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New Ways

Four Swords
von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Willkommen zu meiner neuen Zelda-FF!
Ich weiß, ich weiß. Ich hab noch eine Millionen andere Fanfiktions, aber da ich eben Angelhearts beendet habe und mir meine Idee so gut gefällt (Tjaja, Eigenlob stinkt xD), kann ich mir das leisten^^
Lasst euch nicht vom Namen der Hauptfigur abschrecken. Man gewöhnt sich daran und es gibt ja auch englische Namen in Zelda wie zum Beispiel „Alcie“ die Köchin vom Schloss. Und Zelda selbst ist ebenfalls in Amerika gebräuchlich.
Also genug gelabert.
ZeldaCat is a Disclaimer, mir gehört nichts außer die Idee und die OCs. Link, Zelda und die anderen Bekannten gehören immer noch Nintendo oder manchmal Akira Himekawa.


Viel Spaß! Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hey!
*hust* Tun wir jetzt so, als wäre es Montag, okay? *hust*
Ähähä... Ich brech ständig meine eigenen Regeln... Wozu mach ich sie dann überhaupt? xD

Also, der Grund warum ich dieses Kapitel schon wieder nicht montags poste ist, dass ich am Montag weg bin. Bis Dienstag oder vielleicht auch Mittwoch. Ja, ich weiß, scheiße. Aber um euch zu trösten, ich werde keinen großen Spaß haben... Wir fahren auf eine Hütte und feiern dort Silvester, was an sich ja nicht wirklich schlimm ist. Was allerdings sehr wohl übel ist, ist die Tatsache, dass sich nur Erwachsene dort herumtreiben werden und ich dann, außer meinem Bruder, niemanden habe, mit dem es sich zu unterhalten lohnt. Was will ich unter Leuten die ich nicht kenne und die mit mir höchstens über irgendwelche seltsamen Kultursachen oder Schule reden würden. Ehrlich? Ich hab kaum Ahnung von Kultur.

So. Nachdem ich euch jetzt voll gejammert habe und ich euch ganz sicher ziemlich auf die Nerven gehe (wenn das überhaupt jemand liest), gibt es jetzt das neue Kapitel!
Die Überschrift des Kapis sagt schon alles...

Ich hab mir gedacht, ich schreib einfach aus seiner Sicht, weil in Blues momentan zu viele Schimpfwörter vorkommen würden, Red ein Kindskopf ist und Vio das Ganze recht kalt lassen würde. Und da Green nun mal... Ähm, ja, grün trägt und so am originalsten aussieht und die neutralste Ansicht hat, hab ich einfach seine Sicht genommen. Das hat nichts mit dem Pairing zu tun und ich werde auch mehrere Andeutungen zu verschiedenen Pairs machen... Hatte ich zumindest vor :D
Ihr könnt mir ja dann sagen, welches euch am besten gefällt^^
(Das ändert aber höchstwahrscheinlich nichts am Verlauf der FF. Hehehe >:D)

Viel Spaß! ;D
Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Wow! Das erste Kapitel, das ich neu anfangen musste, weil’s mir nicht gefallen hat. Wirklich, das erste ÜBERHAUPT! *Premiere*
Wünsche euch viel Spaß beim Lesen^^
LG
Explosion Komplett anzeigen

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Die Truhe


 

Kapitel 1: Die Truhe
 

„Hey Alicia! Komm doch bitte hier her und hilf mir beim Tragen!“

„Oma! Du sollst Ally sagen!“

Die alte Frau, die sich als meine Großmutter betitelte, lachte. „Ich weiß, ich weiß! Tut mir leid, Maus!“
 

Wir ihr sicher bemerkt habt, ist mein Name Alicia. Allerdings verabscheue ich ihn. Er gehörte meiner Großtante und die hat kurz nach meiner Geburt unsere Familie im Stich gelassen und war mit irgendeinem reichen Idioten ins Reich der Zora gezogen, während wir beinahe Bankrott gegangen waren.

Also nannten mich alle, nach meinem Wunsch, Ally.

Ich bin 15 Jahre alt und lebe in Hyrule, aber sehr weit entfernt von der Hauptstadt und dem Schloss. Prinzessin Zelda war hier zwar auch bekannt und verehrt, aber in diesem Dorf kaum von Bedeutung.

Apropos. Kommen wir zu dem Dorf. Es ist wirklich winzig, hat vielleicht 30 Häuser, etwa 70 Bewohner und wirkt etwas veraltet. Es gibt einen kleinen Laden der uns mit allem Notwendigen versorgt und meine Eltern besitzen ein Gasthaus um vorbeiziehende Leute zu beherbergen, in dem ich täglich arbeite. Ich liebe die Gäste, sie erzählen unglaublich viele und tolle Geschichten. Oft über einen Held aus vielen Sagen oder über wertvolle Relikte und Instrumente, wie das Triforce oder eine so genannte „Ocarina of Time“.

Manchmal redeten sie auch nur vom Leben in der Hauptstadt und was die Steuer wieder für Schwierigkeiten machte.

Außer uns lebt hier niemand. „Uns“ ist mein Clan, aus dem dieses Dorf entstand. Nein, nicht so ein großer und berühmter Clan wie der der Shiekah. Dieser hier ist klein und unbekannt, doch wir haben selbst für Hylianer ungewöhnlich spitze Ohren, was grässlich ist, wenn ihr mich fragt, und sind geschickte Kletterer und Läufer. Man könnte sagen, uns liegt das Parcourlaufen im Blut.

Wir sind zwar kein Kriegervolk, doch wir lernen von klein auf wie man sich verteidigt und notfalls mit Waffen umgeht. Allerdings liegt mir das gar nicht.

Der Clan nennt sich „Albir“. Mein... Moment ich muss überlegen... Ur-ur-ur-urgroßvater hat uns diesen Namen verschafft. Warum wir so heißen? Ich hab keinen Schimmer, aber er hat ihn, laut Überlieferung, nach sich selbst benannt.
 

Ich half meiner Großmutter die Einkaufstaschen in die Wohnung zu schleppen. Wieder einmal stellte ich fest, dass sie unglaublich schwer waren. Was kaufte meine Oma jedes Mal ein? Steine?! Nun... Da es auf Weihnachten zu ging waren es wohl Geschenke, aber ich verstand immer noch nicht, wie sie das Zeug bis hierher schleppen konnte...

„Danke, Schätzchen, dass du mir geholfen hast. Das war lieb von dir! Aber sollest du nicht längst im Gasthaus sein?“

Ich starrte die weißhaarige, alte Frau kurz an. „Wie spät ist es...?“, fragte ich langsam und es bildeten sich Lachfältchen zwischen ihren Augen. „Kleines, du bist so verplant! Es ist kurz nach vier! Du solltest vor einer Stunde auf der Arbeit sein!“

Die Farbe wich aus meinem Gesicht. Wie hatte ich das wieder geschafft?! Fluchend stürzte ich zu unserem Kleiderständer und zog meinen langen schwarzen Mantel vom Bügel. Schnell riss ich die Tür auf, drückte davor meiner Oma noch einen Kuss auf die Wange und sprintete den breiten, verschneiten und rutschigen Weg zum Dorfplatz entlang.

Dass es rutschig war, bemerkte ich vor allem dann, als ich vor der Tür des Hofes halten wollte, meine Füße allerdings weiter rutschten und ich volle Lotte gegen die Tür knallte. Dadurch ging diese auf, katapultierte mich quasi in den Raum und gab mir zusätzlichen Anschub. Das ausnützend sprintete ich zwischen den Tischen hindurch, schnappte mir das Kellneroutfit von der Garderobe und zischte in die Umkleidekabinen, während ich mir die schmerzende Nase hielt.

Fluchend rieb ich darüber und wechselte meine gelbe Tunika mit schwarzem Gürtel mit silberner Schnalle und ebenfalls schwarzer Leggins, gegen eine Weiße mit braunem Gürtel und grauer Leggins. Schnell schnappte ich mir ein Pflaster, klebte es über die blutende Stelle auf meinem Nasenrücken und nahm ein Tablett vom Tresen, als ich aus der Kabine heraustrat. Zusätzlich mit Stift und Block bewaffnet stellte ich mich dem Feind der sich Kunde nannte.
 

„Was darf ich Ihnen bringen?“, fragte ich lächelnd und zückte die Feder um los zuschreiben.

„Ich hätte gerne einmal das Hünchen mit Piranha-Salat und dem Quellwasser.“, bestellte die Dame mittleren Alters und lächelte ebenfalls.

„Kommt sof...“

„Du kommst recht spät, Tochter!“ Hinter mir hatte sich jemand zu voller Größe aufgerichtet und dessen Schatten fiel nun Unheil verkündend über meine Gestalt. Mich durchzuckte ein kleiner Schauder und ich riss die Augen auf. Oh-oh, das würde Ärger geben...!

Ich schluckte und drehte mich, gequält lächelnd, zu meinem Hintermann um. „Entschuldige bitte, Vater...“

„Alicia!“

Schon wieder dieser Name... Und dann auch noch in diesem Ton ausgesprochen...

„Es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid!“, haspelte ich und verbeugte mich immer wieder.

Mein Vater, ein großer, blonder Mann mit einer Halbglatze, einem gigantischen Schnauzer und breiter Statur, seufzte und schüttelte den Kopf. Die grünen Augen musterten mich tadelnd. „Das ist bereits das vierte Mal hintereinander! Wann lernst du es endlich, auf die Uhr zu sehen?!“

„Entschuldigung... Wirklich...“, murmelte ich beschämt und senkte den Kopf.

„Wenn das so weitergeht, dann darfst du Kimo nur noch nach der Arbeit sehen!“, brummte er und nahm mir die Bestellung der Frau aus der Hand, um sie hinten in der Küche zuzubereiten, ja er war der Koch.
 

Kimo war mein Freund aus Kindheitstagen. Alles was mir jemals schiefgegangen war, war seine Schuld. Er brachte mich ständig aufs Neue dazu, in Schwierigkeiten zu geraten. Sei es jetzt ein Wettbewerb, wer als Längster auf einem der Stiere, die hier gezüchtet wurden, sitzen blieb (es hatte einen gebrochenen Arm meinerseits zur Folge) oder einfach nur das viele Zuspätkommen. Er brachte mich durchgehend in Schwierigkeiten, doch am Ende konnte ich immer sagen „Das war lustig! Lass es uns noch einmal machen!“

Ich freute mich jedes Mal wieder, wenn sein roter, wuscheliger Haarschopf plötzlich an meinem Fenster auftauchte und seine gelben Augen unter den kräftigen Augenbrauen mich herausfordernd anfunkelten. Das ich schon längst viel mehr für ihn fühlte, war mir schon lange klar geworden. Doch wenn ich es sagen würde, würde er nur mit der Hand wedeln und meinen, dass Liebe nichts für ihn wäre. Genauso wie die ersten zwei Male, an denen ich es versucht hatte. Meine Liebe blieb unerwidert doch wir unternahmen trotzdem viel miteinander.
 

