und beugte mich zu ihm hoch. Schnell atmend stoppte ich kurz vor seinem Mund und sah wieder zur Seite. Mein Körper fühlte sich mit einen mal richtig heiß an und sein stockender heißer Atem auf meinem Gesicht, jagten mir wieder einen kalten Schauer über den Rücken. Die Luft knisterte zwischen uns gewaltig und ich spürte unser gegenseitiges Verlangen. Meine Beine zitterten so arg, dass sie drohten unter meinem Gewicht nachzugeben. Wäre der Baum in meinem Rücken und Sasuke vor mir, der sich immer noch nah an mich drückte nicht gewesen, wäre ich schon längst zu Boden gesackt.
„Sasuke“, hauchte ich zum ersten mal, seitdem wir uns zufällig auf dieser Lichtung begegnet waren und gegeneinander gekämpft hatten seinen Namen und ich spürte den Ruck, der durch den Schwarzhaarigen fuhr und er drückte stürmisch seine Lippen wieder auf meine und küsste mich, als gäbe es kein halten mehr. Ich erwiderte seinen gierigen Kuss und öffnete bereitwillig meinen Mund, als seine Zunge schon fast ungeduldig gegen meine Unterlippe stupste. Wir küssten uns lang und innig und die sexuelle Spannung zwischen uns wurde immer intensiver. Ein Keuchen entfuhr mir, als er auf meinen Hals Küsse verteilte und dabei nach unten wanderte. Mit einer schnellen Bewegung seinerseits hatte er mein Oberteil ausgezogen und zog mit seiner Zunge eine heiß kribbelnde Spur der Furche zwischen meiner Brüste nach und abermals keuchte ich, als er diese mit seinen Händen erfasste und anfing diese durch meinen B-H zu massieren. Spätestens jetzt verabschiedete sich mein Verstand vollständig und es war mir auch egal ob er nun mit mir spielte oder nicht. Ich genoss seine Zärtlichkeit gerade viel zu sehr. Wieso sollte ich das hier jetzt noch stoppen, wenn er mir endlich mal näher gekommen war und das freiwillig. Kurzerhand beschloss ich dies hier und jetzt zu genießen und jede seiner Berührungen zu verinnerlichen, damit ich mich später noch genau daran erinnern konnte. Schon fast bedauerte ich, dass dies hier schon bald zur Erinnerung wurde, doch diesen Gedanken schob ich schnell zur Seite, als Sasuke mir wieder einen atemraubenden Kuss schenkte.
Ich streckte meine Hände nach ihm aus und erkundete seine Brust, schließlich wollte ich ihn auch spüren. Zärtlich strich ich über die Haut seiner Brust und spürte jeden Muskel unter meinen Fingerspitzen. Er hatte wirklich einen muskulösen Körper, doch dies überraschte mich kein Stück. Er trainierte wahrscheinlich auch wie ein Wahnsinniger und sein Körper litt darunter kein bisschen. Ich spürte das leichte vibrieren seiner Brust, als er kurz auf knurrte, als ich meine Hände unter sein weißes Oberteil gleiten ließ und es über seine Schultern nach unten streifte. Küssend erkundeten wir gegenseitig den Körper des anderen und unsere Kleider fanden schnell den Weg zum Boden. Ich wusste nicht wieso, aber ich konnte mich gar nicht mehr von seinen Lippen trennen und dem Uchiha schien es genauso zu ergehen. Als auch die letzte Hülle gefallen war, hob mich Sasuke auf seine starken Arme und wie automatisch schlang ich meine Beine um seine Hüfte.....
