Prolog. Oder: "Ich..."
Ich wurde davon geweckt, dass etwas über die Decke und über mich hinweg huschte. Problem, bei so einem herum getrampel kann man nicht schlafen.
Zerzaust und verpennt setzte ich mich auf und blinzelte nach meinem Wecker. Es war kurz nach Acht. Eigentlich wäre gerade Religion dran. Das Telefon klingelte. „Wo bist du Telefon?“, fragte ich verpennt und machte mir aber nicht den Stress danach zu suchen. Es lag wahrscheinlich zwischen den Kabeln auf dem Schreibtisch,aber die Fernbedinung für die Stereoanlage hatte ich natürlich in meinem Bett.
Musik an, und aufstehen. Wenn ich mich beeilte, würde ich in einer halben Stunde da sein und dann wäre ich glaubwürdiger, von wegen verschlafen. In meinem Schlaber T-Shirt und in Boxershort machte ich mich in die Küche.
„15 und schon alleine Leben. Das kann ja nicht gutgehen.“, hatten die Lehrer gesagt.
„Als ob ich das freiwillig tu.“, murrte ich und suchte im Kühlschrank nach was Essbarem. Ich fand meinen Cayal. Ich hatte ihn auf die Heizung gelegt, da war er geschmolzen und dann hatte ich ihn in den Kühlschrank getan, jetzt war er gefroren.
„Aber was wenn deine ganze Familie ausgelöscht wird? Was sollte man dann machen? Ein Sozialunverträgliches Mädchen in eine Pflegefamilie packen? Wohl kaum.“, sagte ich leise zu der Milchtüte. Meine Ratte Till setzte sich auf meinen Fuß. „Till. Nett das du mich geweckt hast.“, grüßte ich meine graue Ratte und hob sie auf meine Schulter. Dann nahm ich den Käse aus dem Kühlschrank und machte mir ein Brot. Till bekam auch etwas Käse ab. Er durfte ja nicht ohne Frühstück in der Schule.
„Till. Mein kleiner Begleiter.“, hauchte ich stolz und streichelte ihn, während er den Käse fraß. Ich war glücklich ihn zu haben. Er war klug und schlank. Nicht so fett wie meine alte Ratte. Er war nicht so dumm, jeden zu beißen und lief auch viel mehr rum.
Nach dem er fertig war setzte ich ihn wieder auf meine Schulter, ging ins Bad, ließ ihn auf die Handtücher und machte mich fertig. Zähneputzen, haare kämmen, etwas Schminke. Dann nahm ich Till und ging in mein zimmer zurück. Meine Wohnung war schön sauber. Aber mein Zimmer eine Katastrophe. Überall Kabel, Festplatten und anderen Pc Kram. Dazwischen lagen Comics, Klamotten und Schulsachen.
Till sprang von meiner Schulter und wühlte sich durch das Chaos. Ich las ein paar Klamotten auf und zog diese an.
Schwarze Hose. Schwarzes enges T-Shirt mit einem Toten Kopf drauf. Eine eben so Schwarze Lederjacke drüber. Es war mehr eine Motoradjacke, und zwei Rote streifen liefen auf den Ärmeln zu den Schultern.
Ich schaltete die Stereoanlage aus und nahm meine Schultasche. „Till! Komm her oder du musst heute da bleiben.“, rief ich meiner Ratte zu. Er kam hervorgeschoßen und lief an meinem Hosenbein hoch. Ich nahm ihn und steckte ihn in meine Schultasche. Ich hatte extra ein massives Holzkästchen fur ihn gebaut, damit er sich nicht verletzen konnte. Es war immer in meiner Tasche.
Ich setzte die umhänge Tasche wieder ab und zog meine Stiefel an. Es waren Springerstiefelimitate.
Ich nahm meinen Schlüssel von Hacken und und zog die Wohnugstür hinter mir zu.
Schnell die Treppe runter und zum Bus gelaufen. Ich lag gut in der Zeit. Ich würde noch relativ früh an kommen.
Im Bus wurde ich etwas angestarrt. War ja nicht selten so. Aber unangenehm trotzdem irgendwie. Ich stieg an meiner Schule aus. Ich war 20 Minuten zuspät. Ich lief die treppe hoch. Warum musste der verfluchte Religoinsraum bitte schön ganz oben sein?
Ich holte tief luft und klopfte.
„Ach. Alexandra.“, meinte die Lehrerin. „So früh heute? Wie kommts?“ Ich ignorierte den Einwand und setzte mich einfach. Auf die spielchen ließ ich mich nicht ein.
Es waren noch ganze 25 minuten. Hoffentlich ignoriert sie mich. Ich holte meinen Block, mein Mäppchen und Till in seiner Schachtel aus meiner Tasche. Bisher hatte ich Till in der Schule nicht raus gelassen. Aber sein Kasten stand trotzdem immer auf dem Tisch. Ich hörte ihn rascheln, während die Lehrerin etwas vom Budismus erzählte. Ich war natürlich so schlau alles mit Stoff und Stroh zuverkleiden.
Ich tippte mit meinem Bleistift dagegen und Till raschelte noch mal.
Ich sah mich in der Klasse um und entdeckte ein neues Mädchen. Sie saß in den vorderen Reihen. Das Mädchen neben mir. Katrin beim Namen versuchte so viel Distanz wie möglich zwischen sie un dmich zu bringen, ohne das es der Lehrerin auf fiel.
Mir war es egal und ich über lebte die restliche Stunde stunde und packte Till wieder in die Tasche.
Die nächste Stunde würde wieder im Klassenraum statt finden. Ich ging langsam hinter meiner Klasse die treppe runter und plötzlich war dieses Mädchen neben mir.
„Hi. Ich bin Lara.“, fing sie an. Ich ging weiter und murmelte ein „Tach auch. Bin Fero.“ Sie hing mir weiter auf der Pelle und redete sich einen ab: „Wie geht’s? warum Fero? Finde deinen Style cool.“ Das kam alles in meinen Kopf. Ich antwortete schon automatisch: „Wie immer. Weil es nicht Alexandra ist. Schön für dich.“
Ich hasste es von anderen auseinander gepflückt zu werden. Besonders von Klassenkameraden. Also war ich kühl und gleichgültig zu Lara.
Ich hatte nicht gerne irgendwelche Freunde. Machten einem nur probleme, die man ohne sie nicht hatte.
Das schien Lara zu merken. Sie ließ mich fürs erste in Ruhe.
Die Lehrerin kam. Mathe war dran. Ein Fach in dem ich ganz gut klar kam. Als ich mich setzte wurde mir schmerzlich bewusst, das Lara neben mir sitzen musste. Man konnte ein neues Mädchen ja nicht neben einen Jungen setzen.
Ergo: Ich, einzigstes Mädchen, dass alleine sitzt. Sie würde neben mir sitzen.
„Fuck.“, dachte ich. Lara kam neben mich. Ich hatte nix gegen ihre Persönlichkeit, nur das sie mit mir redete störte mich.
Ich hatte Till wie immer auf meinem Tisch stehen. Er raschelte. „Till verdammt! Lass das! Ich weiß du willst raus, aber du musst erst lernen nicht dauernd abzuhauen!“, dachte ich und wurde nervös, als ich spürte, wie Lara sich in meine richtung neigte, um sich die Kiste näher anzusehen.
Ich legte meine Hand darauf, in der Hoffnung, Till beruhigen zu können.
Lara lehnte sich zurück und schrieb mir in ihre Heftecke: „Was ist in der Kiste? Ist es etwas zu essen?“
„WAS??? Wollte sie Till etwa ESSEN???“, dachte ich. Und dachte gleich darauf, dass sie es gar nicht wissen könne.
Ich grinste. Ein wenig eindruck wollte ich schon schinden. Ich nahm die Kiste auf mein Heft und hob den Deckel ab.
Till, etwas iritiert, so früh raus gelassen zu werden streckte seine kleine Nase aus der Kiste und kletterte nach ein paar sekunden heraus.
Lara bekam große Augen. Till tapste langsam und schnuppernt über mein Heft. Dann lief er auf Laras Heft und sie nahm schnell die Händer runter. Ich aber nahm ihre Hand wieder hoch und führte sie zu Till, der gerade von ihrem Bleistift probierte.
Als ihre Fingerspritzen das weiche Fell meiner Ratte berührte zuckten beide zusammen. Ich grinste und sammtelte Till wieder ein. Ich steckte in die Kiste zurück.
In der Pause fing es an zu Regnen.
„Die Ratte ist ja süß.“, meinte Lara und ging neben mir zu meinem Regenplatz. Er war vor der Turnhalle, wo es ebenfalls überdacht war. Nur zwei andere Schülerwaren da, weil man nicht rocken dahin kam. Ich holte Till wieder aus der Kiste und setzte ihn auf meine Schulter.
