Alles normal
Hanas Sicht:
Es war ein ganz normaler Schultag.
Naja, normal? Was hieß das bei uns schon?
Ich beobachtete die Klassenkameraden von meinem Platz aus.
Erst einmal eins vorweg:
Die Lehrerin, die sowieso ganz schön verpeilt war, war noch nicht da und es war ziemlich wahrscheinlich, dass sie gar nicht erst kommen würde.
Keiner wollte es den anderen Lehrern melden, dass wir gar keine hier hatten, aber naja. Es war Chaos in der Klasse:
"Hey!" hörte ich den größten Streber der Klasse rufen, "Ich werde mal nach unserer Lehrerin sehen!"
"Nein bloß nicht", antwortete meine beste Freundin Luna. Warum wir Freunde waren, wusste ich selber nicht so recht, aber das war ja auch egal.
Sie war flippig und fast nie im Unterricht. Naja und die Intelligenteste war sie auch nicht.
Wie dem auch sei.
Ein anderer Schüler, Sammy hieß er, rannte die ganze Zeit durch die Klasse und ich fand es schon bewundernswert, dass er so viel Kondition hatte.
"Ich sage es aber trotzdem den Lehrern", kam es von dem Streber Billiardo und er ging arrogant aus dem Raum.
"Ja, petz doch!" rief Luna hinterher und ließ sich auf einen Tisch irgendwo hinten im Klassenraum fallen.
Auf dem Tisch saß immer jemand, selbst wenn die Lehrer da waren.
Florian hieß er.Sehr oft schrieb er die Hausaufgaben bei Ricardo ab, das war sein bester Kumpel.
"Geh von meinem Tisch runter", beschwerte sich Florian gerade und kickte Luna runter.
Sie ging einfach weiter.
"Sag mal Rick" fragte Florian plötzlich seinen Kumpel.
Ricardo wusste wahrscheinlich schon was Florian wollte, verdrehte die Augen und meinte:
"Ich habe heute nichts zu Essen dabei!"
Florian, der ihn vorhin bittend angegrinst hatte, schmollte jetzt wie ein kleines Kind und heulte Spielerisch:
"Ich habe aber Hunger!"
Ich sah mich weiter in der Klasse um und mein Blick blieb bei der Oberzicke der Klasse stehen.
Sie hieß Melissa und war nicht gerade die freundlichste Person.
Wie dem auch sei.
"Hey Nelly", sagte sie zu einem blonden, irgendwie süßen, Mädchen "Ich habe Durst, bring mir was."
"Bitte" nur "Bitte" sollte sie sagen, aber das brachte Melissa nicht zustande.
Nelly tat trotzdem, was die Zicke befohlen hatte, sagte aber nichts dazu.
Nelly war wie eine "Sklavin" von Melissa und konnte nie sagen, wenn ihr etwas nicht passte.
Auch jetzt sah sie nicht gerade fröhlich aus.
Mein Blick schweifte in der Klasse weiter und ich bemerkte Luna wieder, die wie sooft vom Unterricht, der gar nicht statt fand, abhauen wollte.
"Oh...", kam es von Melissa, "Bist du wieder zu Feige für den Unterricht?"
Wie es Lunas Art war, auf arrogante Aussagen zu reagieren, ging sie zu Melissa hin und meinte mit einer aggressiven Stimme:
"Ach ja?! Ich bin doch nicht zu Feige für den Unterricht. Das bist du vielleicht!"
Das gab überhaupt keinen Sinn.
Kaum hatte ich das gedacht, hatte es Melissa schon gesagt, als könnte sie meine Gedanken lesen.
Schaurig!
Melissa hatte von Nelly gerade das Getränk bekommen und nippte genüßlich am Apfelsaft, während Luna meckerte:
"Na und?? Es muss doch keinen Sinn haben du arrogante Zicke"
Jetz verlor Melissa die Ruhe, drückte den Apfelsaft Nelly in die Hand unf fragte wütend:
"Wie hast du mich genannt?"
"Na Zicke!" antwortete Luna grinsend.
Wie es so üblich war, zickten sich die beiden nicht nur an, sondern sie kloppten sich quasie.
Aber das war ja normal.
Ich seufzte nur und sah weiter durch die Klasse.
Sammy rannte nach wie vor durch die Klasse.
Nelly hielt das Glas Apfelsaft und ich sah, wie sie etwas gegen die Prügelei sagen wollte, es aber nicht schaffte.
Ricardo sah der Prügelei auch zu, naja irgendwie.
Er versuchte Florian davon abzuhalten, die Leute dazu zu bringen, Geld für die Prügelei einzusammeln. Das tat Florian nämlich immer, wenn sich Luna und Melissa prügelten.
Oh man....
Wir waren so eine ruhige Klasse.
Gerade kam Billiardo wieder in die Klasse.
Er hatte aber keinen Lehrer gefunden und berichtete es allen, aber keiner hörte dem Streber zu.
Aber das war normal.
Melissas und Lunas Klopperei war einfach wichtiger für die Schüler.
Naja, für die Meisten. Denn einer, nämlich Sammy, sah nicht zur Prügelei sondern rannte durch den Raum.
Was für ein Wunder!!!
Ja, es verlief alles normal in der Unterrichtsstunde, die eigentlich keine war.
Die verpeilte Lehrerin war nämlich immernoch nicht da.
Tja, es verlief einfach alles so wie immer.
No action, no fun
Sammys Sicht:
Ich rannte durch die Klasse.
Keine Ahnung wieso, aber plötzlich kloppten sich Luna und Melissa.
Die Beiden waren echt nicht auf meiner Linie. Sie hatten zwar action und Spannung im Kampf, aber mal ehrlich, so kämpfte man doch nicht.
Es wurde gezickt, geschriehen und gekeift, sowie an den Haaren gezogen.
Respekt für das alles, aber ein echter Kampf sah einfach anders aus.
Ich rannte weitere Runden durch die Klasse, blieb aber kurz stehen und blickte zur Tafel.
Irgendwas, irgendwas wollte ich draufschreiben,aber was?
Ich überlegte kurz, nahm die Kreide in die Hand und schrieb in großen, klaren Buchstaben mein Motto "No action, no fun" an die Tafel.
Danach sah ich es noch kurz an, nickte stolz und rannte weiter.
Ich hätte den ganzen Tag rennen können.
Mal hier, mal dort, mal an einem ganz anderen Ort.
Das Kloppen, was für mich nur ein rumgehampel war, war jetzt noch langweiliger als vorhin.
Nelly stand die ganze Zeit daneben und schaute zu. Sie wollte bestimmt irgendwas.
Vielleicht wollte sie ja fragen, ob sie mitmachen könnte?! Sie konnte doch einfach auf Melissa oder Luna schlagen, dann wäre das Problem auch erledigt.
Wäre das denn so schwer?
Ich rannte weiter und blieb bei meinen zwei besten Kumpels stehen.
Naja, ich wollte mir eigentlich nur kurz etwas zu trinken schnappen,aber egal. Jetzt blieb ich da etwas.
Die Aktion, die mein Kumpel Florian machte, fand ich irgendwie cool.
Er wollte Geld für das Durcheinander bei Luna und Melissa einsammeln.
Ich zückte schnell mal meinen Geldkontainer, also meinen etwas zu groß geratenden Geldbeutel, aus der Tasche und gab ihn einen Euro.
Dann sah ich wieder dem Gekloppe zu.
Nach einiger Zeit des Zusehens beim Kloppen hörten die beiden Mädchen auf.
Boah ey, wie langweilig.
Ich rannte wieder durch die Klasse.
Tja, ich konnte den ganzen Tag rennen.
Ich war sowieso "Sammy der Extremsportler". Es gab nichts besseres als die Extreme, die Action, den Nervenkitzel und den Adrenalinkick.
Aber ich kannte einen, der im Sport ´ne Niete war, nämlich mein zweiter Kumpel Rick.
In allen Fächern, wirklich in allen war er gut, aber wenn es um Sport ging... naja, davon sollte man besser nicht reden.
Ich sage nur eins: Obertollpatsch.
Tja, aber nicht jeder ist so perfekt im Sport wie ich.
Sag mal, bin ich ein Angeber?
Ich rannte nach wie vor in der Klasse umher.
"Sammy!" rief jemand.
Ich hörte es aber zunächst nicht.
Naja, gehört hatte ich es schon, aber nicht darauf reagiert.
"Sammy, komm mal her!" kam es wieder und dieses Mal rannte ich dorthin woher die Stimme kam und blieb schlagartig vor der Person stehen.
Gerufen hatte mich Florian.
Er war jedoch jetzt etwas erschrocken, da ich so plötzlich stehen blieb.
Tja, extrem eben!!
Jetzt grinste er aber:
"Sie mal, wie viel Geld ich eingesammelt habe!!"
Er zeigte mir die Münzen. Ich zählte sie kurz und sagte:
"Boah ey cool, 2 Euro!"
Ein Mensch der vielen Worte war ich nicht, aber hin und wieder sagte ich schon etwas, wenn ich Zeit hatte (also nicht am Rennen war) oder Lust hatte.
Rick war auch in der Nähe, was ja klar war, schließlich waren wir drei Kumpels. Er sah aber nur nach oben und schüttelte leicht den Kopf.
Was das bedeutete wusste ich nicht und Flori wahrscheinlich auch nicht, denn er grinste Rick nur an und fragte:
"Was denn?"
Naja, egal.
Ich sagte nichts mehr und ging meiner Lieblingsbeschäftigung nach, nämlich rennen.
Aber dieses Mal war auch hüpfen dabei, denn ich rannte über die Tische und hüpfte hin und wieder auch von dem einen zu dem anderen.
"Hey!" meinte Oberstreber Billy plötzlich, "Hör auf, auf meinen super, tollen, perfekten Hausaufgaben rumzulaufen."
Na gut.
Ich hörte auf, auf seinen Hausaufgaben "rumzulaufen".
Jetzt sprang ich nämlich auf die Hefte und versuchte mit ausgestreckten Armen die Decke zu berühren.
"Hey!" sagte Billy laut "Weißt du was, das petze ich!" Und er ging aus der Klasse.
Ich rannte wieder im Raum von hier und dort, an einen anderen Ort, aber dieses Mal wieder auf dem Boden.
Im Innersten
Nellys Sicht:
Die Streitereien von Melissa und Luna waren endlich vorbei.
Ich wollte die beiden so gerne aufhalten, so dass sie aufhörten zu Streiten, aber ich schafte es nicht.
Kennt ihr das, wenn ihr etwas wollt, aber nicht könnt und ihr wisst nicht warum das so ist?
Ja, sowas hatte ich, als die beiden stritten.
Wenn ich irgendwas nicht geschafft hatte, war ich immer so traurig und wütend auf mich selber und hatte zu nichts mehr Lust.
Ich nahm die Umwelt nicht mehr wirklich wahr und würde am liebsten alleine sein.
Ich wurde aus meinem immerdunkler werdenden Gedankengang rausgebracht, als Melissa meinte:
"Nelly, gib mir mal meinen Apfelsaft wieder!"
Ich gab ihr den Saft.
Melissa mochte ich irgendwie gerne, aber sie war manchmal so gemein.
Ich sollte immer etwas für sie besorgen, zum Beispiel sollte ich jetzt etwas zu Essen holen.
"Aber dann habe ich doch selber nichts mehr", sagte ich leise und kaum hörbar. Ich glaube, dass Melissa es schon gehört hatte, aber sie sagte nur:
"Los, gib schon her!"
Ich gab ihr schweren Herzens das Käsebrötchen, welches ich dabei hatte.
Melissa sagte niemals "Danke" oder "Bitte" und das ärgerte mich an ihr, aber zeigen und sagen konnte ich es nicht.
Warum? Warum war das nur so?
Die ständigen Streitereien von Melissa und Luna mochte ich nicht, da ich Streit generell nicht leiden konnte, aber es passierte auch jeden Tag.
Ich bekam auch mit wie Melissa abfällig über Luna redete, wie zum Beispiel:
"Luna ist so eine doofe Kuh!" oder Schlimmeres, was ich jetzt unmöglich wiederholen konnte.
Jetzt war es wieder so weit: Ich war wütend, wütend auf mich selber.
Aber ich konnte es nicht zeigen, ich konnte es einfach nicht.
Gerade bemerkte ich, dass ich die ganze Zeit aus den Fenster gestarrt hatte und Melissa gerade meinte:
"Hey Nelly! Hörst du mir überhaupt zu?"
