One shot
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One shot ohne adult
Das ganze Drama spielte sich in der Nervenheilanstalt Großschweibnitz statt. Genauer betrachtet in der geschlossenen Abteil Kinder und Jugendpsychologie. Kai saß auf der Couch im Aufenthaltsraum, von da aus hatte er einen guten Blick auf den Gang. Er hatte 'rein zufällig' mit angehört wie die Pfleger über einen Neuzugang gesprochen hatten, der heute ankommen sollte. Seit dem keimte in ihm die Hoffnung das vielleicht ein hübsches Mädchen eingewiesen wird. Nötig war das alle Mal. Alle die einiger Maßen. Alle die einiger Maßen ansehnlich waren, sind in die Offen versetzt worden. Es war wirklich zum heulen. Er saß hier für die nächsten drei Monate fest und das mit ein Haufen Gesichtslarven und Vollidioten. Kai fand das er selbst nämlich ziemlich gut aussah, mit seinen pechschwarzen Haaren und seinen leuchtend grünen Augen. Obwohl seine Klamotten etwas gewöhnungsbedürftig war. Er war mit Leib und Seele ein Punk und kleidete sich dementsprechend. Trotz aller Proteste der Ärzte und Pfleger hatte er darauf bestanden seine Sachen anzuziehen. Eines seiner wichtigsten Argumente war gewesen, dass er nichts anderes besaß. Die Tür ging auf und die und ein Junge der unter der Last seiner Koffer fast zusammen brach, schleppte sich in den Gang. Kai seufzte enttäuscht. Er hatte aber gelernt nicht wählerisch zu sein. So wurde dem Neuen ein musternder Blick zugeworfen. Dem Klamotten nach war er ein Emo. Seine feuerrot gefärbten Haare wollten nicht ganz dazu passen. 'Ein hübsches Gesicht hat er ja, fast wie ein Mädchen, und sein Körper ist auch nicht schlecht,' schoss es dem Punk durch den Kopf. Ein kurzes, fieses Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Mal sehen was da noch geht. „Hey Kai, komm mal her.“ Der Pfleger der nach dem Emo durch die Tür kam. Winkte ihm ran. Ziemlich genervt trottete Kai näher. „Darf ich dir deinen neuen Zimmergenossen vorstellen?“ Kai schnaubte. Der Neue sah ihn nur neutral an. „Komm mit.“ Der Punk machte eine winkende Handbewegung. Brave folgte ihm sein zukünftiger Zimmer- und Leidensgenossen. Desinteressiert sah er sich um. Die Wände waren mit Poster von Sum 41, Rammstein, Marilyn Manson und den Toten Hosen. Ohne Kai weiter zu beachten, lies sich der Emo auf das freie Bett fallen. Später räumte er seine Sachen aus dem Koffer in den Schrank, danach legte er sich mit einem Buch wieder aufs Bett. Der Rothaarige wurde dem Schwarzhaarigen langsam unheimlich. Sie waren nun schon zwei Stunden in diesem Zimmer und hatten noch kein Wort miteinander gewechselt. So versuchte Kai denn Anfang zu machen. „Hey du, wie ist dein Name?“ „Siehst du das ich lese?“ „Schon aber...“ "Dann nerv mich nicht“ „Hey man, ganz ruhig Ich wollt ja bloß höflich sein.“ Sorry, ich wollt dich nicht anfahren aber mir geht das alles hier tierisch auf die Nerven.“ „Kann ich verstehen. Sagst du mir nun wie du heißt oder nicht?“ „Vincent und du?“ „Kai.“ Nach diesem 'Gespräch ' wand sich Vincent sich wieder seinem Buch zu. Eine weitere halbe Stunde später hatte Kai die Stille satt. „Sag mal, bist du immer so schweigsam?“ „Was meinst du?“ „Na hör mal, wir sind seit zweieinhalb Stunden zusammen in einem Zimmer und haben kaum ein paar Sätze miteinander gesprochen.“ „Und?“ „Du bist nicht normal.“ „Deshalb bin ich hier.“ Der Punk schwieg. Er hatte den traurigen Unterton bei dem Emo bemerkt. Kai zögerte, dann stand er auf und setzte sich neben Vincent auf das Bett. Der sah den Punk überrascht an. Kai stockte er sah zum ersten mal in die Augen des Anderen. Sie waren grau und sehr trüb. Nur noch ein kleiner Schimmer der in ihnen lag, verriet das sie mal strahlend blau gewesen sein mussten. Es wurde immer gesagt, dass die Augen der Spiegel der Seele waren. Wenn das stimmte hatte der
Rothaarige seine schon vor Jahren verloren.