„Er heißt Till.“, meinte ich und streichelte ihn. Till leckte die Wassertropfen von meiner Jacke. „Ach Till! Das schmeckt doch nicht.“, meinte ich und zog meine Trinkflasche aus der Schultasche. Ich schraubte den Deckel ab und goß etwas davon in meine linke Handfläche und hielt die Pfütze unter seine Nase. Sofort leckte er sie auf.
„Niedlich“, meinte Lara. „Darf ich ihn auch mal halten?“ Ich nahm Till von meiner Schulter und setzte ihn Lara in die Hand. Ich hielt meine Hände bei ihrer, da ich wusste, dass Till sie vielleicht beißen könnte.
Till biss sie nicht, aber kletterte zu mir zurück. „Tja. Er kennt dich halt nicht.“, meinte ich und hörte das klingeln auch schon. Schnell Till in seine Schachtel gepackt und in das Schulgebäude zurück.
Okay Lara war schon nett. Aber trotzdemwar mir meinen Ruhe lieber. Deshalb war ich froh, das die Schule vorbei war.
Der Regen war bereits zu einem ausgewachsenem Sturm mutiert. Ich trat aus dem Eingang und steckte mir so schnell wie möglich meinen MP3-Player an, um nicht zu hören wie Lara sich mit mir verabreden wollte. Ich tat als hätte ich sie falsch verstanden und murmelte: „Ja ich dir auch, bis morgen.“ Dann machte ich mich nach Hause.
Dort angekommen lies ich Till laufen und machte mir was zu Essen. Nach dem Essen setzte ich mich in mein Zimmer und bastelte an elekroischen Geräten. Zur Zeit baute ich meinen Fernseher. War Natürlich unnötig, da ich auch einen Kaufen könnte, aber ich wollte ihn lieber selber machen.
1. Oder: Scheiß Tage und man bin ich tierlieb.
Die nachsten Wochen verbrachte ich im grunde wie immer. Ich verschlief, blieb aber trotzdem bis in die Puppen wach. Was allerdings damit zusammen hing, das ich nicht Schlafen wollte. Ich rannte vor meinen Träumen davon. Dieser dumme Polizeipsychologe meinte, ich solle nicht davon laufen und darüber reden.
Pah. Reden. Wozu? Um mitleid zu bekommen? Ne danke.
Ich hatte meine Kontakte zu Lara vollständig abgebrochen. Wie ich es seit ich allein war hielt. Mit anderen Menschen festere Bande zu knüpfen war völlig unnötig.
Inzwischen hatte ich meinen Rollerführerschein geschafft und einen Roller bekommen. Es war Natürlich ein Schwarzer.
Till hatte ich sowait ans draußensein gewöhnt, dass er immer in meiner Tasche hockte. Aber in einer Neuen Kiste. Die hatte einen Stahlschutz, damit er auch beim Roller fahren geschützt ist. Ich hätte sonst ein ewig schlechtes gewissen, wenn er wegen mir zerquetscht wurde.
Heute war ein Mittwoch, ich stand früh auf, sah aber keinen Grund zur Schule zu gehen. Ich machte ein Aus giebiges Frühstück, aber sprach kein Wort. Gegen Mittag zog ich mich an, nahm Till und packte ein paar Dinge in meine Tasche. Dann setzte ich mich auf meinen Roller und führ los.
Genau eine Stunde brauchte ich zu meinem Ziel. Da lag er. Der Ort an dem ich aufwuchs bis ich Zehn Jahre alt war. Da war sie. Die Kirche.
Cih stelle meinen Roller ab, setzte Till auf meine Schulter und ging über den Friedhof. Bald hatte ich mein endgültiges Ziel erreicht.
Der Garbstein meiner Familie. Alle am selben Tag gestorben.
„Na Mum. Hättest nicht gedacht, das ich mich so entwikel was?“, sagte ich leise und legte eine Blume vor ihren Namen.
„Und du Dad? Jetzt bist du nicht mehr so selbstgefällig was? Ist nix mehr mit Wir werden eh erst in Hundert Jahren sterben.“, zischte ich zu seinem Namen und legte ein kleines Messer unter den Namen.
„Hey kleiner Bruder. Ich hab das Modelauto gefunden was du immer gesucht hast.“, flüsterte ich und legte ein kleines Modelauto zu dem Namen meines kleinen Bruders. 5 Jahre alt. Er hatte fünf jahre zeit diese Welt kennen zu lernen.
Ein Klos wuchs in meinem Hals. Ich hob meinen Kopf und sah in den bewölkten Himmel. Ich hockte lange da und dachte an nix. Nur daran weiter zu atmen. Till hielt still. Er schien ebenfalls in tiefe trauer gefallen zu sein.
Ich stadn auf in lies den Blick über den Freidhof schweifen. Eine Bestattung fand statt. Ich sah mir die trauernden an.
Das durfte doch nicht wahr sein. Da bei den Trauernden stand und beobachtete mich... „Lara.“, grummelte ich und drehre mich um als sie in meine Richtung kam.
„Fero warte!“, rief sie, aber ich drehte mich nur kurz um, hob die Hand und ging weiter. Ich hatte nicht vor mich an diesem Ort mit ihr zu unterhalten. Und am allerwenigsten an diesem Tag.
Zu Hause legte ich mich aufs Bett machte Musik an und Till lief umher und rollte sich irgendwann auf meinem Bauch ein.
Ich schlief auch ein und träumte wie immer sehr schlecht. Dann klingelte es an der Tür. Schwerfällig hob ich den Kopf und Till kletterte an meinem Hemd hoch und krallte sich in meinem Kragen fest. Er tippte mich an und ich stand auf und ging zu Tür.
Total verpennt sh ich einen kleinen Jungen da stehen. „entschuldige die Störung.“, nuschelte er. Ich hielt Till fest, damit er ncht runter fiel. „Ja was is denn?“, krächzte ich. „Ähm wir ziehen um und im neuen Haus sind keine Nagetiere erlaubt und da soll ich im Haus rundfragen, ob jemand sie nehmen kann.“, meinte er schüchtern.
Ich öffnete die Tür ganz und sagte: „Komm rein.“
Ich lotzte Den Jungen in meine Küche und ging in mein Zimmer um mich umzuziehen. „Wie viele?“, fragte ich knapp. „6 Ratten und ein Mader.“, rief der Junge zu mir. „und das verträgt sich?“, fragte ich und Zog die Hose an.
„Sie sind alle in verschiedenen Käfigen.“, meinte der Junge. „Wie heißt du?“, wollte ich dann Wissen und zog mein Totenkopf Shirt an.
„Niklas.“, antwortete der Junge. „Gut Niklas.“, ich trat in die Küche. „Dann zieg mir mal deine Nager.“
Till kam natürlich mit. In der Wohnung war nicht viel Platz. Jeder Zenimeter schien mit irgendwas bepflastert worden zu sein. Mit Käfigen oder Bücherregalen.
Ich sah mir den Rattenkäfig an. Er war viel zu klein für 6 Ratten. Der Mader käfig war groß genug für ihn. Die Käfige waren selbstgebaut und aus Holz.
„Kommen die Ratten hier auch mal raus?“, fragte ich.
„Nein. Die würden alle weglaufen.“, meinte Niklas’s Mutter. „na wenn sie meinen.“, sagte ich skeptisch und machte den Käfig auf. „Niklas helf mir mal.“, sagte ich und reichte ihm Till. Niklas faszieniert von meiner Ratte ließ ihn vorsichtig auf seinen Händen rum schnuppern.
Ich angelte die erste Ratte aus dem Käfig. Es war eine Schwarz-weiß gescheckte. Sie war ganz ruhig und viel zu fett. Ich setzte sie Niklas auf die Schulter. Die Ratte überrscht von der plötzlich veränderten umgebung schnupperte herum. Die zweite war etwas aktiver und genauso gescheckt. Die kam auf Niklas andere Schulter. Die Ratte kletterte herum. Niklas musste Lachen. „Das kitzelt!“, rief er. „Warum holtst du sie raus?“, wollte die Mutter besorgt wissen. „Ich will sie mir mal ansehen.“, meinte ich nur und zog die dritte Ratte hervor. Die war ganz weiß. Ich setzte sie auch Niklas auf die Schulter. Alle drei seiner Ratten klatterten nun auf ihm herum. Ich nahm Till, damit er die Hände frei hatte.
Ratte numer vier war ganz schwarz. Ich setzte sie in seine linke Hand. Ratte fünf war braun und landete in der Rechten Hand von Niklas. Die Letzte war schwarz mit einer weißen Stelle auf dem Rücken. Die hielt ich.