"J-Ja", stotterte ich nur, da ich so plötzlich aus meiner Traumwelt herausgerissen wurde.
Schon wieder!!
"Gut dann pass auf. Wir werden Luna einen Streich spielen", sagte Melissa und grinste fies.
"Einen Streich?" fragte ich knapp.
"Ja du Dummerchen!" sagte Melissa.
Ich sah wie sie mit kalten Augen Luna beobachtete, die gerade bei Hana war.
Hana war schon ein komisches Mädchen.
Sie saß immer, naja fast immer, alleine auf ihren Platz und beobachtete alles um sich herum.
Vielleicht träumte sie ja auch den ganzen Tag.
Wer wusste es schon genau?
Ich bemerkte wie Luna mit ihr redete und Hana abfällig antwortete:
"Halt die Klappe!"
Das größte Rätsel der Klasse war, wie die flippige Luna und die geheimnissvolle Hana Freundinnen geworden sind.
Ich sah zu Melissa hinüber und sie grinste mich an.
"Was ist denn?" fragte ich sie verwirrt.
"Ich habe einen Plan!" sagte sie fies. "und da wirst du auch mitspielen!"
"I-Ich, aber..." stotterte ich, aber konnte es nicht zuende sagen.
"Aber, aber! Du musst keine Angst haben!" unterbrach Melissa mich, "Ich brauche dich nur als kleine Ablenkung."
Ich war dagegen, aber wie es so meine Art war, konnte ich es nicht sagen.
Das nervte so gewaltig.
"Wie, Ablenkung?" fragte ich leise.
"Ja, eine Ablenkung! Warte ich erzähle dir den Plan", sagte Melissa.
Neugierig war ich, dass konnte man sagen, aber ich war auch dagegen.
Melissa kam näher zu mir heran und flüsterte:
"Du sorgst dafür, dass Luna von ihrem Platz runtergeht und ich werde ihren Sitz mit Kleber bekleben."
Was für ein kindischer Plan!!
"Na.... gut", stotterte ich, aber ich wollte eigentlich sagen:
"Da mache ich nicht mit."
Melissa schickte mich nun los und ich ging langsam zu Luna und Hana.
"Was willst du denn?" fragte mich Luna und Hana sah mich nur an.
"Ähm... also... könntet ihr mal mitkommen?", stotterte ich.
Mir war richtig mulmig zumute.
"Na gut", sagte Luna und die Beiden folgten mir bis vor die Tafel.
Ich hatte keine Ahnung, was genau ich machen sollte.
Im Hintergrund sah ich Melissa, die zu Lunas Platz ging und ihren Kleber rausholte.
Ich fand den Plan immernoch kindisch.
"Entschuldigung Melissa", dachte ich und sagte leise: "Ich glaube, dass bei eurem Platz etwas nicht in Ordnung ist!"
Die Beiden sahen zu Melissa und wieder gab es Streit zwischen Melissa und Luna.
Hana beobachtete mich, das merkte ich, aber ich wand den Blick ab.
Es gab Streit und das nur wegen mir.
Ich war sowieso schon schlecht gelaunt, aber jetzt so richtig.
Plötzlich sagte Hana aber:
"Ich finde es mutig, dass du uns auf eine falsche Tat von Melissa aufmerksam gemacht hast"
Sie lächelte mich an.
Was? Sie hatte gelächelt?
Okay...?
Ricks Sicht:
Man hatte bestimmt schon gemerkt, dass es ganz schön chaotisch in der Klasse war.
Ich mochte das Chaos, aber er war irgendwie verwirrend.
Naja, da konnte man wohl nichts machen.
Besonders schlimm waren aber die beiden Mädchen Luna und Melissa.
Sie stritten sich immer, aber es kam nie vor, dass sie zweimal an dem selben Tag stritten, so wie jetzt.
Ich beobachtete aber hauptsächlich Sammy und Florian, die sich wegen 2 Euro aufregten. Sie freuten sich bis zum geht nicht mehr.
"Ähm... hallo..." sagte ich zu ihnen. "Es sind doch nur 2 Euro!"
Die Beiden hörten mich gar nicht und ich seufzte nur.
Ich habe da mal eine Frage: War ich eigentlich nur von Chaoten umgeben?
Lässig saß ich auf meinem Stuhl, hatte die Hände hinter den Kopf und sah richtung Decke.
Florian saß neben mir und wie sooft auch auf seinen Tisch. Ja, er hatte einen ganzen Doppeltisch für sich alleine.
Sammy hatte sich wieder aufgemacht und rannte in der Klasse herum.
Plötzlich grinste mich Florian an und bevor er etwas sagen konnte, meinte ich:
"Ich habe immernoch nichts zu Essen für dich."
"Nein, ich wollte doch nichts zu Essen!" sagte er grinsend.
"Du darfst auch nicht die Hausaufgaben abschreiben", sagte ich dann lässig.
Ich hatte ihn erwischt. Florian hörte auf zu grinsen und schmollte.
Oh man.
Ich seufzte wieder.
Was nun passierte war fast nicht zu glauben:
Die Lehrerin kam in die Klasse und das noch fünf Minuten vor Pausenbeginn.
Naja, das war ja schon mal etwas.
"Guten Morgen, liebe Schüler", sagte Frau Sakura.
Sie war immer ganz schön verpeilt und sie wusste bestimmt selber nicht, was sie vor der Klasse machen sollte.
Übrigens: Keiner hatte ihre Begrüßung gehört. Außer ich, vielleicht auch Hana und... mhh...
Sammy rannte nach wie vor in der Klasse herum.
Die beiden Mädchen stritten sich.
Der Oberstreber... ups, das sollte ich nicht sagen, da ich ja auch gut in der Schule war.
Na gut, dann sage ich es so: Billiardo war gerade am Petzen bei der Lehrerin, die irgendwie gar nicht zuhörte...
Florian saß neben mir auf dem Tisch und....
"Sag mal, was machst du da eigentlich?" fragte ich ihn.
"Ich meditiere", antwortete er.
"Okay?" meinte ich nur.
Ganz schön verwirrend war das schon.
Florian grinste mich an.
Mal sehen wie lange er es aushalten wird, still sitzen zu bleiben.
Ich fing an zu zählen:
1..2...
"Wie schaffst du das, die ganze Zeit so still zu bleiben?" fragte er plötzlich und er zappelte etwas mit den Füßen.
Wow, Florian hatte es dieses Mal länger ausgehalten, als das letzte Mal
- Letztes Mal: 1 Sekunde; dieses Mal: 2 Sekunden -
Ich lächelte leicht.
Nach wie vor saß ich lässig auf meinem Stuhl, der übrigends etwas wackelig war und schaute nach draußen.
Die Sonne schien und es war schön windig draußen. So musste ein Frühling sein.
Ich schloss die Augen, kippelte leicht und genoß diesen Moment einfach.
Allerdings hielt der Moment der Ruhe nicht lange an.
Einerseits, da ich fast nach hinten plumpste und mich gerade noch halten konnte, andererseits...
"Hey Luna, geh von meinen Tisch runter!" beschwerte sich Florian über Luna.
Ich öffnete ein Auge und beobachtete die Beiden.
Irgendwie waren sie schon komisch zueinander. So verhasst, aber wiederum auch nicht.
"Wo steht denn, das es deiner ist?" fragte Luna und grinste Flo an.
"Hier!" sagte Florian und zeigte auf eine Stelle auf dem Tisch.
Tatsächlich!! Dort stand wirklich sein Name.
OKAY???
Luna ging wütend wieder weg.
"Ja, geh doch weg, du Mädchen mit dem doofen Namen", sagte Florian noch hinterher und grinste.
Ich schloss die Augen wieder und konnte mir schon denken was passieren würde.
Es war nämlich immer so:
Luna würde sich irgendwas schnappen und damit auf Florian hauen. Er allerdings verkriecht sich dann immer unter dem Tisch.
"Du feige Sau!" mekerte Luna gerade.
Ich wusste es.
"Mmmh...", machte ich in dem Moment.
"Was ist denn?" wollte Florian wissen, der immernoch unter dem Tisch war.
Luna war übrigens schon weg.
"Ich frage mich" fing ich an und öffnete wieder die Augen, "ob es immer so weitergehen wird und wir niemals etwas lernen? Ich meinte, wir wollen doch nicht dumm aus der Schule gehen oder?"
"Ja stimmt, aber so ist es viel lustiger", meinte Florian nur und setze sich wieder auf dem Tisch.
Es läutete zur Pause und wie es so üblich war, hatten wir keinerlei Unterricht gemacht.
Mir fiel gerade ein, dass ich noch etwas zum Mülleimer bringen bringen wollte, aber ich wartete erst einmal darauf, dass die Meisten in der Pause waren.
Dann ging ich zum Mülleimer.
Aber beim Rückweg zu meinem Platz stolperte ich über eine Schultasche.
War klar dass mir irgendwann mal so etwas passieren würde...
Die, die noch da waren, kicherten etwas und um ehrlich zu sein, war es mir auch peinlich, obwohl ich daran gewöhnt war, aber das sah man mir wirklich nicht an, hoffte ich zumindest.
In die Pause ging ich aber nicht, weil es hier in der Klasse sicherer war...
Sagen wir es mal so: In der Klasse war man vor weiblichen Fans sicher...
Hihi... jetzt bin ich dran
Melissas Sicht:
"Das ist ja schön, jetzt bin ich dran mit dem Erzählen.
Ich, die sowieso die Prinzessin der Klasse bin, ich die sowieso die Schlauste bin und ich die..."
"Ähm... Melissa", sagte Nelly plötzlich zu mir . "mit wem redest du da eigentlich?"
"Was? Ähm... Also...", ich war ganz schön verwirrt und freute mich, dass ich jetzt endlich erzählen durfte.
YUHUU...
Also, wo waren wir?
"Genau, ich die, die viel besser als Luna ist.
LUNA!!
Ein Gefühl von Hass kam in mir auf. Ein Gefühl von Verat, von Trug und von Doofheit...
Hä... Doofheit?
Ach Egal!"
"Melissa... Du redest schon wieder mit dir selber", meinte Nelly schüchtern.
"Sag mal Nelly",sagte ich. "Hol mir mal mein Brot aus meiner Tasche!"
"Aber...", fing Nelly an.
"Kein aber..." unterbrach ich sie und zeigte den Zeigefinger hoch.
Nelly war schon cool, solange sie machte was ich wollte.
Hehe... aber man soll das Leben doch genießen, solange man eine "Sklavin" hat.
Da fiel mir gerade etwas ein:
Ich hatte ja doch etwas zu Essen dabei und musste das ekelhafte Käsebrötchen von Nelly nicht nehmen.
Mmmhhhh.... was solls.
"Weißt du was?" fragte ich Nelly, "Ich fand das so gemein, dass du mich veraten hast!"
Nelly sagte nichts.
Die Lehrerin kam in die Klasse, aber das war mir egal.
Ich war sauer auf Nelly, da sie mich verraten hatte.
"Hier ist dein Brot!" sagte sie Leise und leicht schlecht gelaunt.
Ich nahm mir das Brot und sagte nicht "Danke", warum auch? Und aß es genüsslich.
"Die Lehrerin war eh zu doof, um irgendwas zu peilen und jetzt redete auch noch der Oberstreber mit der.
Naja, da haben sich ja zwei verpeilte Leute gefunden...
Hehe"
"Könntest du bitte aufhören, mit dir selber zu reden?" fragte mich Nelly leise.
"Aber ich rede doch garnicht..." rief ich aus, sagte dann aber leise:
"Ruhig bleiben, Melissa, du musst ruhig bleiben."
Ich sah zu Luna rüber.
"Hatte sie nichts anderes zu tun, als die Jungs, also Rick und Florian, zu Nerven?
Der Dritte im Bunde war die nervige, nicht gesprächige Sportstkanone Sammy oder Samuel.
Die Leute sollte man doch immer mit den ganzen Namen ansprechen.
Ich hatte mein Brot aufgegessen.
Mir fiel aber im Moment etwas ein:
Hatte ich nicht vorhin Rick und nicht Ricardo gedacht?
...
Naja egal."
Ich merkte, dass Nelly wieder etwas sagen wollte, denn sie hatte schon den Mund geöffnet.
"Nein, ich rede nicht mit mir selber", rechtfertigte ich mich und Nelly schloß den Mund wieder.
