Der TOD und das Snapechen
Titel: Der TOD und das Snapechen
Multicrossover
Überarbeitete Version. Wird endlich wieder fortgesetzt.
Alle Rechte bei Joanne K. Rowling bzw. dem großartigen Terry Pratchett
Rating: P12
Betaleser: Arenja ( <3 )
Kapitel: Prolog von ?
Prolog: Der TOD und das Snapechen
Der süßliche Geruch toten Fleisches lag in der Luft und nur ein leises Stöhnen zeugte von Leben in der unendlichen Dunkelheit.
Snape spürte die Kälte des steinernen Bodens auf seiner Wange und versuchte sich die letzten Sekunden seines Lebens in Erinnerung zu rufen.
Voldemort. Und Nagini, deren Zähne sich erbarmungslos in seinen Hals eingegraben hatten. Und Potter... Wie er ihn gehalten hatte. Snape verdrängte das Bild einer rothaarigen Frau aus der Vergangenheit und versuchte, sich zu bewegen.
Schmerz ließ ihn zusammenzucken.
Erleichtert schloss er die Augen. Er hatte sich damit abgefunden zu sterben, doch scheinbar hatte ihn Voldemort verschont - oder Potter ihn gerettet.
DU HATTEST EINFACH NUR GLÜCK.
Snape erstarrte.
Er hatte die Stimme nicht gehört. Er hatte sie gefühlt. Sie war wie ein Fluch, der unaufhaltsam auf einen zu schoss. Bei dem man wusste, dass er einen ekelhaften, andauernden Effekt hatte.
Langsam sah Snape auf und ihm stockte der Atem. Vor ihm stand, in einen dunklen Mantel gehüllt, ein gut zwei Meter großes Skelett. Der Schädel glänzte im Schein der beiden bläulichen Lichtpunkte, die in den Augenhöhlen des Totenkopfes tanzten.
WIR HABEN EINE VERABREDUNG, SNAPE.
„Du… du bist … duhu … ", stotterte Snape. Er fühlte, wie ihm Tränen in die Augen schossen.
ICH BIN GEKOMMEN, UM DIR EIN ANGEBOT ZU MACHEN, JUNGE.
TOD ließ seine Sense sinken und kniete sich vor Snape, der zitternd wie Espenlaub am Boden lag.
Das Geräusch knackender Knochen, so laut wie krachende Balken, ließen Snape zusammenfahren.
„Ein Angebot?“, fragte Snape vorsichtig und versuchte eine Träne weg zu blinzeln.
JA. ES IST SO, SNAPE: ICH HABE DIE GÖTTER UM EINE ZWEITE CHANCE FÜR DICH GEBETEN...
„Was?“, fragte Snape und konnte sein Glück kaum fassen. „Danke...“
...ICH HATTE SCHON TAUSEND JAHRE KEINEN URLAUB MEHR UND BRAUCHE EINEN WÜRDIGEN VERTRETER. NUR FÜR EIN PAAR WOCHEN....
Noctifers (vielleicht) letzte Worte:
Noctifer: Urlaub wäre eine gute Idee.
ICH MÖCHTE DIR EIN ANGEBOT MACHEN, DAS DU GARANTIERT NICHT ABLEHNEN KANNST...
Noctifer: T______T
1. Morgengrauen
Kapitel 1: Morgengrauen
TOD sah auf und erschrak fürchterlich.
Ihm gegenüber saß ein dürrer Mann mittleren Alters, mit einer auffallend großen Nase im schmalen Gesicht, hohlwangig und bleich wie TODs eigene Knochen.
Indes seufzte Snape. Seit einer geschlagenen Woche weilte er in TODs Reich.
Jeden Morgen das selbe Theater: Snape betrat das Arbeitszimmer und TOD erschrak vor ihm. Snape hatte sich anfangs klammheimlich über TODs Reaktion ins Fäustchen gelacht, doch mittlerweile kränkte es ihn jeden Morgen aufs neue gefragt zu werden:
KENNE ICH DICH?
„Ich bin Severus, Herr. Severus Snape. Euer Lehrling“, brummte Snape genervt und beobachtete, wie eine kleine Supernova des Erkennens in TODs Augenhöhlen aufleuchtete. In der Woche im Haus des Todes hatte Snape die verschiedenen Arten Supernoven zu unterscheiden gelernt und begann damit, diese zu interpretieren.
Albert, der Butler, hatte Snape im Vertrauen erzählt, dass TOD eigentlich ein netter Kerl war, der nur Probleme hatte seine Gefühle auszudrücken.
Kein Wunder; durch seine Beschaffenheit besaß TODs Mimik nur einen einzigen Zug: ein ewig kaltes Grinsen.
Der TOD, der vor ihm stand, hatte mit jenem, den er eigentlich erwartet hatte, so gar nichts gemein. Furcht einflössend und Ehrfurcht gebietend hatte er ihn sich vorgestellt; ähnlich den beeindruckenden Bildern und Holzschnitten berühmter Künstler, die stets vor des Todes Grausamkeit mahnten.
Doch die Tatsachen ergaben ein völlig anderes Bild: Das eines Currywurst und Katzen liebenden, etwas kauzigen und vergesslichen Skelettes.
Das völlig überarbeitet war.
Noch immer überlegte TOD fieberhaft.
RICHTIG, JUNGE.
Wäre TOD nicht in seiner Mimik beschränkt, hätte sich Erleichterung in dieser widergespiegelt.
ICH HABE EINEN AUFTRAG FÜR DICH.
Der Junge – er hatte schon wieder seinen Namen vergessen – stand TOD gegenüber und sah ihn aufmerksam an.
Er hatte eine gute Wahl getroffen, befand TOD. Nicht nur, dass der Junge achtsam war und sorgfältig alle ihm aufgetragene Arbeiten verrichtete. Auch seine Liebe zu dunkler Kleidung imponierte TOD.