„Entschuldigung, dass sie das miterleben mussten...“, murmelte ich peinlich berührt zu unserer Kundin, die allerdings nur belustigt mit den Schultern zuckte. Ich verbeugte mich noch einmal, strich mir dann die hellblauen Locken, die mir von meinem Pferdeschwanz ins Gesicht gefallen waren, hinter die Ohren und ging dann zum nächsten Tisch.

„Was darf ich ihnen bringen?“
 

„Na? Schon von der Arbeit zurück?“

„Sei still, wegen dir musste ich zwei Stunden länger bleiben!“

Kimo saß auf meinem Fensterbrett und funkelte mich schelmisch an.

Ich seufzte. Ich konnte ihm einfach nicht böse sein.

„Willst du nicht lieber rein kommen? Da draußen ist’s doch sicher sau kalt!“, meinte ich, während ich skeptisch sein kurzärmliges, graues Hemd musterte. Er hatte Gänsehaut, doch er würde niemals zugeben, dass ihm kalt war.

Dankbar grinste er und schwang sich durch mein offenes Fenster.

„Das nächste Mal sagst du mir Bescheid, dass ich zur Arbeit muss! Du hast doch genau gewusst wie spät es war, hab ich Recht?“ Ich piekte dem 17 Jährigen provozierend mit dem Zeigefinger auf die durchtrainierte Brust. Er lachte und sah zu mir herunter, da er mich um einen guten Kopf überragte.

„Kleine, du kennst mich zu gut! Aber vielleicht solltest du dir mal selbst eine Uhr zulegen!“

„Tse, wozu denn bitte, wenn ich einen persönlichen Wecker habe, auch wenn er reichlich unzuverlässig ist!“

Er lachte noch einmal und setzte sich schwungvoll auf mein Bett, welches protestierend knarzte und unter seinem Gewicht etwas absank.

„Weißt du, mein Bett hat dir gerade mitgeteilt, dass du abnehmen sollst!“, grinste ich und er sah mich gespielt erstaunt an. „Seit wann sprichst du Bettisch?“

„Tu ich nicht! Das ist weibliche Intuition!“

Er schüttelte frustriert den Kopf und setzte eine weinerliche Stimme auf.

„Ich weiß, dass ich abnehmen muss, aber es geht einfach nicht! Egal was ich tue, ich nehme nichts ab! Ich hab es bereits mit Fitnesstraining versucht und auch mit Salat, aber nichts funktioniert! Vielleicht sollte ich es mit Magen auspumpen versuchen!“, jammerte er theatralisch und ich lachte, wobei ich sicher war, dass meine schlammgrünen Augen wieder so seltsam funkelten. Meine Augenfarbe war furchtbar. Weder ein gutes Braun noch wirklich grün. Wer wollte schon Schlamm als Augenfarbe haben?!

Nun ja. Weg mit dem Thema.

„Vielleicht solltest du einfach nur mehr Sport machen...!“, schlug ich meinem besten Freund vor, was absoluter Blödsinn war.

Kimo war Jäger. Er ging fast täglich mindestens fünf Stunden in den Wald und übte schnelles und leises Rennen. Er kam nie ohne (minimal) drei geschossene Hasen wieder.

„Möglicherweise hast du Recht!“ Er klang absolut begeistert und begann dann auch noch aufgeregt auf und ab zu wippen. Erneut protestierte mein Bett.

Ich musste lachen. „Ein Hoch auf dein Schauspielerisches Talent! Möge Prinzessin Zelda davon erfahren und dich als Hofnarren einstellen!“

Er knurrte kurz auf und zog mich schließlich auf seinen Schoß. „Das tut sie besser nicht! Sonst gäbe es hier ja niemanden mehr, der sich darum kümmert, dass du täglich geärgert wirst!“ Und damit fing er an, mich zu kitzeln. Er würde sicherlich nicht aufhören, ehe ich nicht um Gnade winselte...
 

„Hey, danke dass du noch da warst! Wünsch deiner Mum noch alles Gute zum Geburtstag von mir!“

„Das hast du ihr doch heute mindestens zweimal persönlich gesagt!“

„E... Echt?“

„Haha! Ally, du und dein Kurzzeitgedächtnis! Das hat ja noch mehr Löcher als meine Trainingssocken!“

Ich schnaubte. „Was ist das denn für ein behinderter Vergleich?! Mein Gehirn ist doch keine alte Stinkesocke!“ Doch er lachte nur und verschwand winkend in der Dunkelheit.

Tse. Immer musste er sich über mich lustig machen! Das war doch zum aus-der-Haut-fahren!

Grummelnd verschwand ich wieder im Haus und steuerte auf unseren Schrank zu. Ich hatte Hunger und so etwas ließ sich ja vermeiden.

Erfreut zog ich an einer Packung Kekse, die sich ziemlich weit hinten im Regal versteckt hatten.

„Kommt! Raus! Ihr blöden! Kekse!“

Leider wollten die Knabbereien nicht so wie ich und die Packung zerriss, wodurch die ganzen schönen Cookies aus dem Schrank kugelten und ich zu Boden fiel.

Einen Moment starrte ich Löcher in die Luft und im Nächsten war ich fluchend aufgesprungen und tötete den Schrank mit meinen Blicken. Diese beschissenen Kekse schafften es, mir den Abend zu verderben! Verdammt! Ich sammelte das Gebäck ein und wollte einfach nur die Türchen des Küchenschrankes schließen, doch denkste! Ich schaffte es, mir den Griff gegen die Stirn zu rammen, stolperte rückwärts und landete erneut auf meinem Allerwertesten.

„GROAHR!“

Hätte ich mein Übungsschwert dabei gehabt, wäre der Schrank jetzt Kleinholz. Doch das Schicksal war mir (wie immer) nicht sehr wohlgesinnt.

„Oh heilige Göttinnen, da oben im Himmel! Warum lasst ihr mir nicht gleich das Triforce auf den Kopf fallen?! Ich hasse euch!“ Aufgebracht starrte ich die Decke an und so langsam fragte ich mich, ob ich den Verstand verlor. Jetzt redete ich schon mit Decken...

Doch nicht alles schien umsonst. Ich wollte gerade aufstehen, als eine Einkerbung an der Unterseite unseres Tisches meine Aufmerksamkeit erregte.

Das war heute Mittag nicht da gewesen...

Ich tastete die Stelle ab und stellte fest, dass man einen großen Teil des Holzes herausziehen konnte. Genau das tat ich jetzt auch.

Schnell hielt ich meine Hände darunter. Nicht zu früh, denn schon fiel eine recht schwere, rechteckige Kiste in meine Arme. Langsam hatte ich das Gefühl, gerade erkannt zu haben, was Omi in ihrer Tasche gehabt hatte.

Ungewöhnlich...

Schnell setzte ich das Holz an seinen ursprünglichen Platz zurück und nahm die Truhe (und die Kekse) mit in mein Zimmer.
 

„Abra Kadabra! Simsalabim! Hokus Pokus! Sesam öffne dich! Piggedi Poggedi!“

Nichts.

Die Kiste blieb zu.

Aufbrechen ließ sie sich auch nicht, das hatte ich bereits ausprobiert, und von einem Schlüssel fehlte jede Spur. Der einzige Hinweis auf den Inhalt war ein Zettel, auf dem stand:

„Bewahre diese Kiste gut und gib sie niemand Verdächtigen. Der rechtmäßige Besitzer hat den Schlüssel dazu."

Die Schrift hatte ich noch nie gesehen...

Und die Nachricht half mir auch nichts...

Niemand Verdächtigem. Natürlich! Als würden wir dem nächstbesten, unheimlichen Typen unseren Besitz in die Hand drücken und sagen: „Hier das ist für sie! Ganz umsonst und übrigens: Sie dürfen gerne auch noch unser ganzes Geld haben und auf einen Kaffee reinkommen!“

Was für eine dämliche Warnung...

Seufzend knusperte ich an meinem letzten Keks und beschloss schlafen zu gehen. Morgen hatte ich Frühschicht und auch noch lange. Da brauchte ich meinen Schlaf. Schnell schob ich die Truhe unter mein Bettgestell.

Genervt knipste ich das Licht aus und legte mich in mein, mal wieder, protestierendes Bett.
 

‚QUIIIETSCH’

„Schnauze.“

Die Schatten kommen


 

Kapitel 2: Die Schatten kommen
 

„Guten Morgen, der Herr! Wollen sie vielleicht etwas trinken? Heute haben wir frisch gepressten Orangensaft im Angebot!“

Der Mann lächelte mich an.

„Ja, ein Glas hätte ich gerne! Und bitte noch zwei Spiegeleier mit Speck und eine Tasse Kaffee!“

„Kommt sofort!“

Summend schrieb ich alles auf und ging an den nächsten Tisch. Heute war ungewöhnlich viel los. Es schienen immer mehr Reisende dieses Dorf zu besuchen.

„Schönen guten Morgen! Was hätten sie gerne?“

Der Kunde bestellte und ich schrieb alles artig auf. Dann hüpfte ich in die Küche, händigte meinem Vater die Bestellungen aus und lief zum nächsten Besucher. Unterwegs wäre ich beinahe mit meiner Mutter zusammengelaufen.

„Maus! Pass doch auf! Warum bist du denn so gut gelaunt? Bist du doch sonst nicht, wenn du morgens arbeiten musst...“

„Sorry Mum! Ich finde einfach nur den Tag schön und sehr müde bin ich auch nicht!“

Sie lächelte.
 

Irgendwie war ich etwas neidisch auf ihr Aussehen und es ärgerte mich, dass ich nicht mehr als ihre Haarfarbe geerbt hatte. Obwohl sie bereits um die 40 war, hatte sie nur wenige und kaum sichtbare Falten. Die blauen Haare fielen ihr in seidigen Locken über den Rücken und endeten in einem Zopf, der allerdings nur die Spitzen zusammenband und nicht die ganze Haarpracht. Ihre tiefschwarzen Augen strahlten eine jugendliche Energie aus, die selbst manche Kinder dieses Dorfes nicht besaßen und vermittelten immer den Eindruck, als würde sie jeden Moment loslachen. Sie war kaum größer als ich, das hieß ungefähr 1, 60 Meter.

Versteht ihr was ich meine? Sie könnte locker als Model durchgehen und das, obwohl sie sich nicht einmal schminkte!

Das einzige, das ich außer meinen Haaren von ihr geerbt hatte, waren die dichten, rabenschwarzen Wimpern. Mit diesen Teilen brauchte ich wirklich keine Mascara mehr.
 

