Eins, zwei, drei
„Eins zwei drei, eins zwei drei, eins zwei…“
Mit langen Schritten wirbelte Farin mit einem/einer virtuellen Partner/in durch den Raum. Sein Gesichtsausdruck war angespannt und konzentriert.
Lächelnd stand Bela in der Tür und beobachtete ihn. Schwungvoll waren die Schritte, aber auch ein wenig zu groß. Noch hatte Farin ihn nicht bemerkt und er hatte auch nicht vor dies zu ändern. Viel zu gut gefiel dem Drummer der Anblick.
Die Musik war ohrenbetäubend laut. Mozart, oder war es Beethoven?
Bela hatte nichts so viel Ahnung von klassischer Musik. Trotzdem konnte er gut tanzen, aber das was der blonde Hüne da ablieferte konnte man nicht mehr tanzen nennen.
Es sah eher aus, wie eine Giraffe, der was an den Schwanz gebunden war und jetzt verzweifelt versuchte es loszuwerden.
Er sollte eine Kamera holen und das aufnehmen. Der Drummer musste noch mehr grinsen. So was sah man schließlich nicht alle Tage.
Er wusste auch warum Farin wie ein Wilder durch den Raum wirbelte. Er hatte von Freunden einen Tanzkurs zum Geburtstag geschenkt bekommen. Erst war er skeptisch gewesen, weil er von sich sagte, dass er nicht tanzen könne.
Recht hat er.
Die erste Tanzstunde hatte ihm dann wohl doch etwas Spaß gemacht, sonst würde Bela jetzt nicht diese wundervolle Aussicht genießen können.
Das Stück war nun aus und der Gitarrist vollführte zum Abschluss eine kunstvolle Drehung, die aber nicht ganz klappen wollte. Er verlor das Gleichgewicht und landete mit einem Plumps auf seinen Hintern.
„Autsch!“
Jetzt konnte sich der versteckte Zuschauer nicht mehr zurückhaltend. Er prustete los.
Der Blonde drehte sich beleidigt zu diesem.
„Du bist gemein.“ Schmollend streckte er die Unterlippe raus. Er sah aus wie ein Kind, das seinen Lolli nicht bekam.
„Sorry!“, lachte Bela, „Aber das war einfach zu genial. Perfekter Abschluss.“
Er war vor Lachen den Tränen nahe und hielt sich seinen schmerzenden Bauch.
Farin sah ihn immer noch mit ‚bösem’ Blick an, aber konnte nun auch nicht länger ernst bleiben und musste mit dem Drummer über seine Ungeschicklichkeit lachen.
Als sich Bela schließlich von seinem Lachanfall erholt hatte, blickte er Farin aus schelmischen Augen an.
„Jetzt zeig ich dir mal wie das geht.“
Die Augen des Großen weiteten sich vor Überraschung.
„Was? Du kannst tanzen?“
„Na klar. Komm!“
Fordernd hielt der Kleinere seine Hand zu Farin gestreckt. Dieser starrte ihn noch immer verwundert an, ergriff jedoch schließlich die ausgestreckte Hand und ließ sich von ihr hochziehen.
„Ich bin der Mann. Ich führe dich.“, sagte Bela bestimmend.
„Nee, mein Lieber. Ich bin viel größer als du. Ich bin der Mann.“, widersprach Farin.
„Na gut, ich bin die Frau, aber ich führe dann trotzdem, sonst geht das nicht gut.“
Wieder kam die Schmolllippe zum Vorschein.
„Danke, hab dich auch lieb.“
Hatte der Blonde gerade gesagt, dass er ihn lieb hatte? Belas Herz begann schneller zu schlagen. Im selben Moment verfluchte er sich schon wieder. Schließlich hatte Farin ihn nur lieb und liebte ihn nicht und außerdem war das sarkastisch gemeint. Gott sei dank hatte er schnell seine Fassung wieder zurück gewonnen.
Er grinste und knuffte Farin in die Seite.
„Vielleicht sollten wir mal die Musik wieder einschalten.“ Er zuckte mit seinen Augenbrauen und seine giftgrünen Augen blitzten.
„Gute Idee.“ Farin musste erneut lachen und drückte auf die Play-Taste der Anlage.
„Ernst jetzt!“, mahnte Bela und sein Partner versuchte zwanghaft sein großes Lachen zu unterdrücken.
„Grmpf!“
„Farin!!!“, Bela versuchte ihn zur Vernunft zu zwingen.
„Okay. Tschuldige.“, Tief atmete Farin durch und grinste ihm zu.
„Geht’s wieder?“ Bela zog eine Augenbraue hoch.
„Ja, denk schon. Noch mal.“
Erneut starteten sie das Stück.
„Eins zwei drei!“, Zählte Bela ein und begann seinen übergroßen Tanzpartner durch den Raum zu führen.
Farin stolperte fast über seine Füße. Er war wirklich ein Untalent im Tanzen. Vielleicht sollte der Ältere ihn zu einem anderen neuen Hobby überreden.
„Au!“, er schrie auf. Farin war ihm volle Kanne auf den Fuß getreten.
„Ich hab gesagt ich führe! Und steh nicht so krumm da! Aufrecht musst du stehen. Und nicht die Arme so hängen lassen.“
„Ay ay Sir!“ Farin stellte sich kerzengerade hin, was noch grotesker bei seiner Größe wirkte.
Trotz seines schmerzenden Fußes musste Bela lachen.
„Was haben sie euch eigentlich beigebracht im Tanzkurs?“
„Soll ich’s dir zeigen?“, ein Leuchten trat in die Augen des Großen.
„Neiiiin! Hab ich doch schon gesehen.“, winkte Bela ab. Er wollte nicht noch einen gebrochenen Fuß haben. „Außerdem führe ICH!“
Sie stellten sich in Position und Bela zählte ein. Dann packte er Farin, so, dass dieser nicht mehr die Kontrolle übernehmen konnte und tanzte mit ihm durch den Raum.
Das klappte nun auch halbwegs. Farin starrte konzentriert auf seine Füße und hatte dabei die Zungenspitze zwischen seine Lippen geschoben. Er sah einfach putzig aus.
Bela wurde rot, als er merkte, was er gedacht hatte und machte prompt einen falschen Schritt, der wiederum dazu führte, dass Farin ihm erneut auf den Fuß stieg. Diesmal auf den anderen.
„Au!“, wieder schrie Bela auf und hielt sich seinen schmerzenden Fuß.