Freundschaftlich legte Kai dem Arm um Vincent. Dem schien das ganze unangenehm zu sein. Er versucht den Armen und der tröstenden Wärme zu entkommen. Doch Kai lies nicht locker, schließlich ergab Vincent sich. „Ich weis wie schwer das ist,“ flüsterte der Punk dem Emo ins Ohr, „aber wenn du willst kann ich dir helfen. Erzähl mir erstmal warum du hier bist.“ „Wegen meiner Freundin.“ „Deine Freundin?“ „Ich habe versucht mich wegen ihr umzubringen.“ „Wieso?“ „Das ist eine lange Geschichte.“ „Na hör mal, ich wünschte wir hätten hier von allem so viel wie von der Zeit.“ „Na gut, also ich und meine Freundin waren seit letztes Jahr im Frühling zusammen. Die ersten Monate liefen super. Wir waren typisch frisch verliebt. Ich war richtig froh so ein tolles Mädchen abbekommen zu haben. Sie war beliebt, klug und hübsch, um ehrlich zu sein, du siehst ihr sogar ähnlich.“ „Willst du mich verarschen?! Ich sehe doch nicht wie ein Mädchen aus!“ „Nein aber deine Haare und Augen sind wie ihre, ihr könntet glatt Geschwister sein.“ „Mhm ist ja auch egal, erzähl weiter.“ „Na ja jedenfalls änderte sich das mit der Zeit.“
Sie wurde immer verschlossener und distanzierter. Schließlich erfuhr ich von einem Freund, dass sie mich schon seit einiger Zeit betrügt. Als ich sie zu rede stellte, sagte sie, dass es ihr Leid täte und dass ganze eine einmalige Sache gewesen sei. Ich verzieh ihr. Nach einer Weile ging das Ganze wieder von vorne los. Insgesamt betrog sie mich vier mal. Beim Vierten mal verlief aber alles anders. Sie schrie mich an. 'Ich sollte mich aus ihren Angelegenheiten raus halten. Ich sei eh nur ein Notnagel gewesen und sie wollte eh schon lange Schluss machen. Am nächsten Tag erzählte sie in der ganzen Schule herum wie sie mich verarscht hatte. Die Anderen nutzten die Gelegenheit und mobbten mich. Letzte Woche habe ich es nicht mehr ausgehalten. Aus Frust habe ich mich betrunken und bin auf den Stadtturm gestiegen. Als ich versuchte über die Brüstung zu klettern bin ich ausgerutscht. Ich schlug mir den Kopf ein und wurde ohnmächtig.
Am nächsten Morgen fand man mich, natürlich war allen klar was ich dort oben wollte. Und so bin ich hier gelandet." Vincent hob den Kopf und lächelte traurig. Ein paar Tränen rannen ihn über das Gesicht. Fahrig wischte er sie weg. "Du hältst mich jetzt wohl für einen Schwächling." "Quatsch! Ich weis das klingt jetzt abgedroschen aber vergiss sie. Diese dumme Kuh war die ganze Aktion nicht wert." "Ich weis, seufzte er resigniert," aber ich liebe sie immer noch." "Vielleicht würde es dir helfen wenn du erst mal die Finger von Frauen lässt und zu 'anderen Ufern' aufbrichst." "Wie meinst du das?" "Ist egal. Wir sollten in den Essensraum gehen. in einer halben Stunde gibt es Abendbrot." Im Speisesaal trafen die Beiden auf die anderen Insassen. Die behandelten den neuen ziemlich neutral, oder anders gesagt, sie ignorierten ihn. Aber dass schien ihn werde zu interessieren noch zu stören.
Vincent gegenüber setzte sich ein großer, bulliger, hässlich Typ. Er trug ein altes T-Shirt mit der Aufschrift 'Bulldogge'. Die 'Bulldogge' grinste den Emo dümmlich an. "Hey Neuer du siehst aus wie ein Mädchen. Wie wäre es ich hab noch zwanzig Mäuse übrig, interessiert?" "Sorry aber ich mach es nicht mit enthaarten Gorillas. Bei denen holt man sich immer Ungeziefer und die Krätze an den Hals." "Du miese Ratte! Dir stopfe ich das Maul!" Der Muskelberg sprang auf und wollte sich auf den Kleinen stürzen. Noch bevor ein Pfleger reagieren konnte, hatte 'Doge' ihn zu Boden gerissen und schlug mit aller härte auf ihn ein. Kai versucht verzweifelt den Kerl wegzuziehen und Vincent zu retten.