„Überanstreng dich nicht, ja Liebling? Wir wollten doch heute Abend angeln gehen!“ Sie freute sich sichtlich auf den Trip und ich konnte nicht anders, als mich von ihrer Freude anstecken zu lassen. Und das, obwohl ich Angeln nicht mal mochte.

Ich lachte, stimmte ihr zu und umarmte sie kurz.

Dann sauste ich in die Küche um die Bestellungen an die dazugehörigen Tische zu bringen.
 

„Hey Kleine! Das war für mich!“ Der Mann, von dem ich die erste Bestellung entgegengenommen hatte winkte mir zu, als ich sein Frühstück durch den Raum balancierte. Strahlend wuselte ich zu seinem Tisch und stellte ihm sein Essen hin.

„Und der Orangensaft! Guten Appetit!“

Ich wollte eigentlich gehen und meiner Mum beim Abwasch helfen, doch der Fremde hielt mich zurück.

„Setz dich doch zu mir! Allein zu frühstücken ist öde und ein bisschen gute Laune schadet zu dieser Zeit überhaupt nicht!“ Er sah hoffnungsvoll zu mir und ich lächelte noch weiter. „Nun gut! Aber nicht lange, schließlich muss ich arbeiten!“

„Vielen Dank!“

Ich setzte mich und schob ein paar der Untersetzer für die Gläser hin und her. Doch lange konnte ich die Neugier nicht unterdrücken.

„Was gibt es Neues, in der Welt dort draußen?“

Er schluckte sein Essen herunter und dachte kurz nach, als würde er seine Worte bedacht und vorsichtig wählen.

„Nun, wenn du mich frägst... Es herrscht Krieg.“

Meine gute Laune erstarb und machte einem überaus besorgtem Gesichtsausdruck platz.

„Krieg? Was ist geschehen? Was ist mit Prinzessin Zelda?“

Er runzelte die Stirn.

„Sie ist wohl der Auslöser.“

Nun vollkommen konfus zog ich meine Augenbrauen hoch. „Sie ist der Auslöser? Aber die Prinzessin würde so etwas nie machen!“

Der Gast schüttelte den Kopf.

„Sie hat nicht direkt etwas damit zu tun. Prinzessin Zelda wurde entführt.“

Ich starrte ihn ungläubig an.

„Ent...führt?“

„Man munkelt, der Hexenmeister Vaati wäre zurückgekehrt und habe sie gefangen genommen um sie für die Wiederherstellung seiner Kräfte zu opfern. Einer der Schlossbewohner ist losgegangen und hat das Schwert der Vier gezogen. Er will Zelda retten.“

Ich schüttelte meine blaue Mähne.

„Schwert der Vier? Was ist das? Und wer ist losgezogen?“ Meine volle Aufmerksamkeit galt nun meinem Gegenüber. Und ich wurde das ungute Gefühl nicht los, dass dieser Krieg nicht spurlos an unserem Clan vorbeiziehen würde.

Der Fremde aß noch einen Teil seines Spiegeleis, bevor er fortfuhr und meine Fragen beantwortete.

„Das Schwert der Vier ist eine Klinge, die den Nutzer in vier aufspaltet. Sein Name war Link, aber nach allem, was ich gehört habe, hat er den Namen wohl nicht mehr benutzen können, nachdem er sich aufgespalten hat...“

Ich nickte. „Nun gut, machen sie sich darüber jetzt keine Gedanken und frühstücken sie fertig. War schön sich mit ihnen zu unterhalten!“

„Genau diese Fröhlichkeit wollte ich haben!“, lächelte der Kunde und wandte sich wieder seinem Essen zu.

Die Nachricht war beunruhigend, doch sie berührte mich kaum. Wir waren so weit von allem entfernt, dass uns noch nie ein Krieg etwas angegangen war. Bis jetzt hatte sich kein Feind hierher verirrt. Das Leben würde weitergehen wie bisher.

Deshalb war meine gute Laune auch schnell wieder zurückgekehrt und ich summte eines meiner Lieblingslieder.

„Entschuldigen sie! Ich hätte gerne etwas bestellt!“

„Natürlich!“ Ich wuselte zu der jungen Dame und nahm ihre Bestellung entgegen.
 

„Ha! Endlich fertig!“

„Hat aber lange gedauert, heute.“

„Wah! Kimo! Wie schaffst du das nur immer?!“

„Was denn?“

„Einfach aus dem Nichts aufzutauchen!“

Er lachte und schüttelte den Kopf.

Dann meinte er: „Tja, kein Ding, wenn man eine Schwerhörige als beste Freundin hat!“

Empört plusterte ich meine Backen auf.

„Frechheit!“

Da kam meine Mutter aus dem Gasthaus.

„Oh, hallo Kimo!“, strahlte sie und winkte.

„Wir gehen heute Abend alle zusammen angeln! Magst du vielleicht mitkommen?“ Er grinste breiter. Natürlich würde er mitkommen... Er liebte angeln. Nur ein Problem... Er konnte nicht still sitzen und verjagte die Fische immer...

„Gerne! Sagt mir bescheid, wenn ihr losgeht!“

Meine Mum nickte und ging wieder nach drinnen.

„So. Und nun der eigentliche Grund für mein Auftauchen!“ Mir schwante Böses...

„Du kommst heute mit zur Jagd!“

„Nuuuuuin! Tu mir das nicht an!“

An dem bösen Grinsen erkannte ich, dass er keine Gnade walten lassen würde.

„Warum?!“

„Nun... Auf die Dauer wird Jagen allein langweilig! Und ich liebe es, dir immer wieder beim Versagen zu zusehen!“

Ich starrte ihn ungläubig an. „Sadist!“, fauchte ich und schlug ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf.

Lachend rieb er sich die Stelle die ich getroffen hatte, wischte sich die roten Strähnen aus dem Gesicht und zog mich einfach mit sich. Egal wie viel ich zappelte und um mich fluchte, er ließ mich nicht los.
 

„Warum, warum, warum?!“, fauchte ich, als das Reh, auf das ich gezielt hatte, blitzschnell davon stob.

„Weil, weil, weil, du kein Talent dafür hast!“, grinste mein verblödeter Begleiter, sichtlich meine Rage genießend.

„Warum, musste ich mir unter all den Jugendlichen im Dorf, ausgerechnet den Sadisten als besten Kumpel suchen?!“, schnaubte ich leise und er gluckste vergnügt vor sich hin.

Dann schüttelte er schnell den Kopf.

„Hör mal. Der eigentliche Grund weshalb ich dich hierher gebracht habe, ist der, dass ich dir was zeigen möchte. Und das ist reichlich beunruhigend...“

Jetzt hatte er meine volle Aufmerksamkeit.

„Das wäre?“

Er nahm wieder meine Hand und richtete sich auf.

„Folg mir einfach.“

Damit hatte er losgelassen und hatte sich mit einem Salto und einer Menge Schwung auf den nächsten Baum gebracht.

Ich sprang hoch, klammerte mich an den niedrigsten Ast, schwang mich einmal darum herum und landete gekonnt auf meinen Füßen am Astansatz.

Wir liefen und kletterten in einem Höllentempo von Baum zu Baum, bis wir an einer erkalteten Feuerstelle ankamen. Es lagen Tierknochen verstreut im Gras, welches fast auf dem gesamten Platz, einer riesigen Lichtung, platt gedrückt war.

„Was zum...“, setzte ich an.

Mein Begleiter nickte und in seinen gelben Augen konnte ich Furcht erkennen. Auch Kimo war nicht furchtlos. Nur sehr mutig.

„Das wäre genug Platz und Essen für eine ganze Armee von 500 Mann.“, stellte er ernst fest und ich schluckte.

„Wie alt ist die Feuerstelle?“, fragte ich leise und sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich. „Höchstens vier Stunden...“

„WAS?! Wir müssen sofort zurück ins Dorf!“

Er sah mich an als wäre ich verrückt geworden. „Wieso willst du zurück? Du wärst in Gefahr!“ Er hielt mich fest. „Was ist los?! Ich muss zurück! Wir müssen unsere Familien warnen! Sie werden alle sterben, wenn diese Armee das Dorf erreicht!“, schrie ich beinahe und zog heftig an meinem Arm, während sich in meinen Augen die ersten Tränen zeigten.

„Du nicht. Ich werde gehen. Du hast kein Talent im Waffenkampf.“

„Das ist jetzt egal!“ Meine Stimme war ein paar Stufen nach oben gegangen und klang jetzt sogar in meinen Ohren schrill.

Egal wie feste ich zog, Kimo ließ mich nicht los. Plötzlich zuckte er zusammen.

„Kimo? Ist alles okay?“

„Ja, was sollte sein? Aber sag mal, woher willst du wissen, dass uns diese Armee schadet? Vielleicht sind es ja die Ritter aus Hyrule, die sich der Schattenarmee entgegenstellen!“

Nun war es an mir zusammenzuzucken. „Was?“

„Na du weißt schon. Die Bösen, die Schloss Hyrule gestürzt haben! Die Schatten vom Hexenmeister!“

Woher wusste er, wer das Schloss gestürzt hatte? In unserem Dorf wusste niemand davon und die Besucher hatten nichts davon erzählt. Und ich hätte dabei sein müssen wenn sie es erzählt hätten, schließlich dachte er gerade, ich wüsste davon. Außerdem lag Hyrule direkt in der entgegengesetzten Richtung. Hielt er mich für vollkommen blöd?!

Der Blick mit dem er mich gerade musterte, gefiel mir gar nicht.

„Ja... Genau. Wenn das also nicht gefährlich ist, dann sollten wir zurückgehen...“, meinte ich langsam und deutete in den Wald. Er nickte und folgte mir.

Warum lief er nicht voraus? Er war viel schneller als ich!

Meine Gedanken standen Kopf. Da kam mir eine Idee. Was wenn das gar nicht Kimo war...?

„Sag mal Kimo... Ich hab dir doch gestern von der Truhe erzählt die ich von dieser einen Frau bekommen habe, richtig?“

Kurz schien in seinen Augen etwas wie Triumph aufzublitzen, doch der Ausdruck war schnell verschwunden und er nickte.

„Kannst du dich noch an alles erinnern? Wozu war diese Kiste gleich noch einmal da?“

Er schien eine Sekunde zu überlegen, antwortete dann aber: „Sie beherbergt Force, das dazu da ist, das Four Sword wieder zu seinem alten Glanz zu bringen. Es ist nicht viel, aber jeder Forceanteil ist wichtig für die Helden. Zudem ist darin eine Kette die unsichtbar machen kann. Allerdings kann sie nur von jemand Auserwähltem getragen werden.“

Ich zog zischend die Luft ein. Ich wusste jetzt nicht nur, was in der geheimnisvollen Kiste war, sondern auch...

„Wer bist du?!“

Mein Hintermann starrte mich verwirrt an.