„Oh, Entschuldigung.“ Farin sah ihn aus zwei grün-braunen verzweifelten Augen heraus an.
„War doch nicht deine Schuld. Ich hab einen falschen Schritt gemacht.“, keuchte Bela. „Aber was zur Hölle hast du für Schuhe an?“
„Ganz normale!“, Und zum Beweis dafür hielt Farin Bela einen Fuß vor die Nase.
Bela wich zurück. „Ey, meine Nase soll noch ganz bleiben, bitteschön!“
Farin sah ihn jetzt noch zerknirschter an.
„Schau nicht so, Jan. Das tut ja in der Seele weh. Komm wir versuchen es noch einmal.“
„Aber deine Füße…!“ warf Farin.
„Ach das geht schon wieder.“ Bela zwinkerte ihm aufmunternd zu und versuchte den Schmerz in seinem Fuß zu ignorieren.
Der Blonde wirkte immer noch zerknirscht und sah den Älteren zweifelnd an.
„Na komm schon, Großer.“ Wieder hielt er ihm fordernd die Hand entgegen.
Der Blonde nahm seine Hand und ließ sich in die richtige Position zurechtrücken. Ein aufmunterndes Lächeln des Drummers, zauberte auch ihm ein Grinsen ins Gesicht.
Ein Knopfdruck und die Musik begann erneut.
Bela führte ihn sicher über das Parkett, während Farin wieder konzentriert (mit Zungenspitze zwischen den Zähnen) auf seine Füße starrte um ja keinen falschen Schritt zu machen.
„Stopp!“ rief Bela und schaltete die Musik aus.
„Entschuldigung, Sorry, Pardon,…tut es sehr weh?“ Farin sah ihn mit einem geschockten Blick an.
„Äh…was? Nein.“ Bela war verwirrt.
„Ich kann einfach nicht tanzen.“, sagte er traurig, „Und du musst darunter leiden.“
„Faaaarin! Mir tut nichts weh. Ich wollte dir nur sagen, dass du nicht dauernd auf deine Füße starren sollst, auch wenn das sehr süß aussieht.“
Der Kleinere wurde rot, als er merkte, was er gesagt hatte.
Aber Farin schien das nicht zu bemerkt haben. „Wohin denn dann?“
„In meine Augen.“
Hoffentlich versteht er das jetzt nicht zweideutig.
„Aber…aber dann mach ich wieder ein Fehler.“, malte Farin schwarz.
„Nein, nein. Du wirst sehen das klappt besser, als du dir vorstellen magst. Komm, sei kein Frosch.“
Widerwillig nahm Farin wieder Position ein.
Nachdem die Musik erneut begann, versuchte er den Blick von seinen Füßen zu wenden und stattdessen auf Belas Augen zu lenken. Es war schwerer, als er dachte.
„Schau mir in die Augen, Großer!“, sagte dieser grinsend.
Der Gitarrist gab sich einen Ruck und starrte nun konzentriert (mit Zungenspitze zwischen den Zähnen) in Belas Augen.
Der konzentrierte Ausdruck wich aber bald einem zufriedenen und glücklichen, als er merkte, dass er keinen Fehler machte.
Auch Bela merkte, dass sein Tanzschüler jetzt schon sicherer war und musste lächeln.
Außerdem genoss er die grün-braunen Augen die sich in seinem Blick verfingen.
Er versank gerade zu in ihnen. Immer tiefer, bis er nicht mehr als nur noch diese Augen sah. Bela bemerkte auch nicht, wie er die laute Musik immer mehr aus seinem Kopf verbannte und nahm kaum noch wahr, dass sie beide sich immer noch tanzend durch den Raum bewegten.
Immer näher kamen die Augen, bis sie zu einem verschwammen.
Plötzlich spürte er zarte, dünne Lippen auf seinen, sah wie sich die schönsten Augen der Welt vor Schreck weiteten und merkte auch, dass er seine eigenen weit aufgerissen hatte.
Er konnte nicht sagen von wem aus der Kuss gegangen war. Wer angefangen hatte.
Jedoch bemerkte er, was auch viel wichtiger war, dass sich sein Gegenüber entspannte und die Augen schloss und Bela nun weiter den Blick auf den warmen grün-braunen Ton verweigerte.
Doch der Drummer genoss nun auch einfach die warmen Lippen die auf seinen lagen und schloss ebenfalls seine Augen und gab sich Farin ganz hin.
Er spürte wie die Zunge des Blonden um Einlass bat und er gewährte ihr diesen.
Vorsichtig stupsten sie sich an und versanken in einem zärtlichen Spiel.
Nach einer gefühlten Ewigkeit lösten sie sich voneinander.
Das Tanzen hatten sie mittlerweile unterbrochen, so, dass sie nun in einer engen Umarmung im Zimmer standen.
Zärtlich sahen sie einander an, bis Bela die Stille unterbrach:
„Ich liebe dich!“
„Ich dich auch, ich dich auch.“, flüsterte Farin liebevoll.
Wieder versanken sie in einem innigen Kuss.
……
……
……
……
……
……
……
……
„Autsch!“
„Was ist denn?“
„Du hast mir auf die Zunge gebissen!“
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Anm. des Autors:
Ich hoffe euch hat die Geschichte gefallen! =)
Und übrigens...Farin schiebt seine Zungenspitze wirklich zwischen seine Lippen, wenn er konzentriert ist! xD
Wer das FUch gelesen hat, weiß das^^
Aber ich wusste es nicht, hab diese Story geschrieben, so wie sie jetzt ist und dann das FUch gelesen und mich bin fast eingefroren vor lachen^^
Ein Jahr
Diese Geschichte hatte ich schonmal hochgeladen, aber bei meinem alten Nick!
Kann also sein, dass ihr sie schon kennt xD
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Die Tür fiel krachend zu. Das letzte Mal für mindestens ein Jahr. Er hatte sich noch nicht an die Tatsache gewöhnt, dass sie nun ein Jahr getrennt sein sollten. Wieso hatte er nur eingewilligt? Schon jetzt überkam ihn ein mulmiges Gefühl. Ein Jahr ist verdammt lang. Er schluckte und drehte sich von der Tür weg. Langsam schlurfte er durch den Flur in die Küche. Auf dem Tisch lagen noch die Überreste des Essens. Das letzte für ein Jahr, was sie zusammen verbracht hatten. Seufzend und mit hängendem Kopf stellte er das Geschirr in die Spülmaschine, drehte den Knopf und das Teil begann rumpelnd seine Arbeit.