„Die sind alle viel zu fett. Sie haben zu wenig bewegung. Und das Falsche Futter. Aber ich kann sie nehmen. Haben die auch Namen?“, fragte ich und Niklas konnte nich antworten, wie die Ratten nun so sehr Aktiv waren, das sie ab hauen Wollten. „was soll das?“, rief die Mutter „Haltet sie fest!“
„Nein lass sie nur. Ich fang sie gleich wieder.“, meinte ich und pflügte eine Ratte von seinem Rücken. Als Alle Ratten außer der 6. und Till verschwunden waren fragte ich noch mal nach den Namen.
„Ja schon, aber die sind immer weg gewuselt und hören nicht auf die Namen. Eine heißt Anna und die andere...“ „Ah. Schon verstanden.“, unterbrach ich ihn. „Ich werde sie umbenennen.“, meinte ich nur und steckte die 6. Ratte in den Käfig zurück.
„Okay. Dann wollen wir mal. Niklas hal mir Nüsse eine Karotte und ein Schälchen Wasser. „Ähm und sie sollten vielleicht gehen, sie würden sie mit ihrer lauten Stimme nur verscheuchen.“, meinte ich und die Mutter wurde zwar etwas sauer ging dann aber.
Ich hockte mich im Wohnzimmer auf den Boden und ließ Till auch laufen. „Früher oder später tauchen sie schon wieder auf. Kuck du bei den Kabel anschlüßen, damit sie die nicht anknabbern.“, erklärte ich Niklas. Er hatte wohl spaß daran die Ratten zufangen und brachte schon wieder zwei Ratten zurück.
Ich hatte einfach alle Acht Tiere genommen. jetzt hatte ich 7 Ratten und einen frechen Mader.
Jetzt brauchte ich nur noch Namen. Ich nahm den Ratten und Maderkäfig mit und bauten den Mäusen einen eigenen.Die ratten kamen in den Maderkäfig und der Mader in den Rattenkäfig.
So die Namen der Viecher: Die Schwarze Ratte nannte ich Serj. Die Braune Shavo. Die erste gescheckte Flake. Die zweite gescheckte bekamm den Namen Davon. Die Ganz schwarze war fort an Landers. Mit Kruspe durfte sich die Weiße idenifizieren.
Fett waren sie trotzdem. Ich seufzte und packte sie in denn Käfig zurück. Den Mader konnte ich noch nicht zu einfach raus nehmen. Der schnappte nicht nur. Ich hatte jetzt einen tiefen Biss in meiner Hand, weil das verfluchte Biest mich gebissen hatte. Er war ein hübsches Rotbraunes Tier. Ihm gab ich den Namen Riedel.
Das war Donnerstags. Freitags schwänzte ich ebenfalls die Schule und räumte mein Zimmer auf. Da sollten Die Ratten erst mal etwas rum toben und sich mit Till anfreunden. Mit ein paar Brettern machte ich mein Bett dicht, damit sie sich da nicht verkrochen und schützte meine Kabel. Dann ließ ich sie rumm laufen.
Die viecher mussten eben abspecken. Ich setzte mich dazu und spielte mit ihnen. Bis es an der Tür wieder klingelte. Ich scheuchte die Ratten noch mal durchs Zimmer und ging leicht lächelnd zur Tür machte auch und das Lächeln starb sofort.
Wer stand vor mir? Lebertasche Lara. „Was machst du denn hier?“, fragte ich abschätzig. „Fragen warum du nicht in der Schule bist. Sei froh das ich hier aufkruze.“, fauchte sie und funkelte mich an frei nach dem
Motto: „Sei mir wenigstens Dankbar.“
„Ach und warum sollte ich das?“, fragte ich und baute mich so auf, das sie nie an mir vorbei kommen würde.
„Weil die Alte dir die Polizei auf den Hals jagen wollte. Da hab ich gesagt, du hättest mir gesagt, dass du Krank wärst.“, meinte Lara. „Deine Anteil nahme is ja niedlich, aber ich WILL von der Schule fliegen. Dann hätte ich nen Grund nicht mehr zur Schule zu gehen, weil mich dann nämlich keine mehr nimmt. Also war um bist du hier?“, grumelte Ich ihr entgegen.
„Warum redest du nicht mehr mit mir? Weil ich die Neue bin oder was?“, stürme Lara weiter. „Boa man du nervst vielleicht. Ich hasse Menschliche kontakte klar? Ich hab nur einmal mit dir geredet, weil du die Neue warst und ich nur nett sein wollte.“, stellte ich genervt klar.
„Und das mit Till? Warum hast du ihn für mich raus gelassen?“, fragte Lara, als hätte ich ihr Weltbild zerstört. „Weil ich ihm beibringe draußen nicht abzuhauen.“, meinte ich kühl.
Lara sah mich entgeistert an. Sie hatte mich wohl als „Freundin“ verbucht. Na super. Ich wollte keine Freunde. Aber wie traurig sie da stand. Wie bestellt und nicht abgeholt.
Ich seufzte. „Willst du nen Kaffee?“, fragte ich und rieb mir mit der Hand über die Stirn. „Ich hasse Kaffee.“, murmelte Lara. „Gut ich hab nämlich nie Kaffee. `n Bier?“, fragte ich und trat zur Seite. Lara kam rein und sagte dabei: „Aber immer doch“
„Hübsche Wohnung!“, bemrkte sie. Und so... Sauber.“, meitne sie verwundert. Ich öffnete die Bier und reichte ihr eins. Ja, ich putze des öftern. Auch wenn mans mir nicht zutraut.“, erzählte ich und ließ mich auf einen Stuhl fallen.
„Und wo ist dein Zimmer?“, fragte Lara weiter. „das ist direkt davorne, aber da geht’s im moment etwas wuselig zu. Also kommt das Bier da nicht rein.“, sagte ich knapp und nahm einen Schluck und fügte bissig hinzu: „Außerdem ist das mein Allerheiligstes. Da kommt keiner rein. Klar?“ „Okay.“, meinte Lara vorsichtig.
„gut. Ich hab übrigens heut nicht wirklich Zeit. Du kannst nachher mal ins Zimmer kucken, aber dann musst du gehen.“, erklärte ich ihr. Ein wenig mit den Ratten angeben wollte ich schon.
Nach dem Wir das Bier ausgetrunken hatten ließ ich Lara noch auf die Ratten schauen, die sich nun zu einem großen Knäul gekuschelt hatten, um zuschlafen. „Ich wusste gar nich das du noch mehr Ratten hast!“, sagte Lara erstaunt. „Wusste ich seid Gestern Nachmittag auch nicht.“, murmelte ich und machte die Tür wieder zu. Ich war müde. Lara verabschiedete sich mit einer umarmung. War mir sehr unangenehm. Jede stelle, wo sie mich berührt hatte schien zu brennen.
Sofort ging ich Duschen und machte vorher Musik an. Wiedermal klopften die Nachbarn an die Wände, aber das störte mich nicht. Ich hatte die Ratten in mein Bett gelegt. Und die Decke drüber gemacht.
Ich ging früh schlafen, baute aber noch eine Rampe ans bett, damit die Biester in meinem Bett mit schlafen konnten. Ich stelle das Klo von Till ins Gehege und hoffte das die anderen 6 von ihm lernen würden.
2. Oder: Alte Freunde und ne Grandiose Lüge!
Wieder vergingen einige Wochen. Die Ratten gingen Mit Till aufs Klo, der Mader konnte auch frei rumlaufen, weil er die Ratten nich fraß und Till konnte nun in sogut wie jeder Situation auf meiner Schulter sitzen. Das brachte ich jetzt auch Serj und Riedel bei.
Auch in der Schule hockte Till in der Tasche. Mit Lara hatte ich sowas wie „stumme Freundschaft“ geschlossen. In der Schule hockte ich meistens alleine rum. So wars mir immer noch am liebsten. Nachmittags kam Lara öfters zu mir. Sie schien es als äußerst unnormal, aber Vorteilhaft, dass ich immer einen Kasten Bier im Haus hatte. Entweder spielten wir mit den Ratten und dem Mader oder kuckten an meinem Selbstgebauten Fehrnseher irgendwelche Pornos oder so. Meistens sprachen wir nicht. Nur mit gesten, und blicken verständigten wir uns. Nur wenn wir uns über die Pornos oder Filme aufregten sprachen wir.
Trinken war bei mir erlaubt, aber rauchen nicht. Es wurde mal wieder spät und Lara musste nachhause.Umarmungen waren mir immer noch fremd. Ich konnte es warhaftig nicht leiden mehr Körperkontakt als Händeschütteln zu haben.