„Aber du kennst mich doch...!“

„Was ist mein Name?“

Er verzog verärgert den Mund. „Was soll das?! Sind wir im Kindergarten? Wir sollten schnell ins Dorf zurück um alle zu warnen!“

„Sagtest du nicht, dass es die Ritter aus Hyrule seien?“ Der Junge sah mich an, wie ein in die Enge getriebenes Tier. Dann veränderte sich seine Miene und er fauchte wütend: „Woher wusstest du, dass ich nicht echt bin?!“

„Ich habe Kimo nie von einer Truhe erzählt!“

Er biss sich auf die Lippen und plötzlich verdrehte er die Augen und fiel zu Boden. Nun, Kimos Körper fiel auf den Boden, der der in ihm gewesen war, schwebte nun ein paar Zentimeter über dem Boden, direkt vor mir.

Es war nicht sichtbar, welche Gestalt er hatte. Ohne einen Körper war er bloß eine schwarze Silhouette. Zischend löste er sich in Luft auf, jedoch nicht ohne vorher noch einen kaum sichtbaren Mund zu einem breiten Grinsen zu verziehen.

Verstört starrte ich kurz auf die Stelle auf der er eben noch war, bevor ich mich umdrehte und so schnell ich konnte ins Dorf zurück sprintete. Kimo ließ ich liegen, im Moment war er in Sicherheit.
 

Das Bild das sich meinen Augen bot, war grausam.

Viele unserer Häuser standen in Flammen und die Asche wehte durch die Luft. Überall lagen Waren und zersplitterte Möbel herum, gelegentlich war auch ein Spritzer Blut zu erkennen, doch von den Dorfbewohnern war keine Spur.

Ich schlug den Weg zum Gasthaus meiner Eltern ein.

Dort angekommen fand ich ebenfalls nichts als Zerstörung. Die Luft brannte heiß und trocken in meinen Augen und ich hustete ein paar Mal, als der Rauch in meine Lungen gelangte.

Ich schluchzte auf.

„Mum? Papa?! Irgendwer?!“

Ich bekam keine Antwort. Entsetzt starrte ich auf die blutigen Kerben im Boden, die wohl von einem Schwert verursacht worden waren.

Hier würde ich niemanden finden.

Also lief ich weiter zu unserem Haus.

Dort angekommen trat ich die brüchige Tür auf und realisierte entsetzt, wie einer der Schatten sich über jemanden beugte, der verdammt ähnlich aussah wie...

„OMA!“

Der Schatten drehte sich um und ich erkannte an dem schleimigen Grinsen, dass es der Selbe war, wie der von vorhin.

Bevor irgendetwas anderes passieren konnte, richtete sich meine Großmutter auf und krächzte: „Ally Schatz, pass auf die Kiste auf, du musst...“

Sie konnte nicht aussprechen, der Schatten legte seine Hand auf ihre Brust und mit einem gellenden Schrei wurde sie in sich selbst hinein gesogen, ähnlich wie ein Stern, der sich in ein schwarzes Loch verwandelte. „OMA!“, kreischte ich und der Schatten lachte leise. „Viel Spaß in der Schattenwelt... Dort wo es dunkler und bedrohlicher ist, als der Tod.“

Eine kurze Welle der Erleichterung durchflutete meinen Körper. So schlimm wie das klang, mein Clan lebte noch... In der Schattenwelt.

„Und nun zu dir...!“

Ich sprang an dem Feind vorbei, hoch in mein Zimmer. Kaum dort angekommen schlitterte ich halb unters Bett, zog die Kiste heraus, die seltsam leicht war und sprang damit auf den Baum an meinem offenen Fenster. Schneller als ich jemals gerannt war, lief ich in den Wald und zu der Stelle, an der ich Kimo gelassen hatte.

Doch mein bester Freund war weg.

Alles was übrig geblieben war, war etwas das aussah wie ein Brandfleck. So einen hatte jeder hinterlassen, der in die Schattenwelt gebannt worden war. Das Entsetzen konnte sich nicht in mir breit machen, da ich sofort weiterlief. So konnte mir keiner folgen. Ich war schneller als die Feinde und wenn sie nicht wussten wohin, würden sie sich auch nicht teleportieren können.

Ich hatte nur diese eine Chance zu entkommen...
 

Ich rannte jetzt knapp eine Stunde ohne Unterbrechung, sprang von Ast zu Ast, nutzte die Schleichwege die die Jäger unter uns gebaut hatten und entfernte mich mit jedem Schritt mehr von meinem alten Leben.

Die Tränen rannen seit einer halben Ewigkeit über mein Gesicht und ich hatte das Gefühl, mein Herz würde vor Anstrengung bald stehen bleiben. Ich hätte gedacht, die Erkenntnis, dass alle weg waren und ich die Letzte war die geblieben war, würde mich verlangsamen. Doch es bewirkte das Gegenteil: Ich war noch nie so lange und so schnell gerannt. Es war, als würde ich vor der Wahrheit davon laufen.

Ich schluchzte erneut auf. Unzählige Male hatte ich bereits aufgehört zu weinen, doch die Tränen kamen immer wieder von neuem. Ich war blind über Steine gestolpert und in Mauselöcher getreten, ohne es zu merken.

Und jetzt war ich auf einer großen Wiese, direkt nach dem Wald, schutzlos und auffällig. Doch egal was kam, die Kiste ließ ich nicht los. Meine Arme spürte ich nicht einmal mehr.

Ich sah nach vorne und erkannte, dass ich beinahe am Ende der Grasfläche angekommen war. Dahinter ging es einen Hügel hinunter.

Gerade als ich den Abhang erreicht hatte, spürte ich wie ich in etwas Hartes hineinlief und es mit mir zog. Plötzlich sah ich nur noch die Farbe blau, verlor das Gleichgewicht, ließ die Kiste fallen und rollte mit dem blauen Menschen den Hang hinunter. Dass es ein Mensch war, erkannte ich daran, dass er anfing zu fluchen. Schmerzhaft kamen wir unten an und ich verlor, sowieso schon kraftlos und ausgelaugt, mein Bewusstsein. Das Letzte, das ich realisierte war, dass sich ein blonder Junge über mich beugte und mich besorgt musterte.
 

Schwarz.

Aus Greens Sicht


 

Kapitel 3: Aus Greens Sicht
 

Beunruhigt starrte ich auf das reglose Mädchen, das soeben auf meinen blauen Teamkollegen gefallen war, welcher sich jetzt hustend und fluchend den Staub von den Klamotten wischte.

Woher kam sie so plötzlich?

Vio, Red, Blue und ich waren eigentlich nur auf dem Weg zum Dorf der blauen Maid, als wir an den Hügel kamen. Blue ist voraus gerannt und anscheinend mit ihr zusammen geprallt, wobei ihr Tempo wohl ziemlich hoch gewesen sein musste.

Vio untersuchte eben ihren Arm, der seltsam verbogen von ihrem Körper weggestreckt war. „Green! Ist hier in der Nähe ein Dorf?“, wandte er sich eben an mich.

Ich runzelte die Stirn, immer noch irritiert von meinem neuen Namen. Als ich das Schwert aus dem Schrein zog hatte es mich in vier Teile gespalten, die alle eine andere Charaktereigenschaft vom originalen Link hatten. Und da wir schlecht alle Link heißen konnten, da würden selbst wir durcheinander kommen, hatten wir uns nach den Farben die wir trugen, benannt. Außer die Klamotten sahen wir wirklich gleich aus, nur unsere Mimik war etwas verschieden...

„Keine Ahnung, in der Gegend war ich nicht oft unterwegs.“

„Ist das nicht eine von diesem Albir-Clan der hier leben soll? Zelda hat einmal von dem Gasthaus in ihrem Dorf erzählt... Sie alle sollen noch spitzere Ohren als Hylianer haben...“, meldete sich Red, den Zeigefinger ans Kinn gelegt, mit großen blauen Augen in den Himmel schauend. Typische Denkerpose eben.

Vio nickte langsam. „Dann schätze ich, dass von dem Dorf nicht viel übrig geblieben ist.“

Ich sah ihn fragend an. „Warum?“

Er deutete auf ihr Gesicht und ihre Kleidung. Erst jetzt bemerkte ich, dass die eigentliche Stofffarbe gelb war und nicht schwarz. Mein violetter Kumpel fuhr mit den Fingern über den Saum und hielt mir eine rußige Hand hin. Der schwarze Kohlestoff hing überall an ihr und ihre Augen schienen ebenfalls damit verklebt. Zudem sah sie aus, als hätte sie lange und viel geweint.

„Okay, vielleicht hat etwas gebrannt, aber das heißt noch nicht, dass ihr ganzes Dorf zerstört ist!“ Red guckte uns entsetzt an. „Was wenn es Schattenlink war?“

„Noch lange kein Grund, mich den Hang runter zu werfen!“, fauchte Blue, der sich gerade auf eine Kiste gesetzt hatte. „Verfluchter Mist! Mir tut alles weh!“, grummelte er leise, schien allerdings das Schlimmste bereits hinter sich zu haben. Ich hatte nicht gewusst, dass ich mit irgendeinem Teil so fluchen konnte...

„Blue? Woher ist die Truhe?“, fragte Red neugierig und lenkte den Aggressivsten von uns von einer weiteren Schimpftirade ab. „Äh? Ach die. Die hatte das Mädchen dabei.“

Vio war bereits aufgestanden, hatte Blue von seinem Sitz geschubst, was der mit einem empörten „Hey, lass das du Blödmann!“ quittierte, und untersuchte nun das Schlüsselloch. „Seltsam... Das sieht genauso aus, wie der Schlüssel, den wir von Zelda bekommen haben...“, murmelte er und ich erinnerte mich daran, wie sie mich bat gut auf ihn aufzupassen.
 

Ich war drauf und dran den inneren Raum des Tempels zu betreten, in dem die Maiden und Prinzessin Zelda das Siegel, das Hexenmeister Vaati verbannte, zu verstärken, als sie mich am Ärmel zurückhielt.

Fragend drehte ich mich zu ihr um und starrte verwirrt auf den kleinen Schlüssel, den sie mir soeben in die Hand gedrückt hatte. Er war silbern, aber so dunkel, dass er beinahe wie schwarz wirkte. Um den Griff rankten sich viele helle Blütenblätter und das Teil, das ins Schlüsselloch passte, hatte die Form des Triforces mit großen Schwingen an den Seiten. Er war wirklich kunstvoll und aufwendig gestaltet. „Das wird dir weiterhelfen, wenn wir es nicht schaffen, Vaati aufzuhalten! Bewahr ihn gut für mich auf, ja?“ Sie lächelte. Ehrlich, bei dem Lächeln konnte absolut niemand „Nein“ sagen! Es war eines der schönsten, offensten und... Okay ich schweife ab.

