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Vampirism

Schwarzes Blut und blaue Augen
von

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Das Erwachen

Nathanael öffnete seine Augen und stöhnte auf. Sein ganzer Körper schmerzte. Mit schwerem Kopf sah er zur Seite und das erste, was er erkannte, war ein Blumenstrauß neben ihm. >Wo bin ich...?< Langsam setzte er sich auf und sah sich um. Er befand sich in einem kleinen dunklen Zimmer - vermutlich war es noch Nacht - und saß auf einem Bett. Neben ihm stand ein kleiner Tisch, ansonsten war das Zimmer fast leer. Wie war er hier hergekommen?

Da hörte er ein knacken an der Tür und kurz darauf kam eine kleine, etwas rundliche Frau hereingetrippelt. Sie hielt eine dampfende Schüssel in den Händen. Als sie Nathanael ansah, lächelte sie. "Ah, du bist also wach...", stellte sie fest und setzte die Schüssel auf dem Tisch neben ihm ab. "Weißt du...was hast du nur da draußen getrieben...? Total zerfetzt im Wald...Ihr Jungen bringt euch aber auch in immer gefährlichere Situationen..." Kopfschüttelnd klopfte sie Nathanaels Kissen auf. Als dieser sie nur perplex ansah, lächelte sie wieder. "Darf ich vorstellen: Mein Name ist Marya. Mein Mann hat dich im Wald gefunden. Natürlich konnte er dich nicht dort liegen lassen, also habe ich mich um dich gekümmert. Lass mich mal deine Wunden ansehen." Er war viel zu überrascht um sich zu wehren, als Marya die Hand ausstreckte und einen Verband öffnete, der sich um seine Brust zog. Kurz darauf wickelte sie ihn wieder um. "Mhm...Wenigstens blutet es nicht. Du bist schon seltsam, eine rießen Wunde, aber es blutet nicht!" Anschließend warf sie ihm nochmal ein Lächeln zu und verschwand dann aus dem Zimmer, den immernoch verdutzten Nathanael hinter sich lassend.

Das Dorf an der Klippe

Dank Maryas liebevolle Behandlung ging es Nathanael schon nach ein paar Tagen viel besser. Also wollte er sich ein wenig in der Gegend umsehen, in der er sich nun befand. Marya fand diese Idee nicht so gut. "Die Wunde ist noch immer nicht ganz verheilt! Was ist wenn sie sich infiziert? Bleib lieber noch liegen!" Eine Weile diskutierte er mit ihr über dieses Thema, bis sie schließlich nachgab. Unter einer Bedingung: Er dürfe das Dorf nicht verlassen. Nathanael willigte ein und trat ins Freie.

Fasziniert blickte er sich um. Er befand sich im Zentrum eines kleinen Dorfes, das fast gänzlich vom Wald umschlossen war. Dort, wo keine Bäume waren, grenzte eine steile Klippe das Gebiet ab. Am Rand dieser Klippe fegten meterhohe Meereswellen gegen das Gestein. Überall war bunter Trubel. Ein paar Frauen kamen an ihm vorbei, auf dem Weg zur Kirche des Dorfes. Kinder spielten auf der Straße. Hunde rannten quer durch das Dorf, Hühner gackerten und alles war von saftigem Gras umgeben.

Was ihm aber am meisten gelegen kam, waren die meterhohen Bäume. Sie tauchten das Dorf in einen sanften Schatten. Zwar prickelte die leichte Sonne auf seiner Haut, doch es machte ihm nichts aus.

Lächelnd ging er zum Rand der Klippe und beobachtete die Unendlichkeit des tiefblauen Meeres. Eine Weile stand er so da, als plötzlich ein junges Mädchen, etwa 6 oder 7 Jahre alt, an seiner Hose zupfte. Als er sie ansah, erkannte er, dass es das Mädchen war, das ihn ab und zu in seinem Krankenzimmer besucht hatte. Marya hatte einmal gesagt, dass es ihre Tochter wäre. Sonst hatte sie aber nicht viel von sich und ihrer Familie erzählt. Der junge Mann kniete sich neben das Mädchen und legte den Kopf schief. "Wie heißt du, Kleine?", fragte er lächelnd. Als Antwort kam ein kleinlautes "Kaileena...".
 

