Wer suchet...
1.Lysop Wer suchet…
Ich hab es wahrlich nicht leicht als einzig richtiger Mann auf diesem Schiff, das in stetiger Fahrt die Grand Line besegelt, aber ich gebe mein Bestes. Jeden Tag bringe ich all meinen Mut auf, um stark zu sein. Stark für die Crew, die ich beschützen muß. Leider ist es alles andere als einfach sich gegen die Damenwelt durchzusetzen.
Nami scheint schon aus Prinzip immer anderer Meinung zu sein als ich, so daß es nicht selten zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen uns kommt. Aber egal wie sehr wir diskutieren, uns anbrüllen, zeitweise gar wüst beschimpfen, Robin tut was sie will und übergeht somit uns beide. Ihr Ziel? Jedes gottverdammte Marinegefängnis, das wir erreichen können. Natürlich ist das auch in unserem Sinne, aber muß die Frau dabei so rabiat vorgehen?
„Hier sind sie auch nicht.“ Robin’s Stimme klingt gedämpft und entspannt, als würde sie in Ruhe an Deck sitzen und eines ihrer Bücher lesen, aber der Trümmerhaufen um sie herum spricht eine ganz andere Sprache. Gnadenlos haben die beiden Frauen die Marinesoldaten niedergestreckt, sind zu rücksichtslosen Jägerinnen geworden, stets auf der Suche nach den Jungs.
Was genau mit ihnen geschehen ist können wir nicht mit Sicherheit sagen, fest steht nur, daß die Marine sie gefangen genommen hat. Natürlich haben wir Nachforschungen angestellt, aber bis auf ein paar Zeitungsartikel nichts herausgefunden.
„Aber immerhin steht fest, daß sie mal hier gewesen sind.“ antwortet Nami und ringt sich ein Lächeln ab, während sie das Logbuch über die Gefängnisinsassen auf den Boden fallen läßt und den Blick von uns abwendet, wohl um ihre Enttäuschung besser vor uns verbergen zu können.
„Seit Monaten versuchen wir sie zu finden, reisen von Insel zu Insel, nur um stets einen Schritt zu spät zu kommen!“ Und das erste Mal sehe ich wirklichen Zorn in Robin’s Augen. Natürlich ist sie oft zornig wenn wir gegenüber der Marine das Nachsehen haben, aber noch nie hat sie uns das offen gezeigt. Eigentlich behält sie ihre Gefühle lieber für sich, aber selbst sie scheint nach all den Monaten langsam ihre Schmerzgrenze zu erreichen.
Wortlos entfernen wir uns vom Schauplatz unseres Kampfes, den wir zwar nicht als Verlierer, aber ebensowenig als Sieger verlassen. Wir kehren zurück zu unserem kleinen schwimmenden Zuhause, der Flying Lamb, die im Schutz meterhoher Felsen in einer dunklen Bucht liegt und dort zusammen mit Chopper auf uns wartet.
Vor fast einem Jahr war es noch so gewesen, daß wir abends nach unseren Landgängen alle zusammen eine feuchtfröhliche Party nach der anderen feierten, bis wir keinen Alkohol mehr sehen konnten. Ob es je wieder so sein wird?
Unser Kurs führt uns weiter, immer weiter dem nächsten Marinestützpunkt entgegen. Und ich habe Angst. Angst davor, daß Nami und Robin etwas zustoßen könnte, daß die Marine uns auflauert oder daß wir zu spät kommen, für unsere Freunde nichts mehr tun können. Allein die Vorstellung läßt meine Knie zittern, mein Herz rasen, aber ich muß stark sein.
Wo wir schon mal beim Thema sind… „Hilfe! Überfall! Wir werden angegriffen!!“ Wie von allein rennen meine Beine übers Deck, tragen mich von links nach rechts, während ich mein Bestes gebe, um die anderen zu warnen.
Was sind das auch für drei häßliche Gestalten? Die Köpfe kahlrasiert, unfreundliche Visage und triefend nasse Lumpen am Leib. Die wollen uns sicher ausrauben! Aber ich, der tapfere Captain Lysop…. Nein. Ich, Lysop der Schütze, zur Zeit Anführer der Strohhutbande, werde alles tun, um diese Eindringlinge zu vertreiben, denn es gilt das Leben meiner Freunde zu retten.
So halte ich in meiner Bewegung inne, ignoriere den dicken Kloß in meinem Hals und geselle mich zu Nami und Robin, die bereits an Deck geeilt sind. Bestärkt durch die beiden Frauen riskiere ich einen weiteren Blick auf die Eindringlinge, die nun vollends an Bord gekommen sind. Erst jetzt fällt mir auf wie abgemagert und müde sie wirken. Zudem scheint einer der drei verletzt zu sein, denn er wird von einem seiner Begleiter auf dem Rücken getragen.
„W-was wollt ihr von uns?“ Doch anstatt mir zu antworten starren grüne Augen mich an, als wollten sie mich durchbohren. „Zorro…“ dringt mir Robin’s Stimme ans Ohr, doch sie klingt so leise, daß ich mir nicht sicher bin, ob ich mir das nicht nur eingebildet habe. Und außerdem, wie sollte-
„Nami-Schatz, ich bin es, erkennst du mich nicht?“ „Sanji?“ Was?! Ungläubig starre ich von unserer Navigatorin zu dem hageren Fremden, der diese Worte von sich gegeben hat. Doch lange Zeit zum Grübeln bleibt mir nicht, denn Nami eilt an mir vorbei und wirft sich diesem Kerl an den Hals.
Aber wenn dieser kahlköpfige Schmutzfink Sanji ist und der Typ mit den stechend grünen Augen Zorro, dann…dann ist der Verletzte ja… „Oh mein Gott, Ruffy ist verletzt!“ rufe ich angesichts meiner wenig beruhigenden Erkenntnis.
Aber trotz dieser Tatsache komme ich nicht darum herum einen weiteren Blick auf Sanji und Nami zu werfen, die sich erleichtert in den Armen liegen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Ich habe Sanji noch nie so aufgelöst gesehen, aber sicherlich auch nie so erleichtert uns zu sehen.
Doch auch mich umfängt Erleichterung, vertreibt die letzten Zweifel in mir. Unweigerlich muß ich breit grinsen, würde am liebsten meinen Freunden um den Hals fallen, so sehr freue ich mich sie zu sehen.
Mein Blick wandert weiter zu Robin, schließlich wird auch sie aus dem Häuschen sein ihren Zorro wiederzuhaben. Doch auf mich übt sie eher einen unentschlossenen Eindruck aus, was mich dazu veranlaßt erneut zu unserem Vize zu sehen. Dieser scheint sie jedoch gänzlich zu ignorieren, setzt seinen Weg unter Deck einfach fort, Ruffy dabei im Schlepptau. „Ich…ich gehe Chopper holen.“ meint Robin schließlich und folgt ihrem Freund.
Und nun? Etwas deplaziert komme ich mir schon vor. Obwohl, ich könnte ja das Abendessen zubereiten, denn da die Jungs vor der Marine geflohen sind, werden sie wahrscheinlich kaum Zeit gefunden haben zwischendurch einen kleinen Imbiß zu sich zu nehmen. Wie lange sie bereits auf der Flucht sind?
Wieder da!
Wow, ich muß sagen, ich bin überwältigt von euren tollen Kommis. Danke für eure liebe Unterstützung!!
Ich hoffe natürlich, daß euch die folgenden Kaps genauso gut gefallen werden wie das erste, aber laßt es mich ruhig wissen, wenn ich Mist baue.
LG
Stoechbiene
2. Nami Wieder da!
Ich bin so glücklich! Seit Monaten waren wir auf der Suche nach unseren Jungs gewesen, haben jeden Stein umgedreht, aber stets erfolglos. Doch nun sind sie wieder bei uns, hat die Verzweiflung ein Ende. Die Zeit ohne sie war sehr schwer für mich gewesen, besonders ohne meinen Sanji, mit dem ich zum Zeitpunkt seines Verschwindens gerade erst mal wenige Wochen zusammen war.
Die Sehnsucht nach ihm hat mich fast aufgefressen, habe sogar mit dem Rauchen angefangen, nur um ihm näher zu sein, nicht durchzudrehen. Doch auch Robin war für mich da, spendete mir Trost indem sie mir gut zuredete, obwohl sie hin und wieder sicherlich selbst jemanden benötigt hätte, der sie unterstützt. Gerade sie.
„Was so eine Dusche alles bewirken kann. Ich fühle mich fast wie neu geboren.“ Glücklich lächle ich meinem Freund entgegen als er die Kombüse betritt, in der ich auf ihn gewartet habe und solange die Zeit damit überbrückte mit Lysop belegte Brote und Rührei mit Speck zuzubereiten.
Sanji humpelt leicht, aber ein straffer Verband um seine linke Wade verrät mir, daß Chopper sich bereits um ihn gekümmert hat. Noch ein paar Tage und mein Süßer wird wieder ganz der alte sein, da bin ich mir sicher, von der Frisur mal abgesehen. Warum mal ihnen wohl den Kopf geschoren hat?
„Ruffy schläft wie ein Murmeltier, den kriegt nicht mal eine Horde Elefanten wach.“ erzählt Chopper, während er zusammen mit Robin zu uns in die Küche kommt. „Wie, er hat keinen Hunger? Daß ich das mal erleben darf!“ Erleichtertes Lachen ertönt aufgrund von Lysop’s Aussage, schließlich kennen wir Ruffy’s Appetit nur zu gut.
„Wo ist Zorro?“ frage ich, bereue es aber in der nächsten Sekunde auch schon wieder als ich Robin’s traurigen Blick bemerke. „Er hockt oben im Krähennest und starrt vor sich hin.“ antwortet mir dann doch Chopper nach kurzem Zögern.