Nickend nahm ich ihn ganz in die Hand und steckte ihn in meine Tasche, die ich stets bei mir trug. Dann begriff ich die Bedeutung ihrer Worte.

„Zelda?“

Sie drehte sich wieder um, da sie bereits weitergegangen war und sah mich fragend an.

„Es wird nicht schief gehen! Ihr schafft das!“

Das ungute Gefühl, dass ich in meiner Magengegend spürte, wurde nur stärker, als sie mir ein trauriges Lächeln zu warf und im dunklen Zimmer verschwand.
 

Sie hatte wohl von Anfang an gewusst, dass es nicht klappen würde. Und doch hatte sie es versucht. Ich hatte sie nicht vor meinem Schatten, auch Schattenlink genannt, retten können und musste dabei zu sehen, wie sie entführt wurde.

Vio riss mich aus meinen Gedanken, als er mir mit der Hand vor dem Gesicht herumfuchtelte.

„Green, gib mir mal den Schlüssel!“

Red protestierte. „Aber Vio! Die Kiste gehört uns nicht! Zu Klauen ist böse! Wir sollten warten, bis das Mädchen aufwacht!“

Der Violette verdrehte die Augen, schien allerdings einverstanden zu sein. Nur Blue war mal wieder dagegen.

„Das ist doch total bescheuert! Sie hat eine Kiste, in die unser Schlüssel passt und hat selbst nicht mal einen passenden!“

„Und woher weißt du das?“, wollte Red wissen und Blue lief einen Hauch rosa an.

Verblüfft starrte ich ihn an. „Das hast du nicht!“

„Ich wollte nur wissen, was sie in ihren Taschen hat!“, fauchte er und wurde noch eine Nuance dunkler.

Vio sah aus, als müsste er sich das Grinsen verkneifen, ich starrte ihn weiterhin fassungslos an und Red verstand scheinbar nur Bahnhof. „Und was ist jetzt so schlimm, dass du das wissen wolltest?“, fragte er in diesem naiven Ton, mit dem er so oft sprach.

Ich entschloss mich ihn aufzuklären.

„Er... Hat sie betatscht.“

Stille.

Dann...

Vio brach in schallendes Gelächter aus, Red sah aus, als hätte ich ihm eine verpasst und Blue machte einer Tomate Konkurrenz, während er laut protestierte und dabei die Arme hob. „Wirklich! Ich hab nur ihre Taschen durchsucht!“

Dabei deutete er auf eine der Taschen die ihre Tunika besaß. Dann heulte Red auch schon los. „Aber Blue! So was macht man doch nicht! Das ist unmoralisch und überhaupt nicht ritterlich und...“

Seufzend rieb ich mir über die Schläfen. Mit den Dreien im Schlepptau war es eine wahre Tortur unterwegs zu sein. Obwohl ich Red zustimmen musste. Na toll... War er also nicht nur der aggressiv sondern auch noch der perverse Teil von uns, oder was?!

Wenigstens schien die Kiste vergessen...

Oh je, wo würde das nur enden?
 

Kaum eine halbe Stunde später bewegte sich das Mädchen das erste Mal richtig. Sie gähnte und rieb sich über die Augen, wobei sie den Ruß stark verwischte, sodass es beinahe wie eine Kriegsbemalung erschien.

Wir saßen um ein Feuer, das wir entfacht hatten und unterhielten uns leise über unser Vorgehen. Vio hatte die glorreiche Aufgabe bekommen, sich um die Verletzte zu kümmern und auf sie aufzupassen. Deshalb hatte er sie aufgerichtet und gegen seine Schulter gelehnt, wobei er sie auch noch mit einer Hand im Rücken stützte. Als sie ein Lebenszeichen von sich gab, verstummten wir sofort und sahen gespannt zu ihr. Sie gähnte erneut und blinzelte dann ein paar Male, bevor sie die Augen gänzlich aufschlug. Erschrocken stockte sie und starrte uns an, als seien wir der Teufel persönlich. Dann sprang sie auf, sogar ohne einzuknicken was nach dem Sturz verwunderlich war, und zog wie aus dem Nichts ein Messer aus ihrer Kleidung. Die Augen weit aufgerissen und zitternd stand sie nun vor uns und machte Anstalten das Messer zu werfen, als Vio reagierte. Schneller als sie schauen konnte stand er hinter ihr, die Arme um ihre eigenen und ihren Oberkörper geschlungen, sodass sie das Messer nicht benutzen konnte. Nun schien sie zu ihrer Stimme zurückzufinden. „Lass mich los! Ich bin doch nicht den ganzen verdammten Weg geflüchtet um in eine Falle zu laufen! Bitte! Ich tue alles!“ Sie fing an zu schluchzen und versuchte sich frei zu strampeln. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte oder warum ihre eigene Reaktion so heftig ausfiel. Vio schien das nicht zu beeindrucken, er hielt sie weiterhin fest und ließ auch erst lockerer, als sie vor Angst ihre Waffe fallen ließ. Ihr knickten nun doch die Knie ein, wodurch sie in den Armen meines violetten Teils hing und hemmungslos zu weinen anfing.

Wirklich, so aufgelöst hatte ich selten jemanden gesehen.

Vio setzte sich wieder und fing an, beruhigend auf sie einzureden. Zu meinem Erstaunen beruhigte sie sich nach gefühlten zehn Minuten. Red neben mir schniefte und fiel ihr dann um den Hals, wodurch sie ihre Muskeln fluchtbereit anspannte.

„Nicht weinen! Wir wollen dir doch gar nichts tun!“, heulte er und wurde von ihr irritiert angesehen. Der violett gekleidete Link hinter (oder auch: unter) ihnen, machte den Eindruck, als würden die beiden ihn gleich zerquetschen.

Blue verdrehte nur die Augen und ich winkte vorsichtig, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.

Sie drehte sich tatsächlich zu mir, lehnte sich allerdings lieber näher an Vio, der hatte ihr schließlich eben geholfen.

„Ihr... Seid nicht von der Schattenarmee, oder?“, fragte sie leise und peinlich berührt, wohl wegen ihrem Panikanfall.

„Nein. Wir sind aus Hyrule...“, antwortete Red leise und wir vier tauschten einen Blick der bei jedem das Selbe sagte:
 

Schattenlink!

Kapitel 4: Pläne und Streit?


 

Kapitel 4: Pläne und Streit?
 

Allys Sicht
 

Nach ein paar Minuten die durch unangenehmes Schweigen gefüllt wurden, räusperte ich mich.

„Entschuldigt die Umstände...“, nuschelte ich, als mich alle ansahen. „Ich hätte zuerst nachdenken und dann handeln sollen. Und es tut mir leid, dass ich dich umgerannt habe...“

„Blue. Und das ist jetzt sowieso egal...“, knurrte er und bevor ich mich über den Namen wundern konnte hob der Blonde in der roten Kleidung die Hand. „Ich bin Red und wer bist du?“ Unwillkürlich musste ich lächeln. Red machte einen unglaublich kindlichen und naiven Eindruck. Während die anderen besorgt und ernst waren, strahlte er mich an und hielt mir jetzt die Hand hin. „Ich bin Ally!“ Eigentlich wollte ich nur seine Hand nehmen, doch der Blonde (und erstaunlich starke) zog mich in eine Umarmung, die mich von meinem „Sitzkissen“ herunter riss.

Dieses strich sich die lila Klamotten zurecht, lächelte kühl und meinte: „Vio.“

Während der Letzte sich als Green vorstellte (Die Mutter hatte wohl eine Vorliebe für Namen nach Farben gehabt) wurde ich von seinem Begleiter halb tot geknuddelt. Wie mir auffiel, waren alle vier gleich groß und damit größer als ich. Ich betrachtete sie noch einmal genauer und bemerkte dabei, dass Blue auf meiner Kiste saß.

„Ähm... Blue...? Könnte ich die wiederhaben?“

Er sah runter auf die Truhe und schüttelte dann den Kopf. Etwas enttäuscht fragte ich nach dem Grund.

„Tse. Was willst du damit? Du kannst sie nicht öffnen, schließlich haben wir den Schlüssel dafür!“

Erstaunt sah ich ihn an. Dann blitzten etwas in meiner Erinnerung auf.
 

„Das Schwert der Vier ist eine Klinge, die den Nutzer in vier aufspaltet. Sein Name war Link, aber nach allem, was ich gehört habe, hat er den Namen wohl nicht mehr benutzen können, nachdem er sich aufgespalten hat...“
 

„Sie beherbergt Force, das dazu da ist, das Four Sword wieder zu seinem alten Glanz zu bringen. Es ist nicht viel, aber jeder Forceanteil ist wichtig für die Helden.“
 

Ich schüttelte perplex den Kopf. „Ihr... seid Link, nicht wahr?“

Jetzt war es an den vier Jungs, mich komisch anzusehen. „Ja... Woher weißt du das?“

Ich winkte ab. „Blue, du solltest sie aufmachen, die Kiste ist für euch, glaube ich.“

Selbstsicher verzog er das Gesicht zu einem breiten Grinsen. „Natürlich ist die für uns! Sonst hätten wir ja nicht den Schlüssel! Sicher ist da irgendeine Megawaffe drin mit der wir Vaati besiegen können! Nicht, dass ich so was bräuchte, schließlich bin ich der Stärkste von uns allen! Aber die anderen Weicheier könnten sie durchaus gebrauchen. Auch wenn...“

So ging das weiter und trieb mich fast in den Wahnsinn. So aufgeblasen konnte doch kein einzelner Mensch sein! Um ihn vorerst aus seinem Monolog zu holen, fragte ich:

„Wen von euch kann man denn jetzt Link nennen? Wer ist der Echte?“ Nach dem genervten Gesichtsausdruck Vios zu urteilen, hatte ich wohl einen Fehler gemacht, was ich auch gleich bemerkte. Blue sprang von der Kiste und richtete sich zu voller Größe auf. „ICH bin der Echte, also nenn mich Link!“

„Nein, ich hab meinen Charakter größtenteils behalten! ICH bin der Echte! Außerdem hab ich immer noch die grüne Kleidung an!“

Hilfe suchend sah ich zu Vio, der allerdings nur im Stillen einen Countdown herunter zählte. „Drei... Zwei.. Eins...“

Die Streithähne gingen in Kampfposition.

„Null.“

Und schon waren die zwei ineinander verkeilt und kugelten fluchend über die Wiese, während Red verzweifelt versuchte Frieden zwischen den Zweien zu schaffen.

Vio sah mich genervt an und ich zog den Kopf ein. „Sorry...“

„Ach vergiss es... Das war sowieso wieder fällig. Frag es einfach nicht nochmal...“

Blue hatte den Schlüssel fallen gelassen und so nahm ihn Vio jetzt und steckte ihn ins Schloss. Die Anderen schienen es mitbekommen zu haben und begruben das Kriegsbeil erstmal. Erwartungsvoll starrten wir alle auf die Kiste. Der Deckel sprang beinahe von selbst auf und gleißendes Licht strahlte uns entgegen.