Lara war schon fast auf der treppe, als ich sie zurück zog aber zuspät. Ein Mann, groß dunkel Haarig und mitte 30 sprang von oben die Treppe runter. Eine Knarre in der Hand.
„Schade. Ein bisschen zu spät reagiert.“, meinte der Kerl schadenfroh. Seine Stimme hatte nix besonderes an sich.
Ich stellte mich instinkiv vor Lara. Aber der Mann hielt mir die Pistole an die Stirn und meinte: „Nix da. Du und die andere kommt beide mit.“ Er grinste dreckig und zuckte mit der Waffe in richtung Treppe ich starrte ihn finster in die Augen. Ich kannte ihn irgendwo her.
Ich stieg schnell in meine Stiefel und ging mit Lara voraus die Treppe runter. „Nun, Alexa, du bist schweigsam geworden seit dem Letzten mal. Aber na gut. Ich denke mal du kannst Auto fahren?“, sprach er Weiter und wies auf ein Kleines Auto. Es war alt und in einem dunklen Rot lackiert.
Ich nickte und stieg ein. Lara saß neben mir und der Mann setzte sich auf den Rücksitz, den Lauf der Knarre in Laras Sitz gedrückt grinste er mich dreckig an.
„Fahr los.“, meinte er und kurz erstab das grinsen. Als ich anfuhr und von meinem Sicheren Haus weg fuhr grinste er wieder. Nach einer Weile sagte er: Du bist wirklich hübsch und erwachsen geworden. Kommst ganz nach deinem Vater.“
Ich erschrack und trat das Gaspedal durch. Alle erschracken ebenfalls als das Auto einen satz nach vorne machte. „huh! Immer sachte!“, rief der Mann. Er atmete tief durch und sagte dann nach einer weiteren Weile wo ich lang fahren sollte. Wir kamen in ländlichere Gebiete. Vor einem Wäldchen sollten wir anhalten und aussteigen.
Der Mann seufzte. „Rein in den Wald.“, wies er uns wieder an. Ich ließ es mir gefallen. Mir wars egal was er jetzt mit uns anstellte, hauptsache Lara musste nicht so viel leiden. Wir mussten voraus gehen. Ich warf Lara einen Blick zu. Sie hatte Angst. Es wurde schon Dunkel, sie wurden entführt und mussten garantiert sterben.
Wir sollten stehn bleiben und uns umdrehen.
Der Mann holte tief Luft und sagte: „Nun Alexa, Ich war ein guter Freund deiner Familie. Ich hab dich zuletzt gesehen, da warst du 5 und dannach nicht mehr, weil du als deine Eltern staben zwar zugesehen hast, aber ich dich nicht gesehn ahb. Du warst verdammt schnell verschwunden. Aber jetzt hab ich dich gefunden. Der Auftrag war: Töte alle. Tja du warst nicht da und nach Stunden kamm die Polizei zuerst. Danach war deine Spur verwischt. Ich hab lange gebraucht um dich zu finden. Jetzt hab ich dich und kann dich umlegen.“
Ich spante meinen Körper an. Er war es gewesen. Er hatte alles zerstört. Alles. Ihr Leben, ihre Familie. Er hatte ihr soviel leid zugefügt. Und jetzt wollte er alles beenden? Ich starrte zu Boden.
„Dann lass Lara gehen. Du willst doch nur mich Killn“, forderte ich.
„Aber Alexa. Sie hat doch alles mitbekommen!“, meinte er, als redete er mit einer fünfjährigen. Ich schluckte. Na super. Und Lara hatte ich auch noch mit reingezogen.
Ich hasste Menschlichekontakte. Ich sah zu Lara. Sie hatte Todesangst, zitterte und ich war schuld. Ich sah zu dem Typen. Dann sah ich zu Boden und sagte leise und ruhig: „Dann mach schon. Oder haste schiss mir das Hirn raus zu blasen? Tu mir nen gefallen und genau zwischen die Augen. Damit du auch triffst kannste die Knarre ja genau drauf halten.“
Lara sah mich entgeistert an. Was glaubte sie jetzt? Ob ich wahnsinig war? Von allen guten geistern verlassen? Soizidgefährdet?
Der Mann sah mich erstaunt an. „Na du hast ne gute Einstellung. Wenn alle das so machen wurden wie du hatte ich nen echt leichten Job.“, lobte er mich. „Mach hinne“, fauchte ich und funkelte ihn wütend an.
Er zuckte mit den Schultern und drückte mir den Lauf an die Stirn. Mein Herz raste, meine atmung ging schneller, adrinalin wurde in meinen Organaismus gepummt. „Na dann. Ruhe in frieden.“, sagte der Mann.
Lara schloß ihre Augen und wannte sich ab. Ich schloß die Augen, packte mit der rechten Hand seinen Arm, und mit der Linken schnappte ich mir die Pistole. Schnell war sie ihm aus der Hand gegriffen und ich richtete den Lauf auf ihn und er sagte: „Fuck.“ Und ich schoß ihm in den Kopf.
Ich atmete tief durch und musste schlucken. Hinter mir horte ich Lara schluchtzen und ich sah nur ohne irgendwas zu fühlen auf den Toten runter.
Nach ein Paar sekunden hockte ich mich neben Lara, die einen Nervenzusammenbruch hatte. Sie kniete in den welken Blättern und heulte. Ich legte ihr einen Arm um die Schultern und sagte dann: „Komm. Ich beseitige das alles hier.“ Ich führte sie aus dem Wald und sah mich um. Es war fast vollständig Dunkel. Aber etwas weiter weg konnte ich einen Bauernhof erkennen.
Ich fuhr den Wagen in den Wald zu der Stelle wo der Tote lag. Ich fuhr den Wagen mit voller Wucht gegen einen Baum, wobei ich mir an der Stirn eine verletzung zu zog, nahm die Pistole und alle mulition raus, legte den Toten in den Wagen und zündete alles an. Ich holte Lara, die nicht wirklich beruhigt war. Ich schmierte sie mit Ruß ein und sagte: „Komm, rede mit mir.“ Als hätte ich auf einen „On-knopf“ gedrückt plapperte sie los: „Du hast ihn erschoßen. Einfach so! Er ist tot Fero! Du hast ihn umgebracht!“
„Es war Notwehr Lara. Er hat uns beide beinahe umgebracht. Verstehst du? Hätte ich es nicht getan, hätte er UNS GETÖTET!“, sagte ich ihr. Sie nickte. Ich strich ihr sanft über das rußige Gesicht.die Flammen waren heiß, und ich führete Lara zum Bauernhof. Der Besitzer hatte den brennenden Wald bemerkt und die Polizei schon alarmiert, als wir dort ankammen.
Die Frau des Bezitzers verbannt mir die Wunde und wir durften uns Waschen. „Fero?“, fragte Lara. „Hm?“, fragte ich zurück. „Was sagen wird er Polizei?“
Ja. Was sagen wir der Polizei? Ich dachte fieberhaft nach.
„Keine Angst. Dir passiert gar nix. Wenn alles schief geht, schieb den Mist auf mich und gut is.“, meinte ich und strich ihr über den Oberarm.
Oh wie ich Körperkontakt hasste. Das war der Grund, warum ich Lara nicht umarmte. Und für mich stand, fest, dass ich das auch niemals tuen werde.
Die Polizei befragte uns. Mich zum Glück zu erst, und Lara war auch dabei, damit sie meine Story hören konnte
„Also, wie kam es, das ihr so weit weg von zu Hause in dem Auto ward?“, fragte der Polizist. Okay. Jetzt durfte ich nicht zu lange nach denken. Ich holte tief Luft und sagte: „Wir wollten mit dem Zug zu Laras Freund fahren, aber wir waren spät dran und sind aus versehen in den Falschen Zug geraten. Dann wussten wir nicht wo wir waren und wollten nur einen Autofahrer fragen, wo wir waren, und der meinte dann, er könnte uns zur Stadt mitnehmen.“, sponn ich scheinheilig den ersten Lügenfaden. „Dann nach einiger Zeit, waren wir unterwegs kam es uns irgendwie spanisch vor und da packte der Kerl die Knarre aus und hielt sie mir an den Kopf. Ich hab nur reagiert und wollte ihm die Knarre weg hauen, dann gab es einen Schuss, der Wagen geriet ins schleudern, wir fuhren in diesen Wald, alles ging durcheinander, Lara hat geschrien, ich hab nur versucht mich fest zu halten, wir hatten panische angst, und dann sind wir gegen einen Baum gefahren und ich hab mich am Kopf verletzt. Ich glaube Lara hat mich aus dem Auto gezogen und weg gezogen.“, beendete ich mein Lügennetz.