„Vielleicht sollte ich ihm etwas zu essen bringen, oder…“ „Laß gut sein, Robin. Er braucht einfach nur ein bißchen Zeit für sich.“ „Aber warum sagt er nichts, Sanji? Was haben diese Schweine mit ihm angestellt? Sie haben ihm doch nicht etwa…?“ Panik breitet sich in Robin’s Augen aus und ich kann sie nur zu gut verstehen. Was ist, wenn sie Zorro die Stimme genommen haben?
„Beruhige dich doch. Ich habe ihn vorhin kurz durchgecheckt und körperlich ist er in Ordnung, außer daß er ziemlich viel abgenommen hat. Er will einfach nicht reden, das ist alles. Morgen sieht die Welt bestimmt schon ganz anders aus. Du darfst außerdem nicht vergessen, daß die Jungs seit fast einem Jahr Gefangene der Marine waren, das steckt niemand so leicht weg.“ „Du hast vermutlich recht. Danke, Chopper.“
Die Gefangenschaft muß mehr als schlimm für die Jungs gewesen sein und ich bin mir nicht sicher ob ich es verkraften könnte wenn ich wüßte, daß man ihnen dort etwas schlimmes angetan hat. Sanji ist schließlich verletzt und Ruffy völlig entkräftet, was schließlich nicht alle Tage vorkommt.
Am nächsten Morgen ist Ruffy mit einem ohrenbetäubend lauten Schrei nach Essen aufgewacht und auch wenn ich dadurch doch recht unsanft aus meinem Schlaf gerissen wurde, war ich froh, daß es ihm bereits wieder besser ging. Sanji und ich haben uns daraufhin aus dem Bett gequält und sind in die Küche gegangen, wo wir im Moment damit beschäftigt sind das Frühstück zuzubereiten. Na ja, zumindest hatten wir das vor, aber viel lieber nutzen wir jede Sekunde, um einen innigen Kuß auszutauschen.
„Boah, ich könnte eine ganze Herde Kühe auf einmal verschlingen, so großen Kohldampf hab ich!“ Und wer Ruffy kennt weiß, daß dies keine leeren Worte sind! „Ich hoffe, Pfannkuchen, Waffeln, sowie Brot und Brötchen tun es auch.“ antwortet Sanji, wobei er galant mit einer Hand der Bratpfanne Schwung gibt, so daß der Pfannkuchen darin einen kleinen Salto schlägt.
„Ich bin mit allem zufrieden, egal was, egal wieviel.“ Hat das eben wirklich Captain Freßsack gesagt? „Setz dich, es gibt gleich was.“ Und artig wie ein Musterknabe aus dem Schulbuch nimmt er Platz, ohne Geschrei, ohne Gezeter. Gespenstisch. Aber alle verhalten sich anders als früher. Lysop ist tapferer geworden, zeigt sogar richtig Mut im Kampf. Ebenso Chopper. Der kleine Elch mußte in den vergangenen Monaten oft über seinen eigenen Schatten springen, was ihm nicht immer leicht gefallen ist.
„Komm, laß uns im Bett frühstücken.“ Ohne meine Antwort abzuwarten schiebt Sanji mich aus der Tür Richtung Schlafzimmer. In einer Hand hält er ein kleines Bastkörbchen, in dem sich diverse Leckereien tummeln. Freudig folge ich seiner süßen Einladung, haben wir doch noch sehr viel nachzuholen.
In meiner Kammer lassen wir uns auf dem Bett nieder, doch die Brötchen sind erst einmal uninteressant. Früher war Sanji von uns beiden immer derjenige, der die Initiative ergriff, aber darauf möchte ich heute nicht warten. Dabei bin ich mir noch gar nicht im Klaren darüber, wie weit ich im Moment schon bereit bin zu gehen.
Fordernd küsse ich meinen Koch, schmecke seine Lippen, auf denen zum ersten Mal nicht der Geschmack von Zigaretten liegt. Alles ist so neu und dennoch vertraut. Mir ist klar, daß wir uns neu kennenlernen müssen und darauf freue ich mich; auf unsere neue Liebe.
Die Tür zu meinem Zimmer öffnet sich, ohne daß zuvor jemand anklopfte oder gar darum bat hereingelassen zu werden. Warum hab ich die Tür nicht abgeschlossen? Zorro dagegen wirkt vollkommen unbeteiligt, sieht uns nur an wie ein altes Möbelstück; desinteressiert. Sanji zeigt dagegen einfach bloß mit dem Zeigefinger zur linken Wand und ehe ich auch nur ein Wort sagen kann, ist der Störenfried schon wieder verschwunden.
„Was sollte das?“ „Er hat seine Hanteln gesucht.“ Völlig irritiert blicke ich meinem Freund in die blauen Augen, der daraufhin nur süß lächeln kann. „Er trug seine Trainingsklamotten, also wird er trainieren wollen. Und da er seine Gewichte früher bei Robin unter dem Bett deponiert hatte, nachdem Ruffy sie mal dazu mißbrauchte einen Seekönig zu erlegen, ging er davon aus, daß sie dort noch immer sind. Er konnte ja nicht wissen, daß ihr in der Zwischenzeit die Zimmer getauscht habt.“ „Ach so.“
Doch gerade als ich mich wieder beruhigt habe, durchfährt mich die Erkenntnis, daß es im Moment vielleicht gar nicht so gut wäre, wenn Zorro jetzt zu Robin ins Zimmer stürmen würde, denn so wie ich ihn kenne, klopft er garantiert vorher nicht an. Ich springe aus dem Bett und renne raus auf den Flur.
Und ich habe mich nicht getäuscht. Zorro steht wie eine Salzsäule im Türrahmen, wirkt regelrecht erstarrt, auch wenn er noch immer kein Wort sagt. Aber schon in der nächsten Sekunde dreht er sich um und geht. Wundert mich nicht, als mein Blick auf Robin fällt, die ebenfalls bewegungsunfähig dasteht und dabei ein kleines Bündel im Arm hält.
Tage der Gefangenschaft
Wow, ich muß ja zugeben, ich habe nicht damit gerechnet, daß die FF so gut ankommt, aber umso mehr freue ich mich natürlich über eure lieben Kommis. Danke!! Ihr seid die Besten!!
@cada: Behalte dein Fähnchen bis zum nächsten Kap bei dir, ja? *g*
@Schriesel: Was deine Frage bezüglich Sanji anbelangt, so liest du am besten dieses Kap. Meinen Sadismus allerdings werde ich in dieser FF wohl kaum unter Kontrolle kriegen, sorry. XD
@Rowan90: Zorro wird reden, die Frage lautet nur wann.
@Heroeumel: LysopxRobin? Na ja, ich weiß nicht... Aber wie immer bist du der Wahrheit auf der Spur.
@Silja: Wehe du hörst jetzt nicht auf zu quengeln... XD Ach ja, leg schon mal das Kissen bereit. *g*
@Sydney: Ich gelobe Besserung...aber erst nach dieser FF! *g*
@swordfighter: Danke, daß dir die Charaktere so gefallen, wie ich sie darstelle, denn hin und wieder weiß ich nicht, ob ich es nicht übertreibe.
@yamiyugirlLY: Sorry, aber dieses Kap ist auch nicht wirklich lang, aber dafür das nächste, versprochen!
@Miss_Sawyer: Vielleicht findest du ja hier ein paar Antworten...
@CoolConan01: Nur Geduld, ich versuche mich zu beeilen.
@peach06: Das mit dem Frühstück im Bett kriegst du sicherlich bald mal hin. *Daumen drück*
@Tsuki_chan: Ja, es lebe der einzig wahre Glaube! XD Und was meinen Sadismus anbelangt, so fragst du am besten mal Schriesel, die kann ein Lied von singen^^
Viel Spaß beim Lesen!
Stoechbiene
3. Sanji Tage der Gefangenschaft
Für Zorro muß es regelrecht ein Schock gewesen sein, als er Robin mit dem Baby gesehen hat. Mir wäre sicherlich alles aus dem Gesicht gefallen, wenn mich Nami so überrascht hätte. Ich meine, da ist man so lange von seiner Freundin getrennt und kaum sieht man sie wieder, hat sie ein Kind. Da kann ich mir sicherlich besseres vorstellen.
„Wieso schreit der Kleine eigentlich nicht?“ will Ruffy wissen, der interessiert dabei zusieht, wie Chopper das Windelpaket unter Deck bringen will. „Ich hab es ihm abgewöhnt, damit er nicht losbrüllt und so die Aufmerksamkeit der Marine auf uns lenkt, während wir auf der Suche nach euch waren. Schon schlimm genug, daß sie euch gefangengenommen hatten.“ „Abgewöhnt? Wie geht das?“ „Man hält dem Baby die Nase zu, Ruffy. Ein alter indianischer Trick, den ich früher auch hin und wieder mal an dir austesten wollte.“ Robin grinst zwar, aber ich sehe ihre Unsicherheit dennoch.
„Erzählt mal, wie kam es eigentlich dazu, daß die Marine euch erwischt hat? Und wo hat man euch hingebracht?“ „Seit wann bist du so neugierig, Lysop?“ entgegne ich ihm, zögere den Moment meiner Antwort aber noch einen Moment hinaus, indem ich mir eine Zigarette anzünde. Tut das gut!