„Diiiiirk?“
Er schreckte hoch. „Jan, was machst du denn hier?“
„Ich habe meine Jacke vergessen…ah hier ist sie. Jetzt wird’s aber knapp. Ciao!“
Farin hauchte Bela noch einen Kuss auf die Backe und verschwand erneut. Wieder hörte er das Krachen der Tür und wieder war er alleine. Für ein Jahr.
~
„Jan! Wie geht es dir?“, Bela konnte seine Freude kaum unterdrücken. Farin rief an. Aus Südafrika.
„Mir geht’s super. Ich komme sehr viel herum und entdecke immer wieder neues. Weißt du, ich bin gerade richtig glücklich.“, Jan klang wirklich glücklich und irgendwie versetzte es Bela einen Stich in sein Herz.
„Ich vermisse dich Jan.“, Bela wollte nicht länger über seine Gefühle schweigen. Er musste ihm sagen, wie sehr er ihn brauchte. Erst herrschte schweigen am anderen Ende der Leitung und Bela war sich nicht einmal mehr sicher, ob Farin überhaupt noch dran war. Aber dann meldete er sich wieder: „Ich vermisse dich auch!“
„Wann kommst du wieder? Ich will dich endlich wieder sehen!“, Bela redete so schnell, dass er sich fast verhaspelte. Er saß in seinem Lieblingssessel im Wohnzimmer und spielte nervös mit einem Kugelschreiber herum.
„In einem Monat bin ich wieder da.“, Farin klang nun richtig euphorisch, „Und dann lassen wir es krachen Dirk. Ich muss dir so viel erzählen. Ich hab auch Bilder gemacht und Sachen auf Märkten gekauft. Für dich habe ich was ganz besonderes.“
„Ein Monat schon? Dann warst du ja gar nicht ein ganzes Jahr weg. Nur zehn Monate.“ Zehn Monate sind gut, aber wenn er daran dachte, dass Farin eigentlich noch drei Monate oder mehr wegbleiben wollte machte die zehn Monate zu zehn Minuten. Er sprang aus seinem Sessel hoch und schleuderte den Kugelschreiber auf den kleinen Tisch daneben. „Ich freu mich Jan. Endlich…“
„Du fehlst mir einfach zu sehr. Ich kann dir sogar schon mein genaues Ankunftsdatum sagen…warte…“, man hörte Papier rascheln und Jan sich räuspern, „Also, am 14. Dezember um 18.34 Uhr.“
Bela fing an zu strahlen: „Das hast du doch absichtlich gemacht.“
Er hörte Farin lachen und es fiel ihm nicht schwer sich das Gesicht von Farin vorzustellen. Erst einmal die wasserstoffblonden Haare, dann die Augen, die durch das Lachen nur noch Schlitze waren und dazu noch dich süßen kleinen Lachfältchen. Dann seine schöne Nase und dann folgte der schönste Mund, den er kannte. Erst einmal die schönen, geschwungenen Lippen, bei denen er jedes Mal das verlangen hatte sie zu küssen. Und zuletzt kamen die Zähne, die Farin immer großzügig zeigte. Das alles liebte er an ihm.
„Ich dachte mir, das würde doch passen, oder? Ich mein an unserem Jahrestag. Den darf ich schließlich nicht verpassen.“, Farin hatte sich wieder von seinem Lachanfall erholt und riss Bela aus seinen Gedanken.
„Und mein Geburtstag, gell?! … Das ist wunderbar. Ich freue mich. Du bist dann das schönste Geburtstagsgeschenk.“, Er musste instinktiv lächeln, obwohl er wusste, dass Farin ihn nicht sehen konnte.
„Ich liebe dich über alles, Dirk!“
„Ich liebe dich auch. Ich werde die Stunden zählen, bis ich dich wieder in den Armen halten kann.“
~
„Noch zwei stunden und zwölf Minuten!“, Bela schrie schon fast, „Jetzt rückt doch den Tisch mal da rüber. Hier hat man ja überhaupt keinen Platz! Wir haben nicht mehr viel Zeit und dieser verdammte Tisch muss da rüber.“
„Ruhig brauner!“, Rodrigo González, der beste Freund von Bela und Farin, war von hinten an Bela herangetreten und legte ihm die Hand auf die Schulter, „Wir schaffen das locker. Und dann haben wir die beste Willkommensparty der Welt. Jan wir vielleicht gucken, wenn er das hier sieht:“
„Sorry!“, murmelte Bela, „Wenn der Tisch jetzt nicht gleich da rüber gestellt wird dann bekomme ich die Krise!“
Rod seufzte Kopfschüttelnd. Er verstand Bela natürlich. Farin und er hatten sich 10 Monate nicht gesehen und heute war dazu auch noch ihr Jahrestag und Belas Geburtstag. Alles auf einmal. Wen macht das nicht nervös. Es war ja das lustige, dass Bela und Farin genau vor einem Jahr, an Belas Geburtstagsfeier ihre Gefühle zueinander gestanden hatten.
Sie hatten bei Bela zu Hause die Party geplant. Das Essen war auf dem Herd oder im Ofen. Die Getränke waren zum kühlen im Eisschrank gelagert, nur der Tisch passte nicht.
Andere Freunde von ihnen hatten sich nun ein Herz genommen und verschoben für Bela den Tisch der genau angab wie er zu stehen hatte: „Links, links, links. Nein das andere links. Stopp, neiiiiin…wieder nach rechts, okay, jetzt noch ein bisschen nach hinten. STOOOOOPP!“
Der Tisch stand. Endlich. Sie verteilten noch alle Luftschlangen und bliesen Luftballons auf. So wie sich das gehörte für eine richtige Willkommensparty.
~
Noch eine halbe Stunde. Bela saß in seinem Schlafzimmer auf dem Bett und starrte auf den Funkwecker auf dem Nachttisch. Er hatte das Bett frisch überzogen. Schwarze Lacken, so wie er es liebte. Auch Farin hatte nichts gegen schwarz, wie mein an der Farbe seiner Kleidung gut erkennen konnte. Bela lächelte, als er an Farins Kleidungsstil dachte. Er war gegen Farin ziemlich extravagant. Er strich eine unsichtbare Falte aus der Bettdecke und ließ dann seinen Blick prüfend durch das Zimmer gleiten. Die Kerzen standen bereit und warteten nur darauf angezündet zu werden. Rosenblätter bedeckten den Fußboden und verbreiteten einen angenehmen Geruch. Und ein Plattenspieler mit ein paar Platten zur Auswahl stand auf der Kommode. Es war alles perfekt. Der Raum war in eine romantische Stimmung gelegt und mit Kerzen und Musik wäre es dann vollkommen.
