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Nach dem Wettkampf

vorerst abgebrochen - kreative pause u.u
von

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Kapitel 1 - Die Krankheit

Der Tag in der Schule war mal wieder langweilig… Die Schamanen-Kämpfe waren zu Ende, Yoh wurde Schamanenkönig und alles nahm wieder seinen gewohnten Lauf. “Wie öde…“ stöhnte Inah, die während der Pause gelangweilt, den Kopf mit der Hand abstützend, auf ihrem Platz in der Klasse saß und am liebsten ihrer Lieblingsbeschäftigung nachging. Sie hatte ein Auge auf einen gewissen Jungen geworfen… pausenlos musste sie an ihn denken, an seine Bewegungen, an seine Stimme… und ganz besonders an seine Augen. Sie waren Gelb, aber dennoch voller Klarheit. Und genau das war es was sie so an den Jungs mochte, dieser gewisse Jemand weiß nämlich genau was er will.

Nur heute war es etwas schwer für Inah in irgendeiner Weise klar zu denken. Denn ’er’ war nicht da… Schon den ganzen Vormittag hatte sie sich Gedanken darüber gemacht, wo er wohl sein mag. Sie fragte sich auch, ob er wohl krank ist, oder ob ihm etwas zugestoßen ist, wobei sie genau das vollkommen beiseite schiebt. Sie war sich sicher, dass er sich wehren konnte, egal was kommen mag. Länger kann sie es einfach nicht mehr aufschieben… Außerdem stört sie das Gelächter ihrer Mitschüler, die in der ganzen Klasse verteilt standen. Besonders dieser eine Haufen von Mädchen, die dem Charmeur der ganzen Schule nacheiferten und sich an seinem Anblick ergötzten, ging ihr auf die Nerven. Um sich etwas abzulenken dreht sie sich um, denn genau hinter ihr sitzt der Schamanenkönig Yoh, der nicht einmal daran dachte oder davon träumte zu Hause zu sitzen und nichts zu tun. Das Schamanenturnier hatte ihn einfach umgestimmt und er geht jetzt einfach weiterhin zur Schule. “Yoh?“ spricht sie ihn an mit ihrer zart klingenden Stimme. Yoh hatte seine Augen geschlossen und war anscheinend wieder am Schlafen. “YOH!?“ und schon zuckte er zusammen. “Was gibt’s denn, Inah?“ erwidert er gähnend, während er sie zugleich fragend anblickt. Kaum traut sie sich, ihn zu fragen, aber es muss einfach sein, damit sie sich Gewissheit verschaffen kann. Und niemand weiß besser, was mit ’ihm’ los ist, als Yoh. Immerhin war ’er’ mit seiner Schwester in das Haus direkt neben den Asakura’s eingezogen. “Ha-Hast du vi-vielleicht eine Ahnung, was mit… Ren ist?“

Die Wangen des Mädchens sind puterrot angelaufen, denn allein schon wenn sie seinen Namen aussprach – Ren – wurde ihr ganz warm ums Herz.

“Der ist krank…“ entgegnet Yoh ihr, während er seinen Kopf wieder auf seine Arme legt und die Augen schließt, dennoch spricht er weiter: „“Run kam heute Morgen zu uns und sagte uns, dass er sich gestern beim Schwimmen in Sport eine Erkältung eingehandelt hat…“

Und Schwupps kam Inah da auch schon eine Idee. Ihr erster Gedanke war, dass sie ihn besucht, ihm die Hausaufgaben vorbeibringt und ihn eventuell sogar dabei hilft oder ihm die Hausaufgaben einfach macht. Aber dieser Gedanke wurde sofort wieder verworfen. Yoh wohnt mit seiner Frau Anna immerhin direkt neben ihm, kann ihm die Hausaufgaben vorbeibringen. Und außerdem ist Ren alles andere als schlecht in der Schule. Im Gegenteil, Ren ist einer der Besten in der Klasse.