„Es war meine Schuld.“ entgegne ich ihm schließlich. Ganz schön hart das zu sagen. „Wir sind in die Stadt gegangen um Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Alle Geschäfte und Häuser waren festlich geschmückt, es roch nach Zimt und Anis, daß sogar unser Grünling ein wenig verträumt wirkte. Auf dem Nachhauseweg begegneten wir einer jungen Frau, die uns um Hilfe bat. Na ja, und da ich noch keiner Frau einen Wunsch abschlagen konnte, bin ich mit ihr mitgegangen, während die anderen am Stadttor auf mich warten wollten.“
Nami’s ermahnender Blick bohrt sich in meine Seite, aber ich erwidere diesen problemlos, denn ich habe nichts vor ihr zu verbergen. „Es war eine Falle. Ich weiß nicht mehr wie viele Marinesoldaten damals ihre Gewehre auf mich gerichtet hatten, aber es waren einfach zu viele. Ruffy und Zorro mußten in der Zwischenzeit mißtrauisch geworden sein, denn plötzlich befanden sie sich mitten unter den Soldaten und bekämpften diese. Doch als sie mich sahen wie ich auf dem Boden kniete und mir zwei Offiziere jeweils eine Knarre an den Kopf hielten, ergaben sie sich.“
„Hey, Hauptsache wir sind wieder hier!“ aufmunternd klopft mir Ruffy auf die Schulter und ich weiß, daß er es ernst meint. Tief ziehe ich den Rauch meiner Kippe ein, ehe ich weitererzähle, einfach um nicht nachdenken zu müssen. „Man brachte uns von einem Gefängnis zum nächsten, weil man befürchtete, daß wir es früher oder später schaffen würden auszubrechen, sollten wir uns zu lange nur an einem Ort aufhalten. Schließlich endete unsere Odyssee in einem Hochsicherheitstrakt, der mitten in einer Talsenke errichtet worden war. Es gab nur zwei Wege aus diesem Tal. Entweder klettern oder über die Zufahrtsstraße, die aber streng bewacht wurde. Aber um soweit zu kommen, hätten wir es erst einmal schaffen müssen aus unserer Arrestzelle auszubrechen, was so gut wie unmöglich war.“ Wieder ziehe ich an meiner Zigarette, versuche so die aufsteigenden Emotionen in mir zu bändigen.
„Einmal pro Woche wurden alle Gefangenen aus ihren Zellen hinunter zum Fluß getrieben. Wir mußten unsere Kleider ausziehen und man musterte uns streng. Wir wurden aneinander gekettet und anschließend jagte man uns durch das tiefe Wasser. Es war ein Zerren und Reißen, ein ständiger Kampf gegen die Strömung, gegen die Mitgefangenen und gegen das Ertrinken. Zweimal befand sich ein Toter in unseren Reihen. Vielleicht sind sie sogar freiwillig nicht wieder aufgetaucht, wer konnte es ihnen verübeln. Wir drei achteten immer darauf, daß wir dicht beieinander blieben, schließlich kann Ruffy nicht schwimmen und so mußten wir ihn mehr oder minder tragen. Am anderen Flußufer wurden wir wieder an Land gezerrt und über eine Brücke zurück zum Gefängnis gescheucht wie nutzloses Vieh. Klamotten bekamen wir erst im Gefängnishof wieder, so daß wir den Weg bis dorthin nackt laufen mußten. Viele waren deswegen krank, ich auch, aber ich hatte das Glück, daß sich Ruffy und Zorro um mich kümmerten. Nachts nahmen sie mich in ihre Mitte, damit ich es schön warm hatte und mich nicht noch mehr erkältete.“ „Und warum haben sie euch die Haare abrasiert?“ „Damit wir uns unserer Schande bewußt werden, hieß es immer. Aber ich glaube eher wegen der Kämpfe, Nami.“
Ich sehe zu Ruffy und auch er nickt. „Wir mußten jeden Tag um unser Essen kämpfen. Es war nicht so, daß wir alle aufeinander losgelassen wurden, sondern es wurden immer vier Gefangene ausgewählt, die gegeneinander antreten mußten. Wer am Ende noch als einziger stehen konnte, hatte für seinen Zellenblock die bessere Mahlzeit erkämpft. Ich weiß schon gar nicht mehr gegen wen ich alles angetreten bin, aber es waren einige. Und Kämpfe, die teilweise sogar tödlich ausgingen, weil der andere sonst nicht nachgegeben hätte. Wahrlich ein Kampf ums nackte Überleben. Zorro ist immer für Ruffy eingesprungen, weil unser Captain durch die Seesteinhalsfessel nicht kämpfen konnte. Er hat jede Runde für sich entschieden, aber danach war er immer sehr schweigsam und hat erst am Abend seine Portion gegessen. Wir haben ihn dann stets umarmt, auch wenn er bewegungslos wie ein Fels war, aber es hat ihm geholfen, da bin ich mir sicher.“
„Aber warum distanziert er sich jetzt derart von uns…von mir?“ „Ich denke, es ist etwas vorgefallen, Robin.“ „Vorgefallen? Aber was denn? Wurde er verletzt?“ „Nein, aber Tashigi ist eines Tages aufgetaucht.“ Ich ziehe an meiner Zigarette, während ich Robin beobachte. Sie wirkt nervös. „Und was wollte sie?“ „Ihn.“ Sie ist entsetzt, das sehe ich. Unruhig flackert ihr Blick, bis sie schließlich aufsteht und die Küche verläßt. „Früher hättest du das etwas netter formuliert, Sanji.“ „An dieser Tatsache ist aber nichts nett, Nami.“
Konfrontation
Hi!
Da bin ich wieder mit einem neuen Kap, auch wenn es etwas länger gedauert hat, aber ich war bis gestern in der Schweiz gewesen.
@swordfighter: Was mit Zorro passiert ist? Lies einfach dieses Kap.
@Chibi-Robin: Über Tashigi wirst du in diesem Kap auch mehr erfahren.
@Silja: Ich soll eine Sadistin sein? Wie kommst du denn darauf? XDDDDDDDD
@CoolConan01: Na ja, ich bin vielleicht ein bißchen fies, aber auch wirklich nur ein bißchen...
@cada: Ich bin ganz deiner Meinung! Aber was genau passiert ist, weißt du erst nach diesem Kap.
@Rowan90: Ich wollte eine FF schreiben, in der die Freundschaft der Jungs mit eine Rolle spielt und anscheinend ist mir das ein bißchen gelungen. Danke.
@Schriesel: Du hältst mich wirklich für eine Sadistin, stimmt's? Vielleicht sollte ich ja meinen Nick ändern^^
@Heroeumel: Ich glaube nicht, daß du dieses Kap lesen mußt, du hast mich doch eh durchschaut. *g*
@peach06: Ich glaube kaum, daß du Tashigi nach diesem Kap lieben wirst.
@Miss_Sawyer: Der Trick mit dem Nasezuhalten klappt wirklich, weil das Baby dadurch gezwungen wird durch den Mund zu atmen und somit automatisch mit dem schreien aufhört. Indianer haben diesen Trick benutzt um zu verhindern, daß Feinde ihr Lager leicht finden. Teste es an deinem Bruder XDDDD
@4Kolibris: Die Spuren der Vergangenheit...führen exakt zu diesem Kap XD.
Abschließend kann ich nur sagen: Seid gnädig!
LG
Stoechbiene
4. Robin Konfrontation
„Hattest du was mit Tashigi? Antworte mir!“ Ich hab die Faxen dicke! Er soll endlich seine Klappe aufmachen, mich von mir aus anbrüllen, beschimpfen, aber ich ertrage dieses Schweigen nicht länger. Er sieht zum Himmel, dann endlich antwortet er mir nach so langer Zeit. Seine Stimme klingt leise, doch es ist unverkennbar seine, die ich unter Tausenden wiedererkennen würde.
„Sie sagte immer, sie wolle nur meine Schwerter, weil ich nicht berechtigt sei sie zu tragen. Aber man hatte sie mir doch schon abgenommen…“ Sein Blick wandert weiter, diesmal zu den Orangenbäumen.
„Sie ließ mich gelegentlich in den Verhörraum bringen, wo ich oft stundenlang einfach nur angekettet an der Wand stand und vergeblich hoffte, daß wir einen Weg aus dieser Hölle finden. Manchmal kam sie zu mir, um mich nach dem Rest der Bande zu fragen, aber ich antwortete ihr nicht. Ich konnte die Antwort auch gar nicht kennen, war doch inzwischen zu viel Zeit vergangen, hoffte lediglich, daß ihr in Sicherheit wart. So ging es eine Weile, Wochen bestimmt. Manchmal musterte sie mich sogar einfach nur, während ich vor ihr in Ketten hing. Eines Tages entdeckte sie das Tattoo…“ Wenn sie es gesehen hat, dann… Wie kann sie es wagen!
„Sie dachte, es sei ein Symbol für meine Fähigkeiten als Schwertkämpfer, dabei bedeutet es soviel mehr als das. Hätte sie es denn nicht wissen müssen? Daß die Rose eine Frau symbolisiert? Meine Frau?“
Meine Frau. Er nannte mich von Anfang an so, seit unserer ersten gemeinsamen Nacht. Ich weiß noch genau wie ich in dem zerwühlten Bett lag, unbekleidet, und er mich in seine starken Arme zog, mich nicht gehen lassen wollte. Damals dachte ich noch, daß er in seiner Einsamkeit nur ein Abenteuer gesucht hätte, aber er belehrte mich eines Besseren. Zwar umgarnte er mich nicht den ganzen Tag über, oder hielt sich ständig in meiner Nähe auf, sondern er zeigte seine Zuneigung mir gegenüber eher auf andere Art und Weise.
Anfangs war ich deshalb etwas sauer auf ihn, da ich annahm, er wolle unser Verhältnis geheim halten. Aber eines Tages saß ich oben im Krähennest, war zugegebenermaßen ein bißchen beleidigt, als ich hörte, wie er die anderen an Deck fragte: „Habt ihr meine Frau gesehen?“ „Deine Frau? Seit wann bist du denn verheiratet?“ Auf diese Gegenfrage hat er natürlich nur mit einem verächtlichen Schnauben geantwortet.