"Klar redest du mit dir selber", sagte Luna plötzlich.
"Komm nie wieder von hinten angeschlichen", sagte ich giftig.
"Pfft... interessiert mich doch nicht, was du sagst!" sagte sie herausfordernd.
Luna wollte wohl unbedingt prügel haben!!
Es klingelte zur Pause und die hohle Nuss war schnell weg, also draußen meinte ich...
Oder wo auch immer sie sich rumtreiben würde.
Warum dachte ich überhaupt über so einen Mist nach?
Ich wurde aus meinen Gedankengang gerissen, als plötzlich alle kicherten.
"Was ist denn passiert?" fragte ich Nelly.
"Rick wäre fast hingefallen", sagte sie und kicherte, versuchte es aber irgendwie zu verstecken.
"Sag mal, gehst du nach draußen?" fragte ich.
"Ähm... ich weiß nicht", gab Nelly zurück.
"Ich auch nicht!" sagte ich und wir Beidem blieben in der Klasse.
"Zum Glück war die Sportskanone weg, dann surrt nicht die ganze Zeit eine Fliege umher"
"Stimmt du hast recht", sagte Nelly plötzlich.
"Hä?" fragte ich einfach.
"Sammy ist zwar... ähm... cool, aber auch nervig... finde ich", sagte Nelly.
"Kannst du meine Gedanken lesen?" fragte ich.
"Nein aber du redest die ganze Zeit mit dir selber", sagte Nelly leise.
So, jetzt habe ich, die beste Person im ganzen Land erzählt und wollt ihr noch mehr vom Superstar hören?
"Hach, ich bin doch die Beste!!"
"Könnest du bitte aufhören so anzugeben?", fragte Nelly leise.
Pause
Lunas Sicht:
Ja, das konnte man so sagen. Wir hatten Pause. Jetzt!!
Der Unterricht eben war total langweilig und öde.
Um ehrlich zu sein hatten wir ja nicht mal Untericht. Ich ging nach draußen auf den Schulhof.
Melissa ging mir so gewaltig auf die Nerven, denn sie... ich wusste selber nicht wieso, aber... genau, sie ging mir auf die Nerven, da sie mit sich selber sprach und so arrogant war.
Gerade war ich bei meiner besten Freundin Hana.
Sie war immer so ruhig und hatte selten etwas dagegen, wenn ich sie volllaberte.
So wie auch jetzt.
"Sag mal Hana", fing ich an, "Was haben wir eigentlich in der nächsten Stunde?" Aber ich wartete nicht auf ihre Antwort.
"Um ehrlich zu sein ist es mir sowieso egal, was wir als nächstes haben", sagte ich und Hana wollte irgendwas erwiedern.
Sie verdrehte die Augen.
"Naja, ...egal, ich werde gleich sowieso wieder abhauen... vielleicht!!"
Auf dem Schulhof war so ein Tumult, wie in der Klasse.
Ich sah, dass Sammy durch die Gegend rannte und wer war noch draußen?
Ich sah mich weiter um.
"Es sind aber viele Leute aus unserer Klasse in der Pause", bemerkte ich und Hana hörte geduldig zu.
Aber warum ballte sie ihre Hände zu Fäusten?
Ich zählte auf, wer alles draußen war: "Bei den meisten ist es mir egal, aber zum Glück ist Melissa nicht draußen!"
"Ähm... Luna", sagte Hana plötzlich "Halt die Klappe!!"
Ich fand es schön, wie Hana immer so direkt sagte, was sie wollte.
Nicht so wie ich, ich war eine ziemliche Labertasche, aber nicht so wie Melissa.
Diese Oberzicke!!
Plötzlich sah ich ein Haufen Mädchen aus der Nachbarklasse.
Sie waren immer ganz schön verwirrend und suchten auch jedes Mal nach jemanden, der wegen ihnen immer in der Klasse blieb. Dass müssten die Mädchen eigentlich wissen, aber sie fragten trotzdem jeden:
"Wo ist unser Ricky geblieben?"
Ganz schön hohl!!... und peinlich.
Wenn man doch verknallt ist, muss man doch nkicht so offensichtlich zeigen.
Also Echt.
Die Mädchen strömten ins Gebäude, nachdem sie jemanden aus unserer Klasse gefragt hatten, wo "ihr Ricky" war.
Ich grinste.
Das musste ich mir ansehen.
"Komm wir gehen rein!" sagte ich zu Hana und sie zuckte nur mit den Schultern.
Ich zog sie einfach mit.
Wir Beiden kamen in der Klasse an und wir sahen die Truppe von Mädchen wieder, die sich um Rick versammelt hatte.
Rick sah nicht gerade begeistert aus und blieb aber trotzdem so lässig, wie immer.
Er war schon komisch.
"Wir lieben dich Ricky", kam es von einem Mädchen. "Ich ihn aber am meisten", sagte eine andere.
Die hohlen Nüsse aus der Nachbarklasse fingen an zu Streiten, wer Rick mehr mochte.
"Wie kann man denn so Hirnlos sein?" fragtre ich Hana.
"Keine Ahnung, aber bist du nicht manchmal auch etwas Hirnlos?" fragte sie trocken zurück.
Ich? Hirnlos?
Nie... naja, doch manchmal. Wie das letze mal, da wollte ich mal wieder abhauen.
Es war so:
Ich wollte vom Geschichtsuntericht abhauen, da es voll langweilig war und hatte gedacht, dass es keiner mitbekommen würde, vor allem nicht der Lehrer.
Plötzlich rief ich aber:
"Ich verschwinde jetz!"
Und das nicht gerade leise.
Naja, war jetzt auch egal.
Die Pause war schon zu Ende und ich hatte die ganze Zeit mitten im Raum gestanden. Da fiehl mir plötzlich ein, das fast keiner mehr da war.
Flori und ich waren noch in der Klasse.
Er hatte eben bei dem Tumult der Mädchen auf dem Tisch geschlafen und wurde gerade wach.
"Morgen Luna" sagte er verschlafen, "weißt du zufällig, was wir als nächstes haben?"
"Ist mir egal. Ich haue sowieso ab. Kommst du mit?" antwortete ich nur.
"Hmmh... nö", meinte Flori und setzte sich auf dem Tisch, "Ich glaube, dass wir gleich Sport haben." Plötzlich grinste er, "Dass darf ich auf keinen Fall verpassen!!"
Und er stürmte aus dem Klassenraum.
Ich sah ihm noch kurz hinterher und lächelte, dann raffte ich erst, was Sache war.
Wie war das? Sportuntericht?
...
Plötzlich rief ich aber aus:
"Ach ja, Sportuntericht!!"
Deswegen waren alle weg und Hana hatte mir nichts gesagt.
Naja egal.
Ich hatte zwar kein Sportzeug dabei und Flori hatte ich eben auch mit keinem gesehen, aber wem interessierte das schon.
Jetzt wollte ich nicht mehr abhauen, denn den Sportuntericht durfte ich auf keinen Fall verpassen.
"Überhaupt nicht" eifersüchtig
Billys Sicht:
Der Sportuntericht hatte begonnen und heute war Geräteturnen dran.
Ich legte meine einzigen "Freunde" in meiner Tasche zurück. Tja, ich und meine Bücher, wir waren echt das beste Team.
Ohh... entschuldigt mich, man nennt den Esel ja als Letztes.
Wie dem auch sei.
Gemächlich ging ich in die Sporthalle. Ich war, wie sooft der letzte, der mit dem Umziehen fertig war.
Samuel rannte querbeet durch den Raum.
Melissa Saskia Anna-Lisa, die Süße, zeigte ihr bezaubernes, elegantes Outfit, welches bei ihren wunderschönen, zierlichen Körper hervoragend passte und kommandierte, wie sooft, Nelly herum.
Ich sah sehr lange zu Melissa Saskia Anna-Lisa.
Dann schaute ich mich weiter um.
Zwei saßen auf der Bank, da sie so wie immer, wahrscheinlich ihr Sportzeug "vergessen" hatten.
Kurz gesagt:
Luna und Florian saßen auf der Bank, die Beiden redeten miteinander und Florian aß dabei einige Süßigkeiten, obwohl wir während des Unterichts gar nichts Essen sollten.
Die meisten Schüler aus der Klasse waren aber voll und ganz im Sportuntericht vertieft.
Über Hana konnte ich nicht viel sagen, da es bei ihr etwas... ähm... langweilig war.
In der Nähe war mein Ewiger Erzfeind.
Er war besser in der Schule als ich und der Höhepunkt, der mich richtig, aber so richtig aufregte war, dass er so gut wie nie lernte.
Auch schlimm war, dass er so ein Mädchenschwarm war.
Ja, der Ricardo war so "perfekt".
In dem Moment krachte es aber.
Ich kam aus meinen Komplizierten Gedanken raus und sah dort hin, woher es kam.
Alles Schüler sahen dort hin, auch die beiden "Bankwärmer".
Ich grinste hinterlistig.
Der ach so perfekte Ricardo hatte versucht über den Bock zu springen und war auf die Matraze gefallen, mitsammt dem Bock.
Ha!! Er hatte doch eine Schwachstelle.
Ich ging an Ricardo vorbei und sagte nur abfällig:
"Tja, bist wohl doch nicht so cool, wie du immer tust."
Der Auftritt hatte mir gefallen, aber den anderen nicht, da sie jetzt ganz böse zu mir rübersahen.
Ich beobachtete wie sich alle um Ricardo kümmerten.
"Selbst wenn er mal wieder tollpatschig ist, ist er noch sehr beliebt in der Klasse und wird von jeden versorgt", murmelte ich vor mich hin.
"Bist du vielleicht Eifersüchtig," sagte plötzlich eine Stimme hinter mir.
Erschroken sah ich mich um und hüpfte auch... moment... zwei Schritte nach hinten.
"Was machst du den hier, Hana?" fragte ich nur, "Mir waren dort zu viele Leute", sagte sie knapp "und dann bin ich eben irgendwohin gegangen."
Irgendwie war sie ganz schön gruselig.
"Ich habe dir eben eine Frage gestellt, Billiardo!" sagte sie trocken.
Ich überlegte kurz und dann fiel es mir wieder ein.
"Nein, ich bin doch nicht eifersüchtig, aber ich könnte Ricardo mitsammt der guten Noten und der Mädchen der Nachbarklasse, vielleicht auch, auf den Mond schießen!"
Als ich das sagte, wurde meine Stimme immer Lauter und Hasserfüllter.
"Ja, du bist eifersüchtig", sagte Hana trocken und ging woanders hin.
Ich blieb einfach dort stehen, regte mich kein Stück und hatte nur den Satz von Hana im Kopf, den sie eben gesagt hatte.
Eifersüchtig?...Ich?... auf Ricardo?
Klar, von wegen!!
Ich wurde wieder in die Realität gebracht, als mich Samuel plötzlich antippte und laut rief:
"Hey, Kumpels. Wir haben hier ne Statue stehen!"
Ich war doch keine Statue, aber stimmt schon, ich hatte mich den letzten... ähm... 2 Minuten nicht mehr bewegt.
Samuel rannte wieder weg.
Hatte er nichts anderes zu tun?
Die Sportstunde verging sonnst ohne größere Zwischenfälle, zwar passierte... mal nachzählen.. 15 Mal ein Missgeschik bei Ricardo und ich bekam wieder, meine inneren Wutausbrüche, als sich alle um ihn sorgten, aber ich konnte schnell wieder zu meinen Büchern.
Ich meine: Die Sportstunde ging schnell vorbei.
So, ich hoffe, dass ich es so erzählt habe, dass auch die, die nicht so viel intelligenz haben wie ich, es verstanden haben.
Die Reaktion Anderer
Florians Sicht:
Ich war der festen Überzeugung, dass der Sportuntericht mit Abstand der Lustigste war.
Da es immer etwas zu sehen gab.
Nachdem ich an das gedacht hatte, was bei Rick passiert war, musste ich grinsen.
Im Moment hatten wir Pause und ich saß, wie immer eigentlich, auf dem Tisch.
"Der Sportuntericht ist doch immer das Beste oder nicht?", grinste ich Rick an, der lässig auf seinen etwas wackeligen Stuhl saß.
Er antwortete nicht, sondern sah nur kurz mit einem ernsten und bösen Blick zu mir rüber.
Ich war gewaltig gut gelaunt und das zeigte ich auch gerne:
Zunächst saß ich auf meinem Tisch, dann lag ich und kurz darauf war der tisch mein Stehplatz. Als Letztes ging es wieder von vorne los.
