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Wettbewerb: Jotunenblut

Am 14.09.2020 eröffnet von:  Mordred     Einsendeschluss: 30.11.2020     Thema: The Avengers


Halli Hallo ihr Lieben, ich versuche es mal wieder mit einem Wettbewerb :)

Und zwar geht es darum, dass ich mir Fanarts zu meiner FF 'Jotunenblut' wünsche. Keine Sorge - ihr müsst nicht die gesamte FF lesen, ich werde im Folgenden ein paar Textausschnitte posten, zu denen ich mir gut etwas vorstellen könnte - das sind aber nur Beispiele, ihr dürft natürlich auch gern reinlesen und euch selbst etwas aussuchen :)
Die FF ist noch nicht auf Animexx, ich werde gegen Wettbewerbsende beginnen, sie hier zu posten, damit die Fanarts auch zugeordnet werden können :).


Ausschnitt 1
Spoiler

Der Raum löste sich auf. Es war dunkel, als Laufey Loki hinaus brachte. Hindurch durch Kriegsgeschrei und aneinander klirrende Waffen, durch sterbende Krieger, durch Todesschreie, hinauf zum Tempel. Er legte den strampelnden und quengelnden Säugling auf dem Boden ab. Die glutroten Augen wirkten wie Tore zu jenem Ort, den sich die Christen als ihre Hölle vorstellten, während aus seiner rechten Hand langsam eine Klinge aus durchsichtigem, scharfkantigem Eis wuchs. Dabei hätte er das Kind nur zertreten müssen. Es war so zart. So zerbrechlich. Die großen Augen des Säuglings wandten sich hinauf zu seinem Vater. Sie schauten ruhig und ohne Furcht zu ihm auf. Unschuldig. Und Laufey zögerte. Um den Mund legte sich ein verbissener Zug, wie als würde er gegen etwas in seinem eigenen Inneren kämpfen.
Der Dolch aus Eis verschwand.
„Ab nun, bist du auf dich selbst gestellt, Argunenkind“, knurrte er bar jeder Herzenswärme und dann wandte er sich um und ließ seinen kleinen, neugeborenen Sohn, der nicht einmal einen Namen von ihm bekommen hatte, dort draußen zurück, allein, verloren und dem Tode übereignet und wandte sich nicht ein einziges Mal um.


Ausschnitt 2
Spoiler

(Flashback, Loki und Thor sind noch Kinder)
Loki hob den Speer entschlossen in die Höhe, als der Jotune auf ihn zukam und je näher er kam, desto dämlicher fühlte er sich. Verdammt, die Viecher waren noch viel größer, als in den Geschichten.
Der Jotune grinste ihn höhnisch an und wischte ihm den Speer mit einer mühelosen Handbewegung weg, woraufhin Loki sich erschrocken rückwärtsgehend der Reichweite des Eisriesen entziehen wollte, doch er stolperte, kam hart auf Seite und Ellenbogen auf und kroch dann verzweifelt und mit angststarrem Blick weiter zurück, während der Jotune genüsslich langsam sein riesiges Schwert zog.
Thor, welcher das alles mit eisigem Schrecken beobachtet hatte, schaffte es schließlich, seinen Fuß unter dem toten Pferd hervorzuziehen. Während er in Richtung der beiden stolperte, griff er nach seinem Hammer und schrie: „Hey, du Riesenidiot, ich bin dein Gegner!!!“
Der Jotune holte mit seinem Schwert aus, auf den unter ihm liegenden Loki zielend und stieß es dann nach unten – Thor schrie heiser auf und Lokis Körper nahm der eiserne Schock gefangen, als das Schwert sich keine zwei Zentimeter neben seinem Gesicht in die harte Erde bohrte.
Dann wandte der Jotune den grobschlächtigen Kopf und Thor schauerte es leicht, als der Blick von glutroten Augen ihn traf. „Was soll das hier werden“, höhnte die tiefe, kratzige Stimme voller Hohn. „Schicken die Aesir nun kleine Jungen, weil keine Krieger mehr übrig sind?“

Loki war unfähig sich zu rühren und konnte nur starren, während der Eisriese sich auf seinen Bruder zubewegte.
Verdammt, irgendwas musste er tun.
"Ja, das ist es", murmelte er schließlich, als er abermals den Schrei einer Krähe vernahm.
Er versuchte, die Angst auszublenden und ruhig zu werden, damit bei dem Zauber nichts schief ging, denn dieser war nicht so ganz einfach und Loki beherrschte ihn noch nicht so lange.
Gerade als sich der Jotune auf Thor stürzen wollte und ihn wohl mit einem Hieb seiner riesigen Waffe direkt nach Walhalla befördert hätte, sammelten sich die Krähen schreiend zu einem Schwarm und stürzten auf das Haupt des Eisriesen zu, welcher plötzlich vor lauter Schnäbeln und schwarzem Gefieder kurzzeitig die Orientierung verlor und zwangsläufig von den Königssöhnen abgelenkt wurde.
"Thor!", schrie er dann zum Zeichen, dass sie jetzt wohl besser abhauen sollten und setzte sich selbst dabei in Bewegung, stets das unheilvolle und wütende Brüllen des Jotunen im Ohr. Lange würden die Vögel diesen sicher nicht aufhalten, aber es verschaffte ihnen Zeit.
Thor ließ sich das nicht zweimal sagen und, seinen Bruder am Handgelenk packend rannte er, was das Zeug hielt. Sie liefen bis ihnen die Lungen brannten, vom Schlachtfeld hinunter, in den Wald hinein. während sie rannten, begann es, zu regnen und Thor fand schließlich einen riesigen halb abgestorbenen Baum, unter dessen großen Wurzeln sie Schutz finden konnten. Keuchend ließ der Junge sich auf den Hosenboden fallen.
„Mann, das war echt knapp …“


Ausschnitt 3
Spoiler

Als Loki fertig war, fühlte er sich mehr wie ein Kunstwerk, als ein Lebewesen. Die Jötunn waren ansonsten eher spärlich bekleidet, für die Argune jedoch schien da eine Ausnahme zu gelten. Wohl zum Schutze vor sexuellen Übergriffen hatte eine Argune gerade so viel Haut zu zeigen, wie es schicklich war, zumindest so lange sie nicht empfangen hatte. Loki fand sich wieder in seidenglatte Stoffe gehüllt; Ein Gewand aus cremeweißem Stoff, der ein wenig an Satin erinnerte, das, mit kristallenen Knöpfen auf überlappenden Stoffteilen zusammengehalten, bis zu den Knien ging und hinten eine Schleppe hatte. Durchwirkt war es mit zarten Goldfäden und der Besatz war aus dem Pelz eines Schneeleoparden. Die Ärmel des Gewandes waren semitransparent und wurden unten an den Handgelenken von glitzernden Eiskristallen zusammengehalten – man hatte es so drapiert, damit man die magiehemmenden Armbänder nicht so deutlich sah. Die feine Hose darunter war aus demselben Stoffwie das Obergewand.Nur die Füße waren bar, geschmückt von kostbaren Ringen, die beim Gehen ein leises Klimpern verursachten, was wohl sinnlich wirken sollte.

Lokis Haar, welches ihm inzwischen bis zur Mitte des Kreuzes fiel und das er sonst oft in einem schlampig geflochtenen Zopf trug hatte man zu einer sagenhaft kunstvollen Frisur geformt, gehalten mit Schmuck, der eine Mischung aus ewigem Eis und Kristall war und wunderschön glitzerte. Lediglich das untere Haar ließ man lose auf den Rücken herabfallen.