Jedenfalls war ich so glücklich, daß ich über den Rand des Krähennests sah und meinen Zorro zu mir rief. Er kam auch prompt. Unsere Freunde sind sprichwörtlich aus allen Wolken gefallen, was ich schon ein wenig genoß. Zwar habe ich ihn darauf angesprochen, weshalb er mich als seine Frau bezeichnet, aber mir war schon vorher klar, daß er damit zeigen wollte, daß wir zusammengehören. Seitdem fühlte ich mich als seine Frau und er nahm in meinen Augen die Rolle meines Mannes ein.
Zum Zeichen unserer Verbundenheit haben wir uns bei unserem Einjährigen dieses Tattoo stechen lassen. Ich auf dem Schulterblatt, er an der Hüfte. Bei ihm kann man es eigentlich nur sehen wenn er eine Hüfthose trägt, denn dann erkennt man die Griffe seiner drei Katanas und einen Teil der Rose, welche die drei zusammenhält. Wenn Tashigi es also ganz gesehen hat, frage ich mich, in welchem Zustand sich er und seine Klamotten befanden. Oder hat sie etwa…?
„Bin ich denn noch deine Frau?“ Es fällt mir nicht leicht ihm diese Frage zu stellen, denn seit seiner Rückkehr hat er mich kaum oder eher gesagt gar nicht beachtet. Er schnaubt. „Was würde der Vater deines Kindes dazu sagen?“ Er klingt verletzt. „Was würdest du denn dazu sagen?“
Eindringlich mustert er mich, ehe er mit einem verächtlichen Unterton in seiner Stimme antwortet: „Verarsch mich nicht. Wir waren fast ein Jahr getrennt, wie kann ich also Vater geworden sein?“ Ich setze mich zu Zorro auf den Boden, ihm genau gegenüber, lasse ihn dabei aber keine Sekunde aus den Augen.
„Vor fast genau einem Jahr, an deinem Geburtstag, haben wir uns in meinem Zimmer eingeschlossen und sind erst am nächsten Morgen wieder zum Frühstück rausgekommen. Erinnerst du dich?“ Er nickt leicht errötet. „Ich habe jeden Tag daran gedacht, um nicht verrückt zu werden und um die Hoffnung nicht aufzugeben. Aber jetzt?“ Sein Blick wendet sich von mir ab, gleitet in die Ferne.
„Erinnerst du dich auch daran, wie wir zusammen unser erstes Buch gelesen haben?“ Wieder nickt er, antwortet aber schließlich: „Dieser Zorro mit dem schwarzen Umhang.“ „Und wie muß dann der Name unseres Sohnes lauten?“ „Der Sohn des Mannes der Zorro heißt, kann nur Diego lauten.“ Die letzten Worte waren kaum mehr als ein Flüstern.
„An Weihnachten wollte ich dir beichten, daß ich schwanger von dir bin, aber dazu kam es ja nicht.“ Ich beiße mir auf die Unterlippe, will ich doch jetzt bloß nicht weinen. „Ich hatte solche Angst, daß unser Kind seinen Vater nie kennenlernen wird. Jede Nacht lag ich wach, weinte solange, bis ich vor Erschöpfung eingeschlafen bin. Du hast mir so sehr gefehlt, daß mein Herz sich bei jedem Schlag schmerzvoll zusammenzog, wenn ich an unsere gemeinsame Zeit dachte. Und jetzt bist du hier, aber du warst mir nie so fremd. Liebst du mich denn nicht mehr? Sei ehrlich!“
Tief atmet er ein, scheint einen Augenblick mit den Worten zu ringen, bis er mir schließlich antwortet: „Jeder Mensch hat nur ein Herz und das kann er auch nur einmal verschenken. Ich habe dir meins vor über zwei Jahren geschenkt. Wenn du es nicht mehr willst habe ich Pech, aber zurücknehmen würde ich es nie.“
Das ist wiederum so typisch für ihn und gleichzeitig unheimlich süß. Deshalb sah er mich auch gleich als seine Frau, weil es für ihn nie eine andere geben wird. Entweder man liebt sich bedingungslos oder gar nicht. „Zorro…“ Ich will ihn freudig umarmen, doch er weicht mir aus. „Nein.“ „Aber wieso? Ich dachte…? Was ist passiert? Rede doch!“
Eng zieht er die Beine an den Körper, schlingt seine muskulösen Arme darum und verbirgt sein Gesicht vor mir, indem er den Kopf auf seine Knie legt. „Nimm dich in Acht…“ „Wovor? Werden wir verfolgt?“ Wieder zuerst ein Seufzen, bevor er antwortet: „Vor mir…“ „Vor…weshalb denn? Zorro, willst du mir nicht endlich erzählen, was vorgefallen ist?“ Er zögert, doch ich spüre auch, daß er mir gegenüber ehrlich sein will.
„Ruffy und Sanji wollten immer wissen was passiert war, wenn ich mal wieder stundenlang im Verhörraum gewesen bin. Aber es gab ja nichts zu erzählen, außer daß ich gefesselt an der Wand stand, während Tashigi mich ansah. Sanji meinte eines Tages, daß es ihr nicht wirklich um euren Aufenthaltsort ginge, sondern einzig und allein um mich. Ich hielt es für einen albernen Scherz von ihm, schließlich ärgert er mich nur zu gern. Recht schnell mußte ich allerdings feststellen, daß er Recht hatte. Sie beobachtete mich bei jeder Gelegenheit. Beim Freigang im Hof, bei den Zellenkontrollen, bei den Kämpfen, einfach überall. Außerdem war ich der einzige von uns, den sie verhörte oder wie auch immer man das nennen will. Mit der Zeit wurde sie, wie soll ich sagen…fürsorglich? Sie kümmerte sich um meine Verletzungen aus den Essenskämpfen, wobei sie irgendwann meine Narbe und das Tattoo entdeckte. Von mal zu mal wurden ihre Berührungen weniger besorgt sondern zärtlicher. Es kam sogar soweit, daß sie mich gar nicht mehr befragte, sondern mir gleich mein Hemd aufknöpfte und mich anschließend minutenlang umarmte. Von Mal zu Mal wagte sie ein Stück mehr, streichelte meine Haut, drückte ihre Wange an meine oder sah mir direkt in die Augen. Aber ich wollte das nicht. Jeden Tag war ich nur von dem Gedanken beseelt einen Fluchtweg für uns zu finden, dich wiederzusehen. Was sollte ich also mit ihr? Doch eines Tages bot sich mir durch sie eine einzigartige Chance, denn sie war unvorsichtig genug mir gegenüber geworden, um ihr Schwert mitzubringen. Es lag die ganze Zeit auf dem Tisch mitten im Raum, während sie mich betatschte. Ich hatte die Wahl diesen Tag ungenutzt verstreichen zu lassen oder alles auf eine Karte zu setzen. Und sie hat nichts gemerkt, meinen Plan nicht durchschaut, als ich auf ihren fordernden Kuß einging. Wie kann man nur so dämlich sein? Zu glauben, ein Pirat ließe sich mit einer von der Marine ein! Aber sie war davon überzeugt, besonders nachdem ich ihr diesen Mist erzählte, sie wäre eine so unglaublich begabte Schwertkämpferin. Es dauerte nicht lange und sie fing an sich auszuziehen, wollte meine Reaktion auf sie testen.“
Wieder schnaubt er verächtlich. „Und?“ „Pah! Die ist flach wie ein Brett und blaß dazu! Nicht mein Typ!“ Er lacht gehässig: „Aber du!“ „Ich?“ Was meint er? „Während sie dachte ich fühle mich durch ihren Anblick erregt, erinnerte ich mich einfach nur an deinen wunderschönen Körper, deinen Charme. Und endlich band sie mich los!“ Er hebt den Kopf und in seinen Augen kann ich so etwas wie Genugtuung erkennen.
„Sie war so überrascht, als ich meine Hände um ihren dürren Hals legte und langsam zudrückte! Sie wurde richtig bleich, bis ihr die Luft ausging.“ „Hast du sie getötet?“ Jetzt will ich meine Genugtuung! Keine Frau der Welt hat das Recht sich zwischen ihn und mich zu drängen und sollte es eine dennoch wagen, würde ich sie mit dem größten Vergnügen erledigen!
„Nein, zumindest glaube ich das nicht. Es war mir auch egal! Ich zog mich an, fesselte sie, nahm ihr Schwert und türmte.“ „Dann hast du die anderen geholt und ihr seid geflohen.“ Er nickt. „Und warum soll ich mich nun vor dir in Acht nehmen?“ „Hast du nicht zugehört?! Ich habe Tashigi fast mit bloßen Händen umgebracht und Gott weiß, wie gerne ich das getan hätte! Auch bei diesen Kämpfen habe ich mehr als nur einem meiner Gegner einen Platz im Krankenlager beschert. – Wie ein Tier…“
„Und du denkst, das hat die Gefangenschaft aus dir werden lassen? Ich kann mich daran erinnern, daß du nie lange überlegt hast um jemanden zu erledigen, wenn er eine Gefahr für dich oder gar mich darstellte. Ein Kerl brauchte mich doch nur schief anzusehen und schon hast du ihm dafür eine Lektion erteilt, die er sein Lebtag garantiert nicht mehr vergessen wird. Und beim Sex war es doch im Grunde genauso. Du warst gerne der dominante Part, hast mich unter dir begraben und genommen, was du wolltest. – Und ich habe es jedesmal genossen.“
Überrascht sieht er mich an, aber auch verstehend. „Zuerst hast du mich mit deinen brennenden Augen fixiert, nahezu verfolgt, dann kam dieses unwiderstehliche Knurren dazu und sobald sich dir die Gelegenheit bot, hast du mich gepackt und geradezu verschlungen. Weißt du noch, als wir uns in meinem alten Zimmer dermaßen fest gegen die Wand gedrückt haben und wir immer wilder wurden, deine Stöße so hart, daß eines der Bretter einen Riß bekam? Du warst schon immer ein Tier, mein Tier und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich das vermißt habe.“
Ein feuriges Blitzen durchzieht das Grün seiner Augen, während sein Blick unruhiger wird, mich abtastet, bis er schließlich an meinen Brüsten hängen bleibt. Ungewöhnlich für ihn, früher war sein Hauptaugenmerk so gut wie immer auf meine Beine gerichtet, aber das könnte auch daran liegen, weil ich heute eine lange Hose trage und keinen Rock. Dennoch genieße ich die Situation, in der er mir zeigt, daß ich noch immer die Frau bin, die sein Herz höher schlagen läßt.