Der Schnitter selbst hatte bisher niemanden kennen gelernt, der es so sehr verstand die verschiedenen schwarzen Töne derart harmonisch zu kombinieren. Und TOD hatte schon viele, sehr viele – wenn auch nur kurze – Bekanntschaften vorzuweisen.
DER STALL GEHÖRT AUSGEMISTET.
Einige Sekunden starrte der Junge ihn an.
TOD glaube kurz in den dunklen Augen Entrüstung glitzern zu sehen, doch ehe er den Gedanken fassen konnte, blickte er in das gewohnte, undurchdringliche Schwarz.
„Ja, Sir“, sagte Snape knapp angebunden, „ich nehme an, Albert weiß wo die nötigen Arbeitsgeräte zu finden sind?“
JA.
Snape verneigte sich beherrscht und verließ das Arbeitszimmer, während TOD ihm nachdenklich hinterher sah.
Ja, TOD hatte eine gute Wahl getroffen. Der Junge würde seine Sache gut machen.
TOD grinste.
Ihm blieb ja auch nichts anderes übrig.
Kapitel 2: Lehrjahre sind Herrenjahre
Völlig außer Atem ließ sich Snape auf der Bank im Garten des Schnitters nieder und sah zufrieden über das kurz geschnittene, dunkle Gras.
Er hatte die letzten Stunden damit zugebracht, den Rasen mit Hilfe einer Sense auf eine angebrachte Länge zu stutzen.
Zwei Schatten ließen Snape aufsehen; vor ihm stand Albert, mit einer Karaffe frischem Wasser, und - zu Snapes Überraschung - TOD.
Dankbar nahm Snape das Glas und die Karaffe entgegen. Zwar schien ihm die Sonne im Reich des Sensenmannes, ebenso wie alles andere, nicht echt, dennoch brannte sie erbarmungslos auf ihn und das anthrazitfarbene Gras unter seinen Füßen herab.
Knapp nickte Albert Snape zu, verabschiedete sich mit einer angedeuteten Verbeugung und eilte zurück zum Haus.
Die beiden Magier verstanden sich, im Rahmen des Möglichen und Machbaren, gut miteinander. Beide waren schwierige, misstrauische Charaktere, was gerade so einen höflichen Umgangston und ein gut dosiertes Maß gegenseitigen Respekts gestattete. Auch, wenn Snape und Albert, mit Ausnahme von TOD, das einzig Wirkliche in dieser Welt waren.
Sie mussten nicht miteinander sprechen, legten auch keinen Wert darauf, aber Snape glaubte sich in Alberts Nähe ein Stück lebendiger zu fühlen. Wirklicher.
In die Nähe des Sensenmannes fühlte sich Snape merkwürdig. Klein, unwichtig und zudem - dumm.
Jahrtausende andauernde Weltkenntnis schwangen in jedem Satz mit; und doch hatte TOD ein Manko. Den Menschen.
HAT DIR DIE GARTENARBEIT SPASS GEMACHT?
"Nein", antwortete Snape geduldig und ahnte, was kommen würde.
MENSCHEN MACHT GARTENARBEIT SPASS.
"Es gibt Unterschiede zwischen Menschen. Zwischen verschiedenen Charakteren", erklärte Snape ruhig und beobachtete, wie die Supernoven kleiner wurden.
"Aber", ergänzte Snape schnell, "die Bewegung hat gut getan!"
WIRKLICH?
Snape nickte.
Es war wie verhext: Früher konnte er kleine Kinder zum Weinen bringen, ohne dass ihm der Umstand, auf jemand Schwächerem herum zu hacken, Schuldgefühle bereitet hatte.
Der Sensenmann war zwar nicht schwächer als er, dennoch war Snape vorsichtig mit dem was er sagte. Snape versuchte zu vermeiden TOD zu kränken, oder gar traurig zu stimmen.
Er wusste, wie es war die Menschen nicht zu verstehen und auf verquere Weise fühlte er sich mit TOD verbrüdert.
Nicht nur, was seinen Kleidungsgeschmack anging.
WORAN HAST DU SPASS, JUNGE?
Snape überlegte kurz und versuchte eine Antwort zu geben, bei der TOD nichts falsch verstehen konnte.
"Ich bin mir nicht sicher, Herr," antwortete Snape vorsichtig. Er hätte gerne Gifte und Tränke erwidert, doch hinter jeder dieser Antworten vermutete er noch mehr Fragen und - zum Schluss - eine böse Überraschung, vielleicht in Form einer hochgiftigen Schlange in seinem Bett, oder ähnlichen Geschenken von TOD.
MÖCHTEST DU EINE WEILE IN DEINE WELT ZURÜCK, UM ES HERAUSZUFINDEN?
"Nein!", antwortete Snape hastig, ahnend, dass zwar seine wahre Gesinnung von Potter aufgedeckt worden sein würde, aber auch seine Gründe für den Verrat am dunklen Lord.
Er würde Potter nicht mehr in die Augen sehen können. Nicht noch einmal.
Snape hörte das Bersten von Holz und sah sich hektisch um, bis er bemerkte, dass TOD grinste - wie immer - und seine Fingerknochen knacken ließ.
WEISST DU, WARUM ICH DICH DAS GRAS HABE MÄHEN LASSEN?
"Damit ihr seht, wie ich mit der Sense umgehe?", fragte Snape hoffnungsvoll. Die beiden Supernoven pulsierten amüsiert.
DU MUSST GERADLINIGER DENKEN, JUNGE.
Snape seufzte: "Das Gras war zu lang," und überlegte einen Augenblick, "ich sollte jetzt den Stall ausmisten..."
GUTER JUNGE.