~.~
Seine Stirn, die heiß glühte, lehnte er auf meine rechte Schulter, während er immer noch schwer atmete, genauso wie ich. Entspannt ließ ich meine Augen geschlossen und fuhr ihm beruhigend durch sein Haar am Nacken und entlockte ihm ein wohliges Brummen. Leicht lächelte ich darüber, als sich unser Atem sich langsam wieder normalisierte. Eine gefühlte Ewigkeit verharrten wir noch so, ehe Sasuke sich leise seufzend von mir entfernte und mich wieder auf den Boden abstellte. Sofort überkam mich das Gefühl, dass nun etwas fehlte, doch ich sagte nichts. Stumm zogen wir uns wieder an und ich fragte mich, wie es nun weiter gehen würde. Fest rechnete ich damit, dass er mich gleich hier alleine zurück lassen würde und ich bereitete mich im stillen schon darauf vor, doch konnte ich nicht verhindern, dass sich alles in mir zusammen zog. Ich wusste das es nur dieses eine mal was zwischen uns passiert war, doch wollte ich es noch nicht akzeptieren. Innerlich seufzend fuhr ich mir durch mein langes Blassrosa Haar und zog mein Reisverschluss meines weinroten Oberteils zu. Als ich meinen Blick hob sah ich, dass Sasuke mich beobachtet hatte. Fragend zog ich meine rechte Augenbraue hoch. Was wollte er denn noch? Er hatte doch bekommen was er wollte. Warum war er nicht schon längst wieder verschwunden?
Stumm sah ich ihn dabei zu, wie er wieder näher an mich ran trat und mich besitzergreifend an sich zog. Mein erneutes Seufzen wurde von seinen Lippen erstickt, als er sie abermals auf meine legte. Wieder küssten wir uns eine halbe Ewigkeit, ehe sich Sasuke endgültig von mir löste und sich von mir entfernte. Wieder hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlte, doch ignorierte ich dies wieder so gut ich konnte. Ich wusste doch, dass dies das erste und letzte mal gewesen war, dass ich ihm so nahe gekommen war. Deshalb hob ich überrascht meinen Kopf, als Sasukes Worte an meine Ohren drang.
„Bis bald, meine Kirschblüte.“
Kaum hatte er dies gesagt, war er mit einem Luftzug verschwunden. Ein feines Lächeln schlich sich auf meine Lippen, als ich mir, -durch seinen Luftzug entstandenen Wind, die verirrten Strähnen meines Haares aus dem Gesicht strich. Das war wohl nicht die erste und letzte Begegnung mit dem Uchiha gewesen und ich sollte Recht behalten. Denn nur Wochen danach, traf ich ihn wieder auf einer weiteren Einzelmission und auf der darauffolgenden auch, bevor wir anfingen uns gezielt zu treffen. Irgendwann fing Sasuke an, sich in Konoha einzuschleichen und in mein Schlafzimmer zu schlüpfen. Das dies niemand mitbekommen hatte grenzte schon an einen Wunder, doch ich erinnerte mich immer wieder gerne grinsend daran zurück.
~.~
„Woran denkst du?“
Lächelnd sah ich zur Seite und sah in das Gesicht meines frisch gebackenen Ehemanns. Er hatte mich vor den Altar gezogen, kaum das er drei Wochen wieder in Konoha war. Nun war ich offiziell eine Uchiha und Sarada war, seitdem Sasuke wieder bei uns war, so glücklich wie noch nie. Ich freute mich für meine Tochter und auch für Sasuke, der ziemlich aufgetaut war, nachdem er mehr Zeit mit seiner Tochter verbracht hatte. Er ließ endlich Gefühle zu. Diese positive Veränderung tat ihm gut und ich gönnte es ihm wie kein anderer. „Ich musste gerade an unsere erste Begegnung denken“, gestand ich ihm grinsend, während Sasuke mich an sich zog und seine Hand meine bloße Haut am Arm streichelte. Ich kuschelte mich an ihn heran und genoss seine kleine Zärtlichkeit. „Ja. Damals war es der Anfang vom Ende“, seufzte er theatralisch und ich schlug ihm gespielt empört gegen seine Schulter, als ich mit einem beleidigtem „Hey!“, mich zu ihm umdrehte. Gleichzeitig brachen wir in Gelächter aus, ehe mich Sasuke in einen tiefen gefühlvollen Kuss verwickelte.