~
Noch zehn Minuten. Bela wippte nervös auf und ab, wackelte mit den Füßen und konnte seine Hände auch nicht ruhig halten. Jeden Moment könnte er kommen. Er, der Mann den er liebte!
Es klingelte. Bela sprang wie von der Tarantel gestochen auf und raste wie ein geölter Blitz zur Tür. Er konnte gerade noch bremsen und öffnete schwungvoll die Tür.
„Jaaa…!“, Der Rest blieb ihm im Halse stecken, denn vor ihm stand nicht Jan sonder zwei Polizisten. „Guten Tag. Wie kann ich ihnen helfen?“ Seine Enttäuschung war ihm anzusehen.
„Guten Tag. Sind Sie Dirk Felsenheimer?“, Es war eine Polizisten mit wasserstoffblonden Haaren die zu ihm sprach.
„Ähh…ja!“ Bela war verwirrt. Er hatte nichts falsch gemacht. War über keine rote Ampel gefahren oder hatte falsch geparkt. Und bei so was bekommt man auch nicht Hausbesuch von der Polizei.
„Also der Lebensgefährte von Jan Vetter?“, Diesmal sprach der männliche Polizist zu ihm. Er war im Gegenteil zu seiner Kollegin ein richtiges Warzenschwein.
„Ja der bin ich. Was ist denn los? Woher kennen Sie Jan?“, Bela hatte immer noch keine Idee was die beiden Polizisten wollten. War Jan über eine rote Ampel gefahren? Aber wann denn?
„Herr Felsenheimer, wir haben die ungünstige Position Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Lebensgefährte…Jan Vetter…er ist heute bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.“
„Nein. Sie wollen mich veräppeln!“, Er starrte sie mit weit aufgerissenen und angsterfüllten Augen an. Das konnte nicht sein. Vor seinem inneren Auge sah er Farin vergnügt in einem Taxi sitzen mit seinem Grinsen auf dem Gesicht und die Vorfreude, die in seinen Augen blitzte, wenn er daran dachte ihn, Bela, wieder zu sehen. Er blickte die beiden Polizisten an und merkte, dass sie ihn nicht veräppelten.
„Herr Felsenheimer, ein paar Gepäckstücke konnte man retten und in dem Gepäck von Herrn Vetter fanden wir dieses Stück hier. Natürlich wollten wir Ihnen das zukommen lassen.“
Die Polizistin reichte ihm ein schönes, verziertes Messer. Bela nahm es zitternd an und betrachtete es. Auf dem Griff stand in feinen Lettern eingraviert: „Zum Geburtstag alles Gute! Ein Jahr!“
Der Schmerz, der Bela ergriff kam plötzlich und bohrte sich wie ein Messer, wie das Messer, dass er in der Hand hielt, in sein Herz und es würde wohl nicht ein Jahr dort drinstecken sondern hunderte Jahre.
Nichts in der Welt
sooo! hier mal eine Songfic zu meinem absoluten Lieblingslied!
die kennt ihr bestimmt auch schon, da ich sie ebenfalls schoneinmal oben hatte^^
übrigens war das meine erste FF, also nicht zuuu streng sein =)
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Nichts in der Welt
Es ist vorbei und der Himmel ist schwarz, weil die Sonne hier nie wieder scheint
Er öffnete langsam die Augen. Alles war schwarz. Er konnte nichts sehen. Er wollte nichts sehen. Er lag auf seinem Bett? Oder auf dem Boden? Er wusste es nicht. Alles schwarz!
Es ist vorbei, doch ich hoffe, dass das was uns trennte uns wieder vereint
Er hörte immer wieder die Worte in seinem Kop ’Es ist aus!’ Das letzte Gespräch ging ihm durch den Kopf. Der Mann, den er liebte, wollte nicht mehr. Er sagte, er wollte nur ausprobieren. Und in diesen stechend grünen Augen lag kein Mitleid und nichts, was darauf hinwies, dass es ihm Leid tat.
Es ist vorbei und nichts in der Welt wird es je wieder gut machen könn.
Nie wieder würde er jemanden finden, den er so lieben würde. ’Bela!’ flüsterte er.
Nie wieder würde er lachen können. Denn es gab niemanden mehr, der ihn zum Lachen bringen könnte.
Nie wieder würde er von hier aufstehen. Denn wohin sollte er gehen? Nichts hatte mehr Sinn für ihn. Und hier zu liegen reichte ihm vollkommen.
Es ist vorbei, wenn ich könnte dann würde ich vor meinem Leben wegrenn
Würd’ die Augen verschließen und ich würde probieren meine Gefühle einfach zu ignorieren
Langsam erhob sich der blonde große Mann und tastete sich durch die Dunkelheit. Er öffnete eine Tür und dämmriges Licht blendete seine ans Dunkel gewöhnten Augen. Er blinzelte ein paar Mal. Dadurch löste sich eine Träne aus einem Augenwinkel und lief seine eingefallenen Wangen hinunter. Langsam ging er in seine Küche und öffnete eine Schublade. Er wühlte ein bisschen darin herum, bis er ein kleines aber scharfes Messer in der Hand hielt. Er setzte sich auf einen Stuhl und starrte auf das Messer. Dann schloss er die Augen und fuhr langsam mit dem Messer seinen linken Arm herunter, bis er kurz vor dem Handgelenk an der Pulsader stoppte.
Ich will so kalt sein, dass alle erfrieren, will mich nie mehr verlieben, um nie mehr zu verliern
Doch dann plötzlich sprang er auf und ließ das Messer mit einem klackenden Geräusch zu Boden fallen. Wut packte ihn. Er hasste alle Menschen und er schwor sich nie wieder den Fehler zu machen sich zu verlieben. Er wollte, dass andere das spüren, was er gerade durchmachte. Sie alle sollten wissen, wie das ist, alleine zu sein…
Es dauert noch, bis ich begreife, was das heißt – Es ist vorbei
Seine Wut wurde zu Verzweiflung und nun schüttelte es ihn vor Weinkrämpfen. Er rutschte an der Wand herunter und lag nun, wie ein Häufchen Elend am Fußboden. Und das war er auch: Ein Häufchen Elend. Wie konnte die Welt nur so ungerecht sein? Er begriff es nicht. Wie konnte es sein, dass Bela ihn einfach verließ? Er wollte es einfach nicht begreifen und es würde bestimmt noch dauern, bis er es begreifen würde.