Langsam beginne ich die Knöpfe an meiner Bluse zu öffnen, gewähre ihm immer mehr und mehr Einblick, was er sichtlich zu genießen scheint. Es dauert auch nicht lange und ich kann wieder dieses süße Knurren hören, daß mich nur noch mehr dazu animiert ihm meinen Körper zu zeigen. Doch unser beider Verlangen ist zu groß, die Zeit der Trennung zu lang gewesen, so daß es kaum einer Sekunde bedarf, bis er über mir ist.
Das Knurren ist jetzt ganz dicht an meinem Ohr, läßt mein Blut kochen in freudiger Erwartung, daß er mir endlich meine Sehnsucht stillt. Denn eines ist klar, ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr, wie bei einem Raubtier das Blut geleckt hat.
Hart packen seine Hände nach meinem Busen, schicken Stromstöße in meinen Bauch, daß ich nur erregt stöhnen kann. „Du bist ja undicht.“ grinst er in mein Ohr, doch im ersten Moment muß ich überlegen, was er meint, bis mir klar wird, daß ich ja noch ein Baby zu stillen habe. Auch er scheint das zu wissen, denn nicht wie sonst fliegt mein BH meterweit durch die Luft, um dann als stummer Zeuge unseres Treibens in einer Ecke zu landen, sondern er geht direkt zu meiner Hose über. So scheinen wir stumm zu vereinbaren, daß meine Brüste tabu sind und wir uns anderweitig vergnügen werden. Schade, aber es ist besser so und eines Tages werden sie auch wieder in den Genuß kommen von ihm verwöhnt zu werden.
Inzwischen kann ich schon den Fahrtwind über meine entblößten Beine streicheln fühlen, denn meiner Jeans hat er mich bereits beraubt und in dieser Sekunde höre ich auch den seidenen Stoff meines Slips zerreisen. Irgendwo im hintersten Winkel meines Verstandes äußert ein kleines Männchen Bedenken, schließlich liegen Zorro und ich am hellichten Tag auf dem Hinterdeck, dazu fast nackt und jede Sekunde könnte einer unserer Freunde auftauchen, angelockt durch meine mangelnde Umsicht etwas leiser meine Erregung Kund zu tun. Zu spät!
Wie könnte ich mich auch beherrschen, während eine vorwitzige Zunge wenige Millimeter in mich dringt, von mir kostet und brennend heißer Atem über meine empfindsame Haut streicht? Unmöglich! All meiner Hemmungen entfesselt räkle ich mich vor ihm, erhebe meine Stimme im Rhythmus seiner Zärtlichkeiten, die mich all den Schmerz der vergangenen Monate vergessen lassen.
Unruhig werfe ich meinen Kopf zur Seite, dränge mein Becken ihm weiter entgegen, kann ich doch einfach nicht genug von ihm bekommen. Und genau das nutzt er schamlos aus! Er läßt von mir ab, zumindest zügelt er seine Gier, küßt statt dessen meinen Bauch schüchtern wie ein kleiner Schuljunge, aber das Grinsen in seinem Gesicht spricht eine ganz andere Sprache. Aber ich halte diese Spannung nicht länger aus, brauche ihn jetzt, nein sofort!
Und während er sich seines Hemdes entledigt, ziehe ich ihm Hose und Shorts herunter. Augenblicklich fällt mein Blick auf sein erregtes Glied, groß und hart, daß meine Phantasie einen erneuten Kick erlebt. Doch keine Sekunde später wird mir mein Wünsch erfüllt, vereinige ich mich mit dem Mann meines Herzens, wobei ich geflissentlich den Gedanken ignoriere, daß wir im Augenblick dabei sind sämtliche Regeln von Sitte und Anstand zu brechen. Aber sind wir nicht Piraten? Vogelfrei und ungezähmt? Geboren um jedem Gesetz zu trotzen?
Ein letzter Schrei der Erlösung entrinnt meiner Kehle, begleitet vom Zittern meines Körpers, der unter Zorro zu beben scheint. Auch ihm entrinnt ein letztes Seufzen, dem dann tiefe Stille folgt. Kurz blinzle ich der Sonne entgegen, um wieder Herr der Lage zu werden, auch wenn mein Herz tobt wie verrückt, weiß ich doch, daß jetzt meine sanfte weibliche Seite gefordert ist.
Zwar kann ich Zorro nicht ins Gesicht blicken, verbirgt er es doch in meinen Haaren, aber ich weiß auch so, daß er weint. Leise, verhalten, ohne Tränen, so wie auch er in seinem tiefsten Inneren ist. Ich sage nichts, lasse ihn in Ruhe, gebe ihm Zeit, die er sicherlich braucht. Lediglich meine Hände liegen auf seinem Rücken, sollen ihm zeigen, daß ich für ihn da bin, ihn verstehe.
Tashigi mag vielleicht den Schwertkämpfer in ihm bewundern, seinen Körper begehren, seinen Stolz anerkennen, aber sie weiß nichts von seiner Verletzbarkeit, dem kleinen Jungen in seinem Herzen, von seiner Traurigkeit, denn dieses Privileg genieße nur ich allein.
Möglicherweise will sie diese andere Seite an ihm auch gar nicht kennenlernen, aber ich weiß, daß es der größte Liebesbeweis ist, den man von Zorro erwarten kann. Er zeigt mir seine Schwachpunkte, gerade jene, über die er sonst weiß sich auszuschweigen.
Meine Hand wandert in seinen Nacken, grault ihn leicht. Es wird ein Weilchen dauern bis seine Haare wieder nachgewachsen sind, ich mit meinen Fingern darin spielen kann, aber viel länger wird es brauchen, bis er das Erlebte verarbeitet hat.
Vater und Sohn
5. Robin Vater und Sohn
Als ich Diego leise wimmern hörte, zog ich mich an und bin unter Deck, um nach dem Rechten zu sehen. Zorro schien die Sache noch nicht geheuer zu sein und zog es vor im Orangengarten zu bleiben. Vielleicht will er aber auch nur nicht, daß ihn jemand so sieht. Er ist eben sehr stolz.
„Na, du Racker?“ Freudig strampelt mein kleiner Schatz mit den Armen und Beinen, doch im nächsten Moment quengelt er wieder. „Da braucht wohl jemand eine frische Windel.“ Fröhlich summend lege ich den Kleinen auf meinen Schreibtisch, den ich vor einiger Zeit provisorisch zu einem Wickeltisch umfunktioniert habe.
Oh ja, eindeutig ein Fall von Überschwemmung! Mit geübtem Griff wechsle ich Diego die Windel und registriere dabei erfreut, wie seine Stimmung sich aufhellt. „Sollen wir heute mal was neues anziehen? Das von Tante Nami?“ Natürlich weiß ich, daß er mir nicht antworten kann, aber vermutlich reden dennoch alle Mütter mit ihren Babys.
Nachdem ich ihn wieder angezogen habe, hebe ich ihn hoch und lache ihn an. Wie süß er doch ist! Ich gehe Richtung Bett, wobei ich mich fast zu Tode erschrecke, als wie aus dem Nichts plötzlich Zorro vor mir steht. „Mußt du dich so anschleichen?“ Tief atme ich durch, bin aber gleichzeitig sehr froh darüber, daß Zorro doch gekommen ist.
Stumm steht er da und beobachtet seinen Sohn auf meinem Arm. Er folgt mir schließlich zum Bett, hält aber einen gewissen Abstand zu mir, wohl aus Unsicherheit dem Kleinen gegenüber. Er ist mindestens genauso süß wie der Kleine! „Willst du ihn mal halten?“
Amüsiert muß ich grinsen, als ich Zorro’s Schüchternheit bemerke. Typisch Männer! Immer spielen sie die Helden, aber wenn es um ein Baby geht, bekommen sie weiche Knie. Doch ich gebe ihm keine Möglichkeit sich zu drücken, sondern lege ihm einfach den Kleinen in die Arme.
„Aber…“ „Aber was?“ „Er ist so klein…und zerbrechlich…!“ „Das haben Babys so an sich.“ Ich lasse ihn einfach so sitzen, beobachte amüsiert wie er stocksteif dasitzt und sich nur unwesentlich zu entspannen scheint, während ich ein bißchen aufräume. Eigentlich tue ich das nur, um Zorro nicht sofort um den Hals zu fallen, sieht er doch einfach zu niedlich aus mit seinem Sohn auf dem Arm.
Fast schon skeptisch blickt er auf das Baby in seinen Armen, eine Augenbraue hochgezogen, als würde er nicht wissen, ob er nun Freund oder Feind vor sich hat. Das läßt sich ändern. „Zieh ihm bitte die Mütze ab, heute ist es doch recht warm.“ „Willst du das nicht lieber tun?“ „Nein, ich muß aufräumen, außerdem ist das doch kein Hexenwerk.“
Zorro besitzt sehr viel Feingefühl, auch wenn man das auf den ersten Blick vielleicht nicht vermuten mag aufgrund seiner Statur. Schwertkämpfer sind nicht wie allgemein angenommen einfache Holzfäller die wahllos um sich schlagen, eher vollführen sie eine Kunst, die hohe Geschicklichkeit und Sensibilität erfordert.