Die Pfleger halfen ihn und mit vereinten Kräften Schafften sie es. 'Bulldogge' und Vincent zu trennen. Der Muskelprotz musste in die Isolationzelle. Der Punk und der Emo dürften ihr Zimmer für den Rest des Abends ihr Zimmer nicht mehr verlassen.
Kai und Vincent saßen zusammen auf den Bett. Der Punk wischte den Verletzten sanft das Blut aus dem Mundwinkel. "Geht es oder tut es zu sehr weh?" "Passt schon." Danach trat eine peinliche Stille ein und hielt eine ganze Weile an. Jeder hing seinen Gedanken nach.
Vincent erhob sich. "Ich geh duschen." Er wirkt durch einander und vergaß glatt das Badezimmer abzuschließen. So was entging Kai natürlich nicht. Er schluckte. Sollte er die Gelegenheit vielleicht nutzten? Leise stand er auf und schlich zur Tür. Vorsichtig drückte er die Klinke runter und schob die Tür einen Spalt auf. Erneut musste Kai schlucken verdammt sah Vincent heiß aus. Wie ihm so die nassen Haare ins Gesicht fielen und das Wasser an seinen schlanken Körper runter ran. Er wollte die Tür noch ein bisschen aufschieben, als diese laut knarrte.
Der Emo erbleichte als er den Punk erblickte. Der Typ hatte nerven, der spannte doch tatsächlich! Und so wie der guckte fing er auch gleich an zu sabbern. "Sag mal was fällt dir ein einfach rein zu kommen?!" Kai lies sich seine Unsicherheit nicht anmerken, sagte nichts und trat ein. Sorgfältig verschloss er hinter sich die Tür. "Was willst du," fragte der Rothaarige nicht ohne Angst in der Stimme. "Dich," hauchte Kai leise. "Was...? Wie meinst du das 'mich'?" Der Punk blieb ihm wiedermal eine Antwort schuldig. Stattdessen zog er seine Sachen langsam aus. So entblößte er seinen durch trainierten Körper. Vincent war in der hinteren Ecke der Dusche zusammen gesunken. Er wusste das er keine Chance hatte. Die Kälte und Angst ließen ihn zittern. Auf einmal spürte er einen warmen hauch auf seinen Gesicht. Kai kniete vor ihm, ihre Lippen waren nur wenige Zentimeter getrennt. Der Schwarzhaarige überwand den Abstand. Erst küsste er sanft und zärtlich doch als Vincent ihn nicht weg stieß wurde er mutiger und küsste ihn mit immer leidenschaftlicher. Sanft strich er mit seiner Zunge über Vincents Lippen und bat um Einlass. Der wurde ihm, wenn auch zögerlich, gewehrt. "Himmel küsst der gut," dachte sich der Emo und errötete.
Kai löste sich und begann nun seinen Hals mit hauchzarten Küssen zu bedecken. Mit den Händen strich er über den ausgekühlten Körper. Die ganze Aktion wurde mit einen erregten Keuchen quittiert. Seine Hand stoppte an einen Nippel und er begann ihn leicht zu reizen. Auch sein Mund wanderte tiefer und er leckte mit der Zunge immer wieder über den anderen...
"Das war unglaublich." sagte Vincent mit immer noch leicht belegter Stimme. "Fand ich auch." Sanft fuhr Kai die Konturen des Gesichts des Anderen nach. "Was hältst du davon wenn wir die Sache wiederholen?" "Ich weiß nicht ..." "Komm schon, es wäre nur Sex, keine Beziehung, keine Gefühle, keine Verpflichtung. Die Anderen werden nie etwas davon erfahren." "Na gut einverstanden." Der Emo sagte nicht ohne ein komisches Gefühl in der Magengegend zu. Obwohl schlimmer könnte es nicht kommen. Er hatte eben sein allererstes Mal an jemanden verschwendet den er werde liebte noch kannte und der zu allen übel noch ein Junge war. Die nächsten drei Monate vergingen. Kai und Vincent waren gute Freunde geworden. Das sie abends oft das Bett miteinander teilten, zeigten sie, wie abgemacht, keinem. Vincent hatte es auch ohne Outing schwer genug. Er hatte keine Fortschritte in der Therapie gemacht. Im Gegenteil, der Klinik Aufenthalt tat ihm gar nicht gut. Er war noch Verschlossener und Stiller geworden. Bis auf zwei Mädchen, denen er einfach nur Leid tat, keine weiteren Freunde. Der Punk hingegen war aufgrund seiner aufgeschlossenen und lustigen Art sehr beliebt. Kai machte sich deshalb Sorgen um den Emo. Morgen würde er entlassen werden und konnte den Kleineren nicht mehr vor den Mobbingversuchen der anderen schützen.