Eilige trappelnde Schritte ließ uns aufsehen und im nächsten Moment kam unsere Tochter durch die Schlafzimmertür gestürmt. „Morgen Mama und Papa!“, rief die Kleine vergnügt, als sie sich mit verstrubbelten Haaren und verschlafenen Gesicht zu uns ins Bett krabbelte und sich zwischen mich und Sasuke warf. Belustigt hatten wir unsere Tochter dabei beobachtet und ich schloss unseren kleinen Wirbelwind in die Arme und drückte ihr einen Kuss auf die Rabenschwarze Haarpracht. Sasuke rückte auch näher und legte seinen Arm um mich und meiner Tochter. Er drückte Sarada ebenfalls einen Kuss auf, ehe ich auch seine weichen Lippen an meiner Stirn fühlte. Zufrieden seufzte ich auf und schloss meine Augen. Endlich konnten wir die Familie sein, die wir immer sein wollten. „Mama, Papa wisst ihr was?“, fragend sahen wir unsere glücklich lächelnde Tochter an.
„Ich hab euch lieb!“
Ein warmes Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus und Sasuke sah seine Tochter ebenfalls mit einem Schmunzeln an. „Wir haben dich auch lieb, Kleine!“, versicherte ich ihr und ich drückte sie noch näher an mich. Ich wusste zwar nicht was die Zukunft noch brachte, doch eins bereute ich nicht. Das ich mich damals auf Sasuke eingelassen hatte. Hätte ich es nicht getan, würde ich jetzt nicht hier mit ihm und unserer Tochter liegen und nur der Gedanke daran, ließ mich innerlich erschaudern.
Ich konnte es mir gar nicht mehr ohne meine beiden liebsten Menschen vorstellen und ich dankte Gott dafür dass er mir das größte Geschenk auf Erden gegeben hatte.
Meine kleine süße Familie.
Epilog
„Und sie hat das Susanoo aktiviert ohne das Mangekyo-Sharingan zu besitzen sagst du?“ Ich nickte. Tsunade die mir gegenüber saß sah mich nachdenklich an, während sie ihre zusammen geflochtenen Hände vor das Gesicht hielt. Das war ihre normale Pose wenn sie nachdachte. „Hmm…“, machte die Hokage, als sie versuchte aus dem ganzen Schlau zu werden. Ich hatte auch keinen blassen Schimmer wie meine Tochter das angestellt hatte und selbst Sasuke hatte keine Ahnung und wenn nicht mal er es wusste, wer sollte es dann wissen? „Vielleicht hat es was damit zu tun, was Madara zu euch gesagt hat. Vielleicht ist Sarada wirklich was besonderes, weil er die Gene der Uchiha und der Senju hat.“ Ich sah zu Kakashi hinüber, der zufällig anwesend war, als ich zu Tsunade gekommen war. „Hmm…“, machte Tsunade wieder und sie schien nun über Kakashis Worte nachzudenken. „Du meinst also, dass ihr Sharingan besser ausgeprägt ist, als das normale und sie alle Fähigkeiten gleich einsetzen kann ohne irgendetwas zu opfern oder gar sein Augenlicht zu verlieren, nur weil sie ebenfalls mein Blut in sich trägt?!“ Leicht skeptisch sah ich Kakashi an, der nur mit den Schultern zuckte. „Möglich wäre es!“ Ich wusste zwar, dass ich durch ein paar Ecken und Kanten von den Senju´s abstamme, doch ich war keine direkte Nachfahrin wie Tsunade, die bekanntlich ja die Enkelin des Ersten Hokage war. Ich hielt das alles ein bisschen für Suspekt, dass ausgerechnet meine Tochter ein sozusagen Super-Uchiha war, die nicht mal das Mangekyo-Sharingan brauchte um alle Fähigkeiten des Sharingans nutzen zu können. Aber ich hatte es doch mit eigenen Augen gesehen und dies machte mich unsicher. Schon beinahe ängstlich. War es wirklich möglich, dass Sarada das stärkste Sharingan besaß, das es je bei den Uchiha gegeben hat? Kein Wunder, dass Madara es ihr wegnehmen wollte. „Wir werden es auf jedenfall im Auge behalten“, entschied Tsunade und ich nickte ihr nur zustimmend zu.
Dies war jetzt drei Wochen her und Sarada hatte in diesen drei Wochen kein einziges Mal ihr Sharingan aktiviert. Ich wusste nicht ob das gut sein sollte oder nicht.