Ausschnitt 4
Spoiler

Helblindi öffnete überrascht den Mund, als Loki wie ein Schatten an ihm vorbeizog. Mit den geschmeidigen und kraftvollen Bewegungen einer Raubkatze sprang er auf den langen Tisch und bewegte sich unglaublich schnell in die Richtung des Unglückseligen, der es gewagt hatte, die Stimme zu erheben - noch während des Laufes griff er zur Seite und riss einem der Umstehenden den Speer aus den Händen, sprang, und schneller, als irgendjemand schauen konnte, trieb er diesen Speer gewaltsam und präzise in die Kehle des Jotunen, der ihn soeben beleidigt hatte. Ein kleiner roter Sprühregen ging über seiner hellen Kleidung und seinem Gesicht nieder. Erschrockenes und gequältes Gurgeln ertönte, als der Eisriese an seinem eigenen Blut ertrank. Es war totenstill in der Halle, das einzige Geräusch das Gurgeln des Sterbenden, des ruckenden Körpers.

Das alles hatte nur wenige Sekunden gedauert. Loki brachte den schweren Atem wieder zur Ruhe. Dann gab er dem Speer einen Stoß, sodass der Körper des Jotunen sich auf groteske Weise verbog und die Spitze des Speeres in den Boden hinter ihm getrieben wurde, sodass sich dort das rote Blut wie eine schaurige Blume ausbreitete.
Er strich sich eine Strähne, welche sich aus der Frisur gelöst hatte, aus dem Gesicht und richtete sich schließlich auf.
„Ich habe geschwiegen, als der Herr des Nordens glaubte, eine Respektlosigkeit mit einem Scherz verwechseln zu müssen!“
Die Stimme klang scharf und schneidend und Lokis flammender Blick wanderte einmal über die Anwesenden, „Doch ich werde niemals schweigen, wenn ein Untertan die Stimme gegen den König, seine Familie oder gegen die Person der Argune erhebt!“


Ausschnitt 5
Spoiler

„Ihr hättet ihren Schlag mit Leichtigkeit parieren können!“, wurde er so plötzlich von Fenrir angebellt, dass er heftig zusammenzuckte. Loki schrumpfte in sich zusammen, als selbiger sich vor ihm aufbaute. Das narbige Gesicht seines Kampfmeisters war missbilligend verzogen.
„Ich schlage keine Mädchen!“, versuchte Loki es, doch die harsche Stimme verschluckte seinen kläglichen Versuch, sich zu rechtfertigen, „Dieses Mädchen hätte Euch sogar noch mit verbundenen Augen geschlagen, Prinz Loki! Ihr müsst Euch mehr anstrengen – Euer Vater wird nicht erfreut sein, dass Ihr erneut keine Fortschritte im Nahkampf macht! Odin ist in Eurem Alter schon in seine erste Schlacht geritten, Ihr jedoch werdet es nichtmal mit einem Blinden ohne Gliedmaßen aufnehmen können, wenn Ihr so weiter macht!“
Lokis Wangen brannten und er starrte auf eine Kerbe in Fenrirs Lederbrustharnisch.
„Das ist überhaupt nicht wahr!!“, brach es plötzlich aus ihm heraus und seine Stimme überschlug sich, wie immer, wenn er zornig oder aufgeregt war – was weitaus seltener vorkam, als bei seinem Bruder Thor beispielsweise und seltsamerweise war es immer nur Fenrir, der ihn dazu brachte, seine Würde zu vergessen. Loki war felsenfest davon überzeugt, dass Fenrir ihn hasste. Warum sonst nahm er ihn immer am härtesten ran? Warum sonst demütigte er nur ihn vor versammelter Mannschaft so sehr? Oh, es war nicht so, als würden die anderen Schüler nicht auch hin- und wieder ihr Fett weg bekommen, Fenrir war ein strenger Lehrmeister, doch mit ihm war er mit Abstand am strengsten.
„Ach nein – wollt Ihr mein Auge anzweifeln, kleiner Schandmaulprinz!?“ Fenrir kniff ein Auge zusammen und Loki hatte das Gefühl, dass er jeden Moment in Flammen aufgehen würde und das nicht nur, weil er vor Zorn und Angst gleichermaßen zitterte, sondern weil dieser harte, strenge in die Knie zwingende Blick seines Lehrers, diese Maßregelungen ihm jedesmal heißkalte Schauer über den Körper schickten, die er nicht zu deuten wusste und er hasste ihn dafür, aber er sehnte sich auch so sehr die Aufmerksamkeit dieses Mannes, die Anerkennung, beinahe mehr noch als die seines Vaters.
„Ihr werdet für Euer erneutes Versagen nicht nur den Kammerdienst übernehmen, wie angedacht, sondern die Mauern Asgards abschreiten und zwar einhundert Mal. Dafür erhaltet Ihr noch zwei Satteltaschen mit Gewichten. Vielleicht seid Ihr danach einmal im Stande, es mit einem Mädchen aufzunehmen.“
Zu Lokis Überraschung war es ausgerechnet Sif, die den Mund aufmachte, „Herr“, sagte sie zögerlich, „ist diese Strafe nicht ein wenig sehr … hart?“
„Wenn ich in dieser Sache Wert auf Eure Meinung lege, dann frage ich danach, Sif Valkyrdottir“, woraufhin sich Thor schließlich empört einschaltete: „Aber sie hat Recht, Fenrir, das schafft Loki nicht! Die Strafe ist zu hart“
„Das gilt auch für Euch, Thor Odinson!“, erwiderte Fenrir streng und entließ kurz darauf seine Schüler. Nur Loki blieb zurück. Die Mauern Asgards, dachte er entsetzt. Schon eine Umrundung dauerte mindestens eine halbe Stunde, wenn man trainiert und stark war – mal abgesehen davon, dass die vielen Treppen und die Gewichte noch ein zusätzliches Erschwernis darstellten. Einen Moment dachte er daran, irgendwie mit seiner Magie zu tricksen, aber seine Doppelgänger waren noch nicht gut genug, sie waren immer noch halb durchsichtig und er mochte auch gar nicht daran denken, was ihm blühte, wenn Fenrir ihn beim Schummeln erwischte.
(Falls Interesse, für Fenrir gibt es schon eine ungefähre Vorlage, einfach fragen :)