Alles in allem machte ich das Ganze ca. fünfmal hintereinander, bevor mich Rick lässig fragte:
"Was machst du da eigentlich die ganze Zeit?"
"Ich? ... Also das sind nur meine neuen Turnübungen, aber jetzt habe ich keine Lust mehr...", ich setzte mich auf dem Tisch, "mal überlegen .... was könnte ich als Nächstes machen?"
Ich bemerkte, dass Rick ganz schön genervt war, also machte ich dann erst recht weiter.
Ich grinste Rick an.
" Ich habe nichts zu essen dabei, das habe ich doch schon heute morgen gesagt und Hausausgaben hatten wir keine auf", meinte er.
Tja, Rick kannte mich zu gut, aber dieses mal hatte er falsch getippt.
Ich grinste weiter.
"Was willst du denn?", fragte er nach einer Weile und wirkte ziemlich genervt.
Ich fragte mich, ob er überhaupt ausrasten konnte?
Genau! Das wollte ich mal ausprobieren.
"Ich... habe dich... nur ... reingelegt", sagte ich langsam," ach ja... und noch was...!"
Dann machte ich eine Pause, die fast bis zum Stundenbeginn anhielt.
"Was denn?", fragte Rick dann plötzlich und wirkte so richtig gereizt, aber er rastete nicht aus.
Schade eigentlich!
Ich grinste, wie die ganze Zeit schon und sagte:
"Der Sportuntericht ist doch immer noch das Beste an der Schule ... und die Pause, die leider fast vorbei ist, aber wenn man so lange wartet, bis man gefragt wird, was los ist, dann ist es doch klar, dass die Pause schnell vorbei ist, ohne das etwas passiert ist!"
Der Satz war ganz schön lang und... verwirrend.
Rick sagte nichts mehr dazu, außer:
"Okey...?"
Ich grinste nur.
Plötzlich musste ich meinen Tisch verteidigen, denn Luna setzte sich da rauf und grinste mich an.
"Hey, geh runter von meinem Tisch!", beschwerte ich mich.
"Nö, wieso denn?", grinste sie nur.
"Wieso? Na, weil das hier meiner ist", rechtfertigte ich mich und sah sie an.
Luna mocht ich gerne, sehr gerne sogar und diese ständigen "Streitereien" machten mir immer so viel Spaß, dass ich gar nicht aushören wollte.
Außerdem war ich dann immer in ihrer Nähe.
Aber genug von dem Firlefanz...
"... für eine kleine Geldgebühr von 50 Cent darfst du auf dem Tisch sitzen", sagte ich zu Luna.
"Du hast doch echt einen Schaden!", meinte Luna laut.
Ich grinste sie nur an.
Stimmt, sie hatte recht, ich hatte wirklich einen kleinen Sprung in der Schüssel.
Rick sah zu uns rüber und schüttelte nur mit dem Kopf.
Irgendwie fand ich es immer lustig, wie er auf manche Sachen reagierte.
Er blieb immer so ruhig, aber wiederum auch nicht, das mochte ich einfach.
Ach ja.... ich wollte ja noch was sagen:
Sammy rannte in der Klasse herum.
"Hast du mir zugehört?", fragte mich Luna plötzlich.
Ich sah sie nur an und war leicht verwirrt, da ich wieder in der Realität war.
"Wahrscheinlich nicht", Luna seufzte,"Ich habe gesagt, dass du.."
"... einen Schaden hast", beendete ich den Satz," Ich weiß, das habe ich gehört."
Sie sah mich nur verwirrt an und ich grinste.
Ich fand es immer süß, wenn sie so gar nichts kapierte, aber manchmal ging das schon ganz schön auf die Nerven.
Die Pause war vorbei und wir hatten nun Biologieuntericht.
Naja, mir war es sowieso egal, was wir hatten. Am Besten war eh das Fach "Pause" oder "Schulfrei".
Luna und ich saßen jetzt Beide auf meinem Tisch. Ich fand es einfach nur schön, also diesen Moment meine ich.
Plötzlich sagte die Lehrerin aber:
"Jetzt euch mal alle auf euren Platz! Ich habe etwas Wichtiges zu verkünden!"
Alle, die es noch nicht waren, setzten sich auf ihren Platz und es war mal ruhig in der Klasse.
Das wunderte mich gewaltig.
Übrigens: Mein Platz war...... der Tisch.
Ich grinste in alle Richtungen.
Das Projekt
Heute waren alle 28 Schüler der Klasse da. Die Meisten hörten jetzt gespannt zu und einige Andere redeten.
Die Lehrerin meinte gerade:
"Schön, dass ihr heute einmal zuhört", sie lächelte,"zumindest die Meisten.Ich habe euch etwas zu verkünden. Wir werden für die nächsten Tage ein Projekt, genauer gesagt einen Vortrag machen."
Fast die ganze Klasse war nicht wirklich begeistert.
Etwas für die Schule tun? Das ging mal gar nicht.
"Bleibt mal alle ruhig.", meinte die Lehrerin freundlich,"ihr werdet genug Zeit haben und ihr müsst es nicht alleine machen."
Jetzt kam wieder bessere Stimmung auf und die meisten Kinder waren schon drum und dran, die Teams zu bilden.
"Ich welchen Fach haben wir denn den Vortrag?", fragte einer plötzlich.
Die Lehrerin versuchte ruhig zu bleiben, als sie sagte:
"Ja, welches Fach haben wir denn gerade?"
"Ähm... keine Ahnung", meinte der eine Junge wieder. Er hieß übrigens Erkan.
"Meine Güte, wie doof. Das weiß ich sogar....", warf Luna dazwischen, aber sie konnte ihren Satz nicht beenden.
"Leider haben wir Biologie.", warf Billiardo ein und richtete seine Brille wieder gerade.
Was war das Schlimmste was er kannte? Naja, Ricardo, aber Biologie kam danach.
"Das habe ich auch gewusst!", meinte Luna wütend,"du hättest nichts dazwischen sagen müssen!"Zu Hana gewandt meinte sie:" Wir Beiden sind doch in einem Team oder?"
"Nein, Luna. Wir werden die Teams losen", meinte plötzlich die Lehrerin.
Bis gerade eben hatten alle durcheinander geredet, aber nun wurde es still.
Was hatte sie gesagt? Losen?!
"Okay, da ihr mir alle so schön zuhört", meinte die Lehrerin, Frau Weisemann,"bitte ich euch, euren Namen auf einen kleinen Zettel zu schreiben und sie mir zu geben. Dann sehen wir weiter."
Gesagt, getan. Jeder Schüler und jede Schülerin schrieb den eigenen Namen auf ein kleines Blatt Papier. Nach einer Weila sammelte Frau Weisemann die Zettelchen ein.
"In Ordnung", sagte sie freundlich zu der Klasse,"ich werde nun zwei von euch ziehen und die sind dann in einem Team. Dann reden wir weiter."
Sie nahm einen Zettel aus einem Korb, mit dem sie rumgegangen war und las:
"Sammy du bist in einem Team ...", sie nahm sich noch einen Zettel,
".... mit Florian."
"Cool", meinte Flori und grinste Sammy an. Er meinte nur:"Jo, Kumpel!"
"Give me five!", meinte Florian und hielt die Hand hoch. Sammy klatschte ein und Rick, der zwischen den Beiden war, musst ausweichen, damit er nicht getroffen wurde.
Währrendessen hatte die Lehrerin schon längst weitergemacht. Es waren schon einige Teams fertig. Viele waren begeistert, einigen Anderen war es recht egal oder nahmen es gelassen und wieder Andere sahen sich gegenseitig böse oder schüchtern an.
Frau Weisemann nahm sich wieder einen Zettel:"Als nächstes sind im Team Hana...."sie nahm sich einen zweiten Zettel,".. und Nelly."
Die beiden Mädchen hatten sich nur gegenseitig angesehen, aber das war auch alles.Viel miteinander reden konnten sie nicht, da sie zu weit auseinander waren.
Und weiter ging es:"Okay, dann Annika...",Ein Mädchen in der ersten Reihe horchte auf und die Lehrerin redete weiter:" ... mit Maike."
Die Beiden waren die besten Freundinnen und alles, wirklich alles zusammen. manchmal sogar auch im Chor reden, als wären sie Zwillinge oder so. Natürlich freuten sie sich riesig.
Melissa, die in der Nähe von den Beiden saß, war eigentlich auch ein bisschen mit ihnen befreundet, aber jetzt sah sie Maike und Annika etwas sauer an.
"Kommen wir zum Nächsten", meinte Frau Weisemann und nahm sich einen Zettel, mal wieder:"Melissa und..."zweiter Zettel,"hoppla, das kann was werden!!"
Den Namen erwähnte sie nicht. Die Lehrerin wusste, dass diese Kombination dem Untergang geweiht war. Sie, als Klassenlehrerin, hatte schon so Einiges gehört. Das Meiste war schlecht ... sehr schlecht sogar.
"Ja, wer denn?", fragte plötzlich jemand ungeduldig.
"... und Luna.", meinte Frau Weisemann nun.
Die beiden Mädchen, also Melissa und Luna, sahen sich an und ihre Minen verfinsterten sich.
"Nein!!", warf Melissa ein,"da mache ich nicht mit! Ich habe etwas besseres verdient, aber nicht so eine doofe Nuss!!"
Sie zeigte auf Luna.
"Wen nennst du hier `doofe Nuss` du Zicke?!", fragte Luna gereizt zurück.
"Ich bin keine Zicke", verteidigte sich Melissa.
"Doch! Das bist du wohl.", bemerkte Luna und grinste überlegen.
"Ruhe jetzt ihr Beiden!!", meinte Frau Weisemann und nahm sich wieder die Zettel vor. Luna und Melissa aber blieben nicht ruhig.
"Nenn mich nie wieder Zicke du hohle Nuss!!"drohte Melissa.
"Was ist, wenn doch, du Zicke?!", fragte Luna herausfordernd.
"Dann", fing Melissa Saskia Anna-Lisa an," kannst du was erleben!"
"Oh, ich habe soooo eine Angst", scherzte Luna grinsend.
Die ganze Klasse sah bei dem Zickenkrieg zu und wussten, dass es gleich bestimmt wieder Kloppe geben würde. Das war doch immer so. Das kannten alle schon.
"Jetzt hört auf!!", sagte die Lehrerin laut und streng. Jetzt war sie gereizt und das sah man ihr auch an. Sie nahm aber trotzdem die restlichen Zettel.
Es waren nur noch vier und sie las vor.
"Erkan..", meinte sie. Ein Junge, der ein ziemlicher Außenseiter war und ein ziemliches, wie die Jugend von heute sagt , "Opfa".
"... und Stefanie.", sagte die Lehrerin.
Stefanie sagte nie, aber auch wirklich nie etwas und sie wirkte immer sehr abwesend. Im Moment sah sie aus dem Fenster.
Zwei Zettel waren noch im Körbchen und wenn man genau aufgepasst hatte und nicht pennte, so wie Florian vor dem Zickenkrieg, wusste man, wer noch übrig war.
Aber Tipps für die, die keine Ahnung hatten: Sie waren beide sehr gut in der Schule, aber nur einer wurde immer als Streber bezeichnet, obwohl man den Anderen auch so nennen könnte.
"Die letzten Beiden...", kündigte Frau Weisemann an,"es sind Ricrado und Billiardo."
"Was ist? Ich habe meinen Namen gehört", sagte Billy und sah von seinem Biobuch auf, welches er sich eben auf den Tisch gestellt hatte. Dann kapierte er erst, was Sache war:" WAS ICH BIN IM TEAM MIT RICARDO?!!", fragte er laut und gereizt," aber das geht nicht. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich kann doch nicht mit so einem cooltuenden Kerl in einem Team sein! Und dann auch noch im Biounterricht. Ich glaube, dass ich gleich die Krise bekomme."
Er atmete sehr schnell und hyperventilierte fast.
"Außerdem verate ich meine "Freunde", die super, tollen, perfekten Bücher."
Rick hörte sich das Geschwafel lässig an.
Er war auch dagegen mit dem Oberstreber in einem Team zu sein, aber was sollte man dagegen machen.
Das Schicksal wollte es so.
"Jetzt, nachdem wir die Teams haben..", sagte Frau Weisemann und sah
sich in der Klasse um,"... könnt ihr euch für die nächsten Biologiestunden ein Tier aussuchen, welches ihr vorstellen wollt."