„Stimmt das so?“, fragte der Beamte zu Lara gewannt. „Ja.“, sagte Lara leise und fügte hinzu: „Als ich Fero raus gezogen hab, hat der Wagen Feuer gefangen und ich konnte den Mann nicht mehr raus holen.“
Ach schlau war sie, meine Lara. Die Polizei lies uns schon kurz danach gehen. Sie brachten uns sogar nach Hause. Laras Mutter war sehr besorgt und tickte fast aus, als die Polizei Lara nach Hause brachte. Ich wollte nicht wissen, was da später noch los sein würde.
Kaum war ich zu Hause nahm ich den Verband ab. So ne kleine Wunde war nichts als Kinderkram. Die Ratten spürten, das was passiert war und kletterten alle auf mir herum. Aber ich ließ nur Till auf meine Schulter. Dann holte ich Riedel und ließ ihn in der Küche Rum laufen. Ich suchte im Vorrats Schrank nach meinem Abendessen. Ich fand eine Dose Ravioli. „Na gut. Wollen wir eben eine Dose Ravioli essen.“, flüsterte ich Till und Riedel zu.
Ich mochte die Beiden. Die einzigen schlauen in dieser Wohnung. Ich nahm einen Stuhl und setzte mich vor die Mikrowelle, legte den Kopf auf meine Arme und die auf die Ablage vor besagtem Küchengerät. Während sich Riedel auf meinen Nacken legte (Ach wie schön war der Marder doch war...) und Till sich auf meinem Ellenbogen einrollte.
3. oder Laras "Liebe Familie"
Ich beobachtete wie die Schüssel mit meinem Essen sich drehte und dabei heiß wurde. Ich brauchte nicht lange zum Essen. Auch wenn Riedel es nicht so lustig fand, als ich ihn wieder von meinem Nacken runter schmiss.
Am Abend stopfte ich alle Viecher außer Till in die entsprechenden Käfige zurück. Ich wollte auch mal meine Ruhe. Dann legte ich mich auf mein Bett und schraubte an meinem Pc rum. Ich baute das Board komplett um. Es war so spät abends, das ich ernsthaft überlegte das Licht ein zu schalten. Ich ließ es bleiben und versuchte stattdessen zu schlafen.
Großer Fehler. Meine Alpträume hatten sich etwas verändert. Aber nicht zu besseren.
Ich schreckte hoch und sah mich im Zimmer um. Es war immer noch dunkel und ich schaltete die Stereoanlage ein. Es war kurz nach 6. Ich beschloss heute mal zur schule zu gehen. und zwar pünktlich.
Lara war nicht da. Also ging ich wieder nach der dritten Stunde. Nicht das ich mit Lara reden wollte. Versteht das jetzt bitte nicht falsch. Ich blieb bei meinen Ansichten, aber na ja. Ich wollte wissen ob es ihr gut ging.
Ich beschloss mein Lange verschollenes Telefon zu suchen.
Ich brauchte fast eine Stunde um es zu finden. Ich wählte Laras Nummer. Ja! Stellt euch vor. Lara hatte mir ihre Telefonnummer da gelassen.
„Ja?“, fragte eine Forsche Stimme am anderen Ende der Leitung. „Lara.“, forderte ich nicht minder forsch. „LARA!“, rief die Stimme nun Lauter. „Ein sehr unfreundlicher Junge ist da.“
„Junge?“, fragte Lara etwas zaghaft. „Hallo?“, fragte sie. „ Lara. Alles Klar?“, fragte ich knapp. „Fero!“, rief sie überrascht. „Du hast das Telefon gefunden!“
„Lenk nicht ab.“, fauchte ich.
Ein Schweigen war die Folge.
„Ich komme.“, murmelte ich genervt und legte auf. Okay. Man konnte mich als Jungen bezeichnen. Aber ich fand es nicht Lustig, wenn man MEINE Lara misshandelte.
Ich stieg auf meinen Roller und fuhr in Richtung Lara. Till und Riedel waren noch zu Hause. Ich bog nach 10 Minuten Fahrt und einem ungewollten Foto in Laras Straße ein.
In ihrem Haus war laute Musik an. Ich klingelte an der Haustür. Keine Reaktion. Gut. Dann eben Sturm klingeln.
Nicht lange musste ich klingeln, bis endlich jemand an die Tür kam. Es war ein Mann vermutlich Laras Vater. Er hatte Kurze und verdammt schlecht blondierte Haare. Wenn ich mich nicht täuschte, dann hatte er eine Latte bis zur Nasenspitze. ICH wollte NICHT wissen was der eben noch gemacht hatte.
„Was willst du? Wir Kaufen nicht.“, fauchte er. „Wo ist Lara?“, fragte ich sofort. „Sie ist nicht da.“, meinte der.
„Ich hab eben noch mit ihr Telefoniert.“, beharrte ich kühl. „Ach. Dann warst du dieser unfreundliche Typ. Auch wenn du mir gar nicht so aussiehst.“, meinte Laras Vater und starrte meiner Meinung nach etwas zu notgeil auf meine Oberweite.
„Nun, da wir nun eindeutig festgestellt haben, dass ich Weiblicher Natur bin, können sie mich ja zu Lara bringen.“, zischte ich gereizt. „Aber, Aber. Nicht so gereizt. Ich bin übrigens Harald. Du kannst mich auch Duzen.“, grinste er. „Das kann ich auch lassen. WO IST LARA!?“, giftete ich.
Jetzt tat dieser Typ eindeutig das Falsche. Er packte mich an. Okay. Nur an der Schulter, aber ich ließ mir den Spaß nicht nehmen, packte ihn, und Rammte mein Knie in seine Weichteile. Laras Vater stöhnte und fiel zu Boden. „Sauber Kastriert.“, sagte ich zu mir selber und Laras Mutter kam aus der Küche und schrie auf.
Während sie sich neben ihren Mann stürzte um zu sehen was gesehen war lief ich die Treppe hoch. „Lara...“, dachte ich und sah mich um. Eine Tür der vielen war recht ausladend und die laute Musik schien von da zu kommen.. Ich öffnete sie und wie ich vermutete war es Laras Zimmer. Es war mit Band Postern gepflastert. Größtenteils Korn Poster.
Lara lag halb nackt auf ihrem Bett. „Fero?“, fragte sie unsicher. Ich zuckte mit meinem Auge und drehte mich um. „zieh dich an und pack ein paar Sachen. Du ziehst fürs erste zu mir.“, erklärte ich knapp. „Was ist los?“, fragte sie, während ich hörte wie sie aufstand. Und die Musik ausstellte. „PACK!“, Kommandierte ich. „Ja is ja gut. Erklär dabei.“, forderte sie mich auf und während sie packte (was sehr schnell ging.) erzählte ich: „Ich hab gerade deinen Vater kastriert. Ich nehme mal an das er dich vergewaltigen wollte. Jetzt kommst du zu mir fertig aus.“
Ich drehte mich um. Das Veilchen auf Laras Linkem Wangenknochen ignorierte ich und zog Lara mit mir, aus dem Zimmer durch den Flur die Treppe runter. Laras Vater hatte sich soweit wieder aufgerappelt und brüllte: „Du verfluchte kleine Lesbe! Bleib gefälligst hier, damit ich's dir heimzahlen kann!“ Ich schubste Lara ohne ein Wort an ihrem Vater vorbei und im vorüber gehen schlug ich ihm mit der Faust ins Gesicht.
„Verflucht tut das weh“, nuschelte ich als ich den Roller an ließ. Lara schlang ihre Arme um meine Taille und ich fuhr los.
Nun fuhr ich etwas Langsamer und wir brauchten 15 Minuten und diesmal gab es KEIN Foto.
Ich schloss die Wohnung auf und lies Lara rein. Meine rechte Hand pochte, aber ich ignorierte es. „Essen in der Küche, Bier im Schrank, gehe Matratze holen.“, erklärte ich knapp. Lara nickte und ging rein. Ich holte nur schnell Till und ging auf dem Dachboden.
Ich hatte dort ein paar Dinge hin gestellt, die ich nicht mehr brauchte. Unter anderem Erbstücke von meinen Eltern. Die Matratze war etwas zugestellt und ich brauchte etwas Zeit um sie raus zuziehen. Man merkte, dass es Herbst wurde. Es war Kalt, aber Till hockte auf meiner Schulter und war schön warm. Obwohl die Luft kalt war hielt Till still und wärmte die Stelle an meiner Schulter, als wollte er mich beruhigen. „Mein schlauer Till.“, flüsterte ich.
Selbst als ich die Matratze runter in meine Wohnung schleppte hielt er still. „Ach mein Till. Wenn ich dich verlieren würde...“, hauchte ich ihm zu. Ich brachte die Matratze in mein Zimmer und ging in die Küche, wo Lara sich eine Tassensuppe gemacht hatte. Zwei Flaschen Bier standen auf dem Tisch. Ich nahm mir eine und Machte sie auf.