Ausschnitt 6
Spoiler

Ziellos lief der junge Prinz durch die Gassen und hoffte nur, dass sein Verschwinden nicht bereits auffällig geworden war – es war nicht unmöglich, dass Thor und die anderen in irgendeiner Schenke eingekehrt waren und sein Verschwinden als gegeben hinnahmen. Loki warf noch einen Blick zurück, doch das Gesindel schien ihm nicht zu folgen und er wollte schon erleichtert aufatmen, als er sich plötzlich von zwei starken Armen gepackt fühlte. Mit einem erschrockenen Aufschrei wollte er sich aus diesem Griff losreißen, doch eine ihm bekannte Stimme ließ ihn inne halten:
„Donner noch eins, Euch kann man nie alleine lassen, was?“
„F-Fenrir? W-was macht Ihr denn hier?“
„Rein zufällig“, knurrte der Kampfmeister und packte Loki etwas fester an den Oberarmen um ihn in seine Richtung zu ziehen und zu mustern, wie um etwaige Verletzungen zu entdecken, „Habe ich vorhin beobachtet, wie Ihr diesem Zigeunerpack nachgeschlichen seid! Nennt Euch selbst einen Magier und fallt auf diese billige Zigeunermagie herein!“
Einen Moment blieben dem jungen Prinzen die Worte weg, dann riss er sich abrupt aus Fenrirs Griff los und giftete: „Wie überaus großmütig von Euch, dass Ihr in Eurer freien Zeit mein Kindermädchen spielen wollt, aber wie Ihr nun gerade bemerkt habt, wäre das nicht nötig gewesen!“
„Wie ich gerade bemerkt habe, seid Ihr von ein paar Straßendieben geflohen, die Euch beinahe überwältigt hätten.“
„Ich hatte alles unter Kontrolle! Was wisst Ihr denn überhaupt?!“
„Dass Ihr ein bockiger, kleiner Prinz seid, der auf Zigeunertricks herein fällt! Und nun kommt, Ihr solltet zum Schloss zurück, ehe Euer Fernbleiben bemerkt wird.“
„Ich bin weder bockig, noch klein!“, keifte Loki und stampfte mit dem Fuß auf und war sich bewusst, dass er sich just in diesem Moment sehr wohl wie ein bockiges Kind aufführte, doch das war ihm egal. Die ganze Wut, die sich die letzte Zeit angestaut hatte, fand nun plötzlich ihren Höhepunkt.
„Ihr beweist mir gerade etwas anderes. Meine Einschätzung Odin gegenüber, dass Ihr nicht fürs Schlachtfeld taugt, hat sich also Bewahrheitet!“
Fenrirs Stimme hatte so abfällig geklungen, doch plötzlich wich alle Wut aus Loki, wie Luft aus einem Ballon.
„Wir sollten nun gehen“, knurrte der Kampfmeister, doch Loki rührte sich nicht von der Stelle.
„Wieso?“, sagte er beunruhigend leise und irgendetwas im Tonfall des Prinzen brachte Fenrir dazu, inne zu halten, und sich umzuwenden. Loki stand im Halbschatten einer Hauswand, das Mondlicht erhellte nur zur Hälfte das ebenmäßige Gesicht, das mit einem Mal nicht mehr das wie eines Knaben wirkte.
„Wieso was?“
„Wieso hasst Ihr mich so?“

Stille breitete sich in der Gasse aus. Die Geräusche des Festes drangen kaum bis hierher durch. Lokis Blick fing den Fenrirs, dessen Blick auf eine sehr eigentümliche Weise auf ihn herabgesunken war, doch Hass konnte Loki keinen erkennen. Plötzlich lächelte Fenrir und dieses Lächeln wurde zu einem Lachen, das jedoch so schnell abebbte, wie es gekommen war und im nächsten Moment war Fenrir bei ihm – war er schon die ganze Zeit so nah gewesen oder war es nur das Licht, das täuschte?
Loki blickte auf, als er spürte, wie eine Hand sein Kinn packte, nicht grob, und ihn hinauf dirigierte. Ein Stoß Hitze ging durch Lokis jungen Körper als er den Daumen des gestandenen Kriegers erstaunlich sanft über seine Unterlippe gleiten spürte.
„Weil ich brenne vor Verlangen nach Euch“, wisperte Fenrir.
„A… aber… warum…“
Und er spürte raue Lippen gegen seine Stirn und ein Murmeln: „Um Euch zu beschützen… Euch hassen … welch abstruser Gedanke …“
Einen Moment wünschte Loki sich, dass dieser Augenblick ewig hielt, einen Moment spürte er den kraftgestählten Körper an seinem eigenen, ohne, dass sie sich wirklich berührten und als Fenrir abließ, hatte er die Lippen zu einem Spalt geöffnet und brachte doch keinen Ton hervor.


Ausschnitt 7
Spoiler

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können als Byleistr und Ogyn sich gegenüber traten. Es war kein Geheimnis, dass die beiden sich hassten.
Wenig später begann der Kampf und er war brutal und völlig ohne lächerliche Spielereien, um dem Gegner zu beweisen, wie wenig ernst man ihn nahm oder dergleichen. Nur das Klirren von Stahl war zu vernehmen. Da die beiden sich nahezu ebenbürtig waren, war es ein harter und langer Kampf vor allem. Ogyn war älter als Byleistr. Byleistr war stark. Sehr stark. Doch schließlich wurde der Kampf entschieden durch die Erfahrung und die Gnadenlosigkeit des Älteren.

Ein Aufstöhnen ging durch die Menge als es Byleistr von Ogyns stachelbewehrter Keule von den Füßen riss – Ogyn setzte ihm nach, sprang und hätte ihm wohl mit dem Morgenstern den Schädel zertrümmert, doch Byleistr drehte sich blitzschnell zur Seite – nicht schnell genug jedoch und so traf die zentnerschwere gefährliche Waffe Byleistrs Schulter und den oberen Teil der Rippen, die Rüstung vermochte die Wucht des Schlages kaum aufzuhalten und ein schmerzerfülltes Aufstöhnen ließen Loki sich die Nackenhaare aufstellen und Helblindi die Hände in den Lehnen des Thronsessels verkrallen, sodass die Fingerknöchel weiß hervor traten, und dann holte Ogyn aus zum entscheidenden, vernichtenden Schlag und Loki schoss dessen Warnung wieder in den Kopf und plötzlich wusste er, er konnte nicht zulassen, dass Byleistr starb, nicht wegen ihm.
Loki hatte seine Magie schon lange nicht mehr eingesetzt, doch es kostete ihn nur eine Handbewegung, damit Ogyns Morgenstern in dem winzigen Moment, da sie auf Byleistrs Gesicht niederzukrachen drohte, in hauchfeinen Pulverschnee zerstieb.
Ogyn glotzte einen Moment auf seine Waffe, von der nur mehr der Stiel übrig war und auch die Zuschauer waren in erregtes und ratloses Getuschel verfallen.
Er fing Helblindis Blick auf, welcher zu ahnen schien, was Loki getan hatte. ‚Danke’, formte er mit den Lippen und in diesem Moment wurde Loki bewusst, dass die Verbindung seiner älteren Brüder tiefer war als sie sich vermutlich selbst eingestehen wollten.


Ausschnitt 8
Spoiler

Ein kurzes schwarzes Gewitter flackerte über seine Sicht, als Ogyn ihn mit der vollen Wucht seiner Waffe am Brustpanzer traf und er durch die halbe Arena geschleudert wurde - allerdings konnte sich Thor rechtzeitig abfangen, ehe er ungebremst in die Mauer hinein gerast wäre. Dieser Eisriese war definitiv von einem anderen Kaliber als die, gegen die sie damals gekämpft hatten, als sie Jotunheim das erste Mal betreten hatten. Er kam ihm nach mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und Thor hob Mjölnir in die Luft und war im nächsten Moment vom Boden abgehoben. Die Menge johlte auf, denn dieser Kampf schien doch interessanter zu werden, als man anfangs geglaubt hatte.
Hatte man anfangs geglaubt, Ogyn fräße diesen Asen zum Frühstück hatte man bald erkennen müssen, um was für eine zähe Nuss es sich bei diesem handelte. Thor blinzelte und als er die Augen wieder öffnete war seine Sicht von einem roten Schleier getrübt. Er wischte sich mit dem Handrücken der freien Hand über die Augen und blickte dann grimmig zu Ogyn hinab, der zu ihm hinauf starrte und begonnen hatte, auf- und ab zu gehen, darauf wartend, dass er sich auf ihn stürzte, um ihm den Gar aus zu machen. Früher vielleicht hätte Thor diesen Kampf ausgekostet. Früher hätte er Gefallen daran gefunden, mit seinem Gegner zu spielen und ihn dann am Ende zu zerschmettern, früher hätte er allein gekämpft um des Kampfes Willen. Doch nicht heute. Heute ging es um mehr. Heute ging es um Loki.Thors Blick flackerte hinüber zu der Tribüne, doch er konnte seinen Bruder nirgendwo entdecken. Langsam begann Mjölnir in seiner Hand zu vibrieren. Wolken zogen auf und plötzlich dachte Thor an jenen Moment in seiner Kindheit, als er Mjölnirs Kraft zum ersten Mal erwacht war. Die feinen Härchen auf Thors Körper stellten sich auf, als die Elektrizität sich über ihm bündelte.