“Danke…“ flüstert sie, vollkommen in Gedanken versunken, Yoh zu, der aber schon wieder eingeschlafen war. Langsam nur dreht sie sich wieder um, das Gezeter und Gelache der Weiber wurde langsam immer weniger, denn es hatte bereits zur nächsten Stunde geklingelt, was Inah aber erst merkte, als die Lehrerin hereinkam und um Ruhe bat.

Der Rest des Unterrichts war einfach unerträglich für Inah, die ganze Zeit machte sie sich Gedanken darüber, ob sie wirklich zu Ren gehen soll, oder nicht. Unerwarteter Weise, was auch wirklich für sie unerwartet war, hob sie die Hand, als die Lehrerin fragte, wer die Hausaufgaben für Ren mitnehmen würde. Manta hatte seinen Blick zu Inah gewandt und blickte sie schief an, als wüsste er, was in ihr vorgeht. Yoh interessierte das alles gar nicht, er gab ihr lediglich den Rest der Hausaufgaben für Ren mit, welche ihm die anderen Lehrer zuvor allein schon aus Prinzip gaben. Von Anna, aus der hintersten Ecke, hörte man nur ein leises “Mh…“, womit sie immer etwas Bestimmtes zum Ausdruck bringen will. Selbst nachdem der Unterricht beendet war, lief Inah noch immer mit zart geröteten Wangen rum. Die Hausaufgaben für Ren hatte sie in ihrer Schultasche, doch jetzt musste sie erst einmal nach Hause.

Aufgehalten wurde sie aber von Anna, der Frau von Yoh, die erst einmal ein Wörtchen mit Inah zu bereden hatte…

“Du magst Ren, oder?“ fragt Anna forsch, so wie es ihre Art war.

“Ja…“ erwiderte Inah daraufhin eingeschüchtert. Jeder hatte wohl ein wenig Angst vor Anna.

“Geh zu ihm und sag es ihm.“ kam es dann selbstbewusst aus Anna’s Mund, als wäre sie sich ihrer Sache wirklich sicher und als würde sie Inah damit irgendetwas sagen wollen.

“Wenn du ihn wirklich magst, dann solltest du es nicht länger vor dir herschieben. Mehr als ’Nein’ sagen kann er nicht. Also rede mit ihm… Du musst sowieso zu ihm und die Hausaufgaben vorbeibringen. Warum hast du das überhaupt gemacht?“

“W-was?“ kam es dann von Inah wieder, als wäre sie in eine leichte Trance verfallen und bei Anna’s Frage wieder erwacht.

“Warum hast du dich bereiterklärt Ren die Hausaufgaben zu bringen?“

“Ich weiß es nicht…“ wispert Inah leis’, während von Anna daraufhin nur ihr berühmtes “Mh…“ zu hören war. “Machs gut!“ fügt Anna dann noch hinzu, während sie schon einige Meter weitergegangen war. Inah stand da wie angewurzelt und konnte sich nicht vom Fleck rühren. «Mit ihm reden? Mit IHM?!» “Du hast wirklich leicht Reden, Anna…“ spricht sie erst zu sich selbst und dann zu Anna, ehe sie bemerkt, dass sich diese bereits verabschiedet hatte. Somit machte sich dann auch Inah auf den Weg nach Hause…
 

Zu Hause angekommen, warf Inah ihre Schultasche einfach auf’s Bett und versank erst mal vor lauter Pein in Grund und Boden. «Das hast du echt gut gemacht, Inah. Das hast du jetzt davon. Jetzt musst du sogar zu ihm und auch mit ihm reden.» sprach sie gedanklich zu sich selbst. Aber sie hatte auch Recht, denn die Suppe hatte selbst eingehandelt. «Das musst du jetzt hinter dich bringen, Inah…» und schon war sie unter der Dusche verschwunden. Ihre Kleidung hatte sie auf dem Weg ins Badezimmer einfach ausgezogen und auf dem Boden liegen gelassen, heute kann sie es sich leisten… Es war Freitag und die Schule ging erst übernächste Woche wieder los. Die gesamte Schule hatte frei, da alle Lehrer sich für einen Ausflug haben überreden lassen. Das Ganze endete sowieso wieder in einem riesigen Saufgelage. Letztes Jahr war es zumindest so, das Jahr davor auch.
 