Ehe ich die Augen wieder öffnete, rief Red auch schon ein überraschtes „Force!“.

Erstaunt betrachtete ich die goldenen Dreiecke die alle eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Triforce hatten und nun in einem Schwall, wie Lava den Vulkan, die Kiste verließen. Das Licht blendete, während meine vier Retter ihre Schwerter zogen. Erstaunt beobachtete ich die Dreiecke dabei, wie sie von den Waffen aufgesogen wurden. Zwischen Blue und Green entstand ein kleiner Machtkampf, bei dem jeder versuchte, den anderen wegzudrücken um an mehr Force zu kommen. An sich war das ziemlich dämlich, denn die Dreiecke schienen sich genau auf die vier aufzuteilen.

So schnell wie sie aufgetaucht waren, verschwanden die Teilchen nun und es wurde wieder dunkel.

„Wow. Das... War unerwartet.“, meldete ich mich kurz darauf zu Wort.

Jetzt galt die Aufmerksamkeit mir und Red sah mich neugierig an. „Wir wissen immer noch nicht, woher du kommst, warum du überall Ruß hast und wieso du eine Kiste voll Force mit dir rumschleppst!“

Ich schämte mich, bis jetzt hatte ich beinahe vollkommen vergessen, was mit meiner Familie passiert war.

Stockend fing ich an zu erzählen und bei der Erwähnung von der Schattengestalt, die meine Oma und Kimo in die Schattenwelt verbannt hatte, verfinsterten sich ihre Gesichter.

„Verdammt! Der Kerl greift sogar Dörfer an, mit denen wir gar nichts zu tun haben!“, fauchte Green. Blue und Vio schwiegen noch immer und Red knuddelte mich bereits durchgehend.

Fragend wandte ich mich an den Grünen. „Wer ist er? Er sieht aus wie ihr nur... schwärzer.“ Wow, Ally. Tolle Beschreibung. Du hättest ja sagen können, dass er im Gegensatz zu den Blonden schwarze Haare hat. Oder rote Augen. Vielleicht, dass er eine schwarze Tunika anhat. Aber nein, er ist schwärzer als die vier...

Am liebsten hätte ich mir die Hand an die Stirn geklatscht, aber das wäre dann doch etwas seltsam gewesen...

„Also. Das war unser... Naja, er behauptet, unser Schatten zu sein. Deswegen nennen wir ihn auch ‚Schattenlink’. Er steht unter dem Befehl von Magier Vaati und hat für ihn Prinzessin Zelda entführt.“

Red (der mich immer noch nicht losgelassen hatte!!) schniefte hinter mir einmal auf. „Er hat Vater in die Schattenwelt verbannt!“ Mitfühlend tätschelte ich seinen Kopf. „Ihr bekommt ihn bestimmt wieder! Ihr seid doch die Helden Hyrules, da besiegt ihr ihn doch mit links!“ Er sah mich mit großen Augen an. „Meinst du wirklich...?“ Lächelnd nickte ich, was ihn dazu veranlasste mit noch einmal kräftig zu drücken und dann freudig aufzuspringen. „Ally hat Recht! Lasst uns auf Forcesuche gehen und dann Vater, Zelda und die Ritter Hyrules befreien!“-„Und meinen Clan...“, fügte ich nuschelnd hinzu. Da schien Vio etwas einzufallen. „Wohin gehst du jetzt überhaupt?“, fragte er mich und ich runzelte nachdenklich die Stirn. Darüber hatte ich noch nicht nachgeda... „Oh, sie kann doch mit uns mitkommen, oder Green? Vio? Biiiitteeee!“ Red machte große Augen und sah die beiden bettelnd an, während ich mir vorkam, wie ein Haustier, bei dem er fragte ob er es behalten dürfe. Blue derweil grummelte etwas wie „Mich fragt mal wieder keiner...“ Ich konnte mir ein leises „Nebencharakter interessieren niemanden.“, nicht verkneifen. Er fuhr zu mir herum und zischte ein wütendes „Die Heulsuse, sagt was?!“

„Du hast mich schon richtig gehört!“ Eigentlich hatte ich nichts gegen den Blauen, außer dass er sich etwas zu sehr aufplusterte. Doch es machte Spaß ihn zu ärgern und an irgendwem musste ich meine Gefühle jetzt auslassen.

„Ich werde nicht zögern zuzuschlagen!“, knurrte er und ich grinste.

„Keine Sorge, das darfst du auch. Nur Jungs dürfen Mädchen nicht schlagen!“

Es dauerte nur eine Sekunde bis er kapierte, was ich meinte. Wütend kniff er die Augen zusammen.

„Du...“ Inzwischen berührten sich unsere Nasenspitzen und wir funkelten uns an. Red sah ängstlich zwischen uns hin und her und wusste nicht so recht, warum wir uns jetzt stritten. Vio hatte sich entspannt zurückgelehnt und beobachtete uns. Green ebenfalls.

„Ich... bin zu stark um mich mit dir zu schlagen. Du Schwächling würdest nur verletzt werden!“ Er drehte sich um und ich hörte Red erleichtert aufatmen. Doch ich wollte das nicht auf mir sitzen lassen. „Du bist vielleicht ein Schisser...“

„Grah! Das reicht!“ Damit war er wieder herumgefahren und hatte mich mit einem Kick ein paar Meter weiter geschleudert. Holla, der hatte Kraft! Schnell stand ich auf, wischte mir den Dreck von der ohnehin schon schmutzigen Kleidung und ging in Kampfposition. Der nächste Angriff war ein Faustschlag, dem ich allerdings ausweichen konnte und einen Tritt hinterher setzte. Im Gegensatz zu mir blieb er allerdings auf den Beinen. Er biss die Zähne zusammen und holte erneut mit der Faust aus. „Blue, nicht!“, quiekte Red. „Du tust ihr noch weh!“

Er fauchte ein „Genau das hatte ich auch vor!“ und donnerte mir schließlich seine Faust entgegen. Ich verengte aus Reflex die Augen zu Schlitzen und wehrte den Schlag knapp mit den Armen ab. Allerdings tat es trotzdem höllisch weh und ich ließ ein Zischen hören. Blue verschränkte grinsend die Arme vor der Brust. „Du bist echt wehleidig!“, meinte er und machte sich bereit, meinen nächsten Schlag abzuwehren. Allerdings hatte er nicht mit der nächsten Attacke gerechnet. Bevor er auch nur realisierte, dass ich näher war, als er vermutet hatte, hatte ich bereits meinen Kopf gegen seinen gedonnert und ihn damit fluchend zu Boden geschickt. Mich allerdings ebenfalls.

„Oh... Scheiße, was hast du denn für einen Steinkopf!“

Fluchend hielt ich mir die Stirn und starrte ihn an, während er das Gleiche tat. „Könnte ich dich ebenfalls fragen. Und warum zum Teufel, gibst du mir überhaupt eine Kopfnuss?!“, maulte er. Ich stand auf, ging zu ihm und hielt ihm meine Hand hin. „Waffenstillstand?“ Er schlug ein und ließ sich von mir hochziehen. „Erstmal. Nur dass das klar ist. Du hast angefangen nicht ich.“ Ich nickte und kicherte dann bei Reds Gesichtsausdruck. Er zeigte eine seltsame Mischung aus purer Verwirrung und Fassungslosigkeit. Green klatschte in die Hände. „Ähm... Nun ja. Nach dem das geklärt wäre... Möchtest du überhaupt mit uns mitkommen, Ally? Ich meine, es wird sehr gefährlich und Red kann das ja schlecht beschließen ohne dich zu fragen.“-„Sorry...“, murmelte Red.

Ich brauchte eigentlich nicht zu überlegen. „Ähm... Also, wenn ihr mich mitnehmen würdet, dann wäre das wirklich toll! Ich hab keinen Ort an den ich gehen könnte...“ Unsicher strich ich mir die blauen Haare aus dem Gesicht und sah einen nach dem anderen vorsichtig an. Wobei Blue nur grummelnd den Kopf wegdrehte. Red hüpfte begeistert herum. „Das wäre toll! Dann könnte ich mich mal wieder mit jemandem unterhalten, der nicht ständig abweisend ist!“ Damit bedachte er seine Begleiter mit einem so giftigen Blick, den ich ihm nie zugetraut hätte. Green lächelte. „Ich hätte auch nichts dagegen. Vio?“ Schulterzucken. „Blue?“ Er schnaubte. „Na gut, aber wehe du stehst mir ständig im Weg!“ Damit war es beschlossen und Red setzte sich breit grinsend hin, wobei er mich mit runter zog. Äußerlich zu erschöpft vom Tag, der plötzlich sein ganzes Gewicht auf meine Schultern legte, zeigte ich keine Reaktion wobei ich innerlich gerne im Kreis gehüpft wäre und „Wuhu!“ geschrieen hätte. Ich hatte jetzt also nicht nur Leute mit denen ich gut klar kam und die mir mehr oder weniger ein Zuhause gaben, nein ich hatte jetzt auch noch eine Chance meine Familie zurückzuholen! Zufrieden lächelte ich.

„Leute. Ich hab Hunger...“, murrte Blue während sein Magen das ganze mit einem hungrigen Geräusch unterstrich. „Blue... Du hast fast immer Hunger.“, kommentierte Vio und Green nickte. Red war viel zu vertieft darin, mir von Schloss Hyrule zu erzählen, als dass er irgendetwas von dem Wortwechsel mitbekommen hätte. Gerade erzählte er mir von Alcy, der Köchin aus dem Schloss und davon, dass sie die besten Kuchen der gesamten Welt machte.

Blue knurrte mit seinem Magen um die Wette. „Red... Musst du jetzt unbedingt von Essen reden?“, seufzte Green und deutete auf den schäumenden Blue. „Upps...“, machte Red und zog den Kopf unter dem mörderischen Blick seines blauen Viertels ein. Kichernd lehnte ich en Kopf gegen Reds Schulter und schloss die Augen. Die Vier fingen unter sich an, die weitere Reise zu planen. Doch das dauerte auch nicht lange und schon bald redeten sie über die Schlossbewohner, deren Macken und die ein oder andere schöne Erinnerung mit Zelda. Doch ich bekam nicht einmal mehr die Hälfte mit. Der Tag war einfach nur viel zu anstrengend gewesen und so schlief ich an Reds Schulter ein.

Schattenträume


 

Kapitel 5: Schattenträume
 

Ich stand an einem Abhang.