„Was ist, Ase, hast du jetzt doch gemerkt, dass ich kein Gegner für dich bin?“, höhnte Ogyn von unten und schwang herausfordernd die Streitaxt in seiner Hand, die trotz des harten Schlages zuvor nur eine Kerbe in Thors Rüstung verursacht hatte.
Um Thors Mund schlich sich ein harter, beinahe schon grausamer Zug, als er daran dachte, dass es einer wie Ogyn gewesen war, der Loki damals beinahe getötet hätte. Erneut sah er, wie so oft schon in der Vergangenheit, wie der Eisriese den zarten Körper des kleinen Jungen packte und ihn gegen die Felswand schleuderte, abermals hörte er dieses grauenvolle Geräusch, sah abermals das Bild als Loki mit unnatürlich verrenkten Gliedern völlig regungslos auf dem Boden liegen blieb in Schmutz und Geröll und erneut spürte er diesen unbändigen Zorn in sich und plötzlich verdunkelte sich der Himmel und ein Blitz brach die Stille, doch anstatt zu verschwinden, sammelte der Blitz seine Energie über der Rotation Mjölnirs, während im Hintergrund ein Donnern folgte. Damals hatte er Loki nicht beschützen können. Doch jetzt würde ihn nichts in allen neun Welten davon abhalten.


Ausschnitt 9
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Im höchsten Turm lag das Sternenzimmer. Ein Ort, zu dem nicht einmal Diener Zutritt hatten, sondern ausschließlich die Königsfamilie und auch wenn Loki selbst sich ihrer nicht mehr zugehörig fühlte, so ließ man ihn durch und ohne Hast schritt er die 333 Stufen der Wendeltreppe hinauf. Vom Sternenzimmer aus konnte man weit hinaus ins All sehen. All seine Farben, all seine Mythen und manchmal auch die anderen Welten. Von denen Odin ihnen früher immer erzählt hatte, als sie noch kleine begeisterungsfähige Kinder gewesen waren. Thors Begeisterungsfähigkeit für Mystisches hatte sehr bald nachgelassen und war seinem Durst nach Krieg gewichen, doch in Loki hatten diese Erzählungen immer eine unerklärliche Sehnsucht nach fernen Orten geweckt. Und längst wusste er, warum. Altbekannte Bitterkeit flackerte auf, doch diese Bitterkeit wich bald Trauer.
Als Loki oben anlangte, schlug ihm herrliche Stille entgegen.
Er trat an das glaslose Fenster und fühlte sich entwurzelt, einmal mehr. Wenn man wusste, wo man zu suchen hatte, konnte man die anderen Welten erkennen und Loki blickte dorthin, wo er Jotunheim vermutete.


Ausschnitt 10
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(Flashback)
Ein dunkles Wiehern drang an sein Ohr und ein Schauer rann über seinen Rücken. Nein, das war keines der Zuchttiere, er kannte sie alle am Klang ihrer Stimme.
Schon bald war er am Waldrand angelangt. Er hörte ein Schnauben und das Geräusch eines Tieres, das sich trotz seiner Größe elegant durchs Gehölz bewegte, dann aus dem Augenwinkel das Wehen eines Schweifes.
Angestrengt verengte er die Augen und suchte in dem dichten Wuchs etwas zu erspähen. Dann betrat er den Wald. Es würde nicht mehr lange dauern, bis die Dunkelheit hereinbrach, doch gerade war alles in seinem Kopf dieses Wesen, das da so leichtfüßig durch die Wälder sprang. Die Füße kribbelten leicht von dem Gezweig auf dem Waldboden.
„Wer bist du?“, murmelte er abwesend.
Immer wieder sprang der Schemen durch seine Sicht und als er schon wütend werden wollte, blieb er abrupt stehen, als er auf einer kleinen Lichtung angelangt war.

Und erstarrte in Ehrfurcht. Er, Loki, der sich so leicht durch nichts beeindrucken ließ. Der Prinz, der alles hatte und so gesättigt war von Schönheit, Prunk und Protz.
Er war so schön.
Wölkchen stoben erregt aus den geblähten Nüstern, während tiefschwarze Augen ihn direkt ansahen. Sein Fell war von einer Farbe wie dunkle Kastanien in der roten Herbstsonne, eine feine Blesse auf der Stirn, die sich herab bis zum Maul zog und die schlanken und gleichsam kraftvollen Beine mit den drei weißen Fesseln tänzelten nervös hin- und her. Sein Stockmaß war an die zwei Meter fünf, einer wohl einzigartigen Größe bei einem Pferd. Die schwarze Mähne war seit Urzeiten nicht mehr gestutzt worden und hing wellig und eigentümlich seiden über dem muskulösen Hals. Er war wild. Und er war gefährlich, doch Loki zeigte keine Angst.
Der Drang, dieses Pferd, das ihn so wütend anstarrte und drohend die Augen rollte, als er versuchte, sich ihm zu nähern, zu besitzen wuchs in ihm zu einem übermächtigen bestimmenden Gefühl.
Noch gab es kein Pferd, das er sich nicht früher oder später zu Willen gemacht hatte.
Etwas so Mächtiges zu beherrschen …

Loki hob langsam die Hände in einer beruhigenden Geste und ging einen Schritt auf das Tier zu.
„Schh“, machte er dabei sanft, ließ jedoch die Körpersprache des Pferdes nicht aus den Augen.
Der Hengst legte die Ohren ganz an und ließ ein drohendes kurzes Wiehern erklingen, beinahe klang es ein wenig knurrend – dann stellte er sich auf die Hinterbeine, wobei er mit den Vorderbeinen austrat - Loki jedoch wich nicht zurück, stand starr und fest und machte erst einen Schritt zurück, als der Hengst seine gewaltigen Hufen dort zu Boden donnern ließ, wo Lokis nackte Füße sich soeben noch befunden hatten.
„Ich habe dir nicht erlaubt, näher zu kommen.“
Loki horchte auf, er hatte … gesprochen…?
Und plötzlich wusste er, wer er war.

„Svadilfari…“, murmelte Loki andächtig. Wenn er auf diesem König der Pferde nach Asgard zurück ritt, dann wurden sie ihn bewundern. Vielmehr noch. Ihn respektieren und sich verneigen, denn wie mächtig musste jemand sein, der den leibhaftigen Svadilfari bezwang? Mächtiger als der große und ewig scheinende Thor.
„Oh, man hat von mir gehört?“ Die dunkle Stimme klang ironisch und er stampfte ungeduldig mit den Hufen auf.