Ich weiß nicht warum, sag mir was hab ich falsch gemacht?
’Warum? Waruuum?’ schluchzte, ja schrie er beinahe. Lag es an ihm? ’Ich wollte nur ausprobieren!’ wieder schoss ihm der Satz von Bela durch den Kopf. Was hatte er, Jan Vetter, denn getan, dass sein ehemaliger bester Freund ihn so ausnutzte? Er wusste keine Antwort. Bevor sie sich näher gekommen waren, wo sie noch einfache beste Freunde gewesen waren, waren sie immer ehrlich zueinander gewesen und auch während ihrer Beziehung hatte Bela ihm immer gesagt, wenn ihn etwas störte. ’Verdammt! Was hab ich falsch gemacht?’ schrie Farin.
Es ist vorbei, du hast mein Herz zerfetzt und dir gar nichts dabei gedacht
’Nein!’ sagte sich Farin‚ ’Auch du, Bela, bist nicht ganz unschuldig!’ Er erinnerte sich wieder an diese gefühllosen Augen, in denen er davor immer jede kleinste Gefühlsregung lesen konnte. Diese Augen waren es, die ihn darauf aufmerksam machten, dass er noch mehr für Bela empfinden könnte, als Freundschaft. Jedes Mal, wenn Bela ihm in seine Augen blickte, hatte er tausende Schmetterlinge im Bauch gehabt und das hatte sich auch während ihrer ganzen Beziehung über nicht geändert. Doch am Ende waren es genau diese Augen, die ihm auch das Herz zerfetzt haben. Diese kalten gefühllosen Augen.
Du bist so grausam, darum liebe ich dich
Obwohl ich doch weiß, dass du nicht gut bist für mich
Meine Gefühle sind an und für sich
Lächerlich einfach und einfach lächerlich
Sie hatten oft gelacht. Bela konnte ihn immer gut zum Lachen bringen. Er hätte nie gedacht, dass er auch so grausam sein könnte. Doch trotzdem liebte er ihn noch. Trotz dieser Grausamkeit, die Bela ihm gegenüber offenbart hatte. Er merkte, dass Bela nie gut für ihn gewesen war, nie gut für ihn ist und auch nie gut für ihn sein wird. Bela machte ihn kaputt, doch das störte ihn nicht, denn er liebte Bela. Und genau das war einfach lächerlich. ’Lächerlich! Lächerlich! Lächerlich!’ hämmerte sich Farin in den Kopf ein.
Weil jeder Gedanke nur um das eine kreist: Es ist vorbei
Doch er konnte nicht anders. Er musste die ganze Zeit an Bela denken und daran, dass er ihn wahrscheinlich nie wieder sehen würde. Nie wieder! Es klang grausam. Genauso grausam, wie die Worte, die Bela benutzte: ’Es ist vorbei!’
Es ist vorbei, doch idiotischerweise will ich immer noch bei dir sein
Es ist vorbei, und ich will nicht begreifen jeder Mensch ist für immer allein
Er erhob sich langsam vom Boden und ging zum Telefon. Er wollte Bela anrufen. Es muss doch ein Missverständnis gewesen sein. Ein dummes Missverständnis. Er wählte die Nummer und wartete. Das Freizeichen ertönte doch niemand hob ab. Er war allein. Jeder war allein. Und das wird sich auch nie ändern. Es gab immer jemanden, der einen im Stich ließ.
In das Tuten sagte er leise hinein: ’Bela, ich vermisse dich! Ich will bei dir sein!“
Liebe ist nur ein Traum, eine Idee und nicht mehr
Tief im Inneren bleibt jeder einsam und leer
Er erwachte ganz plötzlich. Er musste eingeschlafen sein, nachdem er wieder aufgelegt und sich aufs Sofa gelegt hatte. Sein Traum fiel ihm ein: In dem Traum war Bela noch bei ihm. Bela küsste ihn und sagte ihm, wie sehr er ihn liebte. Und Farin sagte auch, wie sehr er Bela liebte. Sie umarmten und küssten sich wieder und in dem Traum dachte keine daran sich von dem anderen zu trennen.
Farin wurde plötzlich klar, wie einsam er doch war. Gab es überhaupt Liebe? Mit einem Schlag fühlte er sich leer. So leer, dass er versuchte einzuatmen, aber es ging nicht. Die Leere ließ nichts anderes zu.
Es heißt, dass jedes Ende auch ein Anfang wär
Doch warum tut es so weh? Und warum ist es so schwer?
Langsam atmete er ein. Es tat weh. Ihm wurde klar, dass sich etwas ändern musste. Er musste neu anfangen. Er könnte mal wieder in den Urlaub fahren. So weit weg, dass er es nicht einmal wagen würde an Bela zu denken. Er sprang auf, aber plötzlich durchzuckte ihn wieder die Welle des Schmerzes. Stöhnend sank er wieder zurück auf die Couch. Krümmte sich vor Schmerz, der in seiner Brust festsaß, wie ein gefangenes wildes Tier, das hinauswollte. Er atmete ein paar Mal tief ein und aus und dann erhob er sich erneut, aber dieses Mal langsam und vorsichtig.
Er ging zum Telefon. Aber diesmal wählte er nicht Belas Nummer.
Ich lasse dich gehn, auch wenn es mich zerreißt – Es ist vorbei
Zwei Tage später saß er im Flugzeug nach New York. Die letzten Tage waren eine Qual gewesen, doch nun würde bestimmt alles besser. Das versuchte sich Farin einzureden. Als das Flugzeug immer schneller und schneller wurde und schließlich vom Erdboden abhob, durchströmte Farin eine Welle der Erleichterung. Einem neuen Anfang konnte nichts mehr im Wege stehen.
Und nichts in der Welt wird es je wieder gut machen könn
Als das Flugzeug seine Höhe erreicht hatte. Als Farin sich sicher war, dass er eine schöne restliche Zukunft haben würde. Genau da fiel ihm ein, dass Bela und er in New York ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht hatten…
Junggesellenabschied
Huhu!
Endlich gibts von mir auch mal wieder was neues! hatte leider ein eeeewig langes kraTIEF! -.-
doch jetzt ist es überwunden und ich hab ferien! *freu*
diese geschichte ist für alle ein kleines vorweihnachtsgeschenk =)
ich wünsche euch allen ein frohes fest und dass ihr tolle geschenke bekommt!
und ich hoffe euch gefällt diese story!