Langsam, fast schon übervorsichtig öffnet er die Bändel an Diego’s Mütze, bis er sie ihm ausziehen kann. Und wie erwartet starrt er vollkommen perplex auf die paar grünen Haarbüschel, die zum Vorschein gekommen sind. Der Kleine gluckst derweil vor sich hin, die Augen dabei stets auf seinen Vater gerichtet. Ich sehe schon, die zwei verbindet etwas besonderes.
Zwar legt sich Zorro jede Nacht zu mir ins Bett, aber am nächsten Morgen ist er stets verschwunden. Ihn treibt eine innere Unruhe, wie Ruffy meint. Im Gefängnis schliefen sie immer abwechselnd, weil einer von ihnen Wache halten mußte. Es kam wohl nicht selten vor, daß Wärter ahnungslos schlafende Gefangene verprügelten, nur um ihre Macht zu demonstrieren. Es wird bestimmt noch ein Weilchen dauern, bis sein Vertrauen in die Nacht wieder hergestellt ist, obwohl Zorro die Dunkelheit eigentlich liebt.
Ich drehe mich auf die Seite, streiche mit einer Hand über das weiße Laken neben mir, erwarte dabei aber nicht auf jemanden zu stoßen. So auch diesmal. Der Platz ist leer, einzig Zorro’s Geruch zeugt davon, daß er wirklich für ein paar Stunden hier gewesen ist. Ob er schon wieder trainiert?
Noch ein wenig schläfrig stehe ich auf, reibe mir meine müden Augen, während ich nahezu blind zu dem Kinderbettchen an der anderen Seite des Zimmers tapse. Mal sehen, ob mein süßer Liebling schon wach ist. Doch irritiert blicke ich auf das kleine Deckbett, das Kissen, aber…?!
Mein Kreislauf fährt Achterbahn, läßt mich für einen Moment auf die Knie sinken, begleitet von einem schlechten Gefühl, das aus meinem Magen emporzusteigen versucht. Wo ist mein Sohn?! Mühsam rapple ich mich hoch, taumle dabei leicht, denn was ist, wenn mit Diego etwas passiert sein sollte? Etwas schreckliches? War die Marine an Bord und hat ihn mitgenommen? Oder ist Zorro gar durchgedreht und hat sich und dem Jungen etwas angetan?
Polternd komme ich an Deck an, mein Blick rast umher, aber ich kann nichts erkennen, außer einem leichten Nebel. Panikartig renne ich weiter, stolpere schließlich in die Kombüse, wo ich überrascht stehen bleibe. Was geht denn hier vor sich?
Sanji und Ruffy liegen Arm in Arm auf dem Fußboden vor dem Herd, schnarchend wohl bemerkt! Würde mich die Sorge um Diego nicht fast um den Verstand bringen, könnte ich diesem Anblick sicherlich etwas witziges abgewinnen. Wo könnte der Kleine nur sein?!
Hastig drehe ich mich um und bleibe auch diesmal von einem weiteren Schreckensmoment nicht verschont. Vor mir steht Zorro, stumm wie ein Fels, so daß ich ihn wohl einfach nicht gehört habe. Auf seinem Arm schläft friedlich unser Sohn, der von meiner Unruhe nichts zu ahnen scheint.
„Wo warst du? Ich bin fast umgekommen vor Sorge, weil Diego plötzlich verschwunden war! Kannst du mir nicht Bescheid geben, bevor du einfach mit ihm abhaust?! Was hattest du überhaupt vor?“ Ist er denn jetzt völlig durchgedreht?
„Ich hab ihm nur die Sterne gezeigt.“ Meine Wut ist weg. Dabei hatte ich mir schon eine recht unfreundliche Antwort im Kopf zurechtgelegt, denn in meinen Augen gab es nichts, was diese Aktion rechtfertigen würde. Aber daß er unserem Kleinen ausgerechnet die Sterne gezeigt hat….
Zorro und ich waren noch nicht lange zusammen, als ich ihm ein bißchen aufgrund seines schlechten Orientierungssinns auf den Zahn fühlte, denn meiner Meinung nach war es nahezu unmöglich, daß sich jemand derart häufig verirren konnte. Es stellte sich bei diesem Frage-Antwort-Spiel auch recht schnell heraus, daß man Zorro nie wirklich erklärt hatte, wie man sich an fremden Orten zurechtfindet. Er ist stets einfach nur seinem Instinkt gefolgt.
Stundenlang haben wir anschließend auf dem Hinterdeck gelegen und ich erklärte ihm anhand der Sternbilder die Himmelsrichtungen. Es war der erste und eigentlich sogar einzige Abend den wir zusammen verbrachten, dem man eine romantische Note zuschreiben könnte.
Als sich die Jungs noch in der Hand der Marine befanden, habe ich mir nachts oft die Sterne angesehen und gehofft, daß diese ihnen einen Weg aus der Gefangenschaft zeigen würden. Vielleicht war es sogar so.
„E-entschuldige, aber meine Nerven sind einfach nicht mehr die besten, seit eurem Verschwinden.“ Ich nehme ihm Diego ab und drücke ihn leicht an mich. Er ist ganz warm. Zorro hat also dafür gesorgt, daß unser Sohn nicht friert. Vielleicht wird aus ihm ja doch noch ein guter Vater.
Langsam begebe ich mich zurück unter Deck, schließlich ist es noch ein Weilchen hin, bis es Frühstück gibt, ist die Sonne doch noch nicht einmal aufgegangen. Und im Morgengrauen schon in der Kombüse zu sitzen, muß auch nicht sein.
Erfreut stelle ich fest, daß Zorro mich begleitet und ich hoffe, daß ich eines Morgens wieder in seinen Armen aufwachen darf, so wie vor seinem Verschwinden.
Nichtigkeiten des Lebens voller Bedeutung
6. Zorro Nichtigkeiten des Lebens voller Bedeutung
Genüßlich kaue ich auf meiner Brotscheibe herum, präge mir genau den unvergleichlichen Geschmack von Roggenmehl, Butter und mildem Käse ein. Ein einfaches Frühstück und dennoch das Glück auf Erden.
Im Gefängnis bekamen wir Brotreste, meist halb vertrocknetes Maismehlbrot, belegt mit nichts. Gar nichts. Einer vergammelten Staubschicht vielleicht. Und auch nicht wie hier einen warmen Tee dazu, sondern Wasser. Schmutziges Wasser, das vielen gesundheitliche Probleme bereitete.
Früher schätzte ich es nie ein Frühstück à la Sanji genießen zu dürfen, heute weiß ich, wieviel Glück ich habe. Das Glück leben zu dürfen und es auch zu genießen. Ich weiß, ich zeige es viel zu selten wenn ich mich wirklich freue, aber es fällt mir nun mal nicht leicht. Außerdem geht niemanden mein Glück oder Unglück etwas an, das ist allein meine Sache!
Robin hat daran teil, aber eben nicht, weil ich es ihr auf die Nase binde, ihr ausführlich davon berichte, sondern weil sie mich kennt. Sie durchschaut mich wie kein anderer, meine Stärken und Schwächen, aber ihr erlaube ich das, weil ich ihr vertraue.
Die meisten würden wohl sagen, ich verhalte mich ihr gegenüber so, weil ich sie liebe. Liebe, was für ein armseliges Wort! Es wird viel zu oft dazu mißbraucht, um sich Vertrauen zu ergaunern, aber seine eigentliche Bedeutung ist längst verloren gegangen.
So habe ich auch kein Problem damit zuzugeben, daß ich Robin noch nie die berühmten drei Worte ins Ohr geflüstert habe, wie es so schön heißt, denn das würde ihr nicht gerecht werden. Ich vertraue ihr, ich begehre sie, ich bin besessen von ihr, ich verehre sie, sie genießt meinen Respekt. Würde es da ausreichen zu sagen, daß ich sie liebe? In meinen Augen nicht!
Sie verdient das Beste und ich kann nichts anderes tun, als mein möglichstes dazu beizutragen. Alles andere wäre ein Verrat an unserer Beziehung, obwohl das noch so ein Wort ist, das meiner Meinung nach völlig unpassend unser Verhältnis zueinander beschreibt. Wir sind eine Einheit, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Eine Beziehung lebt von Kompromissen, eine Einheit ist bedingungslos. Was nicht heißen soll, daß einer von uns beiden den anderen unterdrückt, nur um seinen Willen durchzusetzen, sondern es ist eher so, daß wir automatisch wissen, wer von uns beiden in welcher Situation am besten das Sagen hat.
Ich wende mich Robin zu, sitzt sie doch neben mir auf der Bank in der Kombüse, unseren Sohn dabei im Arm. Wie hat sie das nur wieder geschafft? Ein Kind von uns beiden, dazu noch perfekt, das ist mir unbegreiflich! Wen wundert es da, daß ich zuerst dachte, sie hätte mich für einen anderen verlassen, während ich mit Ruffy und Sanji im Gefängnis vor mich hin vegetierte?
Dabei hätte ich es besser wissen müssen, wird für sie das Wort Treue doch genauso groß geschrieben wie für mich. Wie gesagt, wir sind eine Einheit. Was mich allerdings nicht davon abgehalten hat eifersüchtig zu sein. Ausgerechnet ich! Oder gerade ich?
„Hier, halt ihn mal, ich muß noch etwas holen.“ Auffordernd hält mir Robin unseren Knirps entgegen, doch ihr Blick gilt nicht mir, sondern Nami. Mag ja sein, daß ich als Mann nicht allzu viel von Frauen verstehe, aber ich weiß, daß sie im Moment einen Hintergedanken hegt. Nur welchen?
Am besten wird es dennoch sein, wenn ich ihrer Bitte nachkomme, denn so erfahre ich sicherlich am schnellsten, was sie vor hat. Und sie hat etwas vor, das erkenne ich sofort! Denn so wie sie mich tagtäglich durchschaut, durchschaue ich auch sie.