Ausschnitt 11
Spoiler

(Loki ist in dieser Szene in Gestalt einer Frau unterwegs, deshalb ist von "Sie" die Rede)
Thor merkte erst, dass Loki und Fandral fehlten, als die beiden im Zimmer des letzteren bereits in vollem Gange waren.
Leicht angetrunken fragte er Volstagg: „Wo steckt eigentlich Fandral, ist der in den Abort gefallen?“
Der grinste nur breit und meinte dann: „Hm, ich weiß nicht so recht, aber Loki ist kurz vor ihm verschwunden, wer weiß was die beiden treiben.“ Dabei gluckste er und machte sich über den Teller mit dem Fasanenfleisch und den dampfen heißen Bratkartoffeln her, den man vor zwei Minuten vor ihm abgestellt hatte.
Es dauerte einen Moment, bis Thor aufgrund des von Volstagg als Scherz gemeinten Satzes stutzte. Loki und Fandral waren beide verschwunden und Fandral hatte schon vorhin anzügliche Scherze in Bezug auf Loki gemacht... Er verzog das Gesicht. Das war doch absurd. Fandral hasste Loki, er hatte vermutlich nur dick auftragen wollen, aber warum meldete sich da plötzlich so ein wütendes Ziehen in seinem Magen, das er nicht wegignorieren konnte. Er könnte ja mal nachsehen. Einfach nur nachsehen und dann eingestehen, was für ein Narr er war, dass er auch nur daran gedacht hatte, dass...

Leider wurde Thors Gedanke recht bald zerschlagen, denn das Stöhnen das aus dem Zimmer seines Freundes klang war unmissverständlich. Thor schloss die Augen und ballte eine Hand zur Faust. Sie zitterte, wie als könne sie sich nicht entscheiden, ob sie locker lassen oder die Tür einschlagen sollte. Er durfte dem heißen Zorn nicht nachgeben. Warum nur war die Vorstellung von Loki und Fandral zusammen plötzlich nur so absolut unerträglich. Thor wandte sich ab – und wirbelte im nächsten Moment herum, um die Tür mit solcher Kraft einzutreten, dass sie aus dem Rahmen brach und quer durch den Raum flog – Fandral und Loki auf dem Bett hatten innegehalten und mit einem Schrei stürzte Thor zu den beiden und riss Fandral von Loki herunter um ihm mit der Faust eine zu verpassen.
„Hast du sie noch alle?!“, schrie Fandral aufgebracht, wobei er versuchte, sich in eine Verteidigungshaltung zu begeben.
„Dasselbe könnte ich dich fragen!!!“, schrie Thor doppelt so laut zurück, „ich hab dich vorhin noch gewarnt und dir fällt nichts besseres ein als meinen Bruder zu besteigen! Weißt du eigentlich, was er durchgemacht hat!?!?“
„Thor!“, zischte Loki warnend, doch der schien ihn gar nicht zu hören – die beiden Männer stürzten sich in eine kleine Prügelei, welcher teilweise die Zimmereinrichtung zum Opfer fiel und Loki versuchte, den Schaden in Grenzen zu halten, was ihr jedoch kaum gelang.
„Hört endlich auf mit dem Blödsinn! Verdammt! Hey Hallo!“


Ausschnitt 12
Spoiler

Er musste sich daran hindern, nicht wie ein kleiner Knabe zu rennen. Als er seine Gemächer erreicht hatte, wandte er sich dem Fenster zu und zog es auf. Setzte einen Fuß auf die Fensterbank und sein Diener wollte seinen Herrn schon erschrocken zurück rufen, als sich Lokis Gestalt plötzlich wandelte und schließlich war es ein Steinadler, der sich mit kräftigen Flügelschlägen in die Lüfte erhob...

Loki spürte die Magie, die wie ein wilder Strom durch seinen Körper floss und eine vergessen geglaubte Euphorie durchpulste ihn. Die kräftigen Schwingen trugen ihn höher und höher in die Lüfte. Freiheit. Das war die Freiheit, nach der er sich gesehnt hatte, die Lebendigkeit, die er vermisst hatte. Er flog weit über die Wipfel der Wälder, die vom Licht der Abendsonne in glühendes Rot getaucht wurden, spürte den Wind durch die Flügel streicheln und empfand ein plötzliches Bedürfnis nach Nähe. Der Kuss schoss ihm durch den Kopf, dieser Kuss, der Begehrlichkeiten geweckt hatte, die er sich so lange verboten hatte.
Als er zurück flog, bemerkte er eine Gestalt in den Gärten und der scharfe Blick des Adlers sagte ihm, dass es Thor war, welcher die Augen mit einer Hand abschirmte und ihm entgegensah. Sonst war niemand in der Nähe und hätte Loki Lippen gehabt hätte er wohl verschlagen gegrinst.

Thor sah wie der imposante Steinadler, den er als seinen Bruder identifiziert hatte, zur Landung ansetzte – und im selben Moment, in dem er den Boden berührt hätte, verwandelte Loki sich zurück, sodass er auf seinen eigenen Füßen aufkam – durch den Schwung stolperte er ein paar Schritte vorwärts und stützte sich automatisch und etwas atemlos mit den Händen an Thors Brust ab, der nur schwer den Drang unterdrücken konnte, den Kuss von neulich zu wiederholen. In Lokis Augen brannte etwas. Etwas, das er von früher kannte, ehe dieser Glanz so schmerzlich erloschen war.