Einige Teams fanden sich sofort zusammen und unterhielten sich zum Thema oder auch nicht, aber sie redeten miteinander.
Bei Hana und Nelly:
"Hast du vielleicht schon eine Idee?", fragte Hana.
Nelly schüttelte den Kopf: "Nein, leider nicht."
"Mmmmhhh... wie wäre es mit...", überlegte Hana laut.
"Ist es egal, welches Tier wir nehmen?", fragte Nelly schüchtern.
"Ja, ich glaube schon", antwortete Hana, " wieso? Ist dir etwas eingefallen?"
"Ja, wie wäre es mit einem Kaninchen?", schlug Nelly vor und lächelte leicht.
"Wie niedlich", meinte Hanna trocken, aber dann lächelte sie leicht.
Also nahmen die Beiden das Kaninchen.
Bei Sammy und Florian:
"Habe no bock das zu machen", meinte Sammy," muss jetzt rennen!"
"das war ja klar", sagte Florian," ich habe auch keine Lust. Die Stunde ist sowieso gleich vorbei, also müssen wir nichts mehr machen. Ich tue auf jeden Fall nichts mehr. Hast du vielleicht heute Zeit?Dann können wir zusammen vielleicht..."
"Rennen?", fragte Sammy schnell dazwischen.
"Nein. Also ja , das auch. Ich meinte aber , dass wir auf der Wii - Konsole einige Spiele spielen könnten.", meinte Flori und grinste.
"Oh, ja", freute sich Sammy," action auf der Wii. Jo, das ist crazy!"
Die Beiden redete nicht über das eigentliche Thema, sondern alberten jetzt etwas herum. Sie kamen überhaupt nicht weiter.
Bei Luna und Melissa:
Die Beiden sagten zunächst nichts, hatten die Arme beleidigt verschrenkt und hatten sich gegenseitig den Rücken gekehrt.
"Diese doofe Nuss. Das ich mit der in einem Team sein muss ist ja die Höhe!", dachte Melissa laut.
"Denkst du, dass ich erfreut bin, dich als Partnerin zu haben?", fragte Luna.
"Hör auf meine Gedanken zu lesen!!", befahl Melissa.
"Aber das tue ich doch gar nicht. Du denkst nur so laut, das ist alles!!", verteidigte sich Luna.
"Ich denke nicht laut!!", Melissa war jetzt auf jeden Fall sauer.
"Doch, das tust du!", meinte Luna recht lässig.
"Und du!", die Oberzicke dachte kurz nach," du bist ein Feigling und voll dumm!! Immer haust du von der Schule ab, was mir sehr recht ist und manchmal bist du sogar so doof und sagst es auch noch laut!!"
Jetzt hatte Luna ihre kurze, ungewöhnliche, lässige Art verloren. Ein Wunder, dass sie überhaupt so ruhig bleiben konnte.
"Ich bin nicht doof und auch kein Feigling!!", sagte sie wütend.
Die Beiden kamen auch nicht wirklich weiter. Sie zickten sich nur gegenseitig an und waren kurz davor, sich gegenseitig wieder ein rüberzuhauen.
Bei Rick und Billy:
"Na toll", meinte Billiardo," wie kann man nur...? Musste ich unbedingt..?" Er bekam keinen vollständigen Satz zustande. Billy hatte mit sich selber gesprochen, was bei ihm eigentlich seltener vorkam.
"Wie kann ich nur im Team mit Ricardo sein?", fragte er sich wieder,
"träume ich vielleicht? Genau! Das ist alles nur ein Albtraum."
Rick hörte das Ganze mit und dachte sich nur:"Oh man!" Und seufzte.
Er sah Billy etwas gereizt an und schaute sich danach in der Klasse um. Nach einer Weile fragte er:" Welches Tier sollen wir denn nehmen?"
Billiardo hörte auf zu fluchen und sich selber Fragen zu stellen und antwortete:"Keine Ahnug, aber wir brauchen etwas Gutes, denn ich kann mir keine schlechten Noten leisten."
"Wie wäre es mit einem Löwen?", fragte Ricardo lässig.
"Ein Löwe?", wiederholte Billy," das ist cool. Zum Glück hatte ICH diese Idee." Er grinste besserwisserisch.
Rick sagte nichts dazu, aber er dachte sich: " Klar, DU hattest diese Idee. Siiicher!"
Die Biologiestunde giing langsam, aber sicher vobei und die Schülerinnen und Schüler packten ihre Sachen zusammen. Sie warteten nur noch auf die Klingel. Als sie ertönte, war sammy der Erste, der draußen war. Die Anderen stürmten dann aber auch raus und einige, darunter Hana, Rick und Nelly, warteten, bis das Chaos vorbei war. Sie gingen dann auch nach Hause.
Zu Hause(Teil1)
Bei Hana:
Ich war gerade zu Hause angekommen. Sofort sah ich Chaos in allen Zimmern eigentlich.
Ich war etwas verwirrt und dachte, ob hier eine Bombe eingeschlagen hätte.
Es sah wirklich so aus. Zwar war es bei mir normal, aber heute war es ganz schön übertrieben. Überall lag Müll auf dem Boden und man konnte auch denken, als ob hier eine Party stattgefunden hätte. Aber morgens? Naja, im Moment war es Mittag.
Egal.
Ich wusste natürlich sofort, wer das Chaos veranstaltet hatte und suchte die Verdächtige. Es war niemand anderes als meine Schwester Sophie.
Zwar fand ich sie auf dem Sofa im Wohnzimmer und wunderte mich nicht so besonders, dass es auch durcheinander war, aber Sophie war nicht alleine.
"Ha-Hallo Hana", meinte sie nun erschrocken, als sie mich in der Tür stehen sah. Ich hatte die Arme verschrenkt und sah Sophie an, als wollte ich wissen, wie sie sich das alles erklären könnte.
Naja, neugierig war ich schon.
"Guck nicht so Hana", meinte sie nun wieder," ich und einige Freunde haben eine Party gemacht."
Ich hatte schon bemerkt, dass ich störte,aber ich blieb trotzdem im Raum und meinte trocken:"Morgens?"
"Ja", antwortete nun die Person, die noch da war.
Es war ein Junge und wahrscheinlich der Freund meiner Schwester, aber naja egal. Der Junge kam auf mich zu, lag seine Hand auf meinen Kopf und lächelte mich von oben herab an.
"Deine Schwester ist wirklich ganz schön mickrig", meinte er zu Sophie.
Ich sah kalt zu ihm hoch und sagte nichts dazu.
So ein unfreundlicher Kerl.
Zu Sophie gewand meinte ich nun:" Ach ja, heute kommt eine Klassenkameradin vorbei"
Und ich ging.
Das meine Schwester verrückt war, das wusste ich schon, aber jetzt hatte sie sich noch so einen Doofman geangelt.
Das konnte ja was werden.
Aus dem Wohnzimmer hörte ich noch von meiner Schwester:"Na gut, mach es, wie du willst."
Mach es wie du willst, sagte sie nur! Das ärgerte mich etwas. Ich blieb aber ruhig, es brachte ja sowieso nichts, sich aufzuregen.
Irgendwoher kannte ich diesen Typen, aber ich wusste nicht, wo ich ihn gesehen habe.
Ich überlegte.
Er war mal bei einem Fest in der Schule da gewesen und ärgerte Ricardo etwas.
Naja, egal.
Ich ging in mein Zimmer, das auch unordentlich war, was mich wirklich sehr störte.
Wo hatten die überall Party gemacht?
Nach einer kurzen Weile klingelte es an der Haustür und meine Schwester machte auf.
"Hana, hier ist jemand, der zu dir will und es ist mal nicht die Verrückte... wie hieß sie jetzt?", rief Sophie.
Mit der Verrückten meinte sie Luna und da lag Sophie nicht so falsch.
Ich ging zur Tür und begrüßte die Person, die da war.
Es war Nelly, die mich schüchtern anlächelte.
Wir Beiden verschwanden in meinem Zimmer, alleine schon, weil es woanders zu laut war. Sophie machte nämlich das Radio auf volle Lautskärke.
Oh man.
"Wie wollen wir das eigentlich machen mit dem Vortrag?", fragte ich Nelly und musste ziemlich laut reden.
"Ähm.... ich weiß nicht...", sagte sie schüchtern,"... vielleicht sollten wir in Büchern nachgucken."
Ich war etwas skeptisch. Bei dem Lärm noch in irgendeinem Buch gucken und sich dann konzentrieren können? Naja, der Streber Billiardo konnte das, aber er machte ja auch nichts anderes, außer übertrieben viel lernen.
"Sollen wir vielleicht zu dir rübergehen?", fragte ich Nelly, "hier ist es mir etwas zu laut."
"Ähm... na gut", meinte Nelly leise und wir gingen zu ihr rüber.
Meiner Schwester sagte ich nichts, sie würde mir sowieso nicht zuhören. Ich sah kurz ins Wohnzimmer und ignorierte einfach, was da ablief.
Das musste echt keiner wissen.
Bei Rick:
Als ich zu Hause war, war es ungewohnt still. Das verwirrte mich etwas. Sonst war immer irgendwo Musik an, aber heute nichts. Niemand war zu sehen, noch nicht mal irgendein Angestellter.
Naja, sollte mir nur recht sein.
Plötzlich kam aber ein Kindermädchen vorbeigerannt und murmelte irgendwas vor sich hin. Ich wurde von ihr einfach ignoriert.
Tolles Kindermädchen.
Egal.
Ich ging in dem großen Haus etwas spazieren.
Nach einer Weile fand ich meine Eltern, die ganz schön genervt wirkten, im Wohnzimmer. Eigentlich sahen sie eher sauer aus.
Es hatte bestimmt wieder irgendwas mit meinem Bruder zu tun. Er hatte sicher wieder irgendwas Verbotenes gemacht. Ich seufzte nur und das nicht gerade leise.
Meine Eltern bemerkten mich und fragten sofort, ob ich Rakan gesehen habe und noch viele andere Fragen.
Es war wie ein Verhör.
Ich schüttelte nur den Kopf und sagte nichts dazu. Jetzt hatte ich keine Lust über meinen Bruder zu reden. Schließlich war es sowieso schon normal, dass er weg war.
Währrend meine Eltern weiter fragten, schweifte ich im Gedanken ab. Ich hatte sowieso keine Lust zuzuhören.
Ich dachte über meinen Bruder nach.
Rakan war schon verrückt. Er war nie zu Hause, außer zum Essen und keiner hatte irgendeine Ahnung, wo er war und außerdem war er sowieso schon alt genug, um selber zu entscheiden, wann er wo sein kann. Das sagt Rakan zumindest immer. Mir erzählte er manchmal irgendwas, aber egal. Hatte er nicht letztes gesagt, dass er heute zu seiner Freundin wollte um eine Party zu machen und das noch am frühen morgen?
"Doch ich weiß wo er ist", meinte ich dann und meine Eltern wurden schlagartig still. Sie sahen mich erwartungsvoll an und das fand ich irgendwie gruselig.
"Wo?", fragten sie gleichzeitig,"WO?!"
Ich ging einige Schritte zurück, als sie das zweite "wo?" riefen.
Sie waren wirklich gruselig.
Merkt man, dass es nicht meine richtigen Eltern waren?
"Ich glaube bei seiner Freundin, aber wo sie wohnt habe ich keine Ahnung.", meinte ich ruhig und wollte gehen.
Die Beiden waren mir wirklich etwas zu schaurig.
"Rakan hat eine Freundin?", fragte meine Mutter noch und bei der Frage, die mein Vater jetzt stellte, klatschte ich mit der Hand gegen die Stirn:"Und wo wohnt sie?"
"Habe ich nicht eben gesagt, dass ich keine Ahnung habe?", fragte ich ruhig, dennoch etwas genervt.
Jetzt ging ich aber wirklich in mein Zimmer, legte mich gerade lässig auf mein Bett und konnte sofort wieder aufstehen, da ich Besuch bekommen hatte.
Na toll.
Ein Angestellter kam in mein Zimmer und berichtete, dass ein gewisser Billiardo da war.
Eins war schon mal klar: Der Tag war gelaufen.
Sofort kam Billy mit einem Stapel Bücher in mein Zimmer und ließ sie auf den Boden fallen.