Eine geschlagene halbe Stunde stand Inah unter der Dusche, ehe sie überhaupt merkte, dass sie die ganze Zeit nur darüber nachdachte, wie das Treffen mit Ren wohl sein würde, bis sie dann endlich zum Shampoo griff und sich die Haare wusch. Ihren fast makellosen Körper seifte sie dann noch mit Duschgel ein, um sich dann gründlich abzuduschen. Als sie dann fertig war, drehte sie das Wasser ab und stieg vorsichtig aus der Dusche auf das Handtuch, wo sie sich sogleich ein großes Handtuch schnappte und sich abtrocknete. Trocken wie sie dann war, wickelte sie sich jenes Handtuch um den Körper, während man an ihren Augen sehen konnte, wenn jemand da gewesen wäre, dass sie wieder am Träumen war. Aber es war niemand da… Sie wohnte ganz allein in einer großen Wohnung, die einst ihren Eltern gehörte. Nachdem diese aber bei einem Unfall ums Leben kamen, zuvor diese Wohnung aber gekauft hatten, blieb Inah einfach da… Das Ganze ist jetzt schon 4 Jahre her und Inah ist mittlerweile 17 Jahre alt.
 

Noch immer dachte sie nach, während der Föhn ihr warme Luft zum trocknen der Haare spendete. Ganz unbewusst griff sie dann zu ihrer Schminke, die sie sonst nur benutzt wenn sie abends mit ihren Freundinnen weggeht, was aber wirklich selten der Fall ist. Erst als sie schon den Kajal angesetzt und den ersten Strich gezogen hatte, fiel es ihr ein, dass es eigentlich gar nicht nötig sei und sie ja nicht weggeht. Sie bringt nur einem Klassenkameraden die Hausaufgaben vorbei. Immer wieder redet sie es sich ein… «Es ist nur ein Klassenkamerad… Nur… ein… Klassenkamerad. Also krieg dich ein, Inah!» Und der nächste Kajalstrich ward getan. «Geh einfach hin, gib ihm die Hausaufgaben und verschwinde wieder. Ganz einfach!» Kurz darauf waren auch die Wimpern schwarz, ebenso wie die beiden Kajalstriche. Puder noch drüber und der Lippenstift, dezent in einem leichten hellbraun, aufgetragen und fertig war sie. Jetzt hieß es: Anziehen. Nur… was?! Ihre Schritte lenken sie in ihr Schlafzimmer, was so oder so schon aussah wie ein Schlachtfeld, nachdem eine Bombe eingeschlagen hatte. Jeden Morgen rupft sie Klamotten aus ihrem Schrank, da sie nie weiß, was sie anziehen soll… Zu blöd, dass die Schule die Uniformen abgeschafft hat. Ihr Blick richtet sich kurz zum Fenster, wo die pralle Sonne hinein schien… Also etwas Leichtes anziehen, aber nicht zu wenig. Ein schwarzes Top war schnell gefunden und dazu auch ein passender Rock. Nachdem sie dann auch noch ihre schwarze Unterwäsche aus den Schubladen genommen hatte, ein schwarzer BH sowie ein schwarzer String, lag das Handtuch schnell auf dem Boden und das gesamte Outfit an ihrem Körper. Fertig war sie… Jetzt schnappt sie sich ihre Schultasche und ging zur Haustür. Rufen, dass sie noch einmal weggeht, braucht sie ja nicht… Dass niemand außer ihr hier wohnte, bekommt sie ja jeden Morgen zu spüren. Als sie sich hinunterbeugt um ihre Sandalen anzuziehen, folgt ihr hüftlanges, schwarzes Haar der Schwerkraft und legt sich zu Boden. Es war bereits 15.20 Uhr am Nachmittag, also musste sie sich beeilen, bevor es dunkel wird. Die Tür wurde noch unter genauster Bewachung von Inah’s Augen verschlossen und weg war sie… auf dem weg zu ’dem einen’.
 