Ausschnitt 13
Spoiler

Ogyn ließ zufrieden seinen Blick über Lokis Gestalt gleiten. Das lange, leicht wellige Haar war zur Hälfte hochgesteckt und hinter den gebogenen zierlichen Hörnern war ein federartiger Schmuck angebracht worden. Ihm gefiel die optische Verlängerung des schönen Halses, um den er nur zu gerne seine Hände gelegt hätte. Loki war etwas größer in seiner Jotunengestalt, für einen Jotunen aber immer noch zierlich. Die Kleidung war eher schlicht, aber wenn es nach Ogyn ging, war es ohnehin Zeitverschwendung, die Argune herauszuputzen – Loki hatte diese natürlich schöne Ausstrahlung, die ihn schon damals als er ihn auf der Feier das erste Mal gesehen hatte, in den Bann gezogen hatte. Und solange Loki glaubte, dass er Forseti jederzeit etwas antun könnte, hatte er ihn sicher. Er brauchte ja nicht zu wissen, dass er Forseti schon aus dem Grund hier behielt, weil er wohl der einzige war, der wusste, wie man Jotunenkinder zur Welt brachte, Loki würde ihn brauchen, wenn die Zeit der Niederkunft kam. Wenn sein Samen erst einmal auf fruchtbaren Boden traf...
Forseti saß am selben Tisch wie sie und seine Miene war undefinierbar. Etwas Warnendes lag darin und Ogyn war wohl klar, dass wenn er die Gelegenheit dazu gehabt hätte, er ihn wohl eigenhändig in Muspelheims Feuer geworfen hätte. Nichtsdestotrotz konnte man sich an Forsetis Anblick durchaus erfreuen. Nicht einmal das Alter hatte ihm seine Schönheit genommen. Oder sein starkes Wesen. Forseti strahlte etwas Königliches aus und Ogyn bedauerte es, dass er mittlerweile zu alt war um Kinder zur Welt zu bringen.
Loki starrte nachdenklich in den Wein, den man ihm gereicht hatte, ohne jedoch davon zu trinken. Das Essen hatte er auch nicht angerührt.
„Was ist mit Euch, glaubt Ihr, es ist vergiftet?“, spottete Ogyn und nahm selbst einen kräftigen Schluck aus seinem Humpen.
„Es ist mehr die Tischgesellschaft, die mir auf den Magen schlägt“, erwiderte Loki liebenswürdig, woraufhin Ogyn dröhnend lachte. „Euren Humor habt Ihr zumindest nicht verloren. Und ich dachte schon, der gute Farga hätte Euch die Lippen versehentlich mit einem Zauber zusammengeklebt.“
Lokis Lippen kräuselten sich zynisch. „Da wäre er der erste, der das schafft.“
Wobei das so natürlich nicht ganz richtig war. Loki dachte einen Moment lang an die Mundfessel, die man ihm verpasst hatte, als man ihn von Midgard nach Asgard geholt hatte. Er hatte sie zwar nicht lange gehabt, aber wenn es nach ihm ging, lange genug. Loki warf einen Blick zu Forseti, welcher recht steif an seinem Platz saß und immer wieder spärliche Schlucke aus dem Weinkelch nahm.
„Man berichtete mir von Eurer Silberzunge“, fuhr Ogyn dann im Plauderton fort, „ich kam nicht zuletzt selbst in den Genuss davon auf Eurer Initiationsfeier.“
„Was habt Ihr nun vor?“, wollte Loki wissen ohne auf das vorher Gesagte einzugehen. Ogyn hob seinen Humpen und trank ihn in einem Schluck leer. Dann breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus. „Nun, während wir hier sitzen und plaudern, Ehrenwerte Argune, rüsten meine Truppen auf zum Kampf. Immerhin müssen wir vorbereitet sein, wenn es Helblindi einfallen sollte, hierher zu marschieren.“
Jetzt sah Loki auf. „Ihr glaubt, Helblindi würde seine Truppen hierher befehlen, obwohl Ihr sowohl mich als auch Forseti in Eurer Gewalt habt?“
„Nun, in gewissem Maße habt Ihr Recht…“, begann Ogyn und ließ sich den Humpen wieder vollschenken, „Helblindi weiß, dass ich Euch niemals etwas tun würde… ich brauche Euch…“
Er ließ den Satz unausgesprochen und warf einen Blick zu Forseti, welcher diesen ungerührt erwiderte.
Loki presste die Kiefer aufeinander und schluckte eine bissige Bemerkung herunter. Wenn er nur eine Möglichkeit hätte seine Magie unbemerkt zu wirken, aber Farga ließ ihn nicht aus den Augen.
„Wisst Ihr eigentlich, dass Ihr so schön seid wie Eure Mutter?“
„Das hörte ich bereits hin und wieder.“
„Nun, dann hörtet Ihr wohl auch, dass ich damals an den Spielen um ihn teilnahm.“
„Aber Laufey schlug Euch“, ergänzte Loki teilnahmslos und versetzte dann: „der ewige zweite zu sein ist nicht schön, nicht wahr?“
Etwas in Ogyns Miene verfinsterte sich. „Laufey hatte bloß Glück“, erwiderte er dann schroff.
„Davon bin ich überzeugt.“
Ogyn hob leicht überrascht den Kopf – in Lokis Worten hatte keine Ironie gelegen.
„Laufey tappte so einfältig in die Falle, die ich ihm gestellt hatte. Es mag kaum vorstellbar sein, dass er jemanden wie Euch so einfach besiegt haben soll.“
„Eure Beobachtungsgabe scheint Eurer Zunge in nichts nachzustehen“, erwiderte Ogyn dann leicht geschmeichelt und Loki nahm einen Schluck von seinem Weinkelch und leckte sich dann einen Tropfen langsam von den Lippen – eine Geste, die Ogyn mit brennendem Blick verfolgte.


Ausschnitt 14
Spoiler

Was Thor anging, so hatte er nur Loki im Sinn. Loki, dem um keinen Preis geschehen durfte, was schon einmal in dessen Leben geschehen war. Er fürchtete den Rückzug, die Angst, die Schreie im Schlaf, die Zerstörung in diesem wunderschönen Körper, dieser Seele, die zarter und verletzlicher war, als Loki selbst es jemals zugegeben hätte. Loki gehörte zu ihm und das würde dieser verdammte Ogyn auf die schmerzhafteste Art und Weise zu spüren bekommen, die er sich nur vorstellen konnte. Etwas elektrifizierte die Luft und ließ Helblindi, der neben ihm auf einem großen Reittier saß aufmerken. Einen Moment ruhte sein Blick auf Thor, doch er schwieg.

Als das Heer eine Senke erreichte, bemerkte Helblindi, dass Ogyn ihnen schon Truppen entgegen geschickt hatte. Natürlich, dachte er zynisch, als ob du uns in die Nähe deiner Burg lassen würdest. Die gegnerischen Jotunen waren bis an die Zähne bewaffnet und gerüstet und Helblindi schob den Gedanken beiseite, die Wut darüber, dass Jotune gegen Jotune kämpfte. Ogyn jedoch konnte er nirgends entdecken.
„Dieser Hund“, knurrte Byleistr, „schickt natürlich seine Leute vor und verkriecht sich feige in seinem Schloss, um-“ der Rest seines Satzes ging in einem wütenden Knurren unter. Helblindi ließ den Blick schweifen. Irgendetwas stimmte hier nicht. Ogyn würde sich doch niemals einen Kampf entgehen lassen, vor allem nicht gegen ihn, Helblindi. Er hatte einige Männer in der Hinterhand, verborgen, sodass sie nicht in Gefahr eines Hinterhalts gerieten. Da Ogyn insgesamt die geringere Truppenstärke hatte, lag die Annahme nahe dass er sich irgendeines Tricks bediente.

Die Truppen beider Seiten gingen in Angriffsposition. Helblindi würde sich vorerst zurückhalten, um den Überblick zu behalten.
„Thor“, raunte er dann dem Donnergott zu, welcher neben ihm Aufstellung bezogen hatte und mit der Hand schon nach seinem Hammer fingerte.
„Ich werde Byleistr das Oberkommando übertragen. Sobald der Kampf hier in vollem Gange ist, werden wir uns mit dem Trupp des Westheeres zum Schloss begeben.“
Thor merkte auf und nickte schließlich. „Wie erkenne ich den... Magier... Schamanen, wie auch immer das bei Euch heißen mag? Um vorbereitet zu sein.“
Gut, er kannte Loki immerhin auch schon seit einer Ewigkeit und war trotzdem selten auf seine Tricks und Streiche vorbereitet.
„Ihr werdet ihn erkennen“, erwiderte Helblindi lediglich kryptisch und gab Byleistr dann das Zeichen, welcher nickte und seinerseits das Zeichen zum Angriff gab.

Helblindi gab seinem Reittier die Sporen – Thor tat es ihm gleich. Im Flug wäre er schneller gewesen, aber da Thor die Festung Ogyns nicht kannte, weder ihre Wälle, noch ihre Schwachstellen, sah er davon ab. Obwohl ihn natürlich alles danach drängte so schnell wie möglich zu Loki zu kommen. Und wenn dieses Monster ihn anrühren sollte, garantierte er für gar nichts mehr.