Vor mir lag eine Wiese, so grün und frisch, wie Gras im Frühling. Unten auf der Fläche wuchsen eine Unzahl an Blumen in allen erdenklichen Farben. So ähnlich waren die Sommer in meinem Heimatdorf gewesen. Ich musste eigentlich nicht hinuntersehen um zu wissen, dass dort gerade meine Familie und ich saßen und uns lachend mit Kimo unterhielten. Hier waren wir zu meinem zehnten Geburtstag gewesen und hatten gepicknickt. Trotzdem tat ich es.

Doch anders als erwartet war dort nicht meine Familie. Bloß Steine. Verwirrt schritt ich den Hügel hinunter und je näher ich kam desto mehr Steine kamen hinzu. Als ich nah genug war um zu erkennen was sie darstellten, zuckte ich erschrocken zurück. Mir wurde schlecht. Die Felsen waren zerbröckelt und alt, doch die rissigen Brocken ließen noch immer erkennen, was sie darstellten:

Schreiende Menschen, die ihre Gesichter zu Fratzen verzogen hatten, vor Schmerz und Qual. Einige hatten die Münder aufgerissen und schienen in Todesangst zu schreien, andere saßen zusammengekauert auf der Erde, in ihren Leibern brutale Waffen. Einigen fehlten Körperteile und alle hatten den Blick nach vorne gerichtet. Mit Entsetzen fiel mir auf, dass es ausschließlich Leute waren, die ich kannte, allesamt aus dem Dorf.

In mir wallte das Gefühl auf, als wollte etwas nach mir greifen, mich ebenfalls zu Stein verwandeln und mir Eisenstangen und Schwerter in den Körper zu rammen, während ich von tausend Nadeln durchbohrt wurde.

Ich hätte am liebsten vor Angst mit den Leuten mit geschrieen oder mich einfach weinend zusammengerollt und mir die Augen zugehalten, doch etwas zog auch meinen Blick nach vorne. Ängstlich richtete ich meine Augen auf eine Gestalt die näher schritt, doch es war nichts Schreckliches an ihr. Im Gegenteil: Sie versprühte ein warmes Licht und ich bildete mir ein, eine sanfte Musik zu hören.

Und dann erkannte ich wer es war.

„Kimo...!“, hauchte ich erleichtert. Diese stechenden, gelben Augen und die flammenroten Haare würde ich überall wieder erkennen. Erleichtert darüber, dass es ihm gut ging wollte ich vorwärts stürmen und ihn umarmen, doch noch immer bewegte sich kein Muskel meines Körpers. So sehr ich mich auch anstrengte, meine Position änderte sich nicht. Dafür aber das Bild vor mir.

Obwohl Kimo in einem so hellen Licht erstrahlte und so friedlich und aufmunternd wirkte, kam mir etwas an dem Bild seltsam vor. Es dauerte allerdings keine Sekunde bis mir auffiel was. Wo mein bester Freund hintrat begannen alle Pflanzen um ihn herum einzugehen und abzusterben. Der Weg, den er gegangen war, war schwarz und tot. Und zu dem Zeitpunkt an dem ich das bemerkte, wandelte sich auch das Wetter und Kimos Aura wurde kalt wie Eis. Um uns herum tobten die Blitze, schlugen knapp neben uns ein und verletzten uns doch nicht. Dort wo sie einschlugen blieben verkohlte Grasflächen zurück und es roch beißend nach Rauch und verbrannten Knochen.
 

„Warum hast du uns im Stich gelassen?!“
 

Seine Stimme war schneidend und wirkte eigenartig fremd, während er gegen den Sturm anrief und ich ihn trotzdem mit Leichtigkeit verstand. Ich wollte etwas erwidern, doch ich konnte nicht. Noch immer war ich ebenso erstarrt wie die Leute meines Dorfes. Ängstlich starrte ich ihn an, als er näher kam und so knapp vor mir zum Stehen kam, dass unsere Nasen sich beinahe berührten. „B... Bitte...“, hauchte ich und stellte somit fest, dass ich wieder sprechen konnte.

„Bitte, was?!“ Seine Stimme war voller Hohn. „Bitte verschone mich? Bitte tu mir nicht weh? Sie haben das Selbe gesagt. Und doch habe ich keinen Einzigen von ihnen davonkommen lassen.“ Er deutete mit einer ausschweifenden Handbewegung auf die Steine um uns herum. Ich schüttelte störrisch den Kopf. „Das warst du nicht! Kimo würde so etwas niemals tun! Wer bist du?“, flüsterte ich, zu ängstlich um lauter zu reden, es gar scharf klingen zu lassen. Er lachte. „Dachtest du, du kennst mich gut genug? Ihr hattet ja keine Ahnung, Ally!“ Er lachte. „Sie haben es erst im letzten Moment erfahren. Und für dich ist es ebenfalls bald zu spät.“ Er trat noch einen winzigen Schritt nach vorne, sodass sich unsere Nasen nun wirklich berührten. Ein heftiger Schmerz fuhr mir durch das Gesicht, brennend und heiß wie brennende Krallen. Ich schrie auf und taumelte ein paar Schritte zurück. Der Schmerz blendete mich, betäubte meine Nerven und ließ mich für kurze Zeit blind und taub werden. Hecktisch schnappte ich nach Luft und fand mich auf dem Boden sitzend wieder, mein bester Freund vor mir in der Hocke. Panisch kabbelte ich von ihm weg, doch er erwischte mein Handgelenk und drückte fest zu.

Ich verdrehte die Augen vor Schmerzen. Es fühlte sich an als würde mein Blut verdampfen, jegliche Flüssigkeit aus meinem Körper verdampfen und eine leere, ausgetrocknete, doch noch immer schmerzempfindliche Hülle zurücklassen. Jaulend versuchte ich seine Hand loszuwerden, doch sein Griff war zu stark. Ich fühlte, dass ich kurz vor einer tödlichen Bewusstlosigkeit stand, doch kurz bevor das wirklich eintreten konnte, wurde ich von einer unsichtbaren Kraft nach oben gerissen.
 

„Ally! Ally, wach auf!“

Noch immer schreiend fuhr ich hoch und sah mich panisch nach allen Seiten um. Bevor ich die vier Gesichter richtig realisiert hatte, die um mich herum besorgt dreinblickten, wurde ich auch schon in eine Umarmung gezogen und sah mich in einen roten Stoff gedrückt. Verwirrt hörte ich auf zu schreien und bemerkte, dass Red mich leicht zitternd festhielt.

„Was ist passiert? Geht’s dir gut? Du hast plötzlich angefangen zu schreien, als wäre Vaati persönlich hinter dir her!“, meldete sich nun Green und ich blickte ihn ängstlich über Reds Schulter hinweg an.

Der Schock saß noch zu tief und mein Körper hatte noch nicht ganz realisiert, dass alles nur ein Albtraum war.

Blue hatte (etwas widerwillig) die Augenbrauen respektvoll hochgezogen. „Red hat versucht dich aufzuwecken und zu beruhigen, allerdings hast du wie wild um dich geschlagen und ich glaube sogar versucht, ihn zu erwürgen. Die Heulsuse hält mehr aus, als ich dachte.“, meinte er und kam nicht umhin mich leicht verstört anzusehen.

Jetzt verstand ich auch, warum Red zitterte.

„Red...? Weinst du?“ Der Blonde schniefte einmal kurz um dann endgültig und mit einem unglaublich schnellen Redeschwall in Tränen auszubrechen. „Es geht dir gut, Nayru sei Dank! Du hast plötzlich angefangen zu schreien, als würde jemand dich töten und ich hab mir Sorgen gemacht! Und dann hast du angefangen mich zu schlagen und wir waren uns nicht sicher ob du vielleicht wach bist oder wirklich so fest schläfst! Ich dachte schon, du würdest im Schlaf sterben und ich könnte nichts machen! Es tut mir so leid! Immer wenn es Leuten schlecht geht, muss ich auch weinen! Blue hat Recht, ich bin so eine Heulsuse! Nayru sei Dank, lebst du...“

Und so ging das weiter, bis ich ihn irgendwann unsicher zurück umarmte, um ihn aus seinem Monolog zu befreien. Schniefend vergrub er das Gesicht an meiner Schulter und ich wandte mich an die anderen.

„Tut mir leid, dass ich so Ärger gemacht habe... Ich hab euch sicher geweckt...“ Blue schnaubte nur und meinte: „Ach was, so was weckt MICH doch nicht auf! Außerdem war ich trainieren um weiterhin der Stärkste von uns zu sein! Hehe!“ Red den Rücken tätschelnd sah ich zu Green und Vio. Der Grüne lächelte nur schwach und meinte: „Ist egal, solange es dir gut geht.“

„Außerdem ist es gar nicht schlecht früher aufzuwachen, schließlich müssen wir weiter.“, ergänzte Vio und Green nickte.

Blue drehte sich mit einem: „Ich geh das Zeug zusammenpacken“, um und lief zu seinem Schlafplatz. Vio und Green taten das Selbe und Red räusperte sich verlegen und half mir mit einem genuschelten „’Tschuldige...“ auf die Füße.
 

„Kommt, singen wir ein Lied!“

Der Rote erntete drei genervte Blicke, doch ich klatschte erfreut in die Hände. „Okay! Was singen wir?“

Begeistert, dass ihm jemand zustimmte überlegte er kurz und meinte dann: „Das Lied der Göttinnen!“

Das war ein Wanderlied und hatte nicht unbedingt einen gut gereimten Text. Es klang eben so, wie als hätten es Wanderer geschrieben, die laut grölend durch de Natur liefen und dabei die Tiere verscheuchten.

Kurz gesagt; es war ziemlich grob.

Ich brauchte eine Zeit, bis ich den Text wieder wusste, doch dann legten wir los.
 

„Einst waren es drei Göttinnen,

Mächtig, schön und stark!

Sie lebten hier auf dieser Welt,

Und das Tag für Tag!
 

Doch immer das Selbe,

wie ist das schaurig!

Dieselbe Welle,

so furchtbar traurig.
 

So schufen sie hier dieses Land,

und nannten es dann Hyrule.

Das Böse, das ward schnell gebannt,

dafür sorgte Nayru.
 

Din,

sie schuf die Jahreszeiten.

Sie sind bunt und kalt und warm

und andere Kleinigkeiten.
 

Und Nayru,

Auch Orakel der Zeit,

sorgte dafür,

das Vergangenes, Vergangenes bleibt.
 

So schuf auch Farore die Lebewesen,

ganz voller Stolz,

Menschen, Tiere, was vergessen gewesen,

Und von den Bäumen auch das Holz.
 

Jede Göttin,

Oh wie prächtig sie warn’

...“
 

„Könntet ihr jetzt mal die Klappen halten?!“, schnauzte Blue und funkelte uns genervt an. Reds Niedlichkeit half uns leider nicht weiter, als er sich mit großen, runden Augen zu dem Miesepeter umdrehte und einfach nur „Warum denn?“, fragte. Blue, der kurz davor war auf Red loszugehen, wurde von Green zurückgehalten, welcher schließlich eins auf den Deckel bekam, was Blue mit einem zufriedenen „Selbst schuld.“ hinnahm.