Ich nehme Diego auf den Arm, was diesem Würmchen sofort ein Kichern, oder wie auch immer man dieses Quietschen beschreiben soll, entlockt. Seine dunklen Augen ruhen auf mir und er strahlt über das ganze Gesicht.
„Du findest aber auch alles witzig, was?“ murmle ich, höre aber nicht auf ihn anzusehen. Er strampelt ein wenig, fuchtelt mit seinen Ärmchen im fröhlichen Rhythmus seines Lachens. Von wem er das nur geerbt hat? Von mir sicherlich nicht, schließlich war ich noch nie als Frohnatur bekannt. Robin ist allerdings auch eher der ernstere Typ Frau und es bedarf schon einiger Tricks, bis man sie wirklich zum lachen bekommt. Zum Beispiel durch das sanfte Küssen ihres empfindsamen Bauchnabels. Diego dagegen strahlt immer wie ein kleines Honigkuchenpferd.
Es war ein Schock für mich, als ich Robin das erste mal nach unserer Rückkehr mit dem Kleinen gesehen habe, denn mit allem hatte ich gerechnet, nur nicht damit. Woher auch? Als die Marine mich durch hohe Betonmauern gewaltsam von ihr trennte, war sie rank und schlank gewesen, kein Anzeichen dafür, daß sie schwanger war.
Aber eigentlich bin ich froh darum, daß ich während der Gefangenschaft nichts davon wußte, daß wir Eltern werden, denn andernfalls wäre ich in diesem Hochsicherheitsgefängnis nur durchgedreht. Es war schlimm genug für mich, daß die Möglichkeit bestand, daß ich sie und den Rest der Crew nie wiedersehen würde, aber dann auch noch zu wissen, daß ich Vater werde, hätte mir sicherlich den Rest gegeben.
Wie Robin wohl ausgesehen haben mag, als sie langsam ein Bäuchlein bekam? Wann war der Zeitpunkt, an dem sie ihre Füße nicht mehr sehen konnte? Konnte man fühlen, wie der Kleine sich bewegte, wenn man die Hand auf ihren Bauch legte? Wollte sie verrückte Sachen essen?
Als Robin und ich zusammenkamen, wir beschlossen hatten unser Katz- und Mausspiel zu beenden, wobei ich mich noch heute frage, wer die Katze und wer die Maus von uns beiden war, stellte sich für uns nie die Frage, was wir tun würden, sollte Robin von mir schwanger werden. Nicht daß wir uns der Gefahr nicht bewußt gewesen wären, schließlich gibt es kein Mittel dagegen, nur stand für uns von Anfang an fest, daß es zu einer aufrichtigen Bindung eben dazugehört, alle Konsequenzen gemeinsam zu tragen.
Und nun ist es tatsächlich soweit gekommen, ich bin Vater. Dazu sieht der Winzling auch noch aus wie ich! Eigentlich schon erschreckend, was die Kinder alles von ihren Eltern erben. Nur dieses Lachen hat er definitiv nicht von mir. Aber ansteckend ist es schon ein wenig.
Die Tür zur Kombüse öffnet sich erneut, so daß mit Sicherheit die beiden Mädels uns endlich zeigen werden, was sie im Schilde führen. Allein die Tatsache, daß sie zwar die Tür geöffnet, den Raum aber noch längst nicht betreten haben, spricht Bände.
Doch schließlich steckt Nami ihren Kopf ins Zimmer, zumindest was man davon sehen kann, trägt sie doch Ruffy’s Strohhut auf dem Kopf. Die Verwunderung nimmt kein Ende, denn kaum hat sie den Raum vollständig betreten, präsentiert sie auch noch Sanji’s Lieblingsschuhe, die ihm Jeff beim Abschied vom Baratie gegeben hatte.
Aber was interessieren mich ein angeschmutzter Hut und stinkende Schuhe, gilt mein Hauptaugenmerk doch Robin, die sich lässig an den Türrahmen gelehnt hat. Um ihre Hüfte trägt sie den schwarzen Ledergürtel, den sie mir vor etwas längerer Zeit zum Geburtstag geschenkt hat und daran baumeln meine drei Schwerter!
Als man uns gefangen genommen hatte, nahm man uns jeglichen Besitz ab, sogar unsere Kleider, so daß wir von den anderen Gefangenen nicht mehr zu unterscheiden waren. Wir dachten eigentlich nicht, daß wir unsere Besitztümer je wiedersehen würden, denn wir wußten nicht, was man mit ihnen angestellt hatte.
Eher beiläufig bemerke ich, wie Chopper mir den Kleinen abnimmt, so daß ich aufstehen und zu meiner Robin gehen kann. Wortlos umarme ich sie, drücke ihre schlanke Gestalt an mich, denn wie sollte ich ihr sonst zeigen, wieviel sie mir bedeutet? Worte sind bloß Schall und Rauch.
Fordernd preßt sie ihre Lippen gegen meine, will ihr Dankeschön dafür, daß sie mir meine Schwerter zurückgebracht hat. Und ich bedanke mich! Zwar ist es sonst nicht meine Art sie vor versammelter Mannschaft zu küssen, doch heute soll es mir egal sein, ob die anderen uns dabei zusehen können. Aber ich glaube, die sind genug mich sich selbst beschäftigt.
So wage ich mich weiter vor, fordere sie zu einem Zungenkuß heraus, auf den sie sich nur zu gerne einläßt. Ob sie wohl weiß, daß ich sie nur ein wenig ablenken will?
Zielstrebig schiebe ich meine Hände unter ihr Top, fühle wie samtig und warm sich ihre zarte Haut anfühlt. Ein wenig grinsen wir in unseren Kuß hinein, doch ist das noch lange kein Grund unser Tun zu unterbrechen. Für einen kurzen Moment gönnen wir uns noch diese Auszeit, ehe wir uns von einander lösen, zumindest so weit, daß unsere Lippen sich nicht mehr berühren.
„Wo habt ihr unsere Sachen gefunden?“ höre ich Sanji fragen, doch mein Blick ruht noch immer auf Robin. „Im Marinearchiv. Dort werden alle Gegenstände der Gefangenen aufbewahrt, bis...na ja...“ „Schon gut, mein Namilein.“
Geklärte Verhältnisse
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7. Robin Geklärte Verhältnisse
Es gibt Dinge, die sind einfach unbezahlbar, weil es sie nirgends zu kaufen gibt. Seit knapp vier Monaten ist die Strohhutbande wieder komplett, zudem stärker als jemals zuvor, denn unsere Trennung hat uns erstrecht enger zusammengeschweißt.
Ich schlage mein Buch wieder zu, denn es ist nicht so interessant, wie ich zuerst dachte. Wenn man wie ich schon so viele Wälzer verschlungen hat, gelangt man irgendwann unweigerlich an einen Punkt, an dem sich die Informationen zu wiederholen beginnen und das wird schnell langweilig.
Außerdem ist im Moment etwas anderes wesentlich spannender. Keine drei Meter von meiner Liege entfernt hockt Zorro auf dem Boden und versucht Diego mit Brei zu füttern. Hungrig sperrt der Kleine seinen Mund auf, denn wie alle männlichen Mitglieder unserer Crew, ist auch er ein guter Esser. Dennoch zieren ein paar bunte Flecken sein Lätzchen, auch wenn Zorro sich die größte Mühe gibt.
Von Tag zu Tag wächst er mehr in seine Vaterrolle, zeigt sich engagiert, egal ob es ums Füttern oder Wickeln geht. Zudem ist es schon fast zu einem Ritual geworden, daß meine beiden Männer zusammen ihren Mittagsschlaf an Deck abhalten.
Doch auch wenn das momentane Schauspiel zu schön anzusehen ist, begebe ich mich unter Deck, um meinen Rucksack zu packen. Ein paar Windeln und Klamotten zum Wechseln für Diego, denn wenn wir uns gleich auf den Weg in die Stadt begeben, muß man für den Notfall gerüstet sein. Wo ist nur sein Schnuller? Ach hier!
Sorgsam verstaue ich alles, ehe ich mir etwas Geld aus dem Nachttischen nehme, schließlich müssen wir noch einkaufen gehen. Frische Windeln, Reinigungstücher und einen Ersatzschnuller; Der letzte ist bei den Fischen gelandet, weil ihn Ruffy als Schwimmer zum Angeln benutzt hat. Dieser Kindskopf!
Zurück an Deck sehe ich meine beiden Männer, die auch schon startklar zu sein scheinen. Hab ich so lange gebraucht, um die paar Sachen zusammenzusuchen? Anscheinend.
„Können wir los?“ Zorro nickt mir zwar zu, aber er ist noch damit beschäftigt Diego in seinen Tragegurt zu setzen. So kann man ihn wie einen Rucksack entweder auf dem Rücken oder Bauch tragen und hat dennoch die Hände frei. Nami hat wirklich gute Geschenkideen, das muß man ihr lassen.
„Laß mich ihn nehmen.“ „Schon kapiert, ich darf die Einkäufe schleppen.“ Schief grinst Zorro mich an, denn wie sooft hat er mich durchschaut. „Du hast es erfaßt.“ antworte ich deshalb nur, ehe ich ihm einen Kuß auf die Lippen drücke.
Die Stadt ist wahrlich nichts besonderes, ein kleines Städtchen, das wie hundert andere auf der Grand Line aussieht. Aber es tut dennoch gut wenigstens für ein paar Stunden das Schiff verlassen zu können, um wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Der Mensch ist nun mal ein Landtier, auch wenn mir bei Zorro hin und wieder Zweifel an dieser Theorie kommen, so gerne wie er tauchen geht.