"Mir gefällt es zwar nicht, mit dir zu arbeiten", meinte er," aber ICH WILL GUTE NOTEN HABEN!!!!!"
Das er immer so schreien musste.
Ich sagte allerdings nichts dazu und ließ Billiardo einfach reden. Zuhören konnte ich sowieso ziemlich gut. Hatte ich schon trainiert.
"Okay! ICH fange dann mal an", meinte er.
Ja, mach das.
Er klappte ein Buch auf, was allerdings eher für Physik und nicht für Biologie gedacht war.
Wie doof.
"Also, ICH lese dann mal vor", sagte er stolz,"alles, was man hochwirft kommt auch wieder runter."
Ja, ach ne.
Ich sagte immernoch nichts, lächelte jedoch leicht über die Doofheit von Billiardo.
"Warte mal, es ist das falsche Buch", gab er zu.
Das merkte er aber früh.
Er nahm sich ein neues Buch und dieses Mal war es wirklich Biologie.
"JETZT HABE ICH ES", schrie er erfreut aus und las vor, was da stand:
"Ein Löwe kommt aus AFRIKA und frisst Fleisch. Bei ihnen gehen die Löwinnen...das sind die Weibchen... jagen und versorgen die Jungen. Allerdings darf der Löwe immer als Erstes etwas von dem Gejagten fressen, dann die Jungen und als letztes erst die Löwinnen."
Ich fragte mich, ob wirklich im Buch stand, das Löwinnen Weibchen waren. Ich meine, dass das doch eigentlich klar war, oder?
"So, mehr steht da nicht", meinte Billy, "naja, das mit dem, das Löwinnen Weibchen sind, habe ich extra für Dumme gesagt."
Er rückte seine Brille wieder gerade und grinste besserwisserisch.
Sollte das ein Scherz sein? Der Einzige, der hier dumm ist, ist er doch selber. Schließlich hatte er zuerst das falsche Buch genommen.
Ich sagte aber nichts. Warum auch?
Bei Melissa:
Laute nervige Musik hörte ich sofort, als ich zu Hause war. Es kam von meiner ebenso nervigen Nachbarin.
Schlimm, wenn man als Prinzessin neben Straßenköter wohnen musste.
"Mach die Musik doch mal leise", rief ich der Nachbarin aus meinem geöffneten Fenster aus zu. Zum Glück hatte die doofe Kuh auf der anderen Seite auch das Fenster auf.
"Hey... ich rede mit dir du hohle Nuss", rief ich nun wieder.
Die Peron, dessen Name ich nicht erwähnen möchte, rief zu mir rüber:" Wen nennst du hier hohle Nuss du Zicke?!"
"Na dich!", schrie ich zu Luna rüber.
Jetzt hatte ich den Namen doch gesagt.
Ja, meine Nachbarin war sie.
Das war echt zum Heulen.
Sie sagte allerdings jetzt nichts mehr und sang nur noch zur Musik.
"Leider kann sie gut singen"
Ich ging zu meiner Mutter und beschwerte mich bei ihr, dass es zu laut war.
"Aber Schätzchen", meinte sie nur zu mir," Was sollen wir schon dagegen machen?"
"Kann man echt so doof sein?"
"Vielleicht schaltest du den Strom bei ihnen ab oder du beschwerst dich oder was weiß ich , aber MACH IRGENDWAS!!!", befahl ich ihr.
"Ja, na gut mein Schatz", sagte meine Mutter so doof lächelnd und ging weg.
"Die macht doch sowieso nichts."
"Nelly, komm mal... ach ja, sie ist ja gar nicht da", fiel mir gerade ein.
"Aber wo ist meine Sklavin eigentlich?"
Von Nebenan hörte ich immer noch laute Musik, doch plötzlich verstummte sie. "Meine Mutter hat wohl doch etwas getan"
"Hey, wer hat die Musik ausgemacht!!", beschwerte sich Luna gerade und sah sofort zu mir rüber. Sie sah ganz schön sauer aus.
"Na und?"
"DU warst es!!!!", rief sie zu mir rüber.
"Wie gesagt: NA UND?!"
"WAS HEIßT HIER: NA UND?!", rief Luna rüber.
"SEID WANN KANNST DU GEDANKEN LESEN?", fragte ich zurück.
"DU REDEST MIT DIR SELBER, DU DUMME KUH"
"HEY, DAS IST MEINE BELEIDIGUNG FÜR DICH. DU BIST HIER DIE DUMME KUH!"
"UND DU BIST EINE ZICKE!!!"
"WAS?!WEN NENNST DU HIER ZICKE?!"
"NA DICH!!!!"
"JETZT REICHT ES, DU KANNST FROH SEIN, DASS DU DA HINTEN BIST"
"Luna ignoriert die Queen einfach"
Bestimmt hörte die ganze Nachbarschaft zu, aber das war mir sowas von egal. "Ich lasse mir von so einer doofe Kuh doch nichts gefallen"
Wütend warf ich etwas zu ihr rüber, in der Hoffnung, dass ich sie treffen würde. Leider wich Luna aber aus.
"DU TRIFFT SOWIESO NICHT!!!", rief sie rüber.
"DAS WERDEN WIR DOCH MAL SEHEN" Und ich war noch etwas rüber. Es war sowieso nichts, was ich gebrauchen könnte. Nur einige Schulhefte und Bücher, sowie auch meinen alten Fernseher und PC.
"DANKE FÜR DIE GANZEN SACHEN", sagte Luna grinsend.
"WAS IST DENN DARAN SO BESONDERS, DU DOOFE KUH"
" NENN MICH NICHT MEHR ´DOOFE KUH` FÄLLT DIR DENN NICHTS BESSERES EIN?"
"DU LEGST ES AUCH IMMER DARAUF AN ODER?"
Luna sagte nichts mehr.
"Soll mir auch recht sein, aber man IGNORIERT KEINE PRINZESSIN"
Jetzt warf auch Luna irgendwas rüber und da ich es mir nicht gefallen ließ, warf ich etwas zurück. Jetzt flogen die ganze Zeit einige unwichtige Kleinigkeiten durch die Luft, wie zum Beispiel alte Kleider, Schuhe und sogar unwichtige Gold- und Silberketten. Selbst eine Katze, die über meine Fensterbank lief, war plötzlich in der Luft.
"Ich werde es dir zeigen, du hohle Nuss"
Luna beleidigte mich die ganze Zeit und da ich mich verteidigen musste, sagte ich einige Beleidigungen zurück.
"ICH HASSE DICH", meinte ich zu ihr.
"DANN PASST ES JA!!!", gab sie nur zurück.
Bei Florian:
Okay, als erstes sollte ich mal...
Ich sah mich im Zimmer um. Ja, ich sollte mal aufräumen, aber ich hatte keine Lust und es würde sowieso keiner nachgucken. Es lag auf jeden Fall Bonbonpapier und Schokoriegelverpackungen auf dem Boden.
Ich sah auch kurz aus dem Fenster und hoffte, dass Sammy bald mal kommen würde. Schließlich wollten wir ja zusammen Wii - Spiele spielen und ich werde nicht verlieren. Nicht gegen Sammy. Aber er kam im Moment nicht.
Naja, dann konnte ich noch etwas mit meinen Eltern reden. Mir war nämlich ganz schön langweilig und ich brauchte jemanden, den ich volllabern konnte.
Ich ging zu meinen Eltern und die meinten gerade nur:
"Entschuldigung Florian, aber wir haben im Moment keine Zeit. Wir müssen nämlich noch woanders hin."
"Na gut, wann kommt ihr denn wieder? Wenn ihr bis tief in der Nacht wegbleibt, habe ich sturmfrei oder ? Naja, dann bleibt mal weg und habt euren Spaß, aber wohin müsst ihr denn?", fing ich an zu reden. Hoffentlich fragten sie mich nicht, ob ich meine Zimmeraufgeräumt habe.
"Wir werden in einigen Stunden wieder zurück sein", meinte nun mein Vater und lächelte mich an.
"Sag mal Flori", fing meine Mutter nun an," hast du denn dein Zimmer schon aufgeräumt? Ich habe dir ja eben gesagt, dass du es machen solltest"
Sie sah mich genau an und wartete auf eine Antwort.
Ich musste mir eine sehr gute Ausrede einfallen lassen. Naja, ich konnte auch die Wahrheit sagen, aber sich irgendeine Ausrede auszudenken machte viel mehr Spaß.
"Weißt du, aufräumen wird überbewertet. In einer Dokumentation habe ich gesehen, dass sich Kinder besser entwickeln können, wenn sie ihre eigene Ordnung haben. Es wurde aber auch gesagt, dass es wichtig ist, wenn die Eltern viel mit den Kindern unternehmen, aber sie brauchen manchmal auch Zeit für sich selber und deswegen wünsche ich mir, dass ihr eine schöne Zeit heute habt.", laberte ich sie voll und lächelte sie an.
"Seid wann guckst du denn Dokumentationen?", fragte meine Mutter skeptisch.
"Einmal habe ich mir überlegt, ob es überhaupt etwas Sinnvolles im Fernsehen gibt und dann bin ich auf eine Doku gekommen", redete ich,"naja, egal. Ihr wolltet ja weg. Also bis später und ich verspreche euch, dass ich keine Party mache oder so, aber Sammy darf doch kommen oder?"
"Schön, dass du uns fragst. Ja, er kann kommen", meinte nun mein Vater lächelnd.
Die Beiden gingen nun zur Haustür und wollten gerade gehen. Ich war erleichtert, dass sie mir die Aussage geglaubt haben und überlegte nun, was ich als nächstes machen wollte.
"Und Florian?", meinte meine Mutter schnell noch," räum dein Zimmer heute mal auf ja?!"
Ich grinste sie nur verschämt an und die Beiden gingen.
Ich setzte mich vor den Fernseher und wartete, bis Sammy kam. Zum Glück ließ er nicht lange auf sich warten.
Es klingelte an der Tür und ich machte auf. Sofort kam Sammy reingeplatzt und rannte auf der Stelle, als er sagte:
"Ich werde gegen dich gewinnen. Jo!"
"Sicher nicht.", gab ich grinsend zurück," ich werde dich in meinen eigenen Wii - Spielen schlagen"
Wir Beiden machten uns auf den Weg in mein nicht wirklich ordentliches Zimmer und ich musste die Wii - Fernbedienungen erst einmal suchen. Sammy hingegen rannte durch das Chaos und ließ sich davon nicht stören.
Vielleicht sollte ich echt mal aufräumen.
Nach einer Weile fand ich die Fernbedienungen, doch leider funktionierten sie nicht. Ich bemerkte, dass sie keine Batterien hatten und musste diese auch noch suchen. Also kramte ich wieder irgendwo im Zimmer herum und war mehr und mehr der Meinung, wirklich mal aufräumen zu müssen.
Dann fand ich aber die Batterien, legte sie in die Fernbedienungen und wir konnten anfangen zu spielen.
"Ich werde gewinnen und du loosen", meinte Sammy nun und setzte sich jetzt auf den Boden.
"Nein!! Ich bin der Meister in diesem Rennspiel", meinte ich nun herausfordernd und grinsend.
Das Spiel konnte beginnen.
Zu Hause (Teil 2)
Bei Nelly:
Hana und ich waren auf den Weg zu mir.
Bei ihr war es ganz schön laut gewesen, alleine schon, da die Musik so laut war.
Als wir eben an dem Wohnzimmer vorbeigegangen waren, meinte Hana zu mir, dass ich nicht dahin sehen musste.
Na gut, gesagt hatte sie nichts, aber ich wusste trotzdem, dass sie sowas meinte, denn sie sah mich nur wortlos und leicht kopfschüttelnd an, als ich einen Blick riskieren wollte.
Meine Neugierde hätte aber gerne gewusst, was da Schlimmes passiert war, aber jetzt wollte ich nicht mehr danach fragen.
Wir Beiden schwiegen uns nur an und gingen gerade eine Fußgängerzone entlang.
Heute war es ziemlich leer in der Stadt. Es waren nur vereinzelt Leute zu sehen, die im Laufschritt vorbeigingen, als wären sie unter Zeitdruck.
Ich wollte Hana etwas fragen, aber ich traute mich nicht.
Warum? Warum hatte ich immer diese Hemmungen? Warum konnte ich nicht einfach alle Gedanken frei heraus sagen, so wie Melissa oder Luna? Warum war ich nur so schüchtern?
Je mehr ich mir die Fragen stellte, desto trauriger wurde ich.