Ich sah von meinem Buch auf, als ich schnelle Schritte im Flur hörte. „Mama, schnell.“ Ich sah zu meiner Tochter, die ins Wohnzimmer gestürmt kam und schwer atmend vor mir zum stehen kam. Ich runzelte leicht meine Stirn, war etwas passiert? Sofort war ich in Alarmbereitschaft. „Sarada…“ setzte ich an, doch meine Tochter unterbrach mich, als sie nach meiner Hand griff und aufgeregt leicht daran zog. „Du wirst staunen Mama! Ich muss dir unbedingt was zeigen!“ Fragend zog ich eine Augenbraue hoch, als ich mich erhob und mich von ihr nach draußen in den Garten ziehen ließ. Irgendwie kam mir die Szene bekannt vor. Damals hatte mir Sarada gezeigt, dass ihr Naruto das Kagebunshin no Jutsu beigebracht hatte. Hatte Naruto ihr etwa noch eine weitere Kunst beigebracht?
Ich runzelte leicht meine Stirn, als ich Sasuke entdeckte, der mitten in meinem Garten stand und wie immer so verdammt gut aussah. Ein feines Lächeln umspielte seine Lippen, als er zu mir und Sarada sah, die mich zu seinen Vater führte. „Schau mal was Papa mir beigebracht hat!“, grinste Sarada stolz und sie schloss schnelle Fingerzeichen. „Katon! Gokakyu-no-Jutsu!“, rief sie und ich sah mit großen Augen zu, wie Sarada einen rießigen Feuerball aus ihren Mund spie und meinen Rasen und meine Blumen damit verbrannte, die am Rande meines Grundstückes blühten. Leicht darüber verärgert, dass meine Blumen, die ich mit so einer Mühe und Engelsgeduld aufgezogen hatte nun nur noch ein verbranntes Häufchen war, verzog ich meinen Mund. Doch verflog mein Ärger darüber gleich, als Sarada sich grinsend und mit funkelnden Augen zu mir umdrehte, um zu sehen ob ihre Überraschung gelungen war. Ich verdrängte mein Leid über meine schönen Blumen und grinste ihr ebenfalls entgegen und wuschelte ihr durchs Haar. „Gut gemacht meine Süße! Du bist doch durch und durch ein wahrer Uchiha!“ Saradas Grinsen wurde noch ein wenig breiter und sie sah zu Sasuke, der sie ebenfalls Stolz ansah. „Ich muss das gleich Onkel Naruto zeigen! Boruto wird auch ganz große Augen machen!“, rief Sarada schon ganz aufgeregt und sie stürmte los. Hinata wird sich freuen, wenn auch ihre Blumen gleich dran glauben mussten. Die ehemalige Hyuga war nämlich auch total auf schöne Blumen vernarrt. Hoffentlich wird sie mir deswegen nicht die Hölle heiß machen. Obwohl, Sasuke war ja an allen Schuld! Sarada hatte das Haus schon fast erreicht, als sie plötzlich inne hielt und mich fragend über die Schulter ansah. Ich verstand ihre stumme Frage und nickte lächelnd. Sarada grinste wieder und schon war sie verschwunden. Ich sah leicht fies grinsend zu Sasuke und knuffte ihn etwas in die Seite. „Gib´s zu! Du konntest es nicht ertragen, dass Naruto der erste war, der unserer Tochter was beigebracht hat!“, zog ich ihn auf und ich wusste sofort dass ich ins Schwarze getroffen hatte. Sein leicht mürrischer Blick sagte alles. Mich würde es nicht wundern, wenn Naruto Sarada bald das Rasengan zeigen würde, nur um Sasuke eins auszuwischen. Sasuke würde natürlich mit dem Chidori kontern und so ging die Rivalität der beiden weiter. Ich sollte mir jetzt schon was überlegen, um die beiden zu stoppen.