Momentan lagen die beiden neben einander im Bett. Sie hatten sich gerade geliebt, wahrscheinlich zum letzten Mal. Es war leidenschaftlicher und stürmischer als je zu vor gewesen. Doch wie schön es auch gewesen war, jetzt hing ein Schleier von Trauer und Abschiedsschmerz im Zimmer. Vincent lag noch etwas auch dem Herzen. Aber er wusste nicht wie er Kai darauf ansprechen sollte. Der merkte das natürlich. "Nun spuck es schon aus." "Also Kai ... weist du ...ich wollte dich fragen, ob.... Glaubst du wir werden uns wiedersehen?" "Sorry aber wohl eher nicht. Hör mal, nimm das nicht persönlich aber ich steh nicht auf Kerle, dass ganze hier war mehr so eine Art Notlösung gewesen. Trotzdem war es sehr schön." Vincent regiert gekränkt. "Verarschen kann ich mich auch alleine! Notlösung, also echt du bist so ein Arsch." "Vincent so meint ich das nicht." "Ja ist klar," schnaubte der Emo sarkastisch. "Ich meinte das ganz anders, ich hab mich eben falsch ausgedrückt." "Du hast es aber trotzdem gesagt!" "Nun sei doch nicht so kindisch. Was hast du denn erwartet?!" "Ach das weis ich doch selbst nicht. Aber auf jeden Fall mehr als, als Notlösung abgestempelt zu werden." "Das kann ich ja verstehen. Aber ich bin nun mal nicht schwul also kannst du für mich nicht mehr sein als eine Notlösung." Vielleicht bist du ja bi?" "WAS?!" "Wäre doch möglich." "Das halt ich für unwahrscheinlich." Vincent ließ den Kopf hängen. Das war es also gewesen, sie würden sich nie wieder sehen. Kai hatte wegen der offensichtlichen Trauer des Kleinen ein schlechtes Gewissen. Er mochte dem Emo, sehr sogar. Aber wenn er es ihm sagen würde kam das einen Outing gleich. Bis jetzt war er sich noch nicht sicher ob er das in kauf nehmen wollte. Was er brauchte war Zeit um über die ganze Situation nach zu denken. Wenn er es geschickt anstellte schaffte er es Vincent hin zu halten. "Du hör mal ich gebe dir meine Telefonnummer und Adresse. Sobald du hier raus bist meldest du dich, dann reden wir weiter, O.K?" Ein zögerliches nicken war die Antwort. Am nächsten Morgen sahen sich die Beiden zum letzten Mal. Ihre Verabschiedung fiel vor den Anderen sehr kühl aus. Mehr als ein Händedruck und ein intensiver Blick war nicht drin. Kai warf noch ein mal einen letzten Blick auf Vincents Mädchenhaftes Gesicht, seine traurigen Augen und den schlanken Körper. Dann wand er den Blick ab und ging. Er schwor sich nie wieder hier her zurück zu kommen. Er würde sein Leben meistern, ganz ohne Drogen aber dafür vielleicht mit Vincent zusammen.
Seit diesem Schwur waren zwei Jahre vergangen. Kai war nun 19. Er hatte es geschafft, er war Drogen frei und sich und dem Punk treu geblieben. Allerdings war noch eine Sache aus der Vergangenheit ihren Schatten auf die Gegenwart. Es war Vincent. Kai hatte gewartet das er sich melden würde, doch nichts passierte. Je mehr Zeit verging desto klarer wurde ihm das er den Emo nie wieder sehen würde. Erst wollte er es nicht wahr haben, dass der Gedanke daran weh tat. Irgendwann akzeptierte er es. Manchmal erwischte er sich dabei, dass er, wenn es an der Tür klingelte, hoffte das es Vincent war. Als es plötzlich wirklich schellte musste er grinsen. Er öffnete die Tür. "Ja?" Vor ihm stand ein Junge mit kurzen blonden Haaren und strahlend blauen Augen. Er trug ein T-Shirt und eine Jens. "Hallo Kai." "Vincent du?" Keuchte der Punk. Er könnte es gar nicht fassen. Vincent war endlich da. Stürmisch wurde der Ex- Emo von ihm umarmt. Der erwiderte die Umarmung sofort. Leise flüsterte er in Kais Ohr: "Es tut mir Leid aber es hatte etwas länger gedauert. Verzeih mir aber ich liebe dich." "Ich liebe dich auch."
Ende