Endlich ist rod mal die hauptperson und es ist keine BelaxFarin!
haha...jetzt enttäusche ich bestimmt einige von euch :P
aber ich mag sie...(eigenlob stinkt ich weiß...) lest sie einfach selber!
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Junggesellenabschied
„...so antworten Sie mit ‚Ja, ich will!’.“
Nein!!! Verdammt, ich hatte keine Ahnung. Ich war nicht bereit…aber eigentlich wollte ich doch. Oder?
Es waren drei Wörter, die mein restliches Leben bestimmten. Doch hatte ich über meine Zukunft nicht schon letzte Nacht entschieden?
*flashback*
Breit grinsend stand Bela vor der Tür und schwenkte eine riesige Champagnerflasche.
„Bereit?“, fragte er und ich bejahte.
„Das wird ja ein lustiger Abend, wenn du heut überhaupt nicht gedrängt werden musst.
„Na hör mal! Das ist der letzte Abend, den ich ohne Jan verbringen werde.“
„Das hast du jetzt aber gesagt.“, lachte Bela laut und schob mich die Treppe hinunter.
Die Party konnte losgehen!
Vor dem Haus hielt eine große schwarze Limousine. Der Chauffeur stand bereit und hielt mir die Tür auf. Ich musste grinsen und war nun gespannt, was mein Freund sich noch einfallen hat lassen.
Als ich einstieg wartete schon die nächste Überraschung und mir stockte der Atem. Alles war vollgehängt mit Sexspielzeug. Das Wageninnere sah aus, als hätte der Drummer die falsche Weihnachtsdeko erwischt.
„Äh…Bela?“
„Was denn? Gefällts dir nicht?“ Breit grinsend stieg Bela hinter mir ein. „Hör mal! Das ist das letzte Mal, das du so was zu Gesicht bekommst.“
„Also DAS hast diesmal du gesagt. Außerdem, woher weißt du was bei Jan und mir im Bett passiert?“
„Ich weiß so einiges Freundchen. Gewöhn dich schon mal daran.“
Seine Augen blitzten gefährlich und ich überlegte mir ernsthaft, Angst vor meinem Freund und um mein Privatleben zu bekommen.
Doch ich kam gar nicht dazu mir ernsthafte Sorgen zu machen, denn Bela öffnete nun den Champagner, sodass der Korken durch das ganze Wageninnere sprang. Erschrocken fuhr ich zusammen und der Drummer schenkte zwei Gläser, schadenfroh grinsend, ein. Er reichte mir das eine Glas und hob seines:
„Auf einen schönen letzten Abend!“
Ich boxte ihn in die Seite und sah ihn gespielt böse an. Warum musste er denn immer Seitenhiebe auf Farin verteilen?
Dennoch hob ich mein Glas und wir stießen sie aneinander. Mit einem Zug hatten wir dann das Glas leer getrunken. Von genießen, keine Spur.
Nach einer viertel Stunde und weiteren Gläsern Champagner, hielt der Wagen an und kurz darauf wurde uns die Tür geöffnet. Ich stieg vor Bela aus und erblickte die Leuchtreklamen eines Nachtclubs: ‚Lost in the night’
Doch schon schob mich der Ältere Richtung Eingang. Kaum waren wir eingetreten, schlug uns stickige Luft und laute Musik entgegen. Wir gingen durch einen kurzen Gang, durchschritten eine Tür und fanden uns in einem großen Raum wieder. Die Musik war nun ohrenbetäubend laut, Diskolichter erledigten ihre Arbeit und eine Menge Leute tanzten in der Mitte.
Als wir entdeckt wurden, fing die Masse an zu gröhlen und zu klatschen. Ein paar stürzten auf mich zu und wollten mich zu den Tanzenden mitschleppen, wogegen ich mich allerdings entschieden wehrte. Erst brauchte ich noch mehr Alkohol intus, um mich auf die Tanzfläche zu wagen. Und das teilte ich auch den anderen brüllend mit. Sie schmollten ein wenig, aber widmeten sich dann wieder dem Tanzen – ohne mich.
Ich sah mich nach Bela um und entdeckte, dass er sich schon längst an die Bar begeben hatte. Mit schnellen Schritten folgte ich ihm und kaum war bei ihm angelangt, dreht er sich mit zwei Wodka in der Hand um und wir donnern aneinander.
Die Folgen: Mein Hemd getränkt mit Wodka, die Gläser zerbrochen am Boden und Bela, der sich fluchend seine Hand hielt.
„Oh fuck, fuck fuck. So viel hast du doch noch gar nicht getrunken.“
„Sorry, hatte nicht erwartet, dass du dich plötzlich umdrehst. Komm ich kauf zwei neue.“
„Man, du Hornochse, das ist alles umsonst. Das ist deine Party. Glaubst du, du bezahlst hier was?“
Ich traute mich schon gar nichts mehr zu sagen und zucke deshalb nur hilflos mit den Schultern. Doch Bela hatte sich wieder beruhigt und grinste.
„Hey, war doch nicht so gemeint.“
Er zwinkerte kurz und bestellte dann zwei neue Wodka.
Nach einiger Zeit gesellten sich auch andere Freunde zu uns und wir nahmen immer mehr Alkohol zu uns. Die Witze wurden immer versauter und das Lachen immer lauter.
Nach zwei Stunden wagte ich mich endlich auf die Tanzfläche. Und nach einer weiteren Stunde und noch mehr Alkohol, tanzten wir sogar den Limbo. Es war ein Wunder, dass es keinen Steißbeinbruch gab. Denn nicht viele schafften es unter dem Stab hindurch zu tanzen und landeten sehr unsanft auf ihrem Hintern.
Als zusätzliche Regel hatte Bela beschlossen, dass jeder der es nicht schaffte, eine Runde ausgeben muss, außer mir natürlich.
Irgendwann musste ich dann mal dringend zur Toilette. Ich stieß die Tür auf und hätte ich mich nicht am Toilettenrand abgestützt, wäre ich umgekippt. Ich sollte nicht weiter trinken, sonst war die Gefahr eines Katers am nächsten Tag sehr groß. Doch wenn man einmal angefangen hat...
Die Tür wurde plötzlich aufgerissen und Bela torkelte herein.
„Haha…das ist der beste Junggesellenabschied, den ich je erlebt habe.“, gröhlte er und musste sich ebenfalls am Rand des Pissbeckens abstützen, um nicht einfach umzufallen.