Nun sah ich nur noch auf den Boden und beachtete nicht mal mehr, dass gerade ein Kind ihrem Hund hinterherlief. Er war bestimmt ausgerissen und nun rief das Kind den Namen des Hundes.
Dabei mochte ich Tiere doch so sehr und hatte auch selber welche. Sehr viele sogar.
"Was ist los?", fragte Hana plötzlich und ich kam wieder in diese Welt zurück.
Die Schwarzhaarige sah mich an und hatte die Arme verschrenkt.
Hatte sie mich beobachtet? Wenn ja, wie lange schon?
//Okay, jetzt habe ich genug gefragt//, sagte ich mir gedanklich.
"Ähm...", fing ich an," ... nichts" Ich sah auf den Boden.
Lügen konnte ich nicht und es fühlte sich auch einfach falsch an, aber zugeben, was war ging einfach auch nicht.
"Doch, es ist etwas", meinte Hana trocken und recht ernst.
Das erschrak mich etwas.
Es klang so kalt, so herzlos. Obwohl... eigentlich war ich es ja nicht anders gewohnt.
Melissa zum Beispiel hätte nur gesagt:
Achso, na dann. Nelly bring mir mal etwas zu Essen.
Oder so ähnlich.
Aber Hana war halt anders.
Ich sagte nichts zu Hanas Aussage, da es einfach nicht ging.
Auch antwortete ich nicht auf die Frage, ob etwas wäre. Es ging einfach nicht. Ich konnte doch nicht sagen, dass ich sie etwas fragen wollte, das wäre doch einfach nur .. naja, dumm gewesen.
Außerdem hatte ich meine Frage sowieso wieder vergessen.
Wir Beiden schwiegen wieder.
Nun kamen wir bei mir zu Hause an.
Wir waren auch schon in meinem Zimmer und mein schwarzer, lieber Hund Benny war neben mir. Ich streichelte ihn.
Warum wollten wir denn noch mal hier her kommen?
Ach ja... wir wollten etwas mehr Ruhe für das Referat haben.
Aber ganz ehrlich...
"Ich habe Angst", sagte ich plötzlich ganz, ganz leise.
"Wovor denn?", fragte mich Hana und sah zu mir rüber.
Sie hatte mir wohl zugehört.
Einerseits war ich erleichtert, andererseits wurde ich leicht rot, da ich mich schämte.
"Ich.... habe Angst vor dem Referat...", sagte ich stockend und sah auf den Boden.
Mal wieder.
"Das brauchst du nicht", sagte Hana leicht lächelt, was bei ihr echt selten war, "von mir aus, kann ich mehr Text haben oder so"
"Aber...", wollte ich anfangen.
"Es wäre zwar schon etwas ungerecht und es würde auf die Note schlagen, aber ich hoffe, dass Frau Weiseman ein Auge zudrückt", beendete Hana meinen Satz, als wüsste sie, was ich gedacht hatte.
Ich sah nun zu ihr rüber und lächelte schüchtern.
Ich bemerkte, wie Hana auf Benny sah.
"Sollen wir vielleicht doch einen Vortrag über einen Hund halten?", fragte sie.
"Das... ginge auch, aber ..... wir haben uns doch jetzt für das Kaninchen entschieden, doch leider habe ich keins...", meinte ich schüchtern.
Naja, wir konnten ja auch in einem Buch gucken, aber ein echtes Kaninchen zu beobachten war irgendwie besser, fand ich.
"... Naja, dann gehen wir ins Internet oder sehen uns ein Buch an", meinte Hana.
Konnte sie jetzt wirklich Gedanken lesen oder war das einfach nur ein Zufall? Aber zweimal... ?
Ich sah sie leicht verwundert an und meinte leise:
"Wir gehen ins Internet.. oh entschuldigung ich wollte nicht bestimmen"
"Nicht schlimm. Du bist vielleicht zu oft mit Melissa zusammen", meinte Hana und lächelte, das Letzte sagte sie sogar etwas scherzhaft, "Okay, dann ins Netz"
Das passte irgendwie gar nicht zu Hana, das Scherzhafte meinte ich.
"Ja, glaube ich auch", sagte ich lauter, als vorhin und lächelnd zurück.
Irgendwie war Hana zwar merkwürdig, aber voll cool und sie wusste bestimmt, was sie wollte und was nicht. Ruhig und doch selbstbewusst. Wahrscheinlich konnte sie sich auch verteidigen.
Ich sah sie nachdenklich an und lächelte dabei etwas.
Eins war klar: Ich mochte Hana, auch wenn sie halt ungewöhnlich war.
Wir Beiden gingen nun an den Computer.
"Sag mal, beobachtest du mich?", fragte sie plötzlich und sah mich nicht an.
"Ähm... ja entschuldigung", antwortete ich schüchtern.
Sie drehte sich zu mir um und lächelte, sagte aber nichts.
Bei Billy:
"SO und jetzt werde ich mal die Sachen aufschreiben, die ich eben vorgelesen habe und wenn ich es richtig bedenke, bin ich ja so gut, dass ich es eigentlich alleine und ohne bedeutende Hilfe machen könnte und da ich der Intellektuelere von uns Beiden bin, heißt es auch, dass ich schneller fertig sein werde.", meinte ich zu Ricardo.
Schließlich musste er ja wissen, das ich besser war als er.
Ja, ich war sowieso der Beste in der ganzen Klasse, denn er lernte ja nie. Dass Ricardo aber bessere Noten schrieb wollte ich gedanklich nicht erwähnen.
Da fiel mir aber ein: Ich hatte es ja soeben getan und nun ballte ich die Hände zu Fäusten zusammen.
Wir Beiden waren immer noch in seinem Zimmer und es regte mich auf, dass er reich war. Bestimmt erpressten Ricardos Eltern die Lehrer und deswegen hatte er so gute Noten, aber eigentlich war er so dumm wie Stroh.
GENAU!!!
Ich nickte stolz.
Ich bemerkte, dass er mit der Hand eine Kreisbewegung neben dem Kopf machte.
"WAS IST DENN?", fragte ich ruhig.
Ricardo antwortete aber nicht.
Ha!Ich hatte ihn eingeschüchtert. Jetzt war ich stolz auf mich selber.
ICH hatte gewonnen!!
"Keine Ahnung, was du machst, aber ich habe alles schon fertig aufgeschrieben", meinte Ricardo plötzlich zu mir.
Ich begriff im Moment nichts.
Was war? Ach jaaa... ich wollte ja die Sachen aufschreiben. Und jetzt war ER eher fertig als ICH?!
DAS GING DOCH NICHT!!
Ich kramte meine Schreibsachen aus der Tasche, die ich dabei hatte.
Ich blieb sehr ruhig, als ich die Sachen holte und fing an zu schreiben.
Ricardo beobachtete mich. Bestimmt war er beeindruckt von meiner Ruhe und meiner Schrift, denn ich schrieb in meiner Besten oder beobachtete er mich, da er mich einfach nur als großes Vorbild sah? Genau, DAS war es!!
"Hetz doch nicht so, du hast genug Zeit", meinte Ricardo ruhig zu mir.
"Ich hetze doch nicht!", gab ich zurück.
"Naja, du hast dich in deiner Hektik zehn Mal verschrieben und dabei hat der Satz nur elf Wörter", meinte er nun.
Dass er immer so besserwisserisch sein musste. Also echt, das ging doch nicht.
"Ich habe mich nicht verschrieben!!", sagte ich gereizt zu ihn.
Er sagte nichts mehr. Ricardo schlotterte bestimmt vor Angst. Das sah man ihm doch Genau an. Er beobachtete mich einfach nur und ich bemerkte, dass er gleich weinen würde.
Plötzlich kamen Ricardos Eltern ins Zimmer und gingen sofort zu ihm hin.
Ich schrieb währendessen mit meiner super, tollen, perfekten, wunderschönen, schnörkeligen Schrift weiter. Und bemerkte nicht wirklich, was die da laberten. Bestimmt ging es sowieso nur um all den Kram, über die Reiche halt redeten: Geld, Reichtum, Ehre, Zwangsverlobungen und sowas halt...
"Wo ist er?", fragte der Vater plötzlich.
Jetzt sah ich von meiner hervoragenden Schrift auf und beobachtete das Geschehen.
Es könnte spannend werden und außerdem hatte ich dann vielleicht etwas in der Hand, was ich gegen Ricardo anwenden konnte.
Genau!!!
JETZT bekam ich eine Schwachstelle raus. JETZT würde ich erfahren, in was ich besser war.
"Ich weiß es nicht", meinte er und hörte sich echt genervt an.
"Entschuldigung, wenn ich jetzt einfach so frage und es ist mir bestimmt nicht gestattet, diese Frag zu stellen, aber dürfte ich trotzdem erfahren, über was Ihr so redet?", fragte ich so höflich, wie ich konnte.
Schließlich musste man ja mit reichen Leuten sehr vornehm reden und halt auch sehr höflich und zuvorkommend.
"Natürlich, wenn jemand so freundlich kommt", meinte die Mutter,"wir wollen von Ricardo wissen, wo sein Bruder nun ist."
Er hatte einen Bruder?
Ach bestimmt so ein kleines Kind, um den man sich sorgen machen musste und in einer reichen Familie ist es sowieso sehr wichtig zu wissen, wo alle sind.
"Ihr werdet den Kleinen bestimmt wieder zurückbekommen", meinte ich höflich.
"Naja, ´Klein´ könnte man ihn manchmal wirklich bezeichnen", stimmte Ricardo mir zu.
Wartet mal.... WAS ER STIMMTE MIR ZU?! DAS GING DOCH GANZ UND GAR NICHT, DAS WAR TOTAL FALSCH!!!
"Rakan, also Ricardos Bruder, ist ja kein kleiner Junge mehr. Er ist eigentlich schon erwachsen.", meinte nun seine Mutter.
Oh... das war wohl ein Tritt ins Fettnäpchen.
EGAL...
Ich ließ mir nichts anmerken und meinte nur:
"Naja, hier gibt es ein paar Familienangelegenheiten zu klären. Ich gehe dann mal. Entschuldigt mich, dass ich euch bei diesem wichtigen Thema gestört habe.", sagte ich und verbeugte mich, so, wie man es vor reichen Leuten machen sollte.
Dann ging ich aber wirklich aus dem Zimmer und durch den Flur.
Traf zufällig einen jungen Mann, der Ricardos Bruder sein könnte und ging einfach an ihm vorbei.
Allerdings murmelte ich noch:
"Bestimmt ist er auch so ein Nullversteher wie Ricardo."
Eigentlich war es eher zu mir selber gesagt, aber der junge Mann schien es gehört zu haben und meinte:
"Sag mal du Winzling, willst du ärger haben?!"
Es klang ganz schön bedrohlich.
Ich ging aber "gemächlich" und ohne Aufsehen zu erregen aus dem großen Haus hinaus, fiel die Treppe vor der Tür runter und rappelte mich "ruhig" wieder auf.
"Ja, flüchte doch, du Vollpfosten!!", hörte ich ihn noch rufen.
bei Luna:
"Guten Tag, hier spricht Frau Weiseman. Ich wollte Ihnen sagen, dass Ihre Tochter Luna einen Vortrag machen muss und ich der Meinung bin, dass sie es nicht tut. Luna kann sich keine schlechte Note leisten, denn dann wäre ihre Versetzung gefährdet.", meinte meine Lehrerin am Telefon.
"Ja, ist in Ordnung, ich werde Luna darauf aufmerksam machen", gab meine Mutter freundlich zurück.
Die Beiden verabschiedeten sich noch.
Ich allerdings bewarf immer noch diese Zicke Melissa mit irgendeinem Krimskarms. Mein Zimmer war schon ziemlich durcheinander.
Nach einer Weile kam meine Mutter hinein und war sichtlich erschrocken.
"Was ist denn hier passiert?", fragte sie mich entsetzt.
"Ich war es nicht, das alles hat unsere Nachbarin hier reingeworfen!!", verteidigte ich mich.
"Luna, du räumst hier aber auf", befahl meine Mutter und wollte gerade gehen.
Plötzlich blieb sie aber an der Tür stehen.
"Ich sollte von der Lehrerin sagen, dass du noch etwas für die Schule machen solltest. Ein Vortrag oder so", sagte sie noch nach kurzem überlegen.