Ausschnitt 15
Spoiler

Thor sah, wie der Jotune, der selbst für einen solchen sehr groß und kräftig gebaut war die Vortreppen des Nordturms herunterkam. Der tödliche Morgenstern ruhte dabei in seiner Hand und ein ekelhaftes Lächeln lag auf seinem Gesicht.
„Warum überrascht es mich nicht, Euch hier zu sehen, König von Asgard?“, summte Ogyn höhnisch und traktierte Thor mit seinen Blicken. „Es tut mir jedoch leid, Euch sagen zu müssen, dass Ihr zu spät seid... mein Samen ruht bereits in der Argune und findet gerade jetzt fruchtbaren Boden...“
Thors Miene war wutverzerrt. Blitze zuckten um die Hand, in der er den Hammer hielt. Im einen Moment erdolchte er Ogyn mit seinen Blicken – im nächsten Moment stürzte er sich dermaßen schnell auf ihn, dass Ogyn kaum noch die Waffe zum Schutz hochreißen konnte – ein Donnerschlag von Mjölnir beförderte den Jotunen in die Tiefe. Thor fackelte nicht lange, sondern stürzte sich ihm sofort hinterher, vor lauter Zorn brachte er nichtmal mehr die üble Beschimpfung hervor, die ihm in der Kehle lag.
Mit einem Schrei sauste er auf Ogyn nieder und hätte er sich nicht schnell zur Seite gewälzt, dann wäre nicht bloß der Boden weggeschmolzen.
Ogyn erhob den Morgenstern und führte einen Hieb gegen Mjölnir; Thor spürte die Erschütterung, doch sein Zorn trieb ihn voran, sein Zorn ließ Blitz und Donner in seine Hand fahren, ließ seine Augen hell erleuchten von der zornigen Energie, die in ihm schwelte – in rasender Geschwindigkeit kam er ihm nach – die Wand aus Eis, die Ogyn vor ihm errichtete, spürte er kaum als er sie durchbrach und im nächsten Moment mit einem Hammerschlag Zehntausende von Volt durch Ogyns Körper jagte – der Jotune riss die Augen wütend auf, verdrehte sie dann jedoch als sein Körper begann zu zucken und zu schwelen begann, der Morgenstern glitt ihm aus den Händen, die blaue Haut wurde dunkel, stellenweise schwarz und als Thor von ihm abließ, lag Ogyn tot am Boden. Rauchschwaden stiegen von seinem Körper empor. Thor stand über ihm und starrte hasserfüllt und schwer atmend auf ihn herab.
Und als er merkte, dass die Kämpfe um sie herum ein jähes Ende gefunden hatten, hob er die Stimme, sie klang donnernd und drohend: „Lasst euch das eine Warnung sein! Jemand... der es wagt... eine so schändliche Tat zu begehen... Loki zu nahe zu kommen auf welche Weise auch immer... auf den wird der gnadenlose Zorn Thors herabfahren!“
Dabei zuckten noch immer Blitze um seine Hand, deren Knöchel weiß geworden waren, so fest waren sie um Mjölnirs Griff geklammert.


Ausschnitt 16
Spoiler

Loki glitt vom Rücken des Hengstes und er zerrte an den blutigen Kleidern, die er nicht mehr ertragen konnte und einen Moment darauf sank er erschöpft und nackt im kühlen Moos zusammen.
Sein Körper krampfte sich zusammen und er presste die Kiefer so hart aufeinander, dass es schmerzte, nur um diesen klagenden, qualvollen Laut nicht aus seinem Inneren dringen zu lassen.
Der Körper bebte und Tränen des Zornes traten in die Augenwinkel und schließlich und endlich gipfelte der Anfall in einem hilflos-zornigen Schrei, denn der Schmerz und die Bilder, Ogyns endlose Überlegenheit waren so greifbar.Als das Flashback ihn zu überwältigen drohte, suchte seine Hand ruhelos zwischen den fortgeworfenen Kleidern nach etwas scharfem um sich durch den Schmerz zurück zu holen, und als er nichts dergleichen fand, entkam ihm ein winselnder, verzweifelter Laut. Loki krümmte sich in Embryonalhaltung zusammen, sein Körper verkrampfte und in seinen Ohren begann es zu sausen und beinahe hätte er sich verloren, hätte er nicht urplötzlich einen Schmerz gespürt, der so heftig war, dass er ihn ins Hier und Jetzt zurück katapultierte.
Loki riss die Augen auf und spürte den Pferdebiss an seinem Unterarm, noch ehe er das Tier sah. Doch es war nicht Njördvind, das zur Rettung seines Herrn geeilt war, es war eine urvertraute und nie vergessene Gestalt.
„Svadilfari?“, japste Loki und sackte im nächsten Moment erschöpft zusammen.

„Das Blut in Eurer Kleidung lockt die Mondwölfe an“, drang die tiefe, melodische Stimme Svadilfaris an sein Ohr, „Man könnte meinen, dass Ihr es inzwischen besser wisst.“
Loki hatte es die Sprache verschlagen. Er fühlte sich schwach, nass und irgendwie klein.
Er schloss die Augen, er war so müde, aber Svadilfari war da und er war nicht allein. Svadilfari war der einzige, der ihn je gebrochen gesehen hatte, welche Ironie dass nach so einem Erlebnis er der erste war mit dem er sprach.
„Bist du hier, um mich zu verspotten oder dich daran zu rächen, dass ich dir Sleipnir gestohlen habe?“, murmelte Loki erschöpft.


Ausschnitt 17
Spoiler

Er hatte blutige Schlachten geschlagen, Todesurteile verhängt und dabei nicht einmal mit der Wimper gezuckt. Aber das... das was unter seiner Herrschaft mit seinem eigenen Bruder passiert war, war ein nicht wegzuleugnender Beweis seines Versagens.
„Was bin ich für ein König“, knurrte er mit verwaschener Stimme, „der nichtmal seinen eigenen Bruder beschützen kann?!“

„Im Moment ein ziemlich dichter, wie es scheint!“, durchschnitt Byleistrs Stimme plötzlich seine Einsamkeit.
Helblindis Augen verengten sich, doch er wandte sich nicht zu seinem jüngeren Bruder um.
„Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht sonderlich klug, meine Gesellschaft zu suchen.“
„Wieso, weil ich dich bei deinem Selbstmitleidsbad störe?“, kam es verächtlich von Byleistr und er verschränkte abwartend die Arme vor der Brust, während sich sein Blick in seines Bruders Rücken bohrte.
„Vielleicht war es keine schlechte Idee damals von Loki den Bifröst auf uns zu richten. Vielleicht ist ein Volk wie unseres zum Aussterben verdammt.“
Byleistrs linke Augenbraue zuckte und er erwiderte verächtlich: „Vielleicht hast du aber auch einfach nur zu viel gesoffen und steckst grad in einer kleinen Krise. Ich denk nicht, dass du dir wegen Loki solche Schuldgefühle machen musst. Ich glaub, der Kleine ist echt hart im Nehmen... ups, äh...“, fügte er dann hinzu als ihm das fatale Wortspiel auffiel.
„Jedenfalls bin ich der Meinung, dass jetzt hart durchzugreifen das Beste wäre, was du tun kannst. Alle, die Ogyn gefolgt sind hinrichten. So schauts aus.“
„Noch mehr Blut vergießen?“, erwiderte Helblindi, „Ja, genauso redest du immer daher, ist dein Rinderhirn eigentlich nur dann glücklich, wenn du deine eigene Art sterben siehst? Ist das deine Vorstellung davon, ein Volk zu regieren?!“
„Pff, du dramatisierst das jetzt, weil du dir das mit Loki nicht verzeihen kannst, aber glaub mir, unser Volk, das du gerade so leichtmütig dem Tode überantworten willst, hat schon immer Blut vergossen und die meisten lernens nur auf die harte Tour. Hel, bei allem was mir heilig ist, sogar du musst einsehen, dass so ein Übergriff auf eine Argune, die zudem noch königliches Blut besitzt, nicht nur ein Todesurteil ist, sondern auch dessen Ausführung in allen erdenklichen Qualen rechtfertigt.“
Helblindi wirkte einen Moment als wollte er Byleistr eine wüste Antwort auf seine Ansprache geben, doch er hielt inne.
„Und dann, Byleistr?“, kam es untypisch kalt von dem älteren der Brüder, „sie werden nicht aufhören, nach ihm zu verlangen. Nicht ehe wir die anderen Argunen gefunden haben, von denen ein übergelaufener Magier behauptet, sie seien noch irgendwo am Leben... und einen Magier zu finden, der nicht gefunden werden will...“