Auf dem Weg zu dem Haus der Tao’s wurde sie immer nervöser. Was soll sie ihm bloß sagen? Natürlich, dass sie ihm die Hausaufgaben vorbeibringen könnte… Aber da sie heute ein neues Thema in Englisch begonnen haben, war es also auch noch nötig ihm alles zu erklären. Mittlerweile war sie schon bei dem Haus von Yoh und Anna angekommen und im vorbeigehen lässt sie es sich nicht nehmen einfach mal in die Fenster hinein zu sehen, nur aus reiner Neugierde. Ein Glück, es brennt Licht. Einer von beiden scheint da zu sein. Also schon mal eine kleine Zuflucht, falls es ihr zu viel wird… Weiter geht sie nun ihres Weges, hält an vor dem Anwesen der Tao’s. Ein ebenso großes Haus wie das von Yoh. Ein großer steinerner Bogen in der Mauer um das Haus herum lädt grade dazu ein, an die Tür zu klopfen. Groß steht auch noch an einem hölzernen länglichen Schuld neben dem Eingangbogen in chinesischen Schriftzeichen “Tao Anwesen“. «Scheint wohl ein Mitbringsel aus China zu sein…» denkt sich Inah so, während sie auf die Haustür zuschreitet. Bei dieser angekommen hebt sie die Hand und wollte grade anklopfen, als sich die Tür von alleine öffnete.

“Huch!?“ entwich es Inah und einer zweiten Person. Ren’s Schwester, Run, hatte die Tür aufgemacht. Sie trug einen Korb in der Hand, es hatte den Anschein, als wolle sie einkaufen gehen. “Wer bist du denn?“ fragte Run überrascht, während sie dabei zusieht, wie Inah ein Paar Schritte zurücktrat. Erst bekam Inah kein Wort heraus… doch dann antwortet sie höfflicher Weise: “Ich… Ich bin Inah. Eine Klassenkameradin von Ren. Ich… wollte ihm nur die Hausaufgaben vorbeibringen.“ Recht eingeschüchtert kamen diese Worte aus ihrem Mund heraus, während sie sich verbeugt. Immerhin war Run eine Erwachsene und vor Erwachsenen sollte man nun mal Respekt haben. Egal ob es nun die große Schwester eines Freundes ist oder ein Elternteil. “Oh. Tritt doch ein, Inah. Ich bin Run, Ren’s Schwester.“ “Ich weiß, danke.“ Antwortete Inah noch, ehe sie eintritt und Run die Tür hinter ihr schließt. “Komm mit.“ meint Run dann noch zu Inah, bevor sie dann losging und im Flur um die Ecke bog. Inah, genauso wie Run, hatte ihr Paar Sandalen vor dem hölzernen Fußboden abgestellt und bog um die Ecke im Flur. Ihr Blick war auf den Boden gerichtet und Inah hörte nur noch wie Run sagte: “Hier ist Besuch für dich, Ren.“ In diesem Augenblick hebt Inah ihren Blick… am anderen Ende des Flures stand Ren, lediglich mit einem Handtuch bekleidet und mit nassen Haaren. «Und der soll krank sein? Er sieht kerngesund aus!» ging es Inah durch den Kopf. «Und gut sieht er aus…» fügt sie gedanklich noch an. Ihr Blick wandert an Ren’s Körper hinab und hinauf, wobei er kurzzeitig bei dem Handtuch hängen bleibt. Leichtes rosé steigt in ihre Wangen, während Run einen Schritt zur Seite geht und auf Inah zeigt. “Eine deiner Klassenkameradinnen… Inah.“ “Oh, ich ziehe mich schnell an… Setz dich doch ins Wohnzimmer so lange.“ entgegnet Ren ihr, während er ein Stück weit auf sie zu kommt, aber bei seiner Zimmertür stehen bleibt, den Griff festhält und auf eine Reaktion von Inah wartet. Diese nickt nach nur kurzer Zeit und lässt sich von Run den Weg zeigen.
 