„Hast du überhaupt schon einen erlebt?“, kicherte ich.
„Klaaaar. Was denkst denn du?“, lallte der Kleinere und öffnete ungeschickt seinen Reißverschluss.
Ich musste plötzlich so lachen, dass ich fast das Gleichgewicht verlor. Gerade noch rechtzeitig griff Bela nach mir und rettete mich, davor nicht auf den Boden zu klatschen. Verwundert über seine schnelle Reaktion, versuchte ich Bela anzuvisieren.
„Weissssst du…Dirk, isch glaube, du musst auf misch aufpassen, sonst sterbe isch heute noch.“
Er grinste mich belustigt an.
„Du stirbst schon nicht.“ Er hatte sein Geschäft nun beendet und zog mich wieder Richtung Party.
„Haaaalt!“, schrie ich.
Geschockt ließ er mich los und starrte mich.
„Isch will nischt mehr da rein. Lass uns doch eine rauuuchen.“
„Gute Idee.“, murmelte Bela und zog mich nun Richtung Ausgang. Draußen stand immer noch die Limousine, der Chauffeur lässig an den Wagen gelehnt und tat das, was wir gerade vorhatten zu tun: Rauchen.
Wir stellten uns in einige Entfernung hin und Bela holte zwei Kippen aus seiner Packung, reichte mir eine und zündete sie mir noch an, bevor er sich selbst eine ansteckte.
Genüsslich sog ich den Rauch in die Lunge und entspannte mich im selben Moment. Schweigend standen wir nun da und rauchten vor uns hin.
Als ich die Zigarette austrat, war mein Kopf schon wieder klarer und ich stand auf meinen Beinen ohne hin und her zu schwanken, wie ein Schiff auf hoher See.
Der Schlagzeuger war kurz nach mir mit Rauchen fertig.
„Wieder rein?“, fragte er und deutete zur Tür.
„Hmm…weiß nicht so recht…bleiben wir noch ein bisschen.“
„Guuuut.“, er hob skeptisch eine Augenbraue, aber wunderte sich dann doch nur für sich.
Ich schloss die Augen, richtete mein Gesicht gen Himmel und atmete tief die kühle Nachtluft ein. Ich musste an den morgigen Tag denken. Oder eher gesagt, den heutigen Tag, denn Null Uhr war schon längst vorbei. In ein paar Stunden, würde ich mit Farin vor dem Altar stehen und wir würden uns gegenseitig das restliche Leben versprechen.
Der Gedanke ließ mich lächeln und nun musste ich an den blonden Hünen denken. Was er jetzt wohl tat? Bestimmt lag er schon längst im Bett und gönnte sich seinen Schönheitsschlaf. Oder er wälzte sich noch unruhig hin und her und konnte wegen dem bevorstehenden Ereignis nicht einschlafen.
Ich erinnerte mich an den Tag, an dem er mich gefragt hatte, ob ich ihn nicht heiraten möchte. Ich wusste, dass ich sehr erstaunt gewesen war, denn die Jahre davor hatte sich Farin sich immer gegen das Heiraten ausgesprochen. Doch er hatte mir erklärt, nachdem ich den Antrag voller Freude angenommen hatte, dass er sein restliches Leben mit mir verbringen möchte und das auch offiziell. Das hatte mich schon sehr geschmeichelt, dass er, Farin, seine Meinung wegen mir geändert hatte.
„Duuu Rod, mir ist kalt.“, untebrach Bela meine Gedankengänge. Ich öffnete widerwillig meine Augen und seufzte nachgiebig.
„Dann gehen wir halt wieder rein.“
Drinnen kam mir die Luft noch stickiger vor, als vorher und ich wollte lieber wieder an die frische Luft, aber es war meine Party, da konnte ich nicht einfach plötzlich verschwinden. Wir waren jetzt schon lang genug weg gewesen.
Als sie die Tür zum Partyraum öffneten, stürzte uns einen Gestalt entgegen, die sich ihre Hand vor den Mund presste. Erschrocken sprangen wir einen Schritt zur Seite und die Person raste Richtung Toilette.
„Was für ’ne Party.“, bemerkte Bela grinsend und hielt mir die Tür auf. „Treten Sie herein und sehen Sie, was Sie erwartet.“
Ich verdrehte die Augen und betrat den Raum.
„Hast du gerade die Augen verdreht, Rod?“
Ertappt zuckte ich zusammen, aber schaffte es dann noch mein unschuldigstes Gesicht aufzusetzen, bevor ich Bela ansah.
„Nööö, wieso?“
Mein Freund kniff die Augen zusammen und musterte mich genau. Mir kam es vor, als hätten seine Augen Röntgenstrahlen. Nach einiger Zeit – mir wurde die Situation schon unangenehm – ließ Bela endlich von mir und lachte.
„Lügner!“
Ich merkte, wie mir die Röte ins Gesicht schoss. Dieser Mann konnte einfach jeden durchschauen.
Ich hüstelte verlegen und versuchte ihn abzulenken.
„Wie wär’s noch mit einem Drink?“
Mir fiel gerade echt nichts anderes ein, aber war auch kein Wunder. Wir waren umgeben von sehr vielen betrunkenen Menschen und ich möchte nicht behaupten, ich wäre nüchtern gewesen.
Bela nickte, aber bedachte mich mit einem Blick, der soviel aussagte, wie „Ich werde das nicht vergessen, Freundchen.“
An der Bar bestellten wir – mal wieder – Hochprozentiges. Es war echt ein Glück, dass Farin nicht da war. Er hätte mich umgebracht, wenn er wüsste, welche Mengen ich hier runterkippte. Aber er war nicht da, also machte ich mir jetzt mal keine Sorgen um meinen Alkoholkonsum.
Eine Stunde später hingen Bela und ich Arm in Arm am Tresen und lachten über alles. Wirklich alles.
„Mein Bauch tut weh.“, prustete mein Saufkumpan, was mich erneut zum Lachen brachte.
„Hör auf! Hör auf zu Lachen! Rooood!“
Ich konnte nicht mehr aufhören und auch mein Bauch begann zu schmerzen.
Der Drummer gab mir einen nur leichten Schubs, wahrscheinlich, um mich zum Schweigen zu bringen. Dieser kleine Schubs schaffte es jedoch, dass ich das Gleichgewicht verlor und ich einfach vom Barhocker fiel. Plötzlich lag ich am Boden und meine rechte Körperhälfte schmerzte.