„Ey! Die is mir!“, rief Lara. „Hätteste wohl gerne was? Da ist deine.“, grummelte ich und wies auf die andere Flasche. „Die is auch mir!“, meinte Lara und funkelte mich böse an. „Am Tag gibt’s hier nur eine Flasche klar?“, gab ich ruhig zurück.
„Wieso'n das?“, fragte sie zurück. „Ganz einfach. Hier wird nicht maßlos gesoffen. Ich hab hier ein Stück Verantwortung über dich klar? Und wenn wir das Jugendamt davon überzeugen wollen, das du hier mit wohnst, muss es hier ordentlich ablaufen klar? Glaubst du die geben mir ne Wohnung und lassen mich allein? Schön wär’s Ich werde einmal im Monat kontrolliert. Was Glaubst du warum ich jedes Wochenende hier Putzteufel spiele? Ich will hier nicht weg. Und solange ich zur Schule gehe können sie mich in ein Internat oder so stecken.“, keifte ich Lara an. Was bildete die sich eigentlich ein? Glaubte dieses Weib etwas ihr Leben wäre als einzigstes stressig? Till kletterte von meiner Schulter auf den Boden.
Lara guckte erst etwas dumm aus der Wäsche und sah dann zu Boden. „Tschuldige.“, nuschelte sie. „wie auch immer. Iss auf und dann steh mir nich im weh rum.“, murrte Ich und ging mit dem Bier in mein Zimmer. Till war schon allein hinein gelaufen, weil er den Streit nicht mochte. Ich las ihn wieder auf und suchte mein EDV-Ausbildungsbuch. Ganz in den Schmöker vertieft ließ ich die Ratten alle raus. Sie hatten allesamt abgenommen.
Ich setzte mich auf mein Bett und die Nager liefen frei im Zimmer rum. Ohne es zu merken machte ich wieder die Musik an.
Irgendwann kam Lara auch rein. „Bist du sauer?“, fragte sie. Ich schüttelte den Kopf. „Darf ich an den Pc?“, fragte sie weiter. Ich nickte.
Die nächste Woche verlief für mich wie immer. Ich Putzte, studierte EDV, kümmerte mich um die Ratten, schlief und ging regelmäßig zur Schule. Allerdings nur damit Lara nicht mit dem Bus fahren musste. Ich fuhr sie und tat so als würde ich im Unterricht aufpassen. In Wahrheit las ich in meinem Ausbildungsbuch.
Dann kam ein Mann vom Jugendamt. Ich bekam einen Ausraster, weil er Lara mit nehmen wollte. „Hier habt ihr sie doch auch Unterkontrolle!“, brüllte ich den Mann an. „Sie hat eben Probleme mit ihrer Familie und hier fühlt sie sich sicher! Sie hat ANGST!“ völlig überfordert hatte der Mann zugestimmt und war gegangen.
Lara hatte sich bedankt und alles. Aber für änderte sich eigentlich nix. Nur das mein 16ter Geburtstag näher kam.
4. oder Lara lernt sich zu benehmen.
Und auch der Winter kam. Die Herbstferien waren Langweilig wie immer und ich bekam einen Nebenjob in einer Computerfirma. Dort entwickelte ich neue Mainboards, Prozessoren und so weiter. Das war mehr ein Ferienjob. Der mich aber auch ziemlich beanspruchte.
Gegen Ende der Herbstferien rief mich der Firmenchef in sein Büro. Es war ein ziemlich prunkvolles Büro. Für mich wäre es viel zu edel. Okay, die Wandfarbe gefiel mir schon aber der Rest....
„Setzen sie sich.“, meinte der Chef. Ich tat es und setzte mich. Ich war kein Stück nervös. Wieso auch? Wen ich jetzt gefeuert wurde konnte ich immer noch die Schule zu ende machen und irgendwas anderes werden.
Der Chef wirkte allerdings ziemlich nervös. „Nun, wo haben sie gelernt so mit Computern um zu gehen?“, fragte er. „Einen Kaffee Vielleicht? Oder eine Cola?“, fügte er hastig hinzu. Ich zog eine Augenbraue hoch. „Cola Danke.“, meinte ich knapp. „Ich hab’s mir selber beigebracht.“
Der Chef ließ fast die Flasche Fallen. „ach... ach wirklich?“, fragte er noch nervöser als vorher. Ich nahm das Glas entgegen und trank einen Schluck. „Nun sie sind recht begabt. Ich hab einen Vorschlag für Sie: Ich wette sie wollen mit der Schule aufhören. Und hier komme ich ins Spiel. Ich habe hier einen Vertrag, der Ihnen einen festen Arbeitsplatz hier sichert. Egal, wie sie die Schule abschließen. Er ist unkündbar, also Sie können nicht gefeuert werden.“
Er schob mir eine Mappe hin. Es war tatsächlich ein Vertrag drin. Auf den ersten Blick hin sah er sogar Sauber aus. Aber das ganze roch gerade zu nach Betrug. „Könnte allerdings auch an dem seltsamen Räucherstäbchen auf dem Schreibtisch liegen.“, dachte ich und tastete nach Till in meiner Jackentasche. Er zuckte mit den Schnurrhaaren und ich überlegte: „Wenn er so nervös ist, muss da noch was hinter stecken. Ich lasse ihn noch was Zappeln.“
„Kann ich den zu Hause noch mal gründlich durch lesen?“, fragte ich monoton. Ich liebte es wie die Menschen auf meine gleichgültige und unbetonte Stimme reagierten. „J... Ja aber natürlich. Klar können sie ihn Mitnehmen!“, stotterte der Chef.
Ich verließ das Büro mit dem Vertrag in der Hand. Das war wirklich seltsam gelaufen. Ich stieg auf meinen Roller und fuhr zurück. Auf halben weg fiel mir siedend heiß ein, dass Lara nächste Wochen ihren 16. Geburtstag hatte!
„Ach verflucht.“, dachte ich und machte eine hübsche Kehrtwende. Zurück in die Stadt um eine Geschenk zu suchen.
Ich fand einen Pulli in Laras Größe und einen Kornbutton. Der Pulli war Grün, also musste er Lara gefallen. Dazu sollte sie einen Satz Pinker Haarspangen bekommen.
Ich packte alles in den Roller und fuhr Heim. Lara war nicht da. Das kam in letzter Zeit häufiger vor. Mir wars egal. Hatte ich meine Ruhe und konnte lernen. Ich versteckte ihre Geschenke in meinem Werkzeugschrank und machte meine Schreibtisch Lampe an. Ich hatte wie immer mein Zimmer abgedunkelt. Ich nahm mir den Vertrag vor und las ihn noch mal gründlich durch. Erst fand ich nichts. Also ließ ich ihn erst mal auf dem Schreibtisch liegen und fütterte die Ratten. Riedel bekam natürlich auch was.
Dann aß ich selber noch was trank meine Flasche Bier und setze mich wieder an den Vertrag. Irgendwann fand ich den Harken. Mitten drin fand ich im Beamtenkauderwelsch diese Verpflichtung: „Der Mitarbeiter hat zu dem vom Arbeitgeber festgesetzten Lohnsumme zu Arbeiten, sonst wird er fristlos entlassen.“ Ich lachte.
Schnell diese Passage unterstrichen einen Zettel mir der Aufschrift: „Netter Versuch. Vergessen Sie's!“ und ab in die Post.
Lara kam erst sehr spät nach Hause. Ich störte mich nicht dran. Seit sie sich hier eingewöhnt hatte, ging sie ein und aus, während ich Las oder bastelte.
Die nächste Woche und der Schulanfang waren wie immer. Lara freute sich ziemlich ihr Geschenk. Ich denke mal sie hatte nix von mir erwartet. Später am Abend schleppte sie mich auf eine Feier. Viele Klassenkameraden und auch viele mir unbekannte waren da. Ich saß mit meinem Bier immer schön abseits. Wahrscheinlich kam ich so schwarz gekleidet und finster drein blickend, so böse rüber, das sich keiner zu mir setzte. „Vorteil für uns.“, murmelte ich zu Till und war froh als die Party vorbei war.
Später im Bett meinte Lara: „Du hast dich gar nicht amüsiert hab ich recht?“ „Amüsiert?“, fragte ich. „Und ob. Ich fand es sehr amüsant was ihr da so auf der Tanzfläche gemacht habt.“
„Und trotzdem hast du nicht mit gemacht. Nicht mal ein bisschen geflirtet!“, maulte Lara. Ich verzog im Dunkeln mein Gesicht. War ja klar, dass das wieder kam. „Das liegt daran das ich nicht Flirten will.“, meinte ich und drehte mich rum.