Nachdem sich Inah gesetzt hatte, wandte Run wieder das Wort an sie: “Ich muss mich jetzt entschuldigen. Die Läden haben ja nicht den ganzen Tag auf und wir brauchen noch etwas für unser Abendessen. Wenn du möchtest, kannst du gerne bleiben.“ Erneut stieg leichte röte in Inah’s Gesicht. “Ich… Ich möchte keine Umstände machen.“ “Ach, mach dir keine Sorgen. Wir freuen uns über jeden Besuch.“ “Okay, vielen Dank.“ Mit einem beherzten Lächeln verabschiedete sich Run von der sich vor ihr verbeugenden Inah und verschwand aus dem Haus. Die tickende Uhr im Hintergrund an der Wand machte Inah ganz wahnsinnig. «Warum braucht er denn so lange?» Währenddessen wühlt Inah schon mal in ihrer Tasche rum um die ganzen Hausaufgaben zusammen zu suchen. Zum Glück hat sie alles so gelassen wie sie es eingepackt hatte. Ein Zettel nach dem anderen wird aus der Tasche gefischt und auf den Tisch gelegt, bis es ihr einfach reicht und einfach alles aus ihrer Schultasche holt. Während sie ihre Sachen sortiert hört sie erst ein Klacken, als würde eine Tür geöffnet und kurz darauf wieder geschlossen. Dann einige leise Schritte, wobei Inah dann aber so tut, als würde sie es nicht hören. “Was haben wir denn für Hausaufgaben aufbekommen?“ ertönt es dann von der Tür aus. Ren hatte sich an den Türrahmen gelehnt und war immer noch damit beschäftigt seine Haare mit einem Handtuch zu trocknen. Inah zuckte bei seinen Worten zusammen… sie erschrak sich so sehr, dass sie einen Zettel, der für Ren bestimmt war, in viele Falten legte. “Erschreck mich doch nicht so…“ zischte Inah leis’, ehe sie überhaupt bemerkte, dass sie grade einen Zettel für Ren zerknüllt hatte. “Entschuldige bitte.“ meint Ren während er sich dem Tisch nähert und sich einfach dazusetzt. Inah’s Herz schlug ihr bis zum Halse, sodass sie es kaum noch aushalten konnte. „“Sch-schon gut.“ Entweicht es ihr kurz darauf, während sie den Zettel glatt streicht. “Na, dann lass mal hören.“ spricht Ren zu ihr, während er sich weiter die Haare trocknet. Kurz nur blickt sie Ren an. «Wow… Er sieht einfach zu gut aus.» ging es Inah durch den Kopf, während Ren seinen Blick erst auf Inah’s Sachen und dann auf Inah selbst richtete. Kurz schenkt er ihr ein Lächeln, woraufhin sich Inah verlegen ihren Sachen widmet. “Naja, also… Pass auf.“ Während Inah ihm alles aufzählt, was er zu tun hat, rutscht Ren ein wenig näher, um es besser erkennen zu können. «Er riecht so gut…» denkt sich Inah, als sie kurz tief einatmet und einen leisen Seufzer von sich hören lässt. Doch dann unterbricht sie ihre Aufzählungen… “Was… Was hast du denn für eine Krankheit, wenn ich fragen darf? Yoh meinte, du seihst erkältet, aber du hörst dich gar nicht danach an…“ “Ich hatte einfach keine Lust in die Schule zu gehen. Ich fühle mich da regelrecht unterfordert.“ antwortet Ren ihr sofort. Wieder blickt sie Ren an, leicht eingeschüchtert war sie wieder, als sie seinen Blick sah. Er hatte seinen Blick auf die Papiere gerichtet… Erneut entwich ihr ein leiser Seufzer, dann muss sie ihm also nicht bei Englisch helfen… “Achso…“, bestätigt sie noch kurz, ehe sie weiter die ganzen Aufgaben aufzählt. Ren hatte sich wieder ein wenig zu ihr rübergebeugt, damit er auch ja nichts verpasst. Nach nur wenigen Augenblicken war Inah dann fertig mit erzählen und ließ erstmal Schweigen einkehren, zumindest von ihrer Seite aus. “Ich danke dir. Ich habe gehört, du bleibst zum Essen?“ “J-ja.“ erwidert Inah daraufhin. “… Deine Schwester hat es mir angeboten.“

