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Der Goldfisch

von

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Prolog

Hm… Meerjungfrauen… ob es sie wirklich gibt?

Ich kann nicht von mir behaupten, dass mir der Gedanke an ein Königreich unter dem Meer sehr behagt. Es gibt da nämlich eine kleine Sache die mir stets das Gefühl gibt machtlos zu sein. … Tiefes Blaues Wasser….

Man kann nicht darin stehen…. nicht davonfliegen, weil sich die Federn der Flügeln voll saugen und schwimmen ist auch nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich, irgendwann verlässt einen die Kraft.

Wasser

Umso kurioser ist es, dass ich, als ich einmal bei strömenden Regen durch die Strassen Nakasawas lief, einem zierlichen androgynen Mann begegnete, der meiner Meinung nach nicht alle Tassen im Schrank hatte. Er behauptete ein Wesen aus dem Ozean zu sein.

Auf meine sarkastische Frage, was er dann auf dem Festland wolle, antworte er mit unglaublich klarer fast singender Stimme: „Ich suche jemanden.“
 

Nihhus, so sein Name… ich muss zugeben, dass ihn eine eigenartige Aura umgab. Er hatte lange weißsilbrige Haare und braune Augen, die im Licht orange zu sein schienen. Sein Haut war leicht gebräunt, allerdings sah es nicht so aus als käme es von der Sonne… nahtlos ohne Spuren eines Kleidungsstücks…

Er war wirklich wunderschön, doch so in sich gekehrt. Oft sah er nur hinauf in den Himmel oder auf das Wasser meines Gartenbrunnens.

……nun ja, ich hatte ihn mit nach Hause genommen. Ich konnte ihn wohl kaum so im Regen stehen lassen.
 

Er war nun bereits seit drei Tagen bei mir, doch mehr als sein Namen hatte ich noch nicht herausgefunden. Ich beobachtete ihn vom Wintergarten aus, wie er auf der Steinbank vor dem Brunnen saß. Es war erst Frühling und der Wind war noch recht kühl, also schnappte ich mir meine Jacke und ging nach draußen. Als ich direkt vor ihm stand legte ich das Jackett über seine Schultern.

Er blickte nicht einmal auf.

Bedanken war auch nicht drin…

„Hey wenn du weiter so aufs Wasser starrst wird es auch nicht besser.“

„Es zeigt keinerlei Regung.“

„Huh?! Was meinst du?“

„Das Wasser… es bewegt sich nicht.“

Schulternzuckend betätigte ich den kleinen Schalter unter der Bank und das Wasser schoss aus dem Krug der Steinfigur. Hastig, fast erschrocken stand Nihhus auf und hielt seine Hände unter den feinen Strahl. Als er sich zu mir umdrehte hatte er doch tatsächlich ein Lächeln im Gesicht.

… Hm, ein wundervolles Lächeln, fast wäre ich rot geworden…

Ich nahm ihn an die Hand. Er ließ sich kaum von dem Brunnen wegbewegen.

„Komm ich will dir was zeigen.“

Ich stieg in mein Auto und wartete darauf, dass Nihhus auf dem Beifahrersitz Platz nehmen würde. Doch stattdessen starrte er unverwandt vor sich hin. Also stieg ich noch einmal aus, öffnete die Tür und schob ihn praktisch auf den Sitz. Als der Motor startete, zuckte er zusammen und klammerte sich an meinen Arm.

Gott sei Dank ist das ein Auto mit Automatik.



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