Vor dem Schaufenster eines Buchladens bleibe ich stehen und betrachte die Auslage. Viel Auswahl scheinen die hier aber nicht zu haben. Oder ist das etwa der einundzwanzigste Band über die Geschichte der schönsten Ausgrabungen der Grand Line? Der fehlt mir noch! Ob es Zorro wohl etwas ausmachen würde, wenn ich kurz...?
„Na geh schon, sonst stehen wir morgen Früh noch hier.“ Auffordernd gibt er mir einen Klaps auf den Po, so daß ich ihn etwas überrascht ansehe. „Was ist?“ „Ach nichts.“ „Dann geh, ich warte solange dort drüben auf dich.“ „Danke. Ich beeile mich, versprochen!“
Freudig betrete ich den kleinen Laden, der von innen noch winziger zu sein scheint, als es von außen den Anschein hatte. Am besten wird es sein, ich erkundige mich direkt nach dem Buch, andernfalls fange ich nur an in den Regalen zu wühlen und vergesse dabei die Zeit. Jetzt wo Zorro wieder bei mir ist, will ich lieber bei ihm sein, als mich zu sehr auf alte Literatur zu konzentrieren. Zeit zum Lesen finde ich immer noch genügend.
„Kann ich ihnen behilflich sein, Miss?“ Irritiert blicke ich mich um, bis ich hinter dem Tresen einen älteren Herrn entdecke. Er sieht ein bißchen wie ein Hutzelmännchen aus! Vergnügt muß ich aufgrund meiner Assoziation lächeln, versuche aber es mir zu verkneifen, schließlich will ich nicht unhöflich sein. „Oh Verzeihung, Madame! Ich hatte nicht erwartet, daß sie bereits eine junge Mutter sind.“ „Kein Problem, das kommt vor.“
Ein wenig plaudere ich mit dem netten Herrn und lasse mir auch ein paar Buchempfehlungen von ihm geben. Natürlich kann ich nicht widerstehen und kaufe zu dem Sammelband auch noch zwei weitere Bücher. Ich werde mich wohl nie ändern!
Zurück auf der Straße wandert mein Blick umher, bis ich Zorro auf einer Bank sitzen sehe. Doch gerade als ich mich auf dem Weg zu ihm begeben will, werde ich von hinten angerempelt, doch die Person entschuldigt sich nicht, sondern rennt einfach weiter. Keine Manieren, die Leute!
„Lorenor Zorro, du bist verhaftet!“ Was zur Hölle will Tashigi hier?! Wütend gehe ich in ihre Richtung und erst jetzt wird mir klar, daß sie es war, die mich beinahe über den Haufen gerannt hat. Der werde ich was erzählen! Sie soll bloß die Finger von Zorro nehmen, sonst bin ich es, die ihr diesmal den Hals umdrehen wird! Und bei Gott, ich werde keine Gnade zeigen!
Inzwischen hat sie ein Schwert gezogen, offenkundig nicht ihres, denn das befindet sich ja noch in unserem Besitz. „Du elender Scheißkerl!“ Wütend fuchtelt sie mit dem Katana um sich, doch Zorro zeigt sich unbeeindruckt, weicht ihr nur aus. „Ich hab dir vertraut, dich umsorgt, meine Karriere riskiert, nur für dich!“
Ich kann Tränen in ihren Augen erkennen und ich weiß, sie sind nicht nur aus Zorn entstanden. Mir war nie bewußt, daß es auch noch eine andere Frau geben könnte, die das gleiche tiefe Gefühl für Zorro empfinden könnte, so wie ich es tue. Aber das ist wohl eben der Unterschied zwischen Glück und Unglück, denn nur eine von uns kann ihn haben.
Ein wenig besorgt blicke ich auf Diego, der eng an mich gekuschelt in dem Gurt sitzt und an meinem Top herumzupft. Er wird wohl schon wieder Hunger haben. Ausgerechnet jetzt! Ich streichle ihm ein wenig den Rücken, nicht daß er anfängt zu quengeln und somit unnötig die Aufmerksamkeit auf uns lenkt. Nicht daß ich Tashigi wirklich für eine Gefahr halte, in ihrem momentanen Zustand ohnehin nicht, aber man sollte eben nicht unvorsichtig werden und schon gar nicht, wenn man ein Baby mit sich trägt.
Wieder schlägt sie zu, doch diesmal nimmt ihr Zorro einfach das Schwert ab. Nicht einmal eines seiner eigenen Schwerter hat er dazu ziehen müssen, woran man eindeutig erkennen kann, daß sie völlig verzweifelt sein muß. Wie kann man sich auch nur so gehen lassen?
Aber viel schlimmer wird für sie diese Niederlage sein, die Erkenntnis, daß sie einfach chancenlos gegen ihn ist und das in vielerlei Hinsicht. Nicht nur daß er stärker und schneller ist als sie, seine Technik ihre bei weitem überragt, jetzt hält er auch noch ihr Herz in der Hand und sie ist absolut machtlos dagegen.
„Wie kannst du nur so gefühllos sein?! Hättest du mich nicht wenigstens töten können? Läßt mich mit dieser Schande leben ein Versager zu sein! Gerade du müßtest doch wissen, was Ehre bedeutet! Bin ich denn so wenig wert in deinen Augen, nur weil ich eine Frau bin?!“ Kraftlos sinkt sie auf die Knie und läßt ihren Tränen freien Lauf.
Achtlos schleudert Zorro Tashigi’s Schwert in eine Ecke, ehe er sie am Kragen packt und hochzieht. „Du weißt doch gar nichts! Weder was Ehre ist, noch Respekt! Es spielt keine Rolle ob Mann oder Frau, schwarz oder weiß, allein Kampfgeist und Selbstachtung zählen, doch du scheinst keines von beidem zu besitzen. Also verrate mir, weshalb ich dich töten soll, wenn du die Ehre eines solchen Todes nicht einmal zu würdigen weißt und dir der nötige Respekt dir selbst gegenüber fehlt?“
Er läßt sie wieder los, so daß sie ein paar Schritte zurücktaumelt. Die pure Enttäuschung ist ihr ins Gesicht geschrieben, doch sie kann von uns kein Mitleid erwarten. Wir sind Piraten und sie verkörpert alle Ideale der Marine, das sollte selbst ihr klar sein. Außerdem werde ich es nicht zulassen, daß sie unsere kleine Familie zerstören will.
Zorro kommt auf mich zu, sein Gesichtsausdruck ist wieder sanft, nicht mehr voller Zorn wie Tashigi gegenüber. Er legt seinen Arm um meine Hüfte und gibt mir einen kleinen Kuß. Eigentlich ist das eher untypisch für ihn, aber er will wohl ein für alle mal klarstellen, daß er für keine andere Frau in seinem Herzen noch Platz hat.
Ich kann Tashigi’s fassungslosen Blick auf uns spüren, genieße es sogar ein wenig, denn das ist meine Rache dafür, daß sie es gewagt hat Zorro verführen zu wollen. Es gibt nur eine Frau auf dieser Welt die ihn lieben, küssen oder auch beschimpfen darf und das bin ganz allein ich. Und ich werde es garantiert nicht dulden, daß mir jemand mein Glück, für das ich selbst so hart gekämpft habe, wieder wegnehmen wird.
Mag sein, daß das nicht ganz fair erscheint, aber das Leben war auch nicht immer fair zu mir. Außerdem, war es etwa fair von ihr Zorro’s Wehrlosigkeit im Gefängnis auszunutzen? Ihn zu bedrängen? Ich glaube nicht! Sie wollte sein nein nicht akzeptieren, jetzt muß sie mit der Erkenntnis, ihn für immer an eine andere verloren zu haben, leben.
„Ich werde nicht aufgeben, hört ihr?! Egal wie lange es dauern wird, Wochen, Monate oder sogar Jahre, ihr entkommt der Marine nicht!“ schreit sie unvermittelt, wobei sie mich mit haßerfüllten Augen anstarrt.
„Cinq fleurs.“ murmle ich nur, ehe sie sich in meinem Würgegriff befindet, denn langsam verliere ich meine Geduld. „Hör mir gut zu, Nervensäge, und das kannst du von mir aus auch diesem Luftverpester Smoker mitteilen! Es ist mir völlig egal ob ihr euch einbildet uns verfolgen zu müssen oder nicht, aber eins laß dir gesagt sein, bezwingen werdet ihr uns nie.“
Ich lasse sie wieder los, regelrecht fallen wie einen nassen Sack, so wie man nun mal seinen Feind behandelt. Zwar zählt Tashigi nicht gerade zu den stärksten unserer Feinde, aber sie ist hartnäckig und kann regelrecht zur Plage werden, besonders weil sie es auf Zorro abgesehen hat. Aber ich denke, ich habe ihr genug verdeutlicht, daß sie sich ihn aus dem Kopf schlagen kann und ihr eigenes Glück besser an einem anderen Ort suchen sollte, als zu versuchen, es einer anderen streitig zu machen.
„Laß uns gehen.“ wispert Zorro mir ins Ohr, so daß ich mich ihm zuwende und Tashigi nicht länger beachte. Seine starke Hand legt sich auf meine Hüfte und zieht mich mit ihm. Weg von diesem Ort, weg von den neugierigen Blicken fremder Augen.
Ich schaue nach vorn, der Sonne entgegen und mir wird klar, unser Glück ist unzerstörbar, auch nicht durch eine andere Frau. Ist es nicht das, was einen echten Liebesbeweis ausmacht? Die Bedingungslosigkeit unseres Zusammenseins.
~Fin~
So, das war's dann auch schon wieder mit dieser FF! Ich gebe zu, ich hätte sie gerne etwas weiter ausgebaut, aber dann wäre sie nicht rechtzeitig für den Wettbewerb fertig geworden.
Hoffe trotzdem, daß sie euch gefallen hat!
LG
Eure
Stoechbiene