Kapitel 2 - Das Abendessen

So lernten sie sich kennen. Inah’s Nervosität verflog immer mehr. Besonders dann, als sie Ren davon erzählte, dass Yoh sich vor der gesamten Klasse blamierte. Ob es nun Schadenfreude war, konnte sie nicht ganz deuten, aber dass Ren in ihrer Gegenwart lacht war durchaus etwas Positives, zumal Ren nur sehr selten lacht. «Wie süß er doch aussieht…» ging es Inah durch den Kopf…
 

Eine ganze Stunde unterhielten sich die beiden, ehe Run’s Stimme von der Haustür aus ertönte: “Ich bin wieder daaaa!“ “Jaa!“ rief Ren seiner Schwester zu, während er aufsteht. “Entschuldige mich kurz.“ meint er dann noch zu Inah, als er sich zu ihr umdreht und ihr erneut, das Zweite mal an diesem Tag, ein Lächeln schenkt. Und weg war er, auf dem Weg zu seiner großen Schwester, die sich bereits zur Küche begeben hatte. Sofort, nachdem Ren aus ihrem Blickfeld verschwunden war und sie ihn weggehen hörte, krallte sie sich an ihr Top, genau an der Stelle, wo ihr Herz sitzt. Es raste so schnell, dass es schon fast schmerzte. «Er spricht mit mir… Er hat mich angesehen und mit mir gelacht… Unglaublich. Aber… Soll ich Anna’s Rat befolgen?»
 