Er blieb noch mehrere Wochen im Dorf und lebte sich immer mehr ein. Die Menschen waren sehr aufgeschlossen und freundlich zu ihm, vor allem aber Marya und ihre Familie. Mit Maryas Mann, dem Schmied Fean, verstand er sich immer besser und als Nathanael gesundet war, nahm dieser ihn auch öfters in seine Schmiede mit und zeigte ihm die Kunst, wie man mit glühendem Eisen umzugehen hatte.

Auf Fragen, wo er denn herkomme, sagte er nur, dass er bisher kein rechtes Zuhause hatte. Marya war darüber natürlich äußerst empört und bot ihm an, solange zu bleiben wie er wollte, und Nathanael nahm das Angebot dankend an.

Lenz's Schmerz

Es waren nun schon fast 2 Jahre vergangen, seit er in das Dorf gekommen war und immer mehr wuchsen die Menschen dort Nathanael ans Herz. Vor allem aber seine neue Familie. Marya und Fean sah er bald als gute Freunde an und Kaileena schon wie eine eigene Schwester.

Doch obwohl es ihm so gut ging, und obwohl die Menschen offen für alles waren - konnte das Unheil das heraufbeschworen wurde nicht aufgehalten werden.
 

Es war ein schöner und milder Frühlingstag. Die Vögel zwitscherten und Kaileena wollte umbedingt draußen spielen gehen.

"Na gut, aber pass auf, dass du nicht zu nahe an die Klippe gehst.", ermahnte Marya noch ihre Tochter, als diese fröhlich nach draußen ging. Nathanael ging mit ihr mit - er musste noch etwas mit einem Dorfbewohner bereden und konnte somit nebenher auf das Mädchen aufpassen. Kaileena nahm einen Ball, rannte lachend im Dorf umher und spielte mit den Nachbarskindern. Nathanael unterhielt sich derweil nichtsahnend mit Feans neuem Gesellen. Doch das Gespräch wurde sofort unterbrochen, als die beiden einen lauten Schrei von der Klippe hörten.
 

Sofort drehte sich Nathanael um und sah gerade noch, wie der Boden unter Kaileenas Füßen brach und sie in den Abgrund stürzte.

Verbannung

"KAILEENA!"

Nathanael stürzte sofort zur Klippe und schaute hinunter. Kaileena klammerte sich an eine Wurzel, Tränen liefen ihr über die Wangen. "H-Hilfe...! Bruder!", schluchzte sie. Mit Mühe versuchte Nathanael die Hand des Mädchens zu packen, doch sie war zu weit entfernt. Also lehnte er sich über den Rand und versuchte es weiter. Doch er merkte, wie langsam der Boden unter ihm abbröckelte. Aber Nathanael wollte sie nicht verlieren, auf keinen Fall!

>Nur noch ein kleines Stück...< Doch als seine Finger ihre Hand berührten, hielt die Wurzel nicht mehr stand und wurde aus dem Boden gerissen. Er sah noch wie Kaileena ihn verzweifelt ansah und dann hinunterfiel.

>Nein...NEIN!<

Mit einem verzweifelten Schrei sprang Nathanael dem Mädchen hinterher und versuchte ihre Hand zu fassen. Das Wasser der Klippe kam immer näher - bereit die beiden in tosenden Fluten zu verschlingen. Als er dann ihre Hand umschloss, zog er sie zu sich und drückte sie fest an sich. Die Sekunden, in denen sie fielen, kamen ihm wie in Zeitlupe vor. Ihm blieb keine Wahl. Obwohl er sich den Folgen bewusst war, die vermutlich fast schlimmer sein konnten als der Tod, schloss er die Augen und eine dunkle Aura umhüllte sie. Und bevor diese wieder verschwand flatterte eine kleine schwarze Fledermaus an der Stelle, wo eben noch die beiden gewesen waren.
 

Sie flatterte hinauf, zum Rand der Klippe und verwandelte sich zurück. Keuchend und zitternd vor Schmerzen aufgrund der Sonne sah Nathanael auf. Die Dorfbewohner hatten sich um sie gesammelt, angelockt von den Schreien. Ihre Mienen waren gemischt: Während die Kinder und die meisten Frauen verängstigt waren, standen die Männer direkt um sie herum und starrten Nathanael mit kaltem Blick an. Der Priester neben ihm umklammerte ein Kreuz, das er in der Hand hielt.