„Warum denn nicht?“, fragte Lara weiter. „Darum Fertig.“, murrte ich und schwieg. Auf keine der folgenden Fragen gab ich eine Antwort.
Die nächste Zeit verging auch wie immer. Ich begann in einem Elektronik Laden zu arbeiten. Dort konnte ich immer an Radios, Computern und Fernsehern rumschrauben.
Dann ging es auch schon auf Weihnachten und die nächsten Ferien zu. Lara und ich lebten aneinander vorbei. Mir war das Egal aber Lara offensichtlich nicht. Sie war immer seltener zu Hause. Kurz nach Ferien beginn kam sie nicht mehr. Drei Tage wartete ich. Dann hackte ich ihre Internet Passwörter und sah mir ihre Kontakte an. Ich fand raus, das sie mit einem Seltsamen Typen in einer Nahe gelegenen Stadt zusammen war, und von dort aus auch vor ein paar Stunden im Internet gewesen war. Das wars jetzt. Okay, schön und gut, Lara hatte einige Freiheiten, aber das ging zu weit. Erst schickte ich ihm unter Laras Nick einen alles zerstörenden Virus, der sich in einer gesicherten Datei einnistete und von dort aus alles ausspionierte (Marke Eigenbau) und machte mich dann auf den Weg Lara abzuholen.
Ich brauchte fast eine Stunde bis dahin. Mit meinem Roller konnte ich ja nicht auf die Autobahn und durchs Hinterland war der Weg eben lang.
Endlich angekommen Klingelte ich an der Türe. Eine älter Frau machte auf. „Ja bitte?“, fragte sie freundlich. Ich sah keinen Grund zu lächeln. „Ich suche nach meiner Schwester Lara.“, meinte ich missmutig. „Ach sie ist oben.“, meinte die Frau. Sie war eindeutig die Mutter von Laras Freund. Ich ging hoch und fand Lara und den Typen pennend im Bett. Ich holte ein Glas Wasser und zog erbarmungslos die Decke weg. Darauf folgte das Glas Wasser, was ich „ausversehen“ über dem Bett aus kippte.
„WAS soll das den?“, brüllte der Typ mich an. „Anziehen.“ Meinte ich nur zu Lara. Die sah mich wütend an. Ich erwiderte den Blick gleichgültig. „Ich will das du in Spätestens 3 Stunden zu hause bist. Und solltest du nochmal 3 Tage ohne einen Piep verschwinden. Mach ich das wieder. Oder vielleicht sogar noch schlimmeres.“, sagte ich ruhig und ging wieder runter. Die Mutter von Laras Freund sah mir nach und ging dann nach oben um zusehen was los war.
Vier ein Halbstunden Später stand Lara angepisst vor der Tür. Was sollte das werden?“, schrie sie mich an. „Warum bist du drei Tage weg gewesen?“, fragte ich ruhig zurück und ging in mein Zimmer zurück. Es war Dunkel wie immer. Lara kam hinter her: „Das war so was von unfair! Du hättest was sagen können!“
Ich atmete geräuschvoll aus. „DU hättest was sagen können. In den drei Tagen. Ich lasse dich hier Wohnen, bezahle deine Strom- und Wasserrechnung, und du haust einfach ab. Aber bitte. Pack deine Sachen und geh zu deinen Eltern oder in eine Sozial WG. Da ist die Tür.“, meinte ich und wies zur Tür.
Lara funkelte mich böse an, drehte sich auf dem Absatz um und schloss sich im Bad ein. Aber nicht ohne die Tür zu zuknallen.
Ich seufzte und zog mich ruhig in mein Zimmer zurück. Die nächste zeit war eine eisige stille zwischen Lara und mir. Auch wenn ich etwas jünger war als Lara, fühlte ich mich als Erwachsene im Haus.
Über Weihnachten lockerte sich die Stimmung, allerdings nur ein kleines bisschen.
Es war eigentlich sogar ziemlich bedauerlich, was ein Paar Tage danach geschah. Ich mein, ich war eigentlich ziemlich froh über diese Entwicklung. Konnte nichts weiter passieren, als das ich wieder alleine war. Was viele wahrscheinlich nicht verstehen ist, ich mag diesen Zustand.
Es war so ein paar Tage nach Weihnachten. Ich muss sagen, ich wusste nicht wie viel. Da ich dieses Fest sowie so nicht wirklich als gut empfand. Ich sehe Weihnachten nur als eine Notwendigkeit.
Na ja um auf den Punkt zu kommen, ich lag wach im Bett. Wie immer. Die Ratten liefen im Käfig herum und Lara atmete leise und Schwer. Sie schlief tief und ruhig. Till hatte sich schon vor Stunden in meiner Hand zusammen gerollt.
Ich drehte mich und Till sah mich leicht vorwurfsvoll an. Ich starrte an die Decke. Da waren irgendwie Rauchschwaden. Schwarze Rauchschwaden.
5. Oder Alles geht den Bach runter.
„Lara?“, fragte ich und stand auf. Lara reagierte nicht. Ich seufzte und trat gegen Laras Arm und sie schreckte hoch. „Was soll das denn?“, fragte sie und wollte sich schon wieder hinlegen. Als ich ruhig und ziemlich unbeteiligt bemerkte: „es brennt.“
Lara starrte mich an und ich wies still zur Zimmerdecke. Lara brauchte einen Moment um das zu verstehen und sprang dann panisch auf. „Schnell!“, rief sie. Sie sammelte einige Sachen auf und packte Panisch alles auf einen Haufen.
Ich ging seelenruhig zum Rattenkäfig und weckte die Viecher in dem ich mit meinem Finger durch die Gitterstäbe in ihr Schlafnest pöckte. Während Lara planlos umher rannte nahm ich langsam eine Ratte nach der anderen heraus und packte sie in einen Holzkasten.
Till kam auf meine Schulter und Riedel krallte sich Hinten an mein Shirt. Er war ganz Vorsichtig um mich nicht zu verletzen.
„Lara. Is Gut. Komm.“, meinte ich genervt und packte Lara. Sie hatte meinen Grünen Pulli an. Innerlich lies mich das lächeln.
Draußen im Flur war schon dichter Rauch. Ich schlug den Feueralarmknopf ein und die Alarmanlage ging los. Dann Drückte ich Lara zu Boden. „Kopf Runter und Ärmel über Mund und Nase.“, kommandierte ich in ihr Ohr. „Weiß ich auch.“, fauchte Lara zurück und Krabbelte die Stufen runter. Ich selber drückte mir meinen rechten Ellenboden gegen’s Gesicht. Schließlich konnte ich keinen Rauch einatmen, wenn ich keine Luft holte. Okay auf Dauer war es unangenehm und brannte in den Augen, aber ich konnte so besser meine Ratten transportieren und ein Auge auf Lara halten.
Endlich draußen bemerkte ich, das es drei Etagen unter meiner Wohnung brannte.
Plötzlich lies Riedel sich von meinem Rücken fallen und rannte in die Dunkelheit davon. „Verflucht!“, rief ich und lief hinterher. Er lief ums Haus herum und blieb auf der Rückseite stehn.
„Man was soll das denn?“, fragte ich ihn und schnappte ihn. Mit ihm auf der Schulter ging ich zurück. „Dieser verdammt Marder. Der Qualm muss ihm wohl ein bisschen den Verstand vernebelt haben.“, dachte ich.
Lara fiel mir um den Hals, als ich auf sie zu ging. Ich wollte sie schon weg schieben, als Sie mir etwas in die Tasche schob. „schnell. Das ist Till. Du musst verschwinden. Ein Seltsamer Typ hat nach dir gefragt. Er hatte den selben Mantel wie der im Wald damals!“, hauchte sie mir ins Ohr. „Okay. Halt ihn auf bis du mich nicht mehr siehst okay?“, wisperte ich zurück und spürte Till in meiner Jackentasche und Riedel auf meiner Schulter unruhig werden. „Pass auf dich und die anderen Ratten auf gut?“, fragte ich noch schnell und tat etwas was ich unter NORMALEN Umständen nie getan hätte. Ich erwiderte die Umarmung. „Gut.“, flüsterte Lara und ich lies sie los. Auch sie zog ihre Arme zurück und ich sprintete los. Ich wischte um eine Ecke hechtete über die Mauer und durch den Garten n den Nächsten. Da dann um ein Gartenhaus herum und war versteckt. Ich hörte eine Männliche Stimme Fluchen und Lara sich entschuldigen. Ich nutzte die Gelegenheit und hechtete in den nächsten Garten. So Schwarz angezogen verschwand ich ohne Spuren in der Dunkelheit.
Eine verdammt miese Nacht war das. Ich spürte auch noch Tage später meine steifen Gelenke.