Während dessen in der Küche…

“Run… hör zu.“ flüstert er seiner Schwester zu. “Mh?“ ließ Run von sich hören, während sie ihren Korb auspackt und die Einkäufe auf die Küchenzeile legt. “Mach das Beste Essen, das du kannst… bitte.“ Sofort wusste Run, was ihr kleiner Bruder damit eigentlich sagen wollte und sie wollte es erst aussprechen und ihn damit ein wenig triezen, aber sie kennt ja ihren Bruder… Er würde alles abstreiten und rot anlaufen. So ist er eben. Ein Lächeln ziert die Lippen der jungen Frau, während plötzlich ihr Schutzgeist neben ihr erscheint. “Du denkst dasselbe wie ich, nicht wahr, Run?“ meint dieser zu seiner Meisterin. Unweigerlich musste Run grinsen und beginnt nun doch damit ihren Bruder zu triezen, indem sie mit einem Finger in seine Wange piekt. “Rennilein ist verliiiiebt!“ “Denkt doch, was ihr wollt. Ich kümmere mich weiter um den Besuch.“ Mit verschränkten Armen und einem leichten rosa auf den Wangen begibt er sich wieder zurück ins Wohnzimmer. Run konnte sich ein Lachen absolut nicht verkneifen. Auch Lee Pailong ließ sich davon mitreißen. Genervt verdreht Ren die Augen, als er das Gelächter hört und stößt einen leisen Seufzer aus, als er wieder beim Wohnzimmer angekommen war. “Mh? Was hast du?“ fragt Inah ihn eher unbewusst, fast schon aus Reflex, denn sie hatte die ganze Zeit darüber nachgedacht, ob sie Anna’s Rat befolgen soll. “Ach, schon gut.“ Seufzt er, als er sich wieder zu Inah setzt. “Okay…“ erwidert Inah leis’, während sie auf den Tisch hinab sieht. Stille kehrt ein. Bedrückende Stille. Inah holt schon etwas Luft, als wolle sie gleich ihre Gefühle herausschreien, aber sie lässt lediglich einen Seufzer von sich hören. Ren’s Blick wandert fragend zu ihr. “Hör zu, Ren… Ich…“ beginnt Inah leis’ und schüchtern. “Was denn?“ antwortet er ihr. “Ich… Ich… ach schon gut…“ “Nein, dich bedrückt etwas, das merke ich doch.“ Meint er zu ihr und rückt dichter an den Tisch heran, ehe er seinen Kopf auf seine Hände stützt und seine Ellenbogen auf dem Tisch platziert. Mit seinen gelben, strahlenden Augen blickt er sie an, wendet seinen Blick nicht ab. Somit setzt er sie regelrecht unter Druck. Inah stottert weiter. Soll sie es ihm etwa sagen? «Die Wahrheit? Nein… Schnell… Mir muss etwas einfallen…» “Ich… nein, vergiss es.“ Spricht sie dann noch schnell. Sie kann ihm nicht die Wahrheit sagen. Genauso wenig kann sie ihn anlügen. Das ist einfach nicht ihr Stil. “Sag es mir.“ raunt er ihr entgegen. Ren’s Blick wurde ernster und festigt sich immer mehr. “Nein nein, es war nicht…“ “Essen ist fertiiiiig!!“ wurde sie dann von Run unterbrochen. “… wichtig…“ fügte Inah dann noch leis’ an, während ihr Blick auch noch auf Ren ruht. Er sieht so aus, als wüsste er, was in ihr vorgeht, als ahne er, was sie ihm sagen wolle. Run kam während der Schweigeminute ins Wohnzimmer um zu sehen, ob bei den beiden alles in Ordnung sei. Als sie dann aber die beiden da so sitzen sah, konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen, ehe sie sich leis’ räusperte und sprach: “Kommt ihr?“ Inah zuckte schon zusammen, als Run sich räusperte, doch Ren blieb gelassen, als sei er es von seiner Schwester schon gewohnt. “Ja, wir kommen.“ Sagte Ren dann, bevor Inah überhaupt Luft holen konnte. Die ganze Zeit starrte Ren Inah an. Ihr wurde warm, warm vor Pein, knalliges Rot steigt in ihre Wangen, was wahrlich nicht zu vermeiden war. Kurz verweilte Ren noch so, ehe er durch einen kleinen Ruck den Blick von Inah nahm und langsam aufsteht. Auch Inah tat es ihm gleich, nur mit dem Unterschied, dass sie sich mit dem Knie an dem Tsch stößt. “Alles in Ordnung?“ wurde sie dann von Ren gefragt, der sich noch einmal zu ihr umdrehte. “Ja…“ wispert sie leis’, während sie mit dem doch stark schmerzenden Knie zu ihm und seiner Schwester humpelt. Doch kaum was sie bei ihnen, gingen diese auch schon weiter. Ren hatte seine Schwester zuvor noch Kritisch angesehen, welche dann aber nur nickte und einfach weiterging.
 

In der Küche traute Ren seinen Augen nicht. Seine Schwester hatte doch tatsächlich ein Festmahl gezaubert. Dampfender Reis stand für jeden der Drei bereit. Auf den Tellern lag Sushi und Surimi und andere japanische Köstlichkeiten. «Ich dachte, dass es etwas Chinesisches gibt» dachte sich Inah, die so etwas wirklich nicht erwartet hätte und neben dem noch staunenden Ren stand. Run hatte sich schon zum Tisch gestellt. “Setzt euch doch.“ Entgegnet sie den beiden lächelnd. “Das sieht echt köstlich aus…“ brachte Inah heraus, als sie sich als letztes zum Esstisch begab. Immerhin wusste sie nicht, wo die anderen beiden sitzen. Somit nahm sie den Platz, der übrig bliebt, was anderes blieb ihr ja auch wirklich nicht. Run und Ren saßen sich gegenüber, während Inah nur ein großes Fenster vor sich sah. Um so besser, sie saß immerhin dichter an Ren dran. Und der Ausblick in den Garten war auch nicht zu verachten.

Inah hatte sich auf Nudeln, ihr Leibgericht, eingestellt, aber mit Reis, Sushi und Surimi kann sie sich auch abfinden.

“Bedien dich, Inah.“ Warf Run dann in den Raum.



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