Um abzulenken wandte sich der Geschlagene an mich.

„Was hast du eigentlich geträumt? Ich meine, das war ziemlich heftig...“

Mein bisher anhaltendes Grinsen verschwand. Ich schluckte und schüttelte den Kopf. Red hatte mich bis jetzt so gut abgelenkt, was ich ihm auch hoch anrechnete.

„Nichts... Es war nicht so schlimm.“

Green öffnete den Mund um zu widersprechen, doch zu meiner Überraschung kam mir Blue zur Hilfe.

„Ach was, Green. Sie wird Recht haben, immerhin ist sie ein Mädchen, die schreien doch schon bei der kleinsten Sache los!“

Ich wollte ihm empört irgendwas an den Kopf werfen, doch als er sich umdrehte brachte mich das schelmische Glitzern davon ab. Er hatte Green davon abgebracht mich auszufragen und hatte dabei auch noch seine Revenge für unser erstes... Na ja, Zusammentreffen konnte man das nicht nennen.

Ich streckte ihm die Zunge raus, lächelte dann aber und er drehte sich wieder nach vorne.

Red kam angehüpft und schmiss dabei fast Vio um, der zur Zeit in eine Karte versunken und damit nicht ansprechbar war.

„Komm, wir machen irgendwas! Mir ist so langweilig!“, meinte er, nicht, ohne mich kurz besorgt anzusehen.

Schnell sah ich mich um. „Kannst du gut klettern?“

Red sah in die gleiche Richtung wie ich und entdeckte die Bäume, die den Anfang eines kleinen Wäldchens markierten. „Hm... Ich weiß nicht ob ich dir da hinterherkomme...“, meinte er schließlich, zuckte dann jedoch mit den Schultern.

„Na gut, solange wir was zu tun haben!“

Wir liefen voraus um noch Zeit zu haben hoch zu klettern, bevor uns die anderen zurückließen. Als wir an den anderen vorbei rannten hörte ich Vio etwas murmeln, das sich verdächtig nach „Kinder...“ anhörte.

Kaum bei den Bäumen angekommen schwang ich mich auf den ersten Ast und half Red, der wirklich ein bisschen Schwierigkeiten damit hatte. Sobald er oben war fiel uns das Klettern leichter, da die Äste keinen allzu großen Abstand von einander hatten. Und als wir hoch genug waren um einen der anderen Bäume durch springen erreichen zu können, wechselte ich den Baum. Red starrte mir mit tellergroßen Augen hinterher.

„D.... Du erwartest jetzt aber nicht, dass ich das auch mache...!“

Ich drehte mich zu ihm um. „Doch? Komm, es ist wirklich nicht schwer! Nur ein kleiner Sprung!“ Er sah mich an als wäre ich verrückt geworden und strich sich die blonden Haare aus den Augen. „Ich... Ich weiß wirklich nicht ob ich das kann...“ – „Doch! Du schaffst das! Du musst einfach nur springen, Red! Ihr habt doch bestimmt schon viel schwierigere Hindernisse überwunden!“ Das schien ihm einzuleuchten, denn er spannte die Muskeln an, schaute kurz noch einmal zu meinem Ast und sprang ab. Allerdings verfehlte er den Ast und krachte gegen meinen Brustkorb. Erschrocken quiekte ich, als ich bemerkte wie meine Füße den Halt verloren und ich ebenfalls abrutschte.

Mit einem lauten „Scheiße!“ brachen wir durch die anderen Äste, die nicht sehr dick waren. Ich erwartete schon, mir am Boden das Genick zu brechen, doch zu meinem Erstaunen landete ich weich, Red direkt neben mir.

Als ich nach unten sah um zu sehen, auf was wir gelandet waren, funkelten mir wütend zwei blaue Augen entgegen. Ich brauchte einen Moment um zu erkennen, dass ich auf Blues Brustkorb saß, der nach Luft rang und uns gleichzeitig so aufgebracht anstarrte, als würde er uns gleich an die Gurgel gehen wollen.

„Upps...“


Nachwort zu diesem Kapitel:
So. Das wäre das erste Kapitel. Das nächste kommt nächsten Montag. Ich lass mir Zeit und versuche die Kapitel immer mindestens 2000 Wörter lang zu machen.
Deshalb wird es immer nur ein Kapitel pro Woche geben.
Link taucht im nächsten Kapitel auf^^
Ich würde mich zwar über Rückmeldung freuen, da es mich ja interessiert was ihr von der bisherigen Geschichte haltet, aber es ist nicht zwingend notwendig^^
Es ist schon schön, wenn jemand favorisiert^^
Bis bald
und fröhliche Weihnachten!
LG
ZeldaCat

*euch die unartigen Kekse hinstell und ein Geschenk für jeden Leser da lass*
Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Ja. Das war das zweite Kapitel.
Wer ist wohl „Blau“ und wer beugt sich über sie?
Erfahrt ihr im nächsten Kapitel^^
Ich weiß, es ist nicht Montag, aber da ich die FF gerade gestartet habe, dachte ich, es wäre nett das nächste Kapitel früher hochzuladen.
Gewöhnt euch nicht dran! ;P
LG
ZeldaCat
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Nachwort zu diesem Kapitel:
Tut mir Leid... Das Kapitel ist weder lang noch besonders toll geworden...
Ich hab festgestellt, dass mir das Schreiben in Greens Sicht wirklich sehr viel schwerer fällt, als ich gedacht hätte... Und ich werde wohl nicht so schnell wieder aus seiner schreiben xD
Aber jetzt haben sie sich zusammengefunden und die Kapitel werden wieder spannender. Oder kitschiger xD
Okay, nein. In dieser FF wird wohl so viel Kitsch vorkommen wie ein Apfel laufen kann.
Gar nicht nämlich. (Ja... Blöder Vergleich ^^’)
Oder ich versuche so wenig wie möglich reinzubringen^^
Außer jemand will etwas Kitschiges?
Ich freue mich immer über Wünsche und Vorschläge!
Ich hoffe, dass das Kapitel trotzdem nicht totsterbenslangweilig war und
würde mich über Rückmeldung und Kritik freuen^^
Dann wünsche ich euch noch ein schönes Silvester und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Und zuletzt noch:
Zum Abschied sag ich leise scheiße!
Wir sehen uns nächstes Jahr xD
LG
Explosion
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Nachwort zu diesem Kapitel:
So. Das wars dann wieder. Das nächste Kapitel ist in Arbeit, allerdings weiß ich nicht, wann es fertig ist. Also nicht unbedingt auf nächste Woche oder so hoffen.
Ich hoffe es hat euch gefallen.

Ach noch etwas wichtiges! Bitte sagt mir, wie ihr die Stelle mit dem kleinen Kampf zwischen Blue und Ally fandet! Ich bin, meiner Meinung nach, nicht sehr begabt in so etwas. Und da öfter Kampfszenen kommen werden (mit Schattenlink und Vaatis Untertanen und so...) würde es mich wirklich sehr interessieren, was ich besser machen kann. Also:

BITTE!

sagt mir, was ich besser machen kann!
Bis dahin, alles liebe und schöne Tage bis zum nächsten Kapitel!
LG
Explosion^^
*Pringles dalass*
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Nachwort zu diesem Kapitel:
Jou! Das wars! Das nächste Kapitel ist schon grundlegend geplant und ich hab sogar schon die Überschrift xD
Ich freue mich jedes Mal auf Kommentare und ich danke den Lesern, dass ihr mir auch Kritik entgegen bringt. Ich weiß, dass ich nicht unbedingt immer gut im ausführlich Beschreiben bin... Ich hoffe diesmal ist es besser gewesen? Ich habs zumindest versucht zu verbessern...

Bis zum nächsten Kapitel,
Explosion^^ Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (7)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  shadow-queen
2014-11-19T13:15:19+00:00 19.11.2014 14:15
Hehe... Das Kapitel war echt gut, ich habe so oft gelacht!! Auch wenn ich bei Allys Traum zugegeben auch ein wenig Angst hatte... Aber wie sich die vier um sie sorgen, obwohl Ally erst seit einem Tag oder so bei ihnen ist... Typisch Link eben. *grins*
Red und Ally benehmen sich wirklich wie Kinder, da muss ich Vio zustimmen...! :-))
LG, shadow-queen
Von:  shadow-queen
2014-11-19T12:31:51+00:00 19.11.2014 13:31
Ich fand deinen Kampfstil gut, man merkt richtig, was passiert und ich hab auch ein wenig mitgefiebert, wer denn jetzt gewinnt. Du könntest zwischendurch eine Spannungspause machen, das regt den Leser an, weiterzulesen.
Hoffe, ich konnte dir helfen!
LG, shadow-queen
Von:  shadow-queen
2014-11-19T09:39:39+00:00 19.11.2014 10:39
Also, ich finde, du kannst ganz gut aus Greens Sicht schreiben. Ich habe mit meiner Freundin Tränen gelacht, als Blue einer Tomate glich, weil die anderen ihn ertappt hatten.
Mach weiter so!
LG, shadow-queen
Von:  shadow-queen
2014-11-18T19:29:28+00:00 18.11.2014 20:29
Tolles Kapi! Beeindruckend, wie du das zerstörte Dorf beschreibst. Also, das blaue ist ja wohl ganz klar Blue und ich denke mal, der, der sich über Ally gebeugt hatte, war entweder Green oder Vio. Oder auch Red, wo ich mir das eher nicht vorstellen könnte. Red ist ja eher der kindliche.
Mach weiter so!
LG, shadow-queen
Von:  shadow-queen
2014-11-18T16:42:49+00:00 18.11.2014 17:42
Hui! Das ist ja ein Pechtag, wie er im Buche steht! Arme Ally! Ich hoffe, wenn sie Link trifft, wird es nicht ganz so schlimm...
Du schreibst echt gut und wie du die ganzen Situationen beschreibst; echt fantastisch! Kann es kaum erwarten, weiterzulesen!! Weiter so!
LG, shadow-queen
Von: abgemeldet
2013-10-10T06:44:56+00:00 10.10.2013 08:44
Ich rate mal das es warscheinlich blue wäre xD
Von: abgemeldet
2013-10-06T19:45:55+00:00 06.10.2013 21:45
Ich würde es iwie schön finden wenn sich einer der vier in ally verknallen würde und die dann iwie zusammen kommen, es ist nur meine meinung was den noch fehlt, musste nicht unbedingt machen
Antwort von:  Art-is-an-explosion
07.10.2013 13:27
Ohhh!
Danke, dass du ein Review schreibst!
Ich hatte vollkommen vergessen, dass ich die FF hier auch hochgeladen hatte! xD
Und was deinen Wunsch angeht... Du wirst sehen, du wirst sehen... *grins*


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