Ach ja. der Tag, der auf die Nacht folgte war auch nicht besser.
Er begann mit einem Kalten Morgen, den ich hinter einer Hecke verbracht hatte. Nicht das ich geschlafen hätte, aber steif gefroren war ich trotzdem. Jetzt musste ich aus dem Garten raus. Bevor man mich noch entdeckte.
Ich hatte Till und Riedel die ganze Nacht unter meiner Jacke warm gehalten. Wenigstens die Armen Tiere, die ja wirklich nichts dafür konnten, sollten es war haben.
der Morgen Nebel steig auf und ich versuchte mal auf zu stehen. ich hätte fast geschrien vor Schmerz. "Scheiße.", dachte ich. "Merke. Kälte und ein ziemlich extremer Muskelkater kommt nicht gut."
Als ich dann endlich leicht schwankend auf gestanden war musste ich mir erst mal die Eiskristalle von den Klamotten schlagen. Dabei fiel mir auf, dass Meine Finger schon gefährlich rot waren. Mit meinen Steif gefrorenen Gelenken konnte ich einen Sprung über die Hecke vergessen.
Also versuchte ich durchs Gartentor raus zu kommen. was mir letztendlich auch gelang. wer war schon so blöd und schloss nicht ab.
Noch war es dunkel. aber das Dunkle wurde schon langsam heller. Ich musste mich den Tag über irgendwie verstecken. und dabei möglichst nicht erfrieren. Also, wo war man geschützt, warm und schlecht aufzuspüren?
"Woher soll ich das wissen?", dachte ich und seufzte. Riedel hatte sich schon wieder an meinen rücken geklammert und Till hatte sich in meinem Kragen gelegt. So hatte ich um einiges mehr Bewegungsfreiheit und warm war mein Rücken auch noch.
Schnell steckte ich meine Hände in die Jacken Taschen um sie irgendwie wieder Warm zu bekommen. und da hatte ich die Idee.
Ich sah aus die Kirchturm Uhr zu meiner rechten. Halb 6. in zwei Stunden würde mein Chef den Laden betreten. Da konnte ich unter kommen. Hoffte ich zumindest.
Nun lungerte ich schon seit knappen anderthalb Stunden vor dem Elektronik Laden und wartete auf meinen Chef. Er kam und als er den Laden abschloss ging ich auf ihn zu. „Guten Morgen.“, nuschelte ich und mein Chef erschrak. Er war ein junger Unternehmer. Er hatte braune Haut und kurze schwarze Haare. Im Allgemeinen war er groß und muskulös.
„Mein Gott. Was hat dich den Überfahren?“, fragte er und starrte mich geschockt an. Ich lächelte matt. „Verdammt. Warum musst der Typ mich ständig zum lächeln bringen?“, dachte ich.
Auf der Arbeit war das eher selten, das wir uns begegneten, aber wenn wir in der Mittagspause zusammen essen waren, musste ich schon drei mal lächeln. Ich musste total krank sein. Es war beängstigend.
„Na was auch immer.“ Meinte er besorgt und schob mich in den Laden. Hier fühlte ich mich gleich wohler. Hier gab es Kabel, Schrauben und Elektronik aller Art. Einfach entspannend.
„Miss Crando! Was ist das auf ihrem Rücken!”, rief er Panisch und deutete auf Riedel. „Nenn mich endlich mal Fero! Ich nenn dich ja auch beim Vornamen!“, herrschte ich ihn an. Um genau zu sein Hieß mein Chef Sean. Sean Nonke. Er war 19 und hatte den Laden seines Großvaters übernommen.
„das Riedel. Mein Marder. Und hier“ ich holte Till aus meinem Kragen „Ist meine Ratte. Sie hießt Till und der Marder Riedel.“, erklärte ich und wie auf Signal lies Riedel sich fallen und schnüffelte im Laden herum. Till aber kletterte auf meine Schulter, nach dem ich die Jacke ausgezogen hatte. Im Laden kam es mir extrem Warm vor. „Willst du einen Kaffee?“, fragte Sean und sah mich mitleidig an. „Ich hasse Kaffee. Hast du ein Bier oder so?“, fragte ich leise und ging in die Küche und gleichzeitig Pausenraum um die Hände mal unter Wasser zu halten.
Es tat höllisch weh. Schließlich waren sie ja schon fast mit Kälte Brandblasen übersät. Auch meine Nase war verdammt knapp an so einer Blase vorbei geschabt. „Verflucht.“, dachte ich. „Was ist eigentlich mit dir passiert?“, fragte Sean und stellte mir ein Glas Amaretto hin. Ich trank es in einem Zug leer und drehte mich um. „Na ja. Ist ne lange Geschichte. Aber die Folge ist, dass ich gesucht werde, dass man mich umbringen will, dass meine Wohnung abgefackelt ist und ich jetzt auf der Flucht bin. Also ich habe ein paar kleine Probleme.“, erzählte ich knapp.
Sean bekam große Augen und war sprachlos. „Typisch für ihn.“, schoss es mir durch den Kopf.
„Dann kannst du bei mir bleiben!“, rief er sofort. „Jugendlicher Leichtsinn.“, meinte ich nur. „Dann kriegst du nur auch noch Stress. Lara kommt wahrscheinlich jetzt ins Heim. Ich bin Schuld dran. Am Ende landest du auf der Straße oder gleich im Grab. Ne danke.“
Felix sah zu Boden. „Ja. Kann sein.“, murmelte er. „Aber wie kann ich dir Helfen?“, fragte er niedergeschlagen. „Wenn ich das wüsste, würde ich dich fragen.“, meinte ich und ein Gefühl, das mir sehr unbekannt vor kam stieg in mir hoch. Verdammt. Wie hieß es nochmal? Früher hatte ich es oft in solchen Situationen.
Wenn Personen traurig sind hat man das Bedürfnis den Arm um deren Schultern zu legen. Das Letzte mal hatte ich dieses Gefühl das war... Kurz bevor meine Familie starb. Worum es ging wusste ich nicht mehr.
„Ach ja! Das Gefühl hieß MITLEID!“, dachte ich triumphierend. Sofort danach kam mir folgender Gedanke: „WO KOMMT DAS DEN JETZT HER?“ Panisch drehte ich mich um und hielt meine Hände wieder Unterwasser. Ich verfluchte diesen Typen. Erbrachte einfach ALLES durcheinander. Und davon hatte ich eindeutig genug.
„Willst du ne zeit lang hier bleiben?“, fragte er weiter. Ich musste blinzeln. „hier bleiben?“, dachte ich. Im Laden? Nein. Das würde ganz falsch ausgehen, wenn sie nach mir suchten, würde es nicht lange dauern bis sie hier aufschlagen würden.
„Ich muss einfach weg. Egal wohin.“, murrte ich und drehte mich wieder um. Sean sah erst mich an, dann sah er zu Boden. Er hatte plötzlich so einen finsteren Blick drauf. „Ich...“, fing er an sah dann aber zur Tür und stand auf. „Warte kurz.“, sagte er und ging zur Ladentür, hing ein „zur Zeit geschlossen“ Schild an die Tür und schloss ab.
Dann kam er in die Küche zurück und setzte sich. „Nun, Fero. Ich arbeite nicht nur hier.“, fing er an. Ich sah ihn etwas schräg an. Wo sollte er den sonst noch arbeiten?
„Ich arbeite in einer Organisation, die genau über dich Bescheid weiß. Du hast einen Typen von unserer... na ja. Nicht gerade Partnerorganisation, aber so was in der Richtung, erschossen. Okay, er wollte dich vorher umbringen, aber trotzdem mussten wir dich im Auge behalten. Seid der Aktion von dir sind sie nicht mehr in einem Bündnis mit uns. Ständig legen sich unsere Mitarbeiter gegen seitig um. Und das nur wegen dem Fehler eines dummen Mädchens.“, erklärter Sean. Ich wusste nicht ob ich mich jetzt beleidigt fühlen sollte.
„und? Willst mich jetzt umlegen?“, fragte ich ganz offen raus.
„Nun, das wäre sicher das beste. Aber der Kopf unserer Organisation hat etwas anderes im Sinn.“, antwortete er, „Du wirst deine Schäden der nicht ausgefüllten Aufträge wieder rein holen. Vorüber gehend wirst du aufgenommen, ausgebildet, und holst alles was du an Verlust verursachst hast wieder rein.“
verdutzt sah ich ihn an. Er sah irgendwie traurig aus und seine Stimme war belegt.
„Was soll das sein? Diese Organisation?“, wollte ich wissen. Sean hielt die Luft an und schnell ruckte er mit dem Kopf hoch, sah mir in die Augen und sagte: „Auftragskiller.“