Ich richtete mich mühsam wieder auf und erblickte Bela, der nun noch mehr am Lachen war und ich musste mit einstimmen.
So ging es noch einige Zeit weiter. Wir lachten, versuchten nicht zu lachen, mussten deshalb noch mehr lachen, versuchten uns gegenseitig von den Barhockern zu schubsen und bestellten weiterhin Getränke.
Wie ich wieder in die Limousine kam, wusste ich nicht. Nur, dass mir verdammt schlecht war.
„Dirk?“, stöhnte ich und sah mich vorsichtig um, damit die Übelkeit nicht schlimmer wurde.
Bela saß auf dem Platz neben mir und grinste schelmisch.
„Hab ich was verpasst?“, fragte ich ihn besorgt.
„Nee, nee.“
Dieses ‚Nee, nee’ wollte mir gar nicht gefallen und ich vergaß für einen Moment meine Übelkeit und sah Bela skeptisch an.
„Was?“, fragte dieser scheinheilig.
„Was hab ich getan?“
„Och nichts…“
„Was? Dirk.“
„Also, hmm…nichts weiter, als dich sehr süß zu verhalten.“
Süß? Hatte mein Freund gerade echt ‚süß’ gesagt?
„Dirk!“, knurrte ich jetzt.
„Es ist echt nichts Schlimmes passiert.“ Beteuerte Bela und hob, um die Aussage noch zu bekräftigen, beide Hände.
„Okay…Nur ‚Süß’ verhalten.“
„Jaaa.“, Bela bekam Sternchenaugen und ein riesengroßes Lächeln kam zum Vorschein.
„Was hab ich getan?“, wiederholte ich nun meine Frage von vorhin. Das Verhalten meines Freundes beunruhigte mich.
„Och nichts. Sag ich doch die ganze Zeit schon.“
„Dirk!“, ich wurde ungeduldig.
„Ja?“, hauchte dieser und war plötzlich sehr nah.
Was dann passierte, hätte ich nie erwartet. Wir küssten uns. Kein Bussi, kein kurzer Schmatzer. Nein, ein richtiger Kuss – lang und sogar mit Zunge.
Und ich unternahm nichts dagegen. Das allerschlimmste aber war, dass es mir auch noch gefiel. Sehr sogar.
Ich dachte weder an Farin, noch die Hochzeit oder irgendwelche Folgen. Das einzige was zählte, waren Bela und ich.
Plötzlich saßen wir mit nackten Oberkörpern da. Fuhren mit unseren Händen an dem des anderen entlang, unterbrachen unseren Kuss aber nicht.
Ich fummelte an Belas Gürtelschnalle herum und ein paar Sekunden später, hatte ich seine Hose geöffnet und zog sie im aus. Dazu musste ich leider unseren wundervollen Kuss trennen. Doch der wurde sofort wieder aufgenommen, als die Hose zusammengeknüllt auf dem Boden des Wagens lag.
Bela zupfte nun an meiner Schnalle und wenige Momente später lag meine Hose neben seiner und wir lagen aufeinander auf der Rückbank.
Der Drummer begann nun mich von der Brust abwärts mit Küssen zu verwöhnen. Als er sanft an meiner Brustwarze knabberte, entfuhr mir ein kurzes Keuchen.
Bela machte diese Sache gut. Anscheinend zu gut, denn ich gab mich ihm immer mehr hin.
Er gelangte zum Bund meiner Short. Mit einer professionellen Bewegung hatte er sie mir ausgezogen und ich lag komplett nackt vor ihm.
Ich wollte ihn nun auch nackt sehen und riss schwer atmend an seiner Unterhose. Jedoch waren meine Bewegungen anscheinend nicht so professionell, denn Bela musste nachhelfen um das lästige Stoffstück loszuwerden. Er lachte leise und beugte sich zu mir herab, um mich kurz zu küssen.
Dann widmete er sich wieder der unteren Partie meines Körpers. Er nahm meine Erregung in seinen Mund und ich bäumte mich unter ihm auf.
Kurz darauf ergoss ich mich mit einem lauten Stöhnen in seinen Mund.
Ich schloss die Augen und atmete schwer. Plötzlich spürte ich wieder Belas Finger die langsam über mein Schlüsselbein strichen und meine Brust hinunter. Seine Berührung hinterließ eine angenehme Gänsehaut. Mit geschlossenen Augen suchten meine Hände nach seinem Gesicht. Als ich es fand, zog ich es zu mir und küsste ihn innig.
Nach einiger Zeit löste sich Bela erneut von mir und drehte mich auf den Bauch. Ehe ich darüber nachdachte, was er vorhatte, spürte ich schon einen stechenden Schmerz an und in meinem Hinterteil. Doch er dauerte nicht lang an und machte Platz für eine neue Welle der Erregung.
Keuchend und stöhnend, kamen wir gleichzeitig zum Höhepunkt. Dann ließ mein Freund von mir ab und ließ sich seufzend in die Polster fallen. Seine Haare waren nass vom Schweiß und ihm fielen ein paar Strähnen ins Gesicht. Ich musste ebenfalls seufzen und war in diesem Moment einfach wahnsinnig glücklich.
Ich schloss die Augen und die Szene von eben glitt noch einmal an mir vorüber, dann schlief ich ein…
*flashback ende*
„Ich kann nicht.“, flüsterte ich leise. Der Standesbeamte sah mich verwirrt an.
„Können Sie bitte ihre Antwort noch einmal wiederholen? Ich glaube, wir haben Sie nicht so recht verstanden.“
Doch der Mann war mir egal. Aus den Augenwinkeln sah ich Farin. Sein Gesicht war blass und aus seinen Augen konnte ich die Angst lesen. Für ihn musste ich die Antwort nicht wiederholen, er hatte verstanden. Es zerriss mir das Herz, ihn so geschockt zu sehen und eigentlich wollte ich ihm das nicht antun müssen, aber es ging nicht anders.
„Nein.“, flüsterte Farin. „Nein.“ Das einzige was er sagte.
Langsam drehte ich mich zu ihm und sah in seine grün-braunen Augen. Sie waren voller Verzweiflung und flehten mich an.
„Es tut mir Leid!“, mehr fiel mir nicht ein und doch war es die einzige Wahrheit. Ich wandte mich Richtung Ausgang und ging. 100 Blicke verfolgten meinen Weg bis zur Tür.
Ich öffnete diese, schritt nach draußen und ließ sie zufallen. Kurz bevor sie gänzlich ins Schloss fiel, hörte ich Farin.
„NEIIIIIIIN!“