„Woran denkst du?“ Ich schreckte aus meinen Gedanken und schüttelte leicht meinen Kopf. „Daran, dass ihr meine Blumen zerstört habt!“ Finster sah ich ihn von der Seite an, doch Sasuke verzog nicht einmal das Gesicht. Es ließ ihn absolut kalt. „Dann kauf dir neue!“, meinte er Achselzuckend und ich glaubte mich verhört zu haben. Wütend baute ich mich vor ihm auf und stemmte meine Hände in die Hüften. „Nein, du wirst mir neue kaufen!“ Sasuke seufzte daraufhin nur, ehe er seine Arme hob und sanft mein Gesicht in seine Hände nahm. „Also gut. Ich kauf dir neue.“, hauchte er, als er im nächsten Moment seine Lippen zu einen sanften Kuss auf meine legte. Sofort verpuffte mein Ärger und ich schmolz in seine Arme und genoss jede Sekunde. Ich konnte noch nie lange böse auf ihn sein und das schlimmste? Er wusste es. Dieser elende Bastard. Ich schnappte kurz nach Luft, als er mich ohne Vorwarnung hoch hob und mich bestimmend zum Haus trug. „Sasuke, was machst du?“, hauchte ich leicht atemlos, während er mich nur schellmisch angrinste. „Die seltene Gelegenheit nutzen.“ Ich lachte auf. Sarada war ihm seitdem wir wieder zurück in Konoha waren nicht von der Seite gewichen. Sie war so glücklich endlich ihren Vater bei sich zu haben, dass sie wirklich jede freie Minute mit ihm verbrachte. Sasuke erging es aber genauso und ich war mehr als glücklich, dass wir drei endlich vereint waren.
„Was ist los?“ Sasuke sah mich leicht verwirrt an, als ich auf seine Berührungen und Liebkosungen nicht so reagierte wie sonst. Ich drehte meinen Kopf leicht zur Seite und schloss laut ausatmend meine Augen. „Ich habe ein wenig Angst!“, gestand ich und nun war Sasuke komplett verwirrt. Er richtete sich in unserem Bett etwas auf und sah mich aus seinen schwarzen Augen komisch an. „Sakura, wir haben das schon öfter gemacht!“ Ich stöhnte auf und haute ihm gegen die Schulter. Ich meinte doch nicht das! Typisch Mann. Die dachten echt immer zuerst an das eine. „Idiot! Ich meinte Sarada! Ich habe leichte Angst um sie und um dass was Madara gesagt hat!“, klärte ich ihn auf, während er sich die schmerzende Schulter hielt und nun endlich kapierte was ich meinte. „Sakura“, begann er und seine Stimme wurde mit einen mal sehr ernst. „Selbst wenn es stimmt und ich denke dies schon, -da sie das Susanoo einfach so aktivieren konnte, wird sich für sie nicht viel ändern. Sie hat nun eben eine stärkere Form des Sharingan und ich denke nicht, dass es sich so sehr von dem normalen unterscheidet.“ Ich sah ihn skeptisch in die Augen. Natürlich musste er es besser wissen. Er war ja der Experte, wenn es um sein Familienerbe ging. Dennoch. Ich bekam mein schlechtes Gefühl nicht los. „Was ist, wenn wieder welche versuchen an ihre Augen zu kommen?“ hackte ich nach und Sasuke seufzte. „Werde ich ihnen wie Madara auch in den Arsch treten!“ Ich konnte nicht anders, als leicht zu grinsen. Das würde er wirklich tun. „Sakura, ich werde dich und unsere Tochter mit meinen Leben beschützen, egal was kommt!“ Das hatte er süß gesagt. Ich beugte mich vor und legte meine Lippen wieder sanft auf seine. „Versprichst du es?“ Sasuke nickte leicht. „Ja, ich verspreche es!“
Wieder fanden unsere Münder aufeinander und in diesen Moment wusste ich, dass egal was kommen mag, wir unsere Tochter beschützen werden. Wir hatten sogar Madara überlebt, -den stärksten Gegner den man haben konnte, da würden wir auch vor anderen möglichen Feinden nicht klein beigeben. So waren wir Uchiha´s. Wir zeigten keine Angst und schauten jedem Gegner mit erhobenen Haupt und vorgestrecktem Kinn entgegen. Also. Wie sieht es bei dir aus?
Würdest du dich freiwillig mit einem Uchiha anlegen?