Helblindi hielt inne. Er fühlte sich plötzlich erschöpft und die Welt drehte sich leicht um ihn.
Plötzlich schienen Byleistrs Züge etwas weicher zu werden, was relativ untypisch war für den hartgesottenen Jotunen.
Er trat näher an seinen Bruder heran und legte seine Pranke auf dessen Schulter.
„Du solltest vielleicht etwas schlafen. Du bist betrunken und nicht Herr deiner Gefühle. Du hast gelernt, dass auch du, mein König, deine Grenzen hast. Verdau das. Und dann machen wir uns Gedanken darüber, wie wir Loki verklickern, dass wir vermutlich nochmal seine Hilfe brauchen....“
„Loki um Hilfe bitten...?“, murmelte Helblindi, während Byleistr ihn mit sanfter Gewalt in Richtung eines Diwans dirigierte, „Wie könnte ich...?“
„Du kannst, Bruder. Du konntest es immer.“


Ausschnitt 18
Spoiler

Mit einem verzweifelten Luftholen fuhr Loki aus dem Schlaf und starrte panisch ins Dunkel seiner Gemächer. Kalter Schweiß lag ihm auf dem Körper und doch hatte er das Gefühl, innerlich zu verbrennen. Er bekam schlecht Luft, versuchte das Hyperventilieren unter Kontrolle zu kriegen und von dem Sauerstoffmangel begannen seine Fingerspitzen, zu kribbeln.
Es dauerte eine Weile, bis er sich orientiert hatte, eine schrecklich lange Weile, bis er realisiert hatte, dass da nichts war in seinem Kamin, das nach ihm griff und ihn in die Unterwelt zu reißen drohte. Doch es hatte sich so real angefühlt und dieses Gefühl übermannte ihn. Krampfhaft presste er die Hand vor den Mund, um die wimmernden Laute zu verbergen, denn niemand sollte ihn schwach sehen, niemand sollte die Genugtuung bekommen, ihn in Scherben zu sehen.
Denn so war es auch damals gewesen, damals als er noch zu Thor ins Bett gekonnt hatte, als der ihn beschützt und ihm gesagt hatte, dass alles schon gut werden würde, die hämischen, feixenden Blicke der Freunde, weil er mal wieder aussah als hätte er sich die Nacht mit bloßem Unsinn um die Ohren geschlagen, weil keiner das Leid haben wollte, das Loki mit sich herum trug. Genau deshalb hatte er dieses schreckliche Erlebnis, dieses Trauma abgespalten und das erfolgreich bis zu jenem Zeitpunkt als Yggdrasil seine Würfel ins Spiel gebracht und Thor alles gezeigt hatte.
Thor. Loki fuhr sich durch das vom Schweiß leicht feuchte Haar. Seine Hand zitterte. Es war nicht der erste Traum dieser Art seit sie aus Jotunheim zurück waren. Thor. Sein Gedanke galt ihm, der für ihn da gewesen wäre ohne Fragen zu stellen, aber er konnte nicht. Loki konnte nicht zu Thor gehen, weil er es nicht mit ansehen konnte, wie er einer Qual unterlag, die allein Loki gehörte.
„Es ist sinnlos“, murmelte der erschöpfte Gott in die Stille seines Zimmers, „sinnlos, wenn er auch noch leidet.“


Ausschnitt 19
Spoiler

„Man könnte meinen, ihr habt aus der Vergangenheit nichts gelernt“, sagte er kopfschüttelnd, „Sif trinkt uns alle unter den Tisch und kann dann noch gerade genug stehen um ein flottes Tänzchen hinzulegen. Gehts ihm gut?“, wollte er leicht sorgenvoll mit einem Blick auf Loki wissen. Fandral tätschelte dem halb schlafenden Prinzen mit einem umgelegten Arm die Schulter und lallte:
„Der Kleine hat genug!“
„Der Kleine gibt dir gleich, wenn du nicht deine Klappe hältst“, stöhnte Loki mit geschlossenen Augen, was allgemeines Gelächter auslöste.
Thor grinste und schüttelte den Kopf, dann legte er eine Hand sanft um Lokis Hüfte um ihm zu helfen, aufzustehen.
„Vielleicht hattest du wirklich genug, komm, ich bring dich in deine Gemächer...“
Da Loki aufgrund des vielen Alkohols über keine nennenswerte Körperspannung mehr verfügte, warf er ihn sich kurzerhand über die Schulter und verabschiedete sich von den Freunden.
„Das f-fordert Revanche!“, lallte Loki, „das nächste Mal trink ich euch alle untern Tisch... die andere Schulter, Thor, die is bequemer...“, kam es dann dumpf gegen Thors Rücken gemurmelt, während Lokis rechte Hand, eben noch theatralisch gestikulierend nun herabsank.
„Wir gehen wohl in meine Gemächer“, sagte Thor, „die sind näher.“
„Erinners du dich an die... dieses Trinklied? Wie ging das noch? Ach komm du Schöne bring den Wein zu mir, bring den Wein zu mir, ich verdurste hier~ Oh verdammt, ich muss kotzen!“
„Nee, so ging das glaub ich nicht weiter“, erwiderte Thor verwirrt, ehe ihm ein Licht aufging und er Loki gerade noch so auf die eigenen Füße stellen konnte, ehe der wenig elegant erbärmlich würgend in die nächste Ecke kotzte.
Thor hielt ihm die Haare aus dem Gesicht und verzog mitfühlend das seine, während er meinte: „Gehts?“
Von Loki kam nur ein Röcheln, dann noch ein trockenes Würgen, ehe er stöhnte: „Wieso vergesse ich immer wieder, dass ich nichts vertrage...?“
Thor zuckte mit den Schultern.
„Weil du es noch nie ertragen konntest, dass Sif in irgendetwas besser ist als du.



Preise

1. Platz: 1200 KT
2. Platz: 700 KT
3. Platz: 500 KT


Regeln:

*Jeder darf so viele Einsendungen einreichen, wie er möchte.
*Es muss erkennbar sein, dass es sich auf dem Bild um eine Szene aus meiner FF handelt
*Farbig oder schwarz/weiß bleibt euch überlassen, nur bitte keine bloßen Outlines
*Falls Fragen bestehen, würde ich darum bitten, den Wettbewerbsthread zu verwenden.
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