Ich hörte nicht richtig zu. War mir doch egal, was sie sagte. Als sie aber meinte, dass ich dann wahrscheinlich sitzen bleiben könnte, gingen bei mir die Alarmglocken los.
"Aber... dann komme ich ja vielleicht in eine total langweilige Streberklasse oder so und ich kann dann nicht mehr meine beste Freundin Hana unterstützen. Sie ist doch so ein schüchternes Mädchen, die ohne mich nicht klarkommt.", sagte ich schnell zu ihr.
"Ich glaube nicht so wirklich, dass Hana schüchtern ist", meinte sie. Schließlich kannte sie ja meine beste Freundin.
"... und du kannst das verhindern, wenn du deine Aufgaben machst", fügte sie noch hinzu und ging nun wirklich, ohne, dass ich anworten konnte.
Ich musste mit Melissa in einem Team arbeiten?!
Nun hatte ich nicht mal mehr Lust Musik zu hören und lag einfach nur auf meinem Bett.
Nach einer Weile ging ich aber nach draußen und atmete die Abendluft ein.
Wir hatten uns von Mittags bis Abends beworfen und zwischendurch hatte ich von den anderen Nachbarn gehört, dass wir leise sein sollten.
Aber glaubten die ehrlich, dass das etwas nützte?
Melissa konnte ja nicht aufhören, zu werfen.
Draußen traf ich auch auf die, die ich nicht treffen wollte, aber musste.
"Na gut, du hohle Nuss", fing Melissa an,"wir müssen eine gute Note bekommen, denn ich habe einen Anruf bekommen, in dem..."
"Habe ich doch auch bekommen", gab ich gereizt zurück,"also fang nicht an, darüber zu reden!"
"Melissa, ruhig bleiben, reg dich nicht auf", sagte sie zu sich selber, aber dann zu mir gewandt:
"Ich habe absolut keine Lust, mit einer dummen Kuh in einer Gruppe zu sein, aber wenn wir schon diesen Kram machen müssen, bin ich dafür, dass wir zu dir nach Hause gehen."
"Wieso zu mir?", fragte ich und hatte die Arme verschrenkt.
Ich kapierte nicht, was sie vorhatte.
Warum sollten wir uns denn treffen?
"Na, weil ich so eine blöde Ziege, wie dich, nicht bei mir reinlasse. Es kann ja sein, dass du alles vergiftest oder so", sagte Melissa zu mir.
"Vergiften?!", fragte ich wütend.
"Ja, das heißt, dass...", wollte sie anfangen zu erklären.
"Ich weiß, was das heißt", unterbrach ich sie und sie sah mich nur wütend an.
Wie es der Zufall so wollte, gingen wir in mein Zimmer und
taten bei meiner Mutter so, als wären wir gute Freunde. Sie glaubte natürlich, dass wir das waren, denn sie sah uns etwas skeptisch an.
"Du hast ja eine schäbige Einrichtung", meinte Melissa und sah sich um.
"Schäbig?! Sicher nicht und wenn du nicht hier sein willst, dann verzieh dich doch", sagte ich wütend zu ihr.
"Ich will hier auch nicht sein, aber muss", gab Melissa sehr wütend zurück.
"Geh doch einfach", meinte ich zu ihr.
"Meine Güte, ist die dumm", sagte sie zu sich selber.
"Wer ist hier dumm?!", fragte ich sie und sah Melissa wütend an.
"Hör auf, meine Gedanken zu lesen!", befahl sie mir.
"Du denkst ja nicht mal, sondern redest mit dir selber", berichtigte ich sie wütend.
Schließlich durfte Melissa nicht das letzte Wort haben.
"Das simmt doch gar nicht", sie ballte ihre Fäuste zusammen, zischte aber dann zu sich selber:
"Ruhig bleiben Melissa, du muss ruhig bleiben."
Ich sagte nichts mehr dazu, machte die Musik auf volle Lautstärke und sang sogar mit.
"Hey du, wir müssen einen blöden Vortrag halten", meinte Melissa zu mir, aber ich hörte ihr nicht zu.
Wenn ich Musik hörte, war mir alles andere egal.
Melissa machte sie aber plötzlich aus.
"Hey, was soll das, du Zicke?!", fragte ich sie laut.
"Wen nennst du hier...?", sagte sie sauer zu mir und meinte zu sich aber, dass sie ruhig bleiben sollte. Sie atmete tief durch.
"Mir ist es egal, wenn du sitzen bleibst. Ich finde es sogar besser, aber ich werde eine Klasse weiter kommen. Verstanden?!", sagte sie dann etwas ruhiger," Ich wäre dafür, wenn wir..."
"Wer hat gesagt, dass du hier zu bestimmen hast?!", fragte ich sie.
Melissa reagierte aber nicht auf die Frage, sondern meinte:
"Ich weiß was, wir machen es so, dass wir ein Tier haben zum Beispiel äähm... einen Vogel und jeder nimmt einen Anderen und berichtet etwas über den. Dann müssen wir nicht so oft zusammen arbeiten, das klappt ja sowieso nicht."
Ich hörte Melissa bis zum Ende zu.
Alleine schon, da ich nicht mehr mit ihr reden wollte.
Also echt, wer hatte hier gesagt, dass sie der Boss war?!
"Da du nichts sagst, werte ich das mal als ja", meinte sie plötzlich.
"Hey, DU HAST HIER NICHTS ZU BESTIMMEN", platzte es aus mir heruas.
Um ehrlich zu sein, fand ich die Idee gut, aber warum sollte ich das zugeben?
"ABER SONST KOMMEN WIR JA SO GUT WIE GAR NICHT VORAN!!!"
Jetzt hatte sie ihre beknackte Ruhe verloren.
"So machen wir es!", bestimmte sie noch und stampte aus mein Zimmer.
Sollte mir nur recht sein.
bei Sammy:
Wir Beiden zockten schon ziemlich lange und ich hatte mehr als dreimal gewonnen. Flori looste nur ab.
Tja, ich war halt besser.
"Hast schon wieder verloren", meinte ich zu ihm, grinste und er sagte nur:
"Bis jetzt habe ich aber zehn mal gewonnen und wir haben nur vierzehn rennen gemacht", er grinste,"das heißt, dass du nur viermal gewonnen hast."
Hab ja gesagt: Mehr als dreimal!
Ich blieb aber jetzt leise, denn ich war ja sowieso kein großer Redner. War ich nie!
Okay, genug Unsinn erzählt jetzt kam was wirklich Wichtiges.
Etwas, was genau mein Thema war.
"Soll`n wa nach draußen gehen?", fragte ich plötzlich.
Ich konnte sowieso nicht mehr still sitzen und hatte keine Lust mehr auf das Rennspiel.
Das war nun echt öde.
"Na gut...", fing Flori an, aber mehr verstand ich nicht, denn ich war schon draußen.
Er kam jetzt auch zu mir.
"Zu langsam", sagte ich knapp und lief auf der Stelle.
"Nein, du bist zu schnell", meinte er und grinste.
Also das verstand ich jetzt nicht so wirklich, aber egal.
"Ich habe eine Idee", meinte Flori nun,"wir machen ein rennen.."
Rennen?!
That was good.
Ich lief schon mal vor, denn ich musste ja Erster da sein, wo auch immer es hinging.
"Warte mal", rief mir Flori zu,"du weißt doch gar nicht, wo das Ziel ist."
Wo er recht hatte, hatte er recht. Ich blieb stehen, naja, lief auf der Stelle und sah zu ihn hin.
"Also, jetzt hör mir mal zu und renn nicht wieder weg,"meinte er nun.
Zuhören?! Konnte ich noch nie, aber ich versuchte es.
"Also, das Ziel ist wieder hier, aber wir müssen einmal bis zum Ende der Straße laufen und auf der anderen Seite wieder zurück."
Wie einfach.
Konnte er sich nicht eine extremere Aufgabe ausdenken? Also echt!
"Da du nichts sagst, rede ich weiter", meinte er nun.
Noch mehr zuhören? Oh no!
"Ich wollte jetzt nur noch sagen: Wer zuerst wieder hier ist, hat gewonnen und der darf sich mmmmhhh.... etwas wünschen."
Das mit dem Wünschen klang schon mal supi.
Ich rannte los, so schnell ich nun mal konnte und hatte Flori schnell abgehängt. Das war ein klacks!
Ich rannte an alle Häuser vorbei.
Nein, ich rannte nicht, ich flitzte, düste, katapultierte fast an alles vorbei. Hin und wieder musste ich einigen Fußgängern ausweichen und die riefen dann irgendwas, aber ich verstand es nicht. Es klang aber meistens verärgert. Mich interessierte das nicht.
Ich musste gewinnen, koste es, was es wollte.
Wow, das war nun echt knapp! Ich stolperte fast, konnte mich aber gerade noch halten und flitze weiter, dann lief ich tatsächlich gegen jemanden und fiel hin.
BUMMS!!
Ich sah zu dem Jemanden hoch und bemerkte, dass es ein Mädchen war. Sie kannte ich aus der Klasse.
"Ähm... du musst etwas aufpassen, wo du hinläufst", meinte sie leicht lächelnd.
"Hey Nelly, willst du mitmachen bei dem Rennen?", fragte ich knapp, wartete aber nicht auf eine Antwort.
Dafür war keine Zeit. Ich musste ja gewinnen.
Nun lief ich an ihr vorbei und hinterließ eine Staubwolke. Ich sah aber noch nach hinten und bemerkte, dass Nelly irgendwie verwirrt war und dann einfach weiterging.
Sie wollte wohl nicht speeden.
Naja, egal. Dann hatte ich weniger Konkurenz.
Nun war ich am Ende der Straße angekommen, rannte auf die andere Seite, knapp vor einem Auto her. Der Fahrer hupte und sah böse zu mir rüber, aber ich winkte ihm nur zu.
Naja, egal. Keine Zeit um sich zu entschuldigen oder so.
Musste speeden! Musste gewinnen!
Ich rannte so schnnel ich konnte wieder zu Floris Haus zurück und dieses Mal musste ich einigen Mülltonnen ausweichen, die da einfach in der Gegend herumstanden.
Außerdem kam noch ein kleines Kind auf mit einer Schubkarre vorbei. Ich sprang einfach über das Ding und ließ ein verwirrtes Kind hinter mir stehen.
Extreme!!
Irgendwann mal kam ich am Ziel an und freute mich schon, dass ich Erster war. Ich machte Freudensprünge und fing sogar an zu tanzen.
"Du brauchst aber lange, um hier anzukommen", meinte Flori ruhig zu mir und als ich mich zu ihm umdrehte, grinster er nur.
Was?
Ich verstand jetzt irgendwie nichts.
Er saß einfach nur auf einer Mauer und zappelte etwas mit den Füßen.
War er etwa schneller gewesen? War er das wirklich?
"Ich habe gewonnen", meinte er nun wieder und grinste noch breiter.
Ich .... hatte verloren?
"Nochmal!!", sagte ich knapp.
Flori stand auf, sagte,"na gut" und grinste.
Ich lief wieder vor.
Jetzt war ich der Meinung, wieder zu gewinnen. Jetzt konnte er mich nicht schlagen. Nicht schon wieder!
Zu erklären, was alles auf dem Weg war, wäre jetzt etwas zu langweilig, also Kurzform: Ich rannte bis zum Ende der Straße, wieder zurück und machte wieder Freudensprünge, als ich angekommen war.
"Mhh... dieses Mal warst du etwas schneller", meinte Flori nun wieder.
Er grinste auch dieses Mal.
Was?
Er... gewonnen hatte?
NEIN!!!
"Nochmal!", sagte ich und ohne auf eine Antwort zu warten, rannte ich los.
Kam nach einer Weile wieder bei Flori an und er war schon wieder eher da.
Okay!! Jetzt reichte es.
"Da ich gewonne habe und das dreimal, habe ich jetzt eigentlich drei Wünsche frei, aber ich habe jetzt nur einen", meinte er ruhig und grinsend,"ich wünsche mir, dass wir etwas über den Igel erzählen, also als Vortrag für die Schule meinte ich. Ich habe einfach mal Lust eine gute Note zu bekommen."
Igel?! Was war denn daran so toll?
Doch plötzlich musste ich an einen schnellen, blauen Igel denken:
An Sonic the Hedgehog.
Ich war ihm voll ähnlich oder nicht?
"Ja, Igel!", stimmte ich zu.
Wie Flori es aber geschafft hatte, immer zu gewinnen, war mir nach wie vor ein mega Rätsel.