Zuerst war Kaileena noch etwas benommen, doch dann stand sie stolpernd auf und rannte schluchzend auf ihre Mutter zu. Diese umarmte sie fest und schaute Nathanael in einer Mischung aus Angst und Besorgnis an. Fean dagegen trat auf ihn zu. In seinem Blick lag eine derarte Kälte, dass Nathanael erschauderte. Als er vor ihm stehen blieb, verengten sich Feans Augen und er starrte ihn wie ein ekliges Insekt an, das zerquetscht werden müsste.

"Geh!", entfuhr es ihm.

"Aber...aber Fean..."

"Ich sagte GEH!"

Nathanael schüttelte geschockt und ungläubig den Kopf. Er sah noch einmal um sich. In keinem der Gesichter war Mitleid zu lesen. Nur Angst und Hass. Er richtete sich langsam auf und wollte gehen. Die Menschenmenge bildete eine kleine Gasse. Nathanael schritt langsam hindurch. Als er kurz zögerte und noch einmal zu Fean, Marya und Kaileena blickte, schrie Fean laut: "Verschwinde endlich!" Sein Arm zuckte und im nächsten Moment spürte Nathanael einen Schmerz an der Seite. Er presste sich die Hand auf die Hüfte und sah ein Messer im Baum hinter sich stecken, auf der Höhe seiner Hüfte. Fean, der den Wurfarm noch erhoben hatte, sah ihn weiterhin kalt an. Nathanael zögerte nicht mehr länger, wandte sich von ihm ab und ging weiter. Mit der Zeit beschleunigte er seine Schritte, bis er schließlich rannte und in der Dunkelheit des Waldes verschwand.

Das Versprechen

Im Schatten des Waldes stand Nathanael noch lange da und beobachtete das Dorf. Er sah, wie sich die Menschen in alle Richtungen aufteilten und in ihren Häusern verschwanden. Die Männer machten sich bereit, richteten Waffen her und der Priester trug mehreren auf, die Kirche zu schützen. Durch seinen guten Gehörsinn schnappte er Sätze auf, wie "Elender Vampir..." oder "Bringt die Kinder in Sicherheit!" oder "Er wird sicher zurückkommen!".

Er seufzte.

Dann sah er nocheinmal zum Dorf und sagte leise: "Ja, ich werde zurückkommen...Aber nicht als Vampir, sondern als Mensch...Ich werde einen Weg finden, das verspreche ich...".

Dann wandte er sich ab und ging tiefer in den Wald, während die Bäume ihn wie einen Schutz vor den Blicken des Dorfes umhüllten.



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Kommentare zu dieser Fanfic (5)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Melenya
2009-03-10T19:27:15+00:00 10.03.2009 20:27
*schnüff*
...
*mir fehlen die worte*
ich danke dir für diese FF!
*ganz viel kekse und kakao und so hinleg*
*wegrenn*
*weinen geht*
mein armer armer nath...
*lächel*
das ist echt super geschrieben!
kjura
Von:  Melenya
2009-03-10T19:25:13+00:00 10.03.2009 20:25
*wein*
der arme...
*tränen wegwisch*
*die tränen aber nicht aufhören, zu fließen*
Mein armer Nathanael...
*schluchz*
*zum epilog renn*
*schnell weiterlesen will*
*dir einen kuchen schenkt*
auch das war schön... und traurig...
Von:  Melenya
2009-03-10T19:22:20+00:00 10.03.2009 20:22
^^
und schon wieder gebe ich den ersten Kommi zu einem Kapitel^^
Also, auch dieses (kurze^^) Stück der Geschichte Nathanaels war sehr schön geschildert^^
Was ich mich frage, ist, warum es "Lenz' Schmerz" heißt...
Aber vllt liegt das an mir^^
Aber mach weiter so, ich lese sofort die anderen Kapitelchen
hdl
kjura
Von:  Melenya
2009-03-03T20:39:50+00:00 03.03.2009 21:39
*seufz*
das ist schön!!!
*nicht weiß, was ich noch sagen soll*
Ich bin schon ganz gespannt, wie es weitergeht...
*rumhibbel*
hast du echt super gemacht!

Von:  Melenya
2009-03-03T20:37:39+00:00 03.03.2009 21:37
uiii^^
die gute frau heißt ja fast so wie ich!
*freu*
Ich mag den Prolog und werde mich sofort ans Weiterlesen machen!
Und ich freue mich, zu erfahren, wie es Nath so ergangen ist...
er erzählt ja so wenig...
xDD
hab dich lieb!
kjura


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